
Hey München· Folge 109
#22 Mindestpreise für Uber und Bolt / Der vergessene Retter der NSDAP-Akten
Donnerstag, 2. Juli 2026 · 24 min
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Shownotes
Der Stadtrat hat schon Ende April beschlossen, dass ein Mindestpreis für Fahrdienste wie Uber und Bolt eingeführt wird. Künftig gibt es einen Basispreis, dazu kommt ein Kilometerpreis. (sueddeutsche.de/muenchen/uber-bolt-freenow-min…) Das bedeutet: In den meisten Fällen dürfte die Fahrt teurer werden. Im Podcast geht es unter anderem darum, wie sich die neue Regel auf den seit Längerem andauernden Konflikt zwischen Taxifahrern und Fahrdiensten auswirkt.
In den letzten Kriegstagen beauftragte ein NS-Funktionär eine Papierfabrik in Freimann, eine große Lieferung Papier sofort zu vernichten. Als die Lastwagen ankam, erkannte der Betreiber Hanns Huber allerdings sofort den Wert der Papierberge: Es handelte sich um circa acht Millionen Karteikarten aus der NSDAP-Akte – ein historischer Schatz, der plötzlich in Hubers Fabrik lag. (sueddeutsche.de/projekte/artikel/muenchen/nsda…) Wie er es geschafft hat, die Karten vor der Vernichtung zu retten, ist im Podcast zu hören. Die Karteikarten, die Huber damals gerettet hat, hat die SZ jetzt in einem großen Projekt ausgewertet. (sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/nsdap…) Mit einem Tool kann man sie selbst beispielsweise nach den Namen von Verwandten durchsuchen. Begleittexte liefern zusätzlich eine historische Einordnung.
Jackys Gastrotipp diese Woche ist ein neuer Bagelshop: Vollaths Bagelbar in der Thalkirchner Straße 2. Die herzhaften Bagel kosten zwischen 8,50 und 9,50 Euro, Jacky empfiehlt besonders den „Onion Beef“ mit einem Everything-Bagel. Öffnungszeiten: täglich von 7 bis 20 Uhr. Bagels für daheim gibt es bei Katis Bagel Corner. Das ist eine kleine Mikrobäckerei aus München, bei der man aktuell nur online bestellen kann (sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-waldperlach-…). Eine gemischte 6er-Box kriegt ihr für 14,99 plus Versand.
Die Good News der Woche: Die Trinkwasserbrunnen in der Stadt sollen ausgebaut werden. (sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-trinkwasserb…)
Moderation: Linus Freymark, Tim Brack
Redaktion: Anna-Maria Salmen, Jaqueline Lang, Lisa Bögl, Heiner Effern
Produktion: Aylin Sancak
Redaktionsschluss: Dienstag, 30. Juni 2026, um 14 Uhr
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Wenn man sich auf eins verlassen kann, dann das alles teurer wird in München. Und jetzt auch Uber, Bolt und Co., warum das so ist, erklären wir euch heute! Außerdem wollen wir über ein Stück vergessener Münchner Stadtgeschichte sprechen. Wir wollen uns den Retter der Nazi-Akten anschauen Hans Huber, der im April nineteenhundertvierzig mehr als acht Millionen Karteigarten vor der Vernichtung durch die Nazis bewahrt hat.
Hallo und herzlich willkommen bei Hey München. Ich heiße Tim und sitze hier mit Linus Hallo? Und wir bringen euch jeden Donnerstag zwei wichtige Themen, die die Stadt bewegt haben. Dazu gibt's da noch ein Gastro-Tipp und eine Good News! Ja, willkommen bei Hey München. Ihr wisst ja wir nehmen immer am Dienstag Nachmittag auf.
deswegen sitzen wir hier noch einigermaßen fassungslos im Studio. ich habe mir gestern das Elend von Boston im Backstage angeschaut. wo hast du's geschaut? Auf dem Sofa! Das war definitiv die bessere Entscheidung. Im Backstage war die Stimmung gegen Ende hin dann natürlich ziemlich schlecht und Ich hatte da noch ein Problem weil ich wollte mit einem Uber oder Taxi oder irgendwie nach Hause fahren Und ich hab natürlich keins bekommen weil alle Leute aus dem Backstage rausgeströmt sind.
Und Uber ist tatsächlich auch das Thema, über das wir in dieser Woche sprechen wollen. Denn da gibt es eine Änderung Es wird offenbar nicht mehr so günstig wie wir's kennen. Die Nachricht dass Uber und Bolt und Co jetzt teurer werden hat ja schon Ende April für Aufsingen gesorgt. Das hat der Stadtrat damals beschlossen.
