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Shownotes
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Niklaus Wirth — 15 Jahre Bitcoin — 37C3 — Tetris — Buchhaltung – iPad vs. Mac — State of Social Media — Blocking — Ralfs neuer Job — Apple Vision
media.metaebene.me/media/freakshow/fs273-papst…
Wir begrüßen heute Caspar Clemens Mierau (aka Leitmedium) in unserer Runde. Caspar setzt sich sehr mit der Computergeschichte auseinander und so reden wir über den jüngst verstorben Niklaus Wirth, aber es gibt auch andere Blicke in die Historie wie Bitcoin und Tetris. Dann blicken wir natürlich auf den letzten 37. Chaos Communication Congress, reden über ein paar nützliche macOS Tools, Buchhaltung und sehr viel über den aktuellen Stand in Social Media. Außerdem berichtet Ralf von seinem tollen neuen Job und was wir uns so von der Apple Vision Pro erwarten.
Dauer:
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Tim Pritlove
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@timpritlove@mastodon.social (mastodon.social/@timpritlove)
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Website (metaebene.me)
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Letterboxd (letterboxd.com/timpritlove)
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Bluesky (bsky.app/profile/tim.pritlove.org)
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Liberapay (liberapay.com/timpritlove)
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SEPA-Überweisung via Online-Banking-Software (freakshow.fm)
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roddi
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GitHub (github.com/roddi)
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Website (winkenschuerfel.de)
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Amazon Wishlist (amzn.to/3eRj2GZ)
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Ralf Stockmann
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GitHub (github.com/rstockm)
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Facebook (facebook.com/ralf.stockmann)
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Mastodon (chaos.social/@rstockm)
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Website (wikigeeks.de)
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Amazon Wishlist (amazon.de/baby-reg/claudia-krell-ralf-stockman…)
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Caspar Clemens Mierau
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Mastodon (tldr.nettime.org/@leitmedium)
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Für diese Episode von Freak Show liegt auch ein vollständiges Transkript
mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.
Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert.
Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern.
Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort.
Formate:
HTML (freakshow.fm/fs273-papst-von-china?podlove_tem…),
WEBVTT (freakshow.fm/fs273-papst-von-china?podlove_tra…).
Shownotes
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CRE202 Hackerfilme (cre.fm/cre202-hackerfilme)
— CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft
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Niklaus Wirth (de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_Wirth)
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leitmedium.de/2024/01/04/wie-der-erste-persona…
— leitmedium.de
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GitHub - microsoft/MS-DOS: The original sources of MS-DOS 1.25 and 2.0, for reference purposes (github.com/microsoft/MS-DOS/tree/master)
— GitHub
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Turbo Pascal (de.wikipedia.org/wiki/Turbo_Pascal)
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Turbo C (de.wikipedia.org/wiki/Turbo_C)
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de.wikipedia.org/wiki/WordStar
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Ada (Programmiersprache) (de.wikipedia.org/wiki/Ada_(Programmiersprache))
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Shatner Of The Mount by Fall On Your Sword (youtube.com/watch?v=HU2ftCitvyQ)
— YouTube
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Shatner at his Peak (youtube.com/watch?v=Kestt5BI3eg)
— YouTube
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Chaos Post - Delivering at the Speed of Chaos (chaospost.de)
— chaospost.de
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Die Chaos Post auf dem Chaos Congress – und eine sehr kurze Geschichte des Pesthörnchens (leitmedium.de/2024/01/07/die-chaos-post-auf-de…)
— leitmedium.de
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Der Hackerkongress fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit (golem.de/news/37c3-der-hackerkongress-fast-unt…)
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SMTP Smuggling – Spoofing E-Mails Worldwide (media.ccc.de/v/37c3-11782-smtp_smuggling_spoof…)
— media.ccc.de
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Simple Mail Transfer Protocol (de.wikipedia.org/wiki/Simple_Mail_Transfer_Pro…)
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Breaking "DRM" in Polish trains (media.ccc.de/v/37c3-12142-breaking_drm_in_poli…)
— media.ccc.de
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After 34 Years, Someone Finally Beat Tetris (youtube.com/watch?v=GuJ5UuknsHU)
— YouTube
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Reconstructing game footage from a Game Boy's memory bus (media.ccc.de/v/37c3-11928-reconstructing_game_…)
— media.ccc.de
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GAG331: Wie Tetris die Welt eroberte - Geschichten aus der Geschichte (pca.st/episode/74597467-055e-4d60-9c5c-6292b4e…)
— Pocket Casts
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‘Tetris is not supposed to end’: game architect Henk Rogers marvels at teen’s feat - National | Globalnews.ca (globalnews.ca/news/10207098/tetris-beaten-henk…)
— Global News
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Shareful (sindresorhus.com/shareful)
— sindresorhus.com
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GitHub - waydabber/BetterDisplay: Unlock your displays on your Mac! Smooth scaling, HiDPI unlock, XDR/HDR extra brightness upscale, DDC, brightness and dimming, virtual screens, PIP and lots more! (github.com/waydabber/BetterDisplay)
— GitHub
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Camera Window — Jensen Harris (jensenharris.com/apps/camerawindow)
— jensenharris.com
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Copytables :: Safari Extension (merribithouse.net/copytables/safari)
— merribithouse.net
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Copytables (apps.apple.com/de/app/copytables/id1472937623?…)
— Mac App Store
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Billbee | Die einfache Multichannel-Software (billbee.io)
— billbee.io
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Automatisiertes Rechnungsmanagement & Buchhaltung (getmyinvoices.com/de)
— GetMyInvoices
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The iPad Pro as main computer for programming (jann.is/ipad-pro-for-programming)
— jann.is
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Dritter Ort (de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Ort)
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Jahrhundertchance für Berlin – ZLB in die Friedrichstraße (zlb.de/unterschreiben)
— ZLB
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E_Bibliothek: Gut versteckte Angebote (vowe.net/2024/01/11/e_bibliothek-gut-versteckt…)
— vowe dot net
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filmfriend | Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) (voebb.filmfriend.de/de/pages/home)
— voebb.filmfriend.de
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Die Digitalen Angebote des VÖBB - Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (voebb.de/aDISWeb/app?service=direct/0/Home/$Di…)
— voebb.de
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FediDB - Fediverse Network Statistics (fedidb.org)
— fedidb.org
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jack (@jack) on X (twitter.com/jack/status/1204766078468911106)
— X (formerly Twitter)
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Composable Moderation (blueskyweb.xyz/blog/4-13-2023-moderation)
— blueskyweb.xyz
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Why are blocks on Bluesky public? | AT Protocol (atproto.com/blog/block-implementation)
— atproto.com
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ClearSky Search Tool (bsky.thieflord.dev)
— bsky.thieflord.dev
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The curse of the Twitter reply guy (mashable.com/article/twitter-reply-guys)
— Mashable
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Ice Cubes for Mastodon (apps.apple.com/ch/app/ice-cubes-for-mastodon/i…)
— App Store
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Ivory for Mastodon by Tapbots (apps.apple.com/ch/app/ivory-for-mastodon-by-ta…)
— App Store
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Introducing r1 (youtube.com/watch?v=22wlLy7hKP4)
— YouTube
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rabbit — rabbit os (rabbit.tech/rabbit-os)
— rabbit.tech
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Humane’s ‘Ai Pin’ debuts on the Paris runway | TechCrunch (techcrunch.com/2023/09/30/humanes-ai-pin-debut…)
— TechCrunch
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Tim Pritlove Das habt ihr euch doch sicherlich auch schon mal gefragt, oder? Stimmt die Lautstärke? Oh Gott, heute ist wirklich wieder alles neue Herausforderung. Hallo, hier ist die Freakshow. Moin, wir sind's live on air. Ich bin's Tim. Und wie es ganz die Tradition ist der Freakshow, muss man erstmal noch mal ein paar Audio-Probleme beheben. Das bleibt nicht aus.
Tim Pritlove Olli guckt mich schon wieder mit diesem Was war das und was hat das mit der Sendung zu tun und warum hast du das eingespielt? Blick. Ich sag dir eins, das war genau das, was ich vorhatte.
roddi Ja, Abfahrt würde ich sagen. Pünktlich wie die Deutsche Bahn. Mikrofon ist auch so weit weg.
Tim Pritlove Du kannst doch einfach nur Hallo sagen, wenn du jetzt erstmal überfahren bist.
roddi Nee, ich meine, hier haben Dinge gestreikt, also es ist alles im Rahmen. Aber hallo.
Tim Pritlove Hallo, genau. Hallo, Roddy. Und Ralf ist da? Dein Mikrofon ist aus. Warum ist dein Mikrofon aus?
roddi Ich sag doch, die Technik streikt.
Tim Pritlove Haben wir das nicht getestet vorhin? Ähm... Was zur Hölle ist jetzt los? Na toll. Ah, ich weiß, was das Problem ist. Mein Fehler. Wir hätten das aber vorher testen müssen. Haben wir aber nicht. Stattdessen über andere Sachen gequatscht. So. Aber immerhin weiß ich jetzt, was das Problem ist. Muss ich nur noch die Stelle finden, wo man es einstellt.
Tim Pritlove Kopf, Hörer, 4. Haha. Achtung, wir sind ganz nah dran. 3, 2, 1. Und jetzt.
Ralf Stockmann Ah.
Tim Pritlove Tada.
Ralf Stockmann Tada. Hallo Welt. So, sehr viel besser. Schweißperlen.
Tim Pritlove Wo waren wir stehen geblieben?
Ralf Stockmann Tropfen auf die...
roddi Bei der Begrüßung.
Tim Pritlove Bei der Begrüßung. Oh Mann. Also ich hatte vergessen, ich hatte kurzfristig den Port als Line-Input benutzt bei Tests. Und dachte, ich hätte das alles schon wieder zurückgestellt.
Ralf Stockmann Du hast meinen Port als Dein Port.
Tim Pritlove Du wolltest den nicht testen. Du kommst immer hier rein. Irgendwie, ich rede über dies und jenes. Das ist eure Aufgabe hier. Ihr müsst unbedingt als erstes die ordnungsgemäße Zurverfügungstellung des Arbeitsgerätes sicherstellen. Wie machst du denn das auf der Arbeit, Ralf? Da guckst du doch auch erst mal, ob das Internet geht oder ob dein Computer funktioniert.
Ralf Stockmann Das WLAN.
Tim Pritlove Oder? Und dass WLAN funktioniert und so weiter. Aber hier verlasst ihr euch, ich kann das ja nachvollziehen, dass ihr euch darauf verlasst, dass ich schon alles richtig mache. Und das ist ja eigentlich auch so. Aber.
Ralf Stockmann Einfach immer alles richtig machen.
Tim Pritlove Wie du ja siehst, habe ich ja hier etwas größere Umstellungen vorgenommen. Und so weiter. Na gut, also hier sind wir, Freakshow, tralala, technische Probleme sollten jetzt erstmal im Griff sein. Und jetzt müssen wir noch Kaspar vorstellen, der ist nämlich auch da. Hallo Kaspar.
Caspar Clemens Mierau Hallo Tim.
Tim Pritlove Moin, herzlich willkommen bei Kasper ist ein bisschen leiser, ich versuche gerade herauszufinden, Mikroabstand ist aber gut, liegt nicht an mir, liegt an der Technik. Ja, kriegen wir, achso, warte mal, jetzt habe ich hier den, regeln mich hoch, ah ja, so da, gucke mal, jetzt, jetzt bin ich zu, sehr schön langsam, wird langsam. Hallo Tim.
Tim Pritlove Moin, freut mich sehr, dass du hier bist. Ich habe dich eingeladen, weil gerade ganz viele Sachen passiert sind, die dein Wirken und deine Interessen tangieren. Auf die eine oder andere Art und Weise. Und das hat sich dann so ein bisschen akkumuliert und dann dachte ich mir so, jetzt mal wieder Zeit.
Tim Pritlove Wir hatten ja schon mal das Vergnügen. Ist allerdings, habe ich gerade festgestellt, schon über zehn Jahre her, dass wir mal einen Podcast zusammen gemacht haben.
Caspar Clemens Mierau Ja, krass, ja.
Tim Pritlove Ja, das gilt allerdings auch für so manche andere Podcasts, weil die alle schon so lange her sind. Aber wir haben uns mal über Hackerfilme unterhalten. Ja, das war ein schönes Thema. Das war eine sehr, wie soll ich sagen, eine well-received Podcast war das.
Caspar Clemens Mierau Ja, das hat auch Spaß gemacht, das Thema.
Tim Pritlove Ja, das ist ja so dein Ding, ne? Du kratzt ja so ein bisschen in der... In der Technikgeschichte herum. Warum eigentlich?
Caspar Clemens Mierau Warum eigentlich? Also es gibt eine lange und eine kurze Erklärung. Wir machen die mittellange. Ich glaube, es liegt tatsächlich ein bisschen daran, dass ich aufgewachsen bin in einem Theateraushalt. Also meine Mutter und mein Stiefvater kommen beide so aus der Theater-Szene. Mein Vater ist Jazzmusiker gewesen und ich selber aber schon in der DDR mich schon angefangen habe, mit dem Computer zu beschäftigen.
Caspar Clemens Mierau Und wenn man das dann so eine Synthese draus macht, dann interessiert man sich für Computergeschichte, also so irgendwie so Computerkultur sozusagen. Und dann habe ich Medienkulturwissenschaft in Weimar studiert bei Professoren, die sehr computeraffin sind. Sind. Also Kittler kennen vielleicht einige, bei dem habe ich nicht studiert, der war ja in Berlin, aber bei seinen Schülern teilweise und jetzt promoviere ich immer noch in dem Gebiet in Basel. Reißen wir uns einen Blick zu.
Ralf Stockmann Seit wie vielen Jahren?
Caspar Clemens Mierau Ich habe eine Formel entwickelt. Ich habe eine Formel entwickelt. Pro Kind braucht man drei Jahre zusätzlich für eine Doktorarbeit, also vier Jahre ist so eine typische Zeit für eine Doktorarbeit. Drei Jahre zusätzlich pro Kind. Das kommt hin, Tatsache. Ich lebe im Zeitplan. Ich habe drei Kinder, muss ich dazu sagen.
Caspar Clemens Mierau Do the math. Aber Tatsache hoffe ich dieses Jahr fertig zu schreiben und ich bin jetzt auf der Zielgerade Tatsache und beschäftige mich da auch mit Computergeschichte um 1970, mit Programmieren lernen um 1970, um es genau zu sagen. Und es ist halt einfach schön. Also so 1970, Computergeschichte, sieht einfach toll aus.
Caspar Clemens Mierau So, gutes Thema. Und deswegen habe ich sehr viel zu Computerhistorie gelesen und der Anlass war ja so ein bisschen der Tod von Niklaus Wirth, deswegen du dich bei mir gemeldet hast, weil ich dazu was geschrieben habe, weil ich jetzt so ein bisschen so ein Fundus habe, wenn ich auf sowas stoße und versucht habe, was über Niklaus Wirth zu schreiben, was nicht alle schreiben.
Caspar Clemens Mierau Und genau, da kann man dann so ein bisschen draus schöpfen und das ist so der Grund, warum ich an diesem Thema einfach dran bin und Hauptberuflich mache ich irgendwas mit Computern, wie viele. Aber deswegen ergänzt sich das Tatsache ganz gut.
Tim Pritlove Ja, ist gut. Und du warst aber auch auf dem Kongress, auf dem 37. Chaos Communication Kongress, der nun endlich mal stattgefunden hat nach vier Jahren Auszeit. So wie auch Roddy. Ralf war nicht da und darf nachher alles erfragen. Ich sehe schon, du bist ganz gierig nach Informationen. Was da wohl passiert ist. Ist wohl wahr.
Ralf Stockmann Ihr macht dann einen Re-Enactment und ich erlebe das dann direkt nach.
Caspar Clemens Mierau Ich habe dich tatsächlich gesucht. Ich dachte, du wärst da und bin immer um den Podcast-Tisch drum herum geschlichen und dachte, du bist reif.
Ralf Stockmann Es gab nur einen Podcast. Nein, ich war nicht da aus Gründen, die kann ich dir hinterher erzählen. Ich hoffe, es sind gute Gründe.
Tim Pritlove Jaja, sind es. Also nachvollziehbare Gründe. Ob es gute Gründe sind, das wird sich ja noch zeigen. Ich hatte ja damit gerechnet, dass du dann trotzdem krank wirst.
Ralf Stockmann Nee, nicht passiert.
Tim Pritlove Okay, du bist gesund.
Ralf Stockmann Die erste Sendung, wo ich hier bin, wo ich gesund bin, Tim.
Tim Pritlove Ernsthaft, das ist so. Genau. Ja. Womit machen wir denn weiter? Also, bleiben wir noch mal kurz bei diesem. Historien-Ding. Niklaus wird, der ist gestorben, genau. Das ist wieder so, wo ich mir dachte, ach, der lebt noch. So, weil man so jetzt seinen Wirken zwar vielleicht kennt, aber nicht mehr so unmittelbar gespürt hat.
Tim Pritlove Das ist jetzt nicht so die Person, ich weiß nicht, wie es ihm ging, ob er zu alt war, zu krank, keine Ahnung oder keinen Bock mehr hatte. Aber er hat ja nun wirklich über viele Jahrzehnte, muss man sagen, so diese ganze Informatikwelt, naja, also irgendwas zwischen beeinflusst bis geprägt, würde ich mal sagen, so in der Größenordnung.
Tim Pritlove Und wer immer noch nicht weiß, wovon wir reden, also Niklaus Wirth ist Informatikprofessor, war er wahrscheinlich, oder? Ja, unter anderem. Und so einer, der sich wirklich Gedanken ums Programmieren gemacht hat. Und das auch sehr nachhaltig. Und der mit seinen Programmiersprachen eine ganze Menge losgetreten hat.
Tim Pritlove Derer da sind vor allem Pascal ich weiß gar nicht, ob das sein allererstes Ding war, wahrscheinlich nicht aber das war so, Pascal ist so die Sprache, die glaube ich von allen am erfolgreichsten war, ja, auch der Macintosh ist ja zu Beginn in Pascal programmiert worden, das wissen vielleicht auch nicht alle MS-DOS auch MS-DOS auch?
Tim Pritlove Ja, echt, ja Okay, das ist mir neu. Wir nehmen das so hin. Ja, wir nehmen das so hin. Und später hat er dann aber nochmal nachgelegt mit Modular, Modular 2 und Oberon. Und wenn man sich die Sprachen anschaut, das sind jetzt nie komplett neue Entwürfe gewesen. Er hat eigentlich so in jeder Sprache ein paar Sachen weggeschmissen und gesagt, hier ist noch ein Aspekt, auf den muss man sich nochmal konzentrieren, da ist noch nicht genug geschehen.
Tim Pritlove Und ich habe mir das jetzt in dem Zuge seines Todes auch nochmal kurz angeschaut, was eigentlich jetzt sozusagen die Dinge waren und muss sagen, er hat da, wie Loriot sagen würde, ein paar ganz heiße Eisen angefasst.
roddi Ganz heiße Eisen.
Tim Pritlove Heißen. Also schon Pascal war insofern eigentlich, also ich habe selber in ich habe glaube ich nie wirklich einen Pascal. Ich habe ja auch so eine Unikarriere. Ich war ja drei Monate auf der Uni. Also drei Monate als Student. Habe dann die Lust verloren und in der Zeit wollten sie mir Pascal in der Schule, also in der Uni beibringen.
Caspar Clemens Mierau Deswegen hast du die Lust verloren?
Tim Pritlove Naja, Ja, ich war einfach so ein latent, überheblicher, junger Hacker, der alles besser wusste und der im Gegensatz zur Uni zu Hause schon ein Internet hatte. Und das war für mich einfach uninteressant, womit die sich beschäftigt haben. Ich habe mich mit anderen Sachen beschäftigt, ich habe mich irgendwie mit Usenet beschäftigt, ich habe irgendwie C-Programmierung gemacht, Unix gemacht.
Tim Pritlove Und diese komische, unsere IBM-Computer und Bitnet und was sie da alles hatten und jetzt gibt es auch noch einen Programmiererkurs in Pascal. Das war für mich nicht interessant. Ich habe irgendwie Assembler gemacht. Ich wollte kein Pascal lernen, weil mich Pascal nicht interessiert hat. Mir war das zu verbos. Mir war das nicht kryptisch genug. noch und ja, kann man schon irgendwie machen, aber war nicht meine Welt so.
Tim Pritlove Es lag auch nicht da dran, mich hat einfach Uni generell, ich wollte einfach raus aus der Schule. Da dachte ich mir so, bist du schon wieder in der Schule irgendwie so, was machst du hier? Also ich war unmotiviert. Ich wollte eigentlich auch gar nicht studieren, ich habe mich nur überreden lassen zu studieren und es hat überhaupt nicht funktioniert.
Tim Pritlove Dann habe ich gesagt, sorry, aber ich, Aber ich muss mich um andere Sachen kümmern im Leben. Das ist mir alles zu doof hier.
roddi Naja, ich gehörte ja damals zu Schulzeiten noch zu einer von den Freaks, die dem Informatiklehrer das Pascal überhaupt erst beigebracht haben.
Ralf Stockmann Aber hattet ihr an der Schule Pascal oder Turbo Pascal? Weil wir hatten Turbo Pascal. Das ist ja schon was sehr anderes.
Tim Pritlove Ist es?
roddi Wir hatten eine frühe Form von Turbo Pascal, die war extrem kryptisch. Aber es war, glaube ich, schon ein Turbo Pascal. Also an Pascal erinnere ich mich nur noch an diese unsäglichen Syntax-Diagramme. Ich kenne kaum eine andere Sprache, die Syntax-Diagramme hat. Die so eine Kack-Syntax hat, dass du ein Syntax-Diagramm hast, wo du dir einen A0-Poster an die Wand hängst, wo so Diagramme drauf sind, wann kommt ein Beginn, wann kommt ein End, wann kommt ein If, ein Then, ein End If.
Tim Pritlove Das war damals sehr populär und ich hatte das auch für C und das hat mir sehr geholfen.
roddi Ja, für C hatte ich das nie, weil C war immer logisch genug, dass man das nicht brauchte. Aber Pascal war immer irgendwie, es war mehr Ausnahmen als irgendwas. Naja, in C hast du deinen Block, mit Klammer auf, Klammer zu und fertig.
Tim Pritlove Hast du das in Pascal nicht auch?
roddi Ja, aber du hast eine Vorschleife, die endet mit dem End, ohne dass da ein Beginn ist. Also du hast nicht Vor, Beginn, End, sondern du hast Vor und End. Und du hast dann auch nicht ein If-Beginn-End-Else-Beginn-End, sondern du hast halt ein If-Else oder If-Then-Else-End oder End-If. Also es war alles irgendwie immer relativ unlogisch. Das hatte einfach keinen, weiß ich nicht, es war irgendwie nicht konsistent, dieses Pascal.
roddi Das hat mich immer am meisten gestört.
Ralf Stockmann Ich habe gerade jetzt nochmal den Wikipedia-Artikel auf, damit man nicht sofort wieder auf die alle Fehler zurückgeworfen wird hier. Also Turbo Pascal ist von 83 rausgekommen und da war Wirt in der Tat gar nicht beteiligt, sondern das war von Borland. Ja, ja, das weiß ich. Und das Spezielle war, dass sie EDE drumherum hat, daran erinnere ich mich nämlich auch noch.
Caspar Clemens Mierau Genau, die haben das ja aber auch lizenziert, die haben das ja eingekauft, das ist gar nicht deren Eigenentwicklung gewesen. Also den Compiler haben sie eingekauft damals, das war das Besondere. Aber wir können ja nochmal ganz kurz auf Niklaus Wirth zurückkommen. Das ist ja eine ganz spannende Generation von älteren Menschen, die alle nicht, weil wir bezeichnen die heute als Informatiker, die alle nicht Informatik studiert haben, weil sie es nicht studieren konnten.
Tim Pritlove Weil es das nicht gab.
