Kurzerklärt - Der Jurapodcast

Erstsemesterfolge: Wie schreibe ich gute Klausuren?

Sonntag, 25. Oktober 2026 · 22 min

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Shownotes

Willkommen zu einer neuen Erstsemesterfolge! Heute geht es um eine Fähigkeit, die über euren gesamten Studienerfolg entscheidet und die man — anders als viele denken — tatsächlich lernen kann: das Klausurenschreiben. Wir schauen uns an, wie ihr aus eurem juristischen Wissen eine überzeugende Klausur macht, und zwar entlang von vier Bausteinen: Sprache, Stil, Technik und die Frage, was eine wirklich gute Klausur ausmacht.
Bei der Sprache klären wir, warum Präzision und Sachlichkeit zählen, wie ihr die juristische Fachsprache sauber einsetzt und Umgangssprache vermeidet. Beim Stil steht der Gutachtenstil im Zentrum — Obersatz, Definition, Subsumtion, Ergebnis — und ihr lernt, wann ihr ihn einsetzt und wann der knappere Urteilsstil für Unproblematisches genügt. Denn genau diese Steuerung zwischen „ausführlich” und „knapp” trennt in der Klausur die Spreu vom Weizen.
Bei der Technik geht es um das Handwerk: den Sachverhalt sorgfältig erfassen, eine Lösungsskizze anlegen, die Zeit richtig einteilen und die Prüfung sauber aufbauen. Und zum Schluss bringen wir alles zusammen zu der Frage: Wie schreibe ich eine gute Klausur? Es geht darum, Schwerpunkte und Probleme zu erkennen, am Sachverhalt zu argumentieren statt Wissen abzuladen, Streitstände nur dort auszubreiten, wo sie der Fall verlangt, und am Ende eine lesbare, strukturierte Arbeit abzugeben. So habt ihr von Anfang an das Rüstzeug, mit dem ihr jede Klausur angehen könnt.
Ihr erfahrt,
• worauf es bei der juristischen Sprache ankommt — Präzision, Sachlichkeit und der richtige Einsatz der Fachsprache
• wie der Gutachtenstil aufgebaut ist (Obersatz, Definition, Subsumtion, Ergebnis) und wann ihr zum Urteilsstil wechselt
• wie ihr technisch vorgeht: Sachverhalt erfassen, Lösungsskizze erstellen, Zeit einteilen und den Aufbau strukturieren
• warum das Erkennen von Schwerpunkten und Problemen über die Note entscheidet
• wie ihr am Sachverhalt argumentiert und eine lesbare, überzeugende Klausur abgebt
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Diese Folge wird euch präsentiert von unserem Kooperationspartner Nommos Verlag. Willkommen zu einer neuen Folge kurz erklärt. Heute in der fünften Spezialfolge schauen wir uns an, wie man eine gute Klausur schreibt. Und ich kann euch schon mal so viel sagen, es kommt natürlich nicht nur auf den Inhalt an, sondern die Note, die ihr am Ende bekommt, hängt auch maßgeblich davon ab, wie eure Sprache und euer Sprachstil war.

In der heutigen Folge widmen wir uns also einmal der Sprache in der Klausur, der Form und dem Sprachstil. Damit meine ich noch nicht die Gutachten-Technik, die besprechen wir in der nächsten Folge, sondern wir widmen uns jetzt insbesondere der Frage, wie muss die Klausur insgesamt aussehen von der Form her, wie muss ich schreiben und vor allem, auf was muss ich achten von der Sprache an sich her.

Vielleicht vorneweg, es ist klar, dass man am Anfang mit der Sprache, mit dem Sprachstil und auch mit der Gutachten-Technik nicht so gut klarkommt. Das ist völlig normal, weil ihr natürlich jetzt, er kommt aus der Schule oder ihr habt vorher noch irgendwas anderes studiert, was auch immer. In Jura gibt es diese besondere Technik, die Gutachten-Technik und eine besondere Sprache, die ihr einhalten müsst.

Das fängt im Studium an und zieht sich durch bis zu meiner Dissertation jetzt zum Beispiel. Ich muss ähnlich schreiben, wie ich schon im ersten Semester hätte schreiben sollen. Jedenfalls vom Sprachstil her. Damit meine ich kurze, prägnante Sätze, sachlich und so weiter argumentieren. Das wird sich also nicht ändern.

