Nachhall: Geschichte. Politik. Vorarlberg.
Als der große Hunger durch das Land rauschte
Mittwoch, 28. Oktober 2026 · 48 min
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Shownotes
Michael Kasper über Hochwasser, Kriege, einen Vulkanausbruch und die letzte Hungersnot in Vorarlberg
Am 10. April 1815 krachte es auf der indonesischen Insel Sumbawa gewaltig: Der Vulkan Tambora brach aus. Asche und Gase veränderten das Klima weit über Indonesien hinaus. 1816 blieb der Sommer in Europa vielerorts aus, die Ernten fielen schlecht aus – und in Vorarlberg spitzte sich die Not zur Hungersnot zu.
In der aktuellen Folge des VN-Podcasts „Nachhall“ erzählt Michael Kasper, Direktor des vorarlberg museums, von den Ursachen und Folgen der letzten großen Hungersnot in Vorarlberg. Dabei kommen auch dramatische Geschichten aus den Talschaften zur Sprache.
Es war nicht allein der Vulkanausbruch: Kriegsfolgen, Wirtschaftskrise und Missernten verschärften die Not. Als sich die Lage zu bessern schien, wurde das Rheintal von einer verheerenden Überschwemmung getroffen. Der Bodensee erreichte einen historischen Höchststand. Wie lebten und überlebten die Menschen damals? Was kam auf den Tisch? Im Gespräch mit Michael Prock erzählt Kasper von einer Zeit, die mehr als 200 Jahre zurückliegt – und bis heute nachhallt.
VN-„Nachhall“ ist ein Podcast über die Landesgeschichte Vorarlbergs und ihre Spuren bis heute.
VN-Politikchef Michael Prock empfängt regelmäßig Gäste im Podcast-Studio von Ländle TV in Schwarzach und spricht mit ihnen über Episoden und Begebenheiten der Vorarlberger Geschichte. Jede Woche per Video auf Ländle TV und VOL.at sowie als Podcast auf allen gängigen Podcastplattformen.
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Nachhalt, Geschichte, Politik vor Adelberg. Hallo und herzlich willkommen bei Nachhalt dem VN Podcast über Landesgeschichte die bis heute. nachhalt wie der Name schon sagt. Mein Name ist Michael Prock. ich leite die Politikreaktion der Vorarlberger Nachrichten und darf Sie wieder zu einer weiteren Ausgabe begrüßen.
Heute sprengt mir über ein Ereignis das viele im Land auch ich gar nicht mehr so aufm Radar hatten In der heutigen Zeit des Überflusses kaum vorstellbar, was vor zweihundert Jahren in Vorarlberg geschah. Wir sprechen über die letzte große Hungersnot im Land und was ein indonesischer Vulkan damit zu tun hat.
Und dazu darf ich den Direktor des Vorarlbergenmuseums und Historiker Michael Kaspar bei mir begrüßen. herzlich willkommen! Danke für die Einladung. Sie haben ja ausführlich zu dem Thema geforscht und ich glaube das kann eine sehr interessante Folge werden weil auch ich nicht wusste. Ist diese Hungersnot gar nicht mehr so präsent?
Ja, mittlerweile ist es glaube ich wirklich schon sehr historisch. Ich muss aber zugeben, ich hatte noch eben rund um mehrere Projekte in den vergangenen Jahren ebenso das zweihundertste Gedenkjahr an des Ereignis, aus dem Jahr zwei Tausend Sechzehntsein. Doch noch einige Zeitzeuginnen und Zeitzeugen also möglich sehr betagte Personen die wiederum von ihren Großeltern, Urgroßeltern noch so mündliche Informationen bekommen haben.
Also bei dieser Generation war es noch ganz vage zwar aber doch bis zum gewissen Grad präsent jetzt nicht auf die Jahreszahl genau oder auch eben natürlich über viele Generationen überliefert. Aber es gab so ein gewisses rudimentäres Wissen. da muss einmal etwas sehr furchtbares passiert sein Eben Schneefall im Sommer eben Ernteausfälle und dann eben daraus resultierend eben auch Untersnot.
Ich habe die Biografie von Maria Franziska Nann gefunden, der am vierzehnten Juni, achtzehn, siebzehn starb und der Fahrer im Todesbuch feststellte, Hunger sei aus Mangelung und Abgang der Nahrung an gänzliger Entkräftung gestorben. Was ist denn da passiert? Wie können wir uns diese Hungersnot vorstellen?
wie haben die Menschen gelebt? Ja, ich glaube wir müssen ein bisschen größer vielleicht anfangen. Das ist dann eben der Kulminationspunkt im Frühjahr, da ist es am dramatischsten und am kritischsten. Wie kommt das so weiter? Oder was sind die Rahmenbedingungen? Und da muss man auf der einen Seite schauen... Es gibt natürliche naturräumliche Gegebenheiten aber es gibt natürlich auch die politisch-historischen Rahmenbedigungen, die das alles mit verursacht und mit bedingt haben.
Wir sind ja eben Am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, es ist ja eine lange Phase der politischen Währenden. Der Kriegszeiten eigentlich. also beginnt mit der französischen Revolution, siebzehnneinundachtzig dann kommen diese ganzen Kriege eben zwischen dem revolutionären Frankreich und Österreich, Preußen, Russland England also in verschiedenen Konstellationen bis dann eben auch Napoleon auftritt und diese napoleonischen Kriege folgen die eben bis kurz vorher eben achtzehn vierzehn fünfzehn Europa prägen.
Und natürlich dazu führen das ist fast zwanzig Jahre lang mehr oder weniger Kriegszustand wirtschaftlich auch schwierige Zeiten, Kontinentalsperre usw.. Der österreichische Staat geht mehrfach in den Kukurs und man kaut das Geld wird entwertet. Also es sind wirklich wirtschaftlich vor diesem Hintergrund schon ganz schwierige Zeiten, dann kommt aber eben dazu dass so ab etwa Kühl war.
Wir befinden uns in dieser sogenannten kleinen Eiszeit, also so von etwa sixteenhundert bis eben achtzehnfünfzig gab es eine Phase die relativ kühl über jahrzehnte Jahrhunderte gewirkt hat. und innerhalb dieser sogenannten kleinen Eis-Zeit ist dann diese Zeit des frühen neunzehnten Jahrhunderts ebenso ab achtzendachtnein nochmal ein besonderer Kühl, eine besonders kühle Phase Gab's auch so um, in den Vulkanausbruch in Südamerika.
