Anmelden

Immer Hertha· Folge 278

Immer Hertha – Gulasch und Rotwein

Montag, 16. März 2026 · 33 min

MP3

Shownotes

Diesmal kassiert Hertha selbst den Lucky Punch: Nach zuletzt zwei Last-Minute-Siegen in Folge müssen die Berliner gegen den VfL Bochum nun selbst ein spätes Gegentor schlucken und spielen nur 1:1.

Warum das Remis einem Muster der gesamten Saison entspricht? Und welcher Spieler endlich mal überzeugte? Darüber sprechen die Morgenpost-Sportredakteure Paul Gorgas und Nelis Heidemann in der neuen Folge des „Immer Hertha“-Podcasts.

Außerdem geht’s um ein brisantes Interview von Fabian Reese, das bittere Comeback von John Anthony Brooks und den fünfzigsten Geburtstag von Hertha-Legende Pal Dardai.

Viel Spaß beim Reinhören!

Mehr zum Thema:
• Wie Hertha BSC und Pal Dardai einander fanden, liebten und verloren (morgenpost.de/sport/hertha/article411457705/wi…)
• Klare Erkenntnis: Welch bitterem Muster Herthas Remis gegen Bochum folgt (morgenpost.de/sport/hertha/article411464741/he…)
• Welcher Hertha-Profi gegen Bochum überraschend glänzte (morgenpost.de/sport/hertha/article411459754/we…)
• Gefühlte Pleite: Wie Herthas Remis gegen Bochum einen traurigen Helden bekam (morgenpost.de/sport/hertha/article411459792/ge…)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Irgendwann muss es ja wieder passieren. Nach zwei Last-Minute-Siegen in Folge kassiert diesmal Hertha BSC den Lucky Punch zum bitteren 1-zu-1 gegen den VfL Bochum. Die Siegeserie ist nach nur zwei Spielen damit schon wieder vorbei und die Berliner treten weiter auf der Stelle. Hallo und herzlich willkommen zu Immer Hertha an diesem Montag, der nicht einfach nur irgendein Montag ist, sondern ein ganz besonderer.

Paul Dardai wird 50 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch natürlich auch bei uns von dieser Stelle. Ich grüße dich lieber Paul. Du kennst Paul schon ein bisschen länger als ich. Was löst das in dir aus, der 50. Geburtstag dieses Mannes? Ja, ist eigentlich natürlich im Hertha-Kosmos ein Festtag, müsste man meinen.

Also klar, gerade als Reporter denkt man da an sehr viele kuriose PKs und viel launige Sprüche. Also gab man eine Zeit, da konnte man eigentlich zu einer PK gehen und wusste, da wird es mindestens einen guten Spruch geben, der zur Schlagzeile taugt. Man musste kein Thema haben vorher bei der PK, weil man wusste, irgendwas passiert schon, ne?

Ja, also da war das Label Alleinunterhalter, das hat er voll getroffen und dann gab es natürlich mit in Jahren, und das waren ja wirklich viele Jahre irgendwann mit Paldada, konnte man sich schon so ein bisschen auf ein paar Klassiker einrichten. Also Tiervergleiche gab es gerne mal, kann mich erinnern, dass irgendwie, ich glaube, Ludi Luki Bakio mal zum roten Riesenkänguru geworden ist, weil er so schnell sei.

Und Paul meinte, das sei ein sehr schnelles Tier. Und da hat er den Vergleich gezogen. Ich glaube, er hat auch mal erzählt, dass er eigentlich Tierarzt werden wollte als Kind und sich deswegen mit Tieren besonders gut auskennt. Dann gab es öfter mal einen Papa Bär in der Innenverteidigung. Also da war er schon gut dabei.

Dann natürlich viele Gulasch und Rotwein-Geschichten. Dann die Reisen nach Ungarn über die Weihnachtstage, wo dann immer ein Schwein dran glauben musste, in der Heimat. Also da gab es schon wirklich viele Klassiker. Aber auch dann den neuen Pal, kann ich mich erinnern, bei seiner, ich glaube es war der letzte Amtsantritt, als er wieder einmal übernommen hatte und davon sprach, dass er jetzt ein neuer Pal sei, weil er jetzt den Hund Teddy an seiner Seite hätte.

Herrlich, es sind einfach gute Geschichten. Es war irgendwie mehr los damals zu diesen Zeiten, immer mehr Entertainment so ein bisschen, was natürlich auch in diesem Umfeld oder in diesen, Fahrwassern, in denen Hertha BSC damals steckte, nicht zwingend gut war. Was ja auch, wo alle immer so drum bemüht waren, mehr Ruhe einkehren zu lassen.

Mehr Ruhe ist heute definitiv dadurch, dass er nicht mehr da ist. Und ich glaube, ich stehe nach wie vor dazu, irgendwie haben wir ja damals auch in diesem Podcast immer noch mit Inga an dieser Stelle gesagt, es war schon irgendwie damals die richtige Entscheidung, auch jetzt die Trennung dann herbeizuführen.

Aber so ein bisschen vermissen tue ich ihn irgendwie schon auch mal. Einfach allein vielleicht eine Sonne Pal-PK mal wieder einstreuen. Ein interessantes neues Gulasch-Rezept erfahren oder so. Das wäre schon was, oder? Ja, vielleicht können wir beantragen, dass er dann ab und zu mal als Special-Guest mit rumsitzt.

Nee, das hat sich schon sehr, sehr verändert. Also es gab eine Zeit, da war Hertha ohne Paul Dadell nicht denkbar und umgekehrt eben auch nicht, weil er sein Lebensmittelpunkt auch einfach weiterhin in Westend ist. Aber es hat sich dann mit jeder Amtszeit, die dann wieder dazukam, muss man sagen, so ein bisschen abgeschliffen, finde ich, diese Liebesbeziehung, die es ja eigentlich mal war.

