HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Diekmeier über todkranke Tochter: „Mir ist der Boden weggerissen worden“

Mittwoch, 5. November 2025 · 34 min

MP3

Shownotes

Der ehemalige HSV-Profi Dennis Diekmeier öffnet sein Herz und spricht erstmals offen über den schweren Kampf seiner Tochter Delani gegen den Krebs. Erfahren Sie, wie die Familie diese Herausforderung meistert und welche Bedeutung die bewegende HSV-Aktion „YesWeCancer“ für sie hat.

#HSV #YesWeCancer #Krebskampf #Familienliebe #FußballGegenKrebs #Delani #StarkSein

–Weitere Podcast unter: abendblatt.de/podcast
- Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes
- Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos
- Feedback: moinhamburg@abendblatt.abendblatt.de/podcast

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. HSV, wir müssen reden. So heißt unser Podcast und eigentlich müsste er allerdings heute heißen, Gebs, wir müssen reden. Denn am Wochenende spielt der HSV gegen Borussia Dortmund in einem ganz besonderen Trikot. Yes, we can't say, steht dann Stand Hanse Merkur auf der Brust.

Und darüber wollen wir reden, aber vor allem wollen wir heute auch mit einem ganz besonderen HSVA reden, der derzeit wie ein Löwe gegen dieses ungetümen Krebs mit seiner Familie kämpft. Wir sprechen heute mit Dennis Diekmeier, dessen Tochter Delany an einem sehr schlimmen und schweren Form von Krebs erkrankt ist.

Und das wird jetzt für uns kein einfaches Gespräch, vor allem wird es aber mit Sicherheit für Dennis kein einfaches Gespräch. Deswegen möchte ich vorab nicht nur herzlich willkommen sagen, lieber Dennis, sondern auch vielen Dank, dass du dir die Zeit, aber natürlich vor allen Dingen auch die Kraft nimmst, um mit uns über deine Tochter, über den Kampf von euch als Familie gegen den Krebs und auch über die Aktion des HSV zu sprechen. Herzlich willkommen, Dennis.

Hallo, ja, danke für die Einladung. Und ja, wie man schon hört, es ist natürlich kein einfaches Thema allgemein, gemein, aber wir als Familie haben vor knappen vier, fünf Monaten waren das, glaube ich, entschieden, dass wir mit dem Thema an die Öffentlichkeit gehen, um auch anderen Familien einfach zu zeigen, Stärke zu zeigen, dass man in dieser Situation, wo man steckt, ruhig reden sollte, sich öffnen sollte, weil dadurch kriegt man auch durch viele Gespräche positives Feedback, was immer gut tut und was wir auch gemerkt haben, gerade bei Delany, als sie sehr viel Zuspruch bekommen hat von Fans, von Außenstehenden etc., dass es ihr brutal gut tut.

Und deswegen war das für uns auch genau das Richtige und dass wir auch damit andere Organisationen, andere Sachen unterstützen in dem Thema. Für uns ist es natürlich trotzdem auch nicht so einfach, sich diesem Thema so auch behutsam zu nähern. Du weißt es, wir schreiben sonst vor allem über Fußball und das Thema Krebs spielt natürlich auch immer mal irgendwo eine Rolle.

Es gibt ja zum Beispiel auch Marco Richter, der vor einem Jahr beim HSV gespielt hat oder auch andere Fußballer, die mal selbst an Krebs erkrankt sind. Und deswegen gibt es da hier und da mal Berührungspunkte, aber trotzdem, das ist natürlich einfach kein einfaches Thema. Deswegen natürlich auf jeden Fall auch von mir vielen Dank, dass du dir die Zeit dafür auch nimmst und die Offenheit hast.

Erzähl uns doch erstmal so auch, wie geht es denn jetzt aktuell deiner Tochter Delany? Ja, das ist alles nicht einfach. Ich fange mal eben so von vorne an. Als wir vor knapp einem Jahr, also im Januar war es, haben wir die Diagnose bekommen. und vorher war mein Leben oder unser Leben in der Familie super in Ordnung.

Man war Ex-Fußballer, in dem Fall war ich dann Co-Trainer bei Sandhausen, meiner Familie ging es gut, den Kindern ging es gut und auf einmal kriegst du so eine Schockdiagnose und dir bricht alles und hättet diesen weg. Das war schon brutal, eine sehr, sehr harte Zeit und, seitdem sind wir am Kämpfen, jeden Tag und Und Helani ist einfach so ein positiver Mensch, so eine Kämpferin, wie ich es damals eigentlich auch auf dem Platz war.

