Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 1

Poirot in Athen: Der antike Mord kennt den Täter | Deutsche Krimi-Hörspiele

Mittwoch, 9. September 2026 · 2 h 20

MP3

Shownotes

Poirot in Athen steht vor einem rätselhaften Mordfall, dessen Spuren tief in die Antike führen. Zwischen historischen Geheimnissen, verschlüsselten Hinweisen und einer gefährlichen Täuschung beginnt die Suche nach dem wahren Täter. Dieses spannende Krimi-Hörspiel verbindet klassische Detektivarbeit mit der geheimnisvollen Atmosphäre Athens. Jetzt anhören und den Fall selbst lösen! #Krimi #Poirot #Hörspiel #Athen #Mordfall

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Chapter 1 The Invitation to Greece The summer morning of 1937 broke over London with that mild warmth that even the grey streets of the metropolis appeared in a friendlier light. In his modest but mercilessly furnished apartment in the Whitehaven Mansions he sat cool Poirot at his breakfast table and watched with slight displeasure the soft-boiled egg, vor sich. Es war exakt vier Minuten und fünfzehn Sekunden gekocht worden, und dennoch schien das Eigelb einen Hauch zu flüssig. Die Perfektion, murmelte er in seinen sorgfältig gezwirbelten Schnurrbart. Sie ist eine launische Dame. Das Klingeln an der Tür unterbrach seine kulinarische Kontemplation.

Miss Lemon, seine unermüdliche Sekretärin, erschien augenblicklich. wie stets von einer Aura der Effizienz umgeben. Ein Telegramm. Monsieur Poirot? Soeben eingetroffen. Poirot nahm das gefaltete Papier entgegen und öffnete es mit der Präzision eines Chirurgen. Seine Augenbrauen hoben sich leicht, während er las, dringend, stopp, benötige ihre Dienste. Athen stopp Angelegenheit von äußerster Delikatesse. Stopp Mord und Diebstahl. Stopp großzügige Honorierung.

Stopp Professor Andreas Dimitriou. Stopp Archäologisches Museum Athen. Athen, sagte Poirot nachdenklich und legte das Telegramm neben seinen Kaffee. Miss Lemon, was wissen Sie über Professor Andreas Dimitriou? Miss Lemon, deren Gedächtnis einem wohlorganisierten Karteikasten glich, antwortete ohne zu zögern, Professor Andreas Dimitriou. Born in 1878 in Thessaloniki. Renowned archaeologist, specialized in Mycenaean culture. Director of the Antiquities Department at the Archaeological National Museum of Athens since 1929. Married to Eleni Dimitriou, born in Mavros, from a rich Athens merchant family. A son, Nicholas, currently studying in Oxford. Ausgezeichnet, nickte Poirot anerkennend. Und nun, Machère,

buchen Sie mir bitte eine Passage nach Athen. Erste Klasse, natürlich. Schiff oder Flugzeug, Monsieur Poirot? Der kleine belgische Detektiv schauderte kaum merklich. Das Schiff, Miss Lemon, die Flugzeuge, sie rütteln einen durch wie einen Cocktailshaker. Mein Magen, er ist nicht gebaut für solche Turbulenzen. Three days later, Hercule Poirot stood at the railing of the Greek steamer Aphrodite and looked at how the Acropolis slowly grew larger on the horizon.

The view of the Parthenon, proud of its throne of rocks, enthralled itself with its sober mood a moment of awe. Magnifique, he murmured, is the civilization in its purest form. Am Hafen von Piraeus erwartete ihn ein schlanker Mann in den Vierzigern mit nervösen dunklen Augen und einer Zigarre, die er mehr kaute als rauchte. Er trug einen leichten Leinenanzug, der trotz der Hitze makellos gebügelt war. Monsieur Poirot, ich bin Stavros Papadopoulos, persönlicher Assistent von Professor Dimitriou. Sein Französisch war akzentbehaftet, aber flüssig. Der Professor erwartet Sie im Museum. Die Angelegenheit ist, sie ist sehr ernst geworden. Erzählen Sie mir unterwegs, sagte Poirot, während sein Gepäck in einen wartenden Mercedes verladen wurde. Während

die Limousine durch die lebhaften Straßen Athens fuhr, vorbei an weißen Häusern und antiken Ruinen, sprach Papadopoulos mit gedämpfter Stimme, Vor drei Tagen wurde eines unserer wertvollsten Stücke gestohlen. die Goldmaske des Prometheus. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert vor Christus, mykänische Periode. Professor Dimitriou hatte sie erst vor sechs Monaten bei Ausgrabungen in der Nähe von Mykän entdeckt. Sie war noch nicht einmal offiziell katalogisiert. Und der Mord? fragte Poirot sachlich.

Papadopoulos Gesicht verdüsterte sich. Georgios Stavrinos, unser Nachtwächter, ein treuer Mann, seit 20 Jahren im Dienst des Museums. Man fand ihn gestern Morgen tot in der Antikensammlung, erdrosselt mit einer antiken Goldkette. Mit einer antiken Goldkette erdrosselt? Poirot's Augen verengten sich. Das ist interessant, sehr interessant. Ein Mörder, der sein Werkzeug aus der Sammlung nimmt, die er bestiehlt. Die Polizei sagt, es war ein gewöhnlicher Einbruch, der schiefging. Aber Professor Dimitriou, Er glaubt etwas anderes. Und was glaubt der Professor? Dass es jemand war, der das Museum kennt. Jemand von innen. Das Auto hielt vor dem imposanten, neoklassizistischen Gebäude des Archäologischen Nationalmuseums.

Professor Andreas Dimitriou erwartete sie bereits in der Eingangshalle. Ein großer, hagerer Mann mit weißem Haar und einem Gesicht, das von Jahren in der mediterranen Sonne gegerbt war. Seine Hände zitterten leicht, als er Poirot begrüßte. Monsieur Poirot, Gott sei Dank sind Sie gekommen. Ich bin am Ende meiner Weisheit. Die Maske, sie ist nicht nur unbezahlbar, sie ist der Beweis meiner größten Entdeckung. Und Georgius, er war wie ein Bruder für mich. Professor, sagte Poirot sanft, erzählen Sie mir alles, jedes Detail, auch wenn es Ihnen unwichtig erscheint. Die kleinen grauen Zellen, Er tippte sich an die Stirn. Sie ernähren sich von Details.

Sie gingen durch die leeren Museumsgänge, vorbei an Vitrinen mit antiken Vasen und Statuen. Der Professor führte Poirot in sein Büro, einen mit Büchern vollgestopften Raum, in dem der Geruch alter Pergamente hing. Die Maske, begann Dimitriou und zündete sich eine Zigarette an. wurde gefunden in einem bisher unentdeckten Kammergrab, aber sie ist anders als alles, was wir kennen. Die Handwerkskunst, die Symbolik, sie deutet auf eine Verbindung zu den minoischen Kulturen Kretas hin, die wir bisher nicht kannten. Wer wusste von dieser Entdeckung? Nur wenige. Mein Assistententeam. Stavros hier, Dr.

Helena Wanakis. Unsere Kuratorin für mykänische Kunst. Mein Neffe, Alexandros Mavros, is the one who works as a cataloger. And of course Georgios, the night watchman. And her family. A shadow glitt over the face of the professor. My wife Eleni of course knows about it. My son Nikolas was here last month on a visit from Oxford. I showed him the mask. Is there anyone else who has access to the museum? Dimitrios Kostas, our restaurateur. Und natürlich die Reinigungskräfte, aber die kommen nur tagsüber unter Aufsicht. Poirot nickte nachdenklich.

Und in der Nacht des Diebstahls. Wo waren sie alle? Ich war zu Hause mit meiner Frau. Wir hatten Gesellschaft. Meine Schwester Sophia und ihren Mann Theodor. Stavros war... Er blickte zu seinem Assistenten. Bei meiner Verlobten, sagte Papadopoulos steif. Katharina Andreas. Wir waren im Kino. Dr. Akvarnakis. Sie war bei einer Vorlesung an der Universität bis 22 Uhr. Danach, sagt sie, ging sie nach Hause. Poirot strich sich über den Schnurrbart. Und ihr Neffe Alexandros, der Professor, zögerte einen Moment zu lange. Alexandros, er sagt, er war in seinem Apartment. Allein.

Sie glauben ihm nicht? Mein Neffe, sagte Dimitriou leise, hat gewisse Schwächen. Er spielt, Monsieur Poirot. Karten, Pferde, alles. Er hat Schulden. Erhebliche Schulden. Ah, machte Poirot. Und ein Mann mit Schulden. Er könnte versucht sein. Das ist es, was die Polizei denkt. Aber Alexandros ist Familie. Ich kann nicht glauben.

Glauben und Wissen, Professor. Das sind zwei verschiedene Dinge. Die Wahrheit. Sie interessiert sich nicht für unsere Gefühle. Poirot erhob sich. Ich möchte den Tatort sehen. Und dann? Oui. Und ich möchte mit jedem Einzelnen dieser Personen sprechen. Natürlich. Natürlich. Stavros wird sie führen. Als sie das Büro verließen, drehte sich Poirot noch einmal um. Eine letzte Frage, Professor. Diese Goldkette, mit der Georgios erdrosselt wurde, stammte sie aus der gleichen Ausgrabung wie die Maske? Professor Dimitriou wurde blass. Ja.» Woher wissen Sie?«» Ich weiß noch gar nichts«, sagte Poirot mit einem merkwürdigen Lächeln.» Aber die kleinen grauen Zellen, sie beginnen zu arbeiten. Und sie finden das sehr, sehr interessant.« Kapitel

2 Das verschwundene Artefakt Die Antikensammlung im ersten Stock des Museums war ein ehrfurchtgebietender Raum mit hohen Decken und marmonen Säulen, die das antike Griechenland nachempfanden. Sonnenlicht fiel durch große Fenster und warf geometrische Muster auf den polierten Boden. Hercule Poirot walked slowly through the hall. His eyes mustered every centimeter with the precision of a watchmaker. Stavros Papadopoulos led him to an empty showcase in the middle of the room.

The glass was untouched, but the blackened underlayer clearly showed the cracks where once the gold mask had been. Here, said Papadopoulos with a trembling voice, here lay the mask of Prometheus. And there, Er deutete auf einen Punkt drei Meter entfernt. Fanden wir Georgius. Poirot kniete sich nieder, ignorierte dabei elegant die Proteste seiner Knie und untersuchte den Marmorboden.

Mit seinem Taschentuch wischte er über eine kaum sichtbare Stelle. Staub, murmelte er. Interessant. Sagen Sie mir, Monsieur Papadopoulos, wird dieser Raum täglich gereinigt? Jeden Morgen um sechs Uhr ist bevor das Museum öffnet. Und doch finde ich hier Staub. Nicht viel, mais non, aber genug. Er hob das Taschentuch ans Licht.

Sehen Sie diese rötliche Färbung. Das ist keine gewöhnliche Verschmutzung. Es könnte von den antiken Keramiken sein, schlug Papadopoulos vor. Manchmal, wenn wir sie bewegen. Möglich. Poirot erhob sich und ging zur Vitrine. Das Schloss, es wurde nicht aufgebrochen. Nein, Monsieur, Es wurde mit einem Schlüssel geöffnet. Und wer besitzt die Schlüssel zu dieser Vitrine? Professor Dimitriou hat den Hauptschlüssel. Dr.

Warnakis hat einen als Kuratorin. Und ich selbst besitze einen als Assistent des Professors. Drei Schlüssel also. Poirot umkreiste die Vitrine. Waren alle drei an ihrem Platz nach dem Diebstahl? Papadopoulos zögerte. Der Professor und ich hatten unsere Schlüssel. Doktor. Ah, Wanakis sagte... Sie sagte, ihr Schlüssel hängte wie immer in ihrem Büro.

Sie haben ihn nicht überprüft? Doch, natürlich. Er war dort. Aber Sie klingen nicht überzeugt, Monami. Der Assistent seufzte. Dr. Wanakis' Büro ist nicht immer verschlossen während des Tages. Jeder aus dem Personal könnte theoretisch Zugang haben. In diesem Moment ertönten Schritte auf dem Marmorboden. Eine Frau mittleren Alters näherte sich ihnen mit schnellen, bestimmten Schritten. Sie trug eine schlichte blaue Bluse und einen dunklen Rock. Ihr schwarzes Haar war streng zu einem Knoten gebunden. Ihre Augen, dunkel und intelligent, musterten Poirot mit unverhohlenem Interesse. Sie müssen der berühmte Hercule Poirot sein, sagte sie in akzentfreiem Französisch. Ich bin Dr.

Helena Warnakis. Der Professor sagte mir, Sie würden die Sammlung inspizieren. Enchanté, Madame. Poirot verbeugte sich leicht. Sie sind die Kuratorin für mykänische Kunst? Seit acht Jahren, ja. Sie trat näher an die leere Vitrine. Die Maske des Prometheus war das bedeutendste Stück, das wir je hatten. Ihre Entdeckung hätte unser Verständnis der mykänischen Kultur revolutioniert. Hätte?

Ohne die Maske haben wir nur Fotografien und meine Katalognotizen. Wichtig, gewiss, aber nicht dasselbe wie das physische Artefakt. Ihre Stimme klang bitter. Erzählen Sie mir von dieser Maske, bat Poirot. Was machte sie so besonders? Dr. Warnacki's Augen leuchteten auf, trotz ihrer Traurigkeit. Die Handwerkskunst war außergewöhnlich, feiner als alles, was wir aus dieser Periode kennen. Aber das wirklich Bemerkenswerte waren die Inschriften an der Innenseite. Linear B-Schrift, manchmal aber mit Symbolen, die wir nie zuvor gesehen hatten. Sie schienen auf einen religiösen Kult hinzuweisen, vielleicht verbunden mit dem Prometheus-Mythos. Prometheus, sagte Poirot nachdenklich.

Der Titan, der den Göttern das Feuer stahl, um es den Menschen zu geben. Genau, die Inschriften sprachen von einem Hüter des göttlichen Feuers. Professor Dimitriou glaubte, wir hätten den Beweis für einen bisher unbekannten mykänischen Kult gefunden. Und diese Entdeckung, sie würde den Professor berühmt machen. Weltberühmt, bestätigte sie. Es wäre der Höhepunkt seiner Karriere gewesen. Oder, sagte Poirot leise, der Höhepunkt der Karriere von jemandem, der sie für sich beanspruchen könnte. Dr. Warnacki's face discolored.» If you indicate...«» I don't indicate anything, madame.«» Not here. Just make sure.« He turned away and went to the place where Georgios' body was found. The gold chain with which the poor Monsieur

Stavrinos was thrashed. Where was she normally? In the showcase over there. answered Dr. Warnackis and pointed to a smaller exhibition area in the corner. It was part of a collection of jewelry from the 14th century B.C. Poirot went over. The showcase was also opened, but not broken. Was a key used here too? Yes, said Papadopoulos. This showcase has the same locking system. How practical for our thief. murmelte Poirot.

Er kommt herein, öffnet die erste Vitrine mit einem Schlüssel, nimmt die Maske, geht dann zu dieser Vitrine, öffnet sie ebenfalls, entnimmt die Goldkette. Und dann? Er machte eine Pause. Dann begegnete er Georgios. Die Polizei glaubt, Georgios überraschte den Dieb bei der Tat, sagte Dr. Warnakis. Möglich, aber auch merkwürdig.

Poirot drehte sich um. Warum nahm der Dieb die Kette, bevor er Georgios begegnete? Wenn er nur die Maske stehlen wollte, warum öffnete er eine zweite Vitrine? Stille erfüllte den Raum. Papadopoulos und Dr. Warnakis wechselten einen Blick. Vielleicht, sagte Dr. Warnakis schließlich, plante er mehr als nur die Maske zu stehlen.

Dann hätte er mehr mitgenommen. Nein, nein, das ergibt keinen Sinn. Poirot schüttelte den Kopf. Es sei denn, es sei denn, die Kette war nicht Teil des Diebstahls, sondern Teil des Mordes. Prämeditiert. Sie meinen, jemand kam hierher, mit der Absicht zu töten? Papadopoulos wurde blass. Es ist eine Möglichkeit, die wir in Betracht ziehen müssen. In diesem Moment öffnete sich die Tür zum Saal und ein junger Mann von etwa 25 Jahren stürmte herein. Er war dunkel und gut aussehend, aber sein Gesicht war von Erschöpfung gezeichnet und seine Kleidung, ein zerknitterter Anzug, sah aus, als hätte er darin geschlafen. Onkel Andreas schickt mich, keuchte er. Ich bin Alexandros Mavros. Sie sind der Detektiv?

