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Shownotes
Dürfen wir unserem Kind die Lüge vom Weihnachtsmann erzählen?
Warum ist die Weihnachtszeit für Familien so crazy anstrengend?
Weihnachtszeit mit neurodivergenten Kindern
Kleine, unkomplizierte Weihnachtszauberideen
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Naja, ihr wolltet das ja so. Ihr wolltet das ja so, dass ich keinen super-duper-professionellen Intro-Song mache, weil ihr diese super-weirde Art, wie ich in den Podcast gestartet bin, irgendwie mochte. Ihr seid verrückt. Aber gut, das mag ich irgendwie. Deswegen bleibt es jetzt so. Also, hier wieder ein Freestyle-Intro von mir. Was sagen wir denn dazu?
Äh, warte, jetzt muss ich mir kurz was überlegen. Kinder sind Menschen. Schubi-Dubi-Dua-Ba-Bau. So, okay. Herzlich willkommen zu Folge Nummer zwei, die heißt Die Sache mit dem Weihnachtszauber. In den Gruppen und Kursen, die ich so seit vielen, vielen Jahren mache als Pädagogin, kommt rund um die Weihnachtszeit eigentlich immer die Frage, sag mal, Almut, ist das eigentlich okay, den Kindern diese Lüge mit dem Weihnachtsmann oder dem Christkind zu erzählen? Ist das legitim?
Ist das irgendwie dann ein Vertrauensbruch, sobald die rausfinden, dass es nicht stimmt und so weiter? Oder andersrum? Ja, ich weiß nicht. Ich will meinen Kindern eigentlich nicht erzählen, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, weil ich das eigentlich auch mag zu sagen. Das ist von uns, das ist von Oma und so. Und ich weiß nicht, ich brauche das für mich nicht und so. Aber nehme ich meinem Kind damit nicht irgendwie ganz viel magische Welt und so?
Diesen Zauber, ihr wisst schon, diesen berühmten Weihnachtszauber? Nehme ich meinem Kind den dann nicht? So und hier ist die Antwort. Ich kann euch darauf keine Antwort geben, liebe Leute. Weil es natürlich super individuell ist. Also es ist kulturell geprägt und so weiter. Also auch religiös geprägt, wie wir Weihnachten leben.
Und einfach dazu noch hardcore individuell. Also es gibt Kinder, die Schauen auch rückblickend auf die Zeit, wo sie an den Weihnachtsmann geglaubt haben oder ans Christkind oder so. Und die ganzen magischen Sachen, die da so passiert sind. Ganz liebevoll und ganz dankbar. Es gibt Kinder, die fanden das schlimm, als sie rausgefunden haben, dass es obviously kein Weihnachtsmann oder kein Christkind gibt. Andersrum genauso.
Also es gibt da kein richtig und falsch. Es tut mir total leid, aber so ist das, Leute. Ich weiß, dass einfache Antworten manchmal so hilfreich werden, gerade in unserer crazy komplexen Zeit und so. Aber wir befinden uns meistens in einer Welt zwischen richtig und falsch, zwischen ja und nein, zwischen schwarz und weiß.
Und das ist bei diesem Thema wieder ganz genauso. Weil es hat ja total viel damit zu tun, wie war euer Weihnachten selber früher. Was habt ihr vielleicht auch als Tradition mitbekommen, die ihr als wärmend und schön empfunden habt oder als ganz grauenvoll. Und das prägt natürlich, wie ihr das dann mit euren Kindern macht.
Und es gibt nicht diese universelle, so muss Weihnachten für Kinder sein, Regel. sondern es gibt nur eure Familie, eure Geschichte, eure Tradition, eure Rituale und die dürfen total individuell sein. Und da müsst ihr auch nicht jetzt sofort entscheiden, wir machen das ab jetzt immer so und so. Wir setzen uns einmal hin, denken nach, haben dann einen Plan und dann ist das jetzt Weihnachten. Sondern das ist ein bisschen wie hier der Podcast. Es ist immer ein bisschen Trial and Error. Es ist Agilität.
