Happy Shooting, der Fotopodcast
#962 – Weil die Nase keine Spannung hat
Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 1 h 55
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Shownotes
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Video zur Episode (youtube.com/watch?v=wMm9qRI48qA)
Aus der Preshow
• Wie so ein Kontrollzentrum, mehr im Stehen arbeiten,
#hsfeedback
• Wulf: Zum Thema Polarlicht in Deutschland (spaceweather.gov/products/3-day-forecast)
• youtube.com/@tamithaskov?si=J1Mn1unS1dVmwWmV
• mtwetter.de
• aurora.mtwetter.de
Statt Werbung
• DANKE an alle Spender (happyshooting.de/unterstuetzen)
• Großformat und 2027 (happyshooting.de/workshops)
• Newsletter-Anmeldung (happyshooting.de/news)
News
• Googles SynthID-Detektor (dpreview.com/news/google-free-synthid-detector…)
• Leica Q3 43 - F1 Edition (photografix-magazin.de/leica-q3-43-bekommt-for…)
• Firmware Nikon Z8 und Z9 (photografix-magazin.de/nikon-z8-und-z9-erhalte…)
• Canon R6 III Firmware Fix (photografix-magazin.de/canon-behebt-speicherfe…)
• DxO ViewPoint 6 - selektive Geometrie-Korrekturen (dxo.com/de/dxo-viewpoint)
• Fujifilm investiert in Instax (petapixel.com/2026/10/20/fujifilm-invests-anot…)
• Instax Square 2 (photografix-magazin.de/fujifilm-setzt-weiter-a…)
Themen
• Amazon hat die Vorbestellungen storniert (chrismarquardt.com/abenteuerfotografie)
• Workshop-Status (discoverthetopfloor.com)
• Boris malt Strichcodes auf Leica Objektive
• Chris zeigt Photos vom Shooting mit Joo Kraus und Band
• Boris berichtet vom Nocton 40mm von Voiftländer
• Chris berichtet vom Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF)
• Carl Zeiss Jena und Robotron (robotrontechnik.de/html/standorte/carl-zeiss.htm)
HS-Aufgabe (Alle anschauen (happyshooting.de/aufgaben))
• Aktuelle Aufgabe "Signatur" vom 15.10.2026 bis 29.10.2026 mit dem Tag "hssignatur"
Termine
Kalender (kalender.happyshooting.de) | neuen Termin eintragen (kalender.happyshooting.de/einreichen).
* Jürgen: Dresden - Robotron-Kantine (mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-rad…)
#hsfragen
• Norbert: Die R6 wird für hohe Bildraten bei schnellen Aufnahmen gelobt, warum nimmt man nicht Video?
#onemorething
Helfen-Elfen
Sonja (sonja-fotografiert.de), Christian (pixelfed.de/@redknight), Dietmar (photo-disch.de), Devid (flickr.com/photos/davidcl0nel), Kai (weeklypic.de), Christian N. (christian.nobis.zone), Stefan (fotoschubla.de), Jürgen (juergen-juenger.de) und Mapache (mapache-photo.de)
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Boris Happy Shooting, Folge 962, weil die Nase keine Spannung hat.
Einspieler Hier ist eine weitere Ausgabe von Happy Shooting, der Fotopodcast. Was?
Boris Was? Hast du...
Chris Ich hab mich grad verschluckt. Ich hab mich grad an meinem Erfrischungsgetränk verschluckt. Da, Moment, Werbung. Unbezahlte Werbung.
Boris Ja, Pech gehabt. Dann sag ich eben nix. Sowas.
Einspieler Und hier sind alle den Moderatorn.
Boris Ich dachte, du hast so einen schönen Mute-Button. Sag mal.
Chris Ach so, ja, ja.
Boris Stattdessen hustest du hier den HörerInnen ins Ohr. Und das noch in der Titelmusik. Herzlich willkommen.
Chris Herzlich willkommen. Oh, wir sind noch auf Pre-Show. Moment, ich muss dir gerade mal für Ordnung sorgen. So, da sind wir. Happy Shooting, der Foto-Podcast. Ich bin der Chris.
Boris Ich bin der Boris.
Chris Und ja, wir sind heute wieder auf Sendung am Vizedienstag. Das ist heute der 21. Oktober. Ich hoffe, ihr habt gestern die Zeit gut genutzt, wo wir nicht da waren und habt tolle Dinge getan. Wir auf jeden Fall auch. Heute haben wir einen bunten Strauß toller Themen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir die nicht alle unterbringen heute.
Boris Wir gucken mal, wie weit wir kommen. Wir versprechen nichts.
Chris Ne, wir versprechen gar nichts. Ja, wir werden hier wieder live begleitet von einem interessierten Publikum in unserem Slack und natürlich auf YouTube und Twitch in den Kommentaren. Hallo an euch. Und außerdem könnt ihr uns natürlich hier mit Kommentaren auch bewerfen und zwar schriftlich zum Beispiel auf happyshooting.de slash hi.
Chris Hey, die Sachen landen da nie. Das haben heute wieder ein paar Leute gemacht. Ich fange aber erstmal mit einem anderen Thema an, weil, die Buchvorbestellungen sind jetzt storniert worden. Die bei Amazon, hatte ich der angekündigt, für Abenteuerfotografie.
Boris Die Preise hatten sich ja geändert.
Chris Der hat sich der Preise geändert, weil der Verlag nachkalkulieren musste, weil die Kalkulation drei Jahre alt ist und sich halt irgendwie Preise geändert haben. So Papier und Druck und keine Ahnung was genau. Und Amazon macht das dann so, dass sie den Stecker ziehen und sagen, wenn ein Buch teurer wird, das passiert schon mal, dann machen die sich keinen Stress und schreiben die Leute an und sagen, hey, dein Buch wird teurer, willst du doch irgendwie drei Euro mehr bezahlen?
Chris Sondern da wird einfach storniert, die Leute müssen neu bestellen. In dem Zuge nochmal der Hinweis, es würde mich und wahrscheinlich auch euch sehr freuen, wenn ihr dann nicht wieder bei Amazon bestellt, also bei Herrn Bezos, sondern ein Bezos-freies Buch bestellt. Und zwar bei Autorenwelt. Das ist der Buchhandel, bei dem ihr in der Vorbestellung, ein handsigniertes Exemplar vorbestellen könnt.
Chris Das heißt, wenn die Bestellung dort liegt und das hat, ich habe vorhin nachgeguckt, bin ja schier vom Stuhl gefallen, das haben aktuell 93 Leute von euch schon gemacht.
Boris Da hast du schon was zu tun.
Chris Also ihr könnt jetzt dazu beitragen, dass ich dann beim Signieren der Bücher, also ich werde dann da hinfahren zum, Logistikpartner und werde dann da irgendwo wahrscheinlich im Konferenzraum sitzen und einen Stapel von hoffentlich deutlich mehr als 100 Büchern signieren. Also ihr könnt dazu beitragen, dass ich dann da mit einer Sehenscheidenentzündung rausgehe.
Chris Und da würde ich mich tatsächlich sogar drüber freuen. Also, ja, das hat tatsächlich bei Amazon lang gedauert. Diese Preisverhöhung war angekündigt, aber diese Systeme, es muss dann irgendwie in verschiedene Datenbanken hochgeladen werden und dann müssen die Buchhändler sich das da auch wieder rausziehen und Amazon ist da offensichtlich nicht so schnell.
Chris Also, das hat echt gedauert. Aber jetzt ist es dann da gelandet.
Boris Also Autorenwelt, schaut euch das mal an.
Chris Autorenwelt, ein Link ist in den Shownotes. Da klickt ihr euch dann einfach durch. Und wie gesagt, ihr müsst bis einschließlich 5.11. bestellt haben. Das sind von jetzt ab noch 1, 2, ja gute 2 Wochen. Und, dann kriegt ihr was Handsigniertes. Und ich werde was reinlegen noch. Sag aber nicht was. Aber die Entscheidung ist jetzt gefallen, was es wird.
Boris Ein Spielzeugauto.
Chris Quetsch, quetsch, quetsch. Nee, es wird nichts Dickes werden.
Boris Ein Hamburger.
Chris Genau. Mit Ablaufdatum. Ja, ganz kurz zum Thema Workshop-Status. Bei Klostergeister sind es jetzt 20. Was für ein Workshop, der noch ein knappes Jahr in der Zukunft liegt, ist das Irrsinn. Also ja, ich bin geplättet. Da sind schon noch so ein paar Plätze. Also wer da Interesse hat, möge sie anmelden. Aber so schnell wie das jetzt gegangen ist, das hat sogar das Kloster ein bisschen überrascht.
Chris Und uns natürlich freut das sehr, wenn wir solche guten Neuigkeiten haben. Außerdem ist jetzt dann mittlerweile ausverkauft der Großformat-Workshop, den Moni und ich im März halten werden. Der ist nicht nur ausverkauft, sondern da sind sogar schon zwei auf Warteliste. Also das ist völlig gaga, dass das Thema dann tatsächlich so abgeht.
Boris Finde ich mal gut.
Chris Ich werde, also ich sag mal so, wenn jetzt noch eine dritte Person auf Warteliste kommt, dann werde ich die mal alle anschreiben und gucken, ob wir vielleicht, da noch einen Zusatztermin draus machen. Aber das bleibt jetzt erstmal offen im Moment. Warten wir mal. Und Warteliste ist ja auch dafür da, dass im Zweifel dann, wenn doch jemand ausfallen sollte, halt wieder jemand nachrutschen kann.
Chris Aber wie gesagt, wenn jetzt noch jemand auf Großformat dazukommt, dann fange ich mal ernsthaft an zu überlegen, ob wir da nicht noch einen zweiten Termin dranhängen. Auch zeitlich in der ähnlichen Region. Und Lichtgestalten wann ist der? April, Mai, April, Mai März oder April der ist auch schon halb voll also auch das gutes halbes Jahr in der Zukunft, Ja, das freut uns beide, glaube ich, sehr.
Chris Das kommt reichlich dazu.
Boris Kann man viel bei Lernen, tolle Ergebnisse erzielen. Und auch vor allen Dingen viel mitnehmen dann für sich.
Chris Genau, ansonsten gibt es noch Experimente mit Film im Mai und die Sehwerkstatt im Juni. Und Eat Your Vegetables, der Zene-Workshop mit Nebenwirkungen im November. Also haut rein, Link in den Shownotes. So, dann haben wir noch einen kleinen, ja, einen kleinen Nachtrag. Ich habe ja letzte Sendung erzählt, dass das mit den Nordlichtern und der Präzision der Vorhersage nicht so ganz so einfach ist.
Chris Und natürlich haben wir da jemanden, der sich da sehr mit beschäftigt, getriggert, und zwar den Wulf. Und der hat uns tatsächlich ein Audiokommentar dazu geschickt.
Einspieler Hallo, Happy Shooting Community. Lasst mich zwei bis drei Anmerkungen zu Chris' Ausführungen zum Thema Polarlicht-Vorhersage in Deutschland geben. Ich konnte während der letzten zwei bis drei Jahre mehrfach Polarlichter auch weit südlich der Arktis fotografieren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch südlich der Alpen. Ich habe zwar keine Polarlicht-Klingel, aber mittlerweile verlasse ich mich recht zuverlässig auf ein bis zwei Apps.
Einspieler Ganz zu Anfang steht die 3-Tages-KP-Vorhersage von SpaceRider.com, wobei ich mir bei weniger als 6 bis 7 hier auf dem 50. Breitengrad im Rhein-Main-Gebiet keine Hoffnung mache. Erwähnen sollte man aber auch hier den YouTube-Kanal von Dr. Damita Skow. Wenn sie die Sendung im roten Shirt moderiert, dann weißt du, heute Nacht geht's rund.
Einspieler Für die Feinplanung nutze ich dann die Aurora-Diagramme, die auf der Webseite von Michael Teussner zu finden sind. Hier kann man seinen Breitengrad eingeben und bekommt ein Diagramm, auf dem man über die Zeit die Wahrscheinlichkeit für verschiedene Kategorien, von Polarlichterscheinungen von fotografisch nachweisbar bis hin zu stark visuell ablesen kann.
Einspieler Meine Erfahrung ist, wenn der Balken nach oben schießt, dann kann man wolkenfreien Himmel vorausgesetzt Polarlichter in der Region sehen. Die Daten reichen ca. eine halbe Stunde in die Zukunft. Das ist die Laufzeit der Teilchen, nachdem sie den Satelliten Solar 1 passiert haben, der sich im Lagrange-Punkt L1 zwischen Sonne und Erde 1,5 Millionen Kilometer entfernt befindet.
Einspieler Vergangenen Samstag sah ich, wie die Balken nach oben schossen, saß aber in einer Veranstaltung und konnte nicht raus. Später gegen Mitternacht konnte ich dann noch gerade eben einen roten Schimmer am Horizont festhalten. In dem Sinne, viel Erfolg, 3, 2, 1, Happy Shooting!
Chris Ja, wunderbar. Also, danke, Wolf. Und Boris, jetzt musst du dir nur diese eins, zwei, drei, vier verschiedenen Links aufmachen und dann kannst du nachgucken.
Boris Genau, das werde ich nicht tun. Was ich aber gemacht habe, ist, der Kai hatte mir einen Tipp gegeben. Ich halte mal in die Kamera das Icon einer App. Aurora Polarlicht heißt das. Genaue Bezeichnung müsste ich jetzt auch wieder aus dem Slack raussuchen. Aber das ist vom Symbol her sieht man unten so eine schwarze Silhouette.
Boris Sieht aus wie lauter Tannenbäume, die aneinander gereiht sind oder sehr spitze Berge, die aneinander gereiht sind. Und oben drüber ist dann halt so in lila blau Verlauf eben so eine Aurora da zu sehen. Das ist das Symbol. Und die machen zum einen so eine Vorhersage eben auf Basis wahrscheinlich vieler dieser genannten Daten, die wir gerade gehört haben.
Boris Aber es gibt wohl eben auch diese Community-Komponente, sodass man sagen kann, ich sehe jetzt hier gerade etwas und der Ping wird dann an alle weitergegeben, die sich für eine bestimmte Region dort eben angemeldet haben, dass sie das wissen möchten. Das muss ich noch mal tun, mir noch mal angucken, wie das da geht, dass ich sagen kann, hier ist meine Position und ich will es wissen.
Boris Und dann schaue ich mal, ob das das nächste Mal Ping macht, vielleicht.
Chris Alles klar. Also danke, Wulff. Danke, Kai. Super Info von allen. Und die Links, die der Wulff hier erwähnt hat, die sind natürlich in den Shownotes.
Boris Jawohl.
Chris Ja, dann haben wir von Ike noch einen Nachtrag. Und zwar schreibt er was zum Thema Digitalisieren von analogen Bildersammlungen. Und auch darüber hatten wir ja ein Segment gemacht. Da hatte er das gleiche Thema. Er schreibt, nach dem Tod meines Vaters habe ich diverse Schachteln mit Dias und Film gefunden.
Chris Meine Mutter wollte sie alle wegwerfen. Daher habe ich sie erstmal mitgenommen, und möchte ja auch mal kurz meine Erfahrungen schildern. Zum Scannen hat er einen Kaiser-Dia-Duplikator digital benutzt. Also das ist wohl auch so ein Ding, wo man so Dias mit so einem Filmstreifenhalter hat, der für sechs Bilder und so einen Dia-Einsatz.
Chris Dann wird das auch vorne auf die Kamera draufgelegt, draufgepackt. Und dann hat er das mit seiner OM1 mit dem 45mm Makroobjektiv. Abfotografiert. Also das dürfte sowas ähnliches sein wie dieser Valoi-Duplikator, würde ich sagen. Sagt, es hat sehr gut geklappt mit Dias, auch mit dicken und selbstgeklebten.