Also die erste Amtszeit endete ja, weil man irgendwie keinen Fortschritt mehr erkannt hat. Und dann begann dieser ganze Big City Club Wahnsinn. Und da würden, glaube ich, die meisten noch mitgehen und sagen, das war vielleicht ein Fehler, sich an der Stelle von Paul Dada zu trennen. Dann hat er sich einmal gerettet vom Abstieg, ist dann aber auch nicht mehr lange geblieben. Und dann wurde es schon etwas giftiger im Nachgang.

Und dann hat er sich ja nochmal erbarmt und hat diesen Abstieg verwaltet und dann die Zweitligasaison nochmal angegangen, die erste. Und auch die Trennung war dann nicht mehr so richtig schön. Er war jetzt zuletzt auch eher formal, würde ich sagen, noch beim Verein angestellt bis zuletzt, bis Dezember.

Insofern, das hat sich dann irgendwie so ein bisschen entliebt, diese einstige romantische Beziehung. Auch da hatte er sich in dieser letzten Amtszeit Aktionen rausgenommen, die natürlich überhaupt nicht gingen und die natürlich einfach zu viel und drüber waren. Stichwort PK, die er verlassen hat. Das ging natürlich gar nicht und war in dem Sinne schon dann einfach der richtige Move. Ich weiß nicht, wie geht es euch da draußen?

Vermisst ihr Pal Dardai? Schreibt es gerne mal in die Kommentare. Man sieht ja, oder man hatte in der Vergangenheit auch immer wieder, gerade unter Christian Fjell, hatte man immer wieder in der Instagram-Kommentarspalte noch irgendwelche Pal Dardai-Gifs rumfliegen sehen und so. Ist gefühlt aber auch ein bisschen weniger geworden.

Ich glaube, die Sehnsucht der Leute ist auch nicht mehr ganz so groß. Ja, das glaube ich hängt immer schon auch mit dem sportlichen Erfolg und Abschneiden zusammen. Ich habe heute mal ein paar Kommentare reingelesen zu den Geburtstagsgratulationen, die es natürlich auch gab auf den sozialen Medien und da hieß es dann schon mal ab und zu bester Trainer, den wir hier hatten und so weiter.

Also ich glaube, die Nostalgie nimmt natürlich immer zu, wenn es in der Gegenwart weniger gut läuft. Und wie du es ja auch angesprochen hast, das kann man so oder so sehen, finde ich, ob jetzt, wenn der Trainer quasi die größte Identifikationsfigur und das spannendste Gesicht des Vereins ist, das hat dann eben gute und weniger gute Seiten, gerade wenn dann eben, wie gesagt, so eine starke Persönlichkeit vielleicht auch...

Abdriftet in manchen Momenten. Also wie gesagt. Es ist inzwischen, finde ich, schon so, wir haben uns jetzt auch ein bisschen damit beschäftigt, einfach weil der Geburtstag anstand, dass man wirklich nur noch sehr wenig mitbekommt von ein paar Ladei rund um Hertha BSC und das war vor ein paar Jahren eigentlich undenkbar, weil das eigentlich ein und dasselbe war für lange Zeit.

Man bekommt eigentlich immer nur mit, fast bei jedem Heimspiel sitzt er auf der Tribüne auf dem Olympiastadion und bei Sky wird er auch fast immer eingeblendet. Also man sieht mal, so ein bisschen schwebt er schon immer noch so über den Dingen herum irgendwie, Aber ja, so eine richtige Funktion oder irgendeine richtige Wirkung wirklich hat er natürlich auch nicht mehr.

Nee, und das ist ja jetzt eben auch wirklich vorbei, seit er seinen Vertrag auch nicht mehr hat. Bei Hertha, den er all die Jahre hatte, stand ja eigentlich, das hat man nochmal nachgeguckt, eigentlich fast immer unter Vertrag bei Hertha, während er Geburtstag hatte. Und das ist jetzt schon eine kleine Premiere, dass das nicht mehr so ist.

Wie hast du es geschrieben? Er hatte mehr Zeit mit Hertha BSC oder mehr Geburtstage mit Hertha BSC gefeiert als ohne. Ja, das ist schon krass. Genau so ist es nämlich. Seit 97 im Verein gewesen davor. und diese Auftritte im Olympiastadion, genau, die sieht man immer wieder noch und man sieht ihn dann im Fernsehbild, aber das hat natürlich mit Martin zu tun und sollte Martin eines Tages auch nicht mehr für Hertha spielen, was bisher auch immer undenkbar schien, aber kann natürlich dazu kommen, vielleicht sogar im Sommer.

Auch dann werden wir, glaube ich, nicht mehr im Olympiastadion sehen, also ich glaube, diese Vereinsliebe, hat dann einfach immer noch sehr stark mit seinen Söhnen jetzt zuletzt zu tun und weniger mit dem Klub an sich, also wie gesagt, es ist schon so eine gewisse Entfremdung, die da stattgefunden hat, Aber trotzdem, unter allen anderen Gesichtspunkten ist natürlich der 50.

Geburtstag heute ein ganz besonderer Tag im Hertha-Kosmos. Ja, und wenn wir auf das aktuelle Spiel am Wochenende zurückblicken, ist es kein besonderer Tag, denn so ein bisschen hat man das Gefühl, es ist dann doch wieder alles wie immer. Irgendwie Hertha-Kosmos. Hat die Siegesserie nicht mehr fortsetzen können, auch wenn es lange danach aussah, in diesem Spiel eine 1-0-Führung und auch ein wirklich anständiger Auftritt.

Aber diesmal fällt eben in der Nachspielzeit das Tor auf der anderen Seite. Bochum gleicht aus und kommen wir später noch zu. Aber die Chance und die kleine Hoffnung, die nochmal aufkam durch die Patzer der anderen Top-Teams, doch nochmal oben ran zu rücken, ist dann damit auch gleich wieder erledigt gewesen.

Aber gehen wir zunächst in die Analyse. Gewinner-Verlierer-Erkenntnis haben wir vorbereitet. Und beim Stichwort Gewinner müssen wir ein bisschen Buße tun und Abbitte leisten. Auch in den Kommentaren wurde es ja letzte Woche schon beschrieben. Wir haben Kevin Sesser häufig kritisiert. Auch zu Recht bin ich nach wie vor der Überzeugung.