Und jetzt ab dem ersten Juli geht's halt los. Es wird ein Mindestpreis eingeführt Für Uber, Bolt und solche Fahrdienste. Jetzt kann mindestens alles bedeuten Mit was für Preissteigerungen muss man errechnen? oder kann es vielleicht sogar auch sein, dass die Preise manchmal auch günstiger sind? Weil Oberrichtet sich ja so ein bisschen nach der Nachfrage.
Günstiger wird's nicht werden! Also die super billigen Preise sind vorbei dadurch das jetzt einen Basispreis eingeführt wird. Der beträgt schon mal fünf Euro dreizehn und dann wird auch ein Kilometerpreis angeführt mit zwei Euro dreinvierzig und ab dem achten Kilometer dann zwei Euro fünfundzwanzig. Und das Interessante ist Damit nähert sich das jetzt an die Taxipreise an, die wurden nämlich im gleichen Zug gesenkt.
Da zahlt man zum Beispiel ab dem achten Kilometer zwei Euro fünfzig. Das sind dann auch nur zwanzig Cent mehr als bei Uber. also die Preise gleichen sich an und der Basispreis liegt beim Taxi bei fünf Euro neunzig, bei Uber fünf Euro dreizehn. Also da sind jetzt wirklich nur noch so ein paar Cent dazwischen.
Okay, jetzt gleichen Sie sich die Preisen an! Als Taxifahrer würde mich das freuen weil da gab es ja immer wieder Konflikte und die Taxifahrer haben ja immer wider kritisiert dass durch die günstige U-Berkonkurrenz Fahrgäste weggehen. Genau, die Taxifahrer ist das schon lange ein Dorn im Auge einfach weil sie einfach viel billiger sein können.
Uber. Also bei den Taxis gilt ja schon länger zum Basispreis und Uber war da flexibel in der Preisgestaltung. Das liegt daran dass die Taxis ein anderes Unternehmen sind. also uber-und co sehen sich nur als Vermittler von Fahrten nicht als Taxiunternehmen. das heißt wenn du bei Uber einen Wagen bestellst dann mietest du ein Wagen plus Fahrer.
Die haben halt auch andere Regularien, also bei Taxis sind die ein bisschen strenger. Es wird mehr auf Mindestlohn und so geachtet. Und das ist auch ein Argument der Stadt dass sich bei diesen Fahrdienstleistern wie U-Bahnco eben die Bedingungen für die Fahrer verbessern sollten weil das Hauptzahlamt München hat auch öfter mal Kontrollen durchgeführt und da wurden immer wieder Verstöße gefunden gegen Melde- und Beitragspflichten und Mindestlohnengesetz und sowas.
Das heißt für die U-Barfahrer wird es dann eigentlich auch besser oder? Also wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe können sie ab jetzt mit einem Mindest lohn rechnen. In der Theorie sollte das so sein, dass es für die Besser wird. Und für die Fahrgäste wird's einfach nur teurer? Oder gibt es vielleicht auch irgendwie jetzt noch einen besseren Service oder müssen wir einfach ein bisschen mehr zahlen?
Wir müssen einfach ein bißchen mehr zahlen. und das ist jetzt auch meine Meinung, ist auch irgendwie quatsch, dass jetzt sozusagen die Fahrgeste dafür bestraft werden, dass Uber billiger ist. Natürlich ist der Weg wie Uber dahin kommt, dass es billiger ist vielleicht eben durch genannte Verstöße auch zu erklären.
Aber da sich dann noch eher die Behörden im Zug zwang, dass sie halt besser kontrollieren und Strafen auferlegen oder ähnliches und da dann die Stellschraube ansetzen und nicht für die Fahrgäste? Ja ich verstehe was du meinst aber andererseits ist das doch schon auch so. also wenn man möchte, dass die Fahrer fair bezahlt werden muss das Geld irgendwo herkommen.
und wo soll's herkommen wenn nicht von den Fahrgkästen? ja das kann man auf jeden Fall als Argument nehmen. Uber hat es halt, das muss man ihn lassen. Hat's halt irgendwie geschafft diesen Weg des Taxi-Unternehmens zum Gehen eben mit dieser Mietwagenregelung und die Nutzen halt das System, was vorhanden ist für ihren Vorteil aus.
