Handelsblatt Green & Energy - Der Podcast rund um Nachhaltigkeit, Klima und Energiewende· Folge 182
Steigende Spritpreise: Lohnt sich jetzt ein Elektroauto?
Dienstag, 21. April 2026 · 28 min
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Shownotes
Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist deutlich gestiegen. Im März zählten die Behörden mehr als 70.000 Neuzulassungen von Stromern. Das sind 52 Prozent mehr als vor einem Monat.
In der aktuellen Folge von Handelsblatt Green & Energy fragt sich Moderator Michael Scheppe, ob das an den hohen Spritpreisen infolge des Kriegs im Iran liegt – und ob sich der Kauf eines Elektroautos nun mehr rechnet als früher.
Simon Schnurrer, Autoexperte der Beratung Oliver Wyman, sagt im Podcast: „Steigende Kraftstoffpreise führen nicht automatisch zu höheren Verkaufszahlen von Elektroautos, sondern sind nur ein Faktor von vielen.“
Im zweiten Teil sagt Fabian Faehrmann, Sprecher und E-Autoexperte beim Verkehrsclub ADAC: „Es ist immer noch eine absolute Einzelfallrechnung, ob ein Elektroauto günstiger ist als ein vergleichbarer Verbrenner.“
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Aus unserer Sicht gibt es da keinen Automatismus, dass ich jetzt über kurzfristig ansteigende Spritpreise sofort eine Kaufentscheidung Richtung eines Automobilstreffel. Es ist immer noch eine absolute Einzelfallrechnung ob ein Elektroauto günstiger ist als ein vergleichbarer Verbrenner. und damit hallo und herzlich willkommen zu Handelsblatt Green & Energy dem Podcast zur den wichtigsten Fragen rund um Klima, Energiewende und Nachhaltigkeit.
Heute geht es bei uns darum, ob sich ein E-Auto angesiedst der hohen Spritpreise rechnet. Ich bin Michael Schäpe, schönen guten Tag zusammen! Ja tanken? Das macht gerade alles andere als Spaß und dem einen oder anderen tun die Preise grade auch richtig weh. Als ich kurz vor der Aufzeichnung heute am Freitag auf die SpritPreise geschaut habe, daten Liter Diesel zwei Euro vierundzwanzig gekostet.
bundesweit erreichen die Kraftstoffpreise gerade Rekordstände. Das liegt, dass es klar in den Folgen des Kriegs in der Ost. durch die Straße von Homoos kam vor Ausbruch des Konflikts ungefähr ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferung. zwar gibt's grade eine Waffenruhe doch die Lieferketten sind immer noch gestört.
nun hat die Bundesregierung erste Gegenmaßnahmen auf den Weg gebracht aber ob die wirklich wirken ist noch nicht ausgemacht. Ich möchte deshalb heute bei Handels, Blood, Green und Energy mir zwei Fragen stellen. Kommt es durch die hohen Spritpreise jetzt zu einem Boom von Elektroautos? Und rechnet sich der Stromer im Vergleich zum Verbrenner?
Das sind zwei Fragen, die ich mit zwei Fachleuten diskutieren möchte. Später spreche ich mit einem Experten des ADAC. Anfangen möchte ich aber mit Simon Schnurra. Er hat mehr als zweijahrzehnte Berufserfahrung als Berater in der Autobranche und gerade ist er Partner- und Chefs des Automobilsektors bei der Beratung Oliver Wyman.
Schönen guten Tag Herr Schnurras! Guten Tag Herr Schäpper. Grüße Sie! Herr Schnura. nicht nur bei uns in Düsseldorf auch bei Ihnen München. wahrscheinlich sind die Spritpreise hoch so wie in ganz Europa. In einigen Medien wird da jetzt schon spekuliert, dass es automatisch zu einem Boom von E-Autos kommt.
