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Shownotes
Begrüßung und Einführung in den Podcast
Was wissen wir aus der Geschwisterforschung?
Wie können wir Geschwisterkonflikte zugewandt begleiten?
Was stärkt Geschwister stärkt und schafft Teamgefühl?
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@kindersindauchmenschen
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Ja, meine Güte, sie hat nicht mal einen Intro-Song. Nee, das hab ich wohl nicht. Dieser Podcast startet kalt rein. Einfach, weil ich das so schwierig finde, einen Intro-Song zu finden. Wirklich. Also, wenn ich mich jetzt bemühen würde, noch einen richtig coolen Intro-Song herzubekommen, von irgendwo, ohne jetzt KI nehmen zu wollen, dann kann ich ja erst 2027 mit dem Podcast starten.
Und das will ich ja gar nicht. Deswegen jetzt hier ins Kalte rein. Stellt euch jetzt sowas vor wie, du, du, du, du, du, Kinder sind auch Menschen, yeah, Menschen, yeah, juhu. Irgendwie so, okay? Improfessionell und so, dass ihr denkt, wow, das ist also schon dieser Jingle. Also dieses Intro, das überzeugt mich direkt. Leute, ihr seht, wir müssen hier mit ein bisschen Agilität an das ganze Ding rangehen, weil es jetzt einfach losgeht mit diesem Podcast.
Ich weiß nicht, wo es uns hinführt. Wir fangen jetzt einfach gemeinsam damit an. Das wird ein gemeinsames Projekt mit uns allen hier, mit mir, mit euch. Agilität ist doch auch modern und gut und so. Deswegen, was soll's denn? Also willkommen zu meinem Podcast. Kinder sind auch Menschen. Das ist natürlich ein leicht witziger Titel, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir das in unserer Gesellschaft doch immer mal wieder uns ins Gedächtnis rufen müssen, dass Kinder auch Menschen sind, auch den gleichen Menschenrechtsgesetzen unterliegen und so weiter und so fort.
Was genau das alles heißt, werdet ihr noch in unseren verschiedensten Podcast-Folgen merken. Da komme ich immer wieder auf den Punkt zurück, wo ich sagen werde, guckt ihr, seht ihr, Kinder sind nämlich auch Menschen. zwingen wir zum Beispiel Kinder nicht, ein Essen zu probieren, das sie nicht probieren wollen, weil das würde ich mit Erwachsenen auch nicht machen.
Ich würde auch nicht sagen, aber Schnecken sind wirklich Delikatessen, das musst du probieren. Ne, würde ich auch nicht tun. So, wenn jemand sagt, mag ich nicht, dann mag der Mensch das nicht und deswegen mache ich das bei Kindern auch nicht, weil Kinder sind auch Menschen. Aber wisst ihr was? Wir reden heute gar nicht über das Thema Essen, sondern wir reden über das Thema Geschwister. So, das heißt alle, die mit Kindern arbeiten, leben und sonst wie zu tun haben, die selber Geschwister haben oder eben mehrere Kinder, Kind 1, 2, 3 und so weiter haben, die können jetzt hier diesen Podcast anhören. Und ich sage euch mal ganz kurz, was die Struktur des Podcasts sein wird.
Ich finde es nämlich schön beim Anhören, wenn der Podcast so ein bisschen gegliedert ist, weil ich bin selber Mutter. Leute, sagen wir, wie es ist. Wir haben im Familienalltag, wenn dann noch alles andere mit dazukommt, nicht so viel Zeit, manchmal stundenlang einen Podcast zu hören. Deswegen ist es manchmal klug, an bestimmten Stellen skippen zu können oder was überspringen zu können und so weiter.
Außerdem finde ich es auch neurodivergentsensibel. Es gibt Menschen, für die ist das gut zu wissen, was passiert, wann, wie ist der Ablauf? Was ist so der grobe Rahmen, damit man sich orientieren kann? Deswegen sage ich es. Der erste Teil wird sein, was sagt die Wissenschaft über das Thema Geschwister? Der zweite Punkt, was können wir Gutes machen beim Thema Begleitung von Konflikten?
Wie können wir Geschwisterkonflikte fair und gut und zugewandt begleiten? Und der dritte und letzte Teil wird sein, ganz konkrete Ideen für euren Alltag. Wie können wir Geschwister als Team schaffen, bilden, stärken und so weiter. Okay, das wird auf euch zukommen. Mein Ziel ist, dass ich das in 30 Minuten schaffe. Ob das klappt, wissen wir nicht.