Also deswegen, ihr dürft euch auch im nächsten Jahr wieder anders entscheiden. Ihr dürft Sachen wieder verändern und wieder anpacken, neu sehen. Elternschaft ist so viel Bewegung. Das ist kein Ankommen. Das ist ein Weg. Und der ist manchmal holperig, stolperig, matschig und manchmal geteert und groovy und flowy. Ihr kennt das.
Deswegen macht so, wie es zu euch passt. Denkt darüber nach, was fühlt sich gut an und was nicht und probiert es aus. Das Einzige, was ich euch noch mitgeben will, ist eine Sensibilität für zwei Sachen. Das Erste, bitte, bitte benutzt nicht den Weihnachtsmann oder Knecht Ruprecht oder Krampus oder sowas, was es da alles gibt, um zu drohen. Also um euer Kind zu gehorsam, zu Kooperation zu bringen. Also das gibt es immer noch in Familien, auch über Deutschland hinaus, wo dann in der Weihnachtszeit gerne gesagt wird, naja, dann gibt's morgen wohl nichts vom Nikolaus, wenn du jetzt dein Zimmer nicht aufräumst. Da kommt der Nikolaus ja gar nicht durch, zum Beispiel. Oder wenn in der Weihnachtszeit
eben Geschwisterstreit ist oder das Kind mitten in einem Überforderungsanfall liegt und schreit, um sich tritt, dass wir dann sagen, du, du weißt schon, dass der Weihnachtsmann alles sieht. Also es bietet sich so an, dass so eine übergeordnete Macht sich als pädagogisches Werkzeug zunutze zu machen. Und das ist natürlich ganz fürchterlich. Also bitte nicht rund um Weihnachten mit Angst und mit Drohungen arbeiten.
Das wäre mir ganz lieb. Danke. Und die zweite Sache, wofür ich euch noch sensibilisieren möchte, ist, dass ihr mit euren Kindern darüber sprecht, dass alles rund um Weihnachten in anderen Familien auch anders aussieht. Und damit meine ich nicht nur, dass es Familien gibt, die Weihnachten gar nicht feiern oder sehr anders feiern, sondern ganz konkret jetzt auf diese Sache mit Weihnachtsmann oder nicht, Christkind oder nicht, Wichteljahr oder nein. Wenn eure Kinder im Kita-Alter sind, dann wird das passieren, dass Sie dort oft Kinder treffen, die von anderen Dingen berichten.
Also das heißt, wenn euer Kind zum Beispiel an den Weihnachtsmann glaubt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es in der Kita ein Kind gibt, das sagt, was? Du glaubst an den Weihnachtsmann? Das ist Quatsch, den gibt es gar nicht. Das ist der Coca-Cola-Mann und so. Oder andersrum, Euer Kind glaubt gar nicht an den Weihnachtsmann, weil das bei euch nicht Tradition ist oder ans Christkind oder an was weiß ich. Und dann trifft es auf Kinder in der Kita, die sehr wohl an den Weihnachtsmann glauben und dann sagt euer Kind vielleicht, hä? Meine Eltern haben gesagt, den Weihnachtsmann gibt es gar nicht.
Das ist im Kita-Alter auch total normal. Das ist logisch, dass sowas aus den Kindern rauskommen kann und das könnt ihr natürlich auch nicht verhindern und das sollt ihr auch nicht verbieten. oder so, sondern ich würde euch einfach nur mitgeben wollen, dass ihr euer Kind ganz konkret darauf vorbereitet, dass ihr sagt, nicht bei allen Menschen gibt es Wichteln oder manche Familien glauben an den Weihnachtsband und manche nicht. Und damit meine ich auch wirklich, dass ihr sagt, glaubt. an das Christkind und den Weihnachtsmann und nicht, der Weihnachtsmann kommt zu manchen Familien und zu manchen kommt er nicht, weil das ist natürlich für Kinder ein bisschen schwierig, weil das heißt dann,
okay, warum? Warum kommt er zu denen nicht? So sind das keine coolen Familien. Haben sie was falsch gemacht oder so? Und da müsst ihr natürlich einfach Sätze finden, die sich für euch sinnvoll und gut anfühlen. Ich sag euch einfach mal so einen frei raus, der sich für mich authentisch anfühlt, damit ihr so eine Idee habt, was ich damit meine, mit die Kinder dafür sensibilisieren, das klingt ja so ungreifbar. Ich meine da sowas wie, weißt du mein Schatz, in jeder Familie gibt es eigene Geschichten darüber, wie Weihnachten ist. Unsere Geschichte ist so und andere haben ihre. Einfach so ein ganz positiver, wertschätzender, aber neutraler Satz.