Das war nicht gut, aber dieses Spiel war bockstark von ihm. Also ich war schon überrascht, dass er nochmal in der Startelf das Vertrauen bekommen hat, auch wenn Leitl es ja angedeutet hatte im Vorfeld. Aber er hat endlich mal das gezeigt, was man so von ihm erwartet. Ein richtig starkes Spiel gemacht auf der Doppelsex mit Paul Seguin, richtiger Energizer gewesen, entschlossene Dribblings durchs Mittelfeld, durch gute Pässe, auch Grätschen, Klärungsaktionen.

Das war der Kevin Sesser, den man sich immer erhofft und erträumt hatte, oder? Auf jeden Fall und ich finde, weil er auch diese Basics, über die wir so oft sprechen, einfach komplett abgerufen hat und das haben wir schon mal besprochen. Ich finde, wenn er sich sozusagen diese Fußballarbeit in erster Linie leistet und wie du es gesagt hast, einfach präsent in den Zweikämpfen war, viele Zweikämpfe gewonnen hat.

Sich nicht zu schade war, dann eben auch mal auf den Boden zu gehen und zu grätschen und sich da rein zu hauen, dann profitiert er natürlich davon, dass er auch ein guter Fußballer ist und dann diese Anschlussaktionen auch einfach liefern kann. Aber ich hatte eben wirklich lange und immer noch das Gefühl, dass er zu viel möchte vielleicht auch teilweise.

Und jetzt in dem Spiel war es ja aber so, dass er eigentlich zwei Zehner sogar vor sich hatte und vielleicht deswegen sich noch viel mehr auf, ja, erstmal diese Defensivarbeit konzentrieren konnte. Der Spielverlauf hat natürlich auch, Ihm als Spielertyp geholfen, würde ich sagen, dass durch die Führung, die ja relativ lange bestand, hat er sich erstmal an und aufs Verteidigen auch konzentrieren konnte.

Also da hat viel gepasst, war dann doch fast ein bisschen überrascht, dass er dann noch relativ früh runter musste, weil wir waren uns eigentlich eigentlich auf der Pressetribüne oben, dass das mit der beste Auftritt in dieser Saison auf jeden Fall von ihm war. Das war direkt nach dieser ziemlich verdienten gelben Karte, da hat er ja einen ganz schön umgesenzt und wird dann direkt ausgewechselt, aber es schien ja irgendwie so, als wäre das ein bisschen vorabgesprochen gewesen, dass Boris Lohm wahrscheinlich irgendwie dann eine halbe Stunde kriegt, das war ja in der Vorwoche auch schon Thema, dass er wirklich überzeugt hat nach der Einwechslung und auch diesmal wieder ein ordentliches Spiel gemacht hat,

aber ja, so kann man weitermachen irgendwie gefühlt und es war auch wirklich mal eine Doppelsex, es war nicht nur Paul Seguin als Alleinunterhalter, der da alle Pferden in der Hand halten musste, Das hat dem ganzen Konstrukt schon sehr geholfen. Ja, also es war insgesamt eine gute erste Halbzeit. Keine überragende, keine, wo man sagt, die müssen da 3-0 führen zur Pause.

Das nicht, aber wir hatten das Gefühl, es war ein dominanter Auftritt wieder einmal und irgendwie eine gewisse Kontrolle, die da über das Spiel bestand. Ja, die Szene mit Cesar, da gab es ja dann im Bochum-Umfeld auch durchaus dann nochmal die Reklamation, dass es vielleicht sogar mehr als eine gelbe Karte gewesen sein sollte. Vielleicht war das dann auch so ein bisschen der Schutz, wie du sagst, für Kevin Sesser, ihn da runterzunehmen.

Aber ich finde, das ist dann auch diese gute erste Hälfte, wenn wir über die nochmal kurz reden. Wenn man die dann quasi gegenschnallt gegen die letzten Spiele, die dann irgendwie gelobt wurden, weil sie halt siegreich gestaltet wurden letztlich. Und das hätten wir ja vermutlich wieder so gesehen, wenn sie einfach 1-0 gewonnen hätten.

Wie gesagt, spielen nicht die Sterne vom Himmel und führen vielleicht auch glücklich, weil es letztlich ein Elfmeter war und ganz zwingend waren die anderen Chancen nicht. Also gerade Brekalo hat ja ein paar Aussichtsreiche vergeben. Aber wenn du es dann nicht ziehst, das Spiel, dann, Kommt so ein bisschen das Gefühl auf oder bleibt der Eindruck, dass es spielerisch dann auch einfach dünn ist.

Und das liegt dann eben doch sehr nah beieinander, wenn es eben immer um diese knappen Ergebnisse geht. Fußball wird von hinten erzählt. Das ist das alte Lied. Und ja, hätte Hertha dieses Spiel gewonnen, dann würden wir jetzt wahrscheinlich das große David-Kownazki-Lied hier singen. Weil er war derjenige, der das 1 zu 0 erzielt hat per Elfmeter, der den Elfmeter selber rausgeholt hat.

Und einfach wie ein Stürmer das dann macht, ein Selbstbewusster sich den Ball schnappen und den Kipper sicher verladen. Das war stark, auch wenn er danach wieder, also so richtig viele Aktionen hatte er nicht. Ich glaube, es gab noch eine Gelegenheit, den er ziemlich klar drüber geschossen hat dann. Aber immerhin, gut, er macht das eine Tor dann mal und auch am Ende dieser Halbzeit, die ja eigentlich gut war, das schon angedeutet, aber wieder nicht mit einem Tor.

Beschlossen zu werden, schien und dann kam doch noch dieser eine Elfmeter. Also das war schon mal gut von Kufnacki wieder. Hilft auf jeden Fall jedem Stürmer, wenn du triffst, auch vom Punkt. Und wie gesagt, er kann sich ja auch quasi den eigenen Assist mit aufschreiben und den Elfmeter rausholt, das er auch gut macht.

