
Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 2
Hercule Poirot in Winchester: Das Kathedralenrätsel | Deutsche Krimi-Hörspiele
Freitag, 11. September 2026 · 2 h 13
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Shownotes
Hercule Poirot untersucht in Winchester ein rätselhaftes Verbrechen im Schatten der berühmten Kathedrale. Zwischen verschlossenen Türen, verborgenen Motiven und falschen Spuren beginnt ein packender Fall voller Geheimnisse. Dieses Krimi-Hörspiel verbindet klassische Detektivarbeit mit atmosphärischer Spannung und überraschenden Wendungen. Jetzt anhören und mitermitteln! #HerculePoirot #KrimiHörspiel #Detektivgeschichte #Hörspiel #Winchester
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Kapitel 1 Die Einladung nach Winchester Der neblige Oktobermorgen des Jahres 1936 legte sich wie ein grauer Schleier über London, als Hercule Poirot in seinem gemütlichen Apartment in der Whitehaven Mansions beim Frühstück saß. Der belgische Detektiv, dessen Schnurrbart wie immer tadellos gewachst war, studierte gerade die Morgenzeitung, als sein treuer Freund Captain Arthur Hastings durch die Tür stürmte. Poirot! Poirot!
Sie werden es nicht glauben! rief Hastings aufgeregt und wedelte mit einem cremefarbenen Umschlag. Poirot legte die Zeitung beiseite und betrachtete seinen Freund mit jenem Ausdruck milder Belustigung, den er stets zeigte, wenn Hastings in einen seiner enthusiastischen Anfälle verfiel. Mon ami, setzen Sie sich doch! Sie werden sich noch verausgaben bei solcher Aufregung. Was ist denn geschehen? Hastings ließ sich auf den Sessel fallen und reichte Poirot den Umschlag.
Eine Einladung von Lord Edmund Ashworth, höchstpersönlich. Er lädt uns nach Winchester ein, zur Einweihung der restaurierten Krypta der Kathedrale. Poirot öffnete den Umschlag mit seinen ordentlichen kleinen Fingern und las die elegante Handschrift. Sehr geehrter Monsieur Poirot, Es wäre mir eine große Ehre, wenn Sie der Einweihungsfeier der kürzlich restaurierten mittelalterlichen Krypta der Winchester Kathedrale am 15. Oktober beiwohnen würden.
Als Schirmherr dieses bedeutenden Projekts möchte ich besonders ausgewählte Gäste zu diesem historischen Ereignis einladen. Die Restaurierung hat faszinierende Entdeckungen zutage gebracht, die Sie gewiss interessieren werden. Hochachtungsvoll! Lord Edmund Ashworth. Aber das ist doch wunderbar. Hastings, sagte Poirot und nickte zufrieden.
Winchester Kathedrale, eine der großartigsten gotischen Kathedralen Englands. Und diese Krypta, tres interessant. Sie kennen die Geschichte? fragte Hastings neugierig. Aber natürlich. Die Krypta stammt aus dem 11. Jahrhundert, erbaut unter den Normannen. Sie war jahrhundertelang verschlossen, nicht wahr? und nun hat man sie wieder geöffnet. Poirot's Augen blitzten. Was mag man wohl dort gefunden haben? Hastings lehnte sich vor. Lord Ashworth ist ein angesehener Historiker und Sammler religiöser Antiquitäten. Ich habe gehört, er hat ein Vermögen in diese Restaurierung investiert. Und wer noch wird anwesend sein? Lassen Sie mich sehen. Hastings zog ein zweites Blatt aus dem Umschlag. Professor Malcolm Hendricks ein
mittelalterlicher Historiker aus Oxford, Dr. als Vivienne Sterling, eine Expertin für religiöse Artefakte, Reverend Thomas Blackwood, der Dekan der Kathedrale, und, er stockte, Lady Charlotte Ashworth, die Ehefrau des Lords, sowie deren Nichte Miss Eleanor Fairfax. Poirot strich nachdenklich über seinen Schnurrbart.
Eine illustre Gesellschaft, Und wann findet diese Zeremonie statt? Übermorgen. Wir müssten heute Nachmittag aufbrechen, um rechtzeitig anzukommen. Dann, mon ami, sollten wir keine Zeit verlieren. Ich spüre. Poirot schloss kurz die Augen. Etwas Besonderes liegt in der Luft. Vielleicht ist es nur die Vorfreude auf ein historisches Ereignis. Oder vielleicht...
Er öffnete die Augen wieder. Vielleicht rufen die kleinen grauen Zellen mir zu, dass mehr dahinter steckt. Hastings laughed. Poirot, you see secrets everywhere, but this time it's really just a peaceful inauguration. May it be so, Hastings. May it be so. The next day Poirot and Hastings reached Winchester by train. The old town, once the capital of the Anglo-Saxon kingdom of Wessex, erhob sich vor ihnen mit ihrer majestätischen Kathedrale, deren Turm stolz in den Himmel ragte. Ein Chauffeur in Livret erwartete sie am Bahnhof. Monsieur Poirot, Captain Hastings, Lord Ashworth hat mich geschickt, um sie abzuholen. Willkommen in Winchester.
Während der Fahrt durch die engen, gepflasterten Straßen beobachtete Poirot aufmerksam die Umgebung. Die Kathedrale wurde immer imposanter, Ihre normannischen und gotischen Elemente verschmolzen zu einem architektonischen Wunderwerk. Ashworth Manor liegt gleich neben den Kathedralengärten, erklärte der Chauffeur. Lord Ashworth wohnt dort seit zwanzig Jahren. Das Herrenhaus war ein elegantes georgianisches Gebäude, umgeben von gepflegten Gärten. Als der Wagen vorfuhr, trat ein großer, distinguierter Mann von etwa fünfzig Jahren aus der Eingangstür, Monsieur Poirot, Welch eine Freude! Lord Edmund Ashworth kam mit ausgestreckter Hand auf sie zu. Seine Stimme war tief und kultiviert, seine Augen von einem durchdringenden Grau. Und
Captain Hastings, willkommen in meinem bescheidenen Heim. Bescheiden? Hastings blickte zum prächtigen Anwesen auf. Ich würde sagen, beeindruckend, Lord Ashworth. Sie sind zu freundlich. Kommen Sie herein, kommen Sie. Die anderen Gäste sind bereits eingetroffen. Im Salon wartete die illustre Gesellschaft.
Professor Hendricks, ein hagerer Mann mit wildem weißem Haar und einer Brille, die ständig von seiner Nase zu rutschen drohte. Dr. Vivienne Sterling, eine attraktive Frau um die 40 mit scharfem Blick und eleganter Erscheinung. Reverend Blackwood, rundlich und freundlich aussehend, mit einem Gesicht, das Güte ausstrahlte. Und dann waren da Lady Charlotte, eine blasse, zerbrechlich wirkende Frau von vielleicht 45 Jahren, und ihre Nichte Eleanor, eine lebhafte junge Frau mit dunklen Locken und wachen, braunen Augen. Monsieur Poirot, rief Professor Hendricks aus, der berühmte Detektiv, ich habe von ihren Fällen gelesen, faszinierend.
Poirot verneigte sich leicht. Professor, Sie schmeicheln mir. Dr. Sterling musterte Poirot mit unverhohlenem Interesse. Lord Ashworth hat uns nicht gesagt, dass Sie kommen würden. Erwarten Sie etwa ein Verbrechen? Ein unbehagliches Schweigen senkte sich über den Raum. Lord Ashworth lachte nervös. Aber nein, Dr. Sterling, Monsieur Poirot ist hier als Gast, nicht als Detektiv. Morgen werden wir die Krypta einweihen. und ich dachte, ein Mann von seiner Intelligenz würde unsere Entdeckung zu schätzen wissen. Und was genau haben Sie entdeckt? fragte Poirot ruhig. Lord Ashworth tauschte einen Blick mit dem Reverend aus. Das, Monsieur Poirot, werden Sie morgen sehen. Ich möchte die Überraschung nicht verderben. Eleanor Fairfax trat vor. Onkel Edmund ist sehr
geheimnisvoll gewesen. Selbst uns hat er nichts verraten. Aber es muss etwas Außergewöhnliches sein, denn er hat Monate damit verbracht, alles vorzubereiten. Lady Charlotte sprach zum ersten Mal, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Edmund, vielleicht solltest du es ihnen sagen. Nach allem, was geschehen ist, Charlotte, Lord Ashworth's Stimme war scharf. Dann milderte er den Ton. Meine Frau ist etwas nervös wegen der Zeremonie. aber es gibt keinen Grund zur Sorge. Poirot beobachtete die Szene mit großem Interesse.
Seine kleinen grauen Zellen arbeiteten bereits. Hier war definitiv etwas nicht in Ordnung. Als sie sich zum Abendessen zurückzogen, flüsterte Hastings Poirot zu, haben sie das bemerkt, die Spannung in der Luft? Mais oui, mon ami, sehr interessant, sehr interessant indeed. Was Poirot nicht wusste, war, dass vor Sonnenuntergang des nächsten Tages ein Mord geschehen würde, der all seine Fähigkeiten fördern würde.
Der Morgen des 15. Oktober brach kalt und grau über Winchester herein. Ein dichter Nebel kroch durch die Gassen der alten Stadt und hüllte die Kathedrale in ein gespenstisches Gewand. Poirot erwachte früh, wie es seine Gewohnheit war, und verbrachte die Zeit damit, seinen Schnurrbart sorgfältig zu wachsen und und über die Ereignisse des vergangenen Abends nachzudenken. Das Abendessen war eine eigenartige Angelegenheit gewesen. Die Konversation war gezwungen, unterbrochen von langen Pausen und versteckten Blicken zwischen den Gästen. Professor Hendricks hatte übermäßig viel Wein getrunken und begonnen, wirre Geschichten über mittelalterliche Flüche zu erzählen. Dr. Stirling hatte ihn mit kaum verholenem Verachtung zum Schweigen gebracht. Eleanor Fairfax seemed to be
the only one who was in a good mood, although Poirot had noticed how her eyes were always on Lord Ashworth, with an expression that he could not quite interpret. At ten o'clock the society gathered in the entrance hall. Lord Ashworth was in a good mood. wanderten, mit einem Ausdruck, an den er nicht ganz deuten konnte. Um zehn Uhr versammelte sich die Gesellschaft in der Eingangshalle. Lord Ashworth erschien in einem dunklen Anzug, eine goldene Taschenuhr an seiner Weste.
Meine Damen und Herren, begann er feierlich, der Moment ist gekommen, wir werden nun zur Kathedrale gehen, wo Reverend Blackwood eine kurze Segnung durchführen wird, bevor wir die Krypta betreten. Wird die Presse anwesend sein? fragte Dr. Sterling. Nein, ich habe beschlossen, dies zu einem privaten Ereignis zu machen. Die Öffentlichkeit wird später informiert. Lord Ashworth wandte sich an seine Frau. Charlotte, meine Liebe, du musst nicht mitkommen, wenn du nicht möchtest.
Lady Charlotte schüttelte den Kopf. Nein, Edmund, ich muss dabei sein, ich muss es sehen. Etwas in ihrer Stimme ließ Poirot aufhorchen. Und es war nicht nur Nervosität. Es war Angst. Die Gruppe machte sich auf den kurzen Weg zur Kathedrale. Der Nebel war so dicht, dass die gewaltigen Mauern erst sichtbar wurden, als sie fast davor standen. Die Winchester-Kathedrale erhob sich wie ein steinernes Gebirge. Ihre Bögen und Strebepfeiler ragten in den grauen Himmel. Reverend Blackwood erwartete sie am Westeingang. Willkommen, willkommen!
Ein historischer Tag, wahrhaftig. Folgen Sie mir bitte. Sie durchquerten das prächtige Mittelschiff, vorbei an den massiven normannischen Säulen und den bunten Glasfenstern. Ihre Schritte halten auf dem Steinboden wieder. Poirot bemerkte, wie Professor Hendricks zitterte. Ob vor Kälte oder Aufregung, war schwer zu sagen. Die Krypta liegt unter dem Chor, erklärte der Reverend. Sie wurde im Jahr 1079 erbaut und war die Grabstätte mehrerer Bischöfe. Im 17. Jahrhundert wurde sie aus unbekannten Gründen versiegelt. Erst letztes Jahr, dank der Großzügigkeit von Lord Ashworth, konnten wir sie wieder öffnen. Sie erreichten eine massive Eichentür an der Nordseite des Chors. Davor stand ein eisernes Gitter, das mit einem modernen Vorhängeschloss gesichert war.
Lord Ashworth pulled a key out of his pocket. Only two keys exist, he said, and opened the lock. One is with me, the other at Reverend Blackwood. No one else had access to the crypt since its reopening. Except the workers who carried out the restoration, said Dr. Sterling Kuehl. The works were closed three months ago. Since then the crypt has been closed. Lord Ashworth opened the heavy door.
A breath of cold, muffled air waved at them. Be careful of the steps. They are steep and uneven. Reverend Blackwood lit several candles and spread them. We have not installed electrical light yet. The atmosphere is more authentic with candlelight. They don't find it. They climbed into the darkness. Die Steintreppe wandte sich spiralförmig nach unten, die Wände waren feucht und mit Moos bewachsen. Poirot zählte die Stufen, 31 insgesamt.
Die Krypta selbst war ein niedriger, gewölbter Raum, getragen von gedrungenen Säulen. An den Wänden standen steinerne Sarkophage, ihre Deckel mit lateinischen Inschriften versehen. Aber was Poirot's Aufmerksamkeit sofort fesselte, war der Altar in der Mitte des Raums. Ja, er war aus weißem Marmor, perfekt erhalten trotz der Jahrhunderte. Darauf stand ein goldener Kelch, der im Kerzenlicht funkelte. Mein Gott, flüsterte Professor Hendricks, ist das, ist das, was ich denke?
Lord Ashworth lächelte triumphierend. Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen, der Kelch von Winchester. Wir glauben, dass er aus dem 12. Jahrhundert stammt und möglicherweise von König Heinrich II. selbst gestiftet wurde. Er wurde hinter einer falschen Wand in dieser Krypta gefunden, zusammen mit– er machte eine dramatische Pause– die diesem Dokument.
Er entfaltete ein vergilbtes Pergament, das in einem gläsernen Rahmen lag. Es ist ein Brief, geschrieben von einem Mönch namens Bruder Ehlred im Jahr 1172. Er beschreibt, wie der Kelch hier versteckt wurde, um ihn vor König Heinrichs Zorn zu schützen, nachdem Thomas Beckett ermordet wurde. Dr. Stirling trat näher, ihre Augen glänzten. Darf ich? Bitte, aber berühren Sie nichts. Das Pergament ist äußerst fragil. Während Dr. Stirling und Professor Hendricks das Dokument studierten, bemerkte Poirot, dass Eleanor Fairfax blass geworden war.
Sie starrte auf den Kelch mit einem Ausdruck, der fast wie Entsetzen aussah. Ist Ihnen nicht wohl, Mademoiselle? fragte er leise. Sie zuckte zusammen. Was? Oh nein, ich... Es ist nur die Luft hier unten. So stickig. Vielleicht sollten Sie nach oben gehen. Nein, ich meine... Nein, es geht schon. Reverend Blackwood begann mit der Segnung. Seine Stimme hallte von den Gewölben wieder, während er lateinische Gebete sprach. Lady Charlotte stand abseits, ihre Hände gefaltet, die Lippen zu einer dünnen Linie gepresst.