Chris Früher hat man tatsächlich ja, also es gab so mehrere Systeme. Dias, also klassisch, ich bin aufgewachsen mit den Hammer-Rahmen, so Klickrahmen. Also du schiebst die so in so eine Schiene quasi rein, die haben rechts und links so einen Schlitz und dann schiebst du die rein, brauchst noch so ein Plastikgerät, dann macht es so klack und dann ist das Ding drin.
Chris Es gab aber durchaus auch andere Rahmen, die man so Klapprahmen, also man so schmetterlingsartig zusammenfaltet und dann macht es Klick und dann ist das negativ da drin. Und es gab auch mal noch dünne Rahmen, wo dann mehr in so ein entsprechend dünnes Magazin passt, die man so dünnen einsetzt.
Boris Hast du mehr Bilder im Magazin gehabt?
Chris Und es gab sogar mal Rahmen mit Glas. Was eher schwierig ist, weil dann hast du dieser Film, der auf dem Glas liegt und dann kriegst du diese Newton-Ringe und so. Aber egal, also auf jeden Fall scheint er damit mit verschiedenen Dias ganz gut durchzukommen. Außerdem sagt er, dass der Filmstreifenhalter auch Durchlässe für Bildnummern und den Filmtyp hat. Also du siehst dann auch noch ein bisschen was vom Rand.
Chris Nachbearbeitung macht er dann in Darktable mit dem Neg-Doktor, also N-E-G-Doktor in einem Wort. Das ist ein Modul in Darktable. Sagt, es ist ziemlich simpel. Ein Klick, um die Orange-Maske zu entfernen und ein Klick, um zu invertieren. Interessant. Hatte ich nicht auf dem Schirm, aber ja, gute Info. Sagt er, was Boris meinte, die Ordner nach Zeit und Ort zu sortieren.
Chris Gestaltet sich in der Praxis schwierig, da ich die EXIF-Daten des Films nicht so gut auslesen kann. Ja, Exif-Daten und Film.
Boris Das war auch nicht meine Intention, sondern häufig weiß man ja, was drauf zu sehen ist. Wenn man das natürlich nicht weiß, weil das geerbte Stücke sind und man sieht, okay, das war in den Bergen, aber ich weiß ja nicht wo, dann wird es natürlich schwierig. Das verstehe ich.
Chris Dann hat er aber tatsächlich noch ein interessantes anderes Thema. Er scheint das auch wirklich sehr genau katalogisiert zu wollen. Er schreibt nämlich, bei der Identifikation von Orten ist eine KI manchmal ganz hilfreich. Manchmal scheint sie aber bei weniger bekannten Orten, gerade aus Ostdeutschland oder anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks, Probleme zu haben.
Boris Es gibt ja so Geoguessing-Seiten auch. Also es gibt Menschen, die das sehr gerne machen, anhand eines Fotos versuchen herauszufinden, wo das aufgenommen ist. Und es gibt aber inzwischen auch Seiten, die das versuchen, automatisch zu lösen, das Problem. Ja.
Chris Tja, dann sagt er, er hat aber trotzdem schon einige interessante Bilder gefunden, zum Beispiel ein Foto des Star Wars Logos von diesem Film und ein Spielzeug in einem Propaganda-Diasatz zur Raumfahrt in Ost und West.
Boris Ja, cool.
Chris Sehr schön. Und dann hat er noch eine Frage an die Analog-Filmprofis. Kann man ungeschnittene Filme irgendwie beschriften, damit ich die Filme den Ordnern auf der Platte zuordnen kann? Gehen Klebeetiketten oder zerstört das den Film mit der Zeit? Und gibt es bessere Varianten für gerollten, ungeschnittenen Filme zum Fotografieren?
Chris Dieses Durchgefummel ist enorm zeitaufwendig. Also erstmal beschriften würde ich persönlich nicht auf dem Film machen, sondern auf der Dose, in der der Film ist oder auf den Pergaminhüllen, in dem der Film drin ist. Normalerweise, typischerweise hast du den Film so in so fünf, sechs Bilder geschnitten, so ein Kleinbildfilm und dann hast du so Pergaminhüllen, so A4-Hüllen, die du abheften kannst und da sind dann so Slots drin, wo du diese, Negativstreifen reintust und auf dem Papier kannst du natürlich bestens schreiben.
Chris Boris zeigt uns das gerade mal, genau.
Boris Also das ist so eine Hülle und ich habe die sehr clever beschriftet mit, Neg Punkt 1, also negative 1.
Chris Ah, gut, ne?
Boris Weil damals wusste ich, was das ist.
Chris Zeig mal bitte den Rand, also den Lochrand. Auf diesem Rand, das ist nämlich in der Regel etwas dickeres Papier, da kann man prima mit einer kleinen Hand draufschreiben, was das ist, welcher Ort das ist. Typischerweise schreiben wir da noch dazu, was das für ein Film ist und sogar in welchem Entwickler der entwickelt wurde.
Chris Und dann hast du hinterher diesen Zusammenhang fertig. Also das würde ich auf jeden Fall vorschlagen. Filme im Ganzen aufzubewahren ist immer schwierig. Nekt 3, Nekt 4, das ist total hilfreich Boris.
Boris Nekt 2, genau. Das war mein zweiter Film überhaupt, hallo?
Chris Ja trotzdem, schreibt mal drauf, was drauf ist, so wenigstens mal grob. Und wenn es nur ist, Fotoworkshop 1 oder so.
Boris Dann gibt es hier zum Beispiel Abzüge, die ich in der Dunkelkammer damals gemacht habe, in der Improvisierung. Ich muss das mal kurz irgendwie in die Kamera gehalten kriegen. Und dann siehst du, da steht drauf, Bilder zu 8. Und dann weißt du, ich muss nur die Negativfülle mit der Neg 8 suchen. Und das sind die Bilder davon.
Chris Weißt du, du könntest sie auch einfach in dem gleichen Ordner hintereinander einheften, dann wäre das auch super. Egal. Ich bin immer so ein bisschen skeptisch, wenn man, also früher hat man das oft gemacht, dass man den Film komplett gelassen hat und ihn dann aufgerollt hat in so ein Döschen rein.
Boris Das habe ich tatsächlich noch nicht gesehen.
Chris Also bei meinen Eltern gab es immer wieder so ganze Filme. Das Problem ist nur, dann hast du quasi den Film und dann passt er nicht ganz in die Rolle, dann ziehst du den so zusammen und damit hast du natürlich Film auf Film, der reibt und dann möglicherweise Kratzer macht und so. Nicht ganz so toll. Und dann fragt er noch, gibt es eine bessere Variante für gerollten, ungeschnittenen Film zum Fotografieren? Das Durchgefummel.
Chris Also ich weiß, glaube ich, also ich meine, der Walloy, auch so dieser Leuchtaufsatz mit Filmdingens, da kann man, glaube ich, ganze Rollen durchziehen, also Stück für Stück. Und dann gibt es natürlich noch von Reflektor diesen kleinen Scanner, der auch ganze Rollen kann, so im Batch, aber dann hast du halt wenig Kontrolle über das einzelne Bild und der scannt, der macht halt, dass es dann nicht mehr abfotografieren.
Chris Das sind so meine ersten Gedanken zu dem Thema. Aber solltet ihr noch mehr wissen, dann schreibt uns doch happyshooting.de slash hi. Das ist der richtige Ort dafür. So, dann hast du.
Boris Ich habe Danke zu sagen.
Chris Endlich mal, du kannst jetzt endlich mal deine Objektive automatisieren. Erzähl doch mal.
Boris Ja, ich hatte ja gesprochen, dass meine Leica M-Bodies die Objektive nicht erkennen, obwohl sie ja eine optische Erkennung haben und Leica-Objektive an der Seite eben einen Strichcode haben, so einen 6-Bit-Code. Und nicht Leica-Objektive haben das eben in der Regel nicht. Aber da kann man natürlich was machen. Man kann ja einfach selber draufmalen mit.
Boris Permanent Markern, kann man da dunkle Punkte draufmalen an den richtigen Stellen, und dann kann man eben ein Zeiss 50 mm ausgeben für ein Leica Summicron, wenn man das möchte. Wenn man den Strichcode kennt, da findet man im Internet verschiedenste Quellen dazu oder eben bei Kleinanzeigen nach passenden Objektiven suchen und dann mal schauen, ob das Bajonett fotografiert ist und dann kann man sich das da abgucken.
Boris Aber die Frage ist natürlich, wo müssen diese Punkte hin? Also so ungefähr die Richtung, das sieht man schon, weil man sieht ja am Bayonett der Kamera, wo der optische Laser ist. Aber wo so das ganz genau dann auf dem Objektiv hin muss und die sind schon sehr eng aneinander, diese Punkte, das ist schwierig.
Boris Und da hatte sich der Manuel als erstes bei mir gemeldet im Slack und hat gesagt, hey, wenn du noch keine Schablone hast, ich kann dir mal eine ausdrucken und schicken. Und der hat mir eine Schablone ausgedruckt und geschickt. Und so sieht das aus. Ich halte gerade mal in die Kamera einen schwarzen Ring, und dieser Ring hat an der äußeren Seite einmal...
Boris So ein Gitter mit eben diesen sechs Punkten, die man da setzen kann, also sechs kleine Fenster, wo man dann eben mit einem dünnen Permanentmarker, reingreifen und dann aufs Bajonett malen kann von seinem Objektiv. Und damit diese Stelle auch an die, also diese sechs Striche an die wirklich richtige Stelle kommen, gibt es noch eine.
Boris Zweite Besonderheit an diesem Ring, nämlich so eine kleine Nase. Siehst du das? Das ist so eine bewegliche Nase. Und wie funktioniert das Ganze jetzt? Dann nimmt man sich, ich habe es jetzt auch noch nicht gemacht, weil ich habe noch keinen Permanentmarker und ich überlege noch, ob ich es wirklich machen will.
Chris Ich zeige dir erst mal ganz kurz, was für einen Stift du dafür willst. Du willst nämlich einen sogenannten Tieflochmarker. Das sind Marker, die eigentlich aus dem Bastelbaubereich kommen, wenn du zum Beispiel so ein langes Schraubenloch da innen drin markieren musst. Die haben vorne einfach eine dünne, lange Mine, also die sind so dick wie die Mine quasi.
Boris Ja, sehr gut.
Chris Und die gibt es auch in permanent. Weiß jetzt nicht, ob das so einer ist, aber die sehen ganz lustig aus und sind genau das Richtige dafür.
Boris Tiefloch wird genau das Richtige sein. Das ist auf jeden Fall dann am bequemsten. Es ist jetzt nicht, dass man hier sehr tief durch müsste, um bis nach unten durchzukommen, aber wenn man so eine etwas prokligere, dickere Spitze hat, ist das mit Sicherheit nicht so angenehm. Man kriegt diesen Ring auf das Objektiv-Bajonett gesteckt und dann kann man das hier so rotieren.
Boris Das geht auch nur in einer Position drauf, weil es eben die Aussparungen vom Bajonett hat. Aber das ist wahrscheinlich je nach 3D-Modell ein bisschen anders. Aber jetzt kommt der Clou. Ich mache es nochmal ab, was auch gar nicht so einfach ist, wenn man nicht weiß, wo. Das geht natürlich auch nur in einer Stellung wieder raus.
Boris Die Leica M-Objektive, ich zeige das hier auch nochmal, die haben, hier wo mein Zeigefinger ist, haben die eine kleine Kerbe. Ringsrum ist das glatt beziehungsweise sind Schrauben zu sehen aber es gibt eine Stelle, da ist eine Kerbe drin und das ist genau das Ding, wo diese kleine Nase von dem Ring, wo die reingreifen muss das heißt, man setzt das Ganze auf und dreht.
Chris Bis es klickt.
Boris Das funktioniert halt leider nicht, weil die Nase nicht selbst eine Spannung hat sondern man muss so ein bisschen gegendrücken.
Chris Aber dann rastet irgendwann ein.
Boris Und dann gibt es halt eine Stelle, wo es eben einrastet.
Chris Ja, cool.
Boris Und wenn man die hat, dann muss man da gut festhalten, dass es sich dann nicht wieder verdreht. Das ist ein bisschen fummelig. Und dann kann man eben da, wo dann dieses Gitter ist mit den sechs Punkten, das entsprechende Punktemuster draufmalen. So weit erst mal dazu. Ja, und dann kannst du natürlich gucken, was weiß ich, wenn du einen 50 mm 1.2 oder 1.4 oder 2.0 oder 2.8 hast, dann kannst du halt gucken, was für ein Äquivalent von Leica gibt es denn da.
Boris Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es verschiedene gibt, weil die haben mehr als ein Objektiv mit einer Spezifikation gebaut. Und dann kann man sich halt für eins entscheiden, was möchte ich denn, wie das Ding hinterher ausgegeben wird, weil das landet dann eben auch in den EXIF-Daten, dass es damit gemacht worden wäre.
Boris Und es kann auch dazu führen oder es wird dazu führen, dass wenn ihr in JPEG auf der Kamera fotografiert, dass dann eben auch die Objektivkorrekturen von diesem Objektiv angewandt werden. Und das kann natürlich falsch sein. Das heißt, wenn ihr JPEG in der Kamera fotografiert, muss das nicht zwingend eine gute Idee sein.
Boris Da habe ich jetzt noch nicht geforscht, ob man das abschalten kann. Dass die Korrektur angewandt wird, sondern dass es nur erkannt wird für die EXIF-Daten. Aber ich glaube, wenn es erkannt wird, dann werden auch Korrekturen angewandt. Für RAW ist das völlig irrelevant, weil RAW ist RAW, da wird dann nichts dran gemacht.
Boris Ein anderes Problem dabei ist. Dass ich mir gerade ein 40mm Objektiv gegönnt habe. Dazu erzähle ich nachher noch was. Aber Leica hat keine 40mm Objektive gebaut. Das heißt, es gibt kein Strichcode.
Chris Gab es da nicht irgendeine Wiederauflage oder eine neue Nachbau von was, was in dem Bereich unterwegs war? Es waren auch nicht genau 40, glaube ich.
Boris Ja, nicht von Leica. Von Leica kriegst du 50 oder 35. Das 40er haben sie mal in Zusammenarbeit mit Minolta gemacht. 40 mm Blende 2, glaube ich. Das Rockor. Aber das hat halt kein Strichcode, soweit ich weiß. Also das 40er werde ich nicht identifizieren können oder ich muss es als 35er oder als 50er ausgeben, wahrscheinlich eher ein 35er, das ist näher dran.
Boris Ja, wie gesagt, ich weiß jetzt noch nicht genau, ob ich das machen möchte, weil ich müsste dann ja auch erst mal einen Permanentmarker besorgen und will dann nichts drauf verschmieren auf dem Bayonet und weiß ja nicht, ob ich das mal wieder verkaufen will und ob die Leute sich dann daran stören, dass da drauf rumgemalt wurde und Ja.
Chris Wenn das mit so einem Permanentmarker, dann kriegst du ein bisschen Alkohol, kriegst wieder runtergerubbelt. Ja, dann kriegst du komplett runter.
Boris Naja, und dann hast du halt in den EXIF-Daten steht dann drin, das sei, was weiß ich, ein Leica Summicron oder was weiß ich was gewesen und das war es ja gar nicht. Ich weiß es noch nicht. Ich habe es erst mal da. Ich werde es mir gut überlegen, weil jetzt weiß ich ja, dass der Auto ISO wird. Ich kann den ja auf einen festen Wert einstellen und dann geht das.
Chris Der Jochen schert hier gerade im Slack den 6-Bit-Encoder für Leica M. Das ist, ich brauche das mal ganz kurz hier hin, das ist ja schon wieder fast lustig.
Boris Kannst du das mal mit in die Shownotes werfen?
Chris Kriegen wir hin. Wobei, das brauchen wir eigentlich nicht in die Shownotes werfen, weil das ist genau das Gleiche.
Boris Achso, das ist auch eine Schablone und der Stift schon mit dabei.
Chris Der Stift ist dabei, das Ganze kostet dann aber 40 Euro. Oder hier sogar Encoder-Kit und Rot-Punk 49 Euro, nee 40 Euro Standard Encoder-Kit. Also da bist du, glaube ich, mit so einem simplen 3D-Druck bist du deutlich besser bedient und kaufst dann für...
