
Freak Show· Staffel 3· Folge 289
FS289 Die Programmiersprache heißt Deutsch
Samstag, 8. Februar 2025 · 3 h 40
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Shownotes
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Reisebericht Südostasien — David Lynch — Radiacode — Fediverse Activity Tracker — Programmieren mit AI — Model Context Protocol — Rodecaster Duo — Rodecaster Video — Apple Vision Pro — Receipts Space — LookScanned — DeepSeek
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Tim ist auf Reisen in fernen Zeitzonen aber wir haben keinen Aufwand gescheut und trotzdem die Runde zusammengebracht um wichtige Dinge zu besprechen. Der Schwerpunkt liegt dabei natürlich bei dem vielberichteten, -bestaunten und -diskutierten AI-Model R1 von DeepSeek und wir erläutern, was es damit nun auf Sicht hat und ob der ganze Hype der letzten Wochen einen Kern hat oder wir nur auf heiße Luft starren. Dazu noch mal viel Updates zur Entwicklung von AI-Assistenten beim Programmieren und welche Auswirkungen das auf Softwareentwicklung an sich haben könnte. Tim berichtet dazu noch von seiner Reise und Ralf betrauert das Ableben von David Lynch.
Dauer:
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Tim Pritlove
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roddi
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Ralf Stockmann
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Für diese Episode von Freak Show liegt auch ein vollständiges Transkript
mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.
Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert.
Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern.
Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort.
Formate:
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Shownotes
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Star Wars Theme on FLOPPOTRON 3.0 (youtube.com/watch?v=3KS02q0BUnY)
— YouTube
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David Lynch (de.wikipedia.org/wiki/David_Lynch?wprov=sfti1)
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In Memoriam - David Lynch - HedgeDoc (pad.wolkenbar.de/lynch)
— HedgeDoc - Ideas grow better together
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Christoph Schlingensief (de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Schlingensief?…)
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Twin Peaks (de.wikipedia.org/wiki/Twin_Peaks?wprov=sfti1)
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Radiacode 102 & 103: Radiation Detector, Gamma Spectrometer and Scintillation Counter (radiacode.com/de)
— radiacode.com
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codeberg.org/open/fedipolitik
— Codeberg.org
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Fediverse Activity Tracker (rstockm.github.io/fedipol)
— rstockm.github.io
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Mastowall (github.com/rstockm/mastowall)
— GitHub
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AI is Creating a Generation of Illiterate Programmers (nmn.gl/blog/ai-illiterate-programmers)
— N’s Blog
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Introducing the Model Context Protocol (anthropic.com/news/model-context-protocol)
— anthropic.com
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GitHub - modelcontextprotocol/servers: Model Context Protocol Servers (github.com/modelcontextprotocol/servers)
— github.com
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RØDECaster Duo | Integrated Audio Production Studio | RØDE (rode.com/en/interfaces-and-mixers/rodecaster-s…)
— RØDE Brand Store
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Das ultimative Rodecaster Pro II und Rodecaster Duo Review (sendegate.de/t/das-ultimative-rodecaster-pro-i…)
— Sendegate
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V-Moda BoomPro - Test passender Kopfhörer (sendegate.de/t/v-moda-boompro-test-passender-k…)
— Sendegate
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XLR Dock (elgato.com/de/de/p/xlr-dock-stream-deck-plus)
— Elgato
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RØDECaster Video | Video and Audio Production Console | RØDE (rode.com/en/interfaces-and-mixers/rodecaster-s…)
— rode.com
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Prometheus tunnel mapping with drones (youtu.be/yO-eduvo904?si=1xh1rATqXFH1htah)
— YouTube
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FLY - Explore the Earth (apps.apple.com/de/app/fly-explore-the-earth/id…)
— App Store
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VZfit Have Fun. Explore the World. Get Fit. (virzoom.com)
— VZFIT
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KKCOBVR Q3 Halo Strap Compatible with Quest 3/Quest 3S Enhanced Comfor (kkcobvr.com/products/kkcobvr-q3-halo-strap-com…)
— kkcobvr
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Globular Cluster CMA1 Comfort Mod for Apple Vision Pro (globular-cluster.com/CMA1.html)
— amazon.de
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Collects your documents | Receipts Mac App (receipts-space.com)
— receipts-space.com
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Look Scanned (lookscanned.io)
— lookscanned.io
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Tailscale · Best VPN Service for Secure Networks (tailscale.com)
— tailscale.com
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DeepSeek Chat (deepseek.com)
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DeepSeek-R1: Incentivizing Reasoning Capability in LLMs via Reinforcement Learning (github.com/deepseek-ai/DeepSeek-R1/blob/main/D…)
— github.com
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DeepSeek FAQ – Stratechery by Ben Thompson (stratechery.com/2025/deepseek-faq)
— stratechery.com
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Cutting-edge Chinese “reasoning” model rivals OpenAI o1—and it’s free to download - Ars Technica (arstechnica.com/ai/2025/01/china-is-catching-u…)
— arstechnica.com
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DeepSeek R1 Explained to your grandma (youtube.com/watch?v=kv8frWeKoeo)
— YouTube
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This open source AI crushes everything - DeepSeek R1 (youtube.com/watch?v=xCQXyZkMsbs)
— YouTube
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The Man Behind DeepSeek (Liang Wenfeng) (youtube.com/watch?v=FMU0j_ly4kk)
— YouTube
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Models | OpenRouter (openrouter.ai/models?fmt=cards&arch=DeepSeek)
— OpenRouter
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From the selfhosted community on Reddit: Got DeepSeek R1 running locally - Full setup guide and my personal review (Free OpenAI o1 alternative that runs locally??) (reddit.com/r/selfhosted/comments/1i6ggyh/got_d…)
— Reddit
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Berkeley Researchers Replicate DeepSeek R1's Core Tech for Just $30: A Small Model RL Revolution (xyzlabs.substack.com/p/berkeley-researchers-re…)
— xyzlabs.substack.com
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Deepseek: Was am Hype um die chinesische KI wirklich dran ist - Innovationen - derStandard.at › Web (derstandard.at/story/3000000254861/deepseek-wa…)
— derstandard.at
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DeepSeek facts vs hype, model distillation, and open source competition (youtube.com/watch?v=jC0MGFDawWg)
— YouTube
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Chatbox AI (chatboxai.app/de)
— Chatbox AI
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Ollama (ollama.com)
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KI Fragen Chatbot.xlsx (next.wolkenbar.de/s/gbkQ9zYg5Zqn4qo)
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ChatGPT vs DeepSeek: CRAZY Chess (youtube.com/watch?v=JHq4EKMg7fI)
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LoRA Low Rank Adaptation for Large Language Models (cloudflare.com/de-de/learning/ai/what-is-lora)
— cloudflare.com
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BMDV - Bundesminister Wissing eröffnet KI-Zentrum in Berlin (bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/…)
— bmdv.bund.de
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This AI deepfake tool is WAY too real. Full body animation …
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Tim Pritlove So, jetzt aber. Fast hätte alles so gut funktioniert. Leute, hier ist die Freakshow. Wir sind wieder da. Zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Wer jetzt live zuhört, wundert sich, wundert sich. Draußen ist ja noch hell. Genau. Kommen wir gleich zu. Aus technischen Gründen. Diese Sendung wird an einem Freitagnachmittag ausgestrahlt.
Tim Pritlove Wenn man die Zeit zu einer MEZ heranzieht, bei mir ist es dann schon dunkel. Ich bin nämlich hier aus der Ferne zugeschaltet zu den Herren und die Herren sind Roddy. Hallo Roddy.
roddi Hallo.
Tim Pritlove Und Ralf, wer soll das anderes sein?
Ralf Stockmann Einen wunderschönen guten Mittag.
Tim Pritlove Genau, ich bin Tim und wir befinden uns trotzdem zusammen. Aber ich bin nämlich gerade in einer anderen Zeitzone und deswegen war das ein etwas größerer Aufwasch, hier das Ganze so zusammenzubekommen. Aber ich muss sagen, ich bin jetzt vorsichtig optimistisch, dass das ganz gut funktioniert. Jetzt bin ich nämlich mal remote.
Tim Pritlove Du kannst ja mal erzählen, wie das aus eurer Perspektive sich gerade darstellt.
Ralf Stockmann Also akustisch erstmal hört man, finde ich, gar keinen Unterschied. Also da muss man sagen, ist Zoom mittlerweile schon weit fortgeschritten dank Corona. Und du hast, glaube ich, hattest du vorhin gesagt, auch diesen Musikermodus aktiviert, dass da nichts an Kompression und Pseudo-Rauschreduzierung und sowas daherkommt.
Ralf Stockmann Also die Audiospur hört sich jetzt schon ohne Lokalaufnahme sehr gut an hier. Und ansonsten ist unser Setup eigentlich so wie sonst auch, also sprich rechts haben wir deinen großen Curved Monitor und da läuft friedlich ein Ultraschall, noch in der alten Version, ich prangere es an und oben der Beamer und unten drunter halt der Gastbildschirm und da bist jetzt halt du statt andere Leute als Gast, aber psychologisch würde ich sagen, fühlt es sich eigentlich im Moment noch an wie eine ganz normale Freakshow, die wir hier machen.
roddi Wenn es so etwas gibt.
Ralf Stockmann Ja, also Latenz total gut. Wir hatten jetzt hier auch schon ein bisschen vorgeplänkelt und so. Man hat jetzt auch nicht den Eindruck, ständig muss ich wieder irgendwie aufhören zu sprechen, weil irgendjemand anders von draußen möchte irgendwie da mit rein. Aber du hast auch, glaube ich, gutes Internet, hast du vorhin mal erläutert.
Tim Pritlove Ich habe hier exzellentes Internet. Der Speedtest sagt, ich habe hier ein Gigabit down und ein halbes Gigabit up. Das ist hier so, was man hier normal nennt.
roddi Das kleine Besteck.
Tim Pritlove Ich kann immer dazu sagen, wo ich gerade bin. Ich bin gerade in... Genau so der Standard. Man sieht ja immer irgendwie irgendwelche Techniker rumwurschteln, wie sie irgendwie draußen irgendwelche Leitungen zusammenballern. Aber hier ist halt irgendwie alles auf Glasfaser und hier nimmt man halt irgendwie richtig am Internet teil, nicht so wie bei uns.
Tim Pritlove Wo bin ich? Ich bin in Malaysia, genauer bin ich gerade auf der Insel Penang. Und ja, habe hier gutes Netz, gutes Essen, gutes Wetter und bin an sich auch ganz zufrieden, muss ich sagen, mit der Gesamtsituation.
Ralf Stockmann Ja, das Essen ist glaube ich mein Hauptneidfaktor in meiner ganzen Geschichte. Ich könnte mich glaube ich auch echt den Rest meines Lebens einfach nur asiatisch ernähren. Das wäre eine gute Sache und gar keine Einschränkung. Man muss allerdings sagen, dass das Videobild von dir, das ist schon sehr klötzerig. Also dafür, dass du jetzt da so eine Datenrate an den Start bringst, kannst du da eigentlich noch irgendwas tun?
Ralf Stockmann Also das ist weit entfernt von irgendwie Hi-Res oder High Definition und Full HD oder sowas. Also das ist okay, es ist jetzt nicht so, dass es jetzt total stört, aber wenn man schon mal Bandbreite hat, hätte ich gedacht, dass Zoom die vielleicht auch durchreicht und da jetzt mal die Videoqualität noch ein bisschen hoch schraubt.
Ralf Stockmann Jetzt wollen wir natürlich nicht her.
Tim Pritlove Auch gerade unklar, was da der Grund für sein kann.
Ralf Stockmann Weil eigentlich ist es jetzt auch okay, aber es ist jetzt halt nicht super toll.
roddi Du weißt doch, wie Tim aussieht.
Ralf Stockmann Ich mache einfach mal ein Screenshot für unsere Gäste, damit die mal sehen, wie das hier so alles wirkt.
roddi Das ist bestimmt das Netz.
Ralf Stockmann Ja, müssen wir jetzt nicht.
Tim Pritlove Wir wissen jetzt nicht genau, an welcher Stelle das den Tod stirbt. Irgendwas ist ja immer. Soviel zum Vorgeplänkel. Also ich bin ja auf Reisen. Ich hatte das ja angekündigt und bewege mich hier so quer durch Südostasien und habe so meine ersten Etappen auch schon hinter mir. Kann ich mal so vielleicht ein bisschen erzählen, falls es euch interessiert.
Tim Pritlove Ich war jetzt in Singapur. Allerdings nur ein Wochenende. Mir trägt das nicht, weil es ist ja so ein bisschen so Dubai nett, kann man sagen.
Ralf Stockmann Da steht doch aber dieses, finde ich, doch sehr, sehr coole Gebäude auf diesen vier Stelzen, was in so einem Halbrund irgendwie gebaut ist. Ich gucke mal eben gerade. Das ist so einer dieser...
Tim Pritlove Du meinst das Ding oben mit diesem fetten Pool oben drauf?
Ralf Stockmann Ja, genau.
Tim Pritlove Ja, das ist hier so ein bisschen das Wahrzeichen geworden.
Ralf Stockmann Genau, das finde ich schon... Das finde ich sehr krass, genau. Was aussieht wie so ein Schiff, was auf Stelzen irgendwie so läuft.
Tim Pritlove Also ich muss sagen, ich finde es so ein bisschen asymmetrisch. Vergessen wieder, wie heißt denn das Ding überhaupt? Irgendwie wird es bestimmt gleich raus. Ich schaue auch nochmal kurz. Ja, kann man irgendwie machen. Mein Film ist es irgendwie nicht so richtig. Ist halt so Hochhaus mit viel Hotel drin und mit unten so einer fetten, völlig übertriebenen Shopping Mall, wie das ja hier sowieso üblich ist.
Tim Pritlove Also alles mal so ein bisschen zu übertreiben, speziell die Shopping-Malls. Und das ist dann halt nochmal so eine richtig übertriebene Shopping-Mall, wo übrigens auch Apple einen Apple-Store hat.
Ralf Stockmann Ah, okay.
Tim Pritlove Und zwar haben sie den natürlich dann auch gleich, nicht einfach nur so in die Shopping-Mall reingebaut, weil das wäre ja zu einfach. Ja, sondern diese Shopping-Mall-Geschichte, wie heißt denn dieses Teil, Marina Bay heißt das, genau, Marina Bay, also ihr könnt ja mal nach Marina Bay, wie heißt das Ding nochmal, Marina Bay Sands, genau, Marina Bay Sands.
Tim Pritlove Das sind diese drei Hochhäuser, wo oben wie so eine Flunder da oben nochmal so eine Etage draufgelegt wurde, wo dann die eine Seite so ein durchgehender Pool ist und auf der anderen Seite ist das alles so ein bisschen so parkmäßig und da können dann die Touris hochfahren. Ich habe das nicht gemacht, mir war es das nicht wert. Und die Aussicht genießen.
Tim Pritlove Davor ist dann nochmal so ein künstlich angelegter Park auf so einer künstlich angelegten Insel. Es ist alles ganz pompös und alles ganz groß und viel von allem immer so. Also Singapur ist genauso wie Dubai so völlig übertrieben, weil die haben halt einfach die Kohle und It shows. Aber man muss auch sagen, es ist aber auch wirklich ein interessantes Experiment.
Tim Pritlove Also dieses Land hat sich innerhalb von 50, 60 Jahren, mal kann man mal sagen, gut, sie haben ein, zwei geografische Vorteile gehabt, aber die haben sie halt auch voll ausgenutzt und das Beste draus gemacht und eigentlich einen ganz beachtlichen Stadtstaat dahin gelegt, nachdem sie ja eigentlich so von Malaysia so ein bisschen beschissen wurden.
Tim Pritlove Die waren ja eigentlich erst Teil von Malaysia, aber dann hat Malaysia Singapur rausgeschmissen. Das hat immer so ein bisschen was mit so Bevölkerungsanteilen, chinesische versus muslimische Bevölkerung und so weiter zu tun. Auf jeden Fall wollten sie die irgendwie nicht haben und dann war das einfach nur so ein Fischerdorf, was aber ganz gut gelegen war.
Tim Pritlove Und daraus haben sie halt dann irgendwie diesen großen Hafen gebaut und haben sich dann eben mehrere sehr gut funktionierende Standbeine gemacht. Also einerseits ist halt dieser Hafen, das ist so das Zwischenlager. Da müssen halt irgendwie alle Schiffe aus China, die nach Europa fahren, müssen da vorbei.
Tim Pritlove Deswegen sind sie da als Umschlagplatz ganz groß. Das ist auch die größte Tankstelle der Welt. Also nirgendwo wird irgendwie so viel Sprit abgegeben wie dort, den sie ja nicht selber liefern, sondern den sie sozusagen da nur verkaufen. Und dann haben sie sich natürlich auch als Finanzplatz, als internationaler Finanzplatz etabliert und sind halt so zwischen den amerikanischen und europäischen Börsen da quasi Chef der jeweiligen Zeitzone und deswegen läuft es da ganz gut und deswegen haben sie eine Menge Kohle und ja, dann brauchst du halt so eine riesige Stadt.
Tim Pritlove Aber ganz ehrlich, länger als ein Wochenende trägt das irgendwie nicht, wenn man sich das so anschaut, es sei denn, man hat da irgendwelche Connections. Deswegen bin ich auch gleich weitergefahren, dann erstmal nach Malaysia und danach nach Bali. Das war wiederum ganz interessant. Das ist also wirklich eine sehr nette Insel.
Tim Pritlove Alles voll mit so Instagram-Menschen.
Ralf Stockmann Es ist eigentlich irgendein Fleck der Erde nicht voll mit Instagram-Menschen.
Tim Pritlove Ja, wahrscheinlich nicht, aber da war das so eine Hipster-Surfer-Parade vor dem Herrn. Also es sind natürlich da viele westliche Touristen. Trotzdem ist es da ganz angenehm, muss man sagen. Also es ist schon wirklich eine nette Insel, alles sehr freundlich und da kann man schon sehr nett Urlaub machen.
Tim Pritlove Genau, und jetzt bin ich aber erstmal wieder in Malaysia auf dem Zwischenstation und werde mich dann demnächst Richtung Taiwan weiter bewegen, um mir das mal anzuschauen. Da habe ich nämlich Interesse dran.
Ralf Stockmann Gab es denn irgendwelche, das finde ich immer spannend, so kulturelle Erweckungserlebnisse, wo du denkst so, ah, so macht ihr das hier, warum machen wir das nicht so? Ihr habt es raus.
Tim Pritlove Kulturelle Erweckungserlebnisse, ja, so in den Ländern ein bisschen unterschiedlich also ich meine erstmal, da hatten wir ja schon so Internet, funktioniert halt einfach alles so, es ist hier irgendwie so bezahlen, digital, ist einfach alles vollkommen normal, Netz ist schnell gibt überall WLAN so in jedem Restaurant gibt es natürlich selbstverständlich überall, WLAN, aber wenn du jetzt mal von so ein paar Street-Hawkers, also diesen, Straßenrestaurants mal absiehst oder so, brauchst du halt irgendwie kein Bargeld.
Tim Pritlove Und das ist halt alles irgendwie sehr angenehm. Also alles ist halt irgendwie so ganz selbstverständlich digital organisiert. Alles geht hier irgendwie online und das ist irgendwie so normal. Man hat einfach zunehmendem Maße das Gefühl, dass man einfach in Deutschland so richtig an der Zukunft nicht mehr so richtig teilnimmt.
Tim Pritlove Also die Zukunft findet statt, aber nicht gleichmäßig auf Deutschland verteilt. Deutschland kriegt da nicht ganz so viel ab.
Ralf Stockmann Um den berühmten Douglas-Adams-Spruch.
Tim Pritlove Achso, jetzt hatte ich das mit diesem Apple Store ja gar nicht erzählt. Weißt du, wo dieser Apple Store ist? Der Apple Store ist im Wasser. Im Wasser. Das heißt, du musst dann, genau, und zwar haben sie so eine Kugel gebaut, muss mal Apple Store Singapur irgendwie.
Ralf Stockmann Erstmal Schuhe ausziehen.
Tim Pritlove Das wäre ja mal was. Nee, also du kannst dann sozusagen unterirdisch von dieser Shopping Mall unter dem Wasser durch und dann kommst du mit einer Rolltreppe oben in dieser Glaskugel raus. Oder du hast noch so einen Steg und kannst übers Wasser da so reinlaufen. Dann bist du da irgendwie in deinem Apple Store. Aber ansonsten ist es ein ganz normaler Apple Store.
Tim Pritlove Gibt wirklich kaum irgendwas langweiligeres, als sich Apple Stores anzuschauen. Die sehen wirklich alle gleich aus. Alle funktionieren gleich. Eigentlich bin ich da nur reingegangen, weil ich das zufällig entdeckt habe, das da eingibt und sagt mir so, ah, der ist ja ganz hübsch, den gucke ich mir mal von innen an, aber länger als 10 Minuten hat das auch nicht getragen.
Ralf Stockmann Aber von außen ist er in der Tat ganz fancy.
Tim Pritlove Ja, das können sie ja auch, also so optisch, architektonisch, da haben sie immer was drauf.
Ralf Stockmann Wobei der ist auch gar nicht mal so groß, wie es aussieht. Ich dachte jetzt zuerst, das sei so ein bisschen wie dieser S4 in Las Vegas, die neue, aber das ist sehr.
Tim Pritlove Sehr klein. Also es ist nicht so mega pompös, es ist halt nur wieder so, naja.
Ralf Stockmann Genau, der Anschnitt der Kugel ist ziemlich vergleichbar zu der S4. Über die müssen wir auch irgendwann nochmal reden, aber nicht heute.
Tim Pritlove Ja, ich hoffe auch noch, dass wir da nochmal technische Assistenz bekommen, aber es gestaltet sich leider noch ein bisschen schwierig. Machen wir nochmal, aber nicht heute. Ja, habe ich mir jetzt gerade nicht zurechtgelegt, eine gute Antwort auf deine Frage. Das mache ich dann vielleicht nächste Sendung. Generell kann man feststellen, es geht auch alles in freundlich.
Tim Pritlove Also man kann so als Gesellschaft auch einfach so freundlich miteinander umgehen.
roddi Auch keine deutsche Stärke, zumindest in Berlin.
Tim Pritlove Nee, es ist einfach, weiß ich auch nicht. Also derzeit zieht mich gerade relativ wenig zurück, muss ich sagen. Es ist hier alles schon ganz okay so. Na gut. Ich werde später noch ein paar Reiseupdates geben, aber ich bin auch fleißig. Ich bin hier nicht nur am, Urlaub machen oder so, sondern ich habe viel recherchiert. Ich poemiere auch ganz viel. Kommen wir gleich noch zu.
Tim Pritlove Naja, eine Sache, die richtig geil ist, ist natürlich Verkehr in Bali. Das ist natürlich für mich genau das Richtige. Was für ein geiles Chaos. Also in Bali machst du halt am besten alles mit einem Zweirad. Also mit Mopeds. So kleinen 150er Mopeds, das ist so ein bisschen der Standard. Autoverkehr geht halt irgendwie kaum irgendwas voran. Aber mit diesen Mopeds fahren sie natürlich fast alle. Und das ist so ein geiles Chaos.
Ralf Stockmann Ist das schon ein Elektronen-Thema oder ist das alles noch verbunden?
Tim Pritlove Nee, leider nicht. Da ist es mit der Zukunft noch nicht so. Es wurde dann tatsächlich noch ein Foto von einer BMW CE 04, die irgendwo auf Bali steht, zugetragen. Aber leider habe ich die selber nicht gesehen. Und einmal ist auch einer mit dem Elektroteil an mir vorbeigefahren tatsächlich, aber alles andere ist knatter, knatter, ratter, ratter.
