Hossa Talk· Folge 298

#290 Wahlen und Widerstand (m. Samuel Pfendt)

Sonntag, 4. Oktober 2026 · 1 h 53

MP3

Shownotes

Hossa-Post abonnieren: hossa-talk.de/hossa-post

Gofis neuer Roman: store.ruach.jetzt/produkt/wut-liebe-filmriss-r… (store.ruach.jetzt/produkt/wut-liebe-filmriss-r…)

Jay beim Drahtsitzer-Podcast: podcast.de/episode/707555635/folge-32-ehrlich-… (podcast.de/episode/707555635/folge-32-ehrlich-…)

Gofi im schöner glauben-Podcast: schoener-glauben.blogs.audiorella.com/242-inte…
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Hallo liebe Hossa-Schist, Innen-Zuhörende und sonst wie Anwesende. Schön, dass ihr eingeschaltet habt zu einer neuen Folge Hossa-Talk. Zu einer, man könnte schon fast sagen, einigermaßen tagesaktuellen. Dazu gleich mehr. Und jetzt hole ich erstmal die anderen beiden noch in die Show. Hallo Jay, hallo Gofi. Und wir haben sogar noch einen vierten im Bunde.

Auch dazu gleich mehr. Aber auch hallo Samuel. Moin. Halli, hallo. Hallo. Ja, bevor wir loslegen und den Samuel dann auch anständig begrüßen, ein paar Verbraucherhinweise schnell runtergerattert. Ich lege einfach mal los mit der Erinnerung, damit ihr das in eurem Kalender vormerkt. Nächstes Jahr wird die Hossakon vom 25. bis zum 1.

23. bis zum 25. so rum war es. Entschuldigung. Nächstes Jahr wird die Hossakon vom 25. bis 35. Ich sage es jetzt nochmal anständig, dann kannst du den ganzen Kladderadatsch wegschneiden. Auf gar keinen Fall. Auf gar keinen Fall, ja. Also vom 23. bis zum 25. April nächsten Jahr ist die Hossakon wieder in Altenau. Einfach schon mal zum Save-the-Date.

Anmeldungen sind noch nicht möglich, aber sobald das möglich ist, erfahrt ihr es über diesen Kanal und alle möglichen anderen Kanäle, die wir so befeuern können. Des Weiteren möchte ich euch sehr gerne nochmal auf die Hossa-Post hinweisen. Einige von euch haben sich da schon angemeldet, beziehungsweise selbige abonniert.

Und vielleicht nochmal ein paar Sätze dazu. Das wird sozusagen der offizielle Hossertalk Newsletter. Der wird so einmal im Monat rauskommen mit nochmal so einer Zusammenfassung von einer der beiden Folgen, die es dann in dem Monat gab und außenrum auch, mit Fragen, mit Gedanken, wie man vielleicht auch alleine oder als Gruppe da auch ein bisschen weiter dran rumdenken und weiter dran rumarbeiten kann.

Vielleicht wird es da News aus der Community geben, auch aus anderen Communities, die sich irgendwo vor Ort treffen. Termine und dergleichen. Und ich habe gedacht, ich sage nochmal, dass ihr den abonnieren könnt über den Link in den Shownotes oder ihr findet es auch auf der Webseite. Es haben manche Leute auch schon diese Option genutzt, dass man mit dem Abo Hossa Talk auch finanziell unterstützen kann.

Das ist aber gar kein Muss. Man kann den auch ganz normal kostenlos abonnieren und dann bekommt man den monatlich. Also guckt mal auf der Webseite Hossa Post oder hier den Link in den Shownotes. Ich darf euch sagen, liebe Freundinnen, dass mein neuer Roman endlich rausgekommen ist. Am 23. September kam Wut, liebe Filmriss raus.

Ein ganz toller Roman. Das hat mir gestern auch der Jason bestätigt. Also nicht gestern am Samstag, sondern ich habe vergangenen Montag von euch aus gesehen mit dem Jason schon gesprochen in schöner Glauben. Wir haben ein ganz, ganz tolles Gespräch über dieses Buch geführt und der Jason war total begeistert. Kann ich ja mal sagen, der war richtig begeistert.

Ja, sehr geil. Echt ein gutes Buch. Und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das euch vielleicht kaufen möchtet. Erstens, weil es ein gutes Buch ist oder vielleicht auch, weil ihr vielleicht auch nach einem guten Geschenk mal sucht oder so, was ihr gerne mal weitergeben möchtet. Oder weil ihr vielleicht auch Ruach jetzt und mich ein bisschen dabei unterstützen, wollt, mit diesem Buch voranzukommen. Also es heißt Wut, liebe Filmgäste.

Es ist ein Roman, der in Bremen spielt, in meiner Heimatstadt Bremen. Und es ist ein sehr interessanter, vielstimmiger Roman, der am Ende sogar auf so eine kleine Kriminalgeschichte hinausläuft. Also wenn ihr wollt, schaut doch mal nach. Ihr könnt dieses Buch überall kaufen, wo man Bücher kaufen kann. Und wenn ihr mir beim Vorlesen zuhören möchtet, dann gibt es zum Beispiel die Gelegenheit auf der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, dem 11. Oktober.

Da lese ich auf der Bühne von Rheinland-Pfalz vor um 15 Uhr. Ach, und wo wir gerade dabei sind, ich hätte es fast vergessen. Ich war mal wieder Fremd-Podcasten. Und zwar habe ich die Freunde vom Drahtsitzer-Podcast eingeladen. Heißt der so? Drahtsitzer? Ja, da heißt er Drahtsitzer. Zwei Schweizer. Und wir hatten ein ganz geiles Gespräch über Dekonstruktion und Weiterentwicklung im Glauben und wie man Dinge so deuten kann und so weiter und so fort.

Also, wenn ihr mal Lust habt, da reinzuhören, Drahtsitzer Podcast. Genau, da in der aktuellen Folge müsste das sein, bin ich der Gast. Cool. Okay. So. Jetzt Samuel Pfendt. Tatatatata. Hier für mich. Herzlich willkommen bei Hossa Talk, lieber Samuel. Ja. Wir kennen dich von der Hossa Con und du hast uns vorhin schon erzählt, dass du schon, woher kennst du mich? Von einer Zelt-Evangelisation aus Bergwitz.

Das liegt in der Nähe von Lothra Stadt Wittenberg. Ja, da waren wir mit Super 2. Also ich war da, keine Ahnung, ich war irgendein Stift. Ich weiß nicht mehr, wann das war, lange her. War das nicht sogar eine Zeltevangelisation? Erinnere ich mich richtig, dass es eine Zeltevangelisation gewesen ist? Ja, das war so richtig mit Zelt und dann wurde da richtig evangelisiert.

Ja, das liegt beides nahe. Ja, ich weiß es noch. Da gab es dann hinten auch, hier war dann hinten ein Büchertisch und so. Ja, dann haben wir da Autogramm geholt. Ja, da bist, wer war denn das? Du oder Schmitty, der mit, nee, Schmitty ist er, mit dem Hochzeitskleid. Das ist der Schmitty. Auf der Bühne. Schmitty war das, ja.

Habe ich übrigens auch gemacht. Ich habe den Skate mal nachgespielt. Wirklich? Ja, auf einer Hochzeit von meiner Cousine haben wir einen Sketch gemacht, wo ich da mit dem Hochzeitskleid reinkam und dann haben wir die Szene nachgemacht und haben die ein bisschen ummodelliert und ja. Das ist sehr geil, mit dem Italiener!

War das die Geschichte? Irgendwann gibt es mal später so Forschungen über Kirchenhistorie, Kirchenkultur, Kirchen Folklore der Einfluss der Band Super 2 auf, Irgendjemand wird das irgendwo erforschen. Zu eurer Musik wurden doch schon Kinder gezeugt. Wahrscheinlich und getauft und so weiter. Also. Meine Kinder, also bei uns gibt es noch CD-Player. Gibt es noch.

Du lebst ja auch in Sachsen-Anhalt, das kann man sich ja gut finden. Genau. Meine Kinder hören liebend gern Nimm zwei oder Super zwei. Ist das so? Ja, sehr gut. Ja, das macht ja brave Kinder. Ist dann auch lustig, wenn dann so ein Sechsjähriger rumläuft und die ganze Zeit so Monogamie. Sehr schön. Du warst auch sechs Jahre alt, als du super neben zwei gehört hast.

Also ich kenne das von klein auf. Ja, wir können mal das Thema wechseln. Ich finde das schon interessant. Ihr wisst, ich rede über nichts lieber als mich selbst, aber heute haben wir ja eigentlich ein ernstes Thema. Vielleicht ist es gut zu kriegen, wofür der Samuel... Ja, natürlich, ist ja klar. Ich will nur trotzdem, dass wir die Kurve kriegen, weil Samuel ist quasi heute unsere Stimme in Sachsen-Anhalt.

Samuel hat mich angeschrieben und gesagt, ihr müsstet mal was über die Wahl in Sachsen-Anhalt machen und da sagte ich, ja, natürlich, wollen wir. Willst du vorbeikommen? Und jetzt ist er da. Also so ungefähr war das, gell, sag mal? Genau, bin mit dem Trabi nach Frankfurt gefahren. Nee. Sag mal, erzähl uns mal kurz, wer du bist. Und wir wissen jetzt alle, dass du glühender Super 2-Fan bist. Das finde ich auch sehr gut.

Aber wer du sonst so bist und warum du mit uns über dieses Thema sprechen möchtest. Ja, wer bin ich? Also, ich bin eigentlich ein ganz normaler Typ, unauffällig. Genau, ich lebe in Sachsen-Anhalt in einem Dorf, Radis heißt das, Dörfchen. Kennt praktisch keiner, außer im Osten doch einige, weil hier früher doch so ein gewisschen in der Landeskirche so ein bisschen Erweckungsbewegung war.

Also wir haben so ein gewisses geistliche Erbe hier in Radies, das noch ganz leicht vorhanden ist. Nicht mehr viel, wir sind da ein bisschen wieder am Aufbauen. Aber die Geschichte ist zu lang. In der DDR-Zeit gab es ja immer mal so kleine geistliche Aufbrüche in der Landeskirche und Radies war eine Zeit lang da sehr involviert.

Und das ist so ein bisschen, da bin ich auch aufgewachsen, also bin 1986 geboren, habe da einiges noch mitbekommen so dann nach der Wende und, bin hier aufgewachsen, war ein paar Jahre weg zum Studieren, Ausbildung und bin dann wieder hierher gezogen, habe meine Frau mitgenommen. Und das Dörfchen liegt in der Nähe von Lutherstadt-Wittenberg also wenn man sich ein bisschen orientieren kann also im Osten Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt ist ja wie so ein Kreuz, links der Harz, rechts Lutherstadt-Wittenberg oben die Altmark im Süden dann, ist das dann so Richtung Halle runter, Und, genau, bin also richtig auf dem Land.

Das sage ich deswegen, weil das für unser Thema heute auch relevant ist so ein bisschen. Ich bin Eheberater, freiberuflich. Kümmere mich sonst sehr viel um die Kinder. Meine Frau arbeitet viel. Genau, bin also so ein Hausmann. Wir verkörpern sozusagen das klassische Familienbild. Und hast du nicht auch gesagt, dass du dich auch politisch engagieren würdest oder habe ich das falsch gelesen? Ja, ich bin im Stadtrat, ich bin Stadtratsmitglied im Kemberg, also die ganzen Dörfer sind alle eingemeindet und zu einer Stadt praktisch.

Genau, da bin ich nicht in der Partei. Wir haben hier im Dorf einen Heimatverein, der hat eine Wählervereinigung gegründet und über die Wählervereinigung bin ich sozusagen in den Stadtrat. Gerutscht. Und genau. Mit der Linken und der SPD in einer Fraktion. Sozusagen mit denen arbeite ich sehr eng zusammen. Und genau, sonst ist Stadtrat ist aber auch politisch, muss man sagen, nicht parteipolitisches Programm, sondern da geht es um den Kindergarten, um die Feuerwehr und irgendeine Straße, die gebaut werden muss.

Ja, solche Sachen halt. Also das Parteiprogramm existiert da fast gar nicht. Das wissen viele nicht unbedingt, weil eigentlich, wir wählen zwar, wir finden das toll, dass wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, aber mir zumindest ging es ganz, ganz lange so, dass ich eigentlich gar nicht wirklich gewusst habe, wie dann Politik lokal eigentlich passiert, also wie sich das dann vor Ort auswirkt.

