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Immer Hertha· Folge 275

Immer Hertha – Nach dem Debakel ist alles offen

Montag, 23. Februar 2026 · 32 min

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Shownotes

Das 2:5 beim SC Paderborn war für Hertha BSC ein Offenbarungseid. Das Saisonziel ist erledigt und beim Hauptstadtklub stehen nun die großen, grundsätzlichen Fragen auf der Tagesordnung.

Mit welchen bemerkenswerten Worten die Spieler das Desaster von Paderborn beschrieben haben? Und an welchen Stellen die Berliner in der Aufarbeitung nun ansetzen müssen? Darüber sprechen die Morgenpost-Sportredakteure Paul Gorgas und Nelis Heidemann in der neuen Folge des „Immer Hertha“-Podcasts.

Außerdem geht’s um die Zukunft von Trainer Stefan Leitl, einen überraschenden Wortführer in der Kritik, die überraschend milde Reaktion der Fans und die Perspektive für die restlichen Saisonspiele.

Viel Spaß beim Reinhören!

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Und dann war mit einem großen Knall alles vorbei. Hertha BSC zerfällt beim 2 zu 5 gegen den SC Paderborn in alle Einzelteile und nun gilt es, einen Scherbenhaufen zusammenzukehren. Plötzlich stehen viel tiefer gehende Fragen auf der Tagesordnung als die, warum es auch in diesem Jahr wieder nicht mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappen wird.

Hallo und herzlich willkommen zu Immer Hertha. Zur großen Krisensitzung begrüße ich heute auch wieder den Kollegen Paul Gorgers, der das ganze Desaster gestern live vor Ort im ostwestfälischen Regen miterlebt hat. Wie sieht es aus? Alle Klamotten wieder trocken? Jaja, ich habe mich einmal kräftig umgezogen und den Dauerregen quasi abgeschüttelt und hätte mal einen Besen mitbringen sollen für den Scherbenhaufen heute hier.

Also da gibt es einiges zusammenzukehren. Du hast ja wirklich auch die volle Dröhnung gegeben und warst heute Morgen noch beim Auslaufen. Wie war da die Stimmung? Es gab eigentlich keine Stimmung, weil bis auf uns Journalisten und die Medienabteilung von Hertha BSC keine Zuschauer dabei waren. Die Stammspieler bzw.

Die, die eben begonnen haben in Paderborn, die waren joggen, eine Runde durch den Olympiapark und darüber hinaus und der Rest hat so ein bisschen locker vor sich hingespielt. Kleines Spielchen, die Reservisten und Einwechselspieler, da konnte man jetzt nicht viel ablesen, aber gut, die Leistung in Paderborn hat ja auch sehr für sich gesprochen. Man muss ja auch zum Schutze der Fans sagen, Montagmorgen um 10 Uhr ist auch eine wilde Zeit.

Also da ist durchaus auch verständlich, dass da der ein oder andere es vielleicht nicht geschafft hat. Ja, zum Applaudieren sind sie nicht gekommen jedenfalls. Ja, lass uns reingehen in die Analyse. Ein dramatisches 2 zu 5 in Paderborn, das de facto im Grunde die Saison beendet eigentlich. Also der Aufstiegstraum ist zerstellt, ist ausgeträumt, das große Saisonziel ist zerplatzt.

Man kann es formulieren, wie man will, das Ding ist durch und Hertha BSC schwebt jetzt irgendwo so im Nirgendwo herum im Mittelfeld, das haben bis auf wenige Ausnahmen gestern auch alle so offen gesagt und Grundstein dafür war eben dieses Spiel, was in der Form, in der Art und Weise, wie wir es erlebt haben, wirklich eine Zäsur ist, weil muss man so ehrlich sagen, Hertha mit dem 2 zu 5 ja auch noch gut bedient war.

Also es hätte noch viel schlimmer alles kommen können, oder? Ja, absolut. Also ich bin ein Stück weit traumatisiert oder zumindest gezeichnet von der Torhymne in Paderborn. Die Heidebrante-Lichterloh sogar sechsmal mit dem Eigentor von Pascal Clemens, was er noch zurückgenommen wurde. Das macht ja auch was mit allem, wie man heutzutage sagt.

Letztens mit Inga vor einiger Zeit noch, die hatte mal so einen Traum mit der Kölner Torhymne. Ich glaube, da gab es auch fünf Stück auswärts in Köln. Und nicht nur wegen dieser prägenden Torhymnen hat mich das doch erinnert, aber das war vor drei Jahren, auch im Frühjahr tatsächlich in Köln, da hatte Hertha gerade mit Pal Dade ganz frisch als Trainer im Abstiegskampf nochmal gegen Stuttgart gewonnen zu Hause und man dachte jetzt startet die Aufholjagd, jetzt reißen sie sich vielleicht nochmal zusammen, kommen da Richtung Relegationsplatz von unten hochgeschossen und dann gab es ein 2-5 in Köln und Köln war damals auch schon keine Spitzenmannschaft.

Das war ein ähnlicher Auftritt und so wie du sagst, eine ähnliche Zäsur. Einen Schlag in die Fresse, wie es Stefan Leitl sagen würde. Und aber, dass diese Erinnerung ja aus Zeiten des Abstiegskampfes herrührt, das sagt ja auch schon eine Menge aus. Das ist nämlich genau der Punkt, dass man das Gefühl hatte, da steht eine völlig leblose Truppe auf dem Platz am Sonntag in Paderborn, die überhaupt nichts zusammenfindet, die nichts gebacken bekommt, die nicht ins Spiel reinfindet.