Als die Zeremonie endete, er schlug Lord Ashworth vor.» Lassen Sie uns nach oben gehen. Ich habe einen kleinen Empfang im Kapitelsaal vorbereitet. Wir können dort weiter diskutieren.« Sie stiegen die Treppe hinauf. Poirot war der Letzte, zusammen mit Hastings. Als sie die obere Tür erreichten, drehte er sich noch einmal um und blickte hinunter in die dunkle Krypta.» Was ist, Poirot?«, fragte Hastings.» Ich weiß es nicht, Mon Ami, aber irgendetwas stimmt hier nicht. Irgendetwas.« Im Kapitelsaal war ein Buffet aufgebaut.
Champagner wurde serviert. Die Stimmung hob sich merklich, nun da sie die düstere Krypta verlassen hatten. Professor Hendricks hob sein Glas. Auf Lord Ashworth und auf die großartigste archäologische Entdeckung des Jahrzehnts. Sie übertreiben, Professor, sagte Lord Ashworth, aber er strahlte vor Stolz. Dr.
Sterling mischte sich ein. Und ich muss zugeben, Lord Ashworth, ich war skeptisch, als Sie mir von Ihrer Entdeckung erzählten. Aber das Dokument scheint authentisch zu sein. Natürlich müssen weitere Tests durchgeführt werden. Natürlich. Ich habe bereits mit dem British Museum Kontakt aufgenommen. Nächste Woche werden Experten kommen, um alles zu untersuchen. Und der Kelch? fragte Hastings. Er muss unbezahlbar sein.
Unbezahlbar indeed, bestätigte Lord Ashworth. Aber er gehört der Kathedrale, nicht mir. Ich werde ihn dem Reverend übergeben, sobald alle Untersuchungen abgeschlossen sind. Die Konversation ging weiter. Aber Poirot bemerkte, dass Eleanor Fairfax sich aus dem Raum geschlichen hatte. Nach einem Moment folgte ihm Lady Charlotte. Entschuldigen Sie mich, murmelte Poirot zu Hastings und verließ ebenfalls den Saal. Er erfand die beiden Frauen im Kreuzgang, tief im Gespräch. Als sie ihn sahen, verstummten sie abrupt. Verzeihen Sie die Störung, Madame, sagte Poirot höflich. Ich wollte nur frische Luft schnappen. Lady Charlotte nodded stiffly and hurried away. Eleanor hesitated. Monsieur Poirot, she said quietly. May I ask you something? Certainly. You
are a man who... who finds the truth, isn't he? No matter how painful it may be. The truth, mademoiselle, is always better than the lie. What oppresses you? Sie öffnete den Mund, um zu antworten, als ein schrecklicher Schrei durch die Kathedrale hallte. Sie rannten zurück zum Kapitelsaal. Reverend Blackwood stand in der Tür, sein Gesicht kreideweiß. Lord Ashworth, keuchte er. Er... Er wollte noch einmal zur Krypta. Ich habe ihn gehen lassen. Und jetzt... Oh Gott! Ah, oh Gott!
Poirot packte ihn an den Schultern. Was ist geschehen? Er ist tot. Lord Ashworth ist tot. Die Gruppe stürmte zur Krypta. Die Tür stand offen. Licht flackerte von unten. Sie eilten die Stufen hinab. Lord Edmund Ashworth lag vor dem Altar, sein Körper zusammengekrümmt. Der goldene Kelch war umgefallen. Sein Inhalt, eine dunkelrote Flüssigkeit, hatte sich über den weißen Marmor ergossen. Dr.
Stirling kniete neben ihm nieder, fühlte nach seinem Puls. Sie schüttelte den Kopf. Er ist tot. Aber das ist unmöglich. Wir haben ihn vor weniger als zehn Minuten gesehen. Poirot trat näher. Seine Augen erfassten jedes Detail. Die verzerrten Gesichtszüge des Toten, die verkrampften Hände, der süßliche Geruch, der in der Luft hing. Gift, sagte er ruhig. Lord Ashworth wurde vergiftet.
Professor Hendricks taumelte rückwärts. Und dann aber wie? Wann? Wir said he calmly. Lord Ashworth was poisoned. Professor Hendricks thundered backwards. And then how? When? We were all together. Poirot looked at the fallen kelch. He must have drunk from this kelch, but... He wrinkled his forehead. When we were here earlier, the kelch was empty. Hastings understood. They mean... Jemand hat nach der Zeremonie Gift in den Kelch gefüllt, in der Hoffnung, dass Lord Ashworth daraus trinken würde? C'est possible. Aber wer?
Und warum? Poirot blickte in die Runde der entsetzten Gesichter. Meine Damen und Herren, niemand verlässt die Kathedrale. Ein Mörder ist unter uns. Kapitel 2 Die verdächtigen Personen Die Polizei traf innerhalb einer halben Stunde ein. Inspektor Jeffrey Dalton, ein großer Mann mit militärischem Auftreten und einem dichten roten Schnurrbart, übernahm sofort das Kommando. Niemand verlässt die Kathedrale, befahl er seinen Constables. Ah, jeder wird einzeln befragt. Dann wandte er sich an Poirot. Monsieur Poirot, nicht wahr? Ihr Ruf eilt Ihnen voraus. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie bei dieser Untersuchung helfen würden. Poirot verneigte sich leicht. Es wäre mir eine Ehre, Inspektor. Die Gruppe wurde in verschiedene Räume der
Kathedrale gebracht, um zu verhindern, dass sie miteinander sprachen. Dr. Sterling hatte eine vorläufige Untersuchung durchgeführt und ihre Befunde Inspektor Dalton mitgeteilt. Cyanide, würde ich sagen, erklärte sie mit professioneller Kühle, obwohl ihre Hände leicht zitterten. Die Symptome sind eindeutig. Die blaue Verfärbung der Lippen, der Mandelgeruch, wenn auch schwach, und die schnelle Wirkung. Tod trat wahrscheinlich innerhalb von zwei bis drei Minuten ein. Und die Flüssigkeit im Kelch? fragte Poirot.
Wein vermischt mit dem Gift. Und ich habe eine Probe genommen. Das Labor wird es bestätigen. Inspektor Dorton notierte alles sorgfältig. Die Frage ist, wer hatte Gelegenheit, das Gift in den Kelch zu tun? Poirot strich über seinen Schnurrbart. Das ist in der Tat die Frage, Inspektor. Erinnern Sie sich, als wir die Krypta das erste Mal betraten, war der Kelch leer.
Lord Ashworth selbst hat gesagt, dass nur er und Reverend Blackwood Schlüssel zur Krypta besitzen. Dann muss einer von Ihnen es getan haben, schloss Hastings voreilig. Non, non, mon ami. So einfach ist es nicht. Denken Sie nach. Als wir zur Zeremonie in die Krypta gingen, waren wir alle zusammen. Niemand hätte unbemerkt Gift in den Kelch tun können, und danach gingen wir gemeinsam zum Empfang. Aber irgendjemand muss nach der Zeremonie zur Krypta zurückgekehrt sein, sagte Inspektor Dalton. Die Frage ist, wer? Poirot schloss kurz die Augen. Seine kleinen grauen Zellen arbeiteten auf Hochtouren. Inspektor, wir müssen jeden einzelnen Moment rekonstruieren. Was geschah, nachdem wir die Krypta verließen? Sie
setzten sich zusammen und erstellten einen genauen Zeitplan. 10.15 Uhr. Die Gruppe betritt die Krypta. 10.35 Uhr. Reverend Blackwood beendet die Segnung. 10.40 Uhr. Alle verlassen die Krypta und gehen zum Kapitelsaal. 10.45 Uhr. Der Empfang beginnt 11.05 Uhr. Eleanor Fairfax verlässt den Saal 11.07 Uhr. Lady Charlotte folgt ihr. 11.10 Uhr. Poirot...
Verlässt den Saal und findet die beiden Frauen im Kreuzgang. 11.15 Uhr. Reverend Blackwood findet Lord Ashworth tot in der Krypta. Also, sagt Inspektor Dalton, zwischen 10.40 Uhr und 11.15 Uhr muss jemand zur Krypta zurückgekehrt sein, den Wein vergiftet haben, und Lord Ashworth muss dann daraus getrunken haben. Mais oui, aber wer fehlte während dieser Zeit? Hastings zählte an den Fingern ab.
Eleanor Fairfax, Lady Charlotte, Sie selbst, Poirot, und Lord Ashworth selbst, fügte Poirot hinzu. Vergessen Sie nicht, er verließ den Kapitelsaal, um zur Krypta zu gehen. Dann befragen wir alle systematisch, entschied Inspektor Dalton. Beginnen wir mit Reverend Blackwood. Der Reverend saß in der Sakristei, seine Hände um eine Tasse Tee geklammert, die ihm jemand gebracht hatte. Er sah gealtert aus, als hätte das letzte Jahr in der vergangenen Stunde auf seine Schultern gelegt. Reverend, begann Inspektor Dalton sanft, erzählen Sie uns alles, was Sie wissen. Blackwood schluckte. Lord Ashworth kam etwa um elf Uhr zehn zu mir. Wir waren alle im Kapitelsaal.
Er sagte, er wolle noch einmal zur Krypta gehen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung sei. Er bat mich um meinen Schlüssel. Und Sie gaben ihm Ihren Schlüssel? Ja. Ich dachte mir nichts dabei. Es war seine Entdeckung, sein Projekt. Er hatte das Recht? Der Reverend brach ab. Tränen liefen über sein Gesicht.
Hätte ich nur gewusst. Was geschah dann? fragte Poirot freundlich. Ich wartete. Nach etwa fünf Minuten wurde ich unruhig. Lord Ashworth war nicht zurückgekommen. Ich ging zur Krypta und... Er schauderte. Ich fand ihn dort. Tot. Haben Sie jemanden in der Nähe der Krypta gesehen? Irgendjemanden? Der Reverend dachte nach. Nein, niemanden.
Aber als ich durch den Kreuzgang ging, hörte ich Schritte, schnelle Schritte, als würde jemand rennen. Aber ich konnte nicht sehen, wer es war. Der Nebel war zu dicht. Poirot tauschte einen Blick mit Inspektor Dalton aus. Reverend, eine letzte Frage. Hatten Sie und Lord Ashworth eine gute Beziehung? Ein Schatten flog über Blackwood's Gesicht. Wir hatten unsere Meinungsverschiedenheiten. Edmund war ein Mann von großer Leidenschaft, aber auch von großem Stolz.
Er wollte, dass der Kelch hier in Winchester bleibt. Ich stimmte zu. Aber das British Museum hatte Interesse bekundet und es gab Druck. Von wem? Von Dr. Sterling. Sie arbeitet mit dem Museum zusammen. Sie wollte den Kelch nach London bringen, zu weiteren Untersuchungen. Edmund weigerte sich kategorisch. Das war interessant.
Poirot notierte es mental. Als nächstes wurde Dr. Vivienne Stirling befragt. Sie saß kerzengerade auf ihrem Stuhl, jeder Zoll die professionelle Akademikerin, aber Poirot bemerkte, wie ihre Finger nervös mit ihrer Perlenkette spielten. Dr. Stirling, begann Poirot. Sie hatten ein Interesse daran, den Kelch nach London zu bringen? Ihre Augen blitzten. Das ist kein Geheimnis.
Der Kelch ist ein nationales Kulturgut. Er gehört ins British Museum, wo er richtig studiert und bewahrt werden kann, nicht in dieser zugigen alten Kathedrale. Und Lord Ashworth war anderer Meinung. Lord Ashworth war ein Narr. Die Worte brachen aus ihr heraus, bevor sie sich beherrschen konnte. Sie atmete tief durch. Entschuldigung, das war unangemessen, aber ja, wir stritten darüber. Heftig. Wann hatten Sie diesen Streit? Gestern Abend, nach dem Abendessen. Edmund und ich gingen in die Bibliothek, um die Details der morgigen Zeremonie zu besprechen. Es endete in einem Schreikampf. Inspektor Dalton beugte sich vor. Tja, was genau wurde gesagt? Dr.
Sterling pressed his lips together. I told him he was self-sufficient and short-sighted. He said... She hesitated. He said I was a greedy academician who only thinks about her own career. What is absurd. I think of science, of history. Where were you between 10.45 and 11.15 this morning? asked Poirot.
In the chapter hall. With everyone else. Die ganze Zeit. Sie zögerte. Nun. Ich ging kurz hinaus, um frische Luft zu schnappen. Um etwa elf Uhr, aber nur für ein paar Minuten. Wohin gingen Sie? Zum Kreuzgang. Ich rauchte eine Zigarette. Sie zog ein goldenes Zigaretten-Etui aus ihrer Tasche, als Beweis.
Haben Sie jemanden gesehen? Nein. Ich war allein. Poirot betrachtete sie nachdenklich. Dr. Sterling, Eine hypothetische Frage. Wie würde jemand an Cyanide kommen? Sie lachte bitter. Leichter als Sie denken, Monsieur Poirot. Cyanide wird in vielen industriellen Prozessen verwendet. Fotografie, Metallverarbeitung, sogar in einigen Laboratorien für die Konservierung von Proben. Jemand mit den richtigen Kontakten könnte es beschaffen. Und haben Sie die richtigen Kontakte? Ihre Augen wurden schmal. Sind Sie dabei, mich des Mordes zu beschuldigen? Ich stelle nur Fragen, Madame.
Dann lautet meine Antwort. Ja, ich könnte theoretisch Zugang zu Cyanide haben, aber das gilt für jeden Wissenschaftler oder Akademiker in diesem Land. Das beweist gar nichts. Professor Malcolm Hendricks war als nächstes an der Reihe. Er wirkte nervöser als die anderen, sein wildes weißes Haar noch wilder, seine Hände zitterten. Professor, sagte Inspektor Dalton, wie gut kannten Sie Lord Ashworth? Sehr gut.
Wir waren Kollegen seit 20 Jahren. Wir arbeiteten zusammen an mehreren Projekten zur mittelalterlichen Geschichte. Und hatten Sie Streitigkeiten? Hendricks schluckte. Jeder hatte Streitigkeiten mit Edmund. Er war schwierig. Brillant, aber schwierig. Können Sie spezifisch sein? Der Professor rieb sich die Stirn.
Vor etwa einem Jahr entdeckte ich ein Manuskript in den Archiven der Bodleian Library. Es verwies auf den Kelch von Winchester. Ich erzählte Edmund davon. Gemeinsam forschten wir weiter und fanden Hinweise darauf, wo der Kelch versteckt sein könnte. Ich half ihm, die Genehmigungen für die Restaurierung der Krypta zu bekommen. Also war es auch ihre Entdeckung. Genau, aber Edmund... Edmund wollte den ganzen Ruhm für sich. Als der Kelch gefunden wurde, schrieb er allein die Pressemitteilung. Mein Name wurde nicht einmal erwähnt.
Die Bitterkeit in seiner Stimme war unüberhörbar. Poirot lehnte sich zurück. Das muss sie sehr verletzt haben. Verletzt? Ich war wütend. Jahrelange Arbeit. Und er nahm alles für sich in Anspruch. Dann schien Hendricks zu realisieren, was er gesagt hatte. Aber ich, ich hätte ihn niemals getötet. Niemals. Wo waren sie zwischen 10.45 Uhr und 11.15 Uhr? Im Kapitelsaal. Ich trank Champagner. Zu viel Champagner, fürchte ich. Er lachte nervös. Ich erinnere mich kaum an Details. Haben Sie den Saal verlassen? Nein, ich meine, ich ging einmal zur Toilette, aber das war alles. Wann? Ich, ich weiß es nicht genau. Vielleicht gegen elf Uhr? Die Zeit verschwimmt. Inspektor Dalton seufzte frustriert. Es schien, nur als
hätte jeder ein Motiv und jeder hatte den Saal verlassen. Dann kamen die beiden Frauen. Lady Charlotte wurde zuerst befragt. Sie war gefasster, als Poirot erwartet hatte, aber ihre Augen waren rot vom Weinen. Lady Ashworth, begann Poirot sanft, mein tiefstes Beileid. Sie nickte stumm. Ich muss sie fragen, wie war ihre Beziehung zu ihrem Ehemann? Kompliziert, antwortete sie nach langem Schweigen. Edmund war... Er war besessen von seiner Arbeit.
