
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Gerd Bonk: Von der DDR mit Doping gefüttert
Dienstag, 21. Oktober 2025 · 57 min
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Shownotes
Es ist der 27. Juli 1976, auf diesen Tag hatte Gerd Bonk seit 7 Jahren hingearbeitet. Gerd Bonk gewinnt Silber und ist am Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Denn ab diesem Zeitpunkt zeigt ihm sein Körper: Genug ist genug. Mehr Dopingmittel sollte er nicht schlucken. Doch die Staatssicherheit und der Führung von Erich Mielke sieht das anders. Gerd Bonk muss weiter Tag für Tag das Mittel Oral-Turinabol einnehmen. Was ihn zu einem Superstar in der DDR machen soll, ist in Wahrheit der langsame Weg in den Tod.
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Es ist der 27. Juli 1976. Auf diesen Tag hatte Gerd Bonk seit sieben Jahren hingearbeitet. Der 24-Jährige gilt als die sportliche Hoffnung der DDR. An diesem Tag soll er bei den Olympischen Spielen in Montreal Gold für sein Land holen. Das Finale im Gewichtheben in der Kategorie Superschwergewicht ist für 19 Uhr geplant.
Als Gerd Bonk an der Reihe ist, liegen 235 Kilogramm vor ihm. Mit einem kräftigen Ruck packt er sich die Stange auf die Schulter, einen Augenblick später stemmt er die Gewichte mit aller Kraft nach oben. Gerd Bonk gewinnt Silber und ist am Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Denn ab diesem Zeitpunkt zeigt ihm sein Körper, genug ist genug.
Mehr Dopingmittel sollte er nicht schlucken. Doch die Staatssicherheit unter der Führung von Erich Mielke sieht das anders. Gerd Bonk muss weiter, Tag für Tag, das Mittel Oral-Turinabol einnehmen. Was ihn zu einem Superstar in der DDR machen soll, ist in Wahrheit der langsame Weg in den Tod. Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme und Florian Rietzer.
Und Lilly, wir sind diese Woche mal wieder in Deutschland. Nachdem ich in den letzten Wochen hier in der Welt unterwegs war, habe ich für diese Woche einen Fall mitgebracht, der vielleicht nicht auf den ersten Blick direkt was mit Lebensmitteln zu tun hat, aber am Ende dann doch. Und der größer und dramatischer ist, als ich das am Anfang in der Recherche gedacht habe.
Ich bin gespannt auf die Geschichte. Ich habe von strukturellem Doping in der DDR schon mal gehört, kenne aber keine Einzelheiten. Ich glaube, mich daran zu erinnern, dass Henry Maske, der Boxer, auch mal darüber geredet hat. Aber ja, dass das in den Tod sogar geführt hat, das wusste ich. Nicht. Und mich würde auch interessieren, ich hoffe, dass du dazu kommst, was genau Doping eigentlich mit dem Körper macht, in dem Fall jetzt mit dem Körper des Gewichthebers.
Aber meine Herren, wie viel Kilogramm hat dieser Mann gestemmt? Ich weiß, wenn ich so lang Handeln gestemmt habe, waren das maximal... 40 Kilo, glaube ich, so oder so. Also ungefähr in diesem Bereich. 235, ja. Der Mann hat wie viel? 230, 235 gestimmt. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 269 oder irgendwie sowas.
Ja, also. Du hast es schon angesprochen von strukturellem Doping. In der DDR hat man natürlich schon mal was gehört und Doping ist generell im Sport ja immer wieder ein Thema. Das verändert sich über die Zeit natürlich, was für Dopingmittel verwendet werden, weil. Die Mühle ja eigentlich immer so ist, irgendjemand findet ein Mittel oder einen Weg zu betrügen und dann ziehen Tests und Kontrollen nach und so geht das immer weiter, dass natürlich die Mittel, die in den 70ern im Gewicht in der DDR benutzt wurden, die verwendet heute natürlich niemand mehr, wenn gedopt wird, wo gedopt wird, keine Ahnung, das ist nochmal eine komplett neue Dimension, da soll sich Hajo Seppelt rumkümmern, aber ja, Ich hatte das Thema schon länger auf der Liste und ich habe mich jetzt letztens
dann doch mal wieder dran gewagt, auch nachdem ich die aktuelle Doku über Franziska von Almsig in der ARD-MediaTek gesehen habe. Hast du die gesehen? Nein, aber die steht auf meiner sogenannten Watchlist ganz weit oben. Das hat es fantastisch gemacht wieder und da wird das Thema nur ganz am Rande angeschnitten, weil sie natürlich auch gefragt wird, ob sie davon was mitbekommen hat und sie sagt, dass sie damals noch zu jung war.
Ich meine, die war ja als DDR untergegangen ist, wie alt war die da, 13, 14 oder sowas. Und es gibt aber eine Person in der Doku, auf die wir heute auch noch mal zu sprechen kommen. Also es gibt da auf jeden Fall Querverweise. Und ja, ich werde auf jeden Fall reingehen. Wir werden uns das System anschauen.
Wir werden aber auch uns vor allem die Person Gerd Bonk anschauen, der in diesem ganzen System eine wirklich sehr, sehr tragische Person ist. Und ich habe von der Siegerehrung bei Olympia 1976 habe ich auch ein Bild dabei. Als er Silber gewonnen hat. Als er Silber gewonnen hat. Wo du ihn einmal siehst und auch seine Konkurrenten.
Gerd Bonk ist die Person ganz links im Bild. Ja, unschwer zu erkennen. Ähm... Ein, ja, ich muss sagen, irgendwie ulkiges Foto. Man sieht drei Schwergewichte, die jubeln. Alle haben ihre Arme nach oben gerichtet. Die Outfits sind fragwürdig. Spannend. Spannend bis fragwürdig. Ja, also ich finde, Gerd Bonk trägt noch das Schönste.
Die haben an Borat-Anzüge erinnernde Dinge an, will ich jetzt mal sagen. Und der Sieger hat unter diesem Anzug noch nicht mal ein Hemdchen an, während der Zweit- und Drittplatzierte wenigstens ein T-Shirt tragen. Also es ist, ja, also da wird, die Schwergewichtskörper werden auf jeden Fall figurbetont gekleidet, sagen wir es mal so.
Ich finde, der Sieger, das ist ein Syrvette, der sieht ein bisschen aus wie so ein Verstrecker in so einem Bond-Film. Und die Koteletten waren auf jeden Fall trendy und innen, kann man sagen, denn alle drei Männer tragen wirklich stabile Koteletten. Wenn ihr das Bild jetzt auch sehen wollt und sehen wollt, wie die drei Gewichtheber damals gekleidet waren, dann schaut gerne mal bei YouTube, bei ZDF Besseresser rein.
Dort gibt es unsere ganze Folge nämlich auch als Videopodcast oder im ZDF Streaming Portal könnt ihr die Folge auch sehen. Ansonsten gibt es die Bilder wie gewohnt bei Instagram unter Was schmeckt dahinter und wenn ihr abonniert und uns kommentiert und bewertet, das freut uns sehr und hilft uns sehr, dass wir in Zukunft auch noch ganz, ganz viele weitere Folgen machen können.
Und damit, würde ich sagen, ist das Technische abgearbeitet und wir gehen rein und schauen uns das System einmal an und die Geschichte von Gerd Bonk. Bei den Olympischen Spielen 1976 landet die DDR mit insgesamt 90 Medaillen, davon 40 mal Gold, auf Platz 2 des Medaillenspiegels. Und damit vor den USA und der verfeindeten Bundesrepublik, die nur auf Platz 4 landet, mit weniger als halb so viel Medaillen. Die Staatsführung der DDR könnte nicht glücklicher sein über dieses Ergebnis.
