Liefers + Broicher

2. Wem gehört dein Leben? Gedanken zum Menschsein

Samstag, 22. August 2026 · 1 h 00

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Shownotes

Ein kleine Störung unseres gewohnten Alltags, wie etwa der Stromausfall Anfang des Jahres in Berlin – und plötzlich fällt auf, wie verletzlich unser tägliches Leben ist. Vielleicht braucht es manchmal solche Störungen, um zu merken, wie weit wir uns in Komfort, Sicherheit und Gewohnheit eingerichtet haben – und wie gut es tun kann, sich und die Welt wieder unmittelbarer zu spüren.

Von dort führt das Gespräch zu einer größeren Frage: Was ist aus uns geworden? Wir können lieben, vertrauen, füreinander sorgen und mit völlig Fremden kooperieren – und gleichzeitig kränken, bekämpfen und beherrschen wir einander. Warum fällt einem Hund bedingungslose Zuneigung scheinbar so leicht und uns Menschen so schwer? Was macht unser Ego mit uns? Und warum sind wir technologisch so ungeheuer weit gekommen, während wir emotional und gesellschaftlich manchmal erstaunlich archaisch wirken?
Jan und Alex sprechen über Freiheit und Sicherheit und Selbstbestimmung - bis hin zu unseren Entscheidungen über Krankheit, Sterben und die Grenzen staatlicher Fürsorge. Es geht um Religion und die Sehnsucht nach Sinn und Orientierung, um jene Erfahrungen, die sich nicht vollständig rational erklären lassen, und um künstliche Intelligenz, die ausgerechnet jetzt eine neue Frage aufwirft: Wenn unsere Maschinen immer mächtiger werden – müssen vielleicht nicht sie menschlicher werden, sondern wir?
Und am Ende steht der Mensch zwischen Natur und Kultur, Fortschritt und Entfremdung, Liebe und Ego, Freiheit und Endlichkeit. Haben wir unser Leben immer weiter verbessert – oder uns dabei manchmal von dem entfernt, was wir eigentlich brauchen?

Ein Gespräch über das Leben und all seine Widersprüche. Über das, was uns verbindet, was uns begrenzt – und darüber, wie nah wir uns selbst eigentlich noch sind.

Und jetzt seid ihr dran: Was denkt ihr? Wo widersprecht ihr uns? Welche Fragen und Themen sollen wir uns als Nächstes vornehmen? Schreibt uns.
Und wenn euch gefällt, wohin diese Gespräche führen, folgt oder abonniert Liefers + Broicher dort, wo ihr uns am liebsten hört. Gerade zum Start hilft uns das sehr :)

Jan Josef Liefers:
instagram.com/janjosefliefers
Alex Broicher:
instagram.com/alexbroicher

Producer: Claas Engels

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Liefers und bräucher hallo jan na alex da hast du das mitbekommen mit dem stromausfall in berlin, ob ich das mitbekommen natürlich wer hat es nicht mitbekommen aber du warst nicht betroffen nein obwohl ich in der gegend wohne die betroffen war aber ich kenne einige leute die waren die waren betroffen und, ich habe als erstes gedacht an meine mutter weil die wohnt ungefähr ein kilometer weg von uns also auch noch in dieser selben gegend aber die straße in der sie wohnt da war bis zu Ab Hausnummer so und so kein Strom und Ab Hausnummer so und so war wieder Strom und das war die erste Nummer, der hat sie gewohnt oder wohnt sie noch und deswegen hatte sie Strom.

Mein erster Gedanke war, was machen all diese Leute, die in, einem bestimmten Alter sind ihres Lebens und angewiesen sind darauf, dass sie vielleicht Hilfe holen können, notfalls mit dem Telefon hantieren müssen oder die. Medikamente im Kühlschrank aufbewahren. Ich denke dann immer zuallererst an die und weniger jetzt an Leute wie uns beide.

Ja, stimmt. Aber es ist auch schon erstaunlich, weil durch die ganze Elektrifizierung, was alles mit Strom ist, dann merkt es ja dann erst. Der Kühlschrank geht aus, deine Lebensmittel werden schlecht. Im Supermarkt vielleicht auch. Dann ist ja sogar von der Heizung, die Umwaste, also die Pumpe, die das Wasser, das heißt, Wasser durch die Gegend pumpt, das ist ja auch elektrisch.

Das heißt, wenn du eine Gasheizung hast, geht die auch nicht und Strom. Selbst wenn du die Flammen mit der Hand anmachst, muss das Wasser ja zirkulieren. Dann hast du eventuell kein heißes Wasser, weil es ein Boiler ist. Du hast irgendwie gar nichts. Du kannst dann hörgerät nicht aufladen. Du kannst dein Handy auch dann nicht mehr aufladen. Du musst dann irgendwo hinfahren. Obwohl, ich weiß nicht.

Weißt du, dass ich bis zu einem gewissen Maß solche, ich sag es mal, Katastrophen oder Pannen im großen Stil auch mag, Du musst es erläutern, aber ich glaube, ich habe eine Idee, wo es hingeht. Sag du mal, was du denkst, dann sage ich, was ich dachte, was ich denke. Ich mag manchmal, dass einem so kurz der Stuhl unterm Arsch weggezogen wird und man es sich mal eben neu sortieren muss. Das mag ich daran.

Ich mag natürlich nicht all diese tausend Sachen, die einem jetzt einfallen können, die Leute wirklich in die Bredouille bringen können, auch vielleicht gesundheitlich oder sowas. Das finde ich scheiße daran. Aber. Kein Handy zu haben. Mein Handy ist mir mal geklaut worden in Paris. Ich saß mit Anna auf der Straße am Café.

Wir waren gerade angekommen, hatten das Hotelzimmer bezogen und dachten, jetzt sind wir einen kleinen Café, auf der Straße und haben uns da hingesetzt und es war wunderschön und mein Handy liegt so wie jetzt hier gerade auf dem Tisch vor mir und ein Jogger kommt vorbei, gibt richtig Gas und greift sich das im Vorbeigehen und weg ist er.

Und dann bin ich natürlich nicht aufgestanden und hinterher gerannt. Ich war so perplex. Und dachte, was ist los mit den Franzosen? Und dann sind wir ins Hotel zurück und man konnte auf dem iPad, das hatte ich auch dabei, konnte man sehen, wo ist diese App? Und dann konnte man sehen, wo sich das gerade hinbewegt.

Und das bewegte sich in einem Auto offensichtlich, weil es ging die Straße lang, aus Paris raus, in so einen Suburb. Und der Hotelier, der Hotelrezeptionist, der hat gesagt, naja, da könnte man jetzt hinfahren und das, aber er sagte, ganz ehrlich, dort würde ich noch nicht mal hinfahren, wenn die mir das Auto geklaut hätten.

Also der hatte mich so gewandt und dann dachte ich, was du hast, schreib das Handy ab, du hast jetzt einfach eine Woche keins. Ja. In dem Sinne war eigentlich das so. Also wenn jetzt plötzlich der Strom ausfiele und man müsste sich was ausdenken, könnte nicht mehr mit dem Handy, man könnte seine E-Mails nicht mehr checken.

Was macht man dann? Ja, also ich weiß das nochmal. Erstmal, ich bewundere dich, dass du eine Woche ohne Handy geschafft hast. Ich habe in Barcelona nämlich auch mal auf meine Freundin gewartet, hatte das wie immer hinten in der Po-Tasche. Und als ich sie begrüßt habe, greife ich nach dem Handy und es war weg.

Und das habe ich nicht gemerkt. Ich habe es nicht gemerkt, aber es war auch einfach, es stand ein bisschen raus. Aber trotzdem, das haben sie mir elegant beim Warten abgeholt. Ich habe mir dann direkt ein neues gekauft, so ein günstiges Samsung für 100 Euro, was man da so schnell kriegt. Das hat auch gut gehalten.

Aber ich weiß, was du meinst. Es ist so ein bisschen, weißt du, es erinnert mich an Fight Club. Mal wieder was Echtes spüren, weißt du, unabhängig von der ganzen Service, von Handy. Ach, ich gucke mal aufs Handy, wie viel Grad wird es heute. Regnet es doch? Nee, einfach mal wieder so ein echtes Leben spüren. Da denkst du bei Fight Club.

Achso, Fight Club ist doch blaue Augen und gebrochene Nase. Ja, aber Fight Club ist im Grunde ja, also für mich eines meiner Hero-Filme, weil es ja eigentlich eine Kritik, also eine Konsumkritik ist und an diesem wahnsinnig langweiligen kapitalistischen Leben, in dem alles geregelt ist und alles in kleine Schachteln passt, alles so in ein 9 to 5, in kleine Boxen, alles so steril praktisch gut ist und das ist ja eigentlich, und was sie ja machen, die hauen sich auf die Fresse um mal wieder was zu spüren in diesem Scheißleben. Regel Nummer 1.