Die Kathedrale, der Kelch, seine Sammlungen, das war sein wahres Leben. Ich war nur Dekoration. Liebten sie ihn. Ich habe ihn geliebt, einmal, vor langer Zeit. Tränen liefen über ihr Gesicht. Aber in den letzten Jahren, wir waren Fremde, die im selben Haus lebten. Gab es etwas Spezielles, das sie entzweite? Lady Charlotte blickte weg.
Es gab Eine andere Frau. Oder zumindest vermutete ich es. Edmund verbrachte so viel Zeit außer Haus. Geheime treffen. Flüstern am Telefon. Aber ich hatte nie Beweise. Und trotzdem blieben sie bei ihm? Wohin hätte ich gehen sollen? Ich habe kein eigenes Einkommen. Alles gehört. Gehörte Edmund. Sie blickte Poirot direkt an. Ich nehme an, jetzt erbe ich alles. Das macht mich zu Hauptverdächtigen, nicht wahr? Wo waren sie zwischen 10.45 Uhr und 11.15 Uhr? Ich folgte Eleanor in den Kreuzgang.
Sie schien verstört. Ich wollte mit ihr sprechen. Worüber sprachen sie? Das, sagte Lady Charlotte fest, ist privat. Eleanor Fairfax war die letzte. Sie war blass, aber gefasst. Als sie sich setzte, begegnete ihr Blick dem von Poirot, und er sah dort etwas, das ihn überraschte. Entschlossenheit. Miss Fairfax, sagte Inspektor Dalton. Sie sind die Nichte von Lady Ashworth? Ja, meine Mutter war ihre jüngere Schwester. Sie starb vor fünf Jahren. Tante Charlotte nahm mich auf. Und wie war ihre Beziehung zu Lord Ashworth?
Eleanor zögerte. Er war freundlich zu mir. Er finanzierte meine Ausbildung. Ich studiere Kunstgeschichte in London.» Nur freundlich«, sie errötete.» Was meinen Sie?« Poirot mischte sich ein.» Mademoiselle, als wir im Kreuzgang sprachen, wollten Sie mir etwas sagen, etwas Wichtiges. Was war es?« Eleanor kämpfte sichtlich mit sich selbst. Schließlich sagte sie,» Ich, ich kann nicht. Bitte fragen Sie mich nicht.«» Ein Mann ist tot«, sagte Inspektor Dalton streng.» Sie müssen uns alles sagen, was relevant sein könnte.« Tränen stiegen in Eleanor's Augen. Sie verstehen nicht. Wenn ich es sage, wird es alles zerstören. Alles.
Poirot stand auf und trat näher zu ihr. Mademoiselle, die Wahrheit muss ans Licht kommen. Immer. Sie sagten selbst, ich sei ein Mann, der die Wahrheit findet. Helfen Sie mir dabei. Eleanor schloss die Augen. Dann, mit leiser Stimme, sagte sie, Lord Ashworth war nicht der Mann, für den ihn alle hielten.
Er hatte Geheimnisse, dunkle Geheimnisse. Was für Geheimnisse? Das, das kann ich nicht sagen. Nicht hier, nicht jetzt. Sie öffnete die Augen und blickte Poirot verzweifelt an. Aber ich schwöre Ihnen, ich habe ihn nicht getötet. Trotz allem, was er getan hat, ich hätte ihn nie getötet. Inspektor Dalton stand frustriert auf.
Das reicht nicht, Miss Fairfax. Entweder Sie sagen uns alles, oder... Inspektor, unterbrach Poirot. Vielleicht sollten wir Mademoiselle etwas Zeit geben. Die Wahrheit wird sich zeigen. Später, als sie allein waren, sagte Hastings zu Poirot, Jeder von ihnen hatte ein Motiv. Dr. Sterling wollte den Kelch. Professor Hendricks wurde betrogen. Lady Charlotte war eine vernachlässigte Ehefrau. und Eleanor, was auch immer ihr Geheimnis ist. Poirot nickte langsam. Oui, mon ami, Motive gibt es reichlich, aber ein Motiv allein macht keinen Mord. Wir brauchen die Gelegenheit, die Methode, und vor allem, er tippte sich an die Stirn, das Verständnis. Warum gerade jetzt? Warum auf diese Weise? Was meinen Sie? Der Mörder nahm ein
großes Risiko. Die Krypta war während der Zeremonie verschlossen. Danach musste jemand zurückkehren, den Wein vergiften und hoffen, dass Lord Ashworth daraus trinken würde. Das ist kein sicherer Plan. Es ist fast verzweifelt. Vielleicht war es ein Impuls. Non, miszianit beschafft man nicht impulsiv. Das war geplant, aber hastig ausgeführt.
Poirot stand auf. Kommen Sie, Hastings. Wir müssen die Krypta noch einmal untersuchen. Die kleinen grauen Zellen sagen mir, dass wir etwas übersehen haben. Die Krypta war nun von der Polizei abgesperrt, aber Inspektor Dalton hatte Poirot Zugang gewährt. Sie stiegen erneut die steinernen Stufen hinab, diesmal mit elektrischen Taschenlampen bewaffnet, die Inspektor Dalton zur Verfügung gestellt hatte. Der Leichnam Lord Ashworth's war bereits entfernt worden, aber die dunklen Flecken auf dem Marmorboden markierten noch die Stelle seines Todes. Poirot moved slowly through the room. His eyes caught every detail. He examined the altar, the fallen chalice, which was now also considered a proof, and the sarcophagus on the walls.» What
are you looking for, Poirot?« asked Hastings.» I don't know yet, Monami. But something here, something is wrong.« He kneeled down in front of the altar and looked at the floor. Sehen Sie hier, Hastings? Diese Kratzer im Stein. Frisch. Hastings beugte sich hinunter. Als hätte jemand etwas über den Boden geschleift. Précisément.
Aber was? Und warum? Poirot stand auf und ging zu den Sarkophagen. Er las die lateinischen Inschriften laut vor. Bischof Walkelin, gestorben 1098. Bischof William Giffard, gestorben 1129. Bischof Henri de Blois, gestorben 1117. Erhielt inne. Henri de Blois. Bruder von König Stephen. Ein mächtiger Mann. Was hat das mit dem Mord zu tun?
Vielleicht nichts. Vielleicht alles. Poirot ging zu dem gläsernen Rahmen, der das mittelalterliche Pergament enthielt. Das Dokument von Bruder Elred. Erinnern Sie sich? Na, was Lord Ashworth sagte? It describes how the kelch was hidden to protect it from King Heinrich. Zorn zu schützen. Er nahm den Rahmen vorsichtig ab und studierte das Pergament genau. Seine Augen verengten sich. Hastings, sehen Sie sich das an. Hastings trat näher. Ich kann kein Latein lesen, Poirot. Das müssen Sie auch nicht. Sehen Sie hier, am Rand. Diese Tinte ist dunkler als der Rest. Und die Schrift, sie ist leicht unterschiedlich. Meinen Sie, das Dokument ist eine Fälschung? Non, nicht ganz. Ich denke, es wurde ergänzt.
Jemand hat etwas hinzugefügt, vielleicht erst kürzlich. Poirot legte den Rahmen vorsichtig zurück. Wir müssen einen Experten konsultieren. Jemanden, der mittelalterliche Manuskripte lesen kann. Professor Hendricks? Er wäre die logische Wahl. Aber ich frage mich... Poirot verstummte, denn seine Gedanken rasten.
In diesem Moment hörten sie Schritte auf der Treppe. Inspektor Dalton erschien, sein Gesicht ernst. Monsieur Poirot, Sie sollten das hören. Wir haben etwas in Lord Ashworth's Arbeitszimmer gefunden. Das Arbeitszimmer in Ashworth Manor war ein prächtiger Raum... filled with ancient books and religious artifacts. On the walls there were paintings of medieval saints, and on the massive oak desk lay neatly sorted documents. Inspector Dalton led them to a want-safe, which was open. Lord Ashworth had a considerable collection of valuable objects. Most of them are still here, but... He pulled out a leathery notebook. Dies hier ist interessant. Poirot nahm das Notizbuch und blätterte darin. Es enthielt Notizen in
Lord Ashworth's ordentlicher Handschrift. Daten, Namen, Geldbeträge. Es ist eine Art Buchhaltung, sagte Inspektor Dalton, aber keine offizielle. Schauen Sie sich die Einträge an. Poirot las laut vor. 15. März 1935. H. 500 Pfund. 8. Juni 1935. H. 750 Pfund. 22. September 1935. H. 1000 Pfund. Das H. wiederholt sich. Und die Beträge werden größer. Erpressung, schlug Hastings vor. Das war auch mein Gedanke, bestätigte Inspektor Dalton.
Aber wer ist A? Hendricks. Sein Vorname ist Malcolm. Poirot blätterte weiter. Hier, am Ende. Ein Eintrag vom 14. Oktober. Gestern. 5000 Pfund. Letzte Zahlung. Keine mehr. Und dann... Er hielt inne. Seine Augen weiteten sich leicht. Eine Notiz. Morgen wird alles enden. Der Kelch wird meine Erlösung sein. Die drei Männer sahen sich an. Erlösung wovon? fragte Hastings. Das ist die Frage, murmelte Poirot. Und er ging zum Schreibtisch und untersuchte die anderen Dokumente. Briefe, Rechnungen, Korrespondenz mit dem British Museum, mit der Kathedrale. Und dann fand er etwas Unerwartetes. Ein Telegramm, datiert vom 10. Oktober, von einem Anwalt in London. Investigation abgeschlossen.
Stopp ihre Vermutungen bestätigt. Stoppbeweise werden per Post gesendet. Stopp. Was für Vermutungen? fragte Inspektor Dalton. Und wo sind die Beweise? Poirot suchte weiter und fand schließlich einen großen braunen Umschlag, noch versiegelt mit dem Poststempel vom 13. Oktober. Er öffnete ihn sorgfältig. Darin befanden sich Fotografien und ein detaillierter Bericht eines Privatdetektivs. Poirot's Augen flogen über die Seiten und sein Gesicht wurde zunehmend ernster. Mon dieu! flüsterte er. Was ist es?
drängelte Hastings. Poirot reichte ihm die Fotografien. Sie zeigten einen Mann und eine Frau, tief in Konversation versunken, in einem Restaurant in London. Der Mann war Lord Ashworth. Die Frau. Das ist Dr. Sterling, rief Hastings aus. Lesen Sie den Bericht, sagte Poirot leise. Der Detektivbericht war erschütternd. Er dokumentierte mehrere Treffen zwischen Lord Ashworth und Dr. Sterling über einen Zeitraum von sechs Monaten. Aber es waren keine romantischen Treffen, es waren geschäftliche. Der Detektiv hatte herausgefunden, dass Dr. Sterling Lord Ashworth erpresste. Aber warum? fragte Inspektor Dalton verblüfft. Was hatte sie gegen ihn in der Hand? Poirot blätterte zur letzten Seite des Berichts. Dort stand, was der Detektiv über Dr.
Stirling herausgefunden hatte. Sie war nicht nur Expertin für religiöse Artefakte. Sie war auch bekannt dafür, Zugang zu... ja, wertvollen Informationen zu haben. Informationen, die Reputationen zerstören konnten. Und hier, Poirot zeigte auf einen Absatz, der Detektiv schreibt, dass Dr. Stirling Dokumente besitzt, die beweisen... dass ein Artefakt in Lord Ashworth's Sammlung gestohlen war. Ein byzantinisches Reliquiar, erworben 1934. Also erpresste sie ihn, damit er schweigt, über den Diebstahl. So scheint es.
Aber es gibt noch mehr. Poirot las weiter. Der Detektiv entdeckte auch, dass Professor Hendricks in die Sache verwickelt war. Er war derjenige, der Lord Ashworth das gestohlene Reliquiar verkaufte. Das Puzzle begann sich zusammenzufügen, aber Poirot spürte, dass noch Teile fehlten. Wir müssen Dr. Sterling und Professor Hendricks erneut befragen, entschied Inspektor Dalton. Moment, sagte Poirot. Ah, es gibt noch etwas.
Er ging zu einem der Bücherregale und zog einen Band heraus. Lord Ashworth hatte ein Buch über den Winchester Kelch, ein sehr altes Buch. Er öffnete es und fand zwischen den Seiten einen handgeschriebenen Brief ohne Datum. Der Brief war an Lord Ashworth gerichtet, die Handschrift zittrig und schwer zu entziffern. Edmund, du hast mich betrogen, wie du alle betrügst. Der Kelch ist nicht das, was du glaubst. Die Wahrheit wird dich vernichten.
Wenn du ihn der Welt zeigst, werde ich alles enthüllen. Alles. Du weißt, wer ich bin. Der Brief war nicht unterschrieben. Wer hat das geschrieben? fragte Hastings. Das ist die Frage, sagte Poirot nachdenklich. Er betrachtete die Handschrift genau. Die Person war aufgeregt, vielleicht sogar verzweifelt. Die Schrift ist ungleichmäßig. Aber sehen Sie hier? Er zeigte auf einen Buchstaben das große E.
Es hat eine sehr charakteristische Form. Ich habe diese Schrift schon einmal gesehen.» Wo? Das muss ich noch herausfinden.« Poirot faltete den Brief sorgfältig zusammen.» Inspektor, mit Ihrer Erlaubnis möchte ich diesen Brief behalten, und ich möchte Schriftproben von allen verdächtigen.«» Natürlich.
Ich werde es arrangieren.« Zurück in der Kathedrale hatte sich die Atmosphäre verändert. Die Nachricht vom Mord hatte sich in der Stadt verbreitet, und eine Menschenmenge hatte sich vor den Toren versammelt. Die Presse war ebenfalls eingetroffen. Fotografen und Reporter drängten sich, um einen Blick auf die Szene des Verbrechens zu erhaschen. Im Kapitelsaal saßen die Verdächtigen, jeder in seinem eigenen Gedanken versunken. Als Poirot und Inspektor Dalton eintraten, blickten alle auf. Meine Damen und Herren, begann Inspektor Dalton, wir haben neue Beweise entdeckt, die diesen Fall in ein anderes Licht rücken. Monsieur Poirot wird einige Fragen stellen. Poirot stepped into the middle of the room. It became clear that
Lord Ashworth was a man with many secrets. Secrets that can cause people to do desperate deeds. Dr. Stirling stood up abruptly. What do you mean by that? Please, sit down, Dr. Stirling. I will come to you in a moment. Poirot waited until she sat down willingly. First I would like to talk about the kelch. Lord Ashworth presented him as a great discovery. But was he really? Professor Hendricks whispered to himself.
The kiln is authentic, if you mean that. I have examined it myself. Ah, yes, Professor. You have examined it. And you have also examined the parchment, the document of Brother Elrith. Tell me, is this document completely authentic? The professor became pale. What? Was wollen Sie damit sagen? Ich sage, dass das Dokument manipuliert wurde. Jemand hat Ergänzungen vorgenommen, vielleicht um die Geschichte glaubwürdiger zu machen. Oder um etwas zu verbergen.
