Happy Shooting, der Fotopodcast
#961 – Ungewollte Bewegungsschärfe
Donnerstag, 15. Oktober 2026 · 1 h 40
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Shownotes
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Aus der Preshow
• Audio-Strom hat Husten, innerer Balu
#hsfeedback
• Dirk: Die Anzahl der Lamellen am iphone 18 (de.ifixit.com/News/119486/teardown-iphone-18-p…)
• Michel: Standentwicklung am Workshop
Statt Werbung
• DANKE an alle Spender (happyshooting.de/unterstuetzen)
• Großformat und 2027 (happyshooting.de/workshops)
• Newsletter-Anmeldung (happyshooting.de/news)
• Danke für die Vorbestellungen (chrismarquardt.com/abenteuerfotografie)
• Workshop-Update: Klostergeister und Großformat (discoverthetopfloor.com)
News
• Abenteuer Fotografie: Signieraktion findet offiziell statt! (chrismarquardt.com/blog/posts/abenteuer-fotogr…)
• Newsletter dazu (preview.mailerlite.io/preview/1789509/emails/2…)
• Buchseite bei Autorenwelt (autorenwelt.de/abenteuer)
• Firmware Lumix S9 und S1 (photografix-magazin.de/neue-firmware-fuer-lumi…)
• Neue Objektive von Sirui (photografix-magazin.de/sirui-baut-vollformat-l…)
Themen
• Fotografin: Masha Ivashintsova (mashaivashintsova.com)
• icp.org/events/icp-projected-masha-ivashintsov…
• mymodernmet.com/masha-ivashintsova-photography
• motherjones.com/politics/2018/06/vivian-maier-…
• ArtCraft - Adobe Suite wird nachgebaut (photografix-magazin.de/open-source-alternative…)
• Boris und Leica, Bericht über ein AutoISO-Problem
• Aurora in Deutschland (spaceweather.gov/products/aurora-30-minute-for…)
HS-Aufgabe (Alle anschauen (happyshooting.de/aufgaben))
• Aktuelle Aufgabe "Augen" vom 1.10.2026 bis 15.10.2026 mit dem Tag "hsaugen"
• Neue Aufgabe "Signatur" vom 15.10.2026 bis 29.10.2026 mit dem Tag "hssignatur"
Termine
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* Jürgen: Die Stille in Dir (museumsportal-rlp.de/ausstellungen/forum-alte-…) in Pirmasens
Helfen-Elfen
Sonja (sonja-fotografiert.de), Christian (pixelfed.de/@redknight), Dietmar (photo-disch.de), Devid (flickr.com/photos/davidcl0nel), Kai (weeklypic.de), Christian N. (christian.nobis.zone), Stefan (fotoschubla.de), Jürgen (juergen-juenger.de) und Mapache (mapache-photo.de)
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Boris Happy Shooting Folge 961 Ungewollte Bewegungsschärfe.
Einspieler Hier ist eine weitere Ausgabe von Happy Shooting, der Foto-Podcast.
Boris Ja, da schenke ich doch mal ein fröhliches Moin in die hannoverische illustre Runde.
Chris Illustre muss man schon sagen, vor allem weil wir heute ja wieder begestet werden, nicht wahr? Schönen guten Tag auch. Ich fühle mich heute ganz nicht stillluster.
Einspieler Wir sind eure Moderatoren Boris und Chris.
Boris Und Boni.
Chris Ach komm, du bringst schon so ein gewissen Glanz hier in die Bude. Das liegt nur an meiner spiegelnden Brille, mein Lieber.
Boris Stimmt, du bist die einzige von uns, die hier im Podcast Brille trägt. Obwohl wir alle auch Brillenträger sind. Das ist eigentlich auch ganz interessant.
Chris Ich sage ja immer gerne, dass ich eigentlich nie Brillenträgerin war, bis ich alt wurde und plötzlich waren die Arme zu kurz.
Boris Ja, kenne ich.
Chris Also erstaunlicherweise geht das bei mir immer noch mit dem halbwegs Nahsehen. Ja, schönen guten Tag. Wir sind es. Happy Shooting, der Fotopodcast. Bevor wir loslegen, wieder mal eine kleine Erinnerung. Wir haben keine Sponsoren. Deshalb freuen wir uns immer riesig über eure Unterstützung. Und falls ihr so ein, zwei Euro übrig habt, dann schaut mal in die Shownotes oder auf happyshooting.de.
Chris Da gibt es dann verschiedene Wege, uns zu unterstützen. Ja, heute sind wir wieder, live. Es ist der, was ist denn heute? Der 13. Oktober. 26. Ähm, da ist der Boris. Ne, da ist der Boris.
Boris Das bin ich, hallo, ich bin der Boris. Da drüben ist die Moni.
Chris Und da in der Mitte, das ist der Chris. Ey, sehr schön. Ja, und heute sind wir wieder mal zu dritt und reden über Dinge. Also Moni musste wiederkommen.
Boris Das ist mein Konzept. Ein Podcast, in dem über Dinge geredet wird.
Chris Naja, Happy Shooting, der Fotopodcast. Was glaubst du?
Boris Was könnte das wohl sein?
Chris Und ich bin ja nur dafür da, damit es nicht heißt, das ist der Podcast, wo zwei Dudes über Dinge labern. Zwei alte weiße Dudes. Nee, du hast letztes Mal uns tolle Sachen erzählt. Wir haben ja ein bisschen über den Analog-Workshop gesprochen und du hattest noch ein Thema und das Thema hat nicht mehr reingepasst, weil die Sendung zu lang war. Und deshalb haben wir dich heute noch mal hierher gezerrt.
Chris Das war Taktik, gib es alles zu. Und weil das Thema ist nämlich spannend. Es geht um, Um die russische Vivian Mayer, oder? Oder nicht? So wurde sie genannt. Genau, werden wir nachher sehen. Werden wir nachher sehen.
Boris Ein Teaser.
Chris Da haben wir einen bunten Strauß voll Dinge. Erst mal kurz ein Nachtrag von letztem Mal. Das kam rein über happyshooting.de. Da könnt ihr eure Fragen, Themen reinwerfen. Moin ihr zwei, schreibt der Dirk. Ihr habt in Folge 960 gesagt, dass das iPhone 18 ja zwölf statt sechs Blenden Lamellen hat. Das ist aber nicht korrekt. Es sind tatsächlich nur sechs.
Chris Diese haben aber eine sehr clevere Form, sodass bei weit geöffneter Blende zwölf Ecken entstehen.
Boris Ich weiß nicht, hättest du an der Stelle, wo Chris gesagt hat, 12, wenn du dann nicht Stopp gemacht hättest und diese Nachricht gesendet hättest, sondern hättest literally 30 Sekunden weiter gehört. Aber Aufgabe an alle, also an Dirk und an alle, Episode, was war es, 960 auf happyshooting.de, da ist ein Transkript.
Boris Sucht mal nach Lamellen zum Beispiel oder sucht mal nach 6 ausgeschrieben, also Also S-E-C-H-S-6. Und dann schaut mal, was wir gesagt haben.
Chris Klassischer Fall von RTFT. Read the fucking transcript.
Boris So nämlich.
Chris Ja, oder einfach hören, was wir sagen und dann erst die Message schreiben. Aber das ist manchmal schwierig. Manchmal hat man so einen Impuls. Oh, da hat jemand im Internet nicht recht. Nein, es wird auch so viel geredet während des Podcasts. Da kann einem das auch mal durchgehen. Da muss ich jetzt mal eine Lanze für ihn brechen.
Boris Aber Spoiler, Chris hat tatsächlich eingeleitet mit zwölf Blendenlamellen und ich habe seinen ganzen literarischen Aufbau komplett zunichte gemacht in den nächsten zwei Sätzen und da hat er mich noch für gescholten, dass ich doch bitte kein Spielverderber sei.
Chris Das war eine literarische Überspitzung war das. Es war eine geplante literarische Glanzleistung, die hat nur leider nicht funktioniert.
Boris Hat halt nicht funktioniert.
Chris Aber mein didaktischer Aufbau, der wird halt immer wieder zerschossen hier.
Boris Der wurde von mir jähthorpediert.
Chris Es versteht dich einfach. Keiner versteht mich. Ist halt so. Es ist ein Graus. Es ist ein Graus. Wir haben noch einen Nachtrag. Letztes Mal haben wir über diese sagenhafte Standentwicklung gesprochen, wo wir auf dem Workshop über Nacht 17 Stunden lang Stand entwickelt haben. Unter anderem einen Farbfilm und hatten da Da war ich ja ganz erstaunt.
Chris Ja und hatten aber auch gesagt, der hat nicht wirklich funktioniert. Da war quasi nichts zu sehen. Und das war auch so, wenn man den so gegen das Fenster gehalten hat. Wir haben dann ein, zwei Testscans probiert, so mal auf die Stelle und das war tatsächlich nicht so richtig toll. Aber Michel, der hier auch bei uns war, der hat den mit nach Hause genommen, diesen 22 Jahre abgelaufenen Fujifarb-Negativ-Film, auf dem fast nichts drauf war und hat ihn dann nochmal mit deutlich mehr Licht gescannt.
Chris Also gescheit gescannt. Also hat mal ordentlich Licht drauf geworfen und, hat aus diesem Bild tatsächlich noch, aus diesem Film noch Bilder rausgekitzelt.
Boris Also ich sehe, was du hier zeigst, tatsächlich Schwarz-Weiß-Fotos von der Gegend da bei euch.
Chris Durchaus brauchbare Bilder.
Boris Workshop-Teilnehmern und durchaus, ja, brauchbare Schwarz-Weiß-Bilder.
Chris Also ich muss nur sagen, also, Film ist schon ein saugeiles Medium, weil was da tatsächlich noch drauf war, obwohl wir es fast nicht gesehen haben, das dürfte jetzt schon, also das ist glaube ich ein Rekord.
Boris Also die nächste Challenge ist ja wahrscheinlich dann mal etwas zu machen, um die Bilder wirklich kaputt zu bekommen auf dem Film, weil es scheint mir nicht möglich zu sein. Irgendwas kriegst du irgendwie immer wieder raus.
Chris Ich habe noch sehr alten Diafilm. Ich glaube, das könnte funktionieren damit.
Boris Es wäre ein Versuch. Ihr habt ja bald wieder einen Workshop, nicht wahr?
Chris Ja, also ja, genau.
Boris Dann nimm doch diesen sehr alten, abgelaufenen Dia-Film und dann entwickle ihn als Negativentwicklung in einer ganz langen Standentwicklung. Und dann guck mal, was passiert.
Chris Wir werden sehen. Wir haben nächstes Jahr ja tatsächlich nochmal Experimente mit Filmworkshop. Ganz kurz Updates über die Workshops. gestern am 12. Oktober um 19 Uhr gingen die Klostergeisteranmeldungen auf und ich habe dann heute früh mal kurz im Kloster durchgeklingelt, um zu gucken, was jetzt der Stand ist.
Chris Es haben sich sagenhafte 19 Menschen gestern direkt angemeldet.
Boris Am ersten Abend schon.
Chris Finde ich extrem gut.
Boris Das ist ein sehr ungewöhnlicher Zeitpunkt für den Workshop. ist. Also, ja, finde ich cool.
Chris Naja, und Steffen aus dem Kloster meint, Ich so, ist das gut? Steffen so, also ich glaube, da könnt ihr stolz drauf sein.
Boris Das sind wir auch ein kleines bisschen.
Chris Also insgesamt haben wir ja 27 Plätze. Das heißt, es ist schon ordentlich, was los. Und der Workshop ist erst im September. Das heißt, wir haben da noch einen riesenlangen Vorlauf. Aber wer auch noch rein möchte, also ihr habt jetzt noch die Gelegenheit, aber lasst nicht zu viel Zeit verstreichen, wartet nicht zu lange.
Boris Ja, einige weiß ich, die sind ja schon dabei zu checken, wie das mit den Terminen aussieht, weil es ist natürlich so, erst nächstes Jahr bei vielen Unternehmen, werden dann irgendwelche Veranstaltungen oder Kundentermine festgeklopft oder irgendwelche Release-Termine. Also einige weiß ich sind dabei, das zu klären. Von daher, genau, schiebt es nicht zu weit vor euch hin.
Chris Es gibt mindestens einen, der sich mal Proforma angemeldet hat, weil er noch nicht genau weiß, ob er da freikriegt. Das könnt ihr tun. Ich glaube, der Cut-Off für noch ohne Kosten abmelden zu können liegt, glaube ich, bei sieben Wochen davor oder so ähnlich. Müsst ihr nochmal nachgucken.
Boris Es steht auf der Seite irgendwo.
Chris Aber es ist auf jeden Fall, habt ihr dann schon mal so euer Badetuch hingelegt.
Boris Sehr schöne Analogie.
Chris Zweite Workshop-News ist, dass, der Großformat-Workshop, den wir für nächstes Jahr geplant haben, jetzt schon ausverkauft ist. Also da sind jetzt sechs Plätze weg und mehr als sechs nehmen wir da auch nicht rein, weil das ein sehr betreuungsintensiver Workshop ist. Da gibt es jetzt eine offizielle Warteliste. Das heißt, ihr könnt euch gerne da noch auf die Warteliste eintragen.
Chris Und es kann ja schon mal immer mal wieder sein, dass jemand kurzfristig ausfällt. Also vielleicht wird das noch was. Aber dass der fast ein halbes Jahr vorher, der ist im März, schon voll ist. Ui, ui, ui, ui, ui.
Boris Ja, Respekt. Ich fand es übrigens ziemlich avantgarde, dass du ein großes SZ in die Überschrift genommen hast, beim Großformat. Das ist so ein bisschen Meta auch.
Chris Ja, wer kann, der kann. Das ist ein Großbuchstabe, der heute im deutschen Alphabet drin ist.
Boris Den hat es zu meiner Zeit nicht gegeben. Damals hatten wir das noch nicht.
