
HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk
HSV: Präsidentschaftskandidat Ockens über Hetzjagd, Magath und den Aufsichtsrat
Montag, 9. Juni 2025 · 48 min
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Shownotes
Drei Kandidaten stellen sich mit ihren Teams am 21. Juni im Volksparkstadion zur Präsidentenwahl – und sprechen nacheinander im Abendblatt-Podcast „HSV – wir müssen reden“ über ihre Programme, Ideen und Versprechen. Nach Kai Esselsgroth war nun Frank Ockens an der Reihe, der sein Konzept vorstellte, das Abendblatt stark kritisierte und verriet, wenn er wählen würde, wenn er nicht als Erster ins Ziel geht. Eine knappe Stunde nahm sich der Unternehmer Zeit – und sprach dabei auch über den Aufsichtsrat, den er stark verändern wollen würde. Das ganze Gespräch können Sie ab sofort kostenfrei hören.
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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Wer wird neuer HSV-Präsident? Wie geht es weiter im HSV-Aufsichtsrat? Und was gibt es Neues vom HSV-Volksparkstadion? Für all das wollen wir Antworten haben. Heute wir, das sind mal wieder Stefan Walter und ich. Moin Stefan. Moin Kai.
Und wie schon am Montag dieser Woche haben wir erneut einen tollen Gast, nämlich den Präsidentschaftskandidaten Frank Oggens. Moin, Frank. Moin, vielen Dank für die Einladung. Ja, moin auch von meiner Seite. Frank, du kandidierst dann am 21. Juni, trittst gegen Henrik Kühnke und Kai Esselsgroth an. Das ist heute unser zweiter Podcast dieser Präsidentschaftskandidaten-Reihe.
Kai Esselsgroth war schon hier, für alle Hörer, die sich das nochmal anhören möchten. Von dir wollen wir jetzt aber einmal wissen, wie ist es dazu gekommen? Wann gab es für dich vielleicht den Ausschlaggehenden Moment, dass du gesagt hast, ich möchte gerne kandidieren, ich möchte HSV-Präsident werden? Das ist eine gute Frage.
Ich bin seit mehreren Jahren, arbeite ich mich so langsam in den HSV rein, durch viele Gespräche mit Gremienträgern, und habe zumindest für mich das Gefühl entwickelt, dass die Gespräche durchaus gerne angenommen wurden, dass man meine Meinung schätzte, auch wenn sie nicht immer unisono die gleichen Meinungen hatten wie ich.
Und habe dann einfach irgendwann, bin ich zu dem Punkt gekommen, dass ich sagte, Mensch, vielleicht könnte ich hier doch mal helfen. Habe grundsätzlich meine Hilfe angeboten, habe gesagt, wenn ihr meint, ich könnte dem HSV helfen, stünde ich zur Verfügung. Und ja, dann beschäftigt man sich damit, bereitet sich darauf vor, fragt in der Familie, was würdet ihr von der Idee halten, wenn ich mich eventuell fürs Präsidium bewerben würde, weil für mich immer von vornherein eigentlich klar stand, ich bin ein EV-Mensch, wenn kommt nur ein Ehrenamt im Präsidium für mich zur Frage.
Und als da dann das grüne Licht kam, dann beschäftigt man sich, mit wem könnte man das zusammen machen. Und dann irgendwann habe ich halt gehört, dass das jetzige Präsidium zumindest in der Gänze, in der Gesamtgruppe nicht wieder kandidiert. Und habe dann gesagt, okay, komm, dann versuchen wir es. Es war also ein schleichender Prozess, der nicht von heute auf morgen kommt, der sicherlich über mehrere Jahre gewachsen ist.
Aber ich bin davon überzeugt, dass es Stand heute zumindest für mich die richtige Entscheidung ist. Das irgendwann interessiert uns trotzdem. Also am 21. Juni wird gewählt, dann wird der Nachfolger von Marcel Jansen gewählt. Du hast gesagt, das ist ein Prozess. gab es trotzdem so ein Momentum, wo du gesagt hast, jetzt muss ich das mal machen oder jetzt würde ich das gerne machen?
Also gab es da einen Moment, an dem du es ein bisschen fester machen kannst? Nein, einen Moment eigentlich nicht. Es sind immer wieder mehrere Dinge. Die mir beim HSV dann irgendwo missfallen haben, wo ich gesagt habe, Mensch, das würde ich anders machen. Und das sind dann irgendwo die Momente, wo ich gesagt habe, okay, nicht nur ich könnte es anders machen, ich würde es anders machen, dann sage ich halt immer, nicht immer nur meckern und beschweren, sondern dann auch tun und anbieten.
Und im Endeffekt bieten wir ja nur unsere Leistung den Mitgliedern an. Und das ist also nicht ein Moment gewesen. Es war ein schleichender Prozess, der dann auch irgendwann in einem selber dann wächst. Ob man sich das zutraut, ob man dieser Größe oder diesem Amt überhaupt gewachsen ist. Und durch die laufenden Gespräche mit den momentan amtierenden Personen habe ich immer gedacht, doch, ich glaube, die Wertschätzung ist da.
Ich glaube, ich traue es mir zu und ich kann es, ja. Du hast gerade gesagt, Schritt zwei für dich war herauszufinden, mit wem möchtest du eigentlich gerne ins Präsidium eintreten. Wie kommt es denn dazu, das ist natürlich eine Einzelwahl, das an der Stelle noch einmal kurz erklärt. Trotzdem darf man natürlich vorher sagen, wessen Wahl man unterstützt.
Wie ist es dazu gekommen, dass du zusammen mit Laura Ludwig und Ralf Hartmann sie euch als Team gefunden habt und dass ihr auch nach euren Vorstellungen zusammen ins Präsidium gewählt werdet? Naja, ich habe mir Gedanken gemacht, mit wem ich zusammen arbeiten könnte. Und ich habe halt nun mal einen selber als ehemaliger Sportler ein Favel für den Sport und bin irgendwann auf die Idee von Laura gekommen, habe sie angerufen und wir haben uns getroffen. Hattet ihr euch vorher? Entschuldigung.
Nein, nein, wir kannten uns vorher nicht und wir sind über dieses Gespräch gekommen und ob sie denn Lust hätte, dass ich das vorstellen könnte, weil sie ihre Karriere beendet hätte und sehr positiverweise, muss ich sagen, nach dem ersten Treffen, was circa zwei Stunden dauerte, sagte sie sofort, ey Frank, ich bin dabei, habe ich Bock drauf, das mache ich und Ralf kenne ich ein bisschen länger.
Und er war nun vorher, genau, Ralf Hartmann natürlich schon ein bisschen länger, er ist ja auch schon im Präsidium gewesen, war häufiger auch schon auf der Bühne und dementsprechend langjähriger HSVer und dadurch, dass er die Erfahrung eines Schatzmeisters hatte, war für mich natürlich jemand, den man sofort aussuchen könnte, wenn er wollen würde und ich hatte halt vorher schon gehört, dass er durchaus sich vorstellen könnte, für ein Amt zu kandidieren und insofern war auch das Gespräch dann eigentlich relativ schnell und einfach, sodass wir drei uns gefunden haben.
Du hast gesagt eben gerade, ein paar Dinge haben dir mal so irgendwann missfallen beim HSV. Meinst du den HSV e.V.? Du kennst dir das als Präsident im Verein, im eingetragenen Verein. Oder meinst du die Fußballer, die AG, wo es ja eine Möglichkeit gibt, dann auch aus dem e.V. heraus im Aufsehsrat da ein bisschen Einfluss zu nehmen?
Ja, die Dinge, die ja natürlich missfallen, sind zumeist ein bisschen in beiden Bereichen. Aber ihr wisst es, dass mir seinerzeit nicht gut gefallen hat, dass der HSV der EV in einer Position war, wo er für mich wirkte, als wäre er erpressbar, weil wir nicht stark genug waren. Und da hatte ich mir seinerzeit wirklich Angst um den HSV gemacht.