Das Staatsplan-Thema 14.25 ist aufgegangen. Denn die Medaillen waren nicht nur ein sportlicher Erfolg. Nein, sie symbolisierten den Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus. Das politische System der DDR hatte gesiegt. Oder wie wir heute wissen, einfach richtig hart beschissen. Auf Kosten von tausenden Sportlern und Sportlerinnen.
Und einer von ihnen war Gerd Bonk. Gerd Bonk wird am 26. August 1951 in Limbach im Vogtland geboren. Er wächst schnell, viel, viel schneller als alle anderen. Mit 13 Jahren wiegt er schon 100 Kilogramm. An seiner Schule denken viele andere Kinder, dass er ein Lehrer sei. Eins der Kinder nennt ihn sogar Sheriff Pudding.
Den Jugendlichen Gerd trifft das sehr. Er war zwar schon immer ein sportlich begabtes Kind, doch jetzt fängt er so richtig an, den Sport ernst zu nehmen und zu trainieren. Mit 15 Jahren beginnt er mit Leichtathletik, Kugelstoßen, um genau zu sein. Nur ein Jahr später stellt er mit 17,82 Meter schon ein DDR-Jugendrekord auf.
Gerd Bonk ist ein sportliches Naturtalent. Er trainiert wie ein Verrückter. Stunden verbringt er im Kraftraum, um seine Muskeln aufzubauen. Auch Gewichtheben gehört dazu. Dabei stellt er fest, dass er das ja sogar noch besser kann als Kugelstoßen. Seine wahre Leidenschaft ist geweckt. Er ist ein Gewichtheber.
1969, also nur zwei Jahre nachdem er seine Sportkarriere begonnen hat, wechselt er zum Gewichtheben als Superschwergewicht. Das ist die oberste Gewichtskategorie beim Gewichtheben. Mit 1,85 Meter und 150 Kilogramm ist der 17-Jährige eine Erscheinung, von dem nicht nur Gegner und Sportfans fasziniert sind, sondern auch die DDR-Sportführung.
Und du hast Gerd Bonk ja schon einmal gesehen, aber ich habe noch ein weiteres Bild von ihm. Und zwar ohne Sportoutfit. Wahrscheinlich war er damals in einer Fernsehsendung zu Gast. Ich weiß nicht genau, aus welchem Jahr das ist, aber er sieht da noch recht jung aus. Also ich meine, er war ja auch nur Anfang 20 und der Bereich, über den wir jetzt hier reden oder den Altersbereich, das sind ja auch nur seine 20er.
Ja, also hier trägt Gerd Bonk kein knappes Sportoutfit, sondern einen sehr, sehr hochgeschlossenen Anzug mit einer gepunkteten Krawatte. Und die Haare sind auch so ein bisschen gemacht, irgendwie zur Seite gegelt. Er sieht irgendwie zurechtgemacht aus. Im Hintergrund sieht man auch, im Hintergrund steht irgendwas mit Sport.
Also ja, wahrscheinlich ist er auf irgendeiner offiziellen Veranstaltung oder in einer Sendung zu sehen. Und er sieht irgendwie so ein bisschen verschmitzt aus, finde ich. Aber auch ein bisschen verkleidet also ich finde, er sieht nicht aus wie eine Person, die jetzt den Anzug privat gerne rockt sondern wie eine Person, der gesagt wurde, mach dich jetzt mal schick und schmier die Pomade ins Haar und tritt jetzt mal ein bisschen seriöser auf der Mann ist voll auf den Sport konzentriert und das ist sein absoluter Lebensmittelpunkt Er hat sich wahrscheinlich in so einer Sendung schon eher ein bisschen wie ein Fremdkörper gefühlt.
Aber der Sport, der hat Anfang der 1970er Jahre in der DDR höchste Priorität. Auf internationalen Wettkämpfen möchte der junge sozialistische Staat durch sportliche Erfolge seine Überlegenheit gegenüber dem kapitalistischen Westen demonstrieren. Diese Erfolge werden nach außen, aber auch nach innen als Ergebnis eines herausragenden Fördersystems verkauft.
In diesem werden die SportlerInnen mit innovativen Trainingskonzepten und engmaschiger Betreuung zur Höchstleistung gebracht, die nur der Sozialismus hervorbringen kann. Die Wahrheit ist, ein System unter Führung von Erich Mielke und seiner Stasi brachte tausende SportlerInnen dazu, täglich absurde Mengen von Tabletten zu schlucken.
Als Gerd Bonk sich im Jahr 1971 auf die DDR-Meisterschaften vorbereitet, weiß er von all dem nichts. Der mittlerweile 20-Jährige hat nur einen Fokus, Gold. Damit wäre er für die Olympischen Spiele in München im Jahr darauf direkt qualifiziert. Und egal, ob Ost oder West, Olympische Spiele, das war der Traum eines jeden Sportlers.
Und dieser Traum geht in Erfüllung. Anfang Juli 1971 wird Gerd Bonk DDR-Meister im Superschwergewicht. Es ist der erste von insgesamt sieben Meistertiteln. Und im Jahr 1971 war Gerd Bonk tatsächlich noch ohne Konkurrenz in der Kategorie Superschwergewicht. Also das heißt, der Sieg war jetzt nicht so überraschend.
Hä, ganz kurz, wie läuft das, wenn man bei einem Wettkampf teilnimmt und es geht um die Meisterschaft und nur eine Person nimmt teil, so dann macht man einfach, hebt man 50 Kilo hoch und sagt so, jetzt bin ich Meister, oder wie? Der hat schon das gestemmt, was er stemmen konnte. Ich weiß nicht, ob die anderen Leute zurückgezogen haben. Ich habe so alte Statistiken, alte Wettkampfstatistiken gefunden, wo zumindest nur in dem Jahr.
Also danach hatte er auch immer Konkurrenz und hat trotzdem immer weiter gewonnen. Also ich habe ja gerade gesagt, er hat insgesamt sieben DDR-Meistertitel gewonnen. Nur in dem Jahr war er aus irgendeinem Grund ohne Konkurrenz. Und ob Gerd Bonk zu diesem Zeitpunkt schon gedopt war, ist unklar. Denn zwar gab es schon seit 1966 ein erstes Pilotprogramm, mit dem die Wirkung von Doping erforscht werden sollte.
Nach seinen eigenen Worten beginnt das systematische Doping, aber erst 1972, also im Jahr der Olympischen Spiele. Die Teamärzte geben ihm immer wieder kleine Pillen, unterstützende Mittel, wie sie sagen. Noch etwas wurde ihm gesagt, wie in einer Doku später erzählt. Der eine Arzt hat einmal gesagt, ja, das ist nicht so schlimm, du hast ein bisschen mehr Bartwuchs und das kriegst du schon über die Runden so ungefähr.
Den letzten Teil des Satzes, und ich meine, ich komme aus Sachsen, ich habe diesen Dialekt schon oft gehört, ich habe keine Ahnung, was er da sagt. Für mich klingt das so wie so, damit kommst du über die Runden irgendwie. Ich habe das jetzt auch, ich konnte es nicht so gut verstehen. Aber es geht ja um den ersten Teil, das ihm gesagt wurde, sozusagen, genau.