Und ich glaube, ganz viele von uns wählen halt, gucken die Nachrichten, schimpfen über März und viel, viel mehr wissen wir eigentlich gar nicht so über, das politische System, in dem wir leben, wenn wir ganz ehrlich sind. Deshalb ist es eigentlich ganz spannend, mal Samuel von dir zu hören, wie du als Stadtrat Politik erlebst. Das ist nämlich irgendwie nochmal eine ganz andere Welt, habe ich das Gefühl, oder? Kann das sein?

Ja, das ist auch eine eigene Welt so ein bisschen. Man ist ja der letzte Zipfel praktisch. Man hat ganz viele politische Entscheidungen, die getroffen wurden, die man in der Kommune dann, ja man könnte sagen, ausbaden muss. Also im Prinzip bei uns kommt das dann an und wir müssen gucken, was wir damit machen.

Und das sind dann ganz praktische Fragen. Also sozusagen diese theoretischen Konstrukte, die wir politisch immer wahrnehmen, wenn jetzt eine Landesregierung irgendwas macht, irgendwelche Entscheidungen trifft, wenn es jetzt auch mal um Bildungssachen geht, Schule, Wenn das Land irgendwas entscheidet zum Thema Bildung und Schule, kommt das dann irgendwann bei uns an, dass es dann bei uns heißt, okay, Schule, jetzt haben wir irgendwie neue Einzugsgebiete und jetzt müssen wir gucken, unsere Schule schrumpft jetzt, wie gehen wir damit um, wir haben ein großes Gebäude, jetzt ist da irgendwo Leerstand oder irgendwas.

Also wir müssen immer praktisch gucken, wie gehen wir damit um. Und deswegen gibt es keine Parteipolitik da, weil wir ja politisch nichts entscheiden. Naja, also ich meine, ihr trefft die Entscheidungen für euren Ort dann. Also ich meine, das ist dann sozusagen wirklich genau das, was der Bürger sieht.

Gibt es eine neue Feuerwehr oder nicht? Wird ein Fahrradweg gebaut oder nicht? Und so weiter. Genau. Ja. Ja, also ich hatte auch gerade Stadtratssitzung, bevor ich her bin. Achso, da kommst du gerade her. Ja, da kann man doch direkt mal ansetzen, wie ist denn da die Stimmung gerade? Weil wir sind jetzt ja noch nicht so lange nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Jay und ich waren an dem Wochenende, an dem Freitag vor der Wahl waren wir in Magdeburg. Und ich würde mal sagen, an dem Donnerstag vor der Wahl waren wir, in Magdeburg und ich würde sagen, das hat man schon doll gemerkt, da lag es so in der ganzen Stadt, also nicht nur bei dem Talk, da war irgendwie bei allen so eine dolle Anspannung, die war mit Händen zu greifen irgendwie, das habe ich so selten erlebt, wenn ich vor irgendwelchen Wahlen an irgendwelchen Orten war.

Deswegen, vielleicht kannst du da mal kurz so ein bisschen so ein Stimmungsbild geben, wie geht es euch denn da gerade, also gerade wenn du jetzt auch aus so einer Sitzung kommst. Ja, das war jetzt die erste Sitzung nach der Wahl, also war eine Ausschusssitzung, also, nicht der komplette Stadtrat, das sind ja so Arbeitsgruppen, die sich da treffen, um erstmal die Themen durchzukauen und durchzuarbeiten, bevor man dann irgendwas im Großen abstimmt.

Und letztendlich muss man sagen, die Wahl ist da jetzt nicht präsent. Also die Probleme sind erstmal genau die gleichen wie vorher, also da hat sich jetzt ja nichts geändert für uns. Wenn dann Regierung steht und irgendwelche Entscheidungen treffen, dann kommt das bei uns dann an. Da ist es eigentlich nicht.

Stimmungstechnisch merkt man es aber in anderen Bereichen. Wir reden da halt nicht über Parteipolitik, sondern einfach um die praktische Umsetzung vor Ort. Wenn man jetzt, es geht ja auch viel um AfD, da ist halt im Ausschuss, die AfD hat einen Antrag zu irgendwas, der wird einfach diskutiert, ganz praktisch und dann wird er zugestimmt oder abgestimmt, dann macht er in anderen Fraktionen einen Vorschlag, dann wird das durchdiskutiert, das ist alles auf einer Ebene.

Also das muss man tatsächlich so ein bisschen nüchtern betrachten. Und man muss auch vielleicht sehen, dass halt tatsächlich in der AfD, gerade in der Kommunalpolitik, auch ganz andere Typen auch vorhanden sind, die jetzt, sagen wir, die Politiker, die jetzt in der obersten Parteispitze oder so sind, in Sachsen-Anhalt.

Da gibt es eine riesen Differenz zu. Ja, also das merkt man nicht, aber wir hatten jetzt hier Oktoberfest also so, nicht wie in München das ist ein bisschen abgekupfert hier, aber so auf dem Dorf, und wenn die Leute dann ein, zwei Bierchen getrunken haben, dann wird das alles lockerer und da erstaunlich viel ging es dann um die Wahl zum Beispiel also das ist schon sehr präsent das Thema, auch wenn man so Leute trifft, man kommt schnell auf das Thema und oder wenn man mit Vereinen spricht, soziale Einrichtungen, die sich im sozialen Bereich engagieren, da ist das natürlich sehr brennendes Thema.

Wie wird darauf geschaut, was hörst du da so? Naja, das ist sehr unterschiedlich. Also man kann ja sagen, es ist ja sehr gespalten alles. Und dementsprechend ist auch der Dialog so. Du hast praktisch immer, wenn du jetzt bei so einem Fest bist oder du hörst dann von da an da die Meinung, von da an die andere Meinung. Also das ist ja jetzt relativ gut durchgemischt.

Und ja gut, in Sozialverbänden oder so, die haben mehr, deutlich mehr Sorgen, die sie ausdrücken. Also ich habe jetzt mit einer Initiative bei uns in der Nähe gesprochen, die sich sehr um Integration kümmern. Da habe ich mit dem Leiter mal gesprochen, interessanterweise nicht nur Integration von Migranten, Da hat es angefangen.

Die machen so ein offenes Café. Und letztendlich sind das, aber wir haben ja gar nicht viele Migranten hier. Also es ist ja nicht so, dass wir so viele haben, dass wir jetzt sonst was da machen können. Da kommen aber ganz viele einfach einsame Leute. Da kommen Leute mit körperlichem Handicap. Irgendwelche Leute, die einfach nicht irgendwo integriert sind.

Und die machen eine super Arbeit. weil ich einen Treffpunkt für die Menschen, die nicht integriert sind. Und die machen sich schon sehr Gedanken, weil da schon jetzt steht etwas dahinter, was finanziell sozusagen das stützt und die brechen da weg, weil es ist schon so ein bisschen, jetzt ein bisschen, ja, Und ich sage mal so, die haben dann immer gleich so einen linken Touch.

Das wird immer gleich so ein bisschen ins Linke gestellt. Und, da ziehen jetzt auch mal der eine oder andere ein bisschen zurück, um dann nicht finanziell so angreifbar zu sein. Weil die AfD hat ja ganz klar formuliert, dass sie Vereine und verschiedene Projekte einstampfen will, die im linken Spektrum letztendlich angesässig sind.

Und darunter haben sie auch ein paar benannt, die ganz klare, richtig gute Sozialarbeit machen, die gute Integrationsarbeit machen. Und da sind jetzt auch viele dann vorsichtig, wo sie sich jetzt finanziell dran beteiligen, damit sie nicht damit reinfallen in so eine Kategorie. Also es ist schon, also es ist so rumort schon und man merkt schon, dass die Leute an Orientierung verloren haben oder Orientierung suchen und.

Ja, also, Es ist aber. Alles noch so vage und so unklar, weil ja einfach die Entwicklung ja auch unklar ist. Also das Problem bei der Wahl ist ja hauptsächlich, dass praktisch nichts Klares rausgekommen ist. Also, weder eine absolute Mehrheit von AfD, dann wäre im negativen Sinne klar, wo es steht, Jetzt noch eine Mehrheit im progressiveren Bereich oder im, demokratischeren Bereich oder wie auch immer, da kann man viel diskutieren.

Die haben auch nicht die Mehrheit und jetzt hängt es an so einer kleinen Partei, von der man weiß auch nicht so genau, was man davon halten soll. BSW mit 5%, die jetzt sozusagen das Zünglein an der Waage sind und entscheiden darüber, ob jetzt die AfD jetzt an die Macht kommt oder nicht. Und das ist so, man weiß überhaupt gar nicht, was jetzt eigentlich wird.

Es kann auch so sein, dass wir jetzt einfach ein Jahr Leerlauf haben, ohne dass irgendwelche Entscheidungen fallen. Das ist praktisch aber auch für ganz viele Initiativen, Vereine auch ein Riesenproblem, weil die halt dann zum Beispiel die Fördergelder wegfallen oder so. Weil wenn jetzt keine Regierung steht, dann, darf die Regierung nur das Geld ausgeben, was sein muss.

Dann sind optionale Sachen feinbar weg. Und da fallen meistens halt irgendwelche, sozialen und kulturellen Sachen dann runter. Gut, aber vielleicht können wir ja, bevor wir jetzt sozusagen uns hauptsächlich, auf die direkte Ebene gucken, erst nochmal ein bisschen allgemeiner gucken. Ich weiß nicht, wir sind ja nur mal alle politisch interessiert und wir hatten jetzt drei Wahlen, die alle, auf ihre eigene Weise Dramatiken hatten sozusagen und wirklich neue Dinge gebracht haben.

In Sachsen-Anhalt nun mal auf jeden Fall fast eine absolute Mehrheit, muss man ja sagen. In Berlin zum ersten Mal die Linken sozusagen als stärkste Kraft und in Mepo, wo die CDU rausgeflogen ist. Und auch die AfD stärkste Kraft geworden ist. Und auch die AfD stärkste Kraft ist, aber zumindest jetzt nicht so stark wie in Sachsen-Anhalt.

Aber genau, also irgendwie echt drei dramatische Landtagswahlen und einfach mal, wie habt ihr das so erlebt? Goofy, Marco, Samuel. Ich stelle bei mir eine Müdigkeit fest, tatsächlich jetzt doch. Dass ich, das habe ich von ganz, ganz vielen Leuten vorher auch schon gehört. Ich habe bisher noch nicht dazu gehört, zu sagen, ich lese keine Nachrichten mehr.

Ich war bisher, ich bin eigentlich so eine Art Nachrichten-Junkie. Ich habe oft mehrmals am Tag die Nachrichtenseiten gescannt und geguckt, was passiert gerade so in der Welt, was mich wirklich interessiert. Und die letzten Entwicklungen, die haben bei mir dann doch schon so eine gewisse, dann doch endlich auch eine gewisse Müdigkeit, ausgelöst, sodass, ich, es ist nicht so, dass ich mich nicht mehr politisch beteilige.

Ich war neulich jetzt wieder auch auf einer Demo in Marburg im strömenden Regen. Keine Macht der AfD und so. Also ich bin schon immer noch involviert im politischen Geschehen, auch bei uns in der lokalen Ebene, zumindest als Beobachter. Ich weiß, was läuft. Ich kriege die Rundmails und so weiter. Ich kriege die Newsletter, ich lese die.

Und trotzdem merke ich dieses... Das Gefühl, dass eine gewisse Entwicklung sich einfach nicht aufhalten lässt. Und dass auch sozusagen Aufklärung daran überhaupt nichts ändert, Aufklärung in Anführungszeichen, mache ich gerade mit den Fingern, so Anführungszeichen. Und die Erkenntnis, die sich mehr und mehr durchsetzt, die ich jetzt auch.

Immer häufiger in politischen Kommentaren und so höre, die Leute wählen nicht, weil sie nicht wüssten, was sie wählen, sondern die Leute wählen das, was sie wählen, genau, weil sie wissen, was sie wählen. Das ist etwas, was mich dann doch irgendwie auch ein bisschen erschöpft, heimlich. Und ich mich frage, sind wir mit unserer Vorstellung von dem, wie unsere Gesellschaft sein soll, wie sie funktionieren soll, was wir uns erhoffen, eine plurale Demokratie, sind wir da wirklich zunehmend in der Minderheit und lässt sich diese Entwicklung eigentlich gar nicht mehr aufhalten.

Ich befinde mich da so emotional sozusagen mehr und mehr in der Defensive eigentlich. Und das ist bei mir eigentlich eine neue Entwicklung. Ehrlich gesagt, über den Wahlerfolg der Linken in Berlin habe ich persönlich mich gefreut. Wird jetzt niemanden überraschen, der mich ein bisschen politisch kennt.