Und das waren so die ersten Momente, wo ich sagte, hey, da müssen wir etwas ändern. Und das waren eigentlich so die Momente, wo ich sagte, Komm, geh mal rein hier. Erpressbar, kannst du das genau definieren, woran du das festmachst? Ja, ich meine, es war ja öffentlich abgedruckt. Wir hatten damals das 120-Millionen-Angebot von Herrn Kühne.
Und es wurde zwar in der Öffentlichkeit gesagt, dass ich gesagt hätte, ich wäre gegen Investoren. Was nicht richtig ist, sondern mein Kritikpunkt seinerzeit war einfach, dass ich das Gefühl hatte, dass der HSV nicht auf Augenhöhe behandelt wurde oder vielleicht auch gar nicht in der Position oder in der Situation war, auf Augenhöhe in dem Moment zu agieren und zu diskutieren.
Und das hat mir seinerzeit missfallen. Ich habe damals gesagt, dass der HSV eigentlich kein Einnahmen-, sondern Ausgabenproblem hat, was heutzutage sich geändert hat, dank einer hervorragenden Arbeit von Dr. Hoover. Wollte ich gerade auch sagen, Erik Hoover hat natürlich einen extremen Anteil daran, dass der Verein sich finanziell einen ganz anderen Fahrwasser jetzt bewegt und sicherlich nicht mehr so abhängig ist von Klaus Michael Kühne und eben so ein 120-Millionen-Angebot heute auch definitiv nicht mehr annehmen muss, beziehungsweise gar nicht kurz drüber nachdenken muss, welche Bedingungen daran auch geknüpft werden.
Jetzt wollen wir aber einmal von dir wissen, warum sollen die Mitglieder Frank Ockens wählen? Ja, gute Frage. Ich denke, wir haben ja drei Kandidaten, die jeder für sich in eine gewisse Richtung gehen. Wir haben mit Kai Esselsgroth jemanden, der seit 20 Jahren im HSV aktiv ist, der seine Position ausübt im Beirat und im Ehrenrat.
Das heißt, wenn Kai Esselsgroth jetzt Präsident wird, wird er sicherlich die Steine, die er die letzten Jahre gelegt hat, nicht alle umdrehen. Wir haben auf der anderen Seite mit Henry Könke einen jungen Herrn aus dem Aufsichtsrat, der aus der Fanszene kommt, der sehr fußballaffin ist, der sich sicherlich den Hauptfokus in dem professionellen Fußballbereich legt.
Und ich glaube, dass wir halt im Endeffekt anbieten in unserem Team mit Laura, Ralf und mir, dass wir uns zum einen sicherlich mehr um den EV kümmern würden, trotzdem auch eine Expertise für die AG haben. Wir werden die Ausrichtung und die Stellenwerte der e.V. Auch in der AG durchaus stark vertreten, haben mit Ralf Hartmann dann einen, der bewiesen hat, dass er die Zahlen und die finanzielle und wirtschaftliche Solidität sicherstellen kann, was sehr, sehr wichtig in unserem Verein ist.
Und ich glaube, dass wir schon, eigentlich ist es fast eine Richtungswahl, nicht? Einmal so, wie es ist. Die andere Variante mit Henrik ist im Endeffekt, wir gehen in die Fankurve. Und ich glaube, dass wir für einen gesunden Mittelweg stehen, der sowohl ein wenig Neuerung reinbringt, als aber auch mit einer ruhigen Hand vorangeht.
Es gibt, wie gesagt, die zwei verschiedenen Themen, e.V. und AG. Wir sprechen auf jeden Fall gleich über den Aufsichtsrat auch. Was ist denn aus deiner Sicht das wichtigste Thema für den e.V.? In der EV haben wir jetzt momentan, das hatte Kai auch schon gesagt, wir haben große infrastrukturelle Investitionen vor uns mit Norderstedt, mit Königswütter Straße, mit den Sportanlagen, mit dem Fernhaus am Stadion, wo es noch einige Dinge zu bearbeiten gibt.
Und ich glaube, der EV hat Stand heute für die nächsten, ich sage mal Dekade, mit Sicherheit ein Investitionsvolumen von bis zu einer zweistelligen Millionensumme vor der Brust. Und da bedeutet es, dass wir mit wirtschaftlicher Solidität gut aufpassen. Auf der anderen Seite werden wir die Einnahmen auch vielleicht dahingehend erweitern müssen, dass wir neue Sportarten ins Leben rufen.
Wir hatten seinerzeit schon mal gesagt, Paddeltennis, Bouldern, dass wir junge Leute, neue Mitglieder gewinnen, aber auch in der aktiven Szene, nicht nur in der Fanszene, um halt im Endeffekt diese Kosten noch irgendwo zu stützen. Und das sind die Aufgaben, die wir mit Laura, Ralf und mir angehen wollen.
Und ja, in der Tiefe des EVs werden wir sicherlich mit den Spaten reden, weil wir Ideen haben, wie wir eventuell die Leistungsoptimierung im Amateurbereich stabilisieren oder auch optimieren können. Da bringt natürlich Laura unglaublich viel mit rein. Und insofern glaube ich, dass das so die Hauptaufgaben des EVs sind.
Wir wollen klar präsenter werden, wir wollen weiter wachsen. Wirtschaftliche Solidität und sportlicher Erfolg, aber auch in der Reihenfolge. Siehst du denn da Reformbedarf im EV für diese zweistellige Millionensumme, die du für die nächste Dekade prognostizierst? Also mit Verlaub, das wird sich ja nicht durch Padell und Bouldern refinanzieren lassen.
Das ist richtig. Wir haben für die Refinanzierung durchaus Ideen. Ich glaube, dass man, solange man in die Infrastruktur investiert, mit einem gewissen Grad an Fremdkapital arbeiten darf. Ich glaube, wir haben aber auch Ansätze, wie wir Eigenkapital generieren können. Aber da muss ich erst noch mit anderen Leuten drüber sprechen.
Das würde ich jetzt noch nicht irgendwo in die Öffentlichkeit posaunen gehen. Deine Konkurrenten, du hast es schon angesprochen, Kai Esselskroth ist lange im Verein. Der ist bekannt durch seine Ämter, die er im Verein begleitet hat. Kollege Könke ist bekannt, weil er Aufsichtsrat ist und eben in der Fernszene sehr, sehr aktiv ist.
Du bist, würde ich jetzt sagen, vor allen Dingen aus zwei Dingen bekannt. Einmal durch diesen Einspruch, den du schon erwähnt hast bei Klaus-Michael Kühne. Und zum anderen aus der einen Mitgliederversammlung, wo du Marcel Jansen sehr zur Seite gesprungen bist, der bei einem Abwahlantrag hart angegangen worden ist.
Wie kam es damals dazu? Ich würde sagen, das war so das erste Mal, dass man beim HSV im Verein so von dir gehört hat, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ja, es war so, dass Marcel seinerzeit über mehrere Wochen, und das weißt du, da wart ihr nicht unbeteiligt dran, in meinen Augen zum Teil unrecht diffamiert wurde. Ja.
Und inhaltlich bei diesem Abfallantrag, das habe ich dem damaligen Antragsteller auch gesagt, gab es gar nicht so viel zu mäkeln, nur die Art und Weise, wie er vorgetragen wurde und damit meine ich nicht an dem Tag, sondern über die vier, fünf Wochen und wie in einer Vehemenz auf die Person eingegangen war, das hat mir doch sehr, sehr stark missfallen.
Und aus dem Grunde habe ich seinerzeit für mich den Entschluss gefasst, dass ein Abfallantrag eines Präsidenten nicht zum HSV gehören darf. Zum anderen hat mir sehr missfallen, dass vorab nicht versucht wurde, diese Differenzen oder Unstimmigkeiten im internen Gespräch irgendwie auszumerzen. Denn ich habe ja auch, was ich vorhin sagte, häufiger E-Mails geschrieben oder mich beschwert.
