
Hey München· Folge 82
Wie cool ist München für Kinder, Checker Tobi?
Mittwoch, 26. November 2025 · 29 min
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Shownotes
Seit mehr als zehn Jahren ist Tobias Krell ein gern gesehener Gast in vielen Familien. Als Checker Tobi erklärt er Kindern die Welt – und das so eingängig und unterhaltsam, dass „der Checker“ zum Star wurde. Mittlerweile gibt es auch Podcasts und Filme. Im Januar kommt der dritte Film in die Kinos, der sich um das Element Erde dreht. Und das nächste Großprojekt, verrät Krell im Podcast, befindet sich bereits in der Vorbereitung.
Wie er zum Fernsehen kam, was er als Kind selbst geschaut hat, warum die Corona-Pandemie die Popularität der Checker-Figur kräftig angeheizt hat und wie er seine Wahlheimat München erlebt – darum geht es in dieser Folge von „München persönlich“.
Redaktion: René Hofmann
Produktion: Aylin Sancak
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Hallo, zur Münchenpersönlich, dem Podcast der süddeutschen Zeitung. Mein Name ist Rene Hofmann. Mein Gast heute ist Tobias Krell, der als Checker Tobi Kindern die Welt erklärt. Die Fernsehfigur ist enorm populär und hat inzwischen den Sprung auf die ganz große Bühne geschafft. Ins Kino. In den kommenden Wochen gibt es den dritten Kinofilm, in dem Krell als Checker Tobi ergründet, was die Welt im Innersten zusammenhält.
Ein unterhaltsames Bildungsprogramm, nicht nur für die Kleinen. Wie solche Filme entstehen, welche Ideen er für die Zukunft noch hat, wie er überhaupt zur Checkerrolle kam und wie er seine Wahlheimat München findet. Darum geht es in dieser Folge. Tobias Krell, Checker Tobi. Wie ist denn das, wenn der eigene Name zur Marke wird?
Ja, ein bisschen Schizophrenien fühlt sich das mit unter an, weil ich jetzt natürlich schon seit, wenn man das so jahremäßig nimmt, ich mache seit dreizehn Jahren die Sendung, seit neun und dreißig Jahren bin ich auf dieser Welt. Das heißt, ein Drittel meines Lebens bin ich jetzt Checker Tobi oder ist Checker Tobi ein Teil von mir und... Das ist natürlich irgendwie ein bisschen seltsam mit unter, weil es ist irgendwo eine Rolle, aber natürlich ist es so viel mehr als das.
Ich verstell mich ja nicht, wenn ich losgehe und eine Sendung mache, sondern ich bin ja trotzdem irgendwie ich selbst. Das ist schon mal irgendwie weird, dass ich irgendwie mit mir selbst eine Marke, also eine Rolle geworden bin. Aber dass das dann auch noch zu einer Marke wurde, die dann irgendwie zu so einer Markenuniversum wurde mit Podcasts und Sendungen und Kinofilmen und Merchandising und Produkten.
Hab ich mir vorher nicht so überlegt, hat auch keiner vorher so antizipiert oder erwartet. Aber ich muss sagen, ich fühl mich jetzt auch nicht unwohl damit, weil das Tolle ist ja immer, dass wir halt einfach am Ende machen, wenn wir eine Sendung für Kinder, also für ein tolles Publikum, finde ich, in der wir versuchen, Kinder die Welt zu erklären und sie schlauer zu machen.
Und das ist eine Marke, mit der ich mich absolut immer noch zu hundert Prozent identifizieren kann. Gab's in dieser Zeit ... mehr als zehn Jahre jetzt. Einen Punkt oder vielleicht auch mehrere Punkte, wo das Ganze noch mal so an Dynamik gewonnen hat. Unbedingt, ja. Da gab es einige, die ich messbar, letzten Endes ja immer, an der Art und Weise, wie ich auf der Straße angesprochen werde oder so, ganz subjektiv irgendwie mitbekommen habe.
Da gab es spätestens mit dem ersten Kinofilm. Also, ich hab mit der Sendung angefangen, im Jahr zwei Tausend dreizehn, zwei Tausend neunzehn. Nach sechs Jahren kam der erste Kinofilm raus und der hat eine unglaubliche Aufmerksamkeitswelle in Medien, die sich sonst nicht mit Kindersendungen befasst hätten erzeugt.
Also plötzlich gab es Pressegespräche, Zeitungsartikel und plötzlich haben sehr viele Leute drauf geguckt, was ist das eigentlich für eine Sendung, die hinter diesem Kinofilm, der jetzt rauskommt, steht? Und dann haben sich viele Leute irgendwie so ein bisschen damit auseinandersetzt, was wir da eigentlich im öffentlich-rechtlichen Kinderwissensfernsehen so anstellen.