Ja, damit kriegst du Bartwuchs und ja, wenn das sein großer Wunsch war vielleicht zu der Zeit, auch Bartwuchs zu bekommen, dann okay. Ich glaube, das war eher eine Vorwarnung. Das wird passieren. Ich weiß nicht, ob das sein großer Traum war. Ach so, ach so. Ja, aber das ist irgendwie, das ist schon so, es fühlt sich schon so falsch an, dass eine Person, die eigentlich nur Sport machen will und die dann ihre Gesundheit und auch ihr Vertrauen in die Hände anderer Menschen legt, dass die dann ja einfach ausgenutzt wird für den Start. Ja, schwierig.
Und weil ich vorhin angesprochen habe, dass sozusagen nach innen und nach außen kommuniziert wurde, dass das natürlich auch an einem sportlichen System liegt, wo Sportler in engmaschig betreut werden und man innovative Trainingsmethoden hat, das stimmte ja zu einem Teil auch. Ja, das stimmt ja. Zu demonstrieren und hat auch Bedingungen geschaffen, in denen der Sport sehr professionell ausgeübt werden konnte.
Mit diesem Doping-System hat man natürlich dann aber versucht, in diesem System nochmal eine Spur draufzusetzen und nochmal wirklich alles rauszuholen, was irgendwie geht. Und das auch ja ein Stück weit noch mehr kontrollieren zu können. Also den Erfolg, den man haben wollte, einfach kontrollieren zu können.
Jetzt hast du schon gesagt, dass Gerd Bonk oder dass sozusagen so ein einfacher Junge da ausgenutzt wurde. Und das ist genau das. Denn er war ein einfacher Junge vom Land und er weiß nicht, was er da schluckt. Und er stellt jetzt auch keine Fragen groß, weil es gehört halt irgendwie dazu. Wurde gesagt, das muss er nehmen, sonst schafft er es nicht bis ganz nach oben.
Und er weiß aber schon, dass er darüber nicht sprechen darf. Das hatte er unterschrieben. Er durfte nicht darüber sprechen, was sie für Mittel etc. dort nehmen. Und er weiß auch, bei einer Pille bleibt es nicht. Denn nachdem die DDR bei den Olympischen Spielen in München zwar vor der BRD, aber weit hinter der USA liegt, schaltet die Parteiführung in Berlin einen Gang hoch und beschließt im Oktober 1974 das Staatsplanthema 14.25.
Oder weniger technisch ausgedrückt, das flächendeckende Zwangsdoping von ca. 15.000 Athletinnen. Für Gerd Bonk heißt das, Tabletten schlucken noch und nöcher, bis der Körper aufgibt. Also das wirklich systematische, flächendeckende Doping, das wird wirklich erst im Oktober 1974 beschlossen. Und der Hintergrund war, dass es zu dem Zeitpunkt schon viele Mannschaftsärzte und auch Leute gab, die daran geforscht haben.
Und man das Ganze ab diesem Punkt unter eine Führung, unter eine Leitung stellen wollte, die das Ganze, die an den Mitteln geforscht hat, Systeme entwickelt hat, die funktionieren und dann ausgerollt hat auf alle Sportlerinnen in der DDR. Waren die dann zu dem Zeitpunkt Versuchskaninchen? Das hört sich für mich so an, als wären 15.000 Sportlerinnen und Sportler Teil einer Studie, die erstmal ergebnisoffen ist.
Naja, es gab schon Mittel, die an diesem Punkt erprobt waren. Und es war aber noch nicht so, dass es einfach von oben vorgegeben wurde, was wann wie gemacht wurde, sondern wie ich gesagt habe, es gab sozusagen, so jeder hat so ein bisschen sein eigenes Süppchen gekocht und es war schon irgendwie, wurde auch...
Befördert oder wurde unterstützt, aber es war noch nicht systematisch von oben herab durchgeplant und strukturiert. Und das passiert eben jetzt. 74, ab Oktober 74. Jetzt gibt es eine Einheit oder eine, wie sagt man, jetzt gibt es eine Person, die dafür zuständig ist und die das leitet. Okay. Genau und ich komme auch gleich dazu, wer und wie das Ganze aufgebaut war.
Was ich dir vorher noch kurz erzählen wollte, war, dass es natürlich in diesem System auch dann Athletinnen gab, die wussten, was da passiert und auch keinen Bock darauf hatten. Und die dann auch die Tabletten nicht schlucken wollten, die ihnen da vorgesetzt wurden. Deswegen wurde dann in diesem System an alternativen Methoden auch geforscht, wie man den Sportlern im Grunde unauffällig und ohne deren Wissen dieses Mittel geben konnte.
Zum Beispiel entwickelte man ein Kaugummi, in dem dann die Mittel verarbeitet waren, um, ja, wie es in der Sprache dann so schön heißt, dass die Athleten ihre Zurückhaltung aufgaben. Oder anderen wurden sozusagen die Mittel als Vitamine verabreicht. Also ja, es gab Leute, die sich dagegen gestellt haben, die wussten, was passiert, aber denen das dann ein bisschen untergejubelt wurde.
Die dem trotzdem nicht entgehen konnten. Du hast es gerade schon angesprochen. Es wird systematisch aufgesetzt und es unterliegt einer Führung. Und zwar einer ganz besonderen. Da das Staatsplanthema 14.25 in erster Linie ein Propaganda-Instrument war, unterlag die Entwicklung, Lenkung und Vertuschung dem Ministerium für Staatssicherheit oder wie wir es heute kennen, der Stasi.
Doch es gab noch einen anderen Grund, warum die Stasi das Staatsdoping überwachte. Der Chef der Behörde, Erich Mielke, war ein absolut besessener Sportfan. Nur um euch das einmal zu verdeutlichen, wie besessen er war, gibt es eine absurde Geschichte im Eishockey. Die DDR-Sportführung beschlossen nämlich Ende der 60er Jahre einige Sportarten nicht mehr zu fördern, unter anderem Eishockey.
Mirke liebte den Sport aber und leistete sich aus seinem eigenen Budget die kleinste Eishockey-Liga der Welt, bestehend aus zwei Vereinen. Dynamo Berlin, das ist der Vorläufer der Eisbären Berlin, und Dynamo Weißwasser. Die beiden spielten dann mehrmals im Jahr gegeneinander und am Ende gab es einen Meister.
Ah, jetzt weiß ich auch, warum auf den Eisbärenspielen im Fanblock immer noch Dynamo gerufen wird. Und ich weiß noch nicht, ob die ihre, keine Ahnung, wie viel das dann waren, 14 Meisterschaften oder die sie da gewonnen haben, ob sie die auch immer noch hochhalten oder ob man, ja. Ob man davon Abstand nimmt. Ja, aber auch die teuren Sportanlagen wie die Eislaufbahn in Berlin-Hohenschönhausen oder die Bobbahn in Altenberg waren Mielkes Projekte.
Aber zurück zum Doping. Denn das wurde jetzt generalstabsmäßig aufgebaut und eingeführt. Für die Entwicklung der Dopingmittel war das Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport, kurz FKS, zuständig. Zusammen mit Universitäten und Forschungsinstituten im ganzen Land führte das FKS Studien durch, in denen festgestellt werden sollte, welche Dopingmittel besonders gute Leistungen erzielen.
Die Experimente lesen sich heute absolut zynisch. In unterschiedlichen Stufen wurden die Mittel an aggressiven Mäuseböcken, 37 gesunden männlichen Hochleistungssportlern und Kindern zwischen 14 und 15 Jahren getestet. Auch der Einfluss auf den Mut und die kontrollierte Aggressivität wurde untersucht.
Der Aufwand in die DDR betrieb war immens. Im Nachhinein schätzt man, dass die DDR für die Entwicklung ihrer Dopingmittel jährlich ca. 5 Millionen Mark ausgab. Ähnlich viel Geld ging in die Weiterbildung von LehrerInnen. Dazu kam jährlich noch einmal 10 Millionen Mark für die praktische Durchführung, denn die Dopingmittel mussten ja hergestellt, verteilt und schlussendlich auch geschluckt werden.
