
HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk
Julian Pollersbeck zurück beim HSV: "Tief im Herzen verankert"
Donnerstag, 23. Juli 2026 · 1 h 00
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Im Sommer 2017 wechselte Julian Pollersbeck als frisch gebackener U-21-Europameister vom 1. FC Kaiserslautern zum HSV. Drei Jahre blieb "Polle" in Hamburg, ehe er zu Olympique Lyon wechselte. Neun Jahre später ist der mittlerweile 31-Jährige zurück im Volkspark. Pollersbeck sucht nach dem Vertragsende bei Jahn Regensburg einen neuen Verein. "Ich weiß, was ich kann. Es wird sich etwas ergeben", sagt Pollersbeck in der neuen Folge des Abendblatt-Podcasts "HSV, wir müssen reden". Der frühere HSV-Torwart will seine Karriere wieder in Schwung bringen. "Ich habe eines gezeigt: Wenn man mir Vertrauen geschenkt hat, habe ich es auch mit Leistung zurückgezahlt", sagt Pollersbeck.
Eine Rückkehr zum HSV ist aktuell zwar kein Thema, aber er kann sich vorstellen, irgendwann noch einmal im Volkspark zu spielen. "Der HSV ist mein Verein, der tief in meinem Herzen verankert ist. Ich habe oft gedacht, dass es schön wäre, hier noch mal zu spielen", sagt Pollersbeck, der noch viele Jahre Fußball spielen will. "Meine Karriere geht hoffentlich noch zehn Jahre. Es kann viel passieren." Was er über seine Zeit beim HSV sagt, wie er über Daniel Heuer Fernandes denkt und wo er seine Zukunft sieht, erzählt Pollersbeck in der neuen Podcast-Folge.
#HSV #NurDerHSV #HamburgerSV #Volksparkstadion #HSVWirMüssenReden#JulianPollersbeck #Pollersbeck #HeuerFernandes #HamburgerAbendblatt #HSVNews#FußballPodcast #Torwart #Bundesliga #2Bundesliga #PodcastTipp
Weitere Podcasts unter: abendblatt.de/podcast
- Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes
- Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos
- Feedback: moinhamburg@abendblatt.abendblatt.de/podcast
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
HSV trainiert in Lengenfeld. Da kommen Erinnerungen hoch, nicht nur bei mir, sondern auch bei meinem heutigen Gast in der neuen Folge von HSV. Wir müssen reden. 2017 ist es lange her. Er kam damals als frischgebackener Europameister zum HSV und neun Jahre später sitzt er mir hier gegenüber im Podcast-Studio des Abendblatts. Herzlich willkommen und moin Julian Pollersbeck. Schön, dich zu sehen.
Moin, freut mich. Ja, tatsächlich, lange ist es her, 2017, neun Jahre, um genau zu sein. Wenn du so daran zurückdenkst, Lengfeld 2017, welche Bilder kommen dir da so in den Kopf? Einige. War ein sehr schönes Hotel, guter Platz. Aquadum, schönes Schwimmbad. War eine sehr aufregende Zeit, die ganzen neuen Teamkollegen erstmal die Namen lernen, die neuen Abläufe lernen, wie das alles so läuft.
Ich weiß, der Zeugwart Miro hatte so seine Probleme mit mir. Weil ich einen Haufen Sachen in XL gebraucht habe. Und ich glaube, er hat irgendwie nicht genügend Sachen dabei gehabt, keine Ahnung. Aber das sind so die ersten Sachen, die mir in den Kopf kommen. Du bist jetzt hier gerade in Hamburg zu Gast für eine kurze Zeit oder eine längere Zeit. Das kannst du vielleicht gleich sagen.
Du trainierst aktuell bei der zweiten Mannschaft des HSV, hältst dich hier fit. Kannst du mal erzählen, wie es dazu kam? Ja, relativ einfach. Ich wusste, dass mein Vertrag ausläuft in Regensburg und, war dann eben auch nicht sicher, ob ich direkt oder wie schnell ich einen neuen Verein finden werde. Und dadurch, dass ich mit dem Torwarttrainer Sven Hö.
Befreundet bin und wir auch eine gemeinsame Vergangenheit haben, habe ich einfach angefragt, ob es möglich wäre, eventuell mich fit zu halten. Und der Verein hat mich da dann mit offenen Armen empfangen und seit einer Woche, halte ich mich jetzt bei den Jungs fit und habe sehr viel Spaß dabei. Jetzt ist der HSV gerade mit Sven Höhl in Lengenfeld, trainiert da, bereitet sich vor. Das heißt, du trainierst dann jetzt mit dem Toba-Trainer der zweiten Mannschaft oder wie läuft das dann?
Ja, genau. Ich bin ganz normal in den Abläufen von der zweiten Mannschaft dabei. Ich habe letzte Woche natürlich auch parallel zu den Profis trainiert und natürlich die ganzen alten Gesichter gesehen. Aber es ist ein ganz normaler Trainingsalltag für mich. 2017, ich habe es gerade schon gesagt, du kamst damals aus Kaiserslautern, auch für ein paar Mark damals hast du gekostet.
Europameister galt es eigentlich als eines der, kann man sagen, so heißesten Torwarttalente, vielleicht sogar europaweit damals als Europameister. Jetzt kommst du aus der dritten Liga, Regensburg, bist vertragslos, bist aber mit 31 eigentlich noch im besten Fußballalter. Wie fit bist du denn gerade? Was hast du noch vor eigentlich?
Erstmal, ja danke, dass mir noch mit 31 nicht... Fast 32, sorry. Genau. Ich möchte einfach so lange spielen wie es geht. Ich habe jetzt ein paar schwierige Jahre hinter mir, hatte leider die eine oder andere Verletzung, die mich ein bisschen zurückgeworfen hat und bin aber seit einiger Zeit auf einem guten Weg und fühle mich sehr gut, fühle mich sehr fit.
Ich habe dadurch auch gelernt, durch die schwierigen Zeiten, in denen man auch mal fern vom Fußballfeld ist. Wie sehr schön es ist, jeden Tag um 10 oder um 11 Uhr auf dem Trainingsplatz stehen zu dürfen. Das möchte ich so lange wie möglich machen und auch vor Zuschauern spielen. und, vor knapp anderthalb Jahren in der zweiten Liga auch ein paar schöne Spiele mitnehmen dürfen.
Leider nicht im Volkspark, das blieb mir verwehrt, aber zum Beispiel beim FC Köln haben wir noch ein Abendspiel gehabt und da merkt man einfach die Magie des Fußballs, gerade bei Flutlichtspielen, das mochte ich schon immer. Ich habe mich schon gefragt, so letztes Jahr Regensburg, dann oft auf der Bank, aber auch lange verletzt.
Wie das so zustande kam, war das dann vor allem auch die körperlichen Probleme, die dich dann daran gehindert haben, noch auf mehr Spielzeit zu kommen? Ja, ich hatte da eine unglückliche Verletzung, an der ich nur zum Teil auch schuld war. Ich glaube nicht, dass ich das jetzt hier ausführen sollte oder könnte, aber das war ein leicht internes Problem und musste dann operiert werden, auf jeden Fall.
Das war sehr unglücklich, sagen wir mal so, und davon habe ich mich aber mehr als erholt und bin auch. Seit einem halben Jahr fast schon wieder ganz normal im Training. Voll im Saft und hatte dann auch noch einen Einsatz in der dritten Liga, den ich mir auch gerade erarbeitet habe, eben durch so ein bisschen so ein Seuchenjahr dann und, Ja, halte mich einfach fit und bin bereit für das, was kommt und habe einfach mega Bock.
Was kommt, wird man dann ja wahrscheinlich sehen in den nächsten Wochen. Du hast ja alle Ligen im Prinzip auch gespielt, Bundesliga, Zweite Liga, Dritte Liga, in Frankreich warst du. Wo siehst du dich so in Zukunft? Was glaubst du, kannst du nochmal so Zweite, Erste Liga richtig angreifen? Ja, vielleicht nochmal so zu alter Stärke zurückfinden?