Er erkennt da die Situation und stürmt in den Strafraum zum Tor hin. Das ist ja auch gut, dass er da so positioniert ist und irgendwie nicht mit Brücken zum Tor gerade steht, sondern dynamisch aufs Tor zuläuft und einen Elfmeter zieht. Insofern, das war ein guter Auftritt. Jedenfalls an dem Maßstab, den man halt an Hertha Stürmer anlegen muss in dieser Saison und da ist man ja froh, wenn überhaupt einer trifft. Das muss man ja so ehrlich sagen.

Und wir hatten es ja auch nachgeschaut, das war das erste Tor seit November. Klar, dazwischen war dann auch wieder alle möglichen gesundheitlichen Geschichten, aber trotzdem, das ist natürlich auch zu wenig, was man sich da von ihm erhofft hatte als nomineller Erstliga-Stürmer und deswegen finde ich es zumindest versöhnlich für ihn, dass er jetzt mal wieder sich eintragen konnte in die Torschützenliste.

Ja, sein polnischer Kumpel Michael Karbovnik hat auch ein ganz gutes Spiel gemacht, fand ich. Viele gute Dribblings nach vorne, eingesetzt an der Präzision seiner Hereingaben kann er sicherlich noch arbeiten, aber auch hinten mit bissigen, galligen Zweikämpfen überzeugt und ja, man könnte es jetzt so erzählen, dass man da eine gute polnische Achse irgendwie entwickeln könnte mit den beiden, aber es sind natürlich auch zwei Wackelkandidaten für den kommenden Sommer, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Ja, ich glaube auch, dass die weder zusammenspielen werden über den Sommer hinaus und schon gar nicht bei Hertha. Wäre jetzt mal meine Prognose, muss man natürlich abwarten. Aber ja, war auf jeden Fall ein guter Auftritt von Karbovnik. Ich finde, er ist jetzt auch einfach Kolbe da ein Stück voraus. Es gab ja genug Spiele, wo Mirja Karbovnik irgendwie solide war, aber dann doch der Schwächere der beiden Außenverteidiger, egal in welcher Konstellation er gespielt hat.

Jetzt finde ich, muss man sagen, ist er der Spielstärkere sowieso und hat auch mehr Einfluss aufs Spiel defensiv auch. Auch zuverlässig. Insofern zeigt er einfach gute Leistung, ohne jetzt ganz groß aufzufallen. Auch dem, finde ich, kann man mal ein Highlight gönnen, damit er auch mal ein bisschen glänzen kann.

Ansonsten ist es eben, wie gesagt, so ein bisschen unter dem Radar alles, was er tut. Aber es ist auf jeden Fall nicht verkehrt. Spannend. In der kommenden Woche könnte Deo Weiselsefuig zurückkehren, hat Stefan Leitl schon angedeutet. Im Training auf jeden Fall. Wie sich das dann sortiert in der Außenverteidigerlage. Aber soviel erstmal zu denen, die durchaus überzeugt haben am Wochenende. Jetzt gibt es auch noch ein paar andere, die nicht so einen glücklichen Tag haben, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Ja, klar, wenn es am Ende keinen Sieger gibt, dann muss es ja auch irgendwo dran gelegen haben. Es ist schon so, dass, finde ich, Michael Cuisance eine unglückliche Figur hinten raus abgegeben hat. Also gerade in der ersten Halbzeit habe ich gedacht, er ist irgendwie beflügelt von dieser Kapitänsbinde, die er da tragen darf. Und ich finde, er hat auch sehr davon profitiert, dass er mit Jerry Dudzak einen ähnlichen Spielertypen neben sich hatte im Zehnerraum.

Dudzak war jetzt kein klassischer Flügelspieler, 1 zu 1 ist jetzt für Reze, sondern hat sich ja auch sehr viel im Zentrum aufgehalten. Und dafür ist Cuisance, wie ich fand, sehr weite Wege auch auf die Außenmal gegangen, ausgewichen. Hat einen guten Freistoß rausgeholt mit einem Tempodribbling. Also den Freistoß hat er dann nicht so gut geschossen, aber die Aktion an sich war gut.

Und dann ist es irgendwie so ein bisschen gekippt, unter anderem mit dieser völlig unnötigen gelben Karte, wo er einen Freistoß, der offensichtlich nicht freigegeben war und auch so die Ansage offenbar vom Schiri war, einfach schnell ausführt und dafür dann seine fünfte gelbe Karte sieht, wenn sie erstmal gesperrt ist.

Also das ist natürlich ärgerlich, vielleicht sogar dämlich als Sperre. Und dann verliert er dann beim späten, späten Ausgleich dann seinen Gegenspieler Morgalla so ein Stück weit aus den Augen, der dann den Rebound im Strafraum sich schnappt und verwandelt. Also hat er so ein bisschen sich das wieder eingerissen, was er in der ersten Halbzeit aufgebaut hat. Ja, ich hatte das Gefühl beim Gegentreffen, vor allem er war ja schon irgendwie dran, aber einfach Morgalla schaltet schneller.

Und das ist ja irgendwie dann schon so ein bisschen bitter, wenn du das einfach siehst. Da ist jemand, der es irgendwie offenbar mehr will. und da hatte Cuisance nicht so den letzten Willen, den letzten Biss, um dieses Tor zu verteidigen. Es gab auch Bilder, hinterher haben wir auch etwas überrascht entdeckt im Bildsystem.

Wie Tiag Ernst und Cuisance nach dem Spiel miteinander diskutierten, die sahen relativ drastisch aus. Aber klar, das ist dann nach so einem Spiel und wenn das Cuisance Gegenspieler waren, natürlich fliegen da vielleicht mal ein paar Fetzen, aber es sah einfach nicht so richtig glücklich aus, gerade als Kapitän mit dieser Binde, hast du noch eine andere Verantwortung natürlich. Ja, auf jeden Fall.