Aber was genau hatte die DDR da entwickelt? Was war das Wundermittel des sozialistischen Staates? Mitte der 1970er Jahre hieß dieses Wundermittel der Wahl Oral-Turinabol, eine kleine, unscheinbare Tablette, die man ohne Probleme runterschlucken konnte. Oral-Turinabol ist ein anaboles Steroid, also eine synthetische Form des männlichen Sexualhormons Testosteron.
Serviert wurde das Mittel in zwei Dosierungen. Die rosafarbenen Tabletten hatten je 1 mg Wirkstoff, die blauen Tabletten 5 mg Wirkstoff. Unter den Sportlern nennt man diese auch blaue Buhne oder blaue Blitze. Klingt wie eine Droge. Also es ist ja auch eine Droge, aber nach einem blauen Blitz fragen, glaube ich, in Berliner Clubs auch ein, zwei Menschen.
Ja, das Foto, was ich dir mitgebracht habe, ist von unseren Freunden aus dem DDR-Museum, wo wir vor ein paar Wochen für eine... ZDF-Besseresser-Sendung gedreht. Und falls ihr mal in Berlin seid, das ist direkt gegenüber vom Dom. Und ich wusste mal, dass es so da ist und ich hatte irgendwie gar keine Vorstellung, aber es ist ein echt cooles, es ist ein kleines, cooles Museum.
Also wo man auch mal, wenn man noch eine Stunde oder anderthalb Stunden irgendwie Zeit hat, gut reingehen kann und sehr, sehr gut aufgearbeitet. Sehr viel spannende Exponate. Auf jeden Fall. Sowohl für, ich mag die Begriffe eigentlich nicht, aber alte Wessis als auch alte Ossis. Also es gibt zum Beispiel eine der DDR nachempfundene Wohnung und sowohl Flo als auch ich sind mit großen Augen da durchgelaufen, weil Flo überall meinte, ach, das erinnert mich an die alte Wohnung meiner Großeltern und ich, die keine DDR-Verwandtschaft hat, bin mit großen Augen rumgelaufen, weil ich ja noch nie in einer DDR-Wohnung war und ehrlich gesagt ganz viele Dinge, wie diese bekannte braun Kaffeemühle.
Mal in real life da gesehen habe. Und irgendwie dieses praktikable, diese praktikable Einrichtung hat irgendwie auch so was schon wieder fast so Modernes. Also ich fand das irgendwie ganz, ganz, ganz anregend da drin. Und das DDR-Museum ist auf jeden Fall ein Besuchwerk, ja. Und auch da jetzt schon wieder. Ich finde, das Packaging, die wussten, wie man Sachen gut designt.
Also sorry, aber das ist so, das sieht clean aus. Coole Farben, rot-blau. Also wenn man jetzt mit Und wenn man dir so eine blaue Blitze angeboten hätte, hättest du wahrscheinlich auch nicht nein gesagt, ne? Bekommst du ein bisschen Bartwuchs. Das hast du jetzt gesagt. Das hast du jetzt gesagt. Ein bisschen Bartwuchs, ja, das hat noch niemandem geschadet.
Nee, ja, was weiß ich, ich sehe einen Pillenblister, nennt man die Dinger doch. Da drin sind blaue Tabletten. Die sehen jetzt erst mal nicht ... Nicht giftig aus, diese Tabletten. Sagen wir es mal so. Also ich glaube, am Ende ist es ein Medikament. Es ist ein ganz einfaches Medikament, weil Steroide werden natürlich in der Medizin auch eingesetzt, weil sie das Muskelwachstum anregen.
Und weil sie, wenn man OPs oder wenn man Verletzungen hatte, wo Muskelschwund auftritt, dann ist das auch einfach ein Medikament, was man bis heute natürlich einsetzt. Aber ja, damals wurde das natürlich eingesetzt, um Körper aufzuputschen und aufzublasen, kann man wirklich sagen. Wir kommen später auch noch ein bisschen dazu, wie sich dann die Dopingmittel weiterentwickelt haben, weil wir haben ja schon gesagt, es hat den Bartwuchs angeregt und es hat natürlich auch zu äußerlichen Veränderungen geführt, die wir bis heute alle kennen.
Wenn man über Doping in der DDR spricht, haben wir, glaube ich, alle auch ganz schnell Bilder im Kopf von Kugelstoßerinnen, vor allem so aus den 60er, 70er Jahren, die... Schon auch einen gewissen Bartwuchs aufweisen. Das sind ja Bilder, die einem dann schnell irgendwie in den Kopf kommen. Also Ural-Turinabol wurde ab 1974 systematisch verteilt.
Ärzte, Trainer, Offizielle, alle waren beteiligt. Wer sich dagegen oder das Doping in Frage stellte, musste gehen. Gerd Bonk nimmt die blaue Blitze, denn das Ziel ist klar. 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal soll es endlich Gold werden. In München gab es für Gerd Bonk nur Bronze. Zu wenig für ihn und die DDR.
Aber für Montreal scheint er auf dem richtigen Weg zu sein. 1975 stellte er als erster DDR-Sportler ein Weltrekord in der Disziplin Stoßen auf. 246,5 Kilogramm drückte er sich über den Kopf. 1976 folgt der nächste, 252,5 Kilogramm. Für diese Erfolge wird er 1976 mit dem vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet.
Ich habe jetzt die Unterscheidung zwischen Reißen, Stoßen und was da im Gewichtheben alles im Detail passiert, habe ich jetzt mal rausgelassen. Du kennst dich eh aus. Du, ich als alte Olympionikin, Guckerin. Ich kenne mich doch aus. Doch trotz all der Anstrengungen und Erfolge, der große Traum vom Olympia-Gold im Superschwergewicht bleibt weiterhin unerfüllt.
In Montreal holt er nur Silber hinter dem sowjetischen Gewichtheber Vassili Alexeev. Das ist das Bild, was ich dir am Anfang gezeigt habe. Ganz kurz, vielleicht sagst du es eh. Die DDR wird ja nicht das einzige Land gewesen sein, die systematisch gedopt. Lass uns später nochmal drüber reden. Es gibt noch so zwei, drei Punkte, die da, glaube ich, ganz interessant und ganz wichtig sind.
Die Silbermedaille in Montreal ist der Höhe- und Wendepunkt in der Karriere von Gerd Bonk. Und das mit nur 25 Jahren. Doch davon ahnt der junge Gewichtheber zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Nach Montreal trainiert Gerd Bonk weiter wie verrückt. 1980 die Olympischen Spiele in Moskau, das ist jetzt das nächste Ziel.
Hier soll er den scheinbar übermächtigen Vasily Alexeyev endgültig bezwingen und der stärkste Mann der Welt werden. Dafür zieht der Mannschaftsarzt Hans-Henning Lathan nun unterstützt von der Stasi alle Register. Gerd Bonk wird in den kommenden Jahren mit Dopingmitteln erbarmungslos abgefüllt. Zwischen 1978 und 1979 soll er 11.550 mg Turinabol geschluckt haben.
Nehmen wir an, dass es immer die blaue Blitze mit 5 mg war, wären das 2.310 Tabletten oder knapp 6 pro Tag. Woher wir das wissen? Im DDR-System wurde nichts vertuscht. Im Gegenteil, die Mengen, die jeder und jede Sportlerin schluckte, wurde akribisch dokumentiert. Was Get Bonk in diesen Jahren einnimmt, ist die höchste dokumentierte Menge, die ein Mensch je zu sich genommen hat. Also Steroidmenge.