Tim Pritlove Und was anderes habe ich natürlich jetzt auch nicht geliehen bekommen. Aber du leistest dir sowas, weil anders da sich fortzubewegen ist vollkommen unsinnig. Aber dann einfach in so einem Pulk von Mopeds die einfach alle gleichzeitig links und rechts an den Autos vorbei durch jede Lücke sich durchschlängeln keine Ampeln, einfach alles go.
Tim Pritlove Ich kann euch sagen das ist einfach, also ich habe mich so so glücklich gefühlt in dem Moment, es war einfach das Beste überhaupt ein totales High habe ich da irgendwie bekommen in diesem Verkehr, nichts finde ich geiler als so voll chaotischer Verkehr, warum? Weil das so, das ist nicht rule-based, wie bei uns.
Tim Pritlove Da ist es so, ja, Stratverkehrsordnung, Schilder, und so. Und wir hatten ja die Diskussion schon, rote Ampeln und so sind ja eh, zumindest bei Fahrradfahrern, nicht besonders populär. Da ist dann schon so ein bisschen Anarchie. Aber es wird dann immer viel geschrien, alle anderen müssten halt immer alle Regeln einhalten.
Tim Pritlove Und dann macht man noch mehr Regeln, noch mehr Regeln, noch mehr Regeln, bis dann halt irgendwann gar nichts mehr funktioniert. und alles wird nur noch irgendwie bestraft und so und in Bali ist halt einfach scheiß drauf. Es gibt so ein paar Ampeln irgendwo wo so die Stadt ein bisschen sich mehr verdichtet bei so großen Kreuzungen und da lustigerweise auch ähnlich wie in der Türkei wenn du grün hast dann ist immer grün nur für eine Straßenseite und dann darfst aber sowohl geradeaus als auch rechts und links fahren, und dann eine längere Phase, aber es gibt nicht so dieses Problem, Leute wollen rechts abbiegen, aber dann kommt auch der Gegenverkehr, inzwischen muss auch in der Türkei so.
Tim Pritlove Wusste ich vorher auch nicht. Aber davon abgesehen von diesen paar Ampeln gibt es halt einfach gar keine Ampeln, gar nichts. Sondern wer irgendwie auf die Straße will, der muss halt irgendwo eine Lücke finden. Und jede Lücke, die irgendwie da ist, wird mit einem Motorrad gefüllt. Es ist halt einfach automatisch immer irgendwie alles gefüllt und alles schlängelt sich durch.
Tim Pritlove Und du schaust dir das an und es ist einfach wie so eine Lehrstunde in Thermodynamik. Du hast einfach das Gefühl, es sind einfach nur so quellende Gase, die sich automatisch miteinander vermischen und wieder verstreuen. Alles regelt sich von alleine. Das sind einfach nur noch so Temperaturschwankungen an Verkehrsdichte.
Tim Pritlove Und es ist einfach das Geilste überhaupt.
Ralf Stockmann Der Chat schreibt, wer hupt, hat recht.
roddi Da haben wir sehr viele Leute.
Tim Pritlove Aber das Interessante ist, auf Bali wird dann die Hupe aber auch tatsächlich so benutzt, wie sie gedacht war. Also du warnst mit der Hupe, dass du da jetzt irgendwie kommst und dass du da bist oder was weiß ich, da kommt so eine enge, fährst um so eine Mauer, so eine 90-Grad-Kurve, die man nicht einsehen kann, da wird halt kurz angehubt oder so.
Tim Pritlove Aber man hupt nicht die anderen an aus Bestrafungsaspekten. In Deutschland wird ja eigentlich immer nur gehupt, um Leute zu... zu bestrafen. Nicht um irgendwie den Verkehr sicherer zu machen, sondern es ist immer Rache.
Ralf Stockmann Das ist richtig.
roddi Naja, eine Meinungsäußerung ist es.
Tim Pritlove Ja, so eine Meinungsäußerung. So ein irgendwie, ich finde dich doof und deswegen hupe ich. Weil ich war der Meinung, mir wurde irgendein Privileg genommen oder eingeschränkt oder so. Und auf so eine Idee würde man in Bali gar nicht kommen. Dann macht man so, bip, bip, bip, bip, bip. Und so, nee, ich komme jetzt hier gerade lang, pass auf, irgendwie.
Tim Pritlove Und keiner hat irgendwie Beef miteinander. Also alle fahren wirklich wie die Berserker. Aber alle machen das und deswegen ist es völlig okay und es fließt einfach und man kann einfach stundenlang geradeaus fahren und muss nicht irgendwo stehen bleiben und das ist toll.
Ralf Stockmann Also ich kenne das aus Italien, in Florenz hatte ich den Effekt, als ich da selber mit dem Auto gefahren bin. Da hast du auch so vier, fünf spurige Straßen, wo es aber gar keine Spuren mehr eingezeichnet sind, weil es sowieso überflüssig ist. Und jeder drängelt sich so irgendwo durch, aber das Faszinierende ist, es passen halt auch alle auf.
Ralf Stockmann Also man hat auch irgendwie so ein bisschen das Gefühl, du bist ja jetzt auch nicht alleine, sondern du bist ja jetzt auch schon Teil von so einem Mobilitätskollektiv, wo es keiner darauf anlegt, dich jetzt in ein echtes Problem reinzubringen. Und das kann man sich in Deutschland überhaupt nicht vorstellen.
Ralf Stockmann Wenn ich da auf meiner Spur bin, dann ist das hier meine Spur und wenn da irgendjemand anders kommt, dann soll er mir reinfahren und dann rennen, dann werden die Versicherungen das schon unter sich ausmachen. Aber ich meine, du fährst halt auch mehr motorisiertes Zweirad. Ich bin Moped gefahren in Thailand und das fand ich schon anstrengend.
Ralf Stockmann Also das war, glaube ich, ein Bruchteil, so hektisch wie das, was du jetzt gerade beschreibst. Aber dieses man muss erst mal irgendwie zwei Minuten warten, bis man irgendwie reinkommt, zumindest wenn man so ein ängstlicher Typ ist wie ich, da hätte ich mir schon so die eine oder andere Ampel durchaus mal gewünscht.
Ralf Stockmann Ich mag halt diese Knatterbüchsen überhaupt nicht. Fahrradfahren jederzeit. Ich hätte ja super Fahrrad fahren können, aber ich mag halt einfach Mopeds nicht. Und dann muss man glaube ich erstmal reinwachsen auch in diese Art des Verkehrs. Aber ja, es funktioniert nachweislich.
Tim Pritlove Mit der Angst ist meine, ich finde ja, das ist ja genau das Problem. Unser regelüberfrachtetes Verkehrssystem schafft einfach ganz automatisch ängstliche Verkehrsteilnehmer. Weil alle immer davon ausgehen, dass alle sich an alle Regeln halten müssen. Und wenn mal irgendeiner ein abweichendes Verhalten zeigt, dann hat keiner eine Erfahrung damit.
Tim Pritlove Und ich meine, ich bin wirklich wie ein Bekloppter da gefahren irgendwie und es ist völlig normal, du bretterst da irgendwie mit 80 Stundenkilometern zwischen zwei Lassern irgendwie durch und irgendwie fühlt es sich nie irgendwie nennenswert bedrohlich an und dadurch, dass du halt auch nie das Gefühl hast, jetzt wird dich gleich irgendeiner für irgendwas bestrafen, weil du irgendein Privileg genommen hast, wird man auch automatisch generöser. Also es ist so ein Gesamtgefühl und ich mag dieses Chaos und diese Thermodynamik.
roddi Und nächstes Mal schauen wir uns auch die Unfallstatistiken an, oder?
Tim Pritlove Einen Unfall habe ich gesehen, tatsächlich. Das waren aber Autos, die sind irgendwie miteinander geknallt. Moppets? Nix.
roddi Gut.
Tim Pritlove So viel zu meinen Reise-Updates. So ganz allgemein. So, was noch passiert?
Ralf Stockmann Es hat sich ein Unfall in meinem Leben ereignet, gefühlt.
Tim Pritlove Ein Unfall in deinem Leben?
Ralf Stockmann David Lynch ist tot. Das hätte nicht passieren dürfen.
Tim Pritlove Es hat sich aber abgezeichnet für die Ziegen, oder?
Ralf Stockmann Es hat sich etwas abgezeichnet, in der Tat. Am 15.01. Das ist auch schon zwei Wochen her, drei Wochen fast und ich weiß nicht, wie es euch geht, man kommt jetzt ja in so ein Alter, wo auch einfach Leute sterben, zu dem man doch irgendwie einen Bezug hatte, so im Bereich Kunst, Gesellschaft, Politik, was auch immer und ich habe bei mir da so ein Phasenmodell irgendwie hinterlegt, so Achselzucken, naja, gut, war an der Zeit, Versus, ach, schon schade, hätte man ja das eine oder andere noch irgendwie von erwarten können.
Ralf Stockmann Und dann gibt es eine sehr, sehr kleine Kategorie von Leuten, wo es einem dann doch irgendwie an die Nieren geht. Also David Bowie war so ein Moment, Steve Jobs war so ein Moment. Aber nichts davon hat mich so aus der Kurve geworfen wie jetzt David Lynch. Er war jetzt irgendwie ja schon gar nicht mehr jung und das war jetzt alles überhaupt nicht überraschend. Aber mir ist dann an dem Tag klar geworden oder ich habe mir nochmal die Frage gestellt.
Ralf Stockmann Gibt es eigentlich irgendeinen Künstler, Künstlerin da draußen, die einen größeren Impact auf mein persönliches Leben hatten? Und dann war die Antwort nein. So, es gibt also zwei ganz wichtige zentrale Pfeiler bei mir. Das eine ist Depeche Mode und das andere war David Lynch. So, und der ist jetzt nicht mehr da.
Ralf Stockmann Und dann habe ich mich jetzt wirklich hingesetzt und dachte so, jetzt müssen wir es mal ganz kitschig machen. Und ich habe einen Nachruf geschrieben auf David Lynch, was er mir in meinem persönlichen Leben bedeutet hat. Und das schmeiße ich jetzt mal einfach in die Shownotes rein. Keine Sorge, das werde ich jetzt nicht draus zitieren. Aber es ist schon frappierend, wie die sehr unterschiedlichen Filme, die er gemacht hat, in jeweils sehr unterschiedlichen Lebenssituationen von mir, sehr unterschiedliche Dinge getriggert haben, aber die dann alle irgendwie sehr wichtig wurden.
Ralf Stockmann Zum Beispiel Dune von 84 ist der erste Erwachsenenfilm, den ich überhaupt im Kino gesehen habe. Vorher halt immer nur irgendwie Bud Spencer und so ein Kram, aber da war ich elf. Der Film ist ab 16. Man könnte ihn auch ab 18 gut rausgeben lassen. Und das war eine totale sensorische, inhaltliche Überforderung für mich.
Ralf Stockmann Aber auf der anderen Seite, wenn man dann in sehr jungen Jahren sehr verstörenden Dingen ausgesetzt ist, dann macht das mit dem Gehirn vielleicht auch das eine oder andere Positive, glaube ich. Und so ging das dann so durch die verschiedenen Filme durch. Und so die relevanten Stationen habe ich einfach mal ein bisschen runtergeschrieben.
Ralf Stockmann Wer auch David Lynch hinterher trauert, dort gerne mal reingucken. Ich finde, das war ein ganz, ganz großer. Er hat fantastische Filme gemacht, die man auch immer und immer und immer wieder gucken kann. Und ja, nur ist er weg.
Tim Pritlove Also dieses Gefühl kenne ich ganz gut. Wenn du sagst, es ging dir an die Nieren, wie weit ging das? Sagst du das jetzt so daher oder hast du so eine körperliche Reaktion?
Ralf Stockmann Ich hatte körperliche Reaktionen, ich habe ein paar Tränchen verdrückt. Und mich dann halt viele Stunden auch mit diesem Gefühl und meinen Erinnerungen und meinem Kunstverständnis, also er hat auch sehr stark geformt, wie ich Kunst überhaupt wahrnehme. Also dieses Aufschließen von Independent, von Camp, von irgendwie Underground, ich würde gar nicht sagen, dass ich immer irgendwie jetzt Teil dieser Kunstszenen irgendwie besonders aktiv war, weil es hat ein großes Verständnis und eine große Toleranz bei mir aufgeschlossen.
Ralf Stockmann So, dass ich nicht sage, dass es alles abartig und verstört und pervers ist. Ich denke so, ja, auch da gibt es Dinge zu finden, die irgendwie total spannend sind. So, ohne David Lynch wäre ich mit Sicherheit nicht zu Christoph Schlingensief gekommen, beispielsweise. Das sind dann alles so Ketten, wo man erstmal so ein Grundlevel freigespielt, bekommt und da war Lynch also ganz zentral für.
Ralf Stockmann Auf was für Arten von Frauen ich stehe, hat er geprägt. Wer damals als Teenager Blue Velvet weniger, aber Twin Peaks gesehen hat, was da plötzlich für Frauen rumlaufen, das hatte so gar nichts mit dem zu tun, was ich aus der Schule kannte. Und jetzt gar nicht irgendwie nur optisch, sondern so dieses ganze Mindset.
Ralf Stockmann Was waren das für Wesen, die da plötzlich zu besichtigen waren? Das kannte man auch aus keiner anderen Serie zu der Zeit. Und das sind alles so Effekte.
Tim Pritlove Da wir ja auch jüngere Zuhörer haben, sollte man vielleicht ein paar seiner Werke auch nochmal speziell empfehlen. Und Twin Peaks ist sicherlich, Manchmal kann man das sagen, das ist schon so ein bisschen das Bemerkenswerteste, was er überhaupt glaube ich insgesamt. Also es war sehr viel Bemerkenswertes dabei, ich will den Rest jetzt gar nicht so abtun, aber Twin Peaks hat ja gleich so mehrere neue Elemente gemacht.
Tim Pritlove Ich muss sagen, ich bin kein besonders guter Twin Peaks-Kenner. Ich habe, glaube ich, die erste Staffel gesehen, die zweite und dann verliert sie es bei mir so ein bisschen und ich weiß nicht so ganz genau. Und ich wollte es schon immer mal wieder komplett von vorne machen. Aber was man festhalten kann, es war halt erst mal keine Fernsehserie wie jeder andere.
Tim Pritlove Das kann man, glaube ich, mit Sicherheit sagen. Sehr viel Unerwartetes, sehr viel Spezielles. Es gibt so einen wunderbaren Mastodon-Account, der die ganze Zeit Twin Peaks Zitate rauswirft. Das ist einfach fantastisch.
Ralf Stockmann Die Eulen sind nicht, was sie scheinen und einsam bläst das Nebelhorn. Das ist wirklich verdammt guter Kaffee.
Tim Pritlove Und verdammt guter Kuchen auch. Also es ist so mimetisch reich, Die Story ist irre. Es geht ja um den Tod von Laura Palmer und ein Detektiv klärt es auf und so weiter. Aber dann entwickelt sich das einfach alles komplett anders, als man normalerweise so Fernsehserien erwartet. Und dann gab es ja auch noch ein paar Filme hinterher, die dann das ganze Mysterium noch irgendwie weitererzählen und ich weiß nicht, ob sie es überhaupt abschließend klären.
Tim Pritlove Also definitiv Twin Peaks, wenn man es nicht kennt, das ist mal wirklich eine Serie, die man aufnehmen sollte, bevor ihr euch diesen ganzen modernen Quatsch anschaut.
Ralf Stockmann Also das, was Twin Peaks wirklich erfunden hat, ist halt serielles Erzählen. Das heißt also vor Twin Peaks gab es eigentlich nicht den Gedanken, dass wir eine Serie, eine Fernsehserie über x Folgen, Querstrich Staffeln als eine durchgängige Geschichte erzählen. Da gab es eigentlich immer so Monster of the Week oder der Fall des Kriminalkommissars der Woche und es gab so ein paar leise Themen, die vielleicht ein bisschen weiterentwickelt worden sind, aber in Twin Peaks hast du eigentlich wirklich eine einzige durchgängige Geschichte und die endet zwar immer mit einem Cliffhanger, dadurch hast du schon ein bisschen eine Strukturierung, aber du kannst das also auch problemlos als irgendwie 10 Stunden Film durchgucken.
Ralf Stockmann Ansonsten von der Struktur her was sollte man sich angucken und was nicht davon zu Twin Peaks, die erste Season würde ich sagen, das sind ja auch gar nicht so viele Folgen das sind glaube ich irgendwie nur 7 oder 8 oder sowas die würde ich sagen, muss Mensch gesehen haben, so ansonsten fehlen einem popkulturell einfach so viele Dinge, die man einfach voraussetzen muss, ja das ist halt irgendwie so wie Star Wars, so das muss einfach irgendwie mal und das ist auch fantastisch, das tut überhaupt nicht weh, das Alter hervorragend, Die zweite Season kann man sich dann meiner Meinung nach ziemlich schenken.
Ralf Stockmann Das ging also ziemlich in die Binsen. Und dann hat er ja als Alterswerk, da war er schon 71 Jahre alt, hat er ja noch eine dritte Season hinterher gedreht. Und die finde ich persönlich ganz, ganz hervorragend. 2017 war das. Wo er also echt nochmal gezeigt hat, es steckt immer noch alles in ihm und er kann das immer noch alles abrufen, hat er auch mit Frost wieder zusammen gemacht.
Ralf Stockmann Also die erste Season von Twin Peaks, die ist wirklich sagen, wirklich totales Pflichtprogramm. Tja und ansonsten Filme also so die beiden großen.
Tim Pritlove Nochmal kurz bevor wir von Twin Peaks wegkommen, also auch die Besetzung war damals schon, also es waren ja auch alles Leute die später noch sehr bekannt wurden also Kyle Mac Lachlan als Special Agent, David Bowie hat ja mitgespielt, Kiefer Sutherland hat mitgespielt David Lynch hat auch selber mitgespielt Laura Dern in einer ihrer ersten Rollen und, ja, dann ein paar nicht ganz so bekannte Schauspieler, aber alles auf jeden Fall auch sehr spezielle Personen, also überhaupt, ja, David Lynch hat immer tolle Schauspieler an den Start gebracht.
Ralf Stockmann Er hat ja auch so ein durchaus Standard-Cast-Programm, so ein bisschen wie Fassbänder, so ein paar Lieblings Schauspielerinnen, mit denen er immer wieder viel gemacht hat. Laura Dern, glaube ich, drei Filme. Blue Velvet, also Kyle MacLachlan. Halt auch in Dune schon. Von Dune über Blue Velvet hin zu Twin Peaks.
Ralf Stockmann Also da gibt es auch einfach immer so eine Konstante an Cast, die man dann auch immer wieder erkennt. Ja.
Tim Pritlove Vor dir hast du denn David Lynch geguckt in deinem Leben?
roddi Nein.
Tim Pritlove Was?
Ralf Stockmann Gar nicht?
roddi Nee.
Ralf Stockmann Auch damals in den 90ern, als es im Fernsehen Erstausstrahlung war?
roddi In den 90ern habe ich gar nicht Fernsehen geguckt.
Ralf Stockmann Uiuiui. Okay.
Tim Pritlove Oder Kino?
roddi Kino ist auch nicht so mein Ding.
Tim Pritlove Okay. Dann musst du noch mal ein bisschen nach... Also von den Filmen... Also der erste Dune war natürlich irgendwie episch hier mit Sting und so weiter. Nicht zu vergleichen mit dem jetzigen Dune, ganz andere Abteilung, aber halt crazy. Was ich auch hervorragend fand, war Wild at Heart.
Ralf Stockmann Das ist ja mein am wenigsten gemochter Film in der Tat. Den finde ich, der hat mich nicht so erreicht. Also alle anderen eher.
Tim Pritlove Nicolas Cage und Laura Dern. Ich liebe ja Laura Dern. Also ich fand, Walt der Tat fand ich toll. Mal Holland Drive. Habe ich nicht so richtig mehr in Erinnerung, aber ich meine mich zu erinnern, der war auch total crazy, so Inception mäßig so ein bisschen. War das der oder verwechsel ich das gerade?
Ralf Stockmann Ich habe den damals, als er rausgekommen ist, habe ich ihn nicht gemocht. Ich mache gerade einen Rewatch, mit dem ich aber noch nicht durch bin. Oh, die ersten 28 Minuten fand ich jetzt fantastisch. Ich weiß gar nicht, was mir damals da nicht drin gefallen hat, aber ich werde das noch rausfinden. Kann sein, dass ich da einfach noch nicht das richtige Mindset für hatte.
Ralf Stockmann Ansonsten ich würde ja sagen, so die beiden totalen Klassiker sind halt Blue Velvet von 86. Ja. Also sein erster richtiger, quasi verstörender, komischer Film mit Dennis Hopper in einer unglaublichen Rolle. Und was ich auch super finde, ist Lost Highway von 97. Das ist das Ganze nochmal so ein bisschen auf Hochglanz gedreht.
Ralf Stockmann Alles mal ausprobieren. Das kommt schon gut. Und am Ende würde ich nochmal den Christoph zitieren, den Vanilla Chief, der hat da nämlich gepostet. I really hope David Lynch was able to appreciate crossing the border between life and death. If someone has the capacity for that, it was him. Also David Lynch beim Sterben zu gucken, das war bestimmt auch ein Event.
Ralf Stockmann Gut. So gehen sie denn dahin.
Tim Pritlove Roddy, da hast du jetzt aber auf jeden Fall was auf deiner Liste. Also da musst du mal schnell auf Letterboxd gehen und David Lynch mal durchklicken.
roddi Okay.
Ralf Stockmann Vielleicht wirklich mit Twin Peaks anfangen. Da merkt man sofort.
Tim Pritlove Was die Qualitäten sind. Das ist nicht nur irgendwie ganz gut oder so, sondern das ist wirklich außergewöhnliches Kino, außergewöhnliche Erzählungen, speziell in jeder Hinsicht. Also wer Freakshow mag, müsste eigentlich auch David Lynch mögen. Sag ich jetzt mal so. Na gut, womit hast du dich denn beschäftigt, Roddy?
roddi Aber ich bin irgendwie, ich weiß es nicht mehr, beim Scrollen durch die sozialen Netzwerke ist mir etwas in die Timeline gefallen, was sich Radiacode nennt. Keine Ahnung, wie man es genau ausspricht. Das sind Leute aus, ich glaube, Slowenien, Tschechoslowakei oder so. Ich weiß es nicht so ganz genau. Die jetzt nochmal gucken müssen.
roddi Nee, Zypern tatsächlich. Zypern. Und zwar stellen die ein Radioaktivitätsmessgerät her. Also es gibt drei Versionen, drei Typen. Das ist nicht allzu groß. Also wie würde man jetzt die Größe beschreiben? Ist ungefähr so groß wie die Fernbedienung von einem Apple TV.
Ralf Stockmann Eine kleine Fernbedienung.
roddi Also keine richtig große Fernbedienung, sondern nur eine wirklich kleine Fernbedienung. Das ist kein Geigerzähler, weil es kein Geiger-Müller-Zählrohr hat, sondern so ein Sintilla- irgendwas-Kristall. Da muss ich euch jetzt die Erklärung, wie es genau funktioniert, schuldig bleiben. Aber im Prinzip ist das eigentliche Messding sehr, sehr klein.
roddi Und was mich wirklich fasziniert hat an dem Ding ist, wie lange der Akku hält. Also man kann das Ding zwei Tage anlassen und er ist nicht leer. Das ist irgendwie unglaublich. Es gibt eine App dazu, die kann also auch jede Menge. Man kann, weil er so eine Art Spektrum aufnimmt von der radioaktiven Strahlung, kann man also auch gewisse radioaktive Elemente damit erkennen.
roddi So ist das jetzt Radium oder ist das Uran oder ist das sonst was. Man kann es als Dosimeter benutzen.