Bestimmt. Also mir hat auch gezeigt, wie ich vorhin gesagt habe, ich habe vor ein bisschen über einem Jahr Zweite Bundesliga gespielt, nachdem ich fast drei Jahre kein Pflichtspiel gemacht habe. Und das ist mir nicht allzu schwer gefallen. Ich möchte nicht sagen, dass es wie Fahrrad fahren, aber da habe ich einfach gemerkt, dass ich es davor schon wusste, aber ich glaube, es ist auch einfach immer wichtig, dass man das nach außen auch zeigt dann mit Leistung, dass man nichts verlernt hat.
Und das habe ich da gezeigt und habe da zehn mehr als ordentlich gute Spiele gemacht. Und deswegen mache ich mir da persönlich keine großen Sorgen, dass ich da jetzt nicht an alte Zeiten anknüpfen kann. Im Gegenteil, ich glaube, dass ich menschlich. Extrem greift bin, vor allem Verletzungen und so viele Ups und Downs lassen einen sehr reifen, vor allem wenn man sich dann da durchfaltet und nicht aufgibt.
Und das habe ich nicht gemacht, vor allem seit ich wieder nach Deutschland zurück bin, was auch ein bewusster Schritt war, um eigentlich wieder auf mehr Spielzeit zu kommen, weil das in Lyon nicht ganz so der Fall war. Und man kann halt manchmal nichts gegen eine Verletzung machen, gerade als Torhüter, wenn du sie zu einem blöden Timing oder zu einem blöden Zeitpunkt hast.
Dann spielst du halt nicht oder kriegst vielleicht nicht deine Chance auf den Einsatz und, da habe ich mich trotzdem nie unterkriegen lassen und das sind halt Sachen die ich da daraus mitnehme und die mich dann eigentlich noch, die mir noch ein besseres Gefühl geben für das egal was kommt ich mich dem stellen kann und mit dem wissen okay ich habe vorher drei Jahre kein Pflichtspiel gemacht.
Ich habe mein letztes Pflichtspiel vor einem Monat oder zwei gemacht, also es ist jetzt nicht so, dass ich alles verlernt habe, wie gesagt, das ist fast wie Fachradfahren und da bin ich auch selbstbewusst genug, dass ich sage, ey, also... Das verliert man nicht. Das ist ein bisschen ein guter Rotwein, der wird auch besser, je länger er steht.
Ja, vor allem mit 31, 32 dann. Ja, das ist ja auch, ich meine, man hat es gesehen bei der WM jetzt. Also so viele Torhüter, Mitte 30, teilweise 40. Und ich möchte auch spielen, wenn die 4 davor steht, steht die 4 davor bei mir. Also es macht unfassbar viel Spaß. Es ist das, was ich schon immer machen wollte, als kleines Kind im Tor stehen. und dreckig werden und Bälle halten.
Deswegen gibt es da keinen Grund, über Aufhören nachzudenken. Im Gegenteil, man sieht es ja auch beim Loris Karius, der, glaube ich, ein Jahr ohne Verein war und der auch schon über Aufhören nachgedacht hat. Der hat dann die Chance bei Schalke bekommen. Er hat dann diese eine Person oder diesen einen Verein gehabt, die an ihn geglaubt hat und die ihm die Chance gegeben haben. Das freut mich zum Beispiel für ihn auch total.
Dass er da nochmal sein Glück auch gefunden hat und seine Wertschätzung da kriegt. Ist das auch so ein Szenario, was man vielleicht sogar im Kopf hat, dass man jetzt in dieser Transferperiode keinen Verein findet und dann vielleicht auch mal eine Zeit lang vertragslos ist, um dann aber irgendwann auch wieder neu anzugreifen? Oder bist du sicher, dass du es dann auch in dieser Phase noch zu einem Klub schaffst?
Da bin ich mir eigentlich sicher. Also darüber habe ich noch überhaupt nicht nachgedacht, weil ich mir sicher bin, dass sich da irgendwas finden wird und dass das dann auch. Sehr gut werden wird, weil eins habe ich schon immer gezeigt, wenn man mir Vertrauen geschenkt hat, dann habe ich auch das mit Leistung zurückbezahlt.
Wenn es andersrum war, dann habe ich halt meistens eh nicht gespielt von daher. Deswegen, ich weiß, was ich kann und ich glaube, es wird sich auf jeden Fall irgendwas ergeben. Manchmal braucht man halt ein bisschen Geduld. Jetzt trainierst du ja quasi hier vor den Augen dann auch von Sven Hüll. Gibt es da vielleicht sogar mal einen Gedanken oder einen kleinen Traum, dass es vielleicht auch nochmal beim HSV irgendwie klappen könnte, dass die auf die Idee kommen, oh, der ist ja doch noch ganz gut, der Polle.
Wir suchen doch noch eine gute Nummer drei oder jemand verletzt dich gerade und du bist gerade da. Das habe ich ehrlicherweise nicht so wirklich drüber nachgedacht. Da HSV spielt erste Bundesliga und, Das ist gerade ein Regal, was natürlich auch normal ist. Ich habe da schon gespielt, aber man muss natürlich auch wieder unter Beweis stellen, dass man wirklich auch die Qualität hat.
Deswegen bin ich da relativ entspannt. Ich bin einfach froh, dass ich jeden Tag Training habe, dass ich mich nicht nur fit halten kann, sondern eine normale Vorbereitung im Endeffekt mache, dass, sobald es Interesse gibt von dem Verein, Man kann auch sagen, ich bin mitten in der Vorbereitung hier, ich kann sofort einsteigen, ohne dass man jetzt groß auf irgendwas gucken kann.
Ich bin spielbereit. Darum geht es. Wenn der HSV auf einmal eine Idee hat, bin ich der Letzte, der nicht zuhört, um Gottes Willen. Der HSV ist mein Verein. Der mir tief im Herzen verankert ist, seit ich hierher gekommen bin und der will es auch immer bleiben. Und es war natürlich in den letzten Jahren schon, habe ich mir schon immer mal gedacht, es wäre schon schön, irgendwann noch mal hier zu spielen.
Meine Karriere geht hoffentlich noch mindestens zehn Jahre. Jetzt sind neun Jahre vergangen, seit ich hierher gekommen bin. Das kann viel passieren in ein paar Jahren. Deswegen, ausschließen glaube ich, möchte ich gar nichts. Können wir nochmal kurz zurückgehen in diese neun Jahre 2017, als du dann kamst zum ASV als, wie gesagt, frischgebackener Europameister, ja, wurde es gefeiert natürlich dann auch von den Medien, von uns natürlich auch, dann dieser Wechsel zum ASV aus Kaiserslautern, ich glaube aus der zweiten Liga kamst du ja damals, war das vielleicht zu dem Zeitpunkt noch ein Step zu groß oder zu schnell für dich, dass du ja vielleicht auch zu früh dann gefeiert wurdest damals schon? Ne, ich glaube nicht.
Es war einfach ein toller Unterschied von Kaiserslautern, dem Umfeld, zu HSV oder zu Hamburg, sagen wir es mal so, die Stadt als solches. Kaiserslautern hat 100.000 Einwohner, Hamburg hat 2 Millionen. Eine ganz andere Medienlandschaft, ein anderer Druck drauf. Kaiserslautern ist auch immer Druck drauf, aber ein bisschen anders, ein bisschen regionaler würde ich sagen.
Auch von HSV guckt, gerade wenn er in der Bundesliga spielt, ganz Deutschland drauf. Bei mir ging es innerhalb von neun oder zehn Monaten sehr steil bergauf und, das ist dann auch schwierig für einen 22-Jährigen einzuordnen. Leistungsmäßig habe ich ja dann auch gezeigt in der Bundesliga, dass ich es spielen kann. So ist es ja nicht.