Und es sah aus wie eine Abstiegsmannschaft, die da gegen den Abstieg spielt und nicht eine Mannschaft, die noch etwas gewinnen kann. Das ist ja das, was hinterher alle gesagt haben, dass sie eigentlich Druck nur positiv empfinden, weil sie um etwas spielen, weil sie etwas gewinnen wollen. Die haben aber gespielt, da hätten sie ganz viel zu verlieren und haben dann auch in aller Deutlichkeit und in der Höhe absolut verdient.

2 zu 5 verloren. Die Leistung war schlicht desaströs. Man hat es von der ersten Minute angemerkt. Gefühlt war jeder zweite Ball bei Paderborn. Es gab wahnsinnig viele technische Fehler, also teils unglaubliche, unbedrängte Fehlpässe. Man hat so Thema Wille, Thema Einsatzbereitschaft, hat man irgendwie nichts von gesehen.

Zweikampf war halt ein Tag ernst, hat es gut auf den Punkt gebracht nachher. Um Zweikämpfe zu gewinnen, muss man sie auch erst mal führen. Muss man erst mal so reinkommen. Also es waren wirklich die Basics. Und da braucht man auch nicht groß über Dreierkette, Viererkette irgendwie diskutieren, sondern es sind die Grundlagen, die gefehlt haben.

Und das ist insofern natürlich verwunderlich, weil ja schon auch alle hinterher gesagt haben, dass sie sich vor dem Spiel sehr wohl gewahr waren, der Situation, was das nochmal für eine Chance auch sein kann, dieses Spiel. Aber auf dem Platz war davon nichts zu sehen und das ist wirklich dramatisch. Ja, und was ich so erschreckend fand, war, dass es sich so durchgezogen hat durch die ganze Mannschaft. Also es gab niemanden in Normalform.

Auch Schlüsselspieler Michael Cuisons völlig abgetaucht. Dann die Defensive, die ja eigentlich den Erfolg der Hinrunde, wenn man das jetzt noch so benennen möchte, einmal ermöglicht hat. Die hat auch nicht mehr stattgefunden. Also Linus Gechter, Martin Dardai standen völlig neben sich. Toni Leisner springt gleich beim ersten Gegentor unter dem Ball durch.

Also da hat niemand irgendwie so ein Stück weit Tagesform auf Normallevel zeigen können. Und dann brichst du eben so kollektiv auch ein als Mannschaft. Und das war wirklich von Minute eins an zu sehen. Und zur Pause muss es eigentlich da schon 5-1 für Paderborn stehen. Und allein wie das Tor für Hertha zustande gekommen ist, ist ja eigentlich auch ein Treppenwitz, dass mit dem ersten Torschuss der gesamten ersten Halbzeit dann da so ein Zaubertor mit der Hacke fällt. Hätte wahrscheinlich auch nur so fallen können, weil ...

Und ehrlicherweise auch die Vorlage von Martin Winkler an der Stelle echt grausam in den Rücken von Schulak kam, der dann irgendwie den Ball aufs Tor bringt, der geht dann auch durch die Beine. Also das fällt halt auch nur einmal in 100 Fällen wahrscheinlich dieses Tor. Und das war dann auch unmittelbar nach dem Tod zu sehen, dass jetzt nicht die große Aufholjagd auch für dieses Spiel geltend entfachen wird.

Das war einfach, ja, es gibt ja so Spiele, wo du einfach von Anfang an merkst, das wird nicht zusammengehen. Da steht eine Mannschaft auf dem Platz, die überhaupt nicht teilnimmt. Und genau so war das eigentlich. Aber das ist ja so das Dramatische oder das Symptomatische. Auch diese Szene, du machst das Anschlusstor zum 2 zu 1, ich glaube sechs Minuten vor der Halbzeit war es.

Und dann musst du dich doch irgendwie so zusammenreißen, dass du sagst, okay Mensch, wir haben hier irgendwie einen Scheißtag erwischt. Aber jetzt sind wir irgendwie, wie auch immer, wieder reingekommen ins Spiel. Und jetzt müssen wir das irgendwie so in die Halbzeit retten. Und dann mit dem 2 zu 1 hättest du ja immerhin auf der Anzeigetafel eine Ausgangslage gehabt, mit der du hättest arbeiten können. Und dann hättest du gesagt, in der Halbzeit komm, reißen wir uns zusammen, wir wechseln vielleicht ein, zwei Mal und dann greifen wir nochmal an.

Aber was danach passiert ist, es ist ja überhaupt nichts im Sinne eines Aufbäumes passiert. Es gab ja noch drei, vier Topchancen, bevor dann das 3-1 in der Nachspielzeit noch gefallen ist. Also das war ja wirklich dramatisch und dann ist es in der Halbzeit laut geworden, das klang so heraus, aber auch da ist irgendwie nichts passiert.

Drei Wechsel zur Pause, was ja auch immer schon so ein kleiner Offenbarungseid ist irgendwie. Es gab Umstellungen, Fabian Rehse rückt in die Mittelschirmeposition, die Dreierkette bleibt aber bestehen und dann geht das Debakel auch, nimmt einfach weiter seinen Lauf. Also Pascal Clemens schießt ein spektakuläres Eigentor, was glücklicherweise aberkannt wird, aber 4-1, 5-1 folgen doch.