Und dann könnt ihr danach auch noch sagen von wegen, wir glauben ja an den Weihnachtsmann. Und du weißt aber, dass zum Beispiel, dass bei Dingensbummens in der Kita ist das anders. Die glauben nicht an den Weihnachtsmann. Das ist okay. Jede Familie hat ihre eigene Geschichte. Einfach damit euer Kind da weder böse Überraschungen erlebt, noch selber sozusagen andere Kinder schockiert durch die eigene Geschichte und Erkenntnis.
Okay, jetzt kommen wir zu Teil 2 und dieser Teil heißt It's the most overwhelming time of the year. Das war viel zu tief. Also es geht darum, dass die Weihnachtszeit so überhäuft ist mit Erwartungen und mit Glitzer, Zauber, Großartigkeit und so gehypt wird überall, was auch wirklich schön ist, ja. Aber damit einhergehend, es sich so besonders fies anfühlt, wenn für uns selbst diese Zeit gar nicht so wundervoll ist. Und es gibt ganz viele Gründe, warum diese Zeit eben nicht the most wonderful time of the year sein kann, sondern the most overwhelming oder overhyped oder überreizte time of the year. Und das liegt natürlich nicht nur daran, dass es trilliausen Termine gibt.
Kita-Weihnachtsfest, Grundschulweihnachtsfest, auf der Arbeit Weihnachtsfest und dann Freunde, die sich melden und sagen, hey, wir haben uns so lange nicht gesehen, lass doch noch mal in der Vorweihnachtszeit treffen und dieses und jenes. Also nicht nur die ganze Termine. Sondern es geht ja auch schlichtweg darum, was löst es in uns selber aus, das Thema Weihnachten. Denn nicht alle von uns haben eine warme, geborgene, glitzerzauberhafte Erinnerung an die Weihnachtszeit. Für viele Menschen ist das emotional ganz schön hart. Die schöpfen da nicht aus einem Glitzer-Zauberpott, sondern haben da viele Schmerzen und viele Wunden noch. Und das ist natürlich als Basis schon mal total logisch, dass es für diese Menschen noch mal
deutlich schwieriger ist, in der Weihnachtszeit da etwas für die Kinder zu kreieren, für die eigenen, wenn man selbst noch aus so einer Wunde heraus agiert sozusagen. Aber es ist natürlich auch schlichtweg eine Frage von Privilegien, wie toll und leicht und zauberhaft diese Weihnachtszeit ist. Also ich spreche von Armut und so oder auch die Möglichkeit bestimmte Dinge durch.
Geld einfach auszusourcen. Ja, also dann lasse ich mir halt in der Weihnachtszeit immer das Essen liefern und so weiter. Oder ja, bevor unser Familienbesuch kommt, hole ich mir noch eine Putzkraft, die mir die ganze Wohnung sauber macht und so. Also manche Menschen haben diese Privilegien und viele, viele Menschen haben diese Privilegien nicht. Und rund um Weihnachten, was ja auch wirklich ein sehr konsumbelastetes Fest ist, ist es doppelt hart, wenn man von Armut betroffen ist und dann Vor allem wenn man Kinder hat, die sich auch mit anderen vergleichen, wo dann auch jeden Morgen erzählt wird, oh und was hattest du in dem Adventskalender?
Das ist eine harte Kiste. Und das ist ganz wichtig, dass das sichtbar ist und dass ihr da auch sanft mit euch selber seid. Und dann Leute, warum ist die ganze Weihnachtszeit auch so unglaublich anstrengend? Wegen des Thema Mental Loads. So, das wird euch gar nicht überraschen, ja. Das ist so, es geht die Weihnachtszeit los und dann kommt und dann trudelt das alles in unsere Köpfe und Herzen ein und fahrt vor allem in die Köpfe von Müttern.