Das war so ein Moment. Und der zweite folgte dann ziemlich kurz danach, nämlich ein Jahr später, als die Pandemie anfing. Da wussten Lehrkräfte ja erst mal verständlicherweise nicht so richtig, was machen wir denn jetzt? Wir müssen irgendwie Homeschooling machen. Erst mal trifft jetzt die Politik Entscheidungen, wie wir jetzt weitermachen sollen.
Die Kinder wusste nicht, niemand wusste so richtig, wie es weitergeht. Viele Lehrkräfte und das ist für uns ein großes Kompliment, haben sich damit geholfen, dass sie die Checkersendungen als Unterrichtsmaterial benutzt haben, dass sie quasi gesagt haben, hey, guckt euch doch zu Hause jetzt bitte mal den Baumcheck an und danach treffen wir uns wieder im Zoom oder wo auch immer und reden drüber.
Weil es natürlich sehr viel unterhaltsamer ist, als wenn Lehrkräfte jetzt dann irgendwie quasi sich eine Dreiviertelstunde vor die Kamera setzen und Kinder irgendwo im Ater irgendwas erzählen. Das hat wirklich also eine gigantische Welle. erzeugt, die dann daraufhin entstanden ist. Die Pandemie ging ja eine Weile und Lehrkräfte haben die Sendung danach auch noch, als längst wieder Präsenzunterricht war, im Unterricht noch mehr eingebunden, als das vorher der Fall war.
Und gespürt habe ich das vor allem dadurch, dass plötzlich das Publikum auch breiter geworden ist. Wenn ich vorher das Gefühl hatte, ich bin vor allem von, sage ich mal, akademiker, bildungsbürgerlichen Kindern, sage ich mal, ganz platt geguckt worden, halt in Familien, wo öffentlich-rechtliches Kinder-Wissens-Fernsehen eine Rolle gespielt hat, dann war das Ganze jetzt einfach überall.
Ich habe zum Beispiel viele Jahre in Neukölln gewohnt und zu Beginn meiner Zeit als Checker konnte ich mich da ganz normal bewegen. Da kannte das niemand. Nach der Pandemie war das anders. Das ist vielleicht ein bisschen plakatives Plattes Beispiel und ... Jetzt auch ein bisschen vereinfacht. Aber ich habe einfach gemerkt, auch Kinder, Jugendliche, die sonst mit öffentlich-rechtlichem Fernsehen nichts zu tun gehabt hätten, kannten Checker Tobi und sind plötzlich Fan von einer Wissenssendung.
Das finde ich fantastisch. Das war eigentlich das Beste, was uns passieren konnte, weil wir dadurch auch Kinder für Inhalte, für Naturwissenschaft, für Gesellschaft begeistern können seitdem, die das vorher nicht, die wir vorher nicht erreicht hätten. Hat das was geändert an der Herangehensweise oder an der Arbeitsweise oder an dem, wie man vielleicht auch auftritt, welche Sprache man benutzt, wenn plötzlich sich das Publikum so weitet?
Nee, hat es nicht. Also wir haben zu dem Zeitpunkt ja dann schon ... Ja, seit, also wenn man war, zwanzig, einundzwanzig ging das vielleicht wieder los mit Präsenzunterricht und so. Pandemie war vielleicht langsam überstanden. Da lief die Sendung ja schon seit acht Jahren. Das heißt, es gab schon acht Jahre Sendungen, die die Kinder, egal aus welcher Welt sie kamen, schon rezipieren und gucken konnten, die es online gab zum Angucken.
Und für diese Sendungen, die wir vorher so gemacht haben, wie wir sie danach auch noch gemacht haben, haben sich ja alle gleichermaßen begeistern können. Also, wir haben jetzt nicht gedacht, okay, jetzt lass uns mal noch mehr gucken, wo rezipieren die? sonst zu Medien. Wir sollten uns vielleicht irgendwie ein bisschen mehr Mühe geben, schneller zu sein, wie es jetzt von TikTok gewohnt sind oder so.
Wir haben eigentlich immer unsere Sendung und die Art und Weise, wie wir ... Themen erklären, wie wir Themen auch journalistisch beackern, weil das ist ja bei Kinderwissensfernsehen journalistisch gesehen, eine anspruchsvolle Sache, ein Thema so zu durchdringen, dass man es vereinfacht, ohne was wegzulassen, was entscheidend ist, damit das Kinder verstehen.
