
HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk
HSV kann in dieser Woche Geschichte schreiben
Montag, 10. Februar 2025 · 38 min
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Shownotes
Schafft der HSV die große Sensation? An diesem Mittwoch spielen die HSV-Frauen im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach – und können dabei erstmals den Vorteil und die Wucht des heimischen Volksparkstadions nutzen. Rund 15.000 Zuschauer drücken die Daumen, dass der Zweitligist erstmals seit 2002 ins Pokal-Halbfinale einzieht.
In der aktuellen Ausgabe von „HSV – wir müssen reden“ sprechen die Kapitänin Sarah „Stöcki“ Stockmann und Trainer Marwin Bolz über die Chancen, Prämienverhandlungen und der Druck, statt vor 500 Fans plötzlich vor mehreren Tausend zu spielen. Stockmann berichtet zudem darüber, wie es ist, vormittags in der Kita als Erzieherin zu arbeiten und abends dann Pokalgeschichte für den HSV zu schreiben.
Neben dem Pokal haben die HSV-Frauen auch den Aufstieg in die Bundesliga im Blick. Ein mögliches Traumszenario: HSV-Männer und HSV-Frauen steigen im Mai auf – und feiern gemeinsam mit dem Bürgermeister auf dem Rathausmarkt.
# Podcast # HSV #HSV-Frauen #Hamburger Abendblatt
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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Gelingt dem HSV einer der größten Siege in der Klubgeschichte und wird dabei möglicherweise sogar ein Hamburger Rekord gebrochen. Darüber wollen und müssen wir heute reden. Mein Name ist Kai Schiller und mit meinem Co-Piloten Alexander Lauchs.
Moin, Loxi. Moin, lieber Kai. Mit ihm zusammen an meiner Seite begrüßen wir heute gleich zwei weitere Gäste hier im Podcaststudio am Großen Burster. Nämlich zum einen herzlich willkommen an Marvin Bolz, dem Trainer der HSV-Frauen. Moin. Moin, schön hier zu sein. Und ganz herzlich willkommen auch Sarah Stöcki-Stockmann. Herzlich willkommen zum zweiten Mal hier bei uns im Podcaststudio. Ja, hallo, vielen Dank.
Ja, moin auch von meiner Seite. Ja, das ist schon eine besondere Auszeichnung, mehrfach hier zu sein. Kai hat es eben schon angesprochen, ihr steht vor einem ganz besonderen Spiel. Kai, du hast ja mal nachgeguckt, die HSV-Frauen standen schon einmal im Finale, lang ist es her, 2002. Genau. Verloren gegangen, leider, ziemlich hoch gegen Frankfurt, aber das ist nicht das Thema.
Jetzt schaut ihr vorauf auf dieses wichtige Spiel, 13.000 Zuschauer mindestens, 13.500 Tickets sind verkauft. Deswegen steige ich mal mit einer ganz simplen Frage ein. Wie ist denn so das Aufgeregtheitslevel, Sarah? Ja, im Moment hält sich das noch in Grenzen. Es ist, glaube ich, eher eine absolute Vorfreude auf so ein Highlight-Spiel, kann man schon sagen.
Ich persönlich hatte ja schon das Glück, am Millern-Tor-Stadion spielen zu dürfen, vor einer unfassbar tollen Kulisse und jetzt im eigenen Wohnzimmer. 20.000 war es damals, ne? Nochmal? 20.000 war es damals? Genau, knapp 20.000. Und ja, jetzt im eigenen Wohnzimmer sozusagen nochmal so ein Erlebnis mitnehmen zu dürfen, da freuen wir uns schon sehr drauf.
Alex hat es gesagt, es ist das Viertelfinale HSV gegen Borussia Mönchengladbach. Für Fußballfans klingt das auch schon richtig cool, muss man sagen. Und dann dazu das erste Mal für die HSV-Frauen im Volksparkstadion. Wir wissen nicht ganz genau, wie viele am Ende kommen. Ich habe es schon anmoderiert, der Hamburger Rekord wird glaube ich schwer zu brechen sein, weil dann müsstet ihr knapp 20.000 werden.
Jetzt waren zuletzt 13.500 verkauft. Du hast gesagt, schon große Vorfreude ist da. Ich würde es gerne einmal genauer wissen. Also denkt man jetzt jeden, ihr geht ins Bett und jedes Mal vorm Schlafen gehen. Ist das das große Gedankenkino, was dann angeschmissen wird? Man darf ja nicht vergessen, wir haben ja auch noch ein paar Ligaspiele.
Und unter anderem war da am Samstag natürlich auch schon ein wichtiges Spiel. Sprechen wir noch drüber, ja. Von daher war bis dahin natürlich der Fokus absolut auf dem Spiel gegen Union Berlin. Sicherlich heißt es jetzt, das Spiel nochmal aufzuarbeiten und dann ab heute Abend dann auch an das Spiel am Mittwoch zu denken und sicherlich je näher wir dem Ganzen kommen, desto mehr steigt dann vielleicht auch ein bisschen die Aufregung, aber wie gesagt, im Moment ist es absolute Vorfreude und ja, einfach Freude auf das Spiel.
Marvin, habt ihr euch eigentlich mal erkundigt, wer da so kommt? Also haben sie ein paar Ultras sich angesagt? Können wir Pyrofackeln erwarten? Keine Ahnung, eine Choreo? Oder ist das eher ein Familienpublikum? Oder weißt du es einfach nicht? Tatsächlich weiß ich das nicht, aber ich glaube schon, dass von Nationaltrainern, also im U-Bereich, ein paar sich schon angemeldet haben.
Und ansonsten lasse ich mich da überraschen und freue mich auf, wie er da kommt. Marvin, als Trainer sagt man immer gerne, wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel und das letzte Spiel gegen Union Berlin, wurde schon angesprochen, ist noch gar nicht so lange her. Wie gehst du jetzt als Trainer an dieses Spiel an? Dürfen deine Mädels träumen?
