LIFESTYLE by BUSINESS· Folge 23

Mentale Stärke, Emotionen und Gewohnheiten. Paddy Kälin

Freitag, 16. Oktober 2026 · 1 h 30

MP3

Shownotes

Folge 23 von LIFESTYLE by BUSINESS. Wie du mentale Stärke trainierst, Nervosität nutzt und neue Gewohnheiten aufbaust. Mentalcoach und SRF-Sportmoderator Paddy Kälin erklärt, warum Disziplin allein nicht reicht und wie du deine Emotionen im Alltag besser steuerst.
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🎙️ Gast: Paddy Kälin, SRF-Sportmoderator und Mentalcoach – Nervosität, Disziplin und Identität.
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Paddy Kälin ist seit 26 Jahren beim SRF und vielen als Sportmoderator bekannt. Er ist studierter Sportwissenschaftler an der ETH, war Sportlehrer und Schulleiter einer Sportschule. Heute arbeitet er neben dem Fernsehen als Mentalcoach.
Zwei Welten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, haben für ihn denselben Kern. In beiden stellt er Fragen und hört zu. Zum Mentaltraining kam er aus purer Neugier, weil der «Teil zwischen den Ohren» im Sportstudium nur gestreift wurde. Aus einer Weiterbildung für sich selbst wurde mit der Zeit sein Coaching.
Wir sprechen darüber, was mentale Stärke wirklich bedeutet. Für Paddy heisst das, sein Potenzial dann abrufen zu können, wenn es zählt. Er erklärt, warum du Nervosität nicht bekämpfen musst und wie du sie stattdessen akzeptierst, ja sogar umarmst. Du erfährst, was «abregulieren statt verdrängen» heisst und warum ein längeres Ausatmen schon Wirkung zeigt. Mentales Training funktioniert wie Krafttraining. Niemand startet mit 200 Kilo in der Kniebeuge, du fängst klein an und bleibst dran.
Gleichzeitig geht es um Emotionen und darum, warum alle ihre Funktion haben, auch die unangenehmen. Paddy unterscheidet zwischen Emotion und Gefühl und vergleicht Emotionen mit einem Werkzeugkoffer. Ein Satz wie «Ein Bub weint nicht» nimmt einem Kind ein Werkzeug aus der Kiste. Dazu gehört auch, wie du als Elternteil Raum für Gefühle gibst und trotzdem Leitplanken setzt, und wie du im Ärger mit einem Perspektivenwechsel Druck rausnimmst.
Wir sprechen auch über Gewohnheiten. Paddy empfiehlt die vier Gesetze aus «Atomic Habits» von James Clear. Eine neue Gewohnheit machst du offensichtlich, attraktiv, einfach und befriedigend. Mit Disziplin allein kommst du dabei nicht weit. «Wenn du viel davon brauchst, ist möglicherweise dein Setting noch nicht gut», sagt Paddy. Für den Start hilft die Zwei-Minuten-Regel. Und er zeigt, warum die Frage «Wer will ich sein?» mehr bewirkt als ein reines Ziel.
Im zweiten Teil wird es persönlicher. Paddy beschreibt sich als grossen Fan des Zufalls und erklärt, warum er seine Zukunft nie geplant hat. Als Student bewarb er sich beim SRF, obwohl er keinen journalistischen Hintergrund hatte. Seine eigene Weiterbildung begann am Esstisch, wo das Lehrmittel seiner Frau lag. Er spricht über seine Töchter, über kleine Routinen wie das Klavier im Wohnzimmer und über die Tada-Liste (alles, was gelungen ist).
Ein ehrliches Gespräch über mentale Stärke und Gewohnheiten. Was wäre möglich, wenn du Nervosität nicht mehr bekämpfst, sondern umarmst?
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Chapters
• Einführung: Mentale Stärke, Emotionen und Gewohnheiten
• Vom Sportmoderator zum Mentalcoach: Paddys Weg
• Was ist mentale Stärke wirklich?
• Mentale Stärke trainieren: Tools und Methoden
• Nervosität verstehen und nutzen
• Atemtechnik und Regulation im Moment
• Emotionen bei Kindern: Raum geben statt unterdrücken
• Emotionen im Alltag regulieren
• Gewohnheiten aufbauen: Die vier Gesetze nach James Clear
• Disziplin versus Leichtigkeit
• Identität als Schlüssel zu nachhaltigem Verhalten
• Die vier Grundbedürfnisse des Menschen
• Selbstbewusstsein und Selbstwert entwickeln
• Paddys Lebensphilosophie: Zufall und Offenheit
• Routinen ohne Druck: Bewegung, Musik und Alltag
• Im Hier und Jetzt leben
• Was wirklich zählt: Familie und Lebensqualität
• Erfolg neu definiert: Zufriedenheit und Wertschätzung
• Abschluss: Ratschläge und Lebenslektionen

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Wann ist jemand mental stark? Wenn du in der Lage bist, dein Potential abzurufen, zu diesem Zeitpunkt, wenn es nötig ist. Wenn man sich eine neue Gewohnheit aneignen möchte. Es ist schon gut, wenn du in einer gewissen Weile und einer gewissen Disziplin bist. Wenn du zu viel davon brauchst, dann ist möglicherweise das Setting noch nicht gut.

Nur mit Disziplin. Allein ist es aber schwierig. Wer will ich sein? Und das führt automatisch zu einem gewissen Verhalten. Wissen Routinen, die du aufrechterhältst. Mir ist einfach wichtig, dass ich jeden Tag etwas mache. Vielleicht ist auch das das Problem, dass viele Leute das Gefühl haben, man müsse so etwas weltbewegend an Routinen installieren.

Ah ja, diese kleinen Sachen. Was haben wir hier vielleicht als Eltern für Werkzeuge, um diese Emotionen besser in den Griff zu bekommen? Eine Emotion ist etwas, das unbewusst entsteht. Ein Gefühl ist etwas, das daraus entsteht, in einem anderen Hirnbereich. Also ein Junge darf die Ruhe nicht zulassen.

dann nimmst du ihn. Bevor wir loslegen, ein grosses Merci an Wunderum, der Coworking-Office und Meeting-Space in Päffikerschweiz. Wunderum ist seit vielen Jahren mein flexibles Büro, der Ort, wo ich Inspiration finde und meine Kunden wertschätzend empfangen kann. Merci für die Unterstützung von diesem Podcast.

Pädi, die meisten kennen dich ja wahrscheinlich aus dem Fernsehen als Sportmoderator. Du bist aber auch, und das wissen vielleicht nicht alle, studierter Sportwissenschaftler an der ETH. Du warst Sportlehrer und auch mal Schulleiter einer Sportschule. Heute arbeitest du neben dem SRF als Mentalkoach, Mentaltrainer.

Und beschäftigst dich in diesem Zusammenhang stark mit Emotionen, mit Gefühlen und mit mentaler Stärke. Bede SRF-Moderator und Mentalcoach. Diese zwei Welten, wie passen die zusammen? Beziehungsweise, wie bist du zum Mentalcoach gekommen? Diese Welten passen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen.

Zumindest ist das, was ich wahrnehme, wenn Leute davon erfahren, dass sie nicht so gut sind. wieso macht er jetzt das noch? Aber auf den zweiten Blick hängen sie eigentlich extrem fest zusammen, weil in beiden Welten geht es letztlich um Menschen, um das Gegenüber. Und in beiden Welten geht es vor allem, zumindest in meinem Verständnis darum, Fragen stellen und zuhören.

Und das ist in beiden der Kern. Mhm. Und ich dazu gekommen bin, ist letztlich wahrscheinlich pure Neugier. Weil ich bin ein recht neugieriger Mensch. Und ich merke, ich brauche immer wieder mal ein bisschen neues Futter. Egal in welchem Bereich. Und ich habe irgendwann gemerkt, wahrscheinlich auch mit meinem Background vom Sportstudium früher noch, dass dieser Teil zwischen den Ohren in diesem Studium nur ein wenig gestreift wurde.

Der ganze sportpsychologische Bereich ist nicht wahnsinnig breit gefahren worden im Studium. Das hat mich aber überhaupt nicht gestört. Überhaupt nicht. Ich war mega fasziniert von Anatomie, Physiologie, Biomechanik etc. Ich bin total aufgegangen in dem. Obwohl ich gewusst habe, ich brauche das wahrscheinlich nie mehr in dieser Tiefe.

Aber es hat mich trotzdem fasziniert. Einfach so ein bisschen Verständnis Mensch. Wie funktioniert Und irgendwann, viel, viel später, habe ich gedacht, aber das da oben ist eigentlich auch mega spannend. Und das ist fast ausgeklammert worden, oder eben nur so ein bisschen gestreift worden. Und darum habe ich nachher aus purer Neugier angefangen, mich dort einlesen und weiterzubilden.

Einfach, weil ich mehr wissen wollte und ein bisschen ein besseres Verständnis entwickeln, wie wir ticken, warum wir uns so und so verhalten und nicht anders. Ja, das ist letztlich, wenn ich es auf ein Wort zusammenfasse, Neugier. Und ich glaube, gerade im Sport hat die Mentalstärke heute eine viel wichtigere Bedeutung bekommen, die ganze Mentalgeschichte, die Vorbereitung.

Aber wenn wir den Begriff mentale Stärke vielleicht zuerst einmal versuchen zu erklären, was bedeutet das für dich genau? Was versteht man darunter? Wann ist jemand mental stark? Ich würde sagen, wenn du in der Lage bist, dein Potenzial abzurufen zu dem Zeitpunkt, wenn es nötig ist, also dann, wenn es dir wichtig ist.

Weil ganz viele Menschen können etwas aber sind nicht in der Lage, das immer und jederzeit abzurufen, gerade auch in den Momenten, wo es wirklich zählt. Und das ist wahrscheinlich mentale Stärke. Und ich glaube, mentale Stärke ist schon immer ein wichtiger Baustein von Erfolg. Nicht nur im Sport, sondern auch sonst.

Aber jetzt gibt es langsam ein Bewusstsein dafür, dass das eben auch eine Rolle spielt. Früher hat man wie einfach, was soll ich jetzt, irgendeine Sportart nehmen, eine Pistole. Ich nehme Schwingen, weil es eine populäre Sportart ist. Früher hat man einfach geschwungen, man ist in den Schwingkeller gegangen, hat die Technik gelernt und nebenbei ist man Käse, oder Schwingen, oder was auch immer.

Irgendwann hatte jemand die Idee von Schwingen, Schwingen ist so ein athletischer Sport, ich muss mehr im athletischen Bereich arbeiten. Dann hat sich das ausbreitet über alle, weil der oder die paar, die das gemacht haben, Erfolg hatten und plötzlich haben alle gemerkt, Athletik ist auch wichtig. Dann wurde das salonfähig und alle mussten das machen.

Das passiert jetzt mit dem mentalen Training. Früher war es mehr so, wenn du als Sportler das zugehst, ich mache mentales Training. Dann haben sie dich schräg angeschaut und gefragt, bist du ein Psycho, hast du ein Problem? Und beim Krafttraining sagt ja niemand, du bist ein Schwächling oder wieso machst du Krafttraining?

Das ist völlig normal. Und beim mentalen Training ist das lange so ein bisschen stigmatisiert worden. Und jetzt nehme ich wahr, dass wie ein Verständnis, ein Bewusstsein dafür da ist und es wird eben nicht mehr so quasi mit dem Finger auf dich zeigen, du sagst, was? Hast du das nötig? Sondern du sagst, oh, der macht das, ich muss das auch.

Und es ist wie so auch im Begriff salonfähig zu werden. Und das finde ich super. Ja, und ich glaube, wenn man genau hinschaut, wenn man jetzt beim Sport ein bisschen bleibt, oder? dann merke ich schon, dass es sehr oft die entscheidenden Punkte sind, die entscheidenden Kleinigkeiten, die es dann eben ausmacht.

Ich finde Tennis zum Beispiel ein gutes Beispiel, wenn man kurz vor einem Tiebreak oder was auch immer steht, dann kann es fast nur der Kopf sein, der den Unterschied macht. Die sind ja meistens athletisch alle gleich gut und technisch auch. Der Unterschied ist dann tatsächlich sehr oft im Kopf. Ja, das ist es genau.

Das hast du jetzt gerade beschrieben. Nehmen wir mal die Top 100 im Tennis. Die sind alle athletisch gut. Es gibt keinen, der das Gefühl hat, wow, der sieht jetzt aber nicht so fit aus. Jeder von denen kann Tennis spielen, also beherrscht grundsätzlich Technik. ernährt sich wahrscheinlich gescheit. Jeder versucht irgendwie auf die Regeneration auch ein bisschen zu achten.