Boris Ich musste den 3D-Drucker jetzt nicht kaufen, sondern Manuel war so nett. Also nochmal vielen Dank dafür.
Chris Genau. Was ja tatsächlich materialtechnisch ist, das ist ja ein Centbetrag. Also wirklich.
Boris Ja, aber ich meine, du musst den Drucker haben, du musst den einrichten und du musst das 3D-Modell runterladen, vielleicht noch slicen, warten bis fertig ist, Strom kostet auch. Also ja, ein paar Euro ist das schon wert.
Chris Jürgen sagt, Leica macht das auch für etwas Kleingeld.
Boris Meinst du, die würden mir mein TT Artisan und mein Zeiss taggen? Also wahrscheinlich, wenn du die mit großen Scheinen bewirfst, sicherlich.
Chris M-System Service, Objektiv-Codierung, ältere Leica-Objektive. Jaja, das ist halt kein Leica-Objektiv. Das ist für Fremdmarken, glaube ich.
Boris Zeigen die auch einen Vogel? Nein, passt schon. Also damit würde es gehen. Wer also ähnliche Probleme hat, es gibt 3D-Modelle zum selber drucken oder, wie Jürgen gezeigt hat, das auch zum Fertig kaufen. Und mal schauen. Ah, Kai hat noch einen Link zu Codes für andere Objektive. Das aber bitte mit in die Shownotes, weil da will ich dann selber noch mal nachlesen nachher. Das scrollt mir hier sonst raus.
Chris Super. Also, dann bin ich ja mal gespannt, ob du dann funktionsfähige Codes auf deinen Leica auf deinen Leica und ob ich das machen will.
Boris Ich muss mir das noch überlegen.
Chris Da kannst du ja nicht viel kaputt machen im Zweifel. Wisch es wieder runter. Also Permanentmarker sind nicht so permanent. Das ist kein Lackstift, das ist alkoholbasierte Tinte. Der Thorsten hat uns geschrieben, das ist eine etwas Open-Ended-Frage, aber ich habe sie jetzt trotzdem mal hier am Anfang mit reingenommen.
Chris Und zwar kam das über happyshooting.de und hat einfach gefragt in den letzten 20 Jahren, das bezieht sich auf unsere 20 Jahre Happy Shooting hier, ist in der Fotografie viel passiert, von analog zu digital, von Dokumentation zu Lifestyle, von Papier zu Instagram und Snapchat. Wie seht ihr das Ganze? Was hat sich für euch geändert? Wie nehmt ihr das alles wahr? Was sind eure Gedanken dazu?
Chris Ich habe so ein paar Themen. Wo ich sage, naja, also es hat sich natürlich die Technik geändert. Film ist zum Sensor geworden und Dunkelkammer zum Bildschirm und Smartphone kam dazu und mit all seinen Implikationen. KI kam dazu. Vieles ist einfacher geworden und viel mehr Möglichkeiten und viel mehr Leute haben eine Kamera in der Tasche.
Chris Also mehr Leute haben mehr Möglichkeiten. Ob das gut ist, ist die andere Frage. Zu viele Möglichkeiten sorgen nicht immer für mehr Zufriedenheit. Das ist leider ein Problem dabei.
Boris Sind wir noch bei der Technik?
Chris Ja, so ein bisschen.
Boris Weil da kann ich sagen, was es bei mir drastisch geändert hat. Also 2006, da hatte ich gerade das erste Jahr eine digitale Spiegelreflexkamera. Vorher halt digitale Point-and-Shoots, so als Einstieg in die digitale Welt, was mir schon sehr viel Spaß gemacht hat. Und vorher in der Regel analog also Spiegelreflex analog.
Boris Aber wenig gelernt dabei und schon gar nichts professionell gemacht. Und die Technik hat es für mich tatsächlich ermöglicht, sehr viel schneller zu lernen durch das direkte Feedback, schon auf dem Kameradisplay und dann eben zu Hause am Rechner. Und dann sehr, sehr guten Einstieg in das Thema zu kriegen und auch relativ schnell Fotos zu machen, die offensichtlich anderen auch gut gefallen haben.
Boris Also da gebe ich auch ein bisschen die Lorbeeren an die Technik als solche, weil die haben eben einfach Dinge ermöglicht, mir direkt zu korrigieren, weil ich den Fehler ja sofort sehen konnte und nicht erst irgendwie Tage später zu Hause. Und das hat bei mir dann tatsächlich auch dank der Technik dazu geführt, dass ich dann das Ganze auch gewerblich gemacht habe und damit jetzt schon viele Kundinnen und Kunden sehr glücklich gemacht habe mit Motiven aus ihrem Leben. Das, Ist sehr, sehr schön. Und was sich technisch auch geändert hat, wenn wir jetzt die 20-Jahre-Revue passieren lassen, ist, dass ich früher sehr viel mit Filtern und Stativ und so gearbeitet habe, gerade bei etwas längeren Belichtungszeiten.
Boris Aber mit länger meine ich dann auch schon mal eine 20. Sekunde oder sowas. Also auch auf Feiern gerne mal mindestens ein Monopod oder ein Stativ eben an einem ausgezogenen Bein oder sowas. Und dann kam der Bildstabilisator dazu. und ich habe quasi so gut wie kein Stativ mehr im Einsatz. Das ist schon irre.
Chris Also bei mir sind es auch durch die technischen Veränderungen und auch durch die Möglichkeiten, hier in Happy Shooting ganz viel Technik mal in die Finger zu bekommen, auf Workshops und vom Sponsor und so weiter. Da sind wir ja quasi über einige Jahre wöchentlich mit Testtechnik beworfen worden. Meine eigene Erfahrung, und das, wie gesagt, alles so ein bisschen mehr philosophisch ist, dass bessere Technik nur so bedingt hilft, weil ein neues Objektiv macht zwar schärfere Bilder, aber keine spannenderen.
Chris Du wirst kein besserer Fotograf durch neue Technik, die ermöglicht dir das, aber du musst schon noch selber, was tun. Was sich auch verändert hat, ist das Zeigen von Bildern. Also früher war das das Fotoalbum auf Papier, dann sind es Dias geworden, dann sind daraus Blogs und Flicker und Feeds geworden.
Chris Damit wird alles viel schneller sichtbar, viel schneller bewertet, aber dann auch viel schneller vergessen wieder. Das ist so ein Thema, was mich auch mal ein bisschen beschäftigt hat, weil in der Masse Bilder, die wir heute haben, also das verdünnt alles. Das heißt, die wirklich Guten haben es nicht mehr so leicht rauszustechen, weil sie von vielen, vielen, vielen mittelmäßigen Bildern umgeben sind.
Boris Das einzelne Bild wird quasi abgewertet, kann man schon fast sagen. Ich freue mich immer sehr. Ich hatte das jetzt beim letzten Familienshooting wieder. Die rufen mich so alle zwei Jahre. Da hatte ich Fotos gemacht. Und dann bin ich zu denen ins Wohnzimmer gekommen. Und da hing tatsächlich von einem der letzten Shootings ein Bild an der Wand.
Boris Zusammen mit vielen anderen Bildern aus dem Familienleben und aus den Zeiten, als auch die Eltern noch jung waren und so. Also schwarz-weiße, alte Aufnahmen, tolle Bilder dabei. Und mittendrin eben ein Foto aus meiner Serie. Und das fand ich schön, dass sich die Familie da wirklich dann, ich meine, die kriegen ja auch ein paar hundert Bilder von mir, aber dass die sich dann doch dazu entschlossen haben.
Boris Und das ist jetzt ein Bild, das hängen wir uns an die Wand. Und damit haben sie dieses Bild deutlich eben aufgewertet. Das ist eine schöne Erinnerung gewesen. Und sowas finde ich schön.
Chris Genau. Was auch ganz, was ich auch immer deutlicher sehe, ist, dass wir. Teilweise nicht mehr selber fotografieren, sondern wir fotografieren Bilder, die andere schon fotografiert haben. Man sieht das so über Insta und Co., über Social Media, dass man einfach Bilder im Kopf hat, Bildererwartungshaltungen hat, gewissen Sachen gegenüber.
Chris Da denke ich jetzt noch nicht mal konkret an die einzelnen Locationen, sondern die Art von Bild, die so und so hat ein gutes Bild auszusehen. Das wird einem durch Influencer ganz viel vorgegeben. Und dann wird mehr gescannt, als selbst entdeckt, sondern man scannt nach Sachen, die man schon kennt. Das versuche ich auch mal sehr bewusst zu vermeiden.
Chris Das nächste große Thema in den letzten 20 Jahren ist, dass unsere Aufmerksamkeit unter Dauerbeschuss steht. Wir brauchen ja, das haben wir in Seewerkstatt, im Klostergeister-Workshop und jetzt dann bald auch im Buch, ist das ein ziemlich interessantes Thema und ein ziemlich zentrales Thema. Wenn wir das Bild nicht bemerken, dann kann es auch nicht zum Bild werden.
Chris Also wir brauchen ja eine gewisse Aufmerksamkeit, um überhaupt mal ins Fotografieren zu kommen. Ansonsten kann da nichts entstehen. Und, im Augenblick ist unsere Aufmerksamkeit eigentlich eine Ressource, ist ein Rohstoff für manche Businesses. Also Benachrichtigungen links und rechts, irgendwelche Video Shorts, wo man dann nach drei Stunden sagt, oh Gott, ich bin ja immer noch am Scrollen.
Chris Ständiger Kontextwechsel zwischen verschiedenen Sachen und das zur Ruhe kommen, was wir eigentlich brauchen, um unsere Antennen wieder so ein bisschen auszuklappen. Das passiert ganz, ganz selten nur noch. Weil ja jede freie Minute, jede freien zehn Sekunden werden ja durch den Blick aufs Gerät irgendwie gefüllt im Moment.
Chris Das heißt, die Aufmerksamkeit ist unter Beschuss und wir müssen uns die wieder erkämpfen. Das ist, glaube ich, ein ganz zentrales Thema für viele, die mit Kameras unterwegs sind und irgendwann sagen, ja, aber ich, weißt du, du kennst die Situation, du bist mit anderen unterwegs, vielleicht auf dem Fotowalk, kommst zurück oder auf dem Workshop, du gehst raus, Alle haben die gleiche Aufgabe, kommen zurück, dann werden Bilder an die Wand geworfen und dann denkst du dir, Mensch, ich war doch auch da, warum habe ich das nicht gesehen?
Chris Das hat sehr viel mit Aufmerksamkeit zu tun. Sehr, sehr viel.
Boris Oh ja, extrem viel. Komme ich gleich dazu, zu einer Sache, die sich eben nicht geändert hat.
Chris Genau, also was sich ganz sicher nicht geändert hat, ist, wir müssen immer noch, bemerken, wir müssen immer noch warten, wir müssen entscheiden, wir müssen entscheiden, was wir weglassen, wir müssen auf Dinge reagieren, wenn wir Fotos machen. Und was sich nie geändert hat ist, das Licht trifft immer noch auf eine Fläche das ist der Kern des Ganzen und der hat sich nicht geändert Foto ist immer noch Foto und für mich ist heute tausendmal wichtiger geworden in den letzten 20 Jahren, neugierig zu bleiben Aufmerksamkeit wiederzulernen, Geduld zu lernen das ist auch ein sehr zentrales Thema und, Selber Sachen entdecken und auch mal losgehen, ohne dass man schon irgendwie die Sicherheit hat, dass dann auch ein Bild dabei rauskommt.
Chris Also auch der Nachmittag fotografieren, wo nichts Gescheites zurückkommt, ist ein wichtiger Teil des Ganzen, weil in der Zeit hast du geübt, hast du Fingerübungen gemacht, hast du Sachen durchgetestet. Also man muss auch mal diese Ungewissheit aushalten, ob man mit einem guten Bild zurückkommt oder nicht.
Chris Ansonsten spielt man auf Sicherheit und macht immer die gleichen Bilder, macht immer die Bilder, von denen man weiß, oh, die funktionieren auch. Und das Experimentieren, das finde ich sehr, sehr zentral, sehr wichtig.
Boris Das Experimentieren ist genau das Stichwort, worauf ich gerade hinaus wollte. Das hat sich halt nicht geändert. Also zunächst mal musst du dich natürlich in einen Modus bringen, in dem du auch experimentierfreudig bist und Spaß daran hast. Und dann ist es halt so, jetzt ist in den Köpfen bei dem, was wir bisher erzählt haben, wahrscheinlich immer ein klassisches Foto drin, was wir so kennen.
Boris Ein Porträt, ein Landschaftsbild. Also ein Porträt der Landschaft oder einer Person, eines Tieres oder eines Dings. Also ein gut komponierter Schnappschuss, sage ich jetzt mal. Das jetzt meine ich gar nicht abwertend. Aber ja, Es gibt halt eben auch Bilder, die darüber hinausgehen, die sehr viel Eindruck hinterlassen, wenn man sie sich anschaut.
Boris Damit meine ich eben Bilder, die von der Unschärfe leben, von der Abstraktions leben, von Mehrfachbelichtungen, von bewusster Kamerabewegung und so etwas. Das sind alles Experimente, die, wenn man sie einfach mal so macht, in der Regel zu unbrauchbaren Ergebnissen führen, wo man einfach nur sagt, es ist kaputt, das sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt oder wie ein Unfall.
Boris Es gibt aber ein paar Menschen da draußen, die solche Experimente zu einer absoluten Disziplin gebracht haben. Also die wirklich wahrhafte Kunstwerke mit eben solchen experimentellen Dingen schaffen. Du hattest das vor ein paar Episoden, den Fotografen, der eben mit diesem sehr, sehr, wenig lichtempfindlichen Film gearbeitet hat auf der Straße und damit leben musste, dass er halt immer sehr lange Belichtungszeiten hatte, so von der, weiß ich nicht, zehntel, zwanzigsten.
Chris Haas war das, ja.
Boris Und er hat dann aber eben die Not zur Tugend gemacht und hat eben geguckt, okay, wo kann ich denn jetzt Bewegung einfangen oder vielleicht dem Stillstand gegenüberstellen und solche Späße. Und sich eben in eine Situation heutzutage zu bringen, dass man sagt, ich habe jetzt mal Bock, ein Experiment zu machen.
Boris Ich weiß noch nicht, wo das enden wird, aber dass man mal Dinge ausprobiert, um dann vielleicht hinterher zu erkennen, das ist auch so ein Ding, was wir im Workshop jetzt verstärkt haben, um dann in den eigenen Sammlungen mal zu erkennen, was ist es eigentlich, was ich fotografieren möchte oder was ich zeigen möchte?
Boris Und das ist halt spannend. Das ist auch, was sich auch nicht geändert hat, ist sich eben zu treten. Also ich habe, also finde ich für mich, in letzter Zeit ein paar sehr schöne Aufnahmen gemacht, so von Regenwolken, von Regen, von eher sehr düsterer Stimmung eigentlich. Weil ich mich in den Arsch getreten habe, aus verschiedenen Gründen, längere Spaziergänge, um unsere Weiden zu machen. Und dann gesagt habe, auch wenn der Regen mich einholt oder wenn ich hier nass werde, ich gehe jetzt trotzdem los.
Chris Gerade dann kriegst du doch geile Bilder.
Boris So, und normalerweise würde man sagen, ja, dann nehme ich doch die Kamera nicht mit. Dann wird die ja nass. Und außerdem habe ich ja sowieso keine guten Fotos, weil es ist ja eh alles Wolkenbehangen. Aber alter Schwede, da sind, also ich habe viele Fotos gemacht, aber da sind zwei oder drei dabei, wo ich jetzt schon weiß, die druck ich groß.
Chris Es sind schon so viele Bilder nicht entstanden aus Angst, dass die Kamera irgendwie ein Katzechen kriegt oder so. Übrigens ist natürlich das Fotografieren von Dingen, von denen man weiß, dass sie funktionieren, das will ich überhaupt nicht verteufeln. Das hat schon seine Berechtigung und seine Daseinsberechtigung.