Sie gibt alles dafür, dass sie weiter am Leben bleibt, ne? Du hast ja selbst gesagt, vielleicht muss man am Anfang einmal starten. Wie habt ihr denn von der schlimmen Diagnose erfahren? Also wenn ich das richtig in Erinnerung habe oder richtig gelesen habe, dann war es zunächst ein bösartiger Tumor in der Niere, der dann später gestreut hat.

Also wie war das bei einem Kinderarzttermin, einem Brutinotermin, dass ihr das gemerkt habt? Oder wie habt ihr von der Diagnose erfahren? Ja, wir haben gemerkt, dass Delany sich äußerlich verändert hat. Also sie ist extrem im Gesicht, sehr dick geworden, hat so ein Mumps-Gesicht bekommen. Und sie hat sehr viel Haare am Körper bekommen. Und in dem Moment haben wir eigentlich gedacht, was ist das? Wir waren beim Frauenarzt etc.

Der hat gesagt, Pubertät könnte es sein. Und du hast dir am Anfang eigentlich noch nicht so große Gedanken gemacht. Weil die immer gesagt haben, ja, Pubertät, Pubertät. Und dann hat ihre Periode auch ausgesetzt, immer längeren Zeitraum. Und irgendwann wurden wir stutzig, gerade in ihrem Gesicht. Das wurde immer dicker, dicker.

Und Delany ist eigentlich sehr, sehr sportlich, gerade mit ihrem Reiten. Hat sehr gesund gegessen, nie Zucker etc. Eigentlich immer brutal gesund. Und dann haben wir gesagt, kann das nicht stimmen. Dann waren wir damals bei mehreren Ärzten. Dann haben sie irgendwann festgestellt, dass was im Blut nicht stimmt.

Dann mussten wir direkt ins Krankenhaus über drei Tage, weil dann musste der Urin über drei Tage getestet werden. Und nach den drei Tagen haben wir den Anruf bekommen, wir müssen ins Krankenhaus nochmal wieder kommen. Die Leidung muss weiter untersucht werden und dann haben sie dann gemerkt, dass sie in 12 x 12 wie ein richtiger Faust großer Humor an der Nebenniere ist.

Ja, das war natürlich ein brutaler Schockmoment. und ja, dann ging es alles ganz schnell. Von heute auf morgen wurde sie operiert. Ein paar Tage später haben wir eigentlich eine gute. Nachricht bekommen, dass der Tumor geschlossen komplett entfernt wurde und ja, das war natürlich dann erst eine Erleichterung, aber ein paar Tage später haben wir wieder einen Anruf bekommen, wir müssen direkt wieder ins Krankenhaus kommen, die Ärzte müssen mit uns sprechen und haben dann gesagt, dass der Tumor in die Lunge gestreut hat.

Und wir wussten, dass es ein sehr schlimmer Tumor ist, den eigentlich gerade in dem Alter 0,002 Prozent bekommen. Und ja, dann fing es natürlich an, die ganzen Gespräche mit den Ärzten, was ist, was ist, was ist das genau? Und natürlich auch, ich weiß auch genau, die ersten Gespräche, als wir dann mit dem Chefarzt zusammensafen und der gesagt hat, ja, es sieht nicht gut aus, wir haben eine Chance von 5 Prozent, dass sie das schafft.

Und wenn ich darüber nochmal nachdenke, das war brutal, dieser Moment. Und Delany gleich, sie ist Reiterin, sie macht Springreiten, kann ich reiten, was ist, was ist. Sie hat das erst, auch jetzt nach den Gesprächen, wenn wir immer wieder mit ihr über solche Sachen reden, erst gar nicht so krass realisiert, was der Arzt sie eigentlich gesagt hat, weil sie immer nur im Kopf hatte, ihr Reiten. Und sie hat das erst, auch jetzt nach den Gesprächen, wenn wir immer wieder mit ihr über solche Sachen reden, Er hat dann gesagt, ja, du kriegst eine sehr, sehr starke Chemo jetzt.

Das ist eigentlich so die stärkste Chemo, die man haben kann. Und du wirst schlapp sein, dich nur übergeben, wirst nicht viel Lust haben, wirst nicht reiten können etc. Ja, und sie hatte echt immer ihr Pferd im Kopf, nee, ich gehe zum Reiten, ich kann das, bla bla bla, ich will reiten. Und was dann auch das Krasse war, was dann gekommen ist, sie ist dann sogar noch Turniere gerettet.

Und da auch wieder zum Thema, da sieht man mal, was Tiere Pferdetherapie einfach für eine Kraft geben. Ihr Pferd hat dir so viel Power gegeben, sie ist dann noch badische Meisterin geworden, sie ist nach Chemotherapien, wir hatten immer so Blöcke, eine Woche Chemophase, dann waren wir zwei Wochen zu Hause, dann eine Woche wieder Chemophase im Krankenhaus, sie ist nach der Chemophase direkt vom Krankenhaus aufs Pferd gegangen und diskriminiert.