Und ja, irgendwie so ein bisschen das Brekalotor als Lichtblick danach zu beschreiben, ist natürlich auch irgendwie hinfällig, weil natürlich die Paderborner Defensive nach diesem Doppelschlag dann auch nicht so richtig sortiert ist. Das war wirklich wahnsinnig ernüchternd, einfach auch, dass es so überhaupt kein Zeichen des Aufbauens wirklich gibt.

Ja, und so ehrlich muss man ja auch sein, Paderborn, klar, die spielen eine gute Saison, die sind da oben auch zurecht mit dabei, aber es ist auch keine Übermannschaft und die haben da aber wirklich ausgesehen, als wären sie der amtierende Bundesligist, der da den Zweitligisten mal mindestens aus Hertha-Sicht zu Gast hat.

Also das ist ja auch schon absurd teilweise gewesen, wie hat er dahergespielt wurde, weil sie eben ja wirklich immer den Schritt zu spät waren, nicht in die Zweikämpfe gefunden haben, genau wie es Terke Ernst gesagt hat. Ich glaube, am Ende war sogar die Zweikampfstatistik positiv zugunsten von Hertha, aber das ist natürlich brutal verzerrt, wenn du einfach gar keine Zweikämpfe erst führst und gar nicht rein findest in diese Duelle und dann halt noch diese große, große Sammlung an individuellen Fehlern.

Also die beiden Gegentore in der zweiten Hälfte, die gehen ja zu großen Teilen aufs Konto von Linus Gechter, der sich dazu leicht abkochen lässt. Und dann zieht Tergernst das Foul zum Elfmeter und dann das Letzte legt er quasi selbst auf zum Schuss von der Strafraumkante. Das kommt dann noch dazu an so einem Tag natürlich. Aber wie gesagt, das hätte Hertha auch nur reparieren können, wenn die zehn anderen Spieler, die mit auf dem Platz stehen, irgendwie annähernd.

Ja, so eine Art von Normalform gehabt hätten und die hatten sie eben nicht und da muss man schon, wie du es am Anfang ja auch gesagt hast, die grundsätzlichen Fragen stellen, wie das eigentlich sein kann in dieser Konstellation, in dieser Ausgangslage und dann ja auch in dieser Tagesform. Die Spieler legten nach Schlussschluss eine durchaus bemerkenswerte Rhetorik an den Tag.

Du hast es ja auch erlebt in der Mixzone, es haben sich bemerkenswert viele noch gestellt. Fabian Reze hat das nicht getan als Kapitän, aber nichtsdestotrotz hattest du Seguin, Kolbe und Ernst in der Mixzone. Wir hatten Leistner und Schuler bei Sky noch gehört und gerade ich finde so Niklas Kolbe ist ja jemand, der nicht so oft irgendwie spricht, weil er einfach noch nicht so die Rolle hatte bisher sportlich gesehen, hatte Verletzungsprobleme, aber gerade der bemerkenswert, wie er sich geäußert hat und wenn man sich das nochmal so anhört oder durchliest, ich kann euch unser Stimmenstück auf morgenpost.de sehr empfehlen, da zuerst.

Werden die Dinge klar benannt und Kolbe sagte, es stehen so viele Personen hinter uns Spielern, die ermöglichen uns so viel und wir zeigen 90 Minuten so einen Kack, hier fahren 2000 Fans mit, da tut mir jeder einzelne leid und ich entschuldige mich bei jedem Einzelnen, es ging ums Hinterfragen, jedes Einzelnen, Tjag Ernst sagte, jeder muss mal in den Spiegel gucken und sich hinterfragen, ob er wirklich das Leistungsmaximum gebracht hat, wir haben eine Verantwortung dem Verein und den Fans gegenüber, das war eine Rhetorik, die bemerkenswert nach Abstiegskampf klang und die für mich auch irgendwie so ein bisschen darauf hindeutet, dass in der Mannschaft vielleicht doch nicht alles so richtig im Reinen ist.

Also wenn in so einer Ausgangslage bei so einem Spiel, wo vorher drüber geredet wurde, was das für eine Chance ist, wenn dann solche Dinge gesagt werden müssen nach dem Spiel, dann zeigt das doch irgendwie, dass es nicht so richtig stimmt, oder? Ja, sehe ich auch so. Also es wurde natürlich immer der große Teamgeist und Zusammenhalt über das Jahr hinweg gelobt und es gab ja auch einige Widerstände, die die Mannschaft dann irgendwie zusammen.

Bestritten hat, aber das ist natürlich immer ein schmaler Grad zwischen so einer Art Grundharmonie im Kader, die vielleicht auch durch so einen Zusammenhalt kommt und. Dann so ein Spiel, wo es spitze auf Knopf steht, die ganze Saison sich eigentlich entscheidet oder zumindest man um eine Chance kämpft, um die Saison am Leben zu erhalten und dann ist jeder so mit sich selbst beschäftigt, dass man als Mannschaft überhaupt nicht mehr zusammen findet und jeder, hat selbst individuell so große Probleme irgendwie mit der Situation umzugehen, dann nützt der ja auch jeglicher Zusammenhalt nichts, wenn du es nicht zusammen auf den Platz bringen kannst und dann.

Kann man natürlich sagen, es stimmt in der Mannschaft, aber wie gesagt, wenn daraus keine Leistung erwächst und wenn das nicht dazu führt, dass man irgendwie Spiele und Ergebnisse gewinnen oder beziehungsweise Ergebnisse erzielen kann, dann stimmt da auch an der grundsätzlichen Einstellung irgendwie was nicht.