Ich bin vollkommen angepisst von dem, was die CDU und die angrenzenden Medienhäuser gerade für Kampagnen fahren. Ich bin geradezu erschrocken. Ich glaube, was mich am meisten entmutigt und ermüdet, ist tatsächlich auch das Verhalten der Unionsparteien. Was man von der AfD erwarten kann, das wissen wir ja mittlerweile alle.

Ich verstehe auch gar nicht mehr, wie irgendjemand noch erschrocken oder überrascht sein kann. Ich verstehe dieses Überraschungsmoment nicht. Das ist mir nicht klar. was mich überrascht ist das Verhalten der anderen konservativen Kräfte in der politischen Kultur deren Verhalten überrascht mich und ermüdet mich und entsetzt mich auch und das, da beginnt bei mir so fast ein bisschen so eine, Apathie ist zu viel aber so eine Erschlaffung so keine Ahnung scheiß drauf so, genau so geht es mir gerade das bleibt hoffentlich nicht so das aber in dieser Stimmung befinde ich mich gerade.

Ich kann dir in ganz vielen Punkten, wie du das bewertest, sehr zustimmen, auch wenig überraschend. Aber bei mir ist in der Auswirkung eigentlich fast genau das Gegenteil. Also ich habe mich lange nicht mehr so doll und so intensiv, glaube ich, mit politischen Sachverhalten auseinandergesetzt, wie jetzt seit diesen drei Wahlen nochmal.

Weil ich gerade auch dann durch den linken Wahlsieg in Berlin gedacht habe, ich möchte das jetzt doch auch nochmal argumentativ durchdringen. Wie geht das denn jetzt konkret, auch juristisch, wenn man das jetzt wirklich täte mit diesen Verstaatlichungen zum Beispiel? Wie kann man das eigentlich argumentieren, dass das eine gute Idee ist?

Und habe mich da schon nochmal sehr doll reingekniet. Aber in der Bewertung sehe ich das auch so. Das habe ich sogar schon bei der letzten Bundestagswahl gesagt. Ich nehme schon zur Kenntnis, dass ich noch entsetzt bin, aber mich auch schon fast wieder daran gewöhnt habe, dass man nach so einer Wahl dann eben entsetzt ist.

Also das ist was, da weiß ich auch nicht, wie man das gut einüben kann. Da denke ich mir immer, eigentlich können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn so eine Partei wie die AfD 44 Prozent in einem Flächenland holt. Das ist einfach nicht möglich, so zu tun, als wäre das jetzt einfach ein Kollateralschaden und als ist das jetzt einfach so.

Ich habe die Tage ein Podcast Interview mit Joschka Fischer gehört und der war auch, also ich glaube, der hat fast geweint beim Reden. Der hat gesagt, ich konnte es mir nicht vorstellen, dass die Deutschen nochmal sowas tun. Und das, so, da bin ich eigentlich auf einem ähnlichen Dampfer, das finde ich wirklich krass und trotzdem zeigt es ja irgendwie, wenn man jetzt nur diese drei Wahlen isoliert betrachtet.

Aber scheint es ja so zu sein, also es gibt ganz viele Gründe und man kann das auch nicht so richtig gut miteinander vergleichen. Aber was sich zeigt ist, die Menschen suchen im Moment scheinbar keine großen Antworten in der politischen sogenannten Mitte. Also weder bei der CDU noch bei der SPD. Auch die Grünen haben in allen Wahlen keine so richtig gute Figur gemacht, die Linken ehrlicherweise in den anderen beiden Ländern auch nicht und da verschiebt es sich dann halt sehr so an die Ränder.

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das eine sinnvolle Diskussion ist, weil man dann immer wieder direkt das eine mit dem anderen vergleicht und es auch so ein bisschen gleichsetzt, das ist gar nicht schlau, aber die Analyse ist ja erstmal, in der Mitte bricht was weg Oder da löst sich fast was auf. Da löst sich was auf. Die CDU ist zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg.

Aus einem Parlament rausgeflogen. Das ist ein historischer Fakt, dessen wir da gerade ansichtig werden. Und insofern finde ich das natürlich auch hochspannend und bestürzend und gleichzeitig, mit so Blick auf Berlin denke ich aber auch ein bisschen, wenn das gelingt, was die da vorhaben, könnte das vielleicht aber auch bedeuten, wenn man diese sozialen Themen, gut bespielt mit progressiver, schlauer Sozialpolitik, kann man dem vielleicht auch doch was entgegensetzen, So ganz naiv und Kindergarten-mäßig so gesagt.

Ja, ich habe, mir ging es natürlich ähnlich wie euch, auch... Naja, ich habe das erwartet, aber wenn man es dann schwarz auf weiß sieht, ist es schon irgendwie krass. Bei mir war es auch so, dass ich jetzt in den letzten Wochen seit der Sachsen-Anhalt-Wahle, wirklich viel mehr politische, Podcasts gehört habe, Artikel gelesen und so ein Kram als sonst, weil es mich jetzt, Wirklich interessiert gerade, wo wir so stehen. Also ich nehme auch an, wir haben den gleichen Podcast mit Joschka Fischer gehört.

Ich nehme an, du hast auch bei Zeit Online alles gesagt. Ja, genau. Ja, und da ging es mir auch so. Also habe ich gedacht, so meine Güte. Er hat es aber auch gut auf den Punkt gebracht, finde ich. Naja und ich bin, also was diese drei Wahlen für mich irgendwie deutlich machen ist, dass die politische, Situation in Deutschland, ich meine es hat sich angebahnt und alles mögliche, aber jetzt wissen wir.

Es hat sich wahnsinnig viel geändert und wir müssen uns in den nächsten Jahren, warm anziehen und gucken, was wir damit machen. Also ich finde jetzt, ich sage ja schon seit einiger Zeit, dass ich denke, es wird spätestens beim übernächsten Mal, vielleicht sogar schon beim nächsten Mal. Wird die AfD die Mehrheit bei der Bundestagswahl holen.

Ob die absolute Mehrheit, das glaube ich nun nicht, aber irgendwann wird die CDU mit ihr, koalieren müssen, weil es nicht anders geht sozusagen und keine Ahnung, meine Prognose ist erstmal eine schwarz-blaue, dann beim nächsten Mal eine blau-schwarze, und dann geht es halt so weiter, also, die Weichen sind meines Erachtens gestellt.

Die SPD marginalisiert sich und wenn die Linken es klug anstellen, so wie man das in Berlin jetzt sieht, bearben sie die SPD. Das wäre, finde ich, irgendwie, das würde ich ihnen gönnen und das würde ich hoffen. Aber so diese bürgerliche Mitte, die... Quasi, wo man gesagt hat, die gestalten die Politik in unserem Land.

Also da bin ich, da glaube ich, das ist rum. Und was das dann bedeuten wird, weiß ich noch nicht. Aber ich sehe da keiner guten Zeit entgegen, weil ich nicht, also meine einzige Hoffnung wäre noch. Dass die AfD sich sozusagen zumindest ihre radikalen Kräfte kleiner hält. Und glaube ich zwar nicht, dass sie das schaffen, aber das wäre meine Hoffnung und sich zu so einer populistischen, naja, irgendwie gerade noch rechts super konservativen Partei mausern.

Aber sie haben ja gar keinen Grund dafür eigentlich, weil diese Wahl zeigt jetzt ja, die werden gewählt mit überragender Mehrheit, obwohl es diese Kräfte und gerade weil es diese Kräfte auch gibt. Also gerade müssen die ja gar nichts ändern eigentlich. Der Erfolg gibt ihnen ja auf allen Ebenen recht.

Ja genau, gut, gesamtdeutsch würde ich, glaube ich, geht das noch nicht so auf, aber... Ja, keine Ahnung. Zumindest versuchen sie sich ja nach der Sachsen-Anhalt-Wahl als gesprächsfähig zu gebärden und so weiter. Das ist natürlich auch eine Masche aus meiner Sicht, klar. Aber wie gesagt, loswerden wir die nicht mehr. Verbotsverfahren hätte man vor zehn Jahren machen können.

Ich glaube, das ist durch. Das wird nicht mehr passieren. Und von daher müssen wir uns darauf einstellen. Ich bin nicht hundertprozentig überzeugt, aber ja, schwierig ist es trotzdem. Ich sehe es nicht, dass das passieren wird. Da wurde jetzt so viel hin und her überlegt. Ich glaube einfach nicht mehr, dass das passiert.

Ich würde es sofort unterschreiben, überhaupt keine Frage, aber ich sehe nicht, dass das irgendjemand tatsächlich in die Hand nimmt und macht. Das Problem wäre, wenn man sie jetzt verbieten würde, würde ich vielleicht auch unterschreiben. Nur wie erklärt man das den 40%, die hier das gewählt haben? Genau, gut. Wenn das Bundesverfassungsgericht entscheiden würde, das ist eine verfassungsfeindliche Partei, dann müssten sich 40% der Sachsen-Anhalter überlegen, dass sie zumindest laut des Verfassungsgerichtes eine, verfassungsfeindliche Partei gewählt haben und sich dann überlegen, ob sie die Kritik annehmen oder ob sie quasi auf die Barrikaden steigen und eine neue Partei gründen, was wahrscheinlich der Fall wäre.

Meine Hoffnung wäre in dem Fall, dass die neue Partei ja wieder einen gewissen Anlauf braucht und das wieder ein bisschen Zeit schafft. Wo man sozusagen. Eine gute andere Politik machen kann, die wieder Menschen zurückgewinnt. Und meine Hoffnung wäre tatsächlich, dass wenn das Bundesverfassungsgericht sagt, also das offiziell macht, das ist eine verfassungsfeindliche Partei, dass zumindest ein Teil dieser Wähler in sich geht und sagt, okay.

Das muss ich mir zumindest mal auf der Zunge zergehen lassen. Aber ho naus. Also wie gesagt, ich sehe da keine große Wahrscheinlichkeit mehr, dass das noch kommt. Weil ich fürchte, das ist ja auch genau das Problem, was Gofi gesagt hatte. Und das finde ich tatsächlich auch das Ermüdende daran, dass dieser Punkt, mit rationalen Argumenten und mit Fakten Menschen zurückzuholen oder vom Gegenteil zu überzeugen, da sind wir halt schon seit wahrscheinlich mehreren Jahren drüber.

Das findet so einfach nicht mehr statt, dieses Gespräch. Dass du sagst, guck dir das doch mal an. Hier gibt es Gründe, warum der Verfassungsschutz da nicht nur Bedenken hat, sondern die auch so einstuft. Und das ist aber schon so eine andere Erzählung, dass dieses Argument halt gar nicht sticht an der Stelle.

Ich wollte gerade nochmal, kann ich nochmal ganz kurz, Ich glaube, alle Leute, die in Niedersachsen leben, die sagen die ganze Zeit, habt ihr eigentlich unsere Wahl vergessen? Da fand ja letzten Sonntag die Kommunalwahl statt, immerhin. Und da hat überall die AfD verloren. Das gehört auch zu weit dazu.

Da wurden Amtsinhaber der SPD und der Grünen und so weiter wiedergewählt. Und in Stichwahlen haben die, in drei kleinen Orten haben die AfD-Vertreter krachend verloren. Manchmal gibt es ja auch so diese... Diese Hoffnungsschimmer hin und wieder doch, ne? Und wo wir gerade gesagt haben, ja, die politische Mitte bricht weg oder so. Hin und wieder, gibt es da vielleicht doch so kurze Signale so, na, so ganz so weit ist es vielleicht noch nicht.

Also, ich wollte nur der Vorständigkeit sagen. Ich gehe mal auf die Wahl da ein, weil ich will, ich bin ein sehr optimistischer Mensch, ne? Fällt mir aber immer schwerer weil jetzt zum Beispiel in Niedersachsen die AfD hat verloren, aber sie hat auch ihre Wahlergebnisse verdoppelt, auch in Niedersachsen und man sieht, wenn man jetzt seit der AfD der Gründung, kann man in der Entwicklung sehen, dass, dann gab es im Osten irgendwo das erste Mal 5%, 10%, da gab es einen kleinen Aufschrei, oh die hatten schon Da waren in Baden-Württemberg 2% oder so.

Dann waren es irgendwann 15, 20%. Dann gab es den Aufschrei, jetzt haben die schon so viel, jetzt fehlt schon jeder fünfte Bürger, die AfD. Da waren es in Westdeutschland 10% oder so. Dann gehen wir weiter, das heißt, die Entwicklung, Also die AfD hat sich in allem überall immer weiter stärker geworden.