Und dann eben... Also auch da schon keine guten Ernteerträge zum Teil in diesen Jahren jetzt nicht ganz dramatisch aber eben auch so dass man keine großen Reserven anlegen kann. und dann kommt das Jahr, im April bricht eben auf Indonesien, auf einer Insel der Vulkan Tambora aus. also wirklich unglaublich.
er bricht nicht mehr aus, er explodiert sozusagen dieser ganze Berg Dokumentierte Ausbruch der Menschheitsgesicht. Genau, also wo es aber wirklich auch eben Augenzeugen von britischen Schiffen usw. gab und natürlich vor Ort unglaubliche Verheerungen und Zerstörungen zieht tausende Tote wahrscheinlich kann man gar nicht genau rekonstruieren.
Und dieser Ausbrucht diese Explosion hat einfach dazu geführt dass unglaublich viel Staub Asche verschiedene Gase sich hoch oben in Atmosphäre befunden haben Dann eigentlich ja für eineinhalb Jahre die Einstrahlung der Sonne reduziert haben, vielleicht auch dazu geführt haben dass es aufgrund dieser Aerosole, dieser Partikel, die sich dann da in der Atmosphäre befinden.
Es von mehr zur Wolkenbildung kam und insbesondere auf den Nordhalbkugeln also da ist das zumindest am besten dokumentiert. Also Nordamerika Europa ist wirklich zu einer deutlichen Abkühlung kam und da verfolgt er. Das ist eben nicht nur ein paar Wochen oder Monate, sondern wirklich über einen längeren Zeitraum.
Und dann kommt dieses Jahr, also im Sommer, die sogenannte Ja ohne Sommer. Da ist das am stärksten ausgeprägt diese Asche-Schicht in der Atmosphäre. Es ist insbesondere auch im Alpenraum und auch in Freidelberg dokumentiert. Also den ganzen Sommer über Schneides weit hinunter in die hochgelegenen Taylor eben auf den alten sowieso.
Also wirklich dramatisch, also es wächst weder das Gras im Unterschied zu Heuer oder wo wir wegen der Türe keinen guten Wuchs hatten was ihm damals eher die Feuchtigkeit und die Kälte, was ja bei uns im Alpenraum natürlich entscheidend war, eben vor allem dieses Gras dass für das Vier entscheidende gewesen wäre nicht gut gewachsen ist.
Und man hat natürlich auch in Voranberg Getreide angebaut, so ein bisschen um sich nebenbei selber zu versorgen. aber auch das ist natürlich nicht reif geworden oder eben vom Schnee zusammengedrückt oder ja. also dass einfach diese Ernte mehr oder weniger ausgefallen ist und das ist eben nicht nur hier passiert sondern an vielen Orten.
Man konnte es auch nicht irgendwie zukaufen hatte eben auch aufgrund dieser wirtschaftlichen Umstände keine Mittel Nach diesen vielen Krisenjahren, um irgendwo anders zu hohen Preisen das zu kaufen. Das steigert sich dann... Also das Reservoir immer geringer und man kann auch nicht groß. Es gibt keine Eisenbahnen oder irgendwas.
Man kann nicht über große Distanzen eigentlich auch diese Lebensmittel transportieren oder importieren von irgendwo. Man muss versuchen es im Nahkreis zu bekommen und dementsprechend im Knapper wird die Lage, man muss einfach das was eigentlich noch mal für die Aussaat bereitsteht frühzeitig dann verbrauchen.
Man muss das viel schlachten, damit man eben kein Futter hat aber auch um überhaupt irgendwas zu haben. also ja ganz ganz schwierige Bedingungen eigentlich für die Menschen und diese Zeit da im Frühjahr ist es dann am schlimmsten. Also da sind wirklich alle Depots leer, alle Reserven aufgebraucht kein Geld mehr vorhanden und Es ist nicht so dass die Bevölkerung massenhaft verhungert.
also wie es in diesem Fall sehr dramatisch geschildert wird davon Fahrer Aber die Sterblichkeit ist deutlich erhöht Und oft sind die Todesursachen eben nicht jetzt irgendwie oder steht dann oft nicht dabei verhungen sondern steht halt an verschiedenen anderen Krankheiten gestorben. aber Trotzdem, wenn man sich halt in die Gesamtstatistik anschaut ist es ein deutlicher Ausschlag sozusagen der Sterbefälle nach oben.
Was darauf hinweist dass dem Menschen einfach Mangel ernährt werden und Anfälliger für Krankheiten geschwächt worden einfach und oft auch nicht ganz klar also diagnostiziert wurde. natürlich was dann die wirklichen Todesursachen oder? Bevor wir über diese Situation während dieser Hungersnot sprechen vielleicht ganz allgemein Wie war denn das Leben damals in Vorarlberg?
Diese ganzen Ereignisse, die Sie geschildert haben auf was für ein Land treffen sie. Ja also vorall berg ist zu dieser Zeit es war kurz zuvor noch zwischen eighteenhundertfünf und fünfzehn Teil des Königatis Bayern. Also diese Region hat es nicht so österreich gehört. So ein Leben. in Zuge dieser Kriegsereignisse kamen Tirol und Vorarlbergen gemeinsam eben dazu.
Bayern. Wir haben immer die Bevölkerung Zum guten Teil natürlich in der Landwirtschaft tätig ist, aber nicht allein von der Landwirtschaft lebt zum allergrößten Teil. Also wir haben in Vorarlberg die sogenannte Realteilung gehabt das heißt sehr viele waren erbberechtigt Die der landwirtschaftliche Boden oder der tragreiche Boden ist überschaubar und oft würden eben diese Güter und die Höfe immer kleiner und zerstüglicher.
Was dazu geführt hat, dass fast niemand mehr ausschließlich von der Landwirtschaft leben konnte. Und viele gezungen waren einen anderen Verdienst irgendwie sich zu suchen und zu finden. Das ist auf der einen Seite ein ganz starkes Phänomen sehr viele Wandern aus temporär. Es gibt eine große Gruppe vor Menschen, die im Bauhandwerk oder als Händler oder also für unterschiedlichen Tätigkeiten Um den Alpenraum oder durchaus vielleicht auch in ein größer entfernte Gebiete, sondern Frankreich und auch in andere Gebiete der Monarchie wandert oft so einige Monate lang das Jahrhäres um dort eben etwas zu verdienen.