Und dass es den Fahrern bei Uber & Co vielleicht nicht so gut geht teilweise Das ist natürlich nicht gut. Aber da sollten dann eher die Behörden, die kontrollieren besser hinschauen und damit Strafen fürsorgen. Das würde wahrscheinlich auch auf die Fahrgäste umgelegt werden Schätze ich jetzt mal aber Ich finde halt jetzt pauschal einfach Preise einzuführen, finde ich ein bisschen schwierig.
Und man muss auch sagen es trifft halt die Leute, die vielleicht sich keinen Taxi leisten können und deswegen noch auf Uber zurückgegriffen haben. Was würdest du denn sagen? Wie würdest Du diese Beliebtheit von Uber erklären? also Ich finde was für mich zum Beispiel schon Argument dafür ist, ist halt du weißt einfach im Vorfeld welche Kosten auf dich zukommen.
Also du kriegst ja einen Preis angezeigt und dann kannst du dir entscheiden ob du den jetzt zahlst oder nicht. und im Taxi ist das ja schon so. wenn du jetzt im Stau stehst Dann kann's teurer werden. Genau, ich glaube das ist auch das Hauptargument der Preis und dass die Preise teilweise sehr viel billiger sind.
Vor allem wenn wenig los ist weil Uber hat ja ein dynamisches Preismodell das heißt... Deswegen ist es glaube ich nachts ehrlich gesagt manchmal auch fast teurer als Taxi oder? Kam mir zumindest mal so vor wenn ich unterwegs war. Ja absolut da kann ich dir ein ganz nettes Beispiel auch mit Bezug zum Fußball gerade nennen.
Hau raus! Und zwar habe ich saß ich wie gesagt am Montagabend auf dem Sofa und hab natürlich noch so ein bisschen nebenher für unsere Geschichte unter unserem Podcast hier recherchiert Was kostet deine Fahrt von mir zu Hause in Schwabing an der Hauptbahnhof also so? Vier, fünf Kilometer. Und bei Uber...
Warte Montag abend? Montagabend! Kurz vom Deutschlandspiel, ein zwanzigund dreißig und hat geregnet. Es hat geregnet. Achso das dürfte den Preis etwas erhöht haben. dann sag ich jetzt mal vierzehn-dreißig Da bist du nah dran an dem Festpreis vom Taxi. Das kann man ja auch buchen über verschiedene Apps und da lag er bei sechzehn Euro.
Dreißig Bei uber Weil eine sehr hohe Nachfrage anscheinend war, war er bei ... Achtundfünfzig Euro für die Fahrt. Für diese eine Fahrt? Wahnsinn! Das heißt da war in dem Moment wahrscheinlich die Hölle los. alle wollten schnell in einen Uber rein raus ausm Regen oder zum Spiel schauen und dann war es halt entsprechend teuer.
also uber ist nicht immer billiger aber wenn halt nicht so viel los ist dann kannst du das halt viel billiger bekommen als ein Taxi. Jetzt hat es so gesagt, der Stadtrat hat diese Mindestpreise eingeführt. Das klingt für mich jetzt so als wäre das ein reines Münchner-Ding und der Berliner oder Kölner ist immer noch günstig mit Uber unterwegs.
Es ist nicht bundesweit aber die Kölners haben auch sowas eingefürt einen Monat vor vor München. Bei den Berliner wird auch immer wieder diskutiert, also es gibt verschiedene Städte wo sowas immer wieder zum Thema gemacht wird. Heidelberg hat's eingeführt Leipzig hats auch eingeführt. aber da zb ein Gericht gesagt die Preise waren zu hoch angesetzt.
dann wurde das wieder gekippt. Das ist natürlich auch uber und bold wie sie alle heißen. auch noch vorbehalten dass sie vor Gericht ziehen und das dann halt anfächten bis zum europäischen Gerichtshof auch okay. aber das heißt ich brauche mich nicht wundern wenn es in Berlin eventuell deutlich günstiger ist als in München.
Genau das ist jetzt noch der Fall. Aber die haben auch ganz unterschiedliche Regelungen, weil es einfach die Kommunen selbst bestimmen können durch das Personenbeförderungsgesetz. Also Köln hat vielleicht eine andere Regelung als München und wenn Berlin was einführt, können sie auch wieder andere Regeln haben.
Das ist sehr individuell gelöst. Jetzt ist ja dennoch das Hauptargument ob man einen Uber oder ein Taxi bucht? Der Preis! Und jetzt hattest du ja gesagt dass passt sich an. herrscht denn jetzt wirklich wieder ein fairer Wettbewerb? und was würdest du mir denn jetzt raten, wenn ich nachts nach Hause möchte?
