HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Merlin Polzins HSV-Plan: Taktik, Transfers und private Einblicke

Freitag, 29. Mai 2026 · 1 h 12

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Shownotes

Merlin Polzin ist ein gefragter Mann in diesen Tagen. Nach dem Klassenerhalt mit dem HSV stehen für den Trainer in diesen Wochen mehrere wichtige Termine an. Der 35-Jährige hat sich schon mehrfach mit der neuen Sportvorständin Kathleen Krüger über die künftige Clubstrategie und den Kader ausgetauscht. Zudem führt Polzin Gespräche mit seinen Spielern, um ihre Rolle neu zu definieren. Denn die Planungen für die neue Saison laufen bereits auf Hochtouren.

In der neuen Folge von "HSV, wir müssen reden" erzählt Polzin, wie die Saisonabschlussanalyse mit dem Trainerteam und Sportdirektor Claus Costa verlief. Die Kaderplanung wird auf die Bedürfnisse der Trainer ausgelegt, die "klare Profile" für einzelne Positionen erstellt haben. "Es gibt von Trainerseite aus kein Entweder-oder, denn es ist klar, wie wir agieren wollen", kündigt Polzin an.
Der HSV-Coach macht sich zudem für einen Verbleib von Albert Grönbaek und Fabio Vieira stark und berichtet über ein Geheimtreffen mit dem Portugiesen im Volksparkstadion. Zum Ende des Podcasts gewährt Polzin, der mit einem Privatcoach zusammenarbeitet, private Einblicke. Reinhören lohnt sich!

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Wohin führt Merlin Polzin den HSV? Nach dem Aufstieg und dem souveränen Klassenerhalt laufen die Planungen im Volkspark für die neue Saison bereits auf Hochtour. Wir werfen heute sowohl einen Blick nach vorn als auch zurück und erhoffen uns von einem hochkarätigen Gast zu, natürlich so ein, zwei Hintergründe über das Erfolgsgeheimnis des HSV, die bislang noch nicht jeder kennt.

Mein Name ist Stefan Walter und ich begrüße zum einen meinen hochkarätigen Kollegen Kai Schiller. Moin Kai. Ein hochkarätiges Moin. Und noch mehr auf Kai freue ich mich aber heute auf unseren wirklich hochkarätigen Gast, der hoffentlich auch nicht hungrig hier angekommen ist. Herzlich willkommen, Merlin vollziehen. Moin, Zusammenlauf.

Ja, es gab schon leckere Bagels, das können wir verraten. Ansonsten hoffen wir, dass du uns ein bisschen was verrätst heute. Wir sind hier im Podcaststudio und das ist schon das zweite Mal mit dir. Das letzte Mal war noch gegenüber sozusagen am großen Burster. Jetzt sitzen wir 200 Meter weiter. Und Podcast, wie sieht es bei dir privat aus? Hörst du viel, hörst du manchmal, hörst du gar nicht?

Ja, eure natürlich. Immer? Immer. Ja, also ich glaube schon, dass gewisse Podcasts einem dann auch helfen können, sich weiterzuentwickeln. Ich habe eine sehr intensive Zeit mal gehabt, wo ich mich mit verschiedenen Themen beschäftigt habe, die dann von Lars Ahmend in einem Podcast dann immer wieder behandelt wurde.

Ein Autor und ein Mensch, der mich sehr inspiriert. Aber sonst, ja, erst dann eher Musik als dann Podcast, mein täglicher Begleiter. Also du hast keinen täglichen News-Podcast? Gibt ja auch einige so Taktik-Podcasts für Trainer oder so, weil du gerade meintest, du nutzt das Format auch mal, um dich weiterzubilden.

Also sind das Formate, bei denen du auch noch was aufsaugen kannst oder sagst du dir, weiß ich ja schon alles? Nein, auf jeden Fall gibt es, wie du schon angesprochen hast, sehr, sehr viele Bereiche, die sich dann auch mit unterschiedlichen Trainerpersönlichkeiten beschäftigen. Und das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, den Trainerkollegen nochmal genauer kennenzulernen, aber natürlich auch, um quasi einen Insight zu bekommen, was den Kollegen dann vielleicht auch ausmacht, was Inhalte angeht.

Und dann, ja, ohne jetzt da bestimmte Medien zu nennen, aber das ist dann ähnlich wie bei Büchern, dass mich Biografien sehr interessieren. Und wenn es dann so ein 1-zu-1-Podcast ist, der dann nochmal einen Blick, ja, quasi ein bisschen tiefer zulässt als dann nur ein Zeitungsartikel, dann interessiert mich das schon sehr, ja.

Stichwort Aufsaugen, da wären wir jetzt auch schon bei eurer Abschlussreise nach Mallorca, eleganter Übergang, aber auf jeden Fall wollen wir ein bisschen mit die über Fußball sprechen. Wir wollen ein bisschen auch privat sprechen, aber fang nochmal mit Mallorca an, weil da kannst du beides verknüpfen.

Ihr habt letzte Woche mit dem ganzen Staff, mit dem ganzen Trainerteam euch ein paar schöne Tage gemacht und nochmal... Alles reflektiert und dann auch mal abends ein bisschen alle Fünfe gerade sein lassen. Ja, so kann man es, glaube ich, ganz passend umschreiben. Ja, für die Art und Weise, wie wir im Trainerteam oder wie ich auch den Staff führen möchte, ist es elementar, dass du nicht nur eine Beziehung auf der inhaltlichen, auf der Arbeitsebene hast, sondern dass es auch weit darüber hinausgeht.

Und die Jungs und Mädels, die dann bei uns im Staff unfassbare Arbeit leisten, Die haben vielleicht dann nicht immer die Möglichkeit, sich nach außen zu äußern oder auch die Position, dass vielleicht dann gemerkt wird, welche tolle Arbeit sie leisten. Aber sie sind ganz elementar dafür, dass der Verein und wir als Mannschaft jetzt auch in den letzten beiden Saisons so unfassbar erfolgreich sein konnten.

Und dann sind diese Momente, die man dann auch außerhalb der HSV-Klamotten des Stadions einfach mal raus aus Hamburg zu kommen, dann sind das schon besondere Momente, was dann auch nochmal für ein Zusammenschweißen sorgt. Und ja, dann war, glaube ich, ein klassischer Mallorca-Gruppenurlaub dann angebracht vom Beachclub mit gutem Essen, leckerem Essen bis hin zu Musik.

Die dann zu der einen oder anderen Schöngeschichte dann einfach geführt hat am Abend. Wie ist das, wenn du dich dann so ganz in zivil auf Mallorca rumtreibst, ein, zwei Kaltgetränke zu dir nimmst? Wirst du dann erkannt auch von einigen HSV-Fans vor Ort? Gibt es da positive Reaktionen? Also gerade waren wir ja zusammen Bagel holen. Da hatte ich das Gefühl, du kannst dich noch relativ frei in der Stadt bewegen. Aber auf Mallorca ist ja vielleicht die Fußball-Community noch etwas ausgeprägter.

Ja, wir haben, glaube ich, gerade Glück gehabt. Die zehn Minuten, die wir jetzt hier einmal über die Straße rüber hatten, die sind definitiv nicht symbolisch für das, was ich mittlerweile dann in der Stadt erfahren darf. Egal, wo man sich in Hamburg umtreibt, der HSV ist an allen Ecken präsent. Und die Menschen, die es mit dem HSV halten, sind dann auch sehr...

Sehr offen für Fotos, für einen Austausch, für einfachen Kennenlernen und das nutze ich natürlich auch gerne, um einfach den Kontakt dann auch zu den Leuten zu halten, die man sonst dann nur aus der Entfernung sieht, wenn man unten am Rand steht und sie dann auf der Tribüne sind. Auf Mallorca war es für mich ein bisschen einfacher, weil du in den bestimmten Bereichen dann auf Mallorca auch Möglichkeiten hast, dich vielleicht dann ein bisschen unkenntlicher zu machen.

Ob es dann Fischerhut Nils ist, bei uns ja im Fanshop sehr gut vergriffen. Der hat mir dann auch geholfen. Die eine oder andere Brille im Gesicht hat dann ihr Übriges getan. Und dann ging es ehrlicherweise, auch wenn du nicht alles verhindern kannst. Aber ich glaube, jeder versteht und akzeptiert dann auch, dass das nicht der Moment ist, wo man dann gerne Fotos machen möchte oder im Austausch mit anderen Menschen sein möchte als dann mit seinen eigenen Kollegen und Freunden.

Aber wenn du das jetzt hier in der Stadt ansprichst, das ist schon krass geworden, seitdem du Cheftrainer bist? Ja, es hat sich auch noch mal extrem verändert im Vergleich zur Zweitliga-Zeit. Jetzt im Erstliga-Jahr ist, ich sage es immer so schön, aber es ist halt wirklich, wenn du aus der Haustür rausgehst und nur 150 Meter weiter zum Rewe gehst oder noch mal ein bisschen weiter zur Sparkasse, dann schaffst du es eigentlich nicht unerkannt zu bleiben sondern bist dann auch da im Austausch und das sind meistens sehr sehr schöne Begegnungen ich glaube schwierig wird es dann eher wenn man vielleicht mit seinen Freunden seiner Familie unterwegs ist und dann heimlich Bilder gemacht werden oder aus

der Entfernung was stattfindet dann ist es glaube ich jetzt für keinen Menschen. Dann angenehm aber für mich ist es ehrlicherweise so dass ich es gerne nutze um einfach im Austausch zu sein mit den Leuten die den HSV am Ende auch ausmachen, Wir wollen mal so langsam den Übergang finden und mit dir durch so ein, zwei Höhepunkte, aber auch herausfordernde Situationen in der abgelaufenen Saison, in der ihr den Klassenhalt geschafft habt, zu sprechen.

Möchten dir aber zu Beginn einmal die Möglichkeit geben, einmal so richtig auf uns drauf zu hauen. Also welche Berichte hast du vielleicht noch im Hinterkopf? Was hat dir möglicherweise so gar nicht gefallen? Mal rein von der Berichterstattung. Das ist jetzt für dich einfach mal die Möglichkeit, hier uns richtig einen mitzugeben.

Euch beiden oder allen. Eigentlich nur Hendrik. Ja, genau. Liebe Grüße. Ähm... Ja, für mich, ich habe es ja sowohl euch als auch dann intern auch so kommuniziert, dass für mich das Wichtige ist, wenn man Trainer sein darf beim HSV und in dieser Millionenstadt, die einen ganz besonderen Charme hat, die natürlich auch die eine oder andere Herausforderung, was das Medieninteresse mit sich bringt, ja, dass es das Ganze auch ausmacht.

Und wichtig ist für mich immer, zwischen der Sache und der Person zu unterscheiden und ich glaube, wir haben alle einen sehr, sehr guten Umgang miteinander, unabhängig davon, dass ihr dann über die Spiele so berichtet, wie sie halt stattfinden und mir ist natürlich nicht gefällt, wenn wir schlecht spielen und jemand anders das dann auch so bewertet, aber da fangen wir dann immer bei uns an und ehrlicherweise, ich glaube Kobe Bryant hat es mal gesagt, dass der Antrieb dann, was die Medien angeht und die gute Berichterstattung, bei guten Spielen dann auch folgt, dass das auch genutzt werden kann, einfach um Push zu geben.

Und ich definiere mich oder wir im Trainerteam definieren uns ehrlicherweise weniger über das, was von außen kommt. Aber natürlich waren gerade die Momente, wenn du so auch konkret fragst, dann nach dem Aufstieg, wo wir uns bewusst dazu entschlossen haben. Den Fußball auch anzupassen, um, wie wir es jetzt auch geschafft haben, den HSV in der Liga zu halten, wo man sich dann auch fragt, okay, kommt dann wirklich das an, was man vorhat?