Chris Wenn ich für einen Kunden arbeite, der hat eine klare Erwartungshaltung oder sowas, dann weiß ich auch, was ich liefern soll und dann weiß ich auch, was funktioniert. Aber wenn ich selber sehr zufrieden sein möchte mit meiner Fotografie, dann muss ich da anders rangehen. Dann kann ich nicht nur die Sachen abgrasen, die eh schon funktionieren.
Chris Dann gehe ich dann, also viele Leute gehen mit der Kamera wie mit so einem Metalldetektor durch die Welt und scannen so alles ab und da ist ein gutes Foto. Und das dockt dann dann irgendwas an, was du schon kennst und weißt, das funktioniert. Das ist ja absolut legitim, aber es gibt halt dann doch noch so einen anderen Winkel des Ganzen.
Boris Und das lohnt sich halt, den zu experimentieren. Und das ist halt etwas, was sich in diesen 20 Jahren nicht geändert hat. Es ist nur, also zumindest in manchen experimentellen Bereichen, vielleicht technisch einfacher geworden, das zu tun.
Chris Der Burkhardt schreibt die... Die Kamera kann bei Regen, kann mehr Regen ab als die meisten Kameraträger. Da hast du recht, ja.
Boris Das stimmt, ja.
Chris Außerdem, ich habe in meiner Jackentasche immer so ein 30, 20, 25, 25 oder 30 auf 30 Zentimeter Küchen-Mikrofasertuch, so ein knallgrünes Ding.
Boris Zum Abwischen dann.
Chris Was im Fünferpack irgendwie, was weiß ich, drei Euro kostet oder so.
Boris Oder einwickeln oder abwischen?
Chris Im Zweifel auch obendrauf legen. Also du hast damit einfach die Kamera schnell trocken und kannst sie mal zwischendurch abwischen, wenn es draufregnet. Oder du kannst sie tatsächlich einfach oben drauflegen und hast dann ein kleines Regendach, was auch noch Wasser aufsaugt. Also da muss man echt keine große Angst haben.
Boris Ich bin mal beim nächsten heftigen Regen gespannt, wie wasserdicht so eine Leica wirklich ist. Weil man sagt ja immer, sie ist es nicht. Aber im Zweifel muss Kuba sie halt wieder trockenlegen und reparieren.
Chris Also die Kamera ist nicht problematisch.
Boris Was mir aufgefallen ist, jetzt auch eben im Zuge hier von dem Podcast und dieser sagenhaften Community, etwas, was sich, geändert hat, ist eben der Weg natürlich zum Digitalen, zum Schneller immer mehr, wie wir es gerade besprochen haben, aber gerade in den letzten wenigen Jahren auch wieder zurück. Also der Trend, weg vom Smartphone hin zu einer dedizierten Kamera.
Boris Und wenn es eine einfache Point-and-Shoot ist oder hin wieder zum analogen, zum langsamer, zum selektierten Fotografieren, das machen viele, die steigen da erst mal mit ein, weil sie neugierig sind, weil sie das nicht kennen. Also Chris und ich, wir sind analog aufgewachsen. Wir hatten nichts anderes.
Boris Das war das, womit wir fotografiert haben. Also bei uns zumindest im Haushalt, im Kleinbild analog natürlich, Ich weiß, Kameras, die hatte man zu Hause, Und dann kam digital und das war eine tolle neue Welt. Und viele Leute, die aber jetzt digital groß geworden sind, die haben das Analoge gar nicht kennengelernt.
Boris Die entdecken jetzt das Analog und haben da großen Spaß dran, was ich begeisternd verfolge. Aber es gibt eben auch viele, ich sage mal in Anführungszeichen, von uns, die das Analoge kannten, zum Digitalen gekommen sind und die wieder zurück zu Analog finden, muss man fast sagen. Und das ist halt so dieser Trend, aber das deckt sich auch mit dem, was du ja wahrscheinlich in deinem Buch auch beschreibst, dass man halt von diesem oberflächlichen Sammeln wieder zurückkommt zum eigentlichen Beobachten.
Chris Wobei das lange nicht das einzige Thema ist. Da geht es noch um ganz andere Ecken. Aber es ist tatsächlich das Einstiegsthema. Versucht mal nicht nur zu sammeln. Und natürlich auch Strategien, um das hinzubekommen. Das ist ja dann der nächste Punkt. Ja toll, kannst ja viel erzählen, aber so einfach ist das ja nicht.
Chris Nee, das ist nicht einfach.
Boris Einfach ist es nicht. Aber mich würde mal interessieren, so die Frage in die Community, meldet euch gerne mal in der Kommentarspalte hier bei happyshooting.de oder bei uns im Slack. Was hat sich für euch in den letzten 20 Jahren geändert? Also was habt ihr bewusst wahrgenommen, positiv wie auch negativ im Bereich der Fotografie?
Chris Ich erwarte viele schöne Kommentare, wenn es geht, auch Audio-Kommentare auf happyshooting.de.
Boris Ganz genau.
Chris So, kommen wir mal zu ein paar News-Items. Ich hoffe, Thorsten, wir haben deine Frage einigermaßen gut beantwortet.
Boris Fand ich fantastisch, als Gedankenexperiment.
Chris Genau. Dann. Genau. Provenance. Das schöne englische Wort Provenance. Da Bildherkunft. Wo kommt das Bild her? Provenience auf Deutsch. Kommt das Bild aus einer Kamera? Kommt das aus einer KI? Hat das irgendwo menschlichen Ursprung oder nicht? Das ist ja ein großes Thema und da gibt es Content-ID beziehungsweise Content, nicht Content-ID. Wie heißt es denn jetzt?
Chris Das Ding, wo irgendwie Adobe mit drin steckt oder so, bin ich jetzt doof?
Boris CI-AI, Content, irgendwas.
Chris Content, ist egal. Auf jeden Fall. Gibt es da ja mehrere Systeme.
Boris Wir sind ja auch schon alt.
Chris Richtig. Gibt es mehrere Systeme? Das ist nicht das Einzige, sondern es gibt auch Synth-ID. Das ist von Google. Google hat Synth-ID C2PA.
Boris Sagt Bernd.
Chris Genau, aber wie heißt das? Wie heißt das Content? das Kürzel für das eigentliche Content-System, wo man dann so, wo die Bilder tatsächlich dann in den Watermark bekommt.
Boris Aber es gibt verschiedene davon, nicht wahr?
Chris Es gibt verschiedene, unter anderem...
Boris Apple hat jetzt auch wieder eins eingeführt.
Chris Ja, wobei Apple mit den bei den Bildern auch, glaube ich, Synth-ID drauf packt.
Boris Ah, okay.
Chris Das ist so ein, frag mich nicht exakt, wie es funktioniert, das ist so ein Bild, so ein Content-Credentials, genau, da CC, sage ich doch. Danke, Bernd. Das ist also Synth-ID und auch Content Credentials, die arbeiten unterschiedlich, Synth-ID arbeitet glaube ich mit statistischen Methoden im Bild selber, das heißt in den Pixeln irgendwo ist das versteckt, wenn ich da richtig gelesen habe kommt von Google und jetzt ist endlich der Synth-ID Detektor raus und das ist ein Tool, also ein Web-Tool, wo du deine Bilder, wo du beliebige Bilder reinwerfen kannst und sehen kannst, ob die ein Synth-ID-Wasserzeichen haben oder nicht.
Chris Das heißt, das Werkzeug, das untersucht jetzt quasi Videos und Bilder und Audiodateien auf Googles unsichtbares KI-Wasserzeichen. Ist also Recherche-Tool quasi, wenn du rausfinden willst. Ich habe mal so ein bisschen damit gespielt, Das Synth-ID wird unter anderem unterstützt von Google, von NVIDIA, von OpenAI und von Kakao.
Chris Kakao, bin mir nicht sicher, was das ist, aber offensichtlich macht Kakao auch Bilder. Und habe auch mal kurz so ein bisschen rumgetestet, was das denn alles überlebt. Das ist jetzt kein tiefgreifender Test, aber ich habe per ChatGPT ein Bild generieren lassen, ein generiertes Foto machen lassen. Dann habe ich dieses Ding, da ist man reingeworfen, ja, mehr als da ist Synth-ID drin, sagt das Ding auch nicht.
Chris Also es gibt jetzt keine wirklichen Detaildaten, sondern du wirfst das da rein dann hast du, dann habe ich das Ding mal als JPEG kleiner komprimiert reingeworfen, immer noch Synth-ID dann habe ich tatsächlich noch ein bisschen mit Filtern dran rumgebastelt also es wirklich auch noch ein bisschen, schlimmer verändert auch den Dateitypen verändert und so weiter, immer noch Synth-ID also das scheint relativ viel zu überleben, ja Das ist auf jeden Fall, das ist jetzt raus, das ist jetzt da, also wer das benutzen möchte, soll das einfach tun.
Boris Das Schöne an der Technologie, wenn es halt als Wasserzeichen in den Pixeln kodiert ist, für den Menschen unsichtbar, aber für die Maschine erkennbar, ist natürlich eben das, was du sagst. Du kannst es bearbeiten, du kannst es speichern, wie du willst. Du musst nicht darauf achten, dass irgendwelche Header-Dateien oder Anhänge mittransportiert werden, sondern die Bildinformation selbst gibt es her.
Boris Und das ist natürlich charmant. Wenn bei anderen Technologien eben ein Erweiterungsbereich in der Datei selbst genutzt wird dann kann es eben auch schnell passieren dass sowas mal wegfällt also man kann ja auch Fotos ohne Exif-Daten speichern, selbst wenn man es gar nicht wollte sondern das passiert dann einfach mal, und das passiert ja natürlich hier mit dieser Technologie nicht also ja ist ein Ansatz den ich durchaus nachvollziehen kann, ist übrigens auch nicht neu also eine Wasserzeit Maschinenlesbar.
Boris Da haben wir schon vor Jahren drüber gesprochen, wie man seine Bilder schützen kann gegen Diebstahl. Das wird jetzt wahrscheinlich hier so eine Neuauflage dieses Themas sein.
Chris Das sind möglicherweise ähnliche Verfahren. Dann, wie gesagt, gibt es hier von Content Credentials auch so eine Identification Page. Also die Algorithmen sind dann auch für Plattformbetreiber integrierbar. Der Bernd hat gerade noch dazu geschrieben, Meta hat sowas auch. Das heißt da VideoSeal. Also es sind mehrere ich sag mal konkurrierende Systeme würde ich gar nicht sagen also mehrere unterschiedliche Systeme, die aber alle was ähnliches versuchen, nämlich dir eine Möglichkeit zu geben, rauszufinden ob dieses Bild, von Menschen gemacht wurde oder nicht, So, dann hast du uns was mitgebracht über, das ist nicht wahr, oder?
Boris Das ist jetzt Leica hat eine Edition rausgebracht, es geht um die Leica Q3 und zwar die 43mm Edition, die ich ja von der Brennweite persönlich ganz interessant finde und zwar die Formel 1 Edition. Ich kann jetzt nicht viele Details dazu sagen, aber Leica hat eine Kooperation mit der Formel 1, oder ist eine Kooperation eingegangen und diese Edition kommt jetzt daher mit echtem, Carbon, in Deutschland produzierten Carbon-Teilen und zwar der Griff, also dieser angesetzte Griff, der auch sich drahtlos laden lässt, also womit man die Kamera drahtlos laden kann, so muss man sagen.
Boris Also da, wo man anpackt, das ist in Carbon gefertigt. Die Daumenstütze, die hinten angebracht werden kann, ist in Carbon gefertigt. Und der Soft-Auslöse-Button, den man aufschrauben kann, der ist in Carbon gefertigt. Und die Kamera ist mit so einem feinen Stoffbezug, mit so einem festen Stoffbezug versehen. Ich glaube, statt dieser günstigen Belederung, was sie sich halt von den Lenkrädern der Formel-1-Fahrzeuge abgeschaut haben.
Boris Und es ist in die Firmware eingebaut, ein neuer Formel 1 Bildlook für die JPEGs, also wenn man direkt in JPEG fotografiert, das ist halt ein spezielles Farbprofil und das ist etwas kontrastreicher und mit kräftigeren Farben. Da kriegt man halt einen bestimmten Look aus der Kamera Ich habe nicht gesehen, dass es limitiert wäre also das scheint einfach eine reguläre Option zu sein, die man bestellen kann, kostet jetzt statt der, im Augenblick kostet sie regulär so knapp 7000 Euro, die Q3 43, dieses gestiegen im Preis.
Boris Man muss ein bisschen drauflegen, für 8500 kriegt man die Formel 1 Edition. Also nur 1500 mehr für Carbon-Teile. Ist dann auch schon alles egal, kann man machen.
Chris Ist doch alles nicht wahr.
Boris Ich bräuchte es jetzt nicht, aber...
Chris Ist doch alles nicht wahr.
Boris Mehr wollte ich dazu gar nicht sagen.
Chris Ist okay, next. Firmware-Update.
Boris Genau, das ist viel spannender. In diesem Fall Firmware-Update von Nikon für die Z8 und die Z9 Fotografierenden unter euch. Für die Z9 ist es die Version 5.33. Für die Z8 ist es die Version 3.12 und die beheben, ich zitiere hier mal, beheben denselben Fehler, durch den die Kamera mit einigen Objektiven nicht mehr reagierte.
Boris Welche Objektive betroffen waren, nennt Nikon nicht. Neue Funktionen enthalten die Updates, abgesehen davon nicht. Ist also ein Bugfix mit bestimmten Objektiven und wahrscheinlich in bestimmten Situationen konnte die Kamera nicht mehr reagieren. Solltet ihr das Problem schon mal gehabt haben, dann ist wahrscheinlich dieses Firmware-Update das Richtige für euch.
Chris Und wo wir gerade bei Firmware sind, geht es weiter mit der EOS R6 Mark III.
Boris Ja, auch Canon hat einen Fix rausgebracht, betrifft die Canon R6 Mark III und die Canon R6 V, also die Videovariante davon. Hier gibt es die Firmware 1.1.2. Ich musste lachen wegen 112 und Notruf. Das ist also ein schnelles Bugfix. Behebt einen Fehler, durch den die Kamera Bilder unter Umständen nicht vollständig auf die Speicherkarten schreiben.
Chris Wie bitte?
Boris Unter welchen Bedingungen gibt Canon hier nicht an, aber das konnte natürlich zu Verlust von Fotos führen und das ist natürlich Drama. Wie bitte? Ja, ein Bug beim Speichern.
Chris Hör mal, Oma, was ist denn das hier?
Boris Ja, also ich denke, das ist eins der Updates, die sollte man sich relativ schnell drauf tun, weil auch wenn man das Problem noch nicht hatte, bei der nächsten Hochzeit wollt ihr das nicht haben. Also das Canon R6 Mark III und Canon R6 V Version 1.1.2 könnte sich lohnen, sag ich mal so. Und was anderes kurios ist oder wahrscheinlich technisch naheliegend ist, aber es musste erstmal jemand machen, hat DxO rausgebracht mit der Software Viewpoint 6.
Boris Wir kennen ja geometrische Korrekturen von Fotos. Das macht DxO ja auch und das machen viele RAW-Entwickler, das heißt Verzeichnungen zum Rand hin, Kissen- und Tonnenverzerrung vom Objektiv können dann ausgeglichen werden. Oder wenn man mit dem Fischauge natürlich extreme Verzeichnungen hat, weil es ja gar nicht korrigiert ist, kann man auch sowas korrigieren mit einer geometrischen Korrektur.
Boris Manchmal ist es aber so, dass man nicht das ganze Bild korrigieren möchte, sondern nur einzelne Bereiche davon. Zum Beispiel, wenn man eben weitwinklig ein paar Personen am äußeren Bildrand hat und die einfach unnatürlich dick erscheinen, aber man möchte jetzt nicht das ganze Foto irgendwie zusammenstauchen.