Gleichzeitig wird natürlich viel Heimarbeit im Textilbereich betrieben. also viele Bauernhöfen finden sich, also wird eben gesponnen, wird gewebt für diese frühe Textilwirtschaft Dezentral noch, also nicht in großen Fabriksgebäuden sondern wirklich eben in den Höfen stehen dann die auf die Webstühle oder wird gesponnen.
Gibt es eine dezentrale Textilproduktion und ja sowohl dieses Einkommen wenn man auswandert oder für diese Arbeit, für die Textilwirtschaft das ist das einzige Geld dass die Menschen eigentlich wirtschaften können daneben oft so eine eine Subsistenz, eben selbst Erhaltungs- landwirtschaft wo man ja halt eben meistens ein bisschen Milch, ein paar ein bisschen Getreide, bisschen Obst vielleicht also so ein paar sich nicht ausreichend um eigentlich zu überleben aber halt um bestmöglich auch mitzuversorgen betrieben wird.
Tendenziell ist es eher so dass die weibliche Bevölkerung vielleicht eher in der Anruf war und diese Landwirtschaft betrieben hat, auf dem in Verbindung mit dieser Textilarbeit. Und eher die männliche Bevölkerung mobil unterwegs war und im anderen Orts versucht hat sich ein Einkommen zu wirtschaften.
Wir haben insgesamt eine ganz große Gruppe an sehr eben in Armut lebenden Menschen oder an der Armuts Grenze ist natürlich schwer zu definieren für die damalige Zeit Auf jeden Fall viele, die keine finanziellen Spielräume haben eben auch keinen großen Besitz haben und deren eben auch Einkommen durchaus gefährdet ist wenn sich irgendwie von der wirtschaftlichen Situation etwas ändert.
Das ist gerade jetzt bei den beiden genannten Fällen. diese Migrationen, diese Arbeitsmigration aber eben auch diese textile Heimarbeit waren natürlich sehr abhängig von dieser politischen Entwicklung. also zum Beispiel Wenn eben der Kriege geführt werden, dann können die einfach von Österreich sozusagen auch nach Frankreich gehen auf Saisonarbeit.
Oder auf der anderen Seite wenn eben diese Kontinentalsperre dagegen Großbritannien verhängt wird von Napoleon Dann war das zuerst immer gut für die Textilwirtschaft. aber in dem Moment auch sind fünfzehn wo die aufgehoben wurde Und wieder das relativ. also England war da schon weiter in der Industrialisierung und dieser recht billige Textil diese Textilprodukte dann wieder auf den Kontinent gekommen sind von Großbritannien.
Ja, also die ganze Ostschweiz, die ja auch stark textil geprägt ist und eben mit ihr vor Allberg kommen noch eine riesige Krise. Also Arbeitslosigkeit oder eben es gibt keine Aufträge mehr für diese Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter. und ja, sie sind sehr, sehr prekär und das sind ganz große Gruppen der Völker- und ihre Prekären unterwegs sind.
Und alles zusammen kumulierte im Jahr achtzehn, siebzehn bei Menschen wie Maria Franziskanan. Das war eine Zeit da waren Nahrung so viel wert wie ein Haus. ich habe den Satz gefunden Ein Haus für einen Sack Mehl. das ging schon sehr dramatisch. Wie kann man sich denn den Alltag Im jahr achtzehund siebzen vorstellen?
Also da muss man vielleicht wirklich sagen ist diese Überlieferungen wird schon oft auch dann eben über die und der unterdreschen fast vielleicht ein bisschen eben dann sehr pointiert formuliert. Es gibt eben auf deiner Seite diesen Verweis auf diese extremen Rundpreise, die da entstanden sind vor allem für Getreidevermehl.
Und auf der anderen Seite gibt es auch diese Berichte dem Menschen hätten Gras gegessen oder so. also das muss man vielleicht schon ein bisschen relativieren. aber es ist natürlich eben einen Faktum eben diese eh schon geringen Getreiden Reserven oder Erträge, die eben in den letzten Jahren fast vollständig ausgefallen sind.
Also man muss sich das vielleicht von der Ernährung auch so ein bisschen vorstellen. Die Menschen damals im Vorarlberg ernähren sich eigentlich noch recht konservativ, wenn wir es bilden. Das ist also hauptsächlich eine Mischung aus Getreide und Milch. Oder das als Milch hat mein Relif großem Ausmaß natürlich nicht nur Milch frisch sondern auch zu Butter-Schmalz verarbeitet.
Das war die Hauptfettquelle, Energiequelle. Das Fleisch wird fast nicht selber konsumiert, sondern das Vieh wird dann verkauft im Herbst auf dem Viehmarkt und dann hat man eben Geld. Aber es ist nicht dass man das selber schlachtet und nutzt oder nur wenige. Und auch das Getreide also das wird zwar irgendwie kombiniert sind viele so Moose Arten.
der Riebel geht so in diese Richtung vielleicht ein bisschen dann auch Aber es ist sonst nicht sehr vielfältig eigentlich. Und eben wenn da jetzt ein Teil davon also erstens die Milch reduziert vorliegt, das Getreide unerschwinglich teuer ist und nichts viel selber hat dann gibt's nicht viele Alternativen.
zum Beispiel eben die Erde für die Kartoffeln sind zwar bekannt werden auch schon angebaut aber werden von den Menschen gar nicht gegessen. Also die werden in diesen im achzehnten Jahrhundert gibts die schon in Vorarlberg Aber es ist eigentlich mehrfach auch dokumentiert, die werden hauptsächlich verfüttert.
Also das ist der Menschen eher suspekt. Sie wissen dann am Anfang auch nicht genau was kann man da eigentlich essen? Wie muss man die richtig zubereiten? und eben also jetzt sind ja eher zurückhaltend und net so dass sie sich aus der Natur ernähren und überall Kräuter sammeln und so sondern dieses eben eigentlich sehr Monoton und auch jetzt nicht irgendwie kulinarisch spektakulär, sondern eben es ist oft so zwischen preisuppe und eben so ein bisschen in unterschiedlichen Konstellationen was man halt gerade in der Jahreszeit entsprechend zur Verfügung hat.
Natürlich gibt's dann auch aus dem Garten und zwar ein paar kautartige Gewächse usw., die man da noch mit hinein nimmt aber eben das ist nicht sehr vielseitig. Und dieses Mehl fehlt. Also es ist nicht leicht, das irgendwie zu kompensieren. und das Erste was man eben dann macht weil man eben eher auch kein Futter hat für das Vieh ist eben dass man die Schlachte selber.