Sei es die Umstellung von Vierer- auf Fünferkette, sei es dann auch das Einsetzen von Spielern, die einfach besser zur ersten Liga passen, wo es mir dann einfach wichtig ist, das Warum gleichzeitig mit dem Wie auch erklären zu können und dass es dann nicht darum geht, einzelne Personen oder einzelne Spieler, die vielleicht in der Vergangenheit gute Leistungen und zu Recht ja auch dann abgefeiert wurden, die dann über dem zu stellen, was irgendwie für uns als Mannschaft und als Verein wichtig ist.

Und das war insbesondere dann in der Saisonvorbereitung und in den ersten Wochen schon ein Thema für uns. Hat uns aber ehrlicherweise auch nicht vom Weg abgebracht, sondern dann auch nur gestärkt im inneren Kreis. War ja noch relativ human jetzt für uns, ne? Hast du für dich selber einen Fehler festgestellt?

Was heißt Fehler? Manchmal gehen ja Interessen auseinander. Ich hatte zum Beispiel einmal das Gefühl, als du mir auch gespiegelt hast, ich kann dich jetzt auch noch zum 18. Mal nach Robert Latzel fragen. Habe ich so gesagt. Hast du dann noch gefragt? Ich habe mit Sicherheit noch mal nachgefragt, aber vielleicht nicht unbedingt am nächsten Tag noch mal.

Also da hatte ich schon das Gefühl, okay, jetzt hat er mir mal kurz einen Hinweis gegeben, vielleicht nicht die nächste Frage auch zu Robert Latzel stellen, sondern ein bisschen zeitlichen Abstand walten lassen. Fand ich auch völlig okay. Walten lassen. Genau, fand ich auch völlig okay in dem Moment. Ich fand es auch nicht drüber, aber es ist ja immer die Frage, ob ich das richtig gelesen habe oder ob es sich mehr angebodelt hat. Hast du.

Aber auch trotzdem mit, auch jetzt hier nach Saisonende und dem Erreichen des Ziels, mit völligen Verständnis, was diese grundsätzliche Thematik angeht. Ich glaube, da geht es dann weniger nur um Bobby an sich, sondern einfach natürlich wünscht sich jede Mannschaft und auch der HSV einen Spieler mit der Rückennummer 9, der 20 Saisontore schießt.

Und gerade wenn das dann in der Vergangenheit häufig der Fall war, wo Bobby auch in der zweiten Liga tolle Leistungen und tolle Statistiken dann auch hervorgebracht hat, dann ist es natürlich ein Thema, was von außen da ist, aber meine Aufgabe ist nicht, den... Einzelnen Fan, der jetzt vielleicht das Bobby-Glatze-Trikot hat, dann glücklich zu stellen.

Sondern meine Aufgabe von Vereinsseite aus ist, an unser Trainerteam und an die Mannschaft erfolgreich zu sein. Und erfolgreich zu sein bedeutet in dem Fall, den Klassenheld zu schaffen. Und dafür brauchst du eine Überzeugung, wie du das Ganze erreichst. Und wenn man dann spürt natürlich, dass die Diskussionen eher sich um die Personen drehen, in dem Fall dann um Bobby, als um dann das, worum es eigentlich geht, nämlich gut zu verteidigen, eine Stabilität zu zeigen, dass man halt konstant erfolgreich sein kann, dann ist es natürlich klar, dass man da vielleicht nicht einer Meinung ist, was auch okay ist im Fußball.

Aber war sicherlich dann auch nochmal eine Herausforderung, die wir in dieser Saison jetzt hatten. Aber ich glaube, am Ende auch mit allen Beteiligten dann gut hinbekommen haben. Damit Stefan nicht die 19. Nachfrage stellt, erlaube ich mir dann die erste oder zweite, ich weiß es nicht, zu stellen. Aber die Thematik Robert Latzel, das hat ja die Fans extrem emotionalisiert.

War das für dich eine der größeren Herausforderungen oder die größte vielleicht in dieser Saison, das richtig zu moderieren? Also, jein, kein klares Ja oder kein klares Nein, weil die Kommunikation zwischen Bobby und mir über die Jahre gewachsen ist, wir ein sehr enges und gutes Verhältnis dann auch immer hatten und von Anfang an im Sommer auch klar von meiner Seite auch kommuniziert wurde, wie wir mit ihm planen, wie ich ihn einschätze, welche Art von Fußball wir spielen wollen.

Deswegen war es ehrlicherweise dann auch bis zu dem Moment, wo er aus unserer Sicht, aus meiner Sicht dann über das Ziel hinaus geschossen ist und sich dann eigenständig geäußert hat, weil es einfach nicht im Sinne der Mannschaft und nicht im Sinne des Vereins war, war es ehrlicherweise kein Thema. Natürlich weißt du auch, wenn ein Spieler nicht spielt wenn.

Einsatzzeiten nicht so da sind, dann sind alle Spieler unzufrieden, unabhängig davon, wie der Name ist aber natürlich war der Moment für uns alle, kein schöner, weil du einfach gespürt hast, okay, wenn ich glaube, es wurde ja auch ausgestrahlt nach dem Frankfurtspiel gesagt an den Staff, weil es ein ganz passendes Beispiel einfach ist, dass ein Schiff nicht anfängt zu sinken wenn Wasser von außen kommt, sondern wenn es von innen da ist.

Und das soll einfach nur symbolisch dafür stehen, dass wenn von außen und deswegen auch keine Kritik an euch, ihr könnt machen und tun, was ihr wollt, wenn es im Sinne eurer Sache ist. Aber wenn es von innen halt anfängt, da zu bröcken und von innen was herangelassen wird, dann wird es schwierig im Mannschaftssport.

Und das war da der Fall. Und deswegen war es auf jeden Fall eine der Herausforderungen, die wir in dieser Saison gemeinsam bewerkstelligen mussten. Das ist ja gerade dann das Interview angesprochen, dass er der Mopo gegeben hatte. Das war nicht autorisiert vom HSV, so wie es einmal dem Hörer zu erklären, so wie es eben sonst üblich ist.

Also normalerweise senden wir die Interviews ein bei der Pressestelle, dann wird nochmal ein, zweimal der kritische Rotschrift angesetzt und dann geht es eben raus mit einer abgesprochenen Version. Das war in dem Fall nicht so. Das war alleine seine Sichtweise, von der ihr dann auch erst in der Öffentlichkeit mit Veröffentlichung des Artikels bzw. des Interviews erfahren habt.

Weißt du noch, wo du warst in dem Moment und was ging dir da durch den Kopf? War ja sicherlich so auch für dich als junger Trainer mit die herausfordernde Situation, könnte ich mir vorstellen, deiner Karriere. Ja, es war auf jeden Fall eine herausfordernde Situation, weil ich war irgendwo auf dem, ich weiß gar nicht, wo das war, aber ich war auf dem Hausweg, im Auto wurde es mir dann zugeschickt und bin dann natürlich in Austausch gegangen, erstmal mit Philipp Langer, unserem Pressesprecher, um mich darüber abzustimmen und um einfach genaue Hintergründe und Infos dazu bekommen, weil ich mir jetzt nicht vorstellen konnte oder kann, dass sowas halt vom HSV dann auch freigegeben wird.

Und dann haben wir es einfach sachlich auch aufgearbeitet. Ich glaube, was mich auch auszeichnen soll als Trainer, dass es da nicht um eine Emotionalität geht, die im Positiven nach Siegen so ausfällt oder nach Niederlagen oder in solchen Momenten dann völlig drüber ist, sondern es ging dann darum, in Ruhe sachlich die Thematik erstmal aufzuarbeiten, mit Bobby zu sprechen, mit dem Verein zu sprechen, um dann eine klare Lösung zu finden, die am Ende aber auch für uns natürlich wichtig war, um auch allen anderen Spielern klarzumachen, okay, du kannst unzufrieden sein, du kannst jeden Tag zum Trainer kommen, du kannst daran arbeiten, dich zu verbessern, aber stell dich niemals übers Team und mach dich nicht wichtiger,

als die Ziele des Vereins sind. Und das war ehrlicherweise dann auch wieder ein Moment, wo du dann als junger Mensch auch einfach wieder in der Führungsposition und auch einfach weiter wachsen kannst. Und deshalb sehe ich es eher weniger so, dass ich jetzt sage, es war etwas Schlechtes, sondern am Ende hat es uns dazu geholfen, dass wir halt einfach als Trainer wieder besser geworden sind.

Und ja, wieder eine interessante Facette. Eine letzte inhaltliche Nachfrage, wenn ich darf. Ja. Es war jetzt so, dass er, deswegen war er ja ein bisschen angefressen, er hatte sehr, sehr wenig gespielt. Nach der Kritik und der berechtigten kleinen Zwangspause dann, hat er danach ziemlich viel gespielt.

Und ich habe total inhaltlich verstanden, warum ihr so gespielt habt, wie ihr gespielt habt in der Hinrunde. Und dann hat er aber in der zweiten Hälfte der Rückrunde ja ziemlich viel gespielt. Und das hat eigentlich ziemlich gut im Verbund zusammen mit Königsdörfer geklappt. Warst du überrascht darüber, wie gut das dann klappt? Hast du vielleicht das anders vorher eingeschätzt? Würdest du es im Nachhinein anders machen?

Oder was ist die Begründung? Ja, die Begründung ist, dass wir schon immer davon gesprochen haben, dass wir unterschiedliche Profile einfach im Kader brauchen, um erfolgreich zu sein. Und gerade zu Beginn, oder anders angefangen, du planst ja als Trainer dann nicht die Saison für zwei Spieltage, sondern du überlegst dir, okay, wie kommst du am Ende der Saison zu deinem großen Ziel?

Und Bobby hat natürlich unfassbare Qualitäten, was die gegnerische Box angeht. Aber er hat weniger Stärken daran, was vielleicht die... Nicht nur die Qualität, sondern auch vielleicht die Energie oder sein Selbstverständnis angeht, was das Verteidigen anbelangt. Und das haben wir ihm immer wieder aufgezeigt. Deswegen war es jetzt auch nicht so, dass ich gesagt habe, du hast hier keine Chance, du spielst hier nie, sondern dass du halt an den Themen arbeiten musst.

Und wenn du als verdienter Spieler, als einer der Leistungsdreher der vergangenen Jahre dann klar auch aufgezeigt bekommst, woran du arbeiten musst, dann ist es auch meine Verantwortung als Trainer, das dann einzufordern und nicht einfach was zu verschenken, nur weil vielleicht von außen dann irgendwie der Ruf nochmal ein bisschen größer wird.

Und dann war es für uns aber so, dass wir gesagt haben, okay, wir haben einen klaren Plan die Saison über. Und gerade wenn es dann gegen Mannschaften geht, wo er seine Qualitäten auch ausspielen kann, wo wir häufiger an Momente kommen, die in der gegnerischen Box stattfinden, dann werden wir ihn auf jeden Fall einsetzen.

Unabhängig davon, was denn auch vorgefallen ist, weil es vorher auch der Fall war. Dann ist ja durch die Verletzungspause auch nach dem Stuttgart-Spiel dann ausgefallen in der Hinrunde. Aber das war für uns jetzt nicht so, dass wir gesagt haben, okay, wir haben jetzt einen Riesenfehler begangen, dass wir ihn vorher nicht eingesetzt haben, sondern am Ende ist es genau aufgegangen, weil wir als Mannschaft das Ziel erreicht haben.