Dieses Handwerk haben wir genauso beibehalten. Und ich hätte es auch anbietend gefunden, wenn ich plötzlich versuche, irgendwie nochmal anders zu sprechen. Weil, ja, gab eigentlich gar keinen Grund dafür. Die Sendungen, die es bis dahin schon gab, haben uns ja recht gegeben sozusagen. In dieser Zeit, in diesen mehr als zehn Jahren, ist unheimlich viel passiert in der Welt.
Die Welt hat sich verändert. Die Angebote, die sozusagen unter dieser Marke laufen, sind vielfältiger auch geworden. Die Marke Checker ist heute ja tatsächlich auch eine multiple Persönlichkeit. Es gibt einen Podcast, Gebücher. Es gibt jetzt wieder auch diesen neuen Film. Sind das unterschiedliche Persönlichkeiten herangehensweise?
Oder ist es am Ende tatsächlich immer das Gleiche auf unterschiedlichen Kanälen? Ich glaube eher Letzteres. Ich glaube nämlich, dass ein ganz wichtiger Faktor auch für den Erfolg des Formats ist, die so oft beschworene Authentizität. Ich verstell mich ja nicht. Also wenn wir uns jetzt unterhalten, ist das ein Gespräch zwischen zwei erwachsenen Menschen und vielleicht hören gerade gar keine Kinder zu, weil wir uns einfach über irgendwas unterhalten.
Aber wäre jetzt eine Kamera hier und wir würden gerade den... Podcastcheck drehen, dann würde ich meine Fragen oder meine Antworten ja genauso formulieren, wie ich das jetzt mache. Ich würde ja nicht plötzlich irgendwie eine kindlichere Stimme kriegen oder mich verstellen, sondern ich bin ja immer wer ich bin.
Ich glaube, dass Kinder das total spüren, dass wir uns als... Redaktion, die die Sendung machen oder ich als derjenige, der vor der Kamera steht, eben nicht verstellen oder irgendwie anders sind, weil es für Kinder ist, sondern die merken alle, das junge Publikum, dass wir sie ernst nehmen in der Art, wie wir Themen erklären, in der Art, wie ich auftrete.
Und diese Authentizität, glaube ich, ist ganz wichtig. Ich glaube, dass Kinder schnell gelangweilt sind oder sich nicht ernst genommen fühlen. Verständlicherweise, wenn sie das Gefühl haben, denen wird jetzt irgendwas vorgespielt, was anders wäre, wenn sie nicht ein Kinderpublikum wären. Dementsprechend würde es auch gar keinen Sinn ergeben, wenn ich in dem Podcast plötzlich ein anderer Checker wäre, wenn die Schriftsprache in einem Buch zum Beispiel, sag ich mal, eine ganz andere wäre.
Das kommt ja nicht alles immer aus meiner Feder. Es gibt zum Beispiel für die Bücher einen Autoren, mit dem wir schon lange sehr gut zusammenarbeiten, der auch bei diesem dritten Kinofilm, übrigens im Writers Room mitgeschrieben hat. Gregor Eisenbeis heißt er, der hat eine tolle Sprache gefunden, wie sie in den Büchern stattfindet, die ich hier und da am Anfang so ein bisschen korrigiert habe, damit es wirklich klingt, wie ich es geschrieben hätte oder schreiben würde.
Da haben wir uns am Anfang ein bisschen zusammengetan. Aber das ist trotzdem irgendwie meine Sprache. Und das ist, glaube ich, auch ganz wichtig. Stichwort Film. Der erste, zwei tausend neunzehn, dann der zweite Pandemie bedrängt zwei tausend dreien zwanzig. Jetzt aber nach zwei Jahren der dritte. Ja.
Deutet es an, dass die Frequenz höher wird? Können sich die Fans freuen? Ja, es wird zwanzig sieben und zwanzig schon den nächsten geben. Zumindest ist das mal angepeilt. Also, wir haben jetzt in diesen ersten drei Filmen die Themen, die großen über die Metathemen, Wasser, Luft. Und jetzt die Erde, also der Boden unter unseren Füßen abgearbeitet.
Das vierte Element Feuer fehlt also noch irgendwie. Und da sind wir natürlich schon dran. Der Film wird gerade schon entwickelt. Und der Plan ist, den ... ... der wird aber anders sein. Es ist ein Film, bei dem meine Kollegin Checkerin Marina das Ruder in die Hand nimmt. Und ich bin natürlich in diesem Film mit dabei, aber in einer anderen, in einer kleineren Rolle.
Das gibt uns aber eben die Möglichkeit, Ähm, jetzt schon, während wir jetzt diesen Film hier gerade besprechen und bewerben und er noch nicht mal im Kino ist oder jetzt gerade ins Kino kommt, schon den anderen entwickelt zu haben und mit dem Dreh zu beginnen, was bisher sonst nicht möglich war. Ich stecke da eine gesellschaftliche Botschaft drinnen, wenn die Checkerinnen den Checker langsam ...