Boah, das klingt so falsch. Aber klar muss man alles dokumentieren, sonst weiß man ja auch nicht, sonst kann man es nicht kontrollieren und sonst weiß man ja auch nicht, wie viel. Was funktioniert? Das ist ja am Ende auch wieder der Hintergrund, dass man ein System schafft, in dem jeder die perfekte Menge bekommt, die auch, und vielleicht können wir jetzt an der Stelle einmal kurz drüber sprechen, auch ausreichend ist, um Leistungen zu erreichen, die man sonst nicht erreichen würde, man aber auch in Kontrollen nicht auffällt.
Weil zu diesem System gehört auch dazu, dass die Mittel immer nur dann eingenommen werden, wenn man trainiert und sich auf einen Wettkampf vorbereitet. Und ab einem bestimmten Punkt wurden die Mittel dann abgesetzt, dass sie dann, wenn kontrolliert wurde bei den Wettkämpfen zum Beispiel, man sie nicht mehr nachweisen konnte.
War das denn damals schon Regel, dass man bei jedem Wettkampf dann kontrolliert wurde? Also gab es bei jedem Wettkampf Blut oder Urinzellen? Weiß ich nicht. Ich habe jetzt in dem Zusammenhang immer nur gelesen, dass es eben ein System war, in dem die Einnahme der Mittel darauf abgestimmt war, wann die Tests stattgefunden haben.
Okay, also dann waren die Tests, okay, dann waren das keine Zufallstests, die durchgeführt wurden, sondern das war schon alles gerechnet. Zu der Menge, die ich gerade angesprochen habe, also diesen sechs Tabletten pro Tag oder diesen 11.550 Milligramm Turinabol. Dazu schreibt der Spiegel später, mit einer ähnlich hohen Dosis mästeten westdeutsche Kälberzüchter an den ganzen Stall schlachtreif.
Das ist ja auch ein harter Vergleich, aber ja. Auf den Körper von Gerd Bonk wird keine Rücksicht mehr genommen. Mehr, mehr, mehr ist die Devise. Zu diesem Zeitpunkt wird Bonk auch nicht mehr nur oral-Turinabol verabreicht, auch andere Steroide, die sich weniger leicht nachweisen lassen, werden mittlerweile eingesetzt.
Auch dann noch, als Bonks Körper erste Verfallserscheinungen aufweist. 1979 stellt der Teamarzt Hans-Henning Latham Diabetes bei Gerd Bonk fest. Nur, davon wird Bonk nichts erfahren. Er nimmt weiter Tag für Tag das Steroid ein, in der Hoffnung, 1980 in Moskau das ganz große Ding zu reißen. Warte mal, die haben dem nicht gesagt, dass er Diabetiker ist? Erst ein Jahr später.
Das ist ja auch so. Man fragt sich dann immer so, wie können das Leute mit ihrem Gewissen vereinbaren? Also die müssen ja auch in der Zeit irgendeine zwischenmenschliche Beziehung zueinander aufgebaut haben, wenn die den so lange schon begleiten und betreuen. Ja, wir kommen auf Herrn Lattern und den Teamarzt später nochmal zurück und auf die Frage, wie er sich da gefühlt hat oder wie die Beziehung war.
Also das Ziel ist 1980, Moskau, die Olympischen Spiele im sozialistischen Bruderstaat. Da soll Bonk natürlich jetzt richtig was reißen, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch daraus wird nichts. 1980, kurz vor den Olympischen Spielen in Russland, wird Gerd Bonk positiv auf Steroide getestet. Er wird daraufhin vom Wettkampf abgemeldet und beendet seine Karriere.
Es ist ein schnelles, erbarmungsloses Ende für den Musterknaben des DDR-Sports. Gerd Bonk sitzt jetzt mit nur 29 Jahren auf den Trümmern seiner Karriere. Mit einem Körper, der maßlos zugrunde gerichtet wurde. Und wahrscheinlich hat sich auch nach seinem Karriereende niemand mehr um ihn gekümmert. Also wenn du raus warst und dem Staat nichts mehr gebracht hast, dann konnte der zusehen, wie der damit umgeht. Ja, kommen wir gleich dazu.
Pornhä. Ich habe irgendwie so die Vermutung, dass das ihn psychisch alles so belastet hat, dass er sich was angetan hat. Bleiben wir nochmal ganz kurz im Jahr 1980 bei den Olympischen Spielen, weil auch, dass er am Ende getestet wurde, ist natürlich ein Zeichen dafür, dass sich die Systeme und die Tests und die Doping-Tests immer weiterentwickelt haben.
Also es war ein Katz-und-Maus-Spiel, an dem natürlich nicht nur die DDR beteiligt war. Also das DDR-System ist natürlich durch das Ende der DDR und damit dem Öffnen der Akten so offenkundig geworden. Das ist am Ende der Grund, warum wir all diese Geschichten kennen oder diese Werte kennen, dass als die Stasi-Archive und die Akten geöffnet wurden, konnte man das ja alles nachlesen.
Was woanders auf der Welt passiert ist, da kann man nur mutmaßen. Es gibt eine Spottlerin, auf die komme ich später noch mal kurz zu sprechen, die in den 60ern schon aus DDR nach Westdeutschland geflohen ist und schon damals auch auf dieses System hingewiesen hat. Es wurde aber nicht so richtig ernst genommen.
Weil auch damals in Westdeutschland es jetzt natürlich nicht immer mit rechten Dingen zuging. Aber wie gesagt, das ist nicht so in der Tiefe dokumentiert und nicht ganz so öffentlich wie das DDR-System. Nicht nur Bongs Karriere war 1980 vorbei. Auch das DDR-Doping-System stand, wie die gesamte Republik, vor dem Zerfall.
Zwar gab es vor den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles einen letzten großen Vorstoß und das Ziel, Platz 1 im Medaillenranking zu holen, doch im Inneren wurden die Probleme immer sichtbarer. Bis zu 20% der Sportärztinnen, meist Frauen, gaben ihren Beruf auf. Auch der Widerstand der Athleten wuchs und das, obwohl gut 25% als Stasi-Spitzel arbeiteten.
Auch die internationalen Tests wurden immer besser und schwieriger auszutricksen. Gerd Bonk kann sich all diese Entwicklungen nur von der Seitenlinie ansehen. Ab 1984 sitzt er im Rollstuhl und muss seinen Job als Kfz-Meister aufgeben. Auch wenn er schon seit einigen Jahren kein Oral-Turinabol mehr nahm, bekam er jetzt die Spätwirkungen der tausenden Tabletten zu spüren.
Seine Augen sind kaputt, die Nieren machen Probleme, er hat Diabetes und Teile seiner Finger mussten amputiert werden. Und nicht nur das. Dann ist die Achillessehne, das Fersenbein abgerissen durch das Aufweichen und durch die Entzündung. Und da haben sie mir praktisch die Achillessehne weggemacht. Kann ich ganz schlecht laufen. Die Erkrankungen sind so schwerwiegend, dass Gerd Bonk 1989, kurz vor dem Mauerfall, den Status als Invalidenrentner bekommt und vergessen wird.
Denn im neuen, geeinten Deutschland will man mit den Verbrechen in der DDR erstmal nichts mehr zu tun haben. Und diese ganzen Krankheiten und Spätwirkungen kamen auch dadurch zustande, dass er dann auch Cortison gespritzt bekommen hat. Er hat erst diese Spätwirkung der Tabletten gehabt, dieser Dopingmittel und dann hat er Cortison gespritzt bekommen und dann war das wie so ein Negativkreislauf, wo dann einfach immer mehr Sachen in seinem Körper kaputt gegangen sind. Ganz, ganz schlimm.