Man bekommt auf dem Level alle jetzt das Viehh abstoßen müssen weil sie es nicht über den Winter bringen können auch wenig Geld auf dem Viehhmarkt weil die auch in der Zielgewittene entsprechend wenig Futter haben die das potenziell an kaufen könnten. Und ja, so verschärft sich das von Monat zu Monat.
Es gibt viele Berichte auch von den Beamten im Land, die dokumentieren und darauf hinweisen gegenüber der Obrigkeit. Wir laufen da gerade in eine riesige Notsituation, in eine Krise hinein. aber eben der Staat hat eigentlich keinen Spielraum, hat kaum Mittel da irgendwie einzugreifen und werden dann schon im Frühjahr... vereinzelt so kleine Aktionen gestartet, dass man wieder ein bisschen saat gut ankaufen kann oder?
Also da werden dann zwar aber eben sehr überschaubare Beträge für Vorarlberg gesamthaft eingesetzt. Damit es überhaupt wieder was gibt. oder für die Allerärmsten eben das man da ein bisschen Mehl noch irgendwo an kaufen kann. Aber eben mit dieser... Mit diesem Mangel die Preise steigen. also Juni-Achzehnhundertsiebzehn ist dann der Höhepunkt.
Da gibt's dann die ersten Früchte die wieder reif werden also unterschiedliche in unterschiedlicher Form. Unser Hauptherkunftsgebiet für diese Sketreide ist so der Baden-Württembergische Raum, Süddeutsche Raum nördlich des Bodensees. Und eben also wenn die nicht viel haben dann hat das unmittelbare Auswirkungen auf diesen benachbarten Alpinienraum wie vor Allberg und die Eigenproduktion reicht auch in einem normalen Jahr nie aus.
Ist halt so ein bisschen ein Grundstock. aber das ist eben da in diesen Jahren völlig ausgefallen. Und also das ist etwas, was dann eben auch eine Folge ist dieser Hungersnot. Dass aber dann dieser Speiseplan sich sehr stark ändert und die Kartoffeln der Erde für werden eines der Hauptnahrungsmittel eigentlich für den nächsten hundertfünfzig Jahre kann man fast sagen.
Die Bevölkerung wächst ja dann auch stark an im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts und ernährt sich hauptsächlich von diesem Frucht, dem vorher gar nicht so sehr erkannt wurde oder eben Man wollte die vielleicht auch nicht verwenden. Und weil das das Einzige war, dass dann eben noch gewachsen ist mitunter in dieser Zeit.
In der Zeit sind wir da draufgekommen. Die hätten wir doch zur Verfügung. Sie sind zwar auch klein und eben nichts ausgeprägt aber es ist das einzige was man dann noch halbwegs ernten kann. Welche Regionen im Land waren denn besonders betroffen? was wächst überhaupt und wie gedeiht das alles aus dem anbaut.
Aber auch im Einteil ist es durchaus prekär, weil eben dort die Menschen viel stärker oder viel weniger von der Landwirtschaft leben sondern schon viel stärkere in dieser textilen Heimarbeit auch tätig sind und dadurch weniger Flächen haben um halt noch irgendwas zu ernten oder anzubauen. also eben zwar unterschiedlicher Hintergrund, aber eigentlich ist das ganze Land massiv betroffen.
Eben vor allem auch diese Nachbarregionen Ostschweiz, Süddeutscher Raum sind auch also so gesamteuropäisch gesehen ganz besonders betroffene Regionen. Also die Schweiz wird da auch europaweit immer wieder als das armen Haus und mit der größten Hungersnot sozusagen gesehen oder bezeichnet auch medial dann schon bekannt, kann man sich heute kaum vorstellen.
Aber damals wirklich eben also die Ostschweiz und was wir jetzt sagen vor allem da um Sankt Gallen ganz ganz massiv betroffen. oder eben das hat nicht allein mit der Alpinensituation oder mit der Höhenlage zu tun sondern eben auch ganz stark mit dieser wirtschaftlichen Struktur dass viele Menschen sich schon auf diese Textilarbeit verlegt haben dort als kein Einkommen mehr haben und eben keinen Grund und Boden nur noch ganz ganz wenig haben um eben in die Landwirtschaft betreiben und selbst sich etwas anbauen zu können.
Wie reagieren denn die Menschen? Sie haben es eh schon angedeutet, sie verkaufen ihr Vieh, versuchen oder schlachten ihr Viehh, weil sie das nicht verkaufen können. Gibt's Erzählungen und Überlieferungen wie sonst namen die? gab es mehr Bettler, kam es zum Mehr Diebstellen oder anderen? wurden die Leute krimineller?
Wilderei ist ja immer ein Thema? oder halfen sie sich gegenseitig so wie man sich gerne in Veranda gezählt? Alles davon wahrscheinlich. Es gibt natürlich, so war das auch... Also es ist auf deiner Seite ein großer Teil der Bevölkerung ohnehin mobil. Ganz viele sind nicht nur an einem Ort sich aufhalten.
Viele sind unterwegs und in diesem Zuge ist dieses Almosen-Bitten oder Betteln durchaus etwas, dass auch nicht unüblich ist. In anderen Zeiten nicht existent. Aber eben in diesen Zeichen da, im Jahr eighteen, sechzehn, siebzehn nimmt das extrem zu. es ist aber auch nicht überbordend. für die armen Versorgung muss man sich damals vorstellen sind die Gemeinden ausschließlich zuständig und zwar dort wo man das sogar an der Heimatrecht hat oder wo man eben dieser gemeinde zuständig ist.
und diese Gemeinde ist eben auch zuständig diese Armen zu betreuen und zu versorgen. Die Gemeinden selber können das nicht, die haben kaum Mittel in dieser Zeit. aber es ist ja eben so dass es eine schon einen Art wie sozialen Ausgleich irgendwie geben muss in der Gemeinde. Das ist auch oft natürlich kirchlich stark geprägt oder also dass das auch von den Priestern vom Fahrern empfohlen wird, dass man da im Almosen sammelt.
Es gibt auf dem dann so ein Betelfogter oder so nennt man das, der zuständig ist für diese Armen-Führsorge und die eben auch bei den Wohlhaben dabei haben. Oder die vielleicht eine größte Landwirtschaft haben und Mittel haben etwas Einsam mit. Aber es gibt keinen Pflicht dazu. Das sind nur Spenden. Und das dann an die Bedürftigen, an die die größten Notleiden verteilt.