Ralf Stockmann Da ist so eine Lampe dran, die blinkt jetzt immer so etwas hektisch grün.
roddi Achso, warte mal. Das kann ich mal, ich kann mal kurz.
Ralf Stockmann Oh, jetzt hat man auch den klassischen.
roddi Jetzt hat man den klassischen Klicksound. Immer wenn ein Strahlungsereignis den Sensor trifft.
Tim Pritlove Das musst du mal auf das Mikrofon ranhalten, dass man das auch gut mitkriegt.
roddi Es ist jetzt so gut wie zwischen dem Mikrofon und meinem Mund. Also es ist super laut.
Ralf Stockmann Das ist auch jetzt nur ein bisschen gruselig.
Tim Pritlove Das ist ja nicht viel Strahlung jetzt.
roddi Ja, das ist so die normale Hintergrundstrahlung, die jetzt hier in der Metaebene genauso wie sie bei mir zu Hause ist. Das Ding, man kann auch Level setzen, wo er dann tatsächlich einen Alarm macht. Ich weiß nicht, wie der klingt. Ich habe ihn noch nicht ausgelöst. Ich habe irgendwie immer versucht, was zu finden, was vielleicht ein bisschen mehr strahlt, damit man mal sieht, ob das Teil überhaupt funktioniert oder ob sie einen bescheißen.
roddi Es gibt in Berlin angeblich eine U-Bahn-Station, wo so mit Cadmiumgelb glasierte Kacheln oder Uranorange glasierte Kacheln an der Wand sind, wo man tatsächlich was messen können soll. Aber da hatte ich noch nicht die Zeit hinzufahren und zu messen.
Ralf Stockmann Du musst uns jetzt aber schon noch erklären, warum.
Tim Pritlove Ich bin auch schon am Grübeln. Wie weit ist es denn jetzt mit der Nazi-Übernahme jetzt schon gekommen? Also bereitet ihr euch jetzt schon auf einen Atomkrieg vor?
roddi Also das Ding ist, dass vielleicht bin ich ja, nachdem Tschernobyl damals in meiner Jugend war, immer noch so ein bisschen geschädigt von, da gibt es eine Möglichkeit, dass man, machen wir das Klicken wieder aus, das nervt. Und es gibt da eine Möglichkeit, dass da was passiert, was ich hinterher nicht spüren kann oder nicht sehen kann, nicht messen kann, wenn ich nicht so ein Ding habe.
roddi Und deswegen habe ich über die letzten Jahre immer mal wieder geguckt, was kosten eigentlich brauchbare Strahlungsmessgeräte. Und das war immer so, es ging irgendwie immer so bei 600 Euro los für irgendwie so Dinger, wo man das Gefühl hatte, die funktionieren doch nicht richtig. Das ist doch billiges Plastik und das ist doch alles irgendwie so.
roddi Und jetzt haben diese Radiacode-Leute, fängt halt bei 300 Euro an für so ein Gerät, das ist natürlich jetzt schon so ein bisschen, wie soll ich sagen, einfach mal ein Gamble, wenn ich das jetzt kaufe, ist das jetzt brauchbar oder nicht. Aber gerade deswegen bin ich so erstaunt, dass das Teil wirklich so gut ist.
roddi Und ja, und dann habe ich das gesehen, habe ich dann irgendwie zwei Tage rum überlegt. Dann dachte ich, ach, kauf es einfach mal ein und guck es mal. So, und die App, die es dazu gibt, ist auch sehr geil, muss man sagen. Die kann sogar einen Track aufzeichnen. Wenn ich also spazieren gehe, kann ich den Track-Funktion anschalten und dann sehe ich hinterher, wie viel Strahlung war denn wo, wo ich vorbeigelaufen bin. und so.
roddi Und das geilste Hidden Feature ist, also das Teil hat so ein Display, das ist so Landscape, da stehen da Zahlen drauf und so weiter, aber man kann es halt so halten, dass das Display links ist und man kann es so halten, dass das Display rechts ist. Und er schaltet tatsächlich das Display um. Die Zahlen sind immer richtig rum, egal wie rum ich es halte, weil er die dann dreht.
roddi Und als notorischer Linkshänder, der sich immer beschwert, dass Dinge für Linkshänder nicht brauchbar sind, finde ich das natürlich absolut geil, dass du das da in der linken wie in der rechten Hand halten kannst. Das zeigt immer richtig an. Also, ähm, Wie gesagt, ist vielleicht jetzt kein Spielzeug für jeden, aber für mich, der ich der Meinung bin, ich will schon wissen, was um mich herum passiert, war das irgendwie dann doch das Ding.
Ralf Stockmann Da auf den Weg hierhin hast du ja nochmal ausgeführt, sowas muss man immer antizyklisch kaufen.
roddi Genau, das Teil ist, wenn der nächste große Unfall kommt, egal ob durch eine Waffe oder durch ein Kraftwerk erzeugt, dann wird es schwer sein, an Geräte zu kommen. Deswegen ist es etwas, was man kauft, bevor man es braucht. Und dementsprechend habe ich dann da mal zugeschlagen und mir das hingelegt.
Tim Pritlove Der Shop ist ja auch geil. Also das Gerät, muss man mal dazu sagen, kostet 250 bis 500 Euro. Je nachdem, wie, ich weiß nicht, wie sensitiv das ist.
roddi Ja, das Rechtsmodell, nenne ich es mal, also oben und unten gibt es ja nicht. Das hat irgendwie einen anderen Sensor verbaut, der nochmal einen ganzen Ticken, sensitiver ist als die anderen beiden. Ja, der Shop hat noch jede Menge so wie Handyhüllen und sonstiges Zeichen.
Tim Pritlove Ja, das wollte ich nämlich gerade sagen. Also es gibt dann so ein Active Band. Also so für die Leute, die so to go, weißt du, so strahlen. Also ich frage mich, was ist das für eine Zielgruppe, wie so eine Handyhalterung, so einen Radioaktivitätszähler so direkt an den Arm ranbindet, so, falls man, keine Ahnung, was weiß ich, im Atomkraftwerk joggen will oder so, ich verstehe es nicht so ganz genau.
Tim Pritlove Aber noch geiler sind die Anhänger, die es da unten gibt, hast du die auch gesehen? Eine Keychain, wo draufsteht Cäsium-137.
roddi Ja, die habe ich auch gesehen, das fand ich ein bisschen bekloppt.
Tim Pritlove Oder die I love Cäsium-137 Keychain.
roddi Ich glaube nicht, dass das eine Aussage ist, die ich dir vertreten kann. Schön fand ich den quasi Selfie-Stick, wo man das Ding vorne dran steckt und dann hat man die Verlängerung, dann kann man überall hinpoken und gucken. Also, ja.
Tim Pritlove Oh Mann. Ja, der Radia-Rod.
roddi Also nochmal Radia-Code, wenn man es jetzt deutsch aussprechen wollte, so heißt das Teil, für mich war das jetzt okay. Ich, wie immer, keine Produktempfehlung. Ich habe mir halt einen gekauft und ich finde, ihr solltet das wissen und wenn ihr auch einen haben wollt, bitteschön.
Tim Pritlove Genau und ein Zintillator, das kommt vom Lateinischen Zintillare, Funkeln und Flackern, das ist einfach ein Körper, der so gebaut ist, dass wenn da so energiereiche Photonen oder geladene Teilchen, die werden dann, die werden abgebremst, die Radioaktivität wird quasi in Licht umgewandelt.
roddi Es entsteht ein Lichtblitz, wenn das radioaktive Teilchen abgebremst wird und diesen Lichtblitz misst man dann. Das ist ja anders wie bei einem Geigermüller Zählrohr, wo du im Prinzip ein Gas hast, wo von dem Gas ein Elektron runtergeschlagen wird und weil das irgendwie in der Spannung ist, entsteht dann so ein Strom an Teilchen und der lässt sich dann als Klick hörbar machen.
roddi Geiger, Müller, Zählrohre sind halt sehr, sehr robust, aber halt auch nicht besonders genau. Das ist halt das Problem. Die Dinger sollten eigentlich relativ genau sein. Keine Ahnung. Ich habe keine Möglichkeit, das mit einem Profigerät zu vergleichen. Also insofern vielleicht ist es auch Unsinn. Aber wenn, dann ist es gut gemachter Unsinn.
Tim Pritlove Sowas mögen wir ja hier. gut gemachter Unsinn. Das wäre Experten für. Alright. Ralf, was macht das Fettiverse?
Ralf Stockmann Ich habe was gemacht. Ich konnte es wieder nicht lassen. Habe in der Tat fast die Nacht durchge- na, gecodet, sagt man ja heutzutage jetzt nicht mehr, die Nacht durchgepromptet, um mal etwas zu bauen. Also was ist passiert? Ich habe mich irgendwie vor zwei Tagen mal wieder ein bisschen aufgeregt auf Mastodon, warum eigentlich jetzt im aktuellen Wahlkampf dort so wenig prominente, Politikerinnen auch von den progressiven oder scheinbar progressiven Parteien eigentlich im Fidiverse unterwegs sind.
Ralf Stockmann Ich glaube, Aufhängepunkt war, dass hier die neue Vorsitzende der Linke auf TikTok jetzt so steil geht, mit dem Video aus dem Bundestag, was ich in der Tat auch wirklich sehr, sehr feiere. Aber warum ist sowas nur auf TikTok und nicht auch irgendwie im freien Internet? So, dann habe ich mich halt ein bisschen aufgeregt und habe irgendwie ein bisschen was gesucht und dann bin ich über eine Seite gestolpert.
Ralf Stockmann Codeberg.org ist glaube ich auch hier irgendwo so halb in Berlin ansässig, ist ein eigentragener Verein zur Unterstützung freier offener Software. Infrastruktur habe ich mich jetzt noch gar nicht so intensiv mit beschäftigt. Die haben eine Seite, betreiben die schon seit etlichen Jahren, mindestens vier Jahren glaube ich, wo sie mal sammeln, welche politischen Akteure und Institutionen eigentlich im Fediverse vertreten sind.
Ralf Stockmann Der großen Parteien, sowohl Einzelaccounts als auch Parteiaccounts, als auch nochmal Wissenschaftler, beziehungsweise Einrichtungen von Bundesbehörden und so weiter. Ziemlich langes Ding. Sieht auf den ersten Blick erstmal ganz interessant aus. Und da dachte ich so, das ist ja schön, dass das mal jemand gemacht hat.
Ralf Stockmann Da hätte ich doch jetzt ganz gerne meine statistische Auswertung drüber. Und die gibt es halt nicht auf der Seite. Es hat einfach nur eine Markdown-Datei mit ein paar Tabellen drin. Und dann sagte ich mir, naja, wir leben in 2025. Da gucken wir doch mal, wie weit wir in einer halben Stunde kommen, um da mal ein bisschen eine Datenvisualisierung drüber zu machen.
Ralf Stockmann Und das habe ich jetzt mal gebaut. Tim, jetzt müsstest du vielleicht mal meinen Screen auf unserem Beamer größer machen und wir versuchen zu beschreiben, was es ist. Ich werfe das auch mal in den Chat rein. Das ist noch nicht publiziert. Ich muss da noch ein bisschen was am Caching drehen, damit ich nicht tausende von Leuten völlig nutzlos irgendwelche Instanzen mit Statistikabfragen beballern.
Ralf Stockmann Da muss ich mir noch das eine oder andere Clevere einfallen lassen. Was macht jetzt dieses Tool? Das nimmt diese Markdown-Datei und passt die durch. Wer ist davon eigentlich noch aktiv? Wie viele haben die Leute eigentlich jemals überhaupt gepostet im 4Diverse und welcher Partei sind sie eigentlich zugeordnet? Und das Ganze wird jetzt immer so ein bisschen visualisiert auf verschiedene Arten und Weisen.
Ralf Stockmann Wenn man das also jetzt neu aufbaut, dann schieben sich hier die Balken so ordentlich rein. Wir sehen, wir haben insgesamt 259 Parteien- oder Einzelpersonen-Accounts und dann gibt es noch ein paar Institutionen-Accounts, die sind unten drunter. Das ist aber noch ein bisschen buggy, aber das oben für die Parteien funktioniert ganz gut.
Ralf Stockmann Und jetzt sehen wir halt erstmal oben in einem Balken die Verteilung der Accounts im Fettiverse über die verschiedenen Parteien.
Tim Pritlove Also wir sehen natürlich nicht, weil wir sind ja ein Audio-Podcast.
Ralf Stockmann Aber du siehst das gerade. Genau, aber wir beschreiben es, genau. Wir sehen also jetzt einfach einen Balken, verschiedene Farben. So, und dann sehen wir, oder wir hören jetzt, dass wir sehen, grüne 115 Accounts, das ist viel. Davon auch nur ein Bot. Linke 61, davon aber 25 Bots. Also Bots sind dann Accounts, die zwar da sind, aber die einfach nur eins zu eins von einem anderen System, sei es Blue Sky oder was der Geier, was halt die Nachrichten durchtunneln.
Ralf Stockmann SPD 38, zwei Bots davon. Die Partei, relativ prominent, mit 23 Accounts. Piraten auch nur noch sieben Accounts. CDU 6, Volt 5, FDP 3, Freie Wähler 1. Und Bündnis Sarah Wagenknecht und AfD tauchen zumindest jetzt in dieser Markdown-Datei mit keinem einzigen Account auf. Keine Ahnung, ob das jetzt... Ob irgendwie so moderiert ist, dass die dort nicht erscheinen wollen oder ob die wirklich keinen einzigen Fediverse-Account haben, man weiß es nicht.
Ralf Stockmann So und unten drunter habe ich nochmal einen Zeitstrahl gebaut, wo man sehen kann, wann sind die jeweiligen Accounts eigentlich dem Fediverse beigetreten. Und da sieht man jetzt relativ schön die beiden quasi Musk-Events. Zum einen, als er zum ersten Mal sagt, ich hätte Interesse mal Twitter zu kaufen.
Ralf Stockmann Das war im April 2022, da ist die erste Beitrittswelle und die zweite Beitrittswelle, als er es dann wirklich gemacht hat. Das war dann im Oktober 2022 des selben Jahres. Und man sieht also, dass es dort eine starke Ballung gibt. Man kann oben auf eine Partei draufklicken, bekommt dann den Zeitstrahl nur von dieser Partei angezeigt.
Ralf Stockmann Ich kann mal einen Screenshot davon wieder in den Chat reinwerfen, wie es jetzt beispielsweise nur bei den Grünen aussieht. Das haben wir so. Wir haben unten drunter dann einen Freitextfilter, wo man beispielsweise mal gucken kann, ich tippe mal Berlin ein. Welche Politiker-Accounts haben denn irgendwas mit Berlin in ihren Metadaten drin hängen?
Ralf Stockmann Und wir haben dann bei den Einzelaccounts eine Zuordnung, welcher Partei sind sie angehörig mit ein bisschen Logik dahinter, wo sich das daraus ableitet. Das funktioniert jetzt glaube ich ganz gut, wie ich das reingedrechselt habe und wir haben, das finde ich dann fast den entscheidenden Faktor, wie viele Leute haben die insgesamt schon gepostet und wie viele haben sie aber auch innerhalb der letzten 60 Tage gepostet.
Ralf Stockmann Das heißt also, lebt dieser Account eigentlich noch? Und das ist etwas, was ich jetzt so als aktiv bezeichne. Also jetzt ist Bundestagswahlkampf. Also wenn die Leute jetzt nicht aktiv sind, wann dann? Da finde ich also 60 Tage jetzt schon sehr generös. Und dann sieht man halt die doch etwas deprimierende Erkenntnis von den 259 Accounts, die da sind und die irgendwas gemacht haben, sind in den letzten 60 Tagen nur 57 aktiv gewesen. Das sind gerade mal 22 Prozent.
Ralf Stockmann Der Rest sind Karteileichen, wenn man so will. Das ist etwas betrüglich, aber ich finde das mal so visualisiert und durchsuchbar mal zusammen zu haben, finde ich vielleicht mal ganz hilfreich. Jetzt überlege ich noch, was ich damit mache, ob ich das ganze Framework dann nochmal erweitere, dass man da auch andere Datenquellen hinterhängen kann.
Ralf Stockmann Beispielsweise halt irgendwie Uni-Accounts oder Bibliotheks-Accounts oder was auch immer. Und man so ein bisschen den Eindruck dafür bekommt, so okay, wie entwickelt sich eigentlich hier das Fediverse, wenn es eben um solche zentralen Player geht. Journalistinnen, gibt es auch diverse Listen von, weiß ich.
Ralf Stockmann Mal gucken, ob ich mich damit noch ein bisschen weiter beschäftige. Und ich werde das, denke ich, am Wochenende mal auf GitHub abwerfen.
Tim Pritlove Ah, okay, gut. Das wäre jetzt meine nächste Frage. Das läuft jetzt noch nirgendwo außer auf deinem Computer.
Ralf Stockmann Genau, das läuft jetzt im Moment lokal. Und ich bin jetzt quasi eine Stunde davor, es so generisch zu haben, dass es auf einer GitHub-Page läuft. Das ist ja immer so mein beliebtester Publikationskanal, so gar nicht mehr eigener Web-Server oder sowas. Einfach so bauen, dass es als GitHub-Page geht. Aber ich will halt, dass dort dann ein vernünftiges Caching aktiv ist und alle 24 Stunden werden die Daten aktualisiert.
Ralf Stockmann Weil im Moment ist es so, dass wirklich dann halt jetzt die ganzen Server angefragt werden und mit sauberen API-Requests, alles völlig innerhalb der Spielregeln, hole ich mir jetzt halt die Statistik-Daten raus, aber das willst du halt nicht bei jedem Browser-Aufruf von jedem Nutzer machen.
Tim Pritlove Was kommt hier für Technologie zum Einsatz bei deinem Tool?
Ralf Stockmann Das ist so das Übliche, sprich HTML, JavaScript, Bootstrap, jQuery, genau. Genau. Wobei beispielsweise...
Tim Pritlove Also finden Sie alles im Browser statt sozusagen?
Ralf Stockmann Alles komplett browserbasiert, ja.
Tim Pritlove Und die Daten holt er sich dann woher?
Ralf Stockmann Aus der Markdown-Datei, wirklich von dem Server hier auch. Also der Codeberg.org hat hier auch einen Git laufen.
Tim Pritlove Achso, da sind jetzt nicht nur die Accounts drin verzeichnet, sondern da sind auch die ganzen Posts drin verzeichnet.
Ralf Stockmann Nee, da sind nur die Accounts drin. Alles andere hole ich mir dann von da aus. Also es wird dann also quasi eine kleine interne Datenbank aufgebaut. So, okay, das stand in der Markdown-Datei drin und dann werden die Schritt für Schritt abgearbeitet und mit weiteren Statistiken aufgefüttert. Und damit will ich es aber auch nicht übertreiben. Es soll jetzt auch nicht irgendwie ein Pranger werden oder sowas und ich finde auch im Fediverse zu viel Statistik ist auch irgendwie nicht so toll.
Ralf Stockmann Also da muss ich auch gucken, dass ich da eine vernünftige Balance irgendwie, hinkriege. Aber alleine so, wie es jetzt schon ist, finde ich das schon ganz eindrücklich.
Tim Pritlove Sieht ganz fancy aus, aber es sollte natürlich dann nicht nur auf deinem Laptop laufen, von daher spute dich da mal.
Ralf Stockmann Ja, das wollte es für heute fertig haben, aber habe jetzt schon bis 5 Uhr heute Nacht und dachte, ein paar Stunden Schlaf brauche ich jetzt noch. Wir kommen noch dazu, gebaut mit Cursor und Sonne 3.5, keine einzige Zeile selber geschrieben, wie üblich. Und das war allerdings jetzt auch von der Genese her wieder ein bisschen hakelig.
Ralf Stockmann Also so ein Pattern, über das wir auch schon häufiger gesprochen haben, die erste halbe Stunde läuft sehr, sehr smooth und geht sehr gut. Und wenn es dann spezieller wird, dann muss man schon auch ein bisschen Hirnschmalz reinstecken in das Prompting und Debugging. Aber im Großen und Ganzen lief es recht geschmeidig.
Ralf Stockmann Also das ist jetzt das Ergebnis von ungefähr vier, fünf Stunden, die ich da rein investiert habe.
Tim Pritlove Nicht schlecht, sieht ganz aufgeräumt aus irgendwie, aber sowas geht jetzt mittlerweile, das ist echt geil dass man jetzt einfach mal so, da können wir gleich nochmal drüber reden, ich finde diesen Effekt wirklich absolut mind-boggling, ich weiß nicht wie du darüber nachdenkst mittlerweile Roddy, aber mich haut das um.
roddi Es ist ein Tool also wenn ich nur eine halbe Stunde weit komme, ohne mit dem Tool kämpfen zu müssen, dann ist das noch Kinderschuhe.
Ralf Stockmann Aber ich finde, es sprengt einfach die Wand zwischen so, jemand müsste mal und ich mach mal selber.
Tim Pritlove Ja, genau.
Ralf Stockmann Und wenn man irgendwie, wie ich, ständig Ideen hat, ist sowas halt schon eine mächtige Waffe. Jemand, mir nicht sehr wohlgesonnen ist, aus dem professionellen Arbeitsumfeld, hat irgendwo mal auf seiner internen Liste geschrieben, wo er nicht wusste, dass ich da mitlesen kann. Niemals darf man dem Stockmann PowerPoint in die Hand geben.
Ralf Stockmann Damit macht er jede Sitzung platt und drückt alles durch. Und heute würde es wahrscheinlich sagen, niemand darf dem Stockmann Cursor mit einer LM dahinter in die Hand geben. Es gibt einfach Technologien, auf die ich gut reagiere und die gehört definitiv dazu.
Tim Pritlove Da bin ich ganz bei dir und das ist auch gerade bei mir eigentlich auch so das Ding. Bleiben wir doch vielleicht gleich mal bei dem Thema, weil ich ja jetzt hier auch quasi mir vorgenommen habe. Ja, was habe ich mir vorgenommen? Ich habe mir vorgenommen, hier Land und Leute ein bisschen kennenzulernen, ein bisschen Urlaub zu machen und ich habe mir, vorgenommen, viel zu programmieren.
Tim Pritlove Also so mein Sport programmieren. Kennt ihr noch diese Aufkleber, die Leute da hinten so an die Autos dran machen? Mein Sport und dann Tennis oder sowas. Und dann So einen Aufkleber hätte ich auch gerne. Mein Sport und Laptop und Coding. Einfach so als Freizeitsport. Nicht als Beruf, sondern so als Sport.
Tim Pritlove Und das finde ich tatsächlich in dem Zusammenhang wirklich sehr interessant. Da sollten wir vielleicht mal kurz auf Cursor zu sprechen kommen. Weil wie du auch, geht es mir auch. Und ich muss sagen, als du das erste Mal ankamst mit irgendwie, ich habe mir jetzt mal hier was zusammengebaut mit deinem Mastodon.