Möchtest du, dass sie träumen oder muss alles ganz konzentriert sein und bloß nicht abheben? Sie müssen träumen, weil ich glaube, unser Fußball lebt davon, dass wir eine Vorstellung haben, wie wir miteinander spielen wollen. Und da muss man sich auch vorstellen, das ist die Aktion, die ich gleich spiele.
Und da gehört Träumen dazu, da gehört auch von dem Wochenende, und das haben wir heute Morgen im Trainerteam schon gemacht, das Spiel aufzuarbeiten. Und dadurch, dass es so knapp dran ist, jetzt das nächste Spiel im Pokal, haben wir uns auf so zwei, drei Messages abgestimmt, die wir dann auch dem Team sozusagen heute beim Training oder in der Besprechung mitgeben wollen.
Und die einfach schnell helfen sollen. Und dann ist der Fokus auf diese Spiele natürlich da, immer mit dieser Vorfreude, die Stöcki, finde ich, auch gut rausgestellt hat. Aber auch eben halt der Erlaubnis zu träumen und etwas Großes mit den Zuschauern und auf den Platz zu machen, weil das beflügelt ja auch.
Jetzt musst du uns aber verraten, was die beiden Messages sind. Wir sind ja unter uns. Naja, wir haben ja auch Stöcki noch da. Das ist ja auch noch eine Überraschung für sie. Aber ich glaube, wir haben da, man sagt immer, low-hanging fruits, Also so Kleinigkeiten, die man schnell besser machen kann. Also ich sage mal sowas wie, wir haben ziemlich viel im Zentrum gespielt, obwohl wir in Umschaltsituationen hätten auch über den Flügel kommen können.
Gegen Union Berlin meinst du jetzt? Gegen Union Berlin. Muss ich einmal vielleicht ganz kurz sagen, 2-1 hat der HSV am Sonnabend leider gegen Union Berlin verloren. War ein wichtiges Spiel, insofern Rückrundenauftakt. Union Berlin stand und steht auf dem Aufstiegsplatz, ihr nicht ganz und wolltet gerne dahin.
Und jetzt wird es natürlich ein bisschen schwieriger nach der Niederlage. Ja, definitiv. Und deswegen haben wir gesagt, okay, wir brauchen schnelle, einfache Tipps, die die Mittel schnell umsetzen können, sodass wir, weil es ist dann ja eine englische Woche, schnell und gut Fußball spielen können, auch am Mittwoch wieder.
Stöcki, ich würde gerne mal deine Erinnerungen reaktivieren. Das Pokalspiel, du hast es schon angesprochen, am Millern-Tor, 19.700 Zuschauer. Was geht dir da durch den Kopf, wenn du daran denkst an das Spiel? Normalerweise spielt ihr vor, am Wochenende waren es glaube ich 650 Zuschauern. Es ist ja doch eine ganz andere Kulisse. Wie war das damals und wie wird es sein? Vermutlich ähnlich.
Ja, das war atemberaubend. Also ganz egal, glaube ich, welches Stadion es am Ende ist, ist es einfach großartig, wenn sich so viele Menschen dafür begeistern und so eine tolle Stimmung generieren. Ja, ich erinnere mich gerne dran, wie wir eingelaufen sind und einfach schon ein grellendes Five-Konzert startete.
Das, ja, auch wenn man das vielleicht manchmal mit einer Rivalität verbindet, war es einfach trotzdem irgendwie was ganz Besonderes und total motivierend. Und sicherlich erhoffe ich mir jetzt am Mittwoch dann, dass die Zuschauer natürlich größtenteils dann auch für uns sind. Davon könnt ihr glaube ich ausgehen. Bist du dann aber schon nochmal doppelt dreifach nervös, weil es einfach so viel mehr Zuschauer sind oder kann man das als Spielerin, ist man in diesem berühmten Tunnel und kann das ausblenden?
Ja, ich glaube, es ist schon so eine Mischung aus beidem. Also man versucht sich schon in gewisser Weise natürlich in den sogenannten Tunnel zu bringen, der da aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass man alles drumherum ausschaltet. Denn ich glaube, gerade so eine für uns außergewöhnliche Kulisse sollte man auch so ein bisschen versuchen mit aufzusaugen und dann eben einfach in Energie und in positive Dinge umzuwandeln.
Stichwort Tunnel. Am Mittwoch werdet ihr nach dem Aufwärmen auf dem Rasen durch den Tunnel in die Kabine und das gleiche in der Halbzeit. Normalerweise, ihr trainiert in Norderstedt, ihr spielt normalerweise auf Trainingsplatz Nummer 6 am Volkspark. Da braucht man in der Halbzeit ja alleine 5 Minuten, um zurückzugehen und dann nochmal 5 Minuten, um zum Platz hinzugehen.
Frage an den Trainer. Also du hast dann eigentlich beim normalen Ligaspiel 5 Minuten für die Analyse. Jetzt hast du 15 Minuten. Was machst du in der ganzen Zeit? Naja, wir sind auch gut darin, uns ein bisschen Zeit zu lassen in der Halbzeit, deswegen ist das immer nicht so rausgekommen. Aber ja, wir werden die Zeit dann nutzen, um vor allen Dingen auch mit vielen Spielerinnen immer gut in den Austausch zu kommen, weil ich glaube, die Spielerinnen sehen am Ende auch sehr, sehr viel, wenn nicht sogar mehr als wir, weil sie es auf dem Platz erleben.
Und da hat man ein bisschen mehr Ruhe, ein bisschen mehr Gelassenheit in dieser Halbzeit, um das dann entsprechend die richtigen Schlüsse zu treffen und die guten Anpassungen zu machen und sie auch gut ans Team heranzutragen. Und das entspannt natürlich so ein bisschen. Andererseits ist es natürlich auch so, dass wir uns da nicht so viel Zeit lassen können. aufgrund des Ablaufspaaren, der dann wegen des Fernsehens natürlich dann auch eingehalten werden muss.
Dann hat Sky euch genaue Minuten gegeben, nach denen ihr euch richten müsst, wann ihr was macht? Ich gehe davon aus, ich weiß es nicht. Mit Pascal Übertragung, by the way, genau. Was müsst ihr denn besser machen, Marvin, im Vergleich zum Union-Spiel? So ein paar Kleinigkeiten, ein paar Strauben, an denen ihr drehen wollt.