Und wenn ihr also in dem juristischen Beruf bleiben wollt, müsst ihr von Anfang an lernen, wie formuliere ich, wie schreibe ich, wie argumentiere ich. Das ist also das A und O und wird auch in der Klausur benotet. Das ist natürlich insgesamt ein Lernprozess. Das dauert einfach sehr lange Zeit, bis man diese Gutachtentechnik, die Sprache, den Sprachstil gut beherrscht.

Wenn man ihn gut beherrscht, dann schreibt man plötzlich ultra gute Noten. Weil es kommt nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch wirklich auf die Sprache. Und insbesondere in den ersten Semestern wird die Gutachtentechnik sehr streng bewertet von den Korrektoren. Da wird also insbesondere darauf geschaut, ob jemand den Gutachtenstil beherrscht.

Ich war lange Zeit Korrektor für Vorbereitungsklausuren für das erste Examen und bin zurzeit auch Korrektor für Klausuren zur Vorbereitung aufs zweite Examen. Daher habe ich, sage ich mal, einige Erfahrungen gesammelt in Sprache, Sprachstil, Technik und so weiter. Ich kann euch deshalb ein paar Tipps geben und habe euch hier jetzt auch mal so ein bisschen aufgeschrieben, was ich denn oder was mir immer auffällt in Klausuren, was ich überhaupt sprachlich nicht gut finde und ähnliches, aber wo ich natürlich auch weiß von anderen Korrektoren oder von Lösungsskizzen, was wird von euch verlangt in einer Klausur.

Und vielleicht vorneweg ein kleiner Merksatz, den ihr euch immer vor Augen rufen solltet, wenn ihr eine Klausur schreibt. Für wen schreibt ihr die Klausur? Man muss sich bei Texten, die man schreibt, immer fragen, wer ist mein Adressat. Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Aufsatz in der NVWZ veröffentliche, dann schreibe ich natürlich an auch insbesondere Praktikerinnen und Praktiker.

Das heißt, dementsprechend muss ich meinen Text anpassen. Oder schreibe ich jetzt eine Urteilsbesprechung für die Use oder für die JA. Dann weiß ich, aha, insbesondere Studierende und Referendarinnen und Referendare sind meine Adressaten. Also muss ich dementsprechend meinen Text anpassen. Genauso ist es natürlich auch jetzt bei eurer Klausur.

Ihr schreibt eure Klausur ausschließlich für den Korrektor. Für niemanden sonst. Ihr wollt hier keine wissenschaftliche Dissertation oder ähnliches schreiben, neue Gedanken einbringen, die vor einem wissenschaftlichen Diskurs noch nicht vorhanden waren. Das ist Quatsch. Ihr wollt einfach nur dem Korrektor zeigen, guck mal, das, was dein Prof von mir verlangt hat, habe ich auswendig gelernt und kann es auf den konkreten Einzelfall anwenden.

Mehr wollt ihr nicht machen. Deswegen müsst ihr euch natürlich erstmal klar machen, wer korrigiert denn meine Klausuren überhaupt? Also wer ist denn Korrektor? Und in der Regel ist es so, dass an den Universitäten natürlich die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Professoren, die also die Vorlesung halten, die Mitarbeiter, die korrigieren natürlich auch eure Klausuren.

Das heißt, ihr müsst euch klar machen, die haben eine ausführliche Lösungsskizze, die der Prof vorher geschrieben hat. Und der Prof hat die natürlich anhand seiner Vorlesungen und der AGs, die da gehalten werden, erstellt. Also müsst ihr in die Vorlesung gehen, ihr müsst in die AGs gehen und lernen, was möchte der Professor oder die Professorin von mir hören möchte.

Also wisst ihr aber auch, aha, das, was Sie hören wollen, kann ich dann auch an den entsprechenden Stellen abladen. Also das heißt, mit auswendig gelerntem Wissen auf den konkreten Fall gut angewendet, werden hier die Punkte gemacht. Auch wichtig, achtet darauf, Schlagwörter in der Klausur auch zu benutzen.