Ist das wahr oder zu kurz gedacht? Aus unserer Sicht gibt's ja keinen Automatismus, dass ich über kurzfristig ansteigende Spritpreise sofort eine Kaufentscheidung Richtung eines Automobilstreffes. Das ist ja einer der größten und teuersten Anschaffungen die ein Bürger typischerweise so tätigt. Insofern tragen ja viele Faktoren dazu bei, die merken in Europa Ticken auch grundsätzlich unterschiedlich also was Segmentgrößen, was den Anteil gewerblicher Flotten versus Privatnutzer usw.
betrifft und in Summe möchte ich sagen der gesamte Anteil von Energie- und Kraftstoff an den Gesamtkosten einen Fahrzeug zu besitzen, der beträgt zwischen fünfzehnundfünfunddreißig Prozent ungefähr. Das heißt, es gibt auch finanziell eine ganze Reihe von weiteren Faktoren. Also in Summe würde ich nicht von dem Automatismus sprechen.
Wenn man jetzt auf die Fakten schaut, Herr Schnurr, wir haben Zahlen vom Kraftfahrtbundesamt schon vorliegen. Sie sind neuzugelassen worden im März, das ist mehr als in den Februar dieses Jahres und sogar mehr als im Märzen des Vorjahres. Jetzt sagen sie, dass es kein Automatismus gibt. Das heißt stimmen die Zahlen nicht?
Gibt es doch irgendwo ein Zusammenhang, woran liegt dieses Plus an E-Autos? Es gibt sehr viele Faktoren, die dazu beitragen. Und eines ist auch unter anderem das Angebot immer breiter und tiefer wird was da grundsätzlich an Elektroautos haben Auch in der Segmentabdeckung verschiedener Kundenpräferenz und Use Cases.
Es gibt eine ganze Reihe von Förderungen, die eine Rolle spielen also in Deutschland aber auch anderen europäischen Märkten und auch darüber hinaus. Insofern gibt es im Bereich Laden auch Fortschritte. Es gibt sehr viele Faktoren, die beitragen, die Elektromobilität für einen immer breiteren Anteil von Nutzern attraktiv und erschwinglich zu machen.
Und das ist bei solchen Dingen eine Frage der Zeit bis sich die Nutzungserfahrung beispielsweise durchsetzt, sodass wir dann auch immer mehr Kunden haben, die das konkret erlebt haben und positiv auch durchsprächen Elektroautik zu nutzen. Also in Summe trägt sicher eine Spritpreiserhöhung dazu bei. Es ist einer von vielen Faktoren, im Moment kommen aber auch einige andere günstige Faktor zusammen die diesen Hochlauf ermöglichen.
Wir sehen jetzt schon länger einen Hochlauf der Elektromobilität. Nicht erst seit Februar, seit Ende Februar seit Kriegsausbruch sondern eben schon länger. das liegt glaube ich oder ganz sicher auch an den Punkten die Sie gerade genannt haben. es gibt mehr Elektroautos die staatlichen Förderungen. Ich weiß dass es schwer zu quantifizieren aber wie groß ist denn so ein Kriegeinfluss?
Sie sagen man trifft jetzt nicht in die Kaufentscheidung von heute auf morgen. Das ist sicherlich so bei so teuren Anschaffungen. Aber glauben sie der Krieg wird das Thema Zumindest etwas nach vorne, Puschenmittel bis langfristig? Ja das glaube ich schon. Das ist zu einer Mixverschiebungbeitrag allerdings auch in gewisser Weise unterlaufen durch eine Gesamtmarktdämpfung die wir natürlich auch durch Kriegsereignisse haben also im Summe wenn sich Menschen Sorgen machen um ihre Zukunft dann ist es typischerweise nicht der Moment wo sie Teuranschaffungen tätigen.
Also sofern haben wir beide Effekte. Wir haben eine Mix Verschiebung. Wenn man aber auch eine gedämpfte Gesamtmarktaussicht und Gedämpfe Gesamtmarkentwicklung Von Grundsatz her wissen wir nicht, wie lange der Krieg dauert. Das wissen wir absehbarerweise nicht und wir sehen auch im Moment erst die allerersten Effekte von diesen Konflikten.
Das heißt also das ist tatsächlich sehr schwer zu qualifizieren, wie viel der Kriegs- und die Spritpreise da ausmachen an den aktuellen Mixverschiebungen Richtung Elektrofahrzeug. Zumal ja in Zukunft wenn ich mich heute für Neuwagen entscheide kriege ich den ja auch nicht so vorausgeliefert sondern muss mit unter ein halbes Jahr warten?