Was würdest du da vor allem nennen? Ich habe es ja vorhin einmal angerissen, also vor allen Dingen so einen gewissen Passrhythmus zu haben. Also vor allen Dingen dieses Thema Mitte, dann nach außen, dann wieder zur Mitte und dann wieder über die andere Seite nach außen zu kommen. Da haben wir es im Union-Berlin-Spiel so ein bisschen zu sehr zentriert gespielt.
Das heißt, zu viel klein gewesen, zu viel in dem gleichen Raum gelebt und den Gegnern dadurch nicht bewegt und dadurch auch selber nicht so viel Zeit gehabt, mitzulaufen. Also mitzureisen mit dem Ball, sagt man immer so schön, dass wir als Gruppe, als Team zusammen angreifen. Und da sind wir so ein bisschen auseinandergegangen, was auch im Spiel natürlich lag, weil es ein erstes Spiel nach einer Pause ist.
Und auch ein Spiel, wo zwei richtig gute Mannschaften aufeinandertreten, weil das muss man auch sagen, es war jetzt kein typisches Zweitligaspiel. Das war schon ein gehobeneres Niveau mit viel Intensität, mit vielen Angriffen, aber eben halt auch der Spur Wildes im Spiel, was dann so ein erstes Spiel nach einer Pause mit sich hat.
Das heißt, das ist eine Stellstraube von uns. Für dich war es aber auch aus einem anderen Grund ein besonderes Spiel, wenn wir richtig gezählt haben. War es dein 100. HSV-Spiel richtig? Ja, ich war gestern auch ein bisschen überrascht, als ich das gesehen habe. Die Zahl war mir so nicht bewusst. Und hat sich der Verein was Besonderes einfallen lassen? Gab es ein kleines Präsent?
Bis jetzt noch nicht, aber für mich war es ja schon präsent, dass ich mit der Mannschaft wieder auf dem Platz stehen konnte. Leider hat es am Ende nicht für drei Punkte gereicht, aber es war trotzdem schön, mit den Mädels wieder in die Rückrunde zu starten. Alle Vereins- und Klubchefs hören natürlich hier immer zu und werden sich sicherlich jetzt noch ein angemessenes Präsent überlegen.
Und auch du hattest ein bisschen Grund zum Feiern am Wochenende. Du bist 27 geworden, am Tag vor dem Spiel. Herzlichen Glückwunsch natürlich. Erlaubt man sich dann eine kleine Party oder geht das nicht, weil das Spiel am Sonnabend bzw. nach dem Sonnabend will man nicht mehr feiern, weil verloren oder wie ist es bei dir?
Ja, vor dem Spiel war ich dann auch schon im Tunnel, muss ich gestehen. Das heißt, ich habe nicht großartig gefeiert. Ich habe mir natürlich nochmal ein bisschen einen Moment genommen mit, ja vor allen Dingen den Ängsten in der Familie, so ein bisschen sich Zeit zu nehmen, ein bisschen zu quatschen, aber am Ende dann doch sich auch die Ruhe zu nehmen und sich vorzubereiten, so ein Topspiel dann auch am Ende des Tages.
Deswegen habe ich dann vor allem am Sonntag versucht nochmal mit Freunden ein bisschen zu sprechen und sich die Zeit zu nehmen, ein Stück Kuchen zu essen, weil davon hatte ich viel. Da hatten die Spielerinnen auch ein bisschen was von. Von daher ist das ein bisschen schmaler ausgefallen. Stichwort Vorbereitung muss ich einmal nachfragen. Als du beim letzten Mal bei uns im Podcast warst, hast du erzählt, dass du vor dem Spiel dann noch in der Kita arbeiten musstest. Du bist Erzieherin.
Wie hast du es jetzt am Mittwoch geplant? Musst du da auch noch arbeiten? Ich darf Mittwoch auch noch arbeiten. Du darfst. Das ist kein Problem. Nein, also für mich ist das tatsächlich eher mein typischer Rhythmus und den möchte ich eigentlich ungern auch aufbrechen. Sicherlich bekomme ich ein bisschen früher Feierabend als gewohnt, aber ich starte trotzdem ganz normal morgens mit der Arbeit.
Könnt ihr einmal vielleicht uns erzählen, wie denn so ein normaler Tagesablauf am Mittwoch sein wird? Weil es ist klar, bei einem Viertelfinalspiel der Männer, die würden sich dann am Tag davor ins Hotel fahren, dann würden die vielleicht noch einmal um die Alster spazieren gehen und dann Taktik besprechen und, und, und.
Bei euch, ich gehe mal davon aus, alle arbeiten oder sind in der Uni oder in der Schule. Wie ist euer Tagesablauf am Mittwoch? Ja, wir wollen da jetzt vielleicht auch gar nicht zu viel verraten, aber es ist natürlich so, dass wir uns für das Spiel auch ein bisschen Zeit nehmen wollten, miteinander uns vorzubereiten auf das Spiel.
Das heißt, wir treffen uns ja schon mittags, sind dann zusammen zum Essen, werden auch nochmal einen Spaziergang machen. So viele Taktikbesprechungen machen wir nicht mehr, weil eigentlich ist immer alles schon vorher vorbereitet, also dass man den Tag auch. Zusammen genießen kann und einfach diese Momente, dieses Eingrooven aufeinander hat und werden dann zusammen auch dann in die Kabine einfahren.
Wenn ich einmal nachfragen darf, die HSV-Männer, die würden sich im Elysee treffen und dann mit dem Mannschaftsbus durch Hamburg zum Spiel hinfahren. Ist das bei euch genauso oder wo trefft ihr euch? Die genauen Abläufe, die bestimmen wir noch erst. Also das kann ich dir noch gar nicht so beantworten. Aber einen Mannschaftsbus, den gibt es schon, mit dem ihr zusammen, ihr müsst nicht mit dem HVW-Bus warten.