Uber-Taxi Der Wettbewerb ist jetzt auf jeden Fall fairer, aber halt zu lasten mancher Fahrgäste die auf Uber zurückgegriffen haben. Aber es passt sich auch nur ungefähr an und Uber darf auch weiterhin teurere Preise aufrufen also sowas wie mit den € fifty Euro jetzt während des WM Spiels. das kann trotzdem noch vorkommen dass du damit ein Taxi billiger wegkommst.
deswegen ich würde empfehlen einfach zwei Apps oder Nummern oder wir auch immer auf dem Handy zu haben Und dann immer die Preise vergleichen. Genau! Man muss ja eh dann schauen wenn man gerade abends unterwegs ist was kriegt man überhaupt? dann sind natürlich auch die Öffis und sie sind unschlagbar im Preis.
Ja, und es gibt ja auch noch ein paar andere Möglichkeiten also My Radlei Fahrrad, e-Scooter, Emmy diese Roller Sharing... Also man muss ja jetzt nicht unbedingt mit Uber oder Taxi fahren wenn man jetzt gerade entweder keine Lust mehr auf die ÖFFIS hat oder die eben gerade gefahren sind und der letzte Bus weg ist.
da gibt's ja auch nochmal echt andere Optionen die wahrscheinlich das günstigste sind oder? Die können auf jeden Fall billiger sein, aber ich glaube das ist dann halt auch ein Stück weit manchmal Bequemlichkeit. Und wenn man feiern war, dann kannst du manche Sachen nicht mehr selbst fahren. Okay also bevor ich das nächste mal automatisch die U-Bau oder Bolt oder welche App immer öffne lohnt sich auf jeden fall auch erstmal die Taxipreise zu vergleichen.
Von einem aktuellen Thema, das vor allem Auswirkungen auf die Zukunft hat kommen wir jetzt zu einem Thema aus der Vergangenheit. Das aber auch Auswirkung auf die Gegenwart hat! Wie immer eigentlich wenn es um Geschichte geht? Genau und zwar geht's um Nationalsozialismus und wir hatten ja schon mal eine Folge dazu und da hat ihr uns das Feedback gegeben dass es euch sehr interessiert hat.
deswegen haben wir heute nochmal ein Thema dazu. Die Folge haben auch wir gemacht ne Wir sind hier so'n bisschen die Geschichtsnerz Stimmt Ja Du bist der Geschichts-Nerd Ich stelle die Fragen ich bin nämlich nicht so nerdig wie du. auf jeden Fall Es gibt ja viele Menschen, die haben Großeltern oder Verwandte, die zu der Zeit gelebt haben.
Oder aufgewachsen sind und da fragt man sich immer was waren deren Rolle? Ich hab mich das schon gefragt, dass ich auch schon mal gefragt... Also mein Täter, Mitläufer vielleicht Widerstandskampion? Genau, war mein Opa eigentlich ein Nazi! Und es ist ja wirklich in vielen Familien so.. also man weiß wenn jemand sich vielleicht gegen das Regime irgendwie engagiert hat aber von den vielen Mitläufern oder vielleicht auch Parteimitgliedern hört man ja tatsächlich immer relativ wenig bis gar nichts.
Genau, da wird sich keiner brüsten und es gibt natürlich die Möglichkeit dazu fragen aber ob da dann die Wahrheit erzählt wird eher fraglich. Aber es gibt jetzt ein Tool von der SZ mit dem an diesen riesigen Aktenberg durchforsten kann nach den Namen von SDAP-Mitglieder Millionen von Karteigarten Ja Millionen.
also da sind einige Namen drin. ich habe das natürlich auch gleich mal ausprobiert Und hab den Namen vor meinem Opa eingegeben. ist einfach ein Suchfeld wie bei so einer Google Suche? Ja, das hat nix ausgespuckt. Zum Glück ich war so wobei das ja auch nichts bedeuten muss weil die Daten sind jetzt nicht vollständig.
Das heißt es ist jetzt keine Garantie wenn man keinen Treffer hat dass der nicht in der Partei war Aber immerhin aber die Wahrscheinlichkeit ist auf jeden Fall gesunken dass er da drin war. genau und du warst ja Man hört schon ein bisschen Du warst bei dem Projekt auch involviert. vielleicht kannst du einmal noch ganz kurz den Hörern sagen was genau ist dieses tool wie sie zu Stande gekommen?