In Ostdeutschland immer aber mit einem sozusagen zeitlichen Vorsprung. Also immer ein, zwei Wahlperioden davor waren die schon mal. Ich will jetzt nicht prognostizieren, dass in ein, zwei Wahlperioden in NRW dann auch 40 Prozent sind. Das ist nochmal eine andere Situation. Also wir haben ja zum Beispiel hier viel, viel weniger Migranten als jetzt zum Beispiel in NRW.

Das ist wir haben ja wirklich nur so einen ganz kleinen Anteil also es gibt, andere Grundsituationen hier, die das nochmal begünstigen oder die das nochmal anders dann gestalten aber diese Entwicklung da muss man auch in, ich nenne es mal jetzt pauschal Westdeutschland mag das eigentlich gar nicht so diese West-Ost-Geschichte.

Aber da muss man halt auch hellhörig sein, dass diese Entwicklung bisher nur bergauf ging. Ja, also ich denke, das steht uns auch ins Haus, das ist keine Frage. Noch nicht, aber eigentlich wie du sagst, quasi immer versetzt um ein paar Jahre, hast du dann sozusagen den Anstieg auch in Westdeutschland.

Und wie gesagt, aus dem Grund. Ich glaube, wir müssen uns, also es hilft ja nichts, immer nur zu lamentieren oder Verbotsverfahren rufen. Alles schön und gut, wenn es nicht passiert, passiert es nicht. Und dann werden wir meines Erachtens uns schon damit auseinandersetzen müssen, was passiert, unter einer blau-schwarzen oder dann irgendwann unter einer blauen Regierung.

Und ich finde, damit müssen wir uns rechtzeitig auseinandersetzen und nicht erst dann, wenn es passiert, sozusagen. Also. Bundestagsregierung, will ich sagen. Also ich finde, wenn das, was die AfD da jetzt in Sachsen-Anhalt auch gesagt hat, was sie tun wollen, ich glaube, für viele von uns klingt das immer noch wie, ja, ja, das ist halt Wahlkampfgelaber, damit, aus dem Rundfunkstaatsvertrag auszusteigen und diese ganzen NGOs platt machen und so.

Also ich kann sagen, ich lebe ja in Österreich und hier gibt es ein Bundesland zumindest, was blau regiert wird und hier hat ja auch schon mal die FPÖ auch, auf Bundesebene regiert und die tun exakt das, was die sagen. Also glaubt denen das ruhig, im Gegensatz zu manchen anderen Parteien, die setzen das direkt im ersten Monat um, was die da versprochen haben, was die machen wollen.

Also da gibt es hier ganz handfeste Beispiele, wie da sofort in Kultur und in Medien eingegriffen wurden, sofort nachdem die Regierung stand. Also da würde ich jeden nur vorwarnen zu sagen, ja, das ist ja alles nur Gelaber und auch ein bisschen hier eigene Basis scharf machen und so. Das wird exakt so passieren, was die angekündigt haben, wenn die können, wenn die die Möglichkeit dazu haben.

Ja, das glaube ich auch. Und wir müssen in dem Sinne, also ich glaube nicht, dass dann sofort der Faschismus kommt. Das passiert entweder schleichend. Oder es müsste tatsächlich sowas wie ein Ermächtigungsgesetz geben wie 33 oder so, aber das ist in der Bundesrepublik zumindest um einiges schwieriger, als das damals in der Weimarer Republik war.

Aber die werden ihre Politik machen und wir müssen uns darauf einstellen, dass der Wind für Pluralismus und für Menschen, die, alternative Lebensformen wichtig finden. Und quasi, also dass der Wind schärfer wird. Und naja, wie gesagt, wir uns damit, also nicht anfreunden, sondern damit umgehen müssen, dass wir uns Herrn Merz als Bundeskanzler zurücksehen werden.

Wisst ihr, was ich meine? Das ist großartig. Erinnert ihr euch noch, als alle über George W. Bush geschimpft haben? Katastrophe geht ja gar nicht, oh Gott, oh Gott und so weiter. Und heutzutage sagen wir alle, oh Gott, hätten wir nur George W. Wieder im Weißen Haus. Also, weil schlimmer immer geht. Vielleicht nehme ich euch, würde ich euch mal kurz mit reinnehmen vom Sachsen-Anhalt, von dem, also was da eigentlich so wahlkampfmäßig abgegangen ist, also was auch so, wie sich das so dahin entwickelt hat.

Es gibt so einen feinen Unterschied oder ich unterscheide zwischen rechter Partei und Faschismus halt. Also für viele ist die AfD, sagen sie, ja, es ist eine rechte Partei. Rechte Partei, also für mich ist das, was die CDU auf Bundesebene macht, ist praktisch für mich ein rechter Spektrum. Das ist so rechtsdemokratisch so, ne?

Das ist auch eine rechte Partei. Und Sachsen-Anhalt, also ein Merkmal von Faschismus ist ja allein regieren. Also das Ziel ist es. So schnell an den Punkt zu kommen, wo man allein regiert. Und das hat die AfD bei dem Wahlkampf ganz klar gemacht. Wir wollen allein regieren, damit wir hier was sofort umsetzen können.

Und das ist das Prinzip und da sind sie gerade auch in der Bredouille weil sie haben es fast geschafft müssen jetzt eigentlich regieren also sie müssen im demokratischen die sind praktisch demokratisch gewählt, im demokratischen Spektrum müssen sie eigentlich jetzt regieren haben einen klaren Regierungsauftrag, sind aber in der Bredouille dass ihr Anspruch dass sie aber allein regieren müssen weil das was sie durchsetzen wollen, können sie nicht mit anderen Parteien zusammen machen.

Und das ist so ein bisschen... Davon war der Wahlkampf so geprägt. Darf ich da mal kurz einhaken? Weil das wäre ja genau das Merkmal einer demokratischen Partei. Dass sie sagt, okay, wir sind angetreten mit den und den Zielen. Okay, wenn wir alleine regieren, könnten wir das alles machen. Aber sind wir nicht. Wir brauchen Koalitionspartner. Und das ist jetzt natürlich dann die Frage, wenn alle Brandmauer machen, haben sie keinen, okay.

Aber eigentlich ist die Idee von Demokratie ja. Du willst A und dann musst du mit jemandem zusammenarbeiten, der aber meinetwegen. X will. Und dann einigst du dich bei M. Also alle schließen Kompromisse. und dann musst du halt natürlich nicht jetzt sagen, M ist das Beste, was wir wollten, sondern du musst deinen Leuten verkaufen.

Also pass auf, ja, wir wollten A, aber wir müssten, also der Kompromiss ist M und M finden wir jetzt nicht super, aber besser als X. Ja, genau. Das hat doch Samuel gerade gesagt, das ist das Problem der AfD ist jetzt. Ja, genau. Ich würde ja sagen, quasi, wenn, also die müssten jetzt irgendwie zeigen, dass sie das machen, dass sie eine demokratische Partei sind und quasi kompromissfähig sind.

So, das müssten sie jetzt zeigen. Genau, also es wäre praktisch, einzige Option wäre mit dem BSW, dass sie da Kompromisse finden oder halt eine Minderheitsregierung machen und da auch Kompromisse also ausloten. Das wäre ein demokratisches Aber im Wahlkampf war der Anspruch ganz klar formuliert, wir reagieren alleine oder gar nicht.

Das war im Wahlkampf klarer Anspruch. Deswegen hat der Sigmund, der Spitzenkandidat, immer eine Zahl genannt. Dahin müssen wir kommen, alleine regieren, ansonsten regieren wir nicht. Er hat allerdings heute, also Stand 29. September, eine Verlautbarung. Ich weiß gar nicht, ob in einem Interview oder ob das eine Pressekonferenz war, auf jeden Fall gesagt, dass er spätestens im Dezember sehr sicher ist, direkt im ersten Wahlgang zum Ministerpräsident gewählt zu werden.

Denn also scheinbar gab es irgendwelche Gespräche, die ihn einigermaßen optimistisch machen, dass da so auch stattfinden wird. Was das jetzt für irgendeine Art von Regierungskoalition heißt, keine Ahnung. Aber scheinbar ist er sich sicher, dass der genug, das ist ja eine geheime Wahl, dass der genug Abweichlerstimmen einsammeln kann, um dann halt auch durchzukommen mit der Wahl.

Ja, das probieren sie jetzt. Das hat er heute gesagt, dass wir das probieren. Was da rauskommt, das ist alles komplett offen, das ist alles im Dunkeln was da rauskommt, das weiß keiner so richtig weil in der CDU da nochmal jemand drüber geht oder die BSE-Wähler weiß man überhaupt gar nicht, was daraus wird worauf ich aber hinaus wollte ist.

Diesen Punkt hat den Wahlkampf so bestimmt dass praktisch alle anderen Parteien, nur das Thema hatten, die AfD zu verhindern. Klare Kampf. Und mich hat das tierisch aufgeregt, dass es ging nur darum, wir müssen die AfD verhindern. Ich glaube, keine positiven Entwürfe. Das hat mich schon bei den letzten fünf Wahlen genervt, dass das, der einzige Slogan auch auf den Plakaten ist. Wir sind nicht die AfD, wählt uns. Das ist zu wenig.

Sorry, Samuel, wir unterbrechen dich ständig. Ja, und das hat die AfD halt stark gemacht auch nochmal. Also das hat das alles begünstigt. Das heißt, die anderen Parteien haben mit ihren Strategien Anti-AfD, die AfD eher noch stärker gemacht, sagst du? Ja, definitiv. Gut, aber ich muss ja sagen, ich wäre ja der Meinung, der Sigmund soll regieren.

Alles andere ist ja Quatsch. Also quasi, wenn du 43 Prozent der Stimmen hast, also in welchem Bundesland hat irgendeine Partei so viele Stimmen? Und ich würde ja sagen, gut, dass er nicht die absolute Mehrheit hat, weil dann muss er zeigen, ob er demokratisch fähig ist oder nicht. Dass der eine Politik machen wird, die mir nicht gefällt, ist völlig klar. Aber.

Das wäre ja noch ein bisschen meine Hoffnung sozusagen, dass sich die AfD im demokratischen Prozess zumindest lernt, dass man nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen kann, sondern Kompromisse finden muss. Aber das ist ehrlich gesagt eine Hoffnung, die sich meiner Sicht da schon lange zerschlagen hat, dass sozusagen sowas wie...

So einen Reflexionsprozess einsetzt oder dass gute Argumente oder gute Gründe irgendwie dazu führen können, ich glaube nicht. Der politische Alltag. Also wenn du merkst, du kannst nicht das alles machen, was du machen willst, also musst du dich irgendwo treffen. Und damit sehe ich auch gar nicht. Ich glaube nicht.

Ja, aber was ist die andere, was ist die Alternative? Also die Alternative ist. Die warten so lange, bis sie allein regieren können und dann machen sie, was sie wollen. Sollen sie doch lieber vorher. Sich die Hörner ein bisschen abstoßen, so wie das jede andere Partei auch lernen muss. Das wäre mir auch lieber. Ich glaube nur nicht, dass das so stattfindet. Ja, das sage ich ja, das ist eine kleine Hoffnung, die ich habe, dass ich dann sozusagen die moderateren Kräfte, die eben kompromissfähig sind, durchsetzen, weil die sozusagen Dinge, gewuppt kriegen und die anderen, mit dem Kopf durch die Wand gehen wollen. Also, nicht, dass ich hoffe, dass die AfD sich wandelt. Das hoffe ich nicht.

Oder das wäre eine tolle Hoffnung, aber das glaube ich nicht. Sondern meine Hoffnung wäre, dass der politische Betrieb, wenn man sich auf den politischen Betrieb einlässt, sozusagen seine Spuren an dir als Partei hinterlässt und du merkst, okay, wir können nicht einfach nur AfD sein, sondern wir müssen in irgendeiner Form Kompromisse eingehen.

Das wäre zumindest wie sieht das aus deiner Perspektive aus als, Praktiker also im Stadtrat da kann man gut Kompromisse finden, wenn man allerdings einen ideologischen Oberbau hat, der ein klare Ziel vor Augen hat, kommt man mit Kompromisse nicht weiter. Also Kompromisse, wenn die AfD jetzt irgendwie Kompromisse eingeht, ähm, dann wird sie nicht mehr so stark sein in Zukunft. Ja, natürlich.

Das wäre meine Hoffnung. Ja, und das sind schon auch schlaue Köpfe. Und die werden das Tunnichtsvermeiden, dass sie jetzt hier versuchen, sich durchzuwurschteln mit Kompromiss, mit Versuchen, mit einer Regierung irgendwie Stück für Stück ein bisschen was umzusetzen. Sondern die werden vielleicht jetzt was starten.