Nein, mit dem HVW nicht, aber mit unserem Mannschaftsbus. Vielleicht kannst du aber einmal erklären, damit das jeder mal weiß, wie groß, er betreibt ja trotzdem einen sehr großen Aufwand, wie oft ihr trainiert, pro Woche zum Beispiel. Wir sind in einer normalen Woche, das ist jetzt keine normale Woche, viermal die Woche mit dem Team auf dem Platz und haben dann unterschiedliche Schwerpunkte natürlich in den Trainingseinheiten.
Und je nachdem, ob wir ein Heim- oder Auswärtsspiel haben, dann auch nochmal am Samstag natürlich ein Reisetag oder eventuell dann vor der Reise nochmal ein kleines Anschwitzen und dann Sonntag ein Spiel. Dazu kommt natürlich, dass wir je nach Bedarf, also welche Spielerin was auch braucht, natürlich auch immer mal wieder in kleine Einzelgespräche gehen, die dann gesondert sind von den Trainingsanheiten oder auch vielleicht nochmal das eine oder andere extra am Ball machen, das dann so ein bisschen außerhalb des Trainings gelagert ist und das ist dann doch auch wieder individuell.
Wie viele Betreuer habt ihr so rund ums Team? Also wir haben sozusagen zwei Betreuerinnen, die sich um, Vor allen Dingen die Orga-Sachen kümmern und haben dann natürlich aber noch einen Staff, der auch immer viel mit aufhängt. Also ich glaube, dass da alle zusammen immer am Strang ziehen und alles vorbereiten, sodass die Mädels so wenig möglich irgendwie mit anderen Dingen beschäftigt sind, sondern sich auf das Spiel konzentrieren können.
Keine noch eine Sache. Welche Rolle spielt Horst Rubesch eigentlich? Der ist ja bekannt, war Frauenbundestrainer, ein großes Herz für Frauenfußball. Wie ist da der Austausch? Taucht er einfach auch mal ab und zu auf? Sprecht ihr mit ihm? Gibt er seine Erfahrungen weiter? Oder hält er sich da bloß zurück, um da nicht reinzureden?
Das ist ein sehr reger Austausch. Also ich glaube, für mich als junger Trainer ist es Gold wert, tatsächlich dann auch einen Mann mit seiner Erfahrung an der Seite zu haben und immer wieder auch Dinge zu challengen. Und da geht es gar nicht darum, dass wir immer die gleiche Meinung haben. Also wir diskutieren dann auch schon mal kontrovers.
Aber es hilft halt, um die Sache besser zu machen, um unser Spiel besser zu machen. Und das ist für mich ein super guter Austauschpartner. Und er ist dann auch immer wieder mal bei Trainingsanhalten dabei und spiegelt natürlich auch seine Eindrücke. Und ich glaube, das zeigt auch, wie wichtig ihm das Projekt ist und macht auch Spaß mit ihm.
Stöcki, du hast eben gesagt, dass du dann noch vormittags in der Kita arbeiten wirst. Ich habe mal orakelt, dass das wahrscheinlich die meisten, bis alle bei euch, dass es denen so geht. Wir hatten letzte Woche auf der Spobus Conference einen Podcast mit Jesse Stummel, die von Spot5 für die Vermarktung für Frauenfußball zuständig ist, auch für euch.
Die hat eine ganz interessante Zahl genannt. Die meinte, dass in der Bundesliga 60 Prozent der Spielerinnen eben nicht von Fußball leben können. In der zweiten Liga dürfte das 100 Prozent sein, oder? Ja, also so ganz genau kann ich das nicht bestätigen, weil ich natürlich nicht weiß, wie andere Vereine das da handhaben.
Union Berlin beispielsweise ja auch nach außen hin klar sich so positioniert, dass ihre erste Frauenmannschaft eine Profimannschaft ist. Von daher weiß ich nicht, inwieweit die Spielerinnen dort jetzt von dem Fußball leben können. Aber natürlich ist es in der zweiten Liga auf jeden Fall die Regel, dass die Spielerinnen nebenbei zur Schule gehen, studieren, arbeiten.
Jetzt reden wir die ganze Zeit über dieses tolle Spiel Viertelfinale DFB-Pokal. Ist klar, ist ein großer Erfolg als Sportler. Wie ist das denn finanziell? Habt ihr dann mit Erik Huber Verhandlungen darüber geführt, wie das wäre bei einem Halbfinaleinzug und dann gibt es die Prämie XY oder Geld spielt da keine Rolle?
Du bist Kapitän und wir deiner Aufgabe werden dann. Ja, aber dieses Thema ist überhaupt gar nicht in der Mannschaft publik. Über sowas machen wir uns keine Gedanken. Wir freuen uns einfach riesig auf die Möglichkeit, im Volksparkstadion zu spielen vor einer hoffentlich unvergesslichen Kulisse und wollen einfach einen Riesentraum uns allen erfüllen, nämlich ins Halbfinale einzuziehen.
Und da spielen finanzielle Dinge keine Rolle. Okay, ich glaube, da ist noch eine Stelle als Finanzberater offen. Da müssen wir nochmal nachlegen, dass da ein bisschen was rüberwächst. Absolut, man sagt ja auch immer, über Geld spricht man nicht und genau deswegen machen wir es ja so gerne. Marvin, du kannst von deinem Job als Trainer beim HSV leben, das ist richtig, oder? Genau, das ist mein Job, ja.
Und hast ein bisschen besser verhandelt als die Kapitänin und hast auch Prämien drin oder magst du nicht verraten? Ich glaube, auch da stöcke ich das gut beschrieben, warum wir das Ganze machen. Es ist Leidenschaft und auch ein Privileg für diesen Klub, für diesen Verein zu arbeiten. Und deswegen wäre es, glaube ich, auch vermessen, über Details dabei zu reden, sondern es ist auch eine Dankbarkeit dafür zu arbeiten, diese Momente wie jetzt das Spiel am Mittwoch mitzunehmen, aber auch so eine Saison jetzt für mich auch über dreieinhalb Jahre mitzunehmen und sich selber zu entwickeln, aber auch ein Projekt zu entwickeln und ich glaube, das erfüllt viel, viel mehr als alles andere an Geld.