Manchmal werden sie auch, wenn's wirklich um alte Menschen... vielleicht irgendwelche Beeinträchtigungen haben auch, also wirklich sich selber nicht mehr helfen können werden die dann auch einquartiert zum Beispiel von der Gemeinde bei bestimmten Personen und die bekommen halt eine Kleinigkeit von der gemeinde dass sie sich um die kümmern.
Also es gibt natürlich diese Form der Solidarität wenn man so will dies auch eben üblich. das ist jetzt nicht speziell in dieser Zeit aber es nimmt natürlich ein größeres Ausmaß an. Aber was schon auch immer wieder dann aus den Unterlagen, aus den Akten, aus diesen Berichten der Beamten auch durchscheint ist schon eben auch so eine keine Extreme aber eine Zunahme von Diebstellen.
Eben sowohl an Feldfrüchten die halt da in der Nacht irgendwo geerntet werden, aber eben es verschwinden zum Beispiel auch Tiere, aber jetzt nicht irgendwie Kühe und Schafe oder so sondern eben Hunde-und Katzen zB. also gemeldet das eben so Hofhunde auf einmal also gestohlen werden und nicht mehr da sind.
Und es ist wohl davon auszugehen, dass sie eben auch als Nahrungsquelle dann gedient haben. Also man hat dann da wirklich alles mögliche mit Zunahme dieser Hungersnot ein bisschen früher, in den Versuch da noch was könnte noch essbar sein oder? Aus der Not heraus sich zuführen. Also das ist sicher ein Phänomen, ebenso ist es mit der Wilderei.
man muss sich auch vorstellen also dieser ganze Bereich der Berge, der Alpen ist ja oft quasi oder halt auf die Wälder ist irgendwie staatlich bei uns in dieser Zeit kaiserlich aber da gibt's keinen großen Wildbestand wie wir es vielleicht heute so kennt aus diesen TBC Gebieten sondern es ist einfach Die werden intensiv bewirtschaftet, auch von der Bevölkerung.
Also man holt da das Holz natürlich aus den Wäldern und dann treibt es viel auf die Alpen, die weiden auch zum Teil in den Wältern, die werden immer dünner. also die Situation des Waldes ist eigentlich ganz schlecht Und auch eben abseits der Hungersnot kommt da nicht viel Wild auf, also auch das wird dann immer wieder entnommen Auch eher informell wahrscheinlich Aber es gibt tatsächlich dann gerade auch Dauberichte dass eben das Wild, das es noch gibt entsprechend bejagt wird, illegalerweise.
und ja also die Leute wirklich alles versuchen um halt sich noch zusätzlich etwas auf den Tisch zu bringen. Aber ist jetzt nicht so dass die da massenweise am Wildern sind. aber diejenigen die halt vielleicht gerade eben entsprechend im Berge unterwegs sind die nutzen das natürlich die Gelegenheit die sich ihnen bietet.
Sie haben von Zuspitzung gesprochen vorhin weil es sich ein Haus-Fansag Mehl gesagt habe. Und ganz am Anfang haben sie gesagt, es gibt noch eine Generation die sich aus Erzählungen daran erinnert. Also in den Familienerzählungen noch Präsenz hin. Was erzählt man sich denn für Geschichten über diese Zeit?
Ja also das ist eben auf deiner Seite ganz dramatische Preise, die eben oft genau in solchen Vergleichen ein Haus oder einen Hof eben für einen Sack Mehl oder für eine Mahlzeit ein ganzes Stück Vieh, also eine Kuh um eben auch ein Moose zubereiten zu können. Eben dann auch dieses Grasessen, also das immer wieder auftaucht eigentlich, dass die Menschen Gras gegessen hätten.
Das ist jetzt vielleicht nicht ganz wortwörtlich zu nehmen aber es weist schon darauf hin sie haben versucht mit Pflanzen, die man normalerweise nie gegessen hätte irgendwie zu verarbeiten und zu verkochen. Also vielleicht eben Sauerampfer oder so andere Kräuter. wir haben Pflanzen, die eben vielleicht sonst üblicherweise das Vieh nur gefressen hätte.
Also das kommt wirklich häufig vor und auch oft sehr dramatisch also dass sogar eben auch Diebstahl vorgekommen ist aber heu-Diebstahl. und dann hättet ihr in der, was heißt es so eine Legende oder Urban Legend könnte ich vielleicht sagen? Dass ein Nachbar Bestohlene hat den Dieb da entdeckt, hat ihn aber nicht jetzt gleich angesprochen, sondern ist ihm nach und hat dann eben gesehen.
Der hatte das Heu also nichts an dem Vieh gegeben und so hätte es eben in einen Suppendopf geworfen und die Kinder seien schon im Löffel herumgestanden. Dann hätten sie eben gekochtes Wasser mit Heu gegessen. Ist jetzt vielleicht schon etwas überspitz zur Imlaufe der langen Überlieferung, aber verweist denke ich schon auf die Dramatik.
Das ist eben auch über so lange Zeit vielleicht nicht im totalen kollektiven Bewusstsein geblieben ist, aber doch vereinzelt immer noch in diesen Familien weitergegeben wurde. Hunger und Hungersnötte machen ja etwas mit einer Gesellschaft mit Menschen – jetzt meine ich nicht nur das soziale Komponente betrifft sondern auch klamm-esbare gesundheitliche Aspekte spielen da rein.
was die Entwicklungbetrieb. gerade im Gehirn von Kindern kann Hunger sehr viel verursachen. War es so dramatisch, hat man das dann danach gemerkt? Ist da etwas, sag ich logisch gesagt hängen geblieben. Wie haben die Menschen... wie haben sie zurückgeblickt was hat diese Hungers noch vorgesagt? Ja also diese, also sind völlig recht.
natürlich, diese medizinischen Folgen hat es sicher gegeben. Die sind auch anthropologisch durchaus nachweisbar. Also es gibt dort, du hast Untersuchungen ebenso aus dieser anthropologischen Richtung an Menschen des neunzehnten Jahrhunderts, die das als Kinder zum Beispiel erlebt haben und dass das also durchaus eben den Körperbau und eben auch die Knochenkonstitutionen.
Da bin ich jetzt kein Experte dafür aber dass das durchaus da beeinflusst wurde durch diese Hungersnot. Aber ich glaube auch es hat eigentlich diese Katastrophe des Neunzehn der Hundert oder mal die ersten Jahrzehnte danach bis so zur Jahrhundertmitte sicher ganz stark geprägt auch die Menschen, die das miterlebt haben.