Dieses Denk dran. Du musst jetzt Core Memories schaffen. Das ist die schönste Zeit des Jahres. Dein Kind wird sich für immer daran erinnern. Mach jetzt wirklich die schönste, fröhlichste, magischste Zeit der Welt. Außerdem wäre es wichtig, dass du noch organisierst, wer wem was schenkt. Die Großeltern wollen dem Kind was schenken, aber bitte was besonders Tolles.
Aber die anderen Großeltern auch. Und denen ist es immer wichtig, dass sie das noch coolere Geschenk schenken als die Schwiegereltern. Das ist bitte klar. Es wäre ganz cool, du würdest Listen machen. Außerdem, wann kommt ihr denn noch bei uns zu Besuch und wer bei wem? Sind wir am 24., am 25. und am 26.
Letztes Jahr war das nämlich super stressig und alle waren danach enttäuscht, weil die nämlich eigentlich bei der Tante des Onkels der Cousine hätten feiern wollen, aber die haben keine Kinder und als wir da mit den Kindern waren, war das grauenvoll, weil die Kinder waren in einer riesigen Nein-Umgebung an Weihnachten und alles war scheiße und alle dachten, es wäre jetzt wichtig, wir würden sechs Stunden am Stück am Tisch setzen und gemeinsam Raclette essen und die Kinder sind durchgedreht und haben sich die Hände verbrannt.
Und die Erwartungen waren riesig und alle waren enttäuscht, inklusive wir selber. Außerdem jeden Tag Adventskalender. Denk aber dran, die Geschwister vergleichen das untereinander. Die wollen eigentlich immer das gleiche haben, aber sie haben ganz unterschiedliche Interessen. Das heißt, es müssen unterschiedliche Sachen sein, aber auf keinen Fall darf eins größer oder cooler sein als das von dem anderen, dann ist das ein Problem. Außerdem kommt der Wichtel jeden Tag. Denkt dran, super witzig.
Recherchiert mal bei Pinterest. Was war da letztes Jahr? Da soll sich nichts doppeln. Und das müsste jeden Tag noch gemacht werden, bevor das Kind aufwacht. Obwohl das Kind jetzt ja in der Adventszeit jeden Tag früher aufwacht, weil so aufgeregt. Und es wäre total schön, man würde diese Instagram- und Pinterest-Ästhetik durchziehen, weil da haben super viele Leute super viele Ideen und das wäre ganz toll, wenn man das nachmachen würde, weil so muss das offensichtlich aussehen bei guten Familien.
Und ja, das kriegst du hin, oder? Du. Du. Du kriegst das hin. Als Mutter. An dieser Stelle an alle zuhörenden Väter, ich bin mir sicher, dass ihr das anders macht und dass ihr da nicht mithelft, sondern aktiv bewusst Dinge mitüberlegt und plant und übernehmt und selbst gestaltet und so. Aber es ist, wie es ist, Leute. Es ist vor allem das Thema der Mütter. Und ich fand das eben beim Reden schon so unglaublich anstrengend und das ist nicht übertrieben gewesen. Ich sehe quasi, wie ihr gerade nickt. Ihr nickt, weil ihr wisst, dass das nicht übertrieben ist, sondern das ist die Realität in der Vorweihnachtszeit. Holy shit!
Und was ist die Lösung, Almut? Was ist die Lösung? Glühwein? Spaß. Wein? Weinen, meine ich? Also, naja. Chachipití nutzen, zum Beispiel. Ja, lasst euch da Listen schreiben, lasst euch Ideen für die Wichtel geben, lasst euch da Texte vorformulieren für eure Schwiegermutter und so weiter. Nutzt KIs.