Du hast dieses Projekt ja erwähnt. Das Projekt heißt ja auch, oder das habt ihr öfter kommuniziert, mittelfristig würdet ihr schon gerne mit dem HSV aufsteigen in die Bundesliga. Stöcki, wenn das der Fall wäre, und das wünschen sich viele Fußballfans in Hamburg, würde das für dich bedeuten, dann konzentrierst du dich nur auf Fußball oder ist das für dich kein Szenario, du möchtest dieses zweite Standbein Erzieherinnen in der Kita gerne beibehalten?
Ja, ich glaube, das sind Dinge, über die man sich dann unterhalten muss, wenn es tatsächlich dazu kommt. Der Fokus liegt jetzt erstmal darauf, dass wir das auch hoffentlich noch vielleicht realisieren können. Da ist noch eine ganze Menge Arbeit vor uns und nichtsdestotrotz mache ich meinen Job sehr, sehr gerne.
Und wie gerade schon beschrieben, gibt mir das auch eine ganze Menge Kraft, so vormittags da noch mit den Kindern unterwegs zu sein. Von daher beschäftige ich mich damit jetzt noch nicht. Das ist vielleicht ein Thema für die Zukunft. Marvin, vielleicht kannst du mir einmal beschreiben, so das Team, wie ambitioniert das ist.
Es sind ja auch einige, ich meine, ihr habt einen Mega-Erfolg gehabt, U17 Deutscher Meister geworden mit den Juniorinnen, da sind auch ein paar hochgekommen, andere, Jüngere, viel Talent auch in der Mannschaft. Wie heiß sind die darauf, möglichst bald, ob jetzt im Sommer oder in einem Jahr, wäre ja auch kurzfristig, den nächsten Schritt zu machen?
Sehr, weil ich glaube, ich merke immer dann, wenn wir mal nicht gewinnen sollten, wie... Wie ambitioniert die Spielerinnen sind, weil sie sich mega ärgern, weil sie vielleicht einen Prozent nicht rausgeholt haben, weil sie etwas nicht gemacht haben, was wir eigentlich schon können. Und das merkt man in diesen Momenten, finde ich, am stärksten, weil sie sich so ärgern darüber, dass sie so einen Willen entwickeln, danach unbedingt doch zu gewinnen.
Ich glaube, manche der stärksten Spieler haben wir gemacht, nachdem wir mal ein Spiel verloren haben. Und das zeigt, finde ich, ganz gut, was für ein Ehrgeiz dann in dieser Truppe steckt. Was dann aber auch für ein Potenzial steckt, genau dann wieder aufzustehen, wenn man sozusagen am Boden war. Aber auch, und das habe ich dir glaube ich mal erzählt, dass ich besonders beeindruckt immer wieder bin von der Lernfähigkeit, weil Spielerinnen, Fußballer generell zeichnen sich immer wieder darauf aus, wie sie sich anpassen an Dinge und wie sie sich verbessern.
Und dieses Team ist unglaublich stark darin, wenn wir Inhalte besprechen, das auf dem Platz umzusetzen und Dinge zu verstehen und auf den Platz zu bringen. Und manchmal dauert das ein Training und eine Videositzung und auf einmal können die das. Und das beeindruckt mich tatsächlich sehr und das spricht, finde ich, für ein Talent auch am Ende des Tages.
Eben habe ich Stöcki gefragt, was wäre, wenn der Ausstieg gelingt, ob sie sich vorstellen kann, nur auf die Karte Fußball zu setzen. Du hast die Entscheidung ja ehrlicherweise schon hinter dir. Wir hatten mal ein Interview mit dir, da hast du gerade deine Bachelorarbeit in Biologie abgeschlossen mit 1,0, by the way.
Da könnte man ja denken, okay, da gehe ich jetzt den nächsten Schritt, aber du hast dich ganz bewusst für die Karriere Fußballtrainer entschieden. Hast du jemals daran nochmal ein bisschen gehadert, weil, wie gesagt, 1,0 Studium, da könnte man auch sagen, ich setze jetzt mal ein bisschen auf auch Biologie und guck mal, was da der nächste Schritt sein könnte.
Für mich war es klar, dass ich die Dinge, die ich gut machen möchte, und das Thema ist mir sehr, sehr wichtig, nur ganz oder gar nicht machen kann. Und das ist die Entscheidung dahinter. Ich mache es ganz und deswegen auch dieser vielleicht von außen wirkende mutige Schritt. Und ich glaube, man muss ganz am Ende gut darin sein, in dem Moment zu leben, von Tag zu Tag auch zu denken und jeden Tag ins maximal Positive beeinflussen, weil das ist auch Teil dieses Jobs.
Ich kann euch auch sagen, nach einer Niederlage in Union Berlin sitzt man auch zu Hause und hinterfragt sich natürlich und versucht zu überlegen, welche Hebel geht man an. Und da muss man dann auch eine gewisse Widerstandsfähigkeit mitbringen und eben halt auf diesen Moment konzentrieren und ja, auch so ein bisschen in den Tag reinleben, das auf jeden Fall auch. Was ist ihr eigentlich für ein Thema?
So unter uns mal. Also kann er auch richtig böse werden oder ist er eher dosiert, argumentativ? Ich glaube, wir haben vergangene Woche bei euch gedreht und da habe ich auch erfahren, dass bei euch sehr viel hinterfragt wird auch, dass ihr Dinge, was ich sehr positiv finde, auch Dinge verstehen und dass alle mitgenommen werden wollen.
Kriegt ihr das hin oder was würdest du immer mitgeben an der Stelle? Ja, ich glaube, dass Frauen ja allgemein immer gerne auch Dinge hinterfragen, um sie zu verstehen. Ja, Marvin ist auf jeden Fall ein sehr detailversessener Trainer, was sicherlich für unsere Lernbereitschaft da sehr, sehr positiv ist.
Und schafft es absolut, die Mannschaft mitzunehmen und ja immer auch sehr sachlich die Dinge dann zu analysieren und zu kommunizieren. Marvin, du hast deine A-Lizenz bestanden, ist jetzt der logische nächste Schritt für dich dann auch die UEFA Pro-Lizenz irgendwann anzugehen? Auf jeden Fall, wenn das dann möglich ist, auf jeden Fall.