Also wenn ihr zum Beispiel die Zwei-Stufentheorie auswendig gelernt habt, werdet ihr sehen, was das ist im Verwaltungsrecht, dann benutzt auch bitte dieses Wort Zwei Stufentheorie. Die meisten, auch von Professorinnen und Professoren oder wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sagen insbesondere, ja, darauf kommt es gar nicht so an.

Es kommt überhaupt nicht darauf an, ob ihr einen Fachbegriff benutzt oder ähnliches. Auch wenn ihr denen umstreibt, reicht das schon. Das ist Quatsch. Bitte niemals auf sowas hören. Immer die Schlagwörter benutzen, weil es gibt genug Korrektorinnen und Korrektoren, die einfach nur nach Schlagwörtern suchen und die Texte gar nicht mehr richtig lesen.

Also bitte immer Schlagwörter benutzen, die ihr ja vorher auswendig gelernt habt. Das war also mein Merksatz an euch. Schreibt die Klausur für den Korrektor und für niemanden sonst. Hier also jetzt noch ein paar weitere Vorgaben, was Form- und Sprachstile angeht. Zuerst einmal, diese Anmerkungen, die ich jetzt habe, die gelten hauptsächlich, zwar nicht nur, aber hauptsächlich für handschriftliche Klausuren.

Natürlich müsst ihr diese auch im Prinzip einhalten für die E-Klausuren, die spielen aber, soweit ich Bescheid weiß, im Moment nur in einigen Bundesländern im E-Examen eine Rolle. Worauf achtet ihr? Ich habe euch jetzt mal vier Punkte rausgesucht, wobei ihr jetzt der Form nach achten müsst. Also es geht jetzt nur um die Form der Klausur.

Erstens natürlich eine saubere Handschrift. Das klingt jetzt irgendwie, als wüsste schon jeder Bescheid, ja klar, muss man sauber schreiben, aber die werden es schon irgendwie entziffern können. Nee, so ist es nicht. Und ich muss sagen, dieser Tipp geht hauptsächlich an die Männer, weil ich weiß, gerade aus eigener Erfahrung, dass Männer tendenziell eher eine schlimme Handschrift haben als Frauen.

Frauenklausuren kann man immer sehr gut korrigieren, das weiß ich aus eigener Erfahrung, denn die sind sehr oft jedenfalls sauber geschrieben. Und das macht natürlich was mit dem Korrektor, wenn er eine saubere Klausur mit 30 Seiten oder was auch immer gelesen hat, korrigiert hat und danach kommt eine Klausur, wo er viele Stellen einfach nur entziffern muss.

Das heißt, er braucht die doppelte Zeit an Korrektur, einfach nur deshalb, weil ihr nicht sauber geschrieben habt. Das macht den Korrektor wütend und ihr wollt den Korrektor niemals wütend machen. Denn, ich sag mal so, in dem Notenspektrum von 0 bis 18 Punkten ist es natürlich oft so, dass ihr mal zwischen Punkten stehen könnt.

Und wenn ihr eine unsaubere Klausur habt, kann ich euch versprechen, dass euch der Korrektor weniger Punkte geben wird als jemanden, der sauber geschrieben hat. Das macht man auch unbewusst, das muss gar nicht bewusst geschehen, sondern man macht es einfach unbewusst, weil man genervt ist, dass man jetzt statt einer halben Stunde eine Stunde für die Klausur braucht zum Korrigieren.

Auch vielleicht als Hintergrund, die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zum Teil sehr ausgelastet mit Arbeit. Die bekommen dann, wenn ihr 500 Leute im ersten Semester seid, bekommen die zum Teil 50 bis 100 Klausuren zum Korrigieren, müssen es in einer gewissen Zeit schaffen und bekommen sehr wenig Geld dafür.

Und deswegen ist es umso ärgerlicher für den Korrektor, wenn er eine Klausur korrigieren muss, wo er noch nicht mal die ersten Sätze richtig lesen kann. Deshalb der Tipp und der Aufruf, übt sauber und ordentlich zu schreiben. Das müsst ihr einfach üben und lernen. Wer eine schlechte Handschrift hat, bekommt tendenziell schlechtere Noten, als er eigentlich bekommen würde, wenn er eine ordentliche Handschrift hätte.