Aber davon weiß halt keiner etwas, weil ich der Meinung bin, Reibung gehört dazu, Kritik gehört dazu. Aber man macht das doch bitte im Sinne des HSV hinter verschlossenen Türen und nicht vier Wochen lang medial, eine mediale Jagd, um dann auch noch auf der Mitgliederversammlung das so vorzutragen. Und da war ich dann in meiner Art und Weise auch sehr bestimmt und sehr scharf. Das weiß ich auch.
Aber ich habe das aus voller Überzeugung getan, weil ich halt auch mittlerweile weiß, dass es eine gewisse Kampagne war, die ich für nicht gerechtfertigt fand. Und du erlaubst mir natürlich, muss ich da einen Widerspruch machen. Definieren würde ich Einspruch einlegen, Kampagne auch und was war das Dritte?
Jagd. Wir haben ihn sehr kritisch gesehen. Es gab Phasen, wo aus unserer Sicht oder aus meiner Sicht Marcel sich auch Kritik gefallen lassen musste. In der Tat war die zu Zeiten auch hart. Viele haben gesagt, dass du damals durch deinen wirklich sehr beherzten Auftritt. Möglicherweise ihn davor bewahrt hast, dass dieser Antrag durchging, der Abwahlantrag.
Kann man jetzt im Nachhinein, weiß man es nicht, aber auf jeden Fall kippte die Stimmung im Saal so ein bisschen. Ich glaube, die Schlussfolgerung, ich habe ihn bewahrt, ist der falsche Weg. Ich glaube, ich habe die Mitglieder überzeugt, dass es nicht richtig gewesen wäre, ihn abzuwählen. Und zwar noch einmal über die inhaltliche Kritik kann man jederzeit reden und diskutieren.
Die persönlichen Attacken über vier Wochen. Die waren einfach nicht akzeptabel. Und dazu stehe ich auch heute noch. Und wir beide hatten die Diskussion schon, da warst du mit treibender Kraft. Und das habe ich dir schon gesagt, das war einfach, da habt ihr euch verritten und das war nicht in Ordnung.
Und inhaltliche Reibungspunkte gehören dazu. Reibung erzeugt Energie. Dann kommen wir weiter, hinter verschlossenen Türen. Und unsere Punkte, die Ralf, Laura und ich auch für die Zukunft haben, ist Transparenz, Loyalität und Diskretion. Transparenz hinter verschlossenen Türen. Alles auf den Tisch. Und das darf auch wirklich knallen.
Und dann aber, so wird die Tür verlassen, Loyalität zwischen den Leuten und zum Verein und Diskretion. Und das hat mir damals in dem Prozess massiv gefehlt. Und Marcel hat nun Erfahrung gehabt in der Öffentlichkeit. Er hat keine Kinder in der Schule gehabt. Ich habe mich phasenweise gefragt, warum der sich das überhaupt antut.
Ich bin mir ziemlich sicher, ein anderer unerfahrener Präsident in der Öffentlichkeit, der hätte nach zwei Wochen gesagt, Jungs, klamieren, morst. Das tue ich mir nicht mehr an. Und das war damals wirklich der Punkt für mich, Dieses, ich will nicht sagen Risiko, aber es ist ja auch nicht einfach, da vorne auf die Bühne zu gehen.
Vorher wurde noch mit, ich glaube, 55, 57 Prozent der Punkt der Abwahl nach vorne gesetzt in der Tagesordnung. Und man schon dachte, uiuiui. Und dass Marcel dann nachher der Abwahlantrag mit einer höheren Zustimmung abgewählt wurde, als er überhaupt ins Amt gewählt wurde, zeigt ja, dass vielleicht, meine Rede, aber es waren ja auch noch andere Leute, die dafür plädiert haben, den Nerv der Mitglieder getroffen haben, dass sie gesagt haben, das wäre nicht korrekt gewesen und das stehe ich heute ein.
Also den Nerv der Mitglieder hast du auf jeden Fall getroffen. Jetzt genau so eine Rede, die brauchst du jetzt ehrlicherweise auch am 21. Juni, die den Nerv der Mitglieder trifft. Wie gehst du da vor? Überlegst du dir das lange vorher? Hast du ein fertiges Skript? Gehst du da mit dem Bauch rein? Bist du ein Bauchmensch, der einfach frei reden muss und dann das Publikum erfühlen muss? Ja, ich bin keiner, der großartig mit Skripten arbeitet oder der irgendwas auswendig lernt. Ich bin...
Glaube ich, relativ tief im HSV, womit ich mich selber beschäftige. Das heißt, ich habe zu ganz, ganz, ganz vielen Punkten eine relativ klare Meinung, die ich auch relativ klar äußere und artikuliere. Und aus dem Grunde werde ich sicherlich irgendwo einen gewissen Leitplan im Kopf haben, welche Punkte ich anbringen möchte an dem Tag und wie ich die Mitglieder überzeugen möchte, dass wir mit unserem Paket, mit unserem Angebot das beste Paket sind und dass sie uns wählen wollen.
Ja, und daher, ich glaube schon, dass viel aus Überzeugung und aus dem Bauch herauskommt, weil ich den HSV lebe und ich muss ihn mir nicht ablesen. Für mich gab es jetzt trotzdem einen kleinen Widerspruch in den Aussagen. Zum einen sagst du, dass du inhaltlich die Kritik des Abwahlantrags nachvollziehen konntest.
Zum anderen warst du aber vehement dagegen, Marcel Janssen abzuwählen. Also klär es genau, wahrscheinlich ist es für dich kein Widerspruch. Für mich hat sich das ein bisschen... Es ist für mich kein Widerspruch, weil die Kritikpunkte, die angebracht worden sind, die waren korrekt. Langen Sie für einen Abwahlantrag? Nein, glaube ich nicht.
Sondern man hätte diese Kritikpunkte intern besprechen können und vielleicht wäre Marcel in einem oder anderen Punkt einsichtig gewesen und man hätte etwas ändern können. Nur diese Möglichkeit wurde gar nicht versucht, den HSV aufgrund dieser Kritikpunkte vielleicht in eine andere Richtung zu locken.
Und darum glaube ich, dass diese Entscheidung nicht im Sinne des HSV gewesen wäre. Es gab damals viel Kritik. Jetzt hat Marcel, würde ich sagen, einen sehr versöhnlichen Abschluss als Präsident hinbekommen. Aufstieg der Frauen, Aufstieg der Männer. Gerade die Frauen waren eben ein Herzensprojekt in den letzten Jahren.
Und er hatte in seiner Präsidentschaft diesen Slogan vereint 2025. Was zwischendurch wirklich schwierig war. Jetzt gehen beide hoch. Jetzt kann man das sehr, sehr gut benutzen, dieses Wortspiel. Hast du irgendeinen Claim, den ihr euch sozusagen gebt, den ihr euch auf die Fahnen schreiben wollt? Nein, wir haben keinen Claim.
Und zu Vereins 2025 noch mal kurz gesagt, Ich glaube, wenn man sich dieses Verein 2025 einmal rückwirkend anguckt, auch mit Michael Papenfuss und Bernd Wehmeyer, sie haben relativ viel davon umgesetzt. Einige Punkte wie den Verein vereinen, die Leute vereinen vielleicht nicht ganz so gut oder nicht ganz so erfolgreich.
Ich glaube, das haben die drei in sich nicht ganz geschafft, aber ansonsten haben sie schon viel umgesetzt und haben ja sowohl den EV oder natürlich sie primär den EV momentan übergeben sie den EV in einem absolut gesunden und tollen Zustand. Wir sind wirtschaftlich gut da, wir sind sportlich gut da.
Das Miteinander, die interne Kommunikation ist gut da, die Geschäftsstelle ist da. Also es ist glaube ich das erste Mal seit einer Dekade oder 15 Jahren, dass die Präsidentschaftsgeschäfte vermutlich reibungslos und im Einklang übergeben werden. Und das ist natürlich auch ein absoluter Verdienst des jetzigen Präsidiums.