Das ist absurd, protestierte Hendricks, aber seine Stimme zitterte. Poirot ignorierte ihn und wandte sich an Dr. Stirling. Und Sie, Madame? Sie erpressten Lord Ashworth wegen eines gestohlenen Artefakts in seiner Sammlung. Ein byzantinisches Reliquiar, nicht wahr? Dr. Stirling sprang erneut auf. Das ist eine Lüge. Ist es das? Poirot zog den Detektivbericht hervor. Ich habe hier Beweise. dass sie über Monate hinweg Geld von Lord Ashworth erhalten haben, tausende von Pfund.
Die Stille im Raum war erdrückend. Alle Augen waren auf Dr. Stirling gerichtet. Sie sackte in sich zusammen. Ja, flüsterte sie. Ja, ich habe ihn erpresst, aber ich habe ihn nicht getötet. Erzählen Sie uns die Wahrheit, forderte Poirot sanft. Dr. Stirling holte Tiefluft. Vor zwei Jahren entdeckte ich durch Zufall, dass das byzantinische Reliquiar in Edmunds Sammlung aus einem Museum in Athen gestohlen worden war. Ich konfrontierte ihn damit. Er sagte, er habe es in gutem Glauben gekauft, wusste nicht, dass es gestohlen war, aber wenn die Wahrheit herauskäme, wäre seine Reputation ruiniert. Und sie nutzten das aus. Ich, ich brauchte das Geld. Meine Forschung wird schlecht finanziert. Nur das British
Museum bezahlt mich kaum genug zum Leben. Sie blickte auf ihre Hände. Es war falsch, ich weiß das, aber ich hätte ihn nie getötet. Poirot nickte. Und Sie, Professor Hendricks, Sie waren es, der Lord Ashworth das gestohlene Reliquiar verkaufte, nicht wahr? Hendricks brach zusammen. Ja, ja, ich war es.
Edmund wusste es die ganze Zeit. Er sagte, wenn ich ihm helfe, den Kelch zu finden, würde er schweigen. Aber dann, als wir den Kelch fanden, nahm er alles für sich. Er drohte, mich der Polizei zu übergeben, wenn ich protestierte. Also hatten Sie beide Motive, Lord Ashworth zu töten, stellte Inspektor Dalton fest. Nein, schrie Dr. Sterling. Ich schwöre, ich habe es nicht getan. Poirot hob die Hand. Einen Moment.
Es gibt noch etwas, das wir nicht verstehen. Lady Ashworth, Miss Fairfax. Sie waren beide sehr still. Wie haben Sie nichts zu sagen? Eleanor stand langsam auf. Their hands trembled. I... I must confess something. Lady Charlotte sprang up and grabbed Eleanor's arm. No, Eleanor, don't say anything. I must, said Charlotte.
I can't keep quiet any longer. Eleanor turned to Poirot. Tears ran down her face. Lord Ashworth, he wasn't my uncle because of marriage. He was... She stopped. He was my father. Ein kollektives Keuchen ging durch den Raum. Eleanor! Lady Charlotte war kreidebleich. Es ist wahr, fuhr Eleanor fort. Meine Mutter und Lord Ashworth hatten eine Affäre, bevor er Lady Charlotte heiratete. Ich bin das Ergebnis dieser Affäre. Meine Mutter nahm das Geheimnis mit ins Grab, aber vor sechs Monaten fand ich Briefe zwischen ihr und Lord Ashworth. Ich konfrontierte ihn. Er, er gab es zu. Poirot looked at her with compassion. And that is the secret you wanted to tell me? Yes. Lord Ashworth said he would consider
me in his will. He wanted to make his injustice good again. But he didn't want anyone to find out the truth. He was afraid of the scandal. Lady Ashworth knew that. Eleanor shook her head. Not until yesterday. I... Ich konnte es nicht länger für mich behalten. Ich erzählte es ihr gestern Abend. Lady Charlotte sprach mit brüchiger Stimme.
Ich war am Boden zerstört, all die Jahre der Lügen. Aber Eleanor hatte keine Schuld. Sie war das unschuldige Kind in dieser ganzen Sache. Poirot nickte langsam. Die Geheimnisse enthüllten sich, aber der Mörder war noch nicht identifiziert. Jeder hatte ein Motiv. Jeder hatte Gelegenheit. Es gibt noch eine Frage, dann sagte Poirot.
Der anonyme Brief an Lord Ashworth. Wer hat ihn geschrieben? Er blickte in die Runde, und sein Blick blieb an Reverend Blackwood hängen. Der Geistliche war sehr still gewesen während der ganzen Diskussion. Nun begegnete sein Blick dem von Poirot, und etwas Angst, Schuld, flackerte in seinen Augen auf. Reverend, sagte Poirot leise. Ich glaube, sie haben uns noch nicht alles erzählt. Kapitel 3 Poirot's kleine graue Zellen Reverend Thomas Blackwood erhob sich langsam von seinem Stuhl. Sein rundliches Gesicht, das normalerweise Güte und Frieden ausstrahlte, war nun von Qualen gezeichnet.
Er ging zum Fenster und starrte hinaus auf die nebelverhangene Kathedrale. Ich habe gehofft, dass es nicht so weit kommen würde, begann er mit leiser Stimme. Aber ich sehe, dass Monsieur Poirot zu scharfsinnig ist, um getäuscht zu werden. Der Brief, sagte Poirot. Sie haben ihn geschrieben, nicht wahr? Blackwood nickte langsam. Ja, ich schrieb ihn in einem Moment der Verzweiflung. Edmund hatte etwas getan, etwas Unverzeihliches. Was genau? Der Reverend drehte sich um, seine Augen waren feucht. Vor drei Monaten, während der Restaurierung der Krypta, fanden die Arbeiter nicht nur den Kelch. Sie fanden auch Knochen, menschliche Knochen, in einem der versiegelten Bereiche.
Ein Schauder ging durch den Raum. Edmund bestand darauf, dass wir es geheim hielten, fuhr Blackwood fort. Er sagte, wenn bekannt würde, dass dort eine Leiche gefunden wurde, würde die gesamte Restaurierung gestoppt werden. Es würde Untersuchungen geben. Archäologische Grabungen, die Jahre dauern könnten. Und er wollte seinen großen Moment nicht verzögern. Was haben Sie mit den Knochen gemacht? fragte Inspektor Dorten streng. Edmund. Edmund ließ sie verschwinden. Er bezahlte die Arbeiter, damit sie schwiegen. Ich protestierte, aber er... Blackwood senkte den Kopf. Er drohte, Spenden für die Kathedrale zurückzuziehen.
Wir sind abhängig von seiner Großzügigkeit. Ich hatte keine Wahl. Poirot stood up and walked up to him. Reverend, these bones, were they old? Middle-aged? Blackwood shook his head. That's the terrible thing. No. The boss said they looked relatively fresh. Maybe 50, 60 years old. Not older. The implications of this statement made everyone sigh. They think, Hastings said slowly,» Na, dass jemand im späten neunzehnten Jahrhundert in der Krypta begraben wurde.«» Oder versteckt wurde«, ergänzte Poirot leise.» Reverend, haben Sie irgendeine Idee, wer diese Person gewesen sein könnte?«» Nein.« Edmund weigerte sich, darüber zu sprechen, aber ich forschte in den Archiven der Kathedrale nach, und ich fand etwas Merkwürdiges. Er ging zu
seiner Tasche und zog ein altes Logbuch heraus. Dies ist das Besucherregister der Kathedrale aus dem Jahr 1878. Schauen Sie hier. Er zeigte auf einen Eintrag vom 15. November 1878. Poirot las laut vor, Edmund Ashworth, Esquire und Miss Catherine Thornberry besuchten die Krypta mit Sondergenehmigung von Dean Forsyth. Er blickte auf.
Edmund Ashworth, aber das kann nicht unser Lord Ashworth sein. Sein Großvater, erklärte Blackwood, Edmund Ashworth Senior, und er war ebenfalls ein Historiker und Sammler. Und Catherine Thornberry. Er zögerte. Nach diesem Datum gibt es keine weiteren Aufzeichnungen über sie. Es ist, als wäre sie von der Erde verschwunden. Die Stille im Raum war gespenstisch. Sie vermuten, sagte Poirot langsam, dass die Knochen in der Krypta Catherine Thornberry gehörten? Ich weiß es nicht. Aber die Zeitlinie passt. Und wenn unser Lord Ashworth davon wusste, wenn es ein Familiengeheimnis war? Blackwood brach ab. Eleanor sprach zum ersten Mal seit ihrer Enthüllung.
Lord Ashworth, mein Vater. Er hatte Albträume. Ich hörte ihn manchmal nachts schreien. Lady Charlotte musste ihn beruhigen. Einmal, vor etwa einem Monat, hörte ich ihn etwas rufen, Catherine, vergib mir. Lady Charlotte nickte bestätigend. Es stimmt, Edmund war gequält von etwas. Er sprach oft im Schlaf von Catherine. Ich dachte immer, es sei eine alte Geliebte, aber vielleicht... Poirot begann im Raum auf- und abzugehen, seine Hände hinter dem Rücken verschränkt, sein Gesicht in tiefer Konzentration. Die kleinen grauen Zellen arbeiteten fieberhaft.
Lassen Sie uns überlegen, sagte er schließlich. Edmund Ashworth Senior besucht 1878 die Krypta mit Catherine Thornberry. Kurz danach verschwindet Catherine. Jahre später wird die Krypta Ashworth Sr. visits the crypt with Catherine Thornberry in 1878. Shortly after that, Catherine disappears. Years later, the crypt is sealed. When exactly, Reverend? Blackwood blurted in his notes. 1882. Dean Forsyth ordered the sealing.
The official reason was structural instability. But the real reason could have been to hide a crime. schloss Poirot. Und nun, 1936, öffnet der Enkel die Krypta wieder und findet die Knochen seiner, wie soll ich sagen, den Opfers seines Großvaters? Das würde erklären, warum er so besessen davon war, die Entdeckung geheim zu halten, sagte Dr. Stirling. Der Skandal wäre verheerend gewesen. Professor Hendricks mischte sich ein. Aber wie passt das alles zum Mord?
Jemand hat Lord Ashworth vergiftet. Das ist kein jahrhundertealtes Geheimnis. Das ist ein modernes Verbrechen. Ah, aber sehen Sie nicht den Zusammenhang, fragte Poirot. Lord Ashworth stand unter enormem Druck. Er wurde von Dr. Sterling erpresst. Er hatte Professor Hendricks betrogen. Er hatte Eleanor als seine uneheliche Tochter, ein Geheimnis, das Lady Charlotte gerade erfahren hatte. Und er trug die Last eines Familiengeheimnisses, das möglicherweise Mord beinhaltete. All dies zusammen, machte ihn zu einem Mann am Rande, vollendete Inspektor Dalton. Aber das gibt uns noch immer keinen Mörder. Poirot lächelte plötzlich, ein seltsames, geheimnisvolles Lächeln. Oh, aber ich glaube, ich beginne
zu verstehen. Es gibt noch einen Aspekt, den wir nicht vollständig erkundet haben. Der Kelch selbst. Er wandte sich an Professor Hendricks. Professor, Sie sagten, der Kelch sei authentisch. Aber ist er es wirklich? Oder ist er, wie das Pergament, eine, wie sagt man, eine Konstruktion? Hendricks wurde blass. Ich, ich, die Wahrheit, Professor, jetzt. Der alte Mann brach zusammen. Der Kelch ist echt, aber er stammt nicht aus dem 12. Jahrhundert.
Er ist aus dem 14. Jahrhundert. Edmund wusste es. Ich wusste es. Aber wir... Wir änderten das Datum im Pergament, um die Geschichte dramatischer zu machen. Ein Geschenk von König Heinrich II. Es ist viel wertvoller als ein gewöhnlicher gotischer Kelch. Also war die gesamte Entdeckung eine Lüge, sagte Inspektor Dalton verblüfft.
Nicht ganz, verteidigte sich Hendrix. Der Kelch war wirklich in der Krypta versteckt. Und er ist wertvoll. Wir haben nur die Geschichte verbessert. Poirot nodded as if he had expected exactly this answer. And who else knew about this deception? Hendricks sighed. Professor. Poirot's voice became stricter. A man is dead.
They must tell the truth. Edmund. Edmund told it to Reverend Blackwood. The reverend wanted to cancel the ceremony, but Edmund persuaded him. He said no one would ever find out the truth. Alle Blicke richteten sich wieder auf Reverend Blackwood. Ist das wahr? fragte Poirot. Der Reverend nickte miserabel. Ja, Edmund gestand es mir vor zwei Tagen. Ah, ich war entsetzt.
Ich sagte ihm, wir könnten nicht mit der Zeremonie fortfahren. Es wäre eine Lüge vor Gott. Aber er, er drohte mir erneut. Er sagte, wenn ich nicht kooperiere, würde er enthüllen. Dass ich von den Knochen wusste und nichts getan hatte. Das würde meine Karriere beenden. Poirot setzte sich wieder. Also hatten sie alle Motive, Lord Ashworth tot zu sehen. Dr. Sterling.
Er erpresste sie zurück. Professor Hendricks. Er betrog sie und drohte, sie zu verraten. Reverend Blackwood. Er zwang sie, an einer Lüge teilzunehmen und drohte, ihre Karriere zu ruinieren. Lady Charlotte, sie entdeckten, dass ihr Mann jahrzehntelang gelogen hatte. Eleanor, er war der Vater, der sie verleugnete. Das macht uns alle zu verdächtigen, sagte Lady Charlotte. Oui, aber nur einer von ihnen ist der Mörder. Poirot stand auf. Nein, und ich glaube, ich weiß, wer es ist. Alle starrten ihn an. Aber zuerst, sagte Poirot, müssen wir zur Krypta zurückkehren. Es gibt dort etwas, das ich überprüfen muss. Inspektor Dalton, würden Sie bitte alle hier behalten? Natürlich. Aber Poirot? Wer ist es? Wer ist
der Mörder? Poirot lächelte sein geheimnisvolles Lächeln. Geduld, mon ami. Die kleinen grauen Zellen haben fast alle Teile des Puzzles zusammengesetzt. Aber ein entscheidendes Element fehlt noch. Und ich glaube, es wartet in der Krypta auf uns. Poirot, Hastings und Inspektor Dalton stiegen erneut in die dunkle Krypta hinab. Diesmal brachte Poirot eine Lupe und ein Maßband mit. Was suchen Sie?
fragte Hastings zum dritten Mal an diesem Tag. Die Kratzer am Boden, erinnern Sie sich? Ich muss wissen, wie was Sie bedeuten. Er kniete sich nieder und untersuchte die Kratzer minutiös. Sie führten vom Altar zu einer der Wände. Poirot folgte ihnen mit seiner Taschenlampe. Hier, sagte er plötzlich. Sehen Sie diese Wand? Die Steine hier sind lockerer als die anderen.