So gendermäßig? Ja. Nö. Also, ich bin total froh, dass wir mit Checkerin Marina, die ist ja im zweiten Kinofilm etabliert worden, als Figur, dass wir die aus dem reinen Filmuniversum als Checker-Kollegin in die Checker-Fernsehwelt geholt haben. Und das war mir schon seit Jahren ein Bedürfnis, dass wir jetzt insgesamt vier Leute, und wir waren jahrelang drei männliche Checker, die sich um Themen, Naturwissenschaft, Gesellschaft kümmern und so weiter.
Und ich fand schon lange, dass es an der Zeit war, dass wir eine weibliche Unterstützung kriegen. Ist ja so ein bisschen wie bei Tatortkommissaren. Die teilen sich die Städte und die Mordfälle. Wir sind verschiedene Checker, wir teilen uns die Themen. Warum sind wir eigentlich nur Männer gewesen? fand es wichtig und auch gerade für Jungs wie Mädchen, die zugucken, auch echt vorbildmäßig wichtig, dass wir auch weibliche Unterstützung haben.
Aber dass jetzt quasi der nächste Film von ... der Checkerin bestritten wird, das ist kein Message oder kein Übergang, sondern eigentlich eher der Tatsache geschuldet, dass wir nach dem zweiten Film gesagt haben, okay, komm, jetzt zwei Elemente sind da noch. Wir machen das jetzt so mal wie die anderen großen Kinomarken das auch machen.
Die Marvel-Filme machen ja auch nicht irgendwie den einen Superhelden und gucken dann, wie läuft der im Kino. Ja, komm, wir machen den nächsten und es dauert wieder vier Jahre, sondern die denken das ja auch ganz zeitlicher. Und so haben wir schon vor zwei Jahren gesagt. Okay, den dritten macht jetzt ich, den vierten macht Marina, aber es ging mehr oder weniger gleichzeitig los.
Wie ist es eigentlich mit der Entwicklung von so einem Film? Da ist das Thema. Und schaut man dann, wo will ich gerne noch mal hin auf der Welt? Wo waren wir noch nicht? Also wie kommt ihr dann vom Thema auf die Leute, die dann da ja auch vorkommen und das Setting in dem Spiel? Ganz so ist es nicht, dass wir sagen so, okay, wo wollen wir immer schon mal hinreisen?
Jetzt lasst mal ein Film drumherum ausdenken. Es ist wirklich andersrum. Was bei diesem Film jetzt war und bei den anderen beiden war das genauso. Was zuerst da steht, ist das Thema. Und zwar in unserem Fall jetzt das Thema Erde oder Boden. Und danach sind wir dieses Mal zweigleisig gefahren. Das war schon immer so.
Wir haben uns parallel quasi... die fiktionale Rahmenhandlung ausgedacht. Das habe ich eigentlich immer gemeinsam mit den Regisseuren entwickelt, die Story, die Geschichte. Parallel haben die Regisseure aber mit quasi der redaktionellen Unterstützung das journalistische recherchiert, die Geschichten zum Thema Wasser, Luft, Erde entdeckt und damit auch die Protagonistinnen und Protagonisten entdeckt.
Und das war jetzt wieder so. Diesmal waren wir erstmals nicht nur zwei Leute, die sich die Geschichte oder drei Leute, die sich die Geschichte ausgedacht haben, sondern wir hatten einen ganzen Writers Room für den fiktionalen Überbau, was man dem Film, glaube ich, auch anmerkt. Der ist nochmal ein Tacken komplexer, was das angeht.
Redaktionell journalistische ist aber wieder von der Regisseurin Antonia Simmes des Films, die übrigens ihr Volo in der Checker-Redaktion gemacht hat vor vielen Jahren und von der normalen Redakteurin zur Redaktionsleiterin jetzt zur Regie, zur Kinoregisseurin geworden ist. Von der wurde das bestritten und die hat dann auch in der ganz normalen journalistischen Recherche zu dem Thema die Orte, die Geschichten und vor allem die tollen, tollen Protagonistinnen und Protagonisten entdeckt.
die dann wiederum, ist auch noch ein spannender Punkt, ganz viel zum Film beigetragen haben. Nachdem wir einmal zum Beispiel in Spitzbergen, komme vielleicht gleich noch zu, den Geologen Malte gefunden hatten, der dort wirklich seit zwanzig Jahren lebt und als Geologe dort arbeitet, hat der wiederum als Ortskenntnisreicher Experte, die wir jetzt haben, ganz viele Ideen mit reingebracht, die jetzt in den Film gelandet sind, die wir uns gar nicht hätten selbst recherchieren oder ausdenken können.