Hercule Poirot, zu ihren Diensten. Poirot's Augen musterten den jungen Mann scharf. Sie sind der Neffe des Professors? Ja, ja. Alexandros fuhr sich nervös durch das dunkle Haar. Ich habe gehört, Sie untersuchen den Diebstahl. Ich muss Ihnen sagen, ich bin unschuldig. Was auch immer die Leute denken, ich habe damit nichts zu tun. Niemand hat Sie beschuldigt, Monsieur Mavros. Noch nicht.

Seine Stimme wurde schrill. Aber ich kenne diese Blicke. Stavros hier, Helena, Sie alle denken es. Der verschwenderische Neffe mit seinen Spielschulden. Natürlich muss er es gewesen sein. Alexandros, sagte Dr. Warnackis scharf, beherrsche dich. Nein, ich habe die Maske nicht gestohlen und ich habe Georgios nicht getötet. Tränen schossen in seine Augen.

Georgios war freundlich zu mir, als ich ein Kind war. Er lehrte mich, wie man Schach spielt. Ich hätte ihm niemals... Sitzen Sie, befahl Poirot mit überraschender Autorität. Alexandros gehorchte wie ein Schuljunge. Gut, nun antworten Sie mir ehrlich. Wo waren Sie in der Nacht des Diebstahls? Zu Hause, in meinem Apartment. Allein? Ja.

Keine Zeugen? Nein. Können Sie beweisen, dass Sie dort waren? Alexandros Schultern sackten zusammen. Nein. Poirot betrachtete ihn einen langen Moment. An ihre Schulden. Wie hoch sind sie?» Fünfzigtausend Drachmen«, flüsterte Alexandros.» Vielleicht mehr.« Dr. Warnackis schnappte nach Luft. Papadopoulos wandte den Blick ab.» Und die Maske«, fuhr Poirot fort,» hätte genug eingebracht, um diese Schulden zu begleichen?« Zehnmal so viel. Aber ich schwöre bei allen Heiligen, ich habe sie nicht genommen. Ihre Spielschulden, sagte Poirot. Bei wem stehen sie in der Kreide? Alexandros zögerte.

Verschiedene Leute, aber hauptsächlich einem Mann namens Christus Angelopoulos. Er ist kein geduldiger Gläubiger. Hat er gedroht? Er hat mir eine Woche gegeben. Das war vor fünf Tagen. Poirot nickte langsam. Ich verstehe. Noch eine Frage. Wer außer den Angestellten des Museums wusste von der Existenz der Maske? Einige Akademiker, antwortete Dr. Warnackis.

Der Professor hatte Briefe gewechselt mit Dr. Wilhelm Schäfer vom Pergamon Museum in Berlin und Professor Sir Reginald Whitmore vom British Museum. Sonst niemand? doch. Alexandros hob den Kopf. Es gab einen Mann, ein Antiquitätenhändler, Dimitrius Theophilus. Er kam vor zwei Wochen ins Museum. Er sagte, er hätte von der Entdeckung gehört und wollte dem Professor seine Dienste anbieten. Seine Dienste?

Als Vermittler, falls der Professor jemals diskrete Verkäufe erwägen würde. Der Professor warf ihn hinaus, natürlich. Poirot strich sich über den Schnurrbart. Interessant, sehr interessant. Und dieser Monsieur Theophilos, kennt man seine Adresse? Er hat eine Galerie in Plaka, sagte Papadopoulos. Eine zwielichtige Angelegenheit, habe ich gehört. Dann, verkündete Poirot, werden wir diesen Monsieur Theophilos besuchen. Aber zuerst, Dr. Warnakis, ich möchte Ihr Büro sehen und den Schlüssel. Sie gingen durch einen langen Korridor zu einem kleinen, aber ordentlich eingerichteten Büro.

Bücherregale bedeckten drei Wände. Ein Schreibtisch stand vor dem Fenster. An einem Haken neben der Tür hing ein einzelner Schlüssel. Poirot nahm ihn herunter und untersuchte ihn sorgfältig. Ist das der Originalschlüssel? Ja, sagte Dr. Warnackis. Ich habe ihn seit Jahren. Haben Sie ihn in letzter Zeit vermisst? Sie zögerte nur eine Sekunde zu lang. Nein. Sie lügen, Madame. Ihre Augen weiteten sich. Ich... Bitte, unterbrach Poirot sanft. Die Wahrheit ist immer besser als eine schlechte Lüge. Wann bemerkten Sie, dass der Schlüssel fehlte? Dr. Warnackis sank in ihren Stuhl. Vor drei Wochen. Für zwei Tage war er weg. Dann war er plötzlich wieder da. Ich dachte... Ich dachte, ich hätte ihn einfach verlegt. Haben Sie es jemandem erzählt? Nein. Warum nicht? Weil...

Sie senkte den Blick. Weil ich Angst hatte. Wenn jemand den Schlüssel kopiert hätte und etwas gestohlen worden wäre, die Verantwortung hätte bei mir gelegen. Poirot nickte verständnisvoll. Und jetzt, Madame, ist genau das geschehen, was Sie befürchteten. Tränen rannen über ihre Wangen. Ich hätte es sagen sollen. Arma Georgios. Vielleicht wäre er noch am Leben, wenn ich... Das Vergangene können wir nicht ändern, sagte Poirot. Aber die Zukunft, ah, die liegt noch in unseren Händen. Er drehte sich zur Tür. Stavros, bereiten Sie ein Auto vor. Wir besuchen Monsieur Theophilus. Und Sie, Alexandros Mavros. Sie kommen mit uns. Ich möchte Sie im Auge behalten. Als sie das Museum verließen, flüsterte Papadopoulos Poirot zu...

Glauben Sie, Alexandros ist der Mörder. Poirot lächelte geheimnisvoll. Was ich glaube, mon ami, ist unwichtig. Was ich weiß, das ist alles, was zählt. Und im Moment weiß ich, dass dieser Fall komplizierter ist, als er scheint. Viel komplizierter. Kapitel 3 Der erste Todesfall Die Antiquitätengalerie von Dimitrios Theophilos lag versteckt in einer engen Gasse im Herzen von Plaka, dem ältesten Viertel Athens. Der Mercedes konnte nicht durch die schmalen Straßen fahren, sodass Poirot, Papadopoulos und der nervöse Alexandros die letzten hundert Meter zu Fuß zurücklegen mussten. Die Mittagshitze lag schwer über den Kopfsteinpflasterstraßen und der Duft von gegrilltem Fleisch und Olivenöl hing in der Luft. Dort, mir sagte Alexandros,

und deutete auf ein heruntergekommenes Gebäude mit verblichenen blauen Fensterläden. Ein kleines Schild über der Tür verkündete in verblassten griechischen Buchstaben Theophilos, Antike Schätze. Poirot öffnete die Tür und eine Glocke läutete schrill. Der Innenraum war dunkel und staubig, vollgestopft mit einem Sammelsurium von Objekten, antike Amphoren neben billigen Reproduktionen, byzantinische Ikonen, die möglicherweise echt oder gefälscht sein konnten, Bronze Statuen unterschiedlicher Qualität. Ein Moment, bitte, rief eine Stimme aus dem Hinterraum. Ein kleiner, dicklicher Mann mittleren Alters erschien. Sein Gesicht war rund und verschwitzt, sein spärliches Haar über eine glänzende Glatze gekämmt. Er trug eine Weste über einem schmuddeligen

Hemd und seine Finger waren mit billigen Ringen geschmückt. Ah, ein Besucher. Willkommen in meiner bescheidenen Galerie. Seine Augen musterten sie kalkulierend. Sie suchen vielleicht eine schöne Vase. Ich habe eine exquisite korinthische Pyxis, nur heute... Er stockte, als sein Blick auf Papadopoulos und Alexandros fiel. Sie... Sie sind vom Museum.

Sehr aufmerksam, sagte Poirot trocken. Sie sind Dimitrios Theophilos? Ja, ja, natürlich. Der Händler rieb sich nervös die Hände. Aber wenn es um die Maske geht, ich hatte damit nichts zu tun. Nichts, verstehen Sie? Interessant, bemerkte Poirot, dass Sie sofort an die Maske denken. Woher wissen Sie überhaupt von dem Diebstahl? Die Zeitungen haben noch nicht darüber berichtet. Theophilos Gesicht verfärbte sich. Ich, nun, man hört Dinge, Gerüchte. Plaka ist ein kleines Viertel. Gerüchte über einen Diebstahl. zu der vor gerade einmal zwei Tagen stattfand.

Poirot's Stimme war sanft, aber seine Augen waren hart wie Stahl. Und über den nicht einmal die Polizei öffentlich gesprochen hat? Das sind sehr schnelle Gerüchte, Monsieur. Der Händler trat einen Schritt zurück. Wer sind Sie überhaupt? Mein Name ist Hercule Poirot. Ich untersuche den Diebstahl der Maske des Prometheus und den Mord an Georgios Stavrinos. Bei der Erwähnung des Mordes wurde Theophilos kreidebleich. Mord? Ich wusste nichts von einem Mord. Ich schwöre es. Aber sie wussten vom Diebstahl. Ich, ich hörte nur.

Seine Stimme brach ab. Poirot trat näher. Seine Präsenz füllte trotz seiner geringen Statur den Raum. Monsieur Theophilos, ein Mann ist tot. Ein guter Mann, der zwanzig Jahre treu seinem Museum diente. Sie werden mir jetzt die Wahrheit sagen, oder ich werde die griechische Polizei einschalten und die werden ihre Galerie durchsuchen. Und ich vermute, sein Blick wanderte über die zweifelhaften Antiquitäten, dass eine gründliche Inspektion ihrer Ware zu interessanten Entdeckungen führen könnte. Theophilos brach zusammen wie eine Marionette, deren Fäden durchgeschnitten wurden. Bitte, bitte, ich bin nur ein Mittelmann.

Ich habe nichts gestohlen. Aber Sie wissen, wer es getan hat. Nein, nein, das weiß ich nicht. Der Schweiß lief in Strömen über sein Gesicht. Vor drei Wochen kam ein Mann zu mir. Er sagte, er hätte Zugang zu einem sehr wertvollen, mykänischen Artefakt. Er wollte wissen, ob ich einen Käufer finden könnte. Diskret, verstehen Sie? Dieser Mann, wie sah er aus? Er war groß, schlank, gut gekleidet. Er trug eine dunkle Brille und einen Hut.

Und er gab mir keinen Namen, nannte sich nur Der Sammler. Wie sollten Sie ihn kontaktieren, wenn Sie einen Käufer gefunden hätten? Er gab mir eine Telefonnummer. Theophilos eilte zu seinem Schreibtisch und zog ein zerknittertes Stück Papier aus einer Schublade. Hier. Poirot nahm das Papier und betrachtete die darauf gekritzelte Nummer.

Und haben Sie diese Nummer angerufen? Einmal, vor zwei Wochen. Eine Frau antwortete. Ich sagte, ich hätte einen potenziellen Käufer, einen reichen Amerikaner, der in Athen Urlaub macht. Sie sagte, sie würde die Nachricht weitergeben. Eine Frau? Poirot hob eine Augenbraue. Beschreiben Sie Ihre Stimme. Gebildet, kultiviert, mit einem leichten Akzent.

Vielleicht britisch? Papadopoulos und Alexandros wechselten überraschte Blicke. Und dieser amerikanische Käufer, fuhr Poirot fort, Adès, existiert er wirklich? Theophilus senkte beschämt den Blick. Nein, ich wollte nur, ich wollte nur sehen, ob das Angebot ernst gemeint war. Verstehen Sie, Monsieur Poirot, ich handle mit vielen zweifelhaften Charakteren. Die meisten sind Phantasten oder Betrüger. Aber dieser war echt. Ja. Vorgestern rief die Frau zurück. Sie sagte, die Ware sei verfügbar.

Ich sollte heute um drei Uhr nachmittags an einem bestimmten Ort sein. Mit dem Geld. Poirot zog seine Taschenuhr hervor. Es war halb zwei.» Wo?«» Am alten Hadriansbogen. Der Mann würde eine rote Nelke am Revers tragen.«» Sie sollten hunderttausend Drachmen mitbringen, nehme ich an?« Theophilos' Augen weiteten sich.» Woher?«» Die Maske ist unbezahlbar auf dem offiziellen Markt, aber auf dem Schwarzmarkt, an einen skrupellosen Sammler. Ihren hunderttausend ist ein angemessener Preis.« Poirot drehte sich zu Papadopoulos um. Rufen Sie Professor Dimitriou an. Sagen Sie ihm, er soll diese Telefonnummer überprüfen lassen. Sofort. Ja, Monsieur Poirot. Papadopoulos eilte zu dem Telefon in der Ecke. Poirot wandte sich wieder an Theophilus.

Sie werden zu diesem Treffen gehen. Aber nicht allein. Wir werden in der Nähe sein. Aber das Geld, ich habe keine hunderttausend Drachmen. Ein Koffer mit Zeitungen wird genügen. Der Mann wird ihn nicht öffnen, bevor er Ihnen die Maske gezeigt hat. Sie, Sie wollen eine Falle stellen. Précisément, Poirot's Augen blitzten. Und Sie, Monsieur Theophilos, werden die Köder sein.

Während Papadopoulos telefonierte, durchsuchte Poirot unauffällig die Galerie. In seine scharfen Augen entdeckten etwas auf einem Regal in der Ecke, eine kleine Tonscherbe mit Linea B-Inschriften. Wo haben Sie das her? fragte er scharf. Theophilus wurde nervös. Das? Eine... ein Kunde brachte es vor einem Monat. Er brauchte Geld. Der Name dieses Kunden? Ich... ich erinnere mich nicht. Sie erinnern sich nicht.

Poirot's Stimme war gefährlich leise. Wie praktisch. Alexandros, sehen Sie sich diese Scherbe an. Kommt sie Ihnen bekannt vor? Der junge Mavros trat näher und untersuchte das Objekt. Sein Gesicht wurde aschfahl. Das, das ist aus der Sammlung des Museums. Katalog Nummer MK-1847. Es wurde vor sechs Wochen als vermisst gemeldet. Dieb, schrieb Papadopoulos, der gerade aufgelegt hatte. Sie handeln mit gestohlenen Artefakten.

Theophilus sank auf einen Stuhl, sein Gesicht in den Händen vergraben. Ich wusste es nicht. Ich schwöre, ich wusste es nicht. Der Mann sagte, es sei ein Familienerbstück. Welcher Mann? donnerte Poirot. Ich, ich kann mich wirklich nicht erinnern. Er war unauffällig, durchschnittlich. Poirot beugte sich vor, seine Augen bohrten sich in die des Händlers. Monsieur Theophilos, ich verliere die Geduld. Ein Mann ist tot. Wenn Sie die Wahrheit nicht sagen, werden Sie zum Komplizen eines Mörders. Ich schwöre bei der heiligen Mutter Gottes, ich kenne seinen Namen nicht. Tränen rannen über Theophilus' Gesicht.

Aber er trug einen Ring, einen goldenen Siegelring mit einem Wappen, ein Löwe und eine Säule. Alexandros keuchte. Das ist das Wappen der Familie Mavros. Das ist der Ring meines Großvaters. Meine Mutter trägt ihn manchmal, aber hauptsächlich... Er stockte. Hauptsächlich was? asked Poirot.» Mainly, Uncle Theodore, the man of my aunt Sophia.« Silence filled the room like a heavy blanket. Papadopoulos found his voice again as the first.» Theodor Karas, the businessman, that is impossible.«» Is that so?« asked Poirot quietly.» What do you know about this man?«» He is married to Professor Dimitriou's sister.« antwortete Alexandros mit bebender Stimme. Er besitzt eine Reederei, aber es heißt, seine Geschäfte laufen nicht gut.