Das Problem ist natürlich, dass die Pro-Lizenz viel gefragt ist, also viele Trainer wollen da rein und es muss dann entsprechend die Möglichkeiten auch dazu geben, aber auf jeden Fall angestrebt irgendwann. Nimm uns mal mit in den Prozess. Dann gehst du zum HSV-Vorstand, zu Stefan Kunzen und sagst, übrigens, ich habe jetzt die A-Lizenz. Ich wäre soweit.
Ich weiß, das kostet auch viel Geld. Und der Verein braucht da ein Commitment. Du bist aber ein sehr junger Trainer. Du bist ein erfolgreicher Trainer. Und würde ich mal vermuten, würdest du dann gerne auch die Unterstützung vom Verein haben. Also wie sind da die Gespräche? Wie funktioniert das? Erstmal gab es dazu keine weiteren Gespräche, weil mit der A-Lizenz ist natürlich dann eine Lizenzstufe gemacht. und die Regel ist dann, dass man nach so einer Lizenz erstmal so ein bisschen arbeitet mit der Lizenz.
Man muss ja auch ein paar Erfahrungen weiterhin sammeln und dann irgendwann, wenn es konkreter wird, dann werden auch Gespräche dazu geführt, aber so ist es erstmal nicht. Die A-Lizenz ist jetzt vom Preis her noch ein bisschen kleiner als die Pro-Lizenz, von daher konnte das so auch netterweise vom Verein übernommen werden und von daher warte ich mal ab, ob das und wie es dann irgendwie dazu kommt in Richtung Pro-Lizenz.
Hast du ein Karriereziel als Trainer? Also was möchtest du als Trainer erreichen? Ich glaube, jetzt unabhängig von dem, dass man irgendwie die und die Ziele hat, geht es darum, dass ich Trainer geworden bin, weil ich Wirkung haben möchte und Wirkung entfalten möchte. Das muss ich sagen, das habe ich hier in dieser Stelle, in dieser Position auf jeden Fall, weil ich Beinfluss und Wirkung auf ein gutes Projekt nehmen kann.
Und das ist das, was ich anstrebe. Ein Projekt, wo ich etwas mit erreichen kann und möchte, wo ich mich selbst verwirklichen, aber trotzdem wirken kann. Und vor allen Dingen Schritte nach vorne gehen kann. Ich glaube, das ist das Wichtigste, dass man nicht irgendwie stagniert und auf der Stelle bleibt, sondern etwas vorantreiben kann.
Und das Gefühl habe ich hier tatsächlich sehr, sehr gut, weil wir nach etwas Höherem streben. Und das ist so das Ziel, was ich immer haben möchte in meinem Leben als Trainer. Das ist vielleicht ein bisschen eine Klischee-Frage, aber ich muss sie trotzdem stellen. Ich habe sie dir bei dem Dreh auch schon, glaube ich, ein bisschen ähnlich gestellt.
Du hast auch schon Männerteams trainiert. Gibt es eigentlich wirklich einen Unterschied dabei, ob du ein Frauen- oder Männerteam trainierst, außer dass vielleicht ein paar Sachen mehr erfragt werden. Genau, also auch da nochmal wichtig, glaube ich, ich möchte das nicht generalisieren, ich möchte das vor allem auf dieses Team beziehen und im Vergleich zu den Teams, die ich sonst trainiert habe, ist es so, dass sie super lernfähig sind und vor allem auch Dinge hören wollen und sie auch erklärt haben wollen und.
Ich glaube, da ist es so ein bisschen von der Herangehensweise sind manchmal anders. Also ich würde sagen, bei uns ist es oft so, man muss erst mal erklären und dann sie erleben lassen, wie sie es anwenden können. Und ich glaube, mit meinen anderen Teams, die ich trainiert habe, war es häufig so, ich habe sie erst mal erleben lassen, konnte ihnen dann aufzeigen, okay, das und das könnt ihr nicht und deswegen braucht ihr jetzt die Hilfe.
Und bei dem Team ist es, finde ich, andersrum. Also erst die Hilfestellung und dann die Erfahrung und die Erlebnisse sammeln, um es dann zu optimieren. Und ich finde, das ist so ein methodischer Weg, der anders ist bei diesem Team, der super Spaß macht auch, weil man als Trainer halt Wirkung haben kann und ansonsten ist es natürlich so, dass wir, und das ist auch wieder bei jedem Team so, dass wir auch, Sehr, sehr emotional mit der ganzen Sache umgehen, weil es allen wichtig ist, was passiert.
Ob es jetzt um eine Startaufstellung geht, ob es um ein Ergebnis geht. Und mit diesen Emotionen von Menschen umzugehen, das ist mit Sicherheit auch was Besonderes in diesem Team. Du hast schon gesagt, dass es einen Austausch gibt zu Horst Rubisch. Wie ist der Austausch zu zum Beispiel Merlin Polzin? Kann man sich gegenseitig Tipps geben, Ratschläge einholen?
Wie oft sprecht ihr über Aufstellungen, Teamführung etc.? Mit Merlin ist es so, dass wir uns ab und zu sehen und dann irgendwie kurz schnacken, aber es ist vor allen Dingen ein regelmäßiger Austausch mit Leuk VW. Da habe ich jetzt auch die günstige Fügung, dass er, ich glaube, sieben Jahre Trainer von meinem kleinen Bruder war. Das heißt... ETV.
Richtig. Und ich durfte Leugs Weg komplett miterleben. Von, ich glaube, U15 hat er angefangen beim ETV bis hin zum Herrenbereich. Und da ist natürlich eine enge Schnittstelle, wo man immer wieder in den Austausch kommt. Aber am Ende des Tages ist es auch so, wir sind alle sehr, sehr aktiv in unseren Teams und haben auch nicht mehr so viel Zeit, diesen Austausch zu suchen.
Aber immer dann, wenn es geht, dann genieße ich es. Wie ist das eigentlich bei dir? Hier, könntest du dir auch vorstellen, Trainerin zu werden? Ich meine praktisch Erzieherin auf eine andere Art und Weise? Ja, tatsächlich war ich schon ein paar Jahre auch nebenbei als Trainerin tätig. Allerdings ohne eine Lizenz.