Diese Menschen, die gibt's da wirklich und ihr findet die. Ja, das sind alles echte Leute. Also wir haben in Madagaskar eine Madagastischstämmige oder eine magnagastische Biologin. Das ist eine ganz schöne Geschichte, die ist eine von den Bildungsaufsteigerinnen, sage ich mal, ein ganz normales... eigentlich relativ arm auf gewachsenen Mädchen aus Madagaskar, die dann Schulabschluss gemacht hat, studieren konnte, in Deutschland promoviert hat, in Deutschland eine Familie gegründet hat, aber ganz viel jetzt wiederum nach Madagaskar zurückgibt.
Die haben wir einfach gefunden über Recherche von madagassischen Forschungsprojekten, die in Deutschland angesiedelt sind. So kamen wir auf Hanscha, die wiederum kennt aber das Land. Und nachdem wir die mal getroffen hatten, konnte die uns ganz viele Tipps geben, was wir unbedingt dort noch im Film wunderbar unterbringen können.
Und so ist das mit allen Personen gewesen, die uns als Protagonistinnen in den Filmen an der Hand nehmen und ihre Welt zeigen. Das sind alles echte Wissenschaftlerinnen, echte Archäologen, echter Geologe. Eine wirkliche Tochter von einem mexikanischen Menschen, der dort mit den Indigen Maias schon seit Jahrzehnten arbeitet.
Alles echte Menschen. Das ist eigentlich total geil, wenn man so drüber nachdenkt, wie da irgendwie diese ganzen einzelnen Stränge ineinandergreifen und am Ende so ein dickes Geflächt geben. Es ist zum Teil so, dass man sich ja wirklich fragt, kann das sein? Ich hab mir überlegt, an meiner Stelle wäre vielleicht ein Disclaimer.
Es ist in diesem Fall hier wirklich so. Weil es faszinierend ist, welche Menschen dann da auch auftreten, muss ich sagen. Zum Thema Erde. Welches persönliches Verhältnis hat Tobias Kröll denn zum Thema Erde, Boden? Also, ich bin schon seit ein paar Jahren Botschafter bei Acker. Acker ist eine Sozialunternehmen, das sich zum Auftrag gemacht hat, an Schulen und Kindergärten wieder Ackerflächen, Schulgärten anzulegen und das in den Unterricht zu integrieren, damit Kinder wieder lernen, wo eigentlich unsere Lebensmittel herkommen.
Das geht nämlich gerade in den Städten natürlich zunehmend verloren dieses Wissen. Nachdem ich auf die gestoßen bin und gemerkt habe, wie wichtig deren Arbeit ist, habe ich auch selbst wieder so ein bisschen mehr einen Bezug bekommen zu Ja, zu Landwirtschaft, zu Gartenarbeit. Hab jetzt auch, in München ist es ja nicht so ganz so leicht.
Wir haben ja natürlich keinen Garten, aber wir haben in einem Nachbargrundstück ein Hochbit angelegt, dass wir zumindest letzten Sommer noch wirklich mit viel Herzblut beackert haben. Da hab ich wieder mal gemerkt, wie viel Arbeit so was eigentlich ist. Was wächst da? Da wuchsen ein paar Kräuter, also Basilikum und so, aber auch Fenchel.
Alles war irgendwie ... Über Wuch hat von Tomatenpflanzen, wir haben uns da so ran getastet. Ich möchte mich noch nicht als Gartenprofi bezeichnen, aber wir haben erst mal einfach ausgesät und geguckt, was kommt und was nicht und haben aber echt, ja, Fenchel, Karotten, wie gesagt, ganz viele Kräuter, Basilikumwuchster, ganz viel Schnittlauch, obwohl der kam gar nicht.
Aber ja, also, das ist kein großes Beet gewesen, aber eine große Versuchsfläche. Und das war durch, also animiert durch diesen Verein, durch AKIV habe ich da so ein bisschen meinen Bezug zum Boden und zur Erde wiederbekommen. Und jetzt an der, durch die Arbeit an dem Film natürlich nochmal extra. Als Kind mit im Sandkasten gespielt oder mehr Filme geguckt?
Also ja, mal so mal so. Ich habe schon viel im Sandkasten gespielt, aber ich bin jetzt gar nicht so der Typ gewesen. der in der Erde rumwühlt als Kind. Ich fand zum Beispiel auch, also Regenwürmer zum Beispiel, es gibt also Kinder, die finden es richtig geil, die so hochzunehmen und auf die Hand zu legen.