Belastungssteuer, ein Wort, das heute in diversen Sportarten immer wieder quasi genannt wird. Also wo kannst du noch einen Unterschied machen? Es bleibt nicht mehr viel. Ausser eben dann das abzurufen, wo du eigentlich drauf hast. Und das klingt gewiss hervorragend. Ich meine, Djokovic, Federer, Nadal, wie sie alle heissen, die absoluten Top-Cracks, sind die besseren Tennisspieler gewesen als alle anderen.

Ich bezweifle, das kannst du nicht beweisen und sagen, darum und darum haben sie gewonnen. Aber sie sind vor allem da einfach in der Lage gewesen, immer dann, wenn es darauf ankommt, Leistung zu bringen. Wie jetzt im Ski, zum Beispiel ein Odermatt. über so viele Jahre einfach in der Lage ist, Leistungen abzurufen.

Ein Franjo von Almer jetzt bei Olympischen Spielen hat es auch irgendwie geschafft, dreimal, wenn es zählt, seine Leistungen abzurufen, ohne dass er ganz genau gewusst hätte, was er eigentlich macht und wie er es macht. Zumindest sagt er das so. Aber das ist eine Fähigkeit, eine Qualität. Und ich bin tief überzeugt, dass du diese Qualität genauso trainieren kannst wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit etc.

Genau. Absolut. Und ich glaube, ich habe sogar mal ein Interview gelesen von Roger Federer, wo er gesagt hat, wenn man seine Matchs anschaut, er hätte zum Teil nicht einmal am meisten Punkt gewonnen, sondern einfach die richtigen, in den richtigen Momenten. Und dort, finde ich, sieht man es relativ gut, dass das schon eine ganz, ganz wichtige Sache ist, wenn man das so trainieren will.

Oder wie wird man mental stark? Ja. Einerseits durch Training und viele Leute, die sich dann quasi überwinden, in diesen Bereich zu investieren, haben ein falsches Bild. Du gehst zum Mentaltrainer, Mentalcoach, der sagt dir dann etwas und drückt ein paar Knöpfchen in deiner Vorstellung und dann ist alles gut.

Nein, das ist nicht die Realität. Das ist genauso falsch wie die Vorstellung, du gehst zu einem Athletiktrainer, der sagt dir übrigens, so funktioniert der Kniebeugen, dann hast du es gesehen und gemacht und dann ist es gut. Nein, wir alle wissen, dann musst du es machen. Und mentales Training, mentale Stärke trainieren funktioniert genauso.

Du musst Tools haben und danach musst du es machen. Letztlich ist es ein Prozess von Lernen. Wenn man Krafttraining macht, lernt die Muskulatur, also lerne ich Anführungszeichen, stärker zu werden, Kraft zu entwickeln. Und wenn ich eine mentale Stärke entwickeln will, muss ich es auch machen, ich muss lernen.

Wenn ich aber ins Fitness gehe, dann weiss ich relativ genau, was ich machen muss. Dann ist das relativ offensichtlich. Wenn ich jetzt an Mentaltraining denke, dann stimmt es auch, ich muss es auch machen. Die Frage ist aber dann was? Da finde ich es nicht ganz so offensichtlich. Was sind so Sachen, die ich machen kann?

Ich glaube, es gibt zwei grundsätzliche Themenfelder. Das eine ist etwas, das dich stresst. also die grundsätzlich so ein bisschen negativ behaftet ist, das anschauen und sagen, was ist es, was mich stresst? Was hebt mich vielleicht zurück, meine Leistung dann abzurufen, wenn es wichtig ist? Also quasi den ganzen Stress, den Druck ein bisschen rausnehmen, das ist die eine Möglichkeit.

Oder das andere ist quasi, mehr so ressourcenorientierte Arbeit. Welche Ressourcen habe ich schon? Mentale, emotionale Ressourcen und welche gut zu kultivieren, zu stärken, damit ich sie dann im Zeitpunkt XY auch abrufen kann. Das sind wie die zwei möglichen Themenfelder. Und innerhalb dieser Themenfelder gibt es wieder verschiedenste Instrumente, natürlich.

Aber das sind so wie die zwei grundlegenden Möglichkeiten. Hast du mir konkret ein Beispiel für was ich jetzt machen könnte, ganz konkret in meinen Alltag einbauen, wenn ich an meiner mentalen Stärke arbeiten würde. Was ist denn dein Alltag? Was ist deine Herausforderung in deinem Alltag? Sonst kann ich dir nicht so... Gut, angenommen...

Ich bin tatsächlich jedes Mal vielleicht auch ein bisschen nervös, bevor man so einen Podcast startet. Also Nervosität ist eines dieser Symptome zum Beispiel. Ich würde das jetzt irgendwie ein bisschen besser in den Griff bekommen. Was gäbe es da für Instrumente? Nervosität ist gerade ein Beispiel, das wahrscheinlich ganz viele Leute kennen.

Und das tritt halt oft auf in sogenannten Drucksituationen. Und jetzt ist die Frage, müssen wir uns irgendwo wehren gegen Nervosität? müssen wir einen Weg finden, Nervosität loszuwerden. Und dann bin ich ganz klar der Meinung, ja nicht, ja nicht, sondern schätze die Nervosität. Das ist super. Aber, und das ist halt auch wieder so ein bisschen in unserem Alltag geblieben, Nervosität ist auch etwas, wo man tendenziell sagt, oh, das ist negativ.

Und darum will man das nicht, weil es ist schlecht. Also müssen wir das irgendwie loswerden? Nein. Nervosität ist doch der Ausdruck von unserem ganzen Körper, hey, jetzt ist es wichtig, jetzt zählt es. Sonst wirst du nicht nervös. Also wieso musst du dich gegen das wehren? Es ist dir wichtig. Ob es anderen wichtig ist in diesem Moment, ist völlig egal, aber es ist dir wichtig.

Und der Körper zeigt dir das mit verschiedensten wahrnehmbaren Symptomen. Ein erhöhter Puls, vielleicht ein bisschen nasse Hände, trockene Stimme. Beine, die zittern. Das System fährt hoch. Und was macht das System für dich? Es macht dich leistungsfähiger mit dem. Es bereitet dich, oder das ist quasi ein sehr primitives System, das dich vorbereitet für Kampf oder für Flucht.

Also es macht dich leistungsfähig. Natürlich, wenn du jetzt hier hinsitzt und nervös bist, willst du weder kämpfen noch flüchten. Aber das ist das System, das hochfährt. Es führt halt unter Umständen zu einer gewissen Unsicherheit. Wenn es überschiesst, dann kann es dich blockieren. Das ist so. Aber wenn du völlig...

So wirst du keine Leistung abprüfen können. Das geht nicht. Darum reden auch Sportler, wie sie ein gewisses Spannungsniveau brauchen. Und das ist völlig nachvollziehbar. Aber es dürfen weder zu wenig noch zu viel sein, weil sonst kannst du nicht deine Leistung abprüfen. Also musst du in der Lage sein, diese Spannung irgendwo zu akzeptieren.

Im besten Fall sogar, ich sage dir immer, zu umarmen und zu sagen, hey, merci, bist du da. Weil du machst mich leistungsfähiger jetzt. Du fährst mich auf den Level, den ich brauche, um überhaupt mein Bestes herauszuholen. Und darum schreibt eins, akzeptieren. Werde ich ja nicht gegen Nervosität. Weil wenn du das machst, hast du einerseits Nervosität, die Energie kostet, und den Prozess gegen die Nervosität.

Also hast du zwei Energiefresser eigentlich. Und ganz ehrlich, kannst du das und willst du das leisten? aus meiner Sicht eine rhetorische Frage. Also umarm die Nervosität, akzeptiere sie. Und da gibt es viel, ganz einfach, nimm sie wahr. Und du kannst für dich auch eine mentale Übung machen und sagen, hey, ich bin jetzt gerade nervös.

Du musst das nicht einmal laut sagen, sondern einfach sagen, ich bin jetzt nervös. Innerlich. Und das einfach akzeptieren. Das führt schon dazu, dass du nicht sagst, ich bin nervös, ich will loswerden. Dann hast du die zwei Prozesse, die Energie einfressen. Ich bin jetzt nervös. Und wenn du willst, kannst du noch strenger sagen, das ist gut so.

Und ich liebe es. Das ist ganz anders, wenn du sagst, ich bin nervös, hoffentlich merkt es niemand. Jetzt zittert noch mehr. Oh nein. Es ist alles gut. Das soll so sein. Macht alles absolut Sinn. In der Theorie, wahrscheinlich auch in der Praxis. Absolut. Aber es ist halt nicht ganz so einfach. Nein, aber man muss es machen.

Du musst es machen. Du musst irgendwann sagen, okay, ich gehe jetzt den Weg. Wehren gegen Nervosität ist der falsche Weg. Akzeptieren von der Nervosität, sie umarmen, das ist der richtige Weg. Und ich muss ihn gehen. Und er fühlt sich, Entschuldigung, scheisse an, weil er ist ungewohnt. Aber alles, was ungewohnt ist, fühlt sich nicht so toll an.

Weil du gehst irgendwo einen neuen Weg. Das ist nicht so eine austrampelte Pfade, die du schon quasi auswendig kennst. Also du begibst dich so ein bisschen ausserhalb der berühmten Komfortzone. Und das fühlt sich unangenehm an. Das ist normal. Wenn du selber oder vielleicht Gäste, die ein bisschen sportlich umbringen in das Sportpanorama, gar nicht davon sind, vielleicht der eine oder andere auch heute, vielleicht merkt man da auch noch eine gewisse Nervosität.

Hast du da gewisse Werkzeuge, mit denen du mit auf den Weg gehen kannst? Neben dem, was du immer einfach sagst, akzeptiert. Das braucht ja auch wieder eine gewisse Einstellungssache, die vielleicht nicht gerade jeder ... in der Hand hat. Gibt es da sonst noch irgendwie so Tools, wo man vielleicht irgendwie auch physisch, mit Atmungsübungen oder irgendetwas ganz aktiv noch kann, gegen zum Beispiel Nervosität nicht ankämpfen, das wäre eben das falsche Wort, sondern dass man es kann regulieren.

So ein bisschen eben Ich habe vorhin gesagt, du musst ein gutes Mass von Nervosität, wenn es zu viel ist, dann blockiert es dich. Das kennen vielleicht viele Leute von Blackouts während Prüfungssituationen. Zum Beispiel, du hast alles gelernt und hast es können und plötzlich ist nichts mehr da. Dann ist offensichtlich das System zu fest hochgefahren und stellt dann gewisse Teile ab, die eigentlich gebraucht sind, um das zu lösen.

Wenn es zu weit unten ist, ist es auch nicht gut. Also du musst das regulieren können. Und... Wenn du zum Beispiel Sportpanorama Gast nimmst, dann fange ich mit ihm natürlich nicht an, hey, schau, jetzt machen wir eine gewisse Atemtechnik, weil das kommt für dich ein bisschen schräg hinein. Weil ich bin dort in meiner Rolle als Moderator von SRF.

Und wenn ich ihm dann sage, schau, jetzt machen wir eine Atemtechnik und wir machen noch etwas mit Selbstberührung, Klopftechniken, was auch immer. Das geht alles und das funktioniert, aber in dieser Rolle kann ich das nicht machen. Also was bleibt mir in dieser Rolle? Es bleibt mir in... Willkommen zu heissen, ihm ein Gefühl zu übermitteln und zu vermitteln, hey, schau, es geht vom Gespräch ausschliesslich um Sachen, wo du der Experte bist.

Du bist der Experte, nicht ich. Ich habe keine Ahnung, übertrieben gesagt von dem, aber du weisst es. In- und Auswendig. Alles, was ich dich fragen würde. Und dann, wenn ich merke, dass jemand mega nervös ist, dann lege ich ihn ihnen wie auch nahe, um das transparent zu machen. Ja. Weil ich finde, das ist auch für Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause das Angenehmste.

Und sogar schön, wenn ein Sportler kommt und sagt, hey, ich bin mega aufgeregt. Ich glaube, das nimmt den Druck weg. Genau. In dem Moment, wo man es öffentlich macht. Man darf es zeigen, man darf quasi die Schwäche nervös sein. Und das finde ich mega schade, wenn man von einer Schwäche spricht. Das ist menschlich.

Das ist ein System, das etwas Gutes für uns will. Es will uns Leistung bereiten. Und als Zuschauer schätzt man es ja sogar. Ich glaube, diesen Gedankengang muss man sich auch hier hinnehmen. Wie würde ich mich fühlen in dieser Situation, wo ich als Zuschauer bin und ich sehe jetzt jemanden, der ein bisschen nervös ist.

Dann stört mich das im Normalfall überhaupt nicht, sondern im Gegenteil. Ich finde das sogar sehr menschlich und mehr Verbindung zu dieser Person. Und darum unbedingt transparent machen. dann verzeiht man dann als Zuschauerin und Zuschauer auch viel eher mal irgendein Versprechen oder so, oder ein Äh, oder ein Mh, oder vielleicht ein Zittern, oder vielleicht schwitzt sogar jemand mal von Aufregung.