Korrekt! Wir haben auch einige Angebotseffekte an der Stelle. sind bisher zu managen, aber die entstehen auch. Und wir haben natürlich Wartezeiten und ja eben auch die grundsätzlichen Kaufentscheidungsdauern, die Privatversus gewerblich nutzen, Flottenversus Menschen hier sich das Auto als Konsumenten kaufen, die da auch unterschiedlich lange ausfallen.
also sofern haben eine ganze reifen Effekte die jetzt in den nächsten Monaten erst sichtbar werden. was man schon heute so ein bisschen sehen kann das fand ich ganz interessant wenn man auf dem den Plattform wie mobile.de und so weiter schaut aber auch mit gebraucht wagen Händlern berichten die schon von der deutlich steigenden Nachfrage nach Elektroautos.
Sie sind ja schließlich auch sofort verfügbar, was sehen sie denn dafür Effekte? Sehen Sie bei den Gebrauchtwagen jetzt schon ein Elektroauto-Boom? Ja also ich bin sehr froh dass sich da einiges tut und ich sage Ihnen auch gerne gleich warum. aber vielleicht mal kurz zu den Zahlen. wir nehmen das auch so wahr.
je nach Plattformen sind es plus fünfzig bis plus hundert Prozent an Nachfragen in Richtung gebrauchter Elektrofahrzeuge Und das hilft natürlich diesen Markt, der noch recht jung ist. Der entsteht ja erst wenn die Fahrzeuge vom ersten Nutzer sozusagen zurückkommen in den Markt, Leasingrückläufer und so weiter.
Das heißt ich habe da auch Verzögerungseffekte von mehreren Jahren typischerweise drin dann kannst du den Elektro den gebraucht Elektroauto-Markt überhaupt erst geben. Das ist einer, der insofern auch in den Kinderschuhen steckt und sich aber jetzt sehr schnell, sehr rapide entwickelt und sehr positiv entwickelt.
Und das ist wichtig denn die Restwerte sind im Moment sehr schlecht von Elektroautos. Das heißt also wenn ich wirklich mit dem Taschenrechner einkaufe dann würde ich mir einen Moment vermutlich ein geprauchtes Elektro-Auto kaufen. Da habe ich also wirklich einen sehr guten Gegenwert fürs Geld den Erstnutzer selbstverständlich bei.
Das heißt, wir haben da im Moment auch eine Kaufzurückhaltung bei einigen Akteuren die aufgrund dieser relativ hohen Abschreibungen letzten Endes entsteht und alles was in Richtung gebraucht Elektromarkt geht trägt dazu bei das für den ersten Nutzer dann auch wieder attraktiver zu machen. d.h. Wir haben dann auch noch mal indirekte Effekte die auf dem Markt sehr positiv wirken Und da sehen wir sehr, sehr positive Effekte.
Also tatsächlich ist die Nachfrage nach gebrauchten Elektrofahrzeugen prozentual deutlich stärker noch gestiegen als nach neuen Aktien. Sie sagen es ist ein neuer Markt. und nun stelle ich mir die Frage nur weil Leute mal auf mobile.de und anderen Plattformen nach einem Auto suchen heißt das ja noch längst nicht dass sie das Auto dann auch kaufen.
Das ist auch schwer zu quantifizieren aber sie sprechen viel mit der Branche. was haben sie für einen Eindruck? Kaufen die Menschen dann auch das Gebrauchte-Eheauto oder interessieren sich nur dafür? Nein, wir haben tatsächlich auch deutlich erhöhte Besitzumschreibung zwischen plus fünfzig und plus hundert Prozent.
Das sind im Moment noch sehr kurzfristige Zahlen beziehen sich nur auf März beispielsweise in Deutschland. aber besitzumschreibungen gebrauchter E-Fahrzeuge das geht sehr stark nach oben. nicht nur die Nachfragen oder Anfragen. definitiv Herr Schnurr, nun haben uns einzelne Händler berichtet, dass sich Kunden zwar für Elektroautos interessieren.
Aber am Ende das Hybrid-Fahrzeug kaufen bei dem es ja neben dem Elektromotor auch ein Verbrennungsmotor gibt? Wie beobachten Sie das? wird am Ende der Plug in Hybrid profitieren? Es ist also von Grundsatz her so, dass diese Fälle oft gibt. Es gibt natürlich viele Menschen die sich einen Fahrzeug leisten können.