Und er sich da einbringen konnte, dass er halt seine Qualitäten dann auch nochmal zeigen konnte. Wir haben uns mal ein bisschen umgehört bei deinem direkten Partner, Loic Faveh, und haben ihn mal gefragt, was können wir dich eigentlich heute fragen? Wie können wir noch was aus dir herauskitzeln? Er meinte, wir sollen dich erstmal ganz lieb grüßen.

Und er meinte dann, wir sollen dich mal fragen, von welchem Trainer konntet ihr euch vielleicht auch am meisten abgucken oder welchen Trainer habt ihr am meisten mit beobachtet und warum habt ihr das getan? Aus der Bundesligasaison? Aus der Bundesligasaison, genau. Boah, gute, gute Frage. Also von wem ihr am meisten lernen konntet.

Ich dachte mir direkt, dass ihr sofort jemanden im Kopf habt, wenn man die Frage stellt. Er hat die Frage nicht aufgelöst, aber er hat sie so überzeugt rübergebracht, dass ich mir dachte, das wäre sofort, kann nur einen geben. Viele Grüße natürlich zurück. Ja, also kannst du dir sicherlich schon denken, dass ich jetzt nicht den einen Kollegen über den anderen stellen werde, aber wir haben einfach unterschiedliche Momente in der Saison auch erleben dürfen.

Und wenn ich jetzt an die Vorbereitung denke, wo wir auch dann beim SC Freiburg gespielt haben und mit Julian Schuster dann einen Trainerkollegen gehabt haben, der auch gerade dann im Hintergrund dann, ob das dann mit Loic war oder auch generell im Gespräch, sehr viel uns auch mitgegeben hat, was uns in der Bundesliga erwartet, dann ist es total hilfreich, auch die Dinge dann zu hinterfragen oder nochmal anders drauf zu schauen.

Wir haben aber auch am am dritten Spieltag ja nicht so einen ganz erfolgreichen Ausflug nach München gehabt und als ich dann aber im Nachgang mich mit Vincent noch ausgetauscht habe und er dann auch davon gesprochen hat, er war auch Aufsteiger in England und er weiß genau, wie es ist, wenn du, 5-0 verlierst, aber nächste Woche da geht es halt nochmal geht es wieder bei 0-0 los und es geht weiter und den Moment, wenn er dann davon gesprochen hat, dass meine Aufgabe als Trainer ist.

Den Jungs halt am Freitag wieder spätestens das Gefühl zu geben, okay, wir gewinnen morgen das Spiel, dann hast du als Aufsteiger schon verdammt viel erreicht. Und diese Kleinigkeiten, die haben sich dann über die gesamte Saison gezogen und das waren dann mal Themen außerhalb des Platzes. Wenn ich jetzt noch an Niko Kovac denke, der mir extrem imponiert hat in seiner ganzen Klarheit und auch Souveränität, gerade nach dem späten Ausgleichstreffer dann für uns auch hier im Hinspiel, das hat sehr viel mit Klasse zu tun.

Und der Weg, den Hoffenheim eingeschlagen hat mit Christian Ilse, der auch offen ist für einen Austausch, den man dann auch außerhalb der Saison dann nochmal vollziehen kann. Das sind so kleine Momente, wo du einfach als junger Mensch einfach merkst, okay, die Bundesliga, da geht es ja nicht nur um den harten Wettbewerb.

Klar, wenn der Schiri anpfeift, dann schon. Aber am Ende sind doch irgendwie alle Trainer gleich. Und das schätzen wir sehr. Als junges Trainerteam sind wir immer wieder offen für. Und ja, ich freue mich schon auf die Neusung und auf diesen Austausch. Nicht genannt hast du deinen ehemaligen Kollegen Daniel Thun, von dem wir übrigens auch ganz herzlich grüßen sollen und dann zu dem du natürlich trotzdem ein sehr besonderes Verhältnis mutmaßlich immer noch hast.

Ist er auch jemand, mit dem du dich weiterhin austauscht? Also ich weiß, dass ihr euch privat austauscht und so, ihr kennt euch so lange, aber er war ja immer dein Cheftrainer, du warst dein Co-Trainer. Den du dann auch mal eine fußballspezifische Frage stellst, den du um Rat fragst oder ist das jetzt nur noch auf einer privaten Ebene?

Ja, ich glaube, jetzt war es zu intensiv, was natürlich die Saisonziele beider Mannschaften angeht, dass wir da jetzt nochmal den Moment gefunden haben, um dann Ruhe zu quatschen. Das werden wir sicherlich jetzt auch im Urlaub machen. Da freue ich mich auch schon auf den Austausch, wenn man uns da schon für verabredet.

Aber dann geht es, glaube ich, eher um. Um Führungsthemen, um generelle Themen, die vielleicht ein bisschen übergeordneter sind, als jetzt, ob Vierer- oder Fünferkette gespielt wird. Und natürlich sprichst du dann auch mal über den einen oder anderen Gegner oder die eine oder andere Qualität, die andere Mannschaften haben oder vielleicht auch im eigenen Team, was gerade Themen sind.

Aber es war dann von uns beiden natürlich auch so geführt, dass wir wissen, okay, wir kennen uns, aber die Rivalität zwischen dem HSV und Werder Bremen, die ist dann wichtiger und größer als jetzt unsere eigene Person. Und deshalb haben wir versucht, dann auch von beiden Seiten aus das natürlich nicht zum Thema zu machen.

Und ja, am Ende ist ja weiterhin, wie auch dann, ob das dann Tim Walter ist, ob das dann auch Steffen Baumgart ist oder dann auch die verschiedenen Funktionäre, die mich begleitet haben, dann einfach weiterhin ein ganz, ganz wichtiger Mensch in meinem Fußballleben. Lässt du dich eigentlich auch coachen? Also es gibt ja genug Videomaterial auch aus der Kabine, wissen wir ja, spätestens seit der Aufstiegs-Doku, das könnte man ja jemandem vorzeigen und fragen, hey, wie kommt das so rüber?

Also ist das so ein Themenbereich, in dem du dich fortbilden willst oder will man das überhaupt? Ja, es wäre, wenn ich von meinen Spielern verlange, dass unser Mindset sein muss, sich jeden Tag zu verbessern und an Kleinigkeiten zu arbeiten durch tagtägliche Gewohnheiten, die die Kultur betreffen, das Mindset betreffen, dann wäre es glaube ich falsch, wenn wir als Trainerteam und ich auch als Cheftrainer das nicht machen werden.

Und das verlange ich von meinen Trainern, wenn ich dann sehe, wie Loic, ich weiß gar nicht, wie viele Calls man in der Woche machen kann, um im Austausch zu sein mit Trainerkollegen, dann imponiert mir das sehr und ist dann aber auch gleichzeitig wieder ein Hinweis für mich, okay, an Themen zu arbeiten.

Und das sind natürlich, ob das dann Pressekonferenzen sind, ob ich dann im Austausch bin mit, ich habe ja eben schon Philipp angesprochen, der mir da immer wieder Sachen auch spiegelt, ob das externe Themen sind, die Sportpsychologie angeht, die Leadership-Themen sind. Da habe ich schon meine Personen, die mir wichtig sind, die mir auch geholfen haben, gerade jetzt in der Endphase der Saison ein bisschen nochmal ein anderes Mindset anzulegen.

Ich habe dann einen Coach, mit dem ich nicht nur körperlich, sondern auch mental dann zusammenarbeite. Aber du hast auch den Vorteil, dass viele Dinge, wie du schon gesagt hast, gefilmt werden. Ob das bei den Topspielen dann... Die Coach-Cam ist, die 90 Minuten auf dich gerichtet ist. Und da ist Rasmus dann beispielsweise dabei, mir die Materialien dann auch zur Verfügung zu stellen, dass man sich dann einfach mal beobachtet.

Und 90 Minuten sich anzuschauen in einem hochintensiven Fußballspiel, wenn man emotional maximal dabei ist, ist auch eine Erfahrung, die ich vorher so nicht erwartet hätte. Bist du manchmal erschrocken, wenn du dich siehst? Ich glaube, Kloppo hat es mal irgendwo gesagt, habe ich mal als junger Trainer gelesen, dass er, wenn er sich am Spielfeldrand sieht, dass er sich dann fragt, ob er das ist.

Und es sind schon Gesichtszüge dabei, die sind jetzt nicht vergleichbar mit dem Moment, wenn ich mir morgens die Haare mache. Ihr werdet 90 Minuten lang gefilmt und beobachtet. Was ich mich manchmal frage, das ist mir bei dir jetzt nicht so aufgefallen, aber gerade so in der Champions League fällt es mir auf und ich weiß nicht, ob ihr das auch manchmal macht.

Die Trainer und die Spieler, die reden ja die ganze Zeit dann immer mit der Hand vor dem Mund, weil sie große Angst haben, offenbar, dass irgendein Lippenleser aus dem Boulevard oder woher auch sonst genau sieht, was sie da gerade reden. Ist das bei manchen schon so drin, dass das automatisch ist? Oder habt ihr wirklich Angst?

Weil ich kann mich gar nicht an so viele Bildgeschichten erinnern, wo ein Lippenleser da beauftragt worden ist. Aber es macht jeder. Und ich frage mich, warum. Vielleicht eine Kompetenz, an der ihr noch arbeiten könnt oder müsst. Ja, absolut. Also ich finde es jetzt nicht verwunderlich, Ich jetzt einem Spieler, wenn vor mir der unser rechter Schienenspieler ist und ich will dem nochmal mitgeben.

Auf dem zweiten Pfosten vielleicht dann eher von innen den Gegenspieler zu überholen, dass man dann versucht, darauf zu achten, dass das vielleicht nicht dann die gegnerische Bank sieht oder ein Analyst, der vom Gegner das Spiel dann auch sieht. Ich glaube, es hat sich aber dann ehrlicherweise auch einfach durch, wie es bei vielen Dingen ist, so eingebürgert, dass wenn du es in der Champions League siehst als kleiner Junge vorm Fernseher, dann machst du es automatisch.

Das war ein spannendes Phänomen, was entstanden ist. Der moderne Fußball. Videos gibt es ja auch ganz viele von dir bei YouTube, von den Pressekonferenzen. Und mein Eindruck ist, du beherzt dich das ganz gut, vor allem im Vergleich zu deinen Vorgängern, diese Zeit auch mal zu nutzen für eigene Botschaften.

Zum Beispiel habe ich so diesen Moment mit Ransford-Königsdörfer in Erinnerung, als du dann wirklich noch mal aktiv in der Öffentlichkeit Werbung für seine Vertragsverlehrung gemacht hast. Unser Kollege Henrik Jakobs hat hinterher von einem flammenden Plädoyer gesprochen, das du in dem Moment abgegeben hast. Am Ende hat er sich dann trotzdem für Mainz entschieden, wohl auch schon wenige Tage später.

Warst du enttäuscht von seiner Entscheidung oder hat er dir die auch persönlich dann nochmal kommuniziert? Ja, wir haben in der Pro-Lizenz, noch gar nicht so lange her, aber auch natürlich viel über das Thema Medien gesprochen. Und wenn man nur das Negative und den Feind quasi auf der anderen Seite sieht, dann soll es nicht mein Ansatz sein.

Und mir ist wichtig, dann den Menschen, die dann mit dem HSV die Berichte lesen, die Pressekonferenzen sehen, dass sie auch von uns natürlich eine Botschaft bekommen. Und am Ende, ob es dann die Spieler sind, ob es die Mitarbeitenden sind, ist schon wichtig, das dann auch dafür zu nutzen, trotzdem aber natürlich immer authentisch.