Und was kann das? Ja also dieses Tool hat natürlich zum Großteil unserer Datenteam entwickelt Und das ist jetzt so, wenn ihr auf SZE geht. Dann habt ihr da eben diese Maske, die kommt relativ weit oben auf der Homepage. Da könnt ihr dann einfach Namen eingeben, die euch interessieren und dann bekommt ihr die vorgeschlagenen Treffer, die das System gefunden hat.
Eben auch mit Wohnort- und Beruf zum Beispiel der Person. Wenn das passt, dann könnt ihr euch relativ sicher sein dass es sich um den Familienangehörigen handelt, den ihr gesucht habt. Und dann könnt Ihr quasi seine NSDAP oder ihre NSDUP Mitgliederkartei öffnen dann eben Gewissheit, dass der oder diejenige in der Partei war.
Das ist natürlich immer so ein bisschen schwierig weil was macht man jetzt mit dieser Information? Also ich meine jemand kann aus den verschiedensten Gründen in die Partei eingetreten sein. es gab ja Berufe, die eigentlich Parteimitglied sein mussten um dem Beruf weiter auszuüben. Ich denke da immer an Lehrer.
und was unser Tool glaube schon besonders macht ist das man dann noch Begleittexte bekommt die so ein bißchen die Rahmendaten einordnen. also zur Jahreszahl des Eintrittsdatums gibt es einen Text, der ein bisschen die historischen Ereignisse einordnet. Zum Wohnort vor allem rund um München haben da unsere Autoren, die eben auch in der Region sitzen ganz viele Texte geliefert was eben zum Beispiel in Starnberg Freising-Ebersberg sonstwo passiert ist zu der Zeit und auch wie stark die Partei da vertreten war.
Und das kann dann durch so'n Baukastensystem dass eben auch unser Datenteam entwickelt hat einen relativ stringenten Text zur Person. Das einzige Problem ist halt, ich meine diese Daten wurden auch von der KI erfasst. Da können natürlich auch Fehler drin sein und es kann auch sein dass dann Texte rauskommen die jetzt nicht besonders ergiebig sind.".
gerettet vor den Nazis und eigentlich soll er sie zerstören. Genau, ich sag immer der Mann mit dem Allerweltsname hat außergewöhnliches geleistet seitdem ich da vor ein paar Wochen über diesen Namen gestolpert bin. Ich hab davor noch nie was von dem gehört! Ich weiß nicht ist der dir jemals untergekommen?
Nee auf jeden Fall nicht weil es zwar ein allerwelts Name aber Hans mit zwei N das wäre mir aufgefallen glaube ich. Genau auf jeden fall hat dieser Hans Huber die Geschichte ist echt total abgefahren. Der hat in den letzten Kriegstagen eine Papierfabrik in Freimann Betrieben, der war da so Geschäftsführer-Betriebsleiter.
Also er war jetzt nicht der Inhaber, sondern so der Verantwortliche dafür und bei dem ist am Mitte April, nineteenhundertviertzig ein Funktionär der NSDAP aufgekreuzt und hat gesagt, er hat hier in den nächsten Tagen den ganz wichtigen Auftrag und der muss sofort ausgeführt werden. es werden riesige Papierberge angeliefert und die müssen sofort vernichtet werden.
Und Huber hat halt gesagt ja gut okay klar machen wir weil Ich meine, in den letzten Kriegstagen hat man glaube ich zuerst einfach alles gemacht was einem gesagt wurde erst recht wenn es von Parteifunktionären kam oder anderen handlangern des Regimes. Ja weil schlipsensfalls wurde man erschossen, wenn man nicht gemacht hat das wie gesagt haben.
Genau so wie wir es auch zum Beispiel in der Fröttmaningerheide relativ in der Nähe von Freimann, da wurden in den letzten Kriegstage noch Dessertöre erschossen und direkt an Ort und Stelle auch vergraben. Das heißt Huber wusste schon ganz genau dass er sich eigentlich in Lebensgefahr begibt wenn er jetzt diesen Befehl nicht ausführt.
Und dann sind in den nächsten Tagen zwanzig Lastwägen gekommen mit Anhängern und bis oben hin waren die mit Papier vollgestopft. Dann hat Huber diese Lieferung eben entgegengenommen. Die Partei hat auch Aufpasser mit geschickt weil es war denen natürlich ganz wichtig das dieser Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt wird.