Aber da ist natürlich das Interesse da. Bei Jugendteams? Entschuldigung, bei Jugendteams? Oder wo hast du trainiert? Genau, ich habe ganz früher mal angefangen, meine kleine Schwester auch zu trainieren. Eine Mädchenmannschaft. Und bin dann in Jungsteams übergegangen. von U13 bis U16. Genau, also habe da schon ein paar Erfahrungen sammeln dürfen und sicherlich ist das auf jeden Fall eine Idee für die Zeit nach der aktiven Karriere.
Marvin, sie ist die Kante der Kapitänin. Kann sie später eine gute Trainerin werden? Auf jeden Fall. Also Stöcki bringt einiges mit und ich wurde ja vorhin gefragt, oder Stöcki durfte was zu mir sagen, dann sage ich auch nochmal was zu Stöcki. Es gibt ein schönes Beispiel, ich hoffe, ich darf das nennen.
Weiß ich noch nicht. Es geht um Punkte, um Punkte-Challenges. Und Stöcki schafft es. Zu zeigen, und zwar jedem, wie wichtig ihr Dinge sind. Und es gab so eine Punkte-Challenge bei uns im Team, wo wir durch Ergebnisse Punkte sammeln konnten und dann so ein internes Ranking hatten. Und am ersten Tag, wo wir das gespielt haben und das erklärt haben.
Da ist mir vielleicht ein kleiner mathematischer Fehler unterlaufen. Das heißt, Punkte wurden nicht richtig vergeben. Und Stöcki meldete sich dann auch abends gleich bei mir und hat so eine gewisse Gerechtigkeitssende dahinter und sagt, das sind meine Punkte und die stehen mir zu. Und das hat mich total abgeholt und total erinnert daran, ja, deswegen ist Stöcki die Kapitänin, weil sie zum einen mich kontrollieren kann und sieht, okay, da und da wurde vielleicht mal ein Fehler gemacht.
Zum anderen zeigt sie, auch wenn ihr etwas wichtig ist und man könnte das einfach so stehen lassen, sie spricht es trotzdem an und das sind, finde ich, zwei Fähigkeiten, die jeder Mensch haben sollte, aber sie hat es und das hat mich total beeindruckt tatsächlich. Und dazu kommt, dass sie natürlich auch einen Fußball-Sachverstand hat, Also jetzt ja mehrere Jahre dann auch auf einem guten Level gespielt, plus auch schon erste Trainererfahrung gesammelt.
Also ich glaube, dass Stöcki von Persönlichkeit, vom Spielerprofil viel mitbringt, um ja eines Tages eine gute Trainerin zu werden. Wenn du jetzt Gerechtigkeit, den Begriff würde ich gerne aufgreifen, was so das Thema Wahrnehmung betrifft, Frauenfußball. Wie würdest du sagen, steht ja im Moment in Hamburg und kann so ein Pokalspiel, das heißt ja dann immer gerne mal, das kann einen Boost geben, mehr Aufmerksamkeit, aber es kann ja genauso gut so ein singuläres Ding sein.
Es hat sich unheimlich viel getan, national, international. Aber jetzt mal hier in Hamburg, wie würdest du das so einordnen und einschätzen? Ja, ich glaube, dass wir uns schon sehr positiv entwickelt haben und wir ja auch mittlerweile eine sehr große Aufmerksamkeit genießen, sowohl medial als auch im eigenen Verein.
Auch eine große Unterstützung bekommen und ich glaube, so ein Pokalspiel jetzt, wo sich hoffentlich viele Menschen dafür entscheiden, vor Ort zu sein oder es ja glücklicherweise auch die Möglichkeit gibt, das live bei Sky zu verfolgen. Dadurch erhoffe ich mir, dass viele Menschen einfach nochmal wieder merken wie toll eigentlich auch der Frauenfußball sein kann und dass es vom Prinzip her nichts anderes ist als wenn da eben die 22 Männer auf dem Platz dem Ball hinterher rennen dass die Kerninhalte dieselben sind, ob es Frauen oder Männer tun Einen Unterschied gibt es schon, nämlich während der Männerfußball natürlich auf einem relativ hohen Niveau, aber in den Zahlen stagniert, ist der Frauenfußball ein extrem wachsender Markt.
Die Frage an euch beide vielleicht, Alex hat es eben schon mit dem Hamburger Aspekt angesprochen, könnt ihr euch vorstellen, oder ist das vielleicht sogar ein Ziel, dass Frauenfußball in Hamburg mittelfristig sozusagen die dritte Kraft werden könnte bei den Mannschaftssportarten, sprich Handball und Basketball-Towers überholen wird?
Ich glaube, das ist nichts, was wir uns im sportlichen Bereich so bewusst machen. Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht ein Nebeneffekt ist, aber ich glaube, gerade wenn es für uns darum geht, immer weiter voranzukommen, kann das durchaus passieren, aber es ist jetzt nicht bewusst von uns angestrebt worden als Team, sage ich mal.
Ja, wobei ich habe so das Gefühl auch, ich will noch ein Beispiel nennen, das zu untermauern, meine These, dass schon noch ein ganz schöner Weg zu gehen ist. Ich habe mir vorhin mal die Kicker App angeguckt, da kommt dann der Reiter Frauen irgendwie an 15. Stelle, ziemlich weit hinten. Ich will den Kicker jetzt gar nicht schlecht machen, wir können da auch besser werden als Abendblatt.
Aber ist das nicht ein Beleg dafür, dass bei aller Entwicklung, die da schon stattgefunden hat, dass es schon noch ein ganz schöner Schritt ist? Ja, absolut. Und nichtsdestotrotz sollte man, glaube ich, auch die kleinen Schritte, die wir bis dato gegangen sind, nicht unterschätzen und auch nicht unter den Scheffel kehren.