Das hilft jetzt nicht komplett, aber ist wenigstens ein Minitool. So und jetzt muss ich leider nochmal ein Thema öffnen, denn Thema Nummer drei ist, warum ist Weihnachten für neurodivergente Kinder oft so schwierig? Ja, weil das ist Realität für Eltern mit neurodivergenten Kindern. Kleiner Hinweis an dieser Stelle, die meisten Eltern, die neurodivergente Kinder haben, sind selber neurodivergent und das macht es dann so doppelt so schwierig. Ja, Weihnachtszeit für neurodivergente Kinder ist oft wahnsinnig herausfordernd.
Aus verschiedensten Gründen. Erstens Routinebrüche. In der Vorweihnachtszeit ist oft alles anders. Es gibt Termine, die es sonst nicht gibt. Morgens der Ablauf beim Aufstehen, was eh immer eine wahnsinnig sensible Zeit ist, ist schon anders wegen Adventskalender. Alle Menschen sind irgendwie total aufgeregt. Es gibt ständig Überraschungen.
Und es ist völlig egal, ob diese Überraschung gut ist. Eine Überraschung ist anstrengend. Diese grundsätzliche Aufregung, die diese neurodivergenten Menschen überall spüren, weil das von überall gespiegelt wird. Und da neurodivergente Kinder oft eh alles so sensibel wahrnehmen, spüren sie eben auch diese ganze Aufregung.
Und das ist krass überreizend. Und sie spüren ja nicht nur die Aufregung, sondern sie spüren auch diese ganzen Erwartungen. Ja, von diesen ganzen Menschen, die sagen, jetzt ist die schönste Zeit des Jahres, bitte freu dich, ich hab mir richtig doll Mühe gegeben beim Adventskalender, bei deinem Weihnachtsgeschenk, beim Nikolausgeschenk, bitte freu dich darüber. Und das ist echt eine besonders harte Nummer, weil das Thema Enttäuschung Hinter jeder Ecke winkt die Enttäuschung. Und Neurodivergente Kinder spüren das natürlich. Sie wollen ja gefallen.
Sie wollen sich ja auch freuen. Und trotzdem ist die Weihnachtszeit oft so krass von Enttäuschung geprägt, weil es eben doch nicht genau das ist, was es sein soll. Es ist vielleicht auch nicht das, was das Kind erwartet hat. Es ist vielleicht nicht das, was das Kind sich gewünscht hat. oder nicht in der Farbe oder nicht genau in der Art, die sich das Kind gewünscht hat. Also dieses Umgehen mit Enttäuschung ist so fürchterlich und das in der Kombination mit den sozialen Erwartungen dazu. Also bitte aber schön lächeln und bitte immer schön dankbar sein und so.
Also das ist echt eine richtig harte Kiste. Und dann wird das ja auch emotional so schlimm, weil dann öffnet das Kind diesen Adventskalender, dieses Adventskalendertürchen. bricht dann vielleicht zusammen, weil tatsächlich die Erwartung nicht erfüllt wurde, die Enttäuschung riesig ist und der Frust und so weiter und die Überforderung durch die Überreizung. Und dann steht da gegenüber die, ich sage jetzt bewusst Mutter, die diesen Adventskalender bestückt hat, sehr wahrscheinlich selber Neurodivergent ist. Und sie sieht dieses undankbare Kind, das dieses Türchen öffnet, dieser Adventskalender, der mich so viel Kraft und Arbeit und Aufwand und Zeit und Geld gekostet hat. Und das Kind mag es nicht.
Ja, vielen Dank. Also was das auch für ein Emotionskipplader an Kacke ist, der da über dem Kind und den Eltern ausgekippt wird und das morgens um 5.30 Uhr. Also ich muss gar nicht erklären, warum das eine harte Kiste ist, wirklich. Und auch noch so ein Thema bei neurodivergenten Kindern ist das Thema Vorhersehbarkeit.
Vorhersehbarkeit ist so wichtig, weil es Sicherheit schafft. Und Vorhersehbarkeit fehlt halt total bei Wichteln, die Quatsch machen oder auch beim Adventskalender, wo jeden Tag irgendwie was anderes ist und sie wissen nicht was. Und dadurch fehlt Vorhersehbarkeit und das clashed total. Oft sehr, sehr starke Sicherheitsbedürfnisse, dass neurodivergente Kinder haben.