Die spielen eine Hauptrolle. Im Film spielen die eine Hauptrolle. Ich habe jetzt auch meine Liebe zu Regenwürmer neu entdeckt, neu entfacht, möchte ich sagen. Aber als Kind hatte ich das nicht so sehr. Und tatsächlich, weil sie gerade fragen, habe ich schon wirklich eher früh Filme für mich entdeckt.
Und viel geguckt und auch wahnsinnig gerne und intensiv geguckt. Und glaube auch, wenn ich nicht schon mein halbes Leben oder länger so eine Leidenschaft für Film und Kino hätte. dann wären unsere Kinofilme auch nicht wie sie sind. Weil ganz viel, zumindest von den Dingen, die ich mit einbringen kann, kommen natürlich aus so einem großen Schatz von Filmwissen, dass man irgendwie im Laufe der Jahre, und das fängt in der Kindheit wirklich an, so in sich aufsaugt.
Und dann kommen ja manchmal so Bilder vor, wenn man dann so, ja, da könnten wir das machen wie in diesem einen Film. Und so entstehen dann plötzlich ganze Szenen in unseren Kinderfilmen jetzt. Ich glaub, für diejenigen, die es nicht wissen, muss man in der Stelle auch ... Einflechten, es gibt auch eine familiäre Beziehung zum Film.
Der Vater war Kameramann. Genau, da ist immer noch Kameramann, arbeitet ein bisschen übers Rentenalter hinaus, weil er das sehr gerne macht. Genau, der ist Kameramann beim Fernsehen, selbstständiger Kameramann und macht also dokumentarische Arbeiten, ganz viel für den SWR, auch so ein paar Arte, Geschichten und so weiter.
Das ist er eben schon mein Leben lang, freiberuflicher Kameramann und ich habe als Kind das Glück gehabt mit... zu dürfen, wenn er gearbeitet hat und es gab Dreharbeiten, die ich cool fand, spannend fand, durfte ich mit. Meistens waren das Fußballspiele. Ich komme aus Mainz. Ich bin in den neunzigern Kind gewesen.
Deswegen waren das meistens Fußballspiele vom ersten FC Kasserslautern, die mich begeistert haben. Und da kommt auch sicherlich mein Wunsch her, mal Journalist zu werden, weil ich die Arbeit der Redakteure und Redakteurinnen immer viel aufregender fand als das Kameramans. Also die Arbeit meines Vaters.
Wenn man in die Biografie schaut, gibt es einige spannende Orte, geboren in Mainz, Gymnasium in Bad Kreuzner, Studium in Münster und in Berlin. In Potsdam, genau. Und jetzt seit einer Zeit auch München. Wie passt denn München in diese Reihe, in diese Lebensreihe? Ja, also ich hab da neulich, ist mir das erst aufgefallen.
Ich bin jetzt ja seit knapp dreizehn Jahren in München. Damit bin ich jetzt länger in dieser Stadt als an irgendeinem anderen Ort, an dem ich jemals gewohnt habe, weil ich in Mainz eben zwei Geboren und aufgewachsen bin, aber nur zehn Jahre gelebt habe, bevor wir dann umgezogen sind. Und Münster, Berlin, diese Studien- Zwischenstationen waren sehr wichtig und insbesondere Berlin lieb ich nach wie vor sehr, aber München... Ja, ist plötzlich meine Heimat geworden, ohne dass ich das jemals gedacht hätte.
Ich dachte ja, ich komme hierher, mach eineinhalb Jahre Czechatobi und geh dann zurück nach Berlin. Dann wurden es drei Jahre, dann fünf, dann sieben, dann neun. Jetzt bin ich seit dreizehn Jahren hier. Und auch wenn ich mich am Anfang mit München echt ein bisschen schwergetan habe. Warum? Weil ich als jemand, der mit Mitte zwanzig aus Berlin kam, dachte, ich lasse gerade die aufregendste Stadt Europas hinter mir, um nach München zu kommen.
So ein bisschen dieser Blick, ist das nicht hier alles ein bisschen spießig und langweilig im Vergleich zu dem wilden Berlin? Damit habe ich mir aber im Nachhinein das Leben selbst schwer gemacht, weil ich erst mal verhindert habe, mich auf diese Stadt einzulassen. Jetzt bin ich wirklich richtig gerne Münchner und weiß sehr zu schätzen, was wir hier haben und wie schön diese Stadt ist und wie lebenswert.
Und ich arbeite in Unterführung, ich wohne in Heidhausen. Das heißt, ich roll runter an die Isar, fahr zehn Kilometer die Isar entlang in den Nordteil des Englischen Gartens. Ich hab den schönsten Arbeitsweg, ich gehe an der Isar laufen, ich genieße und liebe Heidhausen wirklich. Aber ich brauchte eine Weile.