Das hat sich dann alles gegenseitig bedingt. Ja, das ist total tragisch. Und also er saß dann im Rollstuhl. Wie alt war der dann 1989? Also er ist 51 geboren, also er ist dann 38. Oh Gott, ja, das ist ja auch kein Alter, ne? Und das alles nur wegen Doping. Ich habe dir gerade noch mal ein Bild geschickt. Und zwar von einer Büste, die ihm 1984 gestiftet wurde. Also sozusagen in der DDR.
War ja nicht ganz vergessen, sondern das passierte dann erst natürlich mit dem Mauerfall und mit der Wiedervereinigung. Ich fand die Büste irgendwie ganz, ganz interessant. Oder ich fand es interessant, dass es sowas überhaupt gab. Okay. Schreib mal, was du da siehst. Oh, wow. Ja. Ist eine Büste nicht eigentlich was, was ein bisschen mehr noch den Oberkörper abzeichnet?
Also, sorry, mein erster Eindruck war, dass ich ausgehende Robbe. Das ist ein bisschen absurd. Also, es ist jetzt nicht Flattering, muss man sagen. Nee, es ist gar nicht Flattering. Es ist ein sehr rundes Gesicht, also aus einem Stein gemeißelt. Grimmig guckend, das, was man erkennen kann, auf jeden Fall auch.
Nichtsdestotrotz ist natürlich die Tatsache, dass jemand das für ihn hergestellt hat, um ihn zu ehren, ja, erwähnenswert, nennenswert. Und es wird gute Absichten gehabt haben. Aber die Büste an sich ist jetzt nicht wahnsinnig ansprechend. Es ist eine sehr künstlerische Auseinandersetzung mit dem Antlitz Gerd Bungs.
Muss man aber sagen, was Sportlerbüsten angeht. Und ich glaube, wir haben alle die von Cristiano Ronaldo vor Augen. Dass man sagt, dann lieber sowas, als was, was so halb an die Realität rankommt. Ja, das stimmt. Dann lieber abstrakt als mit der Absicht, originalgetreu zu büsten. Das ist das richtige Verb für Menschen, die Büsten herstellen.
Wir sind jetzt also Anfang der 90er im wiedervereinten Deutschland. Gerd Bonk ist vergessen vorerst und das DDR-Doping-System ist aber nicht vergessen, denn ich habe ja schon darüber gesprochen, die Akten sind jetzt zugänglich und einsehbar und damit beschäftigen sich jetzt auch viele Journalistinnen.
Schon 1991 berichtete der Spiegel erstmals über das DDR-Doping-System und eine Kanutin, der unbekannte Dopingmittel physisch eingetrichtert wurden. Auch der Schwimmer Raik Hannemann, bekannt aus der aktuellen ARD-Doku über Franziska von Almsig, berichtet davon, wie er noch 1988 ein neues Dopingmittel verabreicht bekam, das ihm Zitat »die Schleimhäute zerfetzte«.
Die geöffneten DDR-Archive zeigen, dass selbst die Beteiligten in der DDR davon ausgingen, dass bei 20 Prozent der SportlerInnen irreversible Schäden festgestellt werden. Doch der erste Schwung der Berichterstattung bringt nichts Substantielles für die Geschädigten. Auch Gerd Bonk muss mit einer kleinen Invalidenrente auskommen.
Von dem wenigen Geld kauft er sich Platten. Musik hören und sortieren, das ist jetzt sein großes Hobby. Denn das Haus kann er nicht mehr groß verlassen. Es dauert fast zehn Jahre, bis die Lebensthemen der Doping-Geschädigten wieder auf die politische Landkarte kommen. 1999 wird der Doping-Opfer-Verein gegründet, der sich als Lobby für die geschädigten DDR-Sportler entsieht.
Ein Jahr später bezeichnet der Bundesgerichtshof in den Berliner Doping-Prozessen das DDR-Staatsdoping als mittelschwere Kriminalität und vorsätzliche Körperverletzung. 2002 wird mit dem Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz ein Fonds eingerichtet, der die Geschädigten finanziell unterstützen soll. Es wirkt wie eine Farce.
Insgesamt 2 Millionen Euro werden unter den 194 Anspruchsberechtigten verteilt. Einmalig hält jeder und jede 10.438 Euro. Auch Gerd Bonk. Also das ist dafür, dass du auf eine Invalidenrente angewiesen bist und irgendwie jahrelang darauf gehofft hast, irgendwie Gerechtigkeit oder Support oder so zu bekommen, das ist wirklich ein schlechter Scherz.
Weil natürlich kann Geld nur ein Teil des Problems irgendwie wieder gut machen. Ich meine, der Mann ist ein invaliden Rentner, sitzt im Rollstuhl, hat an einer Stelle in der Doku, aus der ich die Ausschnitte hier habe, sagt er auch so ein bisschen ironisch, ja, die Knie sind das Einzige, was bei ihm nicht kaputt sind.
Also der ist, obwohl der Mann so viel Krankheiten als Spätfolgen erleiden musste, ist er irgendwie noch ein relativ... Lebensfroher Mann geblieben, muss man wirklich sagen. Aber ja, bis auf die Knie ist im Grunde in seinem Körper alles kaputt. Und da macht Geld auch nichts mehr heile, aber ja. Also was ich erstaunlich finde, also wenn er noch irgendwie so Humor behalten hat und sowas, finde ich es sowieso immer total rührend und beneidenswert, wenn Leute in solchen schicksalshaften Situationen den nicht verloren haben.
Wahrscheinlich ist es auch das Einzige, was einen irgendwie über Wasser hält, kann ich mir zumindest vorstellen. Und klar macht Geld deine körperlichen Zustände nicht wett, aber zumindest vielleicht das Gefühl zu haben, hey, wir werden gesehen, hey, wir kriegen hier Unterstützung und zwar nicht in Form von, ja, nicht, dass 10.000 Euro wenig Geld wären, aber für die Zeit und für den Schaden, der angerichtet wurde, ist das wirklich nicht viel Geld.
Darum geht es ja. Weil natürlich bekommst du Unterstützung, dein Haus dann auch so umzubauen, dass es irgendwie deinem Körper gerecht wird. Gleichzeitig kann eben Geld dann dafür auch sorgen, dass man das Leben noch ein bisschen angenehmer macht als ... Ja, also es ist wirklich, wie gesagt, ich habe es ja gesagt, das wirkt ein bisschen wie eine Farce.
Und sag mal, du hast ja gesagt, dass es an 15.000 Sportlerinnen und Sportlern ausprobiert wurde. Und jetzt sind aber nur 100, wie viel waren das, 95? 197, ja. Die kriegen diese Entschädigung, da ist ja eine riesige Lücke. Was ist denn mit den anderen 14.000? Das sind die, die Teil dieser Dopingprozesse waren, denen wirklich das systematische Doping nachgewiesen werden konnte, die dann sich auch gemeldet haben, die noch gelebt haben. Also es ist so eine Mischung.
Diese 15.000 beziehen sich auf das, wie groß das System damals war. Nicht alle wurden in dem Umfang gedopt. Da gab es natürlich welche, die wurden weniger, mehr. Und diese 197 waren die, die sich dann bei dem Verein gemeldet haben, die eben Teil dieser Sammelklage waren. Nach vielen Jahren, in denen Gerd Bonk mit den Spätfolgen von Oral-Turinabol zu kämpfen hatte, stirbt er.