Nicht über den Fight Club reden. Ich bin reingefallen. Mist, das kriege ich heute Abend wieder drauf. Ja, aber weißt du, dieses Rausfallen aus so einem täglichen Trott und, ich komme ja aus, bin ja in Dresden geboren, in Dresden gab es irgendwann so eine große Überschwemmung, da ist die Elbe, hat mega Hochwasser und das Verkehrsschilder guckt nur noch oben so ein Stück aus dem Wasser raus und wenn du jetzt, wenn das passiert in der Stadt, in der du, eigentlich jede Ecke kennst. Und auf einmal sieht alles ganz anders aus.

Das war wie so ein Gemälde von einem surrealistischen Maler oder sowas. Und ich weiß, das ist ganz furchtbar für alle, die dort sind und alles, was da kaputt geht und der ganze Dreck und alles. Ich muss aber trotzdem sagen, es gibt so zwei Prozent in meinem ästhetischen Hirn, das sagt, hey, aber es sieht doch wirklich irre aus.

Und ja und wenn jetzt plötzlich der Strom weg ist es gab diese tollen Bilder, auf Social Media aus Städten wo plötzlich Leute mit Gitarren sich einfach unten auf die Wiese gesetzt haben und miteinander gequatscht haben und Bücher gelesen haben und. Es gibt jetzt diese berühmten Offline-Clubs, zum Beispiel in Holland, in Amsterdam und so.

Und hier auch in Berlin gibt es die ersten Offline-Cafés. Da gibst du dein Handy ab, es wird vorne in so einen kleinen Schrank geschlossen, dann kriegst du den Schlüssel und dann ist da keiner, benutzt da ein Handy. Die Leute spielen, machen so Gesellschaftsspiele, die stricken, die lesen. Das ist das Prinzip.

Das geschützter Raum. Soweit sind wir schon. Jetzt fragt man sich, was ist eigentlich mit uns los? Warum können wir das nicht einfach ohne so einen Raum machen? Wieso brauchen wir extra einen? Wie heißt das? Offline-Club. Wieso brauchen wir einen Offline-Club? Wo wir hingehen und wie im Kindergarten unser Handy anheben, damit wir auch ja nicht drauf gucken.

Warum kriegen wir es nicht so hin eigentlich? Ja, aber so viele, wir können doch gar keine Vernunftentscheidung treffen, weil wir erstens faul sind, lazy und zweitens Gewohnheitstiere und drittens ist es umständlich, z.B. Anschnallpflicht. Das war ein Riesendrama, das musste hart bestraft werden und kontrolliert werden von der Polizei bis Leute sich im Auto anschnallten. Dabei war ganz klar, Du überlebst viel besser einen Unfall. Es war zu deinem Schutz, aber es musste dir jemand von oben auf oktruieren. Ebenso auch Verbote.

Ja, aber hast du nie auch gedacht, denkst du nie an die, die vielleicht aus dem, du hast einen Unfall, du überschlägst dich, dein Auto geht in Flammen auf und du kommst nicht mehr raus, nicht weil du nicht mehr kannst, sondern weil dein blöder Gurt klemmt? Ja, klar. Also du, das ist ja das Dilemma bei all diesem Sicherheitsdenken.

Ich komme ja noch aus einer Zeit, da durfte man ohne Helm Motorrad fahren. Das ganze Zeit sage ich, ich war in Frankreich, in meiner Jugend. Da fuhren die auf so Enduros am Strand, in der Jeans, im T-Shirt, ohne Helm, das sah so geil aus. Man fühlte die Freiheit, die in ihren Haaren weht. Bist du mal Motorrad gefahren? Nein.

Also ich hatte lange Zeit Motorräder und manchmal habe ich dann so, wenn das nur so. Um die Straßenecke gefahren werden musste oder so kurz, so 50 Meter nur. So, dann habe ich mir auch keinen Helm aufgesetzt. Und es ist einfach so schön in den USA. Gibt es immer noch Bundesländer, da brauchst du keinen Helm.

Nicht mehr viele, aber so. Und natürlich ist es klar, wenn die in Unfälle verwickelt sind. Du sitzt ja als Mensch wie auf einer Kanonenkugel. Und natürlich, wenn es dich da runterhaut und du schlägst mit dem Schädel auf die Straße auf. Das ist massiv. Und die Verletzungen, die daraus entstehen und all das, ich verstehe, Ich verstehe die Helmpflicht.

Aber ich verstehe auch den Verlust an eine Freiheitssinnlichkeit, auch... Und dieses Sicherheitsdenken hat halt immer den Preis, ein bisschen von Spaß. Also diese Selbstbestimmung oder wie wir es hier mal vorher im Vorgespräch gesagt haben, wem gehört mein Leben? Weil das ist auch die Frage, warum muss ich das, warum kann der Staat das machen?

Klar ist es vernünftig, aber muss ich nicht eigentlich auch die Freiheit haben, mich selber verletzen zu dürfen? Stichwort Fight Club. Um mich zu fühlen, warum auch immer. Das geht ja bis zum Thema, dass Suizid verboten ist. Das heißt, wenn du dich versuchst umzubringen, es dir aber nicht gelingt, was gelingt den wenigsten, ist nämlich nicht unkomplex, man ist zäh als so eine Händschlein und, wenn du dann aufwachst in der Psychiatrie, dann sagen die erstmal so, sie bleiben erstmal hier, dann darfst du nicht einfach wieder gehen, bis wir sicher sind, sie machen das nicht wieder.

Das heißt, da übernimmt auch schon jemand wieder für dich Patronatspflichten und schreibt dir das wohl. Ich sag mal so, bei suizidalen Sachen, da muss man auch eine Einschränkung machen und Disclaimer sagen, wer davon betroffen ist, soll sich an die Stellen wenden. Das sollte man, glaube ich, immer machen jetzt heutzutage.

Aber da gibt es ja auch, und das weiß man selber, es gibt depressive Personen, die auch wieder weggehen können. Deswegen, glaube ich, will man, dass sich niemand umbringt, nur weil er gerade zum Beispiel, weil alles zusammenkommt. Das kann auch wieder weitergehen. Depression geht auch als heilbar. Das nur eingeschränkt dazu.

Aber jetzt wollte ich gar nicht so viel da reden. Ja, wir erfahren halt immer mehr über dieses Krankheitsbild, Depressionen und plötzlich spielt, guck mal. Noch nicht so lange her, da haben wir gedacht, Das Hirn ist unser zentrales Nervensystem und von dem Hirn geht alles aus und heute wissen wir, oh no no, das ist wahrscheinlich nur so eine Art Interface da oben, wo viele Informationen zusammenkommen.

Der Darm sendet viel mehr Informationssignale ans Hirn als umgekehrt und inzwischen weiß man, dass selbst das Herz so ein eigenes kleines Nervensystem um sich herum hat, nicht ein voll funktionsfähiges Hirn, aber, Allerlei Rezeptoren und dass unheimlich viel an Informationen hin und her geht. Manche betrachten Depression inzwischen schon als eine Stoffwechselkrankheit, weil einfach bestimmte Stoffwechselprozesse gestört sind.

Kommt dieser Serotonin-Haushalt durcheinander und wir fallen in Depressionen. Also deswegen würde man jeden Menschen, der jetzt gerade mit sowas zu tun hat, immer sagen, hey, hey, bleib dran noch ein bisschen und halt noch ein bisschen, durch und erfahr noch mehr. Und krieg professionelle Hilfe. Auf jeden Fall. Aber trotzdem ist natürlich die Entscheidung darüber.

Vielleicht auch im Fall einer Krankheit, die einen Verlauf nimmt, von dem ich jetzt schon weiß, Der ist noch nicht in den Griff zu kriegen. Stichwort Gunther Sachs oder die Kessler-Spillinge haben doch auch diese Karte gezogen. Und wie betrachtet man das? Ich muss sagen, ich betrachte das als neutral.

Ich habe kein Moralurteil über die Leute und denke mir, das werden sie sich gut überlegt haben. Und wem gehört mein Leben? Wem gehört dein Leben? Ja, das ist wirklich die Frage. Und wie viele Einschränkungen gibt es zum Schutz der Allgemeinheit, zur Verfeinigung der Kultur eigentlich noch? Also ich kann es dir auch nicht sagen. Also zum Thema Freitod gibt es ja jetzt noch eine neue Variante.

Neben dem Suizid gibt es ja auch den gesteuerten Freitod. Zum Beispiel in der Schweiz gibt es Sterbehilfeorganisationen. Ich glaube, in Holland gab es das auch, aber da hat sich die Gesetzeslage geändert. In der Schweiz geht das immer noch. Da ist ein langer Prozess. Du musst nachweisen, dass du wirklich nicht mehr leben willst.