Ja, aber dann kannst du das alles irgendwie einordnen und dann zeigst du mir eben nicht, oh, schau mal der, der ist ja total nervös. Ja, der ist nervös. So what? In der Rolle als SRF-Moderator kannst du die physischen Sachen logischerweise nicht, das wäre auch am falschen Ort. Wenn du aber als Mentalcoach einen Sportler bei dir hast oder auch irgendeinen Unternehmer oder was auch immer, was hast du da für Instrumente, die du nutzt, Im Umgang mit Nervosität, Drucksituationen und so?

Ja, Nervosität oder allgemein in diesem Thema, wo du bist, mit Mentalcoach, Emotionen zu regeln, mit was arbeitest du dort? Also es geht ja darum, dem System, das dich hochfährt, und das passiert ja völlig autonom, darum sagen wir dem auch autonomes Nervosystem, beides, egal, das fährt dich hoch und du hast das Gefühl, es ist zu viel, es überschüsst dich, ich muss ein wenig runterregulieren.

Und ich finde, es ist wirklich nochmal wichtig, zu sagen, runterregulieren, nicht verdrängen. sondern abregulieren. Also was kann ich machen? Atemtechnik. Etwas sehr simples, etwas, das du auch machen kannst, das nicht auffällt. Oder das kannst du machen hier drinnen, und das merkt niemand, aber Atemtechnik als Beispiel.

Was ist es mit Atemtechnik, was das ausmacht? Als Beispiel. Betonung aufs Ausatmen, wenn du kannst. Also tendenziell das Ausatmen etwas länger. Weil das hat einen Einfluss direkt aufs Herz. Und das Herz wiederum hat einen Einfluss aufs Hirn. Und spannend ist ja, wenn wir von Hirn reden, viele Leute haben das Verständnis ja, Das Hirn ist der Chef.

Es wird alles von oben nach unten gesteuert, befehligt, kommandiert, reguliert. Aber es gibt eben nicht nur die von oben nach unten Weg, sondern es gibt auch von unten nach oben Weg. Und das ist genau so einer. Über die Atmung steuere ich das Herz, das Herz hat Einfluss auf das Gehirn und auf die autonomen Systeme.

Und so kann ich das quasi abregulieren. Und das hat nicht nur den physischen Aspekt, wo das System tatsächlich den Puls runterbringt, wenn ich die langsamen Übungen mache. Ich glaube, wenn ich gerade sogar mich nur gedanklich aufs Atmen konzentriere, ist das ein Weg, um andere Gedanken loszulassen. Ja, das geht dann, wenn ich dich richtig verstehe, mehr so ein bisschen in den Bereich Achtsamkeit, Achtsamkeitsmeditation, wo man wirklich einfach nur ist und sich auf die Atmung konzentriert.

Und Dass dort der Gedanke, wenn ich jetzt einfach hinsitze und mich nur aufs Schnufen konzentriere, auch wieder durch die Nase, dass ab und zu Gedanken abschweifen. Das ist völlig normal. Und gegen das musst du ja nicht wehren und irgendwie verurteilen nach dem Motto, oh Mann, jetzt kann ich mich wieder nicht konzentrieren.

Nein, das ist normal. Das Training besteht eigentlich darin, dass du immer wieder zurückkommst zu deiner Atmung. Und dann bist du vielleicht wieder, 20 Sekunden, und plötzlich kommt irgendein anderer und denkt, ich muss noch gut posten, stopp, wieder zurückholen. Und das Training ist wirklich immer wieder das Zurückholen, wieder auf die Atmung.

Und einfach sein. Du darfst schon da, das ist wie, wenn du das implementieren willst in deinem Alltag, als Training, dann darfst du nicht das Gefühl haben, ich fange jetzt mal an, ich mache eine halbe Stunde. Du wirst wahnsinnig, du reist durch, das geht nicht. Aber das ist wie die Vorstellung, ich gehe das erste Mal in den Kraftraum und ich mache jetzt Kniebügel mit 200 Kilo.

Ja, das kommt kein Mensch auf die Idee. Sondern man fängt klein an. Was heisst das? Mach mal drei Minuten. Aber mach das täglich. Und dann machst du vielleicht am Morgen drei Minuten, am Abend drei Minuten. Und irgendwann schaffst du mal fünf Minuten. Und so tust du es auch aufbauen. Und ich meine, das...

Das Problem am ganzen Mentaltraining aus meiner Sicht ist auch, dass es halt nicht sichtbar ist. Oder wenn du in Kraft rumgehst, zum Beispiel, dann kannst du messen, wie viel Gewicht bewege ich. Ah, ich habe plötzlich mehr. Du siehst vielleicht von aussen irgendwelche Veränderungen, Muskulatur verändert sich.

Also es ist sehr greifbar. Da oben ist es überhaupt nicht greifbar. Es ist und bleibt wie so ein bisschen Blackbox, sehr diffus. Aber Du kannst das theoretisch schon messen, einfach mit einem grossen Aufwand, nämlich indem du ein Magnetenresonanz-Tomogramm in Bilder machst vom Kirn, Und das hat man gemacht mit buddhistischen Mönchen zum Beispiel, die sehr viel und regelmässig meditieren.

Und bei denen konnte man zeigen, dass sich gewisse Hirnbereiche eben schon auch strukturell, anatomisch vergrössert haben. Also auch dort gibt es eigentlich ein Wachstum von diesen biologischen Strukturen durch Training. Aber im Alltag siehst du halt die nicht. Und das halten viele Leute auch davon ab, dass sie überhaupt...

anzugehen und zu machen, weil sie nicht genau wissen und sehen, nützt etwas, passiert überhaupt etwas, was passiert. Und das macht es ein bisschen schwieriger als einfach Krafttraining, Ausdauertraining oder was auch immer. Es braucht sicher ein bisschen mehr Offenheit, wahrscheinlich gegenüber diesem Thema, sich auf den Prozess einzulassen, weil es wahrscheinlich doch einen Moment braucht, bis man die ersten Ergebnisse auch irgendwie wahrnimmt, im Kopf halt, oder dass man gewisse Sachen tatsächlich nicht mehr so nervös ist oder irgendwie fokussierter ist oder die Anspannung nicht mehr im besseren Ausmass.

Es braucht einen gewissen Leidensdruck. Das ist in vielen Bereichen so. Erst wenn wir wirklich spüren, jetzt stört mich etwas. Und es muss schon recht stören, damit wir es angehen. Im Sport ist es vielleicht so, man sieht dann oft, dass all meine Athleten das machen und irgendwie fahren wir die zum Tor.

Da gibt es natürlich vielleicht auch einen Druck, wo man sagt, jetzt muss ich vielleicht auch noch ein neues Thema angehen. Und beim Mentalen ist es auch so, oder? Solange du nicht wirklich einen Druck verspürst, dass etwas dich jetzt wirklich an dem hindert, was du dir vorstellst. Wenn der Druck hoch genug ist, nimmt automatisch die Motivation zu, sich das anzunehmen.

Du hast Offenheit genannt. Das braucht sicher auch, dass man ein gewisses Grundvertrauen hat, dass man das trainieren kann. Viele Leute denken, dass sie erwachsen sind und oben alles fix sind. Das ist einfach nicht so. Du kannst wirklich etwas bewirken. Genauso wie wenn jemand 70 ist und nie Krafttraining gemacht hat, dann hat man das Gefühl, dass er nicht mehr anfangen kann.

Klar ist der Erfolg und der Fortschritt vielleicht nicht mehr gleich, wie wenn du als 20-Jähriger das machst. Aber du hast immer noch eine Wirkung. Und bei mentalen Trainings ist es genau gleich. Es geht ja ganz viel um Emotionen, um Gefühle, die da irgendwo im Raum sind. Vielleicht mal ein bisschen vom Sport weg.

Ich weiss, du hast selber auch Kinder, ich habe auch Kinder. Die kämpfen ja auch sehr oft mit starken Emotionen, oder? Was haben wir da vielleicht als Eltern für Werkzeuge, um... unseren Kindern zu helfen, die Emotionen besser in den Begriff zu bekommen oder zu steuern? Oder ist es auch da? Braucht es das?

Was ist das? Müssen wir das einfach akzeptieren? Lass mich ganz kurz etwas ausholen. Emotionen und Gefühle, du hast jetzt im gleichen Atemzug die zwei Begriffe genannt. Und das machen wir alltagssprachlich auch so. Aber wenn du schaust, was heisst das eigentlich auf die Struktur im Hirn, dann merkst du plötzlich, Emotionen und Gefühle sind von der Struktur, die dann involviert sind, nicht das Gleiche.

Auch wenn wir sie synonym verwenden, und das ist okay, findet ihr, ich bin jetzt emotional, ich meine aber eigentlich, ich spüre jetzt etwas, also ich habe ein Gefühl. Eine Emotion ist etwas, das unbewusst entsteht. Das ist etwas sehr Schnelles, Kurzes, so wie ein Handlungsprogramm, das Energie freisetzt, das ein Motiv befriedigen soll und damit Motivation schafft.

Ein Gefühl ist etwas, das daraus entsteht in einem anderen Hirnbereich, das du nachher wahrnehmbar spürst. Verständlich, der Unterschied. Also wir müssen nicht irgendwie Emotionen beeinflussen, weil Emotionen sind da und die sind alle gut. Und das klingt auf den ersten Moment so, hä, was? Aber das fühlt sich nicht gut an.

Ja, es gibt unangenehme Emotionen, die zu unangenehmen Gefühlen führen. Als Beispiel, Angst fühlt sich nicht cool an. Und trotzdem ist es mega wichtig, dass wir das haben, das Programm. Es ist wertvoll, weil es für uns das Bedürfnis befriedigt. Welches Bedürfnis? Das Bedürfnis nach Sicherheit. Also es geht auch nie darum, irgendwelche Emotionen weg zu coachen oder irgendwie zu überschreiben.

Um Himmels Willen, nein. Alle Emotionen sind wichtig, selbst die unangenehmen. Es geht viel mehr darum, und jetzt auf die Frage zurückzukommen mit den Kindern oder allgemein, wie schaffen wir es, Emotionen irgendwo alle zu Wort zu nehmen, zu akzeptieren, auszuleben und dass das Gleichgewicht da ist. Oder wenn ich immer nur Angst habe, dann ist etwas nicht gut.

Wenn ich immer nur Freude habe, das klingt mega schön eigentlich, aber irgendetwas ist nicht gut, weil du bist nicht in der Balance dann. Und es geht eigentlich immer um Balance. Und wenn jetzt ein Kind mal traurig ist, dann darf es traurig sein. Dann finde ich, geht es darum, als Eltern oder als Lehrer oder wer auch immer dann gerade kontaktiert zu dem Kind oder zu dieser Person, ja, Was ist es denn?

Warum? Was ist passiert? Was macht dich traurig? Und nicht darum, ah, du musst nicht traurig sein. Weil das verhindert, die ganze Palette von Emotionen auch dabei zu haben. Also du hast dann wie künstlich quasi, wenn ich jetzt die Emotionen und die Programme mit einem Werkzeugkoffer vergleiche, das sind alles wichtige Werkzeuge.

Und wenn du jetzt quasi wie deinem Kind mitgibst, das sind dann so Glaubenssätze, wie ein Junge weint nicht zum Beispiel. Also ein Junge darf die Ruhe nicht zulassen. dann nimmst du ihm aktiv ein Werkzeug aus dieser Kiste heraus, das er nachher wie nie mehr zur Verfügung hat. Und wenn du das Werkzeug nicht hast, dann führt es in letzter Konsequenz dazu, dass du Trauer eben nicht leben kannst, nicht zulassen kannst.

Und dann übersteuerst du es mit etwas anderem. Und das ist meistens Ärger. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin absolut einverstanden. Ich glaube, das ist zum Glück heute bei den meisten auch so angekommen, dass man Emotionen zeigen darf. Meine Frage geht mir aus, dass bei Kindern es oft tatsächlich schlecht reguliert werden kann.

Es ist ja nicht einfach nur, dass sie sich ein bisschen Emotionen zeigen, sondern es ist oft komplett aufgelöst, liegt am Boden und sie haben es überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Mindestens so nehme ich es dann wahr. Und das sind dann auch herausfordernde Situationen für Eltern. Wenn du jetzt siehst, das ist völlig...

Klar, im Moment versuche ich, den Raum zu geben und abzuwarten. Aber vielleicht gäbe es da noch etwas, das man aktiv unterstützen könnte. Aber das ist genau das. Gib ihnen den Raum. Du machst mit dem schon, aus meiner Sicht, das Wesentliche. Gib ihnen den Raum. Nicht einfach abklemmen, alles unterdrücken.

Natürlich musst du auf der anderen Seite auch irgendwo Leitplanken setzen. Jetzt sind wir bei der Ziehungsstil plötzlich. Es gibt ja das berühmte laissez-faire, wo alles erlaubt ist, es kommt dann schon gut. Und quasi das Gegenteil, wo nichts erlaubt ist. Oder zum zwei Extremen zu nennen. Und ich finde, Kinder Menschen müssen Raum haben für ihre Gefühle.