Aber um zurückzukommen auf deine Frage, nein, wir haben kein Claim, was das angeht. Ich glaube, dass wir das auch nicht benötigen, weil wir mit den ganzen Herausforderungen, die jetzt vor uns sind, genug Aufgaben haben. Der Claim wäre wahrscheinlich ansonsten eine DIN A4 Seite lang, wenn wir das irgendwie alles unter Einsatz bringen wollen.
Ich glaube, vereint war vor allem das Präsidium selbst nicht, was allein die Tatsache zeigt, dass Bernd Wehmeyer und Michael Papenfuss mit unterschiedlichen Teams angetreten wären, wenn Bernd Wehmeyer nicht zurückgezogen hätte vor ein paar Wochen. Also jetzt wollen wir ein bisschen auf den Aufsichtsrat der Profifußballer kommen.
Marcel Jansen selbst ist zurückgetreten vor ein paar Monaten aus dem Aufsichtsrat, nicht ganz freiwillig. Es gab da schon auch ordentlich internen Druck, der da aufgebaut wurde. Höflich ausgedrückt. Wie würdest du das handhaben? Was ist deine Position dazu? Sollte der Präsident als Oberhaupt der mehr als 120.000 Mitglieder, sollte der im Aufsichtsrat vertreten sein? Das Präsidium sollte die wichtigste und beste Person in den Aussichtsrat entsenden.
Und das ist für mich Stand heute der Schatzmeister. Der Schatzmeister verwaltet das Geld des EVs und die AG ist unser größtes Asset, ist unser größter Verwalt. Und darum bin ich ganz klar der Meinung, dass der Schatzmeister in diesem Fall die Zahlen der AG live und an erster Stelle mitbekommen muss. Ansonsten sehe ich den Aussichtsrat der AG soll ausgestattet sein mit Profis.
Es müssen nicht mehr zwingend HSVer sein, es müssen Profis sein. Natürlich wissen wir, was wir für eine Quote an Mitgliedern dabei haben sollen. Aber ich bin der Meinung, da müssen Profis rein, die professionellen Fußballerfahrungen, Fußball-Sachverstand haben. Vielleicht ein Jurist, vielleicht ein Zahlenmensch, ein Stolberater.
Aber ansonsten möchte ich doch gerne, dass wir in unserer Fußball AG auch Fußball-Sachverstand im Aufsichtsrat haben. Zum heutigen Aufsichtsrat, alle Personen über jeglichen Zweifel haben, wenn es noch nicht geht, ob es HSVer sind. Im Endeffekt hat Michael Papenfuß vor einem Jahr selber gesagt, die sportliche Expertise fehlt uns im Aufsichtsrat.
Und nach der Rechtsformreform hätte man ja die Möglichkeit gehabt, das zu ändern. Ich weiß nicht, warum man es nicht getan hat. Da bin ich in den Gesprächen nicht bei gewesen. Aber ich denke schon, dass es dem HSV gut täte, ein wenig Fußball hören und erfahrener, einen Fußball-Sachverstand im Aufsichtsrat zu haben. Da kann ich vielleicht ganz kurz für aufkläre Sorgen.
Es gab halt das Versprechen an die Mitglieder, dass der Aufsichtsrat in der Besetzung, die es vorher gab, auch weitermacht, wenn es zum Rechtsformwechsel kommt. Von daher glaube ich, hätte der HSV ein viel größeres Problem gehabt, wenn man den Aufsichtsrat jetzt verändert hätte, weil man dann nämlich ein Mitgliederversprechen gebrochen hätte. Und man hat eine Position verändert?
Eine Position wurde verändert, genau. Das ist natürlich auch dann letztlich kritisch beleuchtet worden mit Erik Bussert, der neu in den Aufsichtsrat dazugekommen ist. Den sprichst du ja gerade an. Das ist ja auch durchaus kontrovers diskutiert worden. Und du wirst dich ja auch erinnern, dass es da reichlich Proteste auch seitens der Mitglieder gab.
Da gab es Banner am Volksparkstadion, unter anderem einen offenen Brief der aktiven Fanszene, Nordtribüne e.V. Von daher zeigt ja alleine diese Personalie, und da ist ja nicht mehr mehr einer ausgetauscht worden, sondern es ist ja nur in Anführungszeichen jemand dazugenommen worden, wie kontrovers dann eben solche Themen auch diskutiert werden.
Ich will jetzt gar nicht verteidigen, dass das so gemacht wurde. Ich wollte nur kurz erklären, warum man das eben nicht gemacht hat. Wir wollen ja aber heute von dir vor allem wissen, was du gerne ändern würdest. Das, was du jetzt aufgezählt hast, klingt für mich nach schon einer weitreichenden Veränderung im Aufsichtsrat, einer personellen Veränderung, die du anstreben würdest.
Kannst du das so in der Nummer von Personen? Nein, das kann ich nicht, weil ich Stand heute nicht so vermessen bin, die individuellen Personen wirklich beurteilen zu wollen. Dadurch, dass die Übergabe des EVs momentan sehr, sehr ruhig verlaufen wird, weil der Verein in ruhigen Fahrwassern ist, denke ich, tun wir gut, wenn wir gewählt werden, uns diese obligatorischen 100 Tage zu geben, mal wenig reinzuhören, ein bisschen zu gucken, mit den Leuten zu sprechen und sich irgendwo mit den Personen zu beschäftigen und wirklich mal zu hören, was sind ihre Ziele, was sind ihre Ideen, was sind ihre Skills.
Ganz nach dem Motto immer, braucht der HSV diese Person oder braucht diese Person den HSV? Und ich glaube, dass es uns einfach gut täte, da in Ruhe zu gucken und dann einen weisen Entscheidungsprozess zu befähigen und dann irgendwann zu gucken, verändern wir da, verändern wir nicht. Vielleicht gibt es auch Argumente, dass sowohl der Vorstand der AG als auch der Aufsichtsrat uns überzeugt und sagt, genau in der jetzigen Konstellation, so wie es ist, ist es perfekt.
Dann wäre ich ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich was ändern würde. Ich stelle es mir nur schwierig vor in einer momentanen Situation. Dass wenn Herr Kunz mit irgendwelchen Ideen kommt, dass irgendeiner aus dem Aufsichtsrat ihm auf sportlicher Ebene auf Augenhöhe eventuell sagen könnte, das sehen wir anders.
Aber noch einmal, ich glaube, da sollten wir uns die Ruhe geben und die Zeit geben, das Ganze erst einmal intern zu besprechen, bevor wir da mit irgendwelchem Aktionismus herantreten. Es gibt ja noch jemanden, der eine ähnliche Idee da vom Aufsichtsrat gehabt hätte, der gerne auch Präsident geworden wäre, Felix Magath.
Er hat sehr deutlich gesagt, dass auch er, wenn er Präsident geworden wäre, dann gerne in den Aufsichtsrat eingezogen wäre, zusammen mit Richard Golds, mit dem er in einem Team antreten wollte und nicht mehr durfte. Wie stehst du zu der Absage von Felix Magath? Gibt da sehr, sehr kontroverse Meinungen zu?
Er wäre dann Konkurrent geworden. Was ist deine Meinung? Ich finde es schade, dass er nicht zugelassen wurde, weil ich glaube, dass Herr Maggert und ich einen kompletten anderen Ansatz für eine Vereinsführung gehabt hätten. Sprich, wir hätten die unterschiedlichen Differenzen wunderbar herausarbeiten können und die Mitglieder hätten demokratisch wählen können, den einen, den anderen oder Henrik oder Kai.
Nichtsdestotrotz maße ich mir nicht an, das Urteil des Beirates in irgendeiner Art und Weise zu beurteilen, weil erstens kenne ich die Begründung nicht, die kennt nur Herr Maggert und der Beirat. und zweitens war ich bei dem Gespräch nicht dabei. Und aus dem Grunde möchte ich über die Zulassung oder Nichtzulassung in keinster Weise urteilen.