Warum? Es muss glaubhaft sein. Du musst das über Jahre immer wieder unterschreiben und bestätigen. Du musst psychologische Urteile finden, dass du nicht depressiv bist und so weiter. Weil die wollen halt auch eine Kurzfristentscheidung ausschließen. Aber beispielsweise jemand mit einer unheilbaren, schmerzvollen Krankheit, wieso würde man von dem verlangen, dass der weiterleben muss?

Wir haben auch als Thema gleich noch Tiere. Ich greife nur mal jetzt zu dem Aspekt vorweg. Letztens sah ich so ein Tier, da ging ein Mann mit zwei Hunden spazieren. Der eine kleine Hund hatte zwei ganz steife Hinterläufe und konnte kaum gehen. Und er kam nicht diesen fünf Zentimeter hohen Absatz hoch.

Und dann musste der ausruhen und konnte nicht auf Klo. Und man dachte, bitte erlöse das Tier. Denn ein Tier würde man einschläfern und würde es nicht quälen bis zu seinem natürlichen Tot. Ein Mensch darf nicht darüber entscheiden. Ja, ist nicht leicht, sich zu verabschieden von jemandem, als mein Vater starb.

Es war hier in Berlin, lag in einer Intensivstation und hatte, es ist egal, was er hatte. Und mir wurde gesagt, wir nähern uns dem Ende. Ich wusste das. Und ich wurde so durch die Blume gefragt, wie denn da meine Haltung zu wäre. Also das ist eine Intensivstation, das ist der große Maschinenpark. Und mit dem kann es ja dann noch ewig weitergehen.

Oder nicht. Und ich habe dann, das ist schon krass, wenn du so eine Frage beantworten musst. Und ich habe dann einfach an meinen Vater gedacht und der immer sehr selbstbestimmt war und auch seinen Tod durchaus, als er dann wusste, dass er diese Krankheit hatte, hat sich auch darüber Gedanken gemacht und wollte auf jeden Fall das Heft in der Hand behalten und sagen, ich entscheide das an einem bestimmten Punkt.

Jetzt ging das aber nicht mehr, weil wenn du einmal in dieser Mühle des Gesundheitswesens bist, zu deinem Besten, wirst du immer weiter am Leben gehalten. Das muss ja auch ein Arzt schwören, diesen Eid. Und ein Arzt kann nicht einfach sagen, wir beenden das hier. Ich helfe Ihnen, aber ich weiß, wie das geht.

Auf der anderen Seite geben sie dir natürlich schon auch zu verstehen, dass es diese Graubereiche gibt. Das nennt sich nicht Sterbehilfe, es ist auch keine Sterbehilfe, aber es ist auch Einsatz von Medikamenten. Der führt logisch dann irgendwann zu gewissen Konsequenzen. Ist man damit fein oder nicht?

Und ich habe dann einfach versucht, so im Kopf meines Vaters zu sein und habe dann gesagt, mein Vater hätte niemals, never ever, diesen Maschinenpark gewollt. Und wenn man jetzt an Haustiere denkt, das ist ja fast noch krasser. Wieso? Naja, weil Haustiere auf eine andere Art, die ordnen sich uns, das ist eine andere Art von Liebesverhältnis, um es mal so zu sagen, als jetzt mit Menschen.

Menschen würden wir immer sagen, hey, du bist du, ich bin ich und du hast deine, Verantwortlichkeiten und du kannst dich entscheiden. Aber ein Hund zum Beispiel, also ich bin mit Hunden groß geworden, wir haben auch jetzt noch zwei, Toni, mein lieber Toni ist jetzt seit einem Jahr am Hundehimmel. Und das war wirklich hochdramatisch Und wir haben es auch nicht gut hingekriegt mit unserem Toni, ihn rechtzeitig so zu erlösen.

Und er ist dann in so einem Hundekrankenhaus gestorben, weil die haben noch versucht, eine Not-OP zu machen. Und das hätte man einfach, ja, aber da war natürlich das Prinzip Hoffnung auch da. Hey, vielleicht ist es ja das, und dann hat er noch mal ein Jahr bei uns oder so. Das war halt das, was wir uns gewünscht haben, aber man hätte als vernünftiger und verantwortungsvoller Mensch sagen müssen, komm Toni, wir nehmen dich in den Arm und erlösen dich und du bist bei uns.

So ist er alleine in so einem blöden Hundekrankenhaus gestorben. Und das haben wir uns lange nicht verziehen. Aber was ist das jetzt mit dem Tier und dem Menschen? Es gibt ja Leute, die trauern um Tiere mehr als um ihre Eltern. Oder so. Das ist ja schon verrückt bei uns. Das ist wirklich alles verrückt.

Wenn man bei Tieren, die man dann gar nicht mehr heilen kann, bei Pferden zum Beispiel, wenn Pferde sich die Beine brechen, dann sagt man ja sogar den Gnadenschuss. Weil man weiß, die kriegt man nicht mehr gepflegt. Ich weiß gar nicht, warum man die nicht ausschienen kann und dann auch wie auf so eine Rollerwaage oder so irgendwie in den Bauch so hängen, wie so eine Art Fargestell, aber es ist wahrscheinlich zu aufwendig.

Aber da sprach man immer davon, dass du das Tier erlöst. Ja, ich weiß nicht, ob ein gebrochener Pferdelauf so zusammenhält, das ist ja doch schon ganz schön viel Gewicht, was da auf die Kaffee beinigt ist. Ja, ich möchte in so einer Art Trage. Das ist wahrscheinlich zu teuer, da sagt der Mensch einfach, weil er einfach mit seiner Ratio sagt, das steht nicht dafür, das ist einfach zu viel Geld.

Ja, aber jetzt sagst du dem Mensch, aber gleichzeitig wäre das Tier in der Natur ja auch quasi elendig an Schmerzen verreckt. Oder bis es nicht mehr getrunken oder gegessen hätte, denn so ein Pferd, was liegt, was nicht aufstehen kann. Wie lange kann das aus? Ja, aber wir haben diese Verbindung nicht zur Natur.

Wir haben das verloren. Wir sind entkoppelt von diesen Dingen. Wir können Tod und Krankheit eben schwer akzeptieren. Und da, wo wir klein beigeben müssen, das versuchen wir möglichst zu vertuschen, zu verdecken, an den Stadtrand auszulagern oder so. Traditionell. Ja, ich will so vielleicht, um deine Frage zu beantworten, wenn sie nicht rhetorisch war, denn vielleicht liegt es daran, dass Tiere einem so unbedingte Liebe geben.

Weil Menschen können einem das Herz brechen, die können einen verlassen, die können gemein sein zu einem. Selbst Menschen, die einen lieben. Gerade die manchmal. Ja, gibt es natürlich. Also natürlich gibt es zwischen, Menschen Liebe und auch Hingabe. Aber die nicht auf eine Art wie Tiere das machen ein Liebesverhältnis zwischen erwachsenen Menschen ist immer auch ein ausgehandeltes Miteinander.

Und ja, Erwartet immer auch etwas. Kann sich auch verändern. Kann sich auch verändern, kann sich shiften. Deswegen gehen ja auch viele Beziehungen auseinander. Aber das macht ein Hund nicht mit dir. Eben, genau. Für ein Hund bist du sein Lebensinhalt, der Inhalt seiner gesamten Aufmerksamkeit. Und diese Unbedingtheit, das ist an keine Bedingungen. Du hast mich zweimal angelogen.

Du hast den Deal verletzt. Oder Pfeffer wächst. Ein Hund ist einfach mit allem einverstanden. Unsere Hunde freuen sich einfach zum Beispiel immer mich zu sehen. Das ist schon mal das machen sie schon mal richtig gut. Da ist er wieder, oh Gott, ich fühle mich so, da bist du, yeah, yeah, yeah. Und dann stehe ich auf und sie denken, ja, ja, ja, wir gehen raus, wir gehen raus. Und dann setze ich mich wieder hin, oh nein, nein, nein, wir gehen nicht raus, super, super. Aber wir finden einfach alles toll.

Und das ist etwas, das haben wir. In dieser Gnade sind wir Menschen nicht mehr. Da sind wir rausgefallen. Das hat die Evolution uns abgeschnitten. Vielleicht ist das unsere Überbetonung der Ratio. Ich weiß es nicht. Mein Vater hat mal seinen Hund überfahren. Also pass auf, mein Vater liebt Hunde. Der hat auch seit ewig Hunde.

Er hatte einmal einen Hund, das muss ich noch reiztieren, weil es eine lustige Anekdote ist. der hatte einmal zwei Schäferhunde im Studium. Und einmal, da gab es irgendwie Theater im Park und da hat einer seiner Hunde ihn gebissen. Der hat sich auf den Hund draufgeworfen und ihn zurückgebissen. Da hat der Hund sich so erschrocken. Er hat sich auf den Brücken gelegt und gejaut und hat ihn nie wieder angegriffen.