Caspar Clemens Mierau Weil es das nicht gab. Ab wann gab es Informatik? Ungefähr ab 1970. 1970 ist ungefähr das Jahr in Deutschland, wo... Dass Informatik als akademisches Studium möglich ist. Ich glaube 1971 gab es die ersten Abschlüsse. Das heißt, dass Menschen wie Wirth haben in der Regel studiert Elektrotechnik oder Ingenieurwesen, Physik, Mathematik.
Caspar Clemens Mierau Das waren so die typischen Studien, die die alle abgeschlossen haben. Und was du gerade beschrieben hast, warum du da aus dem Studium wieder rausgefallen bist, ist halt diese Doppeldeutigkeit, in der sich Informatik auch heute noch befindet, dass immer unklar ist, ist Arbeiten am Computer eine Wissenschaft, Ingenieurwesen, ist es Hands-on oder eine Theorie?
Caspar Clemens Mierau Und es ist halt irgendwie beides und da gibt es aber manchmal Verwechslung, dass man anfängt Informatik zu studieren und merkt, das wollte ich ja gar nicht. Ich wollte mich nicht mit theoretischen Objekten beschäftigen, sondern das tun und deswegen passt das genau deiner Geschichte da rein und wird es natürlich genau das andere Extrem von deiner Erwartungshaltung.
Caspar Clemens Mierau Genau, was ich in dem Blogpost ja noch geschrieben habe, wir haben ja jetzt die Programmiersprachen aufgeschrieben, haben die Programmiersprachen erwähnt, dass er am Bau eines Computers beteiligt war, der Tatsache relativ visionär war, der Lilith hieß, weil er in den USA am Xerox-Park irgendwie sowas wie Personal Computer gesehen hat, wenn man es so nennen will.
Caspar Clemens Mierau Also nicht ein Großrechner, sondern was Kleineres, weil die Rechentechnologie ja in den 60er Jahren immer mehr implodiert ist. Also die Schaltkreise wurden kleiner und die ersten Handgeräte sozusagen entstanden und dann hat er, in der Schweiz was nachgebaut Mit Maus, was wirklich beeindruckend war, aber folgenlos, wie so viele andere Entwicklungen auch in der Computertechnologie.
Caspar Clemens Mierau Und das war die Anekdote, die ich rausgekommen habe, weil mir war sie auch nicht so geläufig, aber es ist eine schöne Anekdote, Tatsache.
Tim Pritlove Ja, das mit der Maus, das war für mich auch neu, dass er dann nämlich auch sozusagen dafür gesorgt hat, dass es die Firma Logitech gibt, weil er irgendwie mit dieser Maus aus den USA zurückgekommen ist und dann hatte er da irgendein Umfeld, das ist ja mal interessant.
Ralf Stockmann Dass Logitech in der Schweiz sitzt, war mir auch neu, wusste ich auch nicht.
Tim Pritlove Das habe ich auch erst in dem Moment gecheckt. Also Logitech, also mittlerweile haben sie natürlich auch eine Zentrale da in den USA, klar, aber Prinzip des Unternehmens ist aus der Schweiz. Und ja, die haben dann halt in Mäusen und gemacht und sind ja mittlerweile nach so einem kleinen Knick vor einem Jahrzehnt oder so wieder ganz gut dabei.
Tim Pritlove Und ich glaube sind auch irgendwie so im Peripheriebereich die Nummer eins. Ja, Pascal, also das war schon, also ich meine, was man Pascal, und jetzt rede ich so ein bisschen wie so nicht ein Blinder, aber ich habe mir Pascal angeschaut, aber es ist ja im Prinzip C. Pascal ist so dieselbe Generation von Poemiersprachen. Es schreibt sich ein bisschen anders, hat etwas klarere Worte, aber es gibt halt Prozeduren, alles ist irgendwie ein Ablauf, es ist alles sozusagen Single-Threaded, du hast so diese typische Arithmetik und Funktionen und so weiter.
Tim Pritlove Also man konnte so zwischen C und Pascal auch Code ganz gut hin und her machen. Ich hatte irgendwann mal, ja du wählst mit der Hand, nicht zu Unrecht, aber ich sag dir, ich hatte mal für eine Computerfirma gearbeitet, eine kleine Softwarebude, die hatten dann zwischendurch immer mal wieder so Sonderaufträge bekommen von irgendwelchen verzweifelten Firmen, die so mit ihrem Programmierkram nicht vorankamen.
Tim Pritlove Und es war, bin ich da nicht auch in die Schweiz gefahren? Ich glaube sogar irgendwo in der Schweiz war das. Bin ich da hingefahren und ihr Code lief irgendwie nicht und sie brauchten mal ein paar Experten, die sich das anschauen. Das war dann ich. Hat nur so begrenzt funktioniert, weil womit ich nicht gerechnet hatte.
Tim Pritlove Die hatten irgendwie ihre Software in Pascal geschrieben und haben dann ihre ganze Software mit einem Pascal-to-C-Translator in C übersetzt und ich blickte auf Code. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Also das war einfach eine Katastrophe.
Caspar Clemens Mierau Hast du den C-Code gesehen? Ich habe den C-Code gesehen. Okay, das ist hart.
roddi Haben die dann C-Strings verwendet oder noch Pascal-Strings?
Tim Pritlove Ich weiß es nicht mehr. Das ist so lange her und ich bin auch ein bisschen verzweifelt an dem Job, weil ich eigentlich gar kein gutes Bild abgegeben habe, weil mich das einfach total überfordert hat.
roddi Das war ja so, dass der größte Pferdefuß an Pascal waren diese Pascal- Die waren ja so aufgebaut, dass das erste Byte hat die Länge des Strings angegeben und danach kamen einfach die Bytes von dem String. Was zur Folge hatte, dass man keinen String machen konnte, der länger war als 255 Zeichen. Das ging in Pascal einfach mal nicht.
Tim Pritlove So viel Speicher hat ja auch keiner.
roddi So viel String braucht auch keiner.
Tim Pritlove So viel nachvererber dich.
roddi Kleine Korrektur an der Stelle. Ich habe nochmal gegoogelt. Es gibt tatsächlich in GitHub von Microsoft ein Repo, wo der Source-Code von MS-DOS 1,25 und von MS-DOS 2.0 drin ist. Und das ist alles das Assembler. Also nix Pascal hier.
Tim Pritlove Ja, das hätte mich auch irgendwie...
Caspar Clemens Mierau Zu langsam gewesen. Aber jetzt zu den Begrenzungen von Pascal, es war halt auch eine Lehrsprache ursprünglich. Also das, weil man die Restriktionen erklären sich halt besser, weil man sagt, okay, es war zum Unterricht gedacht, weswegen ja auch Jahrzehnte Schüler dann damit gequält wurden, noch mit Turbo-Pascal.
Caspar Clemens Mierau Und da interessiert dich vielleicht auch nicht so sehr, die Stringlänge auszureizen, wenn es zum Unterricht ist.
Tim Pritlove Ich denke Pascal wäre auch kein Erfolg geworden, wenn es Turbo Pascal nicht gegeben hätte. Also Borland hat da erheblich zu beigetragen. Ich persönlich habe auch mit Borland gearbeitet, aber dann mit Turbo C, das kam dann später raus und die waren halt geil, weil sie halt die einzigen waren, die so eine IDE im Prinzip hatten, mit der man ganz ordentlich arbeiten konnte für damalige Verhältnisse und tatsächlich waren die Compiler auch schnell.
Tim Pritlove Also dieses Turbo, das war nicht nur so ein Wort, sondern das hat alles sehr gut funktioniert. Und ich habe ein größeres Projekt mit Turbo C gemacht, das war hervorragend. Also das hat mich für die damaligen Verhältnisse super produktiv gemacht.
Caspar Clemens Mierau Der erste Entwurf meiner Doktorarbeit sollte damals auch eigentlich die Geschichte der Entwicklungsumgebung sein. Deswegen habe ich mich damals auch noch mit Turbo Pascal beschäftigt und auch mit Philipp Kahn von Borlen noch Kontakt gehabt. Ich weiß gar nicht, ob der noch lebt. Der war noch per E-Mail zu erreichen.
Caspar Clemens Mierau Und die kurze Geschichte von Turbo Pascal, die können wir noch kurz zusammenfassen, ist eigentlich ganz schön. Borland hat nicht den Pascal Compiler entwickelt, sondern lizenziert. Der hieß irgendwie irgendwas mit Blue oder irgendwie so und der war unglaublich schnell für damalige Verhältnisse und Borland hatte aber diese tolle Idee eine IDE zu machen, was halt einfach groundbreaking war damals.
Caspar Clemens Mierau Also es war einfach neu, alles in einem Ort zu haben und sie hatten die gute Idee, die Shortcuts von WordStar zu implementieren, weil WordStar war so der Textverarbeitungs-Editor, den alle kannten, alle hatten die Shortcuts drauf und das haben sie synthetisiert in schnellen Compiler plus diese Shortcuts in dem Editor und haben das Ganze für sowas wie 50 Dollar verkauft, was für damalige Verhältnisse geschenkt war, weil Compiler waren super teuer.
Caspar Clemens Mierau Und die haben das über so Mail-Vertrieb ja noch verkauft und es gibt noch so eine ganz merkwürdige Anekdote, dass sie im Byte-Magazin unbedingt eine Anzeige haben wollten und hatten das Geld nicht dafür, und dann kam so ein Anzeigenvertreter und dann haben die sich lauter Studenten eingeladen, um ihr Büro aufgeblasen aussehen zu lassen, und haben gesagt, ja, wir würden ja gerne Anzeige schreiben, aber wir haben jetzt gerade für diesen Monat das Budget leider schon ausgegeben Und dann hat der Byte-Magazin-Typ gesagt, ja, ihr könnt das erstmal schalten und dann später bezahlen.
Caspar Clemens Mierau Und das war dann auch so diese Anzeige, die das so diesen Mail-Vertrieb so enorm angeschoben hat. Also am Anfang steht auch noch so ein bisschen eine kleine Lüge. Und dieser Preis, die Schnelligkeit und Wörter zusammen, das war so der Durchbruch.
Tim Pritlove Was da? Oh Mann, Flashbacks hier.
Caspar Clemens Mierau Ja, gut, oder? Jetzt weißt du, warum ich mich damit beschäftige. Ja, es ist ja auch toll.
Tim Pritlove Also ich frage mich halt immer wieder, wie das so auf Jüngere wirkt, wenn jetzt hier die Alten rumsitzen und vom Krieg erzählen. Ich weiß auch nicht, einem kommt ja selbst die eigene Vergangenheit immer irgendwie toll und aufregend vor. So wie jetzt Jüngere irgendwie dann so, oh ja, weißt du noch, GeoCities und so, krass, das Web und so, Flash-Webseiten.
Tim Pritlove Gut, da kann ich mich nicht ganz so für begeistern, aber Das ist dir schon zu neu, oder was?
Caspar Clemens Mierau Ist dir schon zu neu?
Tim Pritlove Das war mir alles zu scheiße Also das hatte irgendwie also Geocities war sicherlich ganz interessant, so vom Community-Aspekt her, aber dieses Flash, da hab ich echt gelitten.
Caspar Clemens Mierau Ich hab mich grad an war das eine Flash-Webseite von Kim.com als er sein Auto vorgestellt hat damals Das hat damals Das war laut und gut Also damals war das Tatsache sehr überzeugend.
Tim Pritlove Okay, gut.
Caspar Clemens Mierau Sorry für den Filmzettel.
Tim Pritlove Aber ich wollte noch mal kurz auf das Vermächtnis von Herrn Wirth eingehen, weil er hat ja dann mit Modular und Modular 2 war dann im Prinzip so die eigentliche Version, hat er ja dann eigentlich so das nächste Paradigma eingeführt. Also neben dem, ich sag mal, strukturierten Programmieren, was ja sozusagen bei Pascal so ein bisschen der Untertitel war, würde ich meinen, kam dann eben Modularisierung.
Tim Pritlove Modularisierung einfach als Konzept durchaus neu für Programmiersprachen und ich kenne auch nicht viele Sprachen, die das gut hinkriegen mit der Modularisierung. Also ich kenne welche, aber nicht viele. Dann kam Oberon, wo er sich dann auch an der Objektorientierung versucht hat, wenn ich mich richtig erinnere.
Tim Pritlove Ich habe mir das ehrlich gesagt nie so wirklich angeschaut und ich halte ja auch nichts von Objektorientierung.
roddi In dem Zusammenhang muss man nochmal ADA erwähnen.
Caspar Clemens Mierau Die Programmiersprache?
roddi Die Programmiersprache ADA, die damals vom, ich glaube vom amerikanischen Verteidigungsministerium, ins Leben gerufen wurde, die sehr stark an Pascal angelehnt war und so eine Art Objektorientierung mit einbauen wollten, aber da sind sie so auf halber Strecke liegen geblieben. Das ist so ein bisschen weird, was die da machen.
roddi Ich habe in meinem ersten Job relativ viel ADA gemacht.
Caspar Clemens Mierau Echt? Du bist der Erste, den ich kenne, der das benutzt hat?
roddi Im Wesentlichen habe ich ADA Source Course gelesen und in den C++ umgeschrieben. Aber ja. Abgestürzt ist und sie dann feststellen mussten, das mit dem ADA ist vielleicht doch nicht so sicher, wie wir dachten. Besonders, wenn man die falschen Programmteile zusammenbastelt. Ja.
Tim Pritlove Ja, also insofern danken wir Herrn Wirth für seine Beiträge.
Caspar Clemens Mierau Wir können auch das Wirtsche Gesetz zum Abschluss.
Ralf Stockmann Oh ja, bitte.
Tim Pritlove Was ist denn das Wirtsche Gesetz?
Caspar Clemens Mierau Das Wirtsche Gesetz ist, dass Software schneller langsamer wird als Hardware schneller.
Tim Pritlove Ach, das ist von ihm?
Caspar Clemens Mierau Und das passt, weil der zu der Generation noch gehört, die 68 sich auf der NATO-Konferenz über die retrospektiv so bezeichnete Softwarekrise ausgelassen haben. Als man nämlich in den 60er Jahren festgestellt hat, dass schnellere Computer gar nicht dazu führen, dass man weniger Programmierer braucht. Anfang der 60er dachte man das noch und dann kamen diese ganzen Großprojekte, Apollo und so weiter, riesige Softwarearchive entstanden für Projekte und man hat immer mehr Personal gebraucht und dann überrascht es nicht, dass das so ein Satz von ihm kommt.
Ralf Stockmann In dem ursprünglichen Artikel hat er noch diese Formulierung drin, Software dehnt sich so weit aus, bis sie die verfügbare Hardware auslastet.
roddi Ich habe jetzt so einen Hefeteig vor meinem geistigen Auge. Einfach warten. Der Software-Hefeteig, der alle Ritzen kriegt.
Caspar Clemens Mierau Aber es ist ein schönes Gesetz auf jeden Fall. Ich liebe ja so Gesetze. Das ist sehr, sehr schön.
Tim Pritlove Ja, rest in peace, sage ich mal. Auch schon Geschichte. 3. Januar 2009. Ja, heute haben wir den 11. Januar, haben wir noch gar nicht gesagt, 2023, also vor, ähm, äh, 24, Entschuldigung, also vor 15 Jahren, da war es wieder, man wartet ja mal darauf, wenn man sich das erste Mal wieder verquatscht. Vor 15 Jahren ging das los mit Bitcoin und diesem Blockchain-Hype.
Tim Pritlove Also da kam sozusagen der erste Genesis-Block raus und dann ging diese ganze Bitcoin-Zeit und Blockchain-Zeit los, die ja auch diese Freakshow ein wenig begleitet hat. Weil das war dann ja auch hier häufiger ein Thema, so aus so einer Perspektive mit, das ist ja irgendwie alles ganz interessant unter Umständen vielleicht.
Tim Pritlove Man weiß ja immer nicht so richtig, wo gehen die Technologien denn jetzt eigentlich hin? Und wir erleben ja auch derzeit so Hypewellen. Und ich muss sagen, es ist manchmal gar nicht so einfach. Und ich messe auch mich selbst ein wenig da dran, ob ich ein gutes Gefühl dafür habe, ob etwas jetzt nur heiße Luft ist.
Tim Pritlove Oder ob da was dran ist und das ist nun wirklich schwierig, vor allem, weil wenn man sich selbst mit seinen Vergangenheitsaussagen versucht zu bewerten, dann erinnert man sich wahrscheinlich gar nicht wirklich daran, was man mal gesagt hat und schämt sich vielleicht auch ein bisschen für die eine oder andere Einschätzung.
Tim Pritlove Bei Blockchain und diesem ganzen Kram war ich mir lange Zeit nicht sicher. Ich habe da eigentlich nie so eine richtige, glaube ich zumindest, nie so eine richtige Position eingenommen. So wie es jetzt vielleicht bei AI, dem aktuellen Hype eher tue, dass ich sage, ja nee, das ist schon was mit Substanz.
Tim Pritlove Bei Blockchain war ich mir nicht so sicher, bis ich mir dann irgendwann sicher bin, dass es alles Unsinn ist. Ja, das wollte ich auch auch nur mal, wo wir jetzt so im Rest in Peace sind.
Caspar Clemens Mierau Du hast jetzt festgestellt, du hast recht gehabt.
Tim Pritlove Ich kann mir nicht vorwerfen lassen, das groß gehypt zu haben, glaube ich.
roddi Es wird irgendein Hörer wird die entsprechende Stelle aus einem alten Podcast rausschneiden.
Tim Pritlove Das würde mich sehr interessieren. Ich werde jetzt einen Teufel tun und meiner ganzen alten Sendung nachführen, aber falls irgendjemand sich an irgendeine Aussage von mir, erinnern kann und da vielleicht die richtige Zeitmarke raussucht, dann würde ich dazu auch gerne nochmal Stellung beziehen. Also auch, wenn ich daneben gelegen habe, weil das ist schon so, auch glaube ich, das, was mich so ein bisschen immer mitgeprägt hat, dass ich bei all diesen ganzen Wellen mir immer schon versuche, so ein Gefühl zu entwickeln, ist es jetzt was oder ist es nix?
roddi Also man könnte behaupten, Git ist die einzige Blockchain, die die wirklich brauchbar ist und was bewirkt hat. Also dieses, ich habe über die Lebensdauer einer Codebase gesprochen, über sämtliche Commits eine Prüfsumme, die bis zum letzten Commit reicht, sodass ich in der Vergangenheit des Code-Baumes keine Änderung machen kann, ohne dass alle Prüfsummen ungültig werden, würde ich als einzige Variante gelten lassen, wo ich sagen würde, okay, Blockchains haben uns was gebracht.
roddi Aber so das übliche, das so fünf Blockchains-Ding, das ist natürlich alles Quatsch.
Ralf Stockmann Ja, ich überlege gerade, wann das bei mir eigentlich so gekippt ist. Das ist, ich würde vermuten, so vor sieben Jahren oder sowas. Weil irgendwann war es dann so abgehangen und dieses klassische, wir haben immer noch keine wirkliche Anwendung außer Kryptowährung dafür, dann machst du dir halt schon irgendwann Gedanken.
Ralf Stockmann Und der zweite Punkt, der mich noch stärker umgetrieben hat, war, dass plötzlich Leute, die ich eher so als Idioten titulieren würde, das als Geschäftsmodell vor sich her getragen haben. Das war dann ein klares Zeichen, dass da was schiefläuft. Das wurde dann sehr schnell, das ist das Ganze irgendwie, kennt ihr noch diesen Twitter-Account?
Ralf Stockmann Von einem Regierungssprecher, wo dann immer nur quasi das, was der echte Regierungssprecher getweetet hat, wiederholt wurde und hinten dran gehängt irgendwie in eine Blockchain oder sowas. Das war ein fantastischer Account. Also das war dann irgendwie so der Jump the Shark Moment, wo klar war, okay, da kommt vermutlich auch nichts mehr.
Ralf Stockmann Wenn es all die Jahre keinen wirklichen Use Case gab, dann ist das Thema auch einfach mal durch.
roddi Ja, aber Blockchain wurde ja wie Cyber so ein bisschen auch zum Bullshit-Marker für für Politiker. Also wenn Politiker was gesagt hat, das Wort Blockchain kam drin vor, wusste man, der weiß nicht, wovon er redet.
Tim Pritlove Ja, wobei Cyber ist ja ein bisschen so ein entführter Begriff. Also das ist ja sozusagen, dass Cyber ist, haben sie uns geklaut und auf alles draufgeballert, irgendwie war es mit Computern.
roddi Ja, aber es ist auch ein guter Bullshit Marker, wenn es aus dem Mund eines Politikers kommt.
Tim Pritlove Ja, das stimmt natürlich. Aber es ist halt mittlerweile, weil jetzt ist es halt ein stehender Begriff. Wenn man von Cyberpolitik und so weiter redet, dann weiß man jetzt schon, okay, alles okay.
roddi Auf dem Kongress waren Aufkleber unterwegs, wo Cyber draufstand, aber mit scharfem S und EI. Ganz großartig.
Tim Pritlove Also die Hacker-Szene wird sich da sicherlich nie dran gewöhnen und immer ein Lächeln im Mundwinkel haben, wenn Cyber gesagt wird. Aber es macht auch wenig Sinn, da weiterhin gegen anzukämpfen, weil das kriegst du jetzt irgendwie nicht mehr weg. Es ist halt einfach verbrannt.
Caspar Clemens Mierau Es war mal ein schöner Begriff, ne?
Tim Pritlove Ich hoffe nur, dass Krypto wieder zurückgeholt werden kann.
Caspar Clemens Mierau Krypto ist echt durch.
roddi Krypto ist auch verbrannt.
Caspar Clemens Mierau Ja, das ist wahrscheinlich.
Tim Pritlove Das ist bitter. Das wollte uns noch wecken.
Caspar Clemens Mierau Computer.
roddi Intelligence ist wahrscheinlich der nächste Begriff, der verbrannt ist.
Caspar Clemens Mierau Ist schon.
Tim Pritlove Genau. Gut, mehr muss man da glaube ich nicht zu sagen. Kommen wir doch mal auf den Kongress. Beziehungsweise wir waren ja da, nur Ralf nicht. Ralf, was möchtest du wissen? Was brennt dir auf den Nägeln?
Ralf Stockmann Was brennt mir auf den Nägeln? Also das eine oder andere habe ich dann ja schon auch aus der Ferne mitbekommen. Mich interessiert natürlich zunächst mal so, wie sah denn eigentlich das Sendezentrum aus? Ich habe irgendwie wenig so an Bildern sowas gesehen. Also es gab ein Sendezentrum.
roddi Also es gab wieder ein Sendezentrum, es gab auch wieder die Bühne, die wir uns wieder mit dem DLF geteilt haben. Es gab wieder den Podcast-Tisch, diesmal allerdings ohne Hörsofas oder so. Das hat dieses Mal nicht funktioniert. Aber auf dem Podcast-Tisch wurden tatsächlich auch fleißig Podcasts aufgenommen.
roddi Ich wurde irgendwann spät nachts verdonnert für irgendwelche Linux-Leute, einen Podcast aufzunehmen. Ich weiß nicht mehr, wie der hieß, aber wenn ihr das hört, schöne Grüße. Was mir da sehr aufgefallen ist, ist, wenn man anfängt über eine Technologie zu reden, sollte man immer erstmal erklären, was es ist.
roddi Weil die haben mit so vielen Begriffen um sich geworfen und ich hatte überhaupt keinen Plan, worum es geht. Also es war wirklich, es war faszinierend. Also die etwas politischeren Einblicke und so, das konnte ich alles nachvollziehen. Aber manche Technologien, das war so, ja und das, das und das ist besser als das und das. Ich habe vor beiden noch nie gehört.
Ralf Stockmann Also Wo war die denn überhaupt?
Tim Pritlove Ja genau, das wollte ich nämlich gerade sagen Also diese beiden Orte hätten weiter voneinander nicht entfernt sein können, also es waren wirklich die äußersten Enden, also man hätte, Das hätte noch mal ein paar Meter weiter noch mal nach hinten gehen können, wo es ursprünglich auch geplant war oder wo zuerst irgendwie der erste Tisch...
roddi Wo der Aufbau anfing, aber da gehört es irgendwie nicht hin.