Das muss eine sehr breite Anwendungen auch abdecken können und dann macht es für den einen oder anderen durchaus sind, sich für ein Plug-in Hybrid zu entscheiden. Von den Zahlen her und vom Grundsatz her sehen wir das im Moment nicht, also weder auf dem Neue noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist es so dass die Hybride Plug-in-Hybride, aber auch die Mildhybride oder die parallelen Hybride davon mehr profitieren würden als die reinen batterieelektrischen Fahrzeuge.
Das sind die, die am meisten herausragen in ihrer positiven Entwicklung antuell. Wenn wir mal in verschiedene Fahrzeugkategorien schauen wo erwarten Sie denn den stärksten Schub bei der Elektromobilität? Sind es die kleinen günstigen Einstiegsmodelle oder doch die schweren und großen Geländewagen? Ich möchte vorweg schicken, wir haben eine Angebotslücke im Moment bei den kleinen günstigen Fahrzeugen.
Das hat viele Gründe und da ist eine ganze Reihe von neuen Produkten angekündigt auf die wir teilweise sehnlichst warten, die in den letzten zwei drei Jahren dann auf den Markt kommen werden und auch die Elektromobilität erschwinglicher machen sollen für einen niedrigeren Einstiegspreis. Also da freuen wir uns alle drauf und das erwarten.
Aber im Moment das Herzstück des europäischen Markters sind typischerweise kompakte SUVs, da ist auch das Angebot am breitesten und am tiefsten. Und das ist das was jetzt am unmittelbarsten von einer Mixverschiebung in Richtung Elektrofahrzeuge profitiert. Würden Sie denn sagen dass sich ein Elektroauto finanziell nun mehr lohnt wegen der hohen Spritpreise?
Es lohnt grundsätzlich mehr, aber das ist natürlich ein Inkrement. Ich hatte ja schon gesagt also fünfzehn bis dreißigfünfdreißig Prozent sind überhaupt bei einer Fahrzeug Gesamtrechnung für den Kunden durch die Kraftstoffe und die Energie verursacht. Und insofern kommt es dann auch immer auf den sehr individuellen Fall an ob sich das jetzt wirklich mit einem Spitzenbleistift mit einem Taschenrechner lohnt.
In vielen Fällen tut es das allerdings schon und wie gesagt, ich würde dann Menschen die da besonders von der Kalkulation her kommen und da weniger Emotionen damit verbinden den würde ich empfehlen sich einen jungen gebrauchten definitiv auch mal anzuschauen neben den neuen Fahrzeugen weil da gibt's durchaus das eine oder andere was man da auch noch Erwerben kann und was man für einen sehr guten Preis kriegt aktuell.
Also halten wir fest! Noch möchte ich fast sagen. Stimmt, ja auch das könnte knapp werden von einem oder anderen Händler hört man schon ist nicht mehr genügend gebrauchte Elektroautos am Hof stehen. Ganz genau Ja also Herr Schneerauer wenn wir ein Strich drunter machen ist es nur ein Faktor von vielen der Krieg in der Ost den wir gerade haben aber er könnte mittel bis langfristig schon noch mal zu einem Schub beitragen.
Das ist so. Und wir wünschen uns auch in den anderen Bereichen, an anderen Faktoren von Förderung über Konjunktur bis hin zum technologischen Fortschritt und im Angebot dass die anderen Faktern weiter in die richtige Richtung gehen damit wir da eine weitere Mixverschiebung haben. Und bevor es gleich mit dem ADAC weitergeht, habe ich noch ein Hinweis in eigener Sache.
Gehen Sie doch einfach auf handlesblatt.com slash mehrklima. da können sie das Handelsblatt vier Wochen lang für nur einen Euro lesen! Ich bin gespannt auf ihr Feedback und den Link, den hab' ich Ihnen nochmal in die Show Notes gepackt. Ja und jetzt will ich der Frage nachgehen ob Elektroautos nun durch den Krieg wirklich günstiger sind?
Das möchte ich mit dem adac besprechen im größten Automobilclub in Deutschland Und dazu bin ich jetzt mit Fabian Fährmann, verabredet er als Sprecher beim ADAC und Experte für Elektromobilität. Hallo nach München! Hallo Grüß Sie! Herr Fährman bemerken sie jetzt ein höheres Interesse ihrer Mitglieder am Thema E-Mobilität?