Chris Und trotzdem haben sie es alle irgendwie verwendet. Alte Männer erzählen vom Krieg. Das ist tatsächlich, Das ist das große Schaf-S finde ich ja so sagenhaft gut, weil vor allem, wie das reingekommen ist. Also ich hätte da Aufstände und Fackeln vor dem Bundestag erwartet, als die das große Schaf-S eingeführt haben. Nichts. Alle haben gesagt, oh ja gut, nehmen wir.
Chris Wo ist dieser komische Verein für deutsche Rechtschreibung, der sonst eigentlich immer nur nervt? Der ist da nicht mal aufgetaucht. Das ist wirklich sehr seltsam.
Boris Die liegen noch komatös in der Ecke, glaube ich. Nein, finde ich schön. Sehr avantgarde, passt zum Thema.
Chris Das ist nicht avantgarde, das ist normal. Das ist Standard.
Boris Nein, das hat so ein bisschen ... Also ich sehe dich da quasi mit so einer schiefen Mütze, mit so einer Zigarette an so einem langen Stab, weißt du? Wie hieß das so? Filter?
Chris Für Boris ist alles Avantgarde, was jünger ist als 20 Jahre. Aber echt, du Avantgarde.
Boris Und dann laufst du so durch die Hallen und sagst, oh, die Rappeln jetzt dein großes Feld.
Chris Es ist Avantgarde. Ich fass es nicht, ich fass es nicht. Das ist schon jahrelang, ist das schon Standard. Aber darum geht es ja hier gar nicht.
Boris Das ist schon fast Art Deko. Na gut.
Chris Wir haben ja mittlerweile auch auf dem Licht gestalten. Im April, im Mai haben wir Push und Pull und die wilde Chemie. Also wer dann nochmal experimentieren möchte mit Film, der ist im Mai hier gut aufgehoben. Die Seewerkstatt im Juni, im September, dann Klostergeister und im November Eat Your Vegetables.
Chris Ein Szenen-Workshop mit Nebenwirkungen. Also geht da hin, wir haben Links in den Show Notes. Und wie gesagt, lasst es nicht zu lange schleifen, vor allem beim Klostergeister, da könnte ich mir vorstellen, dass der sich relativ zügig dann verdichtet.
Boris Bernd schreibt gerade 71 Tage vor Workshop kann noch kostenfrei zurückgetreten werden.
Chris Nicht, dass hier nachher irgendjemand, nicht, dass irgendeins schreit und heult, das wollen wir auch nicht.
Boris Schön. Ja, Buchprojekt geht auch voran.
Chris Dann haben wir, ich sag's dir, das Abenteuerfotografie-Buch ist jetzt endlich, endlich ist es geklärt mit der Signieraktion. Wir hatten da ja mal kurz drüber gesprochen. Und zwar schreibt der Stefan, nur zur Info, ich freue mich, Mail von Autorenwelt. Sie haben bei uns ein Exemplar von Chris Marquardts Buch Abenteuer Fotografie bestellt, bla bla bla bla. Also kurz gesagt.
Chris Wir und der Verlag und Autorenwelt und alle sind sich irgendwie einig geworden, es gibt eine Signieraktion, das heißt, ihr könnt ganz offiziell ein signiertes Exemplar bestellen, aber nur in der Vorbestellung. Es gibt auch eine weniger tolle News aber ganz schlimm finde ich sie jetzt auch nicht, der Verlag hat nochmal nachkalkuliert also den Preis und zwar weil die Kalkulation das Buch des Buches drei Jahre alt war, und da haben sich halt so ein paar Gegebenheiten geändert, Preise, Druckerei Papierfarbe, keine Ahnung was genau und deshalb mussten die den Preis jetzt erhöhen von 26,90 auf 29,90.
Chris Ich finde es, also ich kenne das Buch, ich kann sagen, es ist trotzdem wert, aber das hat Auswirkungen. Das eine, also es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, das Ding zu bestellen. Das eine ist der Buchhandel vor Ort. Da werdet ihr wahrscheinlich einfach bezahlen bei Abholung und dann sagt der Buchhändler oder die Buchhändlerin, ein bisschen teurer geworden und dann könnt ihr euch immer noch entscheiden. Vielen Dank.
Chris Online-Händlern wie Amazon werden solche Bestellungen, wenn sich ein Buchpreis ändert, das kommt vor, aber nur selten, aber wenn es passiert, dann stornieren die diese Bestellung. Das heißt, solltet ihr es im Online-Handel wie Amazon zum Beispiel vorbestellt haben, schaut mal in eure Bestellung, überprüft mal, ob das noch drin ist.
Chris Wenn ihr bei Autorenwelt vorbestellt habt die sind ja mal absolut der Hammer, ich habe mit denen telefoniert und dann die haben mich drauf geschubst, dass sie gesagt haben du sag mal, da hat sich der Preis geändert, was ist das denn und ich habe das dann erstmal klären müssen die werden die Bestellungen, die bis zur Preisänderung eingegangen sind also die noch für den alten Preis von 26,90 reingekommen sind, werden die auch für 26,90 euch geben.
Chris Ihr braucht da nicht drauf zahlen. Die schlucken diese Extrakosten für mich. Oder beziehungsweise werden kreativ, das zu machen. Das wird wahrscheinlich über Freiexemplare vom Verlag irgendwie geregelt, dass da so ein bisschen noch ein Gegenwert irgendwo kommt. Das heißt aber, wenn ihr bei Autorenwelt bestellt habt, braucht ihr nichts zu tun. Könnt ihr euch zurücklehnen. Absolut Respekt.
Boris Also nochmal danke für diesen Tipp auf Autorenwelt, weil ich kannte das auch nicht und finde das wirklich hochspannend. Ja, da haben wir Clemens zu danken.
Chris Der hat mich darauf geschockt.
Boris Ja, Clemens, vielen, vielen Dank.
Chris Wer ab jetzt bestellt, zahlt den höheren Preis, also die drei Euro mehr, 29,90. Und die Signieraktion ist jetzt offiziell terminiert und zwar läuft die bis einschließlich 5.11.26. Das heißt, wenn ihr es bis einschließlich 5.11. bei Autorenwelt vorbestellt habt, dann kriegt ihr ein signiertes Exemplar.
Chris Danach nicht mehr. Also das wird so passieren, dass quasi am 6.11. Bestellt dann Autorenwelt die Anzahl der Vorbestellungen beim Verlag. Die kommen dann zu einem Vertriebspartner. Ich fahre dann dahin und werde hoffentlich sehr großen Stapel Bücher unterschreiben. Aber nicht wissend, für wen welches Buch ist. Das ist ganz wichtig.
Chris Ja, das habe ich mir aufgeschrieben. Wieder die ganze Didaktik kaputt gemacht, scheiße, es versteht schon wieder, schon wieder es ist tatsächlich so, also ich kann, ich weiß nicht wer welches Buch kriegt, das heißt ihr bekommt keine persönliche Widmung, das ist nicht möglich, aber wir sind gerade oder ich bin gerade am überlegen vielleicht kommt da noch ein kleiner Beileger mit rein, also mal schauen, eine Postkarte oder oder oder oder, das kann ich tun mir wurde gesagt, dass Ein Beileger ist okay, aber er darf nur maximal 2% vom Buchwert haben.
Chris Wegen Buchpreisbindung, das ist gesetzlich festgelegt. Also ich kann jetzt nicht sagen, wenn ihr dann ein Buch bestellt, dann was weiß ich, dann liegt da ein 10-Euro-Schein drin oder so. Das geht nicht.
Boris Geht halt nicht. Oder irgendwas anderes Äquivalentes in dem Wert.
Chris Richtig.
Boris Ein Goldbarren.
Chris Und dann, sobald ich da unterschrieben habe, verschickt Autorenwelt die Bücher an euch. Das bedeutet auch, dass ihr die Bücher ein klein wenig später bekommt als der offizielle Veröffentlichungstermin. Also der Erscheinungstermin ist der 5.11., die haben das also jetzt vorgezogen. Ihr designierten Bücher müsst ja noch, keine Ahnung, drei, vier Tage warten, bis das alles irgendwie logistisch abgelaufen ist.
Chris Aber wir beeilen uns, das soll also so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Und versandt innerhalb Deutschlands kostenlos. Und das Interessante, eigentlich verschicken die nicht ins Ausland. Die verschicken innerhalb Deutschlands. Aber signierte Bücher werden auch nach Österreich verschickt, allerdings mit Versandkosten.
Chris Unsignierte nicht mehr dann von denen. Aber wenn ihr ein signiertes wollt nach Österreich und die Versandkosten tragt, da ist dann so ein Rechner irgendwie auf der Website, könnt ihr das auch über Autorenwelt machen. Schweiz leider nicht. Tut mir leid. Ihr müsst dann halt mit dem Buch zum Workshop kommen, zum Beispiel zu Klostergeister.
Chris Ist ja nicht so weit von der Schweiz weg.
Boris Cool.
Chris Also, Signieraktion läuft. Ende 5.11. ist die Deadline. Bis dahin müssen die Sachen vorbestellt sein, sonst wird, sonst gibt es nichts Signiertes verschickt. Und ich hoffe mal, dass dann der Stapel richtig groß wird. Und ich sitze dann zu Hause, warte auf dich und habe schon die Tube Beinwellsalbe in der einen Hand und die klebrige Mullbinde in der anderen.
Chris Du meinst gegen die Sehenscheitenentzündung? Genau. Wahrscheinlich. Wahrscheinlich. Keine Ahnung. Keine Ahnung. Ja, wir müssen noch mal ganz kurz über Chrisou reden. Der ist ja hier Hörer, hat ja auch schon immer wieder was beigetragen, fotografiert analog und dem ist ja vor einigen Tagen das Haus abgebrannt.
Chris Haben wir kurz drüber geredet alle Menschen und Haustiere und so weiter haben es überlebt also keine Schäden meggenommen das Haus ist allerdings hinüber und fast alles was irgendwie da drin war, und Grisou ist Fotograf und fotografiert und im Slack wurde so ein bisschen rumgefragt sag mal, kann man dir irgendwas Gutes tun? Hast du irgendwelche.
Chris Irgendwelche, kann man dir irgendwas helfen, was guttun? Dann meinte er, ach wisst ihr was, wenn irgendwie was guttäte im Moment, dann Filme. Das heißt, falls ihr im Slack seid, ich will jetzt hier nichts groß in Adressen breitreden und so weiter, aber falls ihr im Slack seid, da ist seine Adresse und wir sind ja auch schon mal durch die Kisten durchgegangen und geguckt.
Chris Ich glaube, er kann auch gut mit abgelaufenen Filmen klarkommen. Also, da ist auch gar nicht wichtig. Vielleicht sogar die, vielleicht habt ihr noch eine alte verstaubte Mittelformatkamera oder irgendwas. Könnte ich mir ganz gut vorstellen, dass eben das ganz gut kommen wird.
Boris Ja, ich drücke mal die Daumen, aber ich denke, fotografisch kriegen wir dich wieder auf die Beine, Krisu, das kriegen wir.
Chris Ja.
Boris Also, wir als Community. Sehr schön.
Chris Genau. So, dann hast du noch ein paar News-Item mitgebracht.
Boris Ja, einmal ein Service-Update. Wie gesagt, ich weiß ja, dass einige Leute sich freuen, wenn wir auch über Firmware-Updates berichten. Ich kann inhaltlich wenig dazu sagen. Es geht um die Panasonic S9 und um die Panasonic S1-Serie. Für die Panasonic S9 gibt es jetzt die Firmware 2.1. Dort wurde hauptsächlich im Videomodus gearbeitet.
Boris Nämlich, wenn ihr MP4-Video aufnehmt, auch im Light-Modus, habt ihr jetzt mehr Auswahl bei den Bildraten. Also 4K gehen jetzt auch mit 50 und 60 Bildern. Das war vorher, glaube ich, nur bis 25 oder so was. Oder 30. Und bei Full HD geht jetzt auch 25 Bilder, 50 Bilder, 60 und 120. Also einfach mehr Auswahl.
Boris Und außerdem, wenn ihr kompatible S-Objektive angeschlossen habt, dann habt ihr jetzt viel mehr Möglichkeiten, die Funktionstaste zu belegen mit allen möglichen Funktionen. Müsst ihr mal selber schauen, ob da was für euch dabei ist, ob euch das bisher gefehlt hat. Und die Panasonic S1-Serie, da ist die Firmware jetzt auf Version 1.5, respektive 1.6 geklettert, je nach Modell.
Boris Da heißt es, dass die Auslöseverzögerung reduziert wurde und die Serienbildrate mit externen Blitzen optimiert wurde. Und man spricht von Stabilitätsverbesserung. Ich habe jetzt aber auch nicht gehört, dass es da Probleme gab, aber sie werden sicherlich irgendwas gefixt und optimiert haben. Also da könnt ihr mal schauen. Panasonic S9 und S1 Serie.
Boris Lohnt sich vielleicht mal da ein Firmware-Update einzuspielen. Und das andere, was ich rausgetan hatte, das fand ich ganz spannend. Von Sirui gibt es nämlich neue Objektive.
Chris Das ist so faszinierend. Also Sirui ist ja bei mir echt immer noch, verortet als Hersteller von günstigen Stativen.
Boris Eigentlich schon irgendwie, ne?
Chris Ich war, also das habe ich dir ja damals kennengelernt.
Boris So Aluminium-Stativ-Anbieter.
Chris Ja, die auch ordentlich waren, aber das war halt so eine Billigmarge, würde ich nicht sagen, aber einer der günstigeren Anbieter aus China von Stativen. Eine Budget Brand. Eine Budget Brand, genau. Sehr schön, diese Business- Begriffe.
Boris Und so mit diesem Videokopf, so mit dem Griff dann zum Schwenken und so.
Chris Die machen jetzt hier Objektive.