Meine Mutter sagte, er habe Investitionen verloren, Schiffe seien gesunken. Er sei fast bankrott. Ein bankrotter Mann mit Zugang zum Museum durch seine familiären Verbindungen, murmelte Poirot. Das wird immer interessanter. Das Telefon klingelte schrill. Theophilos zuckte zusammen, starrte aber nur auf das Gerät. Antworten Sie, befahl Poirot. Mit zitternden Händen hob Theophilos den Hörer ab. Hallo? Ja, das bin ich. Was?

Aber wir sagten drei Uhr. Ich verstehe. Ja, ich werde dort sein. Er legte auf, sein Gesicht kreidebleich. Sie haben den Treffpunkt geändert. Nicht der Hadriansbogen. Der Philopappos-Hügel. In einer Stunde und... seine Stimme versagte. Und was? drängte Poirot. Und die Frau sagte, sie sagte, wenn ich nicht allein komme, wenn ich die Polizei mitbringe, würde es einen weiteren Toten geben.

Poirot starrte durch das verstaubte Fenster auf die sonnendurchfluteten Straßen Athens. Sein Gehirn arbeitete mit fieberhafter Geschwindigkeit. Die grauen Zellen ordneten die Fakten. Ein gestohlener Schlüssel. Eine verschwundene Maske. Ein toter Nachtwächter. Ein bankrotter Geschäftsmann mit einem Siegelring. Als eine Frau mit britischem Akzent am Telefon. Monsieur Papadopoulos, sagte er schließlich. Rufen Sie Professor Dimitriot noch einmal an. Ich möchte wissen, wo genau Theodor Karras in der Nacht des Diebstahls war. Und ich möchte es jetzt wissen. Während Papadopoulos wieder zum Telefon griff, Wandte sich Poirot an Alexandros. Ihre Tante Sophia. Wie gut kennen Sie sie? Sie ist die Schwester meiner Mutter. Eine

stolze Frau. Gebildet. Sie studierte in London, bevor sie Theodor heiratete. In London, wiederholte Poirot. Ein britischer Akzent also. Alexandros Augen weiteten sich vor Entsetzen. Nein, nein, nicht Tante Sophia. Sie würde niemals... Was Menschen tun würden oder nicht tun würden, junger Mann, das ist oft sehr überraschend. Poirot drehte sich zu Theophilus. Sie werden zu diesem Treffen gehen. Und aber sie werden einen Knopf mit einem versteckten Mikrofon tragen. Die Polizei wird alles hören. Und sie werden vorsichtig sein. Sehr vorsichtig.

Papadopoulos legte auf. Sein Gesicht war ernst. Der Professor sagt, Theodor war in dieser Nacht bei ihm zum Abendessen. Mit Sophia. Sie blieben bis Mitternacht. Ein perfektes Alibi, murmelte Poirot. Vielleicht zu perfekt. Und doch. Er verstummte, als die Ladentür plötzlich aufgerissen wurde. Ein junger Polizist stürzte herein, außer Atem. Sind Sie Hercule Poirot? keuchte er auf Griechisch. Papadopoulos übersetzte schnell.

Ich bin Poirot. Professor Dimitriot schickt mich. Es gibt, es gibt ein Problem, ein großes Problem. Was für ein Problem! Der Polizist schluckte schwer. Dr. Helena Warnackis, man hat sie vor 20 Minuten gefunden, hieß in ihrem Büro im Museum. Ein kalter Schauer lief Poirot über den Rücken. Tod? Ja, Monsieur, er drosselt, mit einer antiken Goldkette. Die Worte hingen in der stickigen Luft der Galerie wie ein Todesurteil. Alexandros sank on a chair, his face in his hands. Theophilos murmured a prayer. Only Poirot remained calm, although his eyes were glowing with suppressed anger. The same method, he said quietly.

Our murderer will be bold or desperate. Maybe both. He turned to walk. Stavros, come. We must immediately go to the museum. Alexandros. Sie bleiben hier bei Monsieur Theophilus. Bewachen Sie ihn und lassen Sie ihn mit niemandem sprechen. Aber das Treffen, begann Theophilus, wird warten müssen, schnitt Poirot ihm das Wort ab. Im Moment, mein Herr, haben wir dringendere Probleme, nämlich einen Mörder zu fangen, bevor er zum dritten Mal zuschlägt.

Das Museum war zu einer Festung geworden. Polizisten in blauen Uniformen standen an jedem Eingang, und ein schwarzer Wagen mit der Aufschrift der Athena Kriminalpolizei parkte vor dem Hauptportal. Als Poirot und Papadopoulos eintrafen, wurden sie sofort in den ersten Stock geführt, wo ein hochgewachsener Mann mit grau-milliertem Haar und einem beeindruckenden Schnurrbart auf sie wartete.» Inspektor Konstantinos Dracopoulos«, stellte er sich vor und schüttelte Poirot's Hand mit überraschender Kraft.

Sie sind also der berühmte belgische Detektiv. Professor Dimitriou hat viel von Ihnen erzählt. Enchanté, Inspektor. Obwohl ich wünschte, wir würden uns unter angenehmeren Umständen treffen. Allerdings. Dracopoulos Gesicht war steinern. Zwei Morde in zwei Tagen. Das ist selbst für Athen ungewöhnlich. Kommen Sie, ich zeige Ihnen den Tatort. Sie gingen durch den vertrauten Korridor zu Dr. Warnacki's Büro. Die Tür stand offen, bewacht von zwei Polizisten. Im Inneren herrschte kontrolliertes Chaos. Ein Fotograf dokumentierte die Szene, ein Mann in weißem Kittel, offensichtlich der Gerichtsmediziner, kniete neben dem Schreibtisch. Der Anblick ließ selbst Poirot's professionelle Fassade bröckeln. Dr. Helena Warnackis lag auf dem

Boden hinter ihrem Schreibtisch, ihre Augen weit geöffnet in einem letzten Ausdruck des Entsetzens. Um ihren Hals lag eine goldene Kette, die sich tief in die Haut gegraben hatte. Ihre Hände waren zur Abwehr erhoben, die Fingernägel blutverkrustet. Sie hat sich gewehrt, bemerkte Poirot leise. Ja, bestätigte Dracopoulos. Dr. Papadakis, was können Sie uns sagen? Der Gerichtsmediziner, ein älterer Mann mit Brille, blickte auf. Tod durch Erwürgung, vor etwa zwei Stunden. Die Prellungen am Hals deuten auf enorme Kraft hin. Der Mörder muss sehr kräftig gewesen sein oder in einem Zustand extremer Erregung.

Unter den Fingernägeln, fragte Poirot. Hautfetzen, wir werden sie analysieren. Und hier, er deutete auf Helena's linke Hand. Sehen Sie diesen Abdruck? Poirot beugte sich näher. Auf dem Handrücken war ein deutlicher blauer Fleck zu sehen, in der Form eines Rings oder eines Siegels. Interessant, murmelte er. Sehr interessant. Der Mörder trug einen Ring. Fotografieren Sie das bitte sehr genau.

Bereits erledigt, sagte der Fotograf. Poirot richtete sich auf und ließ seinen Blick durch das Büro schweifen. Die Bücherregale waren unberührt. Er der Schreibtisch ordentlich. Mit einer Ausnahme. Eine Schublade stand halboffen. Hat jemand diese Schublade geöffnet? fragte er scharf. Nein. answered Dracopoulos.

We haven't touched anything. Poirot pulled out a tissue and opened the drawer completely. It contained various documents, letters, pens, and an empty jewelry box made of sand. Empty, he said. What was in it, Inspector? That's what we're trying to find out. Professor Dimitriou is on his way here. And the key? Poirot looked at the hatch next to the door.

The key to the showcases. Is it still there? Papadopoulos went over and examined the hatch. No, it has disappeared. Ah, Poirot nodded, as if he had expected exactly that. Our murderer is methodical. First he steals the mask, then he returns for more. But Dr. Varanakis surprised him. Or, said Dracopoulos thoughtfully, Dr. Warnackis wusste, wer der Dieb war. Vielleicht versuchte sie, ihn zu erpressen. Eine Möglichkeit. Poirot kniete nieder und untersuchte den Boden um die Leiche herum. Wieder fand er jenen eigentümlichen rötlichen Staub. Dieser Staub, er war auch am ersten Tatort. Dr. Papadakis, können Sie eine Probe nehmen? Selbstverständlich.

In diesem Moment erklangen hastige Schritte im Korridor. Professor Dimitriou stormed in, his face drawn by grief and shock. Behind him followed an elegant woman in her fifties, with silver-gray hair and aristocratic traits. Undoubtedly, his wife Eleni.» Helena!«, the professor called and wanted to rush to the corpse, but Dracopulos held him back.» Please, Professor, the crime scene must not be contaminated.« Dimitriou collapsed. gestützt von seiner Frau. Wer tut so etwas? Wer? Helena war eine brillante Wissenschaftlerin, eine gute Freundin. Professor, sagte Poirot sanft. Ich muss Sie etwas fragen.

Diese Schmuckschatulle in der Schublade, wissen Sie, was darin aufbewahrt wurde? Der Professor blickte verwirrt auf. Schmuckschatulle? Ich weiß es nicht. Ich weiß es, sagte Eleni Dimitriou mit fester Stimme. Alle Blicke richteten sich auf sie. Helena zeigte sie mir vor einem Monat. Sie enthielt einen antiken Ring, ein mykänisches Stück aus der gleichen Ausgrabung wie die Maske. Sie sagte, sie würde ihn katalogisieren, aber es gäbe keine Eile. Ein Ring, wiederholte Poirot. Aus der gleichen Ausgrabung. Und jetzt ist er verschwunden.

Die Maske, die Kette, jetzt ein Ring, erzählte Dracopulos auf. Alle aus der gleichen Fundstelle. Unser Dieb ist systematisch. Oder, sagte Poirot langsam, unser Dieb sucht nach etwas Bestimmtem. Etwas, das mit dieser Ausgrabung zusammenhängt. Er wandte sich an den Professor. Die Inschriften auf der Maske. Sie sagten, sie erwähnten einen Hüter des göttlichen Feuers. Gab es noch andere Objekte mit ähnlichen Inschriften? Dimitriou dachte nach, seine Stirn in Falten gelegt.

Der Ring, Ja, der Ring hatte auch Inschriften, Linea B. Ich habe sie noch nicht vollständig übersetzt, aber es schien um einen Schatz zu gehen, einen verborgenen Schatz. Die Atmosphäre im Raum veränderte sich spürbar. Ein Schatz, sagte Dracopulos, das wäre ein Motiv. Aber ein mykänischer Schatz wäre längst geplündert worden, wandte Eleni ein. Erst die Gräber wurden alle vor Jahrhunderten geöffnet.

Nicht alle. murmelte der Professor. Es gab Gerüchte über ein unberührtes Königsgrab in der Nähe von Mykene. Die alten Chroniken sprechen davon, aber niemand hat es je gefunden. Poirot strich sich über den Schnurrbart. Und diese Inschriften könnten sie einen Hinweis auf den Standort dieses Grabes geben. Möglicherweise, wenn man alle Stücke zusammen hätte. Alle Stücke, wiederholte Poirot. Die Maske, die Kette, der Ring. Was noch, Professor, welche anderen Objekte aus dieser Ausgrabung hatten Inschriften? Es gab, es gab noch eine Tafel, eine kleine Bronze Tafel mit einer Karte oder einem Diagramm, aber die ist sicher verwahrt in unserem Tresor.

Dracopulos und Poirot wechselten einen Blick. Zeigen Sie uns diesen Tresor, sagte der Inspektor. Sah sofort. Sie eilten durch die Gänge zum Verwaltungstrakt des Museums. Der Professor... Führte sie in einen kleinen Raum mit einem massiven Stahlsafe an der Wand. Mit zitternden Händen drehte er das Kombinationsschloss. Die Tür schwang auf.

Der Tresor war leer. Professor Dimitriou sank auf einen Stuhl, alle Farbe aus seinem Gesicht gewichen.» Das ist unmöglich. Nur ich kenne die Kombination.«» Sind Sie sicher?« fragte Poirot.» Absolut sicher.« Ich habe sie nie aufgeschrieben, nie jemandem verraten. Und doch, sagte Poirot, ist der Tresor geöffnet worden, ohne Spuren eines Einbruchs.

Er untersuchte das Schloss genau. Das bedeutet, jemand kannte die Kombination. Aber wie? Haben sie die Kombination hier im Büro geöffnet, in Gegenwart anderer? Der Professor dachte nach. Manchmal, ja. Bis wenn ich wichtige Stücke verwahren musste. Und wer war bei diesen Gelegenheiten anwesend? Helena manchmal. Stavros. Alexandros hat mich einmal begleitet, als ich die Bronzetafel einschloss. Alexandros, wiederholte Dracopulos. Der junge Mann mit den Spielschulden. Nein, protestierte der Professor. Mein Neffe würde niemals... Wo ist Alexandros jetzt? unterbrach Poirot. Papadopoulos wurde blass. Ich...

ich habe ihn bei Theophilos gelassen.» Aber das war vor über einer Stunde.« Poirot fluchte leise auf Französisch, etwas, das er selten tat.» Inspektor, schicken Sie sofort Männer zu Theophilos Galerie. Schnell!« Während Dracopulos Befehle in sein Funkgerät bellte, wandte sich Poirot an Eleni Dimitriou.» Madame, ich muss Sie etwas fragen und ich bitte um absolute Ehrlichkeit.«» Ist Ihre Schwester Sophia? Wo ist sie im Moment?« Eleni blickte überrascht auf. Sophia? Sie ist zu Hause, nehme ich an. Warum? Und ihr Schwager Theodor?

Ich weiß es nicht. Andreas, wo ist Theodor? Der Professor schüttelte verwirrt den Kopf. Er sagte heute Morgen am Telefon, er müsse zu einer Geschäftsbesprechung nach Piraeus. Warum interessieren sie sich für Theodor? Weil, sagte Poirot langsam, ein Mann mit einem» Mavro' s seal ring. Stolen antiques sold to Theophilos. And Theodore Carras wears such a ring.« und Theodore Karras trägt einen solchen Ring. Eleni keuchte. Das ist lächerlich. Theodore mag finanzielle Probleme haben, aber er ist kein Dieb und gewiss kein Mörder. Finanzielle Probleme, hakte Dracopoulos nach. Wie schlimm. Seine Rederei steht vor dem Bankrott, gab der Professor widerstrebend zu.

Er hat mich letzte Woche um ein Darlehen gebeten, 200.000 Drachmen. Und haben Sie ihm das Geld gegeben? Ich konnte nicht. Ich habe es nicht. Alles, was wir haben, ist in diesem Museum, in der Forschung. Das Funkgerät knackte. Dracopulos hob es an sein Ohr, lauschte, und sein Gesicht wurde hart. Theophilos Galerie ist leer, berichtete er. Keine Spur von ihm oder von Alexandros Mavros. Die Nachbarn sagen, sie sahen zwei Männer vor etwa 40 Minuten hastig weggehen. Zusammen? fragte Poirot scharf. Nein, zuerst den jungen Mavros. Allein. Zehn Minuten später Theophilos, der sehr verängstigt wirkte. Poirot schloss die Augen. Seine grauen Zellen arbeiteten auf Hochtouren. Die Fakten ordneten sich wie Puzzleteile. Alexandros

allein in der Galerie. Dr. Warnakis ermordet etwa zur selben Zeit. Der Tresor geleert. Ihnen aber etwas passte nicht zusammen. Die Zeit... murmured he. The time is not right. When Alexandros murdered Dr. Varnakis, how did he get back to the gallery so quickly? The museum is twenty minutes away. With a car he could make it in ten minutes, said Dracopoulos. Possible. But why does he return to the gallery? Why not just flee?

Poirot opened his eyes. No, no, that makes no sense. Unless... Es sei denn was, drängte der Professor. Es sei denn, es gibt zwei Täter, zwei Personen, die zusammenarbeiten. Er wandte sich abrupt um. Inspektor, lassen Sie Theodor, Karas und Sofia Mavros sofort verhaften und finden Sie Alexandros. Schnell! Auf welcher Grundlage?

fragte Dracopoulos. Verdacht auf Mord, Diebstahl und Verschwörung. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Das Treffen am Philopappos-Hügel, es findet in, er blickte auf seine Uhr, in 25 Minuten statt. Sie denken, Theodor und Alexandros arbeiten zusammen? Ich denke gar nichts, sagte Poirot mit funkelnden Augen. Aber ich werde es bald wissen, und wenn meine grauen Zellen recht haben, dann steuern wir auf eine dritte Katastrophe zu. Es sei denn, wir handeln jetzt.