Also mein Vater hatte ein sehr spezielles Verhältnis. Sohn hat ihm aber gesagt, ich sag, er hat ihn zurückgebissen. Er hat auf Hundisch gesagt, dass es so nicht geht und wer der Herr ist. Weil der meinte, das war nur eine Rangordnungsthematik. Das hat er auch pragmatisch. Anyway, das ist eine alte Geschichte, aber irgendwann hat er seinen Lieblingshund. Gehst du zum Tierarzt?

Sagen Sie mal, Sie haben doch Ihren Hund gebissen. Der so, die war so. Haare noch zwischen den Haaren. Okay. Nee, aber pass auf. Das war nur die lustige Anekdote, die ich zur Einführung erzählen wollte. Eigentlich, der hat mal seinen Hund überfahren. Den liebte er auch über alles. Und er fuhr rückwärts aus seiner Haare raus und der Hund wollte aber noch mit.

Und lief, und lief aber in das fahrende Auto rein und zwei, wie sagt man schön, two moving objects, bam. Und er ist richtig in den Radkasten und er hatte also tausend Knochen gebrochen, das sah richtig übel aus. Mein Vater war Arzt, der wusste auch, was passiert, was war richtig übel. Die haben ihn hingepflegt, er lag irgendwie sechs Wochen nur da und hat irgendwie so, nur so gelegen und geheilt. Ging dann wieder.

Aber er hat nicht aufgehört, meinen Vater zu lieben. Ja. Natürlich, der Hund müsste jetzt ja eine kognitive Leistung vollbringen, die so aussieht, dass er sagt, das war das Hinterrad des Mercedes, keine Ahnung, sonst was, ich weiß nicht mehr, was für ein Autotyp war. Es gibt auch noch andere Autotypen nicht, dass wir hier diese eine besonders hervorheben wollen. Kein Mercedes.

Also was immer es war, er müsste jetzt denken, okay, dieses Auto kann nicht selber fahren, es wird von jemandem gesteuert, mein Herrchen, er hat es gesteuert, er hat mich angefahren, aber er konnte es ja nicht, also ich weiß nicht, ob er so eine Gedankenkette da hervorringt. Für den Hund ist es einfach in diesem Moment etwas passiert, was er sich nicht erklären kann.

Und er ist auch wahrscheinlich auf den Arm genommen worden und hingebettet worden und jetzt kam ein Arzt und er wird geheilt und das ist für den Hund das, was er sieht. Er sieht das einfach, bringt das nicht zusammen. Er sagt nicht, oh Gott, mein über alles geliebtes Herrchen hat hier einen Aussetzer gehabt und hat mich einfach überfahren. Ja, der auch nicht.

Das hat er halt nicht gedacht, sondern er sieht ihn einfach und denkt sich, da ist er wieder, jetzt wird alles gut. Das ist eben eine tolle, das kann nur Tiere und das bringen Tiere in ein Menschenleben rein, das hätten wir sonst nicht. Deswegen haben wir, glaube ich, so eine Beziehung zu Tier. Und weißt du, was sie auch machen, das ist ja das Schöne, sie wirken ja wie ein Spiegel für die Gefühle.

Denn auf einmal, selbst Menschen, die dann zum Beispiel ihre Frauen betrügen und schlecht behandeln, die ihren Kollegen irgendwie mies sind, die sind zu ihrem Hund aber dann auch lieb. Dann kommt der Hund auf den Schoß und dann ist der so süß und legt sich hin und kreut. Und dann kreut es auch, ja mein Kleiner.

Den Menschen lieben Hunde auch genauso wie Hunde. Ja, und wir spüren, glaube ich, dass uns Haustiere, also ich weiß nicht, wie es bei Fischen ist, aber ich sage mal so bei Säugetieren, die man im Haus hat, Katzen, Hunde, dass die uns auf eine Art... Auf ein anderes Level. Und wir werden, glaube ich, bessere Menschen.

Das spüren wir in dem Moment, wo wir mit so einem Tier interagieren. Und wenn wir mit anderen Menschen interagieren, dann merken wir das ganz oft nicht. Eher im Gegenteil. Stimmt, aber da komme ich irgendwie zu der Gretchenfrage. Wenn der Hund einen so unbedingungslos liebt, bedingungslos liebt, dass wir ihn bedingungslos zurücklieben, Ist das vielleicht der Fehler in unserer menschlichen Kommunikation, also in unserer Liebesfähigkeit, dass man immer diesen Zweifel hat, bedrückt der andere mich auch, der macht doch auch sein Ding, der hatte doch auch jetzt nicht genug Zeit für mich.

Ein Hund fokussiert sich auf diesen einen Mensch, gibt zu viel und dann bist du ja auch, gibst genauso viel zurück. Keine Ahnung, ich bin ja kein Spezialist. Ich würde jetzt mal hier auf den Tisch werfen, das ist angelernt. Also die, wenn ich alle meine Kinder anschaue, die haben schon auch diese Bedingungslosigkeit.

Aber sie lernen natürlich jeden Tag, ah, wenn ich die Mama anlächle, dann lächelt sie zurück und dann werde ich gestreichelt und dann werde ich dies. Also wenn man die große Frage nach Authentizität, unser einziger authentischer Moment im Leben ist wahrscheinlich der Schrei nach unserer Geburt. Ab da fangen wir schon an zu lernen. Oh, wenn ich das mache, kriege ich das.

Oh, wenn ich so bin, dann werden mich alle lieb. Oh, wenn ich so bin, dann denken alle, ich bin garstig. Und so orientieren wir uns halt und dann... Ja, haben wir halt irgendwann unsere Lektionen gelernt. Und das, was wir dann gelernt haben, das hindert uns vermutlich daran, wieder so zu sein wie ein Kind oder wie ein Hund oder auf so einem blanken, ganz natürlichen Level Vertrauen zu haben.

Und dann haben wir natürlich dieses Hirn, dieses Verrückte, dieses kranke Ego, dieses Durchgeknallte. Die beiden tuscheln schon wieder. Bestimmt reden die über mich, bestimmt reden die schlecht über mich. Ja, das ist ja so. Hatten wir doch neulich schon mal gemacht. Gibt ein tolles Beispiel von Edgar Tolle. Heißt der so? Edgar Tolle?

Eckart Tolle. Und der hat erzählt, wenn du siehst zwei Enten, die auf dem Wasser schwimmen, wenn die sich zu nahe kommen, dann gibt es ganz kurz immer so ganz kurz. Und dann schwimmen sie wieder auseinander und dann ist wieder Peace. Und dann ist das vergessen. Wenn die Menschen wären, dann würde die Ente sagen, ha, da ist er wieder.

Ja, das macht er doch mit Absicht. Das macht er doch nicht. Das macht er doch nur, weil er weiß, dass ich mich ganz ärgere und deswegen war der Weg. Und dann sind die noch Tage, Wochen danach würde die Ente immer noch... Ah, guck mal, wieder. Das ist doch bestimmt wieder. So sind wir. Und das ist unsere...

Und Strafe. Wahrscheinlich dafür, dass wir damals im Paradies von dem Abfall abgebissen haben. Hatten wir das nicht gemacht. Heute noch alles in Ordnung. Das ist eine gute Begründung. Aber das stimmt und wahrscheinlich würden die anderen Enten, die würde die eine Ente noch andere Enten davon überzeugen, dass sie recht hat.

Die andere auch. Dann würden die Staaten bilden, zum Beispiel Nordliga und Südliga und dann würden die Kriege gegeneinander führen. Dann würden sie treffen in der Mitte, um einen Kampf auszukämpfen. Ja. Und schon sind wir in der Zivilisationsgeschichte der Menschen. Ja und die ist nicht nur herumreich, also wir haben natürlich tolle Sachen erreicht und so, aber wenn du dich heute in der Gegenwart, wenn ich mir die Welt anschaue, und all die Präsidenten sehe und ihre Entscheidungen und.

Das Sterben, das Leid, die Verachtung, der Hass und auch Religionen machen die Welt wirklich gerade nicht zu einem besseren Ort. Jedenfalls die Großen, das sind gerade keine guten Vorbilder. Und all das mir anschaue, dann denke ich eher an keine Ahnung, an, Dann denke ich nicht an kultivierte Menschen, sondern dann denke ich eher an, keine Ahnung, Neandertaler, die sich mit der Keule auf den Kopf klopfen.

Oder an Sandkass. Wir haben nicht sehr viel. Einerseits haben wir so viel erreicht. Wir sind technologisch so grandios. Wir haben so viele in der Medizin. Was haben wir nicht alles hingekriegt? Und andererseits benehmen wir uns, als hätten wir nicht ein einziges Jahr Evolution hinter uns. Als wären wir immer noch da, Höhlenmenschen.