Ich habe auch in der Europameisterschaftsfinale gespielt. Also das ist ja auch ein Niveau, ich habe gegen den Champions League Sieger da schon gespielt. Also vom Niveau her wusste ich, war das kein zu großer Schritt oder so. Das war einfach, ich glaube, der Verein war damals auch ein bisschen weniger stabil und in ruhigeren Fahrwassern als heute.
Es ist halt gelaufen, wie es gelaufen ist. Aber nichtsdestotrotz, ich meine, ich habe in dem Jahr zehn Bundesligaspiele machen dürfen, die sehr viel Spaß gemacht haben. Leider haben wir es am Ende nicht geschafft. Aber der Schritt an sich zum HSV war eigentlich ein guter. Die Umstände, die dann zu erst mal weniger Spielzeit geführt haben, das kommt ja im Fußball vor.
Kannst du zu den Umständen noch was sagen? Also 2017, der HSV hatte dann ja die Klasse gehalten gerade noch so am letzten Spieltag mit dem Tor von Luca Waldschmidt. Dann dachte man eigentlich so nach dieser starken Rückrunde, dass man dann auch eine stabile Saison spielen wird. Du kamst dann, ein paar andere Spieler, André Hahn damals, man hat schon für ein paar Spieler auch viel Geld ausgegeben.
Du bist dann allerdings erstmal auch die Nummer 2 geworden. Chris Martenia damals hat sich dann durchgesetzt als Nummer 1 und dann war es ein sehr wildes Jahr. Also Markus Giesdol hat dich dann kurz vor seiner Entlassung nochmal zur Nummer 1 gemacht, zwei Spiele. Dann kam Bernd Hollerbach, dann warst du wieder die Nummer 2, der war dann auch nur sechs Spiele da. Dann kam Christian Titz, du warst dann plötzlich wieder die Nummer 1.
War schon ein sehr, sehr wildes Jahr. Ist das auch das, was du meinst mit den Umständen damals? Ja, ich glaube, das beschreibt es eigentlich super, wenn du irgendwie drei, vier Mal im Jahr in den Torwart wechselst. Nicht nur in den Torwart, auch den Trainer und den Vorstand und den Sportdirektor, die Torwarttrainer.
Da ging es ja auch wirklich einfach drunter und drüber. Und das hat man, finde ich, auch als Spieler gemerkt und ich als junger Neuzugang, der. Ja, einfach vielleicht ein bisschen an die Hand hätte genommen werden, nicht müssen, aber vielleicht können. Und ja, das war halt nicht so der Fall. Und im Endeffekt war es, wie es war. Der Trainer oder der Verein haben sich erstmal für Chris entschieden.
Das musste dann akzeptieren. Das hat natürlich mit mir auch was gemacht. War auch keine einfache Situation, musste mich auch erst rauskämpfen. Aus dem kleinen Loch dann, war nicht einfach, war sportlich. Aber am Ende, war kein, ich glaube, es war allgemein, da kann man jetzt nicht nur auf mich beziehen.
Ich glaube, dass viele Spieler ein schwieriges Jahr hatten und weiß ich gar nicht, ob es überhaupt irgendjemanden gab, der annähernd 30 Spiele am Stück gemacht hat in der Mannschaft. Er wurde ja durchrotiert ohne Ende. Von daher war es einfach, glaube ich, wild. Ja, tatsächlich wild. Aber die letzte Phase, du hast schon gesagt, unter Christian Titz, habt ihr schon auch damals für sehr viel Aufsehen oder Aufmerksamkeit gesorgt mit eurem Torwartspiel. Ich glaube sogar europaweit dann auch Aufmerksamkeit erzeugt.
Es war schon fast eine Revolution, wie ihr damals gespielt habt, aber auch sehr erfolgreich. Die letzten Spiele haben noch einige Spiele gewonnen. Du als Libero quasi an der Mittellinie, immer im Spielaufbau. Wie bist du in dieser Zeit dann auch vom Gefühl her aus der Saison gegangen? Einerseits natürlich mit diesem besonderen Torwartspiel, gleichzeitig mit dem Abstieg.
Was war das für ein Gefühl dann auch in der Zeit? Man war auf der einen Seite extrem traurig, dass man abgestiegen ist, auf der anderen Seite, ich weiß nicht, wie es für andere war, wir hatten, oder ich hatte zumindest den Eindruck, dass trotzdem sehr viel Euphorie da war im Umfeld. Auch auf Kontesten wie Christian uns hat Fußball spielen lassen und wie wir das dann im Endeffekt ja auch umgesetzt haben, Da hatte ich schon den Eindruck, wenn man sich die Bilder vom letzten Heimspiel anguckt, da gab es einen Block von 50 Leuten, die ein bisschen gezündelt haben.
Aber eine Standing Ovation zu bekommen von dem ganzen Stadion bei Abstieg, wenn du sagst zehn Wochen vorher nach dem Auswärtsspiel gegen Bayern München, standen elf Grabkreuzer Mannshoch am Trainingsplatz mit dem Banner. Irgendwie, wenn ihr absteigt, jagen wir euch durch die Straße oder so was. Der Switch war krass, dass man das hinbekommen hat und deswegen glaube ich war.
Natürlich Enttäuschung, aber dann auch hat man natürlich verarbeitet und dann, glaube ich, war schon eine Euphorie zu spüren eigentlich, die, glaube ich, wenn man Chris weiter hätte machen lassen als Trainer, wahrscheinlich auch in den Aufstieg gemündet hätte. Meiner Meinung nach waren sehr viele Spieler traurig und sehr verwundert über die frühe Entlassung.
Weil wir eine richtig eingeschorene Gruppe an Spielern waren. Aaron ist geblieben, Aaron Hunt, Luis Holpi ist geblieben, Douglas Santos ist geblieben, Orel Mangala ist dazugekommen. Wenn ich jetzt nochmal Orel und Dugi aufzähle, das sind immer noch Nationalspieler. Dugi hat bei der WM jetzt gespielt.
Mir hat man das Vertrauen gegeben. Das war schon Pierre Lasoga mit seinem Stahlschädel, hat vorne immer gebombt. Wir waren schon echt eine gute Achse, eine gute Gruppe und das wurde in meinen Augen ein bisschen zu früh zerrissen. Zerrissen. Und deswegen der Abstieg oder das als solches war so ein Two-Face, würde ich sagen.
Enttäuschung, aber auch, glaube ich, wie es viele wahrgenommen haben, eine Aufbruchstimmung, für die auch Chris hauptverantwortlich war. Muss man einfach so sagen. Der stand am ersten Tag bei uns in der Kabine und hat gesagt, Jungs, entweder wir spielen jetzt so weiter wie die letzten Wochen, können wir machen.
Oder wir machen es auf meine Art und Weise und wenn wir untergehen, dann gehen wir mit wehenden Fahnen unter. Aber dann haben wir es wenigstens versucht. Und dann haben wir gesagt, Okay. Zeig mal, was du machen willst, so ungefähr. Und dann haben wir das gemacht. Ja, hat richtig gut geklappt in der zweiten Liga allerdings, so dieses Torwartspiel war ja immer schon so ein bisschen umstritten, so wie ihr es dann auch gespielt habt mit sehr, sehr viel Risiko.
Hat dann in der zweiten Liga gegen so Mannschaften, die tief standen, dann auch nicht mehr so ganz gut funktioniert, wenn man jetzt nicht mehr das Pressing hatte, wo man sich dann so auf spielerische Art befreit hatte. Wie würdest du das im Nachhinein bewerten, eure Spielweise von damals? Weil ich glaube, so auch dann danach, Christian Titz hat dann ja schon so ein bisschen auch sein Torwartspiel wieder angepasst.
Ja, ich glaube, dass das auch so ein bisschen Eigeninterpretation ist, wie man selber seine Rolle als Torwart da interpretiert. Ich hatte da halt sehr viel Spaß dran. Man muss ja auch sagen, wir haben ja nicht ein Gegentor dadurch bekommen, dass ich hochgestanden bin. Ich glaube, die gefährlichste Szene war irgendwann mal im Derby.