Boris Die machen Objektive, das ist auch schon relativ lange und erfolgreich und die haben zum Beispiel die Aurora-Serie. Da gab es bisher 35 und 85 Millimeter, also sehr beliebte Brennweiten. Die ergänzen sie jetzt im Weitwinkelbereich und zwar im lichtstarken Bereich, deswegen die Aurora Serie und zwar einmal 15 Millimeter mit Blender 1.6 und 24 Millimeter mit Blender 1.4.
Boris Also zwei sehr lichtstarke Brennweiten, die auch aber sicherlich nicht nur für die Astrofotografie interessant sein können. Autofokus ist ein Stepper-Motor drin. Für Sony E, für Nikon Z, für L-Mount und für Fuji X soll das Ganze verfügbar sein. Und die Preise bewegen sich so um 500 bis 600 Dollar. Euro-Preise kenne ich jetzt nicht. Da könnte ich mir vorstellen, das wird dann ähnlich plus Mehrwertsteuer liegen.
Boris Spannend finde ich aber, dass sie eine ganz neue Objektiv-Serie gestartet haben, nämlich die Swift-Serie. Und diese Objektive zeichnet nun aus, dass sie sehr kompakt und vor allem auch sehr leicht sind. Genau wie die Aurora auch für Vollformat gerechnet. Und auch hier für Sony E und für das L-Mount und vermutlich auch für Nikon Z und Fuji X. Das ist noch nicht bestätigt, aber ich gehe mal bei Siroi davon aus.
Boris Und wir haben hier zwei Brennweiten, einmal 20 mm und einmal 40 mm. 40 finde ich schon persönlich sehr spannend. Das 20 mm mit Blende 2.4, das 40 mm mit Blende 2.2, und die liegen bei 205 beziehungsweise 210 Gramm, sind also wirklich sehr leicht, und haben Maße, die sind sehr ähnlich, diese beiden, also 20 und 40 mm, sehr ähnliche Bauformen.
Boris Das 20 mm hat knapp unter 7x6 cm und das 40 mm ist quasi 7x6 cm. Das ist schon wirklich ganz schön klein und kompakt. Das finde ich sehr, sehr sexy. Könnte mir für Vollformat gefallen, aber mit dem RF-Mount bin ich ja da nun leider raus. Und Preise sind hier auch noch unbekannt. Ich weiß jetzt nicht, wie Sie die Swift-Serie platzieren wollen, ob das eher eine günstige Serie wird.
Boris Also dann mit vielleicht langsamerem Autofokus. Auch hier ist ein STM-Motor drin. Oder ob das eher dann ähnliche Preisrahmen hat wie andere Sirui-Objektive in dem Bereich. Und dass der Preis dann eher über die kompakten Maße gerechtfertigt wird. Keine Ahnung. Ich würde hoffen, dass es günstigere werden, so für den Einstieg in dem Bereich.
Boris Wie gesagt 40 mm finde ich sehr spannend, warum das so ist, das werde ich bestimmt nachher noch kurz drauf eingehen, Ja, soweit. Zur Qualität kann ich bei allen nichts sagen. Kenne ich nicht, habe keine Reviews angeguckt.
Chris Warten wir mal ab. Das wird irgendwann durch die Fotopresse gehen, ob es was taugt oder nicht.
Boris Da gehe ich ganz stark von aus. Aber mehr Angebot und mehr Wahl finde ich in diesem Fall tatsächlich auch mehr gut. Also das tut auch den Etablierten gut, wenn da solche Angebote kommen.
Chris Tja, dann kommen wir jetzt zu Monis Thema. oder einem Thema, was Moni uns mitgebracht hat. Ich wusste von der Frau bisher noch nichts, Mascha Iwashinzova. Und wir haben es ja vorhin schon mal kurz angeteasert, sie wird auch schon mal die russische Vivian Meyer genannt. Die Frage ist nur, ist das denn so? Was wissen wir über diese Frau?
Chris Was müssen wir über diese Frau wissen? Ich glaube, es gibt eine Sache, die sie mit ihr gemein hat. Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum das medial so ein schöner Aufhänger war. Die Frau hat sehr, sehr lange fotografiert. Also sie ist geboren 1942 und gestorben, also 1942, gestorben 2000. Und sie hat viele, viele, viele Jahre fotografiert, ohne dass das groß jemand wusste.
Chris Also Leute wussten, die sie kannten, haben sie viel mit einer Kamera gesehen, aber ihr Werk war nicht bekannt in dem Sinne. Und erst als ihre Tochter ihren Nachlass gesichtet hat. Hat sie das Material gefunden. Also wir reden von um und bei 30.000 negativen, und auch einer Menge unentwickelten Films.
Chris Und ich glaube, das war bei Vivien Mayer ja so ähnlich. Die war, glaube ich, Kinderfrau und hat sehr, sehr lange fotografiert, hat überwiegend Street gemacht. Ja, nur dass Vivien Mayer halt von extern irgendwie dann entdeckt wurde durch einen Zufallsfund in so einem Storage-Verkauf. Und der berühmte Speicherfund in Anführungszeichen. Genau, und hier war es halt in der Familie, aber das muss ja jetzt nicht viel bedeuten.
Chris Ja, und ich glaube, da erschöpfen sich eigentlich auch die Ähnlichkeiten schon. Also die Masha Evashinzova, die war Teil eines großen intellektuellen Milieus, also die hat sich rumgetrieben mit Künstlern, mit Literaten. Ihr Gatte war, glaube ich, Linguist. Ihr späterer Liebhaber, nachdem sie sich von Irrmann getrennt hat, war durchaus Fotograf.
Chris Also die hat sich so bei den, ich sage mal, im feinsinnigen Bereich, war sie viel unterwegs, viel Künstler, viel Literaten. Und die hat eigentlich, kann man sagen, ihre Kamera als Tagebuch benutzt. Die wollte eigentlich ständig fotografieren. Denn die war von Haus aus oder von, ich glaube, so wie ich es gelesen habe, eigentlich eine sehr kreative Person.
Chris Die hat auch sehr lange Ballett gemacht und dann, als ihre Supporterin in Sachen Ballett gestorben ist, das war ihre Oma, haben ihre Eltern gesagt, nee, du machst jetzt was Technisches. Und dann ist sie erst auf ein technisches Gymnasium und später hat sie, glaube ich, irgendwie Ingenieurwesen studiert. Also kennt man ja häufig, dass so manche Kreative das nie so richtig als Beruf leben können.
Chris Und sie hat es halt als, ja, ich glaube, als Outlet einfach gebraucht, um zu funktionieren, hat es also quasi als visuelles Tagebuch benutzt. Und was ich spannend finde, sie hat das nie gezeigt. Sie hat einfach nur für sich fotografiert. Sehr, sehr viel. Und streckenweise noch nicht mal selbst interessiert, was drauf war. Ich meine, wenn es heißt, es ist jede Menge unentwickelter Film gefunden worden.
Chris Also die Frage, war das vielleicht auch eine finanzielle Sache? So ein Film entwickeln kostet ja was. Die Frage, ob sie es selber gemacht hat, das kann ich nicht sagen. Sie hat ja fast nur Schwarz-Weiß fotografiert. Später hat sie angefangen, auch Farbe zu machen, aber sie hat lange nur Schwarz-Weiß fotografiert.
Chris Sie hatte auch schwer mit Depressionen und ähnlichen Dingen zu kämpfen, was dazu geführt hat, dass sie irgendwann nicht mehr berufstätig sein konnte. Und das war in Russland zu der Zeit ja eigentlich gar nicht möglich. Also Arbeitslos sein war kein Zustand, der okay war. Also sie hatte am Ende die Wahl, ich weiß nicht.
Chris Also ich glaube, sie hat sich quasi auch deshalb, weil sie nicht arbeiten konnte, einweisen lassen. Und die hat dann sehr, sehr viele Jahre ihres Lebens auch in der Klinik, in der Nervenheil, also psychiatrischen Klinik, Nervenheilanstalt verbracht. Und vielleicht lag das auch daran, dass sie dann nicht alles permanent entwickeln konnte.
Chris Ich finde die Bilder unheimlich spannend. Das ist so eine Mischung aus Street, das kennt man ja auch von Vivian Meyer, aber auch ganz viel privaten Bilder, so ihr Umfeld, ihre Freunde, teilweise auch Blick aus dem Fenster. Und es ist ein sehr ungeschöntes Bild und ein sehr, sehr nicht propagandistisch verbrämtes Bild.
Chris Es sind auch sehr kontrastige Bilder, Sehr viel Schwarz, sehr viele Sachen, die so ganz bewusst irgendwie absaufen. Auf jeden Fall. Und das wollte ich denn jetzt gerade dazu sagen. Jetzt ist es mir entfallen. Gedichtet hat sie auch. Also sie hat tatsächlich... Ja, ich glaube, sie hat das sehr, sehr stark halt für sich getan und ein Bild von Russland gezeichnet, was du so zu dem Zeitpunkt nicht so häufig gesehen hast, weil russische Medien haben Russland anders porträtiert.
Chris Das hier ist sehr, sehr nah, sehr nackt, sehr ungeschönt und es hat halt überhaupt nichts mit Helden-Epen über den ach so produktiven Arbeiter oder. Es sind normale Bilder es ist der normale Alltag.
Boris Man würde sagen banal wenn sie nicht so schön komponiert wären würde man schon sagen das sind halt Schnappschüsse aber sie sind halt qualitativ über dem Schnappschuss aber das erklärt das was du gerade erzählt hast wenn sie in dem Milieu unterwegs war also dann ja auch ein, Kunstverständnis oder auch eine Wahrnehmung davon hatte dann spiegelt sich das natürlich auch wieder aber es sind halt wirklich ganz normale Bilder.
Boris Was wir auch immer gerne sagen, es muss nicht jedes Foto irgendwie ein Werk sein oder einen tieferen Gedanken oder irgendeinen Epos beinhalten. Es kann auch einfach mal diese Momentaufnahme sein, weil der Augenblick sehr absurd oder sehr schön oder eben der Alltag war, wie du sagst, so ein Tagebuch. So ein liebes Tagebuch. Heute war ich ein Tee trinken oder so.
Chris Genau, die Geschichte ihres Lebens. Und was auch die Geschichte ist, also ich mag ja dieses Bild, was Chris gerade, das sehen leider die Hörer nicht, das Bild durch dieses Treppenhaus nach unten, das gefällt mir ja persönlich unheimlich gut. Sie war ja auch von sehr starken Männern umgeben, also ihr Mann muss sehr, sehr, Ja, opinionated, fast schon dominant gewesen sein.
Chris Ihr zweiter Partner war ja auch Künstler. Sie hat sich immer sehr klein gefühlt. Sie hat auch mal gesagt, dass sie eigentlich gar nicht den Eindruck hat, dass ihre Sachen irgendeine Signifikanz haben im Vergleich zu dem, was die Menschen, mit denen sie sich umgibt, so künstlerisch entwickeln und zeigen.
Chris Und sie hat, glaube ich, auch Imposter-Syndrom gehabt, wie man es so schön nennt. Und was ich interessant finde, ist, wie sich, also wenn ich kreativ irgendwas mache, dann möchte ich für mich immer sehen, dass es mir gefällt. Ich bin auch selber eine harsche Kritikerin des Ganzen, aber ich möchte es natürlich auch, das Erste, wenn ich was gemacht habe, was ich gut finde, zeige ich es Christen, was hältst du davon und so.
Chris Also irgendwie Kreativität ist auch durchaus daran gekoppelt bei mir, dass ich die Sachen irgendwie in die Welt schaffe, vielleicht nicht in Form von Ausstellung oder so, aber ab und zu mal sage, hier guck mal, was ich gemacht habe. Also man will irgendwie auch eine Feedback-Schleife haben, ob das bei anderen was auslöst oder ob es gefällt.
Chris Und ich finde es so spannend, dass sie kreativ sein konnte, ohne diese Feedback-Schleife zu haben. Jahrzehntelang nicht. Könntet ihr euch das vorstellen, kreativ zu sein, ohne, also quasi nur für die eigene Tasche und noch nicht mal. Sie hatte teilweise nicht mal selbst gekannt, die Ergebnisse.
Boris Ja, ist schwer zu beantworten, weil, also, bei mir ist es jetzt nicht so, dass ich ein Foto mache und dann Tanja frage, wie findest du das, sondern bei mir ist es dann eher so, dass ich halt Fotos mache, dann mache ich eine Auswahl davon und dann kriegt das natürlich mein Umfeld mit, weil die ja unter Umständen da drauf sind.
Boris Und es ist tatsächlich so, dass ich viele Fotos mache, jetzt gerade die Landschaftsbilder, die ich jetzt gerade neulich bei Mastodon gezeigt habe, die hat Tanja auch nicht zuerst gesehen, sondern die habe ich halt gesehen. Aber trotzdem postest du sie dann irgendwo nach ein paar Tagen, wenn du dann so das Gefühl hast, so jetzt zeige ich sie mal, und dann kriegst du ja doch ein Feedback.
Chris Ist ja so eine Sache, weißt du, heute haben wir Social Media, heute haben wir ja ganz andere Möglichkeiten, auch Bilder vorzuzeigen. Du hast ja zu der Zeit einfach Bilder, wenn dann irgendwo halt als Papier rumgezeigt, aber das war immer nur ein kleiner Kreis. Du konntest ja ein größerer Kreis gar nicht sehen, du konntest dann damit auch nicht das weitere Feedback bekommen.
Chris Also auch nicht, im Zweifel auch nicht erkannt werden, vielleicht von Leuten, die sagen, boah, das muss aber hier öffentlicher sein, ich booste das mal. So was gab es ja ganz lange nicht. Und zu ihrer Zeit gab es das noch nicht. Ihr Outlet wäre wahrscheinlich gewesen, das für eine Zeitung oder ein Magazin anzubieten. Und dann bist du halt wieder bei den Gatekeepers, weißt du, dann hast du wieder die, die entscheiden über dich und hast damit keine Möglichkeit, das irgendwie.