Und Huber hat sofort erkannt, was ihm da gerade geliefert wird als er die erste Ladung entgegengenommen hat. Das waren nämlich ungefähr acht Millionen Karteikarten aus der NSDAP-Akte also quasi Name... Geburtsort, Eintrittsdatum der Parteimitglieder. Und das ist ja schon ein historischer Schatz, der da in seiner Mühle auf einmal gelegen ist, weil die Amerikaner standen kurz vor München und es war ja klar, sie werden dieses Verbrecherregime aufarbeiten wollen.
Die wollen wissen wer hat mitgemacht? Wer hat welche Rolle begleitet? Da waren natürlich diese Mitgliederkarteil absoluter Segen für die Amerikane und wenn die vernichtet worden wäre dann wären die ganze Endnazifizierung deutlich schleppender vorangelaufen oder vielleicht auch gar nicht. Das weiß man ja nicht!
Und Huber hat dann, als er die Tragweite erkannt hat gesagt okay das mach ich nicht. Das finde ich schon faszinierend. erst mal in diesem Moment ist auch zu begreifen so was für eine Trag-Weite da das hat und wie wichtig dass es? Und das andere was ich mir jetzt frag der hatte ja auch aufpassen da waren irgendwie Nazi Schergen die geschaut haben so hey dass er auch wirklich vernichtet.
Und das sind ja jetzt nicht nur irgendwie zwei Akten, die man mal schnell unter die Jacke klemmt und mit nach Hause nimmt sondern Tonnen an Papier. Fünfundsechzig Tonnen Papier? Das sind der riesige Berge! Wie hat es denn geschafft, dass sie nicht vernichtet wurden wenn da schon irgendwelche Nazis waren, die aufgepasst haben?
Er hatte ihr unter anderem Altpapier versteckt und das ist natürlich aufgefallen. und dann haben die Aufpasser auch nachgefragt und gesagt hey... wieso werden diese Berge eigentlich immer größer, wenn die Akten doch eigentlich vernichtet werden sollen. Und dann hat Huber gesagt das ist weil andere Aufträge warten müssen denn die Partei hat ja eine Vorzugsbehandlung und es hat niemand drunter geschaut.
Das war sein großes Glück! Und die haben nicht reingeschaut? Ist schon herrlich! Ja total aber es ist trotzdem so ein bisschen das Mysterium und deswegen habe ich in dem Text aufgeschrieben dass Huber für die Nachweltenphantom ist. Die Frage ist ja, warum macht jemand so was? Warum riskiert jemand so kurz vor Kriegsende sein Leben und versucht nicht einfach irgendwie da durchzukommen.
Das wollte ich gerade fragen, ist der irgendwie im Widerstand gewesen oder wer ist der Mann? Nach allem, was man weiß – das ist tatsächlich nicht viel war er jetzt nicht im Widersstand aber auch kein Freund der Nazis. also er war wohl kein Parteimitglied und es ist auch ganz wichtig seine Angestellten die in der Papierfabrik gearbeitet haben, wohl auch nicht.
Das heißt er konnte sich relativ sicher sein Dass er ihnen vertrauen kann. Und es gibt so eine Geschichte, dass sein Bruder mit einer Jüdin verheiratet war und dann nach New York emigrieren musste aufgrund der Repressalien gegen das Ehepaar. also das dürfte seine Abneigung gegen das NS-Regime schon noch mal vergrößert haben.
Wie lief's denn als die Nazis besiegt waren und sich zurückgezogen oder in Gefangenschaft waren? Wie liefs denn da weiter mit diesem Papieraktenberg, mit dem Schatz? Ja, Huber ist dann sofort zu den Amerikanern. Er wurde von denen auch als zweiter Bürgermeister von Freien Mann eingesetzt. Das heißt man scheint eigentlich ein ganz gutes Verhältnis gehabt zu haben und die Amerikaner haben ihn aber wieder weggeschickt und haben erst mal überhaupt nicht verstanden was da eigentlich... von was für einer Tragweite diese Dokumente sind, die da in seiner Papiermühle liegen.
Und das hat dann echte Weile gedauert und dann haben sie das erste Monate nach Kriegsende tatsächlich dann auch übernommen und mit der Auswertung angefangen. Das hat bei den Amerikanern dann tatsächlich auch ganz schön zu Verstimmung geführt. und der Militärarchivar hat dann im Oktober nineteenhundvierzig sich die Mühle und die Aktenberge angeschaut und hat gesagt jeder verdammte Idiot hätte doch eigentlich sehen müssen, was da liegt!