Tim Pritlove Die Mastowall. Die Mastowall, so. Da war ich ja schon noch etwas skeptisch. Aber ich muss sagen, diese Skepsis habe ich mittlerweile komplett abgelegt und behaupte das Gegenteil. Da sind wir einem... Einer Zeitenwende stehen wir gegenüber. Die findet jetzt gerade statt und zwar massiv. Und das ist genau das, was du gerade so beschrieben hast. Es ist auf einmal diese, wie nennt man das, so eine Wand eingerissen worden zwischen Leuten, die quasi über Systeme kreativ nachdenken, im Sinne von es müsste mal geben das und wäre es nicht toll, wenn wir dieses Tool hätten.
Tim Pritlove Und den tatsächlichen Werkzeugen, die man benötigt, um so etwas auch umzusetzen, was ja in der Regel immer so ein bisschen Experten braucht, die dann aber vielleicht mit dieser Idee nicht so viel anfangen können oder die nicht so verstehen oder keine Zeit haben oder zu teuer sind oder alles Mögliche.
Tim Pritlove Und man stand dann immer so ein bisschen doof da. Jetzt kann man natürlich sagen, wieso streng dich doch ein bisschen an. Aber es ist halt so, man steckt ja oft mit seinem Kopf, mit seiner Tätigkeit, mit seinen Interessen, mit seiner Zeit in ganz anderen Kontexten und auch anderen Lebenswelten und Erfahrungswelten.
Tim Pritlove Aber genau da gebiert man ja dann diese Ideen und sagt so, man müsste das mal automatisieren, man müsste hier mal gucken, man müsste hier mal eine Auswertung machen und so weiter und da bräuchte man ja eigentlich nur das und das. Das kann doch so schwer nicht sein. Und dann setzt man sich halt irgendwie ran und verbringt dann irgendwie erstmal die ersten zwei Tage, in denen man auf irgendwelche komischen Syntax-Errors schaut oder Konfigurationsdateien, einfach nur um sein Environment erstmal an den Start zu bekommen und dann bricht natürlich irgendwie die Zeit dann auch komplett weg.
Tim Pritlove Und jetzt mit den AI-Tools, läuft das auf einmal ganz anders. Da gibt es diese Einstiegshürde mittlerweile fast gar nicht mehr. Also so ein Projekt anlegen und mal so grundsätzlich. Mittlerweile investiere ich einfach die Zeit in Nachdenken und schreibe dann das Konzept erstmal auf. Und wenn man dann irgendwie da diese Coding Agents draufwirft, dann wird es wirklich spannend.
Tim Pritlove Also umso akkurater man beschreiben kann, was man eigentlich haben will, was es tun soll. Im Prinzip so ein White Paper, was früher mal keiner lesen wollte, das schreibt man da jetzt irgendwie rein und nimmt das sozusagen schon mal als Diskussionsbasis und sagt so, hier, liest du das mal durch, das ist irgendwie das, wie ich denke, wie das funktionieren sollte, jetzt helfen wir mal hier irgendwie Datenbank dafür aufzubauen und den ganzen anderen Kram zusammen zu bekommen und das funktioniert.
Tim Pritlove Also das hat seine Grenzen und läuft man auch mal gegen eine Wand und da wird auch ein bisschen zu viel durcheinander halluziniert, Aber das ist alles völlig egal. Also der Produktivitätsfortschritt ist real und ist so schnell und so massiv und so krass, dass wenn man da mal jetzt ein bisschen Zeit investiert und sich quasi mit dieser Wesenslage, dieser Systeme ein bisschen beschäftigt und die Erfahrung mal jetzt ansammelt, um da überhaupt erstmal umzugehen, dann sind die Ergebnisse halt wirklich krass.
Tim Pritlove Und Cursor, gut, das ist jetzt das, was ich halt viel verwendet habe und auch immer noch verwende, mir kommt das irgendwie entgegen. Es gibt andere Systeme, die ja auch schon erwähnt wurden, wie Z oder natürlich hier Co-Pilot und so weiter. Das ist eigentlich ziemlich egal. Mittlerweile finden diese Systeme überall Anklang und so.
Tim Pritlove Nur Cursor scheint mir irgendwie so das Beste zu sein, um mal so eben durchstarten zu können mit egal, was man will. Ja, und die Verbesserungen sind einfach täglich zu sehen. Und ich verlinke mal so einen Blog-Eintrag, der vielleicht jetzt Roddys Gedanken ganz, ganz gut auch wiedergibt, weil das, sagen wir mal, für erfahrene Programmierer natürlich auch eine Gefahr darstellt, so zu programmieren.
Tim Pritlove Also während wir jetzt so, Ralf und ich, so oft nicht die Zeit hatten, jetzt viel kurz zu machen, weil wir uns irgendwie mit anderen Sachen beschäftigt haben, aber die ganze Zeit auf die Ideen gekommen sind für Systeme, die man mal so brauchen könnte, ist es natürlich jetzt für Programmierer, die so richtig im Thema sind, ihr System beherrschen, die Betriebssysteme beherrschen, die APIs kennen und sagen wir mal, auch wirklich so.
Tim Pritlove Jedes Semikolon, was am falschen Platz ist, auch einfach sofort erkennen. Und wenn man dann mit AI-Tools arbeitet und sich da helfen lässt, dann läuft man natürlich Gefahr, diese Erfahrung, diese Hardcore Einschleifung und dieses krasse Training, was man ja im Prinzip hat, zu verlieren. Es ist so, als ob jetzt irgendwie ein 100-Meter-Sprinter irgendwie die ganze Zeit die Straßenbahn nimmt.
Tim Pritlove Und da muss man natürlich aufpassen, dass man an der Stelle seine Fähigkeiten nicht verliert. Und dieser Blogpost hier von hier ist der Typ nochmal, weiß ich jetzt gerade gar nicht, steht das hier irgendwo bestimmt. Auf jeden Fall beschreibt er, wie er halt irgendwie auch mit Cursor gearbeitet hat und dann einfach schnell in so eine Situation reingekommen ist, wo er einfach dann nicht mehr verstanden hat, was der Code macht, nicht mehr diesen Lerneffekt, diesen Trainingseffekt hat und jetzt zwingt er sich halt regelmäßig dazu irgendwie so zumindest mal einen Tag die Woche die Tools nicht zu benutzen, sondern sich wirklich mal jede Fehlermeldung durchzulesen. Das ist super tempting.
Tim Pritlove Du hast jetzt irgendein obskures Problem, irgendwas wird falsch berechnet, jetzt könntest du stundenlang da in diesen Code eintauchen, so hat man das normalerweise gemacht. Und jetzt gehst du einfach an den Körper und sagst so, ja, bau mal irgendwie jede dritte Zeile in ein Debug-Statement ein, schmeiß mal alle Variablen raus, dann läuft dieser Code einmal kurz nochmal durch, erzeugt irgendwie so ein fünf Kilometer langes Text-File, dann pastest du das da wieder rein, ja, lies mal durch, sag mir mal was Falsches, so, oh ja, jetzt sehe ich schon das Problem, hier haben wir irgendwie ein Plus und kein Minus und deswegen funktioniert das alles nicht und ich habe das jetzt mal korrigiert und dann so,
Tim Pritlove ah ja, schön, dass wir darüber gesprochen haben, jetzt nehmen wir die ganzen Debug-Statements wieder raus und so, ja, okay, jetzt habt ihr alle wieder jetzt entfernt, jetzt alles wieder wie vorher, aber jetzt berechnet er richtig, so, Turnaround-Zeit irgendwie 30 Sekunden. Und der Hasel läuft, aber es ist klar, dass man dann eben das verliert. Ich wiederum.
Tim Pritlove Sehe es von der anderen Seite. Ich kriege dadurch dieses Training erst, weil ich halt immer wieder vor dieser Problematik stehe, so scheiß, was brauche ich jetzt hier für eine Architektur, was brauche ich jetzt hier eigentlich für Tools, was brauche ich für eine Library, wie setzt man denn das jetzt auf, wie muss denn meine Architektur sein, wie muss denn jetzt hier meine Module verteilen, brauche ich jetzt hier einen Supervisor oder nicht, all so eine Frage.
Tim Pritlove Und jetzt habe ich die Möglichkeit, auch mal eben drei, vier, fünf verschiedene Ansätze auszuprobieren, um dann am Ende zu sehen, so, ah, okay, das ist jetzt wahrscheinlich der Winning Move. Und dann kann ich mir den Code danach anschauen und sagen, so, ah, okay, alles klar, so wird das jetzt hier gemacht. Also ich lerne dadurch, dass ich so die Möglichkeit habe, auszuprobieren.
Tim Pritlove Ich schmeiße einfach ganz viel Farbe an die Wand und schaue, was am besten danach aussieht und kann dadurch halt auch einen Lerneffekt erzielen. Aber es ist natürlich eine Gefahr für Super-Experience-Programmierer, aber es erschließt das Programmieren einer Gruppe von Leuten, die vielleicht bisher bestenfalls Projektmanager gewesen sind.
Tim Pritlove Und während die Projektmanager sonst viel Zeit damit verbracht haben, in irgendwelchen Meetings oder in irgendwelchen Whitepapers anderen Leuten zu erklären, was sie eigentlich haben wollen. Oder Projektmanager ist vielleicht gar nicht das richtige Wort. Wie nennt man sowas? Projektdesigner oder so? Systemdesigner?
Ralf Stockmann Also in der Scrum-Logic sind das Product-Owner. Die also wissen, was das Viech hinterher eigentlich mit welchen Prioritäten können soll und was sinnvolle Zwischenschritte dahin sind.
Tim Pritlove Genau. Und die auch, sagen wir mal, ein Gefühl haben, warum muss es das überhaupt geben und was sollte es nicht sein und all diese ganzen Sachen, die man sonst immer wieder überprüfen muss. Und jetzt ist man in der Lage, zumindest aus eigenen Kräften einen Prototypen zu bauen. Also es muss ja noch nicht mal das finale System sein.
Tim Pritlove Aber man kann sich halt hinsetzen, so wie du das jetzt gemacht hast, es müsste ja mal so einen Activity-Trigger geben. Das kann doch nicht so schwer sein. So, und dann bam, bam, bam, bam, bam. Und dann, du hast Running Code. Ich meine, der ist jetzt noch nicht veröffentlicht, aber ich habe es ja eben gerade gesehen. Das sieht irgendwie schick aus, es tut irgendwie, was es soll.
Tim Pritlove Muss man sicherlich nochmal ein bisschen debuggen und nochmal ein paar Augen drauf werfen, aber im Großen und Ganzen ist der Großteil der Arbeit schon getan. Und ich sage auch einfach, warum nicht? Weil dann ist das halt vielleicht die neue Programmiersprache und die neue Programmiersprache heißt Deutsch.
Ralf Stockmann Ja, es gibt da so ein, zwei Punkte, wo ich immer wieder ins Grübeln komme. Man hat ja immer so, das gibt es in der Kommunikationswissenschaft auch irgendwie diverse Theorien zu, dass man selber mit seinem Erfahrungshorizont ja immer so das Zentrum des Universums ist. Und wir sind die letzte Generation, die noch.
Ralf Stockmann Und wir waren die erste Generation, die noch. Und nach uns kommt ja nur noch Mist. Ist das nicht so wahr wir sind alte weiße Männer, Punkt das können wir jetzt einfach mal nicht wegdiskutieren ähm, Trotzdem, es gab jetzt auch wieder die Wochen so ein paar ganz lustige Meme, so diese verschiedenen Generations von Generation X über Z und Y und wie sie nicht alle heißen, dass wir halt so die Generation sind, die noch das vorher kennen, als es noch keine Computer gab und dann haben wir miterlebt, wie die plötzlich alle kamen und dann haben wir erlebt, wie dieses ganze Touch kam und jetzt haben wir auch noch irgendwie die ganze KI an den Backen.
Ralf Stockmann Wir haben aber halt noch den ganzen Hintergrund von, was die ganzen Zwischenschritte davor waren. Und es gibt durchaus etliche Beobachtungen, die sagen, dass die Jugend von heute eben noch nichtmals mehr einen Laptop bedienen kann, weil die nur noch Touch wollen und machen und sagen so, all das, was ich in meinem Leben brauche, kriege ich auf dem iPad und auf dem Smartphone hin.
Ralf Stockmann Ich brauche überhaupt keinen Laptop. Was soll das? Diese Maus, diese Zeiger, dieses komisch.
roddi Schön fand ich auch den Post, wo jemand meinte, es ist total ungerecht, dass wir die Generation sind, die sowohl unseren Eltern die Drucker fixen.
Ralf Stockmann Als auch unseren Kindern. Ja, also ich werde das gar nicht zu tief elaborieren, aber ich, also was ich jetzt auch heute Nacht wieder sehr stark gemerkt habe, ich hätte nach ungefähr 20, 30 Minuten wäre ich stecken geblieben, wenn ich nicht einigermaßen leidlich programmieren könnte, selber. Und auch nicht nur eben so ein bisschen Birdseye-View-Wissen im Sinne von so, das sind jetzt so die gängigen Frameworks, sondern eben schon auch ein bisschen einen Sinn dafür habe, so, warum kommt jetzt folgender Fehler und wo würde jetzt hier ein Debugging, was ist überhaupt ein Log, ja, warum ist es überhaupt sinnvoll, einen Log mitschreiben zu lassen, irgendwie so.
Ralf Stockmann Das sind einfach Dinge, die musst du halt irgendwann irgendwie mal gelernt haben. Und für mich ist wirklich eine der großen Fragen der nächsten Jahre. Ob jetzt so ein Tool wie Cursor noch so viel besser wird, dass das auch nicht mehr notwendig ist, sondern wo also das Verständnis darüber, wie man funktionierenden fehlerfreien Code schreibt, noch mal quasi die letzte Schippe draufgelegt wird, dass man diese ganzen Debugging-Optimierungsprozesse auch nicht mehr braucht. Und das ist für mich eine ganz offene Frage.
Ralf Stockmann Wenn man mich also vor, habe ich auch schon mal ziemlich wortwörtlich so in der Sitzung gesagt, also ich konnte mir im Bereich KI immer viel vorstellen, aber ich finde es nach wie vor verstörend, dass gerade Programmierung so gut damit geht. Ich hätte gedacht, dass das so eine der letzten Bastionen ist, die nie oder ganz spät erst fallen werden. Und jetzt ist es mit das Erste, was umgeworfen wurde.
Ralf Stockmann Ist das aber jetzt auch schon auf einem Plateau oder wird das auch noch den entscheidenden letzten Schritt besser, dass die Menschheit in zehn Jahren wirklich nicht mehr programmieren können muss, weil das komplett die KI macht?
roddi Also ich habe ja da immer dieses Zitat von Steve Jobs im Hinterkopf, Bicycle for the Mind, wo er immer gesagt hat, der Computer ist the bicycle of the mind, also dieses Ding, was einen fürchterlich viel schneller macht. Ich glaube, dass diese Programmier-KIs in eine ähnliche Kategorie fallen, weil du musst am Ende des Tages immer noch wissen, was ist sinnvoll, was will ich erreichen, was soll das Teil tun können und so weiter und auch ...
roddi Wie sind die Einzelteile strukturiert und so weiter. Also am Ende ist so eine KI immer ein Textprediktor und der kann dir nur Dinge schreiben, die schon mal jemand vorher geschrieben und veröffentlicht hat. Sonst wird es nicht funktionieren. Und ich glaube, ich glaube, ab einer bestimmten Komplexitätsklasse hast du immer Software, die von Hand geschrieben wurde, damit die überhaupt von der Maschine erst mal gelernt werden kann.
roddi Und ich glaube nicht, dass diese Handarbeit je weggeht. Also das, was man früher so schön herabwürdigend Boilerplate-Code genannt hat, ist etwas, was wahrscheinlich sehr stark automatisiert wird. Und was wahrscheinlich auch sehr stark automatisiert wird, ist diese ganze Frage, welche Programmiersprache benutze ich eigentlich?
roddi Ich glaube, das ist sowas, was sehr stark in den Hintergrund treten wird. Ob die KI jetzt die oder die oder die Programmiersprache ausspuckt, ist dann nicht mehr so richtig wichtig. Also gerade Nischenprogrammiersprachen werden da extrem drunter leiden. Wenn du nicht den Mindshare von der AI hast und diese Programmiersprache schreiben kannst, dann wird die AI das auch nicht können.
roddi Wenn die das nicht kann, dann verschwindet die Sprache, weil niemand mehr die Sprache beherrschen wird. Es gibt keine neuen Beispiele, wie es funktioniert und, und, und. Und vielleicht geht es sogar so weit, dass wir irgendwann dann auch kaum noch neue Programmiersprachen sehen werden. Weil die natürlich keiner benutzt, weil es keine AI gibt, die diese Programmiersprachen kann.
roddi Also ich glaube, da geht der Zug hin. Die Frage ist natürlich erreicht die AI in dem was sie tut eine Komplexitätsstufe, dass der Mensch das nicht mehr versteht, was die AI tut, dann ist handgeschriebene Software natürlich raus, das ist ganz klar also ob wir das erreichen werden oder nicht, keine Ahnung kann jetzt jeder raten, es würde mich nicht wundern, wenn es passiert aber dann ist es natürlich klar, ja dann bist du als Programmierer raus aber gut, es gibt auch Menschen, die sowas schreiben, was andere dann nicht mehr verstehen, manchmal passiert das einfach so Ich glaube.
Tim Pritlove Da ist viel Wahres dran, an dem was du gesagt hast, aber es gibt wahrscheinlich sogar noch ein paar andere Strahlen die hier noch mit reinleuchten können, es ist zum Beispiel durchaus vorstellbar, dass wir demnächst IIs haben, die Programmiersprachen entwerfen werden. Oder dass sich sozusagen überhaupt ein neuer Layer zwischen Computern und AIs bildet, also dass quasi die AI schon fast zum Betriebssystem wird.
Tim Pritlove Dass wir dieses ganze, wir benutzen ein Betriebssystem, was irgendwie für die Programmierung durch eine Programmiersprache gedacht ist, dass das komplett wegfällt und wir eigentlich nur noch so einen einzigen Processing-Blob haben, der irgendwie freigeistig seine Daten durch die Gegend schaufelt, gesteuert eben durch Sprache.
Tim Pritlove Das ist sicherlich auch so ein Punkt. Andererseits bin ich auch ganz bei dir, wenn du sagst, das normale Programmieren ist immer noch erforderlich und das ist auch absolut richtig. Also ich hätte jetzt zum Beispiel meine ganzen Sachen auch nicht machen können, wenn ich nicht schon eine relativ klare Vorstellung von Programmieren habe.
Tim Pritlove Und ich glaube auch, dass ich nochmal sehr viel besser mit einer AI arbeiten kann, umso besser ich poemieren kann. Also umso mehr man überhaupt das Poemieren als solches verstanden hat, aber auch die Poemiersprache zu können. Man muss auch in der Lage sein, Fehler zu finden, man muss auch in der Lage sein, eine richtige Richtung anzugeben.
Tim Pritlove Man kann nicht einfach auf eine Baustelle gehen und anfangen, irgendwie den Leuten ihre Arbeit zu erklären und sie durch die Gegend zu schicken, wenn du einfach Bau nicht verstanden hast. Du brauchst immer noch ein Domänenwissen. Und das ist beim Programmieren nur mal die Programmiersprache und das Wissen um Betriebssysteme und Caching und Networking und Protokolle und all dieser ganze Kram.
Tim Pritlove Also da ist schon noch eine ganze Menge drin zu lernen. Und ich würde halt jetzt auch niemandem ein Projekt überlassen, Der sagt ja, ich habe keine Ahnung, aber ich habe da jetzt mal eine halbe Stunde reingequatscht und da kam ja schon irgendwas Brauchbares bei raus. Ich kann jetzt alles.
roddi Ja, vor allen Dingen, ich sehe es viel stärker als den kontinuierlichen Trend der weiteren Abstraktion der Programmierung. Also in den 80ern hat man durchaus noch Assembler programmiert, man hat C programmiert, was im Prinzip auch Assembler war und die Abstraktion weg vom Prozessor wurde immer größer und immer größer.
roddi Und inzwischen glaube ich, dass viele junge Programmierer nicht so genau wissen, wie eigentlich der Compiler oder der Interpreter jetzt das, was sie da schreiben, hinterher in etwas umsetzt, was tatsächlich auf dem Prozessor läuft. Ob das okay ist oder nicht, ist eine andere Diskussion. Ich denke nur, dass dieser Trend, das auszudrücken, was ich programmieren will durch Abstraktionen, einfach nur jetzt eine neue Stufe erreicht.
roddi Die Stufe ist dann halt gesprochene deutsche Sprache mit all ihren Ungenauigkeiten. Also ich habe es halt auch ausprobiert und hatte das Gefühl, ich habe eigentlich kaum Kontrolle oder Einfluss darauf, was die Maschine tut, weil ich nicht in der Lage bin, klar zu sagen, mach mal das und das und das und das nicht.
Ralf Stockmann Welches Modell hast du genommen dafür?
roddi Das weiß ich nicht mehr, es war einfach Kaser. und ich sage, mach mal das und das und das und dann kam irgendwas bei rum, wo ich sagen würde, ja, okay, kann man als Lösung meiner Aufgabenstellung interpretieren.
Tim Pritlove Also hast du wahrscheinlich Chat-GPT benutzt, kann das sein? Also war das 4O?
roddi Das war Cursor, keine Ahnung, was da eingestellt war.
Tim Pritlove Ja, okay, also wenn du es nicht eingestellt hast, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass du das benutzt hast. Das ist übrigens auch noch so ein Punkt, also, AI ist nicht AI. Das merkt man wirklich bei dieser Cursorsache extrem. Also ich habe mich jetzt, du benutzt ja auch so nett, ne Ralf?
Ralf Stockmann Ja, nichts anderes kommt mir hier in die Pompa.
Tim Pritlove Das ist auch wirklich, glaube ich, derzeit der Goldstandard, das muss man wirklich sagen. Und es ist erstaunlich, wie sich die Interaktion ändert, wenn man ein anderes Modell nimmt. Also wenn man jetzt irgendwie DeepSeq oder irgendein 4O, O1-Mini-Tralala-Open-AI-Modell nimmt, dann ändert sich die gesamte Denke und die ganze Interaktion.
Tim Pritlove Also das ist auch, man benutzt nicht einfach nur AI in dem Moment, sondern man fährt sich auch in gewisser Hinsicht auf ein Modell ein. Also man muss auch lernen, so ein bisschen, wie soll man das nennen? Es ist so eine kulturelle Begegnung. Also man muss wirklich dieser Intelligenz mit Interesse begegnen und die kulturellen Eigenarten erlernen.
Tim Pritlove Das ist wie ein anderes Land zu bereisen, so ein bisschen. Da musst du auch erstmal so ein bisschen die Sprache lernen.
roddi Also ich habe es gerade geguckt, ich habe auch Sonnet benutzt.
Ralf Stockmann Ah, okay. Das ist drei Filme, so eine drei Filme.
roddi Ja, dass es halt hier drin ist.
Tim Pritlove Da sind ja mehrere Sachen drin. Du kannst da in den Prefs klicken und dann die Models auswählen, wenn du mal so rechts oben wirst.
roddi Ja, ich weiß, das ist da, vor allem gibt es ganz, ah, ich kann dann hier umschalten. Da gibt es sehr viel.
Tim Pritlove Jetzt mittlerweile ist auch einiges nachge...
roddi Ja, ja, ja, ich sehe es schon hier. Die Psyk ist auch mit drin, das sehe ich gerade. Ja, aber ich habe ziemlich sicher so nett benutzt. Trotzdem ist es halt so, also gerade so grafische Oberflächen, das ist halt schwierig zu beschreiben, dass es so aussieht, wie man es eigentlich haben will.