Und bei Renzi war es klar so, ich habe auf meine Art und Weise versucht, dann nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch dann ihm gegenüber mit allem, was ich habe, ihm aufzuzeigen, was wir mit ihm vorhaben. Wusste aber auch durch das gute Verhältnis, was ich mit Renzi habe, dann schon relativ früh, ob das dann im vergangenen Sommer war oder auch dann zum Winter hin, um seine Gedanken, um die Dinge, die ihn dann nicht nur als Sportler, sondern auch als Privatmensch dann antreiben und die ihm wichtig sind.

Deswegen war es natürlich eine Enttäuschung, die da war, als er mir dann im Vier-Augen-Gespräch mitgeteilt hat, dass sein Weg woanders hingeht. Und trotzdem hat es mir auch viel bedeutet, welche Worte er dann nochmal gefunden hat. Dann nicht nur da im Gespräch, sondern ja auch dann über die sozialen Medien sich nochmal so expliziter noch namentlich beim Trainerteam zu bedanken und, ja, das macht dann auch was mit einem, weil am Ende geht es nicht nur darum, wenn man sich jeden Tag sieht, dass man den Ball ins Tor schießt oder.

Inhaltliche Dinge umsetzt, sondern es geht auch um den zwischenmenschlichen Umgang und der ist mit ihm immer hervorragend gewesen, deswegen wünsche ich ihm persönlich auch nur das Beste und hoffentlich dann nicht nur in der neuen Saison, sondern jetzt auch schon im Sommer. Was sich viele Fans gefragt haben am letzten Spieltag, diese Zusage an Mainz, die stand ja ein paar Tage vorher, ich glaube, zehn Tage vorher oder sowas.

Er hat dann am letzten Spieltag nicht mehr gespielt. War das der Grund oder hatte das andere Grund? Nein, es war einfach, dass er am Morgen, also er war eingeplant, er war ja auch mit in Leverkusen, also in Köln im Hotel, hat dann aber am Morgen über Unwohlsein sich da quasi dann drüber beklagt, dass er nicht ganz irgendwie dann bei 100 Prozent ist.

Und für mich war es dann wichtig, wir wollten mit aller Macht das Spiel gewinnen und wollen keine Abschiedsgeschenke verteilen, dass dann jemand nochmal drei Minuten eingewechselt wird und nochmal Danke sagen kann und nochmal zu den Fans winken kann. Sondern wir wollten mit aller Macht das Spiel gewinnen und ein gutes Spiel machen, haben jetzt am Ende den Punkt geholt, ein aufopferungsvolles Spiel gezeigt.

Und dafür brauchte ich halt Jungs, die bei 100 Prozent waren. Sollen jetzt im Sommer ja mal mindestens zwei neue Stürmer kommen. Sucht ihr als HSV jetzt einen Stürmertypen vom Profil her, der den Qualitäten Renzys ähnelt? Ja, wir haben jetzt eine Saison-Nachanalyse auch im Trainerteam natürlich vollzogen, was alle Bereiche angeht, wo die Jungs, die dann in den verschiedenen Bereichen dafür zuständig sind, nochmal alles analysiert haben, hinterfragt haben.

Jede einzelne Angriffsphase wurde dann von Loic, Richie und Max nochmal im Video angeschaut und das war schon sehr beeindruckend, was dann auch dabei herauskommt. Und daraus ableitend haben sich natürlich Themen aufgemacht, auch für die Kaderplanung, die wir dann, mit Klaus, mit Sebastian Dirschel, aber natürlich auch mit Kathleen dann schon besprochen und thematisiert haben, um da auch einfach eine klare Idee nochmal zu vermitteln, was wir im nächsten Jahr von der Mannschaft sehen wollen, wie wir Fußball spielen wollen und deshalb ist es auf jeden Fall ein Thema, was für uns wichtig ist, was natürlich auch die vordere Position angeht. Rancy hat, glaube ich, Da mit der Flexibilität, die er hat, sich in unterschiedlichen Räumen gut zu

positionieren, gleichzeitig aber auch eine Schnelligkeit und Athletik vorzuweisen gegen den Ball. Sehr umfassendes Profil, aber das ist ja das Schöne bei all der Enttäuschung, dass er nicht mehr da ist, wenn wir als HSV auch im neuen Jahr oder in der neuen Saison wieder gute Spieler finden, die die Dinge umsetzen können, die sich das Trainerteam dann überlegt.

Ich weiß nicht, ob du uns ein paar Insights aus dieser Kaderplanung verraten magst, weil das interessiert mich tatsächlich ziemlich. Ich kann mich nämlich erinnern, dass nach der Aufstiegssaison, wo ganz Hamburg noch im Jubeltrubel Heiterkeitsfeeling war, da hattet ihr auch so eine Kaderplanung und eine Nachbetrachtung der Saison davor und habt ganz klar gesagt, also wenn ich jetzt ein Wort mir raussuchen würde, was so die Überschrift sein könnte, dann meine ich mich zu erinnern, dass das Geschwindigkeit war, dass ihr auf jeden Fall auf mehr Geschwindigkeit setzen wollt.

Und es wurde auch ganz offen kommuniziert, damals durch den damaligen Sportvorstand Stefan Kunst, noch im Rathaus, dass es einen größeren Umbruch geben wird und ihr müsst auf jeden Fall mehr Geschwindigkeit reinbekommen. Und genauso kam es dann ja auch. Das hat man dann im Transfersommer danach gesehen.

Was sind jetzt so die Learnings aus der letzten Saison, die du vielleicht schon anreisen darfst, magst? Ja, mögen. Also sehr gerne, wenn du so nachfragst. Es ist, glaube ich, wichtig, dass wir gemerkt haben, okay, wie wir Fußball spielen können in der ersten Liga, in den unterschiedlichen Phasen. Also es wird ja dann häufig davon gesprochen, weil ich es natürlich auch gerne nach außen kommuniziere, dass das Verteidigen für uns an oberster Stelle steht.

Und das ist bei allen Mannschaften in der Bundesliga so, weil es einfacher ist, ein Spiel zu gewinnen, wenn du erstmal kein Gegentor bekommst. Am Ende sind wir, glaube ich, aber auch in der Ballbesitztabelle auf Platz 10 gelandet. Ob das dann auch in Frankfurt war, ob das in Leverkusen war, immer wieder Momente zur richtigen Zeit, wo wir dann auch Fußball spielen wollen.

Also diese Flexibilität, sowohl gegen den Ball gut zu arbeiten, als auch dann mit dem Ball zu agieren, die braucht unser gesamter Kader und natürlich auch die Spieler, die jetzt hinzukommen. Aber das Verteidigen, Geil zu finden, das hilft schon, wenn wir daran denken, was neue Spiele angeht. Und natürlich ist es, Stefan hat es ja gerade auch schon angesprochen, so in der vorderen Position, dass wir jetzt unsere Erfahrungen in dieser Saison gemacht haben, was einzelne Spiele angeht, da jetzt auch einen Abgang dann noch haben, der schon fix ist.

Und deshalb brauchen wir auf jeden Fall Spieler, die in den unterschiedlichen Profilen, die wir jetzt festgelegt haben, dann maximale Qualität aufweisen müssen. Die sind klar definiert, die Profile. Da gibt es auch von Trainerseite aus jetzt nicht ein Entweder-Oder, sondern es ist klar, wie wir agieren wollen.

Und gleichzeitig muss das Schlagwort einfach Intensität sein. Und Intensität definiert sich dann nicht nur am Ende in der Kilometeranzahl der Mannschaft, was sie gelaufen ist, sondern die Intensität definiert sich in der Stabilität in Zweikämpfen. Die Intensität definiert sich über schnelle Umschaltmomente im Kopf, wenn der Ball im Aus ist.

Und dass wir einfach mit mehr Power Fußball spielen wollen, das muss auf jeden Fall dann auch in der Planung der neuen Mannschaft dann auch immer wieder den neuen Spielern zugrunde gelegt werden. Du hast ja als Trainer das Kunststück geschafft im vergangenen Sommer als Aufsteiger eine Mannschaft, die eine klassische Ballbesitzmannschaft ist in der zweiten Liga.

Umzumuddeln in eine Umschalt-Fußball-Mannschaft. Und das ist dir super gut gelungen. Jetzt als Laie würde ich vermuten, aber ich weiß nicht, ob das stimmt, deswegen die Frage an dich. Jetzt habt ihr eure Erfahrungen in der ersten Leer gemacht, habt das ziemlich gut gemacht. Und ist es jetzt so, dass man sagt, jetzt wollen wir wieder ein bisschen mehr, noch mehr hin zum Ballbesitz und dann weniger Umschalt?

Oder weil Umschalt so gut geklappt hat, bleiben wir dabei und verfestigen das? Also wie ist da der Plan? Ja, wir haben für alle Spielphasen einen klaren Plan, wie wir agieren wollen. Und das ist immer unterschiedlich auch davon, was der Gegner einem anbietet. Wenn eine Mannschaft jetzt dich maximal aggressiv hochpresst, dann wäre es alles im Eins gegen Eins.

Dann wäre es ziemlich unclever, wenn wir meinen, wir müssten jetzt alles rausspielen und sind die Könige des Flachpassspiels. Und gleichzeitig gibt es aber auch Teams, die vielleicht ein bisschen kompakter verteidigen, wo es dann wichtig ist, Lösungen auch gegen Mann- oder raumorientierte Mannschaften zu finden.

Und deshalb kann ich dir jetzt nicht sagen, wir wollen nur so oder so spielen. Fest steht, das Verteidigen muss eine Grundlage sein. Gezielter Ballbesitz-Fußball wird dann aber auch eine Rolle spielen. Deshalb haben unsere Jungs dann auch in den einzelnen Bereichen, wie ich es eben schon angesprochen habe, dann riesen Entwicklungsschritte genommen.

Als Mannschaft in den Selbstverständnis, wenn ich an Rambo oder Zambi denke, die im Zentrum das Herausragend gut gesteuert haben. Und deshalb wird es ein Mix wieder sein. Aber klar ist, Intensität muss gemeinsam wie mit Umschaltphasen dann immer dabei sein. Und helfen tut sicherlich auch, dann vielleicht nochmal einen Blick dann auch weiter hinaus zu werfen oder mal aus der HSV-Bubble rauszukommen.

Loic hat es jetzt die Tage über nochmal herausgestellt, dass Paris, die jetzt ja nicht chancenlos sind im Champions-League-Finale, wieder Meister geworden in Frankreich, tollen Fußballspielen, dass sie seit Mitte März keinen einzigen Torwartabschluss mehr flach rausgespielt haben. Und das ist schon eine interessante Thematik.

Ich war auch selbst beim Champions-League-Halbfinale in München vor Ort. Und da müssen wir vielleicht auch als HSV dann so ein bisschen raus aus dieser Zweitliga-Fußball-Bubble, wo man dann sagt, man muss jetzt alles rausspielen, weil der moderne Fußball, der entwickelt sich weiter und da wollen wir gerne Teil von sein.

Paris schlägt da dann viele Abstöße auch vor allem in Seiten aus oder direkt nach dem Anstoß machen sie das ja auch sehr gerne. Ich meine auch im Halbfinale in München waren es mehr als 20 Abschläge, die im Aus landeten. Bin ich mal gespannt, ob das Velfaro dann auch in ähnlicher Art und Weise zu sehen sein wird.