Letzte Minute. Genau, das war es ja in, ich weiß nicht, wie viele Spiele war Christa, 20 oder irgendwie so mit Pokal, keine Ahnung. Also das ist ja wirklich keine hohe Quote an Gefahr. Man muss natürlich auch als Torwart ein bisschen mit Auge machen und vielleicht gucken, wo könnte was gefährlich sein. Aber um auf deine Frage mit den tief stehenden Gegnern zu kommen, da hatten wir unsere Probleme.
Aber ich glaube, das hätten wir auch ausgeklügelt, weil wir das schon selber erkannt haben. Und ich glaube, der Trainer es auch erkannt hat. Und wir waren halt, wie gesagt, wir waren eine sehr homogene Truppe. Wir haben untereinander gesprochen, mit dem Trainer gemeinsam oder mit dem Trainerteam gemeinsam auch sehr viel erarbeitet damals, weiß ich noch.
Also wir haben da schon in der Bundesliga oft zusammengesessen und offen über taktische Dinge oder so diskutiert. Deswegen glaube ich, mit mehr Zeit, wie ich vorhin schon gesagt habe, hätten wir das auch hinbekommen. Weil es war im Endeffekt für Chris auch die erste Profistation, das System war neu, man muss ja auch sagen, das Ganze mit dem Abstoß war ja auch noch nicht, man musste noch außerhalb im Strafraum beim Abstoß spielen und so weiter.
Das war so ein bisschen ein anderer Fußball, würde ich fast schon sagen, als wenn man es jetzt begutachtet. Ich glaube, hätte man mehr Zeit bekommen, hätte man es gesehen, aber wie sagt Loda immer, wäre wäre Fahrradkette. Wäre, wäre Fahrradkette. Hättet ihr damals den Aufstieg geschafft, wäre es vielleicht auch für dich anders gelaufen.
Damals mit Hannes Wolfs hat dann trotz dieser schon starken Mannschaft am Ende nicht geklappt. Trotzdem fand ich eigentlich, hast du ein ganz einigermaßen stabiles oder eine stabile Saison gespielt. Danke. Und dann kam aber trotzdem die Entscheidung mit Daniel-Heu-Fernandes, einen neuen Torwart zu holen.
Das wird wahrscheinlich dann auch was mit dir gemacht haben, weil du dann wahrscheinlich wieder gespürt hast, dass da das ganz große Vertrauen dann nicht mehr da war. Ja, also das wurde mir sehr direkt gesagt, das kann man jetzt auch einfach mal so sagen, glaube ich. Nach dem letzten Saisonspiel gab es Gespräche und dann hat mir der Ralf Becker mitgeteilt, dass ich mir einen neuen Verein suchen soll, weil sie mir neue Nummer 1 verpflichtet haben. Und das war es dann.
Also es war relativ klar kommuniziert, ohne Begründung. Du wirst ja schon mal nachgefragt haben. Ich habe gesagt, okay, aber ich möchte eigentlich hierbleiben. Es gibt keinen... Kannst du machen, aber du wirst nicht spielen. Das war dann eigentlich auch das Ende des Gesprächs. Also es war, wie du schon gesagt hast, ich war auch verwundert, weil ich eine ordentliche Saison gespielt habe, denke ich.
Auch wieder mit, ja, weil trotzdem mit Ups und Downs vom ganzen Verein, das ist ja immer, jede Saison verläuft für mich, um Gottes Willen. Aber das hat für mich überrascht und mein Gott, am Ende des Tages, Ferro hat es wahnsinnig gut gemacht die letzten Jahre und, deswegen war es ja im Endeffekt auch eine gute Verpflichtung, um Gottes Willen.
Du bist ja damals auch dann trotzdem geblieben, unter Daniel Heuer-Fernandes und unter Dieter Hecking. Der hat dich dann ja auch tatsächlich fünf Spieltage vor Schluss wieder zur Nummer eins gemacht, obwohl du glaube ich zu dem Zeitpunkt eigentlich die Nummer drei da nur warst, offiziell im Torwart-Ranking.
Wie war so deine Erinnerung an diese Zeit, dann plötzlich wieder die Nummer eins zu sein in den letzten fünf Spielen, die dann ja auch echt nochmal richtig dramatisch wurden mit vielen Toren in der Nachspielzeit und auch eigentlich, wieder einen vergebenden Aufstieg, der kaum zu beschreiben war. Ja, also das war ein Jahr, in dem, wie du schon gesagt hast, ich wurde zu Nummer drei gemacht.
Ja, quasi ja mit Ansage im Endeffekt. Ja gut, der wurde ja dann entlassen, Ralf Becker und Jonas Bolt kamen für den, aber. Und ich habe mich einfach geduldet, habe gearbeitet, habe glaube ich auch einige Spiele bei der zweiten Mannschaft gemacht, um einfach im Spielrhythmus zu bleiben. Und bin da niemand, der sich dafür zu schade ist oder zu schade war.
Und habe dann, glaube ich, nach Corona einfach den Kopf runter und gearbeitet. Gearbeitet. Ich weiß noch, Patrick Esume war damals mit dabei und war auch ein großer Part. Dass ich da dann gespielt habe oder anders formuliert, der mit mir immer wieder gesprochen hat und mir auch gut zugesprochen hat. Ich hatte am Anfang des Jahres da einen Außenbandriss und hatte dann immer noch so ein bisschen Probleme, und wir hatten einfach viel gesprochen über Schmerzausblenden und so weiter.
Wie man das bei den Football kennt. Genau, und der war da auch, muss man auch ehrlicherweise sagen, eine gute Ablenkung, mit dem habe ich viel über Football gesprochen. War diesbezüglich für mich persönlich auf jeden Fall eine sehr gute Verpflichtung, die sie da gemacht haben mit Patrick. Und wir sind auch heute immer noch in gutem Kontakt.
Und die Phase war auch wieder wild. Also du bist Nummer drei. Du sitzt auf der Tribüne in Stuttgart und hast zwei Wochen eigentlich nicht trainiert aufgrund von Schmerzen und zwei Tage später kommt der Trainer und sagt, Polly, wir brauchen dich. Du spielst morgen. Und du denkst dir, wie bitte? Also klar, um Gottes Willen. Aber hä?
Ja, und dann… Das Spiel gegen Wiesbaden damals? Genau, ja. Und. Ich meine, jede Sekunde im Volksparkstadion war ein Primae-Leg. Leider damals ohne Zuschauer dann? Leider ohne Zuschauer. Aber trotzdem habe ich immer versucht, alles zu geben. Und. Das ist nicht gereicht. Ich habe letztes Jahr mit Adrian Fein zusammengespielt.
Wir haben auch in dem Jahr da zusammengespielt, 18, 19, und wir haben auch das eine oder andere. Mal über das Sandhausenspiel gesprochen. Wir haben beide festgestellt, dass wir das eigentlich immer noch nicht wirklich, vielleicht schon verarbeitet haben, aber ich weiß nicht, ob ich es jemals verkraften werde, dass wir es da nicht geschafft haben, gegen Werder Bremen in die Relegation zu kommen. Weil ich habe es eigentlich vom geistigen Auge schon gehabt, dass wir die runterschießen und hochgehen.
Dann 1 zu 5 am letzten Spieltag, zu Hause gegen Sandhausen, mit Dennis Siegmeyer noch ganz am Schluss, mit seinem ersten, glaube ich, sein erstes war es nicht. Nee, Gott sei Dank nicht, aber es war sein erstes Tor im Volkspark, glaube ich. War wenigstens kein entscheidendes mehr, es war, glaube ich, das fünfte oder so.