Und wie gesagt, das Defensivspiel ist nicht seine allergrößte Stärke. Also er erobert ja auch viele Bälle im Mittelfeld, das gehört ja auch zu seinen Qualitäten. Aber klar, dann im Strafraum verteidigen kann auch schief gehen, wie wir gesehen haben. Und dass Tiag Ernst dann ein Freund klarer Worte ist, auch teamintern, das ist ja auch bekannt. Insofern gehört das schon irgendwie dazu.

Ansonsten, ja, Stichwort Sperren und ihre Stellvertreter muss man auch Marten Winkler nennen, der gar nichts dafür konnte, aber einfach seine Chance nicht nutzen durfte, weil er eben kurzfristig mit Magen-Darm-Problemen ausgefallen ist. Er hätte eigentlich Riese vertreten sollen auf dem Flügel und man hat ihm ja auch so eine gewisse Formstärke bescheinigt einfach durch den Siegtreffer, den späten in Münster hätte er vielleicht anknüpfen können daran, aber sollte nicht sein.

Er ist kurzfristig ausgefallen und deswegen... Chance vertan, ohne dass er was dafür konnte. Ja, Jerry Duziak stattdessen auch einen durchaus ordentlichen Auftritt gemacht und wird vor allem jetzt natürlich wahrscheinlich nächste Woche wieder spielen, weil er der logische Stellvertreter für Michael Cuisance auf der Szene inzwischen ist, während Martin Winkler sich vermutlich wieder mit der Joker-Rolle begnügen müssen wird.

Kann ich mir auch gut vorstellen und dann gibt es natürlich noch eine eher tragische Figur, würde ich es vielleicht nennen, bei diesem Spiel. John Anthony Brooks eingewechselt, spät, mit eineinhalb Jahren Verzögerung, also muss man sich nochmal ins Gedächtnis rufen. Der war im Sommer 24 nach Berlin gekommen, spät in der Transferphase und bevor er irgendwas ausrichten konnte, Testspieler hatte sowieso nicht mitmachen können, weil er so spät kam.

Dann diese wirklich üble Verletzung im Training und war jetzt schon wieder dran am Comeback, war schon immer mal im Kader, wir haben ihn auch öfter sich dann warm machen gesehen, aber war eigentlich jetzt nie die zwingende Wahl für eine Einwechslung und jetzt war es soweit, 89. Minute, kam rein für die defensive Absicherung.

Das war dann nochmal umgestellt auf Fünferkette von Stefan Leitl und ich glaube, es war wirklich die erste Ecke, die dann kam und dann zum Gegentor geführt hat. Und da steckt er so ein bisschen mit drin auch. Das Kopfballduell wird quasi vor seinen Augen geführt und er kann nicht eingreifen, ist jedenfalls nicht zur Stelle.

Und dann kommt eben dieser Abpraller und dann verkettet sich das zum Ausgleich. Aber deswegen, finde ich, ist es eigentlich unglücklich gelaufen. Also es ist immer unglücklich, wenn du auf den Platz kommst und eine Minute später oder zwei Minuten später fällt das Gegentor. Aber er steckte da irgendwie schon mit drin.

Und das war ja genau der Gedanke eigentlich mit seiner Physis, seiner Größe, dafür zu sorgen, dass diese Eckpilie nicht mehr so gefährlich werden. Insofern, ja, das ist wirklich ein bitteres Comeback, auch wenn es natürlich eine tolle Geschichte war, dass er jetzt zum ersten Mal wieder aufgelaufen ist für Hertha.

Das letzte Pflichtspiel davor war am 20. Mai 2017. Also fast neun Jahre auf jeden Fall ist es her. Das hätte eine tolle Geschichte sein können, wenn man dann mit einem 1-0-Heimsieg das beschließt. Insofern wurde es dann aber doch irgendwie eher tragisch, fand ich. Man hat auch schon gemerkt, wie sehr das gefeiert wurde im Stadion.

Also das hat schon nochmal einen kleinen Push vielleicht atmosphärisch. War ein Ziel des Brooks, was da aus der Ostkurve kam. Aber wir haben uns ja auch schon in dem Moment gewundert, warum er in dieser doch dramatischen Phase, wo es in der Nachspielzeit auf der letzten Rille darum geht, die Führung zu verteidigen, Brooks leisten. nach Ford zieht.

Leitl hat das hinterher so erklärt, dass Brooks vielleicht noch vier, fünf Zentimeter größer ist, die dann den Ausschlag dafür gegeben hatten. Ja, und da muss man einfach feststellen, er hatte im Grunde einen Job, diese Ecke rauszuköpfen und dem konnte er nicht nachkommen. Das ist schon bitter dann. Und man muss ja auch sagen, wir sehen ja John Anthony Brooks auch im Training irgendwie, natürlich sieht Stefan Leitl ihn noch viel öfter als wir, aber, Mein Eindruck ist häufig im Training immer, dass er noch nicht so richtig eng dran ist und noch nicht so richtig diese Intensität irgendwie draufbringen kann, was ja völlig logisch ist nach so einer langen Pause, als dass er dann der richtige Mann ist, um in der Nachspielzeit so ein Ding da zu verteidigen.

Da ist Toni Leisner, fragt sich natürlich wahrscheinlich auch, was habe ich eigentlich falsch gemacht, weil der ist ja seit Jahresbeginn später überhaupt keine Rolle mehr, nachdem er diese Rotsperre da absetzen musste und ja, irgendwie echt bitter gelaufen. Ja, und dann muss man natürlich auch mal kurz über Stefan Leitl sprechen.

Also wenn es gut geht und sie da 1-0 rausgehen, dann wie gesagt sprechen wir über die Siegesserie. Dann sprechen wir vielleicht auch darüber, dass Brook sein Comeback gegeben hat und dann gleich zu Null ausgegangen ist. Kam ja auch nicht so oft vor dieses Jahr, muss man sagen. Wenn man nachgeguckt, Anfang Februar in Elbersberg war das letzte Mal ein Spiel ohne Gegentor.