Und gleichzeitig muss es gewisse soziale Normen, gewisse gesellschaftliche Leitplanken geben, wo man sich orientieren kann. Und das ist für Kinder auch wichtig. Also wenn jetzt der du gehst gut posten, und das Kind begleitet dich, und wie immer vor der Kasse gibt es dann noch Süssigkeiten, die sind ja nicht per Zufall dort, und das Kind möchte unbedingt noch irgendwelche Kaugummi, oder sonst weiss der Teufel was, und du sagst nein, und dann liegt es täubelnd am Boden.

Dann wird sein Bedürfnis jetzt gerade offensichtlich verletzt. Und er muss das Ausdruck geben können, ist okay. Und trotzdem ist die Regel, nein, wir kaufen diese Süssigkeit nicht, weil, was auch immer dann eure Regel oder Begründung ist, Also das Schlechteste wäre dann eigentlich, oh nein, jetzt geht der mir so auf den Sack, der kleine Täuberchen hier am Boden, dann kaufen wir halt das Schöckli oder so.

Passiert ja gleich wahrscheinlich oft, weil dann gerade in der Öffentlichkeit nicht die Person sein würde, die jetzt mit dem krankenden Kind unterwegs ist. Aber vielleicht ist es ja dann ein Weg, zu sagen, schau, nein, ich habe das nicht. Kurzfristig die Lösung, aber langfristig wahrscheinlich eben... Also es führt einfach dazu, das ist letztlich...

Man sagt dem Operanzkonditionieren in der Lernpsychologie. Das Kind macht etwas und sieht, was die Folge ist. Aha, das ist eine angenehme Folge. Ich komme Schöckli über, wenn ich hier am Boden liege. Teupel, ein Fahnenlieb, dann komme ich Schöckli über. Und ob du das als Elternteil willst, ich bezweifle es.

Also musst du einen anderen Weg finden, um sein Bedürfnis zu befriedigen. Vielleicht ist sein Bedürfnis, nur wahrgenommen zu werden, ernst genommen zu werden. Und vielleicht reicht es schon, wenn du ihm sagst, hey, schau, ich verstehe, dass du dir so etwas willst, aber nein, du weisst, Süssigkeiten finden mich doof.

Was auch immer. Aber zu Hause, haben wir noch mega feine Orangen und Bananen und wir machen einen coolen Fruchtsalon zusammen. Und vielleicht reicht das schon. Vielleicht auch nicht. Aber vielleicht musst du auch sagen, hey, weisst du was, ich habe eine bessere Idee. Nach ein paar Stücken gehen wir noch raus, gehen wir senden zusammen.

Whatever. Aber... Es ist ja ein Signal an dich auch, dass das Kind jetzt ein Bedürfnis hat. Muss es befriedigt werden über Schöckel oder Süssigkeiten? Nein, aber es gibt sicher auch andere Wege. Und da geht es auch darum, herauszufinden, aber interagieren miteinander. Aber einfach dem nachzugehen, das wird höchstwahrscheinlich in eine unangenehme, mittelfristige Zukunft münden.

Ich glaube tatsächlich, was gut funktioniert, ist, wenn man dann andere Optionen aufzeigt. Nicht einfach komplett abwürgen versuchen. Dann hat es keinen Ausweg. Sobald man Optionen aufzeigen kann, dann können sie anfangen zu überlegen. A oder B. Und sie sind eigentlich dann aus dieser Blockade schon ein bisschen draussen.

Ja, und man nimmt sie mit dem auch ernst. Also man zeigt mit dem, hey, guck, der Papi oder die Mami ist da. Ich nehme wahr, dir ist jetzt gar nicht so wohl, warum auch immer. Aber Und ich überlege mir, wie wir das besser machen können. Aber es ist nicht die Süssigkeit, die man sich kauft. Jetzt sind wir bei externen Personen gewesen, bei Athleten, bei den Kindern.

Jetzt glaube ich, die meisten für uns kämpfen auch zwischendurch mit Emotionen oder den Gefühlen, die daraus entstehen, weil vielleicht irgendeine Person oder eine Situation aufregt oder ärgert. Mhm. Was gibt es da für Instrumente? Unmittelbar in der Situation. Das hat ja so ein bisschen Erfolgsmundau.

Schnuff mal durch. Und das hat wieder etwas. Weil das Unterbewusstsein reagiert so schnell. Viel schneller, als du überhaupt dir einen Gedanken machen kannst, am Bewussten. Und du bist schon irgendwie im Ergo, weil es gegenüber irgendetwas macht. Oder du bist schon irgendwo in der Angst. Und du bist schon irgendwo in der Trauer oder was auch immer, wo das Unangenehme auslöst.

Und so, wenn ich dich verstanden habe, reden wir vor allem von unangenehmen Situationen. Und jetzt musst du wie dem Reflex quasi ein bisschen trotzen. Und wie machst du das? Schnuff mal durch. Tatsächlich. Zähle von mir aus von drei Rettungen. Das bewirkt schon etwas. Natürlich macht das nicht alles gut, aber es nimmt einem ein bisschen die Wucht schon.

Und eine andere Möglichkeit ist auch, wie quasi im Perspektivenwechsel, zu versuchen mental, warum agiert diese andere Person jetzt gerade so? Warum? Warum macht sie mich jetzt gerade runter als Beispiel? Und dann kannst du kreativ sein, du weisst es ja nicht, aber du kannst kreativ sein und sagen, ja, vielleicht hat sie keinen Kaffee bekommen zum Morgen oder hat nichts zu merkeln und hat jetzt Hunger und ist darum ein bisschen hässlich und ich muss jetzt ausbaden.

Oder man sagt dem so ein bisschen wie ein neuer Rahmen, um diese Situation herumzumachen, Reframing. Das Wort Frame auf Englisch Rahmen bedeutet, also wie so ein bisschen das, was ist, aus einer anderen Perspektive nachzuschauen, nimmt auch schon ein bisschen Druck raus. Ich habe noch ein Buch gelesen, wo man sich immer in so Situationen fragt, das ist ja auch interesting, auch spannend, oder?

Und dann so ein bisschen der Gewunder dahinter, warum ist jetzt das so? Ich glaube, das ist gerade in die Richtung. Etwas anderes, was ich mal gehört habe, ich weiss tatsächlich nicht mehr, wo ich es gelesen habe, aber es hilft mir tatsächlich auch noch ein bisschen, wenn etwas mal passiert, in dem Moment, wo du über den Anderen über andere deine Gefühle übergibst du deine Macht, dann hat eine andere Person Macht über dich, über meine Gefühle zu beinflussen.

Das finde ich auch noch entspannend. Ich habe das vor zwei Tagen bei meiner Tochter gehört, sie ist vom Spielplatz zurückgekommen. völlig aufgeregt, weil irgendwelche Kinder irgendetwas gesagt haben, die sie brutal aufgeregt haben. Und dann habe ich ihnen das mitgegeben. Ich sagte, Leo, die Tochter, gib deine Macht nicht ab.

In dem Moment, wo du dich aufregst, haben die anderen Kinder Macht über dich. Das hat sie sehr spannend gefunden. Und sie ist rausgegangen, jetzt muss ich es gleich ausprobieren. Und ich glaube, das hat ein Stück weit gar nicht mehr so schlecht funktioniert, der Gedankengang. Ich glaube, wir kennen die grundsätzlich nicht gerne unsere Macht haben, dass jemand anderes über unsere Gefühle sprechen kann.

Ja, absolut. Macht oder Kontrolle zu haben über uns, über das, was gerade passiert, über das, was mit uns passiert, das ist ein Grundbedürfnis. Und gewisse Menschen brauchen das ein bisschen mehr, Kontrolle zu haben, gewisse ein bisschen weniger, aber alle haben das Bedürfnis. Weil sonst bist du quasi ohne Kontrolle, ohne Macht oder eben ohnmächtig.

Und ich meine, das will selbstverständlich niemand sein. Und von dem her, ja, das ist ein guter Zugang, finde ich. Aber auf der anderen Seite würde ich es auch nicht übertreiben. Also weisst du, ich finde, es gibt auch Situationen, wo du mal Ärger spüren darfst und du auch Ärger zeigen darfst. Weil sonst hast du wie alles immer unter Druck.

Und wenn du etwas unterdrückst, wird das Bedürfnis dahinter nicht befriedigt. Oder Ärger als Beispiel. Der hat eine wichtige Funktion. Da ist dir irgendetwas im Weg, also irgendetwas, das verhindert, dass du an dein Ziel kommst, um es mit einem Bild zu machen. Also, der Ärger ist letztlich eine Möglichkeit, um Kontrolle zu gewinnen, um an dein Ziel zu kommen.

Und wenn du den unterdrückst, wirst du das Bedürfnis nicht befriedigen können. Nie. Wenn wir aber ehrlich sind, gelingt es uns ja wahrscheinlich eh, zumindest geht es mir immer noch so, in den wenigsten Fällen sofort auf die Werkzeuge zurückzugreifen. Die grösste Schwierigkeit ist ja in dem Moment, wo es passiert, wo die Emotionen hochschiessen, denke ich ja dann eben nicht an die Atmungstechnik oder dass jetzt die andere Person Kontrolle über mich nimmt.

Das ist einmal die Emotion. Aber warum nicht? Das ist eine gute Frage. Meistens mit einer gewissen Verzögerung. Und ich werde mit der Zeit ein bisschen kleiner, wenn man sich sehr bewusst nach jeder Situation wieder irgendwo bewusst macht. Aber es klingt mir jetzt persönlich heute auch noch nicht immer gerade sofort in dem Sinne abzuklemmen und eine völlige Coolheit am Tag zu legen.

Du und wir alle laufen automatisiert. Wir haben immer das Gefühl, wir sind eine mega hochentwickelte, intelligente Wesen. Ja, sind wir irgendwo, aber trotzdem läuft sehr, sehr viel aus dem Unterbewusstsein automatisiert. Und zwar einfach darum, weil es günstig ist, energietechnisch vom Kino aus gerät.

Du machst einfach deine Automatismen. Und wenn du jetzt einfach gelernt hast, in so einer Situation, die dich irgendwie triggert, aus der Haut zu fahren, dann machst du das. Und alles andere, jetzt zum Beispiel, nicht dem Reflex, nicht dem Automatismus quasi nachzugeben, braucht Energie, braucht Fokus, Aufmerksamkeit.

Nämlich zu sagen, das ist viel anstrengender, weil du es nie gemacht hast, als einfach Standardprogramme anzurufen. Also, du musst es machen. Immer wieder, unter viel Energieaufwand. Und irgendwann wird es zu einem neuen Automatismus. Dann gelingt dir das mit viel weniger Energieaufwand. Darum, warum gelingt es dir jetzt noch nicht, weil du es noch zu wenig trainiert hast, ist es schlicht und einfach.

Du hast eine schöne Überleitung gemacht, Paddy. Schön, ohne zu wissen, wo es hergeht. Genau, aber Gewohnheiten. Ja. Etwas, wo du dich stark damit beschäftigst und nicht allen gleich gut gelingt, wenn man sich eine neue Gewohnheit aneignen möchte, ist das ja auch nicht ganz so einfach. Ich glaube, da hast du auch ein paar Ideen oder ein paar Instrumente vor.

um, dass es uns gelingt, die Chance ein bisschen zu erhöhen. Wenn ich jetzt zum Beispiel, ich will nicht jeden Tag zwei Seiten in einem Buch lesen, weil ich möchte ein bisschen mehr lesen, was muss ich beachten? Was kann ich aktiv machen, dass so eine Gewohnheit, oder der, der ins Fitness mit, dass es nicht nur im ersten Monat im Januar geht, sondern im zweiten auch noch, dass das gelingt?

Das ist wirklich genau das, was ich vorhin schon versucht habe zu schreiben. Eine neue Gewohnheit kostet Energie. Weil die alten Gewohnheiten, die gehen so rein von der Hand. Die laufen automatisch ab, du machst dir keine Gedanken. Es ist einfach so, wie es immer war, in allem. Und das ist super, grundsätzlich.

Aber es hat halt manchmal so ein bisschen Kehrseite, dass dir eine schlechte Gewohnheit halt irgendwie so ein bisschen quer kommt. Und jetzt willst du etwas Neues installieren. Dann musst du dir einfach bewusst sein, hey, es kostet ein gewisses Mass Energie, Aber es darf nicht zu viel Energie kosten.

Weil sonst wird quasi der Wille und Disziplin, die in der heutigen Welt aus meiner Sicht überstrapaziert werden, die Begriffe. Es ist schon gut, wenn du einen gewissen Willen und eine gewisse Disziplin hast. Aber wenn du zu viel davon brauchst, dann ist möglicherweise das Setting noch nicht gut. Genug.