Er drückte gegen die Wand. Nichts geschah. Dann versuchte er, einen der Steine zu bewegen. Mit einiger Anstrengung gelang es ihm, den Stein herauszuziehen. Dahinter war ein Hohlraum. Mon Dieu, flüsterte Poirot. Hastings, die Taschenlampe, bitte. Hastings leuchtete in den Hohlraum. Darin lag ein kleiner, lederner Beutel. Poirot zog ihn vorsichtig heraus und öffnete ihn. Darin befanden sich mehrere Gegenstände, ein vergibter Brief, eine goldene Brosche und, am erschreckendsten, ein kleines Fläschchen mit einem Etikett. Inspektor Dalton las das Etikett. Kaliumcyanid, na, das ist das Gift. Poirot öffnete den vergilbten Brief vorsichtig. Er war auf altem Papier geschrieben. Die Tinte war verblass, aber
noch lesbar. An wen es betrifft, wenn dieser Brief gefunden wird, ist Gerechtigkeit endlich möglich. Ich, Catherine Thornberry, wurde im Jahr 1878 in diese Krypta gelockt von Edmund Ashworth Senior. Er versprach mir eine Heirat, aber als ich ihm sagte, dass ich sein Kind erwarte, änderte sich alles. Er brachte mich hierher, Um mich zu töten, er gab mir vergifteten Wein. Aber ich entdeckte seinen Plan und trank nicht. Wir kämpften. Ich war stärker, als er dachte. Am Ende war es er, der starb. Ich versiegelte seinen Körper in dieser Wand, wo er für immer bleiben soll, als Strafe für seine Bosheit.
Niemand wird je die Wahrheit erfahren. Ich werde England verlassen und ein neues Leben beginnen. Und möge Gott mir vergeben. Catherine Thornberry, November 18, 1878, Poirot, Hastings and Inspector Dalton start on the letter.» That is unbelievable«, hasted Hastings.» You mean Lord Ashworth's grandfather is buried in this wall?« Poirot nodded slowly. And the bones that the workers found were not Catherine Thornberry's. They were Edmund Ashworth Senior's. Lord Ashworth must have discovered the truth when the crypt was opened.
His grandfather was not a murderer. He was the victim. But why did he keep it a secret? Because, said Poirot, the scandal would still have been devastating. His grandfather, killed by a woman he seduced and then tried to murder. The shame for the family would be indescribable. Inspector Dalton raised the small bottle.» Ah, aber dieses Cyanid, es kann nicht aus dem Jahr 1878 sein. Kaliumcyanid in dieser Form wurde erst später entwickelt.« Poirot nahm das Fläschchen und betrachtete es genau.» Sie haben recht, Inspektor. Dieses Fläschchen ist modern, sehr modern. Es wurde hier vor kurzem platziert.«» Von wem?«» Von jemandem, der wollte, dass wir es finden. Jemandem, der eine falsche Spur legen wollte.« Poirot's eyes twinkled. But this
person made a mistake. A decisive mistake. What a mistake. The person knew too much. She knew the story of Catherine Thornberry. She knew where in the crypt you could hide something. And she had access to the crypt, both before and after the ceremony. Poirot got up. My gentlemen, I think I'm ready to solve the case. Lady Charlotte.
spürte man sofort die gespannte Atmosphäre. Die Verdächtigen saßen noch immer dort, jeder in seine eigenen Gedanken versunken. Lady Charlotte hatte geweint, ihre Augen waren rot und geschwollen. Eleanor saß neben ihr und hielt ihre Hand. Dr. Sterling stand am Fenster und rauchte nervös eine Zigarette. Professor Hendricks hatte sich in einen Sessel gekauert, sein Gesicht aschfahl. Reverend Blackwood betete leise.
Poirot stepped into the middle of the room. Hastings and Inspector Dalton flanked him. In his hand he held the leather bag they had found in the crypt. My ladies and gentlemen, began Poirot, I thank you for your patience. The case is now almost solved. But before I reveal the name of the murderer, I have to tell you a story. A story that began almost 60 years ago.
Er zog den vergilbten Brief aus dem Beutel und las ihn laut vor. Das Entsetzen auf den Gesichtern der Anwesenden war deutlich zu sehen. Catherine Thornberry, sagte Poirot, als er fertig gelesen hatte, war keine Mordopferin. Sie war eine Kämpferin, die sich gegen einen Mann wehrte, der sie verraten und töten wollte. Sie tötete in Notwehr und floh dann. Aber was hat das mit dem Mord an Lord Ashworth zu tun?
fragte Dr. Sterling. Alles. answered Poirot. Because this letter explains why Lord Ashworth was so desperate to keep the discovery in the crypt secret. He had not found the bones of Catherine. He had found the bones of his own grandfather, killed by a woman, whom he had tried to murder. The scandal would have been devastating, murmured Lady Charlotte. Precisely.
But there is more. Poirot pulled the modern bottle with cyanide out of the bag. This was also found in the hideout. It was only recently placed there, within the last few days, I would say. From whom? asked Inspector Dalton. From someone who knew the story, someone who had access to Krypta, and someone who... Poirot made a dramatic pause, who had a very specific reason to see Lord Ashworth dead.
Er begann im Raum auf- und abzugehen, seine Hände hinter dem Rücken verschränkt. Lassen Sie uns die Fakten betrachten. Lord Ashworth wurde vergiftet, indem er aus dem goldenen Kelch trank. Das Gift war tajanit, gemischt mit Wein. Die Frage ist, wann wurde das Gift in den Kelch gegeben? Während der Zeremonie war es unmöglich, sagte Hastings. Wir waren alle zusammen. Genau, also muss es danach gewesen sein. Aber wer hatte Gelegenheit dazu?
Poirot zählte an den Fingern ab. Dr. Sterling ging hinaus, um zu rauchen. Professor Hendricks ging zur Toilette. Eleanor und Lady Charlotte gingen in den Kreuzgang. Reverend Blackwood blieb im Kapitelsaal, aber er hatte einen Schlüssel zur Krypta. Und ich selbst verließ den Saal, gefolgt von Hastings und Inspektor Dalton. Aber wir können uns gegenseitig Alibis geben. Das bringt uns nicht weiter.
sagte Inspektor Dalton frustriert. Jeder hatte theoretisch Gelegenheit. Ah, aber hier liegt der Trick, sagte Poirot mit glänzenden Augen. Der Mörder musste nicht nur Gelegenheit haben, zur Krypta zu gehen. Der Mörder musste auch wissen, dass Lord Ashworth zur Krypta zurückkehren und aus dem Kelch trinken würde. Wie konnte jemand das wissen? Stille. Es sei denn, fuhr Poirot fort, der Mörder arrangierte es so, dass Lord Ashworth zur Krypta zurückkehren musste. Reverend, Sie sagten, Lord Ashworth kam zu Ihnen und bat um Ihren Schlüssel. Warum wollte er zur Krypta zurück? Blackwood überlegte.
Er sagte, er habe vergessen, etwas zu überprüfen. Er wollte sicherstellen, dass das Pergament sicher im Rahmen war. Aber wir alle sahen das Pergament während der Zeremonie. Es war sicher. Warum sollte Lord Ashworth plötzlich Sorge haben? Poirot shüttelte den Kopf.» No, das ergibt keinen Sinn. Es sei denn, jemand sagte ihm etwas, das ihn beunruhigte. Jemand pflanzte einen Samen des Zweifels.« Er wandte sich scharf an Reverend Blackwood.» Reverend, denken Sie sorgfältig nach.
Sprach jemand mit Lord Ashworth, bevor er zu Ihnen kam?« Der Reverend runzelte die Stirn.» Ich... Ich glaube, ja. Ich sah ihn mit... mit Professor Hendricks sprechen. Sie standen in einer Ecke, schienen in ernstem Gespräch vertieft. Alle Augen richteten sich auf Professor Hendricks. Der alte Mann wurde kreidebleich. Ich, ich...
Was sagten Sie zu ihm, Professor? fragte Poirot sanft. Hendricks brach zusammen. Ich sagte ihm, ich sagte ihm, dass ich das Pergament noch einmal überprüfen wollte, dass mir etwas aufgefallen war, das nicht stimmte. Edmund immediately became nervous. He said he would see for himself. But I swear, I didn't want to send him into the crypt. I just wanted to annoy him a little, for all the times he humiliated me.
But someone else, said Poirot, heard this conversation. Someone else recognized the opportunity, and this someone acted quickly. Er drehte sich um und blickte direkt auf Eleanor Fairfax. Sie, Mademoiselle, gingen kurz nach diesem Gespräch in den Kreuzgang. Aber ich glaube nicht, dass Sie die ganze Zeit dort blieben. Ich glaube, Sie gingen zur Krypta. Eleanor sprang auf. Das ist nicht wahr.
Tante Charlotte war bei mir. War sie? fragte Poirot. Lady Charlotte, waren Sie die ganze Zeit bei Eleanor? Lady Charlotte zögerte. Ich? Ich kam einige Minuten später zu ihr. Eleanor war bereits im Kreuzgang, als ich ankam. Wie lange waren Sie allein, Miss Fairfax? Ich, vielleicht fünf Minuten, aber ich ging nicht zur Krypta. As, ich schwöre es. Poirot studierte ihr Gesicht intensiv. Dann, überraschend, schüttelte er den Kopf. Non, Sie sagen die Wahrheit. Sie waren nicht in der Krypta, aber jemand anders war dort.
Er wandte sich nun an Dr. Stirling. Sie sagten, sie gingen in den Kreuzgang, um zu rauchen. Haben Sie Eleanor dort gesehen? Dr. Sterling nickte langsam. Ja, sie stand dort, als ich ankam. Sie schien aufgebracht. Und wie lange blieben Sie im Kreuzgang? Vielleicht zehn Minuten. Ich rauchte zwei Zigaretten.
Zwei Zigaretten, wiederholte Poirot. Er wandte sich an Hastings. Mon ami. Sie rauchen nicht, aber wissen Sie, wie lange es dauert, eine Zigarette zu rauchen? Etwa fünf Minuten, würde ich sagen. Genau. Also war Dr. Sterling mindestens zehn Minuten weg vom Kapitelsaal. Genug Zeit, um zur Krypta zu gehen, das Gift in den Kelch zu geben, Annie und zurückzukehren. Dr. Sterling wich zurück.
Sie können das nicht beweisen. Noch nicht, gab Poirot zu, aber es gibt einen Weg. Er zog ein weißes Taschentuch aus seiner Tasche und und hielt es hoch. Wenn sie zur Krypta gingen, Dr. Stirling, müssten ihre Schuhe Spuren des feuchten Steins tragen. Der Boden der Krypta ist sehr charakteristisch. Ein spezielles Moos wächst dort, das nirgendwo sonst in der Kathedrale zu finden ist. Das ist absurd. Ich könnte es von der Zeremonie heute Morgen haben. Möglich, sagte Poirot. Aber dann würde es an allen unseren Schuhen sein, nicht wahr? Inspektor, Könnten Sie bitte die Schuhe aller Anwesenden untersuchen? Inspektor Dalton nickte und begann, die Schuhe zu inspizieren. Bei den meisten fand er keine Spuren des charakteristischen Moses. Aber als er
zu Dr. Sterling kam, hielt er inne. Hier, sagte er, und zeigte auf ihre Schuhe. Frische Spuren. Und? Er untersuchte genauer. Diese sind von zwei verschiedenen Besuchen. Die älteren Spuren sind trocken von heute Morgen. Die Neueren sind noch feucht. Dr. Sterling sank auf ihren Stuhl. Ihr Gesicht war eine Maske des Entsetzens. Nein, flüsterte sie. Nein, das kann nicht sein.
Poirot trat näher zu ihr. Sie gingen zur Krypta, nachdem sie Professor Hendricks Gespräch mit Lord Ashworth belauscht hatten. Sie wussten, dass er zurückkehren würde. Sie hatten das Cyanide bereits vorbereitet. Sie hatten es aus ihrem Labor in London mitgebracht, in der Hoffnung, eine Gelegenheit zu finden. Und plötzlich präsentierte sich diese Gelegenheit. Sie gingen zur Krypta, füllten den Kelch mit Wein aus einem Flachmann, den sie bei sich trugen, und mischten das Gift hinein. Erst dann warteten sie, bis Lord Ashworth kam und trank. Es war ein perfekter Plan. Oder so dachten sie. Dr. Sterling schüttelte den Kopf. Tränen liefen über ihr Gesicht. Nein. Nein, ich habe das Gift in den Kelch getan. Ja, aber nicht um Edmund zu töten.
Ich wollte ihn nur krank machen, erschrecken. Ich wollte, dass er aufhört, mich zu kontrollieren. mich zu erpressen. Sie erpressten ihn, Dr. Stirling, nicht umgekehrt, korrigierte Poirot sanft. Ja, am Anfang. Aber dann drehte er den Spieß um. Er sagte, wenn ich nicht aufhöre, Geld zu fordern, würde er der Polizei erzählen, dass ich das gestohlene Reliquiar arrangiert hatte. Er hatte Beweise gefabriziert, dass ich darin verwickelt war. Ich war gefangen. Also beschlossen sie, ihn zu töten. Nein! Dr. Sterling stand auf, ihre Stimme verzweifelt, und ich gab ihm nur eine kleine Dosis. Genug, um ihn krank zu machen, nicht um ihn zu töten. Ich schwöre es. Ich bin Wissenschaftlerin. Ich weiß genau, wie viel
cyanid tödlich ist. Ich gab ihm nur ein Zehntel davon. Poirot runzelte die Stirn. Das war unerwartet. Sie sagen, Sie gaben ihm eine nichttödliche Dosis? Ja, ich wollte ihn nur erschrecken, ihn denken lassen, dass jemand versuchte, ihn zu töten. Dann würde er vielleicht aufhören, so rücksichtslos zu sein. Aber ich wollte ihn nicht töten. Inspektor Dalton trat vor. Dr. Sterling, das ergibt keinen Sinn. Lord Ashworth ist tot. Die Symptome waren eindeutig. Eine tödliche Dosis Cyanide. Poirot hob die Hand.
Einen Moment, Inspektor. Dr. Stirling, wie viel genau gaben Sie in den Kelch? Etwa zehn Milligramm, aufgelöst in einem Glas Wein. Genug, um Übelkeit und Schwindel zu verursachen, aber nicht genug zum Töten. Eine tödliche Dosis wäre mindestens 200 Milligramm. Poirot schloss die Augen. Seine kleinen grauen Zellen arbeiteten fieberhaft. Dann öffnete er sie plötzlich, und ein Ausdruck der Erleuchtung breitete sich auf seinem Gesicht aus.
Mon Dieu, flüsterte er. Natürlich. Wie konnte ich so blind sein? Was ist? fragte Hastings verwirrt. Dr. Sterling sagt die Wahrheit, verkündete Poirot. Sie vergiftete den Kelch, aber nicht mit einer tödlichen Dosis. Aber Lord Ashworth starb trotzdem an cyanid-vergiftung. Was bedeutet das? Dass jemand anders auch Gift in den Kelch gab, schlug Inspektor Dalton vor. Précisément. Poirot schlug mit der Faust in die Handfläche. Es gab nicht einen Mörder. Es gab zwei.
Zwei Personen. Unabhängig voneinander. Et versuchten Lord Ashworth zu vergiften. Dr. Sterling war die erste, aber ihre Dosis war nicht tödlich. Jemand anders kam danach und fügte eine weitere, tödlichere Dosis hinzu. Ein kollektives Keuchen ging durch den Raum. Aber wer? fragte Hastings. Poirot drehte sich langsam um und blickte jeden Anwesenden an.
Sein Blick blieb an einer Person hängen, einer Person, die sehr still gewesen war während der ganzen Diskussion. Reverend Blackwood, sagte Poirot leise. Sie hatten einen Schlüssel zur Krypta. Sie hatten Zugang zu Cyanid. Es wird in vielen kirchlichen Konservierungsprozessen verwendet. Und sie hatten ein Motiv. Lord Ashworth threatened to ruin her career. Reverend Blackwood stood up slowly. His face was calm, almost peaceful. Yes, he simply said. I was it. Chapter 4 The Poisoned Kelch The silence that followed Reverend Blackwood's confession was absolute. Even the ticking of the big clock in the chapter hall seemed to come to a standstill.