Also richtig krass eigentlich, da hat man gemerkt, was sie für einen Kampfgeiz hat, was für eine positive Energie sie hat die ganze Zeit. Und wo die Ärzte immer gesagt haben, krass. Aber das ging dann ja so weiter, also die erste Chemophase, Therapie war dann vorbei, dann hatte sie wieder die CT-Kontrolle, dann hat man gesehen, dass die Chemo nicht anschlägt.

Dann hatten wir aber in den Phasen auch die Operation, sie wurde jetzt inzwischen das dritte Mal in der Lunge operiert, dass man die Metastasen wie alle rausgenommen hat aus der Lunge sozusagen, aber die sind immer wieder nachgekommen und das hieß immer, die Chemo schlägt nicht an, dann wurde die Chemo nochmal geändert, haben wir eine andere Chemophase bekommen, die hat auch nicht angeschlagen.

Dann haben wir eine Immuntherapie begonnen, die hat auch nicht angeschlagen also man hat immer wieder Rückschläge Rückschläge, Rückschläge und das war eigentlich so das brutalste und auch für sie, das tat mir immer so leid, die hat alles gegeben, immer gekämpft von jedem Tag an und hat immer wieder diese Rückschläge bekommen und.

Ja und jetzt sind wir gerade, zu der Frage von Frau Hendrik, wo du gesagt hast, wo wir jetzt sind jetzt sind wir gerade, dass wir eine neue Immuntherapie angefangen haben letzte Woche, und da müssen wir jetzt halt einfach die Daumen drücken, dass die anschlägt, dass die wirkt und da sind wir gerade in diesem Punkt, wo wir jetzt gerade einfach die Hoffnung haben, dass die irgendwas bewegt, ne?

Ihr seid ja jetzt auch bei unterschiedlichen Ärzten dann gewesen. Gibt es dann da auch unterschiedliche Prognosen? Weil der eine sagt dann vielleicht 5 Prozent. Das will man natürlich dann auch nicht glauben. Dann kommt vielleicht ein anderer Arzt, der hat eine bessere Prognose. Also habt ihr überhaupt eine aktuelle Prognose?

Ja, wir sind jetzt zu dieser größten Spezialistin, die ist in Frankfurt. Die sich auf diesem Tumorgebiet auskennt und natürlich gibt es uns auch nicht viel Prozentzahlen, aber wir müssen einfach hoffen, dass irgendwas anschlägt und das auch ein bisschen auf Zeit. Die Medizin wird ja immer neuer, es entwickelt sich ja immer was weiter und deswegen hatten wir ja jetzt auch vor kurzem die Idee, haben wir eine Plattform gegründet, wo man Spenden sammeln kann für die Krebsforschung, dass wir uns da auch noch mehr einsetzen, weil das einfach so ist.

Das hört sich jetzt blöd an, aber an zum Beispiel Brustkrebs oder Hohenkrebs erkranken so viele Menschen in Deutschland, aber an diese Krebsart, was Delane jetzt hat, erkranken halt so, so wenige. Dadurch wird da auch nicht so viel geforscht in der Sache, in den Krebsarten, wo Menschen nicht so viel erkranken, wird halt nicht so viel geforscht und deswegen setzen wir uns dafür jetzt noch extrem ein, weil wir natürlich auch gerade in diesem Punkt sind, wo wir sind, um einfach noch mehr helfen zu können, auch anderen Menschen, die an schlimmen Krebsarten erkranken, die es halt nicht so oft gibt.

Das heißt ja in deinem Sprichwort, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und das ist ja auch, glaube ich, wichtig in so einem Kampf, dass man weiter eine Hoffnung hat und auch an dieser Hoffnung festhält. Jetzt seid ihr ja Eltern und ich finde das immer, du sprichst natürlich als Vater, sagst du in erster Linie, Delane tut mir so leid und das ist total nachvollziehbar.

Und trotzdem ist es ja auch für euch eine ganz, ganz, ganz schwierige Zeit. Und lässt ihr für euch als Eltern auch die Gedanken zu, was ist denn wenn? Und sprecht ihr mit den Kindern darüber oder versucht ihr das Ganze? Diesen Was-wäre-wenn-Teil auszublenden und gibt nur dem Hoffnungsteil Raum in der Familie?

Ja, das ist natürlich eine schwierige Frage, weil man macht sich natürlich, gerade wenn Dana und ich abends alleine sitzen, ohne dass die Kinder dabei sind, redet man natürlich über gewisse Sachen, was passieren kann etc. Aber wir haben für uns entschlossen, solange diese Hoffnung da ist, auch wenn es ein Prozent ist, werden wir alles geben dafür.