Aber mal ganz ernst nachgefragt bei eurer Saisonanalyse, wo habt ihr den größten Verbesserungsbedarf für euch ausfindig gemacht? Ja, wir haben alle Bereiche durchleuchtet und das ging los bei, passt die Struktur, die wir im Training haben, passen die Abläufe, die wir tagtäglich haben mit dem gesamten Stuff, ist das Licht in der Kabine hell genug oder müssen wir am Mittagessen was ändern?

Also du kannst jetzt nicht sagen, dass wir gesagt haben, okay, das ist der eine Kernbereich, den wir unbedingt umstellen müssen, weil sonst wäre es fahrlässig von uns gewesen, das jetzt noch nicht anzugehen. Aber natürlich sind, ob das dann einzelne Arbeitsbereiche sind oder halt die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, sind das Themen, die da mal ein bisschen gewichtiger am Ende auch bewertet werden.

Und wie ich es gerade schon angesprochen habe, das Thema Intensität, das Verhalten nach Ballverlust, auch selbst nochmal zu bestimmen können, okay, wie viel wollen wir eigentlich hoch im Angriffspressing unterwegs sein? Ja, das sind sicherlich Themen, die dann jetzt sowohl in der Kaderplanung als auch in der Art und Weise, wie wir ab Sommer wieder starten wollen, dann für uns als Trainer nochmal deutlich wichtiger sind, die aber natürlich auch mit der Mannschaftszusammenstellung zu tun haben.

Wir haben sehr, sehr qualifizierte und tolle Spieler in den vergangenen Jahren und auch in diesem Jahr dann gehabt. Da wird sich auch wieder ein bisschen was verändern. Aber dann halt eine Idee zu haben, wo wir hinwollen, eine Vision zu haben und da dann auch nachzuhandeln, das ist für uns jetzt dann elementar.

Dein Schlagwort war ja Intensität plus Verteidigen und idealerweise auch noch ein bisschen Ballbesitzer auch möglich sein. Also ich würde jetzt vermuten, dass dein Lieblingsspieler müsste eigentlich Kapalde sein, weil es gibt kaum einen, der so Bekloppt verteidigt über den ganzen Platz mit einer Intensität, die ich noch nie gesehen habe und dann aber auch mit dem Ball was anzufangen weiß.

Der hat jetzt in dieser Saison meistens fast immer als rechtes Glied der Dreierkette gespielt. Wie planst du in der kommenden Saison, kannst du das schon sagen, mit ihm? und planst auch wieder mit dem gleichen System, also auch Dreierkette. Ja, wir werden jetzt an unserer Fünfer-Dreierkette erfolgstechnisch, aber auch aus einer absoluten Überzeugung heraus dann nichts ändern.

Ob das dann anders gestaltet, was die Pressinghöhen angeht, was im Ballbesitz das Verhalten der einzelnen Spieler angeht. Ich glaube, das ist ja auch dann jedem klar, dass es dann keine Fünferkette oder Dreierkette bei uns ist, die statisch einfach nur hinten parkt, sondern das hat Kappi ja angesprochen.

Auf der anderen Seite mit Jordan oder Wamed war es auch so, Daniel Fadli, die das sehr mutig dann interpretiert haben, so wie wir uns das vorstellen. Und bei Kappi wird es so sein, dass sie erst mal. Tagtäglich und beim Einschlafen und beim Aufwachen jetzt nur daran denke, dass vielleicht der Geistesblitz dann in Argentinien auch ankommt, dass er im Sommer nicht ganz so viel Urlaub hat.

Da wünsche ich ihm wirklich dann maximalstes Glück, was man jetzt vielleicht dann auch in der Situation haben muss, dass der Traum wahr wird. Und dann wird er ein ganz elementarer Spieler wieder sein, aufgrund der Attribute, die du auch gerade passend dann beschrieben hast. Hinten drin in der Dreierkette, vielleicht auch mal auf der Schiene, hat er jetzt auch gemacht, aber das müssen wir dann mal sehen, wie die Mannschaft dann am Ende auch aussieht.

Eine Nachfrage, bei ihm ist es ja wahrscheinlich so, dass der auf der Kippe steht im argentinischen Kader, weil er wird sich sehr, sehr freuen, wenn es klappt. Da das ein Spieler ist, der auf der Kippe steht, ruft dann der argentinische Nationaltrainer auch mal bei dir an und fragt nach, wie siehst du denn den Capaldo?

Und so, oder ist das Quatsch? Wäre auf jeden Fall interessant, wenn man da mal in Austausch gehen könnte. Ich glaube, die Erfolge, die in den letzten Jahren dann in Argentinien da waren und waren herausragend. Aber ich glaube, sie können Kapi jetzt auch schon selbst sehr, sehr gut einschätzen. Und wir wissen, weil ich auch mit Nikolas dann engem Kontakt bin, dass das...

Die Möglichkeit auf jeden Fall gegeben ist, dass nicht mehr viel fehlt, dass es wirklich so sein kann, dass es am Ende klappt, und dann haben sicherlich die Leistung und vielleicht auch die neue Position, die er jetzt in dieser Saison auch kennengelernt hat. Dann dazu beigetragen und das ist dann vielleicht eher der Anteil, den wir als Trainerteam leisten konnten, dass er diese Möglichkeit jetzt bekommt, als dann ein überzeugendes Gespräch es tun würde.

Ich finde, diese Attribute, die ihr beiden jetzt schon aufgezählt habt, also Intensität, Verteidigen, aber auch Qualitäten im Ballbesitz, die hat ja auch Yusuf Paulsen. Und als der Transfer vor knapp einem Jahr verkündet wurde, habe ich persönlich gedacht, okay, das ist eigentlich der optimale Ersatz für Davy Selke, weil er auch gerade zu eurer neuen Idee in der Bundesliga Vorrang passt.

Würde ich auch nach wie vor so unterstreichen. Jetzt war es aber so, dass sein Körper einfach ein bisschen was dagegen hatte. Er hatte nun mal mit mehreren Verletzungen zu kämpfen gehabt. Ist viel ausgefallen, du konntest ihn selten berücksichtigen. Wie plant man jetzt mit dem Spieler Yusuf Paulsen für die neue Saison?

Also du musst ja auch irgendwie gucken, wie kann ich ihn auch sportlich integrieren? Das eine ist ja, wie wichtig er für die Kabine ist, das hast du ja mir einfach geschildert, auch glaubhaft, aber das andere ist ja, dass du ja auch gucken musst, okay, auf wen kann ich hier eigentlich auch auf den Platz setzen?

Ja, ist auf jeden Fall eine herausfordernde Situation, weil natürlich die Verfügbarkeit eines Spielers am Ende auch eine Qualität ist, die die Trainerarbeit stark beeinflusst. Und wir haben es in dieser Saison geschafft, Jetzt unabhängig von Jussi, dass die Verletzungstage, deshalb auch da nochmal einen Riesendank an Basile, Sebastian Kapell, Jan Hasenkamp, aber auch die gesamte medizinische Abteilung, dass die Verfügbarkeit eines Spielers auch über den Erfolg entscheidet.

Und gerade die Phase, die wir dann auch hatten im zweiten Verlauf der Rückrunde. Die war dann auch davon geplagt, dass nicht mehr so viele Spieler dann auch zur Verfügung standen und dass man gemerkt hat, wenn die Jungs ausfallen, dass es dann einfach ohne... Ohne Luka, ohne Kappi, ohne Zambi einfach bei uns ein anderes Spiel dann auch wird.

Und das ist natürlich ein Riesenthema, was Jussi selbst vor allem dann auch beschäftigt. Und für mich ist da wichtig, dass wir klar und offen dann über seine Rolle und die Situation dann sprechen. Dafür werden wir uns die Zeit dann nehmen oder haben sie uns dann teilweise auch schon genommen. Und natürlich musst du, und dafür ist er auch erfahren genug, das auch dann einfach in der Kaderplanung berücksichtigen, dass er jetzt das eine oder andere Thema in dieser Saison schon hatte, was die Verfügbarkeit angeht.

Und gleichzeitig ist es für mich als Trainer aber auch so, wenn ich jetzt in Leverkusen sehe, wie er eingewechselt wird und wie er brennt für die Sache, dann wünsche ich mir einfach, dass wir noch viel, viel mehr von ihm sehen können. Ich hoffe, dass die Umstellung auf dieses einmal pro Woche das Spiel, fünf Trainingstage, das hat er auch 15 Jahre in Leipzig gefühlt, dann nicht gehabt, dass das jetzt auch dann nochmal für eine Anpassung bei ihm sorgt.

Und wir sind trotzdem aber auch nicht blind, dass wir jetzt sagen, das wird schon gut gehen, sondern wollen natürlich auch Entscheidungen treffen, die dann am Ende zum Erfolg führen. Du hast es eine riesen Herausforderung genannt. Wir haben jetzt schon lange genug am Anfang über die Herausforderungen dieser Saison mit Bobby Glatzel gesprochen.

Ich vermute mal, und du darfst mich gerne korrigieren, eine größere Herausforderung in der Rückrunde war dann auch für dich der Fall mit Jean-Luc, mit Dompey, der dann einmal sehr doll aus der Reihe getanzt ist. Ihr habt auch sehr klar dann mit ihm kommuniziert. Und trotzdem, du hast ja ein, ich glaube, das kann man so sagen, besonderes Verhältnis immer als Trainer mit ihm gehabt, warst du von ihm persönlich enttäuscht und wie kann man sowas im Gespräch als Trainer dann seinem Spieler klar machen?

Klar ist man, wenn man viel Zeit miteinander verbringt, wenn man viele schöne Momente geteilt hat, wenn man aber auch Momente hatte, die dann nicht so ganz so angenehm waren in der Vergangenheit. Natürlich ist man dann persönlich auch betroffen und ich glaube, das sollte auch meine Arbeit als Trainer immer ausmachen, dass man ein gutes Verhältnis zu dem Menschen, der hinter dem Spieler steht und der viel wichtiger ist als die sportliche Qualität ist.

Dass das Verhältnis einfach in dem Moment natürlich auch darunter leidet, weil meine Aufgabe dann nicht nur ist, den Einzelnen glücklich zu machen oder zu verstehen, sondern das Gesamtgefühl der Mannschaft, aber vor allem auch HSV im Blick zu haben und zu managen und über inhaltliche Arbeit dann auch zum Erfolg zu führen.

Und da hat er sich selbst, aber vor allem der Mannschaft und dem Verein natürlich in dem Moment extrem geschadet, weil es sowohl dann zum Zeitpunkt, Der Zeitpunkt ist nie gut, aber nach einem Derby, was man nicht erfolgreich bestreitet, ist es sicherlich noch einen Tick ungünstiger. Und am Ende war es dann auch einfach eine verdammt fahrlässige Situation, wo noch viel, viel mehr hätte daraus entstehen können, als vielleicht dann Geld strafen oder einen Zug vom Führerschein.

Und deshalb ist seine Verantwortung als Sportler, als Profi, aber vor allem dann natürlich auch als Familienvater in dem Maße, dann ist er der nicht gerecht geworden. Und deshalb war es ähnlich, wie wir es jetzt eben mit den anderen Themen standen, sicherlich ein Moment, wo man dann merkt, dass Adrenalin im Körper auf jeden Fall noch fließt.

Eine Sache, bei dem Fall Dompey habe ich mich tatsächlich im Nachhinein gefragt und die Frage hatte ich auch vergessen damals zu stellen, als es ja sogar eine extra Pressekonferenz dazu gab. Aber es war ja so, dass er vor dem Bayern-Spiel erst mal zwei Tage nach dem Vorfall trainiert hat bei euch. Dann gab es am Mittwochabend den ersten Pressebericht und dann ist er ab Donnerstag suspendiert worden.