Erinnert euch, hier vor zwei Minuten habe ich gesagt, wir müssen da mit viel Agilität rangehen. Ich werde mich selber überraschen. Mal gucken, ob das klappt mit diesen 30 Minuten. Aber es ist ja immer schon mal gut, einen groben Plan zu haben, Leute. Okay, wir starten. Seid ihr bereit? Jetzt könnte auch an dieser Stelle wieder so eine Art Zwischenjingle sein.
Auch das wäre vielleicht cool und professionell. Habe ich auch nicht. Könnte noch ungefähr so klingen. Teil 1. Ungefähr so. Also Leute, wir gucken uns mal an, was die Wissenschaft zum Thema Geschwister- und Geburtenreihenfolge und so weiter zu sagen hat. Das ist ganz spannend, weil die allermeisten von uns haben ja schon bestimmte Dinge so im Kopf, wenn man an Erstgeborene, Zweitgeborene, Drittgeborene und so weiter denkt. Da gibt es auch Bücher zu und so. Auf Social Media funktioniert das auch mega. Das sind dann so Reels und TikToks zum Thema, die klassischen Erstgeborenen, die übernehmen Verantwortung, die sind oftmals vernünftiger.
Die haben vielleicht auch eine Tendenz, die Erwartungen der Eltern mehr zu erfüllen und so weiter. Ihr kennt bestimmt auch, wenn ihr auf Social Media unterwegs seid, das sogenannte Eldest Daughter Syndrome. Also gerade wenn das erstgeborene Kind eine Tochter ist, dass die auch direkt damit aufwächst, Pflege, Sorge, Care Arbeit, Mental Load und so weiter in der Familie zu übernehmen. Dann die Sandwich-Kinder.
Jeder denkt, wenn man Sandwich-Kinder sagt, gleich, oh nein, die Armen. Das heißt, die gehen in der Tendenz gerne mal unter. Die müssen ja nach oben und nach unten kooperieren und sich irgendwie anpassen. Deswegen sind die aber auch sehr fähig dazu, sich anzupassen und einzugliedern und so weiter. Und dann haben wir natürlich auch das klassische Nesthäkchen, die machen immer ihr Ding, die sind irgendwie ungepasster, unangepasster meine ich, die werden auch verwöhnt und so. Also wir haben über all diese Positionen verschiedenste Ideen und Bilder so im Kopf.
Und da ist es ja ganz spannend, sich mal anzugucken, spiegelt das denn die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch wieder? Und da muss man ganz klar sagen, nein. Also all das, was ich gerade aufgezählt habe, das sind alles Hypothesen. Das ist nicht wissenschaftlich feststellbar. Ja? Also da muss ich unbedingt mal Frick zitieren, das ist ein Schweizer Psychologe und Geschwisterforscher.
Falls ihr den Film Liebe, Wut und Geschwisterbande gesehen habt von Dominic Schuster, Good Enough Parents, das kennt ihr ja bestimmt, wenn nicht, guckt es euch unbedingt an, da kommt Dr. Frick auch vor. Und der hat gesagt, die Ergebnisse der Forschung über Geschwisterkonstellation sind eh für den Einzelfall wertlos. So, und das finde ich einen ganz wichtigen Satz. Das sind alles nur Hypothesen und Dinge, die uns sensibilisieren dürfen.
Ja, also wenn ich jetzt zum Beispiel als erstgeborenes Kind ein Mädchen habe, dann darf ich gerne im Blick haben, dass es sein kann, dass eben, weil wir in unserer Gesellschaft durchs Patriarchat und durch die herrschende Misogynie und so weiter, eh eine Tendenz dafür haben, dass Mädchen für bestimmte Dinge verantwortlich sind.
Sie werden in den Schulklassen zum Beispiel gerne, werden die angepassten Mädchen gern zwischen die störenden Jungs gesetzt und so weiter. Das dürfen wir einfach als Sensibilisierung mitnehmen. Aber es ist eben nicht so, dass wir sagen können, die Erstgeborenen sind so die Sandwich-Kinder so und die Nästhekchen so.