So war ich schon immer als Mensch gepolt, auch als Fußballer, egal wie hoch die Prozentzahl ist, man muss einfach alles probieren und das haben wir gesagt, das machen wir und natürlich haben wir noch drei andere Kinder und da haben wir auch mit Delany drüber gesprochen, dass wir probieren uns hier als Familie trotzdem einen normalen Alltag zu erschaffen.

Natürlich ist jetzt alles anders, gerade in den Chemophasen, wo Delany dann mit Dana, Dana hat dann immer mit Delany im Krankenhaus geschlafen die Woche. Ich war dann hier sozusagen der Hausmann zu Hause. Ich habe mich ja auch im Sommer dazu entschlossen, mit dem Verein, also mit Sandhausen zu reden, dass ich sozusagen freigestellt werde, dass ich pausiere, weil ich für die Familie da sein will.

Ich habe für mich gemerkt, ich muss hier sein, ich muss der Familie unterstützen, ich will zu 100% da sein. Auch meine Art, meine Power, meine positive Art mitzugeben, das war so, wo ich gemerkt habe, wo dann die Sommerpause war. Ich weiß noch, dann hatte man ja so ein bisschen Ruhe und dann habe ich so für mich gemerkt, ich kann jetzt nicht nur mal zur Arbeit fahren und nicht hier sein.

Ich kann nicht den Heimtag oder den ganzen Tag weg sein. Das kann ich momentan einfach nicht. Und dann habe ich auch mit Dana darüber gesprochen. Und dann hat sie gesagt, ja, dann rede mit dem Verein. Die verstehen das ja. Und der Verein hat alles verstanden, alles okay, vollkommen okay. Und ja, seitdem bin ich hier.

Und jetzt wieder zurückzukommen, was ich dann eben erzählen wollte. Dann war Dana sozusagen im Krankenhaus mit Delany. Ich war hier mit den Kindern, war sozusagen die Hausfrau und habe das andere alles mit den Kindern gemacht. So hat sich dann unser ganzes Leben natürlich geändert, aber ich habe natürlich probiert, dann hier für die Kinder ein normales Leben zu schaffen.

Dion spielt da bei Hoffenheim Fußball, den musste es da jeden Tag hinfahren, die anderen beiden Mädels reiten auch, die musste ich dann immer in den Stall fahren, hin und her und wenn Dana dann mit Delany wieder hier war und die sehr erschöpft war von der Chemo oder von der OK. Haben wir trotzdem dann auch probiert, hier sozusagen alles, einigermaßen positiv normal zu gestalten, aber natürlich hat man gesehen, dass Delany krank ist, 20 Kilo, momentan nimmt sie gerade wieder ein bisschen zu, aber in der schlimmsten Phase war sie so, bei 25 Kilo, die sie abgenommen hat und hat natürlich alle Haare verloren, hat eine Glatze, ihre Augenbrauen etc.

Waren weg. Man hat natürlich immer wieder gesehen, hier stimmt was nicht. Auch die anderen Kinder, gerade die kleinste, die wir, die das noch nicht so extrem verstanden hat, was hier eigentlich los ist. Jetzt wart ihr ja gerade als Familie auch noch mal im Urlaub in Dubai. Das hat sich Delaney gewünscht, hast du schon in einem anderen Interview erzählt.

Wie ist das dann? Könnt ihr euch da so richtig ablenken? Gibt es Momente, wo das Thema komplett mal weg ist und ihr einfach auch eine schöne Zeit haben könnt? Ich muss sagen, jetzt gerade, wir sind ja vorgestern erst wiedergekommen. Dubai hat uns noch mal so viel Power gegeben. Das war so eine schöne Zeit für uns alle.

Weil, nochmal dazu zu sagen, vor ein paar Wochen hatte Delany noch einen Hickman-Katheter, hat ja einen Magenzugang etc., konnte nicht groß ins Wasser gehen. Bei der letzten OP hat sie den Hickman-Katheter in einem Pack umwandeln lassen, weil sie alles dafür tun wollte, dass sie in den Urlaub ins Wasser kam, weil sie einfach mal wieder ins Wasser wollte, diese Freude.

Und wir haben jetzt in Dubai echt viel unternommen, gerade für sie, so Sachen, keine Brottur, waren im Meer, waren da im Wasserpark und sie konnte diese Sachen wieder einigermaßen halbwegs alle mitmachen und du hast dann einfach gemerkt, ihr Lächeln, ihre Freude, das war so schön für uns zu sehen und dadurch haben wir dann diese Woche auch probiert, alles so.