Das ist natürlich auch ein alarmierendes Zeichen, dass da einfach zu viele Gegentore fallen. Das hätte man alles sagen können, auch über dieses Spiel. Und dann, wie gesagt, ist es eben ausgerechnet Brooks, der da mit drin hängt im Gegentor und das ist dann einfach nicht aufgegangen, dieser Wechsel von Stefan Leitl und dieser Systemumstellung, obwohl er eigentlich genau das im Kopf hatte und genau das wusste.

Dieses Spiel kann man höchstens noch durch einen Standard wieder aus der Hand geben und genau so kam es und dann ist eben diese Personalentscheidung natürlich auch in der Kritik, muss man einfach so sagen. Und dazu kommt eben, dass es auch wieder ein Standard-Gegentor war und das sind auch einfach zu viele dieses Jahr Und das ist eben auch ein Grund, warum diese Mini-Mini-Mini-Chance auf den Aufstieg, die es vielleicht jetzt gegeben hätte, auch schon wieder futsch ist.

Das führt uns direkt zur Erkenntnis dieses Spieltages. Aus Berliner Sicht, Hertha ist einfach nicht gut genug, um da oben wirklich nochmal eine Rolle zu spielen, um da oben dabei zu sein. Dieses Ding außer Hand gegeben. Es gab die Chance dadurch, dass die Top-Teams eben gepatzt haben, fünf Punkte ranzurücken und dann doch vielleicht nochmal, dann wäre sicherlich nochmal Hoffnung aufgekeimt. Da hätte es nochmal der eine oder andere gesagt.

Wir lesen es ja auch immer bei euch in der Kommentarspalte, der eine oder andere glaubt natürlich noch dran, ist ja auch verständlich irgendwie, aber man hat halt wieder das Gefühl, jetzt war die Chance nochmal da und dann geben sie es doch wieder aus der Hand. Und es ist einfach ja auch so ein Muster ein Stück weit, dass es immer wieder diese knappen Spiele gibt und das Hertha aber dann eigentlich dominiert und dass man das Gefühl hat, nachlegen jetzt, aber sie schaffen es einfach nicht, diese Spiele zuzumachen.

Darmstadt in diesem Jahr, Arminia Bielefeld kurz vor Weihnachten. Auch Spiele, die sie noch gewonnen haben, wie Preußen Münster zum Beispiel in der Hinrunde, haben sie ohne Not wahnsinnig spannend gemacht auf einmal. Das ist eben so das Problem. Und ja, der 1. FC Köln kann man sagen, ist letztes Jahr aufgestiegen mit genau dieser Taktik, mit diesen knappen Siegen.

Aber Hertha ist eben nicht so gefestigt, um das konsequent immer wieder über die Zeit zu bringen. Und dann reicht es einfach nicht, dass du diese Spiele so knapp gestaltest. Und so sieht man jetzt vor dem Hintergrund natürlich auch die beiden letzten Siege in einem anderen Licht, Weil es dann doch eben einfach diese Last-Minute-Treffer jetzt waren, wo dann das Quäntchen Glück zweimal auf Seiten von Hertha war sozusagen und jetzt schlägt das Pendel dann fast zwangsläufig irgendwann auch mal wieder in die andere Richtung raus.

Das war im Grunde zu erwarten und so steht einfach wirklich diese wahnsinnig ernüchternde Erkenntnis, dass es einfach nicht reicht. Und jetzt haben wir wieder noch acht Spiele vor uns und man weiß doch irgendwie wieder nicht so richtig, wohin es noch gehen soll in dieser Saison, auch wenn natürlich Platz sechs, vielleicht auch Platz fünf, wer weiß, aber das sind natürlich nicht so richtig tolle Ziele.

Das bleibt dabei, dass das eigentlich die bitterste, oder mit die bitterste Erkenntnis der Saison ist, dass wir jetzt Mitte März darüber reden, ob Platz fünf oder Platz sechs und man überhaupt nicht mehr drin ist in diesem Aufstiegsrennen, was man sich vorgenommen hat. Das hieß es ja in der Hinrunde oft im März, im April wollen wir oben mit dabei sein und das hat man eben nicht geschafft, weil man eben, wie du sagst, diese Souveränität dann doch einfach zu oft vermissen lässt.

Man kann mit engen Spielen sicher auch punkten und aufsteigen, aber es ist einfach nicht verlässlich genug. Es ist dann einfach immer ein Balanceakt und wie du sagst, dann ist es eben am Ende fast auch ein Glücksspiel, ob du jetzt spät noch triffst oder noch einen Ausgleich kassierst oder sogar noch die Niederlage, die du einfängst in der letzten Minute und so kommst du natürlich nicht weit.

Die Hoffnung hat sich glaube ich auch viel daraus gespeist, dass jetzt eben diese Spiele anstehen, die zu der Serie geführt haben in der Hinrunde. Das war ja nach der Niederlage damals in Bochum, dass Hertha diese Serie gestartet hat, auch mit einem späten Tor gegen Düsseldorf. Das ist jetzt der kommende Gegner.

Und ich glaube, darin bestand so ein bisschen die Hoffnung, dass wenn man jetzt drei Spiele am Stück gewonnen hätte und dann eben diese Gegner, die allesamt auch sich jetzt nicht viel verbessert haben, also immer noch keine großartige Saison spielen, die dann nacheinander vielleicht sogar besiegen kann alle, dass man dann nochmal richtig klettern kann.

Jetzt, finde ich, ist eben so ein bisschen, wie du es ja auch sagst, diese Erkenntnis greift, da gibt es keine Entwicklung mehr, da ist jetzt kein großer Qualitätssprung nochmal dazugekommen, sondern Hertha kann Spiele gewinnen, Hertha kann auch immer ein Tor schießen in dieser Liga, dafür ist der Kader einfach.

Besser als der Durchschnitt, aber es reicht eben nicht auf langer Strecke. Ja, und zumal es hat, korrigiere mich, wenn ich falsch schiebe, aber kein Team der Top 5 gewonnen diesen Spieltag. Das ist schon, also jetzt stehen dort die ganzen direkten Duelle an und da geht schon nochmal ein bisschen, was hätte man so das Gefühl gehabt.