Aber hat dann natürlich an dem Spieltag auch alles in den Rigg reißt sich das Kreuzband, Everton, glaube ich, muss auch ausgewechselt werden, keine Ahnung, dann sind wir ja eh auf der letzten Relle schon. Es war eigentlich alles hergerichtet, Heidenheim lag dann zurück in Bielefeld. So ist Fußball. Hat lange wehgetan, tut auch nichts an weh. Weil es dann dein letztes Spiel war für den HSV 2020, ging es dann weiter nach Lyon. Genau.
Ein paar Spiele hast du da noch gemacht, aber jetzt auch nicht allzu viele. So im Nachhinein würdest du sagen, das war vielleicht dann auch der falsche Klub oder eigentlich schon ein guter Wechsel, weil du hast dann in der Liga gespielt? Die waren zu dem Zeitpunkt im Champions-League-Halbfinale, also.
Sagen wir mal so, vom HSV wegzugehen war grundsätzlich nicht einfach, weil ich gern hier gespielt habe, aber manchmal muss man halt in der Situation oder in der Phase einfach, Zeichen erkennen. Ich bin ja aus der Saison raus als Nummer 1 und dann war alles so ein bisschen schwammig von Vereinszeit, aber auch von mir.
Ich wusste nicht, will der Verein noch, ich weiß nicht genau wie der Verein, geplant hat oder wollte, war mal wieder ein neuer Trainer, und dann hatte sich ein Wechsel eigentlich zerschlagen bei mir, da war fast schon durch und da war alles so ein bisschen komisch und dann kam Lyon relativ spontan und, das war eine Wahnsinnserfahrung. Ich durfte in der Europa League spielen gegen Western United, ich durfte in der Liga A spielen, ich durfte mit unfassbaren Mitspielern spielen, die dann.
Teilweise auch noch krass durch die Decke gegangen sind, von daher war das super, also würde ich jetzt nicht bereuen, das ist eigentlich der größte Verein in Frankreich, rein von den Fans her oder von den Mitgliederzahlen, also war schon sehr imposant, also HSV ähnlich eigentlich. Der HSV hat jetzt einige Franzose im Kader. Hast du gegen den einen oder anderen mal gespielt? Ich schätze mal, Vamed Omari vermutlich, Martin Adeline wahrscheinlich eher nicht.
Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich gegen Raya Philipp gespielt habe. Und danke an der Stelle nochmal für deinen scheiß Freistoß-Latterball. Der hat mich ein Tor gekostet, den ich nicht richtig abwehren konnte. Also gegen den Kollegen. Kannst du das mal anschauen, das Video von dem Tor? Flutterball.
Ich hatte meine Probleme mit dem Abwehren und der Nachschuss war drin, also unspektakulär, aber das ist mir im Kopf geblieben. Da ist vor Ort einige Franzose im Kader und Daniel-Heuer-Fernandes ist auch immer noch da, jetzt ja dann glaube ich schon in seinem achten Jahr, muss gleich mal richtig rechnen, aber hätte es wahrscheinlich damals auch nicht unbedingt erwartet, dass er dann so eine lange Zeit hier als Nummer 1 verbringen wird.
Auch dann zwischenzeitlich immer mal wieder, auch die zwei, aber er hat sich immer wieder durchgesetzt. Freut mich, also Ferroni hatten immer ein gutes Verhältnis, weil wir glaube ich auch dann an einem gewissen Zeitpunkt Leidensgenossen waren. Hat glaube ich auch einen sehr guten Torwarttrainer an seiner Seite, den ich auch schon hatte.
Da hat man schon, finde ich, gesehen, dass er von dem Zeitpunkt an, wo Sven zum Verein dazugekommen ist, einen krassen Schritt vorwärts gemacht hat und sich dann auch zurecht eigentlich mehr oder weniger immer seinen Platz doch dann auch behauptet hat, egal wer da dann gekommen ist. Ich glaube, dass man die Parallele schon ziehen kann mit Sven, dass mit Svens Ankunft, so wie ich das beobachtet habe, auch Ferros Performance auf jeden Fall nach oben gegangen ist.
Du kennst ihn auch als Kaiserslautern, war glaube ich in der, In der Jugend nicht, der hat mich zum FCK geholt, ich bin quasi nach der U19, zu Kaiserslautern in die U23 und, da hat Sven mich geholt, haben uns auf der Hälfte des Weges, Pima Daum, mal getroffen vorab zum Kennenlernen. Und ja, hat mich zum FCK nicht nur geholt, sondern hat mich da dann auch gerade die ersten drei Jahre eigentlich begleitet, ausgebildet und, vom Grundsatz her eigentlich zu dem Torwart gemacht, der.
Oder wie sagt man, hat mir die Tools mitgegeben und mich dazu gemacht, dass ich dann halt auch eine Profikarriere im Endeffekt starten konnte. Und dann auch den nächsten Schritt im Verein beim FCK gehen konnte, war auch ein bisschen glücklich. Brauchst du ab und zu so eine rote Karte, dass du reinrutscht, aber wer schlecht spielt, bleibt nicht lange im Tor.
Und von daher gebührt da Sven einen sehr, sehr großen Anteil, wenn man gerade über meine Zeit beim FCK spricht und die Torwart-Ausbildung, die ich da bekommen habe, hat Sven den größten Anteil, weil er mich einfach am längsten begleitet hat und sich auch sehr mit mir beschäftigt hat. Es gab eine Phase, da haben wir uns morgens zum Frühstücken getroffen, weil ich komme aus einer kleinen Provinzstadt.
Da wurde sich nie mit sportlerischer Ernährung beschäftigt. Da gab es halt in Bayern Brezen zum Frühstück mit Butter und Streichwurst. Oder dann bringt der Papa halt mal ein Schokokroissant mit nach Hause und das wird halt gegessen. Hat dir mal gezeigt, wie man sich richtig beim Frühstück gewährt. Genau, beim ersten Mal hat er gesagt, Pollik, du bringst jetzt mal einfach das mit, was du frühstücken würdest.
Und dann gucken wir mal. Und dann habe ich das halt mitgebracht. Meine Breze, Streichwurst, Butter, hängt ein O-Saft. Der hatte schon 100 Gramm Zucker drin. Ich weiß es nicht. Der ist erst mal rückwärts vom Stuhl runtergefallen. Ich habe gesagt, um Gottes Willen. Nee, alles muss man ändern. Solche Sachen, das macht nicht jeder. Der hätte mich auch einfach aufgeben können.
Da ist Hoffnung und Malz verloren. Aber der hat was in mir gesehen. und, vielleicht fand das auch einfach lustig, mit mir zu frühstücken, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall kann ich bestätigen, du hast hier eben an der Getränketheke keinen Saft bestellt, sondern Leitungswasser, also Sven Hüll-Maßnahmen haben gewirkt.
Ihr habt noch einen guten Draht und der hat es sich natürlich auch nicht nehmen lassen, dir noch einen kleinen Gruß zu hinterlassen, spielen wir ihn nochmal ein. Moin, Pollo. Schön, dass du beim Abendblatt-Podcast bist. Unsere Wege begleiten sich ja wirklich schon sehr lange. Angefangen damals bei einer Erstsichtung, unser Treffen im Hotel in Regensburg.
Danach der Wechsel nach Kaiserslautern und eine richtig intensive Zeit auf dem Platz zusammen. Gefolgt von dem Sprung in den Profifußball beim FCK, der Titel als U21-Europameister und dann der Wechsel zum HSV. Also man kann schon sagen, wir hatten eine intensive Zeit, aber auch eine sehr erfolgreiche Zeit zusammen.
Danach habe ich immer wieder vom HSV-Schwärmen gehört, was ich jetzt persönlich zu 100 Prozent nachvollziehen kann. Und da stellt sich mir die Frage, wenn du auf unsere damalige Zeit zurückblickst, was hat dich am meisten geprägt und woran erinnerst du dich besonders gerne? In diesem Sinne, liebe Grüße an alle und viel Spaß beim Podcast.