Am 20. Oktober 2014 mit 63 Jahren. Er selbst sagte einmal über sein Leben, von der DDR verheizt, im geeinten Deutschland vergessen. Aber hat das geeinte Deutschland ihn vergessen? Wurden die Verantwortlichen, also Erich Mielke, Hans-Henning Lathan, sein Mannschaftsarzt und all die beteiligten Wissenschaftler nie zur Verantwortung gezogen?
Wie viele Menschen am staatlich organisierten Zwangsdoping in der DDR beteiligt waren, lässt sich nicht genau sagen. Es müssen aber Tausende auf unterschiedlichen Ebenen gewesen sein. Was klar ist, erdacht, geplant und durchgesetzt wurde das System unter der Leitung von Erich Mielke, dem Chef der Stadtsicherheit.
Und der kam 1993 vor Gericht. Allerdings nicht für seine Rolle als oberster Doper, nein, es wurde ein Mord verhandelt, an dem Mielke 1931 in Berlin beteiligt war. Für diese Tat erhält er eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Für seine Rolle im Dopingsystem der DDR wird Mielke nie verurteilt. Im Jahr 2000 stirbt er.
Doch es gibt Verurteilungen. Manfred Höppner, der Vize-Chef der Sportmediziner in der DDR und Manfred Ewald, der Präsident des Deutschen Turn- und Sportbundes, also sozusagen das, was heute der DOSB ist, sozusagen der oberste oder der Dachverband der Sportverbände, werden 2000 für ihre Rolle im staatlichen Doping-System verurteilt.
Beide hatten das System im Auftrag von Mielke aufgebaut und durchgesetzt. Für Beihilfe zur Körperverletzung in 20 Fällen erhalten sie je 18 und 22 Monate auf Bewährung. Eine Verurteilung ist das eine, Verantwortung das andere. Und die hat nie irgendjemand übernommen. Im Gegenteil, auch Ewald sagt später in seiner Biografie, es stellt sich heute leider heraus, dass der Dopingmissbrauch im Sport der DDR verbreiteter war, als unsere Leitung wusste bzw.
Unter Berücksichtigung einer Dunkelziffer annahm. Abstand nehmen, die Schuld von sich weisen, das ist ein Muster, das viele der beteiligten Wissenschaftler und Professoren wählen. Wir haben eine ernsthafte und gründliche Wissenschaft betrieben, sagen manche. Andere sprechen von Grundlagenforschung. Ein weiteres Zitat ist, Dopingforschung an sich ist doch nichts Ehrenrühriges.
Auch Hans-Henning Latham, der Mannschaftsarzt der Gewichtheber, kommt ungeschoren davon. Zwar wird er von einem anderen Gewichtheber wegen vorsätzlicher Körperverletzung verklagt, 1995 wird die Klage aber abgewiesen. Die Erklärung warum, fasst das ganze Dilemma zusammen. Latan ist deshalb nicht schuldig, weil Funktionsträger nicht für das im staatlichen Auftrag verursachte Unrecht haftbar gemacht werden können.
Also er hat nur durchgeführt. Ja, aber offensichtlich ja doch, wenn die beiden Ärzte auch verurteilt wurden. Die wurden dafür verurteilt, weil sie das System organisiert und aufgesetzt haben. Aufgebaut, aber auch durchgeführt haben. Das war auch nach dem Urteil zu LATAN. Vielleicht hat sich da in der Rechtsprechung noch mal ein bisschen was verändert.
Aber LATAN kommt einfach so davon und arbeitet weiter als Arzt in den Jahren danach. Das ist so unfair. Im Jahr 2014 zählt die Doping-Opferhilfe knapp 700 DDR-Doping-Geschädigte. Also auf die 197 kommen noch ein paar drauf in den Jahren. Der Verein geht davon aus, dass es in 30 Fällen sogar zu Schäden in zweiter Generation gekommen ist und insgesamt 40 Todesfälle auf Doping-Spätfolgen zurückgeführt werden können.
Einer von ihnen war Gerd Bonk. RIP, Gerd Bonk, sage ich dazu nur. Ja, ein etwas anderer Foodcrime in dieser Woche. Ja, aber eine Geschichte, die mich irgendwie sehr bewegt hat, die ich auch von den Ausmaßen und den Hintergründen so nicht auf dem Schirm hatte. Und ja. Ja, ich auch nicht, also ganz und gar nicht. Ähm ...
Das ist alles so, also auf verschiedenen Ebenen finde ich es schlimm, weil viele Leute, die daran zugrunde gegangen sind oder die Opfer dieses Systems waren, ja junge Menschen waren, die den Traum hatten, Profisportler, Profisportlerin zu werden, die ihre Gesundheit, ihr Vertrauen, alles was sie hatten, irgendwie in die Hände von Menschen gegeben haben, die sie dann, vielleicht weil sie auch Opfer des Systems waren, aber vielleicht auch, weil sie davon profitiert haben.
Vollgepumpt haben mit Drogen, mit Medikamenten und die dann einfach vergessen wurden oder daran zugrunde gegangen sind. Das ist einfach so, das ist einfach richtig tragisch. Und dass dann im Nachgang keiner Verantwortung übernommen hat und auch keiner so richtig die Schuld dafür bekommen hat, fühlt sich auch unfair an.
Also mir ist schon klar, dass das ein bisschen komplexer war. und das, ne? Ja, das ist irgendwie so Dieses, wir haben nur Grundlagenforschung betrieben und da bin ich jetzt nicht so tief reingegangen, weil Ja, da denke ich mir so, Digga, also sorry. Ja, viele eben diese Leute, die daran beteiligt waren.
Hätten sie es so für die Wissenschaft gemacht und das wären sie eigentlich, hätten sie was Ehrbares betrieben, klar. So haben das aber viele, glaube ich, wirklich gesehen. Also die haben, ja, und das wollte ich gerade sagen, dass die, die wirklich dann an der Entwicklung der Tabletten oder auch an der Herstellung der Tabletten beteiligt waren, das hat vorrangig in Jena stattgefunden.
Mit der Wende sind die ganz schnell dazu übergegangen, sich an große. Westdeutsche, internationale Pharmakonzerne anzudienen und mit dem Wissen und ihrem Können eigentlich ganz schnell so rüberzuwechseln in einen anderen Bereich. Natürlich, es sind ja auch Medikamente gewesen, die aber auch oft nicht zugelassen waren.
Viele von den Medikamenten, die die Sportler einnehmen mussten, waren nicht zugelassen, sondern die hat man entwickelt, hergestellt und, ja, wie du es vorhin angesprochen hast, eigentlich in großen Massenversuchen irgendwie auf den Markt geworfen oder unter die Leute gebracht. Und natürlich ist es legitim, dass sie dann weiterarbeiten und irgendwie in neuen Konzernen weiterarbeiten, aber das, was, glaube ich, ja, einfach auch dann 15, 20 Jahre mindestens gebraucht hat, um aufgearbeitet zu werden, war dann einfach der Fall.
Die Leute haben sich weggeduckt und haben dann ganz schnell von dem Film nichts mehr gewusst oder haben einfach gesagt, ja, ich war in dem System, ich war ja auch nur ein kleines Rad in dem System. Und das ist scheiße, dass sich da keiner hinstellt und sagt, ich war Teil davon und ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Opfern.
Das reicht ja manchmal schon. Das war die Geschichte von Gerd Bonk und dem DDR Staatsdoping. Ja, vielen Dank. Mir war das Ausmaß überhaupt nicht bekannt. Ja, mich würde total interessieren, wie ihr von dem System schon gehört habt, was so eure Verbindungspunkte dazu sind. Schreibt das gerne mal unter diese Folge, das würde mich sehr interessieren.