Tim Pritlove Ja, ja, das war aber auch ganz gut. Das wäre nicht gut gewesen. Also der Platz war an sich ganz gut, aber es wäre sinnvoller gewesen, da eine Etage höher zu gehen, weil da sowieso noch eine Bühne war. Und ich glaube, das ist so ein bisschen der Plan fürs nächste Jahr, dass man das alles wieder an einen Ort kriegt. Da muss man dran arbeiten.
Tim Pritlove Also man merkte, es ist alles noch so ein bisschen Beta und ich glaube, so ging es allen ein wenig. Also alle waren ein bisschen rostig am Start. Vieles war nicht so richtig zu Ende ausgedesignt, habe ich so den Eindruck. Aber man musste sich ja jetzt auch an alles mögliche gewöhnen.
Ralf Stockmann Also es war jetzt wieder in Hamburg, zurück in Hamburg.
roddi In dem renovierten, restaurierten Kongresszentrum.
Ralf Stockmann Wie anders sah das denn aus? Oder ist es sowieso so lange her, weil das war ja Leipzig, dass man ohnehin das nicht mehr wirklich in Erinnerung hatte.
roddi Es gab Areas, da war ich sofort wieder im alten Kongresszentrum und es gab so Areas, die hatten was komplett Neues. Also es war eine merkwürdige Mischung. Also gerade wenn man vorne reinkommt, den vorderen Bereich, haben sie es sehr stark umgestaltet. Weiter hinten sah es aus wie vorher.
Tim Pritlove Das Kongressgebäude selber besteht ja aus drei Teilen. Und der dritte, der ganz hintere, ist komplett unverändert. Der war ja schon neu. Das war ja der Neubau. Da hat sich gar nichts geändert. Der mittlere Teil ist im Prinzip noch genauso. Also der besteht ja nur aus diesem großen Saal 1. Der ist halt komplett renoviert worden, sieht aber im Wesentlichen so aus wie vorher, nur besser. Weil, also das mit den Sitzen haben die richtig schick gemacht.
Tim Pritlove Also überall neue Sitze mit Tischchen, mit Strom, superschönes Design. Also das war einfach sehr hübsch. Also sie haben zum Beispiel keine einheitliche Sitzfarbe, sondern es waren so... Vier, fünf orange-braune Töne, deren Verteilung so durchrandomisiert war, sodass es von vorne nach hinten immer so farbverlaufmäßig, nach hinten wurde es immer dunkler.
Tim Pritlove Und das fand ich schon sehr gut, weil es dem Raum nochmal so eine ganz andere Struktur gibt, der nicht einfach nur so langweilig vor einem liegt. Also ganz großes Kino. Ich finde die Renovierung ist überhaupt sehr gut gelungen. Und wie Roddy schon sagte, der vordere Teil, der ist ja komplett weggekloppt worden, wo vorher halt nur ein Saal zwei war mit seinen Balkons, ist das jetzt so gelöst worden, dass man den Saal quasi oben nur auf der obersten Etage hat, da vielleicht noch ein bisschen in die Höhe gegangen ist, nehme ich an.
Tim Pritlove Aber zwei komplette Etagen darunter, die vorher von diesem Saal belegt wurden, so als Multifunktionsräume, so ähnlich wie wir das in Leipzig auch hatten, mit flexiblen Wänden und so weiter. Also da war dann auf einmal viel Fläche und außerdem ist ja der ganze Eingangsbereich, hat sich ja noch auf diesen Platz hin erweitert und hat einfach diesen schönen, großen, halligen Eingangsraum, den ich auch sehr gelungen finde.
Tim Pritlove Ich finde, der Umbau ist wirklich ein Volltreffer.
Ralf Stockmann Das Foyer, das habe ich in den Bildern gesehen, das sah sehr großzügig aus.
roddi Ja, das war sehr großzügig. Es ist auch sehr hell und sehr licht, sehr einladend. Wir hatten da natürlich den Vorteil, wir waren glaube ich im ersten Stock. Und dann aber quasi war ja so eine Art Balkon zum Foyer. Und wir waren dann in der ersten Reihe hinter dem Balkon. Ich hatte wieder alle Einhörner mit. Also das war irgendwie nicht zu übersehen, dass wir da sind, weil da die ganzen einen und anderen waren.
Tim Pritlove Nächstes Jahr sage ich zweite Etage zusammen mit dem mit dieser Bühne und so weiter und da eher die Kollaboration, suchen, also da wird schon noch was gehen, aber ich finde den Platz ganz gut, da wo wir früher waren, das Garderobenfoyer 1, das ist ja noch genauso also weitgehend genauso erhalten mit diesen Rolltreppen und so weiter, das ist ja unter diesem Saal 1, das gibt's alles noch, Zugänge an der Seite sind ein bisschen anders, gibt auch noch eine Treppe mehr.
Tim Pritlove Aber ja, da hat sich jetzt irgendwie Vicky Packer und. Jugend vorgehackt und irgendwie, das ist glaube ich ein ganz guter Hackerort geworden. Also ich glaube, dass wir da vorne ganz glücklich werden, außer es ist der Späti da direkt um die Ecke. Das hat wunderbar funktioniert. Um nochmal allgemein diese Raumsituation abzuschließen, dann gibt es ja noch eine vierte Zone und das ist ja die Halle, wo früher ja nur Lager und Party war.
Tim Pritlove Und das ist vielleicht überhaupt der beste Move von allen gewesen, dass man die Party aus dieser Halle rausgenommen hat und unten in diesen Saal 4. Das ist dieser kleinere Saal, der so Zwischensaal, drei Garderobe so an der Seite so weg, an der Seite war, da war die Seabase drin, das ist so ein Durchgangssaal, wenn du von drei zur Garderobe läufst.
Tim Pritlove Den musst du auch erstmal gezielt finden, so. Aber der war eh perfekt, weil der so eine kleine Bühnensituation sowieso schon hatte. Du grübelst gerade, wo war denn der Saal 4?
Ralf Stockmann Also nicht das Hackcenter, das alte, dieser Riesenraum.
Tim Pritlove Das ist 3.
Ralf Stockmann Das ist 3, okay.
Tim Pritlove Aber direkt da dran ist der Saal 4. Der ist so leicht länglich. Habe ich glaube ich nicht mehr vor. Naja, da ist jetzt auf jeden Fall die Party drin, beziehungsweise wie ich es nennen würde, wurde der Club und fand das auch sehr angemessen. Es war einfach gut da und damit war quasi die ganze Halle frei und während halt früher die Halle zu drei Viertel von Lager belegt war, ist sie jetzt nur noch zu ein Viertel von Lager belegt und drei Viertel war dann im Prinzip wie in Leipzig.
Tim Pritlove Also da hast du wirklich diese große Halle, auch mit diesen Trendelementen aus der Halle 2 und einfach viel Haktische, alle möglichen Gruppen und so. Und damit war einfach der Assembly Space so unglaublich viel größer, als es früher im CCH war, wo wir uns ja alle da irgendwie auf diesen Balkons irgendwie so ein bisschen angerannt haben und es eigentlich nur diesen Saal 3 gab, um sich wirklich auszudehnen.
Tim Pritlove Und jetzt gab es halt drei Viertel der Halle plus diese zwei Etagen in diesem vorderen Bereich. Und Garderoben, Foyer, also es war einfach viel Raum da, um wirklich Projekte zu zeigen und von daher finde ich es diese Balance, zwischen, Die Szene sichtbar machen und Projekte sichtbar machen und diese ganzen Hands-on-Areas zu haben auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite auch wirklich den Kongress als Konferenz zu betonen und den Vorträgen wieder mal würdige Veranstaltungsorte zu geben, wo die Kommunikation zwischen Bühne und Teilnehmern funktioniert.
Tim Pritlove Das ist gut aufgegangen. Also ich bin extrem zufrieden, das ist definitiv der beste Ort, wo der Kongress je war. Also das ist ein Perfect Match auch von der Größe her, 14.500 Leute, das passt einfach.
roddi Ja, also auch die Leute, mit denen ich gesprochen habe, die waren alle zufrieden, dass es wieder zurück in Hamburg war. Also schon vor allen Dingen, weil es halt auch mitten in der Stadt ist und nicht irgendwo draußen auf dem Land, was zwar noch irgendwie Leipzig heißt, aber eigentlich trotzdem irgendwie mitten auf dem Land.
Tim Pritlove Das stimmt.
roddi Und zu dieser Halle, die ist halt auch nicht so groß wie so eine Kongresshalle in Leipzig gewesen, sondern gerade mal halb so groß oder ein Drittel oder so. Also es war von der Fläche her nicht so hoch, war überschaubar.
Ralf Stockmann Wurde dann die Höhe gebaut auch?
roddi Nee, zu dem Zeitpunkt noch nicht. Da würde ich mal auf dieses Jahr warten. Aber da hatten sie zum Beispiel das U-Boot aufgebaut, über das es ja diesen Vortrag gab, diesen sehr beachteten. Und da war auch Millie Ways, wo das Whisky-Tasting war, wo ich war und dunkel noch Erinnerungen dran habe.
Tim Pritlove Tasmor hat dann in der Halle auch wieder seine illegale Party veranstaltet.
Ralf Stockmann Sehr gut.
roddi Das Einzige, was tatsächlich nicht stattgefunden hat, war das Waffel-Operation-Center, was ich sehr schade fand. Aber da war ja auch auf dem Camp schon ein Problem mit dem Waffel-Operation-Center.
Tim Pritlove Genau. Und dann in den Klos lief natürlich einerseits wieder diese Loop, die der CCC ja mal beim…, BCC geklaut hat, das war glaube ich deren, also wenn ich die Geschichte richtig erinnere, war das glaube ich deren Backgroundmusik, die dann irgendwie so eingeschlagen hat, dass sie dann mitgenommen wurde, ich weiß es nicht, vielleicht rede ich auch Unsinn.
roddi Eingeschlagen heißt eingebrannt, glaube ich eher.
Tim Pritlove Auf jedem Kongress, seit wir in Hamburg sind, einfach mitgekommen und war immer irgendwie präsent. Das war das erste, was ich auf dem Klo gehört habe. Das andere, was wir dann die ganze Zeit auf dem Klo gehört haben, war das hier. Und das lief da einfach mindestens bei einem, ich glaube sogar bei mehreren Klos.
roddi Ich habe das einmal gehört, aber das waren nicht alle Klos.
Tim Pritlove Ja, okay, es war in Saal 1, gab so ein Klo. Klos sind ja jetzt mittlerweile auch ein besonderer Ort, finde ich, geworden für den Kongress.
Ralf Stockmann In Hamburg auf jeden Fall.
Tim Pritlove In Hamburg auf jeden Fall, genau. Und das ist halt irgendwie so ein Remix von so einem Meme, weil es gibt so einen Videoclip, wo Captain Kirk... Vor so einem Berg sitzt und irgendwie darüber sinniert, über seine Rolle, also wo sozusagen der Schauspieler über seine Rolle sinniert und was das irgendwie alles bedeutet.
Tim Pritlove Und das war dann so eins der Meme, die auf diesem Kongress ganz gut gewirkt haben.
Caspar Clemens Mierau Der vielen Meme, oder? Es war sehr memelastig.
Tim Pritlove Es war sehr memelastig.
roddi Wieder mal, ja. Das Löt-Meme fand ich sehr witzig.
Caspar Clemens Mierau Löten ohne Zinn, oder was? Löten ohne Zinn?
roddi Ja, im Eingangsbereich gab es einen Aushang, da stand drauf, Löten ohne Kolben, ein ergebnisoffener Work.
Caspar Clemens Mierau Genau, Löten ohne Kolben, ja genau. Nicht ohne Zinn ohne Kolben, ne.
Ralf Stockmann So wichtig.
roddi Und später in dieser erwähnten Halle kamen dann noch viel mehr von so Zetteln auf, wo Dinge zum Thema Löten drauf standen. Und es ging im Wesentlichen natürlich um Alkohol. Aber dieser eine Zettel, der war so geil, weil da auch so eine komisch verwirrt guckende Figur noch mit drauf gemalt war. Und dann bekam der aber auch so ein Eigenleben, dieser Zettel.
roddi Weil dann stand irgendwann da Löten ohne Chunk, weil da jemand Chunk drüber geklebt hat. Und dann hat jemand noch so einen Memaufkleber draufgeklebt, wo man den Hutbürger sieht. Diesen, sie filmen mir ins Gesicht. und drunter stand sie bestehen, sie begehen eine Straftat also den Zettel fand ich super, ja die Zettelwirtschaft war sowieso wieder sehr aktiv dann der Cybear der Cybear so nach der Art haben sie den Cybear gesehen, jetzt haben sie ihn gesehen, oder weiß ich nicht und dann natürlich der Datenelch der war ja auch überall.
Tim Pritlove Teilweise gesucht. Der Daten-Elch hatte wirklich seinen Durchbruch auf dem Kongress. Das muss man sagen. Da war ich ein bisschen glücklich. Ich hatte das ja vorher noch. Ich bin glaube ich ein bisschen schuld. Daten-Elch hat voll eingeschlagen als Konzept.
roddi Und was ich auch geil fand, war die Antifa-Verarsche-Dinger.
Tim Pritlove Antifa-Verarsche-Dinger?
roddi Ja, da gab es jede Menge. Gab es so Fahnen und Aufkleber und so weiter. Wie war das? dass stets zu spät doch trotzdem da die Eisenbahner an die Fahrt. Oder auch dieses, wie hieß der Späti diesmal? Irgendwas mit Wurst.
Tim Pritlove Wurst. Wurst? Was stand da dran?
Caspar Clemens Mierau Ja, und was mit Wurst tatsächlich? Das fand ich auch irritierend.
Tim Pritlove Chat. Was stand da drauf? Wurstecke? Oder was?
Caspar Clemens Mierau Würstelinsel.
roddi Würstelinsel.
Tim Pritlove Würstelinsel, genau.
roddi Genau, und dann stand da irgendwie, kein Gott, kein Staat, kein Rindstatar, Würstelinsel, Antifa.
Tim Pritlove Ja, aber das, oh mein Gott, das mit dem Daten-Elcher-Art-Reel, also als ich das gesehen habe, dachte ich mir so, okay, alles klar, Full Circle, die Meme geht jetzt komplett steil.
Caspar Clemens Mierau Es gab im Späti jedenfalls keine Batterien.
roddi Diesmal nicht, aber sonst alles, wie immer.
Caspar Clemens Mierau Ich wollte mein Decktelefon benutzen und brauchte Batterien und dann gab es keine Batterien, da war ich irgendwie zum Bahnhof laufen.
roddi Aber sie hatten wieder Netzwerkkabel und sie hatten wieder Zahnbürsten und Zahnpasta und einfach alles. Ah ja, hier, da gibt es im Slack.
Tim Pritlove Wir sehen jetzt gerade, dass, okay, kein Gott, kein Schad, kein Rinstata Würstel in Antifa und dann so zwei Würste auf Gabeln aufgespießt im klassischen Schwarz-Rot-Design gehalten. Ja, okay. Ja, da war einiges zu holen. Aber vor allem Datenelche überall.
Ralf Stockmann Antifaschistische Impfmückenzüchter e.V. Ja, das ist schön.
Tim Pritlove Es gab ja auch ein Prompt-Battle.
Ralf Stockmann Ja, ich las davon.
Tim Pritlove Das war ganz unterhaltsam.
Ralf Stockmann Das waren die, von denen ich erzählt hatte, hier aus Dresden, glaube ich. Waren die das?
Tim Pritlove Ich weiß nicht genau. Zwei Mädels haben das irgendwie gemacht.
Ralf Stockmann Es war das Team. Ich hatte das nochmal nachvollzogen, wo ich auf der Bühne saß. Warst du da nicht auf der Bühne?
Tim Pritlove Ich?
Ralf Stockmann Ja.
Tim Pritlove Ich habe es ja nicht so mit Spielen und so.
Ralf Stockmann Achso.
Tim Pritlove Ich bin da nicht so kompetitiv. Aber ich habe parallel dazu mitgemacht. Es war natürlich ein bisschen unfair, weil die hatten zur Verfügung da die zwei. Genau. Und ich vermute mal, dass sie das am Lokal laufen lassen, oder?
Caspar Clemens Mierau Ihr müsst mich mal abholen, ich weiß gar nicht, was da passiert ist.
Tim Pritlove Möglichst nah an dem gewünschten Ergebnis sein soll. Und das haben sie auch sehr interessant gemacht. Also sie haben nicht immer nur andere Aufgaben gemacht, sondern sie haben auch sozusagen die Herangehensweise geändert. Mal konkrete Beschreibungen, was zu sehen sein soll. Dann muss mal was kopiert werden und all so eine Sachen.
Tim Pritlove Und die Ergebnisse waren so ... Teilweise ganz lustig. Also ich war schon so ein bisschen verwöhnt, glaube ich, jetzt so vom Dolly 3 Level von Bildern. Aber das war ja eigentlich für den Battle irrelevant, weil alle ja mit denselben Waffen gekämpft haben. Und dann wurden so verschiedene Sachen gemacht und ich war dann natürlich total glücklich, ein bisschen stolz, dass im Finale sowohl Blinkenlights als auch der Daten-Elch eine Rolle spielen.
Tim Pritlove Zwei Gummipunkte im Finale. Kann sich sehen lassen. Naja, auf jeden Fall war das unterhaltsam. Also kann ich gut nachvollziehen. Das hat ganz gut funktioniert. Ich weiß nicht, wie lange das trägt, aber das war gut.
Ralf Stockmann Ich hatte das ja schon letztes Mal gesagt. Das ist so ein bisschen so, was wir halt irgendwie da, dieses Wikipedia-Quiz oder Google-Quiz gab es ja auch mal. Wer erinnert sich noch? Ich mache eine Google- Abfrage, auf die es nur genau ein Treffergebnis gibt und sowas. Das sind auch schöne Geschichten.
Ralf Stockmann Irgendwann so nach ein, zwei Jahren kennst du es halt. Dann muss man halt wieder irgendwas Neues rausholen. Aber jetzt im Moment ist das einfach mal eine interessante Geschichte, weil es halt auch Leute, die jetzt mit so KI-Bildgenerierung noch so gar nichts am Hut haben, außer es ist alles irgendwie evil und wir werden alle sterben, dann nochmal irgendwie einen etwas anderen Zugang zuzulegen.
Ralf Stockmann Wobei, hatten die das auch mit diesen Didaktikeinheiten dazwischen? Die fand ich ja so ein bisschen anstrengend.
Tim Pritlove Didaktikeinheiten?
Ralf Stockmann Hatten die so Filmeinspieler oder haben die die ja weggelassen?
Tim Pritlove Film einsperren. Ja doch, da lief irgendwas.
Ralf Stockmann Also so zwischen, ich glaube, alle zwei Runden oder sowas, hatten die immer von ihrer Uni halt so 60, 120 Sekunden Clips so, Achtung, das hier könnte auch gefährlich werden für die Menschheit und so weiter, wo sie also versuchen da nochmal so eine didaktische Meta-Ebene halt drüber zu schieben.
Tim Pritlove Ich kann mich gerade gar nicht erinnern.
Ralf Stockmann Das ist je nach Zielpublikum, glaube ich, das hat schon jetzt ein bisschen...
Tim Pritlove Also dass da jetzt irgendwie sowas einem reingeballert wurde, kann ich mich nicht erinnern, aber irgendwas lief dazwischen. Aber es waren eher so kürzere Clips. Vielleicht haben sie es dem, der Situation angepasst.
Ralf Stockmann Das kann gut sein.
Tim Pritlove Ich war so konzentriert auf Bilder nachmachen, dass ich irgendwie, glaube ich, das Rahmenprogramm gar nicht so richtig mitgeschnitten habe.
Caspar Clemens Mierau Nächstes Jahr kannst du ja dann Reverse-Engineering machen. Du siehst das Bild und musst dann dem Prompt raten irgendwie.
Tim Pritlove Aber ich habe eine Sache auf dem Kongress gemacht, die ich schon immer mal machen wollte, weil es sich um eine Idee handelte. Also Also da habe ich mich wirklich, da ärgere ich mich immer noch ein bisschen, dass mir das mal nicht eingefallen ist. Weil das so gut ist. Und weißt du, wenn du so richtig geile Sachen hast, denkst du dir auch so, wo bist du denn nicht drauf gekommen? Chaos Post.
Tim Pritlove Haben wir auch schon mal erwähnt. Ist ja auch nichts Neues. In dem Sinne gibt es jetzt schon seit, weiß nicht ganz genau, Leipzig ging das los. Zweimal war es mindestens da.
Caspar Clemens Mierau Also auf der Webseite von der Chaos-Post steht, dass sie es schon öfters gemacht haben. Also 2017 das erste Mal, glaube ich. Also auf dem Camp gab es das schon länger, glaube ich.
Tim Pritlove Auf dem letzten Camp gab es das.
roddi Auf dem letzten Camp gab es das, ja. Ich habe ja noch Post vom letzten Camp bekommen.
Tim Pritlove Stimmt, beim vorletzten Camp war das auch schon. Also 19, ja 17 kann ich nicht mehr. Ist ja auch eigentlich egal. Die Idee ist halt einfach, physische Post zuzustellen. Das passt halt einfach auf den CCC. Deswegen ärgert mich das so, weil das einfach so naheliegend ist. Pesthörnchen und so weiter. Veranstaltungen, Kommunikationsbedarf und so weiter. Ich bin ja immer ein großer Freund, der Bemühung, Lösungen zu finden für die Kernprobleme solcher Veranstaltungen.
Tim Pritlove Ob die Klaus Post das jetzt, Kann man jetzt gespreit in der Meinung sein, ob das sozusagen so ein Kern ist, aber generell dieses Leute finden, Leute wiederfinden und irgendwie das finden, was man finden will, ist eine Herausforderung, für die es noch nicht sehr viele gute Angebote gibt. Also ich warte da auch immer noch auf eine gute Softwareantwort sozusagen.
Tim Pritlove Klar, es gibt so C3-NAV, so gute Navigationssysteme und so weiter. Da ist schon einiges im Busch, aber wir sind noch nicht ganz da. Aber was halt super ist, ist einfach dieser soziale Aspekt bei Chaos Post. Rumzulaufen, Leute zu recherchieren, zu finden, denen dann irgendwie Post in die Hand zu drücken und dann ist es halt unter Umständen auch so für die so, wie hast du mich gefunden?
Tim Pritlove Oder, oh wow, die ist ja von doller Person und dann ist das auch.
Caspar Clemens Mierau Ja, oder von Fremden. Also man kann ja nochmal den Stand nochmal kurz zusammenfassen. Ich glaube, Halle 1 war das unten? Ist das Halle 1? Nee. Ist egal. Im Erdgeschoss hinten war so ein knallgelber Stand. Und ich bin da gelandet, weil ich mit Kind da war, mit meinem elfjährigen Kind. Da können wir noch drüber sprechen vielleicht.
Caspar Clemens Mierau Und mit Kindern hat man ja immer nochmal so eine andere Perspektive, weil die ja doch woanders hinlaufen als man selber. Und der war da total angezogen von. Und das sah auch einfach schön aus. Und ich habe mir das dann auch an, da waren einfach Dutzende von Postkartenmotiven, so alte Chaos-Motive, aber auch so, ich glaube auch so ein paar KI-Motive irgendwie dabei, die irgendwie witzig waren.
Caspar Clemens Mierau Und dann stand da halt, ja, du kannst dir kostenlos auf den Kongresspost verschicken und nach außen. Jetzt ist es natürlich attraktiv, nach Außenpost zu verschicken, aber das ist wirklich nicht der Witz von der Chaos-Post, weil einfach nur eine Postkarte da einzustecken, ist ja nett als Service, aber der eigentliche Witz war auf dem Kongress und am Anfang, wenn man da vorsteht, denkt man sich auch, wie soll das eigentlich funktionieren?