Boris Also früher war es ja so, wenn mein Vater oder meine Mutter aus dem Urlaub dann mit mir zurückkam, dann haben die ja ihre Fotos entwickelt, meistens mein Vater. Und dann gab es entweder einen Dia-Abend.
Chris Also eine sogenannte Zwangs-Dia-Show.
Boris Da gab es eben Dia. Dann wurde halt im Familien- und im Freundeskreis wurden dann halt Bilder gezeigt. Und wenn es halt keine Dias waren, dann hat meine Mutter in der Regel eine Auswahl getroffen, hat ein Fotoalbum gemacht. Und das wurde dann bei der nächsten Feier rumgereicht. Aber jetzt nenn mir mal irgendein Familienmitglied oder jemanden aus dem Freundeskreis, der sagt, oh, das hätte ich anders gemacht. Sondern das sind natürlich alles schöne Fotos. Das sind schöne Fotos.
Chris Besonders wenn es peinliche Babybilder sind.
Boris So richtig Feedback kriegst du dann auch nicht.
Chris Ja. Und derselbe Aspekt, aber das verbindet sie dann wieder mit Vivien Mayer, dass natürlich jetzt die Nachwelt entschieden hat, was davon zeigenswert ist. Sie selber hat es nie kuratiert, nie zu Serien zusammengestellt. Wir wissen gar nicht, ob sie einverstanden wäre damit, dass die Bilder jetzt gezeigt werden. Wie bei Vivien Mayer. Mhm.
Chris Und ich finde, also wir werden, denke ich, ein paar Links in die Shownotes packen. Das Oeuvre, sage ich mal, ist, glaube ich, 2017, nee, 2018, 2019 halt tatsächlich dann veröffentlicht worden. Und an mir ist es, wie gesagt, völlig vorbeigegangen zu dem Zeitpunkt. Ich habe das jetzt neulich erst gesehen. Und ich finde, es lohnt sich total, die Bilder anzuschauen. Ich finde die ganz stark. Die machen was mit mir.
Chris Und wäre halt mal ein anderes Bild. Wir sehen halt sehr viel, in der Regel sehr viel Fotos von Fotografinnen und Fotografen aus dem Westen, viel amerikanische Fotografie und auch durchaus auch europäische. Ich finde, wir sehen, also zumindest in meinem Bewusstsein, nicht so viel zum Beispiel aus Russland oder aus Osteuropa.
Chris Ja, und wenn, dann siehst du halt relativ oft kuratiertes Material, was es hier auch ist. Richtig, aber ich meine dann teilweise, Sachen, die jetzt an die größere Glocke gehängt werden, die sind dann oft... Naja, zensiert will ich nicht sagen, aber eher so ein bisschen gelenkter. Ja, sehr editiert. Die sollen halt ein ganz bestimmtes Bild erzeugen.
Chris Und das Bild, was man so in den 80er-Jahren von Russland hatte, das zeigen die Bilder halt eigentlich so eher nicht.
Boris Nee, gar nicht. Was aber jetzt durchaus sympathisch ist, weil das vermittelt schon eine sehr, ja, eine Nähe irgendwie. Also so die Menschen da drumherum, alle irgendwie, Ja, also wirkt alles sehr freundlich, wirkt alles sehr bevölkert, wirkt irgendwie, also ich würde jetzt sagen, sehr nahbar, genau, das ist ein schönes Wort, genau.
Boris Und wie du schon sagst, da sind halt auch ein paar Aufnahmen dabei, deswegen finde ich das so interessant, das wird sich wahrscheinlich lohnen, sich mal mehr davon anzugucken, weil sie so unterschiedlich sind. Also du hast auf der einen Seite so diese, wie soll ich sagen, diese familiären, ja diese nahbaren Bilder, die häufig so aus der Situation, entstanden aussehen oder hey, das Kätzchen ist ja süß, wollt ihr mal ein Foto haben oder darf ich mal ein Foto machen?
Boris Und dann, das wird nicht irgendwie Stunden gedauert haben, das ist so hallo, mal kurz, klick und weiter. Auf der anderen Seite hast du so Momentaufnahmen wie eben dieses Ding im Treppenhaus oder die Silhouetten, ich weiß nicht, ob das eine Kneipe war oder wo das war, aber so im Gegenlicht mit dem Fenster, wo du sagst, Das ist doch nicht zufällig entstanden. Da hat sie doch ein Bild im Kopf gehabt.
Chris Und manche Sachen, das mit dem Treppenhaus, hat für mich sehr starke KT-Bresson-Vibes. Weil das ist so auch der Moment, wo der Mensch durch dieses schwach beleuchtete Treppenhaus durch die beleuchtete Haustür rausgeht. Das ist so genau dieser Moment abgedrückt.
Boris Also da hat sie Textur, Flächen, Licht und Form gesehen und hat gesagt, jetzt muss da noch was passieren oder so. Jetzt muss da noch einer durch.
Chris Genau. Es sind sehr, sehr unterschiedlich und manche sehen auch hier Dorothea Lange oder Lange, wie sie heißt, amerikanische Fotografin. Da sind auch ein paar Bilder hier von Masha dazwischen, wo ich sage, das sieht so ein bisschen nach ihr aus. Also ich nehme mal an, dass sie auch durchaus natürlich Einflüsse oder auch Fotografen und Fotografen kannte, die sie beeinflusst haben.
Chris Also extrem vielseitig das Werk und aus meiner Sicht sehr sehenswert.
Boris Ja, aber es ist ja auch ein Stück weit zeugt das ja auch von der Kreativität oder dem inneren Auge, dass du halt eben Dinge siehst. Also zum einen willst du mal dokumentieren oder so, das Tagebuch machen. Auf der anderen Seite willst du eben doch mal irgendwie was Interessantes festhalten. Ich meine, ich habe mich mit der Kamera auch schon in Treppenhäuser gestellt und habe da irgendwie gegen die Fenster fotografiert, weil ich das einfach toll finde, wie das Licht sich so über die Kanten schleicht oder so.
Boris Das sind so Bilder, die habe ich hier auch niemandem gezeigt. Das sind halt so meine Bilder. Keine Ahnung, ob die jemandem gefallen. Ein oder zwei hatte ich mal irgendwo auf die Webseite gestellt. Aber ich habe schon den Eindruck, dass sie hier sehr viel Spaß an der Architektur und an diesen Formen und dem Licht hat und wie sich dieses Licht da spiegelt oder reflektiert an den Wänden.
Boris Ich meine, das ist ja, also ich möchte mir gerne mal vorstellen, wie das in Farbe war und das ist ja dann in schwarz-weiß festgehalten, nur in Kontrasten und sie wird ja, als sie da gestanden hat, noch ein ganz anderes Erlebnis gehabt haben.
Chris Wenn ich eins finden würde, was die Bilder alle eint, dass ich den Eindruck habe, das hat eine Frau fotografiert, deren Hobby sehen war.
Boris Ja, hilft es. Auf jeden Fall.
Chris Egal in welchem Genre, aber wahrnehmen, umsetzen. Wir haben einige Links davon für die Shownotes. Könnt ihr gerne noch mal selber reingucken. euch mal ein bisschen in eine komplett andere Welt nochmal begeben, weil das ist es im Prinzip.
Boris Ist da irgendwie bekannt, ob da eine Ausstellung draus entstehen wird oder mehrere?
Chris Da ist, glaube ich, eine Ausstellung verlinkt. Weiß aber jetzt nicht, wo die genau ist und so weiter. International Center of Photography. Ich muss aber gerade, ich weiß gar nicht, ob da die Ausstellung war oder ob die nur sie jetzt führen in ihrer Kartei. Ich bin jetzt ehrlich gesagt gar nicht mehr sicher. Doch, ich glaube, es hat eine Ausstellung gegeben, weil die ist sicherlich auch schon ein paar Jahre her.
Chris Wie gesagt, in Anführungszeichen Entdeckung war ja Ende der 2010er Jahre und da hat sie mit Sicherheit was stattgefunden, nur wir haben es einfach nicht mehr so auf dem Schirm.
Boris Ja, vielleicht kriegt das ja nochmal ein bisschen Aufmerksamkeit, dass man vielleicht auch in Deutschland sich sowas mal angucken kann.
Chris Schön wäre das sicherlich.
Boris Tja, spannend, spannend. Ja, man möchte wirklich mal wissen, wie viel Material noch so in manchen Kellern und Schränken und Dachböden schlummert von Leuten, wo man es nie erwartet hätte. Wahnsinn.
Chris Das wirst du nie erfahren.
Boris Ja, mich erinnert das immer so ein bisschen an diese Grabungsstätten da in Ägypten um die Pyramiden herum. Dann denkst du auch, also seit 100 Jahren und drüber sind sie da am Buddeln und am Machen und am Tun, dann denkst du, meine Güte, inzwischen haben sie mal alles gefunden. Nö, wir finden jedes Jahr neue, faszinierende Überraschungen da.
Boris Und so ist das mit der Fotografie auch. Muss man auch sagen, dank analog. Nicht wahr? Ich meine... Mal gucken, wie viele Speicherkarten man in Zukunft so findet, die man dann noch lesen kann.
Chris Ja, dann kommen wir kurz zu einem Thema, was uns jetzt mehrere Leute geschrieben haben. Der Nico hat uns darauf hingewiesen. Es geht um das Thema Artcraft. Und das Klonen der Adobe Suite, schreibt, ist dann bald Leitraum für Umme. Andreas fragt, was haltet ihr von den Artcraft-Tools als Alternative für Privatanwender total überteuerten Adobe-Produkte.
Chris Und wir haben uns überlegt, inwiefern wir das hier reinbringen. Wir müssen es hier reinbringen, weil es ist ein Thema, was die Fotografiewelt in irgendeiner Form, berührt. Kann man so sagen. Also hat ja indirekt irgendwie...
Boris Wenn selbst mir das von diversen Seiten um die Ohren geschlagen wird, dann berührt das irgendwen da draußen.
Chris Es geht auch über alle Blogs und über alle Social Media. Also das Ding ist, da ist jemand oder ein Mensch oder eine Gruppe und da wird gerade die Adobe Suite nachgebaut, also Photoshop, Lightroom und so weiter. Aber auch andere Sachen zum Beispiel die Microsoft Office Suite wird nachgebaut, AutoCAD was habe ich noch gesehen, Pro Tools Audio, professionelles Audio Tool, AutoCAD, also alles mögliche wird da gerade nachgebaut. Natürlich mit Hilfe von KI.
Chris Das Ganze steht aktuell Open Source auf GitHub. Es ist nicht komplett. Also da fehlen Features. Das ist immer noch so halb im Entstehen im Moment. Was da rauskommt, ist aber funktional.
Boris Sie haben Anfang Oktober angefangen. Also ein komplettes Feature-Set kann es in der Zeit auch mit KI nicht geben.
Chris Genau, es ist funktional, zumindest das, was da ist. Es ist erstaunlich wenig, was man so als Slop bezeichnet. Da scheinen, so scheint es zumindest Menschen dran zu sein, die so ein bisschen wissen, was sie tun. Und ja, in kürzester Zeit ist da eine Software-Klon-Geschichte am gehen und, natürlich werden wir dann auch gefragt, was haltet ihr denn davon?
Chris Und ich bin extremst, Zwiegespalten, was das angeht. Also es ist natürlich erstmal der Impuls, wir sind ja auch sehr Adobe-kritisch, Thema Abo-Modell, Thema Login durch Features und so weiter. Und das ist natürlich erstmal, da freut man sich, dass Adobe eins ausgewischt bekommt. Das haben die verdient, so ungefähr.
Chris So fühlt sich das ein bisschen an.
Boris Ist auch bei vielen draußen der Impuls, die mir das verlinkt haben, tatsächlich.
Chris Es ist auch sehr einfach, was toll zu finden, nur weil es sich gegen einen Bösen richtet. Was da technisch passiert, ohne das jetzt auszutreten, letztendlich ist das eine vollautomatisierte Reverse Engineering Maschine, die da läuft. Das gibt dieses Tool, R-E-A, Re, Easy, irgendwas. Also es ist auf jeden Fall, Rea heißt dieses Tool. Und damit kannst du im Prinzip, kommerzielle Software klonen.
Boris R-E-A, Reverse Engineer Anything, genau.
Chris Reverse Engineer Anything, genau.
Boris Geht zu sehr ins Detail. Also die KI guckt sich halt das Programm an, wie sie etwas macht und versucht es dann in eigenen Worten neu zu schreiben.
Chris Es ist also nicht eine Raubkopie, sondern es ist eine Neuimplementierung. Das heißt eine neue interpretation genau der schritt eins ist es wird entkompiliert das kann man heute mit tools machen also du nimmst die software und machst da wieder source code draus im prinzip, schritt zwei ist dann wird das analysiert und da wird eine spezifikation geschrieben und die wird dann im lm gegeben mit dem kommando macht das mal macht da mal wieder software draus da wird das quasi neu geschrieben so.
Chris Und Reverse Engineering, also das Umkehren, das Rausfinden, wie was gebaut wurde, ist ja durchaus meistens auch eine sinnvolle Sache. Du tust das, um Dinge zu verstehen oder um sie mit was anderem zu integrieren oder es gibt reihenweise sogenannte Abandonware, also alte Software, die niemandem mehr gehört sozusagen.
Chris Wenn du sowas bewahren willst, dann musst du reverse-engineeren, also musst verstehen, was da passiert, um es auch irgendwie weiter betreiben zu können. Das ist die eine Seite. Und die andere Seite ist jetzt, gibt es ein Tool, was in industriellem Maßstab die Softwarearbeit von anderen eins zu eins nachbauen kann.