Und wenn dann nicht das rauskommt, was sie wollen, dann werden die das gekonnt so kommunizieren, dass praktisch alle anderen sozusagen daran schuld sind. Also sie werden das so hinkriegen, wie sie es auch im Wahlkampf hingekriegt haben, die erreichen ja die Leute. Und deutlich machen, Schuld ist, was weiß ich, die Regierung davor.

Schuld ist, was der Sigmund ja schon dauerhaft macht ist. Wenn man fragt, okay, wie wollt ihr das eigentlich umsetzen, was ihr da vorhabt? Da kommt ganz auf die Antwort, naja, da brauchen wir halt die Bundesregierung für. Also es wird immer geschoben auf etwas anderem, auf die da oben, die müssen das dann regeln, dann kommen wir erst hier.

Oder es wird nach unten getreten. Aber sag mal, meinst du nicht, dass sozusagen, also wenn das dann passiert, und zumindest ist es jetzt ja noch nicht so, dass sie einfach machen können, was sie wollen, das wird doch einen Effekt haben. Ich glaube, es gibt einen harten Kern, der sagt. AfD forever. So, natürlich. Aber es gibt auch die Leute, die die wählen, weil sie sich was Konkretes erhoffen.

Konkrete Umsetzung von konkreten Sachen. Und wenn dann die AfD die gleichen Sprüche machen muss, wie der Herr Merz oder wie andere Leute, weil sie sagen, ja, haben wir keine Mehrheit für bekommen, konnten wir nicht machen. So und dann ja, die sind schuld, können sie ja sagen, aber dann werden ja trotzdem, also zumindest der Teil, ich glaube jetzt, ich glaube einfach nicht, dass 43 Prozent in Sachsen-Anhalt stramme Rechtsradikale sind, das glaube ich einfach nicht.

Sondern ich glaube, das sind 20%, 25%, irgendwie sowas, aber du hast immer noch irgendwie 20% oder 15% oder irgendwas, die einfach sagen, mir gefällt der Sigmund oder ich finde das und das Thema wichtig und so weiter. So, und wenn die dann auch Frustration erleben mit der AfD, ja dann ist zumindest die Chance da, dass sich wieder was bewegt, weil quasi der Messias quasi nicht geliefert hat. Ist was ich meine.

Das wäre meine Hoffnung. Wenn sie sich darauf einlassen würden, das glaube ich nicht. Also ich denke, dass sie nicht Kompromissregierungen machen werden. Das wäre eine Riesenüberraschung, würde ich mich freuen. Eher würde ich darauf tippen, dass es dann doch Neuwahlen gibt im Einjahr. Aber das weiß ich ja auch nicht. Ich bin ja kein Politologe und die haben ja auch alle falsch gelegen, aber, da müssen wir uns überraschen lassen, aber von dem wie sie Politik bisher hier gemacht haben, wie sie öffentlich auftreten ist das ja auch, also es ist ja keine inhaltliche Politik, sondern das ist ja eine emotionale Sache also die AfD nimmt ja die Menschen emotional hier mit, also ich weiß nicht, ob ihr mal so ein bisschen reingeschaut habt,

wie die hier Wahlkampf gemacht haben, das ist praktisch, das sind ja Feste gewesen. Ja, genau. Also die AfD ist ja, also die sind ja fast in jeden Ort gegangen. Die waren, das ist auch die einzige Partei, die wirklich vor Ort war. Also in meinem Ort war keine Partei, außer die AfD immer da. Und die hat, die haben es geschafft, gerade durch den Sigmund, der ist ja ein guter Verkäufer so einfach eine Stimmung hervorzurufen, so eine Emotionalität, dass sich hier mal wieder was verändert.

Irgendwie so ein bisschen wieder so eine positive Stimmung. Und haben aber immer gleichzeitig eingestreut, dass, Wenn wir nicht die absolute Macht haben, dann können wir auch nichts ändern. Und das wurde dauerhaft kommuniziert. Das heißt, sie haben immer jetzt diesen Bonus, Leute, wenn das hier nichts wird, das liegt daran, dass wir nicht die absolute Macht haben, es ist der Schuld der anderen.

Und das ist so ein bisschen die Gefahr. Es würde mich jetzt nicht überraschen, wenn sie das stimmungstechnisch so hinbekommen, dass in einem Jahr Neuwahlen ist und sie dann tatsächlich nicht mehr alt haben. Es kann auch falsch sein. Es kann auch sein, dass Leute vielleicht jetzt durch, dadurch, dass die so groß geworden sind, doch ein bisschen sensibilisierter sind und vielleicht doch ein bisschen genauer nochmal hinschauen und sich das überlegen.

Kann auch sein, dass das anders ist. Das weiß irgendwie keiner. Naja, die Bundes-AfD, also Weidel und Schupalla, machen ja schon deutlich, dass da jetzt was passieren sollte. Also, und ich meine, und zumindest, also, Was meinst du, dass da was passieren sollte? Also, was soll passieren? Ja, dass ein Regierungsauftrag da ist. Also, dass die regieren sollen.

Weil die natürlich auch wissen, das lässt sich sozusagen auf der großen Bühne nicht gut verkaufen, wenn du Also wenn du 43 Prozent hast und du dann sagst, machen wir nicht. So, das geht einfach nicht. Und ich glaube auch im bundesdeutschen Kontext. Würde das Leute eher entsetzen, wenn man sich da quasi verweigert und sagt, entweder absolute Mehrheit oder gar nicht.

Ich glaube, das wissen Weidel und Schupalla. Obwohl ich die nicht mag und so weiter und so fort. Mein Eindruck ist, dass die eigentlich sozusagen gerne endlich mal ran wollen und mal was tun wollen. Und dann denke ich mir, naja gut, wenn der Wähler die haben will, dann ist es so. Und wie gesagt, ich sehe nicht, dass wir die nicht bei der nächsten oder übernächsten, Bundestagswahl sowieso kriegen. Also ich sehe da keine.

Nö, aber du kommst da ja relativ geschmeidig raus aus der Nummer. Also wenn du merkst, so jetzt in allen Sondierungen, das mit dem BSW klappt nicht, die anderen wollen nicht, dann kann ich ja jetzt auch nichts dafür. Also dass der jetzt nicht mit Begeisterung in eine Minderheitsregierung geht, das ist ja auch irgendwie klar. Also ich glaube, du kannst das hinterher vom Narrativ schon so drehen, dass es nicht deine Schuld war, wenn das jetzt so ist.

Nicht klappt. Und ich finde, das, was du, also dein Argument oder deine Hoffnung, Jay, die klingt ja ein bisschen wie so eine Variante von ja, lass die doch mal machen, dann werden die sich schon entzaubern. Nee, nee, nee, gar nicht. Gar nicht. Also ich glaube auch nicht, dass die sich entzaubern, weil ich glaube, die werden zum Teil einen richtig guten Job machen, weil die sozusagen keine Ahnung, Geld sparen an der einen Stelle und woanders dann irgendwas, die Bahn sanieren oder irgendwas.

Und die werden ihre Erfolgsdinger landen. Also ich glaube gar nicht, dass die sich entzaubern. Meine Hoffnung ist nicht, dass sie sich entzaubern, sondern meine Hoffnung ist, dass sie sich. Abschälen quasi. Also das, was man auch bei den Grünen erlebt hat, die waren ja anfangs eine viel radikalere Partei und durch den politischen Betrieb, sind die sozusagen mehr in die Mitte gerückt.

Und meine Hoffnung wäre, also das ist die einzige Hoffnung, an der ich mich festhalten kann, dass das auch bei der AfD möglich ist, weil ich sonst nicht weiß, wie wir einem autoritären Regime entgehen sollen. Also ich glaube nicht, dass die sich entzaubern werden, das glaube ich gar nicht, sondern dass der demokratische Prozess, an den sie zumindest erstmal gebunden sind, dass der es hinkriegt.

Sie zu zähmen. Also nicht zu zähmen, aber zumindest quasi, in eine Richtung zu kriegen, wo man sie zwar immer noch scheiße findet, aber vielleicht damit leben kann. Oder leben muss. Ist, was ich meine. Eine schöne Hoffnung. Das könnte ich vielleicht mir vorstellen, wenn die Entwicklung der AfD nicht Teil wäre einer globalen Entwicklung und einer globalen Verletzung.

Jetzt gerade heute habe ich jetzt wieder gelesen, was heute, in wie vielen rechten Parteien weltweit Elon Musk als Geldgeber involviert ist. Also auf allen Kontinenten, glaube ich, die autoritär ausgerichteten rechtsextremen Parteien, da ist er beteiligt und unterstützt sie. Und bei der AfD auch, wissen wir ja auch. Also plus die Vernetzung in die mediale Landschaft, also die Unterstützung durch die Springer-Medien ist ja offensichtlich.

Und auch da gibt es diese Vernetzung nicht nur in die AfD, ins AfD-Lager, sondern eben auch irgendwie, keine Ahnung, dann mal so einen Meinungsartikel, von Elon Musk in der Welt oder so hat es ja gegeben. Oder der Döpfner, der dann auf demselben Podium sitzt wie Peter Thiel und Peter Thiel hat doch gerade auch irgendein Pokal gekriegt von der Springerpresse, oder? Ja, ich glaube, da.

Gab es eine Erinnerung. Es gibt ja diese Verletzungen, die ja eigentlich auch über die Grenzen der AfD hinausgehen und die ja eigentlich sogar auch in die, In den Bereich der Union reingehen. Da hatten wir ja den Fall, dass der Spahn eine Zeit lang bei diesem Thiel-Treffen dabei war und dann halt irgendwann nicht mehr und so.

Das heißt, ich fände deine Hoffnung irgendwie nachvollziehbar, Jay, die du gerade geäußert hast, wenn das sozusagen ein davon losgelöstes Phänomen wäre. Und der Vergleich mit den Grünen, den finde ich das wirklich ganz gut, und irgendwie für mich einleuchtend. Ich habe aber das Gefühl, wir haben hier mit einem Phänomen zu tun, was eigentlich die Landesgrenzen sprengt, was eigentlich ein globales Phänomen ist.

Und da stellt sich mir die Frage, also gut, wir können die Zukunft nicht vorhersehen, wir wissen nicht genau, was passiert, wir können das Schlimmste befürchten oder nicht, aber vielleicht können wir uns ja auf das Schlimmste vorbereiten. Hast du ja jetzt auch mehrfach gesagt, Jay, also der Wind weht schärfer und so weiter und so fort.

Mich würde interessieren, was bedeutet das praktisch? Also wie stellt man sich darauf ein? Zum Beispiel. Samuel, du hast vorhin gesagt, die Leute, die von den Fördertöpfen abhängen, Die werden in Sachsen-Anhalt jetzt schon leiser. Also wenn man sich früher vielleicht, so habe ich das nicht verstanden, wenn man sich früher klarer linkspolitisch geäußert hat, wird man jetzt ein bisschen, leiser, weil man immer Angst hat, dass einem vielleicht wirklich die Gelder gekürzt werden. Habe ich das richtig verstanden?

Ja, also die größeren Institutionen, die dahinterstehen. Nicht jetzt die kleinen Projekte vor Ort, die wollen schon weitermachen. Und die kriegen jetzt auch die Gegner auch Gegenwind, also einfach dass sie mal mehr angepöbelt werden und sowas. Die kleinen Projekte. Ja, die kriegen natürlich mehr Gegenwind auch von einer Gesellschaft auch mehr Gegenwind.

Mit dem Geld ist gerade diese größeren Sachen, die jetzt, ich nenne jetzt da keine Namen, also halt größere Verbände oder so, die halt dann abhängig davon sind, Gelder zu kriegen, um sie ihre Angestellten zu bezahlen, um die Strukturen zu bezahlen und solche Sachen. Also die... Also was vielleicht, aber ich kenne es auch, was halt außerhalb von dem, ob das die Partei jetzt regiert oder nicht, und was sie dann umsetzt, ist eher mehr, was die Partei an sich, also was die AfD an sich verändert hat, so gesellschaftlich.

Also einfach, was man merkt, einfach die Veränderung dahingehend, dass. Dass das Selbstverständnis, oder was heißt Selbstverständnis, das ist ziemlich normal, dass man, die NS-Zeit relativiert, also dass man halt bestimmte Sachen als ja, Geschichte war mal, ist aber nicht unsere ganze Geschichte, wir gucken jetzt mehr auf das Heute und das alles so ein bisschen, ja, alles ein bisschen abschwächt und so und Und damals war auch nicht alles schlimm und so.