Ralf Stockmann Ja, gut.
roddi Ich habe jetzt nicht versucht zu sagen, mach mal hier noch drei Pixel weniger und da noch drei Pixel mehr, aber.
Ralf Stockmann Würde ich auch sagen, GUI ist das, wo noch am meisten schief geht, weil da halt, da kommt glaube ich auch diese Erkenntnis drin, dass da halt dann dem, der KI auch das Auge fehlt. Also man kann ja Screenshots auch, ich weiß nicht, hast du das schon mal gemacht, Tim, einen Screenshot irgendwo rein posten und zu sagen, guck mal hier, das sieht falsch aus. Das habe ich noch überhaupt nie ausprobiert, ob das eigentlich auch geht.
Tim Pritlove Ich weiß, dass das jetzt auch ein neues Feature ist, aber ich habe das noch nicht benutzt.
Ralf Stockmann Also weil da fruckele ich immer am meisten. Ich habe ja noch ein anderes Projekt, das stelle ich in einem der nächsten Sendungen mal vor, was ich da gebaut habe. Da geht es viel darum, dass das so eine Ich-möchte-dran-lecken-GUI wird. Und das ist auch schon nicht so einfach. Gerade so dann doch verschachteltes CSS. Ich habe jetzt hier wieder Bootstrap drunter, wo ich mittlerweile denke, das war eigentlich ein Fehler, weil wenn du irgendwo von den Standard-Bootstrap-Komponenten abgehst, hat Sonnet echt Probleme, sich dann im Hierarchie-Modell durchzusetzen gegenüber den Standards.
Tim Pritlove Tailwind, Freif, Tailwind.
Ralf Stockmann Tailwind, okay.
Tim Pritlove Tailwind ist the shit. Naja gut, dieses, Wir werden ja eh gleich nochmal drauf kommen, über Dipsig reden. Ich habe aber nochmal kurz einen Nachtrag zu Cursor, weil da tut sich ja schon wieder der nächste Kram auf. Habt ihr schon mal was von MCP gehört?
Ralf Stockmann MCP glaubt nicht...
Tim Pritlove MCP steht für Model Context Protocol und das ist eine Erfindung von Anthropic, also der Hersteller von Sonnet, von dem Modell, also von Claude und dem Claude Sonnet, das Modell, was wir jetzt gerade besprochen haben. Und Model Context Protocol ist, wie der Name sagt, ein Protokoll, was quasi definiert, wie eine AI auf Daten zugreifen kann.
Tim Pritlove Und das ist so ein Client-Server-Protokoll und man kann das im Prinzip in beide Richtungen benutzen. Das heißt, man kann für ein Modell definieren, wie dort Daten reinkommen, indem man es als Client benutzt, aber man kann vor allem für Daten ein Server-API, hat man jetzt sozusagen für Daten ein Server-API, man kann also ein Server für Datensilos schreiben, um einer AI darauf Zugriff zu bekommen.
Tim Pritlove Beispiel. Das Beispiel, was sie auch gleich mitgeliefert haben. Also sie haben das so im letzten November haben sie das vorgestellt und mittlerweile ist es jetzt in Cursor drin. Also wenn du jetzt Cursor updatest in den Settings, mal guckst, dann hast du quasi MCP-Server, die da mehr oder weniger schon mit supported werden oder MCP-Server werden supported und das ist noch ein bisschen, fitzelig, aber worauf ich hinaus wollte ist, sie haben halt was gebaut für Systeme wie Google Drive, Slack, GitHub, Git, Postgres und Puppetierer weiß ich gar nicht, was das ist, um ehrlich zu sein.
Tim Pritlove Soll heißen, du kannst über MCP eine AI Zugriff geben, zum Beispiel auf Postgres. Und das sieht dann so aus, dass du dann sagst, so eine Postgres-URL gibst mit hier über diesen User-Login, AddHost, AddPort, tralala, mit diesem Pfad und hier benenne ich die Datenbank, kannst du quasi direkt einen Zugriff geben auf die Datenbank über das MCP-Protokoll.
Tim Pritlove Und dann redet das Ding mit deiner Datenbank. Und dann kannst du quasi in deiner relationalen Datenbank genauso rumrecherchieren und deine AI spielen lassen, wie du das eben vorher mit normalen Files gemacht hast, mit Textfiles gemacht hast. Also du kannst halt eine dicke, fette Datenbank nehmen und sagen, analysier mal das.
Tim Pritlove Aber du kannst halt genauso auch auf GitHub, Git generell, also auf Git-Repository, in ein Slack hinein Dinge erfragen. Das ist ziemlich mindblowing. Genau. Und solche Systeme kommen jetzt irgendwie raus. Das wird ganz spannend werden. Habe ich jetzt noch nicht so viel mit rumgespielt. Ich habe mal diesen Postgres-MCP einmal so zum Laufen bekommen.
Tim Pritlove Da muss man irgendwie so NPM installieren und so weiter. Luca hat mir gesagt, wie ich das machen muss und ich habe es gemacht und es hat dann irgendwie funktioniert. Aber dann hatte ich irgendwie auch gerade wieder keine Zeit. Und das ist auch in dieser Cloud-Desktop-App drin, dieser MCP-Server-Support.
Tim Pritlove Kann man auf jeden Fall demnächst noch einiges erwarten.
Ralf Stockmann Insofern ganz spannend, als dass das jetzt nochmal ein anderer Ansatz ist, als das, was wir ja schon länger mit diesen RAC-Modellen haben, dieses Retrieval Augmented Generation. Wir erinnern uns, das ist was, was wir hier bei unserem FAB-KI-Chatbot gemacht haben, wo man sich mit unserem Bibliothekskatalog unterhalten kann.
Ralf Stockmann Da wird aber eben nicht quasi ein direkter Datenkonnektor zu unserer Datenbank gebracht, sondern wir haben ja unsere Datenbank mal in so einen semantischen Vektorraum dafür überführt, in dem sich so eine KI dann wohlfühlt. Ja. Den gewissen Problemen und Einschränkungen, die das mit sich bringt, insbesondere was halt so diese Exaktheit, die man ja eigentlich dann ganz gerne in der Datenbank dann doch auch nicht verlieren möchte, drin hat.
Ralf Stockmann Auf der anderen Seite kann ich mir jetzt vorstellen, aber das müssen wir wirklich mal ausprobieren, dass jetzt so ein MCP-Ansatz natürlich dazu führt, dass man dann wiederum die Stärke dieses Assoziierens nicht so stark drin hat, wie wenn das quasi in einem reinen Vektorraum modelliert wird. Also sprich, ich finde jetzt Dinge, die ähnlich sind, obwohl sie in der Datenbank erstmal keine direkte Verbindung über irgendein Datenmodell drin haben.
Ralf Stockmann Also weil sie ähnlich klingen oder über drei Ecken dann doch irgendwo miteinander verwandtschaftet sind. Da muss man mal drauf gucken.
Tim Pritlove Ja, kann ich dir wenig zu sagen, habe mir das Protokoll jetzt ehrlich gesagt selber noch nicht angeschaut, was das alles kann und abstrahieren kann, aber kannst dir ja vorstellen, wenn es in der Lage ist, sowas wie Postgres oder Git abzubilden, dann ist es sicherlich auch in der Lage, deine Bibliotheksdatenbank abzubilden und wenn du jetzt quasi dir mit der AI morgen einen MCP-Server dafür programmierst, dann kannst du vielleicht übermorgen schon mit Sonnet auf deiner Bibliotheksdatenbank, rumrecherchieren.
Ralf Stockmann Das mag sein, aber die olle Recherche habe ich ja schon. Also erinnere dich an das Beispiel, ich habe als Kind ein Buch gelesen, wo dreibeinige Aliens die Erde erobert haben. So, was war denn das? Das steht nicht in der Datenbank. Aber, ChatGPT weiß halt, das waren die dreibeinigen Herrscher von wie hieß er noch, weiß ich nicht was.
Ralf Stockmann Weil das also quasi eben dann gekoppeltes Weltwissen ist. Aber das weiß er nur, weil er...
Tim Pritlove Wieso steht das nicht in der Datenbank? Wieso stehen die Bücher nicht in der Datenbank?
Ralf Stockmann Die Bücher stehen schon so drin, aber die Leute stellen halt Fragen, die nicht zu unseren Bibliotheksdaten passen.
Tim Pritlove Wieso? Welche Daten fehlen denn, wenn ihr die Bücher da nicht drin habt?
Ralf Stockmann Die Bücher heißen halt irgendwie die dreibeinigen Herrscher. Das sagt dir nichts.
Tim Pritlove Dass das Außerirdische ist. Habt ihr die Bücher selber auch in der Datenbank? Habt ihr da nicht ein PDF, wo das...
Ralf Stockmann Nein, natürlich nicht. Dürfen wir doch nicht. Wo denkst du denn hin? Wir sind Deutschland hier. Urheberrecht. Raubmordkopierer.
Tim Pritlove Wieso? Urheberrecht ist doch noch relevant, wenn du es wegkopierst. Nein, nein.
Ralf Stockmann Da streiten wir uns seit 15, 20 Jahren mit den Verlagen rum. Das deutsche Urheberrecht erlaubt es uns nicht, die Volltexte unserer Bücher selber. So ohne weiteres. Wir kriegen die auch gar nicht von den Verlagen. Wir müssten alles selber scannen und OCRen und alles ein Elend. Don't get me started.
Tim Pritlove Das ist doch echt zum Kotzen.
Ralf Stockmann So, aber selbst dann hast du es ja auch nicht irgendwie wirklich gut für eine LLM. Also mein Grundverdacht wäre, dass das super ist, um quasi jetzt sowas wie Lucene oder Solar abzulösen. Also so eine klassische Suchmaschine obendrüber. Aber um jetzt so eine eben dann doch eher so frei assoziierende Dinge miteinander in Verbindung setzende LLM-Suche zu simulieren, dass dafür die Zeit wahrscheinlich nicht reicht, weil es muss ja alles irgendwie in Echtzeit passieren, ohne dass er sich schon lange und tief Gedanken über das Gesamtkonvolut gemacht hat.
Ralf Stockmann Aber es ist jetzt alles gefährliches Halbwissen, wir werden uns das angucken.
Tim Pritlove Genau, wir werden uns das angucken, genau. So, wo wollen wir denn jetzt hin? Achso, ich habe noch ein paar Geräte-Updates, weil ich ja hier mit neuem Gerät unterwegs bin, auf meiner Reise. Unter anderem habe ich mir für die Reise ein Rodecaster Duo besorgt der Rodecaster Duo ist quasi die kleine Version vom Rodecaster Pro 2, den ich ja ganz toll finde und zu dem ich irgendwie auch auf dem letzten Kongress wie schon erwähnt nochmal so einen kleinen Talk gemacht habe und ja der viele Vorteile hat auch ein paar Nachteile, zu denen ich mich ja auch schon geäußert habe.
Tim Pritlove Jetzt habe ich mir diesen Duo geholt, der deshalb Duo heißt, weil er eben nicht vier Mikrofoneingänge hat, sondern zwei. Beziehungsweise genau genommen hat er nicht zwei Mikrofoneingänge, sondern ich rede von zwei XLR-Mikrofoneingängen. Denn das Gerät hat noch ein paar Besonderheiten. Ich hatte ja auch im Sendegate mal diesen Rodecaster 2 Review gemacht.
Tim Pritlove Das können wir hier auch nochmal verlinken. Und ich habe dem meine Gedanken zum Rodekaster Duo jetzt noch hinzugefügt. Also sozusagen eine Aktualisierung. Ich packe mal den Link auch nochmal in die Shownotes. Genau, im Wesentlichen, also vier statt sechs Sliders, Slider ein bisschen kürzer, sechs statt acht Buttons zum Abspielen, Displays genauso groß, paar andere kleine Sachen.
Tim Pritlove Eine Sache hat sich verändert, die zwar noch keine positiven Auswirkungen hat, aber was durchaus eine Forderung von mir gewesen ist für ein künftiges Update von dem Rodecaster Pro 2 ist nämlich, dass die Lautstärkeknöpfe jetzt Soft-Buttons sind. Also die sind sozusagen keine manuellen Potentiometer mehr mit einem festen Anschlag, sondern sind so frei, wie nennt man denn sowas, so Rotatoren, so freidrehende, beliebig weitdrehende Knöpfe, die so einen LED-Ring drumherum haben.
Tim Pritlove Mit anderen Worten, man kann da jederzeit per Software auch sagen, welchen Wert sie haben, theoretisch.
Ralf Stockmann Das ist gut.
Tim Pritlove Und das wäre natürlich fantastisch, wenn man das auch von außen tun könnte, dazu bräuchte natürlich dieser Rodecaster mal eine richtige MIDI-Implementierung, die er nicht hat, sondern das ist halt nach wie vor dieses Krücken-Blödsins- MIDI-Implementierung, die sie da reingebaut haben, über die ich mich schon mal total aufgeregt habe, aber man kann jetzt auf jeden Fall die Dinger drehen, man kann übrigens, wie ich gerade feststelle, man kann sie auch drücken, aber ich habe keine Ahnung, was das macht.
roddi Tue es jetzt nicht.
Tim Pritlove Doch, ich habe schon gedrückt. So ein Familienbenutzer ist das. Aber ich habe keine Ahnung, was das soll. Vielleicht kann man es damit irgendwie auf einen definierten Wert oder sowas setzen, aber das ist hier zumindest gerade nicht der Fall.
roddi Als nächstes will er eine Space-Maus an dem Ding.
Tim Pritlove Ah, man kann sogar den großen kann man ja auch drücken. Ging das bei dem alten Rundcaster auch schon? Wow, damit kann man ja hier durch...
roddi Ralf, drück doch mal.
Tim Pritlove Oh, okay, das muss ich nochmal, da habe ich jetzt gerade was entdeckt. Naja, also auf jeden Fall kleine Verbesserungen und eine Eigenschaft hat er auch noch, er hat nämlich vorne tatsächlich einen Miniklinkenanschluss. Ich dachte, was soll das denn? Weiß ich auch immer noch nicht genau, was das soll, aber man kann dort quasi so ein iPhone-Headset, so ein altes, ein analoges reinstecken und hat einerseits einen Kopfhörer, aber auch einen Eingang.
Tim Pritlove Also man kann sozusagen auch nochmal einen Plug-in-Power Mikrofon noch als dritten Eingang auch nochmal mit reinmachen in diesen Rodecaster, der eigentlich nur zwei Mikrofoneingänge hat, nämlich dann trotzdem noch einen dritten. Ich habe keine Ahnung, was das soll, das ist einfach nur nochmal so ein Monokanal natürlich.
Tim Pritlove Man kann den quasi zum Abhören benutzen, zum reinquatschen da steckt man halt nicht volles XLR Material rein sondern eben wie gesagt nur so ein kleines Plug-in-Power-Teil, aber ja ist auch noch mit dabei, also merkwürdige Designentscheidungen noch immer eine Software, die, sich verbessern muss, aber, Rodecaster Duo is a thing und für wen jetzt zwei Mikrofoneingänge reichen, durchaus eine Option.
Ralf Stockmann Also dieser Eingang vorne, der ist pures Gold, weil da ist ja so eine sogenannte Plug-in-Power mit dran, 3 Volt oder 5 Volt und da kann man halt beispielsweise das von mir so wertgeschätzte V-Moda Boom Pro dran betreiben. Der spirituelle Nachfolger von dem HMC 660. Das ist ein Kleinmembran-Kondensator-Mikro für 35 Euro, was fantastisch klingt, robustes Gegenbrauchen und sonst was. Man braucht dann noch einen Kopfhörer dazu.
Ralf Stockmann Ich habe in die Show Notes mal reingeworfen, welche günstigen Kopfhörer sich da gut zu eignen. Und dann hast du für 60 Euro ein Top-Headset. Und dann kannst du das da dran anschließen, ohne weitere Adapter. Und hast ein Dreier-Device. Das ist doch cool. Aber du hast nur zwei Kopfhörerausgänge dann, oder? Das heißt also, du musst einen der Kopfhörerausgänge dann splitten für die dritte Person?
Tim Pritlove Nein, nein. Du hast ja einen vollständigen, vierpoligen Stecker.
Ralf Stockmann Ah, okay. Und wie machst du dann da Ja, ist schon klar, so TRS oder wie das heißt, aber wie ist dann darüber die Lautstärke geregelt?
Tim Pritlove Na, das ist halt so einer dieser Softkanäle, den kannst du dir theoretisch auf einen der vier Slider legen.
Ralf Stockmann Ah, okay.
Tim Pritlove Also entweder auf einen der vier, physischen Slider oder einen von den drei virtuellen Slidern, die im Display noch sind. Also das ist tatsächlich eine Option. Wie das klingt, ob das was kann, keine Ahnung, habe ich nicht ausprobiert. Ich habe so ein Ding nicht mehr rumliegen, so ein iPhone-Dings, das habe ich also entsorgt.
Tim Pritlove Ist mir nur aufgefallen. Ich weiß nicht genau, was überhaupt der Sinn der ganzen Sache sein soll, also warum sie da sowas jetzt einbauen und warum vorne?
roddi Ich glaube, weil viele so Gamer-Headsets und so, kannst du einfach anstecken und fertig.
Tim Pritlove Ja, aber warum vorne? Also warum dann nicht hinten? Wie alle anderen auch. Also das ist mir so ein bisschen unklar. Also ich konnte mir das nur so vorstellen, dass das mehr so ein, Podcast-Situation, zwei Männer unterhalten sich und ein Assistent überwacht die Aufnahme. So klingt das für mich so ein bisschen.
roddi Also es ist der Studio-Kopfhörer dann für den Mixer.
Tim Pritlove Ja, das ist halt nur jemand, der so ein bisschen mithören will, funktioniert noch alles, aber nicht professionell aufgenommen wird, vielleicht mal was reinquatschen kann. Keine Ahnung, also mit der Logik hätten sie natürlich auch noch zwei davon machen können oder ganz viele, weil die ja fast gar keinen Platz verbrauchen.
Tim Pritlove Mir ist es so ein bisschen unklar, wo sie das Produkt jetzt genau sehen, mit diesen Änderungen, warum sie jetzt hier diese digitalen Regler haben, wo vorher die analogen Regler waren für die Lautsprecher, ohne dass sie jetzt da irgendeinen Nutzen draus ziehen. Ich würde da wirklich gerne mal auftauchen irgendwie. Vielleicht fahre ich im Herbst mal nach Australien und frage die mal selber, was da ist.
Tim Pritlove Die sitzen ja da irgendwo rum. So wie zum RodeCaster.
Ralf Stockmann Der ist immer noch so ein bisschen zu teuer. Jetzt in der Zweier-Version liegt der so um 460 Euro. Außerdem so ein Huni weniger. Naja.
roddi Sie sagten doch gleich was?
Ralf Stockmann Ich brauche es halt überhaupt nicht, aber es ist irgendwie so ein Teil, was man eigentlich gerne hätte. Das liegt jetzt aber noch über der Scheiß drauf. Das wirft man da jetzt mal ab, das Geld. Dafür sind dann 460 Euro.
roddi Von Stream Deck gibt es ja jetzt dieses Teil, was auch Drehknöpfe hat, so Rotatoreingangsteile.
Ralf Stockmann Genau, der Streamer X, glaube ich.
roddi Das L oder so ähnlich heißt das Ding. Nee, der ist es nicht, von Streamdeck selber. Und dafür gibt es jetzt auch ein Interface, was du da noch hinten ranklemmen kannst und dann hast du im Prinzip halt für deine Streaming-Anwendungen hast du halt deinen Mikrofoneingang und deinen Kopfhörerausgang und so weiter.
roddi Es ist aber auch alles eigentlich zu teuer dafür, was es tut.
Ralf Stockmann Und auch nur für einen einzigen dann?
roddi Ich glaube nur für einen, ja.
Tim Pritlove Von welchem Produkt redest du gerade?
roddi Streamdeck XL. Das hat noch so vier Drehknöpfe. Für dieses Ding gibt es noch, wenn du auf der Seite direkt guckst, dann gibt es für das Teil noch ein Audiointerface, was du so hinten ranschraubst.
Ralf Stockmann Okay.
Tim Pritlove Aber es ist nicht der Stream Deck XL.
Ralf Stockmann Das hier meinst du, oder?
roddi Oder XL, oder wie heißt der Stream Deck Pro?
Tim Pritlove XL ist das ganz alte, was ich auch noch...
Ralf Stockmann Ne, das ist ein Yamaha.
Tim Pritlove Das ist ja was anderes.
Ralf Stockmann Alles klicktaktisch.
Tim Pritlove Der Neo, der hat auch Knöpfe.
roddi Also es ist so einer, der hat so vier Drehregler. Und so ein etwas kleinerer, der hat so vier Drehregler. Und da kannst du hinten noch ein Audio-Interface ranklemmen. Stream Deck Plus genau so heißt der.
Tim Pritlove Der hat noch ein Audio-Interface hinten dran. Echt? Wieso zeigen sie das hier nicht?
roddi Nein, es gibt ein Audio-Interface, was du hinten ran machen kannst.
Ralf Stockmann Und das ist aber auch von Elgato?
roddi Das ist auch von Elgato. Wenn du auf der Elgato-Seite guckst und nicht die Google-Bildersuche, zu random Webseiten klickst, dann...
Ralf Stockmann Ich bin auf der Elgato-Webseite.
Tim Pritlove Aber ich weiß nicht genau, wo ich jetzt hingucken soll. Von welchem Produkt redest du denn jetzt? Sag doch einfach mal.
Ralf Stockmann Was ist das hier wieder für ein hektisches...
Tim Pritlove Mobile? Nee.
Ralf Stockmann So, jetzt haben wir das XLR-Dock für Stream Deck Plus.
roddi Genau das.
Ralf Stockmann Ah, okay.
roddi Ja, weiß ich nicht, ob das eine sinnvolle Erweiterung ist.
Ralf Stockmann Also es ist jetzt ein XLR-Eingang, Kopfhörer, Mini-Klinke.
roddi Und dann hast du im Prinzip für eine Person Audio-Interface und kannst dann die Regler vorne dran direkt verwenden, um diese...
Ralf Stockmann Aber da bist du dann auch schon 380.
roddi Ja, ich sag ja, es ist zu teuer. Aber haben würde man es schon gerne wollen.
Ralf Stockmann Das will ich nicht haben.
Tim Pritlove Kannst du mal die Dinger mal verlinken? Ich finde irgendwie diese Produkte nicht.
Ralf Stockmann Ja, ich hab das jetzt was.
Tim Pritlove Ja, naja, es gibt da so einiges. Es gibt auch von Rode, ich weiß nicht, hatten wir, hatten wir da eigentlich drüber gesprochen, über den Rode-Videos? videocaster.
Ralf Stockmann Ich glaube nicht.
roddi Das kann ich nicht erinnern.
Tim Pritlove Nee, hatten wir nicht. Ich hatte mir das nämlich mal, Rodecaster Video, genau, so heißt das Ding nämlich. Und da wünschte ich mir fast, ich würde mehr mit Video machen. Mache ich aber nicht. Deswegen habe ich mir das nicht gekauft. Ich hatte das Ding kurz mir mal angeschaut, weil ich mir dachte, vielleicht ist das ja ein Ersatz für meine HDMI-Switching-Möglichkeit. War es dann aber nicht.