Chris Das ist doch der DALI-Modus, oder? Da kannst du dann so einzelne Sachen laufen lassen oder sonst was.
Boris Mit DxO Viewpoint 6 könnt ihr jetzt in einem Bild mit einem Kasten einfach markieren, ein Objekt. Innerhalb dieses Kastens wird dann mit dem Separationsalgorithmus, den es sowieso schon gibt, erkannt, welche Motive dort liegen. Und dann könnt ihr das markierte Motiv in dem Bild einzeln geometrisch verändern.
Boris Ob das jetzt ein leichtes Lächeln im Gesicht ist, wie du hier gerade zeigst, ob das ein aufgerichteter Poller ist oder eben so wie hier gerade zu sehen bei Hochzeitsbildern ein bisschen verschmalertes Porträt.
Chris Oh Mann.
Boris Also man kann einzelne Türme aufrichten, einzelne Dinge vergrößern oder versetzen.
Chris Das konnte man ja bisher schon auch machen. Also Photoshop und Affinity und so weiter. Das war machbar, dass man einzelne Bereiche geometrisch verändert. Und ich gebe ja zu, dass ich das wahrscheinlich in den 40 Jahren meiner Fotografie schon ein, zwei Mal gemacht habe, wenn es wirklich nötig war. Aber das jetzt quasi so, ach nee, wir machen das jetzt super einfach und jeder kann jetzt an seinen Bildern rumbiegen, wie er will. Das fände ich ja so ein bisschen...
Chris Ich weiß nicht, ob ich das gut finde.
Boris Es wird halt einfacher.
Chris Ich bin mir nicht sicher.
Boris Es ist ja in Photoshop bisher auch gar nicht so einfach gewesen, weil dann hast du halt so einen Rahmen. Wir sehen zum Beispiel hier, wo zwei Personen auf der Wiese versetzt werden und ein Drachen, der da fliegt, also so ein Schnurdrachen, vergrößert wird. Wenn du das in Photoshop gemacht hast, dann hast du relativ schnell irgendwelche wilden Verzerrungen da reingemacht. Und hier wird halt erkannt, okay, das ist das ganze Motiv und du willst das ganze Motiv versetzen.
Boris Und dann wird eben das ganze Motiv inklusive Hintergrund versetzt. Es soll hier wohl auch nicht so sein, dass irgendwelche Pixel dazu erfunden werden oder irgendwelche KI irgendwas neu rechnet in dem eigentlichen Sinne, sondern es ist wirklich mit den vorhandenen Pixeln, die werden verschoben, vergrößert, angepasst, aber eben nur das selektierte Motiv.
Boris Es ist also damit einfach zu machen, ohne dass du irgendwelche wilden Blob-Verzerrungen in dein Motiv reinhaust. Ganz interessant sicherlich für ein paar Spezialanwendungsfälle es wundert mich eigentlich, dass es so lange gedauert hat, bis es jemand gebaut hat, weil eigentlich ist es naheliegend mit heutigen Möglichkeiten der Freistellung, tja tja, hier gibt es das, DXO immer vorn dabei.
Chris Alles klar, ähm Fuji, Fujifilm, Also sind die mit dem Instax und ich dachte ja immer, irgendwann muss ja das, mit dem Analog-Boom mal rum sein. Instax ist jetzt, wissen wir, haben ja auch schon oft drüber geredet, dass Instax für Fujifilm die große Cash-Cow ist. Da wird das Geld eingefahren, die Leute kaufen das wie blöde und hören da gar nicht mit auf. Und das ist ja auch ganz cool, weil du hast ja in heutigen Zeiten halt, die digitale Fotografie mit beliebiger Wiederholbarkeit und dann machst du plötzlich Unikate. Das ist ja was anderes.
Boris Es gibt auch so langsam erste Stimmen von Fujifilm-Kunden und Kundinnen, die sich durchaus enttäuscht zeigen, dass Fuji da sehr viel in Instax und in Anführungszeichen Spaßkameras investiert und die professionellen Geräte so ein bisschen schleifen lässt.
Chris Ich behaupte mal, das sind wahrscheinlich völlig unterschiedliche Geschäftsbereiche und dass das eine mit dem anderen nicht viel zu tun hat.
Boris Ich würde auch davon ausgehen.
Chris Also die Leute, die Fuji Instax machen, machen nicht die Digitalkameras.
Boris Ich kann es mir nicht vorstellen.
Chris Nein, natürlich nicht, ganz sicher nicht. Das läuft dann oben irgendwo beim Chef wieder zusammen wahrscheinlich, aber ich glaube, relativ weit oben läuft das zusammen.
Boris Das werden andere Abteilungen sein, ja.
Chris Und Instax, früher konnte man noch sagen, na ja, das ist so ein Nostalgie-Produkt, so wie Polaroid, das war ja auch mal früher und jetzt wieder. Aber da steckt halt mehr dahinter. Und, irgendwie dachte ich, naja, das muss mal ganz gut sein jetzt. Irgendwann hört das mal auf. Ah, ah, ah, ah, ah.
Boris Das hielt richtig ab.
Chris Fujifilm investiert gerade in die Produktion von Instax-Materialien. Zeigt damit eben, dass der Sofortbildfilm lebt. Und zwar hauen sie eine Investition von 3 Milliarden Yen raus. Das sind 19 Millionen US-Dollar. Und damit wollen sie neue Werke hochziehen und Produktionskapazitäten erweitern. Das ist eine umfangreiche Investition in dieses Thema. Und ja ...
Chris Es scheint offensichtlich nicht zum Erliegen zu kommen. Dazu passt ein bisschen die nächste Meldung, die du uns mitgebracht hast.
Boris Ja, weil Fujifilm nämlich eine neue Instax Square Kamera vorgestellt hat. Die Instax Square 2 ist der Nachfolger von der SQ1. Ich frage mich, warum man sie dann nicht SQ2 nennt. Aber jetzt schreibt man es halt aus, weil vielleicht dann klarer ist, was gemeint ist. Die sieht halt sehr nach Plastikbomber aus, ist auch quadratisch geformt, so ein bisschen abgerundeter als jetzt die SQ1, die Vorgängerkamera, alles so ein bisschen blobby, spaßig, Spielzeugkamera mäßig, aber es fallen eben die doch recht großen Square, Instax Motive dabei raus, die durchaus ansehnlich sein können, ich weiß jetzt nicht welche Qualität hier die Kameraoptik hat.
Chris Was da rauskommt Auch nicht anders als die bisherigen seien.
Boris Wahrscheinlich nicht. Keine Ahnung, was da jetzt neu ist gegenüber der SQ1. Das habe ich jetzt nicht im Einzelnen recherchiert. Wenn euch das interessiert, könnt ihr mal gucken, weil Ende Oktober 2026 kommt die raus. Wenn ihr mal nach Fujifilm Instax Square 2 sucht, dann werdet ihr das finden und dann bis dahin gibt es mit Sicherheit auch Vergleiche zur SQ1.
Boris Invest ist um die 110 Euro. Straßenpreis wird wahrscheinlich wieder deutlich drunter liegen. Und das eigentliche Geschäftsmodell bei Instax sind halt die Sofortbildfilme. Zehn Aufnahmen, also eine Kassette mit zehn Bildern, die bekommt ihr so um die zwölf Euro. Also etwas über einen Euro, 1,20 Euro pro Bild.
Boris Das muss man investieren. Da lohnt es sich manchmal zu schauen, oder was heißt manchmal, es lohnt sich zu schauen, ob ihr dann Bundles bekommt. Ich hatte das seinerzeit, als ich mal recherchiert habe, häufiger gesehen, dass ihr, wenn ihr eben mehr kauft, mehrere Packungen kauft, dass man den Preis da eben so ungefähr auf einen Euro oder knapp drunter drücken kann.
Boris Muss man mal schauen, aber ich glaube, die Preise sind auch hochgegangen gerade dieses Jahr.
Chris Es passt natürlich dazu, also sie investieren gerade in den Ausbau der Filmproduktion und dann müssen sie natürlich auch irgendwie Kameras bringen, die dann wieder die Filmkäufe ankurbeln.
Boris Ja klar.
Chris Das eine gehört ja zum anderen.
Boris Ja, so ist das.
Chris Gut, wir, Schauen mal auf ein Foto.
Boris Ja, genau. Apropos Fotos machen.
Chris Apropos Fotos machen. Es geht ja dann doch um Bilder.
Boris Du hast mal vor Äonen, vor Monaten hast du mal erzählt, dass du Joe Krause fotografieren durftest. Und du durftest aber die Bilder nicht zeigen, weil ja das Album noch nicht raus ist.
Chris Exakt.
Boris Jetzt willst du uns erzählen, dass eins von deinen Fotos tatsächlich das Album ziert? Das Cover?
Chris Nee, das ist nicht auf dem Ende. Mein Foto ist nicht auf dem Cover. Das Cover ist nochmal ein ganz anderes, aber ich habe im Sommer ja diese Fotosession gemacht mit den Jungs, also Joe Kraus, Veit Hübner, Ralf Schmidt und Thorsten Krill, klasse Musiker und mit denen habe ich früher schon mal gearbeitet und ja, dann haben wir diese Fotosession gemacht, aber dann hieß es ja, nee, du kannst die noch nicht zeigen, wir haben ja so ein Embargo, bis dann im Herbst irgendwann die Scheibe rauskommt.
Chris Die Scheibe heißt Alchemy, also Alchemie auf Englisch. Ist jetzt veröffentlicht und damit kann ich jetzt auch endlich mal Bilder zeigen.
Boris Ich durfte sie ja schon vorher linsen ein bisschen.
Chris Außerdem sind drei von den Bildern auch im Buch gelandet, weil diese ganze Fotosession, dient auch als gutes Beispiel für einen kreativen Prozess. Wir haben da, Also wir haben uns da quasi tatsächlich in einem kreativen Prozess an die Ergebnisse herangetastet und es sind letztendlich, ich weiß nicht wie viele Locations das an diesem Tag waren.
Chris Du willst ja nicht nur an einer Location dich festbeißen, sonst hast du lauter gleiche Bilder, sondern wir hatten letztendlich wahrscheinlich 10, 15 verschiedene Locations.
Boris Was du mir gezeigt hattest, ihr wart tatsächlich sehr beweglich dabei und man merkt, was passiert, wenn du kreative Musiker hast, die offen sind, die ein bisschen Zeit und Lust mitbringen, die Vertrauen zum Fotografen haben und wenn du einen Fotografen hast, der Bock dran hat, weil du bist ja auch Musiker, also du sprichst ja auch eine Sprache mit denen.
Chris Das hat super gepasst alles und die sind jetzt, die leben ja den kreativen Prozess selber jeden Tag und sie sind halt auch Rampensäue, weil sonst würden sie nicht auf der Bühne stehen und damit, sind sie halt ja erstmal prädestiniert dafür, dass das auch ein erfolgreiches Ding wird. Und vor allem, was bei so einem kreativen Prozess auch passiert, ist, dass du auch einfach auch Scheiße baust, also schlechtes Zeug machst.
Chris Und du musst, um zu den guten Sachen zu kommen, da gehst du nicht hin und sagst, oh, hier klick und da klick und dann sind das alles Keeper, sondern du musst dann auch wirklich durch so einen, Tal der Tränen, durch so einen Tümpel von mittelmäßigem Zeug, um dann bei dem guten Zeug zu landen. Und dann musst du diese einzelnen Locations auch wirklich ...
Chris Auslutschen, ausquetschen. Du musst da, dann gehen wir hier nochmal rum, dann gucken wir hier nochmal, ah nee, dieses Geländer, diese Brüstung, dieser Gang und so weiter.
Boris Ja, die Kunst ist wahrscheinlich so ein bisschen den Raum zu lesen und zu entdecken, sich dann aber nicht irgendwo festzubeißen, wenn du merkst, klappt nicht, sondern dann lieber sagen, ich versuche nochmal was Neues.
Chris Auch das, aber auch Leute dabei zu haben, die gesagt haben, ja nö, machen wir doch mal. Also ich hatte diese eine Geschichte erzählt von der Trompete, von Joe Kraus, der, früher war der, glaube ich, der Headliner, heute sind sie eher so, in Anführungszeichen, gleichberechtigt in der Band, aber ich habe dann doch natürlich von allen Einzelnen auch nochmal Bilder gemacht, unter anderem von ihm und, ich hatte schon zu Hause so die Idee, wir müssen irgendwas völlig gaga machen, irgendwas, was keiner erwartet und ich hatte von, ich hatte mir mal irgendwo vom Chinamann und so LED-Sachen bestellt, unter anderem auch so Lichterketten.
Chris Und eine davon, die hatte, also die war so gummiartig. Die war nicht so wie diese typischen Tape-Ketten, sondern so wie so Gummiding, was auch ganz viele kleine LEDs drin hatte, also sehr eng aufeinanderkommende. Also man sieht da keine Pünktchen, man sieht eine Linie. Und am Ende hat die dann einen USB-Stecker und auf der Rückseite den Klebestreifen, also so einen doppelseitigen Klebestreifen.
Chris Und dann habe ich die mal mitgenommen mit so einem Battery-Pack und habe mal vorsichtig gefragt, du Joe, hättest du ein Problem damit, wenn wir deine Trompete damit bekleben?
Boris Ja.
Chris Und dann würdest du sagen.
Boris Mann, das ist ein 10.000-Euro-Instrument, da klebe ich nichts drauf.
Chris Aber jetzt ist Joe nicht so precious, was sein Instrument angeht. Und er so, ja klar, wäre logisch. Lass mal machen. Guck mal, jetzt sag, und dann haben wir diese Tompete beklebt, haben dann diesen Battery Pack, also diese USB-Batterie, dann, in so einer, das ist schwarz, das Ding, das siehst du auf dem Foto, dann nicht so, in so einer Beuge von diesem Rohr, dann irgendwie auch mit so einem schwarzen Gaffer reingeklebt und ich wusste auch gar nicht, dass die das Bild verwenden, aber es gibt gerade irgendwie so eine Plakateinkündigung, die hat mir dann der Jürgen geschickt, der sagt mal du, mit den Worten unter Jazzfreunden, das Plakat zum Tourstart dürfte aus deinem Haus stammen, oder?
Boris Oh, das Plakat, ein Motiv von dir auf dem Tourplakat.
Chris Genau, das ist jetzt, warte mal, ich kriege Jetzt noch ein bisschen Zeiten füllen dahin. Ja, und die Geschichte dahinter, also wie gesagt, die Trompete bekleben. Ich habe dann auch, weil das doch ein relativ helles Licht ist, waren mir dann schon klar, eigentlich willst du, dass die Trompete dann auch wirklich die einzige Lichtquelle ist in diesem Bild.
Chris Also dass die Trompete von sich aus dann strahlt. Und wir haben also wirklich, wer es jetzt im Video sieht, Wir haben dann wirklich, den Rohren entlang geklebt.
Boris Auch vorne wirklich rum.
Chris Vorne rund um die Glocke vorne, ja.
Boris Geil.
Chris Das sieht aus der Nähe dann so ganz verwurschtelt teilweise aus, aber auf dem Bild kommt es ganz gut. Und dann war in diesem, dann haben wir also, wie gesagt, in Stuttgart haben wir dann in den Wagenhallen fotografiert, sind dann aber auch noch ins Studio gegangen, wo die da in der Nähe irgendwo, haben die dann auch so eine Studio-Location.
Chris Und da gab es diesen Gang, Und das war so ein interessanter Gang, der hatte auch noch so einen komischen Knick, den sieht man hier gar nicht.
Boris Super schmal.
Chris Weiße Wände, relativ schmal, also da kannst du als eine Person, kannst du Arme nicht ausstrecken, da stößt du auf beiden Seiten an. Weiße Wände, damit reflektieren die gut und, dann war es auch relativ klar, Mensch, da müssen wir fotografieren, weil da die Trompete ja nicht nur leuchtet, also von sich aus leuchtet, sondern weil die natürlich die relativ nahen Wände dann auch zum Reflektor macht.