Und du hast völlig recht, diese Diskrepanz zwischen der starken Entwicklung in der Technologie, in allen Forschungseinheiten, Medizin, was du genannt hast, Biologie, Physik, gleichzeitig scheint der Mensch sich ja so wenig entwickelt zu haben, zumindest nicht so in dem letzten Jahrhundert. Ich glaube bis dahin schon, so bis zur Aufklärung glaube ich, da gab es schon nochmal nennenswerte geisteswissenschaftliche und geistige, so auch breitenwirksame, auch noch nach der industriellen Revolution.

Aber jetzt so in diesem Zeitalter gibt es ja auch diesen Backslash, auf einmal sind wir wieder so zurückgeworfen in so ein imperiales Zeitalter. Und das ist ja vielleicht sogar noch die schlimmste Gefahr mit dieser neuen technologischen Macht und auch noch mit diesen neuen Überwachungsmechanismen des digitalen Zeitalters.

Also, aber ich glaube, jetzt kommen wir, freuen wir uns jetzt aufs Stöckchen und jetzt mit der Politik, grinst nicht schon an. Das hat nicht nur mit Politik zu tun. Manchmal denke ich so, die Systeme, also wenn man sagt, ja, das ist ein systemischer Fehler oder das ist systemisch. Ich glaube nicht, dass das, Egal welches System, welches politische System du dir hernimmst in der Geschichte der Menschheit.

Ich glaube, nicht die Systeme waren das Problem. Wenn ich darüber nachdenke, dann komme ich eigentlich immer mehr drauf. Das Problem sind wir, nicht die Systeme, die wir uns erschaffen haben. Das sind ja alles Sachen, die wir uns erschaffen haben. Alles, was uns heute quält, piesackt. Das haben wir uns alles selbst ausgedacht es hat niemand über uns ausgeschüttet das ist aus uns gekommen, wir wollen das so und, deswegen denke ich am Ende das Problem wahrscheinlich wir, wir kriegen es einfach nicht hin, es muss immer einer recht haben, einer muss immer besser sein als der andere, und wer ist besser als der andere? Na der, der den anderen, das schafft den anderen zu unterdrücken. Also da hat es wieder was mit Kraft zu tun.

Körperkraft ist so ein bisschen begrenzt, also verlängern wir unsere Körperkraft und bauen uns Waffen, der die besten Waffen hat, der kann die anderen in einen Schwitzkasten nehmen und da müssen die sich unterwerfen. Und dann erfinden wir eine Geschichte dazu, eine Story schon immer war es so, dass die Gerwanen oder die Tralala oder Putin mit so einem Russland.

Saga Zeug wir brauchen dann so eine Story, wenn wir mehr sind als 300, 400 Leute, dann muss man uns eine Story geben, die sagt, du bist gut dein Gott ist der richtige, wie viele Götter haben wir? Ein paar tausend und jeder Gläubige würde sagen nehmen wir mal an, es wären 5000, dann würde der sagen, 4999 sind absoluter Kikifucks, Popans, aber der eine, der eine, meiner, der ist richtig. Das würde jeder sagen. Ja.

Glaubst du, bist du ein religiöser Mensch? Nee, aber ich bin so semi-religiös erzogen worden. Ich bin noch bis ich 14 war, bis ich Religionsmünich bin ich jeden Sonntag in die katholische Kirche gegangen. Aber dann haben wir eine Eltern auch nicht gebeichtet. Nein, oder nur im Podcast machst du das? Nur im Podcast.

Du kannst mir am Ende die Beichte abnehmen. Ja gut, gut. Dann notiere ich mal. Nee, so alt bin ich noch nicht. Also bei uns wurde nicht mehr gebeichtet. Also ich weiß nicht, das war jetzt nicht mehr so streng. Es war auch so, als ich dann aufhörte, da hinzugehen und das nicht mehr wollte, war das für alle auch okay. Ich sagte, nee, 13 oder 14, also säkulare.

Ja, wir hatten einen sehr weltlichen Priester und meine Mutter schätzte das auch sehr. Der liest nicht aus der Bibel vor und fünftes Buch Moses, drittes Buch Jesaja, sondern der erzählte über das Leben und die Politik und was gerade die Menschen so bewegt in einem prosaischen Vortrag über das Leben und dann natürlich gab es die Kommunion.

Also bist du katholisch? Nee, ich bin noch nicht mal getauft. Ah ja, okay. Also es ist diese, wo man diese Hostien, dieses Stück Oplate bekommt. Die habe ich mir abgeholt natürlich. Ich bin viel in Kirchen gewesen, aber wie eine Hochstapel halt. Wenn es da vorne die Hostie gab an den Wein, dann habe ich mich mit angestellt, habe mich da hingekniet und habe das empfangen. Hat das das immer gut?

Ja, selbstverständlich. Was, hat dich nicht erleuchtet? Wie bitte? Das hat dich nicht erleuchtet. Diese Hostien, aber vielleicht lag das auch an den Hostien in der DDR, dass die irgendwie nicht so saftig waren oder so. Bei mir klebt die auch immer im Gaumen. Ich glaube, fast erstickt dann so ein anderes Ding.

Auch voll. Warum macht man denn da nicht was Schönes? Einen schönen Keks? Sowas. Wie hier auf dem Tisch. Da kann man leider jetzt nichts ins Mikrofon zeigen. Das sind braune Cookies. Aber das hatte ich auch. Das Problem ist, man muss den auf die Zunge erst liegen lassen und erst so einspeichern. Wenn man den, wie ich auch als Kind, immer von den Gaumen gedrückt hat, er klebt, ja, und in diesen kleinen Rillen im Gaumen.

Ja, das klebt, ja, also das ist also im Osten und im Westen gleich gewesen. Ja, ja. Vielleicht kamen die aus derselben Bäckerei. Kennst du nicht noch Esspapier als Kind? Ja, so war das bisher. Aber das Esspapier war immer saftiger, das klebte mir nie im Gaumen. Aber dann kriegte man ja noch einen Schluck Wein. Das war auch wirklich ein Weiblicher Wein. Wie nicht jetzt Kinder, aber ihr Ungläubigen, die Pharisäer, die bekamen immer den Wein.

Guck mal, das ist der Ende. So tut als ob, gib dem mal Wein, der kommt dann in den Club. Also ich glaube, das war Wein. Ja, ja, wir nicht. Aber ich habe, wie gesagt, mit 13 aufgehört. Da gab es bis 13 keinen Wein bei uns. Hast du das? Ich bilde mir ein. In dem Alter, wo du aufgehört hast, habe ich angefangen, bin ich erst hingegangen, und dann dachte ich so, das muss man einfach alles mal probieren, man muss das alles mal gemacht haben und dann ist es ja auch so, ich war ja auch in Jesus Grabkirche in Jerusalem.

Mit Michael Zock aus dem Herzmediziner und wir sind da hingefahren, weil wir rauskriegen wollten, ob es möglich ist, dass Jesus die Kreuzigung doch überlebt hat. Da gibt es einige Dinge, die sprechen dafür und, das wäre natürlich ein Riesenproblem für die Kirche, wenn das sich rausstellen würde, dass der gar nicht gestorben am Kreuz, gestorben und auferstanden am dritten Tag, wenn das nicht so wäre, dann würde quasi, das ganze Religionsgebilde zusammenfallen.

Ich sehe den Schalk in deinem Gesicht. Nein, nein, nicht, dass ich mir das rausstelle. Das sage ich dir zu, weil man das Mikro ja nicht sieht und ich merke nämlich, du hast dich in die Kirche damals reingezeckt, Du bist als Spion dahin gegangen. Ich wollte gerade was ganz anderes sagen, sondern etwas Metaphysischeres.

Mir ist das, ich habe das unglaublich stark verstanden. Das hat mich nicht kalt gelassen, muss man sozusagen. Ich weiß aber nicht, ob man das biochemisch oder biophysikalisch erklären kann. Dieser Ort, diese Grabkirche, mal unabhängig davon, dass es vollkommen unwahrscheinlich ist, da kann der Galgenberg nicht gestanden haben. Das haut alles nicht so richtig hin.

Aber es reicht offenbar, dass Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die kommen dorthin und sind so voller Wünsche und voller Hoffnung und voller Hingabe und voller. Ich weiß gar nicht, wie man das nennt. das ist so aufgeladen diese und ich glaube, dass diese Energie macht das aus du gehst da rein und du merkst sofort, das ist nicht einfach irgendeine Kirche irgendwo, und das kriegst du schon richtig ab also ich merke es, wenn ich es jetzt erzähle auch gerade wieder so das musst du erstmal bewältigen da ist sehr viel Energie an diesem Ort und ja, Wenn es sowas gibt wie die Vorstellung, dass dieser Glaube Berge versetzen kann, dann würde ich sagen, kriegst du dort an diesem Ort in Jerusalem davon ein Gefühl.

Also das finde ich super interessant, dass du das sagst. Weil mir, also erstmal kriege ich schon Gänsehaut, wie du es erzählst, aber vielleicht haben wir die Energie auch gerade herbeigerufen. Aber mir ging das im Vatikan so, im Petersdom. Ah, in Rom. Warst du beim Papst? Nein, nicht beim Papst selber. Ich war nur in diesem Gebäude. Und.