Alle starrten den Geistlichen an, unfähig zu glauben, was sie gerade gehört hatten. Inspektor Dalton fand als erster seine Stimme wieder. Reverend Blackwood, ich muss Sie warnen, dass alles, was Sie jetzt sagen... Blackwood hob die Hand. Ich verstehe, Inspektor, aber ich habe genug gelogen, genug geschwiegen. Es ist Zeit für die Wahrheit. Er setzte sich wieder, seine Hände gefaltet, als wäre er im Gebet. Poirot took a chair across from him.
Tell us everything, Reverend. From the beginning. Blackwood breathed deeply. It began three months ago, when the bones were found in the crypt. Edmund panicked. He showed me Catherine's letter, which he had found in the hiding place. And he had also had forensic tests done on the bones, secretly, without the workers knowing it. Die Tests bestätigten, dass es die Überreste seines Großvaters waren. Warum erzählte er ihnen das?
fragte Poirot. Weil er meine Hilfe brauchte. Er wollte die Knochen heimlich umbetten, sie verschwinden lassen, und er brauchte meine Zustimmung, um die Krypta weiterhin versiegelt zu halten, zumindest diesen Teil davon. Blackwood lachte bitter. Ich war ihm nah. Ich stimmte zu. Ich sagte mir, dass es eine Familienangelegenheit sei, dass ich die Toten ruhen lassen sollte. Aber in Wahrheit, ich hatte Angst vor Edmund. Angst. Edmund Ashworth war ein mächtiger Mann in dieser Stadt. Seine Spenden hielten die Kathedrale am Leben.
Ohne ihn... Blackwood senkte den Kopf. Ich war ein Feigling. Und ein Mann Gottes sollte keine Angst vor weltlicher Macht haben. Aber ich hatte sie. Lady Charlotte sprach zum ersten Mal. Ihre Stimme zitterte. Sie halfen ihm die Knochen zu verbergen? Ja. Wir taten es nachts, Edmund und ich allein. Wir nahmen die Knochen und begruben sie in einem entweiten Teil des Friedhofs, unter einem Baum ohne Markierung. Edmund sagte, es sei das Beste für alle. Sein Großvater war schließlich kein unschuldiger Mann gewesen.
Aber das nagte an ihnen, sagte Poirot sanft. Jeden Tag, jede Nacht. Ich konnte nicht schlafen Nicht beten. Ich fühlte, wie Gottes Blick auf mir lastete, mich verurteilte für meine Schwäche. Blackwood blickte auf. Und dann, vor zwei Wochen, wurde alles noch schlimmer. Edmund gestand mir, dass das Pergament, das Dokument über den Kelch, teilweise gefälscht war. Die ganze Zeremonie, die große Enthüllung, alles basierte auf einer Lüge. Das war der Moment, in dem sie beschlossen, ihn zu töten? fragte Inspektor Dalton.» Nein, noch nicht.« Ich versuchte, ihn zu überzeugen, die Wahrheit zu sagen.
Ich schrieb ihm den anonymen Brief, in dem ich drohte, alles zu enthüllen. Aber Edmund lachte nur. Er sagte, wenn ich es täte, würde er behaupten, ich hätte allein gehandelt. Er hätte Beweise, dass ich von den Knochen wusste und sie versteckte. Wer würde einem verzweifelten Reverend glauben gegen einen angesehenen Lord? Eleanor stood up, her face full of shyness.
He manipulated everyone. He used everyone. Yes, Blackwood confirmed. And in that moment I recognized that Edmund would never stop. He would continue to lie, continue to deceive, continue to ruin people. The cathedral that I loved, it would be built on his lies. I could not allow that. So they decided to kill him. said Poirot. Blackwood nodded slowly.
I prayed for guidance. I fasted. I looked for another way. But there was none. Edmund had to be stopped. He looked directly at Poirot. I am a man of God, Monsieur Poirot. I believe in forgiveness, in redemption. But I also believe in justice. And sometimes justice must be forced.» Wie beschafften Sie das Cyanid?«, fragte Inspektor Dalton.» Von unserem eigenen Lagerhaus. Wir verwenden es zur Konservierung von alten Holzarbeiten in der Kathedrale. Ich hatte Zugang dazu. Niemand stellte Fragen, wenn der Dekan Materialien entnahm.« Blackwood stand auf und ging zum Fenster.» Ich plante es sorgfältig. Ich wusste, dass die Zeremonie heute stattfinden würde, und ich wusste, dass der Kelch in der Krypta sein würde.« und ich wusste, dass Edmund
wahrscheinlich irgendwann allein dorthin zurückkehren würde. Er war besessen von dem Kelch, von seiner großen Entdeckung. Aber sie wussten nicht genau, wann er zurückkehren würde, bemerkte Poirot. Nein, das war ein Risiko. Aber dann, nach der Zeremonie, hörte ich Professor Hendricks Gespräch mit Edmund. Ich erkannte, dass dies meine Gelegenheit war. Blackwood drehte sich um. Ich wartete, bis Edmund zu mir kam und um meinen Schlüssel bat. Ich gab ihm den Schlüssel und dann, dann wartete ich fünf Minuten. Dann nahm ich meinen Reserve-Schlüssel. Ja, ich hatte zwei, etwas, das niemand wusste, und ging zur Krypta. Und Dr. Stirling war bereits dort gewesen, sagte Poirot. Das wusste ich nicht. Als ich in die
Krypta kam, dem sah ich den Kelch auf dem Altar stehen. Er war gefüllt mit Wein. Ich dachte, Edmund hätte ihn selbst gefüllt, vielleicht für eine private Zeremonie oder aus Nostalgie. Es erschien mir wie ein Zeichen Gottes, die perfekte Gelegenheit. Sie gaben das Gift in den bereits vergifteten Wein, sagte Poirot.
Ich zog das Fläschchen aus meiner Tasche und goss den Inhalt in den Kelch. Dann eilte ich zurück zum Kapitelsaal. Niemand hatte mich gesehen, oder so dachte ich. Aber jemand sah sie, sagte Poirot. Er wandte sich an Eleanor. Mademoiselle, Sie sagten, Sie waren im Kreuzgang. Von dort aus kann man den Eingang zur Krypta sehen, nicht wahr? Eleanor nickte zögernd. Ich, ich sah eine Gestalt, im Nebel. Jemand kam aus der Richtung der Krypta, aber ich konnte nicht erkennen, wer es war.
Und sie erwähnten es nicht. Es war, sie nicht sicher waren, schloss Poirot. Ich dachte, es wäre vielleicht Dr. Sterling gewesen, oder Professor Hendricks, oder sogar Lord Ashworth selbst. Der Nebel war so dicht. Blackwood sette sich wieder. Dann wartete ich. Ich wusste, dass Edmund zur Krypta gehen würde. Und nach etwa zehn Minuten tat er es. Ich wartete weitere fünf Minuten, dann ging ich, um nachzusehen. Ich sagte mir, ich würde überprüfen, ob Edmund in Ordnung war. Aber in Wahrheit... Seine Stimme brach.
In Wahrheit wollte ich sicherstellen, dass er tot war. Und er war tot, sagte Poirot leise. Ja. Er lag vor dem Altar, genau wie sie ihn fanden. Der Kelch war umgefallen. Ich wusste sofort, was geschehen war. Und ich schrie, ein echter Schrei, nicht gespielt. Denn in diesem Moment erkannte ich die volle Bedeutung dessen, was ich getan hatte. Ich hatte einen Mann getötet. Ich, ein Diener Gottes, hatte Mord begangen.
Tränen liefen über sein Gesicht. Ich betete über seinem Körper. Ich bat Gott um Vergebung. Aber ich wusste, dass keine Vergebung möglich war. Nicht für das, was ich getan hatte. Inspektor Dalton stand auf. Reverend Thomas Blackwood, ich verhaftete Sie wegen des Mordes an Lord Edmund Ashworth. Sie haben das Recht.
Warten Sie, unterbrach Poirot. Es gibt noch eine Frage, die beantwortet werden muss. Alle blickten ihn an. Das Fläschchen mit Cyanid, das wir in der Krypta fanden, sagte Poirot. Es war in dem Versteck, zusammen mit Catherine's Brief. Reverend, haben Sie es dort platziert? Blackwood schüttelte den Kopf. Nein, ich nahm mein Fläschchen mit und warf es später in den Fluss.
Ich weiß nicht, nach woher das andere Fläschchen kam. Poirot drehte sich zu Dr. Stirling. Madame? Sie nickte miserabel. Es war meins. Nachdem ich das Gift in den Kelch gegeben hatte, panierte ich. Ich wollte das Fläschchen nicht bei mir haben. Ich sah das lose Stein in der Wand, erinnerte mich an Catherine's Versteck, das während der Restaurierung entdeckt worden war, und versteckte es dort. Ich dachte, niemand würde es finden.
Aber ich fand es, sagte Poirot, und es führte mich zur Wahrheit. Er wandte sich wieder an Reverend Blackwood. Sie sagten, sie hatten zwei Schlüssel zur Krypta, aber Lord Ashworth sagte uns, es gäbe nur zwei Schlüssel, Seinen und ihren. Wie erklären Sie das? Blackwood lächelte traurig. Edmund wusste nicht von meinem Reserveschlüssel.
Ich hatte ihn vor Jahren anfertigen lassen. Für Notfälle. Es ist der Originalschlüssel aus dem 19. Jahrhundert, den ich in den Archiven fand. Edmund dachte, sein Schlüssel und mein Hauptschlüssel wären die einzigen. Was bedeutet, sagte Poirot langsam, dass theoretisch jemand anders ihren Reserveschlüssel hätte stehlen und benutzen können. Aber niemand wusste davon, protestierte Blackwood. Sind Sie sicher? Poirot's Augen funkelten.
Wo bewahrten Sie diesen Schlüssel auf? In meinem Schreibtisch, in der Sakristei. Er war immer verschlossen. Immer, Blackwood zögerte. Nun, ich nehme an, es gab Zeiten, in denen der Schreibtisch offen war. Wenn ich arbeitete, Oder wenn ich die Sakristei verließ für kurze Zeit? Poirot nickte. Also hätte jemand, der Zugang zur Sakristei hatte, den Schlüssel nehmen können, ohne dass sie es bemerkten. Aber wer würde das tun? Das, Reverend, ist die letzte Frage, die wir beantworten müssen. Poirot wandte sich an die Gruppe. Meine Damen und Herren, wir haben nun ein komplexes Bild. Zwei Personen versuchten, Lord Ashworth zu vergiften. Dr.
Sterling mit einer nicht-tödlichen Dosis. Aus verzweifelter Selbstverteidigung. Reverend Blackwood mit einer tödlichen Dosis. Aus einem verdrehten Sinn für Gerechtigkeit. Aber, er hob einen Finger, es gibt noch eine Unstimmigkeit. Dr. Sterling sagte, sie gab 10 mg Cyanide. Das würde Krankheit verursachen, aber wahrscheinlich nicht den Tod. Reverend Blackwood, wie viel gaben Sie?
Das gesamte Fläschchen. Etwa 200 mg. Was zusammen... thought Poirot. 210 milligrams results in a definitively deadly dose. And yet, he took a break. The doctor who examined the corpse appreciated that Lord Ashworth had taken at least 400 milligrams of cyanide with him, twice as much as they both gave together. Shocked faces started to look at him. What does that mean? asked Hastings. It means, mon ami, dass es noch einen dritten Versuch gab, Lord Ashworth zu vergiften, einen dritten Täter, den wir noch nicht identifiziert haben. Reverend Blackwood wurde kreidebleich. Das ist unmöglich. Wer... Poirot drehte sich langsam um, und sein Blick fiel auf die Person, die am stillsten gewesen war während der gesamten Befragung. Die Person,
die am meisten zu verlieren hatte und gleichzeitig am meisten zu gewinnen. Lady Charlotte Ashworth, said Poirot softly. I think they haven't told us the whole truth yet. Chapter 5 The truth is revealed. Lady Charlotte Ashworth sat there as if stunned, in her face a pale mask. Eleanor, who sat next to her, grabbed her hand, but Lady Charlotte pulled her away. Aunt Charlotte, whispered Eleanor uncertainly, Lady Charlotte stood up slowly, her movements stiff and controlled, as if she were a marionette on invisible threads. She went to the window and looked out into the cathedral, whose silhouette was marked by the fading mist. How did you find it?
she asked with a silent voice. At first it was just little things, answered Poirot. Her reaction when we saw the chalice for the first time. Sie wirkten nicht überrascht oder beeindruckt. Sie wirkten ängstlich. Und dann, als Eleanor ihnen gestern von ihrer wahren Beziehung zu Lord Ashworth erzählte, sagten sie, sie seien am Boden zerstört gewesen. Es aber heute Morgen wirkten sie nicht wie eine verzweifelte Ehefrau. Sie wirkten entschlossen.
Lady Charlotte lachte. Ein bitteres, hohles Geräusch. Entschlossen, ja, das ist ein gutes Wort dafür. Wann beschlossen Sie, Ihren Ehemann zu töten? fragte Inspektor Dalton streng. Gestern Abend, nach Eleanor's Geständnis. Lady Charlotte drehte sich um, und zum ersten Mal sahen Sie Feuer in Ihren Augen. Ein Feuer, das jahrzehntelang unter Asche gelegen hatte. Zwanzig Jahre. Zwanzig Jahre habe ich in einer Ehe gelebt, die eine Lüge war. Edmund heiratete mich nicht aus Liebe. Er heiratete mich wegen meines Geldes, meiner gesellschaftlichen Stellung. Ich war jung, naiv. Ich dachte, er würde mich mit der Zeit lieben lernen. Aber das tat er nicht, sagte Poirot sanft. Nein. Er liebte nur seine Sammlungen, seine Entdeckungen, ja,
seinen Ruhm. Ich war nur ein weiteres Ausstellungsstück in seinem Leben, die respektable Ehefrau, die bei Dinnerpartys lächelte, und seine Geheimnisse bewahrte. Sie blickte auf Eleanor. Und dann erfuhr ich, dass er bereits ein Kind hatte, bevor er mich überhaupt heiratete. Ein Kind, das er verleugnete, während er Geld für seine wertvollen Artefakte verschwendete.
Eleanor stand auf, Tränen in den Augen. Tante Charlotte, ich... Nein, Kind, du hast keine Schuld. Du bist das Opfer seiner Rücksichtslosigkeit, genau wie ich. Lady Charlotte turned to Poirot again. When Eleanor told me the truth, something broke in me. All the years of humiliation, of loneliness, of lies, everything came up at once. And I recognized that Edmund would never stop.
He would continue to lie, continue to cheat, and in the end he would probably also let Eleanor fall, as soon as she was no longer useful to him. Also planten sie ihn zu töten, sagte Inspektor Dalton. Planen? Nein, ich hatte keinen Plan. Ich hatte nur Wut, eine brennende Verzichtung. Wut, die mich zwanzig Jahre lang unterdrückt hatte. Lady Charlotte setzte sich wieder. Gestern Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich ging in Edmund's Arbeitszimmer und durchsuchte seine Sachen. Ich wollte wissen, was er sonst noch vor mir verborgen hatte. Und ich fand das Notizbuch. Die Aufzeichnungen über die Erpressung. Ich fand die Detektivberichte. Ich fand alles. Und das Zyanid? fragte Poirot.