Und über den Heiligabend muss ich gar nicht erst sprechen. Es ist ja in Deutschland zumindest so, dass da schon ein ganz langer Tag verstreicht. bis dann abends die Sache mit den Geschenken kommt. Und bis dahin müssen die schon so viel kooperieren und mitmachen und sich zusammenreißen und so. Und das ist so eine harte Kiste, ey. Und dann können die oft gar nicht mehr. Und dann soll es doch aber the fucking most wonderful time of the fucking year sein.
Und alles ist schlimm. So. Almut, was ist denn die Lösung? Was machen wir denn? Weinen? Wie war das eben? Nein, also, doch bitte, weint ruhig, ne? Also wäre ich völlig angemessen. Ich habe natürlich auch nicht die Lösung, Leute. Es tut mir total leid, weil auch das natürlich wieder sehr individuell ist.
Aber ich kann euch einfach nur dazu einladen, hier, think outside the, das machen wir immer so, Box. Also muss es das Adventskalender-Prinzip sein, wie es immer ist? Oder könnte man zum Beispiel dem Kind auch sagen, es gibt jeden Tag das Gleiche? Zum Beispiel. Oder ich lege immer nur in der Nacht oder am frühen Morgen das eine Adventskalender-Geschenkchen hin.
Nicht schon die 24 oder was auch immer, sondern wirklich nur das eine von dem einen Tag. Vielleicht sage ich meinem Kind auch, was da drin ist. Ja, damit es vorhersehbar ist. Es ist dann keine Überraschung. Aber wie gesagt, Überraschungen sind eben oftmals auch sehr, sehr schwierig. Vielleicht sage ich es einfach. Vielleicht packe ich es auch gar nicht ein, sondern stelle es einfach so hin.
Oder vielleicht gibt es den Adventskalender auch immer erst nach der Kita oder nach der Grundschule, damit es den Morgen entspannt. lauter solche Sachen, also, oder den Heiligabend, vielleicht machen wir den Heiligmorgen, so, man kann das ja machen wie in Amerika, so am 24., ich weiß, die machen das am 25., I know, aber man könnte jetzt zum Beispiel sagen, Weihnachtsfrühstück und zwischen den Geschenken und direkt wird morgens die Geschenke geöffnet, dabei wird gefrühstückt, also so wenig wie möglich Ansprüche und Stress und Druck und einfach das ein bisschen mehr an euch anpassen.
Und ich weiß, das ist sehr schwierig, weil vielleicht habt ihr in euch selber auch die Stimmen mit. Nein, aber die Geschenke darf man doch erst öffnen, wenn es abends dunkel ist und dann die Lichter am Baum oder auf dem Adventskranz so schön leuchten. Das gehört doch irgendwie auch dazu. Und das verstehe ich.
Und dann sind auch eure Bedürfnisse gar nicht weniger wichtig als die eures Kindes. Einfach nur mal überlegen, wer hat eigentlich welche Bedürfnisse und wie kann man da wirklich individuelle Lösungen finden, ganz weit weg von, so muss doch aber Weihnachten sein, so muss doch die Adventszeit sein und damit vielleicht gut und besser durchsurfen.
Und Visualisierung wäre auch eine Idee. Also wirklich dem Kind auch, keine Ahnung, durch so Murmeln, die nach und nach gelegt werden, zeigen sozusagen, wo bewegen wir uns auf dem Weg Richtung Weihnachten. Oder dass es einfach ein bisschen besser begreifbar ist. Was heißt das, diese Vorweihnachtszeit?
Keine Ahnung, wann der 24. Dezember ist. Also da vielleicht auch was aufmalen oder was zusammenbasteln oder so, was es einfach ein bisschen greifbarer macht. Dann ist wieder ein bisschen mehr Vorhersehbarkeit da. Wie eben schon erwähnt, ja, ein schwieriges Thema ist. So, und wird mit den Tipps alles super duper? Nee.