Caspar Clemens Mierau Was steht da? Kongress ist nur einmal im Jahr.
Tim Pritlove Genau, das ist die Lieblingspostkasse, die ich da gefunden habe. Ich wurde dann später erst aufgeklärt, weil ich ja sowas nicht kenne. Dass das ja so ein Lied ist.
Caspar Clemens Mierau Scheiß drauf? Und dann Kongress ist nur einmal im Jahr? Nee.
Tim Pritlove Er setzte Kongress durch was anderes? Was könnte das wohl sein? Du guckst... Ich finde das super, dass ihr keine Ahnung habt. Mir ging es genauso und wir sitzen alle im gleichen Boot. Das Original ist Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr und es ist so ein Polo-Entertainment-Song, den man gar nicht so oft erwähnen möchte, weil dann hast du so Ohrwürmer und so weiter.
Tim Pritlove Googelt es nicht. Tut es nicht.
Ralf Stockmann Denkt nicht an einen blauen Elefanten.
Tim Pritlove Genau. Und sehr schön, aber das ist sozusagen nicht gemacht, sondern das ist eine Original Werbung der Telekom aus den 80er Jahren. Also Tim hat eine Postkarte, wo so ein Typ irgendwie, leicht frustriert mit Zettel in der Hand vorm Computer sitzt, in die Kamera schaut und da drüber steht steht, was hier fehlt, ist ISDN.
Ralf Stockmann Ich werfe es zumindest mal in den Chat, weil uns immer wieder vorgeworfen wird, zu Recht.
Tim Pritlove Ich mache diese Sendung jetzt auch mal Bilder ran. Und dann muss ich mir jetzt Marker setzen. Das ist nämlich die Scheiße. Man muss dann sich Marker machen dafür. Und da deine Software immer noch nicht unterschiedliche Markertypen irgendwie. Im Export unterstützt, ist das alles so schwierig. Ja, so sieht es nämlich aus. Ralf.
Ralf Stockmann Ja, das schlägt eben nicht. Sonst würdest du mir schon mal einen Chat reinwerfen.
Tim Pritlove Naja, auf jeden Fall Chaos Post ist ganz toll. Ich bin dann halt rumgelaufen und hab ein bisschen Post verteilt. Irgendwann hat man dann auch die Schnauze voll, aber Aber erzähl doch mal, wie du Leute gefunden hast.
Caspar Clemens Mierau Das ist ja das Spannende. Also du hast dann den Stapel geben lassen und sagst, ich will die zustellen?
Tim Pritlove Ja, ich bin erst mal mit einer Freundin rumgelaufen. Da haben wir wirklich recherchiert, das war wirklich ganz interessant. Also da haben wir dann eine Person, wir sind irgendwie beim VOG gelandet und da saß dann irgendwie so ein Turbo-Nerd und dann haben wir gesagt, ja hier, guck mal, unklar, wer das hier sein könnte.
Tim Pritlove Und der dann gleich losrecherchiert so mit allen Tools, merkst du so richtig so, wenn die so im Support sind auf dem Kongress, so, irgendwo hinten Backstage in so einem Office, komplett weg vom Kongress, dann benutzt du natürlich alle Tools, die dir zur Verfügung stehen. Erstmal im Telefonverzeichnis nachgeguckt, irgendwie in dem Assembly, habt, tralala, ja hier habe ich eine Person, die gehört irgendwie zu dieser Gruppe, diese Gruppe hat hier einen Stand, da müsst ihr mal nach Y gehen, gehen, da hinten rechts am Tisch, da irgendwie ein langer Tisch in der Mitte.
Tim Pritlove So, und dann sind wir da wirklich hingelatscht und dann so, ja, ist hier einer aus, was war das für ein Ort? Nicht Ulm, irgendwie so was, irgendein Kaff. Und die so, ja, ja, hier. Und dann wussten sie gar nicht, wer sie ruft. Und dann so, ja, hier, Kater. Das ist aus allen Wolken gefallen. Ich hab's mir dann insofern, ich wollte sozusagen der Post helfen und ich hab dann den Fall, die schwierigen Fälle, wo nur Namen draufstehen.
Caspar Clemens Mierau Das ist hart, ne?
Tim Pritlove Und bin dann durchgegangen und da ich viele Namen kenne, habe ich halt diverse gefunden, wo ich wusste, ah ja, alles klar, hier, zack, nehme ich und habe die dann ausgeteilt. Und noch so ein paar, ein, zwei habe ich auch noch recherchiert und leider aber auch ein paar nicht angetroffen.
Caspar Clemens Mierau Also wir hatten einen Stapel, wo Decknummern draufstanden, was ich sehr spannend fand als System. Also diese Adressierungsverschränkung, dass die Decknummer, es gibt ein Telefonnetz auf dem Kongress, kriegt man dann eine vierstellige Decknummer, weiß nicht wie GSM und so da funktioniert, ähnlich. Und dann kriegst du halt die Karte.
Tim Pritlove Es ist derselbe Nummern-Space. Es ist egal, ob du mit SIP oder mit...
Caspar Clemens Mierau Okay, also auch vierstellig rufst du ja wahrscheinlich dann durch.
Tim Pritlove Ja, es gibt nur einen Nummern-Space. Es ist aber egal, ob du wirklich ein DECT-Telefon... Man sagt immer DECT, meint damit aber eigentlich das Chaos-Telefonnetz. Und das kann halt mit einer SIM-Karte eingebucht werden. Es kann mit SIP eingebucht werden, was ich mache, weil ich will nicht mit dem zweiten Gerät rumrennen.
Tim Pritlove Und es kann halt auch dann einfach ein normales DECT-Telefon genommen werden.
Caspar Clemens Mierau Und dann haben wir durchtelefoniert. Mein Kind hat einfach mutig angerufen, ich hätte das nicht gemacht. Und haben dann für uns wildfremde Menschen, die dann auch überrascht sind, die wissen ja oft gar nicht, dass sie Post kriegen und dann fragst du, wo die sind und dann läufst du da hin und überreichst die Postkarte.
Caspar Clemens Mierau Und es erfüllt halt schon soziale Zwecke. Also weil du läufst plötzlich in Gebiete, in denen du vielleicht noch nicht warst, redest mit fremden Menschen, irgendwie freuen die sich. Ja. Positive Postbote und es ist so eine Quest, wie so aus World of Warcraft oder so.
Tim Pritlove Und vor allem, es ist ja auch aus Security Aspekten ist Chaos Post wirklich gut, weil du hast ja so an verschiedenen Durchgängen, so zu Backstage, Projektleitung und so weiter, überall so Engel, die sich fragen, wo willst du überhaupt hin und so weiter. Aber wenn du dann mit dem Chaos Postbeutel ankommst, ja, ich muss Post ausbringen.
Tim Pritlove Ja, bitte hier dritte Etage.
Caspar Clemens Mierau Und nächstes Mal besorge ich mir keine Eintrittskarte.
roddi Ach, die Chaos-Post ist eigentlich penntestig.
Tim Pritlove Ja, also es hat alles so interessante Aspekte. Wie lässt sie jetzt irgendwie durch? Aber es war immer eine tolle Ausrede. Hat super funktioniert.
Ralf Stockmann Würde nochmal Richtung Clemens fragen. Du warst mit Kindern da.
Caspar Clemens Mierau Mit einem, ja.
Ralf Stockmann Mit einem. Wie alt war der? Elf. Ah, okay. Also meine beiden sind halt vier und sieben. Und ich wollte eigentlich halt dieses Jahr hin. Noch nicht geklappt. Aber wie war der der Kidspace oder mit elf ist er wahrscheinlich dem Kidspace dann auch schon entwachsen.
Caspar Clemens Mierau Also genau, ich muss jetzt sagen, mein Kind ist im Autismus-Spektrum, was, aber, will ich jetzt gar nicht drangend drüber reden, aber was eine tolle Erfahrung für das Kind war. Er hat sich pudelwohl gefühlt auf dem Kongress. Das war wirklich gut. Wir haben uns aber den Kidspace und sowas angeguckt. Das geht mit Kind mit Autismus nicht, da war es viel zu laut, aber da waren einfach wirklich große Räume, wo viel los war.
Caspar Clemens Mierau Es gab Es gab viele Jugend-Hakt-Projekte mit Löten und so, da muss ja die Frage ab, wann man da loslegt. Es gab, ich glaube, es wurde viel vorgelesen und es waren einfach viele Kinderwagen und Kinderwägen und Eltern da. Also wenn man jetzt kleinere Kinder hat, die, Wenn sie sozial und nicht so geräuschempfindlich sind, läuft das glaube ich ganz gut.
Ralf Stockmann Ja, geräuschempfindlich ist mein großer Schon.
Caspar Clemens Mierau Ja, aber dann macht man halt ein anderes Programm. Mit zwei Kindern hätte ich es jetzt nicht gemacht, aber so mit einem Kind geht das. Natürlich muss einem klar sein, dass man nicht in die Talks geht, die man vielleicht sehen will, die guckt man dann später. Aber wir sind halt unglaublich viel rumgelaufen und hatten einfach drei gute Tage dort. Also das hat schon gut geklappt und aus meiner Wahrnehmung hat sich das verändert.
Caspar Clemens Mierau Ich bin ja auch vor zehn Jahren schon mit Kindern auf Kongressen gewesen und ich finde, man merkt, dass alle ein bisschen älter geworden sind und viele haben jetzt Kinder und da hat sich sehr viel getan und du fühlst dich nicht fremd mit Kind auf dem Kongress, sondern das lief tatsache gut und war angenehm.
Caspar Clemens Mierau Und wie gesagt, er hat sich auch total wohl gefühlt und hat dann schöne Sachen gemacht.
Tim Pritlove Das waren jetzt auch die besten Kinderräume ever. Also bisher war das ja, also sowohl früher, also im BCC hatten wir es gar nicht, erst in Hamburg war es ja alles so oben in diesem Balkon vor dem Saal 1, das ging so, war immerhin so mit Teppich und dann halt in Leipzig, da in diesem Konferenzzentrum war das ja so draußen irgendwie, kalter boden gefiel mir nicht so und jetzt gab es halt hinten ganz hinten zwei bei der t shirt ausgabe so zwei große säle wo auf der einen seite war so viel spielplatz das andere war so ein bisschen ruhiger also das ecke mit wickelecke also es war komplette kita groß aber im bcc gab es immerhin die lego ecke die große, Gab es da keine?
roddi Im BCC gab es eine Lego-Ecke.
Tim Pritlove Achso, ja, aber Lego habe ich gerade gar nicht gesehen. Ich habe auch kein Bällebad gesehen.
roddi In einem der Räume ganz hinten in der Ecke. War auch ein relativ großes Bällebad. Lego habe ich tatsächlich auch nicht gesehen diesmal.
Caspar Clemens Mierau Irgendwas habe ich gesehen, aber ich weiß auch nicht mehr was. Aber wir sind da nur ganz kurz gewesen in diesem großen Raum.
roddi Aber es gab lustige so Ausmaldinger. Da hatte jemand so Schwarz-Weiß-Bilder, zum Ausmalen gemacht, die irgendwie witzige Wortspiele hatten.
Ralf Stockmann Ja, also nächstes Jahr ist also fest eingeplant, dass Claudia und ich das einfach probieren und dann aber auch im Wesentlichen ein Kinderprogramm machen.
Caspar Clemens Mierau Genau, also man muss von vornherein sich sagen, das ist kein normaler Kongress und dann geht's.
Ralf Stockmann Genau, und im Zweifelsfall, das war auch schon mal ein Gedanke, engagieren wir uns dann auch einfach im Kidspace und organisieren da irgendwie ein bisschen was mit, weil wenn man da eher abhängt. Also der Große, klar, für den ist auch der Rest dann schon interessant, aber jetzt halt ein Ein Fünfjähriger, mein Kleiner, der will dann natürlich auch immer alles machen und überall mit und so, aber es wird dann nur begrenzt halt funktionieren.
Ralf Stockmann Naja, das kriegen wir schon irgendwie hin.
Caspar Clemens Mierau Genau, die anderen Talks habe ich dann nachgesehen. Zwei haben wir uns angeguckt dort, den über Nintendo DSi-Hacking, der war mit Live-Übersetzung, aber ein bisschen zu schwierig für einen Elfjährigen. Und den über die Demo-Szene, der war dann schon kinderkompatibler. Also sich Demos angucken abends, das war schon ganz nett.
Tim Pritlove Es gab ja ein bisschen Diskussionen. Ich habe da nicht so daran teilgenommen, aber nur gemerkt, dass es die Diskussion gab, dass das Medienecho nicht so gewesen sein soll, wie es es sonst vielleicht mal war. Keine Ahnung. Hast du irgendwie eine Wahrnehmung von außen gehabt?
Ralf Stockmann Habe ich jetzt da ehrlich gesagt nicht drauf geguckt. Also ich glaube, Tante hatte das geschrieben, auf Mastodon, dass irgendwie so das tendenziell irgendwie so eher, gesellschaftsunpolitischer Kongress gewesen wäre oder der zumindest irgendwie nicht so eine Durchschlagskraft in diesen Themen entwickelt hätte, wie schon mal irgendwie in den letzten Jahren.
Ralf Stockmann Und ich mich dann auch immer frage, na gut, vier Jahre irgendwie so dazwischen und irgendwie von einer Krise zur nächsten jetzt irgendwie es bleibt auch erstmal so eine Phase der Selbstvergewisserung. So können wir es überhaupt noch und funktioniert das überhaupt noch? Alles so in den Strukturen, wie es mal funktioniert hat, hat man auch erstmal genug mitzutun. Das wäre so meine Position gewesen.
Caspar Clemens Mierau Also ich glaube, der Auslöser war gar nicht Tante, sondern ein Bericht auf Golem. Das war glaube ich, da gab es nämlich einen Bericht, der hieß richtig so, also da war das das Thema, das Medien-Echo, wo so ein bisschen aufgelistet wurde, was es gab. Es gab ja eine Tagesschau Und es gab definitiv weniger als früher, was auch immer das heißt.
Caspar Clemens Mierau Und diskutiert wurde in meiner Wahrnehmung danach, wie wichtig sind politische Figuren auf den Bühnen, also bekannte politische Figuren. Also wer sitzt dort, damit man ankommt? Dann gab es einen Kritikpunkt im Golem-Artikel, der glaube ich sehr verschnupft aufgenommen wurde, dass die Policy auf dem Kongress wohl war, dass, Kann Medienakkreditierung nur genehmigt werden, wenn kein Artikel hinter einer Paywall verschwindet?
Tim Pritlove Nee, kostenloser Eintritt. Kostenlose Akkreditierung. Kostenlose Akkreditierung, also man muss kein Ticket kaufen, wenn man berichtet ohne Paywall.
Ralf Stockmann Ja, total sinnvoll. Wer könnte da was gegen haben?
Caspar Clemens Mierau Ja, ich finde es ein bisschen schwierig.
Tim Pritlove Ich finde es auch schwierig.
Caspar Clemens Mierau Ich sage mal ein Gegenargument. Moment. Es gibt halt Medien, die können es sich leisten, alles ohne Paywall zu machen und andere haben andere Finanzierungsmodelle und machen teilweise Berichte. Ich verstehe das auch, den Ansatz und würde auch erstmal sagen, ja klar, aber wenn du dich dann mit jemandem unterhältst, der sagt so, dann ist das, es wird schon schwierig. Also schwierige Geschichte.
roddi Auf der anderen Seite, wenn du dann eine Paywall hast und damit Geld verdienst, kannst du auch 150 Euro für die Akkreditierung ausgeben.
Tim Pritlove Du verdienst aber auch ohne Paywall Geld. Und vor allem dann heißt es Werbung, Werbung, Werbung, Anti-Adblocker und volles Programm. Also auf der einen Seite wird immer gefordert, die sollen nochmal ordentliche Businessmodelle haben, damit wir nicht die ganze Zeit ausgeforscht werden. Dann machen sie irgendwie eine Paywall, dann ist es auch falsch.
Tim Pritlove Also ich kann das Argument ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Erdgeist hat das irgendwie nochmal so vorgestellt im Nachgang und dann für meinen Begriff relativ viel Zuspruch gefunden für diese Lösung und ich sehe es als problematisch an. Ich meine, wenn ich mir anschaue, wofür ich so bezahle im journalistischen Bereich, was weiß ich, so Projekte wie Riffreporter oder so, ja, also denen wird dann sozusagen so eine kostenlose Beteiligung versagt, die aber ansonsten sehr engagiert, gut recherchiert arbeiten, also ordentlichen Journalismus machen, aber nur, weil das dann sozusagen für ihre….
Tim Pritlove Nur weil ihr Zielpublikum sich entschieden hat, dafür zu bezahlen, sollen dann andere Arbeitsbedingungen gelten für den engagierten Journalismus, als wenn eine Bude einem mit Werbung und Treckern vollballert. Die kommen dann sozusagen kostenlos rein. Da würde ich mir ehrlich gesagt so als Journalist auch ein bisschen verarscht vorkommen und oft liegt es gar nicht in der Hand der Journalisten selber, die vielleicht aus eigener Initiative sagen, ich berichte da jetzt mal drüber.
Tim Pritlove Ich weiß aber am Ende gar nicht, was die Redaktion letzten Endes entscheidet, ob das Ding jetzt kostenpflichtig oder kostenfrei rausgehauen wird, weil das ist halt unter Umständen auch ein Ergebnis erst danach. Du wirst ja nicht losgeschickt mit mach mal einen Bezahlartikel, sondern berichte mal und dann ist es unter Umständen eine ganz andere Entität, die darüber entscheidet.
Tim Pritlove Das weiß ich nicht ganz genau, könnte ich mir nur sehr gut vorstellen. Ich finde es schwierig. Ich finde generell den Umgang mit der Presse schwierig. Das war schon immer schwierig auf dem Kongress. Es gab die abenteuerlichsten, völlig abgehobenen in Anführungsstrichen Lösungen oder Regelungen. Ja, also teilweise mit irgendwie Presse zahlt mehr oder keine Ahnung.
Tim Pritlove Ich meine, das ist auch ein bisschen auch so ein bisschen so eine. Ich find's wie sag ich das? Keine Ahnung, ich find's so ein bisschen schizophren. Es ist so ein bisschen so, Leute, was wollt ihr eigentlich? Warum immer dieser Beef mit der Presse? Das Ganze hat natürlich einen Hintergrund, weil als der Kongress gestartet ist, in den 80er Jahren, 1984, in Hamburg, ja, Ja, da waren halt andere Zeiten.
Tim Pritlove Ich war ja auf dem ersten, ich war ja auf dem allerersten Kongress. Da gehörte ich zwar noch überhaupt nicht zu dieser, also nicht zu der Hamburger CCC-Szene, sondern so ein bisschen so lokales Hannoveraner-Gewächs. Bin da mit einem Freund hingefahren, war am Wochenende da. So, am Eingang bin ich dann erstmal durch einen Metalldetektor durchgegangen.
Tim Pritlove Das war die Situation auf dem ersten Kongress. Metalldetektor. So wie am Flughafen, ja. Weil, kann ja sein, dass du eine Kamera dabei hast. Ja, musst du dir mal vorstellen, aus heutiger Perspektive, wo jeder eine Kamera dabei hat. Aber damals war es sozusagen, das Feindbild war sozusagen die Presse, die die Szene nicht versteht und die irgendwie mit den Geheimdiensten zusammensteckt und das wurde ja dann nicht besser durch diese ganzen Karl-Koch-Stories und KGB-Hack und also 80er Jahre war einfach super paranoid in dieser Hinsicht.
Tim Pritlove Und ich glaube, das hat schon sehr viel zerstört, weil man sich irgendwie abgearbeitet hat an den Pressemedien, die natürlich wie alle anderen auch von dem Treiben, was dort herrschte, einfach von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten. Mit immer, wie immer, ein paar Ausnahmen von so ein paar engagierten Journalisten, die einfach, ja, aus welchen Gründen auch immer, der Materie halbwegs verbunden waren.
Tim Pritlove Und dann variierte das über die Jahre mal, Presse, alles ganz schwierig, dann Presse kam alles frei, ist natürlich dann auch ein Problem und ich glaube, das ist auch so ein Grund, warum es solche Abwehrhandlungen gibt, dann kommt dann halt, was weiß ich, irgend so ein Auftragsteam für RTL Plus, oh ja, Hacker-Kongress, dann machen wir jetzt hier mal einen Bericht, dann laufen wir hier überall mit einer Kamera durch und dann kommt da irgendeine reißerische Nummer raus mit hier irgendwie Hacker mit Maske und so weiter.
Tim Pritlove Haben wir ja auch alles gehabt. Es ist ja auch viel Blut vergossen worden auf beiden Seiten. Und jetzt versucht man irgendwie was zu regulieren auf eine Art und Weise, wo ich mich halt auch frage, was soll dadurch jetzt besser werden? Wollen wir jetzt die Presse zwingen, keine Paywall zu haben, weil dann können wir das ja nicht alle lesen, aber es geht doch um die Leser der Erzeugnisse, die das, sehen sollen und die sehen das ja nur, wenn es das auch gibt.
Tim Pritlove Also ich bin da nicht glücklich.
Ralf Stockmann Also ich habe das jetzt gerade eben zum ersten Mal gehört. Ich habe das jetzt also noch nicht bis ins letzte durchdacht. Aber in den meisten Fällen ist es ja so, dass du schon pro Artikel entscheiden kannst, hänge ich das jetzt vor eine Paywall oder hänge ich das hinter eine Paywall. Das heißt also, die Anzahl an Medienerzeugnissen, die diese Wahl nicht haben, ist glaube ich dann doch relativ überschaubar klein.
Ralf Stockmann Und es ist ja nicht so, dass die Journalistinnen jetzt rausgehalten werden, dass die jetzt keinen Eintritt bekommen, sondern sie können ja rein. Aber wenn sie halt vorhaben, mit diesem einen Artikel dann entsprechend auch irgendwie Revenue zu machen, dann kann es auf der anderen Seite vielleicht auch...
Tim Pritlove Die haben immer vor, damit Revenue zu machen. Unabhängig von Paywall oder nicht.
Ralf Stockmann Aber ich denke jetzt ein bisschen an die Eröffnung, wo es ja auch irgendwie hier so um die Grundsätze, so ein bisschen so der Hackerethik ging und so weiter. So Informationen sollen frei sein. Und wenn man jetzt sagt, okay, wir haben jetzt so den Kongress, der jetzt das Kongresszentrum so eigentlich dieser Philosophie sein soll, dann sollte vielleicht auch Information über diesen Kongress frei sein.
Ralf Stockmann Und wenn es diese Information nicht frei ist, dann muss sie halt was kosten.
roddi Ist Printmedium eine Bezahlschranke?
Ralf Stockmann Du kannst immer in eine Bibliothek gehen und sie da umsonst durchgucken.
Tim Pritlove Zeug der Bibliothek. Obermord, das war so schämlich. Ja, aber guter Punkt, guter Punkt, ja, also ich meine, wo ist der Unterschied zwischen einer Online-Paywall und einem Kaufpreis, also das heißt der Spiegel, wenn man jetzt für das Magazin schreibt, ist dann Paywall sozusagen. zu sagen. Also ich, sorry, und auch gerade, also Hackerethik, ja, ist toll irgendwie, aber dieses, alle Informationen sollen frei sein, das ist das totale Wischi-Waschi, jeder denkt sich das so, wie es ihm passt, Ding.
Tim Pritlove Also das ist mir einfach zu allgemein. Welche Informationen über wen, wo, in welche Richtung, in welchem Maße, ja, also, wenn wir das wollen, dann machen wir halt unsere Veranstaltung und so machen wir die ja auch. Alles wird gestreamt, alles wird irgendwie frei zur Verfügung gestellt, damit ist das Ziel erreicht.