Er eilte zur Tür. Stavros? Sie kommen mit mir. Inspektor, stellen Sie Männer um den Philopappos-Hügel. Aber diskret, wenn der Mörder Verdacht schöpft, könnte er weitere Geiseln nehmen. Oder töten. Geiseln? fragte Eleni erschrocken. Poirot blieb in der Tür stehen, sein Gesicht ernst. Madame, wo ist Ihr Sohn, Nikolas? Ist er noch in Oxford? Nein, sagte sie verwirrt. Er kam gestern zurück nach Athen. Er wollte seinem Vater helfen nach, aka nach dem Diebstahl. Und wo ist er jetzt? Er sagte, er würde spazieren gehen, zur Akropolis. Die Akropolis, wiederholte Poirot leise, und der Philopappos-Hügel liegt direkt gegenüber. Er wandte sich an Dracopulos. Inspektor, wir müssen laufen. Ich fürchte, unser Mörder hat schon sein

nächstes Opfer ausgewählt. Kapitel 4 Geheimnisse der Vergangenheit. Der Mercedes raste durch die engen Straßen Athens, die Sirene heulend. Poirot saß auf dem Rücksitz, seine Augen geschlossen, aber sein Geist arbeitete fieberhaft. Neben ihm saß Papadopoulos, der nervös auf seine Uhr blickte. Noch 15 Minuten, murmelte er. Erzählen Sie mir von Nicolas Dimitriou, sagte Poirot plötzlich. Was für ein junger Mann ist er, Papadopoulos seemed surprised by the question. Nikolas?

He is intelligent, educated. He studies classical archaeology in Oxford, like his father. A calm young man, somewhat shy. Does he have money problems like his cousin Alexandros? No, on the contrary. His family is wealthy through the Mavros connection. His grandfather was a successful trader on the motherly side.

Derselbe Großvater, dessen Siegelring Theodor jetzt trägt. Ja, genau. Poirot öffnete die Augen. Wie gut verstehen sich Nikolas und Alexandros. Sie sind Cousins, aber sehr unterschiedlich. Nikolas ist der pflichtbewusste Sohn, Alexandros der Wilde. Es gab immer eine gewisse Rivalität zwischen ihnen, besonders was die Zuneigung des Professors angeht. Interessant. Poirot strich über seinen Schnurrbart. und Nikolaus' Meinung zur Entdeckung seines Vaters.

Papadopoulos zögerte. Er schien weniger enthusiastisch als erwartet. Als der Professor ihm die Maske zeigte, sagte Nikolaus nur, sie sei bemerkenswert, und wechselte dann das Thema. Nicht die Reaktion, die man von einem angehenden Archäologen erwarten würde. Nein, stimmte Papadopoulos zu. Der Wagen hielt abrupt am Fuß des Philopappos Hügels Inspektor Dracopoulos wartete bereits dort mit einem halben Dutzend Polizisten in Zivilkleidung.

Meine Männer sind positioniert, berichtete er. Wir haben den gesamten Hügel umstellt. Niemand kann entkommen. Gut, sagte Poirot. Aber denken Sie daran, keine voreiligen Bewegungen. Wir wissen nicht, wie viele Personen involviert sind oder ob sie bewaffnet sind. Verstanden. Sie begannen den Aufstieg. Der Philopappos-Hügel erhob sich gegenüber der Akropolis, mit Pinien bewachsen und durchzogen von antiken Pfaden. Auf seinem Gipfel stand das Monument des Philopappos, ein römisches Grabmal aus weißem Marmor. Die Abendsonne tauchte alles in goldenes Licht. Als sie sich dem Gipfel näherten, bedeutete Dracopulos seinen Männern, Abstand zu halten. Poirot und er gingen allein weiter, versteckt hinter den Bäumen. Am Monument stand eine einzelne Gestalt. Ein junger

Mann von etwa 25 Jahren, mit dunklem Haar und dem gleichen hageren Gesichtsbau wie Professor Dimitriou. Er trug einen leichten Anzug und blickte nervös auf seine Armbanduhr.» Nikolas«, flüsterte Papadopoulos.» Allein«, bemerkte Poirot.» Wo ist der Mann mit der roten Nelke?« Sie warteten. Die Minuten verstrichen quälend langsam. Dann, plötzlich, raschelte es im Gebüsch auf der anderen Seite des Monuments. Eine Gestalt trat hervor, aber es war nicht Theodor oder Alexandros.

Aber es war eine Frau, groß und elegant, gekleidet in ein dunkles Kostüm. Sie trug eine Sonnenbrille und ein Kopftuch, aber als sie näher kam und beides abnahm, erkannte Poirot sie sofort. Sophia Mavros, murmelte er. Die Schwester des Professors näherte sich Nikolas mit schnellen Schritten. Ihre Stimme, obwohl gedämpft, trug zu Poirot's Versteck. Tante Sophia, sagte Nikolas überrascht. Was machst du hier? Wo ist... Sei still, zischte sie. Hast du das Geld? Welches Geld? Ich verstehe nicht. Spiel nicht den Unwissenden, Nikolas. Dein Vater hat dich geschickt, nicht wahr?

Mit dem Lösegeld für die Maske.» Lösegeld«, Nicolas' confusion seemed real.» Niemand hat mich geschickt. Ich bin hier, weil ich eine Nachricht bekam. Von Alexandros. Er sagte, er bräuchte meine Hilfe. Es sei dringend. Nun war es Sophia, die verblüfft aussah.» Alexandros. Aber er sagte mir...« Sie verstummte abrupt. Poirot trat aus seinem Versteck, Dracopoulos dicht hinter ihm. Guten Abend, Madame Mavros.

Ich glaube, Sie haben einiges zu erklären. Sophia fuhr herum, ihre Hand fuhr zur Handtasche. Sofort waren sie von Polizisten umringt, Waffen gezogen. Keine plötzlichen Bewegungen, warnte Dracopulos. Sophia ließ die Hand sinken, aber ihr Gesicht zeigte keine Angst, nur kalte Wut. Sie haben kein Recht. Ich habe jedes Recht, unterbrach Dracopulos.

Sie stehen unter Verdacht der Beteiligung an Diebstahl und Mord. Mord? Nicolas trat entsetzt zurück. Tante Sophia, was hat das zu bedeuten? Ich habe niemanden getötet, sagte Sophia eisig. Aber sie wussten von dem Diebstahl, stellte Poirot fest. Es war keine Frage. Nach einem langen Moment des Schweigens senkte Sophia den Blick.

Na ja. Tante, rief Nicolas erschüttert. Sie verstehen nicht, sagte Sophia bitter. Keiner von euch versteht. Theodore und ich, wir stehen vor dem Ruin. Seine Rederei ist bankrott. Wir haben alles verloren. Und dann entdeckt mein Bruder diese verfluchte Maske und prallt damit, wie wertvoll sie ist, während wir nicht einmal unsere Hypothek bezahlen können.«» Also beschlossen Sie zu stehlen«, sagte Poirot.» Nicht ich.« Theodor. Er kam auf die Idee.

Er sagte, die Maske gehöre eigentlich der Familie. Der Mavros-Familie hat das Land gehört, auf dem sie gefunden wurde. Es war nur gerecht. Und der Mord an Georgios Stavrinos. War das auch gerecht? Tränen schossen in Sophia's Augen. Das war nicht geplant. Theodor sagte, es wäre ein einfacher Diebstahl. Niemand sollte verletzt werden. Aber Georgios. Er war dort.» Etheodor geriet in Panik.«» Und Dr. Warnakis?«» Ich weiß nichts von Dr. Warnakis.« Sophia's voice became shrill.» Ich schwöre es. Als ich hörte, dass sie tot war, wusste ich, dass etwas furchtbar schiefgelaufen war.

Wo ist Theodore jetzt?«» Ich weiß es nicht. Wir sollten uns heute hier treffen. Er hat die Maske und die anderen Stücke. Er sagte, er hätte einen Käufer gefunden.« Wir würden das Geld teilen und Griechenland verlassen. Einen Käufer durch Theophilos? Ja, aber Theodor vertraute ihm nicht. Er beschloss, selbst zum Treffen zu kommen. Poirot runzelte die Stirn. Aber wenn Theodor hier sein sollte, wo ist er? Und wo ist Alexandros? Plötzlich ertönte ein Schrei vom Fuß des Hügels. Einer von Dracopoulos' Männern kam angerannt. Inspektor! Wir haben eine Leiche gefunden. Im Gebüsch.

50 Meter unterhalb. Ein eisiger Schauer durchfuhr Poirot. Wer? Ein Mann, mittleren Alters. Er drosselt. Er hat das hier in der Hand. Der Polizist hielt eine zerknitterte rote Nelke hoch. Sophia schrie auf und brach zusammen. Nikolas fing sie auf, sein Gesicht kreidebleich. Theodor, flüsterte sie. Mein Theodor. Poirot and Dracopoulos hurried down the hill.

The corpse lay half-hidden under a bush, face up. Theodore Carras' eyes started lifeless into the evening sky. His neck showed the familiar gait. On his hand glistened the golden seal ring with the Mavro's weapon. The same method, said Dracopoulos, gloomy. Our murderer strikes again. Mais non, murmured Poirot and knelt down.

Sehen Sie genau hin, Inspektor. Diesmal ist es anders. Inwiefern? Keine antike Goldkette. Ein Theodor wurde mit bloßen Händen erwürgt. Und sehen Sie hier? Er deutete auf Theodor's zerknittertes Jackett. Anzeichen eines Kampfes. Theodor war ein kräftiger Mann. Er wehrte sich. Was bedeutet das? Es bedeutet, sagte Poirot langsam, dass dieser Mord nicht geplant war. Es war spontan. Verzweifelt, der Mörder hatte keine Zeit, eine Kette zu besorgen. Aber wer? Dracopoulos blickte den Hügel hinauf, wo Sophia von Polizisten gestützt wurde.

Sophia hatte ein Alibi, sie war bei uns. Ja, Poirot erhob sich und klopfte den Staub von seinen Hosenbeinen. Was uns zu einer unbequemen Wahrheit führt, es gibt noch jemanden, jemanden, den wir übersehen haben. Alexandros? Vielleicht. Aber wo ist er und warum? Poirot starrte auf die Leiche. Theodor kam hierher, um die Antiquitäten zu verkaufen, aber sie sind nicht bei ihm.

Es was bedeutet, der Mörder nahm sie an sich. Ein Raubmord also. Oder, sagte Poirot mit plötzlicher Intensität, jemand wollte verhindern, dass Theodor den Verkauf abschließt, jemand, der selbst Pläne für die Artefakte hatte. Ein Polizist kam angerannt. Inspektor, wir haben einen Anruf erhalten. Ein Zeuge sah Alexandros Mavros vor 20 Minuten am Hafen von Piraeus. Er trug eine große Tasche und versuchte ein Ticket für ein Schiff nach Italien zu kaufen. Italien, wiederholte Dracopoulos. Er flieht. Schnell, befahl Poirot. Wir müssen ihn erreichen, bevor das Schiff ablegt. Sie rasten zurück zu den Autos.

Sophia wurde in einen Polizeiwagen gesetzt, immer noch schluchzend. Nicolas stood lost there, until Poirot took him gently in his arms.» Come, young man. I think you can help us.«» I... I don't understand anything anymore,« stumbled Nicolas.» You will soon,« said Poirot.» Very soon. But first you have to tell me everything you know about Alexandros. Everything.« While they rushed to the harbour, Nicolas spoke in a quiet, broken voice. Alexandros und ich waren früher Freunde. Als Kinder spielten wir zusammen. Aber als wir älter wurden, er wurde eifersüchtig. Auf mich, auf meine Position in der Familie. Er sagte immer, ich sei der Liebling, weil ich der Sohn des Professors war, während er nur der Neffe ist. Und die Spielschulden? Alexandros suchte immer nach

schnellem Geld, nach einem Weg, sich zu beweisen. Er hasste es, von der Familie abhängig zu sein. Hasste er ihren Vater. Nikolas zögerte. Nicht hasste, aber er. Er fühlte sich übergangen, besonders als Vater die Maske entdeckte. E Alexandros half bei der Ausgrabung, aber alle Ehre ging an Vater. Und die Bronzetafel mit der Karte zum Schatz. Alexandros sah sie, als ihr Vater sie in den Tresor legte. Ja, Ich war auch dort. Vater erklärte uns beiden die Bedeutung. Poirot lehnte sich zurück. Die Puzzleteile fügten sich zusammen. Verstehe ich das richtig?

Theodor stahl die Maske, um Geld für seine Schulden zu bekommen. Aber Alexandros? Alexandros hatte andere Pläne. Er wollte den Schatz selbst finden. Den Schatz? Nicolas' Augen weiteten sich. Sie glauben, er existiert wirklich? Ob er existiert oder nicht, ist irrelevant, sagte Poirot. Alexandros glaubt daran, und dafür brauchte er alle vier Artefakte, die Maske, die Kette, den Ring und die Bronzetafel.

Zusammen bilden sie eine Karte. Aber wie hat er sie Theodor abgenommen? Das, sie sagte Poirot düster, werden wir ihn selbst fragen müssen. Der Hafen von Piraeus lag vor ihnen. ein Gewirr von Schiffen und Kränen, beleuchtet von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne. Poirot konnte nur hoffen, dass sie nicht zu spät kam. Okay, jetzt wird's wirklich spannend. Wo hört ihr gerade zu? Aus Berlin? Aus Lahore? Aus Dubai?

Aus einem kleinen Dorf irgendwo in Punjab? Schreibt's mir schnell in die Kommentare. Ich lese wirklich jede Einzelnachricht. Und wenn ihr wissen wollt, ob Poirot Kostas noch rechtzeitig erwischt, dann abonniert den Kanal jetzt, damit euch Kapitel 5 nicht entgeht. Der nächste Drop kommt bald. Ihr wollt das auf keinen Fall verpassen. Kapitel 5 Der zweite Mord Der Hafen von Piraeus glich einem Ameisenhaufen. Passagiere drängten sich zu den Gangways.

Seeleute schrien Befehle. Dampfpfeifen heulten. And the Mercedes roamed its way through the chaos, while Dracopoulos coordinated his men via radio. The Italian ship, the Santa Lucia, it will land in ten minutes, a policeman called through the radio. All available units to Pier 5, ordered Dracopoulos. No one is allowed to go on board or leave the ship. Poirot jumped out of the car, hardly that he had held on.

Seine kurzen Beine trugen ihn mit überraschender Geschwindigkeit über das Kopfsteinpflaster. Papadopoulos und Nikolas folgten ihm dicht. Pier 5 erstreckte sich vor ihnen, und am Ende lag die Santa Lucia, ein mittelgroßer Passagierdampfer mit weißem Rumpf und schwarzen Schornsteinen. Bereits wurden die Leinen gelöst. Halt, schrie Dracopoulos auf Griechisch. Polizei, niemand geht an Bord. Ein kleiner... Der rundliche Mann in Kapitänsuniform erschien an der Reling. Was soll das bedeuten? Wir haben Fahrplan.

Es geht um einen Mörder, antwortete Dracopulos. Wir müssen ihre Passagierliste überprüfen. Während der Kapitän protestierte, ließ Poirot's scharfer Blick über die Menge am Pier schweifen. Passagiere warteten ungeduldig, Familien verabschiedeten sich, Gepäckträger schleppten Koffer. Und dort, am Rand der Menge...

Halb verborgen hinter einem Stapel Kisten stand eine schlanke Gestalt mit einer großen Ledertasche.» Da!« rief Poirot und zeigte. Alexandros Mavros fuhr herum. Für einen Moment kreuzten sich ihre Blicke. Dann warf der junge Mann die Tasche über die Schulter und rannte. Haltet ihn, brüllte Dracopoulos. Aber Alexandros war jung und verzweifelt. Er sprintete zwischen den Kisten hindurch, sprang über Taue, er schlitterte um Ecken. Die Polizisten folgten, aber er hatte einen Vorsprung. Poirot observed the pursuit with growing frustration. His own legs were not made for such athletics. Stavros, he called, where does this way lead? To the storage halls, groaned Papadopoulos.