Aber ja, es ist halt das alte Lied. Immer, wenn es die Möglichkeit gibt, oben ran zu rücken, immer die Chance, dann geht doch wieder irgendwas schief. Und es wäre schon Wahnsinn, wenn jetzt quasi Platz 6 wieder die gläserne Decke wäre. Also das wäre ja verrückt, wenn man wieder nicht über Platz 6 hinauskommt, weil es ja genau das war, worüber wir gesprochen haben, dass Hertha nie in diesen Top 5 irgendwie mehr unterwegs war, seit sie abgestiegen sind.

Und das kann man ja eigentlich nur mit einer krassen Underperformance erklären seit Jahren, weil, wie gesagt, die finanziellen Mittel und auch Kaderwert und Gehaltsstruktur. Weit über dem Durchschnitt sind, beziehungsweise wirklich absolute Spitze der 2. Liga. War interessant, nach Transfermarkt.de, Marktwertupdate, war das das Spiel 1 gegen 2 von den teuersten Kadern der zweiten Liga und da hat man auch fußballerisch nicht allzu viel von gesehen, so ist das dann in dieser Liga manchmal.

Bleibt für uns Zeit, viel Blick auf andere Dinge zu richten, die auch nochmal Fahrt aufgenommen haben im laufenden Wochenende. Personaldiskussion wird natürlich jetzt von Woche zu Woche stärker, wie sieht der Kader kommende Saison aus, wie wird sich das alles entwickeln und eine ganz zentrale Figur hat sich zu Wort gemeldet.

Fabian Rehse Er war gelb gesperrt, unter der Woche schon in einem durchaus beachteten Podcast mit Sebastian Hellmann sich geäußert darüber, dass er sich einen langfristigen Verbleib in Berlin gut vorstellen kann, dass er eine Familie gründen möchte und so weiter und so fort. Und dann war er am Samstag in der Halbzeit-Durcherstattung von Sky zu Gast.

Und da klang das alles schon wieder ein bisschen anders auf einmal. Das war irgendwie ein interessanter Sinneswandel möglicherweise. Ich weiß nicht, hat Borussia Dortmund angerufen zwischendurch? Oder was ist da los? Wie passiert sowas? Ja, es ist irgendwie seltsam, weil man das Gefühl hat, genau, es ist dasselbe Thema und er äußert sich sehr widersprüchlich.

Aber ich glaube, es sind mehr so die Umstände gewesen. Und dann ist es auch so eine Art der Fragestellung natürlich, die da mit reinspielt. Also in dem Podcast ging es ja auch viel um Privates. Und das war so ein bisschen, fand ich, der Eindruck, der da entstanden ist, dieses klare Bekenntnis zu Berlin als Stadt. und dass er eben hier natürlich auch ein gutes Leben hat und sich deswegen auch eine Familiengründung perspektivisch vorstellen kann und glaube ich auch sowas gesagt hat, wie Berlin ist meine Heimat oder mein Zuhause zumindest.

Und ich glaube, das hat man einfach sehr verknüpft mit diesem Mein Vertrag geht noch ganz schön lange, tut er ja auch bis 2030. Das hat dann irgendwie so ein bisschen diesen Eindruck eines Bekenntnisses zu Hertha erweckt und wenn dann aber die klare Fragestellung bei Sky irgendwie ist, bleibst du denn definitiv?

Dann ist das natürlich eine viel geschlossenere Frage Und da flüchtet sich dann eben mit Stand heute bleibe ich, was natürlich wieder sehr viel Interpretationsraum aufmacht. Aber ich glaube, an der Ausgangslage hat sich eigentlich fast nichts verändert. Er hat einen langen Vertrag, klar. Er weiß auch, dass Wertschätzung und auch natürlich monetäre Entschädigung dieser Wertschätzung hier sehr, sehr hoch ist in Berlin und bei Hertha.

Und dass er, wie gesagt, von einem sehr großen Traditionsklub Kapitän sein kann und irgendwie auch der Starspieler. Das weiß er, glaube ich, alles zu schätzen. Und das ist natürlich auch ein Status, den man nicht so leicht... Aufgibt. Aber klar, Hertha bleibt auch in finanziellen Schwierigkeiten. Das heißt, da geht es dann vielleicht am Ende auch schlicht um eine Ablöse, wenn ein großer Verein oder anderer Verein sagt, sie würden da entsprechend was bezahlen für einen der besten Spieler der zweiten Liga.

Kommt das natürlich auch noch mit rein, dass er das nicht beeinflussen kann. Und deswegen, glaube ich, ist die Ausgangslage gar nicht so verschieden gewesen wie dann diese Statements. Aber da spielten dann so ein bisschen die Umstände mit rein. Ja, und ist natürlich so einfach, dass in dieser Lage die Fans auch alle Bescheid wissen und diese Worte Stand heute sind, Stichwort Niko Kovac, natürlich irgendwie für alle eine Alarmglocke so ein bisschen.

Aber schauen wir mal, Fabian Rehse hat ja auch dann angedeutet, ja, ich habe ja doch immer Wort gehalten. Wenn ich sage, ich bleibe, bin ich auch geblieben und das ist er bisher auch immer. Schauen wir mal, wie sich das im Sommer entwickelt. Kommt natürlich auch noch dazu, dass, ja, wie gesagt, ich habe es angesprochen, die finanzielle Lage schwierig ist Und das kann jetzt sogar ernste Konsequenzen haben, war der Bericht unter anderem unseres Kollegen Sebastian Stier jetzt unter der Woche.

Und zwar, die DFL ist not amused über Herthers wirtschaftliche Lage. Da geht es um das negative Eigenkapital, was jeder Verein der DFL sowieso tun lässt, vermeiden sollte. Es gibt aber diese Regelung, die auch natürlich etwas zum Schlendrian einlädt. Da geht es nämlich darum, dass man das negative Eisenkapital, sollte es angefallen sein oder angewachsen sein, nicht auf einen Schlag tilgen muss, sondern reduzieren muss und zwar um 5% pro Kalenderjahr oder pro Jahr.