Und überhaupt spielen natürlich Geschwister und wo wir da so sind in dieser Reihenfolge schon auch eine bedeutsame Rolle im Sozialisierungsprozess. Natürlich. Das heißt, natürlich hat das auch Einfluss auf unsere Persönlichkeitsentwicklung, sowie auch unsere Beziehung zu unseren Eltern und so. Aber es ist halt nur ein Puzzlestück von ganz vielen. Kennt ihr eigentlich diese Leute, die Puzzle sagen? Ist ja eigentlich richtig, ne?
Aber finde ich, jedes Mal stößt mir das komisch auf. Ist direkt so ein Störgefühl, wenn das jemand sagt. Also ich sag Puzzle, Leute. Ich sag Puzzle. Also, das ist nur ein Puzzlestück. Und es gibt viele andere Puzzlestücke noch, ne, die unsere Persönlichkeitsentwicklung ausmachen. Also, das ist natürlich einfach unsere Charaktermelodie an sich. Die Prägung unserer sozialen Umwelt, unser Peergroup und so weiter.
Lebensereignisse, die bei uns passieren. Aber auch Normen, kulturelle Werte und so. Auch ob ich Neurodivergent bin oder neurotypisch. Also lauter solche Sachen beeinflussen uns. Und da ist die Geburtenreihenfolge, also ob ich Geschwister habe und an welcher Position ich da bin, ist eben nur ein Puzzlestück von ganz vielen.
Und deswegen, um euch das direkt mitzugeben, ihr müsst nicht euer ältestes Kind angucken und denken, ach man, das Arme. Dadurch, dass es jetzt ja das Älteste ist, wird es eh so und so. Oder ach, das Nesthäkchen, da muss ich jetzt aber besonders streng sein, weil Nesthäkchen verwöhnt man ja immer. Also das sind tatsächlich vor allem Klischees. Und das Einzige, was wir davon mitnehmen wollen, ist eine gewisse Sensibilisierung, sodass wir auf bestimmte Dinge achten dürfen.
Genau. So, das war Teil 1, Leute. Wir kommen zu Teil 2. Jetzt stellt ihr euch hier wieder einen coolen Jingle vor. Es klingt immer so, als wäre es bei der Deutschen Bahn oder so. Woher kommt das denn? Okay. Teil 2. Begleitung bei Konflikten. So, weil das ist natürlich ein riesiges Thema. Wenn wir mehrere Kinder haben, dann ist es sehr, sehr wahrscheinlich, dass wir alltäglich Streit haben. Also da kommt wieder die Wissenschaft. Statistisch gesehen streiten Geschwister alle sieben Minuten. Das ist wahnsinnig häufig.
Und das ist so witzig, weil die Eltern, mit denen ich zusammenarbeite, in meinen Beratungen, in meinen Gruppen und Kursen, die sagen auch ganz oft, die streiten den ganzen Tag. Und dann klingt das immer wie so eine Übertreibung, aber nein, nein, es ist wirklich genau so. Sie streiten den ganzen Tag und das ist ja eine hammerharte Kiste. Ja, wenn man sich das mal reinzieht, weil das kommt ja zusätzlich on top zu all dem, was Elternschaft eh so anspruchsvoll macht.
Und dann müssen wir auch noch alle sieben Minuten oder häufiger Konflikte begleiten. Da muss ich auch immer daran denken, dass schon die Generation unserer Eltern und Großeltern, die haben schon immer diesen einen Satz gesagt. Einer schreit immer. Das ist doch so schön. Ja, so ist es tatsächlich oft, auch gerade wenn die Kinder noch kleiner sind. Und dann haben wir so ein Emotionspaket, das wir dazu bekommen.
Wir sehen, das große Kind wird regressiv, also erlebt Entwicklungsrückschritte. Und wir denken auch immer, Wir waren doch schon weiter und so weiter. Da geht es dem großen Kind so schlecht, dass es jetzt plötzlich wieder eine Windel braucht oder auch einen Schnuller will oder plötzlich nicht mehr alleine schlafen kann und so weiter. Dann haben wir diese Zerrissenheit. Wir fühlen uns schlecht dem großen Kind gegenüber, dem kleinen Kind gegenüber.
Es ist so fürchterlich. Dann merken wir, dass wir ja selber gar keine Kraft haben, weil wir haben ja gerade ein Kind geboren oder vor ein paar Monaten oder vor einem Jahr oder so. Das heißt, wir merken auch unsere Kraft, unsere Kapazität. gibt auch nicht so viel her. Das kommt ja auch noch dazu, wie sollen wir denn liebevoll alles begleiten, weil es uns selber gar nicht so gut geht.