Donnerstagnachmittag war dann auch die PK mit dir. Hast du erst durch die mediale Berichterstattung davon erfahren, am Mittwochabend, dass das überhaupt passiert ist? Wir wussten, dass es einen Vorfall gibt und ich wurde natürlich auch dann im Zuge der Ermittlungen der Dinge, die da stattgefunden haben, dann von Vereinsseite aus dann darüber informiert.

Es war jetzt aber nicht so, dass wir, sag ich mal, vier Tage Vorbereitungszeit hatten darauf, was dann kommt, sondern dass es sich dann schon Schlag auf Schlag dann auch abgespielt hat und dann eins nach dem anderen kam. Und vielleicht ist das dann auch der Moment, den du gerade angesprochen hast, Kai, mit der Enttäuschung, dass Fehler zum Leben immer dazugehören und keiner von uns ist fehlerfrei.

Aber es geht dann halt einfach um den Umgang damit oder vielleicht auch den Moment dann zu sagen, ey, ich habe Scheiße gebaut und können wir uns mal kurz unterhalten und wie kannst du mir helfen? Und das hat in dem Maße dann auch nicht stattgefunden, was dann sicherlich nochmal zu einer größeren Enttäuschung auch geführt hat.

Jetzt war Jean-Luc immer davor ein super wichtiger Spieler bei euch, weil er auch extrem gut sportlich performt hat natürlich. Danach nicht mehr. Man hat jetzt manchmal zwischendurch das Gefühl, das ist aber auch gar nicht mehr so genau diese Position, die er immer vorher gut ausgefüllt hat, dass es die bei dir im Moment in dem System so gibt.

Also wie plant ihr jetzt eigentlich zukünftig mit ihm? Er hat ja noch ein Jahr Vertrag. Genau, er ist sicherlich einer der Gründe gewesen, warum wir am Ende aufgestiegen sind durch die Unterschiede, die er machen kann. Wir haben auch im Zuge der Saisonvorbereitung, wo wir einen sehr starken John Luke dann auch gesehen haben der dann leider verletzungsbedingt dann auch die Saison immer wieder geplagt war, und nicht, so wie er auch selber dann uns gegenüber geäußert hat, einfach nicht bei 100% dann auch war und das hilft natürlich einem Spieler, der im 1 gegen 1 funktioniert, dann weniger gut, und jetzt ist es ehrlicherweise auch so, dass sich natürlich der Fußball, unser Fußball dann auch der ersten Liga angepasst hat und vielleicht dann nicht

mehr seine Stärken so häufig aufgrund der Ballbesitzanzahl unserer Mannschaft, aufgrund vielleicht dann auch der Qualität der gegnerischen Verteidiger nicht mehr so häufig. Von uns genutzt wurde oder er es zeigen konnte und deswegen ist es auf jeden Fall so, dass wir eine gewisse Grundlage von ihm einfach brauchen, was die angesprochenen Themen angeht, ob das dann Intensität ist, ob das Verteidigungsbereitschaft angeht, die er auch gezeigt hat.

Also wenn ich ans Hinspiel jetzt gegen Dortmund denke, wo er ein herausragendes Spiel gemacht hat, auch auf der Position, also die Position, die gibt es auf jeden Fall noch, aber am Ende liegt es an jedem Spieler selbst, was er daraus macht und wie er auch dann die Trainerentscheidung beeinflusst. In den meisten Spielen in der Rückrunde habt ihr dann ja eher so mit zwei Stürmern vorne gespielt und einem klassischen Spielmacher dahinter.

Und dann haben vielleicht eher die Schienenspieler so die Breite besetzt. Also diesen klassischen Flügelstürmer Dom P, der wirklich an der Seitenlinie lauert und dann so mit seinen kleinen, schnellen Tippel-Schrittchen auf den Gegner zudribbelt. Die gab es ja in der Form jetzt in der Rückrunde zumindest nicht mehr.

Dadurch hat aber Fabio Vera nochmal einen Step nach vorne gemacht. Also da habt ihr dann schon auch eine Lösung gefunden, wie man seine Stärken noch besser zur Geltung bringen kann. nämlich als klarer Zehner hinter zwei Spitzen, ist dann selbst torgefährlichen Erscheinungen getreten. Ich meine fünf Rückrundentore alleine nach einem Tor in der Hinrunde, also wirklich sehr starke Bilanz.

Es ist ja bekannt, dass ihr ihn gerne halten möchtet. Für dich stehen jetzt in diesen Wochen die Spielergespräche an. Hast du auch mit Fabio schon in Teams Call verabredet oder wie wirst du mit ihm jetzt über den Sommer in Kontakt bleiben, um dann vielleicht nochmal so ein, zwei Prozente bei ihm auch herauszukitzeln?

Ja, das haben wir im Vorwege schon versucht, da jegliche Prozentzahlen nach oben zu treiben. Ja, Fabio hat auch dann, wir haben ja als Mannschaft dann nochmal das Spiel der Mädels auch im Volksparkstadion verfolgt, wo sie dann den Klassenerhalt erreicht haben. Und dann hatte Fabio ein paar Stunden Zeit, die er noch bei uns im Stadion verbracht hat, bevor er dann auch in seinen wohlverdienten Urlaub geflogen ist.

Und den Moment hat er dann genutzt, um sich auch dann nochmal persönlich von Loic und mir dann erstmal in den Urlaub zu verabschieden, aber auch um nochmal Worte zu finden, die, Ja, ihm auf dem Herzen lang, was jetzt die Saison anging, weil es vorher für ihn keine einfache Zeit war. Er dann so ein bisschen raus war durch die ganze Thematik Arsenal, Porto und so richtig.

Dann funktioniert, was seine Qualitäten angeht, hat er dann nicht mehr. Und das weiß er definitiv hoch anzuerkennen. Das hat er auch so geäußert, dass das Vertrauensverhältnis, was wir von Anfang an hatten, aber trotzdem auch das Einfordern, was wir von ihm brauchen, und dass halt eine gewisse Leistung gegen den Ball auch jedem Zauberfuß dann hilft.

Das hat er nochmal sehr wertschätzend uns gegenüber geäußert und ich habe ihm da auch nochmal klar versichert und ja, wir sind ja auch hier unter uns, dass man dann einfach, wenn sich eine Möglichkeit bietet, die realistisch umzusetzen ist, dass der HSV in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten sicherlich keinen Spieler hatte, der so den Unterschied machen kann und dass das auch unsere Aufgabe ist, da dann alles für zu tun.

Es gleichzeitig aber auch dann in einem wirtschaftlichen Rahmen sein muss, der einfach die Ziele des Vereins und der Mannschaft dann nicht gefährden. Und da haben wir sehr kompetente Leute bei uns im Verein und auch auf Fabius Seite, die dann versuchen, eine Lösung zu finden. Und dann habe ich da vollstes Vertrauen in die handelnden Personen, dass wir da gute Lösungen finden.

Luka Wuskowitsch hat seinen eigenen Verbleib bei 0,1, glaube ich, beziffert. Also der wird nicht hierbleiben. Schade, sehr schade. Ganz Hamburg findet er schade, aber es ist, wie es ist. Und so ist Fußball. Bei Fabio Vera, so klickt es auch ein bisschen und so klang es auch bei ihm, bei seinen Worten.

Der schätzt das sehr, was er hier hatte ein Jahr lang. Ihr schätzt ihn sehr. Wenn man jetzt so auch das irgendwie zahlenmäßig beziffern müsste, dann klingt das und verbessere mich gerne so bei 10 Prozent. Also deutlich besser als bei Luka, aber auch nicht so richtig super gut. Ja, also ich würde mich jetzt nicht auf eine Prozentzahl festlegen, weil dafür müsste ich dann nochmal mit Klaus und Katlin sprechen, aber das ist glaube ich aber auch völlig klar, dass wenn die Ausflugsklausel so utopisch ist für uns als jetzt in dem Fall im zweiten Jahr als Aufsteiger, dann ist das auch glaube ich völlig normal, das war von vornherein aber klar, deswegen habe ich jetzt in den vergangenen Wochen auch nochmal gerne,

Den Spruch, den ich irgendwo gelesen habe, dann gewählt mit dem, dass es nicht so sinnvoll ist, sich in Leihspieler zu verlieben, weil klar ist, dass sie nicht mehr da sein werden oder aller Voraussicht nach nicht. Und trotzdem denke ich gerne an seine unfassbaren Momente zurück und die bleiben auch. Und das ist ja das Schöne am Fußball.

Wir werden auch am ersten Spieltag oder in der ersten Pokalrunde dann elf Spiele auf dem Feld haben, die alles für die Raute geben werden. Und dann haben wir da wieder Potenziale, die dann vielleicht auch den einen oder anderen Fan das Herz höher schlagen lassen. Der Podcaster Tommy Schmidt war das, der genau diesen Satz gesagt hatte, den du gerade zitiert hast.

Für dich ist es ja trotzdem jetzt auch ein bisschen eine schwierige Situation, weil du wahrscheinlich erst sehr, sehr spät erfahren wirst, ob Fabio Veras Rückkehr nach Hamburg dann nochmal klappt. Du musst die Vorbereitung erstmal ohne ihn angehen, du musst auch ein Stück weit zweigleisig planen, also auch ohne ihn vor allem planen.

Wie willst du das für dich angehen, Unterschiedsspieler wie Vieira und Luka Wuskowitsch zu ersetzen? Die waren ja ein Stück weit ein Cheatcode im Abschiedskampf, stehen jetzt möglicherweise nicht mehr zur Verfügung in der neuen Saison. Wird also auf andere Stärken ankommen? Wie gehst du das an für den Fall, dass beide wirklich nicht nochmal für den HSV auflaufen?

Ja, mit der absoluten Überzeugung, dass wir wieder Spieler finden, die Stärken haben, die uns helfen werden. Und es geht jetzt nicht darum zu sagen, wir wollen als HSV Luka Wuskowitsch 2.0 finden. Aber wir sind natürlich interessiert, oder Fabio Vera 2.0, aber wir sind natürlich komplett und maximal daran interessiert, einfach qualitativ hochwertige Spieler zu finden, die dann im Einklang sind mit den Themen, die wir nach der Saison jetzt analysiert und festgestellt haben, die zur Kaderplanung passen, die zum Intensitätsthema einfach passen und deshalb.

Wird es darum gehen, qualitativ gute Spieler zu finden, die aber auch als Persönlichkeit dann zum HSV passen und da auch wenn du sagst, schwierig, klar, was ist schwierig, was ist einfach, wenn es einfach wäre, wäre es wahrscheinlich nicht Fußball-Bundesliga und dann auch nicht der tolle Wettbewerb, aber ich bin da ehrlicherweise relativ entspannt, weil ich auch weiß, wie jetzt, ob das unsere Scouting-Abteilung ist, aber auch das Trainerteam, wie die.

Dinge vorbereiten, nachbereiten, welche Gespräche wir führen und da werden wir schon gute Jungs finden, die die am Ende auch wieder in der Lage sind, dann um jeden Punkt in der Bundesliga zu kämpfen. Man soll sich nicht in Leihspieler verlieben, weil manchmal ist es ja auch lieber auf den zweiten Blick.

Das scheint mir zumindest bei Albert Grönnberg so ein bisschen der Fall gewesen zu sein. Der hatte ja nun extrem viel Pech. Da konnte er gar nichts für. Also der hat sich verletzt und dann ist es hinten raus. Aber hat das noch ziemlich, ziemlich gut geklappt. Und gerade so die Attribute, die du uns jetzt genannt hast, mit Intensität und aber auch als Offensivspieler verteidigen zu können und so, Das würde ich jetzt mal sagen, passt alles bei ihm ziemlich gut rein.