Ein weiteres Kriterium ist, wenn ihr eine Klausur handschriftlich schreibt, ist, bitte Absätze machen. Absätze sind auch wichtig dafür, dass der Korrektor die Klausur gerne lest. Ihr wollt erreichen, dass der Klausurenkorrektor die Klausur mit Genuss liest. Das heißt, für den Lesefluss ist es sinnvoll, Absätze zu machen.

Wenn ihr also innerhalb einer Überschrift gerade seid, möglicherweise bei der Eröffnung des Verwaltungsrechtswegs oder ähnliches, dann, und da gibt es ein Problem, dann müsst ihr halt mal zwei, drei Seiten dazu schreiben. Das bitte aber nicht im Fließtext, sondern wenn ihr ein Argument gemacht hab oder einen bestimmten Punkt abgeschlossen habt, macht doch mal einen Absatz.

Dann macht es das Ganze oder lockert den Text einfach auf und es wirkt auch strukturierter. Natürlich nicht übertreiben und Absätze nur dann machen, wenn sie auch logisch sind. Also jetzt nicht Absätze mitten in einem Argument machen oder mitten in bestimmten Ausführungen, wo sie keinen Sinn ergeben.

Das ist natürlich klar. Und man macht Absätze auch normalerweise nicht, wenn man gerade nur zwei, drei Sätze geschrieben hat und dann direkt einen Absatz reinhaut. Das macht man nicht. Ist auch oft so ein bisschen Gefühlssache. Dann, wenn ihr eben ein Argument abgeschlossen habt und merkt, oh, die Argumentation, die ging jetzt über eine halbe bis dreiviertelseite, macht auch einfach mal einen Absatz.

Dann Überschriften. Natürlich lernt ihr Prüfungsschemata auswendig und wisst deswegen, was ihr für Überschriften setzen müsst. Macht die dann auch wirklich und hebt die von dem restlichen Text ab. Also gern oben drüber und unten drunter mal eine Zeile freilassen, damit man einfach sieht, aha, das ist eine Überschrift.

Was im Übrigen auch nie schadet, ist, wenn ihr mal ein Zwischenergebnis reinhaut. Wenn ihr nämlich merkt, das ist dann insbesondere bei fortgeschrittenen Klausuren so, das sind dann wirklich 30 Seiten, die ihr schreiben müsst. Möglicherweise in der Begründetheit habt ihr 20 Seiten geschrieben und irgendwann weiß der Korrektor eigentlich gar nicht mehr, ja, wo ist er denn jetzt eigentlich?

Deswegen ist es mal clever, zwischendurch einfach eine Zwischenüberschrift mit dem Zwischenergebnis reinzuhauen. Das könnt ihr auch so ruhig so nennen. Zwischenergebnis und dann fasst ihr gerade mal zusammen, wo sind wir eigentlich? Kommt immer gut und gerade in großen Klausuren ist es immer angenehm, für den Korrektor mal ein Zwischenergebnis zu lesen.

Gut, vierter Tipp, das sollte klar sein bei der Form, dass Reichtschreibfehler und Zeichensetzungsfehler, Ausdrucksfehler, Grammatikfehler hier überhaupt nicht zu suchen haben. Also wenn sich hier Fehler über eine ganze Seite erstrecken und einfach nicht weniger werden, dann gibt es dafür auch mal einen erheblichen Punktabzug.

Das ist einfach leider so, gehört einfach dazu. Das war also so das Wichtigste zur Form. Kommen wir jetzt mal zum sprachlichen Stil. Damit meine ich jetzt nicht die Gutachtentechnik. Ich meine jetzt den Sprachstil, also die Stilkunde. Wie schreibt man, wie sollte die Sprache sein? Da habe ich euch jetzt auch mal, kann man so zusammenfassen, drei grobe Punkte rausgesucht, die hier wichtig sind.

Natürlich solltet ihr euch, wenn ihr aufs Examen zugeht, nochmal mit der Stilkunde auseinandersetzen. Also wie ist gutes Deutsch? Also kein Juristendeutsch, kein Geschwurbel oder sowas, sondern wie argumentiert man sachlich, kurz und präzise. Solltet ihr euch auf jeden Fall mit auseinandersetzen, dass ihr bestimmte Fehler nicht macht, die einfach die Sprache verhauen und das Ganze irgendwie unleserlich machen.