Also was man auf jeden Fall feststellen kann ist dass es mehr Fragen... zu diesem Thema gibt und ich glaube insgesamt ein gestiegenes Grundinteresse gerade dieser Punkt der vergleichbaren Kosten, den Sie ja schon genannt haben. Und das macht sich schon bemerkbar dass wir da hin und wieder zu diesem thema gefragt werden.
Ja dann lassen sie uns doch genau mit der Frage einsteigen die wir auch über unseren Podcast geschrieben haben lohnt sich eine Elektroauto jetzt mehr als noch vor sechs Wochen? Ja, das ist eine ganz große Frage und die ist so pauschal auch gar nicht zu beantworten. Also wir können das vor allem von der Kostenseite aus mal betrachten.
Da ist es so... Wir haben in der Autokostenrechnung verschiedene Faktoren. Wir gehen da immer von einem Neuwagen aus und wir gehen von der Haltedauer von fünf Jahren und fünfzehntausend Kilometern im Jahr aus. Es ist immer noch eine absolute Einzelfallrechnung, ob ein Elektroauto günstiger ist als ein vergleichbarer Verbrenner.
Aber durch die höheren Spritpreise, die wir hatten hat sich das Ganze schon aneinander angenehrt. Das kann man sagen. Vielleicht lassen Sie uns das so ein bisschen aufsplitten? Wir haben ja die Anschaffungskosten und wir haben ja laufenden Kosten, zum Beispiel für Benzin- und Werkstattbesuche usw. Lassen wir es doch mit den Anschaffungskosten beginnen!
Sind Elektroautos denn... Noch teurer als vergleichbare Verbrenner oder hat sich das mittlerweile angenähert? Die Anschaffungskosten sind ein ganz, ganz wichtiger Faktor. Und das ist nicht nur weil man natürlich erst mal viel Geld auf den Tisch legen muss um das Fahrzeug zu bekommen sondern vor allem weil sie in der Kostenberechnung immer noch der größte Faktore sind und zwar der Wertverlust.
Der wird von ... wird immer wieder gerne unterschätzt. Da muss aber dringend mit eingerechnet werden Wenn wir insgesamt mal schauen, Elektroautos sind in der Anschaffung meist noch teurer als vergleichbare Verbrenner. Wir haben im vergangenen Jahr zum Beispiel bei den Kleinwagen diese Entwicklung angesehen.
Jetzt kommen ein paar Zahlen von mir. Zwei Tausend Dreizehn hatten wir einen Preis-Unterschied zwischen allen Verbrennerkleinwagen und E-Auto-Kleinwagen von elftausend Euro Differenz. Und im vergenden Jahr waren wir nur noch bei sechstausende Euro Differenz. also wir sehen hier eine Annäherung, wobei da auch die Marktlage sich natürlich drauf auswirkt.
Wir haben vorher ja schon gehört das Angebot an Elektroautos hat weiter zugenommen, das war auch im Kleinwagenbereich so und gleichzeitig gibt es aber immer weniger Verbrennerkleinwagen. Und so kommt es dann zu dieser Annäherung. Zweitens Thema sind die laufenden Kosten. ich habe mal bei clever tanken geschaut dem Dienstleister.
Die haben einmal ausgerechnet dass hundert Kilometer super gerade siebzehn Euro kostet. und wenn man vergleichbares E-Auto fahren würde sind es acht achtzig also siebzen zu acht achzig. und Dann wenn wir das vergleicht mit vor dem Krieg waren's vierzehn fünfzig für den Verbränner. Elektroauto-Preis ist bei den Acht-Achzig etwa geblieben, sind also zwei Euro fünfzig Differenz pro hundert Kilometer.
Macht das jetzt wirklich ein Unterschied zum E-Auto zu wechseln? Also wir glauben generell dass diese kurzfristigen Preissprünge eher weniger dazu führen, dass sich Leute jetzt ad hoc eben schnell an E-Autos kaufen werden. Das kann beeinflussen natürlich gerade in einer Situation, in der man sich vielleicht dringend ein neues Fahrzeug anschaffen möchte.
Und da lohnt es sich tatsächlich dann die genauen Kosten der Fahrzeuge durchzurechnen. Es hängt auch ganz stark davon ab was verbraucht denn der Benziner oder der Diesel? Was verbrauch das Elektroauto? Das spielt da alles mit rein und wir sehen aber auch dass wir eine wahnsinnig volatile Phase bei den Treibstoffpreisen haben.