Und jetzt hab ich mittlerweile akzeptiert, dass es... Was heißt mittlerweile akzeptiert? Ich komme sehr gut damit klar, dass ich in Berlin zu Besuch bin, wo meine Schwester wohnt und wo ganz viele meiner engsten Freunde wohnen. Und in München zu Hause und dass es nicht umgekehrt ist. Es gibt euch zwei Geschwister und sie sind der älteste.
Genau. Wie muss man sich denn das vorstellen, in der Familie Krall, als ihr selbst Kinder gewesen seid? War da dieser große Wissensdurst und das Bildungsfernsehen war an oder wie muss ich mir das vorstellen sozusagen, den Checker Tobi mit sechs bis zehn, was halt das Alter der heutigen Kernzielgruppe ist?
Ich bin ja der älteste von uns drei Geschwistern und deswegen war ich wahrscheinlich immer derjenige, der halt als erstes mit all den Fragen um die Ecke kam und meine Ansprech- Partner oder Personen. dafür waren meine Eltern. Ich war schon immer ein neugieriger Junge, der viele Fragen gestellt hat. Spätestens seitdem ich wusste, ich möchte mal Journalist werden, das hat mein Vater mir dann erklärt, wenn du Redakteur beim Fernsehen werden willst, dann bist du Journalist, dann musst du Fragen stellen, musst du kluge Fragen stellen, darf sich nicht abwimmeln lassen, musst so lange weiter fragen, bis du denkst, jetzt hast du es wirklich kapiert.
Jetzt habe ich mir hinter die Ohren geschrieben und auch nie damit aufgehört. Und ich war aber eben auch ein neugieriger Junge, der Ja, der sich viel gefragt hat, wie funktioniert unsere Welt eigentlich. Und meine Mutter war immer sehr gut darin, mir das zu erklären. Die hat die richtige Sprache gefunden.
Mein Vater hat sich damit ein bisschen schwerer getan. Meine Mutter musste meistens seine Antworten noch in Kindersprache übersetzen, als ich kleiner war. Später ging das dann natürlich, aber da war meine Mutter erst mal besser drin. Es lief auch Bildungsfernsehen bei uns, aber es lief vor allem auch Fernsehen.
Also ich habe in meiner Kindheit schon gerne und so viel ich durfte... Fernsehen geguckt, und zwar sowohl so dokumentarische oder semi-dokumentarische Sachen wie Löwenzahn, was ich geliebt habe, auch die Sendung mit der Maus, also wirklich auch Kinderwissensfernsehen, was ich heute selber mache, aber auch ganz viel so ARD-Vorabendprogrammen und eben Filme, die, wir hatten eine große Sammlung von Beta-SP-Kassetten mit aufgenommenen Sachen von Asterix bis Indiana Jones, das habe ich alles so wahrscheinlich viel zu früh.
so viel geguckt, wie es ging. Was interessiert denn Checker denn persönlich besonders? Also ich bin jemand, ich habe ja Soziologie mal studiert und Politik und unsere Gesellschaft und wie sie funktioniert und welche Rolle auch, das ist jetzt erst dazu gekommen, Kinder darin spielen, sind schon Themen, die mir wichtig sind und die mich umtreiben und mit denen ich mich gerne in der Sendung auseinandersetzen, wenn das Thema das hergibt, so eine Berührung und gerne als öffentliche Person auch drum herum.
Das Gleiche gilt für das Thema Klima, Klimakrise. Seit ich diese Filme mache und seit ich mich einfach mit unserer Erde auseinandersetze und das eben für ein Publikum, die so jung sind, dass sie vermutlich zu einem großen Teil des Jahres, Jahr zweitausend, einhundert erleben werden, Und ich weiß, wenn ich ein bisschen wissenschaftliche Literatur gelesen habe, was das bedeutet, wenn wir auf so eine Erwärmung abzielen, wie sie sich gerade andeutet, dann kommt man da nicht drum herum.
Das sind zwei Themen, die mich sehr persönlich umtreiben, die wir in der Sendung immer wieder stattfinden lassen. Und die ich aber vor allem auch drum herum lese und mich dazu austausche. Wenn man so einen Format macht und ... Mit dem eigenen Namen, der damit verbunden ist, da wird man ja irgendwie automatisch dann auch zum Kinderexperten.
Ja, zumindest ist das eine Projektion. Richtig. Gibt es denn, um nochmal den Bogen nach München zu schlagen, dann Dinge, als Kinderexperte, welche Tipps gibt es dann, wenn jemand was wissen will, wo muss ich in München hin mit meinen Kindern? Also, die Platte Antwort ist wahrscheinlich vor allem erst mal raus vor die Tür.