Ein Riesenschatz genau vor den Augen und Sie haben es nicht erkannt. Aber das heißt, die Akten sind dann in die USA gewandert und wurden da gelagert. oder warum sind sie jetzt erst zugänglich geworden dass wir die zum Beispiel auch auswerten konnten? Genau! Die sind dann von der USA. seit fourneinzig liegen sie auch im Bundesarchiv und das Ding ist also wir zum Beispiel haben jetzt diese umfangreiche Kopie aus Amerika bekommen weil da nämlich die Fristen schneller ablaufen, wann du sowas veröffentlichen darfst.
Also es gibt da ja Regeln zum Beispiel dass du das erst zehn Jahre nach dem Tod einer Person oder hundert Jahre nach der Geburt veröffentlicht und es könnte ja rein theoretisch sein, dass Parteimitglieder noch nicht zehn Jahre tot sind und deshalb kann das Bundesarchiv das nicht machen und in den USA sind die Frist neben kürzer.
Dann haben sie veröffentlicht und wir konnten zugreifen. Aber all das wäre nicht möglich gewesen, wenn in dieser Papiermühle bei Freimann Hans Huber diese Akten nicht gerettet hätte. Ich finde es muss von sich immer mal wieder irgendwie in Erinnerung rufen.". Und er ist dafür immer noch ziemlich unbekannt?
Das hört sich auch nach einer schwierigen Recherche an! Vielleicht kannst du kurz mal ein bisschen Einblick gegeben wie das so ist, wenn man so einem Phantomen nachspüren muss... Ja total also ich mein' ich weiß auch ehrlich gesagt jetzt nicht allzu viel über. diese Person erscheint Anfang der fünftiger Jahre gestorben zu sein, also relativ kurz nach Kriegsende kommt ursprünglich aus dem Allgäu Und ansonsten ist es eine Blackbox.
Wie spürt man dem danach? Warst du in der Papierfabrik oder hast du mit Zeitzeugen geredet, oder bist du selbst Millionen von Akten durchwühlt um was über ihn herauszufinden? Millionen von akten zum Glück nicht! Zeitzeugung ist schwierig, das wird... Wahrscheinlich immer noch schwieriger, also das wissen wir ja, dass es ein paar Jahre keine mehr geben wird.
Naja ich habe erstmal angefangen mir die ganze Literatur zu besorgen, die es zu ihm gibt – das ist auch nicht allzu viel. Am ergibigsten war noch ein Zeitungsartikel vom Oktober nineteenhundertvierzig wo er eben einem Reporter erzählt hat was damals passiert ist mit Experten gesprochen, war unter anderem auch im Stadtteilarchiv in Freimann.
Es ist auch ganz interessant, dass die gesagt haben der ist bei uns da im Viertel überhaupt kein Thema mehr. also es gibt zum Beispiel einen Josef Wirtweg. so hieß die Papierfabrik. das war der Gründer aber den Hanzuber Weg gibts nicht. Einfach verschwunden? Genau genau wie die Papiersfabrieg übrigens.
Die ist Anfang der fünftiger auch bei einem Brand zerstört worden und auf dem Gelände steht heute ein Supermarkt. Also es erinnert wirklich überhaupt nichts mehr an die Ereignisse und ich finde schon immer irgendwie Ja krass, dass sowas so sehr irgendwie in Vergessenheit geraten kann. Beziehungsweise das jetzt erst die Sachen auch aufgedeckt werden?
Obwohl es ja schon so lange her ist und viele, viele Menschen da geforscht haben nachgeschaut haben was da so los ist... Total! Es ist auf jeden Fall ein spannendes Feld und ich empfehle nochmal jedem geht auf dieses Tool. wie gesagt wir verlinken's in den Show Notes und schaut euch an und gebt einfach mal die Namen vom Opa, Oma oder sonst wem ein wie euch interessiert.
Ich finde es super spannend, das gibt auch so ein bisschen einen Adrenalinkick. Weil man denkt so was passiert jetzt und merkt euch den Namen Hans Huber? Ja zurück aus der Vergangenheit in die Gegenwart, was ist sonst zu los in unserer Stadt an der Stelle? hier geben wir euch ja gerne auch immer einen Überblick über aktuelle Sperrungen Und auch in dieser Woche ist etwas Neues dazugekommen.