Es sollte ein bisschen leichter von der Hand gehen, damit es eben nicht zu viel Energie kostet. Immer wissen, es braucht Energie. Eine neue Gewohnheit in Schlieren braucht Energie. Punkt. Es geht nicht anders. Und was heisst dann Setting? Es muss irgendwie gelingen, den Widerstand nicht zu hoch zu machen.

Also, du hast gesagt Buch lesen. Du musst das, ich meine, ich weiss nicht, was für Leute jetzt da alles zulassen, aber ein super Buch, den ich noch sehr empfehlen kann, ist Atomic Habits, die 1%-Methode, James Clear. Und dort hat er so vier Grundsätze und ich finde das sehr anschaulich und auch einfach umsetzbar.

Das erste Gesetz, wie er es nennt, ist... Mach es offensichtlich, was deine neue Gewohnheit sein soll. Mach es offensichtlich. Also wenn du lesen willst, dann musst du deiner Wahrnehmung im Alltag ganz viel Gelegenheit geben, um ein Buch überhaupt zu sehen. Oder wenn du Bücher hinter den Kleidern im Kleiderkasten hast, dann wirst du ziemlich sicher mega viel Disziplin brauchen, Dementsprechend mega viel Energie, um jedes Mal, ah ja genau, hinter den Kleidern habe ich übrigens noch ein Buch versteckt, das nehme ich aus und lese es mal wieder ein bisschen.

Also mach es so versichtlich. Leg es als Beispiel auf den Zmorgentisch oder leg es auf das Kopfhäuse, bevor du dann ins Bett gehst, siehst du es. Es ist verfügbar. Umgekehrt, wenn du etwas loswerden würdest, was du bis jetzt gemacht hast, wenn du zum Beispiel zu viele Süssigkeiten isst, dann mach es Auch offensichtlich, indem du es nicht verfügbar machst.

Besser gehe ich nicht rein. Wenn du Süssigkeiten zu Hause hast, braucht es viel Disziplin, um es nicht zu essen. Das Unterbewusstsein ist so mächtig. Das treibt dich magisch zu den Kästen, die die Gurzeln drin sind. Obwohl dein Verstand sagt, ich will abnehmen, ich will nicht mehr. Aber das Verlangen ist so gross.

Also lass es verschwinden. Aber zurück zum Lesen, das, was etwas Positives so du hast. Also mach es offensichtlich. Nachher, mach es attraktiv. Und dann denkt man vielleicht, wie mache ich jetzt etwas attraktiv, was ich eigentlich gar nicht so attraktiv finde? Weil, sonst hättest du ja schon gelesen.

Aber irgendein Grund, dass du es bis jetzt nicht gemacht hast. Da gibt es eine gute Methode, verbinde es mit etwas, was du gerne machst. Ähm, ich sage jetzt etwas, 15 Minuten auf Instagram Videos anschauen, das ist etwas, was du mega gerne machst und du kannst es auch wirklich ein bisschen kontrollieren, also du machst wirklich nur 4 Stunden und nicht auf einmal 4 Stunden, dann sagst du, okay, ich tue das, was ich neu will, quasi installieren, vor das, was ich schon gerne mache, Also ich darf erst dann 15 Minuten Filmchen schauen, wenn ich zwei Seiten gelesen habe.

Du hast quasi die schon etablierte, angenehme, liebgewonnene Routine, knüpfen an die neue, anstrengende Routine, die du noch nicht so intus hast. Also zuerst das Unangenehme quasi, ja, vielleicht auch das Neue, was du hast, mit dem alten, angenehmen Koppel. Also mach es attraktiv. dritte Gesetz ist, mach es einfach.

Und das heisst, du hast eigentlich schon selber gesagt, nimm dir nicht vor, ich lese innerhalb von zwei Tagen 600 Seiten Buch. Sondern, fang an. Anfangen ist das Wichtigste. Und da gibt es die sogenannten Zwei-Minuten-Regeln. Mach etwas zwei Minuten. Mach es. Zwei Minuten lesen. Niemand kann sagen, dass er keine Zeit hat.

Ja, zwei Minuten. Zwei Minuten. Je nach Lesetempo ist das eine Seite, zwei Seiten, vielleicht drei Seiten. Mach es. Und das täglich. Also das 1%, was wir im Buch gesagt haben. Ja, es sind so kleine Fortschritte, die sich am Schluss summieren. 1% ist ja 0,01. Wenn du jetzt das 365-Tage-Tag machst, dann ist es 0,01 mal 0,01 mal 0,01 mal 0,01, also hoch 365.

Das gibt recht eine schöne Zahl mehr, als wenn du einfach nichts machst. Aber im Moment hast du das Gefühl, das Kleine nützt doch nichts. Aber das Kleine lang durchheben... Das ist der Zinseffekt. Das verdient sich. Plötzlich machst du, statt zwei Minuten, gelingt es dir schon, drei Minuten zu lesen.

Das ist wie beim Meditieren. Nicht sagen, ich habe gehört, ich muss eine Stunde meditieren. Vergiss es. Das wirst du einmal machen, dann bist du Nudelfertig und denkst, was für ein Zeug, mache ich nie mehr. Geh nicht ins Fitnesscenter fünf Tage in der Woche. Zwei Stunden pro Mal. Das wird nicht funktionieren.

Da brennst du einfach geradeaus. Fang mit kleinen Sachen an. Und so ist es eben auch beim Lesen und bei diesem Beispiel geblieben. Mach es einfach. Ganz easy. Es darf dir nicht zu viel Energie und Überwindung kosten. Weil sonst braucht es zu viel Disziplin, zu viel Willen. Und das, ja gewisse Leute könnten es aufbringen, aber es ist wahrscheinlich für die meisten Leute nicht der Weg, der zum Gewünschten führt.

Und das Letzte ist, mach es befriedigend. Also es muss dir irgendwo ein gutes Gefühl geben. Und jetzt wie du dich selber belohnen kannst, und Belohnung ist für uns etwas extrem Wichtiges. Weil Belohnung führt letztlich dazu, dass unser Gehirn das wiederholen will. Das ist genau wie das kleine Kind, oder?

Das ist eine Belohnung, es täubelt am Boden, kommt Schock über, aha, funktioniert, fühlt sich gut, dann mache ich wieder. Und so, also wie machst du jetzt, dass sich das gut anfühlt, das Lesen? Und wahrscheinlich wird das Lesen allein im ersten Moment noch nichts dazu führen, dass sich das gut anfühlt.

Also wie kreativ, wie kann ich mich belohnen? Wenn ich zwei Seiten gelesen habe, tue ich, weisst du, kann ich nicht. Gönne ich mir ein Teppeli Schokolade? Wenn du nicht gleichzeitig das Ziel hast, abzunehmen oder weniger Süss zu essen. Oder ich gebe mir nachher ein Glas Wein. Dann tue ich einen Zweifränkler ins Ferienkäse.

Whatever. Da kannst du kreativ sein, aber belohne dich. Etwas, was dich selber befriedigt in diesem Moment. Das sind die vier Schritte, die James Clear quasi propagiert und die ich sehr anschaulich und nachvollziehbar finde. Und die auch Sinn machen aus Überlegungen, wie das Hirn tickt und funktioniert.

In diesem Zusammenhang, du hast es vorher etwas angekündigt, Disziplin, aber ich glaube, nur mit Disziplin, allein ist es aber schwierig. Ja, Disziplin, finde ich, ist etwas, wo wie so jemand, der diszipliniert ist, sagt, wow, das ist wie so etwas Gutes, habe ich das Gefühl, in der Wahrnehmung der Allgemeinheit.

Ja, natürlich ist Disziplin grundsätzlich etwas Gutes und hilft wahrscheinlich, irgendwo dran zu bleiben. Aber wenn es nur über Disziplin läuft, wird es zum Beispiel selten ein gutes Gefühl geben. Es ist extrem anstrengend. Genau, es braucht mega viel Kraft und Energie, um Ich finde, das kann es nicht sein.

Also Disziplin gut, aber es muss in Verbindung mit positiven Aspekten sein. Ja, es ist auch wieder so ein Mass. Wie vorhin bei der Nervosität, wo man gesagt hat, man muss eine gewisse Spannung bringen, aber nicht zu viel, dann zu wenig. Also die Regulation. Bei der Disziplin ist es ähnlich. Es darf nicht zu viel Disziplin gebraucht werden.

Und trotzdem braucht es eine gewisse, weil vielleicht man hier und da auch etwas machen muss, was man per se jetzt gerade nicht will. Aber es gehört halt vielleicht wieder dazu, dass es dann auch zum Endergebnis führt, das man eigentlich hat. Ja, am Schluss musst du bewusst sein, was mache ich eigentlich?

Ich will ja offensichtlich etwas erreichen, etwas entwickeln, etwas lernen. Weil Lernen ist letztlich das, was unser Gehirn dafür gedacht hat. Das ist die Organfunktion des Gehirns. Genauso wie die Lunge zum Gasaustausch ist. Das ist die Organfunktion der Lunge. Das Herz ist da, um das Blut in den Kreislauf zu pumpen.

Das ist die Organfunktion des Herzens. Die Organfunktion des Gehirns ist Lernen. Tatsächlich nichts anderes als Lernen. Und das ist es ja eigentlich, wenn du eine neue Gewohnheit installieren willst, ist es Lernen. Und Lernen funktioniert nur unter einer Voraussetzung. Machen. Und fürs Machen braucht es manchmal eine gewisse Disziplin, aber es darf nicht zu viel brauchen.

Und es braucht die richtige Einstellung. Und in diesem Zusammenhang, glaube ich, hast du auch mal, du sprichst über Identität, zum Beispiel, nehmen wir das Beispiel Sport, dass es nicht unbedingt das Ziel sollte sein, es kann ein Weg sein, ich möchte einfach dreimal in der Woche Sport machen, dann kann das Ziel sein, aber es funktioniert noch besser, wenn man sich selber sagt, ich bin Sportler, ich bin Athlet.

Und wenn ich das bin, dann mache ich drei Tage Sport. Ganz genau. Du hast es perfekt zusammengefasst. Wer will ich sein? Was für einen Wert, was für eine Haltung vertrete ich? Stehe ich für jemanden, der aktiv ist, der sich bewegt, der fit sein und bleiben möchte? Und das automatisch führt nachher zu einem gewissen Verhalten.

Und ja, einfach nur mal sagen, ich will dreimal pro Woche ins Fitness gehen. Ja, ist ein Ziel. Aber die Frage, die dahinter ist, warum? Warum willst du das? Und dann ist eine mögliche Antwort, weil ich möchte eine Person sein, die fit ist. Und dann kann man noch wieder fragen, warum möchtest du das sein?

Warum willst du Person sein? Und manchmal kommen dann so Sachen raus, weil andere das möchten, dass ich das bin. Weil ich dann das Gefühl habe, ich werde mehr geschätzt von anderen. Und das ist dann wahrscheinlich nicht die Art von Motivation, die die wirklich förderlich ist. Dann machst du quasi auf Druck von aussen.

Und darum, die Identität ist ja etwas, was dich selber beschreibt. Und Identität ist letztlich das, was du immer wieder machst. Das beschreibt deine Identität. So wie du eben bist im Kern, das, was du darstellst. An Überzeugungen, an Werten, an Haltungen, an Verhalten. Und dort wirst du die grösste Motivation rausholen können, wenn es darum geht, etwas neu zu etablieren.

Ist das vielleicht der Schlüssel? Oder ist es das, was wir zu wenig machen? Das Warum zu hinterfragen, die eigene Identität zu versuchen, zu finden, zu definieren. Das ist doch ein relativ grosses ... Ja, das ist ja irgendwo eine philosophische Frage. Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Aber da geht es ja im Kern, zumindest so wie ich es verstehe, auch viel um Selbstwert.

Und ganz viele Themen, sei es im Sport, aber auch im schulischen Bereich, im privaten, im beruflichen Bereich, egal, wo es uns als Mensch angeht, drehen sich um Selbstwertthemen. Und da finde ich es schon wichtig, sich zu überlegen, warum mache ich dies oder jenes? Warum will ich dies oder jenes? Und ist das der richtige Weg, um das Bedürfnis, das ich habe, zu befriedigen?

Also wenn ich zum Beispiel eine gewisse Zugehörigkeit habe, möchte, als Bedürfnis. Und das haben wir alle. Wir sind soziale Wesen. Wir sind Säugetier. Wir sind Herdetier. Wir brauchen eine gewisse soziale Gruppe. Wir brauchen eine gewisse Zugehörigkeit. Und wenn ich jetzt das quasi mir hole, indem ich ins Fitness gehen und ein riesiges Apparillo werden, und ich nehme dafür alles in Kauf, inklusive unerlaubter Substanzen etc., dann ist das wahrscheinlich nicht der richtige Weg, um diese Zugehörigkeit zu bekommen.