Aber das ist jetzt natürlich für die Anfangssemester nicht so wichtig. Deswegen habe ich euch jetzt drei Punkte rausgesucht, die ihr im Anfangssemester schon üben könnt und benutzen könnt, damit eure Klausur gut klingt. Der erste Punkt ist natürlich auch der wichtigste: Eure Sätze und eure Sprache sollte kurz sein, sachlich und präzise.

Verabschiedet euch also sofort von irgendwelchen Schachtelsätzen. Die will hier wirklich niemand hören. Die Sätze sollen kurz und prägnant sein. Wenn ihr merkt, ah, mein Satz ging jetzt gerade über zwei, drei Zeilen, dann macht da zwei Sätze draus. Immer schöne Hauptsätze, immer aneinander rein. Das klingt ein bisschen oder wenn ihr aus der Schule kommt, Aufsätze geschrieben habt, gerade im Deutschleistungskurs, dann denkt ihr, ah, das klingt irgendwie wie Kindergarten.

Ist es aber nicht. Denn einfach eine neutrale, objektive, sachliche Sprache zeichnet sich eben dadurch aus, dass die Sätze kurz sind und lange Schachtelsätze hier nichts zu suchen haben. Ich habe euch hier mal ein Beispiel rausgesucht, wo ich euch mal ein paar kurze sachliche Sätze formuliert habe. Wir befinden uns in der Anfechtungsklage beim Prüfungspunkt 1, Eröffnung des Verwaltungsrechtswegs.

Wie kann man da jetzt kurze sachliche Sätze bilden? Ich habe jetzt formuliert. Der Verwaltungsrechtsweg müsste eröffnet sein. Dies ist der Fall, wenn gemäß ⁇ 40 Absatz 1 Satz 1 VWGO es sich um eine öffentlich-rechtliche Streitigkeit nicht verfassungsrechtlicher Art handelt. Öffentlich-rechtlich ist eine Streitigkeit nach der modifizierten Subjektstheorie dann, wenn die streitentscheidenden Norm solche des öffentlichen Rechts sind und Hoheitsträger einseitig berechtigen und verpflichten.

Im vorliegenden Fall wird über das Vorliegen der Voraussetzung des ⁇ 81 Landesbauordnung Rheinland-Pfalz gestritten. ⁇ 81 Landesbauordnung ist eine öffentlich-rechtliche Norm, die einseitig Hoheitsträger berechtigt und verpflichtet. Folglich ist die Streitigkeit öffentlich-rechtlicher Art. Das heißt, ihr merkt, es geht eigentlich nie über einen Relativsatz hinaus.

Kurze, prägnante Sätze, die sachlich sind. Dann habe ich noch einen Tipp rausgesucht, auf den ihr schon mal ein bisschen achten könnt, den einzuhalten jetzt aber nicht die Note verändert, aber was halt einfach besser klingt. Und zwar rutscht man, wenn man Jura lernt, immer gerne, weil das, auch weil viele Polizeiberichte Ähnliches so formuliert sind, rutscht man gerne ins Passive ab, was aber nicht gut klingt.

Das heißt, mein Tipp ist, viel aktiv, wenig passiv. Werbung. Heute haben wir wieder eine ganz besondere Empfehlung, und zwar eine in eigener Sache. Denn im neuen Jahr, ab dem 01.1. wird es eine neue Podcast-Struktur geben, denn wir vergrößern uns enorm. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass es drei kurzerklärt Kanäle geben wird.

Also es wird ein kurzerklärt öffentliches Recht, kurzerklärt Zivilrecht und kurz erklärt Strafrecht geben, als je eigenen Podcast, wo es sehr viele Formate auf den einzelnen Kanälen geben wird. Montags wird es immer weiterhin die Arbeitsgemeinschaft geben, die wir jetzt auch gerade hören. Dann wird es mittwochs Karteikarten to go geben zu dem Fach, was wir am Montag besprochen haben.