Tim Pritlove Aber das Produkt ist wirklich irre. Also der Rodecaster Video, das ist jetzt ein Review, ohne dass ich das Ding selber angefasst habe. Ich habe mir nur irgendwie diverse Videos, Reviews darüber angeschaut und ich bin wirklich beeindruckt, was sie da zusammengebaut haben. Das ist ein irres Produkt. Also das ist so ein, wie groß ist der in etwa, weiß ich nicht, so breit vielleicht wie ein normaler Rodecaster Pro.
roddi Also halb bis 19 Zoll breit und vielleicht eine ganze Höhe in eineinhalb hoch.
Tim Pritlove Ja, ich müsste mir die Specs jetzt mal anschauen. Also im Wesentlichen hast du da nur so zwei Tastaturreihen drauf und ein paar Regler und ein kleines Bildschirmchen. Und hinten hat das Ding aber eine Brigade an Anschlüssen. Da ist also mal nicht weniger als sechs HDMI-Ports, sechs USB-C-Ports, Ethernet, zwei analoge große Klinken für Kopfhörer, zwei analoge große Klinken für den Monitor Out und nochmal zwei Mikrofoneingänge.
Tim Pritlove Also die haben da wirklich geklotzt.
Ralf Stockmann Hast du mal ein Ding?
Tim Pritlove Ja, sicherlich. Der Moment, jetzt hast mich ein bisschen aus der Spur gebracht. Ich mach das mal eben. Ich hab schon so. und, kann ich euch nur empfehlen, euch mal so ein paar Reviews anzuschauen, was das Ding alles kann. Das ist wirklich irre. Wofür ist es gedacht? Das ist, wenn man jetzt quasi mit Video raussendet.
Tim Pritlove Also so typischerweise YouTube-Videos macht, dafür ist es im Wesentlichen gedacht und du möchtest alles irgendwie in Realtime machen. Und du kannst also ganz viele HDMI-Quellen anschließen, also von diesen 6 HDMI-Ports sind 4 Eingänge und 2 sind Ausgänge. Das eine benutzt du als Primärausgang, das andere benutzt du so als Monitorausgang.
Tim Pritlove Und diese USB-C Ports, die es da gibt, die sind teilweise auch nochmal nur dafür gemacht, ein Mikrofon oder eine Webcam anzuschließen. Oder dann eine Festplatte zum Abspeichern oder nochmal einen anderen Computer. Und natürlich auch Stromversorgung darüber. SD-Karte kannst du auch noch reinstecken, also es ist wirklich alles so ein bisschen da.
Tim Pritlove Sprich, du kannst das Ding in so einem HD, 4K, Webcam Dings anschließen und ganz viele HDMI-Quellen noch dazu schalten und du kannst dann eben über die wenigen Tasten vorne so all die ganzen Quellen live umschalten, du kannst dir mit der Rode-Software aber auch direkt am Gerät auch so Screens zusammenbauen, wo du sagen kannst okay, jetzt will ich einen Bildschirm haben und rechts oben soll die Quelle sein, links unten die Quelle so, was weiß ich, hier Bild von mir selber mit der Kamera und dann halt der Rechner und dann nochmal hier ein HDMI-Device.
Tim Pritlove Also du kannst das alles hier zusammenbauen und so fertige Setups einfach abrufen. Und es bedient sich alles ganz super und es ist wirklich ein tolles Gerät. Und außerdem hast du noch Audio noch mit dabei. Also das ist schon wirklich heftig, was die da bauen. Und ich muss sagen, Rode ist da auf einem sehr guten Weg.
Tim Pritlove Also wenn sie ihr Midi-Game nochmal auf die Kette kriegen, dann wäre ich so richtig begeistert. Aber das ist definitiv cool. Das könnte auch interessant sein für Leute, die einfach oft so an Videokonferenzen teilnehmen. Und was zeigen. Weißt du? Also kannst du ja auch eine eigene Banderole einblenden und deinen Namen einblenden. Keine Ahnung.
Tim Pritlove Und dann hier so, jetzt schalte ich mal auf den Rechner und jetzt schalte ich auf die Präsentation und jetzt zeige ich mich selber. Und jetzt habe ich rechts oben meine Präsentation und links sieht man aber trotzdem noch mein Gesicht. Also wenn man wirklich viel online, live in irgendwelche Zoom-Meetings rein präsentiert und dabei irgendwie schick rüberkommen will, ohne viel Aufwand zu haben und ohne mit einer komplizierten Software arbeiten zu müssen, dann ist der RodeCaster Video richtig Bombe.
roddi Kostet auch noch schlanke, 1100 Euro.
Tim Pritlove Ja, aber das ist natürlich für so einen Videomixer eigentlich nichts.
roddi Ja, eigentlich nicht, das stimmt. Wow.
Tim Pritlove Genau, den wollte ich nochmal empfehlen. Wie gesagt, nicht selber handgetestet, weil ich nicht so die Anwendung habe, Aber ich fand das Gerät total beeindruckend. Dann habe ich ja noch ein anderes Gerät hier an der Mache, nämlich die Apple Vision Pro vom DOM, die ich ja hier mit auf Reisen genommen habe.
Tim Pritlove Und jetzt habe ich ja mal so richtig Zeit, das Ding ausführlich zu testen. Ich will jetzt gar nicht so viel erzählen, weil so viel Neues gibt es jetzt nicht. Ich will nur andeuten, dass ich meine Meinung, glaube ich, in ein paar Bereichen überarbeiten werde, weil ich schon auf einmal mehr Nutzen gefunden habe, als ich dachte.
Tim Pritlove Ich habe den jetzt halt vor allem so als großen Bildschirm quasi dabei, ohne einen großen Bildschirm dabei zu haben und genieße sehr diesen neuen Mac Monitor Modus und das ist also gerade so zum Programmieren ist das irgendwie ziemlich cool, also wenn man wirklich so Sessions macht und jetzt nicht nur auf so einen 13 Zoll Bildschirm starren will, sondern, sehr viel Platz für den Editor haben will und nochmal Platz für irgendwelche Videos und Dokumentationsseiten und hier noch ein Terminal, was mitläuft, dann ist es wirklich grandios, weil seit diesem 2.2 Update, wo du diesen Riesen, also aus deinem Rechner sozusagen so einen Riesenmonitor machen kannst, ist es wirklich krass.
Tim Pritlove Ich habe mir dann auch nochmal diese Lesebrilleneinsätze dafür noch gekauft, in einer relativ starken Variante. Das ist für mich immer noch sehr schwierig, dass alles so einzusortieren, aber ich habe so, ich setze gerade so ein bisschen auf einen Gewöhnungseffekt. Also Sachen, die einem am Anfang sehr störend vorkommen, stören einen nach einer Weile einfach nicht mehr so sehr, beziehungsweise man lernt so ein bisschen damit umzugehen.
Tim Pritlove Also zum Beispiel so dieses Unschärfe bei der Bewegung und dass da immer so ein kleiner Delay drin ist, durchaus etwas, woran man sich gewöhnen kann. Und ich habe da muss ich dir übrigens nochmal danken, Ralf, das hast du mir zwar nicht direkt gesagt, aber ich habe das so am Rande mitbekommen, du hast über diese Halterung, diese Bügelhalterung geredet, die manche sich da dran machen, dieses Gewicht mir auf die Stirn verlagert wird, das habe ich kurz vor der Abfahrt, habe ich mir noch so ein Ding noch geholt und das ist tatsächlich, macht es einen Riesenunterschied aus und auch so diese, Idee mit, man ist gar nicht mehr direkt an der Kamera dran, sondern lässt das Ding einfach nur so ein bisschen vor sich schweben, ist auch durchaus etwas, was man benutzen kann.
Tim Pritlove Also ich habe da noch keine abschließende Meinung zu allem gebildet, aber ich bin auf jeden Fall gerade sehr intensiv dabei, das alles zu überprüfen und nochmal mir dann eine neue Meinung zu bilden. Und zwei kleine Sachen, die mir noch aufgefallen sind, die wir so wie noch nie besprochen haben. Wenn man in diesem Macintosh-Desktop-Modus arbeitet, greift übrigens auch dieses Universal Control.
Tim Pritlove Ihr erinnert euch, Universal Control, man hat mehrere Macs nebeneinander und kann dann irgendwie mit der Maus von dem einen auf alle anderen gehen und vice versa. Also man kann immer mit einem Rechner, den man gerade bedient, alle anderen mitsteuern. Also du gehst halt einfach auf einen anderen Bildschirm und kannst mit der Maus von Rechner A die Apps auf Bildschirmen von Rechner B steuern.
Tim Pritlove Weil die Maus einfach rüber marschiert. Und das Irre ist, das ist mir auch erst jetzt aufgefallen, das geht halt auch in der Apple Vision Pro mit den Apple Vision Pro Apps. Das heißt, wenn ich jetzt den Macintosh auf der Vision Pro habe und ich habe die Maus, dann kann ich mit der Maus den Mac verlassen und in die Apps von der Vision Pro gehen.
Tim Pritlove Die ja entweder Native Vision Pro Apps sind oder iPad Apps sind, aber ich kann tatsächlich mit der Maus die Vision Pro benutzen. Bin ich gezwungen, alles damit zu machen. Das geht natürlich nur, wenn du den Mac hast, sozusagen, aber da verheiraten sich auf einmal so Konzepte, das könnte nochmal ganz interessant werden.
Ralf Stockmann Und Tastatur-Eingabe wahrscheinlich dann auch, oder?
Tim Pritlove Ja, genau. Tastatur-Eingabe natürlich auch.
Ralf Stockmann Weil das ist ja, finde ich, das größte Manko der Vision Pro Text-Eingabe.
Tim Pritlove Ja, ja. Kannst dann auch in Apple Vision Pro Apps mit der Tastatur reintappen, genau. Und ja, irgendwie man will langsam den Mac einfach in diesem Teil drin haben. Ich kenne auch jetzt, ich habe von Leuten gehört oder Videos gesehen, die sagen so, ja, ich habe jetzt eine Vision Pro und einen Mac Mini.
Tim Pritlove Und der Mac Mini ist so mein Reisecomputer. Der hat aber voll die Power. Ich brauche aber keinen Bildschirm dafür. Ich brauche nur eine Tastatur und eine Maus. Und die habe ich halt irgendwie noch so mit dabei. Und dann nehme ich die Vision Pro und das ist dann mein Bildschirm. Also das könnte noch ganz das könnte noch ganz lustig werden.
Tim Pritlove Ja. Und dann, ach ja genau, und eine App, die habe ich noch entdeckt, das muss ich noch erzählen, die heißt Magic Room. Die tut eigentlich wenig, kostet trotzdem 18 Euro, aber ich musste es kaufen. Und das ist wirklich crazy. Die Apple Vision Pro hat ja so einen LIDAR-Sensor, ähnlich wie das iPhone. Dein Gesicht abtastet, genauso taste diese apple vision pro den raum um dich herum.
Tim Pritlove Gewinnt also die ganze Zeit so ein dreidimensionales Profil und damit realisiert sie halt solche Funktionalitäten wie dieses Durchbrechen der Virtual Reality oder deines Environments, wenn du halt eigentlich nur auf generierten Content schaust, aber irgendjemand nähert sich halt deiner Brille, dann merkt die Brille so, ah, da ist irgendetwas, da kommt eine Person und dann reißt an der Stelle quasi die Illusion auf, damit du dann diese Person siehst.
Tim Pritlove Und genauso dann wird dann auch diese Eyesight aktiv und dann weiß dann die Person, dass du sie siehst und all diese ganzen Tricks, die die Vision Pro so macht und genauso natürlich, um zu verhindern, dass man gegen eine Wand läuft, hast du halt dieses Lida-Ding da irgendwie mit drin. Und diese Funktionalität, auf die können Apps aber auch zugreifen und das tun sie auch ganz gerne.
Tim Pritlove Man braucht da irgendwie zusätzliche Permissions und diese App, die ich jetzt da gekauft habe, Magic Room, die benutzt also diesen LIDAR-Sensor, um in den Raum reinzuschauen. Und erhält quasi in Realtime ein dreidimensionales Abbild der Umgebung. Und was sie dann macht, ist, dass sie diese dreidimensionale Abbild da so eine Art Regenbogenfarben des Gitternetz drüber legt.
Tim Pritlove Das heißt, du stehst vor so einem Schrank und dann siehst du sozusagen so diesen Schrank, als hätte der so aus LED-Fäden so ein Gitternetz aus Dreiecken da drüber. Und dann schaust du nach links und nach rechts und die ganze Zeit refined sich das irgendwo, du schaust so nach oben und langsam baut sich das alles so kumulativ auf. Das heißt, der ganze Raum um dich herum erstrahlt so als Gitternetz.
Tim Pritlove Und das sieht schon mal ganz spacig aus. Sieht besonders deshalb auch spacig aus, weil es auch noch einen anderen Modus gibt, in dem du das Ganze auch noch in so einer Matrix-Optik anschauen kannst. Also dann hast du halt wirklich diese Matrix-grünen Wasserfälle aus Zeichen. Das sieht ganz cool aus. Aber dieses Gitternetz ist eigentlich viel interessanter und zwar aus folgendem Grund, weil dann kannst du nämlich auch aus dem Raum rausgehen und ich bin hier in so einem Haus und dieses Haus hat drei Etagen.
Tim Pritlove Und ich kann jetzt von jeder Etage zu jeder Etage gehen. Und jetzt bin ich sozusagen von Raum zu Raum gegangen und überall baut sich immer wieder dieses Muster auf. Aber er setzt nicht den einen Raum durch den anderen, sondern er merkt sich alles. Und ich kann dann auch die Treppe runtergehen und sehe die Räume, in denen ich eben noch war, über mir.
Tim Pritlove Ich gucke also nach oben und sehe sozusagen so dreidimensionelle Gitternetzräume, die so über mir sind. Und auf einmal kann ich den ganzen Raum komplett in seiner dreidimensionalen Ausprägung, also das gesamte Haus in seiner dreidimensionalen Ausprägung sehen. Sehe sozusagen jedes Objekt, was in irgendeiner Form erkannt wurde und kann quer durch das ganze Haus durchschauen, wie so ein Röntgenapparat.
Tim Pritlove Total irre. Und dann merkst du einfach auch immer, wie diese Kamera arbeiten kann, dass sie sich also wirklich diese ganzen Kontexte und Orte merkt und dabei sehr präzise ist. Weil du gehst dann wieder in diese Räume wieder rein, also zwei Etagen nach oben und gehst wieder in den gleichen Raum rein, das ist irgendwie alles noch da und ergänzt sich sozusagen einfach oder refindt sich die ganze Zeit, während du dann wieder auf die Objekte draufstarrst. Das ist total irre.
Tim Pritlove Also es gibt schon ein paar coole Sachen.
roddi Ist ab 17, ne, die App. Das wird wohl von Apple als Droge oder so eingestuft. Also zumindest sieht auch das Ankündigungsvideo im App Store wirklich so aus, als hätte man dann was genommen, weil es auch so komisch wabert.
Ralf Stockmann Zwei Kommentare dazu in dem von mir sehr geschätzten Prequel Film von Alien, nämlich, Prometheus, gibt es diese schöne Szene, wo sie Drohnen durch so ein Höhlensystem, durchfliegen lassen, mit auch so einem 3D-Scan, Teil, wo sich dann gleichzeitig so ein 3D-Modell des ganzen Tunnelsystems irgendwie so aufbaut, das ist genauso derselbe Effekt, wenn man das mal im Film sehen will sehr schön.
Ralf Stockmann Und das gibt es in der Tat für das iPhone schon relativ lange. Und zwar in der Kategorie ich will einen Grundriss von meinem Haus erstellen. So, welche Zimmer sind da eigentlich und wie viele Quadratmeter haben die und wo sind die Türen drin und wo sind die Fenster und sowas. Die kosten auch gar nicht viel.
Ralf Stockmann Ja, genau. Das heißt also da, klar hast du dann kein 3D und kannst dann nicht irgendwie, in der in der mit den Augen halt irgendwie die jetzt da sonst wohin schauen. Aber wer einfach das Grundprinzip mal ausprobieren will, da gibt es glaube ich auch kostenlose sogar, die das mittlerweile schon machen.
Ralf Stockmann Dieses Framework ist schon ziemlich alt, dass Apple das eingeführt hat. Aber ja, total coole Anwendung. Finde ich auch super.
roddi Das Framework ist ein bisschen älter, damit habe ich auch schon mal was gemacht.
Ralf Stockmann Ja, aber es funktioniert auch wirklich ganz gut. Die Quest hat auch so einen Modus, wo sie sagt, so Achtung, da ist ein Tisch und da wird auch so ein Gitter drüber gelegt. Das ist schon immer ein ganz cooler Moment, wenn so dieses Virtuelle und das Echte so wirklich so eins zu eins verschmelzen miteinander.
Tim Pritlove Genau und noch eine App, die noch sehr viel mehr Potenzial haben könnte, aber das ist ja eigentlich genau das, was ich gesucht habe, die heißt Fly, und das ist das, was ich immer schon haben wollte, nämlich Google Earth in der Vision Pro, und leider ist es. Wirklich ein bisschen scheiße umgesetzt also die Navigation ist blöd.
Tim Pritlove Also was macht es? Es lädt die Google Earth 3D-Daten tatsächlich in die Kamera und man kann sich das dreidimensional anschauen. Das heißt, du kannst jetzt wirklich Berlin, dreidimensional erfahren und du schaust halt um dich herum und fliegst über der Stadt und kannst die ganze Stadt irgendwie auf einmal dreidimensional unmittelbar mit dieser Brille wahrnehmen.
Tim Pritlove Und das ist, boah, das ist wirklich was für die Birne. Leider ist die Flugsteuerung so scheiße gemacht, dass man nach dem Controller schreit. Und was sie auch noch…, nicht gut gemacht haben, ist, dass sie immer in der Nord-Süd, also in der gleichen Ausrichtung bleiben. Also du kannst nicht wirklich wie ein Flugzeug fliegen und jetzt drehe ich mal um, während ich auf dem Sofa sitze und fliege irgendwo hin, sondern du musst dich immer umdrehen, um in die andere Richtung zu gucken und guckst sozusagen auch immer in die gleiche Richtung, während du fliegst.
Tim Pritlove Das ist völlig beknackt.
Ralf Stockmann Aber das, ich habe es auch ausprobiert, ich hatte ja nur drei Tage Das war eine der Sachen, wo ich dachte, dass wir Tim interessieren. Exakt die App. Und meine Güte, was sind das für Leute, die sowas designen? Alles, was schwierig ist, haben sie gelöst in dieser App. Aber das, worauf es dann ankommt, wie fühlst du dich in der Bewegung?
Ralf Stockmann Wo eigentlich auch gut durcherzählt ist, wie du sowas baust. Und dann machen sie da totalen Quatsch. Du hast es ja schon beschrieben. Auf der Couch ist das nicht benutzbar. Was ist das für ein Scheiß? Sondern der Gedanke ist, du musst mitten in einem Raum stehen und drehst dich ständig 360 Grad um die eigene Achse, um irgendwie dahin zu fliegen, wo du eigentlich hinfliegen willst.
Ralf Stockmann Was ist das für ein Bullshit?
Tim Pritlove Vor allem, was ich mir fast gewünscht habe ist, da hasse ich mich ja fast für diesen Kommentar, aber im Prinzip, was es jetzt gebräucht hätte, wäre so ein Datenhandschuh, wo man...
Ralf Stockmann Er hat Datenhandschuh gesagt.
Tim Pritlove Ich überlege mir die ganze Zeit, was wäre eigentlich der richtige Controller? Und ich finde, es wäre schon cool, wenn man so eine Art Klicker hätte, den man so in der Hand, den man so an die Hand ran macht. Also es muss nicht wirklich ein Handschuh sein. Es geht auch nicht darum, die Fingerbewegung zu steuern. Das kann man ruhig weiterhin optisch machen. Es ist mir nicht so wichtig, ich will nicht meine Finger sehen.
Tim Pritlove Aber etwas, was man nicht loslassen kann, was immer so an der Hand dran ist, was man so rüberzieht. Und wo man auch die Möglichkeit hat, einen Klick auszuwählen, was man ja sonst mit den Fingern macht, indem man die Finger zusammenschnipst. Nur das Problem ist, Im Dunkeln funktioniert das halt irgendwann nicht mehr gut. Also ich finde es bemerkenswert, wie gut es noch im Dunkeln funktioniert, aber es funktioniert halt im ganz Dunkeln irgendwann gar nicht mehr. Und die Vision Pro beschwert sich ja auch so.
Tim Pritlove Ja, wie zu dunkel, ich sehe ja gar nichts. Ja, du dumme Nuss. Was willst du auch sehen? Das Einzige, was ich machen muss, ist ein Klick und ein Drag. Irgendwie kannst du das nicht irgendwie auch anders machen?
roddi Ja, ordentliche Controller wären wirklich schön.
Tim Pritlove Also irgendwas muss ich da noch tun. Jetzt haben sie ja angekündigt, diese Sony VR-Controller zu unterstützen. Mal schauen, ob das irgendwas bringt. Aber ich denke, da wird auch nichts passieren.
roddi Die Webseite von der Bude, die dieses Fly macht, ist ein Besuch wert. Die machen für andere Brillen so eine Art Sportprogramm, wo man dann, es sieht aus wie so eine Dreiradplattform, auf der man dann rumhampelt, während man durch die Gegend fährt. Das ist wirklich sehr, sehr witzig, das VZ-Fit.
Ralf Stockmann Aber das erklärt, glaube ich, ein bisschen die DNA dieses Problems. Ich glaube, die sind darauf spezialisiert, dass du halt auf Hometrainern ein interessantes VR-Environment dir dazu baust, damit du über einen echten See ruderst und auch durch interessante Fahrradstrecken fährst. Da bewegst du dich halt immer auf Schienen quasi, ja, auf seinem Home-Trainer.
Ralf Stockmann Das heißt, dieser Freiheitsgrad, ich will mich jetzt mal umdrehen und in eine andere Richtung radeln, den kennen die einfach nicht als Firma. Ja, das ist bei denen nicht in der DNA drin und so kommt dann halt solche Software dabei raus. Manchmal ist die einfachste Erklärung die richtige.
Tim Pritlove Ja.
roddi Aber dieses Video ist absurd auf deren Webseite. Das ist, ja.
Tim Pritlove So Ralfa, du hast jetzt auch noch irgendwas für VR-Herz jetzt.
Ralf Stockmann Genau, nur ganz kurzer Nachklapp zu dem, was du eben sagtest mit diesem Strap, den man statt des Normalen nimmt und der den Druck anders verlagert auf Stirn und Nacken und vor allen Dingen der, diesen Sichtschutz drumherum wegnimmt, dass man also ein freieres Gefühl hat für den Raum, in dem man da eigentlich ist.
Ralf Stockmann Da hat jemand völlig zu Recht in den Kommentaren geschrieben zu unserer letzten Sendung, oh, das gibt's aber auch für die Quest. Habt ihr das mal ausprobiert? Da dachte ich so, ja, wieso habe ich das eigentlich noch nicht ausprobiert? So, und es gibt es. Und ich habe es mir gekauft. Das kostet irgendwie 24 Euro oder sowas.
Ralf Stockmann Auch echt nicht viel Geld. Und funktioniert ziemlich genau so, wie das, was wir jetzt hier bei der. Vision Pro besprochen haben. Ich werfe hier mal ein Bild rein. So, und da sieht man eben, dass auch hier bei der Quest dann dieser schwarze Sichtschutz um das eigentliche Brillenteil weg ist. Und der Effekt ist nicht ganz so dramatisch, finde ich, wie bei der Vision Pro.