Chris Und auch das UI, was andere entwickelt haben, eins zu eins nachbauen. Sowas war mal richtig teuer. Das hat sehr viel Expertise benötigt. Da waren Menschen, die ihr ganzes Leben lang gelernt haben, wie man sowas macht und liest und so weiter. Und mit diesem Reha gibt es quasi eine automatisierte Analyse und dann ein Coding-Model und das kostet auch nicht mehr viel.
Chris Also zumindest wenig im Vergleich zu der Entwicklungskosten.
Boris Wir reden halt nicht von Millionen, sondern vielleicht von ein paar Tausenden.
Chris So. Adobe wird das vielleicht noch irgendwie überstehen. Mit Sicherheit haben die ihre Armee von Anwälten gerade schon im Anschlag, was das angeht. Aber jetzt denke ich mal halt an eine kleine Fünf-Personen-Firma, die irgendwie fünf Jahre an einem Produkt gearbeitet hat und damit auf den Markt kommt, weil sie irgendwas ganz Innovatives machen und wenn deren Produkt dann innerhalb von einem Wochenende in Open Source verwandelt wird.
Chris Das werden die nicht überleben. Das ist nicht lustig. Das heißt, jeder, der mal Software gemacht hat, weiß, dass der Wert der Software in zigtausenden kleinen Entscheidungen liegt. Du musst lauter Entscheidungen treffen. Wie ist das in dem UI? Wie wird das gehandhabt? Und so weiter. Das sind einfach Entscheidungen, Entscheidungen, Entscheidungen. Und je richtiger die sind, desto besser wird die Software.
Chris Und wenn das jetzt einfach quasi automatisiert neu gebaut werden kann, wer wird dann noch Energie und Geld und Zeit in eine Neuentwicklung stecken wollen, wenn er weiß, dass das Ding, sobald es released ist, auch schon Open Source ist? Das ist ein ganz schwieriges Thema, finde ich. Was ich super interessant finde, ist, früher hatte China den Ruf, du bringst irgendwas raus, irgendeine Technik und in kürzester Zeit bauen die Chinesen es nach und zwar billiger.
Chris Und die ganze Welt hat sich drüber China geärgert und fand das katastrophal schlimm. Und heute passiert so was Ähnliches mit KI und ganz viele Leute zucken die Schultern und sagen, ja, so ist es halt. Ich habe vorhin überlegt, Boris, du bist Softwareentwickler.
Boris Oh ja.
Chris Du bist in einer Firma, die Software für Gartenbau macht. Das ist eine Branchensoftware, die ist hochspezialisiert.
Boris Oh ja.
Chris Und da arbeiten Leute, die da ihren Lebensunterhalt verdienen. Und es steht jetzt mit diesem Tool, übrigens, dieses Reha ist jetzt nichts Neues. Da sind Tools drunter, die schon seit Jahren existieren. Das ist jetzt nur quasi eine Zusammenfassung dieser Tools. Das wird jetzt quasi so, da wird die KI macht quasi so eine, ja wie sagt man heute, ein Harness drumherum, also so eine Struktur drumherum, damit das automatisiert werden kann.
Chris Aber jetzt stell dir mal vor, die Software, die Gartenbausoftware, die nimmt jetzt einer und sagt, ja. Ich bastel die jetzt neu. Ich lasse die jetzt neu machen.
Boris Erzähl mir mal was. Das ist alles nicht neu. Und der Witz ist, es geht jetzt halt mit den heutigen Techniken besser. Also wir sind jetzt hier kein Softwareentwicklungspodcast, aber da du es angesprochen hast, also früher wurde das schon händisch gemacht durchaus. Also es gibt kleine Unternehmen, die an den Markt getreten sind, indem sie unsere Produkte quasi nachgebaut haben von Hand.
Boris Was jetzt bei einer Branchensoftware nicht so kompliziert ist, wie jetzt bei sowas wie einem Photoshop oder sowas. Weil wie gesagt, es geht um viele Entscheidungen. Und wenn die einmal getroffen wurden, dann kann jeder, der gut programmieren kann, kann sich angucken, was haben wir gemacht und kann das auch programmieren.
Boris Weil er muss diese ganzen Entscheidungen, die ganzen Überlegungen, das Wie mache ich es denn, muss die Person sich ja nicht, diesen Kopf, dieses Know-how muss diese Person nicht machen, sie braucht es nur nacharbeiten. Das hat früher halt Monate gedauert. Jetzt dauert es halt Tage oder Stunden.
Chris Ein Wochenende.
Boris Und das ist schon was, was sich ändert. Der Maßstab ist was anderes. Der Maßstab ist was anderes. Das ist etwas, was wir auch beobachten. Und noch ist es so, und das sehe ich hier bei diesem Projekt eben auch so, das ist schön für uns alle, die das als Freizeit- oder Hobbyprojekt machen, die Fotografie. Das ist sicherlich schön, wenn da ein Clone entsteht, der sehr funktional ist, aber nichts kostet.
Boris Also mich persönlich würde das auch freuen. Das ist so diese eine Seite der Sache.
Chris Ja klar, kein Abo mehr zahlen, das ist natürlich eine tolle Sache.
Boris Ich glaube, dass es erst mal Adobe relativ wenig wirtschaftlich kratzen wird, ähnlich wie es uns im Augenblick, aber das kann sich alle zwei Wochen ändern, diese Aussage, im Augenblick noch nicht so kratzt, wenn das irgendjemand macht. Weil die Qualität steckt nicht in der Software, sondern in dem Drumherum.
Boris Also es ist ja nicht so, dass bei uns in der Firma, es ist ja so, dass wir nicht die Software verkaufen und sagen, okay, nimm, danke fürs Geld und tschüss. Sondern es liegt ja auch in der langjährigen und auch in der persönlichen Betreuung, auch in der Anleitung und der Schulung und der Hilfe, die wir den Unternehmen zur Verfügung stellen.
Boris Das Bundle aus verschiedenen Softwaren, die ineinander greifen, Server, die wir zur Verfügung stellen, Datenflüsse, die wir über, also Prozess- und Programmübergreifend zur Verfügung stellen. Das ist das, wo noch, die Bindung besteht. Aber auch das fängt ja langsam an zu bröckeln, weil auch das lässt sich inzwischen immer einfacher nachbauen.
Boris Und ich sehe schon eine Zukunft, wo wir nicht mehr eine Adobe Suite haben, sondern Tausende. Denn jede Person kann eine eigene Suite nach den eigenen Bedürfnissen auf dem eigenen Rechner laufen haben.
Chris Ich finde es, ich finde es, also klar, benutzt das Ding, habt Spaß damit. Aber ich finde es aus einer Sicht schwierig, weil wir haben quasi diese zwei Bereiche in der Software. Das ist die kommerzielle und das ist die Open Source. Open Source gibt es, und das sagt schon der Name, es ist öffentlich. Das heißt, da kannst du dir den Code angucken, kannst ihn klonen, kannst ihn verändern und so weiter.
Chris Und dann gibt es eben die kommerzielle Software. Genau, dran mitarbeiten auch. Und dann gibt es eben die kommerzielle Software. Und das Modell ist halt, wir machen hier was, wir verraten euch nicht, was wir tun, wir schöpfen Wert, wir geben euch was, was euch Vorteile bringt, was euch Funktion, Funktionalität bringt.
Chris Und dieser Zweig, wo dann tatsächlich Firmen auch richtig viel Geld investieren, um was Cooles, was Tolles, was Schönes zu machen, der wird dadurch halt entwertet. Das heißt, die Energie und Arbeit, die man da noch reinsteckt, das macht ja keiner mehr, wenn man es hinterher irgendwo dann auf GitHub zum Download findet.
Chris Ich bin aber extrem zwiegespalten, weil ich bin natürlich dem Open-Source-Modell auch sehr nahe. Also das, das Kommerzielle wie in Form von Adobe's, Abos und so weiter, geht mir natürlich genauso auf den Senkel wie euch. Aber ich glaube, dass da halt noch viel, viel, mehr dahinter steckt, als nur dieses oh, jetzt habe ich Lightroom for free.
Boris Es ist ja auch nicht ganz so. Also um mal wieder auf das Projekt zurückzukommen, wie gesagt, da wird die komplette Adobe Suite nachgebaut. Für uns jetzt interessant ist eher Photoshop oder eben das Lightroom. Und es ist jetzt mitnichten so, dass zum Beispiel das Adobe RAW nachgebaut wird, sondern da setzen sie halt schon auf Open Source verfügbare RAW-Entwickler, die da wohl mit eingebunden werden.
Boris Und das heißt eben, so sehr die UI ein Clone sein mag, was sicherlich ein Vorteil ist, dass man schnell in diese Softwarebedienung reinkommt, ähnlich wie Affinity das damals gemacht hat, die sich sehr an den bestehenden Softwaren orientiert haben. So sehr weichen die Ergebnisse halt hinterher ab. Also es ist jetzt mitnichten so, dass ihr dann die Rezepte, die Entwicklung aus Lightroom nehmen könnt und könnt die hier in der Craft Software, in der Lightcraft Software verwenden und das Bild sieht genauso aus. So ist es nicht.
Boris Und nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass inzwischen mehrere Lightroom-Alternativen und Photoshop-Alternativen auf GitHub entstehen. Die meisten natürlich mit KI-Unterstützung. Da gibt es mehrere Projekte und bei den meisten steht dann eben auch dabei. Welche RAW-Formate unterstützt werden. Und da sind dann eben zum Beispiel solche Monochrom-RAWs aus den Leica Monochroms nicht mit dabei, Weil die halt dann alle auf diese Bayer-Array-Geschichten abzielen oder diese Fovion-Sensoren sind dann nicht mit dabei.
Boris Also alles so Dinge, die Adobe eben durchaus kann, weil sie eben da ihre eigenen RAW-Maschinerien programmiert haben, die können im Augenblick die Open-Source-Projekte zum großen Teil noch nicht. Das ist hier wohl auch im Augenblick noch der Fall, aber auch daran wird man natürlich arbeiten können. Aber ich will nur sagen, hier entsteht also nicht ein zweites 1 zu 1 Adobe RAW.
Boris Also so weit sind sie dann hier dann wohl doch nicht gegangen an der Stelle.
Chris Ja, es ist ein Thema, was mich beschäftigt, auf jeden Fall.
Boris Und wenn ihr es euch anschaut, wie gesagt, da sind noch viele Ecken und Ösen dran. Maskierungen, automatische Funktionen, bei weitem nicht alle, falls überhaupt. Aber bewertet jetzt nicht ein Projekt, was seit ein paar Tagen programmiert wird, mit einem Projekt, was schon irgendwie ein Jahrzehnt und länger auf dem Buckel hat.
Boris Das ist nicht ganz vergleichbar. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es da zumindest rein technisch möglich ist, dass es stündlich neue Versionen gibt. Also das muss man im Auge behalten, wenn man sich für eine kostenlose Alternative interessiert. Und wenn euch das alles ein bisschen shady erscheint, ihr könnt ja mal recherchieren, welche Person dahinter steckt. Auf der Webseite selbst habe ich zum Beispiel gar nichts gefunden über die Person und schon gar nichts über die Motivation.
Boris Und bei GitHub ist dann zu sehen, wer das Ganze gemacht hat. Ein Brandon Thomas und der ist Gründer von anderen AI-Unternehmungen. Also der ist Fullsteam-Ahead-KI-Evangelist, wie man so schön sagt. Und ich sage mal, jemand, der mit FakeU eine Plattform bietet, mit der man künstliche Personas für Webauftritte erstellen kann, weckt bei mir natürlich die Frage, ob es einen Brandon Thomas überhaupt gibt.
Boris Also für mich riecht das alles sehr, sehr fishy, was da läuft.
Chris Ich behaupte, der hält den Ball gerade sehr flach, weil ich, wie gesagt, die Lawyer von Microsoft und Adobe und allen anderen sind gerade bei dem Messer zu wetzen. Da bin ich mir relativ sicher.
Boris Es wird eine spannende Zeit. Ich bin gespannt, was bis Dezember da passiert.
Chris Und wie gesagt, aus ethischer Sicht bin ich da echt... Äh, nicht so. Nicht so happy damit. Nicht so happy damit, nee.
Boris Aber lass uns lieber über schönere Sachen sprechen.
Chris Genau, du hast fotografiert.
Boris Ich habe nämlich fotografiert. Ist jetzt auch schon wieder eine Weile her, haben wir jetzt ein bisschen geschoben. Es ist nämlich ein Kollege, ein weiterer Kollege von mir in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Und der wurde natürlich feierlich verabschiedet bei uns im Unternehmen. Ganz, ganz netter Kollege.
Boris Und wieder war ich dabei. und letztes Mal hatte ich ja gerade ganz frisch die Leica M8 und da habe ich dann ja Fotos mit der M8 gemacht und das hat auch riesen Bock gemacht. Und diesmal bin ich mit der Leica M, also mit der Typ 240 losgezogen, weil ich wusste, es wird eine dunkle Situation geben, es ist nicht so wahnsinnig hell, es geht in den Abend hinein, und die Leica M kann dann doch mehr ISO als die M8.
Boris Da hat man dann schon ein bisschen mehr Reserven, Deswegen habe ich die M genommen, und draufgeschnallt hatte ich meinen Zeiss 50 mm mit Blende 2.0 und dachte mir, damit komme ich gut klar. Die Kamera habe ich auf Auto ISO gestellt mit dem Limit bei 3200. Das ist der höchste Wert, den sie ohne Extension kann.
Boris Das erinnert mich so ein bisschen an meine alte 5D, die bei 3200 auch sagen wir mal kreativ wurde. Aber ich dachte, machst du mal und im Auto-ISO-Bereich ich und Auto-ISO, das sind ja auch neue Themen für mich Hell freezes over ja, hallo aber ich dachte, was geht mich das ISO an da soll er seinen Film doch wechseln, wenn er braucht, die maximale Belichtungszeit hatte ich eingestellt auf 1 durch Brennweite so als Maßgabe, das heißt bei einer 50.