Also wer so etwas einmal im Leben miterleben musste ist glaube ich sicher etwas, dass man nicht so schnell wieder hinter sich lässt. also wirklich dieser extreme Hunger, den man da verspürt hat muss und eben auch diese körperliche Schwäche mitunter diese Krankheiten, die sich auch verbreitet haben dann bei diesen Geschwächten In der Ostschweiß, zum Beispiel TÜV-Hus ist sehr oft dann so eine Begleiterscheinung auch dieses Hungers.
Und weil dann doch auch oft viele Menschen zusammenkommen um irgendwie ... es hat dann zwar armen Ausspeisungen gegeben etwa... Also das ist etwas wo man eben wirklich versucht hat auch dann bewusst dem entgegenzuwirken und viel getan hat damit nicht mehr passieren kann. also es wurden dann eben auch bei uns zb la wirtschaftliche Vereine gegründet.
also was wirklich da drin gegangen ist Wir müssen den Menschen mehr Wissen vermitteln, wirklich auch denen in der Landwirtschaft tätigen damit sie eben die richtigen Pflanzen gemeinsam anbauen. Das war vorher alles sehr unsystematisch. es gab da kein naturwissenschaftlichen Zugang zu diesen ganzen Themen.
das war eben sehr stark von der Religion geprägt und eben Missernten und anderes wurde hat man sich versucht auf alle möglichen Arten zu erklären aber hat nicht oft irgendwelche naturräumliche oder natürliche Zusammenhänge herzustellen. Da hat man schon dann versucht, also vor allem so aufgeklärte Priester waren das ja engagiert.
Aber natürlich auch aus der Beamtenschaft. viele die Ärzte vor Ort waren da oft wichtige Multiplikatoren. Da eben wirklich den Menschen mehr Know-how zu vermitteln damit sie wenn es wieder mal zu schwierigen Situationen kommt dem besser begegnen können. Man war da schon ziemlich schlecht auf das vorbereitet gewesen und eingestellt.
Also da entwickeln sich dann ganz viele Kompetenzen eigentlich, die es vorher nicht gegeben hat. Auch zum Beispiel die Viehzucht ist etwas... Wenn man gerade auf das Montafon schaut und dieses Montafoner Braunvieh als nachher so prägende Tierrasse, die wirklich groß exportiert wurde und auch überregional bekannt war, die hat's nicht immer schon gegeben im Montafonsen.
Das ist eigentlich in dieser Zeit oder in der Folge der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts erst entstanden, dass man da ganz bewusst gezüchtet hat. Man hat da Stiere aus der Schweiz also Zuchtstiere angekauft und dann ganz bewusst so eine Rinderrasse gezüchtet die eben so eine Mischung zwischen Fleisch- und Milchleistungen hatte, die sich aber auch dann gut verkaufen ließ, aber man hatte trotzdem noch ausreichend Milch für die Eigenversorgung.
Also diese Vorstellungen Also auch mit dem wirtschaftlichen, um die Situation wirtschaftlich zu verbessern. Die kommen da auf. in der Folge oder es wird zum Beispiel ins Leben gerufen, diese Bauhandwerker, also Zeichner nicht jetzt schon Freizeitvergnügen sondern als Bauteicherer sozusagen dass sie... ihre Kompetenzen in der Bauwirtschaft verbessern können, wenn sie eben in Frankreich und Deutschland oder in der Schweiz den Sommermonat über da arbeiten.
Also das sind alles so Maßnahmen die dann in diesen folgenden Jahren getroffen werden und also sicher viele Menschen einen Summe mittragen und eben sicher auch vor diesem Hintergrund dieser Katastrophe in den ersten Jahrzehnten. Jetzt sind wir schon beim Nachhalt gelandet. Ich wollte noch kurz einen Punkt aus dem Jahr eighteenhundertzehnten ansprechen davor.
Denn als die Situation schien sich zu bessern, kam noch eine Katastrophe dazwischen damit ein Hochwasser in verheerendes. Der Bodensee hatte höchst Stand historisch und dann war das Wasser im Rheintal wie sehr erwarf dass die Menschen noch einmal zurück in ihrem Kampf gegen den Hunger? Also das muss man sich auch vielleicht so in dieser Dramaturgie vorstellen.
also wir haben eben diesen Volkanausbruch auf zehn fünfzehn Der eben diese Atmosphäre da so stark verdunkelt oder halt verstaubt. und dann kommt ein Winter, der schon recht schneerreich ist. Und dann dieser Sommer, der kein Sommer ist, wo es immer wieder auch schneit. Also gerade in den höheren Lagen akkumuliert sich da der Schnee.
das wird immer mehr, der schmilzt gar nicht richtig ab, schneidet immer wieder tief runter... ...und dann kommt der Winter, Teilweise sehr schneerreich. Also im Frühjahr, wo die Hungersnotsch an Schlimmsten ist, ist auch sehr viel Schnee oben in den Bergen. Und es kommt im März-April zu sehr vielen Lawinenkatastrophen also auch im ganzen Alpenraum aber auch in Vorarlberg an vielen Orten.
jetzt nicht so verheerend wie aus der Erdbeutung, wie aus dem Jahr Aber durchaus mit Zicktoten auf jeden Fall. und eben auch alte Höfe, die schon jahrhunderte lang stehen betroffen sind. Wo man gemeint hat, man wäre sicher ist eben auch zum Beispiel in Saint-Galenkirch sehr gut dokumentiert. Es gibt da ein Motivbild, das eine Katastrophe im März an den Erzehnten darstellt und dazu sogar eine schriftliche Beschreibung von einem Überlebenden.
also er hat es dann Jahrzehnte später festgehalten, hat wahrscheinlich auch das Bild damit in Auftrag gegeben hat. Sechs Toten gab's damals bei diesem Unglück? Genau! Also eben allein bei diesen Lawinenabgang. Und eben...also große Schneemassen. Und dann, in diesem Frühjahr, im April, schmilzt es ab.
Es ist ein sehr feuchter Frühling auch eher also was den Niederschlag betrifft und das führt eben dazu dass dann im Juni dieser und Anfang Juli mit dieser großen Schneeschmelze mit dem normalen Niederschlägen die dazukommen fast das ganze Rheintal unter Wasser ist. und wenn man prägens im Hafen gibt so eine Stähle wo die Hochwasser Stände eingetragen sind und da ist mit Abstand, also der höchste Dokumentierte Stand natürlich jener eben vom Frühjahr-Sommer.