Ab dem sechsten Juli bis Freitag, einund dreißigster Juli ist kein Tram betrieb zwischen Stachos und Sendingertor möglich. Das betrifft die Linien Sechzehn, Siebzehn-, Achtzehn-Siemundzwanzig und Achtundzwannzig sowie die Nachtlinien N-Seventein und N-Siemonzwanzigg. Die werden in der Zeit umgeleitet.
Es gibt zwar Ersatzbusse aber Fahrgäste müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Weitere Infos gibts übrigens unter mvg.de. slash Trammbau. Dann kommen wir jetzt zu unserem Gastrotipp. Und eben ging es ja schon um den Beef zwischen Taxifahrern und Uber Und im Gastro-Tipp geht's auch irgendwie um Beef.
Allerdings, um die leckere Art. Oh wow! War so schlecht dass das schon wieder gut ist. Geht um Burger wahrscheinlich oder? Burger der Bagel Hauptsache Beef Stop. Hey Mönchen, ihr mögt bagel? Dann habe ich da vielleicht ein zwei Tipps für euch. Am Sandlinge Tor hat letzte Woche nämlich vollheitsbagelbar aufgemacht und dort kriegte jetzt eine richtig große Auswahl an belegten Bageln die herzhaften kosten zwischen acht Euro fünfzig und neun euro fünfzig.
von denen die ich schon probiert habe kann ich euch vor allem Onion Beef mit Pultbeef und Zwiebel Marmelade empfehlen. Es gibt aber natürlich auch vegetarische und vegane Optionen. Bestellen könnt ihr ganz easy am Automaten, da könnt ihr dann auch wählen welche Bagelsorte ihr mögt! Ich persönlich würde immer den Everything-Bagel nehmen – auch wenn ich finde die Bagels in der Bagelbar könnten insgesamt noch ein bisschen fluffiger sein.
Trotzdem finde ich es richtig gut dass es mit der Baggelbar jetzt noch einen Bagelland mehr in München gibt Und wenn ihr Bock auf Bagels für zu Hause habt, dann empfehle ich euch den Münchner Bagel Shop Katie's Bagel Corner. Katy hat zwar noch keinen eigenen Laden in München – ihr könnt ihre handgemachten Bagels aber easy online bestellen!
Eine gemischte Sexta-Box kriegt ihr schon für ´inundneunzig´ und versprochen. die Bagels schmecken richtig gut also perfekt für den nächsten Brunch daheim. Und damit kommen wir zu Good News der Woche. Wir haben es ja alle am eigenen Leib zu spüren bekommen und wir kriegen das hier auch jeden Dienstag im Studio mit, Es kann wirklich affen heiß.
hier werden in München. mehr als thirty-fünf Grad hat mir jetzt zuletzt. und da ist natürlich Wasser einfach eine ganz wichtige Ressource. und da gibt's die gute Nachricht Die Trinkbrunnen in der Stadt sollen ausgebaut werden bis zwei tausend siebenundzwanzig solls nämlich sechs weitere geben Genau! Da gibts Wasser kostenlos man kann sich da erfrischen Und München geht da weiter in den Weg und baut weiter aus.
Hundertzwanzig haben wir dann in der Stadt, da geht natürlich auch noch ein bisschen mehr. Ich habe mal ein bisschen geschaut, Rom ist ein bisschen weiter, da gibt es zweitausend Fünfhundert. Die haben's aber glaube ich noch ein bißchen notwendiger, aber trotzdem blicken Süden lohnt manchmal Genau! Bei uns wird sie ja auch immer heißer.
von daher nehmen wir uns die Römer als Vorbild. Mit diesem schönen Schlusswort würde ich sagen beenden wir die aktuelle Folge von Hey München und freuen uns wenn ihr nächste Woche wieder dabei seid. Ciao ciao. Produziert hat diese Folge Eileen Sanjagd, Redaktion Anna-Maria Salman, Jacqueline Lang, Heiner Effern, Lisa Bögel und wir Tim Bragg und Linus Freimack.
Redaktionsschluss für die Folge war Dienstag der dreißigste Juni um vierzehn Uhr. Und wenn euch diese Folge gefallen hat dann folgt uns gerne auf Apple Podcast, Spotify oder wo ihr mir auch die Podcasts hört! Falls ihr übrigens noch Lust auf andere Podcasts aus dem SZ-Kosmos habt, bei Auf dem Punkt bekommt ihr in ungefähr zehn Minuten alles was an den Tag wichtig war.
Und bei und nun zum Sport gibt's alles zur FußballWM!