Das war Zufall. Oder Vorsehung, je nachdem wie man es sieht. Lady Charlotte lachte wieder, ein verzweifeltes Geräusch. Ich erinnerte mich, dass Edmund mir einmal erzählt hatte, er bewahre einige chemische Substanzen in seinem safe auf. Dinge, die er für die Konservierung seiner Artefakte verwendete. Ich kannte die Kombination des Safes.
Edmund hatte sie nie geändert, seit wir heirateten. Es war unser Hochzeitsdatum. Ironisch, nicht wahr? Sie zog ein kleines Fläschchen aus ihrer Handtasche. Es war leer, aber das Etikett war noch lesbar. Kaliumcyanid. Ich nahm es, fuhr sie fort. Ich sagte mir, dass ich es nur nehmen würde, um zu sehen, wie es sich anfühlt, Macht über Edmund zu haben, die Macht über Leben und Tod. Ich hatte nicht wirklich vor, es zu benutzen, nicht zu dem Zeitpunkt. Aber dann, heute Morgen, während der Zeremonie, führte Poirot fort. Ich sah ihn dort stehen, so stolz, so selbstgefällig. Er hielt seine Rede über die Entdeckung, über Geschichte und Erbe, während er auf Lügen und Verrat aufgebaut hatte. Und ich dachte an all die Menschen, die
er verletzt hatte. Catherine Thornberry, vor fast 60 Jahren. Dr. Sterling, Professor Hendricks, Eleanor, mich. Lady Charlotte blickte auf ihre Hände. Und ich erkannte, dass es enden musste. Nicht nur für mich, sondern für alle. Wie taten sie es? fragte Inspektor Dalton. Nach der Zeremonie ging ich nicht sofort zum Empfang. Ich sagte den anderen, ich müsse zur Toilette. Stattdessen ging ich zur Krypta. Die Tür war unverschlossen. Jemand war bereits dort gewesen, wie ich später erfuhr. Sie blickte zu Dr. Stirling. Ich sah den Kelch, gefüllt mit Wein. Es erschien mir wie ein Zeichen. Ich öffnete mein Fläschchen und goss den gesamten Inhalt hinein. Dann eilte ich zum Kapitelsaal. Wie viel Cyanide
war in Ihrem Fläschchen? fragte Poirot. Etwa 200 Milligramm. Edmund hatte es für ein Restaurierungsprojekt im letzten Jahr gekauft. Poirot nickte. Das ergab zusammen mit den anderen beiden Dosen etwa 400 Milligramm, genau wie der Arzt geschätzt hatte. Und dann, drängte Inspektor Dalton. Dann wartete ich. Ich trank Champagner und lächelte und sprach mit den Gästen, während ich innerlich zitterte. Ich wusste nicht, ob Edmund aus dem Kelch trinken würde. Ich wusste nicht einmal, ob er zur Krypta zurückkehren würde. Aber dann hörte ich Professor Hendricks Bemerkung über das Pergament, und ich wusste, dass Edmund nachsehen gehen würde. Er war zu besessen, um es nicht zu tun. Und als sie den Schrei hörten, als
Reverend Blackwood Edmund fand, sagte Poirot, Ich fühlte nichts, keine Reue, keine Freude. Es fiel nur eine seltsame Leere. Lady Charlotte looked at Poirot directly. Isn't that terrible? A man should feel something when his husband dies. Even if you hate him. But I didn't feel anything. Eleanor was in tears. Aunt Charlotte, why didn't you tell me anything? We could have found another way. Which other way, child? Lady Charlotte gently stroked Eleanor's hair. Edmund had all the power. Alle Kontrolle. Die einzige Möglichkeit, frei zu sein, war... Sie vollendete den Satz nicht.
Poirot stand auf und trat zu ihr. Lady Ashworth, ich muss Sie fragen. Wussten Sie, dass andere ebenfalls versuchten, ihren Ehemann zu vergiften? Sie schüttelte den Kopf. Nein, ich schwöre es. Ich dachte, ich wäre die Einzige. Wenn ich gewusst hätte, dass Dr. Sterling und Reverend Blackwood... Sie brach ab. and there was an ironic smile on her lips.» So many people wanted to see him dead. Doesn't that say everything about Edmund?«» It does,« answered Poirot calmly,» that he was a man who caused great pain. But it doesn't justify the murder.«» No,« said Lady Charlotte.» Nothing justifies murder. I understand that. I am ready to bear the consequences.« Sie stand auf und wandte sich an Inspektor Dalton. Ich gestehe,
ich versuchte, meinen Ehemann zu ermorden. Verhaften Sie mich. Inspektor Dalton nickte ernst und trat vor. Lady Charlotte Ashworth, ich verhafte Sie wegen des versuchten Mordes an Lord Edmund Ashworth. Warten Sie, unterbrach Poirot plötzlich. Warten Sie einen Moment. Alle blickten ihn überrascht an. Was ist, Poirot? fragte Hastings. Poirot went up and down the room, his forehead folded in deep.
There is something that is not right, something that the little grey cells tell me, but I can't quite grasp it. He stood and looked at the three people. Dr. Sterling, Reverend Blackwood, Lady Charlotte. Three people, independent of each other, tried to poison the same man at the same time. The probability is astronomisch. Manchmal geschehen unwahrscheinliche Dinge, sagte Inspektor Dalton pragmatisch. Oui, das ist wahr. Aber Poirot schloss die Augen, konzentrierte sich intensiv. Dann öffnete er sie plötzlich, und sie funkelten mit Erkenntnis. Non, es ist nicht so, wie es scheint.
Ich habe einen Fehler gemacht, einen schrecklichen Fehler. Was meinen Sie? fragte Hastings alarmiert. Lord Ashworth starb an cyanide-vergiftung. Das ist unbestritten. Und drei Personen gaben cyanide in den Kelch. Aber... Poirot drehte sich zu Dr. Stirling. Sie sagten, sie gaben eine nicht-tödliche Dosis. Zehn Milligramm. Wann genau taten Sie das? Dr.
Stirling dachte nach. Um etwa 10.50 Uhr. Kurz nachdem wir den Empfang betraten. Und Sie, Reverend Blackwood? Um etwa 11.08 Uhr. kurz nachdem Edmund meinen Schlüssel nahm.» Und Sie, Lady Charlotte?«» Um etwa 10.45 Uhr. Sofort nach der Zeremonie, bevor ich zum Empfang ging.« Poirot nickte langsam.» Also, Lady Charlotte zuerst.
Dann Dr. Sterling. Dann Reverend Blackwood. Drei Besuche in der Krypta. Drei Dosengift.« Er wandte sich an Inspektor Dalton. Und wann genau fand Reverend Blackwood Lord Ashworth tot? Um elf Uhr fünfzehn, etwa sieben Minuten, nachdem Lord Ashworth zur Krypta ging. Sieben Minuten, wiederholte Poirot. Na, Cyanide wirkt schnell, sehr schnell. Der Tod tritt normalerweise innerhalb von zwei bis drei Minuten nach Einnahme einer tödlichen Dosis ein. Was wollen Sie damit sagen? fragte Dr. Stirling.
Ich sage, dass etwas an dieser Zeitlinie nicht stimmt. Poirot ging zum Fenster und blickte hinaus auf die Kathedrale. Lord Ashworth ging um 11.08 Uhr zur Krypta. Er wurde um 11.15 Uhr tot aufgefunden. Das gibt uns ein Zeitfenster von sieben Minuten. Aber wenn er sofort nach Betreten der Krypta aus dem Kelch getrunken hätte, wäre er innerhalb von drei Minuten tot gewesen.
Warum dauerte es sieben Minuten? Vielleicht trank er nicht sofort, schlug Hastings vor. Möglich, aber unwahrscheinlich. Reverend Blackwood sagte, Lord Ashworth sei wegen des Pergaments besorgt gewesen. Er wäre direkt zum Altar gegangen, um es zu überprüfen. Ein Unterkelch stand auf dem Altar, gefüllt mit Wein. Es wäre natürlich für ihn gewesen, einen Schluck zu nehmen, während er das Pergament inspizierte.
Poirot drehte sich um, seine Augen blitzten. Es sei denn, er trank überhaupt nicht aus dem Kelch. verblüffte Stille. Aber er muss getrunken haben, protestierte Inspektor Dalton. Er starb an Cyanidvergiftung, wie sonst hätte das Gift in seinen Körper gelangen können. Poirot lächelte, ein trauriges, wissendes Lächeln. Das, meine Herren und Damen, ist die Frage, die wir falsch gestellt haben. Wir fragten, wer vergiftete den Kelch? Aber die richtige Frage ist, war der Kelch überhaupt die Quelle des Gifts? Er wandte sich an Eleanor Fairfax, die sehr blass geworden war.» Mademoiselle«, sagte Poirot sanft,» ich glaube, Sie haben uns noch nicht die ganze Wahrheit erzählt. Nicht über den Kelch, sondern über etwas anderes. Etwas,
das Sie Ihrem Vater an diesem Morgen geglaubt haben.« Eleanor Fairfax quivered. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, und sie sackte in sich zusammen, als würde eine unsichtbare Last sie erdrücken. Lady Charlotte sprang auf, um sie zu stützen, aber Eleanor wich zurück. Nein, flüsterte sie. Nicht mehr. Keine Lügen mehr.
Poirot trat näher zu ihr. Seine Stimme war sanft, aber bestimmt. Mademoiselle, ich weiß, dass dies schwer ist, aber die Wahrheit muss gesagt werden. Was geschah wirklich an diesem Morgen? Eleanor wischte sich die Tränen ab und atmete tief durch. Als sie zu sprechen begann, war ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
Es begann vor zwei Monaten. Ich studiere Kunstgeschichte in London, wie ich sagte. Aber was ich nicht erwähnte, ist, dass mein Spezialgebiet mittelalterliche Toxikologie ist, die Verwendung von Giften im Mittelalter, sowohl als Medizin als auch als Waffe. Professor Hendricks keuchte. Sie studieren Gifte? Ja, es ist ein legitimes akademisches Feld.
Ich habe Zugang zu verschiedenen Substanzen für meine Forschung, einschließlich, einschließlich Cyanide-Verbindungen. Eleanor blickte auf ihre zitternden Hände. Als Lord Ashworth, mein Vater, mir vor sechs Monaten gestand, wer er wirklich war, war ich zunächst überglücklich. Endlich hatte ich einen Vater. jemanden, der mich anerkannte. Aber dann wurde alles kompliziert, sagte Poirot. Ja, ihr Edmund. Ich kann ihn nicht Vater nennen, selbst jetzt nicht.
Er begann, mich zu kontrollieren. Er sagte, ich dürfe niemandem die Wahrheit sagen. Er überwachte meine Briefe, meine Telefongespräche. Er drohte, meine Studienfinanzierung zu streichen, wenn ich nicht gehorchte. Es war, als wäre ich sein Besitz, nicht seine Tochter. Lady Charlotte sprach, ihre Stimme gebrochen. Eleanor, warum hast du mir nichts gesagt?
Ich hatte Angst. Edmund drohte, dass er dich verstoßen würde, wenn ich sprach. Du warst die einzige Mutter, die ich je hatte, Tante Charlotte. Ich konnte nicht riskieren, dich zu verlieren. Eleanor schluchzte. Aber vor einem Monat wurde alles noch schlimmer. Edmund told me that he would change his will. He would leave me a part of his fortune. But only under the condition that I quit my studies and continue his work. He wanted me to become his master, his puppet.
And they couldn't accept that, said Poirot. No, I had studied for years, followed my own dreams for years. und nun sollte ich alles aufgeben, um Edmund's ego zu dienen? Eleanor stand auf, ihre Fäuste geballt. Ich sagte ihm nein. Und er? Er lachte. Er sagte, ich hätte keine Wahl. Entweder ich gehorche, oder er würde mich enterben und die Wahrheit über meine Herkunft enthüllen, aber so entstellt, dass es meine Reputation ruinieren würde. Er würde behaupten, Meine Mutter sei eine Prostituierte gewesen, das ich... Sie konnte nicht weitersprechen, überwältigt von Emotionen. Poirot wartete geduldig. Als Eleanor sich wieder gefasst hatte, fuhr er fort. Und dann, gestern, erzählten sie Lady Charlotte
die Wahrheit über ihre Beziehung zu Lord Ashworth. Ja, ich konnte es nicht länger für mich behalten, die Last war zu schwer. Ich dachte, vielleicht könnte Tante Charlotte mir helfen, einen Ausweg zu finden. Eleanor blickte zu Lady Charlotte, die blass und regungslos dastand. Aber stattdessen brach ihre Welt zusammen.
Ich hatte ihr noch mehr Schmerz zugefügt. Und in dieser Nacht, sagte Poirot, trafen sie eine Entscheidung. Eleanor nickte langsam. Ich konnte nicht schlafen. Ich dachte an alles, was Edmund getan hatte. Wie er Menschen manipulierte, zerstörte, benutzte. Catherine Thornberry, meine Mutter, Tante Charlotte, Dr. Sterling, Professor Hendricks, Reverend Blackwood. Alle waren Opfer seiner Rücksichtslosigkeit. Sie zog ein kleines Fläschchen aus ihrer Tasche, ähnlich den anderen, es aber mit einem anderen Etikett. Ich hatte das bei mir, aus meinem Labor. Nicht Kaliumcyanid, sondern eine andere Form, Natriumcyanid. Aufgelöst in einer speziellen Lösung, die es geschmacklos und geruchlos macht. Eine mittelalterliche Rezeptur, die ich
für meine Forschung rekonstruiert hatte. Inspektor Dalton trat vor. Miss Fairfax, was haben Sie damit gemacht? Heute Morgen, bevor wir alle zur Kathedrale gingen, bat Edmund mich, ihm seinen Morgentee zu bringen. Das tat ich oft für ihn. Es war eine unserer wenigen normalen Interaktionen. Eleanor's voice trembled. But this time, this time I gave the poison to the tea. The whole bottle, more than enough for a deadly dose. A collective coughing went through the room. Mon Dieu, whispered Hastings. Eleanor went on, and the words flowed like a dam. I brought him the tea in his workroom. He sat at his desk and saw papers through it. Er nahm die Tasse, ohne mich anzusehen, und trank. Er trank alles. Den gesamten Tee.
Und dann? fragte Poirot, obwohl er die Antwort bereits kannte. Dann wartete ich. Ich wusste, dass das Gift schnell wirken würde, aber nicht sofort. Diese spezielle Formulierung ist verzögert. Sie braucht etwa 30 bis 40 Minuten, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Edmund würde Symptome zeigen. aber nicht sofort sterben. Er würde Zeit haben, zur Zeremonie zu gehen, vielleicht sogar zur Krypta.
Poirot nickte. Und genau das geschah. Lord Ashworth nahm das Gift um etwa neun Uhr morgens zu sich. Um zehn Uhr ging er zur Kathedrale, bereits vergiftet, aber noch nicht tot. Um elf Uhr, es während er in der Krypta war, erreichte das Gift seine tödliche Konzentration. Aber was ist mit dem vergifteten Kelch? fragte Inspektor Dalton verwirrt. Drei Personen haben gestanden, Gift in den Kelch gegeben zu haben. Und das taten sie auch, bestätigte Poirot. Aber Lord Ashworth trank niemals daraus.
Als Reverend Blackwood ihn fand, war der Kelch umgefallen, der Inhalt verschüttet. Wir nahmen an, dass Lord Ashworth daraus getrunken hatte und den Kelch fallen ließ, als das Gift zu wirken begann. Aber in Wahrheit, in Wahrheit, vollendete Eleanor. Tränen strömten über ihr Gesicht. War Edmund bereits sterbend, als er die Krypta betrat? Das Gift aus dem Tee hatte seine Wirkung erreicht. Er taumelte, griff nach dem Altar zur Stütze und stieß dabei den Kelch um. Er trank nieder aus.