Und das hat ja auch Stefan Leidl sehr deutlich nochmal angesprochen auf der Pressekonferenz, hinterher sprach er glaube ich von mentaler Kapazität, war es glaube ich, hat gesagt, ein Qualitätsmerkmal eben auch so ein Stück weit Mentalität, was meint er ja letztlich damit ist und die hat er ja seinem Team ein Stück weit abgesprochen in dem Moment und man muss ja auch über den Kopf sprechen und über die Verfassung der Spieler, wenn man so eine Nichtleistung anbietet in so einem Schlüsselmoment der Saison.

Und sonst, ja, das stimmt. Ich fand es auch erstaunlich, dass sich die Spieler so offen dann gezeigt haben und auch Zeit genommen haben für Statements in der Mixed Zone. Das war auch durchaus kurios, sogar fast bizarr, weil das natürlich alles sehr eng zusammen ist in Paderborn. Das heißt, man hat die laute Partymusik aus der Paderborner Kabine gehört.

Davor gingen noch so drei Servicekräfte mit Tabletten voller Bier durch die Mixed Zone. Also da war eine Riesenpartystimmung auf der Seite, eine große Ernüchterung. Das kam da alles zusammen. Andererseits war natürlich das Spiel auch einfach so deutlich, da gab es ja kaum irgendwie Raum für Frust oder für irgendwelche 50-50-Entscheidungen, die man da nochmal hätte kontrovers diskutieren können, sondern da mussten natürlich die Hertha-Spieler auch einfach sagen, das war gar nichts und wir sind schuld, dass es so gelaufen ist.

Und natürlich ist Niklas Kolbe jetzt auch nicht der Alleinverantwortliche, also der hat deutliche Worte gefunden, das fand ich auch recht erfrischend, aber er hatte natürlich auch in den letzten Wochen, als der Aufstieg eigentlich auch schon maßgeblich verspielt wurde, durch seine Verletzung nicht eingreifen können.

An Chark Ernst lag es auch nicht und auch Paul Seguin war noch einer der akzeptableren Spieler an dem Nachmittag, aber ja, ich fand auch bemerkenswert, dass sie dann doch so klar und so hart ins Gericht mit sich gegangen sind. Aber gerade das ist ja das Erwähnenswerte, finde ich, dass Kolbe derjenige ist, der am wenigsten dafür konnte im Grunde, dass der im Grunde so die klarsten Worte gefunden hat.

Aber ja, die Spieler, also ein kollektives Totalversagen oder Komplettversagen hat Kolbe, glaube ich, genannt. Wir haben es aufgedröselt, es war durch die Bank weg ein Debakel. Du hast den Trainer gerade schon angesprochen, das ist der nächste Schritt in unserer Analyse, auf den wollen wir einmal schauen.

Stefan Leitl mit sehr klarer Rhetorik nach dem Spiel, dieses Haben richtig in die Fresse bekommen die letzten Tage. Und auch er hat eben ganz klar gesagt, die Tür ist zu und abgesperrt in Richtung Ausstieg. Wir haben ja letzte Woche ein Jahr Stefan Leitl gehabt und in der Analyse, so ein bisschen in der Bilanz dieses Jahres schimmerte ja auch immer schon so ein bisschen durch.

Punkteschnitt ist nicht schlecht, hat natürlich die Mannschaft stabilisiert, Aber ob es wirklich genug ist, weiß man nicht so richtig. Und nach diesem Spiel, nach diesem Erlebnis ... Rügt natürlich auch die Persönlichkeit des Trainers jetzt nochmal in den Blickpunkt. Das ist natürlich auch für ihn jetzt irgendwie eine schwierige Ausgangslage, weil in diesen elf Spielen geht es zwar tabellarisch jetzt nicht mehr um viel, aber Stefan Leitl muss jetzt schon nochmal zeigen, dass er der richtige Mann ist, oder?

Ja, also finde ich auch, dass er jetzt in Bedrängnis geraten ist natürlich durch so ein Spiel zu so einem Zeitpunkt. Also es geht jetzt nicht darum, dass es quasi dieses eine Ausrutscherspiel in Anführungszeichen war. Das ist vielleicht sogar einfach mal Teil einer Saison, dass man mal so ein Spiel erwischt, wo gar nichts zusammen geht.

Aber es ist einfach so ein bisschen die Tendenz natürlich der letzten Wochen, die irgendwie gegen das Team und damit auch gegen den Trainer spricht. Ich meine, das hat ja irgendwie angefangen, diese Misserfolgsserie unmittelbar nach der großen Erfolgsserie. Also es ging mit dem 0-2 gegen Magdeburg zu Hause los, wo man auch gesagt hat, das war eben jetzt mal so ein Ausrutscher, so ein Rückschlag.

Aber danach hat Hertha eben einfach wochenlang nicht mehr gewonnen über die Winterpause hinweg. Mit das erste Spiel in Elbersberg war ja der erste Sieg seit Monaten, muss man wirklich sagen, durch die Winterpause auch. Und da hat es eben dann auch der Trainer nicht vermocht, da wie gesagt rechtzeitig, um nochmal in den Aufstiegskampf einzugreifen, die Mannschaft wieder in die Spur zu finden.

Du hast es auch angesprochen, wenn man dreimal oder zur Pause wechselt, dann spricht es natürlich sehr gegen das Personal, was man da für die erste Halbzeit sich ausgesucht hat. Fünferkette sehe ich auch nicht so sehr als Ursache jetzt für das Spiel, haben wir auch schon drüber gesprochen. Und die grundsätzliche Frage ist ja, ist dieser Leitlball, über den habt ihr letzte Woche gesprochen, gibt es den in der Form und wie passt der eben zu den Aufstiegsambitionen von so einem Verein wie Hertha, der natürlich den Anspruch hat, der auch noch einmal in dieser Saison zumindest die finanziellen Mittel aufgewendet hat, um einen teuren Kader zusammenzustellen mit hoher individueller Qualität, die ja zweifelsohne da ist.