Tim Pritlove Dass dann im Nachgang sich auch alle genau so verhalten müssen, wie wir uns das vielleicht vorstellen, um es wirklich zu Ende gedacht zu haben, finde ich dann irgendwo auch zu viel des Guten. Also das ist so ein missionarischer, Betüdelungspathos, der dann da drin ist, der meiner Meinung nach mehr zerstört, Also man reißt alles dann auch schon wieder halb mit dem Arsch ein, was man sich damit aufgebaut hat.
roddi Ja, es klingt schon ein bisschen so nach, als hätte man sich in eine Lösung verliebt, ohne richtig über das Problem nachgedacht zu haben, was man eigentlich erreichen will. Also das stimmt schon.
Tim Pritlove Genau.
Ralf Stockmann Ich bin nicht restlos überzeugt. Also ich werde dann noch ein bisschen darüber nachsinnen, aber es ist ein bisschen resoniert, diese Idee einfach bei dir.
roddi Die Frage, was will ich erreichen, ist für mich nicht geklärt an der Stelle, wenn ich diese Maßnahme so wie sie ist angucke. Also wir haben jetzt darüber gemutmaßt, aber eigentlich gibt es da keine Erklärung zu. Das wäre halt mein Problem an der Stelle.
Caspar Clemens Mierau Also ich glaube, was noch dazu kommt, ist, dass oft JournalistInnen, die für Medien schreiben, ja selber gar nicht entscheiden. Also oft wurden ja auch Medienhäuser irgendwann zu Paywall migriert. Das finden die gar nicht so toll unbedingt, die dort schreiben. Schreiben und werden jetzt sozusagen nochmal, also viele wollen ja gerne für die Öffentlichkeit schreiben, dann ist es eine Paywall, dann müssen die sich selber damit arrangieren, in der Regel steckst du viel Kritik ein als Medienhaus von der Nutzerschaft, kennen wir ja selber, man ist genervt von Paywall, sagt immer blöde Paywall und ich glaube es ist so unnötiges vor den Kopf stoßen und ich habe nicht verstanden, warum der Kongress ein Problem lösen will,
Caspar Clemens Mierau was gar nicht vielleicht auf diesem Kongress gelöst werden muss. Also es ist ja jetzt nicht das Hauptanliegen. Also ich fand es auch unnötig irgendwie.
Ralf Stockmann Also vielleicht stört mich auch darum, dass das meiner Meinung nach irgendwie falsch rumgelesen wird. Also der Preset ist doch, jeder bezahlt was. Und diejenigen kriegen es günstiger, die irgendwo halt sich an eine bestimmte Sonderspielregel halten. Die kriegen einen Bonus. Und alle anderen sind halt so wie alle anderen Tierchen. Also warum müssen Journos, die da drei Tage lang die volle Infrastruktur mitnehmen, warum müssen die da überhaupt einen kostenlosen Eintritt bekommen? Erschließt sich mir nicht.
Tim Pritlove Aber das ist ja eine andere Diskussion.
Ralf Stockmann Aber das ist genau dieses selbe Problem, einfach andersrum.
Tim Pritlove Ja gut, aber das erste ist ja, es gibt keine Gleichbehandlung. Also man kann ja sagen, wir wollen alle gleich behandeln, fertig. Dann kann sich auch keiner beschweren. Aber so dieses je nachdem, wie du in welchem Medium jetzt irgendwie was am Ende dir vergüten lässt, davon machen wir das abhängig. Das sät einfach Probleme. Man kann natürlich sagen, alle Zahlen hatten wir auch schon mal.
Tim Pritlove Aber ich sage dir auch aus der Erfahrung des Veranstalters. Und damit hast du dann auch wieder ein Problem an der Backe, weil das ist halt einfach bei anderen Veranstaltungen nicht so. Da kann man sich natürlich auf die Hinterbeinen stellen und sagen, ja, aber wir sind ja der CCC, sind ja überhaupt das Tollste auf der ganzen Welt und bei uns läuft es halt anders und da müsst ihr euch dran gewöhnen.
Tim Pritlove Wir sind ja so geil, ihr habt euch halt jetzt hier mal an unsere Regeln zu gewöhnen. Da kann ich einfach nur sagen, das bindet so viel Stress und Leute und Energie auf so einer Veranstaltung, das willst du einfach nicht. Also das ist halt einfach, das ist die Sache nicht wert. Lass die da sich akkreditieren, lass die nachweisen, dass sie da wirklich schreiben, überprüft das danach, ob auch wirklich was bei rausgekommen ist oder ob die dich nur getrollt haben.
Tim Pritlove Dann kannst du beim nächsten Mal, setzt dir auf eine Liste, dann kommen die halt nicht wieder rein. Das kann man irgendwie alles leisten. Aber sich da groß den Hack-Mack zu machen, ich finde das völlig in Ordnung, dass Leute anreisen, die eigentlich nicht kommen würden. Es gibt natürlich welche, die würden, wenn sie nicht da, also die so eine große Affinität haben zu dieser Szene, ja gut, dann kriegen die halt was kostenlos.
Tim Pritlove Daran, da stirbt die Veranstaltung nicht mit. Aber du machst einfach einen klaren Akkreditierungsprozess, du bist akkreditiert, zack, bumm, hier hast du dein Ticket, hier sind aber auch deine Rules, hier hast du da irgendwie auch ein Presse-Badge, das heißt ja auch von dir wird ja auch erwartet, dass du dich dann auch an bestimmte Regeln dann auch hältst und bist ja auch als Presse dann sichtbar und so weiter, also das ist ja nicht nur One-Way, sondern das ist ja sozusagen Two-Way und ich finde, auf den Kongressen, wo wir einfach gesagt haben.
Tim Pritlove Akkreditierte Presse, kostenlos rein, fertig, Ende der Diskussion, alle, die mit Video unterwegs sind, kriegen nochmal einen Video-Engel dazu, ist eigentlich etwas, was funktioniert hat, aber diese Paywall-Sache, ehrlich gesagt, Das wollte ich nochmal kurz fragen.
Caspar Clemens Mierau Ich habe auch nur so etwas gehört, es gibt irgendwie manchmal, dass JournalistInnen begleitet werden. Das sind die, die Videos machen? Und wofür sind die da?
Tim Pritlove Ja, weil es halt generell die Fotopolicy gibt, dass Leute, die auf Bildern später erscheinen, halt gefragt werden. Und da solche Kamerateams das nicht gewohnt sind auf solchen Veranstaltungen, weil die einfach reinlaufen und alles abfilmen, gibt es dann halt Videoengel, die begleiten die, um denen sozusagen auch behilflich zu sein.
Tim Pritlove Ich habe die Anführungszeichen gehört.
roddi Wird.
Tim Pritlove Naja, teilweise sind sie das sicherlich auch, weil die wissen ja auch Bescheid, die wissen, wo man hingeht, wen man fragen muss, die wissen auch mit der Community umzugehen, die können dann, weißt du, wenn dann ein Engel kommt und sagt, Leute, hier Aufnahmen, ihr wisst schon, seid ihr damit okay und so, dass die das nicht machen müssen, weil das für die unter Umständen ungewohnt und awkward ist, das ist ja auch völlig in Ordnung. Also das ist ja auch eine Hilfe.
Tim Pritlove Und das ist auch ein Aufwand, den man treibt. Also, Ich glaube, das meiste ist schon okay, wie es gemacht wird und auch gereift und sicherlich ist auch dieser Akkreditierungsprozess im Vorfeld schon ganz gut durchlebt und die kennen ihre Pappenheimer. Ich fand halt jetzt nur diesen Teil ein bisschen doof, aber da müssen wir jetzt auch nicht weiter drauf rumreiten, da hat sicherlich jeder seine eigene Meldung.
Tim Pritlove Aber es gab, wo wir uns jetzt über die Außenwirkungen Gedanken gemacht haben, einen Beitrag, einen Feature, einen Clip bei Logo. Habt ihr das gehört?
Caspar Clemens Mierau Gehört, aber nicht gesehen.
Tim Pritlove Logo. Logo hat nämlich erklärt, was der CCC ist. Kann man schon mal machen, oder?
roddi Da ist ganz schön viel Zwusch, Plopp, sonst was drauf.
Tim Pritlove Naja, es ist halt ein Video mit so ein bisschen animiert. Da ist jetzt nicht viel Information.
roddi Jaja, aber ohne das Video ist es sehr, sehr merkwürdig.
Tim Pritlove Ja, ja.
roddi Zwusch und Zwosch und Plopp und Plupp da dran.
Tim Pritlove Das könnte man natürlich hier auch mal einführen. Einfach so Begleitsounds machen.
roddi Also, keine Ahnung. Ich habe so das Gefühl, manchem Streamer wäre das zu viel.
Tim Pritlove Ich habe schon mal darüber nachgedacht, so Kapitelmarken und so weiter auch so in der Sendung akustisch zu teasern, aber das...
roddi Ja, nee.
Caspar Clemens Mierau Die Twitcher kennen das doch alle. Wenn so Subs kommen und so, dann klingt das da doch ständig im Stream.
Tim Pritlove Wenn Subs kommen?
Caspar Clemens Mierau Ja, wenn jemand subscribt in Twitch-Streamen, dann kommt doch da so...
Tim Pritlove Oder was spendet.
Caspar Clemens Mierau Genau, dann poppt doch immer sowas auf.
Tim Pritlove Das wäre cool, noch so ein Spenden-Klingel. Immer, wenn jemand hier was spendet.
Caspar Clemens Mierau Du musst dann aber auch mal sagen, so, danke, Hasi73.
Tim Pritlove Ja, das stimmt. Das muss man dann machen.
Caspar Clemens Mierau Ja.
Tim Pritlove Ist awkward, oder? Für mich ist das awkward. Tja.
Caspar Clemens Mierau Also jedenfalls, die Erklärung, die da gerade kam, wir haben ja so die letzten 10, 20 Jahre damit zugebracht, oft den Begriff Hacker zu erklären und man kann da jetzt vielleicht einzelne Formulierungen sezieren, aber so generell entspricht das schon dem, wie man sich gerne präsentieren wollte, oder? Absolut.
Tim Pritlove Insofern würde ich sagen, alles richtig gemacht und schon angekommen in der Gesellschaft.
Caspar Clemens Mierau Gut, dass das Logo keine Paywall hat.
Ralf Stockmann Genau. Genau.
Caspar Clemens Mierau Sonst hätte es dir alles nicht gegeben. Genau.
Tim Pritlove Wobei ich glaube, das ist im Vorfeld entstanden. Ja, kommen wir vielleicht mal kurz auf die Sache mit den Talks. Rolly meinte schon, du hast nichts gesehen.
roddi Ich habe nichts gesehen, nein.
Tim Pritlove Gar nichts? Nö. Nicht mal die Eröffnungsveranstaltung oder sowas?
roddi Nö. Nö?
Tim Pritlove Okay, kann man machen.
Caspar Clemens Mierau Auch nicht im Nachgang?
roddi Bis jetzt noch nicht, nee. Nee, also ich hatte mir den U-Boot-Vortrag vorgenommen, weil ich da viel Gutes drüber gehört habe, aber habe es noch nicht gemacht. Ich bin halt inzwischen beim Kongress, um die Leute zu sehen, mehr als mir die Talks anzugucken. Besonders, wenn man die eh im Video hinterher nachgucken kann.
Tim Pritlove Ja, es gibt Dinge, die kann man nicht nachgucken. Ich weiß. Und das ist vor allem so, was vorher, nachher passiert und so die Atmosphäre in den Sälen. Und ich war ganz schön, also ich habe jetzt auch nicht so viele Talks gesehen, aber ich war total interessiert daran, wie so die Atmo sein würde. Weil mir ist das so in Leipzig ein wenig verloren gegangen.
Tim Pritlove Also nicht nur, dass ich die Atmo nicht miterlebt habe, sondern dass die Atmo so ein bisschen verloren gegangen ist. Diese Säle waren alle zu... Industrial, alles zu kalt, alles zu dunkel auch irgendwie und wenn man in diesen Saal 1 reinkommt, das geht mir einfach das Herz auf. Einfach diese Nähe auch vom Publikum zur Bühne, das macht mega was aus.
Tim Pritlove Diese ganzen Zwischenrufe, dieses lustige Hin und Her, diese ganzen Rituale mit dem Kompaktieren, dem Defragmentieren der Sitze, sodass sozusagen auch jeder Platz noch genutzt werden kann. Die ganzen Ansprachen, aber vor allem eben das auch, was während der Talks so passiert. Da war ich gespannt drauf und bin letzten Endes zu dem Schluss gekommen, das ist jetzt wieder so, wie es sein soll, weil einfach so ein Konferenzsaal ist einfach was anderes als eine in die Messe reingebaute Vortragssituation.
Tim Pritlove Da kannst du dich noch so sehr anstrengen.
roddi Ja, ja, schon. Also da gehe ich auch d'accord.
Caspar Clemens Mierau Ja, also ich gucke gerne Talks danach, weil ich die dann wirklich sehr konzentriert gucke am Rechner. Also ich bin gerne dort, um die Stimmung aufzugreifen, das finde ich auch toll. Aber wenn es wirklich um so eingemachte Themen geht, die dann auch technisch wirklich komplex sind, dann gucke ich das tatsächlich lieber wirklich später.
Caspar Clemens Mierau Also dann googelt man ja dann doch noch nebenbei und drückt mal auf Pause, was im Vortrag immer schwierig ist. Also ich finde die Wahlfreiheit schön, aber dort nehme ich nicht technisch wirklich viel mit. Da nehme ich eher so einen Eindruck mit. Ich habe da diesen zum Beispiel über Nintendo DSi-Hacking gesehen, der war aber so komplex. Also für mich jetzt, da ging es irgendwie darum, wie mit magnetischer Strahlung auf die DSI eingeschossen wurde, damit die irgendwie Sachen, und dann denke ich, okay, das muss ich nochmal in Ruhe irgendwie nachschauen.
Caspar Clemens Mierau Aber ich finde es toll, also das finde ich auch wirklich toll, dass im Nachhinein die meisten Vorträge dann auch wirklich gut aufbereitet online dann sind.
Tim Pritlove Ja, also so wie das Vogue das produziert, ist es natürlich mittlerweile eine totale Freude. Manchmal sind bei Aufzeichnungen, ist manchmal so die Entscheidung mit wann werden Slides gezeigt, wann nicht. Das ist natürlich auch noch so ein Problem, wenn man halt die Talks, ich weiß nicht, ist das eigentlich mittlerweile so, dass man, kann man die Talks auch so mit mehreren Videospuren? Ich glaube nicht. Das gibt es noch nicht.
Tim Pritlove Das fehlt mir so ein bisschen, dass man die Möglichkeit hat, sich einen Talk, entweder nur Slides oder je nachdem, was einen mehr interessiert, die oder die Kamera. Also ich hätte gerne sozusagen alle Kameraeinstellungen oder zumindest die Speaker versus Slide-Dinger. Ich hätte gerne mindestens zwei Videostreams.
Tim Pritlove Das ist nochmal so ein Nebenaspekt, es macht natürlich Sinn, auch vor Ort zu sein, entweder weil man selber Fragen stellen möchte oder weil man, danach mit den Speakern noch connecten möchte, oder eben mit all den anderen Leuten, denen es genauso geht, also wenn man wirklich nah an dem Thema dran ist, dann denke ich mal, hat man ein großes Interesse dran, aber wie auch immer, ist klar, vielen Leuten geht es so, wie ihr das gesagt habt, andererseits, ich Ich habe keinen einzigen leeren Saal gesehen.
Tim Pritlove Es war immer alles knackevoll. Bis in die Puppen.
roddi Das kommt ja dann noch dazu. Also das ist irgendwie, wenn man mal so leger in den Talk reingehen kann.
Tim Pritlove Also es war immer noch ein Platz, mit ein paar Ausnahmen, es war schon immer noch Platz zu kriegen, aber es war jetzt nicht so, dass da jetzt nur so 30 Leute saßen. Das Interesse war generell sehr, sehr, sehr groß. Also es war einfach immer volle Säle, nicht unbedingt übervolle Säle, aber halt volle Säle und das spielt natürlich auch nochmal eine Rolle für die ganze Atmosphäre, auch für die Leute, die da vortragen.
roddi Da sagt jemand stiller Feueralarm, das war ein Problem.
Tim Pritlove Das war in der Tat ein Problem, das war ganz merkwürdig, es gab, hast du das irgendwie verstanden, warum das so sein musste?
roddi Warum das so sein musste nicht, aber dass es so war, also das ist so, also gerade.
Tim Pritlove Vielleicht sollten wir erstmal beschreiben, was passiert ist.
Ralf Stockmann Wir sollten erstmal beschreiben. Ja, was war das?
roddi Ich weiß es jetzt nur von der Sendezentrumsbühne, da war das so, dass, warum der ausgelöst wurde, ich glaube es war wohl der Nebel in der Vorhalle, der immer wieder in irgendwelche Rauchmelder reingegangen ist und dadurch etwas ausgelöst hat, was stiller Feueralarm genannt wurde. Dieser Feueralarm führte aber nicht dazu, dass eine Sirene losgegangen ist, sondern nur, dass die PAs in manchen Vortragsräumen ausgeschaltet wurde.
roddi Was zur Folge hatte, dass die Leute, die dann diesem Vortrag folgen wollten, nichts mehr gehört haben, weil die PA ja aus war. Also das war wohl ein größeres Problem. Wie gesagt, im Sendezentrum ist es diverse Male passiert. Ich glaube, die aufgezeichneten Podcasts hatten jetzt kein direktes Problem damit, weil die Aufzeichnung einfach weiter lief und der Stream und alles.
roddi Aber die Leute im Saal haben halt dann immer nichts mehr gehört. Und jetzt, obwohl man eine gute PA hat, da noch eine hinzukarren, ist ja auch Quatsch.
Tim Pritlove Ja, also da muss auf jeden Fall irgendwas getan werden.
roddi Aber es ist wohl so, dass die Techniker das jetzt auch wissen und dass da schon so ein bisschen dran gearbeitet wird, das Ganze irgendwie, weil das wohl teilweise auch eine Fehlverkabelung war und, und, und.
Tim Pritlove Manche gerade im Chat, CO2-Melder hat ausgelöst, keine Ahnung. Also ich weiß es nicht, was da wirklich….
roddi Also für das Haus war es wohl genauso eine Lernkurve wie für den Kongress selber, weil die das halt auch noch nicht kannten.
Tim Pritlove Wie immer ist der Kongress ein Härtetest. Das Gebäude hatte eh ein paar Bugs. Also so sehr ich jetzt den Umbau gelobt habe, also die Techniker haben ganz schön gestresst reagiert. Es sind mehrere Male die Fahrstühle ausgefallen. Das ist wohl auch nicht zum ersten Mal passiert.
Caspar Clemens Mierau Ich dachte im Reddison nebenan. War das im Kongress?
Tim Pritlove Im Reddison gab es das auch. Da gab es eine Rettungsaktion. Da bin ich Gott sei Dank in einen anderen Fahrstuhl eingestiegen. Das war gerade als ich da fuhr. Also einer ist irgendwie hängen geblieben. Weiß nicht warum.
roddi Also meine Apple Watch war nicht schuld.
Tim Pritlove Nee, aber die Zuverlässigkeit der neuen Fahrstühle ist wohl nicht gegeben.
Caspar Clemens Mierau Okay.
Ralf Stockmann Es gibt ja wenige Dinge, bei denen man sich mehr Zuverlässigkeit wünscht als bei Fahrstühlen, oder? Sollte man doch meinen, dass es 2000… Kongresszentren. 2023 ein grundsätzlich gelöstes Problem ist.
Tim Pritlove Ja, aber da sind wir wieder bei diesem Software-Bloat. Das ist halt einfach mittlerweile tausend Features und keiner hat es mehr unter Kontrolle und alle wollen dann doch noch mal weiter in Turbo Pascal programmieren.
Caspar Clemens Mierau Niklaus Wirth hatte Recht.
Tim Pritlove Ja, genau. Also Niklaus Wirth hatte Recht.
roddi Hardware-Bloat. Okay, das sind SUVs. Das ist Hardware-Bloat.
Tim Pritlove Alright. Und ja, was kann man denn noch, du hast einen Talk jetzt hier in der Vorbereitung noch erwähnt, den habe ich mir dann auch nochmal angeschaut. Den finde ich ganz interessant, auch im Kontext dessen, was wir vorhin besprochen haben. Und zwar ein halbstündiger Vortrag über SMTP-Smuggling. gelingen.
Tim Pritlove Und das ist wirklich eine interessante Geschichte. Also das ist ein kurzer Vortrag, halbe Stunde und das ist wohl auch kurz vor Weihnachten losgegangen, du hast ja vorhin erzählt, dich hat das ja indirekt auch betroffen.
Caspar Clemens Mierau Genau, also Tatsache war ich eigentlich auch gewillt, in diesen Vortrag zu gehen und zu pöbeln. Man hatte sich eigentlich ein bisschen verabredet vorher im internet dahin zu gehen und und seinem unmut luft zu machen weil kurz vor weihnachten wurde ich hoffe ich erzählte richtigen chronologie der smtp smuggling, Oder besser gesagt, ein Angriff wurde publik, der unter anderem den sehr weit verbreiteten Mail-Server Postfix betraf und dort nicht gepatcht war bisher.
Caspar Clemens Mierau Ganz kurz, worum geht es? Es geht darum, Absenderadressen zu fälschen. Das brauchen wir jetzt ja nicht groß wiederzuerzählen, weil der Talk erzählt das wirklich toll, wie das funktioniert. Und das wurde eben zwei Tage vor Weihnachten publik und viele Menschen, die Mail-Server administrieren, ich betreue einen für so einen sozialen Verein in Berlin, der mehrere hundert Nutzer hat, da musst du halt sowas lösen, so eine Probleme. Probleme.
Caspar Clemens Mierau Und das war echt so, dass man, man hatte kurz so einen Mittelfinger einfach ins Gesicht bekommen und dachte auch so, ey Leute, wie seid ihr denn drauf? Echt zwei Tage vor Weihnachten? Echt jetzt? So. Oder die haben einen Talk auf dem Kongress, ich weiß nicht, das lief so auf Mastodon und so, ja da gehen wir hin und denen sagen wir mal die Meinung.
Caspar Clemens Mierau Auf dem Kongress hat der das nochmal alles eingeordnet und da klang das dann alles ein bisschen anders. Der hat wirklich sich entschuldigt, der hat gesagt, das ist echt blöd gelaufen, aber hat auch erklärt, warum das blöd gelaufen ist. Und die Wahrheit liegt da ein bisschen mehr in der Mitte, also wie die verschiedenen Vendors und so sich da reingehängt haben.
Caspar Clemens Mierau Aber prinzipiell kann ich erstmal diesen Vortrag wirklich sehr empfehlen, wenn man selber oder auch anderen erklären will, wie Hacking funktioniert. Weil das ist ziemlich gut nachvollziehbar, was da passiert. Und es ist auch interessant. Weil der erzählt, wie er auf die Idee gekommen ist. Also dass er sagt, er hat gegoogelt, wie kann man Firmen, also das ist ein Security-Forscher, der hat echt gegoogelt, how to hack a company fast und Antwort war, na Phishing ist immer noch so die Hauptentstiegspunkt.
Caspar Clemens Mierau Er dachte sich, okay, wie kriege ich gute gespoofte Mails hin mit SMTP, das ist das Mail-Protokoll und dann hatte er, finde ich, einen sehr interessanten Einfall. Er sagt, was kann ich denn für bekannte Sicherheitslücken aus anderen Protokollen in SMTP nochmal nachbauen. Und dann hat er HTTP-Requests-Smuggling genommen, wo man mehrere HTTP-Requests in einen Request einpackt und hat überlegt, kriege ich das mit SMTP hin?
Caspar Clemens Mierau Lange Rede, kurzer Sinn, ja, durch ein Wechselspiel von verschiedenen Mail-Providern und Software geht das relativ einfach dann. Wenn man das sieht, denkt man sich so echt und es spielen auch Windows und Linux eine Rolle, einfach echt wieder so Line-Feed und Carriage-Return, also so ganz alte Sachen aus den 80ern.