Persönlich sage ich nur, finde ich es schade, dass er nicht dabei ist, weil ich glaube, dass der HSV es verdient, dass wir demokratische Lösungen finden. Er hat auch gesagt, was ich eben schon angedeutet habe, wenn er gewählt worden wäre, dann wäre er gerne zu zweit, nämlich mit Richard Gold zusammen in den Aufsichtsrat reingegangen.
Du hast jetzt eben gesagt, der Schatzmeister, das wäre in deinem Fall, wenn ihr im Team gewählt werdet, wäre das Ralf Hartmann. Das ist für dich die Nummer eins. Du selbst bist noch unentschlossen oder ist das für dich eigentlich klar, du möchtest nicht so wirklich in den Aufsichtsrat? Ich habe eine Vorstellung, die mich grundsätzlich erst einmal nicht in dem Aufsichtsrat sieht.
Ich möchte gerne, dass da neben Ralf Hartmann sechs Profis sitzen. Wenn es uns nicht gelingt, sechs Profis zu finden, sondern vielleicht nur fünf oder welche sagen, wir stehen nicht zur Verfügung, dann kann es sein, dass ich sage, okay, dann springe ich ein. Aber grundsätzlich habe ich nicht die Intention, in den Ausrichtsrat zu gehen.
Sofern wir der Meinung sind, irgendwann, dass es sinnvoll ist, dass der Präsident und der Staatsmeister sind, werde ich es tun. Aber ich glaube, dadurch, dass wir als Präsidium die Aufsichtsratkandidaten eh nominieren und vorgeben, glaube ich, es ist nicht notwendig, dass ich persönlich rein muss, sondern ich glaube, ich würde lieber einem Fachmann die Kontrolle der AG überlassen und würde mich eher um andere Entwicklungen vielleicht in dem anderen Aufsichtsrat kümmern, wo man gucken kann, wo steht der HSV 2030, 2035, 2040 in dem Finanzaufsichtsrat.
Ich glaube, da kann man strategisch langfristig sehr, sehr gute Arbeiten leisten und Vorarbeiten leisten, die man dann dem Tagesgeschäftsaufsichtsrat mit an die Hand gibt. Du suchst sechs Profis für den Aufsichtsrat, die idealerweise sportliche Kompetenz mitbringen. Jetzt ist Laura Ludwig keine Fußballerin, aber zweifellos ein Profi, hat eine herausragende Karriere hinter sich.
Wäre sie aus deiner Sicht eine geeignete Aufsichtsrätin? Haben wir ehrlich gesagt nicht drüber gesprochen. Weiß ich momentan nicht. Ich muss ehrlich gesagt, habe ich mir keine Gedanken drüber gemacht. Sie bringt sicherlich eine Menge mit, ja, aber stand bis jetzt nicht zur Disposition. Also haben wir noch nicht. Und wenn ich von Profis rede, rede ich halt auch nicht nur von Sport- oder Fußballprofis. Klar, man hat Profis in ihrem Business, in ihrem Bereich, in ihren Geschäften.
Laura Ludwig gehört zu deinem Team, Ralf Hartmann gehört zu deinem Team. Nun darf man nicht im Team antreten, man darf sich nur für einen Teammitglied aussprechen. Was passiert, wenn nur du gewählt wirst, die anderen beiden aber nicht? Dann beginnen die Sondierungsgespräche nach der Wahl. Wenn wir im Team gewählt werden, kann ich sagen, die Sondierungsgespräche haben stattgefunden und wir haben einen ganz klaren Plan.
Wenn wir auseinander gewählt werden, andere Mitglieder kommen, beginnen dann die Sondierungsgespräche. Wir werden sicherlich mit allen Kandidaten irgendwo Schnittmengen haben. Ich hoffe, dass die Schnittmengen genauso groß sind wie bei uns, um in die gleiche Richtung zu gehen. Aber die demokratische Entscheidung steht außer Frage.
Also insofern werden wir uns dann zusammenraufen. Wir haben dann einen, wie man so schön in der Bundespolitik sein würde, einen Regierungsauftrag und den müssen wir dann erfüllen. Ein Politiker-Talk kannst du schon. Ja, ich war ja selber in der Kommunalpolitik. Insofern, ja, stehe ich auch zu, kann ich und das gehört dazu.
Aber machen wir keinen Hehl draus. Wir haben uns im Endeffekt in den letzten Monaten viel damit beschäftigt. Und natürlich möchte ich gerne mit Laura und Ralf gewählt werden. Aber alle anderen Kandidaten sind Vollbut-HSVer, bringen alle ihre Eigenschaften, ihre Dinge mit. Und ich glaube, auch wenn ich vorhin sprach, wir haben Richtungswahlen, ja. Das sind es, glaube ich, schon, weil die Teams für unterschiedliche Richtungen stehen.
Aber es ist jetzt nicht, dass einer Richtung Westen und einer Richtung Osten segelt, sondern ich würde eher so sagen, Nord, Nordwest, Nordost. Klingt ein bisschen wie nach einer Bürgerschaftswahl, dass dann hinterher noch erstmal die Sondierungsgespräche anstehen. Jetzt gab es ja auch ein großes Thema vor einer Woche, als die Stadt bekannt gegeben hat, dass es eine neue Arena für den HSV geben wird, nur im Volkspark, sehr wahrscheinlich auf dem Parkplatz Rot.
Neben dem aktuellen Volksparkstadion, das dann entweder abgerissen oder zurückgebaut wird. Sicherlich ein Thema, das auch das künftige Präsidium sehr eng begleiten wird, gerade auch als Schnittmenge in der Kommunikation zu den Mitgliedern. Wie siehst du dieses Thema? Was hast du dir vielleicht auch gedacht, als du sicherlich genauso wie wir davon überrascht wurdest an jenem Sonnabend?
Und wie definierst du die Aufgabe für das künftige Präsidium, dieses Thema zu begleiten? Ja, also im Endeffekt wurde ja gesagt, man möchte dieses Stadion bauen, unabhängig, ob wir die Zuschlag für die Olympischen Spiele bekommen. Grundsätzlich sage ich natürlich. Laura ist Mitbewerberin für die Olympischen Spiele in Hamburg.
Insofern stehen wir voll dahinter. Und wenn in diesem Zusammenhang irgendwann die Entscheidung im Senat gefallen wird, wir bauen ein Stadion für die Olympischen Spiele oder auch sonst, dann denke ich, werden wir es sehr, sehr eng begleiten müssen. Denn ein Olympiastadion, in dem der HSV spielt, sehe ich nicht.
Ein Volksparkstadion, in dem der HSV spielt, sehe ich schon. Und trotz alledem glaube ich, es ist völlig verfrüht, ob wir uns jetzt Gedanken machen, ob wir da HSV-Sticker oder Wandbemalung machen können, weil das ist noch so lange hin. Den Begleitungsprozess ja. Und wenn es uns dann gelingt, mit dem Senat überhaupt eine Basis zu finden mit unseren Vorstellungen, die die erfüllen können, dass wir sagen, okay, jetzt haben wir eine Basis, auf die wir aufbauen können und wirklich mal in Detailfragen gehen können, dann werden wir die Mitglieder mit einbeziehen und das gemeinsam verabschieden.
Grundsätzlich, selbstverständlich, muss der HSV für so eine Entscheidung offen sein. Aber ich glaube, ihr wisst es genauso wie ich, da sind noch einige Hürden zu überspringen. Sowohl emotional, als auch dann nachher im Nachgang, wie das ganze Konstrukt aussieht. Und ich glaube, dass wir uns da jetzt intern den Kopf zerbrechen.
Ich glaube, da haben wir andere Aufgaben, worüber wir uns erstmal kümmern müssen. Sollte der HSV Eigentümer des neuen Stadions werden? Das ist ja eine dieser übergeordneten Fragen, die es definitiv zu klären gilt, bevor man so eine Schüssel baut. Wenn wir eine Schüssel bauen für 1,5 Milliarden, fällt mir momentan die Fantasie, wie der HSV Eigentümer werden sein sollte.