Bisschen zu vergessen, einfach diesen Urlaub zu genießen und, ja, das war echt mega, haben wir alle gesagt, uns alle mal einfach auf andere Gedanken zu kommen, aber natürlich bist du jetzt wieder hier und bist jetzt wieder in diesen Rhythmus drin, in diesem, Alltag, jetzt geht es wieder zu den Erden, geht wieder das, geht wieder das.

Ja, aber trotzdem zu der Frage zurück, die Woche hat uns richtig Kraft gegeben. Du hast ja schon gesagt, ihr habt insgesamt vier Kinder und die anderen sind noch kleiner, stellen die dann in so einer Urlaubswoche oder auch im Alltag immer mal wieder zwischendurch, out of the blue, so sind ja Kinder. Plötzlich irgendwelche Fragen oder haben die das so für sich ein bisschen als die neue Normalität abgehakt, dass Delany halt anders aussieht als früher, aber dann ist es auch irgendwann gar nicht mehr Nachfrage, wie sich.

Ja, die ersten Wochen, Monate, sage ich mal, war das natürlich noch viel mehr. Jetzt ist es halt so diese Normalität geworden. Jetzt haben sie sich daran gewöhnt, wissen das. Wir stehen natürlich gerade hier in Szenthausen, Szenthausen, 15.000 Einwohnerdorf. Ihr kennt mich oder uns als Familie, jeder.

Und dadurch wird natürlich auch viel angesprochen und so. Das kriegen natürlich die Kinder mit. Aber zu Hause muss ich sagen, mittlerweile lassen wir, Also kommen die Fragen eigentlich nicht mehr. Das war in den ersten Wochen, Monaten viel, aber mittlerweile haben sie für sich das, ich glaube, einigermaßen verstanden.

Hilft das eigentlich, du hast gerade gesagt, seit hausend kleines, das wissen ja auch Fußballfans, kleines Dorf, 15.000 Einwohner, ihr wohnt dort. Hilft euch das, dass euch die ganze Zeit Mut zugesprochen wird, dass hier angesprochen wird, dass euch die Leute irgendwie auch unterstützen wollen, ohne dass sie es natürlich wirklich können?

Oder ist das manchmal auch ein bisschen zu viel? Ja. Ich sag mal, das habe ich ja ganz am Anfang schon von unserem Podcast erwähnt, gerade Delany hat es extrem positive Energie gegeben, zum Beispiel sie hat viele Zusprüche von Ex-Kollegen bekommen, von Vereinen, die Aktionen für sie gemacht haben oder auch im Stadion unsere Fans etc.

Mit dem Banner und solche Sachen. Immer wenn sie die Sachen gesehen haben, da hast du gesehen auch wieder, was sie für ein Lächeln auf den Lippen hatten, und was ihr das für Power gegeben hat. Also dieser Zuspruch hat ihr brutal gut getan, weil es ist ja, wenn ich und Dana jeden Tag zu ihr sagen, ey komm, ne, positiv, dann kann sie das auch immer nicht mehr hören.

Aber wenn andere Leute das gemacht haben, das hat ihr echt auch nochmal richtig Energie gegeben. Wie ist denn das eigentlich? Deswegen würde ich sagen, jetzt war das alles okay bei uns, immer, wenn wir draußen waren und Leute uns halt hochzusprochen machen. Kai hat es ja schon gesagt, du hast noch drei weitere Kinder.

Wie ist denn das für die dann eigentlich? Also verstehen die das alles, die ganze Thematik? Wissen die, was das bedeuten könnte? Die müsst ihr euch ja genauso kümmern dann noch. Ja, na klar. Ich glaube, Dion, der jetzt ja bei zwölf wird, und, der versteht es am meisten. Die anderen beiden, sage ich mal so, halbwegs.

Ich gehe mal davon aus, dass du jetzt mittlerweile wahrscheinlich ein halber Experte bist, weil ich euch sehr viel mit dem Thema beschäftigt habe, dass du aber wahrscheinlich vorher genauso wenig dich ausgekannt hast wie die meisten anderen. Wie lasst ihr euch denn helfen? Also habt ihr auch Unterstützung, habt ihr auch, ich weiß es nicht, Therapieangebote, ihr braucht hier keine Unterstützung, weil ihr als Familie so stark zusammen seid.

Wie ist das für euch als Eltern, für dich und Dana? Ja, wichtig ist, wir haben gemerkt, dass wir es hier alleine zu zweit so nicht packen mit den ganzen Terminen, Therapien etc., was wir haben. Und dann ist meine Schwiegermutter aus Hamburg hergezogen und die hilft uns halt im Alltag komplett. Und das tut natürlich auch gut, dass du noch eine Person hast, die dabei ist. Genau, und sonst, natürlich hört man, wir kriegen ja von so vielen Menschen.