Jetzt weiß ich auch, auf welche Frage er hinaus wollte, wahrscheinlich auf die Frühstückszeit von damals. Bestimmt, es gibt viele Sachen. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, denke ich vor allem an sehr viel Torwarttraining, das wir gemeinsam gemacht haben, das mir zum einen sehr viel Spaß gemacht hat und zum anderen.
Auch immer sehr viel Sinn gemacht hat und sehr detailliert war, sehr durchdacht und mir einfach sehr viel, mich sehr weitergebracht hat und dass die Sachen, wenn man es jetzt mal sportlich betrachtet, die sind mir da immer in Erinnerung, dass wir, Sven war einer der Ersten, die Videokameras hinterm Tor aufgestellt haben, wo jetzt heute jeder, in jedem Verein eine GoPro hinterm Tor steht für Torwartanalyse, war der vor 12.
13 Jahren seine alte Videokamera, egal wo wir gespielt haben, ob es jetzt in Trier war oder in Kassel oder bei uns am Bezenberg, hat er die Kamera aufgestellt, damit wir eine gute Perspektive haben für die Analyse. Und dann wir immer gesehen haben, okay, das haben wir im Training gemacht, guck mal, die Spielsituation hatten wir, da hast du dich so verhalten, wie wir es möchten.
Kann mich aber auch erinnern, um bei seiner Akribie zu bleiben, dass er damals einen Riesenschmöker für die Lizenzierung fürs NLZ geschrieben hat, bei jeder Auswärtsfahrt an seinem Laptop rumgetippelt hat und, Dafür eigentlich überhaupt keine Lorbeeren bekommen hat, was ihn auch sehr gut als Typ beschreibt.
Der hat das alles gemacht für das NLZ, das ganze Torwartgebilde, wie der FCK einen Torwart ausbilden möchte und so weiter. Und vorne drauf stand dann aber Gary Ehrmann, obwohl Gary damit nichts zu tun hatte, sondern Sven ein Jahr lang die ganze Arbeit gemacht hat. Das zu seiner Person und zu dem, wie er sportlich ist.
Das gab auch Reibereien, um Gottes Willen. Ich glaube, das macht das auch aus. Ich war mit 18, 19, vorher noch nie in einem NLZ gewesen, braucht man einfach eine gewisse Anpassungsfähigkeit. Aber das Vertrauen, das er mir gegeben hat und auch die Challenges, die waren super. Das sind so die Sachen. Du hast auch mal gesagt, dass du schon gerne unter ihm nochmal beim HSV trainiert hättest. Beziehungsweise wenn du damals noch ein Jahr länger geblieben wärst, wäre er dann ja auch wieder dein Torwarttrainer geworden. Das wäre natürlich cool gewesen.
Das war immer auch irgendwie mein Wunsch, mit Sven nochmal zusammenzuarbeiten, weil es halt einfach super viel Spaß gemacht hat, aber mich auch einfach extrem nach vorne gebracht hat. Ich hatte vorher auch bei Burghausen bei den Profis einen guten Torwarttrainer, allerdings eigentlich nur so ein Jahr.
Mit Sven habe ich dann halt drei Jahre gearbeitet. Das heißt, er hatte natürlich viel mehr Zeit, mich zu entwickeln und mich zu formen. Und die Schritte, die ich unter ihm gemacht habe, die waren halt extrem gut und extrem schnell und deswegen, wollte ich immer eigentlich mit ihm noch mal arbeiten und es ist auch immer einfacher für Torhüter und glaube ich auch für Torwarttrainer, wenn sie sich kennen, wenn sie mal ein Gefühl füreinander haben.
Was braucht der Torwart? Was erwartet der Torwarttrainer? Das ist immer einfacher. Ich habe sehr viele verschiedene Torwarttrainer schon in meiner Karriere gehabt und es ist immer schwierig, sich neu darauf einzustellen. Und die haben auch immer alle eine neue Philosophie. Und für sich selber auch eine Philosophie zu finden und ein eigenes Torwartspiel ist super schwierig, weil du es nicht immer gelehrt bekommst.
Sven hat mir für eine lange Zeit einen guten Weg mitgegeben, aber man verliert das manchmal auch so ein bisschen, wenn man sich dann halt auch irgendwie versucht, auf neue Trainer einzustellen und ich bin mir sicher, das wäre auch nochmal eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, aber es ist ja noch nicht vorbei.
Genau, du hast schon gesagt, Daniel-Heuer-Vernandes profitiert ja auch von seiner Arbeit, Er hat sich ja auch unter Sven Höhn noch mal deutlich weiterentwickelt, jetzt in der letzten Saison einer der besten Torhüter der Bundesliga gewesen. Jetzt mit Sander Tangvik hat der ASV auch noch mal einen spannenden Torhüter dazugeholt. Im Winter kennst du ihn und glaubst du, dass er dann Ferro vielleicht nächste Saison dann auch, ja, oder irgendwann perspektivisch als Nummer 1 verdrängen wird?
Ich habe nichts von Sander gesehen. Ich habe gehört, dass er ein gutes Spiel gemacht hat. Von daher, keine Ahnung, Ferro ist ein super Torwart, war wie gesagt letztes Jahr, glaube ich, auch einer der Gründe, warum der HSV in der Bundesliga geblieben ist. Und ich bin immer ein Freund von einer Leistungsgesellschaft.
Wer performt, soll auch spielen, weil dann hast du maximalen Erfolg in der Mannschaft. Und wenn Ferro so weiterspielt, warum sollte man ihn aus dem Tor nehmen? Also ich glaube, die Fans wissen ihn sehr zu schätzen. Hat, glaube ich, auch einen sehr guten Stand in der Mannschaft. Und ja, Sander ist ein junger Torwart, war jetzt bei der WM dabei.
Das ist Gott sei Dank nicht mein Part, sowas zu managen. Ich bin Spieler und nicht funktionier vom HSV. Deswegen sollen die das machen, wie sie denken und am Ende hoffe ich einfach, dass es der beste Outcome für den HSV sein wird. Daniel Wolf-Nandes hat auf jeden Fall auch eine besondere Geschichte jetzt schon beim HSV geschrieben.
Ein Spieler, der auch schon damals dabei war und jetzt immer noch in Lengenfeld mittrainiert, Bagariata. Ich glaube so der einzige Spieler, der von damals dann noch übrig geblieben ist. Was verbindest du mit ihm so, wenn du jetzt so seinen Weg siehst, wie er sich auch in der Bundesliga dann nochmal wieder durchgesetzt hat zum Stammspieler? Schon eigentlich eine verrückte Geschichte, oder?
Das Bacca ist, glaube ich, einer der liebsten Menschen, die überhaupt rumlaufen. Und er ist ja auch zu Recht ein absoluter Fanliebling. Und er ist ja auch, ich würde sagen, wahrscheinlich schon eine Legende, der ist der Eintritt, mit Tom Mikkel, der Einzige, glaube ich, die den Abstieg und den Aufstieg als Spieler miterlebt haben, aktiv noch.
Und ja, also ich meine, der kam als Flüchtling nach Deutschland mit nichts und ist Fußballprofi geworden beim HSV. Und ist eine Ikone in dem Verein geworden. Ich weiß nicht, was ich sage, kann man eigentlich auch nicht mehr mehr dazu sagen. Bacca wäre das auch nicht geworden, wenn er jetzt irgendwie menschlich nicht in Ordnung wäre, sondern Bacca ist ein so lieber Mensch, ein super Fußballspieler, und auch ein Beißer einfach, sieht man.
Verlässlich, auf Bacca kann man sich verlassen. Du weißt, was du bei Baka bekommst. Und das ist gute Leistung, sich reinhauen und immer ein Lächeln im Gesicht. Ja, auf jeden Fall auch eine sehr schöne Geschichte, die Baka beim HSV geschrieben hat. Mal so einen Blick zurück 2017. Ich fand das ganz interessant.