Chris Und du siehst halt das Licht auf ihm, was ihn dann auch von rechts und links anleuchtet, weil das halt nah genug ist. Wenn es weiter weg wäre, dann hätte er, dann wäre er mehr so verloren im Dunkeln gestanden.
Boris Und dann hast du ihn ein bisschen dirigiert von der Haltung her, dass man die Trompete als Trompete gut erkennt und das Licht noch gut fällt und so?
Chris Ja, wir haben dann, ich glaube, da habe ich dann schon irgendwie so 20 Bilder gemacht, so ein bisschen, ich glaube, es gibt auch noch welche, wo er im Schneidersitz sitzt und die Band um ihn rum von hinten so über seine Schulter guckt und auf die leuchtende Trompete mit seinem Oh, mit seinem Uiuiui-Blick, das wird mit Sicherheit auch noch irgendwo auftauchen.
Boris Stark, ja.
Chris Und dann musste ich da relativ wenig Nachbearbeitung machen, also es gab unten so eine hässliche Fußbodenleiste, die habe ich weggemacht. Und so an der Rückwand war noch irgendwie oben so eine Box. Ich glaube, das war so ein Rauchmelder oder sowas. Den habe ich noch weggeklont. Und an der Wand rechts und links so ein paar Macken. Das ist ein Tonstudio.
Chris Da werden auch mal irgendwelche Kisten durchgeschlägt oder so.
Boris Einfach ein bisschen clean gemacht, das Ganze.
Chris Ein bisschen gecleant, aber nicht sehr viel. An der Trompete war dann an einer Stelle irgendwo das Leuchtband so ein bisschen abgegangen und hat dann so eine komische Schlinge gemacht. Die habe ich auch noch gefixt. Und für die, die dabei waren, bei uns, bei Klostergeister, als wir den Lötkurs gemacht haben mit Jochen, du siehst auf diesem Bild auch den Frontbokeh-Generator.
Boris Ich wollte nämlich eben noch fragen. Das ist aber kein Lichtschein von der Trompete da vorne, oder?
Chris Nee, du siehst rechts oben und links unten Lichter, die natürlich vom Warmton auch sehr gut zu dem Licht der Trompete passen. Das ist das Ding, was wir in Inziko im Werkraum gelötet haben. Dieses Kästchen mit Batterie und Potentiometer und den ganzen LED-Sachen.
Boris Stark.
Chris Und das kam dann so irgendwie zusammen, das war relativ am Ende dieser Session, und es war halt einfach klasse, mit jemandem zu arbeiten, also die ganze Band, aber Joe halt jetzt im Speziellen sagt, ja nee, super, mach ein paar. Im Buch ist auch noch ein Bild drin, dass sie gar nicht ausgewählt haben nachher, aber was ich total geil fand, weil es auch so eine spontane Schnapsidee war, also komm, lass uns das nochmal probieren. Ja klar, machen wir.
Chris Und dann kommen halt irgendwelche wilden Sachen raus. Ja, also total happy, dass die Bilder jetzt langsam so rauskommen. Ich werde jetzt mal wenn es euch gefällt in den nächsten Sendungen, noch so ein, zwei von den Bildern mal hier vorzeigen. Es hat mir auf jeden Fall sehr viel Freude gemacht, mit kreativen Menschen zu arbeiten.
Boris Ja, sehr schön.
Chris Noch ein Thema und zwar hatte das der Norbert gefragt, im Slack, glaube ich. Frage an die Experten, Bei der R6 Mark III wird so gelobt, dass sie mit 40 Bildern pro Sekunde Vögel im Flug aufnehmen kann. Das haben die heute ja oft. Warum nehme ich nicht einfach Video? Und extrahiere dann die hochaufgelösten Bilder aus dem Video?
Chris Und das ist eine sehr, sehr gute Frage. Er fragt dann, wo ist der Denkfehler? Warum machen wir das nicht alle?
Boris Ja, da gab es meinen Impuls aus der Vergangenheit als Antwort auf eben diese Frage weil das haben wir uns ja früher alle schon gefragt als die Kameras plötzlich Videofunktionen bekommen haben, der Klassiker darauf sind folgende Antworten, also zum einen hast du, wenn du im Fotomodus arbeitest, natürlich die volle Sensorauflösung, das heißt, wenn die Kamera jetzt irgendwie 30, 40, 50 Megapixel hat, dann hast du eben die volle Auflösung, du hast die Bilder vor allem im RAW-Format.
Boris Das heißt, du hast sie auch noch sehr gut nachbearbeitbar. Und du hast sie vor allen Dingen mit einer beliebigen Belichtungszeit. Das heißt, gerade wenn du Vögel im Flug fotografierst, willst du wahrscheinlich eher eine kurze Belichtungszeit haben. Und Videos haben eher die Tendenz, längere Belichtungszeiten zu haben, damit du eine Bewegungsunschärfe hast, damit das Bild nicht rattert.
Chris Ich kann dir da aus allen die Luft rauslassen.
Boris Bei Letzterem kann ich mir die Luft gerade schon selbst rausnehmen. Da hatte mich, ich glaube, Marc draufgebracht im Slack. Man kann natürlich auch beim Video, und das wird auch im Sportbereich gerne gemacht, auch im Fernsehen, natürlich eine sehr kurze Belichtungszeit für das Einzelbild einstellen.
Chris Also die Frames pro Sekunde und die Belichtungszeit haben nichts miteinander zu tun.
Boris Du kannst sie nicht länger machen, aber du kannst sie natürlich kürzer machen.
Chris Aber du kannst 30 oder 60 Bilder pro Sekunde machen.
Boris Mit einer Tausendstel oder mit einer Tausendstel. Das wird im Sport gerne gemacht. Das sieht man bei Olympia gerne, wenn in strahlender Sonne da gefilmt wird, dass die LäuferInnen dann so zitterig wirken, wenn sie laufen.
Chris Ja, so Staccato-artig.
Boris So Staccato. Früher zumindest, heutzutage macht man das dann auch schon dann mit entsprechenden Filtern, damit das wieder flüssig aussieht. Also die Luft konnte ich mir selber rausnehmen, aber jetzt erzähl mir mal was zu den anderen Punkten.
Chris Naja, also es gibt da so zwei Sichten. Das eine ist eine technische Sicht, das andere ist eine philosophische Sicht. Ich fange mal mit der technischen an. Wir reden jetzt von der R6 Mark III konkret, weil er danach gefragt hat. Und da habe ich jetzt einfach mal geguckt, was ist denn das? Also Auflösung. Thema 1, Auflösung. Die liefert irgendwie 32,5 Megapixel bei Fotos und 32,3 Megapixel bei 7K Open-Gate-Video.
Boris Weil sie Open-Gate macht.
Chris Sie macht Open-Gate. Das heißt, sie kann den kompletten Sensor tatsächlich ins Video packen. Allerdings dann nur mit 30 Frames pro Sekunde. Aber das reicht ja auch.
Boris Dann ist der Effekt weg. Dann ist dein Fotomodus schneller. Also, bärp.
Chris Ja, schon.
Boris Ja.
Chris Aber das ist egal.
Boris Elektronischer Verschluss, 40 Bilder.
Chris Es geht auf jeden Fall. Das nimmt sich jetzt nicht so viel.
Boris Mein Punkt steht.
Chris Du kannst 60 Frames pro Sekunde auch Videos schießen. Hast aber 17 zu 9 und nur noch 25 Megapixel.
Boris Nur noch, ne? Große Anführungszeichen.
Chris Nächstes Thema Raw. Die R6 Mark III kann auch Video in 12-Bit-Raw aufnehmen.
Boris Okay.
Chris Das ist schon mal ganz okay. Dann das Seitenverhältnis. Durch Open Gate fasst du 3 zu 2. Kannst du Videoaufnahmen mit dem machen, was du auch in Fotos machst. Allerdings, wie gesagt, nur 30 Frames pro Sekunde. Aber da wollen wir jetzt nicht so kleinlich sein. Jetzt kommen wir aber zu ein paar Kritikpunkten. oder zu ein paar Punkten, wo das Video vielleicht nicht so ganz der Bringer ist. Und das ist zum einen die Videokompression.
Chris Bei Video wird ja zeitlich komprimiert. Das heißt, nicht jeder Frame hat alle Informationen. Es sei denn, du machst All-I dann schon. Aber wenn du das nicht tust, kannst du natürlich bei feineren Strukturen dann zu Artefakten kommen. Da müssen immer aus mehreren aufeinanderfolgenden Frames dann irgendwie die Bilder wieder zurückgerechnet werden.
Chris Ich würde mal sagen, wenn du RAW schießt, dann hast du das Problem wahrscheinlich eher nicht. Das andere ist, dass du natürlich vor allem beim elektronischen Shutter, und das ist im Video dann so, hast du potenziell eher noch Rolling Shutter Probleme.
Boris Hast du allerdings im Fotomodus auch, denn die schnelle Bildrate hast du nur mit elektronischem Shutter, nicht mit dem mechanischen Verschluss.
Chris Okay, dann Thema Autofokus. Der Autofokus ist beim Video natürlich auf eine weichere Arbeitsweise abgestimmt. Bei Foto ist es in der Regel so, die Kamera sucht sich, worauf sie Foto fokussieren will, tut das dann und erst dann wird das Bild gemacht. Wenn du Video schießt, wird das Bild immer gemacht und das Video fährt möglicherweise den Fokus soft nach.
Boris Könnte sanft pulsieren.
Chris Was da immer auch passiert, das ist auf jeden Fall nicht das gleiche wie beim Foto.
Boris Wobei, da könnte man wahrscheinlich heutzutage auch sagen, dass die Autofokus- Technologie in den Kameras beim Video auch drauf kleben bleiben würde.
Chris Wenn du cinematisch erarbeiten möchtest, dann willst du das vielleicht gar nicht, dass die so ganz klebt.
Boris Sondern dann müsste man die Einstellungen prüfen.
Chris Müsste man die Einstellungen prüfen.
Boris Aber es ist erstmal ein Punkt, über den man nachdenken sollte.
Chris Genau, über ISO muss man auch nachdenken, weil im Foto kannst du ja gezielt jedes einzelne Bild mit einer eigenen ISO machen. Bei Video ist das etwas schwieriger.
Boris Wobei du auch nicht in der Serie den ISO-Wert ändern wirst.
Chris Wenn du mit einer entsprechenden ISO-Automatik schießt, dann ja.
Boris Kannst du, dass sie das macht? Automatische Belichtungsmessung.
Chris Dann hat jedes Bild eine eigene ISO.
Boris Ja, aber wie wahrscheinlich ist das? Aber okay, wir lassen das mal als Punkt stehen.
Chris Aber wie gesagt, auch da bei RAW-Video ist das weniger problematisch natürlich. Was ein Thema ist, ist natürlich Datenmengen. Im RAW schießt du mit 2600 Megabit pro Sekunde, das sind 325 Megabyte pro Sekunde oder 19,5 Gigabyte pro Minute.
Boris Nochmal, wie viel Megabyte? Bleiben wir mal bei den Megabyte in der Sekunde.
Chris 325 Megabyte pro Sekunde.
Boris Wenn du die Serie schießt mit Fotos?
Chris Nee, wenn du Video schießt.
Boris Wenn du Video schießt, okay.
Chris 325 Megabyte pro Sekunde.
Boris 325 Megabyte, behalten wir im Hinterkopf.
Chris Ja, außerdem kann ich dir nicht sagen, ob das RAW-Video in irgendeiner Form, mit dem zum Beispiel Compressed RAWs, die das die Canon ja beim Fotomodus kann, irgendwie korrespondiert oder nicht.
Boris Aber die Fotos, Also wir reden hier von 32,5. Das heißt, eine RAW-Aufnahme wird so um die 35 MB haben.
Chris Nochmal, es gibt sowas wie S-Raw und so weiter. Das sind dann ganz leicht lossy komprimierte RAWs, die immer noch alle Informationen im Prinzip haben.
Boris Die sind dann kleiner.
Chris Das wird das Video nicht können, gehe ich mal von aus.
Boris Aber wenn ich jetzt 40 Bilder RAW mache, dann komme ich hier, kann das sein? 40 Bilder, 35 MB. dann bin ich bei 1,4 Gigabyte in der Sekunde. Okay.
Chris 1,4 Gig in der Sekunde?
Boris 35 mal 40.
Chris Okay, ihr dürft ja gerne drauf reagieren. Auf happy shooting.de Jetzt komme ich aber zu einem ganz anderen Thema. Lass uns mal von der Technik jetzt mal weggehen. Und das ist der Workflow. Wenn du Fotos hast, dann hast du Software, die das erwartet, die Einzelbilder erwartet. Dein Import-Workflow und so weiter.
Chris Mit allen bisher etablierten Prozessen, egal ob das ist Lightroom oder sonst was ist. Beim RAW-Video musst du erstmal die interessanten Frames finden, dann in ein passendes Format exportieren. Das macht es einfach umständlicher.
Boris Das stimmt.
Chris Also im Zweifel bist du wahrscheinlich mit einzelnen Fotos, weil du den Workflow eh schon drauf hast, bist du wahrscheinlich schneller. Und wenn du, okay, das ist es bei Vogelfotografie nicht so relevant, aber wenn du mit Blitz arbeiten willst, dann kannst du Video auch vergessen.
Boris Okay, das ist so. Aber bei 40 Bildern die Sekunde Vögel im Flug hast du auch kein Blitz mehr. Also insofern, das kann man nicht ignorieren.
Chris Das sage ich ja deshalb. Bei Vogelfotografie ist das wahrscheinlich nicht so relevant, es sei denn, du willst irgendwie Eulen bei Nacht fotografieren.
Boris Aber tatsächlich würde das Video dann sogar Platz sparen an der Stelle. Ja, weil natürlich nicht jedes einzelne Bild mit der vollen Bildinformation gespeichert ist, sondern Deltas hat zum entsprechenden Tiefbild.
Chris Nochmal, wenn du All-E schießt, also mit nur iFrames, dann hast du jedes Bild einzeln.
Boris Aber dann nicht mit 325 Megabyte die Sekunde.
Chris Don't ask me.
Boris Ich habe es nicht überprüft.
Chris Ich habe es nicht überprüft. Ich habe nur mal geguckt, was da so an Zahlen rausfällt. So, jetzt lassen wir mal die komplette Technik außen vor, weil Technik ist da wirklich auch nur eine Seite. Ich habe vor Jahren ein Interview gesehen mit einem Model und die hat an einer Fotosession teilgenommen, an einer Portrait-Session, wo ein Fotograf tatsächlich mit Video gearbeitet hat.
Chris Und die hat gekotzt. Die hat sowas von gekotzt, weil in dem Moment, wo du Video schießt, sagen wir mal, ich mache jetzt 10 Sekunden Video und dann, angle ich mir hinterher die besten Bilder raus, und es macht nicht Klick. Dann hast du als Mensch vor der Kamera nicht diese Information, jetzt ist das Bild drin, jetzt kann ich mich entspannen, jetzt muss ich nicht posen, jetzt ist irgendwie ein Abschluss da.
Boris Das berichten Models schon von den modernen Kameras generell. Kein Spiegelschlag mehr, du hörst den Klick nicht mehr. Und wenn es dann nicht blitzt?
Chris Und es gibt in dieser Fotografie diesen Begriff, der entscheidende Moment. Den hat angeblich Cartier-Presson geprägt, wobei das eine Lüge ist, weil der hat ein Buch damals geschrieben. Dieses Buch ist als The Decisive Moment bekannt geworden. Und stellt sich aber raus, der hat das Original in Französisch geschrieben, Image à la Sauvette, Bilder im Vorübergehen und der amerikanische Verlag hat dann den amerikanischen Titel, The Decisive Moment, super.
Boris Ist sowas wie deutscher Untertitel unter Filmen, 80er, 90er, wir erinnern uns.