Es gibt Infos, was man machen kann, das, das, das, aber man muss es halt immer so ein bisschen abwägen. Es prasselt sehr, sehr viel auch bei einem, der da noch eine Idee hat, da, da, da, aber man kann halt auch nicht alles auf einmal machen. Man muss Step by Step denken. Es gibt ja auch Medizin neben der medizinischen Medizin damit beschäftigt man sich auch, Thema Heilpraktik also Naturmedizin etc, Ernährung, es gibt so viele Sachen, aber man muss halt alles Step by Step machen wenn du alles auf einmal machst, das ist auch der Delani die dreht ja durch.

Du hast es vorhin ja schon mal gesagt, du warst auf dem Platz immer auch ein großer Kämpfer, so kennen dich ja auch die HSV-Fans noch. Du hast im Sport natürlich auch schwere Momente erlebt, bist mit dem HSV abgestiegen, mit Sandhausen, als Trainer und ich glaube ja auch als Spieler. Was kannst du daraus so auch ziehen dann jetzt für diesen Kampf, den du jetzt auf einem ganz anderen Feld führen musst?

Ja, man muss ja sagen, ich habe ja als Spieler jetzt jahrelang leider um Abstieg gespielt, ob es beim Haasau war. In den acht Jahren habe ich, glaube ich, gefühlt sechs Jahre um Abstieg gespielt, habe insgesamt viermal Relegation gespielt. Viele Abstiegskämpfe sind positiv ausgegangen, auch bei Nürnberg.

Und natürlich ziehe ich dadurch auch immer viel Energie. Ich weiß, wenn vieles negativ einprasselt, dass man halt mit einer positiven Art, einem positiven Glauben viel erreichen kann. Du bist, so kennen wir dich ja auch, du bist ja wirklich extrem ein sehr, sehr positiver Mensch und das gibst du auch jetzt im Gespräch wieder.

Gibt es für dich auch Momente, wo du mal diese Positivität verlierst und auch mal vom Glauben abfällst und auch mal für dich in ein Loch fällst, aus dem er dann irgendwann hoffentlich wieder rauskommt? Aber gibt es für dich diese schwarzen Momente, wo du auch nicht so richtig weiter weißt? Ja, na klar weiß ich noch gerade die Anfangsphase, als wir die Diagnose bekommen haben.

Ich habe nie damit gerechnet, dass sowas bei uns in der Familie passiert. Sowas war ja nie im Kopf drin. Ich will nie vergessen, als die Ärzte vor uns die Diagnose sagen, mir ist wirklich alles weggebrochen. Du siehst deine Tochter da, die vor einem Tag eigentlich noch der glücklichste Mensch war, nie mit sowas in Gedanken hatte und auf einmal sitzen wir da und du siehst dir das an und ein Arzt sagt ihr, du hast 5% Überlebungschancen. sind.

Das war der schlimmste Moment in meinem Leben, wo der Arzt das zu uns sagt und der Blick von meiner Tochter. Und dann sitzt du natürlich oft auch da und denkst, wenn Delane jetzt alleine ist, abends im Bett, was macht die sich für Gedanken? Wie kann man ihr helfen? Und ja, aber ich habe dann frühzeitig für mich gemerkt, ich bin schon immer der in der Familie gewesen, der halt dieser positive Kämpfer war, ich weiß, dass Dana.

Eher das Gegenkeil von mir ist und dadurch habe ich gemerkt, ich muss weiter stark sein, ich muss weiter, der Positive sein in der Familie und das probiere ich seitdem und deswegen war es auch ein Punkt für mich, warum ich gesagt habe, dass ich jetzt nicht weiter arbeite, sondern in der Familie da bin.

Sag es mal andersrum als Kai. Gibt es Momente, wo du auch wieder ganz normal an andere Sachen auch mal denken kannst, wo du wieder lachen kannst, einfach dich ablenken kannst und an andere Sachen auch denken kannst oder ist dieses Thema einfach 24 Stunden um dich herum? Na klar, probieren wir das auch immer einzubauen, wenn wir mal mit Freunden essen gehen abends oder gewisse Sachen unternehmen.

Auch für Delany haben wir ja probiert, viele Glücksmomente zu schaffen. Wir sind aufs Festival gegangen mit ihrer Konzerte, Urlaub. Dann probierst du natürlich schon, auf andere Gedanken zu kommen. Und auch wenn wir mit unseren Freunden zusammen sind, die wissen auch, wenn wir essen gehen, jetzt zu reden, bin ich ganz fett über dieses Thema, einfach mal über andere Sachen zu reden.