And behind it are the old ship repair workshops. A sack galley? No, there is an exit to the sea. Poirot swore quietly. He wants to escape with a boat. Quickly! Wir müssen ihn dort abfangen. Sie rannten, so schnell Poirot's Würde es erlaubte, um das Lagerhaus herum. Die Sonne war nun fast untergegangen und Schatten krochen über die Kais. Das Geräusch von Alexandros Schritten hallte zwischen den Metallwänden wieder. Plötzlich ein Schrei, dann Stille. Poirot und Papadopoulos erreichten keuchend die alte Werft. und es war ein verlassener Platz, übersät mit rostigem Werkzeug und verfallenen Gerüsten. In der Mitte stand Alexandros, die Tasche zu seinen Füßen, die Hände erhoben. Vor ihm, einen schweren Schraubenschlüssel in der Hand, stand Nicolas Dimitriou. Nicolas,

rief Poirot überrascht, wie sind Sie? Ich nahm eine Abkürzung, sagte Nicolas, ohne den Blick von seinem Cousin zu wenden. Seine Stimme war kalt. Emotionslos. Ich kenne diese Gegend seit meiner Kindheit. Nikolas, bitte, flehte Alexandros. Lass mich gehen. Ich habe nichts getan. Nichts getan. Nikolas' Lachen klang bitter. Du hast Theodora ermordet. Für diese Tasche. Nein, ich schwöre, das war nicht... Lüg mich nicht an. Nikolas' Stimme überschlug sich.

Ich sah dich. Auf dem Hügel. Ich folgte dir von Theophilos Galerie. Ich sah, wie du Theodor konfrontiertest, wie ihr euch strittetet, wie du... Seine Stimme brach ab. Tränen rannen über sein Gesicht. Poirot trat vorsichtig näher. Nikolas, legen Sie die Waffe nieder. Es ist keine Waffe. Es ist nur... Es ist eine Waffe, wenn Sie damit töten wollen. Und Sie wollen nicht töten, oder? Er hat Theodor umgebracht, schrie Nikolas.

Meinen Onkel und Georgios und Doktor Warnakis. Nein, schrie Alexandros zurück. Nicht alle. Ich habe Helena nicht getötet. Das war... Er verstummte abrupt. Poirot spürte, wie sich die Atmosphäre veränderte. Das war wer, Alexandros. Beenden Sie den Satz. Der junge Mavros sank auf die Knie, sein Gesicht in den Händen vergraben.

Ich wollte nur den Schatz finden. Nur das. Ich brauchte das Geld, ja, aber mehr noch. Ich wollte beweisen, dass ich etwas wert bin. Dass ich mehr bin als nur der verschwenderische Neffe. Erzählen Sie mir alles, sagte Poirot sanft. Von Anfang an. Alexandros holte zitternd Luft. Theodor kam vor einem Monat zu mir. Er sagte, er wisse von meinen Schulden.

Er bot mir einen Handel an, wenn ich ihm helfe, die Maske zu stehlen. Er kannte den Plan des Museums, aber er brauchte jemanden von innen, dann würde er meine Schulden bezahlen aus dem Verkaufserlös. Und Sie stimmten zu? Ja. Ich verschaffte ihm einen Abdruck von Dr. Warnacki's Schlüssel, als dieser für zwei Tage verschwand. Ich nahm ihn aus ihrem Büro und gab ihn Theodor, damit er einen Zweitschlüssel anfertigen konnte.

Dann gab ich den Originalschlüssel zurück. Und in der Nacht des Diebstahls? Theodor ging ins Museum. Ich sollte ein Alibi haben, falls etwas schief ging. Aber alles ging schief. Georgios war dort. Theodor sagte, er hätte keine Wahl gehabt. Er hatte immer eine Wahl, sagte Poirot streng. Weiter. Theodor hatte die Maske.

Aber dann, dann erfuhr ich von den anderen Artefakten. Der Kette, dem Ring, der Bronzetafel. Ich verstand die Inschriften, die mein Onkel übersetzte. Es gab einen Schatz, einen echten mykänischen Königsschatz, unberührt seit 3000 Jahren. Seine Augen glänzten mit einem fiebrigen Leuchten. Ich brauchte alle vier Teile, um die Karte zu vervollständigen.

Also öffnete ich den Tresor. Ich hatte die Kombination gesehen und nahm die Bronze-Tafel. Aber als ich zum Museum zurückging, um den Ring zu holen, war Dr. Warnakis in ihrem Büro. Sie sahen sie, stellte Poirot fest. Sie erkannte mich sofort. Sie sagte, sie würde die Polizei rufen. Ich... Ich versuchte, sie zu beruhigen, zu erklären, aber sie griff zum Telefon.

Und ich... Ich... Sie töteten sie. Nein! Alexandros schüttelte wild den Kopf. Ich rannte weg. Als ich das Büro verließ, lebte sie noch. Aber kurz darauf hörte ich einen Schrei. Ich versteckte mich und sah... sah jemanden aus ihrem Büro kommen. Wen? asked Poirot sharply.» I don't know. It was too dark.

A shape, nothing more.« Poirot wrinkled his forehead.» But you took the ring from Dr. Warnacki's office?«» Yes. When I came back later and she...«» She was dead. The jewelry box was open. I took the ring. God forgive me. I took it from a dead man.« Nicolas seemed to be shy.» And Theodore?« asked Poirot. Wie starb er? Ich folgte ihm zum Philopappus-Hügel. Ich wusste von dem Treffen mit dem Käufer durch Theophilos. Ich konfrontierte Theodor. Ich sagte ihm, ich brauche die Maske und die Kette. Er könnte das Geld vom Verkauf der anderen Stücke haben, aber diese beiden brauchte ich für die Karte. Und er weigerte sich. Er lachte mich aus. Sagte, ich sei ein Dummkopf, der an Märchen glaube. Es gäbe keinen Schatz, nur die Fantasien alter Männer.

Und dann, dann versuchte er mir die Tasche mit der Bronze Tafel und dem Ring wegzunehmen. Wir kämpften. Er war stärker, aber ich war verzweifelter. Meine Hände waren an seinem Hals und ich, ich konnte nicht aufhören. Selbst als er nicht mehr atmete, konnte ich nicht. Seine Stimme brach in Schluchzern ab.

Die Polizisten hatten sie nun eingeholt, ihre Waffen gezogen. Dracopulos trat vor, Handschellen in der Hand. Alexandros Mavros, sie sind verhaftet wegen Mordes an Theodor Karas und Diebstahls antiker Artefakte. Aber nicht wegen des Mordes an Dr. Warnakis, sagte Poirot langsam, denn ich glaube ihm, er hat sie nicht getötet. Dracopulos starrte ihn an. Aber wer dann? Das, sagte Poirot, während er die Ledertasche aufhob und vorsichtig öffnete, ist die Frage, die uns noch bleibt. Und ich fürchte, die Antwort ist komplizierter, als wir dachten. In der Tasche lagen, in Samt gewickelt, die goldene Maske des Prometheus, die antike Goldkette, der mykänische Ring mit seinen Inschriften und eine kleine Bronzetafel, bedeckt mit

Linear B-Schrift und einem komplizierten Diagramm. Poirot studierte die Bronze Tafel im schwindenden Licht. Seine Augen verengten sich. Interessant, murmelte er. Sehr interessant. Sehen Sie hier, Nicolas, diese Symbole. Was bedeuten sie? Nicolas trat näher, seine Wut vorübergehend von wissenschaftlicher Neugier verdrängt.

Das sind Richtungsangaben, und diese Zahlen, Das könnten Distanzen sein, Schritte vielleicht, oder Ellen. Und der Ausgangspunkt? Hier, diese Markierung sieht aus wie der Löwentorbrunnen von Mykene. Poirot nickte nachdenklich. Also glaubte Alexandros, mit dieser Karte könnte er einen echten Schatz finden. Könnte er, fragte Dracopulos skeptisch. Ob der Schatz existiert oder nicht, spielt keine Rolle mehr, sagte Poirot. Was zählt, ist, dass jemand anders ebenfalls daran glaubte. Jemand, der bereit war, dafür zu töten. Er blickte auf die vier Artefakte. Dr.

Warnakis wurde ermordet, kurz nachdem Alexandros floh. Der Mörder kam, suchte nach dem Ring und fand Dr. Warnakis stattdessen. Sie musste sterben, weil sie ihn erkannte. Aber wer? fragte Nikolas verzweifelt. Jemand mit Zugang zum Museum, sagte Poirot. Jemand, der wusste, wo die Artefakte aufbewahrt wurden. Jemand, der... Er stockte plötzlich.

Was ist? fragte Dracopoulos. Poirot hielt die Bronze Tafel gegen das Licht. Dieser rötliche Staub, den ich an beiden Tatorten suddenly. What is it? asked Dracopoulos. Poirot held the bronze panel against the light. This reddish dust, which I found on both sites, I thought it was from ancient ceramics. But look here, on the back of the bronze panel, the same dust. What does that mean? It means that the murderer touched this panel, recently. And the dust? Poirot smelled it.

That's not ordinary dust. Es ist Restaurationspulver, eine spezielle Mischung, die verwendet wird, um antike Metalle zu reinigen. Papadopoulos keuchte. Dimitrios Kostas, der Restaurator. Précisément. Poirot's Augen funkelten. Monsieur Kostas arbeitet täglich mit diesem Pulver. Es wäre unter seinen Fingernägeln, auf seiner Kleidung. Und wenn er die Tafel aus dem Tresor nahm oder versuchte zu nehmen, würde er diesen Staub hinterlassen.

Aber warum würde Kostas, begann Nikolas. Das, unterbrach Poirot, werden wir ihn selbst fragen. Inspektor, wo ist Dimitrios Kostas jetzt? Dracopoulos griff nach seinem Funkgerät. Nach einem kurzen Gespräch wurde sein Gesicht ernst. Er erschien heute nicht zur Arbeit. Niemand weiß, wo er ist. Dann müssen wir ihn finden, sagte Poirot.

Und zwar schnell, denn wenn ich recht habe, ist Monsieur Costas im Moment auf dem Weg nach Mykene. Mit der Information aus seinem perfekten Gedächtnis hat er die Inschriften der Tafel memoriert, bevor Alexandros sie stahl.» Er sucht den Schatz«, flüsterte Nikolas.» Ui, und er wird niemanden am Leben lassen, der ihm dabei im Weg steht.« Die Nacht war hereingebrochen über Athen. Im Büro von Inspektor Dracopoulos brannte helles Licht und die Luft war dick vom Rauch zahlloser Zigaretten. Poirot saß am Schreibtisch, vor sich ausgebreitet Fotografien der Artefakte, Berichte der Gerichtsmedizin und eine große Karte der Region um Mycene.

Professor Dimitriou war eingetroffen, gezeichnet von Trauer und Erschöpfung. Seine Frau Eleni saß neben ihm, ihre Hand fest um seine gelegt. Nikolas stand am Fenster, starrte hinaus in die Dunkelheit. Papadopoulos hatte Kaffee gebracht, starken griechischen Kaffee, der mehr Schlamm als Getränk war. Erzählen Sie mir von Dimitrios Kostas, sagte Poirot zu Professor Dimitriou. Alles, das was Sie wissen. Der Professor rieb sich müde die Augen. Dimitrios kam vor fünf Jahren zu uns. Er war brillant in seinem Fach die Restaurierung antiker Metalle. Er hatte in Athen studiert, aber auch in Rom und Paris. Seine Referenzen waren einwandfrei. Aber? Aber er war verschlossen, einzelgängerisch. Er verbrachte Stunden allein in seiner Werkstatt.

Manchmal übernachtete er sogar dort. Hatte er Familie? Freunde? Nicht, dass ich wüsste. Er sprach nie über sein Privatleben. Und seine Finanzen? Professor Dimitriou hesitated. I don't know anything about that, but... He looked at Papadopoulos. What? Pouirot pushed. Papadopoulos stepped forward. Three months ago I noticed that Dimitriou was driving a new car. An expensive Mercedes. When I asked him where he had the money, he said his aunt had died and had thought of him. An aunt? Pouirot repeated skeptically.

Haben Sie das überprüft? Nein, es schien mich nichts anzugehen. Inspektor, wandte sich Poirot an Dracopoulos, können Ihre Männer Kostas Bankkonten untersuchen? Bereits geschehen. Wir fanden mehrere große Einzahlungen in den letzten sechs Monaten. Insgesamt etwa 100.000 Drachmen. Eleni Dimitriou schnappte nach Luft.

Das ist ein Vermögen für einen Museumsangestellten. Woher kam das Geld? fragte Poirot. Bargeld-Einzahlungen. Nicht zurückverfolgbar. Natürlich. Poirot strich über seinen Schnurrbart. Monsieur Costas verkaufte etwas. Die Frage ist, was? Gestohlene Antiquitäten, sagte Nicolas vom Fenster her. Er hatte Zugang zur gesamten Sammlung. Möglich.

Aber wenn er seit Monaten stahl, hieß warum fiel es niemandem auf? Weil, sagte Professor Dimitriot langsam, er ein Experte war. Er hätte Fälschungen herstellen können, Originale durch Kopien ersetzen. Niemand hätte den Unterschied bemerkt, außer bei sehr genauer Untersuchung. Und die Maske des Prometheus war zu wertvoll, zu einzigartig, um sie zu fälschen, ergänzte Poirot. Also musste er einen anderen Weg finden. Er erhob sich und begann im Raum auf- und abzugehen, eine Gewohnheit, wenn seine grauen Zellen auf Hochtouren arbeiteten.

Betrachten wir die Fakten. Fakt 1. Dimitrios Kostas ist ein brillanter Restaurator mit Kenntnissen der antiken Kulturen. Fakt 2. Er hat in den letzten Monaten große Geldsummen erhalten. Fakt 3. Er arbeitete eng mit Professor Dimitriou zusammen und wusste von der Entdeckung der Maske und der anderen Artefakte. Fakt 4.

Fügte Dracopulos hinzu, er hatte unbeschränkten Zugang zum Museum und Auch nachts. Er hätte jeden Diebstahl ausführen können. Précisément. Aber er tat es nicht. Warum? Weil er Theodor Karas benutzte. Professor Dimitriou runzelte die Stirn. Sie glauben, Dimitrios steckte hinter Theodors Diebstahl? Ich glaube, Monsieur Kostas manipulierte Theodor. Denken Sie nach.

Theodor war verzweifelt, brauchte Geld. Wer sonst außer jemandem wie Kostas Mit Verbindungen zum Schwarzmarkt könnte ihm einen Käufer für die Maske beschaffen. Aber Theodor kam durch Theophilos an den Käufer, wandte Papadopoulos ein. Und wer, meinen Sie, empfahl Theodor, Theophilos zu kontaktieren? Poirot lächelte dünn. Ich vermute, wenn wir nachforschen, werden wir entdecken, dass Kostas und Theophilos sich kennen. Sehr gut sogar. Dracopoulos griff zum Telefon. Nach einem kurzen Gespräch nickte er. Meine Männer verhören Theophilus gerade. Er gesteht, dass ein Museumsangestellter ihn vor sechs Monaten kontaktierte. Ein Mann, der regelmäßig Antiquitäten zum Verkauf anbot. Die Beschreibung passt auf Kostas. Voilà.

Poirot's Augen leuchteten. Jetzt sehen wir das Bild klarer. Kostas verkaufte seit Monaten gestohlene Antiquitäten über Theophilus. Aber die Maske war zu riskant, zu bekannt. Er brauchte einen Sündenbock. Theodor, flüsterte Eleni. Genau. Kostas überzeugte Theodor, den Diebstahl durchzuführen. Vielleicht bot er ihm sogar Hilfe an. Den Kontakt zu Theophilos, den Plan des Museums. Und Theodore, verzweifelt und naiv, stimmte zu.