Und dann ist natürlich der Trainer gefordert, aus dieser individuellen Qualität eine Mannschaft zu formen, die dann aber auch verlässlich und konstant Woche für Woche Leistung bringt, Siege einfährt, um im Aufstiegsrennen dabei zu sein. Und daran ist Leitl Stand jetzt natürlich gescheitert, weil die Konstanz hat sich nie so richtig eingestellt, bis auf diese fünf Spiele am Stück, die mal in der Liga gewonnen wurden in der Hinrunde.

Und irgendwie ist es ja auch so ein bisschen widersprüchlich, weil zu Saisonbeginn haben wir darüber gesprochen, dass die Auftritte fußballerisch eigentlich fast ansprechender waren und ansprechender aussahen, diese dominanten Auftritte gegen Schalke und gegen Darmstadt zu Hause, gegen Mannschaften, die da oben voll mit drin sind. Nur die Ergebnisse sind halt irgendwie ausgeblieben.

Und auch diese Effizienz muss man natürlich dann dem Trainer ein Stück weit anlasten, auch wenn immer viel zusammenkommt. Aber er ist dann eben der sportlich Verantwortliche an der Stelle. Und deswegen finde ich irgendwie die grundlegende Frage, wie du es ja auch gesagt hast, lässt man Leitl jetzt irgendwie den Rest der Saison mit dem Ziel quasi, oder entlässt man ihn quasi in den Rest der Saison mit dem Ziel, dass dass sie nochmal spielerisch zeigen sollen, dass sie variabler sind, als ihnen vorgeworfen wird, dass sie eine klare Idee entwickeln können für die nächste Saison.

Also entlässt ihnen die Saison im Sinne von, er darf die Spiele weiter machen. Ich habe das Wort jetzt ein Thema in den nächsten Sätzen mit Sicherheit. Das nochmal zu konkretisieren. Oder ja, um was geht es jetzt in den verbleibenden Spielen? Das muss man natürlich auch klären. Ich finde nur, da wollte ich eigentlich hin zu dem Punkt, dass eine gewisse Variabilität schon eigentlich mitgebracht hat, Weil, wie gesagt, es gab so einen Hauch von fußballerischer Entwicklung.

Er hat dominante Auftritte gezeigt. Er hat gezeigt, dass man eben auch mal bewusst abwartend spielen kann, wie in Elversberg. Er ist von Dreierkette auf Viererkette und wieder zurückgeswitcht. Also es ist ja nicht so, finde ich, dass er irgendwie an einer Idee krampfhaft festgehalten hätte und sich darin verbissen hätte, sondern er hat ja eine gewisse Flexibilität auch gezeigt.

Der Vorwurf, finde ich, greift dann zu kurz. Aber natürlich, wie ich es gesagt habe, muss man sich fragen, warum diese Konstanz eben einfach auch unter ihm nicht zustande kam. Und dann sind natürlich, wenn es so schlecht läuft, dann auch Personalentscheidungen von Woche zu Woche fragwürdiger. Ja, die Umstellung auf Dreikette war ja zum Beispiel im Pokalspiel gegen Freiburg genau das richtige Mittel, was er sehr begründet hat, auch mit taktischen Vorgaben dazu und da hat man ja gesehen, Mensch, der kann schon irgendwie den passenden Plan entwerfen, das ist alles schon im Bereich des Möglichen, aber man muss natürlich die Frage stellen, wo er ja selbst auch so diese Ausgangslage so klar definiert hat,

das ist eine Chance für uns, irgendwie auch an die Liga nochmal ein Zeichen zu setzen, hey, wir sind noch da, wie es dann passiert, dass die Mannschaft so eine Leistung abliefert oder so eine Nichtleistung. Ob das irgendwie möglicherweise an der Vorbereitung lag. Bei mir kamen gestern während des Spiels echt Erinnerungen an dieses 0-4-Debakel in Elversberg aus der vergangenen Saison auf.

Das war das zweite Spiel unter seiner Verantwortung und von daher natürlich auch ein Unterschied, weil er da noch ganz frisch war und möglicherweise noch nicht so richtig den Zugriff auf die Mannschaft hatte. Er musste mit dem arbeiten, was er da hatte und konnte noch nicht so richtig seinen Stempel aufdrücken.

Vor dem Hintergrund ist halt dieses Spiel natürlich nochmal viel dramatischer, weil er inzwischen jetzt ein Jahr mit der Mannschaft gearbeitet hat und die Mannschaft so eingestellt hat, die Mannschaft so scharf machen wollte jetzt auf dieses Spiel und eben komplett gescheitert ist und komplett versagt hat.

Was gut ist, war sein Auftritt auf der Pressekonferenz, fand ich, nach dem Spiel, wo er das eben ganz klar auch so benannt hat, dass die Mannschaft komplett gescheitert ist, dass er die Mannschaft so noch nicht erlebt hat und ja, auch fast kämpferisch irgendwie gewirkt hat in dem Sinne. Wir wollen oder wir müssen eine Wiedergutmachung zeigen nächste Woche für das eigene Publikum.