Boris Wäre dann halt Schluss aber du kannst im Menü einstellen 1 durch Brennweite, das heißt auch so also one over focal length, Und merken sich diese beiden Aussagen, Auto-ISO-Limit 3200 und Einstellung im Menü auf 1 durch Brennweite, das wird gleich noch prüfungsrelevant.
Chris Ist recht.
Boris Ich bin also da bei uns in der Firma durch die Cafeteria gelaufen. Vorne wurde halt gesprochen, da wurde ein bisschen was erzählt über den Kollegen und sein Jahrgang und was alles passiert ist. Und hat auch viele Präsente bekommen, die wurden dann ausgepackt und das war auch eine schöne Geschichte dazu. Also es wurde immer so schön, die waren durchnummeriert, die Geschenke und dann wurde halt zu jedem immer noch was erzählt und die Geschichte so miteinander verflochten und verbunden, war richtig toll gemacht.
Boris Und ich bin dann halt durch die Cafeteria gegangen, mal war ich vorne, um halt ein Close-Up zu haben, manchmal ein bisschen zur Seite, um die Geschenke vielleicht im Vordergrund oder im Hintergrund zu haben oder bin nach hinten in die Reihen gegangen, um so ein paar Köpfe vorne im Bild zu haben, So als Störer, dass man eben sieht, da war was los.
Boris Also immer hin und her. Und lustig war es, ein neuerer Kollege sieht mich da mit der Kamera und sagt so, ah, Festbrennweite. Ja, du bist ja nur am rumlaufen, haha. Habe ich dann nur lächelnd genickt und habe gesagt, jawohl, und habe ihm jetzt nicht großartig erklärt, dass ich mit meinem Zoom-Objektiv genauso viel rumgelaufen wäre, weil, wie wir gerne auch auf den Workshops sagen, Perspektive ist wichtig.
Boris Und die Perspektive, also der eigene Standpunkt, ändert sich nichts. Wenn ich am Zoom-Rad drehe, dann habe ich immer noch denselben Blickwinkel, ich habe immer noch dieselben Verhältnisse von Vordergrund zu Hintergrund, ich habe nur einen anderen Ausschnitt. Wenn ich aber ein anderes Erleben im Bild haben will, ein anderes Gefühl im Bild haben will von Nähe oder.
Boris Von dabei sein, dann muss ich meinen Standort ändern, meine Perspektive wechseln. Und das macht man mit Zoom, genauso wie mit einer Festbrennweite. Nur, dass man mit dem Zoom flexibler ist, wie viel man von diesem Standort aus dann sehen möchte. Naja, also ich kann nur sagen, wenn ihr bisher viel gesumt habt auf Veranstaltungen, dann traut euch mal, euch zu bewegen.
Boris Lasst euch nicht von Partner oder Partnerin sagen, nee, bleib mal hier sitzen, fall nicht so auf oder das stört, sondern bewegt dich mal und du machst die besseren Bilder, als wenn du immer vom selben Standpunkt ab bist.
Chris Viele brauchen da keine Partnerin oder Partner. Das sagen die sich schon selber. Ich will jetzt nicht auffallen, ist ja peinlich.
Boris Sagt diese Stimme auf der Schulter. Aber es gibt sie manchmal, die das auch aussprechen. Oft schon bevor man losfährt, setzt euch einfach mal drüber hinweg. Andere werden es euch danken, weil die Bilder dann besser werden. Das verspreche ich euch.
Chris Ja, weil Einzel Adams hat mal gesagt, selbst auf einem Foto, wo nur Landschaft ist, sind immer zwei Menschen mit im Bild. Der fotograf oder der die fotograf in und der die betrachter in und das ist genau der punkt je näher man reingeht in die szene desto mehr muss man von sich geben weil man macht sich auch ein bisschen nackig wenn man näher reingeht also, weil man weil man halt stärker interagieren muss und das ist auch ein gefühl dass es nicht immer komfortabel das ist manchmal so ein bisschen also ich persönlich, Hab das immer, wenn ich Porträts schieße, dann hab ich das Gefühl so, uh.
Chris Ich muss da halt auch von mir selber was investieren, um ein gutes Porträt zu bekommen. Genauso ist das, wenn du in so eine Situation gehst. Deshalb ist das Turnshow-Zoom, ganz egal mit welchem Objektiv, ein Garant dafür, weil wer mehr reingibt, der kriegt am Ende auch mehr raus. Weil ich meine, die anderen, die in dem Foto sind, die merken ja, das ist ja eine Gleichung.
Chris Du gibst mehr, also geben sie auch mehr. Als wenn du wie so ein Paparazzo hinten, auf der Bühne bei der Band stehst und von hinten aus der Entfernung die Leute abschießt.
Boris Das ist so. Und man wird sich wundern, wie wenig man tatsächlich stört, wenn man sich vernünftig verhält. Wenn man jetzt nicht noch groß Anweisungen gibt, rumkrakelt oder von jeder Ecke aus Blitzlicht arbeitet. Oder wenn man einfach sich ruhig bewegt, sich hinstellt, dann da nicht eine Stunde verweilt und den anderen den Blick versperrt.
Boris Sondern eben dahin geht, ein Foto macht, dann den Platz wieder wechselt, dann wissen auch alle anderen, selbst wenn man mal im Weg steht, der ist nach fünf Sekunden wieder weg, der Typ. Also man stört wirklich nicht, man kann das ganz, naja, wir üben sowas mal auf dem Workshop. Gehen wir mal in die Kirche und dann machen wir mal Fotos.
Chris Während der Gottesdienst?
Boris Ne, während einer Trauung einfach.
Chris Oder so.
Boris Dann kommen wir rein, wer hat die Fotografen bestellt? Fertig ist da, alle Fotos. Ja, genau so eben nicht. Ja, und ich hatte halt nur das 50 mm dabei. Das war die einzige Brennweite, die ich drauf hatte und die einzige, die ich auch im Koffer hatte.
Chris Warum?
Boris 50 Millimeter hatte ich so gedacht. Ja, ich war damit viel unterwegs. Ich habe da schon einige Fotos in der Stadt mitgemacht und draußen bei den Pferden, um die Weide rum. Auch hier bei der Geburtstagsfeier in der Reithalle, wo ich über das schlechte Licht gesprochen hatte, war auch das 50er drauf. Also mir kommt das 50er schon recht weitwinklig vor. Ich bin ja sonst eher so ein 70 bis 200 Typ oder mindestens ein 85er.
Boris Also 50 ist für mich relativ weitwinklig und das war ganz okay. Aber als ich da im Büro war, in der Cafeteria, war das doch ganz schön eng. Und ich habe so gedacht, warum habe ich das 35er nicht mitgenommen? Das wäre jetzt vielleicht auch keine so schlechte Wahl gewesen. Und ich musste kurz überlegen, denn bei der letzten Verabschiedung mit der M8 Hatte ich ein 35er drauf.
Boris Und ein 35er, jetzt rechnen wir mal kurz, mit einem Crop-Faktor 1,3,3 ist ein 46er. Das roundabout 45 mm, würde ich mal sagen. Das war spürbar weitwinkliger als das 50er jetzt. Hat mich ein bisschen gezwickt. Hat mich ein bisschen geärgert. Aber am Ende habe ich dann doch gesagt, na ja, aber ich muss mich jetzt nicht entscheiden, weil ich habe nur ein Objektiv dabei. Ich brauche nicht wechseln, das ist schon gut.
Boris Ich habe ein 50er, das ist enger, als ich jetzt haben wollte, aber es hat mich dann eben auch gezwungen, Ausschnitte zu wählen oder Einschränkungen zu akzeptieren. Also bewusst auch wegzulassen schon in der Aufnahme. Und das ist mal wieder so eine Übung, die habe ich lange nicht gemacht. Wir haben das ganz am Anfang, haben wir das mal auch auf Workshops gemacht.
Boris Und jetzt habe ich bei mir selbst ertappt, dass ich das selbst lange nicht mehr praktiziert habe. Jetzt war ich zwar lange mit dem 50er unterwegs und es war mir unterwegs oft zu weitwinklig, aber reinkroppen kannst du ja jederzeit hinterher. Aber mehr dazu dichten, ja KI, jada jada, aber mal echt hinzudichten, das geht halt nicht.
Boris Also ich hatte plötzlich wirklich eine Selbstbeschränkung an dieser Stelle.
Chris Eat your own dog food.
Boris Richtig. Und das hat mir tatsächlich richtig Bock gemacht. Und ich habe fast schon überlegt, schade, dass es nur 50 und nicht ein 70er ist, weil das wäre richtig hart gewesen. Das wäre richtig cool geworden.
Chris Kreative Reibung nennen wir das.
Boris Ja, und ich habe eben manche Aufnahmen, die ich sonst gemacht hätte, eben halt einfach auch nicht gemacht.
Chris Ja, plus man muss dann manchmal auch sehr knappe Anschnitte und sehr knappe Crops wagen, um hinterher festzustellen, das war jetzt gar nicht so schlecht.
Boris Richtig.
Chris Ja.
Boris Also geht halt auch. Oder ich habe mich dann eben noch mal zwei Schritte mehr bewegt oder zurückgelehnt. Oder wie du sagst, einfach mal einen engeren Schnitt genommen. Also war super. Also am Ende eigentlich alles richtig gemacht. Jetzt natürlich die Frage, mehr ISO bei der Leica M gegenüber der M8. Hat es geholfen?
Boris Und meine Überraschung war, und das war mir schon beim Aufnehmen aufgefallen, ohne dass ich groß drüber nachgedacht habe, Sehr, sehr viele Bilder haben ungewollt viel Bewegungsschärfe. Weil die Leute haben sich natürlich bewegt, auch beim Reden und Gestikulieren. Und viele Bilder waren unscharf. Ich hatte tatsächlich einen relativ hohen Ausschuss, obwohl ich gar nicht so viele Fotos gemacht habe.
Boris War ich ein bisschen unzufrieden, muss ich sagen. Und mir waren beim Fotografieren schon eher lange Belichtungszeiten aufgefallen. Also auch so Zeiten, da reden wir dann plötzlich schon über eine Zwölftelsekunde oder Fünfzehntel oder sowas in dieser Größenordnung. Was mir im Sucher angezeigt wurde. Ich habe auch kurz gestützt, warum das so lang ist, weil ich habe ja Auto ISO und dann habe ich aber auch nicht länger drüber nachgedacht, weil ja, es ist dunkel hier in der Ecke und so und wenn nicht mehr geht, dann geht halt nicht mehr und passt schon.
Boris Und dann habe ich zu Hause nachgeguckt, alle Bilder hatten ISO 200.
Chris Hoppla.
Boris Und dafür, dass ich ein Maximum von 3200 eingestellt habe, finde ich ISO 200 relativ konservativ. Da hätte ich also dann doch manchmal gerne lieber die kürzere Belichtungszeit gehabt. Und wieso haben die alle ISO 200? Also nicht mal einer auf 400 oder 800. Nichts. Alle 200.
Chris Hat die Software einen Bug oder was?
Boris Ich habe doch Auto-ISO eingestellt.
Chris Ja, aber Kehrwert von Brennweite. Ich habe ja aufgepasst.
Boris Ja, aber 50. Und wir hatten Belichtungszeiten von einer Zehntel, von einer Achtel. Also was denn hier los habe ich mich jetzt zu Hause das habe ich jetzt übrigens vor der Sendung gemacht das sind Erkenntnisse von vor der Sendung die ist ganz frisch, Ich habe die Kamera rausgenommen, weil ich dachte, hat die einen Software-Bug? Kann ja sein.
Boris Ich habe also eine fixe Einstellung mal gemacht. Was will ich bei Auto-ISO? Was soll meine maximale Belichtungszeit sein? Und ich habe es mal hart auf eine 125. gestellt. Und siehe da, Auto-ISO funktioniert. Wenn ich hier im Dunklen fotografiere, geht der ISO-Wert hoch. Dann habe ich eben auch mal ein Bild mit ISO 800 oder so. Wunderbar.
Boris Dann habe ich im Menü wieder eingestellt auf den Menüpunkt. Menüpunkt, ich möchte maximale Belichtungszeit 1 durch Focal Length.
Chris Das ist da im Menü ein Punkt, den du auswählen kannst?
Boris Das ist ein Punkt, den du auswählen kannst. Dann entscheidet er abhängig von deiner Brennweite, die du draufgeschnallt hast, was ist die maximale Belichtungszeit. Und wenn ich das mache, sind alle Bilder ISO 200. Es gibt keine Warnung, es gibt keinen Hinweis, es sind alle ISO 200. Und jetzt die prüfungsrelevante Frage, warum ist das so?
Boris Alle da draußen denken jetzt mal mit.
Chris Weiß die Kamera, was da drauf ist?
Boris Ah, sehr guter Punkt. Weiß die Kamera, was da drauf ist? Wie funktioniert bei einer Leica M die Erkennung des Objektivs?
Chris Indem der Fotograf der Kamera mitteilt, was drauf ist.
Boris Das ist eine Option, das zu tun. Die andere Option ist, am Bayonet sind Fotodioden. An dem Objektiv, an den Leica-Objektiven, ist ein Strichcode, ein Barcode, so ein Punktecode, schwarz und weiß. Und am Bayonet kann die Kamera eben auslesen, habe ich einen schwarzen oder einen weißen Punkt. Das sind sechs Bit, die da kodiert werden.
Boris Und da wird kodiert, welches Objektiv das ist und damit auch, welche Brennweite das ist.
Chris Hast du ungeputzte Barcodes etwa?
Boris Ich habe ein Zeiss-Objektiv, ein Zeiss-Planar.
Chris Das hat das nicht.
Boris Ein Zeissplanar 50-2 ZM, das hat keine Codierung. Die Kamera weiß nicht, was eins durch Brennweite ist, weil sie die Brennweite nicht kennt.