Aber dann kam Alexandros dazwischen, sagte Nikolas. Oui, der junge Mavros hatte seine eigenen Pläne. Er erstahl die Bronzetafel aus dem Tresor, aber Kostas bemerkte es. Vielleicht überprüfte er regelmäßig den Tresor, in der Hoffnung, selbst die Tafel zu stehlen. Also ging er zu Dr. Warnackis' Büro, fuhr Papadopoulos fort, um den Ring zu holen. Und fand Dr. Warnackis dort, die gerade Alexandros konfrontiert hatte. Poirot nickte. Sie erkannte Kostas, sie vertraute ihm. Schließlich war er ein Kollege. Vielleicht erzählte sie ihm sogar von Alexandros Verhalten. Und Kostas tötete sie, sagte Professor Dimitriou mit erstickter Stimme. Er hatte keine Wahl.

Aus seiner verdrehten Perspektive, sie hatte ihn in der Nähe des Tatorts gesehen. Früher oder später würde sie Fragen stellen. Also erdrosselte er sie mit einer Goldkette aus der Sammlung, derselben Methode, die Theodor bei Georgios angewandt hatte. Ein perfekter Rahmen. Ein, um die Schuld auf Theodor zu schieben. Aber woher wusste er von der Bedeutung der Artefakte? Fragte Nicolas. Von der Karte zum Schatz? Poirot wandte sich an Professor Dimitriou. Haben Sie mit Monsieur Costas über Ihre Übersetzungen gesprochen? Über die Inschriften?

Der Professor wurde blass. Ja, ich. Ich bat ihn manchmal um Hilfe. Er war versiert in Linea B. Wir arbeiteten zusammen an der Entschlüsselung der Maske und der anderen Stücke. Dann wusste er alles. Von Anfang an. Poirot schlug mit der Faust auf den Tisch. Und während Theodor und Alexandros sich gegenseitig bekämpften, memorierte Kostas die Inschriften. Er brauchte die physischen Artefakte nicht. Er hatte fotografisches Gedächtnis. Mein Gott, flüsterte Eleni.

Er spielte mit uns allen. Wie ein Schachspieler, bestätigte Poirot. Una? Er setzte die Figuren gegeneinander. Theodor gegen Alexandros. Alexandros gegen Dr. Warnakis.» Und jetzt, während wir hier sitzen, ist er auf dem Weg nach Mykene.« Dracopoulos griff nach seinem Hut.» Dann müssen wir ihm folgen. Sofort.«» Moment«, sagte Poirot und hob die Hand.» Wir wissen nicht genau, wohin in Mykin. Die Region ist groß.« Wir könnten Stunden mit Suchen verschwenden. Er wandte sich an Nikolas.

Sie haben die Bronzetafel studiert. Sie verstehen die Inschriften. Wohin würde diese Karte führen? Nikolas trat an den Tisch und betrachtete die Fotografien der Tafel. Seine Finger fuhren über die Linea B-Symbole. Der Ausgangspunkt ist der Löwentorbrunnen, sagte er langsam. Von dort... 30 Schritte nach Südosten zur Säule des gefallenen Helden.

Das könnte eine Ruine sein. Vielleicht ein umgestürzter Pfeiler. Und dann? 20 Schritte nach Norden zum Auge der Göttin. Das verstehe ich nicht. Was könnte das sein? Ein Fenster vielleicht? Schlug Papadopoulos vor. Oder eine Öffnung in einer Wand. Oder, sagte Poirot nachdenklich, ein natürliches Merkmal. Ein Loch in einem Felsen, durch das die Sonne zu einer bestimmten Zeit scheint? Professor Dimitriou schnippte mit den Fingern. Der Felsvorsprung. Östlich der Hauptausgrabungsstätte gibt es eine Formation. Die Einheimischen nennen sie das Auge, weil bei Sonnenaufgang das Licht durch eine natürliche Öffnung fällt.

Wie weit von der Stadt Mykene? Etwa zwei Kilometer. In den Hügeln. Ein einsamer Ort. Perfekt für jemanden, der ungestört graben will. Poirot rose up.» Inspector, gather your best men. We're going to Mücking. Now.«» It' s midnight,« said Dracopoulos.» We' ll only be there at sunrise. Then we'll hope that Monsieur Costas will wait until sunrise. The inscriptions mentioned the eye of the goddess. The sunlight could be important.» I' ll come with you,« said Professor Dimitriot, determined. Andreas, nein, protestierte Eleni.

Es ist zu gefährlich. Das ist meine Entdeckung, meine Verantwortung. Dieser Mann hat zwei Menschen getötet und meine Familie zerstört. Ich muss dabei sein, wenn er zur Rechenschaft gezogen wird. Poirot betrachtete den alten Professor. Die Müdigkeit in seinen Augen, aber auch die unbeugsame Entschlossenheit. Er nickte. Sehr gut, aber sie bleiben hinter uns. In security. They prepared hastily. Weapons were checked, lanterns packed, cards studied. Nicholas also insisted on coming with him. His knowledge of the area and the Linea B writing could be useful. When they turned to the outbreak, Poirot held Dracopoulos in his arm. Inspector, one more thing. Monsieur Costas is intelligent and desperate. Er hat

bereits zweimal getötet. Ein drittes Mal würde ihm leichter fallen. Sagen Sie Ihren Männern, sie sollen äußerst vorsichtig sein. Verstanden. Dracopulos Gesicht war ernst. Aber Poirot, glauben Sie wirklich, dieser Schatz existiert? Nach dreitausend Jahren. Poirot zuckte die Schultern. Ob er existiert oder nicht, spielt keine Rolle mehr. Was zählt? ist, dass Monsieur Costas daran glaubt. Und dafür hat er getötet.

Er blickte aus dem Fenster auf die schlafende Stadt. Irgendwo da draußen, auf den alten Straßen nach Mykene, fuhr ein Mörder seinem Schicksal entgegen. Morgen, sagte Poirot leise, bei Sonnenaufgang werden wir alle Wahrheit erfahren. Die Toten werden Gerechtigkeit finden und die Geheimnisse der Antike. Nun, die werden offenbart oder für immer begraben. Die Konvoi von Polizeiautos rollte in die Nacht hinaus, ihre Scheinwerfer Lichtspeere in der Dunkelheit. Poirot saß im ersten Wagen, seine Augen geschlossen, aber sein Geist hellwach.

Die grauen Zellen arbeiteten ohne Pause, überprüften jedes Detail, jede Möglichkeit. Denn Hercule Poirot wusste aus langer Erfahrung. Die letzte Szene eines Verbrechens war oft die gefährlichste. Und bei Sonnenaufgang... In the ancient hills of Mycenae the final chapter of this tragic story would be written. The journey through the nightly Greek landscape was unrealistically quiet, so the headlights of the police cars cut through the darkness past olive groves and sleeping villages. Poirot sat still, his fingers drumming lightly on his knee, das einzige Zeichen seiner inneren Anspannung. Gegen vier Uhr morgens erreichten sie die Umgebung von Mykene. Die antike Festung erhob sich gespenstisch gegen den noch dunklen Himmel, ihre

Ruinen stumme Zeugen vergangener Größe. Dracopulos befahl den Konvoi anzuhalten, einen Kilometer vor dem Felsvorsprung, den Professor Dimitriou als» Das Auge« identifiziert hatte. Wir gehen zu Fuß weiter, flüsterte er, lautlos. Wenn Kostas dort ist, dürfen wir ihn nicht warnen. Die Gruppe, zehn Polizisten, Dracopoulos, Poirot, Professor Dimitriou, Nikolas und Papadopoulos, bewegte sich durch das dunkle Gelände. Der Boden war uneben, übersät mit Steinen und verkümmertem Gestrüpp. In der Ferne heulte ein Schakal.

Als sie sich dem Felsvorsprung näherten, sah Poirot im schwachen Licht der anbrechenden Dämmerung eine Gestalt. Ein Mann kniete am Boden eine Laterne neben sich und grub mit bloßen Händen in der Erde. Daneben lag ein Rucksack, aus dem Werkzeuge ragten. Das ist er, flüsterte Nikolas. Dimitrios Kostas war ein Mann Ende 40, mit schütterem Haar und einem hageren Gesicht. Seine Kleidung war schmutzig, seine Hände blutig von der Arbeit. Er schien völlig versunken in seine Tätigkeit, murmelte vor sich hin in einem Rhythmus, der fast wie ein Gebet klang. Umzingeln, befahl Dracopulos lautlos. Die Polizisten verteilten sich im Halbkreis um Kostas.

Poirot und der Professor blieben zurück, während Dracopulos und seine Männer langsam näher kamen. Denn plötzlich hielt Kostas inne. Ohne sich umzudrehen, sagte er mit überraschend ruhiger Stimme, Ich wusste, dass Sie kommen würden. Dracopulos zog seine Waffe. Dimitrios Kostas, Sie sind verhaftet wegen des Mordes an Dr. Helena Warnakis.

Kostas lachte leise. Ein bitterer, resignierter Laut. Nur eines Mordes, Inspektor? Sie enttäuschen mich. Er drehte sich langsam um, die Hände erhoben. Im wachsenden Morgenlicht sah Poirot sein Gesicht, abgezehrt, mit fiebrigen Augen, aber auch einem Ausdruck seltsamer Ruhe. Ich habe Georgius Stavrinus nicht getötet, sagte Kostas. Das war Theodor Karras, aber Helena, ja, Helena habe ich getötet. Und ich würde es wieder tun. Warum, rief Professor Dimitriou, der nicht länger zurückbleiben konnte. Sie war ihre Kollegin, ihre Freundin. Costa's eyes fixed on the professor. Eh, friend, you all have only seen me as a tool, the silent restorer who does the dirty work while you harvest the honor. That is not true, protested Dimitriou. Not true?

Costa's voice became shrill. Thirty years I have worked in museums, Professor. Thirty years. I have restored masterpieces. Schätze gerettet, die sonst verloren gewesen wären. Und was bekam ich? Ein mageres Gehalt und gelegentlich ein Dankeschön in einer Fußnote. Also haben sie gestohlen, sagte Poirot ruhig, während er näher trat, um sich zu nehmen, was sie für verdient hielten. Ich nahm, was mir zustand.

Costa's Augen blitzten. Diese Antiquitäten, sie sind tot, Monsieur Poirot. Alte Steine und altes Gold. Aber für mich bedeuteten sie Leben. Freiheit. Die Möglichkeit, endlich zu sein. Was ich hätte sein sollen. Nicht ein Diener, sondern ein Entdecker. Und deshalb töteten sie Dr. Warnakis. Sie hätte mich verraten. Sie stand in meinem Büro, nachdem dieser Dummkopf Alexandros geflohen war. Sie sah den Staub auf meinen Händen, den Restaurationsstaub. und plötzlich verstand sie. Ich sah es in ihren Augen.» Was genau verstand sie?«, fragte Poirot.» Dass ich die Scherbe an Theophilos verkauft hatte. Die Scherbe, die Alexandros als gestohlen identifizierte. Ich hatte sie vor Wochen mitgenommen.

Eine Kleinigkeit, dachte ich. Aber Helena katalogisierte alles,« so genau. Sie fragte mich, ob ich mehr über den Diebstahl wüsste, ob ich Theodore geholfen hätte. Und sie konnten nicht riskieren, dass sie weiter nachforscht. Ich hatte keine Wahl. Kostas Stimme brach. Der Schatz, er war so nah, dass nach all den Jahren des Studierens der Inschriften des heimlichen kopierens der Übersetzungen des Professors. Ich wusste, wo er war. Ich brauchte nur noch Zeit. Zeit, um zu graben, sagte Poirot und blickte auf das Loch, das Kostas gegraben hatte. Und haben Sie gefunden, was Sie suchten? Ein seltsames Lächeln glitt über Kostas Gesicht.

Kommen Sie. Sehen Sie selbst. Vorsichtig näherte sich Poirot dem Loch. Dracopulos, dicht hinter ihm, die Waffe erhoben. Professor Dimitriou und Nicolas folgten, ihre Neugier stärker als ihre Vorsicht. Das Loch war etwa einen Meter tief. Am Boden lag etwas, das im Licht der Laterne golden schimmerte. Poirot kniete sich nieder und betrachtete es genau. Es war eine Truhe. Klein, nicht größer als ein Koffer, aber zweifellos antik. In die Oberfläche, war mit Linea B-Inschriften bedeckt und mit Darstellungen von Kriegern und Göttern verziert.

Mein Gott, flüsterte Professor Dimitriou, es ist echt, der Schatz existiert wirklich. Helfen Sie mir, sie herauszuholen, sagte Kostas mit fiebrigem Eifer. Bitte, ich muss wissen, was drinnen ist. Dracopulos zögerte, aber Poirot nickte. Lassen Sie uns das Geheimnis lüften. Nach all dem Tod und dem Leid, wir sollten wenigstens wissen, wofür.

Gemeinsam hoben sie die Truhe aus dem Loch. Sie war schwer, das Metall durch die Jahrtausende leicht korrodiert, aber erstaunlich gut erhalten. Professor Dimitriou untersuchte das Schloss mit zitternden Händen. Es ist versiegelt, mit einem königlichen Siegel. Öffnen Sie es, sagte Kostas drängend. Der Professor zog ein kleines Werkzeug aus seiner Tasche, einen feinen Meißel. Nisse vorsichtig, mit der Ehrfurcht eines Mannes, der sein Leben der Geschichte gewidmet hatte, brach er das antike Siegel.

Der Deckel quietschte beim Öffnen. Alle hielten den Atem an. Im Inneren, gebettet auf verrottetem Samt, lagen Papyri, Rollen aus altem Papyrus, sorgfältig zusammengelegt, und erstaunlich gut erhalten. Dokumente, fragte Dracopoulos verwirrt. Kein Gold, keine Juwelen. Professor Dimitriou nahm vorsichtig eine der Rollen und entfaltete sie teilweise. Seine Augen wurden groß vor Staunen. Das ist, seine Stimme versagte, das ist unbezahlbar.

Was steht dort, drängte Nikolas. Es ist ein Text über die Religion der Mykena, über ihre Götter, ihre Rituale. Linea B, aber in einem Detailgrad, den wir nie gesehen haben. Und hier, er nahm eine andere Rolle. Das ist Mathematik. Geometrie. Und hier, Medizin. Eine Bibliothek, flüsterte Poirot. Der Schatz war kein Gold. Es war Wissen. Kostas starrte auf die Papyri, sein Gesicht eine Maske des Entsetzens. Nein, nein, das kann nicht sein. Es sollte Gold geben, Reichtum. Die Inschriften sprachen von einem Schatz.

Und das ist ein Schatz, sagte Professor Dimitriou sanft. Der größte Schatz von allen. Diese Dokumente werden unser Verständnis der antiken Welt revolutionieren. Sie sind unbezahlbar. Unbezahlbar, aber nicht verkäuflich, sagte Poirot leise. Nicht auf dem Schwarzmarkt, nicht an skrupellose Sammler. Diese Texte gehören der Menschheit. Kostas sank zu Boden, sein Gesicht in den Händen. Dreißig Jahre, schluchzte er. Zwei Morde, und wofür? Für alte Papiere. Für zwei Morde werden sie hängen, sagte Dracopulos hart. Ei, und die Papiere werden in ein Museum kommen, wo sie hingehören. Aber Poirot kniete sich neben Kostas.

Sie haben einen Fehler gemacht, Mon Ami, einen einzigen, entscheidenden Fehler. Kostas blickte auf, Tränen auf seinen Wangen. Welchen? Sie dachten, der Wert einer Sache liege in ihrem Preis. Aber der wahre Wert, Poirot deutete auf die Papyrie, liegt in ihrer Bedeutung. Diese Texte sind wertvoller als alles Gold, weil sie uns etwas über uns selbst lehren, über unsere Vergangenheit. Unsere Menschlichkeit.

Schöne Worte, sagte Kostas bitter, aber sie werden mich nicht vor dem Galgen retten. Nein, stimmte Poirot zu, das werden sie nicht. Die Sonne brach über den Horizont und plötzlich verstand Poirot die Bedeutung des Auges der Göttin. In ein Strahl goldenen Lichts fiel durch eine natürliche Öffnung im Felsen und beleuchtete exakt die Stelle, wo die Truhe begraben gewesen war.