Wir halten den Kopf oben und wir atmen, okay? Wir atmen. Denkt dran, it's the most wonderful… Okay, ich hör auf damit. Jetzt kommen wir zu Teil 3. Einfache und günstige und fast dreckfreie Weihnachtszauberideen. Heute wird geschnipst. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber heute fühle ich das einfach.
Das ist also der dritte Teil. Denn ich hatte ja schon ganz am Anfang gesagt, wir haben ja so diesen gesellschaftlichen Druck, die Weihnachtszeit ist die zauberhafte Zeit. Und ich möchte auch ganz kurz sagen, es gibt auch viele von euch, die das genauso fühlen. Also falls ihr euch jetzt den Podcast anhört und denkt, also ehrlich gesagt ist die Weihnachtszeit bei mir wirklich einfach voll schön.
Jetzt fühle ich mich ganz schlecht. Nein, bitte nicht. Herzlichen Glückwunsch. Das ist doch super. Und ich selber, ich liebe die Vorweihnachtszeit. Also wirklich jetzt. Ich liebe das. Und ich sehe aber auch die Gleichzeitigkeit. Ich sehe all den Stress, den ich habe. Und ich sehe, dass ich es so liebe. Und ich liebe das, mit diesen Wichteln mir Sachen zu überlegen.
Und ich verfluche es gleichzeitig. Das steht nebeneinander. Ich entscheide mich da gar nicht für eine Seite, sondern es ist beides. Also falls ihr doch so ein paar ganz konkrete Ideen braucht, ich sag euch jetzt vier. Okay, wow, mal gucken, ob mir vier einfallen. Vier mit ganz wenig Aufwand und ganz unspektakulär und was auch irgendwie nicht Geld kostet oder sowas. Also Idee Nummer eins ist, macht einen Dunkelspaziergang. Es wird früh dunkel, Leute.
Das kann man auch wirklich easy einfach um 17, 18 Uhr machen. Macht einen dunklen Spaziergang durch euren Kiez, durch eure Nachbarschaft. Geht vielleicht auch auf den Spielplatz, den ihr kennt. Im Dunkeln mit einer Taschenlampe oder mit einer Laterne, noch vor dem Laternenlauf im November, weil Dunkelheit automatisch irgendwie was magisches hat. Und dann guckt euch vielleicht auch zusammen die Lichter und die Deko an, die es schon gibt in eurem Kiez. Beobachtet das zusammen.
Und ich finde, das ist auch so eine Sache, die kann man schon mit ganz kleinen Kindern machen, aber eben auch noch mit Teenagern. Also ich laufe total gerne mit meinen großen Kindern auch rum und wir schauen uns das an, wie hier in Berlin die Balkone geschmückt wurden und so. Das ist wirklich total schön und das hat so was Ruhiges und was total Magisches. Tipp Nummer zwei für kleinere Kinder. Nehmt doch so Alufolie und macht da so kleine Schnipselchen. Ich meine wirklich nur ganz kleine, so ein ganz kleines Stück Alufolie oder so einen glitzernden Glasstein oder sowas.
Und das legt ihr einfach mal irgendwo hin oder klebt es irgendwo hin. So ganz random. Und wenn ihr daran vorbeilauft, dann könnt ihr sagen, guck mal, mein Schatz, ein Weihnachtsfunke. Das war's. Das ist so ganz klein und so schön. Das hat so was richtig schön funkeliges magisches. Einfach ganz kurz staunen, dass da ein Weihnachtsfunke bei euch gelandet ist.
Einfach so. So und der kann ja random drei Tage später dann wieder woanders sein. So und dann wird euer Kind schon sagen, Mama, Papa schaut, ein Weihnachtsfunke. Das ist doch toll. Wie ich direkt mache. Habe ich direkt Lust drauf. Tipp Nummer drei. Ganz einfach. Macht das eine Album oder das eine Lied an, das euch glücklich macht. Wisst ihr, dass ihr selber vielleicht von früher kennt oder so.