Und so gibt es ganz viele andere Beispiele auch. Darum lohnt es sich schon auch, sich ab und zu zu fragen, wer bin ich eigentlich, was ist mir wichtig, was ist jetzt gerade das Bedürfnis, das ich spüre und wie kann ich das erreichen? Erreiche ich das mit dem Weg, den ich jetzt wirklich gehe? Oder überdecke ich es?

Ist es quasi eine Coping-Strategie? Das sind Fragen, die man sich stellen kann. Wenn du vorhin gesagt hast, man macht mehr, das vielleicht gerade etwas zu wenig. Ich finde es immer schwierig zu beantworten, wer mehr ist überhaupt, die Allgemeinen. Ich glaube, es schadet niemandem, auch ab und zu ein bisschen zu sagen, Abstand nehmen vom Alltag und einfach mal so ein bisschen austreten und sagen, was ist jetzt gerade?

Wie geht es mir? Was nehme ich wahr? Welches Bedürfnis spüre ich gerade? Es kann ja heute ein ganz anderes Bedürfnis sein, das ich jetzt gerade spüre, als in einer Woche, wenn ich mir diese Frage wieder stelle. Und das ist auch okay. Aber wieso sich selber ein bisschen wahrnehmen, sich bewusst werden.

Das ist eigentlich Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein wird auch wieder im Sprachgebrauch halt so quasi ja, der ist sehr überzeugt und der ist selbstbewusst, aber das ist eigentlich gar nicht Der Kern von diesem Wort, Selbstbewusstsein, ist einfach sich selber wahrnehmen. Und auf dem Selbstbewusstsein kann auch selbstvertrauen entstehen.

Aber das sind alles so Selbstwertthemen. Und die haben zum Teil auch mit so, ja, Exploration, sich selber gegenüber zu tun. Was ist jetzt gerade? Was nehme ich wahr? Was, ja, wenn das Bedürfnis ist, ist erfüllt, weil es ist vielleicht gerade verletzt, was kann ich machen? Und das führt letztlich auch wieder zu einem gewissen...

Gefühl von, ich habe einen Einfluss auf das. Kontrolle wieder. Nicht das Ohnmächtige, ich bin eh ausgeliefert, ich kann nichts machen. Du kannst etwas machen. Aber wenn es manchmal vielleicht eine offensichtliche Lösung gibt, und das ist auch normal, Ja, wir brauchen ja irgendeine Richtung, oder sehr oft wird man dann vom Nordstein, um herauszufinden, was sind es überhaupt für Gewohnheiten, die Sinn machen, dass ich so ein Plan für mich erarbeiten kann.

In dem Moment, wo ich ja nicht weiss, wer ich bin oder wohin ich will, Ich bin ja dann auch gefördert, dass ich fremdgesteuert bin. Wenn man da mehr ins Selbstbewusstsein kommt, hilft das halt schon. Da kommt man nicht darum um, sich mal die Gedanken zu machen, was will ich überhaupt. Ja, und spannend ist, was will ich überhaupt?

Oder diese Frage kann ich dreimal stellen, mit genau den gleichen Wörtern. Und zwar, ich nenne die Frage, will ich das? Und es geht in die Richtung, die ich gut verstanden habe. Will ich das? Und jetzt kannst du dir dreimal stellen, anders betont. Will ich das? Will ich das? Will ich das? Und beantworte sie dir einfach.

Zu welchem Thema auch immer. Und dann kannst du ein bisschen spüren, ob das wirklich etwas ist, was wichtig und richtig ist für dich selber in diesem Moment. Warum macht Pädi Chälin heute das, was er macht? Dazu komme ich eben aus purer Neugier. Mich fasziniert der Mensch, wie er tickt, mit all seinen positiven und negativen Mödel und Gewohnheiten.

Ich finde es einfach mega spannend, ein bisschen Licht ins Dunkel dieser Blackbox zu bringen. Und ich bin weit davon entfernt, zu behaupten, ich verstehe alles und ich weiss alles. Auf keinen Fall falsch verstehen, das habe ich wirklich nicht. Aber ich weiss schon viel mehr. Du lernst auch wieder. Du setzt dich auseinander mit dem Thema und ich lerne auch jedes Mal wieder im Coaching.

Es ist ja nicht nur so, dass quasi der Coach etwas mitnimmt, sondern ich als Coach auch jedes Mal wieder. Und ich finde es einfach extrem spannend. Ich glaube, es ist eh die beste Variante, selber etwas zu lernen, ist der Versuch, etwas anderes beizubringen. Ich glaube, in diesem Moment lernt man extrem viel.

Also wenn ich zum Beispiel einen Workshop durchführe, für ein Thema, lerne ich in diesem Moment, wenn ich den Workshop aufbereite, weil ich muss es ja dann sehr... geregelt, erklärbar, schlau organisiert, alles zusammenfassen, lerne ich extremst viel in diesem Prozess. Du musst es verstehen, damit du weitergeben kannst.

Das ist eine von diesen Lernmöglichkeiten auch in der Schule. Ich nehme es jetzt vor, gerade mit einer Tochter, die nicht in der Säcke ist, Sie hatte zum Mathe einen sehr schlechten Zugang, weil sie einfach klassisch Mädchen war. Mädchen und Mathe, das ist nichts, das ist völlig ein Gugus. Und sie war so eine von diesen Klischee-Mädchen.

Ja, Mathe. Und das hat schon früh angefangen. Mit dem 1x1 in der Primarschule hat sie mega Mühe bekommen zu anfangen. Und dann haben wir das gelernt und ich habe versucht, das auf eine spielerische Art beizubringen. Und das ist mir nur gelungen, weil ich das quasi verstanden habe. Und ich will nicht blöffen, sondern mich auf das eingehen, was du jetzt sagst.

Das Verständnis führt dazu, dass du jemandem etwas erklären kannst. Und jetzt hat sich das entwickelt, über all die Jahre, das ist in der letzten Sek, dass ich ihren Kolleginnen und Gesperrten in der Schule auch schon Sachen erklären kann. Und sie fangen mega gut in der Mathe an. einfach weil sie gelernt hat, zu lernen und gemerkt hat, wenn ich es wirklich verstehe, muss ich auch in der Lage sein, etwas zu erklären.

Dann merke ich, das kann ich noch nicht erklären. Das habe ich noch nicht so richtig verstanden. Das ist genau das, was du sagst. Du kommst auf eine tiefere Ebene. Du musst nur mal klarer werden, für mich selber. Ich finde, das Lernen, das Lernen ist, ich glaube, das ist es auch und so, egal, woher du das willst.

Wenn du gelernt hast, zu lernen, dann steht dir sehr viel offen. Das ist wie ein Universalwerkzeug, wie ein Passport, das alle Türen öffnen kann. Wenn du in der Schulzeit, ich komme jetzt nochmals auf die Schule, aber wenn du einfach Wokki lernst, indem du einfach das Innehammer hast, dann kannst du es abrufen, machst ein Sechs, aber eigentlich kannst du die Sprache nicht, weil du einfach schnell das kurze Zeitgedächtnis gefüllt hast.

dann hast du nicht gelernt, zu lernen, sondern hast du einfach gelernt, wie kann ich schnell Wokis lernen. Und das nützt dir gar nichts, wenn du nachher auf eine Geschichtsprüfung lernen musst. Das ist etwas ganz anderes. Also muss es wie eine tiefer liegende Struktur sein, wie lerne ich lernen. Und da sind wir wieder bei der Organfunktion des Gehirns.

Das fasziniert mich mega und darum bin ich jetzt in diesem Bereich so aktiv. Das ist extrem spannend. Wie klar ist deine Zukunft? Beziehungsweise anders gefragt, wie genau planst du deine Zukunft? Ich habe ganz ehrlich gesagt, meine Zukunft habe ich nie gross geplant. reingeraten in die verschiedensten Sachen.

Und ich bin ein mega grosser Fan von Zufall. Oder quasi, das ist wie so alles Zufall? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber viel Zufall, ja. Und dann gibt es ja Menschen, die sagen, nein, es ist alles vorbestimmt, es ist Schicksal. Und ich finde, ja, das ist auch wieder eine philosophische Frage, es geht nicht richtig um Falsch.

Aber ich gehöre eher diesen Anhängern von Zufällen an. Und ich bin durch so viele Zufälle gelenkt worden in meinem Leben, Und ich bin mit dem eigentlich immer gut gefahren. Ich fühle mich wohl, woher mir das gebracht hat, dass es für mich keinen Grund gibt, nicht dem Zufall zu vertrauen in die Zukunft.

Und das führt dazu, dass ich nicht viel plane. Aber kann man oder muss man vielleicht den Zufall auch so ein bisschen erzwingen, ist das falsche Wort, aber die Möglichkeit geben, dass der Zufall passieren kann. Ich glaube, es braucht vorher auch wieder eine Art zu tun. Unbedingt. Wir haben vorhin kurz geredet, wie du jetzt schlussendlich beim SRF gelandet bist.

Es hat Zufall gegeben, Aber es ist immer Vorgäng, es ist eine Aktion, hat stattgefunden. Also du hast dich als Praktikant gemoldet dort. Und ich glaube, das braucht es dann eben gleich. Oder in dem Moment, wo du passiv einfach bist und auf den Zufall wartest, weiss ich nicht, ob das wirklich immer funktioniert.

Ich kann dir das so nicht beantworten, ich kann nur sagen, wie ich es erlebt habe. Du hast schon recht, du musst am Schluss wie, einerseits darfst du nicht so unterwegs sein, weil dann siehst du links und rechts die Möglichkeit, die Zufälle nicht. Du musst ein Sensorium entwickeln, wo du die Sachen auch wahrnimmst und sagst, okay, das könnte ich ja vielleicht mal probieren.

Das braucht Offenheit, würde ich eher sagen. Es braucht gewisse Offenheit vielleicht. Ja, die Wahrnehmung. Die Wahrnehmung. Also nimm wahr, was ist jetzt da gerade? Und du kannst den Fokus wie selber steuern. Schaue ich nur jetzt vor mich und sehe nur das iPad oder sage ich okay, ich nehme alles wahr, dann nehme ich zwar periferisch das iPad noch wahr und das hat das Licht und das Büchergestell, aber ich sehe auch den Menschen und das Mikrofon und so weiter.

Und so ist es auch im Leben. Wenn ich quasi so unterwegs bin, sehr engen Fokus habe, dann Dann laufe ich wahrscheinlich wie durch einen Gang durch und sehe links und rechts die Türen gar nicht, die allenfalls entspannt offen sind, die mich sogar einladen, zu sagen, hey, schau mal schnell rein, was ist da überhaupt?

Neugier. Ja. Bisschen Neugier. Ja. Das ist das bessere Wort. Neugier und einfach die Vornehmung zu haben. einfach links und rechts zu schauen und zu warten, was da gerade ist. Und wäre das allenfalls etwas? Und dann, wie du sagst, musst du es auch irgendwann machen. Ich bin zufällig in die Situation geraten, während des Studiums, dass ich gemerkt habe, SRF sucht Sportassistenten.

Okay, ich bewirb mich mal. Ich hatte keinen Journalistischen Background, aber ich fand, ich bewirb mich mal. Wieso nicht? Aber das war nicht geplant, nicht im Ansatz. Und ja, am Schluss bin ich jetzt 26 Jahre bei SRF. Okay. Also du machst jetzt auch für dich keine Jahresplanung oder sowas. Du bist, glaube ich, 80 Prozent bei SRF, 20 Prozent als Coach.

Und du machst das einfach und schaust, was passiert? Oder hast du da schon irgendwo eine Vorstellung in welche Richtung du gehen willst. Oder ist das wirklich völlig offen? Es ist offen. Es gibt wie ganz viele Möglichkeiten. Vielleicht kann man es so sagen. Es gibt die Möglichkeit, dass es genau so bleibt, wie es jetzt ist.

Es gibt die Möglichkeit, dass ich das Coaching aufhöre. Warum auch immer. Es gibt die Möglichkeit, dass ich das Coaching ausbaue. Warum auch immer. Und alles ist aber okay. Also weisst du, ich kann wie... keinen Plan und ich erlaube mir, den Luxus planlos zu sein und ich finde das eben nichts Schlechtes.

In gewissen Sachen musst du einen Plan haben, du musst eine gewisse Struktur haben, aber nicht überall. Ich gebe es zu, ich habe ein bisschen Mühe, das nachvollziehen, weil ich überlege mir dann, was weisst du, was der nächste Schritt sein könnte? Ja, Ich weiss es nicht. Ich habe auch nie geplant, irgendwann noch eine Weiterbildung in den mentalen Bericht zu machen.

Das habe ich nie geplant. Das ist irgendwann passiert. Du gehst mehr auf Opportunitäten, die sich irgendwo ergeben. Ja, nennen Sie es so. Du gehst nicht aktiv suchen. Manchmal schon. Es gibt wie alles. Manchmal suche ich aktiv hin, was könnte man noch. Aber oft auch nicht. Ins Mentale bin ich gerutscht.