Das sind so ganz viele kleine Sachen, die sich so gesellschaftlich verankert haben, die irgendwo dann vor andere Themen ganz stark sind. Also was weiß ich, das dann halt, ich nenne mal dieser Begriff der Woke-Wahnsinn oder so, dass der dann so hochgehoben wird und dass das jetzt sozusagen das Schlimme ist.

Und dass damals das Stimme war, es wird so alles abgeschwächt. Und das merkt man an vielen Stellen einfach, dass. Da einfach so eine Grundstimmung sich irgendwie ein bisschen ändert. Dass so, Also zum Beispiel, wenn ich im Umfeld überlege, wie viele in den letzten Jahren, so klassische Verschwörungstheorien jetzt wirklich ernst nehmen, das hat so viel zugenommen im Umfeld oder so. oder.

Auch das ganze Migrationsthema wie gesagt, die Leute hier im Dorf, die kennen die gehen zum Döner in der Nachbarstadt, das ist die einzige Begegnung, die sie mit jemandem haben, der aus einem anderen Land mal gekommen ist. Die kennen gar keine Migranten und trotzdem gibt es da eine Feindseligkeit, die selbstverständlich ist.

Also wenn dir jetzt hier auf dem Fest mal einer mal so raushaut, was weiß ich, Ausländer raus, da lachen ein paar und dann passiert nichts. Oder wenn du halt, was weiß ich, beim Fußballspiel da auf der Bank danach sitzt, ein Bierchen trinkst und dann wird auf dem Handy irgendwie ein Video gezeigt mit so einem Abschiebezug, dann wird dann drüber gelacht.

Das ist so eine Grundstimmung oder so eine Entwicklung die also die ich ganz ekelhaft finde, und das ist finde ich problematischer, also es wird alles selbstverständlicher und wenn die AfD es schafft, dann auch noch das mehr, umzusetzen, die wollen jetzt an Schulen die deutsche Flagge wissen. Das ist erstmal jetzt nicht schlimm, das höre ich ja auch viel sagen, was ist denn das Problem mit seiner deutsche Flagge? Sie sind nach Deutschland und so.

Das ist an sich jetzt kein Problem. Ich hatte früher, hatte ich auch gerne in meinem Zimmer eine riesen Deutschlandflagge hängen und so. Ähm, Aber das sind so kleine I-Tüppelchen, die so eine gewisse. Was verursachen. Diese Identität wieder so als Deutscher und dann kommt jemand, der sieht halt nicht deutsch aus und dann habe ich da irgendwie eine gewisse Skepsis gegenüber oder so.

Aber das ist ja offensichtlich, dass es in diese Richtung geht. Also das ist, denke ich, seit fünf, sechs, sieben, acht Jahren irgendwie klar, dass das zunimmt und dass das auch das ist, was eine Partei wie die AfD forciert, und dass es das eben für ausländische Mitbürger oder für Homosexuelle, Transsexuelle und so weiter, ein ziemlich schwieriges Leben machen wird.

Das ist ja genau das, was ich sage. Darauf müssen wir uns einstellen. Da können wir uns jetzt lamentieren. Wir können irgendwelche Petitionen starten und irgendwie sagen, oh, wie schlimm das ist. Ich denke, wir müssen damit umgehen. Also wir müssen, als Christen gerade uns darauf einstellen, okay, wir werden in einem Land leben, das vermehrt ausländerfeindlich ist und das vermehrt homosexuellenfeindlich sein wird.

Auch wieder eher Frauenrechte zurückdrängen wird. In diesem Land werden wir wahrscheinlich leben. Wir können politisch versuchen, etwas daran zu ändern durch Wahlkampf und Wahlen. Ich fand zum Beispiel ziemlich gut, was der Habeck. Bei der. Mioska gesagt hat. Seine Analyse war der Grund des weltweiten Aufstiegs der rechtspopulistischen Weltkriege.

Bis rechtsradikalen Parteien sieht er darin, dass die soziale Frage nicht beantwortet wird. Also dass sozusagen die soziale Frage, dass die Menschen. Die quasi nicht viel Geld haben, immer mehr Angst haben müssen, ob sie im nächsten Jahr noch in den Urlaub fahren können oder ob sie sich noch was leisten können und so weiter.

Und ob die einfach aus seiner Sicht, und das sehen wir durchaus, immer mehr mit Abstiegsängsten zu tun haben. Also ich fand den Gedanken ziemlich gut und auf den Punkt. Ihr lieben Politiker der Mitte, löst gefälligst die soziale Frage oder arbeitet wenigstens dran, dann haben die Leute, die Angst haben vor dem sozialen Abstieg, wenn die, tatsächlich mehr im Geldbeutel haben und ihre Ängste an der Stelle schwinden, haben es die rechtspopulistischen Parteien schwerer, die einzufangen.

Gut, das wäre sozusagen ein Modell, wo man sagen könnte, da kann man politisch sozusagen, könnte man versuchen, der AfD das Wasser abzugraben. Aber wenn das nicht passiert, dann müssen wir uns darauf einstellen, in einer blauen Welt zu leben. Und da, finde ich, müssen wir uns Gedanken drum machen, was das bedeutet.

Und gerade, was bedeutet das für Christen, für Kirche? Wie gehen wir damit um? Weil immer nur lamentieren ist ja irgendwie dummes Zeug. Also wir müssen mit den Realitäten arbeiten. Und wenn die Welt rechtsradikal wird, sage ich jetzt mal, dann sind wir hoffentlich immer noch Christen. Die ihrem Erlöser nachfolgen und sich zu den stellen, die verfolgt werden und marginalisiert werden und uns um die kümmern und so weiter.

Also ich spreche deswegen so, meine Hoffnungsrede, dass sich die AfD doch noch demokratisch abschleifen wird, weil ich einfach hoffen möchte. Dass nicht das Schlimmste passiert. Aber es kann gut sein, dass das Schlimmste passieren wird. Dem sehe ich jetzt ins Auge quasi. Also ich kann mir das vorstellen, dass das passieren wird.

Und dann müssen wir uns halt überlegen, was wir damit machen. Aber ich finde das auch ein bisschen zu deprimierend irgendwie. Also ich finde, du hast ja vollkommen recht auch mit deiner Analyse und auch mit deiner Hoffnungsformulierung, aber sich so jetzt auf den Rücken zu legen und zu sagen, naja, das kann man dann wohl ja nicht mehr aufhalten, außer es passiert irgendein Wunder, das stimmt ja einfach auch irgendwie nicht.

Also man kann ja schon konkret Sachen tun. Es gibt ja so kleine Aufbrüche, wo man so sieht, so könnte es vielleicht gehen. Also in New York zum Beispiel, wenn du so jemand wie den Mamdani siehst, der hat einen konkreten Plan, wie man die sozialen Dinge angeht, auch relativ gut durchgerechnet, wie man das hinkriegt mit hier Leute besteuern und da Sachen ein bisschen anders machen. Das funktioniert ja.

Das ist jetzt halt nur die Frage, kriegt man das als Gegenbeispiel auch irgendwie in die Breite? New York ist jetzt wahrscheinlich auch ein schwieriges Beispiel. Ja, aber das ist ja das, was ich sage. Wenn sich endlich mal um die soziale Frage gekümmert würde, glaube ich, gäbe es eine Chance, der AfD das Wasser abzugraben.

Aber wenn die immer nur rumeiern und die Reichen reicher werden und die Armen ärmer. Dann wird die AfD profitieren. Aber Berlin versucht es ja gerade in der Linken. Ja, das wird jetzt spannend, weil das könnte ein Gegenentwurf sein, der vielleicht auch Schule machen kann. Das muss man jetzt halt mal gucken, ob das dafür taugt.

Aber ich finde, das, was du gesagt hast, Jay, wir sind ja halt auch bei Hossertalk und nicht einfach nur in einem Politik-Podcast. Deswegen ist diese Frage, gibt es denn irgendeine christliche Perspektive oder irgendeine christliche Antwort auf das Ganze, ja doch auch nochmal eine interessante vielleicht.

Ich kann es euch vielleicht kurz mal mit reinnehmen, wie das so ein bisschen grob in der christlichen Welt in Sachsen-Anhalt jetzt war. Ja, unbedingt. Das ist nämlich, also die AfD hat ja einiges an Stoff geboten, weil, vielleicht schieße ich kurz noch vor, wegen der Entwicklung, wir haben jetzt viel wegen Migration, es gibt ja aber ganz andere Entwicklungen, die normal werden.

Also zum Beispiel, und da hat die Kirche zum Beispiel sehr reingesprochen. Die AfD unterscheidet ja wieder sehr zwischen behinderten Kindern und normal begabten Kindern zum Beispiel. So nennen die das dann. Und die wollen ja Integration von Menschen mit wie auch immer man es dann genau beziffert, das macht ja die AfD nicht so richtig. Förderbedarf.

Ja, das ist, mit den Wörtern der AfD ist mir noch schwierig umzugehen. Die wollen sie ja praktisch in Sonderschulen haben. Also die wollen ja keine, Integration mehr haben. Komplett. Und sowas mit Stimmung, das wird normal. Die Leute empfinden das dann plötzlich als normal. Und da, das hat mich schon, ich hatte eigentlich sehr viel Hoffnung vor der Wahl, weil es gab sehr großen Engagement in Sachsen-Anhalt und sehr viel Engagement von den, gerade von der Landeskirche, die ist ja in Sachsen-Anhalt jetzt nicht so riesig. Also wir haben, Sachsen-Anhalt ist ja praktisch die säkulärste Region weltweit, vielleicht China noch, aber.

Wir haben ja, unsere Religionszugehörigkeit ist praktisch so gering wie nirgendwo. Das ist dann erstaunlich, dass die Kirche so präsent war. Also die haben ganz viel öffentlich dazu gesagt, die haben an ihren Kirchen Banner gehabt, so einen Spruch wie, unser Kreuz hat keinen Haken. Die haben sich ganz viel öffentlich, ganz klar positioniert gegen Positionen der AfD, und waren auch medial sehr präsent.

Viele Bündnisse wurden da geschmiedet, auch mit sozialen Einrichtungen und so weiter. Das fand ich schon echt erstaunlich also was da so mobilisiert wurde und klar auch formuliert wurde das hat man nicht in anderen Bereichen nirgendswo gehabt, also so klar und deutlich, also was die Landeskirche betrifft also katholische und evangelische Kirche haben da sehr zusammengearbeitet, Und die AfD hat ja dann auch ganz konkret auch gegen diese Kirchen dann agiert.

Die wollen ja die Mittel streichen für die Kirchen, das war so dann das Feindbild. Und das war auch nach der Wahl, waren die immer noch ganz klar. Und was sie gemacht haben und das fand ich richtig cool die haben Gesprächsräume eröffnet also die haben praktisch eingeladen für einfach, Dialogräume es gab so ein paar Fragen wo man einfach mal drüber gesprochen hat wie es einem jetzt eigentlich geht mit der Wahl also gar nicht jetzt nochmal so hier wir wollen euch nochmal aufklären was ihr jetzt gebetet habt sondern einfach, lasst uns mal reden, wie geht es uns jetzt damit emotional?

Weil wir haben alle gemerkt, dass es eine sehr emotionale Wahl war und das Ergebnis auch sehr emotional ist. Ich merke das auch, ich bin jemand, der eigentlich sehr entspannt redet und ruhig bleiben kann und sachlich bleiben kann, aber das waren immer wieder Momente, wo ich ganz schön auch an meine Grenzen gekommen bin, da sachlich zu bleiben.

Und die haben danach so diese Räume eröffnet an verschiedenen Orten in Sachsen-Anhalt, um ein bisschen Dialog anzubieten. Und gleichzeitig haben sie aber auch ganz klar formuliert, dass sie, egal wie das jetzt weitergeht, dass sie für die Marginalisierten immer eine offene Tür haben werden. Das hat mich schon sehr beeindruckt.

Was mich ein bisschen traurig gemacht hat, ist halt im freikirchlichen Bereich sieht das ein bisschen anders aus. Das macht mich ein bisschen traurig, weil die eigentlich da viele Möglichkeiten hätten, Was meinst du mit anders? Wie anders? Naja. Es gibt ja auch in Sachsenhals gibt es auch ganz wenig Freikirchen, es gibt irgendwie keine Ahnung vielleicht 6000 Freikirschler oder so.