Deswegen ist das immer eine Momentaufnahme und es kann gerade im Moment, muss man sagen auch nächste Woche schon wieder etwas anders aussehen. Nun steigen durch den Krieg ja die Energiekosten insgesamt. Das heißt perspektivisch wenn man mit Experten spricht, sagen sie könnten auch die Strompreise steigen und damit auch die Strumpreise an den Ladesäulen.
Wie blicken Sie als ADAC darauf? Also ist es grundsätzlich so, dass steigende Energiepreise sich auch auf den Strompreis auswirken können. Da muss man die Kostenbildung beim Strom genauer betrachten. Es ist ja so das die Preise am Großhandelsmarkt gebildet werden und nach dem Merit Order Prinzip also das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage gerade noch nötig ist bestimmt dem Preis für den komplette eingespeiste Strommenge.
Und im Moment ist es so, dass die teuersten Kraftwerke im deutschen Strommarkt aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage die Gaskraftwerke sind. Wir kommen jetzt aber auch wieder in eine Jahreszeit in der erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Wind etc., wieder stärker einspeisen was wiederum eine Dämpfung zur Folge haben kann.
Ich sage bewusst Kann weil das natürlich von vielen Faktoren wie zum Beispiel den Wetter abhängig ist und genau prognostizieren lässt sich sowas nicht. Wenn wir schon beim Thema Prognose sind, es werden ja gern um diese Sachen zu vergleichen. Die sogenannten Total Costs of Ownership verglichen auf Deutsch das sind die Ausgaben, die man quasi hat vom Kauf über Tankkosten Werkstattbesuche Kfz-Steuer dann aber auch Wertverlust und so weiter dass sie eben angesprochen haben.
welcher Fahrzeug Typ schneidet denn hier besser ab? des Elektroauto oder das mit Verbrennungsmotor? Jetzt kommt ein Ein Klassikersatz, das kommt auf den Einzelfall an. Also wir wussten auch vor dem Krieg und während der Kriegsphase, dass es punktuell Elektroautos gibt die günstiger abschneiden können als vergleichbare Verbrenner.
Wir wissen aber auch, dass nach wie vor so ist vielen Fällen, dass Elektroauto immer noch teurer ist als der Verbrenner. Und es kommt hier wirklich sehr stark einmal auf die Anschaffungskosten an und dann auf die Preise, die man für den jeweiligen Kraftstoff aufwenden muss. Warum ist das Elektro-Auto insgesamt?
Teurer? liegt das an den Anschaffungskosten hauptsächlich? oder was ist da der Hauptgrund? Die Anschaffungen sind ein wesentlicher Faktor dafür, teurer ist als der Verbrenner, es kommt aber auch dann hinterher ganz stark auf die Art und Weise an wie man dieses Elektroauto in Anführungszeichen betankt.
Wir haben das ja beim Verbrennern ein bisschen anders. da fährt man die Tankstelle und hat halt seinen Preis. Beim Elektro-Auto sehen wir dass man von zu Hause laden an der eigenen Photovoltaikanlage was sehr günstig sein kann bis hinzu ad hoc laden auf der Autobahn ohne einen Ladetarif was sehr teuer sein kann eine sehr große Range haben und deswegen ist es für jeden potenziellen Käufer auch wahnsinnig wichtig zu wissen, welches ladeszenario habe ich und habe ich irgendwo eine Chance möglichst günstig meinen Strom für das Auto zu bekommen.
Das heißt die Wallbox Zuhause ist schon ein Kaufargument für einen Elektroauto wenn man viel Stromkosten sparen kann. Das ist sie ganz besonders dann, wenn man selbst den Strom erzeugt. Das ist der in vielen Fällen günstigste Fall Wenn man ein Elektroauto betreiben möchte. es gibt auch für Rollboxen zu Hause attraktive Stromtarife die man da wählen kann.
was mit Sicherheit immer am teuersten sein wird ist das Schnellladen irgendwo an der Autobahn Dann wenn man keinen abgeschlossenen Ladevertrag mit einem Anbieter hat. Sie haben Anfangs gesagt, es ist eine große Frage. Lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto? und mir wird auch immer klarer warum das so ist?