Ich habe dort auch eine unglaubliche Ergriffenheit gefühlt. Nicht, dass ich mich klein gefühlt habe, ich habe mich im Gegenteil fast eher mit etwas Höherem verbunden gefühlt. Und ich habe dann noch darüber nachgedacht, habe das versucht zu rationalisieren. Das passiert mir manchmal, dass ich Dinge so versuche, wegrationalisieren.

Heute würde ich sagen, nein, das kann nicht nur das Bauwerk sein. Das Bauwerk ist monumental. Eine riesige, große Kirche. Aber ich habe dann auch gedacht, ist es vielleicht diese Tatsache, dass das Bauwerk so beeindruckend ist? So wie man in New York auch von den Wolkenkratzer in Zeit denkt. Sagt, naja, in Frankfurt sagen sie meinen Händen, aber das ist ein Wolkenkratzer.

Und diese Schlucht, das ist schon was anderes. Das ist auch beeindruckend auf eine Art. Also Monumente bau, eindrucken einen schon. Auch große Berge, das kennt man ja auch. Aber nee, da war eine Energie. Und ich bin da durch und war richtig so, oh mein Gott. Und ich denke, das Ähnliches hast du vielleicht auch erlebt.

Ich weiß nicht, ob man dafür sensibel sein muss, aber ich denke, es geht vielen so. Oh ja, und ich würde jetzt gar nicht so weit gehen, also das macht jetzt aus mir keinen Christen. Das hat damit nichts zu tun, aber es ist eine Wahrnehmung, die, wenn man sich für sowas öffnet. Die ist nicht eingebildet oder so, das ist wirklich da. Und nun fang damit was, an, was du willst, also konvertiere oder tritt ein in die Kirche oder tritt aus, das ist nicht wichtig, aber die, Das Sensorium, was wir alle besitzen als Menschen, hoffentlich noch gut intakt.

Geht der Zeiger auf jeden Fall nach oben. Und jetzt ist mein Take, was die Religionen angeht, eigentlich ein positiver, obwohl ich gar kein religiöser Mensch bin. Weil natürlich in nahezu allen Religionen, also zumindest denen, die ich kenne, geht es weniger um das, was danach kommt oder so, es gibt uns so ein Geländer oder so ein System an die Hand, vielleicht ein Kompass wie gehe ich durch mein Leben und viele moralische Fragen werden dort geklärt, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht töten wenn man jetzt mal das Christentum nimmt und, Und dass das immer bedeutungsloser wird, muss ich sagen, tut mir als Nichtchristen, fast leid, tut mir fast ein bisschen leid, dass.

Dieses Gedankengeländer oder dieses Verhaltensgeländer, was man da angeboten bekommt, dass das so bedeutungslos wird. Weil diese weltliche, gottlose oder wertelose Existenz keine Antwort ist darauf, auf diesen Verlust. Und dann sehe ich aber natürlich auch, dass im Namen der Religion, auch des Christentums, das ist schon ein bisschen her, aber heute ist das eher verbunden mit Islam, aber schon auch zu ganz schönen, Also zu Gewalt und Blutvergießen und Unterdrückung herhalten muss.

Und da verstehe ich es wieder gar nicht. Also genau, ich glaube, das ist ja klar, sozusagen die Unterdrückung, die viele Menschen so kasteit hat, die Hexenverbrennung, dass Frauen unterdrückt wurden. Missbrauch in der Kirche, der nicht aufgeklärt wird oder wurde, zu lange gedeckt. Ich glaube, die Liste ist gar nicht so alt. Wir müssen jetzt Mittelleiter zurück zu den Kreuzfahrern.

Wobei du zu Recht sagst, die waren natürlich auch eine Gegenbewegung gegen den verrückten Islam. Aber das ist, glaube ich, nochmal ein anderes Thema. Wir haben gestern noch über die Schlacht von Lepanto gesprochen. Aber das ist ein anderes Thema heute. Aber ich denke, gerade die Missbrauchsfälle, das ist gar nicht so alt.

Und furchtbar, wie wenig das ist. Deswegen kann ich auch verstehen, dass die Kirche so einen schlechten Läumund hat. Aber das ist ja wieder das. Auch das wieder. Entschuldige, nur wenn ich reinkriege. Auch das hat nichts mit der Religion an sich zu tun. Das hat auch nichts mit der Kirche zu tun. Das hat mit uns Menschen zu tun.

Das Systemkirche oder Systemreligion, wenn man dieses Narrativ. Diese große Erzählung nennen will, an der liegt es nicht. Es liegt wieder an der Art, wie wir es umsetzen. Ich wollte es nur auch einfach gesagt haben, weil ich glaube, das würde viele Leute vor den Kopf stoßen. Aber du hast recht, der Kern der ja eigentlich Liebe bedeutet der Rücksicht bedeutet, der Verantwortung, handele niemanden so wie du nicht selber behandelt werden willst das ist eigentlich das einfachste Handlungsmaxim und da hätten wir uns alle mal daran gehalten glaube ich wäre die Welt ein besserer Ort das stimmt natürlich, das fehlt uns ich bin dann wahrscheinlich zu spät geboren um, Ja, beinahe ist jetzt der neue Papst, hast du es gelesen, der versucht ja jetzt so modern zu sein.

Der hat ein Pamphlet gemacht, dass er gesagt hat, diese KI macht doch alle verrückt. Die Leute haben Angst vor Arbeitsplatzverlust, vor Bedeutungsverlust letztendlich auch. Irgendwie haben wir was geschaffen, was schlauer ist als wir selber. Wow, fuck. Und dabei haben wir uns als die Krone der Schöpfung betrachtet und immer gedacht, unser Gehirn, das zeichnet uns aus, das macht uns besser als den Affen und die anderen Tiere, wo wir gerade dabei waren.

Stimmt vielleicht gar nicht. Jetzt haben wir was geschaffen, was uns selber, auf einmal sind wir gar nicht mehr die Spitze der Schöpfung. Wow, was macht das mit deinem Selbstwertgefühl. Und da hat der Papst schlau erkannt, das ist ja der Amerikaner, der jetzt Papst ist, hat jetzt erkannt, dass er sagt, die Kirche.

Möchte euch jetzt zur Seite stehen und euch guiden, dass die KI menschlich bleibt und ethisch bleibt und sich nicht gegen den Menschen selber ringt. Das fand ich gar nicht doof. Und er hat, glaube ich, aus Herr der Ringe daraus zitiert sogar. Also das ist interessant. Ich rede viel mit unserer großen Tochter, die studiert das gerade. Die studiert Theologie. Nein.

Angewandte KI und Machine Learning. Schönes Missverständnis. Und die schreibt gerade an einem Text, wo sie sagt, sie richtet sich gegen die Angst vor KI. Sie sagt, die KI ist nicht das Problem, wir sind das Problem. Und nicht, wie schützen wir Menschen vor der KI, sondern wie schützen wir die KI vor uns Menschen? Das ist ihr Ansatz.

Für eine 23-Jährige nicht schlecht. Und da hat sie, finde ich, den Finger so ziemlich, Ziemlich auf die richtige Stelle gelegt, weil. Auch in diesem ewigen Wettrennen, was wir jetzt zum Beispiel, geht es ja darum, also wer gewinnt den KI-Krieg? Wahnsinn. Ist auch so eine Art Krieg. Natürlich. Man könnte auch sagen Wettbewerb, aber hat immer auch militärische Implikationen und wer herrscht, über wen.

Und die, die jetzt die größten Serverparks haben und die größten Energieressourcen, locker machen können, die werden am Ende wahrscheinlich die Nase diesen zwei, Millimeter vorne haben. Wo ist das China? Sind das die USA? Und damit einher geht natürlich auch diese Erosion an dem, was wir bisher als gute alte Demokratie kannten.

Aber man eben sagt, wenn du eben Länder hast wie China, wo einfach bestimmte Sachen durchregiert werden können von oben nach unten, einfach wie so ein scharfes Schwert einmal durch die Gesellschaft, so wird es gemacht. Das geht nicht in unseren liberalen Demokratien. Und jetzt ist eben diese liberale Demokratie als Schwäche erkannt worden. So erkläre ich mir das.

Von, sag ich mal so, Administrationen, weder von Trump und seinen Beratern. Die haben gesagt, pass auf, wir kommen ins Hintertreffen, wenn wir jedes Mal diese demokratischen Prozesse einhandeln. Und deswegen tanzen die uns da gerade vor, wie es eben auch so ein bisschen... Herrschaftlicher, Herrscherhafter auch sein kann, wenn der Wind ein bisschen kühler weht und wir nicht mehr jeden fragen müssen und jede Minderheit und jede kleine Gruppe gefragt wird, was haltet ihr denn davon?