Die sind jetzt nicht so laut. Da muss man schon ein bisschen recherchieren oder Insider sein, da mal mitzukriegen. Aber das, was man vielleicht so ein bisschen mitkriegt, ist entweder wir halten uns da raus, wir sagen da gar nichts zu oder schon, naja, die AfD ist, eine Partei, die halt schon konservative Werte, die wir auch vertreten, so Familienbild, Thema Homosexualität und solche Sachen.

Und das so im freikirchlich-konservativen Bereich. Es gab eine Pastorin in Halle, die hat sich klar dagegen gestellt. Im freikirchlichen Bereich? Ja, eine Pastorin, das habe ich mitbekommen, die ganz klar gesagt hat, dass es, also weil die Die AfD hat ja in ihrem Programm geschrieben, dass sie die Landeskirchen praktisch die Finanzierung streichen möchte, und kleine christliche Gruppierungen sozusagen aber fördern will.

Da gibt es eine spezielle Formulierung für. Das betrifft natürlich die Freikirchen. Und da hat sie ganz klar gesagt, dass sie das nicht in Ordnung findet, vereinnahmt zu werden und hat sich klar positioniert dagegen. Aber das ist eine Einzelstimme gewesen. Da habe ich nichts anderes sonst mitbekommen. Aber.

Das war traurig. Aber im landeskirchlichen Bereich war ich echt überrascht, welches Statement ist und auch, man merkt diesen Gedankengang, naja, wir haben das im Prinzip eigentlich auch schon mal durch. Also die Landeskirche in der Zeit der DDR, die hat es ja schwer gehabt und die hatte ja immer die offenen Türen gehabt und hat da immer, versucht, irgendwo unterstützen zu wirken. Mein Vater war selber Pfarrer, und das merkt man schon, solche Sätze fallen dann schon.

Also es gibt eine Geschichte des Widerstands noch und die ist auch noch in Erinnerung sozusagen. Genau. Das hört man auch von den Älteren. Das ist nämlich sehr interessant, finde ich. Also es gibt ja eine einen Erfahrungsschatz eigentlich. Gerade bei ostdeutschen ChristInnen, die in der DDR sozusagen in der Opposition waren, wenn man so will, oder im Widerstand stellenweise, da gibt es einen Erfahrungsschatz.

Und der ist dann wohl eher nicht bei den freikirchlichen Christen zu suchen, sondern eher bei den landeskirchlichen ChristInnen. Das finde ich schon ganz interessant. Aber ich meine, was du hast gerade beschrieben und das jetzt öfter an diesem Abend gesagt, diese Wahl, die geht wie so ein Riss durch die Sachsen-Haltinische Gesellschaft.

Es gibt die einen, die total dagegen sind und die anderen, die total dafür sind. Und es ist schwer, miteinander zu sprechen. Mich hat das manchmal so ein bisschen an die Mager-Bewegung erinnert. Erinnert? Also, oder das, was wir so lesen konnten, wie plötzlich die Möglichkeiten, miteinander zu sprechen, so ganz hart abgebrochen ist, so in den Familien in den USA.

Als dann darum ging, also bist du jetzt mager oder bist du nicht mager oder so. Denkst du, das ist vergleichbar? Weil man, der Sigmund hatte, in irgendeinem Bericht habe ich gesehen, das trägt stellenweise fast schon ein bisschen kultische Züge. Die Leute finden den einfach total toll, wie der dann sein Bier trinkt und auf diesem Mopfer daherkommt und eine Frau in die Kamera sagt, ich wünsche mir einfach, dass Deutschland von früher wieder zurück, weil das war irgendwie so der Slogan, Deutschland wieder wie früher und dann haben die gesagt, ja, wie früher denn, also, ja, also einfach wie früher, also, also früher halt, ne, und das war halt irgendwie gar nicht klar, was früher, aber es war auch scheißegal letztlich,

es ging ja nicht um Inhalte, wirklich. Die haben dann nach der Wahl, haben dann AfD wieder die Wahlplakate abgehangen, haben auch die AfD dazu aufgerufen und dann zu den Spitzenkandidaten, die sie da hatten, hingehen und signieren. Unterschrift, ne? Als Erinnerung. Krass, ja. Genau, also es ist so. Ich frage mich halt, kommt das auf die Kirche sozusagen auch zu?

Also diese Art von von das haben wir jetzt schon stellenweise, dass wir nicht mehr wirklich miteinander sprechen können über manche Sachen in der innerchristlich ja auch schon. Glaubst du, das wird zunehmen sozusagen noch? Ja, also das ist zunehmend, also ich weiß nicht, ob wir da an der Spitze angekommen sind oder so, weiß ich nicht genau. Also ich habe schon, also die letzten Monate war schon, intensiv. Also ich habe das noch nie in meinem Leben erlebt, so viele Gespräche zu haben, wo man das Gefühl hatte, man also man hört nicht richtig zu oder man es geht nicht um irgendwelche Fakten oder irgendwas.

Also es geht um eine grundsätzliche Einstellung über etwas und also wie oft ich dann höre ist, ja du kannst ja recht haben aber, ich denke trotzdem so. Oder so dieses ja so schlimm wird das nicht sein, aber das und das ist viel schlimmer. Ich kann das echt schwer manchmal beschreiben, weil es ist so irritierend.

Was ich unglaublich krass fand, ist, dass ich mit allen, und das ist wirklich verrückt, die ich gesprochen habe, die AfD wählen, keiner von ihnen kannte das Wahlprogramm. Also keiner von denen wusste, was da drin steht. Und wenn ich dann was einfach rausgenommen habe aus dem Wahlprogramm, lass uns mal darüber sprechen, was fällst du davon, dann ist eigentlich immer die Situation gewesen, ah, das wusste ich gar nicht.

Ja, das will ich eigentlich auch nicht. Aber ich will sie trotzdem, weil irgendwie muss ich hier irgendwas verändern. Also das ist so. Du stehst dann davor und sagst, aber das ist, ich kann dir noch eins zeigen und noch eins zeigen und das ist Wahnsinn, was da eigentlich, wenn man das umsetzt, auf uns zukommt.

Aber es ist, man hat nicht das Gefühl, also es ist keine Sachebene. Aber das wäre doch auch eine total schwierige Analyse, zu glauben, die meisten Leute wissen gar nicht, was sie da gewählt haben und warum. Also das hat bestimmt an manchen Stellen so stattgefunden, aber mir zu überlegen, also das fällt mir schon auch schwer zu sagen, naja, die sind halt einfach auch ein bisschen dumm.

Die haben nicht mal gelesen, was sie da gewählt haben, das für so viele Menschen zu glauben, fällt mir irgendwie auch schwer auf eine Weise. Das ist nicht dumm also der normale Wähler kennt doch von der SPD oder Grünen, die kennen jetzt nicht das Wahlprogramm. Das ist nicht unbedingt vielleicht das was mich dann erschrocken hat wenn man aber dann inhaltlich spricht dass es dann egal ist, Also der normale Wähler kennt das Wahlprogramm nicht, also wer liest denn das Wahlprogramm durch?

Du machst vielleicht ein paar machen und Wahl-O-Mat und so, da sind so ein paar Fragen drin. Der normale Wähler, der hört sich also, der hört sich bei YouTube oder TikTok oder irgendwo ein paar Videos an und. Findet das genau richtig, was da gesagt wird so habe ich das auch, ich bin ja nicht mein Leben lang, dass ich da jetzt recherchiere oder so das, ist das erste Mal, dass ich ein Wahlprogramm gelesen habe in meinem Leben Also vorher habe ich auch nichts gelesen.

Und das werfe ich also nicht vor. Also das ist nicht dumm. Man wählt eigentlich aus, man braucht einen emotionalen Bezug. Man muss mitgenommen werden. Also man muss irgendwie mitgenommen werden von der Sache. Nur ich finde halt bei so einem radikalen Schritt, wo du ja sagst, unser Ziel ist es, so wie es bisher war. Und die, die bisher in Verantwortung waren, das muss sich jetzt radikal ändern.

Und da wäre es ja schon schlau, mal hinzugucken, was bedeutet diese Veränderung denn außer, wir machen jetzt das kaputt, was vorher da war. Das kann ja noch nicht das Ende sein. So denke ich mir so, aber offensichtlich findet das so ja nicht statt. Ich habe den Eindruck, wir sollten die Zielgerade in die Zielgerade einbiegen und mich würde interessieren, das haben wir nämlich noch nicht wirklich beantwortet, vielleicht kennen wir es auch nicht wie bereiten wir uns denn auf die Zukunft vor?

Was machen wir denn konkret wenn der schlimmste Fall eintritt und wir haben mehrere Landesregierungen AfD, vielleicht sogar irgendwann eine Bundesregierung, mit Beteiligung der AfD und. Was sollten wir tun? Wie sollten wir damit umgehen? Also ich finde ja, dass wir Christen da eigentlich privilegiert sind, weil.

Also das macht ja eigentlich Christentum aus, dass wir, gerade in diesen schweren Situationen ja einen anderen Halt haben und eine andere Perspektive haben auch nochmal. Also das, Wenn ich Das ist das, was mir halt sozusagen Zu schwer die Situation Finde ich ist Oder wie Unruhig das irgendwie wirkt, Ist mir aber klar Genau in diesen Zeiten kommt es eigentlich Auf Christen an Die den Menschen Hoffnung geben Also die Die Türen auf haben Für die, die da marginalisiert sind Genau, Und das ist das, was für mich ja Christentum eigentlich ausmacht.

Also das, was die Urgemeinde ja ausgemacht hat, ist, dass sie sich da um die Ausgegrenzten gekümmert haben. Das, was Jesus gemacht hat, dass er zu den Ausgegrenzten hingegangen ist. Wir sind jetzt jahrelang im Schlafenland gewesen. Also wir konnten jetzt fröhlich Gottesdienst feiern, bis zum Abwinken, ohne dass wir irgendwas, sozial machen mussten oder irgendwas relevant waren oder irgendwie.

Nur wenn das so weitergeht, dann wird es in Zukunft so sein, dass wir, glaube ich. Mehr, wieder mehr Relevanz haben im sozialen Bereich, also dass es. Da auf die Christen wieder mehr ankommt. Genau, also für mich gäbe es, glaube ich, zwei Ebenen. Das eine ist natürlich auch die politische, sich beteiligen, in Parteien, auf Demonstrationen, wie auch immer. Also auf jeden Fall deutlich machen, wofür man steht und was man nicht will.

Das ist die eine Seite, die politische. Und dann würde ich genau das sagen, was der Saumann auch gerade gesagt hat. Und Orte schaffen. Wo Transpersonen, homosexuelle Menschen, Asylanten, Migranten einen sicheren, Ort haben, wo sie nicht Angst haben müssen. Ausgegrenzt zu werden, beschimpft zu werden, weggemobbt zu werden und so.

Und sich dann für diese Leute einsetzen und für die da sein und zur Not mit denen zusammen untergehen. Untergehen. Das wäre sozusagen, das, was ich, wenn ich meine Albträume alle quasi hochrechne, dann stelle ich mir vor, dass das irgendwann auf uns zukommen könnte. Untergehen mit denen. Die verfolgt werden. Aber solange...

Also sollten wir die Freiheit, die wir ja immer noch haben und die wir also echt dafür nutzen, schöne Orte zu schaffen, an denen Menschen willkommen sind und sich wohlfühlen und wo was anderes gelebt wird. Also wo dieser Wind, wo dieses, das was der Samuel ja ein paar Mal gesagt hat, wo sich die Dinge so leicht verschieben und dann immer mehr verschieben, Dinge normal werden, die gesagt werden, das sollte in der Kirche halt nicht normal sein, sondern in der Kirche sollte es anders sein.

Da sollten homosexuelle Menschen wissen, hier brauche ich mich nicht zu fürchten. Hier werde ich nicht angepöbelt oder gar verprügelt oder irgendwas, sondern hier darf ich sein, wie ich bin und hier sind Leute, die stehen zu mir. Das wären so Sachen, wo ich denke, wo man sozusagen auf der politischen, aber eben auch auf der praktischen Ebene einfach etwas anderes lebt.