Also das ist auch sehr eindrücklich. Momentan sowieso wie man den aktuellen Pedal sich vor Augen führt aber auch wenn er sonst hoch ist es noch mal zwei drei Meter deutlich drüber. wirklich gewaltig ja man kann sie vorstellen. Man hat teilweise noch Saatgut angekauft um dann für die Ernte wieder einbringen zu können und dann kommt dieses Hochwasser.
Und dieses ausgesähte Getreide wird weggeschwemmt oder auch diese Ernte ist da nicht, also die große Rettung, sondern ist eigentlich nochmal ganz stark nach Regionen unterschiedlich in Baden-Württemberg zum Beispiel. Also sie sind nicht von dieser Schneeschmelze so getroffen. Die haben schon gute Gute Getreideernte im August-September dann, aber für Vorarlberg selber und vor allem auch für die höheren Regionen ist es eigentlich noch nicht ausgestanden.
Und erst achtzehn eigentlich. dann macht noch einem schwierigen Winter wobei man da jetzt schon wieder etwas zukaufen kann, aber eigentlich noch weiter verarmt weil die Preise jetzt noch nicht gleich wieder sich erholt haben oder gleich wieder ganz runtergegangen sind. Da kann man zumindest jetzt wieder aus Baden-Württemberg Getreide ankaufen und nicht mehr ganz so teuer, wie es dann zum höchstpreisigsten Zeitpunkt war.
Aber erst dann eigentlich wirklich mit der Ernte. Und dann folgen auch ein paar relativ gute Ernten muss man sagen was das betrifft. Kommt jetzt was die Ernährungssituation betriffe zu einer Entspannung? Das heißt es entspannt sich dann langsam wieder ist ja echt. Das sind ja drei, vier Jahre der absoluten Katastrophen kann man sagen.
Da hat die Bevölkerung einiges mitgemacht. Am Ende wo ich jetzt angefangen habe ein bisschen über diese Hungers noch zu recherchieren da hatte immer das Bild im Kopf eines keine Ahnung woher das Bild kommt. wahrscheinlich von Werbung von Nachbarnnotenzoll und Dingen wie man früher gemacht hat von kleinen abgemagerten Skeletten Kindern Denn es gar nicht, also die quasi mit einer leeren Schüssel in der Hand stehen und Graskochen.
Kann man sich das schon so dramatisch vorstellen oder war's ja den Teilen so schlimm aber... ...nicht weit verbreitet? Ja, also ob jetzt genau diese Bilder zutreffen sind ist sehr schwer zu sagen. Also es gibt eben diese Berichte, es muss schon sehr dramatisch gewesen sein. Man kann sich sicher eine Bevölkerung vorstellen, die eben zum allergrößten Teil ganz stark Mangel-und Unteranerdis Und eben gerade auch junge Menschen, Kinder.
Sie ist seit damals die Bevölkerung im Durchschnitt sehr jung. Die sind da sicher ganz besonders davon betroffen aber eben auch die ältere Bevölkerung entsprechend. Also die vielleicht schon geschwächt sind ja auch durch Krankheiten vielleicht geplagt sind also die sicher ganz stark betroffen. und wenn man schaut Feldkirch, Prägens werden dann schon auch eben solche Ausspeisungen veranstaltet.
Also man versucht dann wirklich mit... also es sind so verschiedene Superarten im Grunde wo man halt alles mögliche Innereien die man normalerweise nicht verwendet eben auch die Knochen einfach mehrfach immer wieder ausgekocht eben mit ein paar Kartoffeln vermischt ja was man halt so hat alles mögliche in so riesige Töpfen zubereitet und oft auch von der Kirche betreut das Ganze, um eben dann die Ärmsten da auszuspeisen.
Wobei oft natürlich auch die Beamten berichten ja, dass kann man an diesen zentralen Orten zwar machen aber die andere Bevölkerung lebt sehr verstreut in den Talschaften oder werden da keine großen Ziedlungen sondern sind auf ihren Höfen sehr auf sich allein gestellt und angewiesen. Gleichzeitig eben ist es sicher so, dass man mit diesen Vieh das man hat und mit ein paar Kartoffeln die man noch ernten kann.
Man ist dann doch vielleicht schafft. also was oft berichtet wird ist eben das. dann die Kirschenernte zum Beispiel. Also es gab durchaus im Fallbacken nicht unwesentlichen auch Kirschen-Baubenbestand und die wurden auch normalerweise zu Schnaps gebrannt und verkauft an. Aber das war dann zum Beispiel auch im Juni, also dass die wieder reif werden.
Das war dann die erste Entspannung eigentlich der Ernährungssituation. Also alles was irgendwo gewachsen ist, was man irgendwie zu sich nehmen konnte und die, die eben da am Land und ein bisschen einen Hof hatten, die hatten zumindest etwas oder mit dem sie sich da selber und eben nachdem sie schon eher ganzes Vieh wahrscheinlich oder einen ganz großen Teil davon geschlachtet haben ging es irgendwie Und es sind sicher auch viele Transaktionen erfolgt, also Grundstücks.
Also die, die eben noch ein bisschen was hatten konnten das halt einsetzen um vielleicht eben zu sicher geringen Mengen nur von Lebensmitteln zu kommen. aber um halt das zu überleben werden diejenigen die wirklich eben nur auf diese Textile Heimatbeit angewiesen waren für die war sich am dramatischsten und da war sich auch die Sterblichkeit am höchsten.
Gibt es Zahlen dazu? Todeszahlen? oder weiß man wie sie diese Hungers noch demografisch ausgewirkt hat? Also mit genauen Todeszahlen ist es sehr schwierig, weil eben die Todesursachen damals nicht so genau festgestellt werden konnten. Es gibt aber schon so statistische auch über größere Regionen hinweg darf das auch nicht zu punktuell vielleicht sich anschauen, aber jetzt eben auch für also einen einzelnen Gemeinden im Unterfond zum Beispiel haben das angeschaut.
Wenn das eine Gemeinde war zu hundert Einwohnern und Einwohnerinnen, die in seinen normalen Jahr dreißig bis fünfunddreißig Sterbefälle hatten. Da sind es dann auf einmal in diesem Jahr achtzehn, siebzehn fast doppelt so viele oder fünftig bis sechzig. Und das ist etwas, dass man eigentlich schon über sehr große Räume, also in der Ostschweiz gibt's da Statistiken eben für Vorarlberg Tyrol überregional betrachtet was man da sehen kann.