Caspar Clemens Mierau Also wenn du das hörst, denkst du dir, das ist so eine Geschichtsreise, was da wieder hochkommt. Und was rauskommt ist, dass er in der Lage war, sich von admin.outlook.com irgendwie SPF-konforme Mails irgendwie zuzuschicken, was schon wirklich, also da muss man sagen, echt große Leistung, aber eben mit ganz wenig, mit ein paar Leerzeichen und Carriage Returns.
Tim Pritlove Ja, also das war wirklich toll und auch ohne zu sehr, also ich will jetzt nicht die ganze Technik vorspielen, Aber der Schlüssel ist sozusagen der. SMTP ist ja das Protokoll, mit dem man Mails versendet. Sowohl wenn ich die jetzt losschicke an meinen Mail-Provider, der sie erstmal annimmt und der stellt sie dann auch mit SMTP zu.
Tim Pritlove Das heißt, üblicherweise hast du mindestens zwei Hops dabei. Deiner nimmt es erstmal an und prüft, ob du derjenige sein darfst, von dem du jetzt behauptest, dass du es seist. Also wenn ich jetzt Tim mit Britlove.org schicke jetzt eine Mail, dann kommt der Mail-Server und guckt so, bist du denn der auch?
Tim Pritlove Ah ja, hier Passwort, ich kenne dich ja, du hast bei mir einen Account. Und dann geht dieser Mail-Server als, hallo, ich bin zuständig für BritLoveOrg, das kann ich beweisen, weil das steht hier in dem und dem und dem und dem Rekord. SPF hast du gerade genannt, gibt noch ein paar andere Methoden, mit denen man das belegen kann.
Tim Pritlove Und der empfangende Mail-Server, der sagt dann so Ah, du bist für BritLoveOrg zuständig, dann wirst du ja auch dafür gesorgt haben, dass dieser Tim mit BritLoveOrg auch nachgewiesen hat, dass er er ist. Und die hier verwendete Technik ist sozusagen, man schickt quasi zwei Mails in einer und es gibt dann so eine Trennung zwischen diesen beiden Mails, die von dem ersten Mail-Server nicht gesehen wird, aber von dem zweiten.
Tim Pritlove Also es ist immer die Kombination aus beiden. Das heißt, du schickst eine los, schaust drauf und sagst, ja okay, ist eine, schick die genau so weiter, wie sie ist und auf der anderen Seite wird sie als zwei Mails interpretiert und dann steht halt im zweiten Teil eine andere Adresse und dadurch entsteht sozusagen diese falsche E-Mail.
Tim Pritlove Wirklich funny. Und dieser Trenner ist halt nichts anderes als die Sequenz crlf.crlf. Und da denkst du ja auch so, was zur Hölle wird sich das denn einfallen lassen? Und der Grund dafür ist natürlich folgender. Das ist ja ein Protokoll, seit wann gibt es SMTP?
Caspar Clemens Mierau Ja, lange.
Tim Pritlove Sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr lange. Also das ist eines der allerältesten Protokolle im Internet überhaupt. So in dieser ganzen Ära Telnet und so weiter. Ich gucke gerade mal, ist hier irgendwas angegeben? 1973 sehe ich hier.
Caspar Clemens Mierau Also Anfang der 70er.
Ralf Stockmann Genau, also ganz am Anfang, Mail ist ja auch… Da steht 82 gerade jetzt hier.
Tim Pritlove Achso, das ist ein Vorgänger. Entschuldigung, das war ein Vorgänger. Okay, 1982, aber Mail war ja sozusagen schon abhanden, das war ja quasi der erste Dienst. Also es ging um Mail und es ging um Datentransfer, das waren so die beiden großen Dinger. Und okay, 82 kam dann SMTP dazu, das passt auch besser. Und warum dann so ein Punkt?
Tim Pritlove Also warum so ein Soft-Trainer? Weil damals alle Protokolle. Eigentlich dafür geeignet waren, dass man sie im Terminal von Hand eingetippt und ausprobiert hat. Also um überhaupt erstmal Protokolle zu testen, also ich habe das auch gemacht in den 80er Jahren. Also alles, ich konnte Mails einfach quasi von Hand absetzen.
Tim Pritlove Weil man eben... Ja, ich musste nichts verschlüsseln und so weiter. Es war halt einfach Plaintext und alles so zeilenbasiert. Und das heißt, wenn ich die Mail geschrieben habe, wusste ich auch noch vorher nicht, wie lang die ist. Deswegen konnte ich sie nicht encapsulaten mit, jetzt kommen so und so viele Bytes und dann kommt die Mail, weil diese Information so vorher noch gar nicht existierte.
Tim Pritlove Also hat man gesagt, ja, wenn der Punkt dann alleine auf einer Zeile, also Leerzeile, Punkt, Leerzeile, das ist dann sozusagen der Trenner. Ja, fragt man sich natürlich auch so, ah ja, okay, wenn ich jetzt aber in meiner Mail genau diesen Inhalt habe, was ist es dann? Und genau da bricht das irgendwie auseinander.
Tim Pritlove Und da die Software da draußen sehr unterschiedlich damit umgesetzt ist, Das ist wie mit Regular Expressions und all diesen ganzen Wie paarst du deinen Scheiß? Jeder hat dann irgendwie einen anderen Ansatz und das wird dann in dem Talk auch noch genau erklärt und dann halt noch diese ganze Konfusion, dass ja, DOS, Unix und der Mac also die drei dominanten Betriebssysteme hatten drei unterschiedliche Arten und Weisen, wie man Zeilen trennt.
Tim Pritlove Also der Mac hat CR gemacht, Unix hat LF gemacht und DOS hat CR, LF gemacht.
roddi Classic Mac OS muss man dazu zu sagen. Also das, was es jetzt seit über 20 Jahren nicht mehr gibt.
Tim Pritlove Genau, genau, genau. Und ich würde sagen, für alle Ansätze hat man was für sich. Also man kann jeden dieser Ansätze kann man vertreten. Das war ein bisschen umständlich. Letztlich hat sich für Textdateien LF durchgesetzt, aber im Internet ist halt CRLF der Trainer. Immer noch. Naja, auf jeden Fall fand ich das auch ganz interessant, dass man also hier wieder auch gesehen hat, wie diese ganze schwere Geschichte, also 82, also das Ding ist jetzt quasi 32 Jahre alt. Nee, 40.
roddi 42 Jahre alt.
Caspar Clemens Mierau Also SMTP ist auch wirklich ein, also heutzutage ist es ein furchtbares Protokoll. Das ist so zusammengestöpselt und so viel drauf.
roddi Da habe ich gleich wieder diesen Holländer im Ohr. Und zwar, wir haben in der Firma, machen wir jedes Jahr so ein Sicherheitstraining. Und das erste, was er sagt, wenn er reinkommt, ist, everything is broken beyond belief. Und das ist halt genau das wieder gewesen. Everything is broken beyond belief. lieb.
Caspar Clemens Mierau Ja, und also mir ging es auch so, als er das erzählt hat, ich dachte dann so, okay, der hat das jetzt rausgefunden, publik gemacht, aber das ging ja wahrscheinlich schon jahrzehnt gefühlt so. Also wie lange wurde das auch schon benutzt? Das ist dann nämlich die nächste Frage. Was interessant war bei ihm, dass er noch erzählt hat, wie so die verschiedenen Stakeholder damit umgegangen sind.
Caspar Clemens Mierau Überraschender Weise für mich war GMX total kooperativ und ganz ganz weit da vorne, die haben richtig, Applaus bekommen und auf der Darkseid war irgendwie, ich glaube, Cisco, die irgendwie das als Feature verkauft haben, dass man dann abschalten kann.
roddi Aber jetzt auch nicht verwunderlich bei Cisco.
Tim Pritlove Es ist tatsächlich eine User-Option. Also du kannst das sozusagen als Feature anklicken.
roddi Per Inner-Purchase oder was?
Tim Pritlove Nö, aber das war so ihre Argumentation, ja wieso, das ist doch ein Feature, das kannst du auch ausmachen, wenn es dich stört.
Caspar Clemens Mierau Das war so ein Default-Feature irgendwie, das aber an ist, genau. Und Microsoft irgendwo auf der Mitte. Ja, jedenfalls den Talk kann ich sehr ans Herz legen. Ich glaube, der ist gut als Verständigungsding. Ja.
Tim Pritlove Ja, ich bin jetzt auch weit davon entfernt, das ganze Programm gesehen zu haben. Ein paar Sachen, ich habe mir natürlich die Sachen mit den Zügen angeschaut, weil das war natürlich super heiß. Die drei polnischen Hacker, die da waren, die erklärt haben, wie sie diese Geschichte mit den geblockten Zügen in Polen gelöst haben, wo halt die Herstellerfirma Software eingebaut hat, um ihre Züge außer Betrieb zu setzen, wenn die in den Wartungshallen anderer Unternehmen stehen.
Tim Pritlove So richtig mit GPS-Location checken und so weiter. Und das ist, die sind, also was daran, also abgesehen davon, dass das technisch brillant ist, was sie da gemacht haben, also die Fertigkeiten, die sie da an den Tag gelegt haben, um das rauszufinden, also so Code auslesen, disassemblieren, irgendwie rausfinden, was der macht, den verstehen, Wege finden, zu begreifen, wie man das, was da was beeinflusst, etc.
Tim Pritlove Das, okay, das ist schon so der Teil, aber auch die Souveränität, mit der sie da auf der Bühne standen und irgendwie klar gemacht haben, dass sie überhaupt gar keine Angst haben vor diesem Unternehmen und die können sich dreimal irgendwie umdrehen, wenn die weiter versuchen, sich mit schlechten Argumenten zu verteidigen, wird es nur ihr Schaden sein.
Tim Pritlove Das allein fand ich schon grandios.
Caspar Clemens Mierau Ich fand es sehr lustig, als sie erzählt haben, wie sie dazu kamen, das Ding zu hacken. Dann haben die da in der Werkstatt überlegt, wen sie helfen können. Dann haben sie irgendwie Polish Hacker gegoogelt und haben darüber sie gefunden. Also sie sind irgendwie das Ergebnis.
Tim Pritlove Genau.
Caspar Clemens Mierau Es ist eine Suchanfrage gewesen.
Tim Pritlove Absolut. Gut, ich würde sagen 7.30 C3 können wir dann erstmal zumachen, soweit, wenn wir sicherlich nochmal in den nächsten Sendungen was zu berichten haben So, was sonst noch passiert?
Caspar Clemens Mierau Tetris wurde durchgespielt Ja, durchgespielt ist so ein komischer Begriff, oder?
Tim Pritlove Dafür, was da passiert ist Naja, es wurde, Level 157 erreicht erreicht. Und es gibt da eine sehr interessante Dokumentation dieses Vorfalls, in dem schönen Namen The True Kill Screen. Nach 34 Jahren hat irgendwie ein sehr junger Bursche, keine Ahnung wie alt der ist.
Caspar Clemens Mierau 13 glaube ich.
Tim Pritlove Ja, der hat Dinge erreicht, die, man noch vor kurzem wohl für unmöglich hielt. Für mich war die eigentliche Botschaft dieses Videos war, es gibt Tetris-Meisterschaften im Jahre 2023 noch und wahrscheinlich in alle Ewigkeit. Tetris-Spielen, das Original-Tetris-Spielen auf SNES, genau. Is a thing. Und es gibt da halt Super-Nerds, die da nicht nur dieses dieses Spiel spielen, sondern die dann auch noch immer wieder neue Techniken entwickeln, wie man dieses Spiel noch besser spielen kann und es umfasst so Dinge wie wie man den Controller anfasst und wie man mit den Fingern auf den Buttons herumwalkt, um schneller reagieren zu können.
Tim Pritlove Ich war ja schon komplett im Eimer, als ich nur gesehen habe, mit welcher Affengeschwindigkeit die auf diese Dinger reagieren und die da einsortieren. Also Ich könnte glaube ich keine Software schreiben, die das so gut machen kann. Irre. Und jetzt gab es so verschiedene Barrieren, wo man in diesem Spiel schwer vorankam.
Tim Pritlove Jetzt bin ich mir gerade nicht so sicher, ob ich mich jetzt noch an alle Details erinnere. Auf jeden Fall gab es so ein natürliches Ende und es gab aber dann noch ein anderes Ende, wo nämlich die Software tatsächlich in Fehler reinläuft, wo sie dann sich aufhängt. Und das hat wohl noch nie einer geschafft und das hat jetzt hier Blue, wie hieß er, Blue Scotty, der hat es halt irgendwie geschafft und allein das Video von ihm in dem Moment, als er das erreicht hat, ist priceless. lässt sich einer so was. Nein.
roddi Aber das ist doch so wie der Typ, der Pac-Man durchgespielt hat und den ultimativen Highscore von Pac-Man gemacht hat, indem er irgendwie alle Punkte, die man in diesem Spiel das, 255 Level hat oder so, weil dann der Zähler überläuft, machen konnte. Das ist doch eigentlich genau das Gleiche.
Tim Pritlove Genau, und das ist auch bei Tetris auch so, weil das macht dann das Video klar, dass die, also sie haben natürlich dann auch mit AI da Methoden entwickelt, das einfach durchzuspielen und es gibt schon die Möglichkeit auch wirklich wieder auf Level 0 zu kommen. Man muss dann sozusagen nur diese Killscreen, also diese diese Aufhängesituation gezielt umfahren.
Tim Pritlove Also hier war erstmal das Ziel, überhaupt da erstmal hinzukommen, dass sich das Ding aufhängt. Und der nächste ist sozusagen, das dann wiederum explizit zu verhindern, weil es dann immer nur unter bestimmten Bedingungen passiert. Es ist nicht so, dass es auf jeden Fall in Level 157 passiert, sondern nur wenn das Element auf das Element folgt oder keine Ahnung, und das kann man irgendwie dann noch umfahren und es wird immer alles noch völlig absurd schnell.
roddi Das ist ungefähr so wie dieser Hack bei irgendeinem Mario, wo man bei einer bestimmten Tastenkombination, wenn man Mario richtig bewegt, ein Exploit auslöst, mit dem man dann in den Speicher reinschreiben kann, dass man jetzt den ultimativen Highscore hat. Und dann hat man innerhalb von fünf Sekunden oder so Mario komplett den Highscore, den den alle Neunen voll oder so.
Ralf Stockmann Ja, aber diese Gaming-Exploits sind schon wirklich skurril. Also ich hatte hier in unserer kleinen Vorbesprechung schon kurz den Fall Zelda. Spiele ich jetzt halt gerade mit meinen beiden Jugendstiers auf Kingdom. Und da ist dann halt auch die Frage, wie kommst du jetzt halt irgendwie mit einigermaßen vertretbarem Aufwand an irgendwie mal wirklich gute Waffen dran oder sowas.
Ralf Stockmann Und das ist vielleicht ein Rabbit Hole auf YouTube. Also nicht nur, dass es halt drölfzigtausend Exploits gibt, aber die Schritte, um die dann abzuarbeiten. Also du musst erstmal ein neues Spiel starten, dann bist du nämlich am Anfang, hast du das Master-Schwert schon, was irgendwie schon mal eine ziemlich gute Geschichte ist.
Ralf Stockmann So und dann musst du nach einer bestimmten Logik dich vor irgendeine Wand stellen, das Schwert fallen lassen, das Spiel abbrechen, deinen vorherigen Spielstand laden, dann dort wieder 30 absurde Geschichten machen. Also wirklich so eine 20-Schritt-Anleitung und am Ende hast du dann also quasi das Master-Schwert in deinem eigentlichen Spiel, wo du es her irgendwie haben wolltest.
Ralf Stockmann Aber wer zum Teufel probiert denn sowas aus? Wie du dich in welchem Winkel vor welche Wand zu stellen hast, damit irgendwelche Fehler im Spiel dann letztendlich in den Save-Games am Ende des Tages da irgendwie durchgereicht werden. hatten. So was haben die Leute kein Leben. Ich wüsste überhaupt gar nicht, was da mein Angriffsvektor wäre, um sowas auszuprobieren. Also ich muss mal gucken, ob ich dieses spezielle Video, weil das fand ich wirklich besonders, absurd, weil das, keiner dieser Schritte ist naheliegend oder irgendwie macht Sinn.
roddi Ja, es ist wie diese Speedrunner, also bei Quake haben die ja auch so Sachen, wie wenn man auf eine bestimmte Art und Weise hüpft, dann hüpft man weiter und dann gibt es irgendwie, wenn dieses Monster die Granate wirft und du schießt selber auch eine, dann hast du eine gewisse Chance, dass deine Spielfigur irgendwie die Abkürzung hochgesprengt wird und solche Sachen.
roddi Dann gibt es noch den Bug, dass du und mit einer bestimmten Waffe durch Wände durchschießen kannst, wo du dann Monster erledigen kannst, die eigentlich erst später in den eigentlichen Bereich reinteleportiert werden und so. Also, keine Ahnung. Leute haben zu viel Zeit. Aber warum nicht?
Caspar Clemens Mierau Ich fand jetzt bei der Tetris-Sache noch ganz schön im Nachgang gab es einen kurzen Artikel zu Hank Rogers und Alexey, ich hoffe, ich spreche ihn richtig aus, Patschitnov oder so. Alexey ist der Programmierer von Tetris und Hank ist der, der Tetris gekauft hat in Moskau damals. Die haben sich getroffen danach, nach dem Rekord und waren essen.
Caspar Clemens Mierau Und der Hank Rogers musste den Alexej trösten, weil the game is not to be ending. Also es sollte halt nicht stoppen. Und dann gibt es das schöne Zitat. I was like, okay, Alexej, don't worry about that. It's fine, you know, let's just enjoy the moment. Also der war ein bisschen down, Tatsache, dass ein Kind sein Spiel zum Abschluss gebracht hat.
Caspar Clemens Mierau Das ist vielleicht ganz schön, wie sich dann die Programmierer dann Jahrzehnte später fühlen. Und genau, wer die Namen nicht kennt, auf, wie heißt es, Apple TV Plus, Apple Plus gibt es diese Tetris-Verfilmung, die, glaube ich, letztes Jahr rausgekommen ist, die ist ganz kurzweilig. Die erzählt so diese Geschichte nach, wie Tetris eigentlich gekauft wurde.
Caspar Clemens Mierau Es war mir auch nicht klar bis dahin, dass das eine wilde Story ist, eigentlich, wie das eingekauft wurde in Russland.
Tim Pritlove Alright, soviel zu Tetris. Womit machen wir weiter? Ich wollte nochmal so ein bisschen, ich hatte in den letzten Sendungen ein paar Utilities gedroppt, weil ich ja hier so in dem Reinstallationswahn bin. Ich habe ja auch weiterhin meine Meta-Ebene fleißig umgebaut. Ihr habt das Ergebnis ja hier schon vor den Augen.
Tim Pritlove Ich würde sagen, ich bin jetzt so bei 95 Prozent der Wiederherstellung, der Funktionalität und vor allem des Ausbaus. Der Mac Pro, mein alter iMac. Falls jemand einen alten Mac Pro noch haben will.
roddi Der steht da immer noch.
Tim Pritlove Ja, das habe ich noch nicht ganz übers Herz gebracht. Da muss ich auch noch mal ein paar Daten noch mal cleanen. So der iMac von 2009. Die haben beide so kleine Macken, deswegen habe ich die jetzt noch nicht verkauft. Aber ansonsten ist irgendwie alles weg. Und ich habe, wie ihr seht, neue Monitore mir geholt von Dell, alles schön auf den Dingern.
Tim Pritlove Ich habe jetzt den MacStudio halt auch schon seit einem Monat im Einsatz und muss sagen, bisher funktioniert das alles ziemlich gut. Aber ich wollte jetzt eigentlich auch für so ein paar kleine Utilities nochmal eingehen, weil ich... Die richtige Entscheidung gefällt habe, den Mac neu aufzusetzen und also komplett so from scratch wieder nichts übernehmen, keine Settings übernehmen, keine Programme übernehmen, gar nichts übernehmen, sondern einfach neu installieren, das habe ich schon lange nicht mehr gemacht, weil man dann irgendwie immer erst merkt so, ah, das benutze ich, so, warum ist das nicht da, so, und dann muss man das erstmal wieder aufsetzen, aber was muss ich denn alles einstellen, damit das jetzt für mich benutzbar ist, so, sind meine System-Shortcuts
Tim Pritlove hat es irgendwie alle so, wie ich sie brauche und tut die selbe Taste, das gleiche.
roddi Und 70 Prozent dessen, was du auf dem alten Rechner hast, nimmst du nicht mit rüber, weil du es einfach nicht mehr benutzt.
Tim Pritlove Das habe ich jetzt nicht gemessen. Ich weiß nicht, ob es so viel ist. Ich würde sagen, so viel ist es dann nicht.
roddi Das war meine Pi mal Daumen Schätzung.
Tim Pritlove Ja, also ich würde sagen, mindestens 30 Prozent lasse ich zurück. Das bestimmt. Ein bisschen schwer zu sagen. Nur Nur, es sind dann vor allem so diese Kleinigkeiten, an die man sich so gewöhnt hat. Ich denke so, wieso geht das jetzt auf einmal nicht mehr? Ich bin ja kein Betriebssystem zurückgegangen. Hat Apple da was rausgenommen?
Tim Pritlove Oder warte mal, lass mal nachdenken. Nee, da habe ich so ein Tool installiert und so, was das irgendwie einfach alle mal für mich gelöst hat und dann nimmt man das ja irgendwie gar nicht mehr so als separates Ding wahr. Ein so ein Teil ist ein kleines Tool, das heißt Shareful. Ich packe das hier mal in den Slack hinein.
Tim Pritlove Was dieses Sharing-Menü erweitert. Was man immer so im Kontext, in allen Programmen kannst du immer irgendwie was sharen, einen Text oder eine URL oder so. Und dann kannst du es an andere Programme übergeben. Und manchmal ärgert man sich, dass Programme das nicht bedienen. Gerade so auf dem Mac ist das ja so üblich, so nach dem Motto, ja wieso gibt es doch Copy und Paste, warum soll ich jetzt auch dieses blöde Share-Menü bedienen, also da geben sich dann die Developer nicht so richtig Mühe, zum Beispiel habe ich diesen, Bookmarking-Dienst verwende ich, beziehungsweise deswegen verwende ich ihn schon nicht mehr so oft, wie heißt der nochmal gleich, Raindrop, geht das jemand von euch, das ist so eins von diesen Online,
Tim Pritlove ich merke mir eine URL, Dinger, Ich suche immer noch einen, der für mich gut funktioniert. Der war an sich ganz gut, nur er ist nicht in dem Share-Menü auf dem Macintosh, weil die Mac-App, die sie haben, halt das nur für Safari regelt. Aber dass man auch in anderen Programmen auf URLs stoßen kann, das scheint sich diesen Leuten nicht so richtig erschlossen zu haben.
Tim Pritlove Da habe ich das so als Bug-Report gemacht. So, ja, irgendwie, die App macht aber gar nicht das Sharing-Menü. Da ist so, ja, ist so. Okay, was da. Anyway, Shareful ist so ein ein kleines Ding, was sich einfach dort einklingt und einfach so ganz einfache Standardsachen, dass man irgendwie das kopieren kann, dass man das irgendwie wegspeichern kann, einfach noch mit hinzufügt.
Tim Pritlove Sehr praktisch, wenn man es erstmal hat. Ansonsten macht das nicht viel. Und dann hatte ich ja in der letzten Sendung die Sache mit, hatte ich Luna Pro vorgestellt. Also eins dieser Tools, was sich quasi mit den Monitoren auseinandersetzt. Und vor allem ist das Tool dafür gedacht, deswegen heißt es ja auch so, Kontrast- und Helligkeitssettings und so weiter bis ins Letzte durchzuoptimieren und ist halt auch in der Lage, über dieses DDX-Protokoll mit den Monitoren direkt digital zu reden.