Chris Das hast du davon, dass du so sparsam bist. Hättest du halt doch ein original Leica-Objektiv genommen, dann hätte das einfach so funktioniert. Nee, das ist ein klassisches Layer-8-Problem.
Boris Ja. Das ist ein ganz klassisches Totalversagen. Und das geht dann auch in die Richtung, was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Also eventuell würde ich tatsächlich beim nächsten Mal nur ein 35er mitnehmen.
Chris Kann man da nicht so Aufkleberchen sich drucken?
Boris Eigentlich hätte ich gerne ein 40er oder ein 42er. Ich muss mal gucken, ob es für die Leica irgendwas in dieser Größenordnung gibt. Das ist, glaube ich, meine Brennweite ist irgendwas zwischen 35 und 50. Und ich sollte vielleicht beim nächsten Mal die Kamera richtig kennenlernen vorher, Bevor ich drei Leicas kaufe, vielleicht erst mal verinnerlichen, wie die Scheiße funktioniert, Mann.
Chris Erst mal eine Leica verstehen, bevor man sich den ganzen Park davon anschafft.
Boris Das ist schon die Leica M, hat schon diesen Strichgut. Und ich war bei den Klostergeistern und Thomas hat mir das gezeigt mit diesem Strichgut. Ich weiß das alles, aber ich habe es natürlich nicht verinnerlicht, weil wann arbeite ich denn schon groß damit? Man kann das tatsächlich nachmalen. Also David sagt auch, da muss mit dem Edding dran.
Boris Es gibt tatsächlich Schablonen, die man sich ausdrucken oder ausschneiden kann. Und dann kann man das an den richtigen Stellen, kann man das schwärzen. Das kann man alles machen. Also Chris, da muss man keine Punkte kleben. Die kann man tatsächlich malen. Das hatte, glaube ich, Thomas sogar auch mal auf einem der letzten Klostergeister-Workshops gemacht.
Boris Vielleicht warte ich damit einfach bis zu unserem Workshop. Und dann machen wir das in einer gemeinsamen Abendaktion. und dann kodieren wir mal meine Objektive.
Chris Das ist so ein First-World-Problem.
Boris Ehrlich.
Chris Oh mein Gott, ich habe halt Zeiss-Objektive.
Boris Ja, das Nächste, was ich halt machen werde, ist wahrscheinlich entweder heute Abend noch oder dann morgen irgendwann mal. Ich werde mal gucken, wo im Menü kann ich denn die Brennweite einstellen, die ich drauf habe. Weil ich meine, mich zu erinnern, dass es da einen Menüpunkt gibt, dass man, genau wie Moni, wie du gesagt hast, dass man das eben einstellen kann, was man draufgesetzt hat.
Boris Weil auch früher war es so, dass man nicht immer ein kodiertes Leica-Objektiv drauf hatte. Es gab auch unkodierte. Und da muss man das halt einstellen. Ja, dann will ich einmal Auto-ISO benutzen und schon trete ich mich in den Arsch.
Chris War sehr lustig. Ja gut, aber es gibt ja, Also ich lerne ja prinzipiell nur durch in die Kacke treten. Kleine Tritte in den Arsch erhöhen das Denkvermögen. Ja, aber du musst halt Fehler machen, um zu lernen. Das beste Lernfutter ist, wenn du Sachen falsch machst. Das wirst du nie wieder vergessen.
Boris Nie. Erstmal nicht.
Chris Das ist jetzt abgespeichert.
Boris Das habe ich. Ich muss es jetzt noch einmal korrigieren und dann ist es abgespeichert. Kai sagt übrigens von Vogtländer gibt es ein 40 Millimeter für das Embar Unit. Da muss ich mir mal angucken. Dankeschön, Kai. Ja, also ein schönes Learning und viel Spaß bei der Verabschiedung gehabt und mein Tipp an dieser Stelle, wie wir es schon oft gesagt haben, beschränkt euch selbst.
Boris Entscheidet euch für eine Rennweite und dann bleibt dabei. Und üben könnt ihr das auch, wenn ihr nur Zooms habt, indem ihr einfach mal den Zoomring mit einem kleinen Klebestreifen fixiert. Und dann macht das mal. Macht Spaß.
Chris Ja. Was auch Spaß macht, ist, wenn hier auf der Erde Nordlichter unterwegs sind in unseren Breiten. Vor ein paar Tagen gab es mal wieder so eine Warnung, die rumging. Heute Nacht könnten möglicherweise Nordlichter sichtbar sein über größeren Teilen Deutschlands. Und wir haben auch dann, Moni hat ein Bild, gesehen von Pellworm, also oben in der Nordsee, da waren sie tatsächlich auch sichtbar, aber so richtig runtergereicht hat es dann wohl doch nicht, also es war nicht so wie schon mal vor ein paar Monaten, dass das riesengroß überall irgendwie hier in ganz Deutschland zu sehen ist, und ich habe das dann gepostet und Boris, du hast dann gefragt, wann muss ich denn ungefähr rausgehen, um die auch wirklich zu sehen?
Boris Ja, genau. Meine Frage bezog sich darauf, lohnt es sich jetzt schon rauszugehen? Da war es, weiß ich nicht, wie spät war es, halb zehn oder so? Genau. Oder ist das wieder so ein Ding, wo die Leute sagen, oh, ich war um vier Uhr nochmal draußen und da hatten wir toll. Also, welches Zeitfenster gibt es da eine Aussage dazu? Das war so meine Frage.
Chris Ja, und das ist halt nicht ganz so trivial. Und da ich schon mal das ein oder andere Mal in recht nördlichen Breiten unterwegs war und die auch schon öfters gesehen habe, die Dinger, habe ich jetzt mal ein bisschen kurz zusammengeschrieben, ob wir diese Frage, wann werde ich heute Nacht die Nordlichter sehen, ob wir die überhaupt ordentlich beantworten können.
Chris Und das gucken wir uns jetzt mal kurz an. Also, ich fange erst mal mit einer Website an. Das ist spaceweather.gov. Das ist eine amerikanische Website. Die hat tatsächlich so eine 30-Ziehung.
Boris Sieht gar nicht so aus.
Chris Also ich sehe noch Masha. Das hier meine ich. Das ist eine Website, die im Prinzip versucht, eine Vorhersage zu machen für ungefähr eine halbe Stunde. Wo das Aurora-Oval, also einmal Nordhalbkugel natürlich, es gibt die Südhalbkugel auch noch, aber für uns ist die Nordhalbkugel interessant, wann sich dieses Oval wie und wo, wie stark sich das zeigt.
Chris Und das kann man dann tatsächlich auch animieren und dann sieht man quasi, wie das so über die Zeit fluktuiert und stärker und weniger stark wird und, ja, das sieht man dann hier so, also wir sind ja dann irgendwo hier, also das ist die Erde vom Nordpol aus gesehen und dann kann man schon so ungefähr sagen, da könnte was kommen oder könnte nichts kommen, aber die Vorhersage ist halt auch nicht sehr lange.
Chris Jetzt ist die erste Frage. Was löst die denn aus, diese Auroras? Ja, da gibt es Dinge, die von der Sonne zu uns rüberkommen. Und das sind einmal die Solar Flares, das sind also so Strahlungsausbrüche, die sind sehr intensiv. Die kommen von der Sonne und die sind nach ungefähr acht Minuten hier. Die können verschieden stark sein und die können mit dem Magnetfeld der Erde interagieren und die können Polarlichter machen, und dann gibt es die Coronal Mass Ejections, die CMEs das sind ganz große Plasmawolken, die ein eigenes Magnetfeld mitbringen und die kommen dann irgendwann bei der Erde an typischerweise brauchen die von der Sonne bis zur Erde irgendwo zwischen 1, 2, 3 Tage, sind viel, viel langsamer unterwegs,
Chris und treffen dann, also wichtig ist dann natürlich, in welche Richtung wurde diese CME von der Sonne weggeschubst. Es gibt nur eine Richtung, wo sie dann auch wirklich auf die Erde trifft. Da gibt es ein Observatorium im Weltall, was uns das so ein bisschen vorhersagen kann, wenn es so eine große CME war und auch uns sagen kann, die ist unterwegs zur Erde. Das heißt, da kann man schon mal so ein, zwei, drei Tage vorher eine Idee bekommen, oh, da kommt was.
Boris Das ist ja schon mal relativ genau. Also dann hat man schon eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass was kommt.
Chris Ja, nur muss das auch richtig mit unserem Magnetfeld und so weiter interagieren. Weil das Magnetfeld hat eine Ausrichtung und das Magnetfeld dieser CME hat auch eine Ausrichtung.
Boris Du weißt also, was was kommt, aber nicht, was genau da kommt.
Chris Ja, genau. Das heißt, du kannst es wirklich nur begrenzt vorhersagen, weil die Ausrichtung des Magnetfelds von dieser CME ist wirklich nicht zuverlässig vorhersagbar. Das heißt, da ist schon mal so ein Zufallsfaktor drin.
Boris Wäre es dann vielleicht mal eine Idee, wenn das nächste Mal eine Sonde hingeschickt wird, dass die einfach auf dem Weg dahin einfach mal so einen ganzen Strauß an Kompassen rauslassen? Mit einem kleinen Bluetooth-Sender oder so. Dass wir dann, wenn dieser Mars-Effekt da durchkommt.
Chris Total easy.
Boris Dass man dann halt weiß, wie sind die Kompassnadeln ausgerichtet. Und dann wüsste man das doch. Warum fragt mich eigentlich keiner? Mann.
Chris Es gibt einen zweiten Wert. Der taucht überall auf, wenn man so nach Aurora-Vorhersagen, Nordlicht-Vorhersagen schaut. Und das ist der sogenannte KP-Index. KP, K, klein P. Der reicht von 0 bis 9. Und der beschreibt die globale geomagnetische Aktivität. Und zwar gemittelt über drei Stunden. Das heißt, du hast deinen Wert und, die Stärke dieses KP-Werts, wenn der niedrig ist, dann ist die Chance überhaupt auf Nordlichter schon mal sehr klein.
Chris Und wenn der größer als 7, 8 ist, dann hast du eine bessere Chance. Neun, wie gesagt, da sind die Chancen, dass man Polarlichter auch bis in südlichere Breiten sieht, schon relativ hoch. Das heißt, diesen KP-Wert beobachtet man, aber der ist tatsächlich auch nur einer von vielen Teilen und vor allem sind es auch keine festen Schwellwerte.
Chris Und es gibt, wenn das Magnetfeld in die richtige Richtung zeigt, dann können so Polarlichter auch bei niedrigem KP sichtbar sein und ein KP von 8 oder 9, der garantiert auch noch nicht, dass wir hier irgendwo in mittleren Breiten Polarlichter sehen. Das heißt, das ist ein Aktivitätsindex, aber es ist wirklich keine direkte Messung.
Chris Das garantiert einem also auch nicht. Es erhöht nur die Wahrscheinlichkeit. Also hoher KP-Wert. Und eine CME, die gleichzeitig unterwegs zur Erde ist, da sind die Chancen schon relativ hoch. Dann haben wir noch so Geschichten wie interplanetares Magnetfeld, das in verschiedene Richtungen ausgerichtet sein kann und verschiedene Stärken haben kann, das mitspielt.
Chris Das ist der sogenannte BZ-Wert. Dann gibt es noch die Geschwindigkeit des Sonnenwindes. Das heißt, dessen Geschwindigkeit bestimmt auch, wie viel Energie in das System Erde injiziert wird. Das ist so kilometer pro sekunde 300 kilometer 45 700 kilometer pro sekunde also auch den kann man bei manchen webseiten nachgucken aber auch da reicht eine hohe geschwindigkeit alleine nicht also ein schneller sonnenwind, aber mit dem falschen bz wert kann dann auch wieder quasi nichts tun und, Du musst es also quasi studieren. Da gibt es noch die Protonendichte, also wie viele Teilchen pro Kubikzentimeter sind denn unterwegs.
Chris Das kann mehr oder weniger dicht sein, auch das hat einen Einfluss. Und dann gibt es noch den BT-Wert, das ist die Gesamtstärke des Magnetfelds. Also ich will das jetzt nicht weiter vertiefen. Es ist auf jeden Fall, es hängt von vielen Sachen ab. Also man geht erst mal so vom KP-Wert aus und wenn man weiß, es ist eine CME unterwegs zu uns dann und das koppelt sich mit einem großen KP-Wert, dann geht man nachts mal raus.
Chris Und dann kommt der ganz wichtige Faktor. Ist es wolkenfrei oder nicht? Das Wetter spielt nämlich die ganz wichtige Rolle an der Stelle. Es kann noch so toll zappeln da oben.
Boris Es wird auf jeden Fall über den Wolken sein, wenn Wolken da sind. Ich glaube, wenn es unter den Wolken ist, haben wir ein anderes Problem.
Chris Es wird über den Wolken sein, beziehungsweise wichtig ist, die Dinger sind im Norden. Das heißt, du solltest tatsächlich dir mal einen Kompass auf deinem Fohn angucken und mal nach Norden gucken. Das ist schon mal sehr, sehr sinnvoll.
Boris Ich weiß, wo der Norden ist.
Chris Genau. Und dann kann auch schon eine Wolkenlücke ausreichen, dass du die Dinger siehst. Und selbst wenn die relativ schwach sind, so ein Neidmodus in deinem Phone, wo dann automatisch irgendwie eine mehrsekündige Belichtung gemacht wird, bringt die ganz gut raus. Also du siehst die Dinger dann. Das habe ich das vorletzte Mal gesehen. Da war es dann tatsächlich mit einem bloßen Auge fast nicht sichtbar, aber im Phone hast du dann plötzlich so einen, violetten Himmel gehabt. Das war ganz spannend.
Boris Lichtverschmutzung Lichtverschmutzung ist hier zum Beispiel ein Problem wenn ich Richtung Norden gucke und es noch zu früh am Abend, Schrägstrich in der Nacht ist dann ist in der Regel hier KWS in Einbeck, beleuchtet den Himmel das erschwert es dann natürlich Genau.