Das Gift, das ihn tötete, war meins. Na, nur meins. Die Stille, die folgte, war absolut. Selbst das Geräusch des Windes draußen schien verstummt zu sein. Schließlich sprach Reverend Blackwood, seine Stimme voller Schock. Sie meinen, ich habe ihn gar nicht getötet? Nein, Reverend, sagte Poirot sanft. Sie versuchten es, das ist wahr, aber Miss Fairfax kam ihnen zuvor. Lord Ashworth war bereits dem Tode geweiht, bevor sie ihre Dosis in den Kelch gaben. Und ich auch. flüsterte Dr. Stirling.
Mein Gift spielte keine Rolle. Noch meins, sagte Lady Charlotte, halb erleichtert, halb entsetzt. Eleanor sank auf die Knie. Ihre Schultern bebten mit Schluchzern. Ich bin eine Mörderin. Ich tötete meinen eigenen Vater. Ich bin ein Monster. Poirot kniete sich neben sie. Nein, Mademoiselle, Sie sind kein Monster. Sie sind ein junger Mensch, der in verzweifelten Umständen eine schreckliche Entscheidung traf.
Das macht es nicht richtig, aber es macht sie nicht zu einem Monster. Er stand auf und wandte sich an alle Anwesenden. Dieser Fall ist außergewöhnlich. Vier Personen versuchten, denselben Mann zu töten. Drei versuchten es zur selben Zeit, aber ihre Bemühungen waren umsonst. Der Mann war bereits vergiftet worden, Stunden zuvor von der vierten Person. Inspector Dalton rubbed his forehead.
That is the most complex case I have ever seen. How am I supposed to explain that in my report? The truth, said Poirot simply. Nothing but the truth. Lord Edmund Ashworth was a man who caused great damage. He manipulated, cheated, und zerstörte die Leben derer um ihn herum. Am Ende wurde er von jemandem getötet, und den er am meisten hätte schützen sollen, seiner eigenen Tochter. Er wandte sich an Eleanor. Mademoiselle, warum haben Sie das Cyanide in den Tee gegeben, anstatt in den Kelch? Sie hatten Zugang zur Krypta. Sie hätten es auf die gleiche Weise tun können wie die anderen.
Eleanor wischte sich die Tränen ab. Weil ich ein Feigling bin. Ich wollte nicht dort sein, wenn es geschah. Ich wollte nicht sein Gesicht sehen, wenn er starb. Der Tee. Der Tee gab mir Distanz. Ich konnte mir einreden, dass es ein Unfall war, dass ich es nicht wirklich tat. Sie lachte bitter. Aber natürlich tat ich es. Ich bin genauso schuldig wie Catherine Thornberry. die vor fast 60 Jahren in derselben Krypta einen anderen Edmund Ashworth tötete. Nein, widersprach Poirot.
Catherine Thornberry tötete in Notwehr, um ihr eigenes Leben zu schützen. Sie hatten eine Wahl. Sie wählten den Mord. Ich weiß. Eleanor stand auf. Ihre Beine zitterten. Inspektor Dalton, ich bin bereit, verhaftet zu werden. Ich gestehe den Mord an Lord Edmund Ashworth. Inspektor Dalton nickte ernst.» Eleanor Fairfax, ich verhafte Sie wegen des Mordes an Lord Edmund Ashworth. Sie haben das Recht zu schweigen, aber alles, was Sie sagen...« Während er die Formalitäten durchführte, stand Lady Charlotte auf und umarmte Eleanor fest.» Ich vergebe dir«, flüsterte sie.» Gott möge mir helfen, aber ich vergebe dir.« Dann wandte sie sich an Inspektor Dalton.» Und was geschieht mit uns?« Mit Reverend Blackwood, Dr. Sterling
und mir? Inspektor Dalton sah zu Poirot, unsicher. Poirot strich über seinen Schnurrbart, nachdenklich. Das, Inspektor, ist eine komplizierte Frage. Technisch gesehen versuchten alle drei von ihnen, einen Mord zu begehen. Aber der Mord war bereits geschehen, bevor ihre Versuche Wirkung zeigen konnten. Kann man des Mordes schuldig sein, wenn das Opfer bereits tot war? Versuchter Mord ist trotzdem ein Verbrechen, sagte Inspektor Dalton. Oui, das ist wahr. Aber die Umstände sind außergewöhnlich. Poirot wandte sich an die drei. Sie alle wurden von Lord Ashworth in die Verzweiflung getrieben. Sie alle sahen keinen anderen Ausweg. Das rechtfertigt nicht ihre Handlungen, aber es erklärt sie. Er machte eine Pause, dann fuhr er fort.
Wenn ich ein Richter wäre, was ich nicht bin, würde ich sagen, dass Sie bereits Ihre Strafe erhalten haben. Dr. Sterling, Sie müssen mit dem Wissen leben, dass Sie versuchten, einen Mann zu töten. Reverend Blackwood, Sie haben Ihr heiliges Amt verraten. Und Lady Charlotte, Sie haben die Grenzen überschritten, die Sie Ihr ganzes Leben lang respektiert haben. Das sind Lasten, die Sie für den Rest Ihres Lebens tragen werden. Inspector Dalton dachte nach. Ich muss dies meinen Vorgesetzten melden. Aber er seufzte, ich werde empfehlen, dass angesichts der außergewöhnlichen Umstände und der Tatsache, dass der eigentliche Mord bereits geschehen war, bevor ihre Versuche Wirkung zeigen konnten, milde walten gelassen wird. Danke, flüsterte Reverend Blackwood. Dr.
Sterling sagte nichts, stand aber auf und verließ still den Raum, ihr Kopf gesenkt. Zwei Stunden später... stand Poirot mit Hastings im Kreuzgang der Winchester Kathedrale. Der Nebel hatte sich gelichtet und die Sonne brach durch die Wolken, warf goldene Strahlen auf die alten Steine. Ein bemerkenswerter Fall, Poirot, sagte Hastings.
Vier Menschen versuchten denselben Mann zu töten. Oui, mon ami, es zeigt, was Grausamkeit und Manipulation anrichten können. Lord Ashworth schuf seine eigenen Mörder. Poirot looked up at the cathedral. And it all started here, in this crypt, almost 60 years ago, when another Edmund Ashworth tried to murder a woman.
The sins of the fathers, as the saying goes, are transferred to the children. What will happen to Eleanor? She will be put to trial. But I think with a good lawyer and in the face of the circumstances, the years of manipulation, Die emotionale Erpressung wird sie möglicherweise eine mildere Strafe erhalten. Vielleicht sogar Bewährung, wenn das Gericht Nachsicht zeigt.
Und der Kelch? Die ganze Entdeckung war ja teilweise eine Fälschung. Poirot lächelte. Ah, der Kelch. Ich sprach mit Professor Hendricks, bevor wir hierher kamen. Er wird eine vollständige Offenlegung machen. Der Kelch ist authentisch mittelalterlich, wenn auch nicht aus der Zeit Heinrichs II. Er hat immer noch erheblichen historischen Wert.
Die Kathedrale wird ihn behalten, aber mit der korrekten Datierung und Herkunft. Und die Geschichte von Catherine Thornberry und Edmund Ashworth Senior wird ebenfalls erzählt werden. Eine Warnung über die Gefahren von Macht und Gier. Hastings schüttelte den Kopf. Es ist eine traurige Geschichte, Poirot. So viele Leben zerstört. Oui, très triste. Aber vielleicht kann etwas Gutes daraus entstehen. Lady Charlotte wird endlich frei sein, ihr eigenes Leben zu führen. Dr.
Sterling und Professor Hendricks haben gelernt, dass wissenschaftliche Integrität wichtiger ist als Ruhm. Und Reverend Blackwood. Poirot machte eine Pause. Vielleicht findet er einen Weg zur wahren Erlösung, nicht durch Gewalt, sondern durch Vergebung und Buße. Sie gingen langsam durch den Kreuzgang.
Ihre Schritte halten auf dem Steinboden. Wissen Sie, Hastings, sagte Poirot nachdenklich, die Menschen denken oft, dass Gerechtigkeit einfach ist, gut gegen böse, schwarz gegen weiß. Aber Fälle wie dieser zeigen uns, dass die Wahrheit komplexer ist. Lord Ashworth war ein Opfer der Sünden seines Großvaters. Aber er wurde auch selbst zum Täter. Eleanor war ein Opfer, aber sie wurde zur Mörderin. Wer ist schuldig? Wer ist unschuldig? Es ist nicht so klar, wie wir möchten. Aber sie haben die Wahrheit gefunden, Poirot, und das ist das Wichtigste. Die Wahrheit, ja.
Aber Wahrheit und Gerechtigkeit sind nicht immer dasselbe, mon ami. Poirot blieb stehen und blickte zur Kathedrale auf, deren Turm majestätisch in den Himmel ragte. Diese Kathedrale steht seit fast tausend Jahren. Sie hat Kriege gesehen. Pest, hungersnöte, menschliche Dramen aller Art. Und sie wird weiterhin stehen, lange, nachdem wir alle fort sind. Das gibt mir Perspektive. Sie erreichten das Tor, wo ein Wagen auf sie wartete, um sie zum Bahnhof zu bringen. Zurück nach London? fragte Hastings. Oui, dieser Fall ist abgeschlossen. Die kleinen grauen Zellen haben ihre Arbeit getan.
Poirot stieg in den Wagen. aber ich werde Winchester nicht vergessen und das Mysterium der Kathedrale. Es wird mich noch lange begleiten. Als der Wagen sich in Bewegung setzte, warf Poirot einen letzten Blick auf die Winchester Kathedrale. Irgendwo in dieser massiven Struktur, tief unter dem Boden, lag die Krypta, Zeuge jahrhunderte alter Geheimnisse und moderner Tragödien. Er dachte an Catherine Thornberry, die vor fast 60 Jahren in Verzweiflung einen Mann tötete und dann verschwand. Er dachte an Eleanor Fairfax, eine junge Frau, die in ähnlicher Verzweiflung denselben schrecklichen Weg wählte.
Die Geschichte wiederholte sich nicht genau, aber sie reimte sich, wie Mark Twain einmal sagte.» A quoi pensez-vous, Poirot?« fragte Hastings, der das nachdenkliche Gesicht seines Freundes bemerkte. Ich denke an die menschliche Natur, mon ami. Wie wir dieselben Fehler wiederholen, Generation für Generation. Aber auch, wie wir die Fähigkeit haben, zu vergeben, zu heilen, neu anzufangen. Er lächelte leicht. Lady Charlotte wird eine neue Chance bekommen. Eleanor, wenn sie ihre Zeit abgesessen hat, wird ebenfalls eine zweite Chance bekommen. Und vielleicht, nur vielleicht, werden Sie es besser machen als die Ashworths vor Ihnen. Das hoffe ich, sagte Hastings. Ich auch, mon ami.
Ich auch. Epilog Sechs Monate später erhielt Poirot einen Brief. Er war von Lady Charlotte Ashworth, geschrieben aus dem Ashworth Manor, das nun allein ihr gehörte. Lieber Monsieur Poirot, Ich schreibe Ihnen, um Sie über die Entwicklungen seit jenem schrecklichen Tag in der Kathedrale zu informieren. Eleanor wurde vor Gericht gestellt. Dank der Aussage von Dr. Sterling, Professor Hendricks, Reverend Blackwood und mir, die alle das Ausmaß von Edmunds Manipulation bestätigten, zeigte das Gericht Gnade. Sie wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, erst mit der Möglichkeit auf Bewährung, nach drei Jahren wegen guter Führung.
Ich besuche sie jeden Monat. Wir sprechen über die Zukunft, über das Leben, das sie haben wird, wenn sie freigelassen wird. Ich habe versprochen, für ihr Studium zu zahlen, damit sie ihre Träume verwirklichen kann. Es ist das Mindeste, was ich tun kann. Das Ashworth Manor habe ich in ein Museum umgewandelt.
Die Sammlung meines verstorbenen Ehemanns, alle legitimen Teile davon, wird nun der Öffentlichkeit gezeigt, mit vollständiger Offenlegung über die Geschichte der Objekte. Das gestohlene Reliquiar wurde an Griechenland zurückgegeben. Der Kelch von Winchester ist nun in der Kathedrale ausgestellt, mit der korrekten Datierung aus dem 14. Jahrhundert. Daneben ist die Geschichte von Catherine Thornberry erzählt. Nicht als Mörderin, sondern als eine Frau, die um ihr Leben kämpfte. Es ist eine wichtige Geschichte, denke ich. Eine, die erzählt werden muss. Reverend Blackwood hat sein Amt niedergelegt. Er arbeitet nun in einer Suppenküche in London, dient den Armen und Bedürftigen. Er sagt, es sei seine Buße. Ich denke, es ist seine Erlösung. Dr.
Sterling und Professor Hendricks arbeiten zusammen an einer vollständigen Studie über den Kelch. Ihre Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Respekt geprägt, etwas, das vorher fehlte. Sie haben beide gelernt... dass Integrität wichtiger ist als Ruhm. Was mich betrifft, ich lebe zum ersten Mal in meinem Leben für mich selbst. Ich reise, ich lese, ich lerne. Es ist seltsam, aber wunderbar. Ich wollte Ihnen danken, Monsieur Poirot. Nicht nur dafür, dass Sie die Wahrheit gefunden haben, sondern dafür, dass Sie sie mit Mitgefühl behandelt haben. Sie hätten uns alle als Monster darstellen können. Stattdessen halfen sie uns zu verstehen, dass wir Menschen sind, fehlerhaft, gebrochen, aber fähig zur Erlösung. Die Kathedrale steht noch immer, wie sie sagten,
und wir alle finden unseren Weg, unter ihrem Schatten weiterzuleben. Mit tiefer Dankbarkeit, Charlotte Ashworth Poirot faltete den Brief sorgfältig zusammen und legte ihn in eine Schublade, wo er seine bedeutsamsten Erinnerungen aufbewahrte. Ein guter Abschluss. fragte Hastings, der den Brief über Poirot's Schulter gelesen hatte. Oui, mon ami, nicht perfekt, die Gerechtigkeit ist nie perfekt, aber angemessen, das ist alles, was wir hoffen können. Er stand auf und ging zum Fenster, blickte hinaus auf London. Irgendwo da draußen waren Menschen, die mit ihren eigenen Geheimnissen, ihrer eigenen Schuld, in ihren eigenen Kämpfen lebten. Und irgendwann würde Hercule Poirot gerufen werden, um eine weitere Wahrheit zu enthüllen. Aber für heute war seine
Arbeit getan. Das Winchester-Kathedrale-Mysterium war gelöst.» Kommen Sie, Hastings«, sagte er und drehte sich um, ein Lächeln auf seinem Gesicht.» Ich glaube, es ist Zeit für eine Tasse Tisane und vielleicht einen Blick in die Zeitung. Wer weiß, vielleicht wartet bereits das nächste Mysterium auf uns.« Hastings laughed. With them, Poirot, there is always a mystery around the corner. Precisement, mon ami, précisément.
And so ended the story of the Winchester Cathedral mystery, not with throbbing justice or perfect resolution, but with the quiet hope of redemption and the realization that even in the darkest human actions there is the potential for understanding and forgiveness. The cathedral would still stand, a silent witness of human nature in all its complexity. And Hercule Poirot, with his small grey cells and his big heart, would still seek the truth. Not to judge, but to understand.
Because in the end, as he often said, is it the understanding that makes us human?