Aber vielleicht können wir versuchen Herr Pfermann uns so ein bisschen der Frage anzunähern über so ein paar Daumenregeln für wen lohnt sich Der umstieg? denn? besonders sind dass die Vielfahrer die wenig Fahrer ob man in der Stadt wohnt Auf dem Land sind das Fahrer von großen kleinen Fahrzeugen. Können sie da noch ein bisschen Licht ins dunkle bringen?
Einen Punkt hab ich ja im Wesentlichen schon genannt, das ist die Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur. Das kann bei mir zu Hause der Fall sein, aber auch dann der Fall wenn nicht beim Arbeitgeber günstig Strom laden kann. Da sehen wir dass es viele Angebote gibt von Arbeitgebern, die sagen Mensch wir wollen das fördern, dass unsere Mitarbeiter mit Elektroautos kommen und geben deshalb günstige Ladetarife für unsere Mitarbeiter frei.
Und dann ist ein Elektroauto sinnvoll. oder die Überlegung ist sinnvoll, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Wenn man gut vorhersehen kann welche Strecken man fahren wird und welche Bedarfe man an seinem Fahrzeug hat also gerade Pendler zum Beispiel die wissen Mensch ich fahre mit diesem Auto wirklich nur von zu Hause bis in die Arbeit und dann vielleicht am Nachmittag mal eben schnelles Kind zum Sport und die Wissen ich lege am Tag Hundertfünfzig, zweihundert Kilometer damit zurück.
Das ist ein Argument dafür dass man sagt man schon Elektroauto könnte für mich sinnvoll sein Wenn man mit Menschen, sprich die einmal elektrisch gefahren sind oder sich ein Elektroauto gekauft haben. Die sind ja oft sehr begeistert davon und bleiben bei diesen Fahrzeugen. Anders sieht es bei denjenigen aus, die noch den Verbrenner fahren, die sind skeptisch.
Was ist denn das größte Wechselhindernis? Ist es die Ladeinfrastruktur? Ist sie Angst vor der Reichweite? Was beobachten Sie da? Da kann es viele Hindernisse geben. Sicherlich spielt da die Angst vor zu wenig Reichweiten Auch mit rein. Das kann gut sein und das ist in vielen Fällen vielleicht auch sogar begründet, weil man viel mit dem Auto und weite Strecken fährt und dann Sorge hat Mensch ich will nicht achtmal zum also Ich übertreibe jetzt bewusst zum Laden an der Autobahn rausfahren wobei wir eigentlich feststellen dass diese Reichweiten angst oft tendenziell eher unbegründet sein kann.
Wechselargumente können aber auch die Frage sein, wo lade ich denn mein Auto? Kann ich bei mir im Mehrfamilienhaus eine Wallbox installieren? Muss sich damit großem Gegenwind rechnen? und natürlich was wir am Anfang schon gesagt haben Die Anschaffungskosten für ein Elektroauto sind immer noch höher als die für einen Verbrenner.
Es dauert ja auf mehrere Monate bis sich Menschen für ein Fahrzeug entscheiden und überhaupt eine Fahrzeugentscheidung treffen, wenn ich jetzt aber jemand bin der gerade dabei ist zu überlegen nämlich ein Elektroauto, nämlich ein Verbrenner welches Modell nehme ich? Worauf sollten Kunden beim Kauf eines Neuwagens eines neuen Elektroautos denn achten?
aus ihrer Sicht Also? der erste Punkt ist wie schon erwähnt die Frage, wo kann ich denn mein Elektroauto laden? Das sollte dem Ganzen eigentlich vorne anstehen und wenn man da eine potenzielle Lösung gefunden hat dann stellt man sich in der Regel am besten die Frage welches Auto passt denn zu mir? also welche Reichweitenbedürfnisse habe ich.