Tim Pritlove Also über das USB quasi direkt diese Monitorsprache sprechen, um alle möglichen Settings einzustellen und so weiter. Viel mehr als ich brauche. Ich hatte das Tool nur deshalb rausgekramt, weil es eben unter anderem dieses Feature hatte, dass ich einen Bildschirm, der vielleicht dauerhaft angeschlossen ist, insbesondere wenn man so eine HDMI-Matrix verwendet wie ich, das hier mache.
Tim Pritlove Wo sozusagen immer an allen Rechnern ist ein externer Bildschirm dran, aber ich will nicht unbedingt immer, dass der auch genutzt wird. Aber ich muss den dann physikalisch abziehen, damit der Mac den nicht sieht. Weil der Macintosh ist halt immer, was angeschlossen ist, muss auch benutzt werden und manchmal will man das halt nicht.
Tim Pritlove Und ein Tool, was eben das Ding quasi soft ausschalten kann, so nach dem Motto ja, die Hardware sieht ihn, aber die Software sieht ihn jetzt nicht mehr. Das war ganz hilfreich.
roddi Kurze Frage, geht das auch andersrum?
Tim Pritlove Dass der Monitor da ist, dass er nicht da ist, aber man kann ihn anschalten. So ein virtueller Monitor als Softwarelösung würde mir da jetzt nichts einfangen. Also es gibt so Dongles, die du reinstecken kannst, aber so eine Softwarelösung. Ja, das wäre manchmal auch ganz interessant, aber da siehst du dann halt irgendwie nix.
Tim Pritlove Aber da habe ich ja, da komme ich ja auch gleich nochmal auf was anderes. So, dann kam aber in den Kommentaren, dass es ja noch ein Tool gibt, nämlich Better Display. Und das hatte ich, glaube ich, ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt erwähnt habe oder ob ich das nur am Rande erwägt habe, das ist auf, GitHub liegt das rum, also irgendwie Open Source hat, aber trotzdem so eine Pro-Version.
Tim Pritlove Das könnt ihr euch auch mal anschauen. Das ist tatsächlich noch sehr viel aufgeräumter, also vom User-Interface schlägt das Luna Pro 5 zu 1 und es hat tatsächlich auch dieses Feature, dass man den Monitor einfach soft abschalten kann. Aber ich bin trotzdem wieder zurück zu Luna Pro, weil das Ding leider ein bisschen die Eigenschaft hat, etwas eigenmächtig, die dann irgendwann wieder einzuschalten.
Tim Pritlove Und ich glaube, ich habe so richtig herausgefunden, warum. warum. Ansonsten, wenn das zuverlässiger funktionieren würde, wäre ich wahrscheinlich mit Beta-Display besser dran. Also das ist wirklich sehr aufgeräumt vom User-Interface. Sehr, sehr, sehr viel besser. Aber ich brauche dauerhafte Ein-Ausschalt- Momente. Deswegen bin ich jetzt erstmal wieder auf Luna Pro zurück.
Tim Pritlove Nachdem ich das mal eine Weile ausprobiert habe. Mal gucken, vielleicht habe ich da noch neue Erkenntnisse. Und ich habe ja hier diese HDMI Matrix und das ist ja 4x4 und jetzt ist das bei mir so, ich habe ich habe jetzt 4, Zuspieler und 4 Ausgänge meine Zuspieler sind, mein Mac Studio, mein Laptop den ich hier anschließe ist ein Zuspieler dann habe ich noch ein Apple TV und dann habe ich hier noch so ein Raspberry Pi Das sind so meine vier Primärquellen sozusagen.
Tim Pritlove So weit, so einfach. Und ich möchte jetzt quasi mit dieser Matrix, kann ich ja auch über die Fernbedienung kann ich sagen, wer zeigt jetzt auf welchem Bildschirm was an und ich kann eben mit der Matrix auch einen auf mehreren anzeigen oder halt alles durcheinander und so. Mal gucken, die Zuverlässigkeit dieses Geräts, was ich hier verwende, ist mir noch nicht so noch nicht so, ich trau dem trau dem Braten noch nicht so richtig, jetzt, ihr seht, der eine Bildschirm ist schwarz und ich hab keine Ahnung warum, das muss ich nachher nochmal rausfinden also grundsätzlich ist das eine tolle Sache.
Tim Pritlove Ist nur so ein bisschen schwierig dann so mit Autodetection und was ist jetzt wirklich dahinter und wenn ich umschalte mit irgendwie, ja, der eine kann dann irgendwie 60 Hertz und der andere nicht und 4K und wann scale ich da wieder runter, also Also da wird es wirklich knifflig. Da bin ich noch am Forschen. Da habe ich jetzt auch gar nicht so sehr viel zu berichten.
Tim Pritlove Auf jeden Fall, meine vier Outputs sind halt oben der Beamer. Dann habe ich halt hier den neuen, so einen 27-Zoll-Monitor, der hier am Tisch ist, den wir hier vor allem für Telefoniererei benutzen. Dann habe ich hier noch so einen kleinen 10-Zoll-Kontrollmonitor, der ist, den ich sozusagen einfach so separat, wenn ich jetzt keinen großen Bildschirm brauche, sondern nur wissen will, was ist denn da zu sehen, den dafür verwende.
Tim Pritlove Und dann habe ich noch einen vierten. Und der vierte ist dann sozusagen ein HDMI-In für den Mac über diesen USB-C-Adapter, den wir neulich mal besprochen haben, den man auch ans iPad ranhängen kann, sodass ich quasi einen beliebigen Full-HD-Screen auch direkt wieder in den Rechner reinhole, um den dann gegebenenfalls zu streamen.
Tim Pritlove Das ist ja, sagen wir mal so, die Primäranwendung von diesen HDMI-Grabbern, dass man eben auf irgendeinem Computer irgendwas anzeigt und das dann streamt. Theoretisch könnten wir halt hier noch einen Videostream rausmachen von unserem Bildschirm oder so. Da ist jetzt nicht viel zu sehen, da ist jetzt kein großer Mehrwert.
Tim Pritlove Wenn es mal eine gute Anwendung gäbe, wäre das vielleicht für diesen Livestream auch ganz interessant, dass man nicht immer Bilder in. Den Chat posten muss, sondern vielleicht auch einfach nochmal so ein Bildstream dazu hat also keine Kameras oder so halt nur sowas, das habe ich schon immer so ein bisschen im Hinterkopf Hast du schon einen Twitch-Account gemacht?
Tim Pritlove Ne, soweit bin ich noch nicht Asi73 Der ist jetzt schon längst. So, und dann habe ich aber hier so meinen riesen Dell-Bildschirm, dachte mir so okay, jetzt kommt also da die ganze Zeit so ein Videosignal an, jetzt will ich das aber auch mal sehen, Und habe dann halt geguckt, was gibt es denn eigentlich auf dem Mac für überzeugende Programme, mit denen man sich einfach nur diesen Stream anzeigen lassen kann.
Tim Pritlove Stellt sich raus, es gibt verschiedene Programme, die alle irgendwie einen Haken haben. Und ohne jetzt alle aufzuzeigen, einfach das, was für mich am besten funktioniert hat, ist so eine kleine Mac-App, die einfach Camera Window heißt. Jetzt muss ich gerade mal gucken, wo die eigentlich ihre Heimat hat, die sozusagen genau einfach das Richtige tut.
Tim Pritlove Machst das Ding auf, Fenster und dann hast du da deinen Videostream, aber auch das Audio davon. von. So, und kannst das sozusagen auch einfach ordentlich auswählen und mehr macht es auch nicht und das ist irgendwie alles ganz wunderbar. Jetzt gucke ich mal kurz, dass ich hier noch den Link auch noch gleich mit rausschmeiße. Ah ja, hier ist es.
Tim Pritlove Und dann diese Information auch. Also wenn ihr euch so einen kleinen billigen 20 Dollar Adapter gekauft habt, dann könnt ihr mit Camera Window einfach ein Camera Window anzeigen. Also es funktioniert Das funktioniert natürlich auch für Webcams und so weiter, aber es funktioniert eben dann auch dafür, weil das sich ja sozusagen wie eine Kamera verhält.
Tim Pritlove Und so hatte ich dann so Full Circle. Jetzt bin ich im Prinzip für meine Twitch-Karriere ist jetzt alles schon vorbereitet. Jetzt muss mir nur noch einfallen, was ich damit denn machen wollen würde. Und zu guter Letzt noch ein kleines Tool für den Browser. Das leitet vielleicht auf eine Buchhaltungsdiskussion über, weil dafür benutze ich das.
Tim Pritlove Habe ich das hier auch? Ja, genau. Und zwar, ihr kennt ja sicherlich dieses Problem, wenn so Webseiten auf einmal so Inhalte haben in Tabellenformen und man möchte gerne diese Tabellen auch als Tabellen haben und in irgendeinen Spreadsheet reinschmeißen. Und aus mir überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen kann Safari das nicht.
Tim Pritlove Also das verstehe ich nicht, warum Safari eine Tabelle nicht als Tabelle kopieren kann. Firefox kann das. Aber ich bin ja so ein Safari-User und deswegen habe ich halt nach einer Lösung gesucht, die mir das dann sozusagen auch im Safari ermöglicht und ja, da habe ich dann halt geguckt und habe ein kleines Plugin gefunden, was glaube ich als App daherkommt und das heißt einfach Copy Tables.
Tim Pritlove Und Copy Tables macht sozusagen genau das, ich kann das ja mal hier kurz den Anwesenden vielleicht kurz zeigen, also diese typischen. Tabellengeschichten so auf dem Bildschirm hat, dann kann man damit das ganz gut machen Das heißt man kann hier einfach direkt wie in so einem Spreadsheet mit Command und dann Mausdrag in so einer Tabelle das einfach highlighten und sich dann in einem beliebigen Format als CSV oder als HTML oder als Markdown oder was auch immer man gerade braucht einfach kopieren.
Tim Pritlove Und dann hat man diese Information und dann ist der Tag auch schon wieder gerettet.
Caspar Clemens Mierau Okay, das ist ein bisschen mehr als jetzt aus Firefox mit Copy-Paste eine Tabelle rauszupasten. Also was wir gerade gesehen haben, ist, als du die Tabelle markiert hast, dass oben auch schon so statistische Informationen über die Tabelle zu sehen waren. Also der hat die wirklich geparst. Das war schon advanced. Das sah ganz gut aus.
Tim Pritlove Statistische Informationen?
Caspar Clemens Mierau Ja, also guck mal, oder kommt das hier aus der Software?
Tim Pritlove Was denn jetzt?
Caspar Clemens Mierau Na da oben. Das da oben?
Tim Pritlove Ah ne, das kommt aus diesem Plugin, ja.
Caspar Clemens Mierau Ja.
Tim Pritlove Genau, wie viele Felder das sind und er wertet sie auch schon aus. Ja, das ist ziemlich advanced, also ein relativ einfaches Tool, aber große Wirkung. So möchte man das ja auch haben. Gibt es hier auch im App Store. Genau, das waren so meine kleinen Tools und ich habe so ein Gefühl, dass ich auch in der nächsten Zeit da noch ein paar Sachen entdecken werde, während ich hier mein Setup endlich mal wieder perfektioniere.
Caspar Clemens Mierau Mich hat das gerade ein bisschen erinnert, weil du hast ja gesagt, naja, in Firefox geht das, in Safari nicht. Und das hat mich an diese MacBook Air Reklame von damals erinnert, wo die das MacBook Air in den Briefumschlag gepackt haben und es dann die Gegenreklame gab, wo sie gezeigt haben, was man noch alles für Kabel mit reinstecken müsste, wenn es einem Thinkpad oder so entspricht.
Caspar Clemens Mierau Weil man eben doch manchmal noch die kleinen, ich kenne das ja auch, diese ganzen kleinen Tools, die man sich dann so hinterher installiert.
Tim Pritlove So, ja, du hast auch mit Buchhaltung dich nicht angefreundet, hast du gesagt?
Caspar Clemens Mierau Zwangsläufig, ja. Warum muss ich mich mit Buchhaltung beschäftigen? Ich mag das eigentlich gar nicht. Das war so Verteidigung. Meine Frau ist ja Autorin und wir verkaufen über einen Shop Buchhalter. Bücher, Postkarten und andere Produkte von ihr und das läuft ganz gut so und wir hatten dafür ein Steuerbüro, das sich irgendwie darum kümmert, weil eigentlich will man mit so, das ist über eine UG, da muss man dann schon doppelte Buchführung machen und so, da will man nicht so viel mit zu tun haben.
Caspar Clemens Mierau Dann hat man Paypal und Zepa und die Buchhalterin hat einfach von einem Tag auf den anderen gesagt, dass sie jetzt irgendwie nicht mehr arbeitet und das eingestellt. Also wirklich so jetzt, ich höre jetzt auf. Da war keine Vorwarnung. Und dann stand ich da und so ein Shop hat halt viele kleine Buchungen, was schon doof ist und was aber richtig schlimm wird, wenn du mit verschiedenen Steuersätzen arbeitest, nämlich mit 19 Prozent, aber Bücher haben sieben Prozent und Leute bestellen gerne gemischt.
Caspar Clemens Mierau Das heißt, die kaufen dann drei Postkarten und ein Buch und dann stehst du da und hast teilweise mit mal mit hunderten Buchungen zu tun und ich wusste, das geht nicht. Und dann habe ich wirklich mehrere Wochen gesucht und probiert und dann habe ich einfach in diesen Nerd-Modus umgeschaltet und gesagt, das ist ab jetzt kein Steuerproblem mehr, weil vor Steuerproblemen habe ich ein bisschen Angst, sondern habe mir gesagt, das ist ein Computerproblem.
Caspar Clemens Mierau Computerprobleme kann ich. Und habe das versucht einfach, einmal wie ein Softwareproblem nur noch aufzufassen und habe es dann relativ elegant tatsächlich gelöst. Also ich hatte eh LexOffice benutzt, was so eine dieser typischen Online-Buchhaltungen ist und habe das hingekriegt, das zusammen mit Bilby, was so, das ist ein WooCommerce-Shop.
Caspar Clemens Mierau WooCommerce ist so ein WordPress-Plugin, was gerne für Shops genommen wird. Da habe ich noch Bilby rangehängt, das ist so ein Tool, das holt deine Bestellung ab und macht so die Rechnungen in ordentlich und das wiederum kannst du mit LexOffice verbinden, dass LexOffice von Bilby die Rechnungen holt und das holt sich die Steuerinformationen daraus.
Caspar Clemens Mierau Und da wird es nämlich interessant, also das holt sich die Buchung ab. Und dann stand ich aber noch vor dem Problem, oder erzähle ich gerade Mist? Nee, ich glaube, das ist richtig. Und dann stand ich noch vor dem Problem, dass ich aber auch diese ganzen anderen Rechnungen habe. Telefonrechnungen und DHL. Und also wenn du so einen Shop betreibst, hast du sehr, sehr viele Rechnungen.
Caspar Clemens Mierau Und jeden Monat fängst du an, die alle runterzuladen. Und das kostet dich sehr, sehr viel Lebenszeit. Und da habe ich ein Tool für gefunden, das heißt Get My Invoices. Das ist ein Tool, das ich mir, Dem musst du vertrauen, dem gibst du die ganzen Logindaten für deine ganzen Rechnungsportale und das lockt sich dort ein, holt die Rechnung runter, schiebt die in deine Buchhaltung rein und in der Regel werden die dann dort auch schon steuerlich korrekt erfasst.
Caspar Clemens Mierau Und du musst die dann nur noch freischalten. Und dieses Zusammenspiel aus diesen Tools hat dann letzten Endes dazu geführt, dass ich nicht mehr untergehe und auch zum Beispiel von Paypal Buchungen auch dieser Paypal Betrag ordentlich verbucht wird. Paypal, wenn jemand dir was mit zwei Euro bezahlt, musst du noch als Geldverkehr abziehen, dass Paypal davon, weiß ich nicht, dann ein paar Prozent nimmt.
Caspar Clemens Mierau Und das heißt, so eine Buchung hat sehr, sehr viele Einzelschritte und mittlerweile ist das voll durchautomatisiert. Und ich habe jetzt gerade den ersten Jahresabschluss gemacht. Ich habe jetzt wieder einen Steuerberater gefunden, der aber wirklich nur noch den Jahresabschluss gemacht hat. Und der hat für ein komplettes Jahr Shopbuchung von mir, ich sage jetzt mal, keine Beanstandung gehabt. Also war einfach in Ordnung.
Tim Pritlove Nicht schlecht. Was für eine Rechtsform ist das?
Caspar Clemens Mierau Eine UG, also eine kleine GmbH und da musst du halt voll hingehen, was den ganzen Kram angeht. Aber die Schmerzen waren wirklich groß dahin. Und ich merke jetzt aber zum Beispiel, dass manche Sachen zum Beispiel mit LexOffice nicht gehen. Da haben wir glaube ich letztens drüber gesprochen, du kannst mit LexOffice nicht Rechnungen in Schweizer Franken stellen. Wir haben Kunden, die wollen in Schweizer Franken bestellen, dann musst du wieder ein anderes Tool dafür nehmen.
Caspar Clemens Mierau Aber das sind dann so Schmerzen schon auf einem hohen Niveau, wenn du merkst, okay, der andere Rest, das geht alles, dann nimmst du das irgendwie in Kauf. Aber was ich sozusagen sagen würde, wenn ihr euch mit Steuern so beschäftigt, versucht es als Computerproblem wirklich zu beschäftigen. Also mir hat das geholfen, zu sagen, das ist ein Computerproblem, kein Steuerproblem.
Caspar Clemens Mierau Und dann geht das auf so einem Nerd-Level, habe ich das dann irgendwie runtergebrochen. Und man spart sehr viel Geld, Tatsache, für Buchhaltung. Untertitelung des ZDF, 2020.
Tim Pritlove Das ist auch meine Erfahrung. Es ist vor allem auch ein Empowerment. Ich weiß zwar, ich höre immer wieder mal von Leuten, die mit ihren Steuerberatern, glücklich geworden sind, aber viele sind es nicht. Nee. Also es ist schon eine schwierige Branche und da ist viel, viel, ich weiß nicht, ob ich es Scharlatanerie nennen würde, es geht vielleicht ein bisschen ein bisschen zu weit, aber es ist so ein Berufsstand, der alle Facetten, das gilt wahrscheinlich für alle Berufe, aber auch da, also nur weil Steuerberater draufsteht, heißt das noch lange nicht, dass du nicht in Probleme rennst.
Tim Pritlove Entweder du zahlst zu viel oder das ist einfach fachlich nicht gut gemacht. Ich habe jetzt neulich von jemandem gehört, so ja, der war so völlig neben der Tasse, hat dann irgendwie komplett vergessen, irgendeinen Teil mit reinzunehmen. Ich weiß nicht mehr ganz genau, was war, irgendein Subgewerbe, was noch irgendwie komplett vergessen wurde.
Tim Pritlove Was dann dazu führte, dass irgendwie das Finanzamt dann gesagt hat, ja hier, ihr habt ja irgendwie uns Dinge verschwiegen und das bestrafen wir jetzt mal hier ordentlich. Ja, aber mein Steuerberater hat das verkackt, ich hab das ja nur unterschrieben. Steuerberater ist halt für nichts hafbar. Das finde ich halt so krass, Dass die also, in dem Moment, wo du das unterschreibst, sind die komplett raus.
Tim Pritlove Das heißt, die machen dann ihre Sachen nicht gut und du bist dann trotzdem irgendwie dran. Und das ist so der Punkt, wo ich mir denke, dann kann man es aber auch wirklich selber machen. Oder sollte man zumindest so viel Knowledge aufbauen, dass man überhaupt erstmal weiß, womit man es zu tun hat. Jetzt ist das deutsche Steuerrecht natürlich kein Vergnügen, das kann man wirklich nicht sagen, weil es einfach so ein krasser Apparat ist von Ausnahmeregelungen und Abwägungen und ja und meistens so, aber dann manchmal halt auch nicht und so.
Tim Pritlove Das kann einen schon fertig machen, aber leider ist es ja auch so, dass die meisten Leute auch so die Basics gar nicht drauf haben. Also ich glaube. Insbesondere Selbstständige, das ist ja so ein bisschen mein Vektor, eigentlich so Freiberufler, Selbstständige mit einem kleinen Gewerbe oder so, die es ja noch verhältnismäßig leicht haben, die können meistens noch nicht mal, so Begriffe wie Privatsteuern oder Geschäftssteuern auseinanderhalten oder auch nur mal aufzählen, welche Steuererklärungen sie eigentlich zu leisten haben.
Tim Pritlove Oder was der Unterschied zwischen einer Steuervoranmeldung und einer Steuererklärung ist. So Sachen, wenn man sich damit mal ein bisschen beschäftigt hat, wo man sich denkt, ja, klar. Aber wir wissen auch, viele schalten irgendwie komplett ab. Es ist so das Gefühl, als ob jeglicher Muskeltonus einen verlässt.
Tim Pritlove So in dem Moment, wo du das Wort Finanzamt sagst. Also völlig in so einem, oh Gott, du hast das Horrorwort gesagt und dann schwindet jede Bereitschaft, weil man irgendwie Angst hat vor so einem Apparat, der einen ja nur verknechten und versklaven und ausrauben will und, eigentlich ist es ja so, wenn man es richtig macht.
Tim Pritlove Kann kann das Finanzamt dein Freund sein. Weil die eigentlich, erstmal ist es ihre Aufgabe, dir zu helfen. Das wissen ja viele nicht. Und zweitens, wenn man sich in die Situation. Eines Finanzbeamten, einer Finanzbeamtin versetzt, die sitzen da, machen ihr Zeug und mögen daran Spaß haben oder auch nicht.
Tim Pritlove Das ist halt ihr Beruf. Das können wir nicht beurteilen. Das ist auch nicht unsere Verantwortung. Aber was denen Werden Ärger macht, sind Leute, die sich nicht melden. Das sind die Probleme. Leute, die nicht kommunizieren. Und ich habe das auch lange Zeit nicht gemacht. Aber wenn man da anruft und sagt, hallo, ich bin es hier, Steuerschuldner Nummer sowieso, sind ja für mich zuständig.
Tim Pritlove Ich wollte mich mal melden, einfach so ins Blaue rein, mal Hallo sagen, frohes neues Jahr und dann halt so, ja, ich habe da mal eine Frage und dieses und jenes und haben sie denn alles von mir und passt denn das und fehlt denn irgendwas oder ich habe da mal eine, Verständnisfrage, das kann man da alles machen und da reagieren die auch drauf und vor allem, wenn man mit denen freundlich redet, dann reden die auch mit einem freundlich, das ist ganz ganz gut.
Tim Pritlove Und wenn man die halt so als Feind sieht, dann können sie es halt auch schnell werden. Also nicht, weil sie drauf aus sind, sondern weil sie einfach gar keine andere Wahl haben, als irgendwann alles anzumahnen und dann irgendwann haben sie natürlich auch keinen Bock mehr, weil die wollen ihr Zeug vom Tisch haben und das ist, etwas, was man sich, glaube ich, mal vergegenwärtigen sollte. Was für viel.
Tim Pritlove Drama sorgt. Also gerade so in unseren Nerdkreisen, Programmierer sind da auch komischerweise auch so Opfer. Obwohl die ja eigentlich, ich meine, es ist absurd, Programmierer haben oft Probleme mit dem Finanzamt und mit so Steuerkram. Ich meine, ich denke so, ist dein Job nicht, komplexe Systeme zu verstehen und dann gute Lösungen zu finden?
Tim Pritlove Muss doch irgendwie gehen. Und das haben glaube ich viele nicht verstanden.
roddi Also mein Problem ist immer, dass das zwar ein komplexes Problem ist, was aber immer erfordert, dass man an bestimmten Stellen ein bestimmtes Papierchen, rauszieht, von dem man dann nicht genau weiß, wo es ist. Also was weiß ich, da, Belege.