Und das lädt natürlich einerseits dazu ein, dass man jetzt nicht alles auf einen Wisch ausräumt, sondern dann das sich so aufteilt über die Jahre und sich immer ein bisschen verbessert und dann reicht das auch. Aber bei Hertha ist es eben so, dass das negative Eigenkapital zugenommen hat und das lässt dann die Alarmglocken wiederum bei der DFL schrillen und deswegen wird es jetzt, wo gerade die, Die Deadline rund um diese Tage der Abgabe der Unterlagen für die Lizenz ansteht.

Spannend sein, wie die DFL damit umgeht, dass Hertha sich da nicht verbessern konnte, sogar verschlechtert hat. Das war jetzt auch in diesem Artikel unseres Kollegen auf morgenpost.de zu lesen, dass Hertha den Ruf eines Wiederholungstäters hat. Das war das Zitat bei der DFL, weil man eben schon länger wirtschaftlich wirklich angeschossen ist und Probleme hat.

Und all diese Gemengelage ist deswegen spannend und auch brisant, weil die DFL ja zur Saison 24-25 die Möglichkeit eines Punktabzugs eben genau bei solchen Vergehen in Anführungszeichen eingeführt hat. Also früher ging es da um Geldstrafen, was natürlich auch schwierig war für Klubs, denen es eh schon nicht gut geht.

Aber inzwischen ist sogar ein Punktabzug möglich und das könnte natürlich Hertha sehr hart treffen, wenn wir darüber sprechen, dass sie auch nächstes Jahr nur das Ziel haben können, aufzusteigen. dann wäre das natürlich verheerend. Weil jetzt am gestrigen Sonntag der 15. März dieser Stichtag ist. Kann sein, dass sich die Frist nochmal verschoben hat durch das Wochenende, aber jetzt in dem Dreh auf jeden Fall.

Genau, und dann geht es immer darum, die Unterlagen rechtzeitig einzureichen und dann ist in den ersten Momenten nichts zu hören erstmal von der DFL. Das wird dann alles geprüft natürlich und dann muss man jetzt abwarten. Was dabei herauskommt in den nächsten Tagen. Wir sind dann natürlich am Ball und halten euch immer auf dem Laufenden, falls dort etwas passiert.

Aber es ist natürlich ein absolutes Horrorszenario. Man kann dann ja mit Minuspunkten starten sozusagen. Und wenn das passieren sollte, dann läuft man noch, bevor das erste Spiel gespielt ist in der kommenden Saison, direkt wieder hinterher. Also das wäre wirklich ein Drama, wenn das passiert. Ja, absolut.

Und ich glaube, man kann jetzt schon sagen, auch wenn die DFL es noch nicht offiziell geäußert hat, also irgendwie Auflagen oder sogar Bedingungen, je nachdem, wird es auf jeden Fall geben wieder für Hertha. Also dafür ist die Gesamtsituation einfach immer noch zu angespannt und auch einfach... Auch wenn Hertha das natürlich auf die Fahne schreibt, dass sie sich da verbessern und der Weg der Konsolidierung irgendwie weitergegangen wird.

Es bleibt einfach wahnsinnig schwierig, diese finanzielle Lage. Schauen wir erstmal, was in dieser Saison uns sportlich noch erwartet. Nächste Woche geht es nach Düsseldorf. Du hast schon gesagt, ja, gute Erinnerung. Maurice Krattenmacher hat einen rausgehauen im Hinspiel. Ist jetzt gerade auch wieder zurückgekehrt. Hat einen ganz guten Eindruck hinterlassen.

Rechtzeitig und fit, genau, dynamisch. Es gab diesen einen Durchbruch bis auf die Grundlinie, wo er mit sehr viel Übersicht zurücklegt, wo man natürlich auch vielleicht doch mehr draus machen kann. Da war, glaube ich, auch Mika Gekwesungs dann in der Szene. Genau. Passte zu seiner zweiten Halbzeit. Ja, aber wie gesagt, gute Erinnerungen an Fortuna Lüsseldorf. Die Siegeserie ging los.

Mal schauen, ob man dann auch im Gastspiel dort vielleicht nochmal sowas starten kann. Aber ansonsten bleibt ja eigentlich nur isoliert, Spiel für Spiel zu betrachten jetzt. Und das ist das letzte Spiel vor der Länderspielpause dann. Auch da natürlich immer wichtig, mit einem guten Gefühl reinzugehen irgendwie.

Aber ansonsten, Fortuna Düsseldorf ist ähnlich wie der VfL Bochum auch so ein Klub, der natürlich so ein bisschen noch nach unten schauen muss. Aber ich glaube, da ist einfach zu viel Qualität, als dass sie dann doch noch irgendwie richtig reinrutschen sollten. Und dann, wenn das Wetter passt, könnte man fast sagen, kann man sich vielleicht ein bisschen Sommerfußball erhoffen.

Aber dafür fehlt dann doch die Leichtigkeit auch bei Herder BSC in letzter Zeit. Ja, aber es stimmt schon, es geht wirklich nicht mehr um viel für beide Mannschaften. Und das haben sich bestimmt auch die Düsseldorfer anders vorgestellt vor dieser Saison, dass sie im März eher schauen müssen, dass sie unten nicht nochmal reinrutschen.

Also vielleicht wieder einmal, wie schon ein paar Mal vorgekommen, das Duell der Enttäuschten. Ja, nichtsdestotrotz halten wir euch natürlich auf dem Laufenden. Was dort passiert auch, was in allen möglichen Personalentwicklungen im Laufe der Woche oder in der DFL-Lizenzfrage sich tut, da seid ihr auf dem Morgenpost natürlich immer am Ball.

Lasst gerne einen Daumen nach oben auf diese Folge da, schreibt uns in die Kommentarspalte, wie ihr die aktuelle Lage bewertet und dann würde ich sagen, kommt gut durch die Woche und wir hören uns nächsten Montag wieder hier bei Immer härter. Macht's gut!

Anmelden oder registrieren

Jetzt

0:00 / 0:00