Es war ein astronomisches Marker. Die alten Mykener hatten die Position so gewählt, dass nur bei Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende das Licht den Schatz offenbaren würde. Magnificence, murmelte Professor Dimitriou. Sie verwendeten die Sonne selbst als Schlüssel. Während Dracopulos Männer Kostas in Handschellen abführten, trat Nikolas zu seinem Vater. Was wird mit den Papyri geschehen? fragte er. Sie werden katalogisiert, übersetzt, studiert, sagte der Professor, seine Augen leuchtend, trotz der Müdigkeit. Und dann der Welt präsentiert. Costas hatte recht in einem Punkt.

Dies ist eine Entdeckung, die mich berühmt machen wird. Aber es ist keine Ehre, es die ich allein tragen möchte. Er wandte sich an Poirot. Monsieur Poirot, ohne Sie wäre dieser Schatz für immer verloren gegangen. gestohlen von einem Wahnsinnigen oder zerstört im Kampf. Sie haben nicht nur einen Mörder gefasst, sie haben der Geschichte einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Poirot verbeugte sich leicht. Die Geschichte, Professor, schreibt sich selbst. Ich habe nur geholfen, ein besonders dunkles Kapitel zu einem Abschluss zu bringen.

Papadopoulos trat hinzu, sein Gesicht nachdenklich. Eine Frage, Monsieur Poirot. Wann wussten Sie, dass es Costas war,» Wusste?« Poirot lächelte.» Ich wusste es erst ganz am Ende. Aber die kleinen grauen Zellen«, er tippte sich an die Stirn,» sie flüsterten mir Hinweise zu. Der Restaurationsstaub an beiden Tatorten, Costa's Zugang zum Museum, seine Expertise in Linea B, die es ihm ermöglichte, die Inschriften zu verstehen, und vor allem seine Isolation. Ein Mann ohne Familie, ohne Freunde«, der sein Leben der Arbeit widmete und sich betrogen fühlte. Ein tragischer Fall, sagte Professor Dimitriou.

Alle Morde sind tragisch, antwortete Poirot. Aber dieser besonders, weil er aus Gier nach etwas entstand, das sich als wertlos für den Gierigen erwies. Costas wollte Gold und fand Wissen. Für einen Mann wie ihn. Das war die grausamste Ironie. Sie begannen den Abstieg zurück zu den wartenden Autos. Die Sonne stand nun voll am Himmel, vergoldete die antiken Ruinen von Mykene. Irgendwo, schrie ein Adler. Poirot blickte ein letztes Mal zurück auf den Felsen, auf das Loch im Boden, auf die Truhe mit ihrem unschätzbaren Inhalt. Eine Geschichte, die vor 3000 Jahren begann, denn er hatte endlich ihr Ende gefunden.

Aber für Hercule Poirot war dies nur ein weiterer Fall in einem langen Leben der Gerechtigkeit. Sein Werk hier war getan. Nun war es Zeit, nach Athen zurückzukehren und die letzten, lose Enden zusammenzubinden. Kapitel 7 Die Wahrheit hinter der Maske Drei Tage später saß Hercule Poirot im eleganten Salon der Villa Dimitriou am Rande Athens. Die Nachmittagssonne fiel durch hohe Fenster und beleuchtete die versammelten Personen wie Schauspieler auf einer Bühne.

Es war, wie Poirot es liebte, die finale Zusammenkunft, wo alle Fäden zusammenliefen, alle Fragen beantwortet wurden. Anwesend waren Professor Andreas Dimitriou und seine Frau Eleni, Nikolas Stavros Papadopoulos, Inspektor Dracopoulos, und, unter Polizeibewachung, Sofia Mavros und Alexandros, beide in Handschellen, sind aber für diese Zusammenkunft vom Gefängnis hierher gebracht. Poirot stood in front of the fireplace, his hands behind his back, his moustache perfectly wrinkled. He insisted that everyone should come to hear the complete truth. My ladies and gentlemen, he began with his melodious voice, we have come together here to hear the complete truth. um die vollständige Wahrheit zu hören.

Meine Damen und Herren, begann er mit seiner melodiösen Stimme. Wir sind hier zusammengekommen, um die Ereignisse der letzten Woche zu verstehen. Drei Menschen sind tot. Georgios, Stavrinos, Dr. Helena Warnakis und Theodor Karas. Wir haben die Täter, aber die wahre Geschichte, sie ist komplexer, als es scheint. Er begann langsam auf- und abzugehen. Beginnen wir am Anfang. Professor Dimitriou macht eine außergewöhnliche Entdeckung. Die Maske des Prometheus und andere Artefakte, die zusammen eine Karte zu einem antiken Schatz bilden. Und aber vom Moment dieser Entdeckung an war das Schicksal dieser Geschichte besiegelt. Warum? Weil zu viele Menschen davon wussten. Und jeder hatte seinen eigenen Grund zu begehren. Er deutete auf Sophia.

Madame Mavros. Sie und ihr Mann Theodor standen vor dem finanziellen Ruin. Als sie von der Maske hörten, sahen sie eine Rettung. Theodor plante den Diebstahl, verwendete den Schlüssel, den Alexandros von Dr. Warnakis gestohlen hatte. Ich habe den Mord nicht geplant, flüsterte Sophia. Theodor schwor mir, niemand würde verletzt werden.

Aber Georgios war dort, fuhr Poirot fort. der treue Nachtwächter, der seit zwanzig Jahren das Museum bewachte. Er überraschte Theodor, erkannte ihn vielleicht, denn Theodor war kein Fremder, er war Familie. Ach, in Panik griff Theodor zur Goldkette und erdrosselte den alten Mann. Professor Dimitriou schloss schmerzerfüllt die Augen. Theodor kehrte zurück zu ihnen, Madame, mit der Maske. Aber er war ein gebrochener Mann. Der Mord hatte ihn verändert. Dennoch Sie beide beschlossen, den Plan fortzusetzen.

Durch Theophilos würden sie die Maske verkaufen und Griechenland verlassen. Wir hatten keine andere Wahl, sagte Sophia leise. Wir waren ruiniert. Es gibt immer eine Wahl, erwiderte Poirot streng. Aber sie wählten den Weg des Verbrechens, und das führte zu ihrem Untergang. Er wandte sich an Alexandros. Und sie, junger Mann, Sie spielten ihr eigenes Spiel. Sie sahen in den Artefakten nicht nur Geld, sondern Ruhm. Den Schatz zu finden, das würde sie berühmt machen, ihnen die Anerkennung geben, ist die sie immer wollten. Alexandros senkte den Kopf. Ich wollte meinem Onkel beweisen, dass ich mehr war als ein Versager. Also stahlen sie die Bronze-Tafel aus dem Tresor, nahmen den Ring von der toten Dr. Warnakis. Sie dachten, wenn sie alle vier Stücke hätten...

könnten sie den Schatz finden. Aber ich habe Helena nicht getötet, rief Alexandros. Das schwöre ich. Nein, bestätigte Poirot. Das taten sie nicht. Das war Dimitrios Kostas. Er wandte sich nun an die gesamte Gruppe. Kostas, der stille Restaurator, der brillante Experte, den alle übersahen. Er war der wahre Strippenzieher hinter allem.

Wie meinen sie das? fragte Eleni Dimitriou verwirrt. Costas knew the inscriptions better than anyone else, except perhaps the professor himself. He had been working with Professor Dimitriou on the translation for months. He knew about the map, about the treasure, and he knew something that no one else knew. Poirot made a dramatic pause. He knew that the professor was just about to publish everything. In three months the official presentation of the mask was to take place. Then the inscriptions would be public and everyone could look for the treasure.

Kostas only had a short time window. But how did he orchestrate Theodor's theft, asked Dracopoulos. Very clever, answered Poirot. Kostas had been selling stolen little things to Theophilus for months. He had connections to the black market. When Theodor desperately looked for money, war es leicht für Kostas, ein zufälliges Gespräch zu arrangieren. Vielleicht in einem Café, vielleicht bei einem Museumsbesuch.

Er erwähnte beiläufig, dass er jemanden kenne, der gestohlene Antiquitäten kaufen würde, diskret natürlich. Theodor war verzweifelt genug, um zuzuhören, sagte Sophia bitter. Exakt. Kostas musste nicht einmal direkt zum Diebstahl anstiften, er musste nur die Samen pflanzen. Theodor eliminated the rest. And when the murder happened, Kostas was even satisfied. Satisfied, said Professor Dimitriou, embarrassed. Yes, because now he had a sense of sin. Everyone would suspect Theodor. Meanwhile, Kostas could steal the remaining artifacts in peace. But Alexandros came to him first, said Nicholas. Partly, confirmed Poirot. Alexandros took the bronze board. Aber als er zum Museum zurückkehrte für den Ring,

fand er Dr. Varnakis dort. Sie konfrontierte ihn, und er floh, lebte sie noch. Wenig später kam Kostas, ebenfalls auf der Suche nach dem Ring. Und fand Helena, wie flüsterte der Professor. Sie war verwirrt, verärgert wegen Alexandros Verhalten. Als Kostas eintraf, erzählte sie ihm möglicherweise, was geschehen war. Vielleicht fragte sie ihn sogar um Rat. Aber dann, und hier wird es interessant, bemerkte sie etwas. Was? fragte Dracopoulos gespannt. Den Restaurationsstaub auf Kostas Händen. Denken Sie daran, Dr. Warnakis war eine akribische Wissenschaftlerin.

Sie katalogisierte alles. Sie wusste, dass vor sechs Wochen eine Scherbe verschwunden war, dieselbe, die Alexandros später bei Theophilos identifizierte. Und plötzlich machte sie die Verbindung weg. Poirot imitated Dr. Warnacki's thought process. Dimitrios, you work with this dust. You have access to everything. Do you... Do you have anything to do with the theft? She asked the wrong question at the wrong time. She said Eleni sadly. And Kostas had no choice, from his twisted perspective. He killed her with the gold chain, the same method as Theodor, to direct the blame further on the Karas family, or Mavros.

Dann nahm er den Ring, fügte Papadopoulos hinzu. Précisément. Aber er brauchte die physischen Objekte nicht wirklich. Sein Gedächtnis war brillant. Er hatte alle Inschriften bereits kopiert, fotografiert, studiert. Er wusste genau, wo er graben musste. Warum tötete er dann Theodor? fragte Sophia, ihre Stimme gebrochen. Poirot wandte sich ihr zu, sein Blick nicht ohne Mitgefühl. Das, Madame, war Alexandros. Als ihr Neffe Theodor auf dem Philopappos-Hügel konfrontierte und um die Maske und die Kette bat, weigerte sich Theodor. Es kam zum Kampf, und Alexandros tötete ihn, nicht vorsätzlich, er aber dennoch tödlich.

Und Kostas war bereits entkommen mit seiner Beute aus seinem Gedächtnis, sagte Dracopulos. Oui, er fuhr nach Mykene, während wir alle noch die Puzzleteile zusammensetzten. Fast hätte er Erfolg gehabt. Aber er fand keinen Goldschatz, sagte Nicolas. Nur Papyri. Die Ironie des Schicksals, nickte Poirot. Der Mann, der nur nach materiellem Reichtum strebte, fand den größten intellektuellen Schatz der mykänischen Kultur.

Für ihn war es eine Tragödie. Für die Menschheit ein Triumph. Professor Dimitriou erhob sich. seine Gestalt gebeugt von der Last der letzten Tage. Monsieur Poirot, eine Frage bleibt. Hätte ich etwas anders machen können, hätte ich diese Tragödie verhindern können. Poirot betrachtete den alten Mann mit Sympathie. Professor, Sie sind ein Wissenschaftler, kein Hellseher. Sie konnten nicht wissen, dass Ihre Entdeckung so viel Gier entfachen würde. Die Schuld liegt bei denen, die sich entschieden zu stehlen und zu töten. Nicht bei ihnen.

Aber Georgios, Helena, sie sind tot wegen meiner Entdeckung. Nein, sagte Poirot fest. Sie sind tot wegen der Entscheidungen anderer. Theodor entschied sich zu stehlen. Kostas entschied sich zu töten. Sie, Professor, entschieden sich nur, die Wahrheit zu suchen. Das ist niemals eine Sünde. Sophia begann zu weinen, leise, herzzerreißend. Alexandros starrte auf seine gefesselten Hände, sein Gesicht eine Maske der Verzweiflung.» Was wird mit ihnen geschehen?«, fragte Eleni leise. Dracopulos antwortete,» Alexandros wird wegen Totschlags an Theodore Karas angeklagt, sowie wegen Diebstahls.

Er könnte zehn bis fünfzehn Jahre bekommen. Nessophia als Komplizin bei Theodors Diebstahl. Vielleicht fünf Jahre. Kostas.« Er machte eine Pause. Kostas wird wegen zweifachen Mordes angeklagt. In Griechenland bedeutet das den Tod durch Erschießen. Und die Artefakte, fragte Nikolas, werden dem Museum zurückgegeben, sagte Professor Dimitriou. Die Maske, die Kette, der Ring, die Bronzetafel, alle werden zusammen mit den Papyri ausgestellt.

Als Warnung vielleicht, dass Gier nur zu Zerstörung führt. Poirot nickte zustimmend. Und der Name von Georgios Stavrinos und Dr. Helena Warnakis sollten prominent auf der Ausstellung erscheinen. Sie gaben ihr Leben für diese Entdeckung, ungewollt, aber dennoch. Das verspreche ich, sagte der Professor mit fester Stimme. Die Polizisten erhoben sich, um Sophia und Alexandros zurück ins Gefängnis zu bringen. Eis Alexandros blieb einen Moment vor seinem Onkel stehen. Es tut mir leid, flüsterte er. Für alles. Professor Dimitriou legte eine Hand auf die Schulter seines Neffen. Ich weiß. Aber Reue kann die Toten nicht zurückbringen. Du musst nun mit den Konsequenzen leben und vielleicht eines Tages Vergebung finden. Als sie

gegangen waren, herrschte Schweigen im Raum. Schließlich erhob sich Poirot. Ich glaube, meine Arbeit hier ist getan. Die Gerechtigkeit hat ihren Lauf genommen. Die Wahrheit ist ans Licht gekommen. Bleiben Sie noch etwas, bat Eleni. Nur noch einen Tag. Lassen Sie uns Ihnen unsere Gastfreundschaft zeigen, als Dank. Poirot lächelte.

Ein Tag noch, Madame. Dann muss ich zurück nach London. Die kleinen grauen Zellen, sie brauchen auch Ruhe. Später, als Poirot auf der Terrasse stand und auf die Akropolis blickte, angesellte sich Nicolas zu ihm. Monsieur Poirot, sagte der junge Mann zögernd, glauben Sie an Schicksal, dass all dies vorbestimmt war.

Poirot thought for a moment. I believe in decisions, Nicolas. Every person in this story made decisions. Some good, some bad. Fate may have put the mask on the ground 3,000 years ago, but there were people who decided what happened next. And which decision should I make now? You, young man, must know for yourself. But I would say, Ehren Sie die Toten, indem Sie leben. Werden Sie der Archäologe, der Ihr Vater immer wollte, dass Sie sein sollten. Aber tun Sie es aus Liebe zur Wahrheit, nicht aus Gier nach Ruhm.

Nicolas nickte langsam. Ich werde versuchen. Mehr kann niemand tun, sagte Poirot. Und sie standen in der untergehenden Sonne. Zwei Männer in unterschiedlichen Lebensphasen, beide nachdenkend über die Geheimnisse der Vergangenheit, und die Möglichkeiten der Zukunft. Die Maske des Prometheus hatte ihr letztes Geheimnis offenbart. Und Hercule Poirot hatte einmal mehr bewiesen, dass keine Lüge, kein Verbrechen seinem scharfen Verstand entkommen konnte.

Doch eine Frage blieb noch zu beantworten. Eine letzte Wahrheit musste noch enthüllt werden, und die würde am nächsten Tag in einem ganz anderen Rahmen ans Licht kommen. Kapitel 8 Gerechtigkeit unter griechischem Himmel. Der letzte Morgen von Hercule Poirot's Aufenthalt in Athen brach mit außergewöhnlicher Klarheit an. Der Himmel war von jenem tiefen, reinen Blau, das nur das mediterrane Licht hervorbringen kann. Poirot stand früh auf und kleidete sich mit seiner üblichen Sorgfalt und betrachtete sein Spiegelbild mit zufriedener Genugtuung.