Ja, auch wenn es dann natürlich zu spät ist, wenn man über das große Saisonspiel spricht. Und ich finde, das kann man irgendwie auch als be- und aber auch als entlastend werten, wenn man sieht, dass eine Mannschaft, die zu mehr in der Lage ist, gar nicht mehr an den Punkt kommt, das abzurufen. Also dann kann man natürlich darüber sprechen.

Da muss der Trainer dafür sorgen, dass die Spieler auf den Punkt bereit sind und der Trainer muss das richtig einschätzen, welche Spieler gerade in welcher Verfassung sind, um Leistung zu bringen. Andererseits muss man natürlich an jeden einzelnen Spieler dann rantreten, wie es ja die Mannschaft auch gemacht hat.

Und dann muss sich eben jeder Spieler selbst überprüfen, warum er in der Hinrunde im glorreichen November, als man von Sieg zu Sieg geeilt ist, warum man es geschafft hat, da irgendwie diesen unbedingten Willen zur Verteidigung des Tores zum Beispiel oder eben auch so eine Kaltschnäuzigkeit, Effizienz vom Tor an den Tag zu legen und warum davon einfach in diesem Jahr gar nichts mehr zu sehen ist.

Also das kann man fast in beide Richtungen auslegen, aber es bleibt dabei, der sportlich Verantwortliche für diese Mannschaft ist Stefan Leitl. Die Saison ist jetzt im Grunde gelaufen. Die Planungen für das vierte Zweitliga-Jahr müssen jetzt beginnen und damit richtet sich der Blick natürlich auch etwas auf die Verantwortlichen hinter dem Kernteam.

Sportlicher Leiter Benjamin Weber und Geschäftsführer Peter Görlich, letzterer vor allem, der jetzt die Planung vorantreiben muss und Benjamin Weber ist ja auch eine heiß diskutierte Personalie immer wieder gewesen und wir hatten jetzt die Kaderzusammenstellung eben schon angeschnitten. Es ist natürlich so, dass der auf dem Papier bockstark ist, der Kader, und dass es viele Möglichkeiten scheinbar gibt, aber es läuft halt nicht im Zusammenspiel.

Da jetzt die Frage, muss da ein größerer Umbruch jetzt erfolgen und ist Benjamin Weber überhaupt noch der richtige Mann, um diesen Umbruch zusammenzutreiben? Wir haben auch angesichts der Personalie Bastian Huber in der vergangenen Woche darüber gesprochen, also das ist auch ein Name, der jetzt in den Blickpunkt rücken wird.

Entweder in dem Sinne, dass er jetzt die Personalplanung natürlich auch vorantreiben muss, weil ein Ausverkauf droht, oder aber halt vor dem Hintergrund, ob er eigentlich noch der richtige Mann ist dafür. Ja, aber das ist, glaube ich, genau der Punkt, dass der Umbruch nicht nur droht, oder dass es keine Entscheidung von Hertha ist, sondern Hertha wird dann ein Stück weit machtlos sein und muss schauen, welche Spieler sich jetzt wohin orientieren.

Das ist für mich auch übrigens ein Punkt, warum die Saison jetzt wirklich gelaufen ist, weil spätestens jetzt wird auch kein Spieler mehr zu 100 Prozent an dieses Limit kommen, zu sagen, wir haben es noch in der eigenen Hand oder wie auch immer oder wir hauen uns jetzt nochmal komplett rein, sondern natürlich wird jetzt jeder Spieler auf sich gucken und schauen.

Wo geht es mit Hertha hin in Zukunft und wo sieht er sich vielleicht aber auch. Gleichzeitig hört man aber auch so ein bisschen, wenn man sich so im Umfeld des Vereins rumhört oder auch so ein bisschen auf Beraterebene schaut, da hat nicht jeder Spieler, der vielleicht von mehr träumt, auch die Angebote oder den Markt von drei, vier Erstligisten und muss sich nur quasi entscheiden, zu welchem er geht.

Also das wird auch die Frage sein, ob ob all die Gerüchte, die es ja gibt um viele Spieler, ob die dann auch wirklich eintreffen und alle dann gleich den Absprung schaffen. Also das ist natürlich auch eine sehr herausfordernde Lage dann für einen Sportdirektor oder für einen Kaderplaner. Ich glaube, es wird lange ungewiss sein, wie groß der Umbruch letztlich ausfällt.

Aber ich glaube nicht, dass Hertha es aktiv in der Hand hat, den zu steuern. Und ja, klar, muss man über Benjamin Weber reden, wieder einmal. Er hat jetzt, wir haben gerade über den Trainer gesprochen, zum zweiten Mal einen Trainer aktiv ausgewählt, der den Aufstieg nachweislich nicht schaffen wird. Das ist seine Verantwortung, das ist sein Verantwortungsbereich und der Kader ist gut und ich finde, er hat auch zu Recht Lob dafür bekommen, dass er eben Spieler wie Rezo oder Quisungs gehalten hat. Gleichzeitig ist er natürlich einfach sehr teuer, der Kader.

Also das muss man auch einfach mal ansprechen, dass dieses Niveau sich nicht halten lassen wird und ja jetzt spätestens die Erkenntnis auch da ist, dass Qualität, die man sich irgendwie zu einem gewissen Preis, jedenfalls im Gehalt, erkauft, nicht zwingend zu Ergebnissen führt. Das ist ja auch ein Lehrbeispiel diese Saison, dass da die Mannschaften mit deutlich weniger Etat vor Hertha stehen, weil sie sich irgendwie mannschaftlich einfach besser hinbekommen oder.