Denn ich glaube, genau so muss es dann eben auch weitergehen, dass das immer eine stetige Weiterentwicklung ist, damit wir dann vielleicht auch in der Kicker-App demnächst den Reiter ein bisschen weiter ausfüllen. Ihr wollt einen großen Schritt am Mittwoch gehen. Wie ist das mit Karten? Musstet ihr euch für Friends and Family eindecken am Mittwoch beide?
Also ich glaube, Stöcki hat noch ein paar mehr Karten als ich, oder? Also für die Masse an Leuten, die dann daran teilnehmen wollte, musste ich mich eindecken, ja. Das heißt, sag mal ungefähr, in der Größenordnung, wie viele musst du kaufen? Also ich habe jetzt 70 Karten geordert. Genau, es hätten durchaus vielleicht auch noch ein paar mehr sein können.
Also ich meine mich zu erinnern, dass bei den Männern das so ist, dass die immer ein Kontingent von fünf haben, die sie für Freunde und Familie dann benutzen dürfen und dann die restlichen kaufen müssen. Musstest du 70 Mal in die Tasche greifen oder haben die Leute netterweise dir dann ein bisschen Geld zugeschüttet?
Ja, also das Geld habe ich schon eingefordert. Auch wenn es größtenteils auch innerhalb der Familie und Freunde ist natürlich. Aber nee, also das schaffe ich nicht, 70 Leute dann ins Stadion einzuladen. Muss man vielleicht an dieser Stelle sagen, die Kartenpreise sind sehr moderat. 18 Euro kostet das Erwachsenenticket und ein bisschen weniger die Kinderkarten.
Ich habe selbst ein paar gekauft. Marvin, wie ist es bei dir? Wie viel musstest du besorgen? Bei mir waren es 15, aber auch Freunde und Familie und auch der ein oder andere Trainerkollege tatsächlich. Am Wochenende geht es dann schon wieder weiter. Gütersloh, englische Woche, ihr habt das gesagt. Da geht es dann aber am Tag mit dem Bus dann hin. Also der Ligaalltag kommt dann relativ schnell zurück, richtig?
Genau, wir reisen einen Tag vorher an und übernachten dann da. Wie groß ist denn die Chance jetzt überhaupt noch so? Darüber haben wir ein bisschen nicht so intensiv gesprochen. Das ist ja auch das Pokalspiel jetzt. Aber wie ist das realistisch einzuschätzen, dass es vielleicht doch, ich nehme mal die Männer dazu, einen Doppelaufstieg im Sommer gibt?
Erstmal auf uns sprechen zu kommen. Ich glaube, dass wir in dem Moment, wo wir die Spiele so angehen, wie wir sie angehen können, und ich glaube, das haben wir in der Vorbereitung gut gezeigt, dass wir ein extrem hohes Potenzial haben und gut drauf sind. Die Möglichkeit haben, in jedem Spiel zu dominieren und auch zu gewinnen.
Und in den Momenten, wo wir das gut auf den Platz kriegen, dann sind auch alle Chancen natürlich da. Trotzdem wissen wir, so eine Saison ist lang und jedes Spiel müssen wir wieder einzeln anschauen. Aber ich glaube, dadurch ist alles offen und die Liga hat auch am Wochenende wieder gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann.
Von daher glaube ich, dass es eine sehr, sehr offene Liga bleibt. Ich habe Marvin eben nach seinem Austausch mit seinen Trainerkollegen gefragt. Wie ist das bei euch? Wie ist der Austausch mit den Männern vom HSV? Ihr seid in Norderstedt, die Männer sind hier. Bei Spielen kann man sich vielleicht mal über den Weg laufen.
Also gibt es da einen Austausch? Ja, also wie du schon angesprochen hast, durch die räumliche Trennung, nenne ich es jetzt mal, ist der Kontakt natürlich nicht so präsent, zumal wir eben tagsüber auch anderen Verpflichtungen nachgehen müssen und dann eben häufig erst zur Trainingszeit am Gelände sind.
Aber natürlich gibt es gemeinsame Medienveranstaltungen oder andere Events, die wir gemeinsam absolvieren, wo man dann auch mal in den Austausch kommt. Und was glaubst du, was mit den Männern passiert zu Ende Mai? Du musst die Frage auch noch beantworten, Marvin. Was mit den Männern passiert? Ja, momentan sieht es ja ganz gut aus.
Ja, natürlich drücke ich die Daumen, dass die Männer das dieses Jahr schaffen. Ich glaube, sie sind da gerade in einer ganz guten Verfassung und haben da einen sehr guten Spirit entwickelt, den ich hoffe, dass sie ihn bis zum Schluss beibehalten und dann das dieses Jahr schaffen. Ich glaube, ich kann da nur zustimmen. Also ich glaube da fest an die, bin auch guter Dinge, dass sie diesen Dry-Fits, den sie haben, weiternehmen können und drücke auch die Daumen. Die Daumen drücken wir alle.
Zum Schluss vielleicht, also ich weiß, ein kleines Traumszenario für Hamburg vielleicht, aber wir wollen den Druck nicht zu hoch auf euch hochhalten. Aber ein gemeinsamer Aufstieg und dann eine gemeinsame Aufstiegsfeier auf dem Rathausmarkt, wird auch ein ziemlich cooles Zeichen für Frauenfußball, für Männerfußball, für Hamburg, oder?
Ich glaube, da mache ich mir Gedanken drüber, wenn es soweit ist. Aber für den Moment konzentriere ich mich auf Mittwoch. Du hast als Trainer gesagt, man muss träumen. Träume. Im richtigen Moment träume ich, ja. Kai, wie viele Karten hast du eigentlich besorgt für das Spiel? Ich habe plötzlich acht gekauft.
Tatsächlich? Von meinem Weihnachtsgeschenk. Deswegen konntest du abends nicht arbeiten. So sieht es aus. Also ich werde dabei sein. Wir werden jetzt Abend natürlich dabei sein. Und freuen uns vor allen Dingen, dass ihr beide heute bei uns dabei wart. Vielen Dank dafür. Vielen Dank. Danke mich auch sehr. Danke schön. Und dann hören wir uns schon wieder in der nächsten Woche.
Und bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss, das heißt bei uns. Auf Wiederhören. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.