Ich habe mir die Europameisterschaft-Mannschaft nochmal angeguckt. Da waren dann ja auch Spieler dabei, die jetzt bei der WM waren, zum Beispiel Nadiem Amiri. Serge Gnabry wäre dabei gewesen, wenn er sich nicht verletzt hätte. Andere Spieler haben es dann gar nicht mehr geschafft. Lewin Özenali zum Beispiel hat jetzt nur noch Regionalliga gespielt, ist auch vereinslos.
Es ist dann immer auch wieder interessant zu sehen, was so aus so Spielern dann wird. Auch du warst da damals gefeiert, hast es dann auch nicht mehr so geschafft. Was würdest du sagen, nach so einem Erfolg oder in so einer Phase, was ist dann auch entscheidend, dass man ja wirklich den Weg auch konstant oben schafft im Fußball.
Man darf nicht vergessen, es ist im Endeffekt noch eine U-Mannschaft, nicht die A-Mannschaft. Ich glaube, da müssen wir jetzt wahrscheinlich länger ausholen. Ich glaube, dass es mehrere Faktoren sind. Also zum Beispiel, wie du sagst, Lewin oder auch Max Meier, der eigentlich dann bei Schalke der Spieler war.
Bei Max ist dann auch irgendwie, ich kenne ihn gut, Max ist ein lieber Typ und ich finde ihn ein wahnsinns Fußballer. Und es gibt aber manchmal einfach irgendwelche Umstände, die dann dazu führen, ja, wir haben vorher darüber gesprochen, Manchmal, wie es halt dann so läuft, wie mein erstes Jahr beim Hartford ja alle drei Jahre.
Ich wurde 18 Mal aus dem Tor genommen und 18 Mal wieder reingestellt. Man versucht ja im Endeffekt auch nur, das Beste rauszuholen. Und bei dem einen funktioniert das einfach besser, bei dem anderen nicht. Aber ich glaube wichtig und für mich wichtig ist, nie aufzugeben und an seine Qualität halt einfach zu glauben, die auch abrufen zu können.
Und wie gesagt, ich bin jetzt 31 und ich glaube, wenn man sich... Danke dir. Wenn man sich zum Beispiel jetzt Loris Karius anguckt, der natürlich höher gespielt hat als ich, der hat im Champions League-Finale gespielt, aber jetzt proportional verglichen, sagen wir mal so. Braucht es nicht viel, um nochmal zu starten. Die sieht man bei ihm.
Man kann, glaube ich, auch sehr gut nachgucken auf irgendwelchen Portalen. Dass ich schon noch was kann. Oder sehr viel. Und deswegen, das Wichtige ist, dass ich das selber weiß und irgendjemand wird das auch sehen und wird an mich glauben und wer das ist, weiß ich nicht, aber, wenn man selber nicht daran glaubt, dann ist es eh egal das Wichtigste dass man selber daran glaubt und der Rest wird kommen, habe ich jetzt auch die letzten drei Jahre gemerkt, Nach der Rückenverletzung dieser Saison habe ich nicht gewusst, ob ich noch mal ein Spiel machen werde, aber ich bin super stolz, dass ich mir dieses eine Spiel erarbeitet habe.
Und ja, das ist so ein bisschen dieses, are you willing to sprint when the distance is unknown? Klingt nach einem Motto, was du dir irgendwo aufgeschrieben hast. Das habe ich irgendwie schon eine Million Mal auf YouTube gesehen, das ist irgendwie so ein Football-Coach. Und ich finde es spannend, dass, im übertragenen Sinne.
Finde ich das, sehr zutreffend. Das EM-Finale 2017 fand ich auch insofern spannend, weil ihr habt damals gegen Spanien gewonnen im Finale, die ja eigentlich gefühlt irgendwie alles gewinnen. Und wenn man sich auch damals die Ersatzbank angeguckt hat, wer da saß, also unter anderem Rodri, Miguel Merino und auch Ojasabal, die jetzt bei Spanien im Prinzip die WM geprägt haben.
Mit einer wahnsinnigen Dominanz, also schon auch verrückt, was dann so manchmal auch ausspielend wird und damals offenbar noch nicht. Ja, die haben einfach keine Chance gegen uns gehabt. Wir waren jetzt ein super Team, muss man sagen, wir waren jetzt kein Favorit, wir waren aber eine geile Truppe, die Bock aufeinander hatte, die an sich geglaubt hat, super Trainer, super Teamgeist, super Torwart-Trainer, Klaus Tomfaule, und ich habe mir das auch ein paar Marco Asensio hat in dem Jahr mit Real Madrid als mehr oder weniger Stammspieler die Champions League gewonnen.
Keppa Rizabalaga war im Tor, der ist ein Jahr später für 80 Millionen zu Chelsea gewechselt. Noch ein paar andere, glaube ich. Ist das auch so ein Learning jetzt, wenn du sagst, was ihr damals für eine Truppe hattet, für einen Geist, für einen guten Trainer? Wenn man jetzt die deutsche Nationalmannschaft anguckt, viele reden dann darum, darüber reicht die Qualität nicht mehr in Deutschland im Vergleich zu Mannschaften wie Spanien eben.
Dass es aber auch darum geht, dann aus so einer Mannschaft wieder das Maximale rauszuholen und da so einen Geist hinzubekommen. Ja, ich glaube nicht, dass Argentinien jetzt zum Beispiel die qualitativ zweitbeste Mannschaft des Turniers war. Aber mit was für einem Spirit die halt gekämpft haben in jedem Spiel und ich, glaube der Zusammenhalt, der ist halt super wichtig, das habe ich immer wieder gemerkt.
Gerade da, ein Turnierformat ist immer etwas anderes wie in der Saison, es sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Aber ja, das ist ein riesen Faktor. Wie gesagt, unsere in Anführungszeichen besten Spieler damals mit Sané, Kimmich, Goretzka, Timo Werner, die waren alle oben bei der A-Nationalmannschaft beim Konfit Cup.
Und da war es ja okay, dann gucken wir halt jetzt mal, wie es läuft. Aber wie du schon gesagt hast, Serge Gnabry, Nadiem Amiri, der war nicht mehr Stammspieler. Maxi Arnold damals als Kapitän, Moda Huth, Havara, die ganzen Jungs, die haben ja auch schon alle Bundesliga gespielt, das ist ja nicht so. Ich glaube, ich war der einzige, der nicht Bundesliga-Spieler war von der Startelf immer, also der einzige andere war Felix Platte, das kann man ja nicht sagen, wir waren irgendwie blind.
Ja, ich finde es witzig, das so zu sehen, gegen wen man da gewonnen hat oder wo man da vielleicht auch mal kurzzeitig auf Augenhöhe war. Und das ist spannend, das dann rückwirkend zu betrachten. Und auch irgendwo zeigt es einem, manch einer mag vielleicht sagen, das ist jetzt hochgegriffen, aber warum kann man nicht nochmal dahin kommen, wo man schon mal war?
Also ist ja nicht, also Novak Djokovic hat, nachdem er 30 war. Okay, da müssen wir jetzt fact checken, aber ich glaube bestimmt mindestens genauso viele Grand Slams gewonnen, wie bevor er 30 wurde so deswegen Federer okay, das sind jetzt auch wahnsinns Beispiele aber du weißt worauf ich ihn auswähle.
Ja, vielleicht können wir das mal mit den Torelern uns anschauen, weil jetzt geht es ja auch die Frage, wer Manuel Neuer dann im deutschen Tor beerben wird. Es gibt viele Torel, die sind jetzt Mitte 30, wo man vielleicht sagt, haben die noch das Zeug, dann die Nummer 1 zu werden, ob nun Oliver Baumann oder Marc-André Testegen, der auch eine ganz tragische Karriere jetzt zuletzt hatte, aber auch andere Namen, wo man vielleicht jetzt schon denkt, wer ist so mit den Mitte-20ern jetzt die neue Nummer 1. Siehst du da vielleicht noch jemand anderen?