Tim Pritlove Belege, Belege, Belege.
roddi Nicht nur Belege, sondern halt auch so Sachen wie Kontoauszüge. Kontoauszüge, Grundbuchauszüge, so eine Quadratmeterberechnung und sonst Scheiß. Und dann gibt es dann noch die Abrechnung von der Hausverwaltung und dann musst du wissen, was ist denn da abzugfähig oder was ist umlagefähig auf den Mieter, was ist nicht umlagefähig auf den Mieter und so weiter.
roddi Dann kann das schon mal sein, dass sich Regelungen ändern. Dann musst du wissen, Was habe ich denn von dem Ding jetzt letztes Jahr schon abgesetzt? Wie viel kann ich denn da noch absetzen? Habe ich da jetzt ein lineares oder ein regressives Absetzverfahren benutzt und so weiter? Also das ist schon so komplex.
Tim Pritlove Und genau deswegen ist ja Automatisierung an der Stelle so wichtig, dass man seine Belege zentral sortiert und indiziert und sich da die passende Software oder passendes Speichersystem für bereitlegt, damit du alles immer im Zugriff hast, dass du sozusagen jegliche Korrespondenz im Zugriff hast. Ich meine, dafür sind unsere Maschinen heutzutage wirklich komplett geeignet und ausreichend. Also das geht.
roddi Oder die Frage, wie oft war ich denn dieses Jahr schon im Büro und wann war denn das? Wie viele Kilometer kann ich denn dann zur Arbeit absetzen etc. Etc. etc. Also es ist alles so, wie viel Quadratmeter hat denn das Arbeitszimmer jetzt?
Tim Pritlove Sehr gut, aber es wird nicht besser dadurch, dass man sich damit nicht beschäftigt. Das Problem geht ja sonst nicht weg.
roddi Ja, aber es ist so ein multimodales Problem, was so viel in die Wirklichkeit, in die nicht-virtuelle Welt hineinragt.
Tim Pritlove Aber reden wir mal von Verheißung. Also was es bringt, wenn man es tut. Was ich selber ja auch…. Das, also Geld, das ist das eine. Also Geld, was man nicht mehr in Form von Mahngebühren. Säumniszuschlägen und so weiter veräußert, weil es wird einfach nicht abgegebene Finanzamtserklärungen, die wollen die immer noch haben.
Tim Pritlove Also man kommt da eh nicht drum herum, also kann man sich auch gleich damit beschäftigen. Das ist schon mal so das eine. Also man hat mehr Geld und vor allem hat man deshalb mehr Geld, weil man lernt, auch besser abzusetzen. Weil in dem Moment, wo du alle Belege beisammen hast und du auch ein System hast, wo du quasi jede Ausgabe auf deinem Konto auch in irgendeiner Form zuordnen musst, gut trennen und so, aber dann halt nicht sagen, nee, beschäftige mich jetzt nicht, sondern wirklich jede 39 Cent, die da irgendwo rein und raus gegangen sind für Porto oder keine Ahnung, die müssen eine Bestimmung haben.
Tim Pritlove Die müssen irgendwie, ja, du kannst klar sagen, ja, nee, das war jetzt mal wirklich privat, das kann ich jetzt irgendwie bei Leibe nicht vorbringen, aber alles, was so im Grenzbereich ist, geht schon irgendwie so und das bringt auch Geld. Aber was noch viel wichtiger ist, es nimmt einem die Angst. Es nimmt einem die Angst vor diesem ganzen Finanzamtsgewese und im Idealfall kannst du dir, das gilt natürlich jetzt nicht für Leute mit GmbHs und UGs, weil da geht es leider nicht anders, aber wenn du freiberuflich bist oder nur so ein einfaches kleines Gewerbe hast, dann brauchst du halt auch nicht unbedingt einen Steuerberater, weil die helfen dir ja am Ende auch nicht wirklich.
roddi Ein Steuerberater hilft dir im Zweifelsfall gar nicht. Also es gibt ja so eine Story, die ich nie erzählt habe, aber in den Wirren meiner Trennung von meiner Ex-Frau kam es halt auch dazu, dass sich niemand mehr um die Steuererklärungen gekümmert hat. Und der Steuerberater auch nicht gesagt hat, hey Leute, ihr müsst mal, weil das ist überfällig.
roddi Und das führte dann tatsächlich dazu, dass das Finanzamt mir das Girokonto gepfändet hat.
Tim Pritlove Mhm.
roddi Und das ist unangenehm.
Tim Pritlove Jaja, das kann vor allem richtig nochmal doppelt und dreifache Auswirkungen haben, weil dann irgendwelche Kredite auf einmal nicht mehr bedient werden. Und wenn man das dann nicht mitbekommt, dann werden die ärgerlich und dann träumen die aus und dann wollen sie die Kohle wieder haben und dann wird alles ganz schlimm.
Tim Pritlove Also jaja, genau diese ganzen Aspekte.
roddi Also Steuerberater kann ich nicht unbedingt empfehlen, weil die sich am Ende des Tages zwar Geld verdienen wollen, aber eigentlich auch nicht kümmern wollen. Also das ist so.
Tim Pritlove Ja komisch, mein Zahnarzt schickt mir regelmäßig eine Mail, dass jetzt mal wieder eine Überprüfung angesagt ist, aber ein Steuerberater kriegt das nicht auf die Kette. Also das ist mir auch nicht gut.
Caspar Clemens Mierau Ja, weil der weiß, du musst ja eh machen und der Zahnarzt sagt, ich will nicht, dass er die Prophylaxe verpasst. Also die Steuererklärung musst du irgendwann bringen.
Tim Pritlove Ja gut, aber die kennen doch ihre Partner. Also das ist halt dieser Beratungsaspekt. Also vielleicht sollten sie sich eher Steuerbetreuer nennen.
Caspar Clemens Mierau Also ich habe schon wirklich gute Steuerberatungen bekommen, das muss ich sagen. Also wirklich Hinweise, weil ich bin auch noch selbstständig. Also ich bin selbstständig und habe einen Teil von der UG und bin auch angestellt. Also ich habe so alles. Und da gibt es dann einfach interessante legale Konstruktionen, wie man die Sachen arrangiert, dass man einfach gut verdient.
Caspar Clemens Mierau Aber ich habe auch echt die Schattenseite gesehen. Also ich weiß noch, als ich zu einer Steuerberaterin gegangen bin, weil ich mit unserer UG hin wollte und es ging darum, wie man Geld aus der Firma zieht. Eine Firma ist ja eine Kapitalgesellschaft, die verdient Geld, davon hast du nichts. Und wenn du das haben willst, musst du es ausschütten und dann mit Kapitalertragssteuer versteuern.
Caspar Clemens Mierau Und dann wollte sie mir sagen, das sei so teuer und hat einfach die Steuern, die das Unternehmen zahlt, genommen und dann nochmal 25 Prozent dazu gezählt. Und hat dann, also ich sage jetzt mal, das Unternehmen, Das stimmt jetzt nicht, aber ein Unternehmen zahlt 30 Prozent Steuern, Kapitalertragssteuer sind 25 Prozent.
Caspar Clemens Mierau Dann sagt er, dann zahlen Sie ja 55 Prozent Steuern. Dann meinte ich, nee, das ist falsch. Dann sagt er, hä, wieso ist denn das falsch? Dann sagt er, weil er erst das Unternehmen 30 Prozent steuert und auf die restlichen 70 Prozent zahle ich 25 Prozent. Das ist eine ganz andere Summe. Und sie so, nee.
Caspar Clemens Mierau Und ich so, naja, doch schon, das ist halt Mathematik. Und dann fing sie an, das war ein Beratungsgespräch, dann fing sie an ihren Taschenrechner zu nehmen und sagte so, ja stimmt, sie haben recht. Und ich dachte so, alter Fuck, das ist ja Basic-Mathematik, das ist eine Business-Entscheidung. Das wusste die nicht.
Tim Pritlove Die Aufgabe musst du dann lösen, damit du überhaupt erstmal zugelassen wirst.
Caspar Clemens Mierau Ja, und das war richtig, eine angesehene Steuerberaterin hier in einem Berliner Büro. Und dann denkst du natürlich, na will ich mich da jetzt beraten lassen, wenn die schon so mehrere Prozentpunkte daneben liegt. Bei so einer Entscheidung.
Tim Pritlove Krass.
Caspar Clemens Mierau Ja.
Tim Pritlove Ja.
Caspar Clemens Mierau Also ja, ich sag mal, wenn man die nervlichen Kapazitäten hat, es lohnt sich, sich da einzufuchsen und ich würde es gerne nicht wissen. Also ich hätte auch gerne lieber ein anderes Hobby, aber so.
Tim Pritlove Ja, es ist ein bisschen schwierig, gute Informationen zu bekommen. Also es hilft sehr, wenn man sich erstmal bei einem, wenn man sowas im Zugriff hat, zum Steuernerd aus dem eigenen Bekanntenkreis vielleicht erstmal tunen zu lassen, weil das Internet ist sehr schwierig. Also es gibt natürlich tonnenweise Seiten mit wie buche ich XY und so.
Tim Pritlove Muss man auch erstmal lernen, die zu lesen.
roddi Ich sage nur Solaranlage.
Tim Pritlove Ja, also alle Beispiele. Also es ist, man findet da, wie heißt es immer so schön bei Rechtsanwälten, wenn du irgendwie zwei hast, hast du drei Meinungen oder so. So ein bisschen ist es auch mit dem Steuerkram. Das ist alles nicht so klar. Und ich finde auch, dass das, sagen wir mal, seitens des Staates nicht ausreichend dokumentiert ist.
Tim Pritlove Also die sagen halt einfach, ja, hier sind die Gesetzestexte, passt schon. Meine Hoffnung ist natürlich, dass wir dann eine Jetzt habe ich es gesagt, eine Steuer-AI bekommen. Ich probe auch regelmäßig, wie so Chat-GPT einem da so weiterhilft. Das war am Anfang noch ein bisschen madig. Mittlerweile wird es besser. sagen.
Tim Pritlove Bisschen schwierig natürlich, weil man sich natürlich hier wieder auf nichts verlassen kann und man will sich ja gerne auf etwas verlassen. Es ist halt immer die Frage, wie man fragt oder was man letzten Endes hinterfragt. Ich glaube aber schon, dass das helfen könnte. Definitiv. Ja, also beschäftigt euch damit. Es gibt viele Videos, es gibt viel Kram, aber ich könnte jetzt auch nicht sagen, hier die Seite und das ist jetzt die Quelle.
Caspar Clemens Mierau Für die meisten ist Wieso der Einstieg, oder? Also dieses Wieso-Universum ist glaube ich so für Leute, die gar keine Ahnung haben.
roddi Wieso ist auch tatsächlich relativ gut.
Caspar Clemens Mierau Das Programm ist ja toll.
Tim Pritlove Für Einkommensteuer habe ich mit diesem Viso hervorragende Erfahrungen gemacht. Also das ist wirklich verdammt gut. Einkommensteuer machen, also die 25 Euro oder 30 Euro, was sie haben wollen, das lohnt sich auf jeden Fall. Das stimmt, für den Kram. Aber wenn es halt jetzt um so Geschäftskram, Umsatzsteuer etc.
Tim Pritlove Geht, so wie man das alles bucht und wie stelle ich jetzt irgendwie Rechnungen ins Ausland und so weiter, das ist ein echt Kopfdreher. Aber naja, es ist, hat ja auch keiner gesagt, es ist einfacher, es ist wie mit dem Programmieren. Man muss sich da einfach reinlernen und gucken, wo man...
Caspar Clemens Mierau Aber wir haben auch das Zeitzonenproblem am Computer. Ich habe gerade gelernt, dass Büsingen immer noch eine Zeitzone ist. Ja. Und wenn wir das akzeptieren, dann ist Steuern irgendwie auch okay.
Tim Pritlove Alright. So, jetzt wollen wir aber mal von Ralf hören. Du wolltest uns noch mal berichten, wie das jetzt, du hast ja wieder einen Laptop.
Ralf Stockmann Ich habe wieder einen Laptop. Ja.
Tim Pritlove Wo ist dein iPad?
Ralf Stockmann Das ist wieder da, wo es herkam, bei Claudia. Von der hatte ich das ja ausgeliehen.
Tim Pritlove Ja.
Ralf Stockmann Und viereinhalb Wochen hat es gedauert, in der Tat, bis es von Apple zurückkam. Laden hatte gesagt, zwei Wochen, das wäre dann noch vor Weihnachten gewesen und so musste ich dann also nicht nur Weihnachten, sondern auch noch zwischen den Jahren mit dem iPad weitermachen, weil wir dann gar nicht in Berlin waren, um hier dem ganzen Silvester-Irrsinn in Berlin zu entfliehen, was grundsätzlich immer eine gute Idee ist.
Tim Pritlove Das war eine sehr gute Idee, es war furchtbar, es war wirklich, es war so schlimm hier.
Ralf Stockmann Ja, vor allem hier bei uns in unserem eigentlich harmlosen Winskis. Es ist alles total durchgedreht.
Tim Pritlove Hier ging das um 19 Uhr, 18 Uhr, 19 Uhr ging das los. Aber nicht so wie sonst. Es knallt mal einer oder so. Also ab 19 Uhr war hier einfach Alarm bis 3 Uhr morgens. Es ging gar nicht mehr. Ich dachte, Leute, worüber regt ihr euch überhaupt noch auf? Euch geht es echt zu gut.
Ralf Stockmann Ja, und das Konzept war in der Tat, wir fahren zu Schwiegereltern. Die sieht man sowieso nicht so häufig, weil 400, 500 Kilometer entfernt. Und dann bucht man sich dann da einfach mal für zehn Tage ein. Und das war nämlich auch das Konzept, was macht man, wenn man nicht zum Kongress geht? Durchschlafen. Einmal die Kinder bei den Großeltern.
Ralf Stockmann Und pro Tag habe ich in der Tat zehn Tage in Folge zehn bis zwölf Stunden am Stück geschlafen.
Caspar Clemens Mierau Meine Güte.
Ralf Stockmann Dessner hat sich zu 20 Jahre jünger aus.
Tim Pritlove Also du hast jetzt irgendwie in den letzten zwei Stunden, glaube ich, nur zweimal gehustet.
Ralf Stockmann Das war verschluckhaft.
Tim Pritlove Und das hast du irgendwie in den letzten zwei Jahren nicht getan.
Ralf Stockmann Ja, it shows. Ich war in der Tat bei meiner Ärztin nochmal vor Dezember und habe ihr nochmal eine Datenauswertung mitgebracht, so wie viele Wochen ich eigentlich letztes Jahr halt alles krank war. Und dann checkte sie halt so verschiedene Sachen ab und das eine war halt irgendwie so, wie viel schlafen sie denn eigentlich so pro Nacht.
Ralf Stockmann Schlaftrecker, weiß ich relativ genau und hab mich halt jetzt so auf sechs Stunden, eingepegelt und meinte sie, tja, das ist halt mal zu wenig mit Eltern mit Kita-Kindern hast du zwei Faktoren einfach drin Watzeln aus der Kita plus zu wenig Schlaf, müssen gucken dass sie das auf sieben, acht Stunden hochkriegen, da arbeite ich jetzt dran das ist natürlich jetzt nicht so einfach, aber man wächst an seinen Aufgaben und zumindest jetzt also eben für die, Zeit hat das gut geklappt und so 10 Stunden am Stück, echt Luxus.
Ralf Stockmann Es gibt ja nichts, was so viel Luxus ist als Eltern, wie irgendwie ausschalten können morgens. Das ist ja fantastisch. Kann das sehr empfehlen. Gut, dafür hatte ich halt nur mein iPad dann in der Zeit. Ich hätte natürlich gerne irgendwie nochmal Rechner gehabt, um vielleicht auch dann doch mal wieder ein bisschen Ultraschall zu hacken und so, aber gut, war jetzt so.
Ralf Stockmann Und in der Gesamtschau muss ich aber sagen, diese viereinhalb Wochen, das war jetzt echt keine große Bürde. Also bei der letzten Sendung war ich mir nicht so ganz sicher, da hatte ich es ja eher so drei, vier vier Tage im Einsatz. Und ich kann nur sagen, das geht, ging wirklich richtig gut. Ich habe fast nichts vermisst. Also für dich das Setup, du hast die Sendung glaube ich gehört.
Caspar Clemens Mierau Angefangen, ja, aber erzähl nochmal kurz.
Ralf Stockmann Also halt einfach nur ein aktuelles, iPad Air plus Tastatur plus Trackpad und ein einigermaßen brauchbarer Ständer so vor sich stehen und dann in diesen, mehr Fläche-Modus umschalten, was bei den neuen iPads geht. Du hattest das auf deinem auch probiert, Tim.
Tim Pritlove Es geht sogar bei dem alten Pro. Ich hatte nämlich auch so in Erinnerung, dass es nur mit den M1 Dingern geht, aber tatsächlich geht es sogar mit meinem 2018er und das habe ich jetzt hier auch eingeschaltet und bin immer wieder beeindruckt, wie glücklich ein fünf Jahre altes, mittlerweile jetzt fast sechs Jahre altes Sprecher ist.
Ralf Stockmann Packen ja alle fröhlich ihre iPads gerade raus.
Caspar Clemens Mierau Ich hab's gewusst, der hat ja eins mitgebracht.
Ralf Stockmann Also hatten wir ja letzte Sendung schon gesagt, probiert das mal aus, dieser Mehrfläche-Modus, der ist echt ganz gut versteckt. Was macht der?
Caspar Clemens Mierau Der macht mehr, also höhere Auflösung, dass du die Apps werden kleiner sozusagen.
Ralf Stockmann Apps werden kleiner, du kannst die Schrift aber dem wieder gegensteuern, wieder ein bisschen größer machen und das zusammen dann mit Stage Manager, was ja auf Desktop immer sehr umstritten ist, aber dann fängt auch plötzlich an, Stage Manager Sinn zu machen auf dem iPad, und mit Tastatur und Trackpad.
roddi Den habe ich ja auch nicht, den Stage Manager.
Ralf Stockmann Aber das kann man ja halten, wie man will. Also kann man ja auch ausschalten und trotzdem von der höheren Auflösung dann irgendwie profitieren. Also ich habe echt jetzt nicht gelitten die viereinhalb Wochen. Also ich bin jetzt ganz froh, dass ich wieder Laptop zurück halte, das ist auch gut. Aber das hätte ich mir viel, viel, viel schlimmer vorgestellt.
Caspar Clemens Mierau Also ich habe das mitbekommen, dass du das gemacht hast und ich habe mich daran erinnert, dass ein Freund von mir vor sieben Jahren, der Entwickler ist, einen Blogpost geschrieben hat dazu, dass er versucht hat aufs iPad Pro umzusteigen und als Entwickler mit dem iPad Pro vor sieben Jahren und das hat aber relativ gut funktioniert für ihn. Ich hatte das noch im Ohr.
Caspar Clemens Mierau Was hast du denn da gemacht die vier Wochen? Weil Netflix gucken kann man immer.
Ralf Stockmann Genau, also das, wo es also alles erstmal komplett halt Office durch, ja, also dann Web, auch Administration, CMS-Systeme.
Caspar Clemens Mierau Und du hast immer die nativen Apps dann benutzt?
Ralf Stockmann Sofern möglich oder aber auch einfach die Web-Version. Also das, finde ich, tut sich heutzutage auch teilweise einfach nicht mehr sonderlich viel. Die Sollbruchstelle bei mir am Ende war dann die Affinity Suite, also Affinity Photo. Wenn ich dann also mal irgendwas in Sachen Bildbearbeitung gemacht habe, da fehlte mir dann einfach das iPad Muscle Memory an der Stelle.
Ralf Stockmann Also da sind einfach die ganzen Shortcuts und wo liegt was und wie sind irgendwie so die Klickstrecken. Die sind da bei mir so eingebrannt gewesen, dass ich das alles in der iPad-Version von der Affinity Photo sehr, sehr fremd anfühlte und fängst an rumzugugeln, wo ist jetzt hier eigentlich XY in der Funktion.
Ralf Stockmann Weil ich weiß gar nicht, ob das nötig gewesen wäre, das so anders zu bauen, das Programm. Ich meiner Meinung nach hätte das auch mit der normalen Desktop-GUI gut funktionieren können, auch auf dem iPad. Aber sie haben es halt irgendwie anders arrangiert alles. Und das hat dann keinen Spaß gemacht. So hatte ich dann auch irgendwann keinen Bock mehr. mehr.
Ralf Stockmann Aber ansonsten würde ich sagen, jetzt so 80 Prozent von dem, was ich normalerweise mache, inklusive die ganzen Jobgeschichten. Ich hatte das auch quasi so als Arbeitswerkzeug auch voll mit Word, Excel, läuft alles. Ging gut.
Caspar Clemens Mierau Wenn wir dir jetzt deinen Laptop wegnehmen würden und nur noch ein iPad hingeben würden?
Ralf Stockmann Also die Frage habe ich ja in der letzten Sendung auch schon andiskutiert. Es bringt, glaube ich, auf der anderen Seite auch nicht sonderlich viel. Also der Gewinn, also warum sollte man das tun, wenn man am Ende des Tages mit einem vernünftigen MacBook Pro, MacBook Air, wie auch immer, das wiegt genauso viel.
Ralf Stockmann Ja, weil die sind einfach mehr schwer, die neuen iPads, plus Tastatur externe, plus Trackpad, das brauchst du, finde ich, dann schon, wenn du das irgendwie dieses Setup haben willst, plus noch ein Ständer. Weil ich genau auf dem Gewicht, was ich jetzt auch hier habe, es ist auch nicht kleiner, sondern du hast noch mehr Sachen gefühlt, die irgendwie zusammenpacken muss.
Ralf Stockmann Und dafür, dass du es dann irgendwie noch anders auf dem Schoß halten kannst oder so. Und das Touch, finde ich, bringt dann auch keine echt für die allermeisten Szenarien, außer wenn du mit dem Stift drauf malst.
Caspar Clemens Mierau Das ist auch komisch, so auf dem Bildschirm rum zu touchen.
Ralf Stockmann Genau. Also ich würde schon immer zum Laptop greifen. Aber ich war... Und beeindruckt, das hatte ich letzte Sendung auch schon gesagt, offensichtlich haben die bei Apple jemanden oder sinnvollerweise ein Team, die sich wirklich seit Jahren systematisch Gedanken machen, wie man auf einem iPad diesen Weg irgendwie weitergeht.
Ralf Stockmann Und das, was wir immer so in Keynotes immer nur so, jetzt haben wir jetzt auf dem iPad wieder Folgendes und du guckst dir das so an und denkst, so what? Und dann arbeitest du aber mal wirklich mit nichts anderem und merkst, oh, die Sachen, die Mechanismen greifen ineinander. Da steckt eine Idee dahinter wirklich. Das ist nicht Zufall, dass die jetzt irgendwie Feature XY aufs iPad bringen.
Ralf Stockmann Und das mal selber zu erleben, ist zumindest mal interessant. Aber wenn man ein Laptop hat, muss man nicht daraufhin umsteigen. Das glaube ich nicht.
Caspar Clemens Mierau Also ich kenne ein paar Menschen, die aus dem Nicht-Nerd-Universum kommen, die sind umgestiegen und irgendwie da happy damit. Ich warte ja ein bisschen darauf, dass die iPhones, ich glaube das 15er kann das jetzt irgendwie, dass man da einen Monitor ranplagt und das irgendwie ganz gut schon benutzbar sein. Hat das ja jemand von euch mal ausprobiert?
Caspar Clemens Mierau Also irgendwie war das jetzt beim aktuellen iPhone, irgendwie habe ich gelesen, man kann einen Monitor anschließen jetzt relativ gut schon.
Ralf Stockmann So bei einem USB-C einfach quasi meinst du?
Tim Pritlove Ja, klar, aber Monitor kannst du auch schon... Aber wenn man schon einen Ort hat, wo ein Monitor ist.
Caspar Clemens Mierau Ja, aber ich muss dann kein Laptop mehr rumschauen, weil ich bin wirklich viel unterwegs. Ich arbeite an drei verschiedenen Schreibtischen in drei verschiedenen Städten und wenn das reichen würde, mir das Telefon in die Tasche zu stecken, das würde mich glücklich machen.