Und das tut halt dann auch immer gut, dass man dann halt auf andere Sachen, andere Gedanken kommt. Delani ist ja jetzt mit deiner Frau im Krankenhaus, das ist jetzt wahrscheinlich eine doofe Frage, aber sie ist natürlich seitdem dann von der Schule befreit, also sie ist nicht in der Schule und hat dann wahrscheinlich Besuch von ihren Freundinnen oder so, aber hat keinen normalen Schulalltag mehr in den letzten Monaten gehabt. Nee, leider nicht.

Aber sie hätte auch gar nicht zur Schule gehen können, weil sie teilweise ja echt sehr, sehr schlapp war. Und was natürlich auch ist, sie hat die ganzen Medikamente, die sie bekommen hat, sie hat ja so starke Medikamente bekommen, dass sie auf viele Sachen sehr vergesslich ist, sehr verpeilt in gewissen Momenten sich nicht viel merken konnte.

Dadurch hätte sie gar nicht zur Schule gehen können und ist befreit von der Schule, würde ich sagen. Du hast ja am Anfang erzählt, dass euch das am Anfang aufgefallen ist, dass sie sich verändert hat, ihr Gesicht wurde dicker. Da haben ja auch die Ärzte offenbar noch überhaupt nicht an das Thema Krebs gedacht.

In der Zeit ist natürlich dann der Tumor auch gewachsen. Gibt es da Vorwürfe, die ihr euch macht oder die ihr anderen macht, dass man einfach das Thema dann zu spät erkannt hat? Ja, zu spät, du weißt ja nicht, wie schnell, weil das ja so ein bösartiger Tumor ist, weiß man auch nicht, wie schnell der gewachsen ist. Das kann man alles nicht genau sagen.

Wir haben natürlich immer oft, wenn wir unsere Handybilder angucken, wo war der Moment, wo Delany sich dann so angefangen hat zu verändern. Das war dann auch erst, wo es richtig extrem wurde, das war eigentlich erst so in dem November-Dezember-Monat. Und im Januar, Anfang Januar haben wir ja schon die Diagnose bekommen.

Also so viel Zeit ist dazwischen, weil Dana war da sehr immer kribisch dahinter. Ich habe auch für mich gedacht am Anfang, ja, Puppertätsphase, sie ist Wätzchen, sie wird zur Frau, sie entwickelt sich. Da hast du ja nie an sowas gedacht. Also wirklich, das wäre nie in unser Gedanke gekommen. Ja, aber jetzt Vorwürfe zu machen, irgendjemand das kann man nicht machen.

Du hast ja auch gesagt, dass ihr versucht jetzt an euren Kampf, dass ihr daraus diese Kraft ziehen wollt, die ihr dann auch anderen geben wollt, dass ihr Stiftungen unterstützt, dass ihr den Laden jetzt eine sehr seltene Form dieses Krebses, dass ihr da hofft auf eine Weiterentwicklung. Jetzt bist du am Wochenende am Sonnabend im Volksparkstadion.

HSV spielt gegen Borussia Dortmund. Ich habe es eingangs gesagt, mit einer besonderen Aktion. Das ist heute ein extra Trikot. Nicht Hansi Merkur wird mehr auf der Brust stehen, sondern Yes We Cancer. Eine Funke-Aktion, zu der ja auch das Abendmeld gehört. Und du hast für dich gesagt, du willst auch dann extra dabei sein, um das zu unterstützen.

War das für dich klar, dass du das jetzt nicht nur, das ist ja, finde ich, ehrlicherweise Aufgabe genug, euren Familienkampf kämpft, sondern das Ganze größer sieht und sagt, wir wollen jetzt, das Beste daraus machen und eben anderen Familien, anderen Menschen Mut zu sprechen. Ja, genau so sieht es aus. Wir haben einfach vor uns einfach gemerkt.

Guck mal, wenn du jeden Tag in diesem Krankenhaus bist, mit den ganzen krebskranken Kindern unterwegs bist, du lernst so viele Familien da kennen, wie es vielleicht auch nicht so gut geht, finanziell, wie es uns geht, etc. Wir wollen einfach den Menschen helfen. Und jetzt auch gerade bei der Aktion, die jetzt passiert am Wochenende beim HSV, für solche Aktionen, da stehe ich einfach zu 100% dahinter.

Da will ich auch einfach dabei sein, um zu zeigen, man muss dieses Thema angehen. Gerade jetzt auch, mir ist viel Känzer, das ist so ein wichtiges Thema, dass Menschen einfach frühzeitig auch zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Das kann jeden betreffen. Ich glaube, wenn man so mit Familien spricht, jeder kennt leider einen Fall in der Familie.