Meine Frau ist schon länger als Hypnosetherapeutin tätig. und dann hat sie eines Tages eine Weiterbildung gemacht und dann ist das Lehrmittel von dieser Weiterbildung bei uns auf dem Esstisch gelagert und ich habe während des Morgens mal so ein bisschen in die Nummer gelegt, das ist eigentlich spannend das mache ich auch und so geht das volle Programm Und ja, das war aber nicht geplant.

Ich will dann der einst auch irgendwo in die Richtung. Genauso, wie es nicht geplant war, mit dieser Ausbildung das auch anzubieten. Ich habe das nur für mich und meine Neugier gemacht, die ganze Weiterbildung. Und irgendwann hat meine Frau gesagt, wieso bietet das nicht auch an, jetzt so zu machen? Ja, da haben wir gar nichts überlebt.

Warum nicht? Ja, komm, machen wir. Es ist planlos und das klingt mega negativ. Für mich ist es aber nichts Negatives. Mein Bedürfnis war es, etwas Neues zu lernen. Und das habe ich erreicht mit dieser Weiterbildung. Und ich habe nicht geplant, ein zweites Standbein zum Einkommen zu sichern oder whatever.

Nein, sondern es ist wie dazugekommen. Ja, warum auch nicht? Komm, let's go. Das finde ich sehr spannend, wie unterschiedlich Menschen auch etwas ticken und andere Modelle haben. Oder auch andere Sachen, die ihnen wichtig sind. Der eine braucht das tatsächlich sehr geplant und strukturiert und andere können es sehr gut im Mittelleben einfach mal in den Tag hinein.

Das ist ein bisschen übertrieben gesagt. Und ich glaube, das ist auch okay. Unbedingt. Es muss nicht jeder gleich dick wie der andere. Ich habe vorhin immer wieder von Bedürfnissen geredet, die wir alle haben. Es gibt vier grundlegende Bedürfnisse, die wir alle haben. Ich habe schon ein, zwei genannt.

Zugehörigkeit zum Beispiel. Ein gewisses Kontroll-Sicherheitsbedürfnis haben wir auch alle. Zum Glück, weil sonst gäbe es uns gar nicht mehr im Jahr 2026. Wir haben alle auch ein Bedürfnis nach Einfluss, nach ... Autonomie, Macht, und ich meine das nicht negativ, aber sie kann mal durchsetzen, das ist ein Bedürfnis.

Und das vierte ist auch etwas wie so Freiheit, Leichtigkeit, Inspiration, das Explorative, das haben wir alle auch. Und jetzt, wenn du dir das vorstellst, die haben wir alle, das ist wie so eine Vier-Zimmer-Wohnung. Und der eine Mensch ist halt ein bisschen mehr, wenn du so eine Wärmebildkamera installieren würdest, und am Schluss des Tages, schau, der eine Mensch war ein bisschen mehr im Zimmer 1, der andere ein bisschen mehr im Zimmer 2, 3, 4, aber alle haben die Zimmer und alle bewegen sich in allen Zimmern.

Das Problem wird erst dann, wenn du dich im Zimmer 3 zum Beispiel nie bewegst. Dann ist das ganze System nicht mehr im Gleichgewicht. Und das ist übrigens dann auch der Moment, wo viele Leute merken, hey, jetzt ist nichts mehr gut. Jetzt ist aber der Leidensdruck hoch genug, jetzt muss ich irgendwas anschauen.

Jetzt bin ich gespannt auf die nächste Frage, aber ich habe eine Ahnung, in welcher Richtung es geht. Muss ich mir Sachen machen? Überhaupt nicht, nein. Aber ich bin halt eher jemand, der tatsächlich viel mit Routinen und gewisser Planung arbeitet. Aber gibt es auch im Leben von Perikänen so gewisse Routinen, die du aufrechterhaltest?

Sei es Tagesroutinen, Wochenroutinen, die doch wichtig sind und immer machst, die zur Gewohnheit geworden sind. Ja, die Gewohnheiten habe ich auf jeden Fall. Ich habe ganz sicher eine Menge unbewusste Gewohnheiten, auch wie jeder Mensch. Da müssen wir jetzt ein paar andere Leute fragen, was das möglicherweise ist, weil wir sind ja unbewusst.

Ich habe ein paar bewusste Gewohnheiten, die ich nicht so gut verstehe. die schon wieder auf die Identität abzielen. Mir ist es wichtig, auch mit meinem ganzen Background von diesem Sportstudium, dass ich nicht nur jetzt, sondern vielleicht auch 10, 20 Jahre noch einigermassen zu Wege bin. Also ist es mir wichtig, irgendwo ein gesundes Leben zu führen und das heisst, man muss auch ein bisschen etwas investieren.

Also ich muss mich ein bisschen bewegen. Ich muss vielleicht ein bisschen schauen, wenn ich was... Was heisst das konkret für dich? Gibt es auch fixe Trainingseinheiten, die geplant sind? Mir ist einfach wichtig, dass ich jeden Tag etwas mache. Aber ich habe keinen Plan, der sagt, am Montag mache ich Krafttraining, am Dienstag mache ich Ausdauer, am Mittwoch mache ich Beweglichkeit und so, das gibt es nicht.

Aber mir ist einfach wichtig, dass ich jeden Tag etwas mache. Und manchmal ist es vielleicht auch nur ein Anführungszeichen, vor zwei Tagen habe ich die Hecke im Garten geschnitten und ich habe überhaupt keinen grünen Turm. Meistens macht meine Frau das, also ich möchte jetzt nicht drüben mit dem, aber ich habe es gemacht.

Und das ist für mich auch schon eine Art Bewegung. Aber das ist nicht das, was quasi allgemein ein Training würfelst du wahrscheinlich. Aber mir ist es einfach wichtig, dass ich jeden Tag irgendwo etwas gemacht habe. Früher noch während des Studiums und auch nachher noch, war ich viel mehr im Fitnesscenter.

Ich habe auch dort mal gearbeitet. Das könnte ich heute nicht mehr. Ich kann nicht mehr ins Fitnesscenter. Das langweilt mich irgendwie. Aber ich kann zu Hause gewisse Sachen machen, die mit Freunden Stabilität, mit Kräftigung, mit Beweglichkeit zu tun haben, die für mich total stimmig sind jetzt. Letztlich mehr so ein funktionale Hintergedanken haben, dass ich eben so schmerzfrei bleibe.

Und das klingt mir aber auch nicht immer. Ich kann auch sagen, vor zwei Wochen hatte ich einen Hexenschuss. Ich bin weit weg davon, unverletzlich zu sein. Dann führt das wieder vor, vielleicht hättest du in dem Bereich ein bisschen mehr investieren können. Ja, wir alle sind Menschen mit allen Stärken und Schwächen.

Aber das sind so Routinen, die ich pflege und die mir wichtig sind. Aber sehr Aber nicht extrem strukturiert. Also nicht extrem viel Druck, den du dir eigentlich da auferleihst, sondern du machst, was du kannst. Und nicht, dass du jetzt genau den Plan hast. Ja, am Schluss, ich mache das für mich, weil ich das will.

Und nicht, weil ich muss, weil irgendjemand das von mir erwartet. Gibt es gleich noch andere, vielleicht sind es unbewusst, aber es muss in deinem Tagesablauf rüber passieren. Ich spiele auch gerne Klavier. Das ist auch so etwas, wo ich fast jeden Tag sitze, ich kenne das Klavier. Aber es ist nicht geplant, dass man dann noch...

Das Klavier steht ja offensichtlich in der Stube. Manchmal spiele ich 5 Minuten, manchmal sind es 20, manchmal ist es eine Stunde. Aber fast jeden Tag sitze ich hin und mache etwas. Und das ist ja auch eine Art Routine. Und das gibt mir auch etwas. Aber ich kann jetzt nicht ganz genau sagen, was es in welcher Intensität gibt.

Aber es ist wie eine gewisse Ruhe. Eine motorische Komponente hat es. Ich höre wahnsinnig gerne Musik. Wenn du das selber machen kannst, macht das etwas mit uns. Ich finde das schön. Das ist auch eine kleine Routine. Routinen finden am Wochenende und am Abend am meisten statt. Am Morgen eigentlich nicht.

Ich könnte jeden Morgen ausschlafen. Das mache ich aber nicht. Ich stehe jeden Morgen auf, damit ich meine Girls noch sehe, bevor sie in die Schule und in die Lüge gehen. Das ist auch eine Art Routine, die mir einfach wichtig ist. Aber das ist nichts grosses. Vielleicht ist auch das das Problem, dass viele Leute das Gefühl haben, man muss etwas weltbewegend an Routinen installieren.

Nein, auch diese kleinen Sachen sind zu wert, um diese zu pflegen und zu würdigen. Ich versuche das noch ein wenig nachzuvollziehen. lässt du da sehr viel am Zufall über. Das klingt in erster Linie nicht sehr geplant. Und auf der anderen Seite, wenn ich mit dir rede, machst du dir gleich ja die Gedanken, wo du schaust, was tut dir gut.

Sehr bewusst. Aber du zeigst aus dem aus, dass du nicht gleich einen Plan aufzeichnest. Nein. Und ich finde, das beschleust sich auch nicht aus, so wie ich es jetzt beschrieben habe. Auf der einen Seite planlos den Zufall ins Leben zu holen. Und auf der anderen Seite, ein gewisses Bewusstsein zu haben für das, was gerade ist, schliesst sich aus meiner Sicht und meiner Erfahrung überhaupt nicht aus, sondern es ergänzt sich wunderbar.

Aber ich verstehe auch, wenn jemand sagt, ich brauche mehr Struktur, ich brauche mehr einen Plan. Und das ist okay. Also diese Person befindet sich in dieser Vier-Zimmer-Wohnung vielleicht ein bisschen mehr im Zimmer 2, wo es um Kontrolle und Sicherheit geht. Und das ist in Ordnung. In Ordnung. Da ticken wir tatsächlich.

Ja, zum Glück auch. Stell dir mal vor, wie langweilig das wäre, wenn wir alle genau gleich ticken würden. Ich glaube, das wäre unaushaltbar. Für dich ist es glaube ich auch noch wichtig, dass wir das Jetzt, im Jetzt-Leben, Ja, weil das ist letztlich das Einzige, was ich habe. Ich kann nur jetzt leben, ich kann nicht vorher und nachher leben.

Aber auch das klingt wahrscheinlich tatsächlich auch nicht allen gleich gut. Es geht auch niemals um das. In der Vergangenheit oder in der Zukunft, aber im Hier und Jetzt ist man tatsächlich sehr oft genau nicht. Ja, das ist aber mega schade. Ja, weil wir immer irgendwelche Projekte wahrscheinlich haben.

Wir studieren, was will ich noch alles erreichen? Wenn wir über Ziele reden, dann sind das ja Ziele, die in der näheren oder fernen Zukunft liegen. Das ist ja logisch. Ein Ziel kann nicht jetzt sein, weil es geht ja nicht. Also denkst du immer in der Zukunft über etwas, was du willst. Und dabei geht manchmal das Jetzt, die Gegenwart, etwas unter etwas, was du magst, kannst du dann gar nicht mehr wahrnehmen, weil du immer am Wollen überlegen bist.

Das ist gar nicht einfach, diese Balance zu finden, oder? Nein, und nochmal, das klingt mir auch nicht immer. Also, weisst du, das klingt wie so, ah, jetzt checken, nein, ja, ich weiss ein bisschen etwas, aber klingt mir wegen dem bei weitem nicht immer. Aber das ist auch in Ordnung. Also, wir sind nicht perfekt.

Aber es geht auch wieder um ein gewisses Bewusstsein. Warum geht es mir jetzt gerade so? Kann ich jetzt etwas machen? Muss ich es auch einfach akzeptieren im Moment? Und alles ist möglich. Aber wir sind nicht perfekt. Wir müssen nicht perfekt sein. Aber das Einzige, was wir können, ist jetzt leben. Weil, ja.

Ich kann nicht in 5 Minuten in diesem Moment leben. Ich kann auch nicht im Moment vor 5 Minuten leben. Das geht nicht. Also... entscheide ich, willst du leben? Ja? Dann mach es jetzt. Dann sind wir am Schluss irgendwo wieder bei Bewusstsein, oder? Ja, genau. Das ist Selbstbewusstsein. Zweitöchter. Zweitöchter.

Was ist für dich das Wichtigste, was du mit auf den Weg geben möchtest? Es geht viel in die Richtung, die wir jetzt schon diskutiert haben. Das Leben ist bunt irgendwo, mit allem, was dazugehört. Mit angenehmen und unangenehmen Momenten. Und das ist okay. Es ist so. Und das andere ist wie so, gib dir das Beste.