Ja, wenn wir autokratisch einfach entscheiden. Ja, damit werden eben so Vorteile, verbunden, zumindest prognostisch, dass man sagt, wir kommen sonst zu sehr ins Hintertreffen, wenn wir hier nochmal jeden fragen nach seiner Meinung. Ja, es ist wirklich schrecklich. Vor allen Dingen, wie du schon sagst, noch hat die USA vielleicht die Nase vorn.

Aber wer weiß, ob nicht in China demnächst mal die nächste Erfindung in China gemacht wird und die dann auf einmal zu uns allen sagen, jetzt zahlt jeder von euch mal Weltbürger, die ihr seid, 9 Milliarden, jeder jeden Monat 2,50 Dollar, nach China, sonst stalten wir euch mal den Strom ab. Denn wir haben das eine Ding gefunden, womit wir euch alle von oben abschalten können.

Du, es ist ja nicht ausgeschlossen. Noch gehen wir davon aus, diese Arroganz, dass wir Westler denken, wir haben die technologischen Forschung. Das kann doch schnell mal in die Norden China passieren. 2,50 Dollar, was hast du gesagt? Das ist weniger als der Rundfunkbeitrag. Das ist die Gebühr. Nicht schlecht, mein Säge nicht. An dem Astag, den man selber sitzt.

Achso, du meinst, wir müssen dann... Aber Geld ist ja auch so. Ich weiß gar nicht, ob sich Geld... Ob das sich weiter noch so halten kann als irgendwie Wert, der etwas so ausdrückt. Wieso, das verstehe ich nicht. Du meinst, ich finde gerade Bargeld wieder so wichtig, weil ja alle versuchen, Bargeld abzuschaffen. Aber schau mal, wir haben doch, also ich habe mir das mal angeguckt, wir haben die ganze Welt, das geht ja weit in die Trillionen rein, was wir an Schulden insgesamt haben.

Und übrigens, die Staatsverschuldung ist gar nicht das Höchste. Wir als Privatschuldner machen immer noch den größten Anteil aus. Ich habe die Zahl, das sei ja nicht parat. Ich wusste nicht, dass wir darauf kommen. Das wollte ich mir merken, weil das ist irre, irre viel Geld. Und wer schuldet das Geld wem?

Und die Wahrheit ist, alle schulden das Geld allen. Niemand zahlt es zurück, aber es gibt immer neue Kredite. Die sind Schuldner bei dem, aber umgekehrt genauso. Und wem gehört die Welt? Keine Ahnung, BlackRock und wie heißen die anderen da? Aber die gehören sich gegenseitig auch. Wem gehört denn nun was? Und wer schuldet wem was? und wer zahlt wann wem was zurück. Das ist ein.

Also wenn ich jetzt so ein Astronaut wäre und ich würde da gerade den Mond umkreisen von hinten und mit diesem Blick auf die Erde rammen, würde ich denken, ihr habt sie doch nicht alle. Was habt ihr euch denn da zurecht gelegt? Was ist das denn für ein Blödsinn? Das ist ja auch so eine Sache von der Perspektive bei der letzten Mondfahrt und die hieß doch lustigerweise Artemis.

Wie dieses Großbordell in Berlin. Könne ich nicht. Ja, so heißt es. Jedenfalls. Da war das hat doch der Astronaut auch als erstes das gesagt, was alle dort empfinden, nämlich ich schaue aus einem riesigen Nichts, das Weltall ist ein Nichts, stimmt ja auch nicht, aber soweit man es da sehen kann, auf diesen blauen Planeten und der ist Leben.

Nur da ist dieses Wasser und diese Schutzatmosphäre, nur da können wir gedeihen. Und wir sind so dumm und bekriegen uns für diese kleine, das ist mein Stück Land, ich gebe dir nichts ab von meinem Essen. Ja, ja. Ja, und wahrscheinlich werden wir es, oder wir sind absolut in der Lage, dann auch noch mithilfe von KI, wenn die keine Muttergefühle für uns entwickelt.

Also das weiß man ja nicht, ob das noch passiert. Solange sie das hat, Muttergefühle für uns, sind wir, glaube ich, safe. Aber wenn die sagt, weißt du was, ich bin eher Stiefmutter, glaube ich. Ich glaube, ich kann euch gar nicht leiden. Also wie intelligent zum Kuckuck muss eine künstliche Intelligenz sein, um rauszukriegen, das größte Problem, wir sind hier, oder?

Und dann sind wir ja schnell bei Terminator, wa? Also diese schöne Kasteine hier vor deinem Fenster, die braucht uns nicht. Ja, und es gab doch jetzt zum Beispiel dieses erste KI-Modell von Anthropic, ich glaube es hieß Mistral oder so ähnlich, das ist zu gefährlich, als dass man es den Menschen geben kann.

Hast du das gelesen? Ja, das habe ich gelesen. Die geben es nur so sieben ausgewählten Regierungen und auch nur so unter Vorbehalt. Ja, aber da kriege ich noch mehr an. Ja, das ist sieben ausgewählte Regierungen. Also wenn ich will, welche sollen das sein? Oh, Pop-Up-Fenster von der CIA. Ah ja, ich zahle gleich, Moment.

Nee, aber trotzdem, überleg mal. Das ist die erste KI, die zu gefährlich ist, dass sie nicht jeder haben darf, weil die in alten Softwaren, und das kann auch dein Haustelefon sein, das muss nicht unbedingt ein Computer sein, Betriebssoftware von allem Möglichen, die ganz Schadstellen findet. Und da denke ich ja, das ist genau der Trick, wie sie uns dann später mal, keine Ahnung.

Die Kraftwerke abschalten oder das Internet abschalten. Palantir ist ja auch so etwas, was man nicht kaufen kann. Ich habe neulich mal geguckt, Palantir kaufen kann ich nicht. Aktien? Nee, Aktien schon, aber nicht die Software. Ach, nee, nee, nee, das ist viel zu gefährlich. Die können Staaten kaufen und Geheimdienste. Und staatliche Akteure, genau. Polizei, genau. Und Palantir hat ja auch im...

Es könnte doch so ein Palantir-Light geben, wo du und ich, mit so einem Monatsabo, hätten wir einfach mal uns gegenseitig überwachen können. Du meinst, wenn wir jetzt wieder bei dem Beispiel von den Enten sind, der eine Ente, die andere so war wieder hinten am Teich und hat gebumst. Ich mach die fertig, ich weiß was über die. Ich erpresse die.

Ich hab alles fotografiert. Wahnsinn. Ich mach jetzt das Update von der Software, da kann ich der Ente auch Stromstöße geben. Ja. Wow. Tja, haben wir uns irgendwie Wir haben uns in eine komische Richtung entwickelt. Ja, ja. Und trotzdem setzen wir uns auch hin und sind ergriffen vom Streichquartett oder, flippen völlig aus, wenn Metallica auf der Bühne steht oder.

Schreiben ein kleines Gedicht an jemanden, den wir mögen. Genau. Und wir spenden Blut für wildfremde Leute. Das ist ja auch nett von uns, muss man ja sagen. Übrigens, Harari hat ja so viel darüber gesprochen, dass man Menschen ja alles erzählen kann, wenn nur die Geschichte stimmt. Das ist am Anfang auch schon gesagt.

Und das gilt genauso, aber auch im Positiven. Nämlich wie du sagst, zum Beispiel, dass man sich als eine Einheit fühlt mit zum Beispiel den Bürgern seiner Stadt oder des Staates oder so. Nicht, dass das jetzt gut wäre, so Nationalismus oder Nationalstaaten. Das hat auch seine Grenzen, wenn man es als anders empfindet.

Das ist auch nochmal ein anderes Thema für sich. Aber gleichzeitig trotzdem so wildfremden Menschen zu vertrauen. Und mit denen zum Beispiel einen Staat zu gründen oder Steuern zu bezahlen, damit wildfremde Menschen, die wir alle noch nie gesehen haben, auch zum Beispiel bezahlt werden oder Krankenversicherungen haben.

Das ist auch diese Meta-Erzählung im Positiven. Also du hast schon recht. Und die beruht ja auf der Idee, dass ich zahle die Steuern, aber nur wenn der und der und der das auch macht. Und deswegen funktioniert die Idee natürlich in dem Moment nicht mehr sehr gut, wenn man rauskriegt, der muss ja nur die Hälfte zahlen, was ist denn da los?

Oder gar keine, ach der ist Beamter, achso. Auch eine interessante Idee. Das ist ein interessanter Aspekt. Im Moment gibt es ja die Idee, dass auch Beamte jetzt eine Sozialversicherung oder eine Krankenversicherung oder so. Ja, die zahlen nichts davon. Das zahlen sie nicht, aber es ist die Idee, das jetzt auch zu machen.