Welche Bedürfnisse hinsichtlich Zulademöglichkeiten habe? ich brauche vielleicht einen großen Kofferraum weil ich noch ein Hund mitnehmen muss etc. Und jetzt kommt ein ganz spannender Punkt, der beim Autokauf gerne mal vergessen wird. Das ist das Thema Verhandeln. also wir haben gerade erst in einer Studie festgestellt es lohnt sich durchaus beim Kauf eines neuen Verbrenners oder Elektroautos mit dem Verkäufer zu handeln.
da können grade bei hochpreisigen Fahrzeugen oft ein paar tausend Euro Differenz entstehen die man als Rabatt bekommt. Wir haben eben mit Simon Schnurrer gesprochen von der Beratung Oliver Wyman und er hat auch berichtet, dass es ein gesteigetes Interesse an gebrauchten Elektrofahrzeugen gibt. Wir haben gerade Herr Ferman über neue Elektroautos gesprochen.
worauf soll ich denn beim Kauf eines gebrauchen E-Autos besonders achten? Also im Grunde genommen ist ein gebrauchtes Elektroauto erst mal einen Gebrauchtwagen, den man ähnlich behandelt wie ein Verbrenner. Das heißt man schaut sich die Fahrzeug-Historie an und lässt sich aufklären über die Ausstattung, über mögliche Unfälle, macht einen Fahrzeugcheck und schaut sich an ist das Fahrzeug so in dem Zustand für mich in Ordnung oder nicht?
E-Auto aber ganz stark vom Verbrenner unterscheidet, das ist die Batterie. Wir empfehlen dass man grundsätzlich immer einen sogenannten State of Health Check machen sollte also sprich die Batteriesundheit überprüfen sollte weil die ist hinterher aussagekräftig dafür wie wir Reichweite bleiben hinterher noch.
Und davon abgesehen ist die Batterie natürlich das teuerste Bauteil am Elektrofahrzeug und muss deswegen natürlich auch gut funktionieren. Nun kommen ja gerade in diesem Jahr sehr viele neue Modelle, nicht nur von deutschen Herstellern aber auch auf den Markt, die eine immer höhere Reichweite haben – sechs, sieben, hundert Kilometer ist da schon füblich!
Das ist bei der ersten Generation von Elektrautos, die ja gerade am Markt sind und jetzt eben am Gebrauchtwagenmarkt sind es teilweise noch geringere Reichweiten. Sind die gebrauchten E-Autos überhaupt ernstzunehmende Alternative? Wenn die Batterie gesundheitgut ist und das Fahrzeug eine gute Historie hat, dann können diese Fahrzeuge eine gute Alternative sein.
Gerade wenn ich weiß, ich nehme jetzt wieder das Beispiel des Pendlers. Ich habe am Tag nur fünfzig, sechszig, siebzig oder wie viel auch immer Kilometer zu fahren Und dieses Auto hat noch eine Top-Batterie. Gesundheit. Dann können diese Farben durchaus attraktiv sein gerade wenn Sie nicht mehr so viel kosten als ein Neuwagen.
Herr Fehrmann, eine Frage zum Schluss. Noch die Regierung hat eine Spritpreisbremse beschlossen. Glauben Sie das ändert irgendwas an den Kraftstoffpreisen? Also die Sprit-Preisbrennse kann kurzfristig preisdämpfen wirken. im Moment haben wir ja eine Laufzeit von zwei Monaten auf die dieses Modell ausgelegt ist.
sie ändert nichts an den grundsätzlichen Abhängigkeiten der Kraftstoff Preise am Weltmarkt. Das muss man auch sagen. und Für die Nachfrage an Elektroautos ist aus unserer Sicht wahrscheinlich sind da andere Faktoren entscheidend. Also die Gesamtbetriebskosten, attraktive Ladepreise, Fördermöglichkeiten, Ladeinfrastruktur, die vielleicht wohnortnah ist etc., wir glauben dass diese zeitlich doch sehr stark begrenzte Entlastung an der Zapfsäule, weniger Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen Elektromobilität haben wird.
Das sagt Fabian Fermann, Sprecher vom ADAC hier bei Handelsblatt Green und Energy. Herr Fermann vielen Dank für die Einblicke und allzeit gute Fahrt! Sehr gerne und das wünsche ich Ihnen auch. Und das war es mit Handels Blatt Green & Energy für diese Woche. Wenn Sie Fragen Themen oder Anregungen für uns haben freuen wir uns über Ihre Mail an green at handelsblad.com.
Mein Dank gilt Fabian Libré für die Produktion dieser Folge. Wenn Ihnen unser Podcast gefallen hat, freuen wir uns über eine gute Bewertung in Ihrer Podcast-App! Ich bin Michael Schippe und bis zum nächsten Mal. Tschüss aus Düsseldorf.