Wenn ihr die Bilder sehen wollt, die wir heute besprochen haben, dann schaut bei Instagram vorbei, bei Was Schmeckt Dahinter? Oder bei YouTube, bei ZDF Besseresser. Da gibt es unsere ganze Folge als Videopodcast. Und letzte Woche haben wir es vergessen, Lilly. Den persönlichen Foodcrime. Ehrlich gesagt, ich war dir ganz dankbar, weil ich hatte nicht so richtig einen auf Taschen. Ich lasse dich jetzt aber diese Woche...
Nicht einfach so davon kommen, weil wir wollen ja wieder zurück ins Leben kommen, in den Alltag. Und da bin ich gespannt, welchen persönlichen Foodcrime du diese Woche dabei hast. Also ich habe mich in letzter Zeit, und es kann an meinem eigenen Versagen liegen, aber dabei beobachtet, wie ich häufiger mal Dinge nachgemacht habe, die ich in irgendwelchen Reels bei Instagram gesehen habe, die total einfach und lecker aussahen.
Und dann habe ich die gemacht und dann waren die erstens gar nicht lecker und zweitens auch gar nicht so mega einfach. Und da habe ich dann, also ja, also ich habe zum Beispiel so eine Erdnuss-Miso-Suppe gemacht, eine schnelle Erdnuss-Miso-Rahmensuppe und die Frau aus dem Real meinte, die kommt so ein bisschen geschmacklich an so eine klassische Tonkotsu-Rahmen heran.
Es wird jetzt sehr, sehr rahmenspezifisch. Ich liebe Tonkotsu. Und ich habe es nachgemacht mit wirklich ganz wenig Zutaten, nur dachte mir, hey, total easy peasy, mache ich mir hier auf den Dienstagabend mal eine schnelle Suppe. Diese Suppe hat es überhaupt nicht geschmeckt. Und ich weiß nicht, woran es liegt, weil Erdnusscreme schmeckt lecker, Misukpaste schmeckt lecker.
Ich habe es nur aufgeschüttet mit so einer Hühnerbrühe, die ich noch eingefroren da hatte. Also ich weiß wirklich nicht, woran es lag. Es hat einfach gar nicht geschmeckt. Und das hat mich mega aufgeregt, weil die Zutaten, die ich dafür teilweise hatte, auch gar nicht so günstig waren und ich mich irgendwie voll verarscht gefühlt habe von diesem Reel.
Und solche Erfahrungen hatte ich schon öfters. Genau, mir fällt noch eine andere Sache ein. Das war jetzt im Sommer, da wurde serviert Burrata und über die Burrata... Oder den Burrata, das ist ja ein Käse, wurde eingefrorenes Gemüse geraspelt. Und zwar ein Pfirsich, eine Tomate und eine Gurke. Das habe ich nachgemacht. Das sah natürlich wieder fantastisch aus auf diesem Reel.
Dann ein bisschen mit Olivenöl und Salz garniert. Das war so underwhelming. Also, keine Ahnung. Also, glaubt nicht jedem Reel, was ihr da im Internet seht. Ich würde es genau so zusammenfassen. Das hat mich aufgeregt. Also 15 Minuten Gerichte ist der größte Scam, den es gibt, weil man natürlich immer vergisst, was davor und danach passiert.
Man muss die Scheiße aufräumen, man muss überhaupt erstmal alle Sachen zusammensuchen. Das dauert nie 15 Minuten. Und weil wir ja hier sagen, entschuldigt euch für Sachen, für Vergehen, zum Beispiel im DDR-Dubbing-System. Auch wir haben schon bei ZDF Besseresser Videos gepostet, wo wir gesagt haben, es dauert 15 Minuten. Und ehrlich gesagt, es dauert nicht immer 15 Minuten.
Und das sollte man auch nicht mehr machen. Würde ich auch nicht mehr machen. Ja, dafür entschuldigen wir uns ja auch. Dafür entschuldigen wir uns, ja. Weil es einfach, es dauert nie 15 Minuten. Und es sieht auch immer besser aus, als es schmeckt. Ich habe vor ein paar Tagen Kuchen gemacht. Und ich habe ein Kochbuch dafür benutzt. Und ich muss einfach wieder sagen, auch da der Kuchen kam, Bombe raus.
Der war perfekt. Und ich habe oft in letzter Zeit auch bei so Rezepten, die ich irgendwo im Internet finde, das klappt irgendwie nicht immer so. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt oder ob es an den Rezepten liegt, aber irgendwie klappt es dann immer nur so halb gut, weil bei Kochbüchern hat sich meistens jemand hingesetzt und wirklich länger die Sachen ausprobiert.
Dann gab es jemanden, das muss wirklich stimmen, als wenn man jetzt auf irgendeine, keine Ahnung, Susis Foodblog irgendwie so ein Rezept sich raussucht, was auch nur irgendwo wegkopiert wurde, was meistens irgendwie nicht klappt. Deswegen, kauft euch mal wieder ein geiles Kochbuch und. Blättert da drin rum und arbeitet das ab, weil die funktionieren meistens wirklich eins ab. Kann ich hiermit unterschreiben.
Nichtsdestotrotz gibt es auch wahnsinnig tolle Videos bei Instagram, die das Thema Kochen beinhalten, die tolle Rezepte beinhalten. Aber manchmal, manchmal ist da halt eben auch ein kleiner, wie soll man sagen? Manchmal findet man da eben auch, oder manchmal tappt man da eben auch in eine Falle rein.
Und in die bin ich in den letzten Wochen und Monaten häufiger mal reingetappt und habe mich dann wahnsinnig geärgert. Deswegen werde ich vielleicht auch mal wieder den Griff ins Kochbuchregal wagen, weil da stehen sehr viele in meiner Küche, die ein bisschen verstaubt sind, um ehrlich zu sein. Und das werde ich dann jetzt mal tun.
Also, das Foodcrams, was schmeckt dahinter, Kochbuch, das dauert noch ein bisschen. Und bis dahin würde ich sagen, hört einfach nochmal alle alten Folgen durch. Und wir hören uns nächste Woche wieder. Hey, wir könnten wirklich mal überlegen, ob wir ein Kochbuch machen wollen. Wir können ja nicht kochen.
Ich kann kochen. Ja, also wir können beide so ein bisschen kochen. Aber ich weiß nicht, ob wir damit die Welt jetzt belästigen müssen mit unseren Kochkünsten. Wir müssten, ja. Vielleicht finden wir was anderes Lustiges. Versprechen wir nochmal. Ihr könnt uns ja gerne schreiben, ob ihr unser Kochbuch kaufen würdet.
Und dann überlegen wir uns das nochmal. Wir wollten doch eh mal Merch machen, Flo. Ja, Merch wollen wir eh mal machen. Aber wir können ja erstmal anfangen. Würdet ihr überhaupt, selbst wenn ihr das Buch kostenlos bekommen würdet, würdet ihr das nehmen? Vielleicht können wir erstmal die Stufe zurückfahren, bevor wir sagen, Geld bezahlen. Komm schon. Jetzt bist du, aber jetzt stellst du dein Licht auch unter den Scheffel. Du kannst gut kochen.
Ja, okay, gut. Hast du schon häufig bewiesen, ich kann gut kochen. Das könnte man ja auch mit Drinks noch ergänzen, die wir machen. Weiß ich nicht, da würde uns schon was einfallen. Also ich bin dafür. Gut, wir gehen nochmal in Klausur. Und bis dahin. Ja, wir gehen da nochmal rein, wir melden uns bei Ihnen.
Vielen Dank. Bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Tschüss.