Und dann ist auch noch einfach so ein Punkt, unsere eigene Geschichte, also unser eigener Rucksack damit, weil wir selber waren ja nun auch Kinder und sind es auch immer noch oftmals. Das heißt, Also ich meine nicht altersmäßig, sondern wenn unsere Eltern noch leben, sind wir ja auch immer noch sozusagen auch in einer Rolle des Kindes. Und wir sind selber irgendwo in dieser Geburtenreihenfolge. Vielleicht sind wir selber das Kleinste, vielleicht sind wir selber das Älteste oder irgendwas in der Mitte und haben unsere eigene Geschichte.
Also wenn ich selber damit groß geworden bin, dass ich immer zurückstecken musste, weil mein kleines oder großes Geschwisterchen immer mehr im Fokus lag, dann gehe ich wahrscheinlich mit meinen Kindern da auch anders um, weil ich anders sensibilisiert bin oder aber auch, weil ich dann eine gewisse Brille trage. Wenn mir nie geglaubt wurde, weil meine große Schwester immer lauter war, immer die besseren Argumente hatte, dann kann das sein, dass ich mal hingucken darf, ob ich auch jetzt bei meinen Kindern da so drauf gucke. Ob ich dann in der Tendenz denke, Ich weiß nicht, ob ich da dem großen Kind glauben darf, weil ich habe ja früher auch erlebt, dem Großen wird immer geglaubt. Also auch da kommen wir dann
manchmal in so eine interessante Schieflage einfach. Also was ist unsere Geschichte damit? Wie war das früher? Wie haben meine Eltern Konflikte begleitet? Wie haben wir Kinder untereinander Konflikte gelöst? Oder auch wenn ich Einzelkind war, auch zu merken, also jetzt meine Kinder in dieser Geschwisternummer zu begleiten, wo ich das ja selber gar nicht erlebt habe. Was für eine anspruchsvolle Nummer ist das eigentlich? Ich weiß ja gar nicht so richtig, wie das ist, selbst erlebt, Geschwister zu haben.
Und wenn man das dann als Eltern erlebt, ist das schon auch anspruchsvoll. Und was auch anspruchsvoll ist, also ihr seht schon, wir kommen hier noch gar nicht ganz konkret zu dem, wie begleite ich Konflikte, weil wir erst mal auf uns selber gucken dürfen. Weil auch so ein Punkt ist natürlich, wir merken vielleicht, dass wir zu jedem Kind auch eine eigene Beziehungs- und Bindungsqualität haben. Vielleicht fühlen wir uns zu einem Kind mehr hingezogen. Vielleicht können wir mit einem Kind auch irgendwie besser kommunizieren.
Vielleicht können wir die Gedankenwelt und auch, keine Ahnung, wie das Nervensystem dieses Kindes reagiert und so weiter, viel mehr nachvollziehen als bei dem anderen Kind. Und es sind beides unsere Kinder und wir lieben sie ja beide so doll und trotzdem kann es sein, dass wir mal eins ein bisschen sympathischer finden als das andere oder einfach irgendwie einen leichteren Bezug dazu haben und so weiter.
Also deswegen unsere eigene Geschichte damit, die prägt natürlich auch unser Elternsein. in Bezug auf Geschwisterkonflikte. Und wenn wir uns jetzt so einen klassischen Geschwisterkonflikt anschauen, dann ist vor allem ein ganz klassischer Merksatz, sei kein Schiedsrichter, sei ein Moderator. Also keine SchiedsrichterInnen sein, sondern ModeratorInnen, um es auch jetzt nochmal korrekt zu gendern. Wir gehen nicht in den Konflikt rein und sagen, wer war schuld, warum so, gib das zurück, gib dieses, geh raus, mach jenes und so weiter.
Weil da lernen die Kinder natürlich überhaupt nicht, wie man mit Konflikten umgeht. Und vor allem ist es unfair. Also wenn wir uns jetzt so ein klassisches Beispiel anschauen, wo wir denken, wir wüssten wirklich, wie es gelaufen ist. Also angenommen, ich bin jetzt als Mutter im Raum und da ist mein vierjähriges Kind und mein einjähriges Kind und wir sind alle drei im gleichen Raum. Und das vierjährige Kind baut irgendetwas mit Duplo oder Lego oder sonstigen Bauteilchen.