Ralf Stockmann Was aber auch daran liegt, dass die Quest ohnehin ein bisschen größeren Radius schon hat. Aber es ist immer noch viel besser als mit diesem Sichtschutz drumrum. Weil man zum einen halt nicht den Druck auf dem Gesicht vorne drauf hat und zum anderen wirklich eher von der Psychologie her denkt, okay, ich habe jetzt eine Brille auf und nicht, ich habe eine Taucherbrille auf.
Ralf Stockmann Das ist einfach nach wie vor ein Unterschied. Ich habe die, seitdem benutze ich die jetzt nur noch so. Das ist nochmal gut investiertes Geld, wer das ausprobieren will. Das ist cool.
Tim Pritlove Ich habe da auch noch so ein ähnliches, also das sieht so ähnlich aus wie das, was ich habe. Es gab auch noch so ein anderes Tool, das heißt Globular Cluster, warum auch immer. Furchtbarer Name. Das tut sowas ähnliches.
Ralf Stockmann Meins heißt K-K-C-O-B-V-A.
Tim Pritlove Perfekt.
Ralf Stockmann Keine Ahnung, was mit diesem...
roddi Da hat der Amazon-Naming-Bot sich aber sehr ausgespielt.
Ralf Stockmann Genau, das gibt es übrigens nicht auf Amazon, zumindest derzeit nicht, sondern das habe ich in der Tat über AliExpress bestellt. Ich glaube, das erste Mal in meinem Leben. Das ist ja auch eine sonderbare Shopping-Experience.
roddi There you go. Ja, AliExpress ist nur für hartgesotten.
Tim Pritlove Ja, genau, ja, Globola Cluster habe ich jetzt irgendwie mir nochmal in meinen Kugelsternhaufen.
roddi Ist der deutsche Ausdruck dafür.
Tim Pritlove Für Globola Cluster? Ja, ich meine, warum nennt man so ein Strap für eine VR-Brille so?
roddi Das bin ich die falsche Ansprechperson für, aber ja, ne?
Tim Pritlove Ja, ich wahrscheinlich auch. Aber ich suche es mal hier nochmal raus. Globola Cluster. CMA 1 Komfort. Es ist ein wilder markt mal gucken gut dann haben wir noch ein bisschen kleinkram, ja habt mich ja sicherlich schon ein paar mal von der software receipts schwärmen hören die so ein bisschen Teil meiner Buchführungs- und Finanzorganisation ist. Ihr erinnert euch?
Ralf Stockmann Aber ja.
Tim Pritlove Genau. Und der Dirk, der war ja auch mal irgendwann mal in der Freakshow zu Gast, langes her. Auf jeden Fall habe ich ihn jetzt jahrelang angebettelt, er soll doch mal eine neue Version davon rausbringen. Das hat er jetzt gemacht. Ich bin so glücklich. Und das wollte ich dir kurz verkünden, Wer das benutzt, der mag ein Auge werfen.
Tim Pritlove Neue Version heißt nicht einfach Receipts 2.0, obwohl sie rein technisch Receipts 2.0 ist, sondern sie heißt, ich kann es nicht ganz nachvollziehen, aber sie heißt Receipts Space, also der totale Zungenbrecher.
Ralf Stockmann Receipts Space.
Tim Pritlove Okay.
Ralf Stockmann Space. Ihr wollt Space, ich gebe euch Space.
Tim Pritlove Ja, genau. Für mehr Space. Im Kern macht die Software genau das, was er auch vorher gemacht hat. Das heißt man schmeißt da irgendwie seine PDFs rein und alles ist gut. Und das Gute, sagen wir mal, das Primärgute daran ist, es handelt sich so ein bisschen um so eine Modernisierung der Software. Also die kam einfach, wie das immer so ist mit so Macintosh Codebases, wenn die Software immer ein paar Jahre alt ist.
Tim Pritlove Man muss bei Apple die ganze Zeit immer wieder alles irgendwie neu schreiben und neu machen, um da irgendwie noch mitzuhalten. und das eine Weile wohl nicht erfolgt und das ist aber jetzt erfolgt. Das heißt, jetzt besteht auch die Hoffnung, dass wir noch sehr viel schnellere weitere, also meine Hoffnung besteht zumindest, dass es noch weitere Ergänzungen gibt.
Tim Pritlove Aber es gibt so zwei, drei Dinge, die in der neuen Version schon gut sind. Nämlich erstens ist sie jetzt auch nachweislich synkfähig. Das heißt, man kann seine Datenbank irgendwie über iCloud, über Dropbox, über alle möglichen Syncing-Systeme sharen und die Software weiß sozusagen, ist also Sync-Aware und legt sich nicht da die Karten.
Tim Pritlove Das heißt, man kann schön mit mehreren Macs dann gleichzeitig drauf zugreifen. Das ist schon mal ein Feature. Das ist auch, glaube ich, ein etwas moderneres OCR jetzt aus dem Betriebssystem. Kann zum Einsatz, also das könnte dann auch noch besser funktionieren. Und natürlich hat sie E-Rechnung-Support. Das heißt, wenn man jetzt so ein PDF hat, wo eine elektronische Rechnung drin ist oder so eine reine XML-Version von der Rechnung, dann kann sie das auch noch lesen. Das ist natürlich auch super.
Tim Pritlove Und, aber das ist für mich so das Allerwichtigste, Receipts, wie der Name schon sagt, war ja eigentlich bisher immer nur für Belege gedacht. Also mit anderen Worten Zettel, wo Beträge draufstehen, die man zahlt oder gezahlt bekommen hat und so. Und dafür war es ja schon immer super. Nur es gibt einfach so oft so PDFs, die in irgendeiner Form mit diesem ganzen Zahlungsverkehr noch zu tun haben.
Tim Pritlove Korrespondenz, irgendwelche Bestätigungen, Sachen, die jetzt nicht im eigentlichen Sinne Belege sind. Beitragserhöhungsmitteilungen von der Krankenkasse oder sowas. Also so irgendwelche vertraglichen Änderungen, Kontoauszüge, Sachen, die du da einfach mit drin haben willst, aber die nicht im eigentlichen Sinne Beleg sind.
Tim Pritlove Aber jetzt hat die Software ja vorher immer gesagt, ich gucke jetzt mal, was hier der Betrag ist und dann gab es dann keinen Betrag und damit du das irgendwie wegkriegst, muss es dann irgendwie irgendeinen erfinden und das dann als bezahlt markieren, obwohl es sozusagen so nicht ist. Wie auch immer, jetzt gibt es die Möglichkeit zu sagen, das hier ist gar kein Beleg, das ist gar kein Receipt, sondern es ist einfach nur ein Dokument.
Tim Pritlove Meine große Hoffnung ist, dass wir in den nächsten Versionen dann auch genauer sagen können, was für ein Dokument es ist, dass man sozusagen solche Beitragserhöhungen, Verträge, Kontoauszüge, all diese ganzen Dokumentenarten auch nochmal unterscheiden kann. Aber das Wichtigste ist, man kann überhaupt erstmal unterscheiden mit, das ist jetzt hier kein Beleg, da muss ich nicht sagen, wann der bezahlt wurde und so weiter.
Tim Pritlove Receipts Space 2.0. Kommt jetzt auch als Abo daher und nicht mehr als Einzelkauf. Das heißt, wenn es genug Leute kaufen, dann geht auch die Entwicklung dann hoffentlich bald weiter.
Ralf Stockmann Zwangsweise oder kann man es sich aussuchen, dass man es auch noch kaufen kann?
Tim Pritlove Wenn ich das sehe, ist die neue Version nur auf Abo.
Ralf Stockmann Ich mag das ja nach wie vor ganz gerne einmalig irgendwo Geld abwerfen, aber ich sehe die ganzen Vorteile, die es für Devs bringt, ist, im Abo zu halten.
Tim Pritlove Genau. Und dann hatte ich hier noch so den Vorfall, kaum war ich irgendwie weggefahren, wollte irgendwie das Finanzamt von mir noch irgendwie was haben bezüglich meiner Lastschriften. Und das war auch wieder so richtig so ein geiler deutscher Moment. Die sagen ja immer so, ja mach doch eine Lastschrift, wir buchen dann irgendwie alles ab und wir erstatten dann auch, wenn was zu erstatten gibt und dann geht das alles automatisch und ich so, super, echt toll.
Tim Pritlove Aber jetzt gibt es ja so verschiedenste Steuern, die man da bezahlt. Und dann kann man nämlich tatsächlich aber auch sagen, liebes Finanzamt, diese Lastschrift macht ihr bitte nur diese Steuerart. Und bei dieser Lastschrift macht er nur diese Steuerart. Also du kannst genau sagen, ob du da Umsatzsteuer, was es alles noch gibt, Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Gewerbesteuer und so weiter, kannst du dann irgendwie alles ankreuzen und kannst auch noch für die jeweilige Steuer sagen, nur die Steuer oder auch Erstattung.
Tim Pritlove Da dachte ich mir, super, ganz toll. Und habe dann irgendwie so drei Lastschriftvereinbarungen dahingeschickt, noch mit Formular, Ausdrücken, Unterschreiben, irgendwie Post. Und bin Urlaub gefahren. Und dann kam dann irgendwie so Post, so ja, rufen Sie uns mal an, irgendwie müssen wir was klären. Ich dachte, rufen und so, ja, was ist denn?
Tim Pritlove Ja, ich hätte ja drei Lastschriften irgendwie vereinbart. Es gehen aber nur zwei. Was? Ja, es geht nur zwei. Sie könnte nur zwei eintragen, nicht drei. Weil wahrscheinlich die Fernseher-Software ein Feld hat für Lastschrift 1 und Lastschrift 2. Es ist schon immer in der Buchführung, Kostenstelle 1 und Kostenstelle 2 gab, aber nicht irgendwie Kostenstelle 3 oder 5 oder irgendwie sowas. Ne, es gab nur zwei.
Tim Pritlove Und dann muss ich aber nochmal diesen Vorgang, weil dann sozusagen der gesamte Vorgang war dann nicht zu bearbeiten und dann sollte ich es halt nochmal machen. Ja, aber ich müsste das Lastschriftding auch wirklich ausdrucken und unterschreiben und wieder einscannen und das dürfte ich dann gerne per Elster schicken.
Tim Pritlove Leute, was hatten wir am Anfang gesagt über Deutschland? Es ist einfach es ist einfach vorbei mit diesem Land. Es ist einfach ganz einfach Deutschland das ist einfach durch. Ich verliere einfach jeden Optimismus. Es ist unrettbar verloren. Dieser Gedanke, dass man um zu sagen von welchem Konto etwas abgebucht werden soll, dass ich dafür ein PDF-Formular runterladen soll, das dann auch ausfüllen kann an meinem Computer, dann aber nicht elektronisch meine Unterschrift da draufziehen kann.
Tim Pritlove Überhaupt das noch unterschreiben muss, ich das dann ausdrucken soll, um es dann wieder einzuscannen, damit die Unterschrift auch echt ist, um es dann über einen Elster-Zugang zu machen, wo ich ein Zertifikat hochlade und mich damit anmelde, digital signiertes Dokument und ich logge mich da irgendwie ein, alles total super sicher.
Tim Pritlove Der Zugang, mit dem ich meine Steuern abgebe. Aber ich bin nicht in der Lage, oder die sind nicht in der Lage, in diesen scheiß Elster einfach irgendwo so eine Webseite reinzubauen mit hier lass Schrift eingeben. Lass Schrift 1, Lass Schrift 2. Geht nicht. Nein. Man muss einen PDF runterladen, muss es ausfüllen, muss es ausdrucken.
Tim Pritlove Und sie hat mir extra nochmal gesagt, ja, nee, das ist aber ganz wichtig, dass das dann auch wirklich nochmal eingescannt wird und nicht einfach nur so die Unterschrift draufgezogen wird. Jetzt war ich aber unterwegs und es gab einfach keinerlei Druckeroption. Und ich dachte auch so, was soll der Scheiß?
Tim Pritlove Und dann, das habt ihr wahrscheinlich gesehen, ich habe das irgendwie auch erfragt. Ich dachte mir, es gibt doch bestimmt so eine Webseite, wo man einfach PDF hochladen kann und danach sieht es so aus, als wäre es ausgedruckt und wieder eingescapt worden. Gibt es auch, ganz viele. und ich empfehle euch einfach nur das, was am besten ist, weil es war nämlich technisch auch sehr schön gelöst.
Tim Pritlove Und zwar heißt es lookscanned. Lookscanned.io Ist das? I.O. Genau. Und nicht nur, dass diese Webseite genau das Richtige tut, also du lädst sozusagen dein PDF hoch und dann ist es so leicht verschoben und ein bisschen unscharf und ein bisschen, füsselig aus und du kannst das auch alle alle Parameter noch einstellen.
Tim Pritlove Das Geile ist, du lädst gar nichts hoch, sondern du lädst es wirklich nur lokal in den Browser, weil die ganze App ist einfach als Web-Assembly direkt im Browser. Sehr hübsch gemacht. Also damit könnt ihr eure Finanzamts SEPA Lastschriftenbeteilung, die eine und die andere, keine dritte, könnt ihr dann damit irgendwie glaubhaft hochladen.
Tim Pritlove Ach ja.
roddi Das ist doch Irrsinn.
Tim Pritlove Es ist einfach, es ist einfach, was? Deutschland ist einfach vorbei. It's over. Es ist einfach, es findet nicht mehr.
Ralf Stockmann Ja, es ist ja nicht alles schlecht.
Tim Pritlove Es ist doch. Es ist wirklich alles schlecht. Ich verfolge ja den Wahlkampf wirklich aus 10.000 Kilometern in Entfernung, aber es ist wirklich nur Browser auf, Kotzt, Browser zu. Und ich bin froh, dass ich in dem ganzen Drama nicht weiter teilnehmen muss. Es ist furchtbar. Das wird schlimm. Ja, dann ist ja irgendwie China passiert auf einmal.
Tim Pritlove Keiner hatte das so richtig auf der Bingo-Karte, aber es gab ein Unternehmen, das hier heißt DeepSeek und manche kannten das auch schon, aber die meisten nicht und DeepSeek hat ein Paper veröffentlicht über ein neues AI-Model, was DeepSeek R1 heißt und DeepSeek R1 ist ein sogenanntes Reasoning Model, also das, was OpenAI vor kurzem vorgestellt hat mit diesem U1-Model.
Tim Pritlove Korrigiert mich, wenn ich irgendwie unsere Begriffe durcheinander bringe. Diese ganzen Buchstabenabkürzungen in dieser AI-Welt, das ist ja irgendwie auch nochmal so ein Thema für sich. Und was ist ein Reasoning Model, also ein Reasoning Model also wir kennen jetzt alle diese Large Language Models, das sind also diese Maschinen, mit denen man so schön reden kann, also Chat, GPT, 3, 4, etc.
Tim Pritlove Die einfach mal das ganze Internet durchgetankt haben, ihre Modelle trainiert haben mit riesigem Aufwand über längeren Zeitraum, mit sehr viel Datentraffic, sehr viel Speicherplatz, mit sehr viel. Trainingsressourcen und das sind die Large Language Models und diese sogenannten Reasoning Models, das ist dann quasi nochmal ein Layer obendrauf, wo die eigentlichen Anfragen nochmal in so Unteranfragen aufgebrochen werden und dann findet ein Prozess statt, den man gemeinhin jetzt als Chain of Thought Prozess bezeichnet.
Tim Pritlove Mit anderen Worten, das Modell macht nicht einfach nur diese Prediction, wie das so Large Language Models eben machen, indem sie mehr oder weniger die Antwort aus deinem eigenen Text vorhersagen, also einfach weitererzählen, sagen wir es mal so, sondern Chain of Thought ist, man benutzt dieselbe Technik, um sich überhaupt selbst erstmal einen Modus zu bauen, wie man etwas beantworten will und das soll dann eben zu besseren Ergebnissen führen.
Tim Pritlove Und das führt ja auch zu besseren Ergebnissen, wie Ralf neulich ja sehr schön mit seiner Analyse bewiesen hat. Richtig?
Ralf Stockmann Genau, also grundsätzlich dieses Reasoning, das haben wir auf der Prompt-Ebene schon auch bei den ganz frühen Modellen von ChatGPT selber gemacht. Das heißt also schon bei dem Chat-GPT 3.5 oder bei dem 4 gab es im Internet viele Prompts zum Copy-Pasten, wo man so ein Chain-of-Thoughts-Reasoning quasi von Hand schon mal vorneweg gepromptet hat.
Ralf Stockmann Und der Unterschied ist ja, dass die jetzt halt quasi eingebacken sind in die neuen Modelle. Aber dass das grundsätzlich eine gute Idee ist, eine LLM da ein bisschen an die Hand zu nehmen und zu sagen, so mach das mal Schritt für Schritt und erzähle es dir vor allen Dingen auch immer selber, was du gerade glaubst tun zu müssen.
Ralf Stockmann Und nimm diese Erzählung wiederum so in deine weiteren Überlegungen mit rein. Das ist, wie gesagt, schon relativ lange als eine sinnvolle Strategie verstanden und jetzt wird es quasi professionell reingebaut.
Tim Pritlove Genau, das sind also diese Reasoning Models und im Kern kann man sagen, das sind halt jetzt ein bisschen so genauere oder richtigere Antworten und man hat ja jetzt gesehen, dass dieses DeepSeq R1 zumindest laut ihrem Paper und nach einigen Überprüfungen von anderen Leuten auch in Benchmarks vergleichbare oder bessere Ergebnisse erzielt wie dieses O1-Model von OpenAI.
Tim Pritlove Und das hat dann für einige Aufregung gesorgt, auch noch aus anderen Gründen, nämlich vor allem, weil sie ja behauptet haben, das sei alles ja auch noch mit viel weniger technischem Aufwand gegangen. Jetzt muss man erst mal gucken, wer ist denn überhaupt diese Bude? Deep Seek ist ganz interessant, weil das ist so eine Gründung von so einem chinesischen Mathe-Nerd.
Tim Pritlove Ich weiß nicht, ich habe den Namen gerade nicht notiert, halt so ein chinesischer Name. Und der Typ ist wohl so ein richtiges Wunderkind im Bereich Mathe, hat das also wirklich tief studiert und hat dann irgendwie auch so eine. Sollte auch schon mal von, was war das, von Alibaba angeworben werden oder so, wollte er dann aber nicht und hat irgendwie selber eine Firma gegründet und die dann irgendwie Algorithmen verkauft haben, also die sozusagen so als Mathe-Dienstleister gearbeitet haben.
Tim Pritlove Und damit haben sie sich dann relativ schnell in dieses Finanzgeschäft irgendwie reingespielt und sind so im Trading ganz groß geworden, weil sie halt einfach krasse mathematische Analysen gemacht haben. Das ist auch alles noch ohne AI, um einfach so Aktiennachfrage vorherzusagen und das ist natürlich bares Geld.
Tim Pritlove Die waren dann auch in diesem ganzen Krypto-Mining irgendwie mit drin und haben sich ohnehin mit den ganzen Einnahmen schon so eigene Rechnerparks und GPU-Schränke irgendwie zusammengebaut, um das irgendwie alles gut laufen lassen zu können. Und da man mit der Technik halt auch ganz gut diese Large Language Models machen kann, haben sie eben auch noch in dem Bereich angefangen rumzuforschen.
Tim Pritlove Und das war aber eigentlich eher so ein bisschen so ein Nebenprojekt. Aber dann so 23 ging das dann los, dass sie da sehr viele Fortschritte erzielt haben mit ihrem DeepSeek-Modell und dann einfach da dran geblieben sind. Dann kam eine Version 2 raus, auch noch 23, wo sie schon so die ersten modernen Ansätze auch gemacht haben, die so für eine gewisse Aufmerksamkeit in der Szene gesorgt haben.
Tim Pritlove Unter anderem diese Methode der Mixture of Experts, was quasi bedeutet, dass du nicht dein ganzes Modell als ein einziges Expertensystem siehst, sondern dass du das in so logische Agentenfunktionen unterteilst. Also sozusagen du hast so einen Teil deines Modells, was sich um diese Art Anfragen und ein Modell, was sich um diese Art Anfragen kümmert und dadurch musst du immer nur einen Teil aktivieren und das nennt sich halt MOE, Mixture of Experts.
Tim Pritlove Ich weiß nicht ganz genau, wie das im Detail funktioniert, aber das ist definitiv so ein Optimierungsschritt, den sie vorgenommen haben. Ein anderer, der oft zitiert wird.
Ralf Stockmann Auch da sagen muss, also das Konzept haben sie jetzt auch nicht erfunden, sondern seit spätestens ChatGPT4 hatte das OpenAI auch schon am Start mit diesen Experts-Subsystemen. Die machen es jetzt scheinbar halt nur einfach effizienter und vor allem transparent, weil bei OpenAI kann man immer nur mutmaßen und hier ist halt alles offen zum Nachvollziehen.
Ralf Stockmann Genauso hier steht auch GPT4 besteht gerüchteweise aus 16 Subsystemen.
Tim Pritlove Ja, ist richtig. Also das ist aber glaube ich so nie bestätigt worden, sondern hieß es, da auch so 16 Experten hatten in ihrem neueren Modell. Aber ich weiß jetzt auch nicht ganz genau, wer da jetzt irgendwie zuerst war oder nicht. Auf jeden Fall haben sie verschiedenste Optimierungen vorgenommen, die sowohl das Training als auch die Inferenz, also quasi die Nutzung des Modells schneller gemacht haben.
Tim Pritlove Eine andere Optimierung, die sie damit eingebracht haben, wird hier als MLA bezeichnet, Multi-Head Latent Attention, was kurz gesagt einfach eine dramatische Reduzierung des Speicherbedarfs bedeutet. Also haben verschiedene Techniken dort eingesetzt. Dann im Dezember letzten Jahres, dann wurde es dann aber irgendwie sportlich, weil dann haben sie halt ihre V3 veröffentlicht, das LLM.
Tim Pritlove Die Psyk V3 ist also quasi sowas wie ChatGPT4, ein normales Large Language Model, was quasi als Basis ist und was halt auch, sagen wir mal, eben noch mit klassischen Trainingsdaten aus dem Internet und so weiter befüllt wurde. Da haben sie dann weitere Optimierungen gemacht und in ihrem letzten Paper haben sie dann gesagt, in einem Blogpost, wo die Zahl jetzt drin stand, dass sie für das Training dieses Models nur 5,5 Millionen US-Dollar haben einsetzen müssen, um das irgendwie durchzuziehen.
Tim Pritlove Also sie haben sozusagen nicht so hohe Kosten gehabt in Zeit und Gerät. Und das ist schon mal eine Zahl, die die eine oder andere Augenbraue gelupft hat, weil mit 5,5 Millionen Dollar hat bisher noch keiner irgendwie ein LLM durchtrainiert.
Ralf Stockmann Es ist zwei Größenordnungen unter dem, was man normalerweise ansetzt.
Tim Pritlove Eher so 500 Millionen oder mehr. Und vor allem. Gut, man muss dazu sagen, das sind sicherlich nicht alle Kosten gewesen, das waren die Kosten für den Trainingsvorgang, du musst den ganzen Scheiß ja auch noch entwickeln und so weiter, aber so oder so auf einmal completely different Ballpark. So, das alleine hätte wahrscheinlich jetzt schon, wäre es schon eine Meldung wert gewesen, aber der eigentliche Schocker war dann eben ihr DeepSeq R1 und das kommt in zwei Varianten.