Das wäre ein Spieler, der auch in der kommenden Saison dem HSV ganz gut zu Gesicht stehen würde. Definitiv wird er uns sehr gut zu Gesicht stehen. Die Kommunikation zwischen Albert und mir ist relativ klar, was seine Sichtweise angeht, was meine Sichtweise angeht. Und jetzt geht es, glaube ich, eher darum, dass man auf anderer Ebene dann gute und umsetzbare Lösungen findet.

Da sind alle Parteien dann fleißig dabei, das auch hinzubekommen. Aber bei Albert war es ehrlicherweise, weil du jetzt gerade von der Liebe auf den zweiten Blick glaubst, nach außen auf jeden Fall, weil es halt vorher nicht möglich war. Für die Fans. Genau, gesprochen hast. Und für mich war es eigentlich so, dass ich im ersten Training hatte, eigentlich nach dem Training schon zu mir gesagt, Merlin, ich möchte einfach Danke sagen, dass du mir die Chance gibst, dass ich hier sein darf und ich möchte das auf jeden Fall zurückgeben.

Und das hat mich überrascht, dass diese Worte von einem Leihspieler für ein halbes Jahr dann nach dem ersten Training so gewählt worden sind. Aber es beschreibt am Ende seinen Charakter, der extrem viel dazu beigetragen hat, dass wir unsere Ziele erreicht haben. Nicht nur aufgrund der Tore und Vorlagen, sondern vor allem die Energie, die er jeden Tag hat.

Ob das mit den Jungs in der Kabine ist, ob das ein Spaß ist vom Bus zur Kabine beim Auswärtsspiel oder im Hotel. Das tut der Gruppe einfach extrem gut. Ein bisschen Paradiesvogel dabei zu haben, der aber genau weiß, in den entscheidenden Momenten da noch abzuliefern und gerade dann die Umstellung auf eine ungewohnte Position fiel, aber das im Sinne der Mannschaft zu machen, obwohl du weißt, jedes Spiel, was du spielst, kann am Ende dazu führen, dass du vielleicht nicht hier fest verpflichtet wirst oder dass du woanders wieder hingehen musst.

Wo du eigentlich gerne hierbleiben möchtest. Das spricht für den Charakter, spricht für den Jungen und deshalb wäre ich sehr, sehr froh, wenn wir am ersten Trainingstag dann auch ihn bei uns begrüßen würden. Also wir bleiben natürlich bei den ganzen Personalien im Laufe des Sommers dran, wollen aber hinten raus im Endspurt unseres Podcasts nochmal ein paar Sachen über dich erfahren, vielleicht auch ein paar so menschliche, private Dinge.

Während deine Spieler hoffen, dass der HSV all die genannten Namen, die wir gerade besprochen haben, verpflichten wird, wirst du erstmal dich in den Sommerurlaub verabschieden. Kannst du unseren Hörern einen kleinen Einblick geben, wie das für dich aussieht, also wirklich mal Urlaub machen? Also kannst du dann wirklich abschalten und auch mal nichts Berufliches machen?

Ja, auf jeden Fall, weil es dann auch meine Verpflichtung gegenüber meiner Familie, meiner Freundin ist, dann auch in diesen Momenten bewusst den Stecker zu ziehen, zuzulassen, auf andere Gedanken zu kommen, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die ja außerhalb unserer Fußball-Bundesliga-Bubble dann stattfinden und die mir am Ende aber auch extrem viel, nicht nur Spaß machen, sondern auch Energie bringen, um dann auch wieder bei 100 Prozent zu sein.

Deshalb gelingt mir das ehrlicherweise gut, weil ich aber auch weiß, dass ich ein funktionierendes Team dann an meiner Seite habe, nicht nur, ob das dann Loic ist oder die anderen Jungs aus dem Trainerteam, das gibt dir dann auch schon das Gefühl, okay, du kannst jetzt wirklich das Handy dann vielleicht einmal am Tag noch anmachen, um im Austausch zu sein mit den Jungs und Mädels beim HSV.

Aber es tut auch gut, das Handy mal dann beiseite zu legen, nicht irgendwie verfügbar zu sein, um dann einfach Power zu bekommen. Und der Urlaub wird so ablaufen, dass man gutes Essen hat. Viel Bewegung, viel Sport, die eine oder andere Sehenswürdigkeit sich dann anschaut, aber es auch einfach dann schafft, mal Zeit zu zweit oder im Kreise der Familie zu genießen. Wo geht es hin?

Wir sind auf jeden Fall in einer anderen Zeitzone unterwegs. Das heißt, es geht Richtung Amerika. Weniger jetzt nur für die... So ein Fußballturnier habe ich gehört. Ja, sollte auch stattfinden. Aber das war ehrlicherweise weniger der Grund, dass wir die Destination gewählt haben, sondern eher... Dass man sich frei bewegen kann, dass man eine tolle Natur zur Verfügung hat, unfassbare Städte und einfach mal was ganz anderes sieht, als das, was nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in Europa zu sehen ist.

Also heißt, ein WM-Spiel guckst du dir aber nicht an? Da muss ich doch zu Hause verhandeln, sagen wir es mal so. Die Destination oder die Reiseziele jetzt in den Wochen sind auf jeden Fall so gewählt, dass es möglich wäre. Und deine Freundin dich freut. Das noch nicht, da versuche ich noch dran zu arbeiten.

Also Uli Hoeneß hat ja vor kurzem im Spiegel-Video-Interview gesagt, dass ihm die Ticketpreise zu teuer sind. Er hätte sogar das Angebot, dort kostenlos zu übernachten. Aber er lehnt es ab aus politischen Gründen tatsächlich, weil er nicht bereit ist, so viel Geld für ein WM-Ticket zu zahlen. Fand ich bemerkenswert, weil er es sich ja eigentlich locker leisten könnte.

Ja, kann ich definitiv nachvollziehen. Aber wir haben ja auch ein paar Jungs drüben und dann sehe ich schon in der Verantwortung, dass die Spieler auch daran interessiert sind, dass der Trainer dann ein Spiel sehen kann. Also da finden wir bestimmt eine Lösung, wo ich dann nicht in Bedulie komme. Kleiner Sidekick.

In diesem besagten Interview mit Uli Hoeneß wurde er gefragt, was denn sein Lieblingsverein sei, wenn er nicht Bayern München nennen dürfte. Und welchen Verein hat er gesagt? Kann ja nur einer sein, den HSV. Genau. Also Uli Hoeneß weiß was Gutes. Die Frage ist aber, ob du dich eigentlich dann im Urlaub, hat ja Stefan schon angedeutet, so richtig abschalten kannst. Also das habe ich schon mitbekommen.

Handy ist meistens aus und, dann mal einmal am Tag wieder an. Liest du, kannst ein gutes Buch lesen. Ja, ich hatte jetzt ja auch schon den einen oder anderen Tag, wo ich mal raus war, bevor wir dann wieder hier nach Hamburg gekommen sind, um zu arbeiten. Und da ist es definitiv meine Lieblingsbeschäftigung, sich dann Bücher zu schnappen aus anderen Sportarten, von anderen Trainerpersönlichkeiten.

Also irgendwie eine Verbindung zu Leadership ist immer gegeben, weil mich das einfach antreibt und sehr interessiert. Aber das ist da die Zeit zu vergessen, einfach im Café zu sitzen. Ein kühles Getränk zu trinken und einfach vielleicht dann die Sonne zu genießen oder über andere Themen zu sprechen, das gibt mir schon sehr, sehr viel.

Weil es mir auch gerade wichtig ist, damit den Menschen, die die ganze Saison über einstecken, die auch, und das muss man einfach sagen, dass dieser Beruf als Fußballtrainer Balltrainer definitiv die größte Leidenschaft und Liebe ist die, die ich einem Beruf gegenüber empfinden kann und wo ich voll drin aufgehe, aber natürlich spürst du das, die Menschen drumherum dann viel einstecken müssen und die müssen verzichten und das ist auch nicht immer einfach zu tolerieren oder zu akzeptieren, aber so bin ich halt als Trainer, so möchte ich als Mensch sein, aber dann umso wichtiger ist es dann in den Momenten, wo man halt nicht funktionieren muss nach außen oder nach innen jetzt zur Mannschaft oder zum Verein,

dass man dann auch die Momente hat, wo man einfach abschaltet und das gelingt mit einem guten Buch auf jeden Fall. Magst du verraten, was die letzte Biografie war, die dich beeinträcht hat oder welches Buch, du dir für den Interkontinentalflug besorgt hast? Unterschiedlichste, also die Bücher sind definitiv das Hobby oder das Team, wo ich am meisten Geld dann auch für ausgebe und investiere.

Also jetzt auf ein Buch festzulegen ist schwierig. Ich war vor ein paar Tagen in Barcelona, hab dann von Nick Saban, ein Coach aus Amerika, gerade ein Buch gelesen. Ich hab die All Blacks jetzt mal wieder gelesen. Ich hab Bill Belichick, The Art of Winning. Also es sind dann eher Bücher, die Can't Hurt Me im Moment ist ein Buch, was ich gerade lese.

Es sind dann immer unterschiedliche Bücher, die so passend zur Situation dann rausgewählt werden. Dann gibt es einen Textmarker dabei, dass man sich die wichtigsten Sachen dann markiert. Und dann ist der zweite Schritt dann in einem Abstand von, ist nicht fest definiert, aber von ein paar Monaten oder Jahren, dann sich die Bücher nochmal zu schnappen, dann nochmal wieder zu lesen, aber dann nur die markierten Textstellen, um einfach die Dinge sich nochmal in den Kopf zu rufen.

Und wenn du die Wahl heißt Netflix, Disney Plus oder Amazon Prime oder entscheidet das deine Freundin zu Hause? Es kommt, glaube ich, darauf an, was läuft. Disney, was ist das? Disney Plus, meine ich. Also das ist es schon mal nicht. Das ist es nicht. Ja, aber da bin ich offen. Ich mag es auch. Es muss jetzt nicht so sein, dass bei mir, nachdem ich dann irgendwann um 18, 19 Uhr nach Hause komme, dann sofort dann nochmal die Zweitliga-Konferenz nochmal weiterläuft und danach nochmal das Topspiel irgendwo aus der französischen Liga, sondern es muss auch schon dann in den Alltag passen.

Aber wir finden dann immer gemeinsame Lösungen. Aber ich freue mich dann auch, dass jemand anders dann in diesem Bereich nochmal eine Entscheidung trifft und nicht einfach nur mitlaufen kann quasi. Was war die letzte Serie, die ihr zusammen gebinget habt? Wir sind auf jeden Fall große The Race Fans. Wir haben auf YouTube geschaut.

Das Ziel ist dann irgendwie schnellstmöglich von einem Startpunkt dann zu einem Ziel zu kommen. Also das ist auf jeden Fall was, was uns sehr geflasht hat. Was ich auch absolut empfehlen kann, ein bisschen außerhalb der Reihe, wir sind ja immer gesagt ein bisschen Privatdateien, Liebe im Spektrum auf Netflix, eine Serie, die sich mit, oder eine Dokumentation, die sich mit Menschen beschäftigt, die vielleicht das eine oder andere Handicap haben, aber auch ganz, ganz tolle Liebesgeschichten, Botschaften, die eigentlich jeder, der mal über den Tellerrand hinausschauen möchte, dann auch sich anschauen kann.