Ich wechsle ab und zu den Raum, weil ich natürlich nicht nur hier Kinderbetreuung mache, sondern auch noch den ganzen Haushalt und den ganzen Mist, der da noch mit dran hängt. wie es ja oft in der Realität so ist. Und dann hänge ich noch an der Warteschleife, weil ich beim Kinderarzt anrufen will. Außerdem hat das kleine Kind noch keinen Kita-Platz und wir haben aktuell Wartezeiten von bis zu sechs Monaten. Deswegen hänge ich auch da an der Warteschleife und so weiter und so fort, was man immer noch so nebenbei alles erledigt. Und dann komme ich wieder ins Zimmer. und sehe mit meinen eigenen Augen, wie mein vierjähriges Kind dem einjährigen einfach auf den Kopf haut oder es umschubst. So, und dann stehe ich da und
denke mir, vielleicht, ja gut, aber jetzt habe ich ja einfach wirklich gesehen, wie Täter-Opfer-Verteilung ist. Also jetzt muss ich ja nicht fragen, was ist passiert, das kleine Kind weint, natürlich, hat sich voll weh getan. So, ich habe es ja gesehen. Ist ja völlig klar, der Große war Täter, Kleines Opfer. Was ich aber nicht gesehen habe, während ich nämlich im Flur mit 1000 Dokumenten in der Hand versucht habe, den Kita-Gutschein zu beantragen, ist, dass dieses einjährige Kind die ganze Zeit mitspielen wollte und immer zu dem Vierjährigen hingegangen ist und versucht hat mitzuspielen. Also Klötzchen umwerfen, Duplo-Steine wegziehen und so weiter.
Und zweimal hat es dieses vierige Kind mit ganz viel Impulskontrolle und Frustrationstoleranz geschafft zu sagen, nein hör auf! Und es wieder wegzuschieben und den Rücken zuzudrehen und weiterzubauen. Dann ist dieses kleine Kind nochmal gekommen und hat es umgehauen. Und beim dritten Mal hatte dieses arme, große Kind keine Kraft mehr.
Und dann komme ich als Mutter rein und sehe, wie dieses große Kind das kleine Kind umschubst. So, wer ist denn jetzt Täter, wer ist Opfer? stellt sich raus, beide beides. Und deswegen bringt es nichts, wenn wir Schiedsrichter sind. Weil wir einfach nicht wissen, was passiert ist und weil es nicht fair ist. Und deswegen ist es viel klüger, hinzugehen und Moderatorin zu sein.
Also einfach zu sagen, was ich hier sehe. gegebenenfalls zu trennen und zu schützen, beide Kinder zu trösten, beide, beide. Also immer wirklich auch gerne auch wortwörtlich beide Kinder in den Arm nehmen, wenn sie es zulassen können. Und dann erst mal zu sagen, ach du meine Güte, schau mal, er weint, weil er auf den Kopf gefallen ist, glaube ich.
Und du siehst so wütend aus und so. Also einfach erst mal beschreiben, was sehe ich überhaupt, was ist hier eigentlich passiert? Und dann aber nicht fragen, Was ist denn los gewesen? Wer hat denn was gemacht? Entweder die Kinder erzählen es selber, aber vor allem kann es auch gut sein, dass es gar nicht relevant ist. Das ist vielleicht einfach gar nicht wichtig, sondern ich sage einfach nur, was ich gerade beobachte und sage dann, oh man, ja, das ist ja fürchterlich und so oder oh je, ja, ihm tut das weh, ihr tut das weh, was auch immer wütend und was weiß ich. Und dann ist der nächste Step.
Was kann jetzt helfen? Und da kommen Kinder manchmal selber auf Ideen. Deswegen wirklich einfach Pause lassen und sagen, was hilft denn jetzt? Und wenn die Kinder selber Ideen entwickeln, top, dann kann man die annehmen und sonst kann man selber auch einen Vorschlag machen. Sagen, okay, wollen wir zu dritt spielen? Oder willst du lieber dem großen Kind sagen, willst du lieber geschützt irgendwo hin, wo das kleine Kind nicht alles umhauen kann und so weiter, wo du aber trotzdem in meiner Nähe bist? Oder, oder, oder.