Geschenke gibt es nicht und insofern kann ich das nicht beurteilen und ich kann es auch jetzt nicht final abschließen. Sicherlich fällt es mir auch schwer zu sagen, wir gehen aus dem eigenen Stadion heraus und bezahlen Miete. Dann wird es Lösungswege geben müssen, die irgendwo zum einen die Steuerzahler berücksichtigt und zum anderen den HSV berücksichtigt.
Und es gibt grundsätzlich in jedem diesen Themen immer eine Mittel, wo beide Personen oder beide Parteien etwas möchten. Und die müssen wir ausloten. Und ich kann es euch heute nicht sagen. Es wird ein schwieriger Prozess sein, weil natürlich neben den erstmal den faktischen Diskussionen, Eigentümer, Nicht-Eigentümer, Kostenpunkt, Strategien, geht es danach hier irgendwann auch um Emotionen.
Und das alles in einen Hut zu bringen, wird nicht einfach sein. Aber dieses Spannungsverhältnis wird ja tatsächlich eine der wichtigsten und größten Zukunftsdiskussionen sein, die wir hier in Hamburg haben werden. Also zumindest was den HSV betrifft. Und ich weiß nicht, wie dein erster Gedanke war, als der Sonnabend, den Stefan schon eben angesprochen hat, als die Entscheidung bekannt gegeben worden ist. Weil ich habe schon das so verstanden, dass Herr Grode nicht gesagt hat, möchte.
Ich glaube schon, er hat gesagt, wir werden und zwar unabhängig, so wie du es auch eben gesagt hast, unabhängig vom Zustand der Olympischen Spiele. Und da ist ja direkt das Kopfkino angegangen. Genau die gleichen Fragen, die Stefan jetzt gerade aufgeworfen hat. Eigentümer, Nicht-Eigentümer. Dann hat Eric Kuwer gesagt, wir müssen perspektivisch, ist das ein Zeitraum, wo wir sowieso darüber nachdenken müssen, neues Stadion.
War dein erster Gedanke, das ist doch jetzt eine Riesenchance für den HSV, wo wir vielleicht auch die Stadt so ein bisschen unter Zugzwang ist durch die Olympischen Spiele? Oder oh Gott, oh Gott, oh Gott, was passiert beim Volksparkstadion? Nein, also grundsätzlich ist es erstmal positiv aufgenommen worden.
Also wenn die Stadt uns ein Stadion in den Volkspark setzt, was im Endeffekt nachher zwischen einer Multifunktionsarena und einem reinen Fußballstadion, durch mobile Bühnen baubar ist und wenn das gesamte Setup den HSV-Vorstellungen entspricht, ist das natürlich super. Und selbstverständlich sind wir diesem ganzen Prozess völlig offen gegenüber.
Wir können ja nicht verlieren. Und aus dem Grunde selbstverständlich überwiegt der positive Punkt. Aber der Fragenkatalog ist lang. Und da kennen wir nun unsere Fans und unsere Mitglieder auch. Eine gewisse Identifikation müssen wir auch in diesem Stadion haben. Und dafür muss dann der Senat, und ich sag's nochmal, und dementsprechend auch die Steuerzahler, zu Kompromissen bereit sein. Und das kann ich nicht beurteilen, inwieweit sie da zu stehen werden.
Aber erst einmal ist dieses ganze Thema von uns positiv zu begleiten. Und dann aber auch kritisch, um wirklich herauszusetzen, was unsere Wünsche und unsere Vorstellungen sind, was wir erwarten. Und wenn wir dann nachher eine Schnittmenge haben, dass beide Seiten sagen, das funktioniert. Dann machen wir es. Und wenn nicht, dann müssen wir weiterarbeiten, ob wir diese Schnittmenge irgendwann sowas hinbekommen.
Aber da kann ich Stand heute weder unseren Mitgliedern, noch dem Senat, noch den Steuerzahler über den Kopf entscheiden, wir machen das. Also das wäre zu weit weg. Was macht der HSV, wenn die Mitglieder nach all diesen Prozessen am Ende sagen, sorry, aber wollen wir einfach nicht? Wie würdest du dann deine Rolle sehen?
Und meine Rolle ist im Endeffekt, ich bin der Sprache der Mitglieder. Und ich bekomme einen Auftrag der Mitglieder, den e.V. zu vertreten. Und selbstverständlich werden wir alles versuchen, unsere Mitglieder zu überzeugen, dass der Kompromiss oder der Weg oder die Lösung, die wir ausgearbeitet haben, der richtige ist.
Wenn uns das aber nicht gelingt, dann müssen wir entweder weiterarbeiten, bis wir die richtigen Argumente haben. Und wenn es uns nicht gelingt, dann müssen wir uns einfach den Mitgliederwillen beugen. Das sehe ich ja gar keine Alternative. Ich kann als Präsident nicht sagen, wir sind ja nicht in einer Aristokratie hier, dass ich sage, ich mache das jetzt trotzdem. Also die Macht habe ich ja gar nicht.
Und insofern glaube ich nicht, dass es darum geht, was tut ihr, wenn die Nein sagen. Wenn wir davon überzeugt sind, müssen wir die Argumente sammeln, wir müssen das Ganze so aufsetzen, dass unsere Mitglieder sagen, das ist eine gute Entscheidung, wir tragen sie mit und dann werden wir es wohl unterstützen.
Du hast ganz am Anfang gesagt, dass dir wichtig ist, dieses Ehrenamt würdest du gerne anstreben. Du bist dann ein ehrenamtliches Sprachrohr der Mitglieder. Dann gibt es einen Antrag bei der Mitgliederversammlung, wonach ein Präsident vielleicht lieber ein bezahlter Präsident sein sollte. Beim FC St. Pauli ist das genauso.
Der hat aber auch andere Aufgaben als beim HSV. Wie stehst du dazu? Der Präsident soll ehrenamtlich sein. Soll keine Bezahlung bekommen und soll das aus freien Stücken und das reiner Überzeugung machen. Dafür stehe ich. Ich bin ein 50 plus 1 Verfechter und bin aus dem Grunde dafür, dass wir haben einen hauptamtlichen Geschäftsführer, eine Geschäftsführung im Volkspark mit vielen Mitarbeitern, die einen guten Job machen und der Präsident ist Repräsentant des Vereins.
Sicherlich haben wir Ideen, den HSV für die nächste Dekade aufzustellen, den Verein in die Zukunft zu führen. Das sind unsere Dinge. Aber das tue ich aus Überzeugung und absoluter Identifikation mit dem Verein. Und ich möchte dafür definitiv kein Geld haben. Ganz interessant, dass eigentlich keiner der drei Präsidentschaftskandidaten bezahlt werden möchte.
Es aber diesen Antrag trotzdem gibt. Ist natürlich auch kein attraktives Wahlkampfthema, muss man auch dazu sagen. Aber wir können dann ja den Antragsteller bitten, das zurückzuziehen. Gehst du davon aus, dass es dazu kommen wird? Nein, wir kennen ihn nicht. Aber wenn wir alle drei sagen nein, dann ist ja die Frage, warum möchte der Antragsteller einen Antrag stellen, was das Präsidium nicht möchte.
Weil der Präsident möchte es nicht. Und insofern, wenn ihr Henrik die nächsten Tage hier habt und Henrik sagt, er ist da auch gegen, dann denke ich, sollten wir drei Präsidentschaftskandidaten den Antragsteller bitten, den Antrag zurückzuziehen. Du hast eben nochmal 50 plus 1 angesprochen, dass du für ein großer Unterstützer von 50 plus 1 bist.
Jetzt denke ich nochmal an den Brief zurück, an den Kühnenbrief. Gab es eigentlich in diesem Zuge danach nochmal einen Kontakt mit entweder Herrn Kühne oder auch mit Herrn Frömming, der ja im Aufsichtsrat sitzt? Und das würde ich mir spannend vorstellen, wenn du gewählt werden solltest, wie da die erste Kontaktaufnahme ist.