In dieser Liga eben einfach besser unterwegs sind. Es gibt ja eben auch Spieler im Kader bei Hertha, die mit ganz anderen Ansprüchen und aus ganz anderen Erfahrungen nach Berlin gekommen sind und das aber nicht zeigen können. Also Stichwort Kevin Sesser, der ja einfach ein Erstligaspieler war und aber es nicht hinbekommt, der Mannschaft in der zweiten Liga irgendwie weiterzuhelfen.

Das sind alles so Personal, über die haben wir auch schon hinlänglich gesprochen, aber wir stehen halt alle in Verbindung mit Benjamin Weber und deswegen ist natürlich die Frage, die ja letztlich Peter Görlich beantworten muss als Geschäftsführer, welche handelnden Personen ab dem Sommer spätestens dann das Vertrauen bekommen, um das vierte Jahr Zweite Liga anzugehen.

Und das sind Entscheidungen, die jetzt Peter Görlich einfach ein bisschen früher treffen muss, als er sich, glaube ich, auch das gedacht hat, würde ich jetzt eben von außen einfach mal vermuten. Er hat ja nämlich schon intern einiges angeschoben, wie eben diese Personalie Bastian Huber, der jetzt dazugekommen ist.

In anderen Bereichen bringt ja Peter Görlich auch so kleine Veränderungen mit sich, aber er ist jetzt irgendwie an einem Punkt, es ist Ende Februar und wir sprechen über die ganz großen Weichenstellungen. Und das hat natürlich niemand sich so gedacht. Im April ist die Mitgliederversammlung, da ist dann vielleicht der Nichtaufstieg schon eineinhalb Monate her.

Also es ist ja Wahnsinn, wenn man darüber mal nachdenkt. Ich habe nochmal nachgeguckt. Vor zwei Jahren unter Pal Dardai waren es zu dem Zeitpunkt, jetzt nach dem 23. Spieltag, nur acht Punkte Rückstand auf Platz drei. Und das ist eigentlich absurd, weil das war eine Saison, wo man von Anfang an eigentlich wusste, das wird ganz schwierig, da oben irgendwie mitzumischen.

Und das war gefühlt und faktisch, da hat er da ein Mittelklasse-Team der zweiten Liga und immer ganz weit weg von den Aufstiegsambitionen. Und in diesem Jahr, habe ich oft genug gesagt, haben viele im Umfeld auch gesagt. Hat Hertha die vielleicht beste Ausgangslage und die besten Voraussetzungen, um den Aufstieg mitzuspielen.

Und es ist nicht mal der Februar vorbei und wir sitzen hier und planen eigentlich die nächste Zweitligasaison. Also da kommt man nicht an der Diskussion um den Sportdirektor dran vorbei. Und das kann ja auch so aussehen, dass, wie Peter Görlich es auch ein bisschen eingeleitet hat mit dieser Bastian-Huber-Personalie, dass dann vielleicht einfach Verantwortungsbereiche neu zugeteilt werden.

Und ja, diese strategische Kaderplanung, die strategische Transferplanung, von der er spricht, eben wirklich nicht mehr zum Verantwortungsbereich von Benjamin Weber gehört. Aber das müssen die eben auf dieser Ebene klären. Ich glaube nur eben, dass Peter Görlich der entscheidende Mann jetzt ist. Weil es sonst keinen Verantwortlichen auf dieser Ebene gibt, der so grundlegende Entscheidungen treffen kann. Ja, er kommt jetzt in den Blickpunkt und er muss sich jetzt auch beweisen ein Stück weit.

Das war alles so ein bisschen, seit er im Amt ist, natürlich auch viele große, gute Reden geschwungen. Aber jetzt muss er wirklich zeigen, was Sache ist. Er ist auch gefordert, ist eine Chance auch für ihn, aber auch so ein bisschen eine Verpflichtung, jetzt eben zu zeigen, dass so ein bisschen diese Macherattitüde, nenne ich es mal, die er so ein bisschen vorlebt, dass die jetzt eben auch an den Tag gelegt wird.

Und es wird spannend zu sehen sein, wie er sich verhält. Also er schafft es ja wirklich gut, diese weitgehend internen Prozesse schon auch intern ohne große Konflikte nach außen auszutragen. Also es gibt ja große Themen, die er schon irgendwie angegangen hat und die sich schon verändert haben. Und das bleibt alles so beisammen. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt jetzt im Verlauf der weiteren Wochen, wo eben diese Planung so vorangetrieben werden muss.

Und ja, die Frage ist, wie er sich nach außen hin zeigt, er referiert über die, Leistungskultur und das, was wir gestern gesehen haben, hatte aber mal gar nichts mit Leistungskultur zu tun, wie er vielleicht auch der Mannschaft gegenüber auftritt, Gilt ja als jemand, der sehr nah an den Spielern auch ist. Ob er vielleicht jetzt im Laufe dieser Woche da nochmal zu einer größeren Grundsatzrede ausholt.

All das sind so Themen, die jetzt natürlich kommen könnten. Und ja, dann geht es in Richtung Sommer. Jetzt ist natürlich die Zeit, wo die Weichen gestellt werden müssen. Das muss man sich ganz klar eingestehen jetzt. Und da muss man schauen, wo man noch landet im Laufe dieser Saison. Aber natürlich, das Wichtige ist vor allem jetzt auch erstmal die Gunst der Leute zurückzugewinnen, weil da ist auch gestern schon wieder eine Menge kaputt gegangen.