Also es gibt ja unzählige Lösungsideen und manchmal kommen die Kinder selber auf Ideen und manchmal hat man eine Idee, die man selber anbietet und guckt, ob es angenommen wird. So, und jetzt hört ihr das, wie hier die Pädagogin das so klug daher sagt, aber ganz ehrlich, Leute, meine ich. Alle sieben Minuten. Wir werden es nicht immer so lösen können. Manchmal sagen wir auch einfach mal, man, könnt ihr nicht einfach mal aufhören?
Ich hänge gerade in einer scheiß Warteschleife. Ich will euch nicht zuhören. Ich kann das alles nicht gleichzeitig. Dann sind wir genervt. Die Kinder sind genervt. Alle schreien so. Und das ist auch realistische Elternschaft. Wir schaffen das nicht immer. Lebevoll, kreativ, mit Ruhe und so weiter. Das ist doch, also das ist doch auch ein Bild, das, keine Ahnung, das gibt es vielleicht nur in irgendwelchen Bilderbüchern oder sowas.
Also realistische Elternschaft und Familienleben ist das nicht. Aber ihr werdet es ab und zu hinkriegen und dann könnt ihr da stolz sein. Ich bitte euch ganz doll, da weit entfernt zu sein von Perfektionismus, weil Perfektionismus macht gar nichts außer Scham und Scheitern. Deswegen geht es gar nicht darum, dass ihr alle 98 Konflikte pro Tag so liebevoll und kreativ und in Ruhe und zen es fuck löst, sondern einfach das als Inspiration mitnehmt.
Und ab und zu wird es klappen. Ab und zu können die Kinder das annehmen. Ab und zu habt ihr Kraft und Kapazität und Lust und Inspiration dafür. Und manchmal nicht. Und dann ist es auch okay. Und wichtig ist auch nochmal, sich wirklich zu verinnerlichen. Konflikte sind gut, die dürfen sein. Weil nur durch Konflikte lernt man Konfliktfähigkeit.
Und ja, das nervt. Und vor allem kann man sich auch zurechtfragen, muss es denn in dieser Quantität sein? Also müssen es so viele sein? Aber Konflikte sind gut. Und es gibt kein Leben ohne Konflikt. Und auch später, wenn eure Kinder ganz groß sind und so, wird es immer Konflikte geben. Immer. Und dann ist es ganz, ganz klug, dass die wissen, was man machen kann und was Ja, was so für Werkzeuge sind.
Und sie haben vor allem auch erlebt, dass Konflikte keine Gefahr für Beziehungen sind. Und das ist ja auch ein ganz, ganz wichtiges und gutes Erleben. So, das klingt doch in der Theorie spitze, oder? Deswegen kommen wir jetzt zu Teil 3. Wie stärken wir das Teamgefühl? Gut, Teamgefühl stärken, Konflikte dies, das und so weiter.
Und auch um das hier nochmal zu sagen, häufige Konflikte sind kein Zeichen für eine instabile Beziehung zwischen den Kindern. Also auch das ist ganz spannend. Da gibt es ganz interessante Untersuchungen zu, dass man nicht sagen kann, viele Konflikte in der Kindheit zeigen, dass diese Geschwister sich später auch nicht gut verstehen oder so überhaupt nicht, sondern es ist viel mehr, ob die von ihrer Charaktermelodie gut zueinander passen.
Und da, surprise, haben wir gar keinen Einfluss drauf. Und es ist auch, wie wir Familienleben gestalten. Eben zum Beispiel, dass Konflikt sein darf und so weiter, dass es nicht immer einen Bösen oder einen Schlechten gibt und so, sondern dass wir da fair und moderativ hingucken. Also das alles ist viel wichtiger als die reine Quantität der Konflikte. Habt ihr ja gerade gehört, das ist normal. Also deswegen macht euch keine Sorgen, wenn eure Kinder ganz viel streiten, heißt das nicht, dass sie sich ihr Leben lang nicht mögen werden.
So und jetzt kommen wir zu dem Teil, wie stärken wir Teamgefühl? Ich würde sagen, da legen wir vor allem erstmal als Basis, dass jedes Kind auch immer mal wieder alleinige Aufmerksamkeit mit den Eltern haben sollte, wenn es irgendwie organisierbar ist. Exklusiv-Zeit, ihr kennt dieses Schlagwort.