Was auch immer das in dem Moment ist, gib dir das Beste. Das ist das, was du beeinflussen und kontrollieren kannst. Was dabei herauskommt, kannst du nicht mehr kontrollieren. Aber du kannst dir auch nie einen Vorwurf machen, ich hätte dich doch. Gib einfach dein Bestes. Wenn du das gemacht hast, kannst du auch einen Frieden finden mit dem, was herauskommt.

Und dann sind halt Sachen wie das Lernen, Lernen. Weisst du, wie oft sind sie gekommen und haben gesagt, wieso muss ich jetzt lernen? Die Hauptstadt von Europa, das brauche ich doch nie. Ja, wahrscheinlich nicht. Aber schau es als Chance an, als Training für deinen Kopf. Und irgendwann, wo auch immer dein Weg führt, wirst du froh sein um einen trainierten Kopf.

Also lerne zu lernen, bleib neugierig und Lernen. Und gib uns das Beste dabei, im Wissen, es wird nie perfekt sein. Das sind wahrscheinlich die Grundpfeiler, die mir, aber auch meiner Frau wichtig sind. Wir vertreten das ja zusammen und wir tragen das miteinander. Ich glaube, das ist auch mega wichtig, dass du irgendwo die gleiche Richtung gehst.

Weil sonst ist es für die Kinder... Ich habe mich umgekehrt. ... aber ganz andere Auffassungen. Und das ist bei uns zum Glück überhaupt nicht so, sondern wir gehen wirklich in die gleiche Richtung. Was hat dich am meisten geprägt? Was sind so Situationen oder Personen? Wir werden alle geprägt von unserem engsten Umfeld.

Von unseren Eltern im Normalfall. Und das Furchtende ist, wir werden ganz früh schon geprägt. Vom ersten Moment an. Nur ist das etwas, dem wir uns nicht mehr bewusst sind. Weil bis... Wenn ich dich frage, was ist das erste Erlebnis, wo du dich erinnern kannst, ganz bewusst, dann wird das irgendwo etwas sein, wo du vielleicht vierer, plus, minus bist.

Vorher kannst du dich nicht erinnern, weil einfach die Strukturen im Gehirn, die es dafür braucht, für explizites Gedächtnis, noch gar nicht ausgereift gewesen sind. Und trotzdem wirst du in dieser Zeit, in der diese Strukturen noch nicht ausgebildet sind, wo eben das bewusste Erinnern zulässt, wirst du schon geprägt.

Weil Strukturen für so Automatismen schon da sind, Weil die Strukturen von Wahrnehmung, das Kind nimmt schon sehr gut wahr, ohne das zu formulieren, und sich bewusst zu sein, wie es gegenüber mit ihm umgeht. Also es nimmt wahr, was für das Klima ist. Ist es eine Wärme, eine Zuneigung, oder ist es eher eine Distanz und eine Kälte?

Und das macht etwas mit der Struktur im Gehirn. Wir werden jetzt schon von Anfang an geprägt. Wir sind uns das nicht bewusst. Also bin ich prägt von meinen Eltern. Du bist prägt von deinen Eltern. Die meisten sind von ihren Eltern prägt worden. Nachher wirst du prägt von anderen wichtigen Bezugspersonen, von deinen besten Freunden.

Vielleicht auch von Lehrpersonen, von Trainern im Sport. Du nimmst überall etwas mit. Aber jetzt wirklich zu sagen, das war der prägendste Moment, war, kann ich dir so nicht beantworten. Also auch nichts, wo du das Gefühl hast, das hat meinen Weg irgendwie auf einen Schlag so ein bisschen verändert. Oder anders gefragt, was ist dir wichtig heute?

Für dich persönlich, was achtest du wirklich ganz bewusst, wenn du das beschreiben müsstest? Was ist dir am wichtigsten heute? Am wichtigsten ist, dass es meiner Familie gut geht. Mir und meiner Familie, ganz ehrlich. Und gut gehen heisst nicht immer, Frieden, Freude, Eierkuchen. Das kann es nicht sein.

Wenn man diesem Ziel hineinjagt, dann sind wir wahrscheinlich auf bestem Weg, auch unglücklich zu werden. So ist das Leben nicht. Es gibt unangenehme Momente und Situationen. Und trotzdem sollte es so sein, dass es das Schöne, das Angenehme überwiegt. Und das ist ganz wichtig, dass wir gesund sind, dass wir sicher sind, dass auch eine gewisse Freude, Fröhlichkeit da ist, dass eine gewisse Leichtigkeit da ist bei allem Leistungsanspruch, der heutzutage da ist, das auch die Kinder von sehr klein an spüren.

dass man es auch nicht zu ernst nimmt. Irgendwo sind wir da zum Leben. Ich sage nicht, wir müssen leben nach dem Motto, nach mir die Sintflut, überhaupt nicht. Aber irgendwo sollten wir schon auch einfach leben und nicht nur funktionieren. Und das ist mir wichtig. Und das möchte ich irgendwo in unserer Familie auch vorleben.

Ja, nichts Materielles oder irgendwo noch das erreichen in der Beruf. Dieses moderieren und jenes bereisen und noch das haben wir auch. Das ist mir nicht so wichtig. Sondern einfach jetzt leben können und das irgendwo auch mit einem gewissen Genuss verbinden. Würdest du auch so für dich Erfolg beschreiben?

Oder ich habe noch etwas anderes, wenn ich dich fragen würde, was für dich heute Erfolg ist. Ja, wenn du es überlegst, ist Erfolg wahrscheinlich wirklich dann, wenn du persönlich nach deinen Idealvorstellungen Wert leben kannst und das irgendwo geniessen und wertschätzen kannst. Dass es so ist, weil das ist ja auch noch ein Fakt.

Viele haben mega Erfolg von aussen angeschaut, aber fühlen sich nicht wirklich gut dabei. Weil sie irgendwie sich fühlen, es muss noch mehr, noch mehr, noch mehr, noch mehr. Und das ist auch immer so zukunftsgerichtet. Und dann geht das, was da ist, was du schon hast, völlig unter. Und manchmal musst du wie einfach aus dem Rad ausbrechen und sagen, hey, was ist, was habe ich schon?

Und das auch irgendwo schätzen. Ich meine, das ist auch fies. Unser Gehirn ist ein bisschen so angeleitet, dass es unseren Fokus immer richtet auf Gefahren, auf Probleme, auf Sachen, die wir noch besser machen können, auf Sachen, die uns potenziell bedrohen. Und das ist ja auch gut, weil das führt letztlich auch zu Überleben.

Aber es darf nicht überhand nehmen. Also wenn du am Abend ins Bett liegst, Und quasi den Autopilot eingestellt hast, dann wird das Gehirn nur negative Gedanken anspielen. Das Meeting ist schief gelaufen, das Auto ist kaputt gegangen, dann musste ich auf den Zug, den SIECH habe ich auch noch verpasst, am Schluss habe ich es nachbestellt, wo es ewig nicht gekommen ist, es war kahl, also du hast nur schlechtes Dabei, 100% hat der Tag auch gute Sachen gehabt.

Und da lohnt es sich schon, statt eine To-Do-Liste am Abend zu machen, was will ich morgen machen, wäre es allenfalls eine Überlegung gewesen, eine Tada-Liste zu führen. Was ist heute alles gelungen? Tada, das ist gelungen. Tada, das ist gelungen. Das geht wirklich unter, weil man es als selbstverständlich einnimmt.

Und das muss nicht sein, Tada, ich habe heute ein Buch geschrieben. Sondern, Tada, ich habe heute meine Bewegung gehabt. ganz kleine Sachen, die aber in diesem starken, negativen Rauschen des Tages, wo quasi der Autopilot uns anströmt, wie runtergehen. Und das ist schade. Und da gibt es Möglichkeiten, um den Fokus ein bisschen zu richten.

Man kann das Gedanken steuern. Ja. Ich finde wirklich, eine Tada-Liste kann mindestens so wertvoll, wenn nicht wertvoller sein, als eine To-Do-Liste. Sehr gut, Paddy. Und wir kommen auch schon fast zum Schluss. Ich habe am Schluss noch drei Fragen, die ich mir gleich stellen möchte. Die erste ist, gibt es so ein Lieblingsgadget, das du mit dir trägst oder das dir einfach Freude bereitet?

Hm. Nein, ich träge natürlich wie alle Menschen in der heutigen Zeit ein Smartphone mit mir rum. Und ich habe eigentlich auch noch gerne so technische Gadgets und so, aber wenn ich mir überlege, was habe ich? Da kommt man jetzt nicht etwas spontan in den Sinn, wo das ist es und das muss ich eigentlich fast immer ein bisschen haben.

Vielleicht ist es tatsächlich, von dem Thema haben wir es vorher gehabt, eine Yogamatte, die ich auf Reisen mitnehme. Also das ist nicht ein Gadget im eigentlichen Sinn, aber eine Yogamatte, damit ich mich wenigstens im Zimmer ein bisschen bewegen kann, damit ich vielleicht nicht auf einem alten Teppich muss Liegen.

Habe ich mein Yoga-Metall dabei? Sehr gut, das lassen wir gelten. Ein Buch, hast du zwar schon erwähnt, aber vielleicht gleich noch mal ein Buch, es könnte vielleicht ein Podcast sein oder ein Film, den du wirklich von Herzen weiterempfehlen würdest? Oh je, ähm... Ich gehe ein bisschen überrumpeln, das ist so ein Moment, wo...

Es gibt so viele Filme, so viele Bücher. Aber ja, die 1%-Methode könnte ich auf jeden Fall empfehlen für Leute, die sich interessieren, wie man sich Gewohnheiten aufbauen kann. Ein Buch, das ich gerade gelesen habe, ist... Dan Brown, Secrets of Secrets. Und da geht es tatsächlich auch um Bewusstsein, Unterbewusstsein, ist noch spannend.

Also wenn man gerne so ein bisschen Thriller hat, verbunden mit so ein bisschen wissenschaftlichem Zugang, auch empfehlenswert. Das wäre so ein bisschen das, was spontan in den Sinn gekommen ist. Da bin ich froh, das müssten wir noch verlängern. Aber kommen wir schon zur letzten Frage. Gibt es irgendeinen Tipp, den deinem 20-jährigen Ich empfehlen, Würdest du auf den Weg gehen, wenn du das könntest?

Mit dem heutigen Wissen. Durch das, dass ich eigentlich grösstenteils recht zufrieden bin, wie sich mein Leben präsentiert, wie sich es entwickelt hat, gibt es auch diese Momente, wo ich sage, hätte ich doch hier das und das gemacht, dann gäbe es gar nicht so... mehr so... dem quasi ein bisschen auf die Schulter gelaufen und gesagt, ja, das ist dein Weg, deine Art, durchs Leben zu gehen.

Vertraue dem, es kommt gut und es ist schon gut. Manchmal wünsche ich mir, dass ich noch mal jünger werde, um wieder Sport zu machen, mit all dem Wissen, das ich jetzt habe. Aber das ist jetzt nicht konkret einfach auf den 20-Jährigen im allgemeinen Leben. Aber sonst, nein, ich bin wirklich eigentlich größtenteils zufrieden mit dem, was die 20-Jährigen gemacht haben.

Mit allen Fehlern, die auch dazugehört haben. Aber die sind ja wichtig. Aus dem lernst du am Schluss auch wieder etwas. Sehr schön. Pei, danke vielmals. Ich fand es sehr spannend. Man sieht, wie du das Thema brennst. Die meisten kennen es, so ist es mir auch gegangen, hauptsächlich als Sportmoderator.

Dann mal eine andere Seite zu sehen, das ist sehr cool gefunden. Danke vielmals, bist stark. Wenn jetzt jemand noch etwas mehr zu dem, was du machst, vielleicht auch im Coaching-Bereich, wird erfahren, wo wir die Leute anschicken dürfen. Ja, ich habe eine Homepage, ich habe einen Instagram-Account, aber es ist jetzt nicht, wie soll ich sagen, ich würde mich mit dem jetzt nicht mega räumen, es ist sehr überschaubar, was man dort findet, aber es gibt eine Homepage.

Ich habe etwas gekocht, was mit PK ist und ich fand einfach Paddy Kaling, das ist ein bisschen langweilig und darum... PK und gleich etwas mit Leistung und Abrufe, also der Schlüssel zur Leistung und darum heisst es performancekey.ch Ja und tatsächlich, es hat also gute Instagram-Geschichten, du hast auch einen YouTube, eine gute Videoserie, also ich finde da tust du dich jetzt auch ein bisschen, ja.

Die habe ich ganz vergessen, weil das ist schon wieder ein wenig her, das darf man definitiv mal anschauen. Danke vielmals für die Einladung. Schön bist du dabei gewesen, wenn dich das Gespräch inspiriert hat und du gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen möchtest, was ich sonst so mache und wie clevere Systeme und Prozesse zu mehr Zeit, Spass und Erfolg verhelfen können, dann folge mir doch auf Instagram at MikeBite.

Bis bald.

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