Ja, und da ist vielleicht diese Deutlichkeit in der Lage auch gar nicht verkehrt, weil, wie gesagt, es war jetzt die klare Zäsur und es ist jetzt... Das Ende der Aufstiegsträume und ab jetzt geht es eben nur noch um andere Themen. Also wenn sie irgendwie 2-2 gespielt hätten letztlich in Paderbornen, hätten wir jetzt wieder davon gesprochen.

Hätten wir wieder Geschichtsbücher rausgeholt, nachgeschlagen, welche Mannschaft hat denn zuletzt mal so und so viel Punkte Rückstand aufgeholt und diese ganze Rechnerei, das ist jetzt eben alles vorbei und man muss sich da neue Ziele setzen. Also es ist, glaube ich, jetzt auch illusorisch zu glauben, dass man die Saison wegschenkt und irgendwie eine bessere U23 spielen lässt wegen der Spielzeit oder was weiß ich.

Es ist Profifußball, du musst weiter versuchen, Spiele zu gewinnen. Es geht natürlich auch um Tabellenplätze und TV-Geld. Ich finde auch, da gebe ich dir auch recht, es ist auch ein Anliegen, jetzt die Fans bei Laune zu halten in gewisser Weise. Also du kannst natürlich jetzt auch nicht zu Heimspielen einladen und dann sagen, mal gucken, was so geht. sondern du musst natürlich versuchen, den Fans auch immer noch ansprechende Spiele zu bieten, auch wenn das große Ziel fehlt.

Was ja durchaus bemerkenswert ist, du hast ja gestern, glaube ich, so am Rande erlebt, weil du schon im Mixon warst, aber die Reaktion der Fans fiel gestern verhältnismäßig moderat aus. Also es ist jetzt nicht so, dass sie den Laden abgefackelt hätten und irgendwie stocksauer gewesen wären. Nee, das stimmt schon. Wobei ich glaube, auch da ist das einfach eine Entwicklung der letzten Wochen gewesen, weil es wurde ja, wie gesagt, von Woche zu Woche unwahrscheinlicher zumindest mit dem Aufstieg.

Und man hat ja von Woche zu Woche irgendwie auch gemerkt, dass da die Euphorie einfach langsam abgebaut ist bei den Fans auch. Man hat natürlich immer darauf gehofft, dass diese Mannschaft sich nochmal so findet und nochmal so entfaltet, dass da eine Aufholjagd zustande kommt. Aber das war dann letztlich einfach nur der sehr, sehr deutliche Sargnagel für diese Aufstiegshoffnung, aber nichts, was jetzt aus völlig heiterem Himmel kam.

Also wie gesagt, in dieser Deutlichkeit und in diesem Kollektivversagen bin ich auch nachhaltig beeindruckt im negativen Sinne, was da passiert ist. Aber es war ja jetzt nicht so, dass die Mannschaft davor fünf Spiele am Stück gewonnen hätte und auf einmal kam so ein Einbruch, sondern das hatte leider schon ein Stück weit eine Entwicklung hinter sich.

Wir werden es gespannt beobachten, wie es nun weitergeht die nächsten Tage. Viele offene Fragen, die irgendwie einer Beantwortung bedürfen. Am nächsten Sonntag gibt es das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Eine Mannschaft, die sich jetzt auch gerade mit dem Trainer, der verlängert hat, ein bisschen stabilisiert hat und die natürlich gewissermaßen auch immer zu vergleichen ist mit Herder BSC.

Auch ein großer Verein, der irgendwie so ein bisschen im Mittelfeld der 2. Liga herumschwirrt und eigentlich viel größere Ambitionen hat. Und ja, ich sage mal, da geht es echt ums Ganze. Also du musst dich zeigen als eine Mannschaft, die kämpft, auch wenn dieses große Ziel jetzt abgehakt ist, die irgendwie die Leute wieder hinter sich vereint.

Weil wenn das wieder so nach hinten losgeht, dann glaube ich, fällt die Reaktion aus der Fankurve etwas anders aus. Ja und ich finde, es ist natürlich auch so ein Blick in die Zukunft, weil wir hatten jetzt Hannover gerade als Gegner zu Hause, jetzt haben wir Nürnberg, die wir dann als Gastmannschaft sehen und das sind ja so zwei Traditionsvereine, die eben.

Und da ist Hertha ja auf dem besten Wege, muss man sagen, nicht geschafft haben, schnell wieder aufzusteigen nach ihren Bundesliga-Abstiegen und das ist glaube ich so ein Stück weit vielleicht auch das, was Hertha blüht, dass man sich jetzt auf ein paar Jahre Zweite Liga gefasst machen muss. Wir schauen mal, wie all das weitergeht bei Hertha BSC und Harren der Dinge, die da kommen.

Auf Morgenpost.de bleibt ihr natürlich immer auf dem Laufenden, auch bezüglich all der Entwicklungen, die möglicherweise schon in dieser Woche anstehen und in den nächsten Tagen passieren. Ansonsten hören wir uns dann nächste Woche Montag im Immerherter-Podcast wieder. Vielen Dank, dass ihr dabei wart. Lasst gerne einen Daumen nach oben da.

Und natürlich ist unsere Kommentarspalte geöffnet dafür, dass ihr uns euer Herz ausschütten könnt. Wie geht es euch mit dieser dramatischen Niederlage in Paderborn? Was, denkt ihr, sind die größten Probleme, die jetzt angegangen werden müssen? Lasst es uns gerne wissen. Und ja, kommt trotz alledem gut durch die Woche.

Und wir hören uns nächste Woche wieder hier bei Immerherter. Bis dahin, macht's gut.

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