Und ich weiß, dass man das nicht immer hinkriegt und dass das strukturell manchmal ganz schön schwierig ist. Aber es geht auch um die Sensibilisierung. Es geht nicht um den riesigen Ausflug in den Zoo alleine mit dem Kind, sondern es geht um dieses Ich-höre-dir-komplett-zu. Meine Augen, meine Arme, meine Aufmerksamkeit, mein Kopf, meine Ohren, alles ist jetzt bei dir. Das ist als Basis immer schon mal gut. Und die zweite Basis ist dieser Blick auf Individualität. Also, ihr kennt bestimmt diesen schönen Satz, gerecht bedeutet nicht gleich.
Unsere Geschwisterkinder, die wir zu Hause haben, die brauchen nicht immer das Gleiche. Das heißt nicht, gerecht behandeln bedeutet nicht immer das Gleiche, sondern individuell hinzugucken. Wer ist dieser kleine Mensch? Weil Kinder sind auch Menschen. Wer ist dieser Mensch und was braucht dieser Mensch? So.
Und da wird die Antwort ganz unterschiedlich sein bei unterschiedlichen Kindern. Und ich würde sagen, das ist erstmal die Basis. Und nun das Teamgefühl stärken. Also da sind wir wieder beim Bereich crazy, was ihr als Eltern, was wir als Eltern für einen Job haben. Wirklich, das ist so anspruchsvoll, wo wir überall dran denken müssen. Mir ist es so wichtig, das nochmal zu sagen, vor allem, weil wir keine Role Models haben. Wir haben ja keine Vorbilder, zumindest die allermeisten von uns nicht.
Wir wissen, das und das wollen wir so nicht machen. Aber wie wollen wir es denn anstelle dessen machen? Deswegen jetzt so ein paar wirklich ganz konkrete Vorschläge. Also zum Beispiel könnt ihr jetzt wieder ein bisschen überlegen, wie alt sind eure Kinder. Es ist natürlich unterschiedlich, ob die 10 und 14 sind oder 2 und 5 oder oder oder. Das ist ja ganz klar.
Ich versuche einfach mal trotzdem so ein paar unterschiedliche Sachen vorzuschlagen und dann guckt ihr mal, was passt zu euch, was passt zu euren Kindern. Zum Beispiel, dass eure Geschwisterkinder, die ihr zu Hause habt, eure Kinder, dass die sich wirklich so eine Art Team-Namen oder so ein Team-Handschlag überlegen.
So richtig so Hände übereinander und dann Team, so da haben sie sich dann irgendwas überlegt, ja? Und das könnte man dann sogar zum Beispiel auch irgendwo aufschreiben und an die Kinderzimmertür hängen oder sowas. Und dieses Team, wofür es dann Namen gibt, das kann auch dann so Mini-Team-Aufträge erfüllen.
Zum Beispiel Team Jelly Belly packt jetzt alle Kuscheltiere ins Bett. Oder Team Jelly Belly deckt jetzt zusammen den Tisch. Oder auch mit spielerischen Sachen, nicht nur mit Haushaltsaufgaben logischerweise. Wir spielen jetzt Team Jelly Belly gegen Mama in der Kissenschlacht. Oder Team Jelly Belly spielt gegen Papa ein kooperatives Gesellschaftsspiel. Solche Dinge, die einfach sie zusammen als Team empfinden lassen und nicht ein Gegeneinander. Kooperative Gesellschaftsspiele sind überhaupt auch super, wo es nicht darum geht, wie bei Mensch ärgere dich nicht, möglichst wütend aufeinander zu werden, sondern gemeinsam gegen etwas oder jemand anderen zu spielen.
Könnt ihr einfach googeln, es gibt eine Menge tolle kooperative Gesellschaftsspiele. Eine schöne Idee ist auch ein gemeinsames Rollenspiel, wenn die Kinder klein sind zumindest, dass man sozusagen da gemeinsam die Bindung stärkt. Oder auch vielleicht gibt es auch gemeinsame Themen. Irgendwas, was gerade gemeinsam begeistert.
Dinosaurier oder Lego oder was weiß ich. Und dann auch so das gemeinsam zu feiern, dieses Interesse an diesem einen spezifischen Thema. Und sollte jetzt eins von euren Geschwisterkindern noch ein Baby sein und sehr klein, kann es auch total gut helfen, wenn ihr das große Kind darin bestärkt, wie gut es schon diese Beziehung zu diesem Baby ausfüllt.