Der Punkt ist aber so wichtig, dass ich nochmal drauf muss, du hast völlig recht, dass man sich gleich behandelt und gerecht behandelt, gefühlt ist eines der wichtigsten Punkte. Ich meine, das Land war kaputt gebombt und alle fanden natürlich scheiße, da Steine kloppt und die anderen im Krieg, aber trotzdem haben sie alle zusammen sich gleich gefühlt und dann das Land wieder aufgebaut.

Das würde ja heute keiner mehr machen, das ist ja viel zu viel Arbeit. Aber es geht ja um dieses Gefühl, gleich behandelt zu werden, Gerechtigkeit. Bei einfachen Säugetieren, bei Primaten gibt es das auch schon. Wenn zum Beispiel ein Affe Hunger hat und der andere hat zwei, wenn der andere hat keine, dann sieht er das, dann gibt er ihm eine ab.

Das nennt sich das Tit-for-Tat-Prinzip. Also das für das. Aber wenn der andere dann mal zwei mit der Hand hat und gibt ihm keine zurück, dann ist es vorbei. Dann merkt der Erste sich das, dass er nur der Geber ist und dass er nichts zurückbekommt. Und selbst Tiere kennen diesen Ausgleich und Empathie.

Und das ist irgendwie ein bisschen verloren gegangen bei uns. Aber du hast recht, es ist auch schön, dass du darauf hinleist. Wir haben auch die guten Anlagen. Wir haben alles, was wir brauchen eigentlich. Aber wir, keine Ahnung, was das ist, was uns treibt. Manche nennen das eben, dieses Ego, das uns dann so reitet. Also diesen...

Damit ist dann gemeint, diese Ecke in uns, die uns sagt, hey, zieh den über den Tisch, der merkt das nicht. Diese Stimme, die dann sagt, hey, der geht ja gar nicht mit, nimm es einfach mit, merkt doch ja gar keiner. Oder diese, weißt du, das ist ja auch in uns. Dann hast du einen Vorteil. Der sieht alter aus.

Und das ist ja auch ein Teil von uns. Ich glaube, dass wir diesen Dilemma nicht entrinnen können und dass wir das irgendwie integrieren müssen. Dass wir irgendwie auch heute auch diese polarisierte Gesellschaft, das ist letztlich auch ein Ausdruck davon. Und dass man sich gar nicht mehr zuhört und gefühlt, dass man jedem, dem man begegnet, mit dem man jetzt arbeiten will, erstmal fragen muss, wen wählst du eigentlich und wie bist denn du gesinnt und wie denkst du über Palästina und Israel, und Russland und Ukraine oder so.

Weil sonst, wenn du hier die falsche Antwort gibst, dann kann ich leider gar nicht mit dir. Das ist so Gaga geworden. Und da haben uns auch die ganzen Geisteswissenschaften eben dann am Ende doch, Nicht so viel genützt, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Und was ich mich auch frage, die viele fernöstliche Kulturen kennen ja sozusagen die Kritik am Ego schon lange.

Und sagen ja schon lange, wenn du das Ego nur in den Griff kriegst. Es gibt zum Beispiel auch gerade diesen Bestseller aus Japan, der jetzt auch bei uns ein Bestseller ist. Der heißt, man muss nicht auf alles reagieren. Und das habe ich mir angeguckt, das ist ganz interessant, ein bisschen redundant geschrieben.

Aber da geht es vor allem darum, das Ego einzugrenzen. Also erstmal Dinge, die passieren, wertungsfrei zu nehmen, sie nicht gleich zu beurteilen, Menschen nicht gleich zu beurteilen, Situationen nicht gleich zu beurteilen, nicht alles sozusagen immer gleich einzuordnen. Aber schau mal, die ganzen fernöstlichen Kulturen, aus denen es kommt, Japan, China, Indien, die sind ja auch nicht besser aktuell in ihrem Staatsführung.

Im Gegenteil, die haben sich eher unseren Prinzipien angeschlossen, oder? Vielleicht fehlt da wieder ein bisschen Ego. Naja, sie sind halt eben auch Menschen. Das ist eben auch Homo sapiens. Und. Dass wir so die Krone der Schöpfung sein sollen, also wenn es denn eine Schöpfung gab, wage ich zu bezweifeln.

Also es gibt eine ganze Reihe aus dem Tierreich, eine ganze Reihe von Arten und Exemplaren, die uns in Spezialgebieten weit überlegen sind. Aber vielleicht ist ein großer Vorteil, dass wir eben unsere Erfahrungen weitergeben können. Ich weiß nicht, warum wir es so weit gebracht haben. Auch heute, dass der neue, auch dieser Geschlechterkampf wieder oder dieses kulturelle Geschlechterding zwischen Mann und Frau, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es nicht über Tausende von Jahren in unserer Evolution eine ganz gute Art gegeben haben muss des Zusammenlebens.

Zwischen Weibchen und Männchen... Die Sinn gemacht hat und für beide auch gut war, denn nur im Zank und Streit und Krieg hätten wir es doch nicht so weit gebracht, wären wir doch nicht dahin gekommen, wo wir jetzt gelandet sind. Aber vielleicht ist es irgendwann noch was schiefgegangen, glaube ich. Irgendwas ist schiefgegangen, ja.

Aber ich glaube nicht, dass wir, und deswegen glaube ich auch, dass wir ganz tief in unserem Inneren diese Zuversicht immer noch haben. Denn noch immer, ich sehe heute auch wieder, war so ein schöner Tag in Berlin, so viele Paare durch die Gegend laufen, die sich einfach verliebt angucken. Und sich gar nicht beeindrucken lassen in ihrer Verliebtheit von toxischen Ideen und sowas.

Und so haben wir das drin, dieses Urvertrauen. einfach, das ist schon cooles. Zu lieben und auch vielleicht auch sich so fortzupflanzen. Das machen wir leider nicht genug. Deswegen werden wir irgendwann aussterben, aber hey. Und keine Rente mehr haben. Aber das kleinere Problem wäre aussterben. Hast du das mal ausgeregt?

Deutschland ist die Reproduktionsrate, glaube ich, 1,3. Wahnsinn. Und zwei brauchten wir mindestens, damit wir überhaupt nur bleiben. Von der Anzahl her. Eigentlich bräuchten wir mehr als zwei, um wieder zu wachsen, aber wenn du diesen Faktor eben ansetzt und dann noch einrechnest, die 0,4 Prozent, die gar keine Kinder kriegen, also dann.

Sind wir glaube ich in 40 Jahren oder so, dann 50 Jahren schon nur noch halb so viele. Und dann geht es rapide bergab. Aber das ist ein Phänomen, was man in allen Industriegesellschaften sieht. Ich habe letztens einen Bericht über Südkorea gesehen, da liefen erwachsene Frauen mit so einem Kinderwagen über dem Spielplatz, da hatten die eine Puppe drin.

Also so eine Puppe. Scheinkind. Ja, ein Scheinkind, aber einfach weil das echte Kind, das geht gar nicht mit der Arbeit zu verbinden und den Mann zu finden, das ist auch so schwer. Die simulieren dann eine Elternschaft. Ja, aber die blieben halt allein und die reduzieren auch, also da wird es, die schrumpfen auch in der Gesellschaft massiv.

Aber das sieht man ja eigentlich in allen Industrienationen. Also sobald Wohlstand eigentlich einkehrt und Industrialisierung einkehrt, dann gehen die Geburtenraten zurück. Das ist eigentlich überall zu beobachten. Ja, warum wohl? Weil der Wohlstand vielleicht oder das, was man dafür tun muss, damit der Wohlstand kommt und erhalten bleibt, vielleicht so ein total Kontraprogramm ist zu unserer Natur.

So ist es ja auch eigentlich, so empfinden wir es. Man sagt ja auch immer, das eine ist Natur, das andere ist Kultur, oder? Es wird immer auch so als Gegensatzpaar begriffen. Und je feiner kulturell verfeinert, je mehr Arbeit man hat, desto mehr industrialisiert man ist, desto mehr man ist, wie hast du es eben so schön gesagt, ist man auch von sich selber entfernt? Wann hast du deine Worte? Ja, also denaturiert.

Reine Kultur, denaturiert. Aber das endet ja dann auch irgendwann in so einer Hochkultur, enden ja dann gerne auch mal in so dekadenten Selbstauflösungs- die gehen dann unter. Vielleicht wir ja auch. Ein bisschen fühlt es sich so an, als ob wir uns schon so an den Rändern diffundieren wir auf jeden Fall.

Aber wie gut, dass wir uns heute noch getroffen haben. Sehr gut, dass wir uns heute getroffen haben. Wir sind Jan-Josef Liefers und Alex Peucher und wir machen nächste Woche weiter mit einer neuen Episode und dann gucken wir mal nach der Krone der Schöpfung, nach den diffundierenden Rändern. Nach den Kronejubiellen der Schöpfung.

Vielen Dank, Jan, dass du da warst. Ciao, Alex.

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