Chris Also Lichtverschmutzung wenn du in der Großstadt bist, ist es schwierig im ländlichen Bereich möglicherweise besser es sei denn, du hast hier wie bei uns im Nachbarort irgendwie ein dickes Fußballfeld, was nachts die Flutlichtbeleuchtung anhat, auch das haben wir ja manchmal. Dann hast du das Thema Mond natürlich. Also ein Vollmond kann schwache Polarlichter überstrahlen. Siehst du halt nichts.
Chris Wenn da aber wirklich richtig was abgeht, dann macht der Mond, also dann kann man an dem Mond quasi vorbeigucken. Ja, ansonsten, also das sind mal so die Grunddinger, die man hier, so anbringen kann. Natürlich Uhrzeit, nachts ist es besser als Tagsüber.
Boris Macht's an.
Chris Genau. Und was ich hier auch noch gefunden habe, ist, dass rund um die Tag- und Nachtgleichen im März und im September statistisch häufiger geomagnetische Stürme auftreten. Was das genau tut kann ich nicht sagen hat sich die Sonne wahrscheinlich auf.
Boris Eine Richtung eingeschossen.
Chris Möglicherweise aber ich denke mal wenn man sich hier diesen Aurora Forecast für eine halbe Stunde mal anguckt dann kriegt man zumindest eine Idee was da, vielleicht in der direkten nächsten Zeit kommen könnte ob es sich lohnt jetzt vom Sofa aufzustehen und, das Video auf Pause zu stellen oder vielleicht doch nicht.
Chris Ja, so sieht es aus. Also deshalb, es ist quasi nicht möglich zu sagen, in zwei Stunden gehst du raus. Also ich habe Situationen erlebt, das war damals in Island, Da waren wir beim Abendessen, ganze Gruppe und Boris will was sagen.
Boris Ich melde mich ganz höflich, wollte ihn nicht unterbrechen.
Chris Also ich wollte noch ganz kurz verhören, also wir sind in Island am Abendessen gesessen und plötzlich kam dann einer und sagte, jetzt geht es gerade draußen ab, geht raus. Dann haben wir wirklich alles stehen und liegen lassen, sind rausgegangen und 20 Minuten später war es auch schon wieder weg. So, jetzt du Boris.
Boris Dieses, da kommt jemand und sagt, jetzt geht es draußen ab. Gibt es denn vielleicht eine Community-App dafür, wo man sagen kann, ich bin hier in was ist das dann? Im Breitengrad.
Chris Diese Community-App heißt Social Media und Hashtag Aurora oder so was.
Boris Ja, das funktioniert ja nicht. Ich meine wirklich eine App, wo dann Leute sagen, ich bin jetzt draußen, ich sehe jetzt ein Polarlicht und dann können die einen Knopf drücken und bei den anderen geht dann halt der Alarm los.
Chris Du guckst einmal kurz aus Hashtag Nordlicht.
Boris Polarlicht, Aurora. Nein, das funktioniert ja nicht.
Chris Und dann siehst du Bilder.
Boris Nein, ich will mich doch, ihr versteht mich nicht, ich will mich doch ins Bett legen, ich will mich doch ausruhen und dann soll irgendwas summen, wenn dann was zu sehen ist, dann kann ich ja aufstehen, ich kann doch nicht die ganze Nacht bis 6 Uhr morgens wach bleiben und alle halbe Stunde gucken, ob irgendjemand was zum Hashtag Aurora schreibt, da wäre ich ja.
Chris Wenn ich nachts schlafe, dann kann sowieso die Aurora neben mir explodieren.
Boris Dann werde ich nicht aufstehen, also. Na, es mag ja so, jetzt zum Beispiel am Samstag. Von Samstag auf Sonntag kann man sowas ja mal machen. Aber ich würde jetzt nicht einfach die ganze Zeit mich raus ins Kalte stellen und hoffen, dass die Wolken weggehen. Und dann ist sowieso nichts zu sehen. Aber wenn es dann submen würde und es wäre jetzt wirklich, Leute sagen, ich sehe es jetzt wirklich, ich mache hier gerade geile Fotos, jetzt rausgehen, vielleicht würde man es dann doch mal machen, weißt du?
Chris Also es gibt sicher Apps, die in irgendeiner Form dich dann alarmieren, wenn der KP-Wert passt und die CME passt und der BZ-Wert passt und so weiter. Das kann ich mir schon ganz gut vorstellen. Aber selbst dann sind ... KP, BZ, LMA, A, ehrlich.
Boris WTF, MFG, sag ich nur.
Chris Also die Daten, die kriegst du online. Die sind verfügbar, auch über öffentliche E-Mails.
Boris Ja, aber wie du gerade sagst, alles nicht so ...
Chris Du kannst ja doch was schreiben. Du bist doch Softwareentwickler. Du kannst ja doch eine Software schreiben.
Boris Du hast ja gerade ausgeführt, dass es zwar alle möglichen Daten gibt, aber alle Daten eigentlich mehr so eine gewisse, Wahrscheinlichkeit, mehr so eine Richtlinie.
Chris Wenn du alle Daten wirklich genau interpretierst und genau weißt, was welches Datum tut, dann kriegst du auch eine sehr zuverlässige Aussage mit Sicherheit.
Boris Ja.
Chris Aber das kostet dann wahrscheinlich Geld. Also da gibt es dann so Space Weather Abo, wo du dann irgendwie.
Boris Dass dann ein Alarm kommt. Wahrscheinlich mache ich eher Urlaub auf dem Mond, als dass ich nochmal eine Aurora sehe.
Chris Das befriedigt den Boris jetzt alles nicht wirklich.
Boris Überhaupt nicht. Nein. Gar nicht. Ich finde das sehr frustriert. Ich werde selbst eine App schreiben, eine Community-App. Ich werde Menschen zusammenbringen. Und wenn sie weltweit eine Aurora sehen, werden sie auf einen großen Aurora-Knopf drücken.
Chris Ich frage dich jetzt mal was. Also wenn du eine App hättest, die dir mit 70%iger Sicherheit einen Ping schicken würde, also mit 70%iger Wahrscheinlichkeit die Aurora draußen ist, würdest du da nachts um drei aufstehen?
Boris Nein, dann glaube ich liegen.
Chris Siehst du?
Boris Aber wenn mir eine App einen Ping schickt, weil jemand in Göttingen mir textet, ich sehe jetzt eine Aurora, dann würde ich aufstehen.
Chris Dann sollte doch einfach jemand texten. Mach deine Nummer öffentlich.
Boris Deswegen will ich ja so eine App haben. Ich glaube, ich schreibe mal so eine App.
Chris Voice-Activated-Aurora.
Boris Ja, also ich möchte, dass wir eine weltweite Community schaffen, die diesen Guide, den Chris hatte, ersetzt, der dann an die Zelte klopft und sagt, jetzt sehen wir was. So muss das sein. 70 Prozent, für 70 Prozent stehe ich nicht auf, ey. Also, bitte.
Chris Also, denkt an den BZ-Wert, da hat man auf jeden Fall.
Boris Da stehe ich bei 70 Prozent auf und ist alles bewölkt. Da kann ich nicht mehr einschlafen. Muss ich erst wieder einen Tee trinken, um schlafen zu können. Dann muss ich eine Stunde später nochmal aufstehen, weil ich aufs Klo muss. Also das geht nicht.
Chris Das geht alles überhaupt nicht.
Boris Das geht nicht.
Chris Was hier übrigens geht, ist... Es ist wieder Terminzeit. Wir haben Termine von Jürgen bekommen, von Klaus, von Rolf, von Dieter, von Nils und von Wolfgang. Tausend Dank für eure Eintragungen. Ich habe mal wieder eine Handvoll ausgesucht. Und zwar in Bonn gibt es jetzt Zeit Wolfgang Tillmanns. Wolfgang Tillmanns reflektiert in seinen fotografischen und experimentellen Werken sowie in einer umfassenden Archivinstallation die Verknüpfungen zwischen Naturgesellschaft und Politik und schärft mit einem sensiblen Blick für das Alltägliche und Universelle unseren Sinn, für die fragile Abhängigkeit unseres Lebens.
Chris In München, Herr Linde Kölbel, Blickwechsel. Die Kunsthalle München präsentiert das fünf Jahrzehnte umfassende fotografische Werk von Herr Linde Kölbel mit berühmten Serien, Interviews und bislang unveröffentlichten Aufnahmen. In München Sirius W. Paksat, wahrscheinlich falsch ausgesprochen, Face-to-Face, Soul-to-Soul. Seine ersten Exponate hingen 1982 an den Wänden der alten Unterfahrt.
Chris Und nun zeigt der Journalist Sirius W. Paxat in unseren aktuellen Räumlichkeiten Jazz-Fotos aus dreieinhalb Jahrzehnten. Seine Ausstellung entstand in Kooperation der Unterfahrt mit dem Kulturzentrum, Chankajew Dom in Ljubljana und wurde im Rahmen des dort stattfindenden 67. Jazz-Festivals eröffnet. In Wien, das Rotlicht Festival für analoge Fotografie. Vom 26.
Chris November bis zum 6. Dezember bringt das internationale Festival für analoge Fotografie mit zahlreichen Ausstellungen zum Anthropozän. Workshops und Talks die Fotoszene in der österreichischen Hauptstadt zusammen. Dann in München nochmal Bergson Gallery Hubertus Hamm Part 1 Roots Photography. Eine neue Ausstellung im Münchner Kunstkraftwerk zeigt ab dem 12.
Chris September dreidimensionale Fotoobjekte und eine raumgreifende Skulptur- und Installation, die mit Materialien, Schichten und Perspektiven spielen. Und last but not least in Konstanz Peter Kuhnle, Multiple Realities. Der Radolfzeller Fotograf Peter Kuhnle präsentiert in einer Werkschau komplexe, durch Spiegelung und Multiplikation entstandene Bildräume, die formale Ordnungsprinzipien erforschen und vertraute Sehgewohnheiten hinterfragen.
Chris Und, weil es so schön war, noch eine und zwar wieder von Jürgen.
Boris Jetzt bin ich mich gerade verklickt.
Einspieler Hallo Community! Die Fotoausstellungen der Woche haben eingereicht die folgenden Hörer. Unter anderem der eifrige Klaus, der Chris, der Michael, der Gerhard, der Wolf, der Krisu, der Stefan, der Thomas, Der Markus, der Bubblefisch, der Wolfgang, der Marco, der Andi, der Nils, der Jens, der Max und der Carsten.
Einspieler Sonst kämen wir niemals auf 300 Fotoausstellungen, die derzeit in unserem Kalender zu finden sind. Die besondere, auf die ich heute hinweisen möchte, hat der liebe Wolfgang eingereicht. Und sie heißt Die Stille in Dir, Fotografien von Steffen Diemer und Inessa Siebert. Noch zu sehen bis 25. Oktober 2026.
Einspieler Sie ist zu sehen im Forum Alte Post in Pirmasens im Kulturzentrum. Zu sehen sind Bilder, unter anderem von Steffen Diemer, ein Fotograf mit einer sehr alten Fototechnik der Ambro-Typie. Und wer auf klare Bildsprache, schwarz-weiß steht und auf Stilleben, da muss man unbedingt hin. Warum, kann man sich auch erklären lassen, wenn man auf die Homepage geht der Ausstellung.
Einspieler Dort hat der SWR 3 eine Sendung gemacht, unter anderem über die Herstellung dieser Fotografien von Steffen Diemer. Sehenswerter kleiner Kurzbeitrag. Ich kann es nur empfehlen und würde sagen, da muss man unbedingt hin. Und ich verbleibe mit einem lieben Gruß in die Schweiz. Schön, dass es dir besser geht, Hannes. 3, 2, 1, wir sehen uns bei Klostergeister.
Boris Sehr schön es gab ein bisschen Lautstärkenschwankungen in der Aufnahme mal gucken was auch Fonik daraus macht wenn euch das jetzt nicht aufgefallen ist hat auch Fonik Wunder gewirkt ansonsten es lag diesmal nicht an unserem Setup hier.
Chris Das mit dem Audio.
Boris Irgendwas ist ja immer.
Chris Ja dann würde ich ja fast Moment wir haben noch.
Boris Wir haben noch eine Aufgabe, gibt es natürlich noch. Denn die aktuelle Aufgabe Augen, die läuft jetzt noch bis zum Donnerstag am 15. Oktober. Und danach wollt ihr ja was Neues tun. Und deswegen heißt die neue Aufgabe Signatur und läuft vom 15.10. Bis zum 29.10. Das bedeutet, dass ihr im Zeitraum vom 15. bis 29.
Boris Oktober 2026 loszieht, ein neues Foto macht zum Thema Signatur. Das Ergebnis ladet ihr dann bei Flickr hoch, stellt es dort in die Happyshooting-Gruppe und vergebt den Tag HS-Signatur. Und dann sind wir mal gespannt.
Chris Sehr sogar. Jawohl, dann sind wir, glaube ich, jetzt durch. Wir bedanken uns nochmal bei allen, die uns hier unterstützen. Happy Shooting ist Arbeit und wir haben keine Sponsoren. Also, danke, danke, danke. Auch allen Helfern und Elfen und Shownotern und so weiter. Großes Kino. Checkt die Workshops aus. Vergesst nicht, euch noch bei Klostergeister anzumelden und das Buch vorzubestellen, das signierte Buch vorzubestellen.
Chris Macht mal. Jetzt müsst ihr liefern. Damit dann Autorenwelt auch sagt, oh, das war eine gute Entscheidung. Und ich will ja eine Sehenscheinentzündung kriegen. Ihr habt es in der Hand. Careful what you wish for. Ansonsten wäre es das aber tatsächlich für heute. Vielen Dank und wir sind in der Woche wieder da. Bis dann, macht's gut. Bis 3, 2, 1, Happy Shooting!