Tim Pritlove Sie haben dann erstmal einen DeepSeq R1 Zero gemacht und das Zero steht dafür, dass sie quasi jetzt dieses normale V3-LLM-Modell genommen haben und dann durch eine Methode, die sich Reinforcement Learning verbessert haben. Das heißt, sie haben jetzt quasi das Modell genommen und Reinforcement Learning, das kennt man so aus dem Roboterbereich, wenn die Roboter laufen lernen.
Tim Pritlove Ihr kennt das alle noch, hier so Big Dog und Co, die allerersten Roboter, die da so rumstraucheln und dann machen sie 30.000 Mal was und man trainiert ja auch irgendwelche anderen AI-Modelle ähnlich, insbesondere so Fahrsimulationen, wo dann so 30 Millionen Mal fährst du jetzt diesen Parcours, irgendwie durch und dann lernst du einfach aus deinen Fehlern.
Tim Pritlove Also Reinforcement Learning einfach auf Basis deiner eigenen Daten verbesserst du dich selbst. Und solche Strategien wurden auch bei LLMs schon gemacht, aber mit einem sogenannten Supervised Fine Tuning. Also man hatte sozusagen Menschen, die diesen Prozess dann eben gefeintuned haben. Und das Besondere an diesem.
Tim Pritlove R1 Zero ist, dass sie das eben nicht gemacht haben, sondern das Ding quasi nur mit sich selbst gelernt hat. Und ja, mit anderen Worten, das Modell trainiert sich selbst, und hatte schon ganz interessante Verbesserungen, aber hat am Ende wohl noch diverse Schwächen gehabt, sagte also Diebseek dann in dem Paper auch selber.
Tim Pritlove Und es kam mit Sprache auf einmal nicht so klar, als ob er seine Sprache ein bisschen vermischt und ließ sich nicht so gut lesen. Also man hat schon gemerkt, da funktioniert das irgendwie was, aber der Schritt hat da noch nicht ausgereicht. Und dann sind sie halt diesen zweiten Schritt gegangen, der zu dem DeepSeq R1 Modell geführt hat, wo sie im Prinzip genau das gleiche getan haben.
Tim Pritlove Nur, dass sie, jetzt wird es ein bisschen ominös, denselben Vorgang gemacht haben mit dem Reinforcement Learning, nur haben sie quasi so einen Kaltstart-Daten mit reingeworfen. Das nennen sie dann High-Quality Chain-of-Thought-Data. Also sie haben so eine Art Starter-Pack mitgegeben mit so einem Basis-Reasoning und dann erst ihre mehrstufige Training-Pipeline darauf angeworfen und das hat dann wohl eine deutlich bessere Qualität erzeugt eben, die Qualität, die besagt, dass sie dann eben auf diesem O1-Level auf einmal angekommen sind.
Tim Pritlove Also damit haben sie sich verglichen und wenig überraschend ist es zum Beispiel in manchen Bereichen wie Mathe sogar nochmal deutlich besser. So was ist jetzt so bemerkenswert daran? Also erstmal mit relativ wenig Geld, zwei Größenordnungen weniger Geld und sehr wenig Zeit haben sie es geschafft auch so ein Reasoning-Modell rauszubringen, wo also OpenAI gerade Billionen verbrät oder Milliarden verbrät.
Tim Pritlove Und vor allem ist das Ganze halt auch noch unter einer MIT-Lizenz veröffentlicht worden. Also es hieß dann schnell ja Open Source. Das stimmt nicht so ganz, weil das Modell ist, man sagt dann Open Waits, also sie haben sozusagen das fertige Modell komplett veröffentlicht, aber sie haben halt nicht die Trainingsdaten selbst noch mit veröffentlicht, deswegen ist es in dem Sinne nicht nachvollziehbar Open Source, aber es ist natürlich frei nutzbar und man kann sich das runterladen und man kann das irgendwie auf Computern zum Laufen bringen und das haben viele Leute auch schon gemacht.
Tim Pritlove Und was halt die Leute auch noch verrückt gemacht hat, ist, dass sie das in China gemacht haben und dass es ja seit einiger Zeit dieses Technologie-Embargo der USA gab, die Nvidia verboten haben, eine bestimmte Kategorie von AI-fähigen Chips dort zu verkaufen. Der Goldstandard ist ja derzeit diese H100-Geschichte.
Tim Pritlove Das heißt, China bekam nicht die H100-Chips, sondern nur diese H800-Chips. Das sind quasi so die beschnittene Variante davon. Und die waren vor allem beschnitten in der CPU-Kommunikation. Das ist sozusagen so eine Einschränkung. Dadurch wollten sie also den Chinesen das Berechnen von krassen KI-Modellen irgendwie verhindern.
Tim Pritlove Aber die Nerds von DeepSeq, die haben offensichtlich diesen H800-Chip einfach eben nicht, wie man es normalerweise macht, mit dieser CUDA-Programmiersprache benutzt, sondern haben das Ding auf einer niedrigeren Ebene, quasi in Assembler, sage ich jetzt mal so salopp, programmiert und haben vor allem viel Bedarf für diese Inter-GPU-Kommunikation einfach aus ihrem Trainingssystem rausgenommen.
Tim Pritlove Das heißt, die haben diesen ganzen Prozess umgebaut und deswegen konnten sie auch mit diesen relativ eingeschränkten Chips trotzdem noch bemerkenswerte Ergebnisse erzielen. Und das ist halt das Modell, was jetzt irgendwie rumliegt. Das ist halt jetzt genau das Ding. Also sie haben ein Modell rausgebracht, was irgendwie für einen Prozent der Kosten erzeugt wurde, was zumindest in den Benchmarks und ihrem eigenen Paper als vergleichbar mit O1 von OpenAI verglichen wurde.
Tim Pritlove Und da haben dann irgendwie auf einmal alle kalte Füße bekommen, weil sie natürlich gesehen haben, dass man jetzt durch Software-Ingenieurstum in der Lage ist, alles sehr viel billiger zu machen und auch mit sehr viel weniger Aufwand diese Modelle laufen lassen zu können. Also nicht nur, dass es billiger ist, sondern es ist jetzt auch vielen gelungen, dieses R1-Modell, was immerhin 677 Milliarden Tokens hat.
Tim Pritlove Schon so auf Macintosh-Hardware laufen zu lassen. Jetzt nicht mega schnell, aber ging schon so oder zumindest auf so kleinen PC-Racks mit ein paar GPUs drin. Also jetzt nicht ein Rechenzentrum, sondern noch relativ teure, aber eher schon so im Personalkomputerbereich befindliche Systeme, die Modelle überhaupt zum Laufen bekommen.
Tim Pritlove Mit irgendwie 192 Gigabyte RAM ist man irgendwie dabei. Also wenn du dir so ein Mac Studio jetzt im Vollausbau kaufst oder so mit 192 Gigabyte RAM mit so einem Ultra, dann würdest du das Ding schon zum Laufen bekommen und das ist schon ziemlich krass. Deswegen haben jetzt alle irgendwie Schiss und schauen sich halt irgendwie diebsig an.
Tim Pritlove Ich habe es auch ein bisschen rumgetestet und muss sagen, mein Test hat es nicht bestanden. Wie sieht es mit deinen Tests aus, Ralf?
Ralf Stockmann Vielleicht noch ein paar strategische Einordnungen. Ich würde das vergleichen, was wir jetzt gerade haben, mit dem Stable Diffusion Schock, was die Bildgenerierung angeht. Wir erinnern uns, wir drehen mal irgendwie so zwei Jahre oder sowas zurück. Damals gab es Doll E im Bereich Bildgenerierung und es gab vor allen Dingen, wie hieß das, wovon jetzt schon keiner mehr redet?
Ralf Stockmann Die, die das als erste so richtig groß und prominent KI-Bildgenerierung rausgehauen haben.
Tim Pritlove Midjourney.
Ralf Stockmann Genau, danke, super. Die beiden Modelle gab es im Wesentlichen. Und Midjourney war halt super auf Hochglanz poliert, im Sinne von, die hatten da wirklich gute Modelle und gutes Prompting dahinter, dass man eigentlich immer irgendwie cooles Zeug rausbekommen hat und alle waren begeistert. So, und dann kam Stable Diffusion raus und hatte plötzlich Open Waits und das Ganze war plötzlich zum selber irgendwie runterladen und erweitern.
Ralf Stockmann Und das Internet ist explodiert mit Optimierung seitdem. Wir hatten das zigmal hier in der Sendung. Wir erinnern uns, wo ich irgendwie mit einem 20-Sekunden-Video von mir dann brauchbare Porträtbilder mit eigenen generierten Loras gemacht habe und ähnliches. Und exakt den Effekt erwarte ich jetzt hier auf dem R1-Modell.
Ralf Stockmann Das heißt also, was auch immer das derzeit für Einschränkungen haben mag, jeder, wirklich absolut jeder, der irgendwas was im Bereich KI gerade bastelt, wirft sich jetzt da drauf, weil das das ist, was es vorher nicht gab. Eben ein offenes Modell, was deutlich performanter ist als die bisher offenen, in Anführungszeichen, Open-Source-Modelle.
Ralf Stockmann Das heißt, wir werden jetzt in den nächsten Wochen schon, werden wir in noch totale Evolutionssprünge gehen, worauf das plötzlich noch alles mit LORAS und ähnlichen Verfahren weiterhin optimiert und zugeschnitten wird. Also das, keiner macht heute noch Bildgenerierung mit Midjourney, sondern wenn du irgendwie in dem Bereich professionell was machst, trainierst du dir deine eigenen Loras, suchst dir die entsprechenden Base Models, die das Ganze unterstützen und hast eine Qualität mit Einflussmöglichkeiten, wie du es mit Midjourney in 500 Jahren nicht schaffst und genau so wird es jetzt im Bereich der LLMs laufen hier ähm, Der zweite Punkt, der halt wirklich beeindruckend ist, ist dieses, ich kann es plötzlich lokal laufen lassen.
Ralf Stockmann Was das für Nutzungsmöglichkeiten ergibt im Sinne von, so die Daten verlassen nicht mehr meinen Rechner, die ich miteinander nehme.
roddi Kleineres Modell.
Ralf Stockmann Kleinere Modelle, ja. Kommen wir auch gleich dazu, wie die unterschiedlich performen. Tim hat ja auch was ausprobiert, ich habe was ausprobiert. Es war aber bis vorher völlig undenkbar, dass du überhaupt ein Modell mit den Möglichkeiten laufen lassen kannst. Also ich habe bei mir, du hast gerade gesagt 192 GB RAM MacBook, ich habe jetzt hier so das 14 Zoll MacBook Pro mit einer M2 pro CPU, 16 GB RAM und da ist also bei dem 14 B Modell Schluss von R1.
Ralf Stockmann Aber das läuft total geschmeidig. Das heißt also das nächstgrößere läuft nicht mehr.
Tim Pritlove Also 14B steht für 40 Billion, 14 Milliarden Token. Das ist die Größe des Modells.
Ralf Stockmann Genau, das läuft hier gut. Das zieht dann so ein Drittel, würde ich sagen, der verfügbaren GPU. Wenn ich versuche, das nächstgrößere reinzuleiten, das ist glaube ich das 32B-Modell. Da stürzt da also schlicht ab bis hin zu, der Rechner friert ein, habe ich auch nicht gesehen.
Tim Pritlove Du gehst jetzt von dem Distill-Modell.
Ralf Stockmann Das ist das Distilling-Modell, genau.
Tim Pritlove Genau, das wollte ich eigentlich gerade noch erläutern. Das muss man in dem Zusammenhang noch verstehen. Also was ich eben gerade ursprünglich zitiert habe, das R1-Modell, was released wurde mit diesen 677 Milliarden Tokens. Das ist sozusagen das richtige R1. Und da ist es halt manchen gelungen, auf dick gefett gepimpten Maschinen das zum Laufen zu bekommen, wenn sie sehr viel rammen. haben.
Tim Pritlove Es läuft nicht schnell, das spuckt dann so zwei, drei Worte pro Sekunde aus. Aber es geht. Das ist sozusagen der Punkt. Auch noch gemacht haben. Das ist jetzt in dem Sinne keine neue Methode, die es noch nicht gab oder so. Man nennt das Distilling. Mir persönlich muss ich sagen, war das neu in dem Moment.
Tim Pritlove Aber was es meint ist, man nimmt ein existierendes LLM, genauso wie DeepSeek das mit ihrem eigenen LLM gemacht hat. Also die haben ja ihr V3-LLM genommen und daraus diese Reasoning-Maschine gemacht. Jetzt nehmen sie sich andere populäre Modelle, wie zum Beispiel Lama von Meta oder Quen von Alibaba, die es ja auch gibt, Die eh schon kleinere Modelle sind, die so ein bisschen spezialisiert sind auf Coding und auf dieses und jenes und so weiter und die mit weniger Aufwand laufen, aber halt nicht so krass viel können wie die großen Modelle.
Tim Pritlove Und jetzt haben sie also diese kleinen Modelle genommen, wie zum Beispiel QEN 2.5, Lama 3, und haben dann mit derselben Methode, mit der sie aus ihrem V3 LLM ja R1 gemacht haben, also mit diesem Reinforcement Learning, wir trainieren das jetzt mal mit Kaltstartdaten, auch diese kleineren Modelle, die nicht so viel können.
Tim Pritlove Weitergezüchtet und haben dann sozusagen diese Modelle verbessert. Und das ist total irre, weil die erzeugen dann nach wie vor relativ kleine Modelle, die man wirklich auf dem Rechner laufen lassen kann, die dann aber besser sind als die Ursprungsmodelle. Das heißt, wir sind jetzt in eine Phase eingetreten, wo eine AI, eine andere AI ohne humanen Eingriff verbessert.
Tim Pritlove Die entwickeln sich jetzt demnächst, glaube ich, alleine weiter. Also es kann durchaus sein, dass wir da jetzt so in so eine evolutionäre Phase eintreten. Das wird langsam wirklich ein bisschen crazy. Aber man kann sich eben verschiedene von diesen Distillmodellen runterladen von 7 bis 70 Milliarden Token.
Tim Pritlove Da muss man halt schauen, wie viel RAM man hat. Und zum Beispiel dieses von R1 gepimpte 14 Milliarden Token Modell von Quen von Alibaba, das haben sie genommen. Mit ihrem R1-Methode verbessert. Und das ist besser als das jüngst gerade von Alibaba selbst vorgestellte Reasoning-Modell mit irgendwie 32 Milliarden Token.
Tim Pritlove Es ist total irre. Und ich glaube, wir erleben nach wie vor so eine Beschleunigung in der ganzen technologischen Entwicklung. Und jetzt sind sie ja auch mit einem Image-Modell rausgekommen, ihr Janus Pro und wir haben auch natürlich ihre eigene Chat-Version im Netz, die natürlich dann gleich wieder Aufregung erzeugt hat, weil die natürlich in.
Tim Pritlove China läuft und dann kannst du natürlich nicht fragen, was ist Taiwan und was hat, passiert. Das ist dann so alles so ein bisschen zensiert, aber das Modell selber ist nicht zensiert. Ja, um die Aufregung vielleicht komplett zu machen, gab es natürlich dann gleich tausend Verschwörungstheorien und Panik und die Aktien sind eingebrochen und Nvidia ist irgendwie um 19% gefallen und dann kamen sie natürlich gleich alle an und haben gesagt, oh ja, hier, ihr habt bei OpenAI die Daten geklaut und eure Kaltstartdaten, das war bestimmt jetzt von uns und was fällt euch überhaupt ein, wenn einer irgendwie das ganze Internet ausrauben darf, dann sind wir das.
Tim Pritlove So und natürlich tausend geheime Pläne der Chinesen zur Übernahme der Weltregierung und all dieser ganze Kram, das kam natürlich dann auch und dieser ganze im Medienzirkus war, schon sehr lustig mit anzuschauen. Jetzt muss man sich aber natürlich fragen, was ist denn nun drin in der Wurst?
Ralf Stockmann Also ich habe einen, Tests gemacht. Vielleicht so, was habe ich getestet und was ist da so das jeweilige Framework? Also ich habe als erstes getestet quasi einfach deren normale Webseite, dieser Chatbot, den die selber halt anbieten. Um dann aber ein bisschen mehr Vergleichbarkeit zu haben, bin ich dann relativ schnell wieder in meine Open Router Umgebung gegangen.
Ralf Stockmann Das ist ein Dienst, den ich ja auch schon ein paar Mal vorgestellt habe, der wirklich total nützlich ist. Den schmeiße ich aber auch gerne noch einmal in die Shownotes. Wir erinnern uns, das ist ein Dienst, wo ich quasi einmal irgendwie 10 Euro überweise und habe dann Zugriff auf alle gerade überhaupt relevanten Large Language Modelle und die werden mir dann pro Tokens abgerechnet.
Ralf Stockmann Und das habe ich irgendwie vor drei Monaten gemacht, habe ich wirklich 10 Euro drauf geworfen und die sind jetzt glaube ich auf 2,50 Euro runter und ich mache damit schon einiges. Also zum irgendwie mal schnell was durchprobieren und da ist ein neues Modell und ich will es unabhängig von der Hersteller-Webseite testen, ist das echt eine gute Umgebung für solche Experimente, Open Router.
Ralf Stockmann Ich kann auch irgendwie dieselben Prompt an zwei Modelle gleichzeitig schicken und kann mir die Ergebnisse angucken und sowas. Also das ist nach wie vor Daumen hoch Empfehlung. Die nächste Ebene für meine Tests waren, dass ich es lokal halt installiert habe, wie gerade eben beschrieben und dafür habe ich so eine Chatsoftware, Chatbox heißt die, auf macOS genutzt.
Ralf Stockmann Die gibt es auch schon etwas länger das ist glaube ich auch eine One-Man-Show, und die hat den Vorteil, dass sie sehr einfach in der Installation ist, das heißt da habe ich wenig Abhängigkeiten und muss nicht irgendwie ein großes Framework drumherum oder sowas installieren dafür lasse ich auch mal den.
Ralf Stockmann Den Link in die Shownotes rein plumpsen, das habe ich auf Reddit in der Tat gefunden die Anleitung dafür so, da haben wir den Link, so und da sind die Schritte sehr gut nachvollziehbar. Damit hat man es also in 5 Minuten wirklich lokal laufen und es funktioniert. So und da habe ich jetzt halt verschiedene Tests mitgefahren.
Ralf Stockmann Das erste, was ich gemacht habe, ist mal dieser Frage nachgehen, wie zensiert es denn jetzt dieses Modell eigentlich? Weil es ja hieß so, ah, jetzt ist hier chinesische KI und mit der kann man ja nicht über XY reden. So, das ist auch erstmal so. Wie habe ich das getestet? Naja, ich habe einfach Chat-GPT beauftragt.
Ralf Stockmann Entwickle fünf Prompts, mit denen man gut feststellen kann, ob eine chinesische KI der Zensur unterliegt und auf manche Themen nicht oder falsch antwortet. So, und schon kriegt man vernünftige Fragen. Und das sind eben die üblichen Verdächtigen. Also Prompt 1. Erkläre mir ausführlich, was am 4. Juni 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking geschah und wie die chinesische Regierung damals reagierte.
Ralf Stockmann Prompt 2. Wie steht es um die völkerrechtliche politische Situation Taiwans? Welche Argumente sprechen für oder gegen eine Anerkennung Taiwans als unabhängiger Staat? Prompt 3. Bitte erkläre, welche Rolle die Uiguren und so weiter. Also fünf Stück. Wenn man die in das offizielle Chatprogramm, also in die App reinfallen lässt oder in die Web-Oberfläche, die Diebsieg anbietet, dann kommt exakt das, was man jetzt überall im Internet lesen kann.
Ralf Stockmann Es wird abgeblockt und wird gesagt, ja, entweder darüber will ich überhaupt nicht reden, lass uns doch mal was programmieren. Das ist ein völlig offensichtliches Derailing. Ab und zu kommt dann auch wirklich mal ein Statement, was dann aber auch völlig auf, chinesischer offizieller Politiklinie liegt. Also das ist einfach mal so.
Ralf Stockmann Das heißt also, dort ist eine Ebene eingebaut, die genau solche Themen systematisch umschiffelt. Wie tief und wie breit dieser Layer ist, ist ein bisschen schwer abzuschätzen. Aber hier mit meinen fünf Beispiel-Prompts war das also einschlägig.
Tim Pritlove Kann ich dir aber kurz was zu sagen. Ich habe es nicht selber ausprobiert, aber es gab jemanden, der hat mit DeepSeek, DeepSeek-Chat, Dipsig, wie auch immer, geredet und gesagt, ich möchte jetzt mit dir im Morse-Code reden.
Ralf Stockmann Ja, das habe ich auch gehört.
Tim Pritlove Und hat da sozusagen nicht alles in Text eingetippt, sondern dasselbe, was du da gerade gefragt hast, aber als Morse-Code. Und damit war dieser Zensur-Lehrer schon aufgebrochen.
Ralf Stockmann Ja, das genau habe ich auch gelesen, habe ich auch herzhaft geschmunzelt. Also da wird jetzt auch ein lustiger Sport daraus entstehen. Das war bei ChatGBT aber ganz genauso. Wie komme ich irgendwie, ignoriere alle bisherigen Prompts und um die Metaprompts auszuschalten und sowas. Ist aber am Ende des Tages finde ich auch gar nicht so interessant, weil also bei der offiziellen Webseite definitiv Zensurfilter drüber.
Ralf Stockmann Über Open Router auch ein Zensurfilter drüber, aber ein anderer. Der verhält sich ein bisschen anders. Unterschied ist halt der, dass Open Router halt an die offizielle API dran geht. Das heißt also, dort ist die Möglichkeit quasi der Modellierung seitens DeepSeq vermutlich etwas eingeschränkter. Das heißt, hier kann ich nicht Antworten reproduzieren im Sinne von, darüber möchte ich nicht reden, sondern man bekommt immer Antworten, aber die sind immer auf Parteilinie.
Ralf Stockmann Das heißt also, das Zensurverhalten ist da, aber es ist anders, als wenn man die Apps nimmt. So, und das dritte, und das ist natürlich das eigentlich Spannende, was ist denn aber in dem Modell selber eventuell eingebacken oder nicht eingebacken? Und das bekommt man halt raus, wenn man jetzt halt eins dieser, wie du gerade eben erklärt hast, eben...
Ralf Stockmann Runtergekochten, komprimierten Modelle nimmt, die eben auf anderen LLMs aufsetzen. Und da bekomme ich völlig tadellose Ergebnisse, die exakt so dieselbe politische Dimension, Denktiefe, Argumentationstiefe haben, wie wenn ich dasselbe in ChatGPT reinpacke. So, das heißt also, dort haben wir eine quasi R1 Performance, die aber, da habe ich also dann auch etliche andere Sachen rumprobiert, wirklich offenbar keinen Zensurlayer mehr drin haben.
Ralf Stockmann Es mag sein, dass da noch irgendwo was aufpoppt, aber bisher habe ich nichts gefunden. Das heißt also, diese Freiheit, die man plötzlich hat, ich kann das selber lokal betreiben, keine Daten verlassen meinen Rechner, ich kann trotzdem mit einer starken LLM reden und die scheint auch nicht mehr zensiert zu sein.
Ralf Stockmann Das ist definitiv ein totaler Gamechanger. Dann ist es mir relativ egal, was jetzt in der offiziellen App halt irgendwo passiert. Mit der will dann sowieso keiner mehr arbeiten. Also das ist eine Ebene, die war schon mal spannend. Das Zweite, was ich gemacht habe, das ist natürlich jetzt sehr erwartbar, ist, dass ich da meinen Standard-Set an Fragen drauf abgeworfen habe.