Der Schnurrbart saß perfekt, Ein Telegramm wartete auf ihn beim Frühstück. Es kam von Inspektor Dracopoulos und enthielt nur eine Zeile. Kostas möchte Sie sprechen. Dringend. Gefängnis. Neun Uhr. Poirot faltete das Telegramm sorgfältig zusammen. Eine letzte Unterredung mit dem Mörder, ja, das war angemessen. Jeder Fall verdiente einen würdigen Abschluss. Das Athener Gefängnis war ein düsteres Gebäude aus grauem Stein und umgeben von hohen Mauern. Dracopoulos erwartete Poirot am Eingang. Er hat die ganze Nacht nicht geschlafen, berichtete der Inspektor. Er sagt, er muss ihnen etwas gestehen, etwas, das er niemandem sonst sagen kann. Interessant, murmelte Poirot. Führen Sie mich zu ihm.

Sie gingen durch lange, hallende Korridore. Schließlich erreichten sie einen kleinen Verhörraum. Dimitrios Kostas sat on a chair, his hands tied, guarded by two policemen. He looked as if he had aged in these few days and years. His face was fallen in, his eyes empty. Monsieur Poirot, he said in a hoarse voice. They have come. They wished to speak to me. Poirot sat down in front of him. I hear.

Kostas looked at the guards. Können wir, können wir allein sein? Dracopoulos zögerte, aber Poirot nickte. Es ist in Ordnung, Inspektor. Ich bin sicher, Monsieur Costas wird keine Dummheiten machen. Als die Tür sich schloss, herrschte Stille. Costas starrte auf seine gefesselten Hände. Sie haben mich durchschaut, begann er leise. Von Anfang an, nicht wahr? Der Restaurationsstaub, die Inschriften, alles. Nicht von Anfang an, entgestand Poirot. Die kleinen grauen Zellen brauchten Zeit, um alle Fakten zu ordnen. Aber ja, schließlich wurde es klar.

Ich habe sie unterschätzt. Ich dachte, ich könnte alle täuschen. Das ist der Fehler aller Verbrecher, sagte Poirot. Sie überschätzen ihre eigene Cleverness und unterschätzen die Wahrheit. Die Wahrheit, sie hat die lästige Angewohnheit, immer ans Licht zu kommen. Costas laughed bitterly. The truth. Do you want to hear the whole truth, Monsieur Poirot? The truth that I will not tell anyone else? If you wish. Costas breathed deeply. I lied when I said Theodore killed Georgios. Poirot's eyes narrowed. Explain.

Theodore planned the theft, yes, but that night he lost his courage. He came to the museum and öffnete die Vitrine mit dem kopierten Schlüssel, er nahm die Maske in die Hand und konnte nicht weitermachen. Er war kein Verbrecher, verstehen Sie? Nur ein verzweifelter Mann. Und dann? Und dann kam ich. Kostas Stimme wurde zu einem Flüstern. Ich war dort, die ganze Zeit. Ich beobachtete Theodor, bereit einzugreifen, falls er scheiterte.

Als ich sah, dass er zögerte, trat ich aus dem Schatten. Ich sagte ihm, er solle die Maske nehmen und gehen. Aber Georgios erschien. Ja, der alte Narr machte seine Runde zu früh. Er sah uns beide. Er erkannte Theodor. Er kannte mich. Er rief, was tun Sie hier? Ich rufe die Polizei. Und Theodor... Theodora sagte, nein, Georgios, bitte, lass mich erklären. Kostas Stimme brach. Aber es gab keine Zeit für Erklärungen. Wenn Georgios die Polizei rief... wäre alles vorbei gewesen, meine Chance auf den Schatz verloren. Also griff ich zur Goldkette.

Es ging so schnell. Georgios versuchte zu schreien, aber die Kette schnitt ihm die Luft ab. Theodor stand nur da, schockiert, gelähmt. Und ich? Ich wirkte, bis Georgios aufhörte zu kämpfen. Theodor sah alles. Ja, er war entsetzt. Er wollte fliehen, die Polizei rufen, alles gestehen. Aber ich sagte ihm, wenn du mich verrätst, verrate ich dich. Wir sind beide Mörder in den Augen des Gesetzes. Du hast den Diebstahl geplant. Du warst hier. Du bist mitschuldig. Ich erpresste ihn emotional. Also schwieg Theodor. Er schwieg, nahm die Maske und ging. Aber er war ein gebrochener Mann. Ich sah es in seinen Augen.

Er würde nicht lange schweigen können. Sein Gewissen würde ihn zerstören. Poirot nodded slowly. That's why he had to die. No. Costas shook his head heavily. Ah, Theodor died through Alexandros' hand. I swear that. But... He hesitated. But I planned it that way. I sent Alexandros an anonymous message. I told him Theodor had the bronze board and the ring. I knew the two would argue. I hoped... I hoped it would escalate. Und es tat es. Ja. Als ich hörte, dass Theodor tot war, empfand ich Erleichterung. Ein Problem weniger.

Poirot betrachtete den Mann vor sich, mit einer Mischung aus Abscheu und Mitleid. Und Helena Warnackis? Das habe ich ihnen bereits gesagt. Sie musste sterben. Sie hatte zu viel gesehen, zu viel verstanden. Zwei Morde durch ihre Hand, einer durch ihre Manipulation. Poirot's voice was cold. Why do you admit that to me now? Costas looked up and Poirot saw something surprising in it. Hope. Because I want you to know the truth. The complete truth. Costas hob seinen Blick und Poirot sah darin etwas Überraschendes. Hoffnung. Weil ich möchte, ist, dass Sie die Wahrheit kennen. Die vollständige Wahrheit. Theodor Karras war kein Mörder. Er war nur ein schwacher Mann, der einen schrecklichen Fehler machte. Seine Witwe, Sophia, sie leidet unter

der Schande, mit einem Mörder verheiratet gewesen zu sein. Aber das ist eine Lüge. Sie möchten, dass ich dies bekannt mache. Ja. Kostas Augen füllten sich mit Tränen. Ich weiß, dass ich sterben werde. Das akzeptiere ich. Aber... aber muss Sofias Name auch zerstört werden? Sie tat nichts außer ihren Mann zu lieben.

Poirot schwieg lange. Die Komplexität menschlicher Motivation faszinierte ihn immer wieder. Selbst ein kaltblütiger Mörder wie Kostas hatte einen Funken Anstand in sich. Was ist mit Alexandros? asked Poirot finally. He was accused of murder because of Theodore. Alexandros killed Theodore, yes. But it was a murder, not murder. Passion, not foresight.

That should be taken into account. They want mercy for others, although they don't deserve it themselves. I don't deserve mercy, said Kostas simply. But you, you are only victims of circumstances. Opfer meiner Manipulation. Poirot erhob sich. Ich werde darüber nachdenken, was Sie mir gesagt haben. Aber verstehen Sie eins, Monsieur Costas.

Ihre Geständnisse ändern nichts an Ihrer Schuld. Sie haben zwei Menschen getötet und einen dritten Tod herbeigeführt. Dafür werden Sie bezahlen. Ich weiß. Costas senkte den Kopf. Eine letzte Frage, Monsieur Poirot. Die Papyrie, der Schatz... Was wird damit geschehen? Professor Dimitriou wird sie übersetzen und der Welt präsentieren. Sie werden in einem Museum ausgestellt, wo sie hingehören. Ein schwaches Lächeln glitt über Kostas Gesicht. Na, dann hat meine Arbeit, die Entdeckung des Schatzes, wenigstens seinen Sinn. Vielleicht wird man sich an mich erinnern für das, nicht nur für die Morde. Die Geschichte, sagte Poirot. wird sie erinnern als das, was sie waren.

Ein brillanter Mann, der vom Dämon der Gier zerstört wurde, eine Warnung für alle, die Wissen mit Besitz verwechseln. Er klopfte an die Tür. Die Wachen kamen zurück. Leben Sie wohl, Monsieur Costas. Möge Gott Ihrer Seele gnädig sein, denn die menschliche Gerechtigkeit wird es nicht sein. Zwei Stunden später saß Poirot mit Inspektor Dracopoulos in einem Café mit Blick auf die Akropolis. Der Inspektor hatte gerade Poirot's Bericht über Costa's Geständnis gehört. Also war Theodor kein Mörder, sagte Dracopoulos nachdenklich.

Das wird die Anklage gegen Sophia erheblich mildern. Wie es sein sollte, antwortete Poirot. Gerechtigkeit bedeutet nicht nur die Schuldigen zu bestrafen, sondern auch, die weniger Schuldigen nicht übermäßig zu bestrafen. Und Alexandros? Totschlag, nicht Mord. Mit mildernden Umständen. Er wurde von Kostas manipuliert. Fünf bis acht Jahre, würde ich schätzen.

Dracopoulos nickte. Ich werde das dem Staatsanwalt mitteilen. Und Kostas? Wird für seine Verbrechen den höchsten Preis zahlen. Poirot nahm einen Schluck seines Kaffees. Wann ist die Hinrichtung? In drei Wochen. Er hat auf Berufung verzichtet. Er weiß, dass es keine Hoffnung gibt. Poirot starrte auf die antiken Ruinen in der Ferne.

Wissen Sie, Inspektor, was mich an diesem Fall am meisten beunruhigt? Was? Dass der wahre Schatz, die Papyri mit ihrem unschätzbaren Wissen, für Kostas wertlos war. Er konnte ihre Bedeutung nicht sehen, i. weil er nur nach Gold suchte. Das ist die wahre Tragödie. Ein Mann, der alles haben könnte, wollte nur das Falsche. Précisément.

Sie saßen eine Weile in angenehmem Schweigen. Dann sagte Dracopoulos, Professor Dimitriou möchte Sie heute Abend zum Abendessen einladen. Ein Abschiedsessen, bevor Sie morgen abreisen. Das wäre mir eine Ehre. Das Abendessen in der Villa Dimitriou war eine gedämpfte, aber herzliche Angelegenheit. Eleni had prepared a traditional Greek feast, moussaka, dolmades, fresh fish and baklava for the aftertaste. Professor Dimitriou, Eleni, Nikolas and Stavros Papadopoulos were present. On Monsieur Poirot, Professor Dimitriou raised his glass, who not only captured a murderer, but also showed history an invaluable service. And on the dead.

added Poirot. Georgios Stavrinos and Dr. Helena Varnakis, may her memory be a blessing. They drank silently. What will happen to the artifacts? asked Nicholas for a while. A special exhibition, answered his father. In six months, the mask of Prometheus and the lost treasure of Mycene. The papyri will be the heart piece. Ich habe bereits mit Kollegen in Oxford, Berlin und Paris gesprochen. Es wird ein internationales Projekt. Ihr Name wird weltberühmt werden, Vater. Nicht nur mein Name. Professor Dimitriou blickte ernst. Helena und Georgios werden als Co-Entdecker aufgeführt.

Ohne sie, ohne ihr Opfer, wäre nichts davon möglich gewesen. Eine passende Ehrung, sagte Poirot. Und Sie, Monsieur Poirot? fragte Eleni. Werden Sie in Ihren Memoiren über diesen Fall schreiben? Poirot lächelte. Vielleicht. Eines Tages. Aber erst muss die Wunde heilen. Die Lebenden müssen Zeit haben, mit dem Verlust fertig zu werden. Sie sind ein weiser Mann, sagte sie sanft. Nach dem Essen führte Professor Dimitriou Poirot in sein Arbeitszimmer, eröffnete einen Safe und nahm einen kleinen Samtbeutel heraus. Ich möchte Ihnen etwas schenken.

sagte er. Als Dank. Er schüttete den Inhalt des Beutels in Poirot's Hand. Es war eine kleine Münze, antik, gold, mit dem Profil eines bärtigen Königs. Mykänisch, erklärte der Professor. Aus dem 13. Jahrhundert vor Christus. Sie wurde in derselben Ausgrabung gefunden wie die Maske. Sie ist wertvoll, aber nicht so wertvoll, dass sie in einem Museum verschlossen werden müsste.

Ich möchte, dass Sie sie haben. Als Erinnerung. Poirot betrachtete die Münze mit echtem Staunen. Professor, ich kann nicht... Doch, Sie können. Sie müssen. Ohne Sie wären diese Schätze verloren gegangen. Bitte. Poirot schloss seine Finger um die Münze. Dann nehme ich sie an. Mit Dankbarkeit. Es gibt noch etwas. Der Professor wurde ernst. Sophia Mavros had asked her to visit her, in prison, tomorrow morning before they leave. Madame Mavros. Why?

She didn't say that, but I think she wants to reconcile with the past. Poirot nodded slowly. Then I'll go. The next morning, before the sun had completely risen, Poirot visited the Athens prison for the last time. Sophia Mavros awaited him in a room of visitors. She looked old, but there was a calmness in her face that had not been there before. Monsieur Poirot, she said. Thank you for coming. Madame, you wished to speak to me. Yes, he heard from Costa's confession that Theodore, that Theodore was not a murderer. That is correct. Tränen rannen über ihr Gesicht.

Wissen Sie, was das für mich bedeutet? Ich lebte mit der Scham, den Schmerz zu glauben, mein Mann hätte einen guten Mann getötet. Und jetzt? Jetzt weiß ich, dass er ein schwacher Mann war. Ja, aber kein Mörder. Das ist, das macht einen Unterschied. Ich verstehe. Ich werde trotzdem ins Gefängnis gehen. Fünf Jahre, sagt mein Anwalt, für Beihilfe zum Diebstahl.

Aber ich kann diese Jahre ertragen, wissend, dass Theodors Seele nicht mit Mord belastet ist. Sie liebten ihn sehr, trotz all seiner Fehler. Ja, ist das töricht? Nein, sagte Poirot sanft. Liebe ist niemals töricht, manchmal unklug, manchmal schmerzhaft. Na, aber niemals töricht. Werden Sie, ihre Stimme zitterte, werden Sie für mich beten, Monsieur Poirot, für Theodor? dass er Frieden findet. Poirot, der normalerweise keine religiösen Gefühle offen zeigte, war bewegt. Ich werde, Madame, das verspreche ich. Danke, sie erhob sich. Leben Sie wohl, Monsieur Poirot, und möge Gott Sie schützen für die Gerechtigkeit, die Sie in diese Welt bringen. Zwei Stunden später stand Hercule Poirot auf dem Deck des Dampfers, der ihn zurück

nach Italien und von dort nach London bringen würde. Athen verblasste langsam am Horizont, die Akropolis ein weißer Punkt auf dem Hügel. In seiner Tasche lag die mykenische Goldmünze. In seinem Geist lagen die Erinnerungen an diesen Fall, das Gute und das Böse, das Schöne und das Tragische. Drei Menschen waren tot, zwei würden jahrelang im Gefängnis sitzen, der eine würde hingerichtet werden. Aber die Wahrheit war ans Licht gekommen und die Gerechtigkeit hatte ihren Lauf genommen. War es das wert?

murmelte Poirot zu sich selbst. Und wie immer, wenn er diese Frage stellte, kam die gleiche Antwort. Die Gerechtigkeit war es immer wert. Denn ohne Gerechtigkeit gab es nur Chaos. Und Hercule Poirot hasste Chaos. Er strich über seinen Schnurrbart, ordnete seine Gedanken und wandte sich der Zukunft zu. Irgendwo da draußen wartete der nächste Fall, das nächste Rätsel, die nächste Herausforderung für die kleinen grauen Zellen. aber im Moment unter dem weiten griechischen Himmel erlaubte er sich einen Moment der Zufriedenheit, ein Fall gelöst, die Toten geehrt, die Wahrheit triumphierend. Bon, sagte Hercule Poirot zu sich selbst, ist das ist gut.

Und während das Schiff über das blaue Mittelmeer glitt, schloss der kleine belgische Detektiv die Augen und erlaubte sich, nur für einen Moment zu ruhen. Die Maske des Prometheus würde ihren Platz in einem Museum finden. Die Papyri würden die Geschichte umschreiben. Und die Geschichte von Gier, Mord und Gerechtigkeit würde als Warnung dienen für all jene, die glaubten, dass sie das Gesetz überlisten könnten. Denn am Ende, wie Hercule Poirot immer sagte, die kleinen grauen Zellen triumphieren immer, immer.

0:00 / 0:00