Freitags gibt es ein passendes, aktuelles Urteil zu dem Thema, was wir in der Woche besprochen haben. Und Samstag gibt es in diesem Bereich die große Übung. Und diese Viererserie gibt es auf allen drei Kanälen. Das heißt, ihr habt jede Woche zwölf Formate, die ihr euch anhören könnt und euch in jedem Bereich perfekt auf die Klausuren vorbereiten könnt.

Daneben wird es natürlich weiterhin Folgen geben zu mehr Kaffee als Kommentar, also sowas, Exams, Vorbereitung, Referendariat rund ums Studium. Und dann wird es auch immer noch natürlich ab und zu Gastbeiträge geben, wenn wir mal irgendwie hinter den Tellerrand pflegen wollen. Damit freuen wir uns auf das neue Jahr und auch damit Werbung Ende.

Ich mache euch ein Beispiel. Das Negativbeispiel wäre, das Opfer wird vom Täter an der Bleiststraße gesehen und wird vom Täter bis in den Park verfolgt. Das ist schlecht, weil man kann diesen ganzen Satz nicht im Passiv, sondern auch im Aktiv formulieren. Das klingt viel besser. Und zwar heißt es jetzt, der Täter sah das Opfer an der Bleistraße und verfolgte dieses bis in den Park.

Die Sätze sind kürzer und sie wirken und sind ja auch aktiv. Klingt einfach leserlicher. Das nur als kleiner Tipp am Rand. Jetzt kommt noch ein sehr wichtiger Tipp. Und zwar der Tipp, Überflüssiges wegzulassen. Es geht bei unserer Klausur ja jetzt darum, einen Fall anhand eines vorher auswendig gelernten Musters zu lösen.

Ich mache euch das jetzt mal ein bisschen bildlich, damit ihr merkt, was überflüssig ist und was nicht. Ihr lernt gerade jetzt Verwaltungsprozessrecht und wisst, es gibt viele Arten von Verfahren, die vor den Verwaltungsgerichten laufen können. Also lernt ihr die jeweiligen Voraussetzungen auswendig.

Und am Ende eurer Lernphase habt ihr jetzt verschiedene Schablone, die ihr in der Klausur nutzen könnt. Ihr habt also zum Beispiel die Schablone Leistungsklage auswendig gelernt, mit allen Voraussetzungen und Problemen, die drin vorkommen können. Genauso habt ihr die Schablone Anfechtungsklage und Verpflichtungsklage gelernt.

Für euren Fall in der Klausur heißt das jetzt, ihr dürft natürlich nur die Schablone nutzen, die auch zu eurem Fall passt. Und zwar zu dem Fall in der Klausur, zu diesem Einzelfall. Wenn der Kläger jetzt in eurem Fall also eine Anfechtungsklage erhoben hat, nehmt ihr natürlich auch eure auswendig gelernte Anfechtungsklagen-Schablone und wendet diese jetzt auf diesen konkreten Fall an.

Ihr tut also jetzt in diesem Fall so, als hättet ihr noch nie was von der Leistungs-, Verpflichtungsklage oder sonst einer Klage gehört. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass ihr 100% lernt in der Klausur, aber vielleicht 5 bis 10% eures gelernten Wissens überhaupt nur anwenden könnt. Das ist einfach bei Jura leider so.

Das heißt, ihr seht, in der Klausur gibt es eine Anfechtungsklage, dann nehmt ihr natürlich auch eure Anfechtungsklagenschablone. Aber damit sind wir natürlich noch nicht fertig. Denn ihr habt da jetzt auch Probleme innerhalb der Anfechtungsklage auswendig gelernt. Also beispielsweise alle Streitigkeiten rund um die Verwaltungsaktsqualität.

Also, was ist eine Behörde? Hat die Handlung der Behörde überhaupt Außenwirkung? Enthält die Regelung auch eine Regelung überhaupt an sich? Diese Probleme habt ihr natürlich auch auswendig gelernt und dürft die natürlich jetzt nicht alle in der Klausur benutzen, sondern ihr müsst jetzt in der Klausur nur die Probleme ansprechen, die auch im konkreten Fall relevant sind.