Nein, Markus und ich haben schon miteinander gesprochen und wir duzen uns auch. Und wir haben auch über das Thema gesprochen. Und wir waren durchaus in der grundsätzlichen Meinung meines Artikels nicht einer Meinung, aber wir haben uns zwei, dreimal darüber ausgesprochen und haben uns beide in die Augen geklärt und gesagt, das Thema ist jetzt erledigt, geht weiter für den HSV.
Nein, wir gehen völlig respektvoll miteinander um, wir schätzen uns. Und der Markus ist seit sechs Jahren im Aufsichtsrat und ist ein engagierter HSV-Fan und wir haben darüber gesprochen, haben es ausgemerzt und. Noch einmal, ich finde es völlig nicht nur legitim, sondern sogar notwendig, dass wir im HSV in allen Gremien Diskussionen führen und bitte auch nicht immer einer Meinung sind.
Denn wenn zwei Menschen immer einer Meinung sind, dann sind sie beide schwach. Wir müssen bitte auch Reibung haben, wir müssen konträre Positionen haben, wir müssen ausdiskutieren, weil nur dann erreichen wir das Maximale und das Optimum für den HSV. Und da gehört das dazu. Wir sollen nicht persönlich werden, sondern wir sollen inhaltlich in der Sache hart diskutieren.
Und wenn wir dann zu einem Nenner kommen, dann ist es wunderbar und es ist notwendig, damit wir den HSV weiterentwickeln und damit wir auch einfach. Gewisse Dinge verändern können und zwar gemeinsam verändern können und nicht nur von einer Seite aus verändern können, weil die Unruhen der letzten Wochen, die brauchen wir nicht.
Was mich an der Stelle mal interessieren würde, wenn man dich so reden hört, man merkt ja, das kannst du auf jeden Fall, du bist in der Lage, dann auch Leute mitzunehmen. Das hast du ja nicht erst bei der Mitgliederversammlung zum Abfallantrag gegen Marcel Jansen auch bewiesen. Wie bereitest du dich jetzt vor auf den 21. Juni? Es wird ja wahrscheinlich auch mal kritische Nachfragen der Mitglieder geben.
Eine, die mir jetzt spontan einfällt, wäre zum Beispiel, okay, im Vergleich zu den anderen Kandidaten bist du vielleicht noch nicht so lange beim HSV mit dabei, zumindest mal in der öffentlichen Wahrnehmung. Warum soll man dich dann wählen? Gibt es vielleicht noch andere kritische Punkte? Sehr, sehr gerne. Deswegen, das wäre meine Frage. Wie bereitest du dich auf sowas vor?
Nee, auf deine Frage. Ich bin nicht so in der Öffentlichkeit gewesen. Wie gesagt, ich bin seit mehreren Jahren durchaus in engem Kontakt mit den Funktionsträgern. Und ist es nicht angenehm, dass ich noch mal nicht in der Öffentlichkeit war? So sollte es ja eigentlich sein. So sollte es eigentlich sein.
Wie kommt es, dass du mit den Funktionsträgern im engen Austausch bist? Ich sage es nochmal. Es sind gewählte Vorstände oder Präsidien unseres Vereins. Und ich als Mitglied habe erst recht, sie kontaktieren. Und ich habe sie kontaktiert und ich habe Antworten bekommen. Nicht immer. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie nicht immer mit der Konfetti-Kanone morgens da standen, wenn sie eine E-Mail von mir hatten.
Aber wir haben uns trotzdem auf Augenhöhe unterhalten. Ich glaube, sie haben festgestellt, dass die Dinge, die ich angebracht habe, immer im guten Sinne, in einer guten Absicht für den HSV waren. Und es ging nicht darum, dass ich irgendwo ein Merkmal brauche. Und das sind halt so die Punkte, weshalb ich sage, ja, die anderen haben Vorteile, muss ich mich vorbereiten, weiß ich nicht. Herr Esselskurt hat, glaube ich, gesagt...
Er ist schon lange dabei und er glaubt, ein Kaltstaat als Präsident wäre nicht richtig. Dagegen entgegne ich, ich finde ein Kaltstaat ist genau richtig. Und dann lassen uns die acht Zylinder mal richtig durchblasen. Weil ich glaube, wir haben durchaus Ansätze, wo wir im HSV, in den Strukturen, Dinge verändern sollten.
Ob Herr Esselskut diese Strukturen, die er seit 20 Jahren beträgt, verändert, weiß ich nicht. Ich hätte durchaus Ansätze, die ich verändern möchte. Und darum weiß ich nicht, ob es sinnvoll ist, dass man in den letzten 6, 8, 9, 10, 12 Jahren in der Öffentlichkeit stehen musste. Oder ob man vielleicht über die Inhalte und eine klare Kommunikation, eine klare Richtung vielleicht die Leute überzeugt, zu sagen, dem vertrauen wir, dem vertrauen wir nicht.
Ist natürlich tatsächlich kein Qualitätsmerkmal, vorher schon im EV gewesen zu sein. Also wenn es danach ginge, dürfte man in der freien Wirtschaft ja gar keine Positionsrohraden mehr haben. Weißt du denn eigentlich schon, wie viel Redeanteil du hast, als wir KS ins Quote hier hatten? War das noch nicht klar? Gibt es da einen neuen Stand?
Nein, ich weiß es noch nicht. Ich glaube, es soll heute entschieden werden. Wir sollen es kurzfristig bekommen. Ich weiß, dass es am Anfang mal hieß, aufgrund der Menge der Kandidaten soll sie sehr gering sein, dadurch, dass es nicht mehr so viele Kandidaten sind, wie es ursprünglich mal gedacht waren.
Ich denke, wenn wir ehrlich sind, irgendwo eine Redezeit zwischen 10 und 15 Minuten wären zum einen den Kandidierenden gegenüber, als aber auch dem Amt gegenüber mindestens notwendig und auch nur respektvoll. Wenn man jetzt sagt, pass mal auf, du bist hier Kandidat und machst ein Ehrenamt für 120.000 Mitglieder und deine Redezeit beträgt drei Minuten, glaube ich, wäre das relativ respektlos.
Den Mitgliedern gegenüber, die uns ja im Endeffekt kennenlernen müssen, die uns wählen müssen, insofern sind wir alle dankbar, dass wir uns hier bei euch vorstellen können. Und ich denke, irgendwo 10 bis 15 Minuten ist eine Spanne, die man durchaus, die die Mitglieder ertragen müssten, damit die uns auch ordentlich und fachgerecht vorstellen können.
Zumal das ja immer noch nur ein Bruchteil der Gesamtlänge der Veranstaltung wäre, wenn jetzt jeder 15 Minuten kommt. Ja, ich bin übrigens auf deiner Seite. Ich hätte die Wette auch eingeschlagen, dass wir um 16 Uhr Feierabend haben, glaube ich, beim Leben nicht. Also wir haben den Tisch reserviert für abends 19.30 Uhr. Das ist schon optimistisch.
Und da weiß ich nicht, ob das klappt. Das Restaurant liefert hoffentlich auch. Ja, also ich denke mal, 10 Uhr geht's los. Ja, 18, 19 Uhr, wenn wir gut durchkommen. Und je nachdem, wie nachher hinten die langen Anträge noch rauskommen. Wir wissen ja gar nicht, wie viele Stichwahlen wir noch brauchen. Also es ist schwierig, die Redezeit, die Aussprache.
Ich weiß ja nicht, wie viel Aussprachezeit wir noch jetzt bezüglich Beirat, Ehrenrat und so haben werden, was da noch für Sprachmeldungen kommen. Also es ist eine kleine Wundertüte, aber 16 Uhr bin ich bei euch. Da steige ich mir ein in die Wette, das wird nichts. Aussprache Ehrenrad Beirat. Da noch eine Meinung von dir zu?