Das muss auch gar kein Kinderlied sein. Einfach irgendwas weihnachtliches, was ihr mit Weihnachten konnotiert, völlig egal. Es darf auch Mariah Carey sein. Es darf auch Wham sein. Wir sind da ganz hier moralisch neutral unterwegs. Einfach irgendwas, was ihr fühlt. Es darf auch ein lustiges Weihnachtslied von den Toten Hosen sein. Ist völlig egal.
Einfach das eine Lied, das ihr feiert rund um Weihnachten. Und das macht ihr einfach an und gebt es eurem Kind mit und sagt, guck mal, ey, das Lied, das liebe ich. Und das macht ihr immer mal wieder an und zack, schon habt ihr so eine lustige Erinnerung geschaffen. Und ja, es darf natürlich auch von Rolf Zukowski sein.
Bei mir ist es natürlich Rolf Zukowski. Und es ist wirklich so, wenn ich das jetzt mit meinen Kindern höre, ich könnte weinen vor Glück, weil ich es so schön finde. Und der letzte Tipp. ist mit einer Mandarine und einer Wunderkerze. Ihr seht also, hier müsstet ihr tatsächlich was anschaffen, aber vielleicht habt ihr beides ja sogar da.
Wunderkerze, weil ja auch bald Silvester ist und Mandarine, weil es ist Mandarinenzeit. So und der Tipp ist folgender, ihr nehmt die Mandarine, mit der macht ihr gar nichts, die wird nicht geschält, die bleibt wie sie ist. Und dann steckt ihr die Wunderkerze falschrum in die Mandarine. Also so, dass der Teil sozusagen, wo man anfasst, der guckt oben raus.
Und den Rest steckt ihr unten in die Mandarine rein. Und Mandarinen sind ja nicht so groß. Das heißt, oben guckt dann immer noch ein Teil raus, wo man diese Wunderkerze dann anzündet. Und dann macht ihr das Zimmer dunkel oder nehmt es mit auf euren Dunkelspaziergang. Und dann zündet ihr diese Wunderkerze an und dieses Funkellicht geht in die Mandarine rein und diese Mandarine leuchtet. Leute, kein Witz, das sieht so schön aus. Ich bin davon total begeistert.
Ich finde das unglaublich schön und das kann so eine richtig schöne kleine Mini-Weihnachtstradition werden. Und ja, ich stifte euch gerade dazu an, Quatsch mit Essen zu machen. Das ist natürlich nicht gut, aber Sagen wir wie es ist, Mandarinen sind manchmal echt grauenvoll, weil das ist so unvorhersehbar.
Manchmal schmecken die perfekt und manchmal schmecken sie so scheiße oder sind voller Kerne oder sowas. Das heißt, wenn ihr so eine Mandarine da habt, die euch richtig wütend macht. Ihr habt so ein Netz mit Mandarinen gekauft und ihr esst davon schon die erste und ihr wisst, ne, das macht mich richtig wütend.
Die schmeckt scheiße, die Konsistenz stimmt nicht, der Geschmack stimmt nicht, an der ist alles kacke. Dann nehmt ihr so eine Mandarine und macht daraus ein funkeliges Weihnachtszauberding. Win-Win. Ist doch super. Schon ist man nicht mehr wütend auf die Mandarine. So, liebe Leute, das war Folge Nummer 2. Und um es hier auch nochmal ganz kurz zu sagen, es macht so viel Spaß mit euch.
Und ich habe mich so massiv gefreut über eure Rückmeldung zu der letzten Folge, also zur allerersten, zu der Geschwisterfolge. Und ja, das macht mich ganz glücklich. Ich habe mich nicht getraut, mir vorzustellen, dass es so toll mit euch ist. Und deswegen danke ich euch ganz, ganz doll. Und ich freue mich jetzt schon auf die Rückmeldung zu dieser Folge. Und ich sage jetzt den klassischen Podcaster-Satz. Bewertet gerne einen Podcast auf der Plattform, wo ihr seid. Das würde mich sehr freuen.
Das wäre cool. Und wisst ihr was? Empfehlt ihn doch auch gerne weiter. Wer hätte gedacht, dass ich sowas mal sagen werde? Verrückt. So und denkt dran, it's the most wonderful time of the year.