Also jetzt nicht einfach nur stumpf loben, du bist aber ein toller großer Bruder, das sogar nicht so gerne, weil diese festen Rollen eher auch oft schwierige Narrative mit sich bringen. Aber zum Beispiel wenn das Baby weint oder so und dann sagt das große Kind, vielleicht hat es Hunger und dann kriegt dieses Baby eine Flasche oder wird an die Brust angelegt und das klappt. sind so Zaubersätze, die ganz viel machen können, ist dann sowas, wie dass ihr zu eurem großen Kind sagt, oh, guck, wie gut du sie kennst.
Schau mal, da hast du ihn jetzt besser verstanden als ich. Selbst wenn es nicht stimmt, Leute, wenn ihr auch gecheckt habt, dass dieses Baby jetzt irgendwie was essen oder trinken möchte. Also einfach dem großen Geschwisterkind auch immer wieder zu zeigen, guckt mal, was ihr da schon für ein Band habt von Anfang an.
Und das hört ja auch später auch nicht auf, also wenn man dann schon zwei Kinder hat, die in der Schule sind oder so. Und da kann ich ja gleich mal einen Schwank hier von mir zu Hause erzählen. Für mich ist Hausaufgaben begleiten eine echte Herausforderung. Dazu rede ich dann auch nochmal ein bisschen was und erzähle nochmal ein bisschen was bei einer Folge über das Thema Schulsystem. Da werdet ihr noch ein bisschen was von mir zu hören können. Und dann ist es bei mir zu Hause wohl schon passiert, dass ich mit dem jüngeren Kind hier saß und Hausaufgaben gemacht habe und immer wütender und immer grumpiger wurde. Und dann kam mein großes Kind und hat gesagt, Mama, komm, wir klatschen mal ab, ich übernehme
das mal. Später habe ich mich dann selber meinem großen Kind bedankt und gesagt, Wahnsinn, ich habe es nicht geschafft, aber du hast es geschafft, das zu erklären, sodass dein Geschwisterkind das verstehen konnte und das viel besser annehmen konnte. Vielen Dank. Also dieser bewusste Fokus auf diese besondere Beziehung, die die beiden miteinander haben oder die drei oder die vier und so weiter. Das immer mal wieder auch einfach anerkennen und zwar auch in Situationen, die uns vielleicht nerven. Also wir wollen jetzt ganz gerne los zur Kita oder zu einem Ausflug oder zur Schule und die beiden oder die drei oder die vier machen Quatsch.
So und natürlich nervt das dann und es darf uns auch punktuell nerven. Aber vielleicht schaffen wir es ab und zu, die anzugucken und zu merken, okay, die machen gerade richtig Quatsch zusammen und das ist ganz toll beziehungs- und bindungsstärkend. Und jetzt ziehe ich mich kurz zurück und atme oder scrolle kurz auf Instagram rum, gehe vielleicht auf die Instagram-Seite von Kinder sind auch Menschen und lass die einfach kurz zwei Minuten Quatsch machen, weil früher kommen wir eh nicht los und es stärkt ihre Geschwisterbeziehung zueinander.
Okay, Leute, ich habe es geschafft. Es war eine halbe Stunde. Wer hat es gedacht? Ich bin gespannt, ob das Fazit ist, dass ihr es zu schnell fandet, zu kurz fandet. Ich bin ganz gespannt. Ich brauche Feedback, weil jetzt wieder Bezug auf die ersten zwei Minuten. Wir machen das mit ganz viel Agilität. Ich brauche also gerne eure Rückmeldung dazu. Ich freue mich, wenn ihr mich teilhaben lässt an dem, was ihr mochtet, was ihr nicht so mochtet. Teilt mir auch gerne mit, welche Themen ihr euch wünscht. Und, ne, wisst ihr was?
Das machen wir. Schickt mir Intro-Songs. Ich sag mal sieben Sekunden lang. Fünf Sekunden, sieben Sekunden, irgendwie so. Vielleicht auch zehn Sekunden. Und dann macht ihr für mich die Intro-Songs. Okay? Das wär doch cool. Also wer sich traut, ich freu mich ganz doll. Da muss ich mir nämlich darüber keine Gedanken machen. Da muss ich nicht immer mir so ein komisches S-Bahn-Türen-Schließ-Geräusch ausdenken. Das wär total schön.
Danke, dass ihr dabei seid bei diesem für mich neuen Abenteuer und ich freue mich schon ganz auf die nächste Folge.