Chris Genau, und du hast, du hast, aber generell in der klassischen Fotografie, hast du halt Dinge, wie, du musst das erstmal bemerken, du musst das beobachten, du musst erkennen, jetzt kommt das Bild, jetzt entwickelt sich was, dann musst du eine Entscheidung treffen, dann löst du aus, Das braucht Vorausschauen, das braucht Aufmerksamkeit und du musst auch ein Gefühl für diesen zeitlichen Verlauf haben, diese Session.
Boris Also zumindest beim Model und Fotograf ist es ja auch immer ein Dialog zwischen beiden. Bei Vögeln jetzt eher mal nicht so.
Chris Bei Vögeln, vielleicht nicht, aber selbst bei Vögeln ist es doch viel sinnvoller, wenn du antizipierst, was da passiert und also das Subjekt auch gut kennst und so weiter. Ich erinnere mich an Tony Donaldson, den Fotograf der BMX fotografiert hat, Sport fotografiert hat. Der war selber mal BMX-Fahrer, der wusste ganz genau, wann es spannend wird und wann nicht.
Chris Jetzt hast du in der Alternative 10 Sekunden Video, das sind dann 300 Einzelbilder bei 30 Frames pro Sekunde und dann hast du genau das, was mir immer sehr, sehr schwer fällt nämlich diese Entscheidung, die sich dann ans Ende des Prozesses verschiebt. Du hast nicht eine Entscheidung getroffen und dann hast du das Bild im Kasten, sondern du hast du baust dir während des Arbeitens einen riesen Berg an Arbeit auf der dann noch vor dir liegt Das macht was mit dir. Das macht eine kognitive Last. Das ist wie eine volle Inbox.
Chris Da fühlt man sich vielleicht auch nicht so wohl, wenn man weiß, ich habe da noch 50 Messages, auf die ich noch antworten müsste. Da prokrastiniert man es lieber weg. Und diesen Berg aufzubauen während der Arbeit, ja, das Jagen macht Spaß, aber hinterher musst du auch aufräumen und ... Den muss das Ding auch ausnehmen.
Chris Das kannst du, das können viele ganz schlecht. Das Ergebnis zwischen Klick, ich mache ein Bild oder ich mache Video und suche hinterher aus, das kann identisch sein. Aber der fotografische Prozess ist ein ganz anderer. Und für diejenigen, die, also ich bin viel prozessorientiert. Der Prozess ist für mich auch wichtig.
Chris Und ich habe, es geht dann auch um die Zufriedenheit, weißt du, wenn du mit deinen 100 Bildern nach Hause kommst und hinterher noch 10 davon auswählen musst oder wenn du mit 5000 nach Hause kommst und hinterher auswählen musst.
Boris Und auch 10 auswählst.
Chris Auch 10 auswählst, dann hast du hinterher auch ganz schnell diese Entscheidungsmüdigkeit, nenne ich das. Also eine Entscheidung zu treffen über ein Bild, das ist ja nicht nur eine Entscheidung, das sind ja zig Entscheidungen über Framing, über Belichtung, über die Schärfe, über die Richtung, über die Haltung, wie der Vogel gerade die Flügel hat und ob der mit etwas interagiert und so weiter.
Chris Wenn du für jedes dieser Bilder alle diese Entscheidungen treffen musst, dann bist du nach dem zehnten Bild, hast du eine Entscheidungsmüdigkeit, die deine Entscheidung schlechter macht, die dafür sorgen wird, dass du dich nicht mehr ordentlich entscheiden kannst, weil es einfach kognitiv eine Last ist, die ist schwierig zu handeln.
Boris Wobei die jetzt nicht rein aufs Video bezogen ist, sondern natürlich auch auf diese schnelle Bildserie. Das ist ja ... Das ist genau das gleiche Problem. Also da ist kein Vorteil oder Nachteil.
Chris Doch, doch, doch, weil dieses Video ... Du hast im Zweifel, wenn du Video schießt, hast du viel, viel mehr Einzelbilder, als wenn du eine Serie schießt.
Boris Das stimmt natürlich.
Chris Du lässt den Finger nicht 10 Sekunden auf dem Auslöser.
Boris Nee, das wahrscheinlich nicht.
Chris Sondern du machst brr, brr, brr, brr.
Boris Du würdest den Vorbeiflug mal kurz als Serie mitziehen. Dann hast du eine halbe Sekunde, Sekunde oder sowas. Und beim Video würdest du wahrscheinlich sagen, ich lasse weiterlaufen und halte schon mal auf den nächsten drauf.
Chris Exakt.
Boris Das ist schon so.
Chris Das heißt, du hast hinterher, also potenziell, ich würde behaupten, wahrscheinlich eine viel, viel größere Bildermenge. Die du nachher bändigen musst. Ich behaupte, die Ergebnisse werden dann schlechter.
Boris Naja, und es wird natürlich unbequemer, die Bilder überhaupt auszusortieren. Das ist jetzt einfach der technische Workflow dann wieder, also wie kriegst du denn jetzt die Einzelbilder da durchgesichtet, wie kriegst du ein Einzelbild dann exportiert und so weiter.
Chris Und auch das ist natürlich jetzt nicht wieder sehr pauschal, also es gibt natürlich Ecken, wo das sinnvoll ist. Ich habe auch schon mal aus einem Video ein Einzelbild rausgezogen. Da ist nicht prinzipiell was Falsches dran, aber es hat halt Konsequenzen. Du triffst eine Entscheidung, anders zu arbeiten und diese Entscheidung hat Konsequenzen und mit denen musst du dann leben. Und, Also ich habe mit Jeremiah auf The Future of Photography darüber gesprochen.
Chris Der kennt das auch. Der hat früher Mode fotografiert. Da hat man das teilweise schon gemacht, als die Kameras gut genug geworden sind. Aber das ändert die Arbeit komplett und das ändert auch die Ergebnisse.
Boris Also für mich ist das jetzt erstmal insoweit interessant, weil ich habe natürlich in meinem Kopf die Antworten von vor Jahren. Und da hieß halt Video maximal Full HD.
Chris Das war, wie gesagt, technisch ist das heute alles möglich. Mit Sicherheit.
Boris Jetzt muss ich das natürlich mal im Hinterkopf behalten und mich da auch mal geistig irgendwie auf den aktuellen Stand holen, was denn meine Kameras technisch in der Lage sind zu tun. Weil es kann ja durchaus Situationen geben. In der Vergangenheit hatte ich sie schon, dass man mal auch jemanden filmen möchte, zum Beispiel beim Reiten, beim Reitunterricht oder bei einer Vorführung, oder wenn Fohlen gekürt werden, dass man dann eben nicht nur Fotos macht, sondern dass man vielleicht mal ein Videoclip macht.
Boris Wenn man jetzt natürlich im Hinterkopf behält und sagt, okay, pass mal auf, das ist jetzt hier ein besonderer Auftritt, den filme ich jetzt mal nicht in Full HD, sondern den mache ich jetzt mal in Open Gate mit einer Bildwiederholrate. Dann habe ich jetzt eben mal einmal die Speicherkarte voll, aber ich kann da hinterher ein Video rausziehen, wie geplant, rechnet dann halt ein bisschen länger aber ich habe auch die Chance wenn sich das ergibt, mal ein paar schöne Einzelbilder rauszuziehen was weiß ich, wenn dann der Jubel kommt oder der Frust kommt oder was auch immer, dann hast du das eben auch mit drin und musst nicht während des Videos drehen noch parallel mit einer anderen Kamera draufhalten und Fotos machen also ja,
Boris interessanter Gedanke auf jeden Fall. Rein von der technischen Seite.
Chris Auch da, vielleicht gibt es unter euch welche, die das eh schon so machen. Lasst uns doch mal wissen. Happyshooting.de.
Boris Aus der Erfahrung. Wann macht ihr das so? Und warum? Und wann genau? Warum nicht?
Chris Genau.
Boris Cool.
Chris Du warst auch fotografieren?
Boris Ja, bin ich in letzter Zeit häufiger. Also jetzt nicht fotografieren im Sinne von, ich gehe jetzt fotografieren, sondern ich gehe halt spazieren und habe die Kamera dabei. Und das ist in der Regel meine Leica oder eine Leica M. Und ich sagte ja letztes Mal, vorletztes Mal, weiß ich gar nicht genau, dass vielleicht so eine Brennweite so irgendwie so um die 45 Millimeter, weiß ich nicht, 44 Millimeter 46.
Boris Es ist mir eigentlich viel lieber als ein 50er oder ein 35er. Gibt es nun leider nicht, aber es gibt 40er. Hatte ich im Slack dann erfahren. Und zwar gibt es einmal von Minolta das Rockcore 40 mm, Blende 2 wäre eine Variante und es gibt aber auch von Vogtländer das Nocton 40 mm mit Offenblender 1.4. Und so habe ich dann also die Suche auf dem Gebrauchtmarkt angeworfen, und Kai hatte einen Link noch geschickt, ich glaube das war auch im Slack, zu einem Fotohändler und dieser Händler führte das Vogtländer, das Nocturne 40 1.4, zu einem fairen Preis für ein gebrauchtes Objektiv und so habe ich es bestellt, weil warum das Risiko mit dem Privatverkauf, dann kann ich auch beim Händler bestellen.
Boris Und das ist dann auch relativ schnell gekommen und da kann ich mal berichten. Das 40 mm Nocton von Vogtländer. Es ist beim Fokussieren, wenn man zum Unendlich-Bereich kommt, ich sage mal so auf dem letzten halben Zentimeter, Zentimeter oder sowas, weiß nicht wie viel Grad, Bewegung das da sind, da hat man, es ist so ein ganz leichtes, kratziges Gefühl.
Boris Es ist nicht so ganz ölig, butterweich, wie man das so kennt von M-Objektiven. Es ist so ein bisschen benutzter am langen Ende. Ist völlig in Ordnung, stört nicht wirklich, aber man merkt, es ist kein neues Objektiv. Aber meine ersten Erfahrungen zu diesem Objektiv, also was ist das in der Lage überhaupt zu leisten? Wo sind so die Probleme und die Stärken?
Boris Es ist ein altes Objektivdesign. Das ist ein Design, ich glaube, das kommt irgendwie aus den 50er, 60er Jahren, wenn das mal reicht. Und das merkt man. Wer also aktuell Objektive kennt, jetzt nicht nur fürs M-System, sondern generell für Kameras, aktuelle Objektive. Und ich meine jetzt nicht mal die, die in den letzten zwei Jahren rausgekommen sind, sondern mal alles, was so in den 2000ern rausgekommen ist mit asphärischen Linsen und Korrekturen, APO vielleicht noch dran stehen hat.
Boris Die sind knackescharf, die sind verzeichnungsfrei, die haben wenig Vignetierung an die Ränder, gegen Licht oder nicht ist den meisten völlig egal, das war früher anders und das merkt man diesem Objektiv an. Aber auch merkt man diesem Objektiv an, dass es extrem kompakt ist. Das ist wirklich ein kleines Objektiv.
Boris Und das heißt eben auch, der Bildkreis ist natürlich unter Umständen nicht riesig oder eben sorgt dafür, dass die Linien sehr schräg auf den Sensor fallen. Ich weiß nicht genau, was hier das Problem ist, aber das Thema Vignette. Also ich mag ja Vignette, aber dieses Objektiv hat Vignette. Blätter mal zu Desta zum Beispiel.
Boris Du zeigst gerade ein Bild, da sind mehrere Bäume quasi in der Mitte des Bildes auf einer geraden Horizontlinie. Oben ist ein bewölkter Himmel, im Vordergrund ist eine Wiese oder ein Feld hier in diesem Fall zu sehen.
Chris Also die Vignettierung bei Offenblende, nur so als Randbemerkung, das war früher Standard. Du musstest immer abblenden, um diese Vignette loszuwerden, wenn du das wolltest.
Boris Ja, das Bild, was du hier siehst, ist nicht mit Offenblende. Das ist schon etwas abgeblendet.
Chris Aber wie weit?
Boris Weiß ich nicht mehr genau. Maximal bis zwei.
Chris Zwei ist immer noch. Also früher, ich weiß das beim 50.1.4 von Canon. Das hat das nämlich auch. Sehr starke Vignettierung. Und auch am Rand die Unschärfen relativ stark, wenn du Offenblende machst. Und da war immer klar, unter 2,8 willst du das gar nicht fotografieren.
Boris Also hier beim Vogtgländer 1,4 ist es so, wenn ihr offenblendig arbeitet bei 1,4, dann habt ihr zu den Rändern, und zwar großzügigen Rändern, einen Lichtabfall von über drei Blendenstufen. Das wird richtig dunkel zum Rand hin. Ab Blende 2 wird es deutlich besser. Das wird ungefähr hier der Fall sein.
Boris Vielleicht ist es auch 1.4. Ich weiß es nicht. Man sieht es an den Exif-Daten ja nicht. Aber auch bei Blende 2 ist es immer noch arg. Und genau, Chris, wie du sagst, so ab 2.8 will man eigentlich damit arbeiten. Es ist auch so, dass bei Offenblende bei 1.4 von Schärfe würde ich jetzt nicht reden wollen.
Boris Also es ist schon scharf im Sinne von man sieht schon, wo der Fokus ist, aber es ist eigentlich egal, was du machst, du hast eigentlich. Immer so ein Glow um alles rum, es ist immer so ein. Wie mit Vaseline auf dem Objektiv oder sowas gearbeitet, das sieht man jetzt hier bei meinen Beispielbildern nicht wirklich, dazu müsste man tatsächlich ranzoomen, das wird auch alles was sein, was im Print nicht wirklich relevant ist, aber, es ist schon deutlich zu sehen und tatsächlich, wenn man das Ganze nur eine Stufe abblendet auf zwei, also Blende 2, das sind zwei Klicks an dem Objektiv, weil das immer halbe Stufen sind bei Vogtländer, dann ist das wie Tag und Nacht.
Boris Dann hast du wirklich plötzlich was, wo du von Schärfe sprechen kannst. Also im Grunde genommen ist das ein F.2 Objektiv mit ein bisschen Lichtreserven, wenn es wirklich schwach wird von der Beleuchtung. Gegenlicht hatte ich wenig Möglichkeiten, wenn du das erste Bild mal nimmst von dem Herbstlaub gegen den hellen Himmel.
Boris Das da. Und das war halt so, dass man wirklich sehr deutlich chromatische Apparationen sieht und zwar sowohl so magenta-rötliche Ränder als auch die grünen Ränder, also beides ist da, lässt sich allerdings in Lightroom manuell mit den Schiebereglern relativ leicht korrigieren. Also man muss dann eben den roten Regler ziehen und den grünen Regler ziehen und ein bisschen rangesoomt beobachten, was passiert und dann kriegt man die Effekte weg, wenn sie einen denn stören.
Boris Auch das ist wieder nichts, was jetzt im großen Print oder sowas auffallen wird. Aber ja, ich habe es hier tatsächlich korrigiert an der Stelle, weil hier hat es mich genervt. Wenn man jetzt freundlich ist, kann man sagen, das sind Objektive aus einer Zeit, da hatten die noch Charakter. Man kann aber auch einfach sagen, die sind jetzt auch nicht so viel 1000 Euro wert. Also wenn man die irgendwie für 400 Euro oder sowas kriegt, dann ist das schon okay.
Boris Ja, dann passt das schon. Zu diesem Vogtländer, also wenn man jetzt 40 Millimeter haben will, gibt es da Alternativen dazu? Und da kann man sagen, jein. Man kann ein Minolta Rockcore nehmen, was ich vorhin erwähnte, mit Offenblende 2. Das ist tatsächlich wohl zusammen mit Leica entwickelt. Das war auch damals auf der Minolta CL als Standardobjektiv dabei.
Chris Ich glaube, das habe ich sogar hier rumliegen für meine X700.
Boris Aber nicht mit M-Mount dann, ne?
Chris Nee, natürlich nicht.