Ja, ich meine im Endeffekt, wir sind in einer Position jetzt, die unglücklich ist. Und ich habe sie befürchtet, als ich hörte, dass Felix nicht zugelassen wird, dass wir halt im Endeffekt von dem Moment an, wo die Kandidierinnen und die Wahlen mehr oder weniger öffentlich sind, dass wir dann erst mal 10 bis 14 Tage lang Presse haben, die eigentlich nichts direkt mit der Wahl zu tun hat, sondern eigentlich mit der Nichtzulassung von Herrn Mackert.
Ich glaube, dass das Problem ist ein bisschen hausgemacht ich habe es Kai auch direkt gesagt und ich schätze Kai als Menschen und als Typen auch aber ich hätte schon erwartet, dass wenn man für das höchste Amt im Verein, kandidiert, dass man seine anderen Ämter nicht niederlegt, sondern zurücktritt, und dann wäre diese Problematik nicht entstanden hätte der Ehrenrat einen anderen Vorsitzenden benennen können und hätten es die Probleme nicht gehabt und.
Wir haben jetzt auch gerade beim letzten Mal gehört, dass wir durch diese Entscheidung des Nur-Niederlegens jetzt natürlich die Problematik haben, wenn Kai und Anna gewählt werden. Dann ist der Ehrenrat für zwölf Monate nur zu dritt. Das ist ja auch nicht im Sinne des HSV. Und ich hätte mir gewünscht, dass sie sagen, wir legen nicht nieder, sondern wir treten zurück, wir lassen uns keine Hintertür offen, weil Herr Söder geht auch nicht nach Berlin und gibt seinen Ministerpräsidenten auf, weil er weiß, er kann dann nicht zurück.
Und ich glaube, dass diese Klarheit in der Entscheidungsfindung dem HSV gut getan hätte und uns viel, viel Diskussion genommen hätte, aber. Jetzt dann nach Matthäus' Sachweise wäre, wäre Fahrradkette. Es ist jetzt so, wie es ist. Wir können es jetzt nicht ändern. Und ich hätte für mich persönlich eine andere Entscheidung getroffen.
Aber das ist vielleicht auch personenbedingt. Ich hätte eine klare Kante, einen klaren Schnitt gezogen und gesagt, ich will Präsident werden. Und wenn ich es nicht werde, dann helfe ich euch an anderer Stelle weiter. Und wenn ich dann nochmal in ein anderes Amt komme, umso schöner. Aber ich hätte schon einen klaren Schnitt gemacht, auch dem Respekt des Präsidentenamtes gegen zu sagen, das ist das höchste Amt des Vereins.
Da will ich hin und dann brauche ich kein Aufwandnetz. Du und Kai Esselskroth, ihr habt euch jetzt gerade auch bei der Versammlung der Senioren getroffen, ihr kennt euch. Wie ist das mit Henrik Kühnke, dem dritten Kandidaten? Kennst du ihn? Hast du schon mal mit ihm gesprochen? Henrik und ich haben uns bei zwei Auswärtsspielen in dieser Saison getroffen und haben aber nur relativ kurz Hallo gesagt, eine Minute, zwei ausgetauscht, dem gegenseitigen Respekt und viel Glück gewünscht.
Inhaltlich haben wir uns noch nicht ausgetauscht, nein. Aber da war schon klar, dass ihr beide antretet? Ja, also es war, ich wusste es, dass er kandidiert, da war es noch nicht mal öffentlich. Und dann haben wir auch hinterher nochmal kurz getroffen und der Punkt ist, wir wollen uns nochmal austauschen.
Er hat gebeten, mich mal anrufen zu können, dass wir uns austauschen können. Und klar, dem stehe ich offen gegenüber. Und das Gespräch wird sicherlich stattfinden, weil eine gewisse Fan-Affinität habe ich auch. Und darum, glaube ich, haben wir relativ viele Schnittmengen, die es da gibt. Eine gemeine Frage, wenn du nicht gewählt werden solltest, wen würdest du denn wählen von den beiden?
Das ist eine gemeine Frage, ja. Wo habe ich sie eingeflogen? Das ist richtig. Ich würde sie, nee, das wäre auch so diplomatisch, das ist nicht richtig. Ich glaube, ich würde Kai wählen, aber aus dem ganz einfachen Grunde, dass ich glaube, dass Henrik momentan in seiner Position im Aufsichtsrat für die Fan-Belange genau richtig aufgehoben ist.
Und ich glaube, dass Kai dann präsidialer den Verein entwickeln könnte. Vielleicht würde ich dann sogar sagen, wenn ihr mich nicht wollt, wählt eine Doppelspitze. Das wäre dann sozusagen, die beiden zusammen verkörpern das, was ich mache. Hast du eigentlich schon zur Hälfte meine nächste Frage beantwortet.
Ich will sie trotzdem stellen zur Sicherheit. Aber es ist ja tatsächlich eine besondere Konstellation, dass ihr beiden Präsidentschaftskandidaten, also Henrik Kölnke und du, dass es auch nach der Wahl zu einer Zusammenarbeit kommen könnte. Sagen wir mal, du wirst gewählt und Henrik Hönke bleibt dann erstmal formal im Aufsichtsrat.
Ist das für dich grundsätzlich dann aber, höre ich heraus, ein vorstellbares Szenario, dass ihr dann weiterhin zusammenarbeitet, gerade weil es ja auch Veränderung im Aufsichtsrat geht? Das ist kein vorstellbares Szenario, das ist ein wünschenwertes Szenario. Aus meiner Sicht? Ja, absolut. Also aus meiner Sicht, ja klar.
Also nein, ich schätze Henrik und ich weiß halt, dass er auch ein sehr kritischer Vertreter im Aufsichtsrat ist. Er hat durchaus gute Ideen, natürlich viel aus der Fankurve, aus der Fanszene heraus, für die ich aber auch eine große Sympathie entwickle oder habe. Und aus dem Grunde haben wir, glaube ich, haben Henrik und ich inhaltlich eine relativ große Schnittmenge.
Ich glaube, dass ich noch ein bisschen weiter über den Tellerrand hinaus gucke und noch andere Dinge habe. Aber ich glaube schon, dass Henrik und ich, wenn wir uns am Tisch sitzen beim Bierchen, beim 90-Minuten-Gespräch, 80 Minuten durchaus die gleiche Richtung haben. Das glaube ich schon, ja. Wir haben euch drei hier bei uns im Studio zu Gast. Wir haben uns ehrlicherweise nach eurem Terminkalender gerichtet.
Also es gab jetzt keine Reihenfolge nach Alphabet oder nach Wünsch dir was, sondern so wie eure Terminkalenders zugelassen haben. Jetzt ist Henrik Könke der letzte Kandidat, der nächste Woche zu uns kommen wird. Hast du eine Frage an ihn? Henrik, erklär mir eine Frage. Du hast gesagt, wir holen uns den Fußball zurück. Wem gehört er heute?
Hat er übrigens im Hamburger Abend gesagt. Und tiefspeißig. Die Frage würde er nicht innerhalb von ein, zwei Minuten beantworten können. Würde ich mal prognostizieren. Das weiß ich auch. Und ich sehe da auch Nachfragen auf ihn zukommen. Aber das werden wir dann alles klären, wenn er bei uns zu Gast ist.
Erstmal für heute. Vielen, vielen Dank, Frank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ein bisschen den Mitgliedern auch erklärt hast, wofür du stehst und was die Fans erwarten würden, wenn du dann gewählt wirst. Dankeschön. Von meiner Seite auch vielen Dank. Und ja, genau. Ich habe schon gesagt, wir freuen uns, dass wir dann noch auch den dritten Kandidaten, Herrn Könke, in einer Woche bei uns haben.
Dann haben wir alle drei gehabt und ich glaube, dann können sich alle ein eigenes Bild machen oder haben sich ein eigenes Bild gemacht. Bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss. Das heißt bei uns, auf Wiederhören. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast. Musik.