Oder würdest du auch sagen, es gibt halt die Tore wie Oliver Baumann, die auch jetzt nochmal zwei, drei Jahre auf Topniveau spielen können? Ich denke, das war ja fast schon immer so, dass wenn der FC Bayern eine deutsche Nummer eins hat, dass es dann fast unumgänglich ist, dass der auch Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft wird.
Ob es das dann so wäre, halb Jonas Urbig für einen fantastischen Torwart, der hat es auch in der Rückrunde jetzt gezeigt. Da sind ein paar, glaube ich, im Lostopf. Und das wird spannend zu sehen. Zum Beispiel auch bei Bayern, wie viele Einsätze Jonas Urwig nächstes Jahr bekommt. Ob Neuer ihm da schon dann immer mehr den Vorzug lässt, das, glaube ich, bestimmt ja auch immer noch ein bisschen Manuel Neuer.
Man hat aber schon gesehen, dass er sehr Jonas Urwig, glaube ich, als Zügling sieht und ihn sehr da reinpuscht. Deswegen glaube ich, ist ihm schon bewusst, dass jetzt gerade unter Jürgen Klopp, je mehr Spiele Jonas Urbic bekommt und je mehr Spiele Jonas Urbic auf hohem Niveau bekommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass Jonas Urbic eine Chance bekommt, in zwei Jahren als Nummer 1 da reinzugehen, weil jetzt ist halt alles völlig offen. Neuer Trainer.
Es ist eigentlich wieder neu eröffnet um die Nummer 1. Wenn du Nummer 1 beim FC Bayern München bist, hast du automatisch immer eine gute Chance, glaube ich, auf die Nummer 1 im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Man muss sehen, wo Gutmann Nübel ist, schon jetzt bei, Istanbul, Beşiktaş, Atobolo weiß man noch nicht wohin, keine Ahnung, das sollen die machen, ist mir egal.
Spannendes Thema auf jeden Fall, aber spannend auch vielleicht so Richtung Zielgerade, der HSV dann auch jetzt in der nächsten Saison. Du hast schon so gesagt, dieser Geist, was man mit einer Mannschaft auch erreichen kann, ist ganz, ganz entscheidend. Merlin Polzin ist ja jemand, der auch ganz viel macht, um so eine Mannschaft dann zu einen und so einen Spirit zu entwickeln. Hast du ihn jetzt schon mal kennengelernt?
Hast du ein bisschen was mitbekommen, was er jetzt auch so macht als Trainer? Merlin kenne ich ja noch. Von damals, als Daniel Thun Trainer wurde, wurde Merlin Co-Trainer. Dann kenne ich ihn daher noch und habe jetzt aber in der Phase, wo ich jetzt wieder hier bin, eigentlich nichts mitbekommen, muss man ehrlich sagen. Also wir haben immer parallel trainiert, eigentlich zu den Profis.
Ja, wie viel? Zwei, drei Tage, dann sind die nach Längenfeld. Also kann ich jetzt wenig sagen, außer dass ich glaube, dass Merlin ein super Trainer ist. Wenn der HSV wieder in die Bundesliga führt, da gab es ein paar, die es versucht haben, er hat es geschafft, er hat den HSV auch in der Bundesliga gehalten.
Das zeugt schon mal von einer gewissen Fähigkeit. Sein großes Ziel ist ja auch, den HSV dauerhaft in der Bundesliga wieder zu etablieren. Es wird natürlich nicht einfacher. Gerade so das zweite Jahr sagt man ja oft, das ist dann ein bisschen das Schwierigere, weil man dann auch wieder gute Spieler verliert nach so einem ersten starken Jahr. Luca Wuschkewitsch ist weg, Fabio Viehra ist auch erstmal weg, vielleicht kommt er nochmal wieder. Das waren ja schon so die beiden Unterschiedsspieler.
Was glaubst du, wie wird es für den HSV dann in der neuen Saison weitergehen? Widerkampf in den Klassenerhalt? Oder traust du der Mannschaft schon zu, den nächsten Step zu machen? Ich glaube schon, dass man die Abgänge mit Vujkovic und Vieira verkraften muss. Ich glaube auch, dass man Davies Elke ziehen hat lassen ein Fehler war.
Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Und dann müssen sich natürlich wieder so ein paar Jungs dann hervortun, die so Gamechanger sind wie Wuskovic und Vieira. Und das ist natürlich, glaube ich, auch immer schwierig, wenn du Spieler leihst von großen Vereinen, die dann halt wahnsinnig performen.
Dann hast du halt, der HSV hat halt leider noch nicht die Mittel, jetzt 20 Millionen für einen Vieira auf den Tisch zu ziehen. Vielleicht einigt man sich irgendwie, ich weiß es nicht, da bin ich nicht jetzt so aktuell drin. Oder gut, Vuskovic war ja unbezahlbar. In das Regal kann man halt noch nicht greifen. Dafür muss man, glaube ich, halt jetzt sich erstmal etablieren.
Muss halt gucken, dass man solche Spieler halt vielleicht nicht, weil du kannst es halt nicht schaffen, dir jedes Jahr super Leihspieler zu holen, die noch nicht so performen haben, die dann bei dir performen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Da glaube ich. Muss der Verein gucken oder hoffe ich auch, dass der Verein Spieler hat, die sie kaufen oder ausbilden, die sich dann zu absoluten Leistungsträgern entwickeln, dass du sie dann halt entweder auf lange Sicht im Verein halten kannst, oder halt zu Geld machen kannst, um dann halt eben Kaliber, Vieira, Vuskovic dir vielleicht leisten zu können.
Ich glaube, da wäre es cool, würde mich freuen, wenn der HSV einfach hinkommt. Und so das Ziel, dass der Verein, das ist für mich, also es ist schade für die zweite Bundesliga, weil ich glaube, die zweite Bundesliga war die letzten fünf bis sieben Jahre exorbitant attraktiv mit HSV und Köln und keine Ahnung, Schalke.
Also ich habe die zweite Bundesliga die letzten Jahre deutlich lieber geguckt als die Bundesliga. Aber der Verein ist trotzdem und ich finde in der Stadt, um das Stadion herum, das war damals auch mein Eindruck, ist irgendwie ein anderer Flair, wenn der HSV in der Bundesliga spielt. Ich kann es nicht genau beschreiben, ich konnte es auch noch nie beschreiben, aber das Gefühl, im Stadion ist ein anderes, in der Stadt ist es irgendwie ein anderes, wenn er heiß fahrende Bundesliga ist.
Wie schaust du denn aktuell so die, oder jetzt in der letzten Saison, die Spiele des HSV und der Bundesliga? Sitzt du dann meistens vorm Fernseher oder warst du auch ab und zu nochmal im Stadion als Fan? Nee, ich war ja trotzdem ja in Regensburg. Also ich habe gerade überlegt, ob ich die Chance gehabt hätte, wenn sie gegen Bayern in München gespielt haben. Aber ich habe es halt im Fernsehen geguckt, bei den 14 verschiedenen Anbietern, die es mittlerweile gibt, um ein Bundesligaspiel gucken zu können.
Genau, die wirst du auch weiterhin brauchen, denn der SV spielt weiterhin in der Bundesliga. In der Bundesliga geht es wieder los und wir sind natürlich auch gespannt, wie es dann bei dir weitergeht. Wir wünschen dir alles Gute bei der Vereinssuche. Vielleicht wird ja der ein oder andere Verein auf dich aufmerksam.
Alles Gute und vielen Dank, dass du heute da warst. Hat sehr viel Spaß gemacht, nochmal über die Jahre spazieren zu gehen. Gerne, vielen Dank. Genau, das war es mit der heutigen Folge. Und wir melden uns dann in der kommenden Woche wieder mit der nächsten Folge von HSV. Wir müssen reden und Polly, du kennst das noch, in Hamburg sagt man Tschüss.
Und bei uns heißt das auf Wiederhören.