Und das ist unter anderem auch ein Punkt, der schwierig, gerade in Anfangssemestern ist, rauszufinden, wo sind die Problemschwerpunkte. Und diese rechtlichen Probleme, die ihr auswendig gelernt habt, die dürft ihr natürlich nur ansprechen, wenn in dem konkreten Fall das auch von euch verlangt ist. Das ist, wie gesagt, die Schwierigkeit in der Klausur, das rauszufinden.

Aber auch gerade jetzt für die Anfangssemester nochmal ein Hinweis. Ihr habt ja jetzt diese Anfechtungsschablone und damit meine ich den Prüfungsaufbau einer Anfechtungsklage. Gehen wir mal von der Zulässigkeit aus. Da habt ihr ja Prüfungspunkt 1, Eröffnung des Verwaltungsrechtswegs, Prüfungspunkt 2, stadhafte Klageart, Prüfungspunkt 3 die Klagebefugnis.

Und gerade in den Anfangssemestern ist es wichtig, dass ihr jetzt auch dieses Prüfungsschema genauso aufschreibt. Also ihr müsst jetzt die stadhafte Klageart immer prüfen. Ihr müsst die Klagebefugnis immer prüfen. Ihr müsst das Vorverfahren immer prüfen. Das heißt, nochmal als kurze Zusammenfassung, weil das jetzt einerseits hieß, dass man Problemschwerpunkte nur dann ansprechen darf, wenn sie im Fall auch gefordert werden.

Aber dennoch man natürlich bestimmte Sachen immer ansprechen muss. Was meine ich jetzt genau damit? Ich will das nochmal ein bisschen klarer formulieren, dass ihr auch genau wisst, um was es geht. Also, das Prüfungsschema gerade im öffentlichen Recht, das müsst ihr immer einhalten. Da müsst ihr jeden Punkt benennen und ganz normal abhandeln.

Damit meine ich zum Beispiel jetzt bei der Anfechtungsklage die Punkte der Eröffnung, des Verwaltungsrechts weg, stadhafte Klageart, Klagebefugnis und so weiter. Das, was ihr im Prüfungsschema auswendig gelernt habt, alles abspulen, alles benennen. Was ihr jetzt nicht benennen dürft, sind die einzelnen rechtlichen Probleme innerhalb dieser Prüfungspunkte.

Ich gehe jetzt wieder auf das Problem bei dem Verwaltungsakt. Wenn wir hier eine Abrissverfügung an der Bauaufsichtsbehörde bekommen haben als Bürger haben, und das ist eindeutig, dass das ein Verwaltungsakt ist, dann nennt ihr nur die Definition des Verwaltungsaktes und sagt schnell, dass der Verwaltungsakt aber vorliegt, also die einzelnen Tatbestandsmerkmale erfüllt sind.

Ihr fangt jetzt nicht an und problematisiert hier den Begriff der Behörde. Guckt, ist jetzt hier die Bauaufsichtsbehörde eine Behörde oder nicht? Das prüft ihr jetzt nicht, weil das hier eindeutig ist. Das heißt, ihr müsst unterscheiden zwischen Prüfungsaufbau und zwischen rechtlichen Problemen, die im konkreten Fall relevant werden.

Und da müsst ihr bei diesen Problemen, wenn etwas mal relevant wird, dann ist es entscheidend, dass ihr hier innerhalb dieses rechtlichen Problems den Gutachtensstil und die Gutachtentechnik richtig anwendet. Denn hier müsst ihr jetzt erstmal einen Obersatz bilden, dann müsst ihr die Definition nennen und dann müsst ihr ein Problemaufriss machen.

Dann müsst ihr einen Meinungsstreit möglicherweise darstellen und diesen Meinungsstreit entscheiden und zu einem Ergebnis kommen. Wie man das macht, das werden wir uns jetzt in den nächsten Folgen anschauen. Also in der nächsten Folge werdet ihr von mir hören, wie man den Gutachtenstil einhaltet. Und danach werden wir uns anschauen, wie man einen Meinungsstreit aufbaut und was das überhaupt ist und wie das funktioniert.

Das heißt, wir hören uns dann in der nächsten Folge hoffentlich. Und bis dahin wünsche ich euch noch einen schönen Tag. Tschüss!

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