Du bist in deiner Anfangszeit als HSV-Trainer auch häufiger mal im HVV-Bus gesichtet worden. Da kursierten dann ein, zwei Fotos. Nutzt du immer noch die öffentlichen Verkehrsmittel oder kannst du dich da gar nicht mehr aufhalten? Ja, ist auch ein Thema, was ich dann mit der einen oder anderen Person immer habe.

Ich durfte, wie immer früher, sehr, sehr viel Bus fahren, weil Bramfeld es ja noch nicht geschafft hat, nach weiß nicht wie vielen Jahrzehnten deine U-Bahn zu bauen, die uns immer versprochen wurde, damals schon in der fünften Klasse. Da muss Olympia kommen, dann geht sowas dann schnell durch. Hoffentlich kommt Olympia, dann klappt das.

Deshalb bin ich früher immer sehr, sehr viel Bus gefahren, nutze jetzt aber ehrlicherweise die UNOS-Bahn noch relativ gern und häufig, weil es einfach nicht nur für die Umwelt passender ist, sondern vor allem auch in Hamburg dann ein Einfaches, was Parkplatzsuche angeht, was dann auch eine Einfachheit angeht.

Wenn der Hafengeburtstag ist und wir da hinfahren, dann nutze ich genauso gern die U-Bahn, wie wenn es irgendwo Richtung, keine Ahnung, ein Café geht, was einfacher zu erreichen ist oder man vielleicht von da aus da nochmal weiterspazieren möchte, dann sind die Anbindungen in Hamburg auf jeden Fall richtig gut. Du hast ein Deutschland-Ticket?

Nee, hab ich nicht. Also dann hast du die Switch-App und kaufst dir dann immer einzelne Tickets, weil du kannst ja im Bus und Bahn keine Tickets mehr kaufen. Ich mein, Ü80 Eltern erstmal erklären und beibringen. Finde ich auch schwierig, verstehe ich auch nicht. Oder sagen wir es mal so, wenn du die App nicht hast, dann muss jemand anders die Tickets immer für dich kaufen. Das ist auch nicht so unclever.

Aber ja, ist auf jeden Fall ein... Ein Thema, was wir vielleicht noch mal irgendwann wieder ändern können. Die U5, bis die in den Volkspark fährt, es ist glaube ich 2040, also es dauert noch ein paar Tage. Wahrscheinlich bist du dann nicht mehr HSV-Trainer, das wäre zumindest sehr überraschend, wenn du so lange im Amt bleibst.

Hast du dich mit diesem Gedanken mal auseinandergesetzt, dass du eben nun mal jetzt in einer Branche tätig bist, in der man in der Regel nicht in Rente geht, wenn man mit 35 dort arbeitet, sondern dass es irgendwann für dich beim HSV auch mal zu Ende gehen könnte? Und auf jeden Fall habe ich mich damit auseinandergesetzt und muss es auch.

Um nochmal ein bisschen auszuholen, dass als Loic und ich die Chance bekommen haben, den HSV in der zweiten Liga zu betreuen, da war für uns klar, okay, es ist die eine Chance, die wir in Hamburg haben, aufzusteigen und das große Ziel nach sieben Jahren zu erreichen. Und für diesen Aufstieg haben wir alles investiert, was nur irgendwie möglich ist. Ob das die Arbeitszeit ist, ob das Energie ist, ob das jeder einzelne Gedanke ist.

Wir haben einfach das gerade dann ab dem Türkei-Trainingslager in Belek nur funktioniert für diese 136 Tage, wie wir es ja auch kommuniziert haben nach außen. Es ging nur darum, das Ziel zu erreichen und den Druck, den wir uns selber gemacht haben, weil du ja auch nach der Kritik in eure Richtung gefragt hast, die schafft kein Externer auch nur im 10%-Bereich dann auf uns zu machen, weil wir als Hamburger Jungs einfach wussten, okay, das ist der Moment, wo wir es einfach schaffen müssen.

Als wir das Ziel erreicht haben, war klar, okay, Bundesliga, wir wollen es umstrukturieren, wir wollen eine andere Herausforderung dann auch anders angehen. Aber natürlich weißt du in dem Moment, wenn du dann in der Bundesliga unterwegs bist, dass die Ergebnisse zählen und dass du da funktionieren musst.

Und das ist auch okay, weil es branchenüblich ist. Und trotzdem spüre ich aber auch in unserem Verein, dass wir auch jetzt mit den Entscheidungen, die dann nach und nach getroffen worden sind. Dass wir als Hamburg einfach wieder was anderes darstellen wollen. Und wir haben es ja schon häufiger gesagt, Philipp und ich jetzt in der Zusammenarbeit, als wir dann oder ich dann im Rathaus davon gesprochen habe, die Bundesliga soll einen anderen HSV erleben. Ich glaube, da sind wir auf bestem Wege hin.

Und vielleicht geht das auch dann in Personalentscheidung über, aber natürlich ist mir klar, in der Position, in der ich bin, dass das auch ein Thema ist. Ich finde es aber auch nicht verwerflich oder schlimm, sondern ich habe ja auch Bock, mich weiterzuentwickeln und würde mich freuen, wenn das in Hamburg möglich ist.

Habe aber auch nichts dagegen, wenn man vielleicht dann unter der Woche irgendwann mal an einem Dienstag oder Mittwoch spielt und das sind ja auch Dinge, die dann mich als Trainer antreiben. Es ist auch eine Sache, oder ich stelle mir das so vor, dass man das auch familiär am Anfang einmal wirklich gerade rücken muss und einmal besprechen muss, weil du hast dich jetzt für einen Karriereweg entschieden und wir wünschen dir sehr, dass du noch ganz, ganz lange beim HSV bleibst.

Stefan hat es schon gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann woanders hingeht, weil du entweder dem HSV entwachsen bist oder der HSV sagt, vielleicht doch ein anderer Trainer, dass du also vielleicht deine Karriere woanders an einen anderen Standort fortsetzt und das wiederum muss ja familiär besprochen werden.

Gehst du, gehen wir als Familie diesen Weg gemeinsam in diese Richtung. Ja, ist auf jeden Fall ein Thema, was natürlich immer mitschwingt oder auch dann besprochen worden ist. Man muss aber auch dazu sagen, dass ich jetzt gerade mit den Menschen, die in meinem Inner Circle sind, die haben mich kennengelernt und da, Ist dann vielleicht mal der eine oder andere rausgegangen oder dann noch mal neu hinzugekommen.

Die kennen mich, seitdem ich Bambini-Trainer beim Bramfeller SV war. Und auch damals habe ich schon Bücher gelesen und mich weiterentwickelt und war immer der, der vielleicht einen Tick drüber war, was diese Trainerleidenschaft anging. Und dann hat sich das ja nach und nach so entwickelt und war ja auch nicht abzusehen.

Vor zwei Jahren hätten wir uns da im Sommer dann unterhalten, wo wir dann jetzt heute angekommen sind. Dann hätte ich das wahrscheinlich auch nicht geglaubt. auch wenn ich gerne groß träume und große und hohe Ziele habe. Aber das ist ja das Schöne im Fußball. Wichtig ist mir einfach nur, dass man selbstbestimmt agieren kann.

Ich glaube, das Privileg, das haben auch im Fußballbusiness nicht viele Trainerkollegen oder Funktionäre, dass du halt selbst entscheiden kannst, was möchtest du gern machen, welches Land möchtest du und welche Stadt möchtest du. Und da versuche ich dann einfach mir treu zu bleiben, dass man sich nicht verkauft, um gewisse finanzielle Ziele zu erreichen, sondern dass man einfach die Projekte oder die Dinge angeht, auf die man einfach Bock hat und da in der Situation fühle ich mich jetzt gerade und das ist glaube ich auch dann wohlverdient durch meine eigene Arbeit, aber vor allem von uns als Team, dass man sich die Position dann auch so erkämpft hat.

Es gibt ja Leute, die sagen, sie brauchen immer eine gewisse Homebase, egal wo sie überall in der Welt teilweise unterwegs sind und beruflich viel und so weiter. Ist das bei dir ähnlich, dass du für dich sagst, wahrscheinlich würde es mich irgendwann mal in eine andere Stadt verschlagen, aber Hamburg soll immer ein Stück weit mein Lebensmittelpunkt bleiben?

Ja, wird es auf jeden Fall. Ich glaube, Hamburg ist die schönste Stadt der Welt, die schönste Stadt in Deutschland. und hier kriegt einen auch, wenn man dann temporär mal raus ist. Ich glaube, das ist auch cool, mal andere Kulturensprachen und Städte dann auch kennenzulernen, Länder kennenzulernen. Das fasziniert mich grundsätzlich. Aber klar ist es mit der Geschichte und ich bin schon stolz darauf, dass auf meinem Personalausweis dann Hamburg als Geburtsstadt steht und nicht, selbst wenn es nur Rheinbeck wäre oder Pinneberg, sondern dass es halt Hamburg ist und deshalb, wird das auf jeden Fall immer die Base bleiben.

Du lebst ja den momentan Trainertraum. Hast du trotzdem noch einen anderen Trainertraum? Du hast jetzt eben mal Dienstag, Mittwoch angesprochen, sprich Champions League, andere Kulturen, andere Länder. Gibt es eine Liga, wo du sagst, muss jetzt nicht nächstes und auch nicht übernächstes Jahr, aber irgendwann hättest du mal Lust auf, keine Ahnung, Premier League, Spanische Liga, Indonesien, ich weiß es nicht.

Ja, wovon ich wenig halte, ist jetzt hier im entspannten Rahmen dann große Ziele dann einfach auszugeben, sondern mein Credo ist einfach, die Ziele, die habe ich im Kopf, aber ich muss davon niemandem erzählen. Ich muss nicht groß Ankündigungen machen, um dann irgendwie was auszulösen, sondern ich weiß, wo ich hin will und ich will so hoch hinaus, wie es nur geht, als Trainer, aber vor allem als Mensch.

Aber immer in dem Rahmen, wie ich es gerade schon gesagt habe, dass ich mich dabei wohlfühle. Und das war vielleicht dann auch nicht immer so in meiner Co-Trainer-Zeit, dass man völlig aufgegangen ist und dass man da auch reflektiert hat, dass man Dinge gelernt hat, wie man vielleicht sein möchte, wie man vielleicht auch nicht sein möchte.

Und für mich ist das Ziel, so hoch wie es geht, hinauszukommen. Und wenn die Mikrofone aussinnen und wir uns in Ruhe unterhalten, dann teile ich auch gerne nochmal mehr, aber ich will erst liefern und dann labern. Dann wünschen wir dir, dass du noch ganz lange hoch hinaus hier beim HSV und in Hamburg bist. Also scheint mir ein gutes Match zu sein und das kann es auch ganz lange noch bleiben.

Vielen Dank, dass du dir sehr viel Zeit für uns genommen hast. Hat richtig Spaß gebracht und vielen Dank und dir erstmal ganz viel Spaß in den USA und vielleicht ja die Freundin überreden, dass einer oder andere in der WM-Spiel auch noch dabei ist. Vielen Dank, hat Spaß gemacht. Sehr leckeres Essen, aber auch sehr, sehr amüsant mit euch. Sehr interessant. Danke für eure Zeit und eure Mühe.

Geplantes leckeres Essen will ich noch hinzufügen. Vielen Dank auch von meiner Seite und wir machen mal eine kleine Pause mit diesem Podcast, weil besser wird es erstmal nicht, aber ich würde uns mal die Option offen halten, dass wir je nach Lage dann auch nochmal, auch in der Sommerpause nochmal eine Folge aufnehmen.

Also vielen Dank fürs Zuhören, in Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das, auf Wiederhören.

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