Also die Sterblichkeit verdoppelt sich in diesen Einen Jahr zumindest, also siebzehn ist das wirklich ganz signifikant. Aber eben nicht dass die jetzt alle verhungert sind oder es ist eben so ein Multi... ...multiple Ursachen, die da einfach dazu führen, dass eben wahrscheinlich auch Kinder und Kleinkinder eher verstärben weil's eben auch unterernährt und mangel ernährt sind oder eben auch gerade die Älteren, die vielleicht schon sonst irgendwie angeschlagen sind.
Was erinnert denn heute noch in Vorarlberg an die Sicherung als Nord? Gibt es Denkmäler, gibt es irgendwelche Erinnerungsstätten? Viele eigentlich nicht. Es gibt so vereinzelt Hinweise. Wir nehmen das übrigens im Hafen an diesen Hochwasserstand. sogenannte Münzen geprägt, oder Medaillen die man aufmachen kann und wo so Abbildungen zu dieser Hungersnot in ganz wilder Regen, Überschwemmung usw.
auf kleinen Bildern aufgemalt sind. Diese Hungertaler hat man die genannt, diese Münzenmedaillien. Die gibt es zum Teil in museumalen archivischen Beständen noch als Überlieferung aber jetzt natürlich nicht so in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Es gibt vereinzelt Inschriften, also zu dieser Lawinenkatastrophe die wir vorhin angesprochen haben.
Gibt es auf einem Stein eine Inschrift, oder dieses Motivbild in einer Kapelle das eben auch noch einmal auf diese Lawinen-Katastrophe verweist? Da gibt's eigentlich einige an verschiedenen Orten des Landes und sonst ist es doch etwas was jetzt im öffentlichen Raum glaube ich nirgends mehr in dem Sinn dokumentiert ist.
Was es also außerhalb von Vorarlberg gibt, vorarlberg ist das mir nicht bekannt. Aber was es in Tirol Salzburg teilweise gibt sind an Kirchen Markierungen aber nicht des Hochwasserns und des Schneestandes. Also ich glaube sie ist irgendwo am Hochkönig. Ich weiß jetzt den Ort nicht mehr genau. Da ist das wirklich unter dem Dach der Kirche, also wirklich fünf bis sechs Meter hoch eine Markierung Schnee im März, aus dem Jahr eighteenhundertseventein.
Darauf erweist. es ist also nicht irgendwie ein lokales, regionales Phänomen sondern hat wirklich weite Teile Europas und eben den Alpenraum ganz besonders betroffen. Der Podcast trägt einen Titel Nachhall über dem nachher haben wir eh schon gesprochen vorhin. Viehzucht kommt besser ins Land die Leute werden gebildet in Inlandwirtschaft oder erhalten so Grundausbildungen, sondern man weiß wie man Kartoffeln isst Die Art der Kühe verwendet werden, gezüchtet werden ändert sich.
Da hat sich ja doch einiges daraus ergeben. Fällt Ihnen noch kurz etwas ein was noch bis heute eigentlich auf diese Hungersnot zurück geht? Ja bis heut ist jetzt vielleicht schwierig. Ich meine das was vielleicht dann schon auch noch spannend ist dass in den folgenden Krisenzeiten wenn man so will also gerade im ersten und zweiten Weltkrieg wird zum Beispiel immer wieder dieses Thema aufgegriffen.
Also am hundert Jahre her, also das ist natürlich auch so ein Gedenk hier aber es ist auch die Versorgung im ersten Weltkrieg sehr kritisch und untermatisch. Es gibt dann durchaus einige wissenschaftliche oder auch populäre Publikationen zu dem Thema Aber natürlich mit einer ganz klaren politischen Agenda.
Also man will den vermitteln. jetzt bleibt ruhig euren Urgroßeltern ist es schon viel schlimmer gegangen, also da wird eben auch das mit dem Grasessen und so weiter diese Dramatik ganz stark betont. Und die hätten es aber eben ganz geduldig ertragen und hätten es gut überstanden und so. Also dass sowieso die Motivationen... Das sollte man auch in der Gegenwart, also in den siebzehnten damals so machen und das eben ertragend hinnehmen und sich halt bemühen mit Ersatzstoffen, die es ja damals dann auch gab und so sich zufriedengeben.
Also diese Botschaft Oder dann eben auch im Zweiten Weltkrieg, da wurde dann eher so ein bisschen das ein Thema kommuniziert und eben auch instrumentalisiert. Das haben wir noch nicht so angesprochen. also es gibt dann immer wieder Kritik an sogenannten Bucherern. Also Spekulanten die Getreide an kaufen aber nicht gleich weiter verkaufen sondern des Horken um den Preis nach weiter zu steigern und dann eben zum späteren Zeitpunkt eben mit noch größerem Profit das zu verkaufen.
Also, das wird schon in der Zeit, achtzehn, siebzehn kritisiert und thematisiert aber es wird dann vor allem auch in den Esszeit wieder aufgegriffen, aber natürlich dann antisemitisch aufgeladen mitunter oder also aber eben auch so ein bisschen auf eine Solidarität der Bevölkerung hinzuweisen. Also das soll man nicht tun, eben so als Negativbeispiel sondern man soll sich da gegenseitig unterstützen und das ist ja auch etwas was dann im Zeiten Weltkrieg und vom NS-Regime gibt es ja dann eine Zeitungen und überall in der Vermittlung auch Rezepte wie man eben etwas einfach zubereiten kann und soll und da wird eben auch oft dann auf diese Krise eighteen, sechzehn, siebzehn verwiesen also dieses etwas durchaus eben in diesen Krisenzeiten des zwanzigsten Jahrhunderts wieder auch ganz bewusst aufgegriffen worden und thematisiert wurde.
Herr Kasper, ihr könnt Ihnen ewig zuhören! Vielen Dank für den Besuch und den Blick auf zweihundert Jahre Landesgeschichte. Herzlichen Dank für die Einladung. Ja meine Damen und Herren das war es wieder mit Nachhalt dem VN Podcast über Landesgeschichten, die bis heute nachhalt. Sie haben vielleicht schon einige Folgen gehört.
wir werden noch weitere hier machen. Wir haben schon ein Thema vorbereitet. ich freue mich sehr wenn sie uns wieder zuhören, auf allgängigen Podcastplattformen oder zusehen. Mitwo haben sie auf Landetv samt einige Wiederholungen die Tage darauf? Oder auf voller Tee und ich freue mich aufs nächste Mal.
Auf Wiedersehen machen Sie es gut! Nachhalt Geschichte Politik vor Adelberg.