Und umso früher man solche Sachen einfach erkennt, Umso früher kann man reagieren, umso früher ist die Chance, dass der Mensch einfach prozentuell geheilt wird. Und deswegen stehen wir als Familie oder jetzt auch, ich komme ja mit Dana und Dion am Wochenende, voll hinter solchen Aktionen und unterstütze das einfach zu 100%.

Die HSV-Fans werden sich mit Sicherheit freuen, dich mal wieder zu sehen. Du wirst bestimmt auch dich freuen, dann mal wieder im Stadion zu sein. Ja, freue mich sehr. Kannst du ein bisschen sagen, wie der Tag für euch aussieht? Weißt du schon, was du machst? Gibt es ein Interview vielleicht mit dir nochmal vor dem Spiel im Stadion?

Oder ja, wie sieht es aus? Genau, ich bin ja mit dem HSV im Austausch. Das genaue Programm kann ich euch noch nicht genau sagen. Aber ich werde auf jeden Fall bei der Stadionshow dabei sein. Vorm Spiel und wir werden über das Thema sprechen. Genau. Und ich freue mich natürlich auch, mal wieder beim HSV zu sein im Stadion.

Viele alte Gesichter, gerade von den Mitarbeitern, wo ich noch sehr, sehr viele kenne, freue ich mich natürlich auch, die alle mal wiederzusehen. Ich gehe mal davon aus, dass du auch darauf vorbereitet bist, dass es sehr emotional wird. Du bist seit sieben Jahren nicht mehr beim HSV und hast erzählt, wie in Sandhausen die Fans Banner und Sprechchöre für deine Tochter, für eure Familie gemacht haben.

Ich gehe ehrlicherweise davon aus, obwohl du so lange nicht mehr beim HSV bist, bist du gefühlt für viele, für sehr viele HSV-Fans immer noch irgendwie Teil dieser HSV-Familie, weil du so lange in Hamburg wart. Also ich würde mal vermuten, dass auch das am Sonnabend für dich und deine Familie, für dich und Dana sehr, sehr emotional werden wird. Ja, na klar.

HSV war von Kindheit an meinen Verein und als ich damals dann für den Verein spielen durfte, das war natürlich ja, das Größte für mich, für so einen Verein, für solche Fans, so eine Stadt, Spielen zu dürfen, das war besonders. Und ich habe acht Jahre für den Verein gespielt, neun Jahre in der Stadt gelebt.

Und ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt, die auch für den Verein arbeiten, die Mitarbeiter, die jeden Tag alles für den Verein geben. Und das war immer sehr, sehr besonders. Und ich werde diese Zeit nie vergessen. Und der Verein wird immer in meinem Herzen bleiben. Und man weiß auch nicht, was in Zukunft passiert. Vielleicht werden wir auch irgendwann wieder hochziehen, worüber wir immer wieder Gedanken haben, dass wir irgendwann wieder nach Hamburg zurückkommen.

Und deswegen freuen wir uns jetzt gerade auch, dass Dana und ich die Möglichkeit haben, am Wochenende hochzukommen. Sehr, sehr dolle. und ja. Wir freuen uns auf jeden Fall, dich dann am Wochenende auch in Hamburg zu sehen und ja, wir danken uns auf jeden Fall, dass du dir Zeit genommen hast, dass du so offen mit uns gesprochen hast über dieses nicht einfache Thema und wir wünschen dir natürlich ganz, ganz viel Kraft weiterhin für den Kampf und ja, alles Gute natürlich für deine Familie.

Ja, Dankeschön, das ist sehr lieb und ja, ich freue mich, euch natürlich auch zu sehen am Wochenende. Das machen wir auf jeden Fall wir werden uns im Stadion sehen, auch von meiner Seite Dennis, ganz ganz ganz lieben Dank, ganz viele Grüße an deine Familie und wir werden sehr doll die Daumen für den Kampf deiner Familie drücken und freuen uns trotzdem auf das Wiedersehen am Sonnabend, danke Dennis sehr lieb von euch, Dankeschön.

Ja, das war ein nicht ganz einfacher Podcast auch für uns. Noch einmal gesagt, der HSV macht diese Aktion am Sonnabend zusammen mit der Hanse Merkur. Yes, we can say, heißt die Aktion. Und weil wir finden, dass es ein wichtiges Thema ist, werden wir auch in der kommenden Woche noch einmal darüber sprechen.

Dann mit Erik Bussert, dem Vorstand von der Hanse Merkur, der erklärt, warum das für ihn auch wichtig war, diese Aktion zu unterstützen und dann die Brust freizumachen. Und über all das und viel mehr reden wir in der kommenden Woche in Hamburg. Sagt man Tschüss. Bei uns heißt das. Auf Wiederhören.

0:00 / 0:00