Ich meine, wir machen ja nur mal eine Sendung, die man zu Hause anguckt. Da muss man nicht viel rausgehen. Aber wenn man, ich glaube, das ist vielleicht ein bisschen platt und ich bin jetzt auch kein Erzieher und kein Elternerziehungsratgeber oder Experte oder sowas. Aber ich würde sagen, wenn man die Zeit hat und die Geduld aufbringt, dann geht man einfach vor die Tür und guckt sich alles, was vor der Tür los ist, einfach genau an.
Wenn wir jetzt aber ein bisschen eher über Institutionen in der Stadt München sprechen. Dann, glaube ich, haben wir hier schon echt eine Menge zu entdecken. Das deutsche Museum natürlich, da habe ich schon so viel gedreht und so viel auch Veranstaltungen besucht oder auch Sachen mal moderiert oder so, sich wirklich ins Zeug legt, ganz viel zu machen.
Aber, ja, es gibt auch, glaube ich, soweit ich das mitbekomme in fast allen anderen Museen und wir haben ja eine herrliche Museenlandschaft in dieser Stadt, immer wieder Angebote für Kinder oder... oder irgendwie spezielle Führungen oder Blickwinkel für Kinder. Aber ich glaube, das muss man gar nicht so sehr als kulturelle Angebote wahrnehmen.
Ich glaube, man kann auch einfach vor die Tür gehen und sich an der Isar hinsetzen und sich die Steine genauer angucken. Da kann man auch eine ganze Menge miteinander herausfinden. München hält sich mitunter für die schönste Stadt Deutschlands mit Sicherheit. Europas bestimmt vielleicht sogar der Welt.
Wenn der Checker einen München-Check machen würde, wo würde er hingehen? Was würde er tun? Das ist eine schwierige Frage. Eigentlich auch eine schöne Frage, weil den Münchencheck gibt es noch nicht. Und ich finde, Städte, gerade Städte in Deutschland sind es allesamt wert, mal gecheckt zu werden. Ich würde unbedingt irgendwas suchen, wo wir zeigen können, wie Kinder in München eingebunden sind und eine Rolle spielen, also wo vielleicht Partizipationsangebote für Kinder sind.
Wir haben lustigerweise gerade kürzlich erst im Haus der Kunst bei dieser wunderbaren Kinderausstellung gedreht. Die fand ich super. Es gibt aber ja auch dieses Mini-München, wo Kinder irgendwie eine Stadt und alles nachspielen. Das sind so Sachen, da würde ich sagen, das wäre doch schön in einer Kindersendung zu zeigen, wie Kinder in München stattfinden, mitmachen dürfen, gefragt werden.
Gleichermaßen muss man aber natürlich unbedingt auch so ein bisschen sich die Wahrzeichen angucken. Als Wahrzeichen sehe ich den Englischen Garten, die Isar, von mir ist auch die Frauenkirche. Ja, wir sind eine Kindersendung und ich bin wirklich und ich möchte es explizit sagen kein Fan des FC Bayern München.
Aber wenn man was über München macht für alle Kinder in Deutschland, wahrscheinlich würde man auch so richtig nicht um den FCB drum herumkommen, dann möchte ich aber bitte unbedingt auch einmal ins Grünwaldstadion gehen und die Sechziger auch kurz vorkommen lassen. Ja, und dann könnte man wahrscheinlich noch eine zweite und eine dritte Folge mit weiteren tollen Sachen machen.
Das Schöne ist ja, dass wir für unsere Sendung wirklich viel in München drehen. Wie gesagt, x-mal schon im Deutschen Museum. Wir waren schon im Museum Brandhorst in der Pinokothek. Wir drehen an so vielen Orten in der Stadt, weil es so viele Sachen gibt, wo Leute sich mit Themen auskennen und Sachen zeigen können, dass die Stadt München quasi zwischen den Zeilen in unserer Sendung ja immer wieder mitgecheckt wird.
Zum Abschluss, und bevor sich jemand vielleicht noch Sorgen macht, der uns jetzt so gehört hat, wenn mit den vier Filmen die vier Elemente durch sind, dann muss man sich aber nicht Sorgen machen, dass Filmthemen ausgehen könnten. Nee, ich glaube, Filmthemen fallen uns immer ein. Luc Besson hat doch mal einen wunderbaren Film über das fünfte Element gemacht, die Liebe.
Das finde ich ein wunderbares Thema für einen fünften Kinofilm. Tobias Krell, vielen Dank. Ich danke auch, hat großen Spaß gemacht. Das war Tobias Krell und das war München persönlich für diese Woche. Alle anderen Folgen finden Sie auf sce.de. Die nächste Folge von München persönlich gibt es dann in zwei Wochen.
Danke fürs Zuhören. Untertitel im Auftrag des ZDF.