Boris Natürlich nicht. Das Minolta ist tatsächlich noch mal kleiner und leichter als das Vogtländer. Und das ist schon wirklich, würde ich jetzt nicht als schwer bezeichnen. Ich habe jetzt leider keine Grammaturen hier. Aber das Minolta ist tatsächlich noch leichter und etwas kompakter. Aber macht noch mehr Vignette.
Boris Und das bei Blende 2, was hier die Offenblende ist. Und ist ebenso unscharf. Und sollte man meiner Meinung nach nur nehmen, wenn es günstiger als das Vogtländer zu bekommen ist. Also ich habe hier mal aufgeschrieben, so um 300 Euro. Fürs Minolta ist das sicherlich eine Option, 300 oder drunter. Das Vogtländer kriegt man gebraucht zu 400 bis 450 Euro.
Boris Also mehr würde ich fürs Minolta nicht ausgeben, nur dem Namen wegen würde ich das nicht machen. Da leistet das Vogtländer einfach bei sehr ähnlichem Charakter einfach mehr. Das sind so meine Erfahrungen damit. Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob jetzt die 40 mm am Vollformat draußen für mich richtig sind.
Boris Da werde ich wahrscheinlich doch wieder auf das 50er zurückgehen oder vielleicht auch mal über ein längeres nachdenken. Aber das 40er, so ein bisschen mehr Reserve zu haben. Du hast ja die eingeblendeten Ränder in dem Messsucher. Da gibt es ja keine für 40. Das heißt, ich sehe die Ränder, ich sehe den Rahmen vom 50er und muss mir dann halt vorstellen, dass ich ringsherum ein bisschen Bonus habe.
Boris Und das ist gar nicht schlecht, weil dann schneide ich bei Pferden nicht so oft die Ohren ab. Also das ist wirklich super. Das passiert durchaus, ja. Und das ist ganz gut, dass man ein bisschen Reserve hat. Und gerade für Indoor, was ich ja berichtet hatte, als ich den Kollegen verabschiedet hatte, so ein 35er oder eben dieses 40er, das wäre tatsächlich besser gewesen an der Stelle.
Boris Also von daher ist ganz nett. Frank sagt hier noch, sein Vogtländer 58mm 1.4. An der Nikon verhält sich ähnlich. 58er, da muss ich auch mal gucken ob ich da was für das M-Mount finde vielleicht wäre das so für meine Draußenspaziergänge eine ganz schöne Brennweite muss ich mir mal anschauen ja so ist das.
Chris Tja.
Boris Meine Erfahrung mit dem Vogtländer. Ich habe es erst mal noch drauf gelassen. Also ich werde noch mal ein paar Tage damit rausgehen.
Chris So, ich habe die Woche auch eine Erfahrung gemacht. Ich war Mittwoch in Paderborn.
Boris Ah.
Chris Da ist ein Freund von mir aus London da gewesen, der hatte da geschäftlich zu tun.
Boris Ich hörte, du warst im Zuse-Museum oder wie das da heißt.
Chris Genau, im Zuse-Forum. Das ist eines der größten, also sie behaupten, sie seien das größte Computermuseum der Welt, aber das behaupten ein paar andere von sich auch noch. Aber es ist ein ganz großes Gebäude.
Boris Eines der größten.
Chris Genau, die haben da früher gearbeitet und haben jetzt im Prinzip eine Nicht-Zuse, Nixdorf. Was ist Zuse? Nixdorf. Also die haben, die Älteren unter euch erinnern sich an Nixdorf. Das war früher quasi der Mittelstandsausstatter. Die haben nach dem Zweiten Weltkrieg haben die quasi Deutschland computerisiert, den Mittelstand computerisiert.
Chris Das waren so aus meiner Sicht immer die langweiligsten Computer, aber das war ein sehr solider Betrieb.
Boris Später, glaube ich, dann Siemens Nixdorf.
Chris Genau, Siemens Nixdorf, die Geldautomaten typischerweise Nixdorf und ja, dann ist das aber heute ein Museum über Computergeschichte im Wesentlichen. Das heißt, das geht tatsächlich los bei der Keilschrift über alle möglichen, Entwicklungen bis, also es ist viel Nostalgie da drin. Wenn man da drin ist und dann mal so an die Spiele-Konsolen-Ecke kommt oder an die Handy-Ecke oder so, das ist schon...
Boris Sind die aktiv? Kannst du zocken?
Chris Also es gibt ein paar Exponate, die du spielen kannst, viele auch nicht. Ganz oft sind das, also das sind so Exponate, die sind auch dann nicht hinter Glas, sondern stehen da frei und also wenn du randgrabbeln, dann steht da aber das Schild, bitte nicht berühren und so. Da steht auch so ein Fairlight, das ist der Sound unserer Kindheit aus den 80ern.
Chris Also jede Band hat da mit dem Fairlight gearbeitet. Und dann kam ich da so vorbei an der Ecke, Mit Großrechnern und zwar Robotron Großrechner. Robotron, alte DDR-Computerschmiede, beziehungsweise ich glaube, das war sogar eine Lizenzmarke aus Russland. Also irgendwie ist da auf jeden Fall eine Verbindung drin.
Chris Und dann gehe ich da so entlang und das sind dann so alte Bandmaschinen und so Sachen, das was man halt früher so, ich sag mal so, das Äquivalent zu den IBM-Kisten so ungefähr, typisches Design und so weiter und dann gucke ich mir die da so an und das ist einfach ja, ziemlich heißer Scheiß und dann, sehe ich an einer Bandmaschine plötzlich, Carl Zeiss Jena. Da denkst du, ey, Moment. Den hatte ich doch hauptsächlich, als Fotografischen Hersteller.
Boris Hätte ich jetzt auch gedacht. Und optische Datenträger oder sowas gab es jetzt noch nicht, soweit ich weiß, oder?
Chris Nee, das waren Magnetbänder. Und dann musste ich das hinterher natürlich mal nachschauen. Wie hängt denn das zusammen? Und wahrscheinlich viele Ostkinder werden sagen, so antwortlich, klar, wissen wir doch alles. Aber ich als alter Wessi wusste das nicht. Die Zeiss war nämlich mehr als nur Optik. Die VEB Carl Zeiss Jena, die haben sich ja quasi aufgesplittet in Ost und West.
Chris Und der VEB Carl Zeiss Jena hat entwickelt und auch produziert in der DDR Computer, elektronische Bauteile, Datenspeicher. Unter anderem das war 1965 kam der Staatsauftrag Zeiss sollte Magnetbandlaufwerke für den Großrechner Robotron 300, den R300 entwickeln und herstellen und warum gerade Zeiss, Weil die Magnetbandmechanik extreme feinmechanische Präzision gebraucht hat.
Chris Und wer kriegt das mit der Feinmechanik besser hin, als jemand, der Kameras herstellt?
Boris Verstehe.
Chris Da ging es auch um das schnelle Starten und Stoppen der Bänder. Und das hat Schwierigkeiten gemacht. Da musst du so sehr präzise sein. Und ja, Thema Information. Überhaupt, wenn man sich mal so alte Webseiten anguckt. Also die Sitze im Thüringischen war Hersteller, steht hier, optische und feinmechanische Geräte in der DDR an Rechentechnik, wurden hier unter anderem die Rechner Oprema, ZRA, KSR4100, MRA und Planetarien, Spektrometer und Magnetbandlaufwerke sowie viele weitere computergesteuerte Geräte produziert.
Chris Außerdem haben die 8-Bit-Mikro-Rechner-Systeme U88-Bla und so weiter gebaut, war Hersteller der Anlagen zur Produktion integrierter Schaltkreise. Da ist viel Optik drin natürlich.
Boris Wenn also Masken belichtet werden.
Chris Und hat auch selber integrierte Schaltkreise produziert. Und soviel zum Thema Karls heißt Jena, also die hatten ihre Finger deutlich, in deutlich mehr Dingen drin als in der Fotografie ja stark.
Boris Was man so alles lernt wenn man mal zufällig irgendwo in ein Museum geht.
Chris Das war wirklich so, ich gehe da so vorbei der klassische Double Take dieses, gehst du vorbei und drehst dich um und sagst.
Boris Was habe ich da gerade gesehen was war da.
Chris Was war, hä, was.
Boris Wie ja, sehr schön Ja.
Chris Das dazu.
Boris Hätte ich auch nicht gewusst.
Chris Und jetzt das hier. Es gab wieder Einreichungen und zwar von Jürgen, von Klaus, von Andreas und von Oliver für den Kalender, unseren Happy Shooting Event Kalender auf kalender.happyshooting.de. Und ich habe mal wieder eine Handvoll Termine rausgesucht, die ich jetzt hier mal kurz zum Besten gebe. Zum Beispiel Bilderchaos aus Peru im Museum am Roten Baum in Hamburg.
Chris Die historischen Fotografien und Tonaufnahmen des Forschers Hans-Heinrich Brüning aus Peru werden in einer kollaborativen Werkschau von lokalen Akteurinnen, Wissenschaftlern und Künstlern neu interpretiert, um kolonial geprägte Dokumente in lebendige Archive zu verwandeln und neue Perspektiven auf Identität sowie kulturelle Selbstbestimmung zu eröffnen.
Chris In Hannover, Nothing Personal, The Back Office of War. Der Fotograf Nikita Teriyoshin zeigt in einer neuen Ausstellung international aufgenommene mittels harter Blitzästhetik festgehaltene Einblicke hinter den Kulissen. Weltweite Rüstungsmessen, auf denen der Krieg fernab von Zerstörung und Opfern als saubere und normalisierte Dienstleistung präsentiert wird.
Chris In Singen, Marilyn 100, ein Museum in Singen, präsentiert anlässlich des 100. Geburtstags von Marilyn Monroe eine umfangreiche Schau mit unveröffentlichten Foto-, Video- und Tonaufnahmen aus, ihrem letzten Lebensjahr, die durch klassische US-Fahrzeuge der Epoche sowie Pop-Art-Werkzeuge berühmter Künstler wie James Francis Gill und Andy Warhol ergänzt sind.
Chris In Wien, neu sachlich Fotografie der 1920er und 1930er Jahre. Anhand zentraler Motivkomplexe zeigt die Präsentation über 100 herausragende Positionen der neuen Fotografie, aus den 20ern und 30ern, die den Wandel hin zu einem direkten, sachlichen und technisch modernen Bildstil dokumentieren. In Eningen unter Acham, im Spiel bleiben bis zuletzt Rudi Assauer und sein Leben mit Demenz.
Chris Eine fotografische Dokumentation von Michael Hagedorn über die letzten Lebensjahre einer prominenten Schalke-Legende mit Demenz soll in einer Bücherei Menschen für das Thema sensibilisieren und ein neues Verständnis für Betroffene fördern. In Karlsruhe Martin Parr, Parathon, eine umfassende Werkschau mit über 200 farbergreifenden Aufnahmen aus 14 Schaffensphasen, zeigt die absurden, klischeehaften und herrlich menschlichen Widersprüche des modernen Lebens.
Chris Und last but not least in Hamburg Sarah Salam Fürsorge, Fotografie neu ordnen. Die in Ägypten geborene Künstlerin Sarah Salam wahrscheinlich ersetzt sich in ihren fotografischen und textilen Arbeiten mit den Folgen der Kolonialzeit auseinander, indem sie in europäischen Museen nach den Spuren ihrer Vorfahren sucht, und den dortigen Objekten durch imaginierte Erzählungen, eine fiktive Stimme verleiht.
Chris Das hierzu und dann haben wir selbstverständlich, wie es sich gehört, an dieser Stelle auch noch was von Jürgen bekommen.
Einspieler Hallo Community. Die Fotoausstellung der Woche findet ihr in Dresden. Dort genau in der Robotron-Kantine. Gezeigt werden dort 35 Jahre Ostkreuz-Geschichte. Ostkreuz ist die Bildagentur mittlerweile in Deutschland, 1990 gegründet von sieben ostdeutschen Fotografinnen und Fotografen und zählt heute zu den renommiertesten Fotoagenturen in Deutschland.
Einspieler Ihr Anspruch? Bilder, die das Zeitgeschehen begleiten. Wenn ich in Dresden wäre, würde ich da glatt hingehen. Und wenn man sich die Fotos im Internet anschaut, kann man sagen, stark, echt stark. Noch zu sehen bis 8. November. Und ich schicke noch eine Website vom MDR dazu, wo die Fotos zum Teil zu sehen sind, weil das Ganze natürlich heute etwas schwieriger ist, weil das Internet wird nämlich abgeschalten.
Einspieler Und damit verbleibe ich und gebe zurück ins Hauptstadtstudio mit den letzten Bits und Bytes auf diesem Kanal. 3, 2, 1, Ende des Internets.
Chris Da siehst du, plötzlich ist Robotron wieder da. Das hat zusammengefasst. Also was ich hier gesehen habe auf der MDR-Website, das klasse Zeug. Und ja, das Internet ist heute Nachmittag, glaube ich, mal eben schnell kaputt gegangen, weil PHP-Bug und so. Also die Nerds unter euch haben es mitbekommen, die meisten nicht.
Boris Also sollte irgendeine Webseite auch von großen Anbietern gerade nicht erreichbar sein, es werden gerade großflächig Updates ausgerollt für eine wirklich, wirklich harte Sicherheitslücke in einem grundlegenden Element, in dem ein Großteil dieser Webseiten programmiert ist.
Chris Mhm. Und dann?
Boris Sehr schön. Ich muss kurz nachschieben. Ich schreibe hier eine spontane Kapitelmarke rein. Aufgabe verschoben. Und zwar hätten wir eigentlich die Augenaufgabe aufgelöst heute. Das habe ich leider in meiner Verschieberitis verpennt. Sorry, das holen wir nächstes Mal nach. Aktuell läuft ja noch die Signaturaufgabe bis nächste Woche.
Boris Da habt ihr also keine Schwierigkeiten. Macht einfach weiter und auflösen werden wir dann nächste Woche zusammen mit einer neuen Aufgabe. Aber, was wir sagen können, das hatte ich Chris schon im Vorfeld gesagt, diese Woche ist ja eine Verschieberei-Woche. Das heißt, wir haben nicht nur den Dienstag auf den Mittwoch verschoben, also haben quasi am Mittwoch eine Reise zurück zum Dienstag gemacht.
Boris Wir werden auch am Wochenende noch einmal die Uhrzeit verschieben, nämlich von 3 Uhr auf 2 Uhr in den Morgenstunden.
Chris Das erste haben wir gemacht, aber das zweite?
Boris Wir machen das. Das sind alleine wir. Ich nehme das alles voll auf meine Kappe.
Chris Happy Shooting macht die Zeitumstellung.
Boris Happy Shooting macht die Zeitumstellung. Ihr braucht nichts machen, wir kümmern uns. Nein, Quatsch. Also es geht wieder zurück auf Normalzeit. Die meisten von euch dann wahrscheinlich, wenn ihr morgens aufsteht, dran denken, einfach nochmal umdrehen und eine Stunde länger pennen.
Chris Übrigens, wer sich das nicht merken kann, ob es vor oder zurück geht, die Amis haben dann so eine Eselsbrücke dafür Spring Forward oder Fall Back.
Boris Oh.
Chris Im Herbst zurück, im Spring Forward und Fallback. Kann man sich, also seit ich das mal irgendwann gelernt habe, weiß ich das. Also Uhren zurückstellen, Samstag, den 24. auf Sonntag.
Boris Denkt auch an eure Kamerauhren, vor allen Dingen, wenn ihr mehrere davon habt, dass dann die Bilder in der richtigen Sortierung sind. Und ja, die Schlauen unter euch haben das alles auf OTC-Zeit gestellt. Dann behaltet das einfach bei. Alle anderen umstellen.
Chris Alles klar. Dann sind wir, glaube ich, für heute fertig. und freuen uns, dass ihr wieder alle mit dabei wart und hoffentlich seid ihr beim nächsten Mal auch wieder dabei am Dienstag mit einer neuen Folge von Happy Shooting. Bis dann, macht es gut.
Boris Bis dahin.
Chris 3, 2, 1, Happy Shooting.