Und ich hätte die Hoffnung, dass das sozusagen. Das Imperium überdauert, um eine Star-Wars-Formulierung zu gebrauchen. Marco, hast du noch irgendwelche Tipps aus dem österreichischen Widerstand? Ich wollte gerade sagen, auswandern geht natürlich auch, aber nach Österreich. Das war lustig. Ich bin da voll dabei. Ich glaube, das merke ich jeden Tag mehr, dass dieser Fokus, solche Orte zu schaffen, wo wir irgendwann vor zwei Jahren oder so konkret mit angefangen haben, auch das ernst zu nehmen und das voranzubringen, dass das, Eine Möglichkeit ist und eine sehr gute Richtung. Also auch das, was du gesagt hast, was die Landeskirchen auch gemacht haben, so Dialogräume zu schaffen. Einfach mal sich treffen und sagen,

wie geht es mir eigentlich gerade mit allem? Vielleicht als Anfang. Also solche Orte zu schaffen, die Safe Spaces sind, die aber auch Begegnungsräume sind, wo Menschen sein können, wie sie sind. Wo sie sicher sind, wo sie angenommen sind, wo sie unterstützt werden, wo sie beschützt werden, das ist wahrscheinlich die wichtigste Aufgabe und das kann wahrscheinlich auch ganz unterschiedlich aussehen.

Ich war die Woche bei einem ganz tollen Festival in Fulda, Klassik-Festival eigentlich, Kammermusik, und habe da gedacht, ja, das funktioniert tatsächlich. Das ist ein Ort, wo total unterschiedliche Menschen und so ein klassisches, Kultur- und Klassikpublikum zusammenkommt, aber total offen ist für interessante Ideen, interessante Menschen.

Ich habe da mit klassischen Musikern zusammen halt so die Texte vorgelesen, die ich halt sonst vorlese, auch teilweise recht politisch und sowas. Und da ist aber so ein Begegnungsraum, wo man solche Themen irgendwie auf eine andere Weise verhandeln kann. Also auch Kunst spielt, glaube ich, eine wichtige Rolle, in dem ganzen Menschen zusammenzubringen, Orte zu schaffen, wo sich Menschen vielleicht begegnen, die sich sonst so, in einer politischen Diskussion, in einer Podiumsdiskussion oder so vielleicht nicht begegnen würden und auch da wieder irgendwie, Räume zu schaffen.

Wo das passieren kann. Und bei dem Ganzen sich aber echt nicht dran gewöhnen, dass das jetzt nur mal so ist, wie es ist. Es ist nicht normal, dass wir über sowas reden, dass wir am Ende von einer Podcast-Folge sagen, naja, im Zweifel gehen wir halt mit den Menschen, die wir schützen wollen, unter. Das ist richtig, das so zu formulieren, aber es ist nicht normal.

Da sollten wir uns nicht dran gewöhnen, dass das im Raum steht. Ich hätte noch ein Ding, was ich irgendwie... Ich habe übrigens auch noch nichts gesagt. Ich wollte es so kurz für das Programm... Nee, dann sag du erst mal. Wir müssen tatsächlich Widerstand lernen. Erstens, wir müssen uns vernetzen und Banden bilden.

Zweitens, wir müssen wirtschaftlich unabhängig sein von öffentlichen Geldtöpfen. Glaube ich persönlich. Und da, wo wir uns zu sehr auf Förderung und Subvention verlassen, sollten wir überlegen, wie wir das kürzen. Weil das sind Stellschrauben, an denen gedreht wird. Das gilt auch für die Kulturszene. Wenn du keine vaterländische Kunst machst oder so oder keine patriotische Kunst oder irgendwie so, wirst du irgendwann nicht mehr gefördert.

Das kann für angeblich linke religiöse Gruppen dann auch gelten. Da haben wir ja jetzt in Sachsen halt schon das Vorbild. Außerdem müssen wir uns mit Überwachungstechnologie beschäftigen, weil jetzt noch unter dieser Bundesregierung mit dem Innenminister Dobrindt werden da immer weiter auch die Unterschiede zwischen der Polizei und den Geheimdiensten aufgeweicht.

Die AfD will ja, dass der BND auch aggressiv agieren kann, also wie der CIA sozusagen, dass sie auch Cyberangriffe selbst machen können und so weiter. Das heißt, dass wir uns möglicherweise, wenn das so weitergeht, irgendwann auch, bis wir jetzt schon eigentlich unter einer unionsgeführten Regierung, damit auseinandersetzen müssen, dass wir dem Überwachungsstaat immer näher kommen.

Und da muss man sich auch mit beschäftigen, also mit der Technologie, also wie man dem ausweichen kann. Und die Demonstranten in den USA zum Beispiel, die haben stellenweise auch schon Techniken entwickelt, wie die die Gesichtserkennung aushebeln können oder wie die kreative Form des Widerstandes ausüben können.

Das funktioniert leider nicht immer, aber über solche Dinge muss man auch nachdenken. Und ich denke, auch da kann ich mir gut vorstellen, dass die Christenden unter der DDR-Regierung, da stellenweise auch echt gute Sachen sich schon überlegt haben. Wie die sich vernetzt haben, wie die sich getroffen haben.

Natürlich waren da immer auch Stasi-Leute mit dabei und so weiter. Und wie die dann, obwohl die wussten, dass sie bespitzelt wurden, trotzdem ihre Treffen auch weiter durchgeführt haben. Da gibt es bestimmt wahnsinnig viel zu lernen. Ich stimme euch total zu, diese Orte, die Safe Space sind voll wichtig.

Ich glaube, es muss aber richtig konkret werden. Richtig politisch, widerständisch konkret. Da müssten wir sozusagen neue Techniken lernen, weil, Samuel, du hast es gesagt, das war bisher irgendwie so ein bisschen das Schlaraffenland. Wir waren immer safe und alles. Niemand wollte uns was, niemand konnte uns was. Möglicherweise ändert sich das und dann müssen wir vielleicht echt neue Techniken lernen.

Ich hätte noch einen Punkt, glaube ich, was Vielen Dank. Wo ich eine Hoffnung hätte, dass Christen dazu beitragen können. Zur Entpolarisierung beizutragen. Also sozusagen, die Schere geht ja immer weiter auf, sodass es nur noch entweder oder gibt und die Leute sich gegenüberstehen und sich anbrüllen.

Und das kann man ja verstehen von jeder Seite, die irgendwie sagt, die anderen haben wohl einen an der Waffel, verstehe ich alles, aber das führt uns natürlich nirgendwo hin. Also irgendwie müssen wir lernen, miteinander zu reden. Und zwar die unterschiedlichen Seiten. Und es kann sein, dass die, also zumindest, man kann nicht jeden gewinnen, aber unter Umständen, wenn man entpolarisiert, im Gespräch ist und was anderes anbietet.

In Magdeburg, als wir waren, habe ich stark gemacht, dass Christen wieder missionieren sollten. Also eine Antwort auf die AfD ist meines Erachtens Christen, die missionieren, die sozusagen, dafür Werbung machen, wofür Jesus steht. Für ein Leben für jeden und nicht nur für eine bestimmte Gruppe. Und wenn Christen fröhlich, missionierend durch die entpolarisierend wirken, dann hätte ich zumindest die Hoffnung, dass der eine oder andere sich auch davon erreichen lässt, weil er da was anderes, weil er da einen anderen Windwehen sieht und spürt.

Und weil er auch unter Umständen abgeholt werden muss. Und in der Polarisierung ist das einfach nicht möglich. Genau, das wäre für mich noch so ein Punkt. Missionieren und... Und ich würde auch noch dazulegen, wir müssen, glaube ich, viel stärker uns auch untereinander solidarisieren, weil ich glaube, selbst Leute, die, sich miteinander in einem Netzwerk wähnen, da ist trotzdem jeder so ein bisschen so, ja, ich mache das und du machst das und sowas.

Wir müssen das noch viel mehr lernen, uns wirklich auch gegenseitig zu unterstützen und dabei zu helfen bei den Sachen, die der andere gerade macht. Das ist, ich glaube, bis jetzt eine ganz gute Idee, aber, so richtig Power auf die Straße kriegt das auch noch nicht. Dafür macht jeder noch zu viel sein eigenes und guckt sich mal so an, was der andere macht.

Aber dieser Gedanke von Solidarität und wirklich so selbstloser Unterstützung, das müssen wir wahrscheinlich noch ein bisschen lernen, weil das kommt uns nicht natürlich. Das Vernetzen ist so ein ganz wichtiges Thema, Ich habe ja gesagt, bei uns ist die Religionszugehörigkeit extrem niedrig und das macht sich jetzt spürbar Also wenn man jetzt hier mal sich vernetzen möchte, treffen möchte es gibt einfach gar nicht viele Also, das wenn jetzt bei uns im Dorf wir sind vergleichsweise noch ein Relativ, volle Kirche, aber die besteht halt hauptsächlich aus ein paar Rentner.

Und wir haben jetzt so ein bisschen mit so ein, zwei Familien, versuchen wir da ein bisschen Leben reinzubringen. Das ist aber schon Novo. Im Nachbarort ist gar nichts, im nächsten Ort auch nichts. Also das ist noch so ein bisschen Überbleibsel. Dann hast du hier eine Kleinstadt, dann, sind auch nicht mehr drin als bei uns im Dorf, jetzt bei uns in Radis.

Das ist, also was sozusagen die Vernetzung angeht, gerade unter Jungchristen im ländlichen Raum hier, ist schon eine sehr herausfordernde Sache. Also da bin ich auch mal gespannt, was das für Wirkung jetzt hat, weil man natürlich plötzlich ein bisschen mehr im Gespräch ist, und da bin ich mal gespannt, ob das ein bisschen was auch ein bisschen losstößt, dass noch irgendwie man mehr noch auf der Suche ist und ein bisschen mehr sich vernetzt.

Es sieht natürlich anders in der Stadt aus, also wenn jetzt Halle oder jetzt Leipzig oder irgendwie sowas, Magdeburg geht es auch ein bisschen anders, aber wobei Magdeburg sind auch nicht so viele. Und das ist, glaube ich, der Unterschied zwischen vielen Regionen in Westdeutschland. Da ist natürlich, sind mehr, einfach mehr Christen.

Einfach die Anzahl ist größer. Und auch die Anschlussfähigkeit von Christen ist anders, Also hier ist das Thema Glaube, existiert hier nicht, oder Spiritualität. Also die Kirche ist auch kein Ort der Spiritualität für die Dörfler hier. Das heißt, wir können jetzt da auch nicht mit irgendwelchen spirituellen, also so gottesdienstmäßig nichts, aber wo, das ist glaube ich für mich so ein Kernpunkt, wo wir Christen andocken können Und das wird gesehen, ist, wenn wir tatsächlich wirklich, in diesen ganzen diakonischen Bereich, sage ich mal, reingehen.

Also da auch Stellung zu beziehen, dass das, was die AfD davor hat, nicht gut ist für uns. Und da einen Gegenpol anzubieten. Und da bin ich echt gespannt, ob das, was die Kirche hier schon angefangen hat, mit den wenigen Leuten, das ist ja immer so, ob sich was sich da entwickelt, da bin ich sehr gespannt drauf.

Gut. Super. Das ist es. Gut ist das Wort. Genau. Ja, ihr lieben Hossertalk-Hörenden da draußen, die ihr hoffentlich noch dabei seid, was geht euch durch den Kopf? Was geht euch durchs Herz? Wovor habt ihr Angst? Und was wären eure Ideen. Wie, was man tun könnte? Beteiligt euch an der Diskussion in der App Schreibt uns eure Ideen, Ich denke, wir müssen einfach in den nächsten Jahren wenn es so kommt, wie hier prognostiziert, wir hoffen natürlich alle, dass es nicht so schlimm kommt, aber wenn dann müssen wir wachsam sein und jetzt anfangen, gute Ideen zu sammeln und miteinander unterwegs zu sein, damit nicht das Imperium, die Geschicke lenkt. Aber das malt es ja nochmal so ganz plastisch vor Augen.

Genau deswegen setzen wir auf die App, genau deswegen machen wir sowas wie die HossaCon, genau deswegen machen wir diese Rudeltalks. Das ist ein Teil der Idee, die wir halt tun können mit HossaTalk. Aber das ist so die Richtung, die wir im Kopf haben. Was Besseres fällt uns halt nicht ein, aber ich glaube, es ist schon ganz schön hilfreich auch. Ja.

Amen, Brother. Gut. In diesem Sinne. Super. Samuel, vielen Dank. Ja, vielen Dank, Samuel. Für die Einblicke. Und wir hören uns in 14 Tagen wieder mit einem Bombentalk, den haben wir heute Morgen aufgenommen, nur mal schon mal so, als Werbung, den solltet ihr auf gar keinen Fall verpassen, der war wirklich richtig hammerhaft.

Ja, das wird sehr viel theologischer als dieser Talk, das kann ich mal sagen. Gut, wir verabschieden uns und euch in eine hoffentlich schöne und hoffnungsvolle Woche mit einem dreifachen Hossa! Hossa!

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