
NZZ Akzent· Folge 1652
USA-Korrespondent Christian Weisflog: «Hollywood hätte es sich nicht besser ausdenken können»
Samstag, 22. August 2026 · 23 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
In dieser Samstagsfolge blickt der langjährige NZZ-Journalist Christian Weisflog auf viereinhalb bewegte Jahre als politischer US-Korrespondent in Washington zurück. Es war eine filmreife Zeit voller historischer Wendepunkte: vom Sturm auf das Kapitol über die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten bis hin zum spektakulären Comeback von Donald Trump. Im Gespräch mit Simon Schaffer erzählt er, wie sich die Arbeit unter der enormen Nachrichtenflut verändert hat und mit welchen Eindrücken er aus den USA nach Zürich zurückkehrt.
Gast: Christian Weisflog, Auslandredaktor NZZ
Host: Simon Schaffer
Mehr Texte von Christian hier bei der NZZ (nzz.ch/impressum/christian-weisflog-ld.665516).
Exklusiv für dich als Podcast-Fan: 7 Tage NZZ-Digitalabo geschenkt. Unverbindlich testen. (probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&a…)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Es war ja eigentlich eine filmreife Zeit. Hollywood hätte sich nicht besser ausdenken können. in der Tat Christian Weißflug hat eine wilde Zeit als politischer USA-Korrespondent erlebt. Er kam im November, dass da immer noch in Aufruhr war. Anfang Jahr war das Kapitol von Trump Anhängen gestürmt worden Und der damalige Präsident Joe Biden hatte sich im Herbst darauf endgültig und einigermaßen überhastet aus Afghanistan zurückgezogen.
Und so ging es dann auch weiter, immer liefert was – und komolierte dann in den Wahl von Donald Trump und seiner zweiten Amtszeit. Im Großen und Ganzen merkt man natürlich, hat man's mal vor allem bei meiner Arbeit dann auch gemerkt weil die PACE natürlich bei Trump viel höher war... Unter Christian von vier bis zweitausendelf, schon freier Korrespondent in Moskau war und ab zweitausendneinzehn nach Ostkorrespondent für die NCZ im Libanon.
Da kamen dann mit den folgenden Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten ab zwanzig alle seine bisherigen Themenbereiche zusammen. Und nun ist Christian seit Juni wieder zurück in Zürich als Auslandredaktor und ich habe ihn für diese Samstagsfolge von NZZ-Aktzent ausgefragt, wie er denn diese wahnsinnige Zeit in den USA erlebt hat.
Und was er mitnimmt! Mein Name ist Simon Schaffel – willkommen! In dieser Zeit, in der du da warst, warst viereinhalb Jahre politischer Korrespondent in Washington beziehungsweise in der Nähe von Washington, aber das war der Standort. In diesen viereinhalb Jahren sind so viele Dinge geschehen in den USA und deshalb auf der Welt.
was bleibt für dich wenn du direkt zurück denkst? Ich glaube die jede Korrespondenz ist eine Horizonterweiterung im diesem Fall aber auch eine historische Einmalige vielleicht ein bisschen verrückte Horizontverweiterungen. ich erinnere mich noch ich war ja davor in Beirut stationiert und habe dann einer Journalistenkollegin gesagt, ja ich gehe jetzt nach Washington.
Und dann meinte sie zu mir, oh schade, jetzt hast du den Trump verpasst! Aber wie es sich dann herausgestellt hat war das ja nur... Ich hab das erste Kapitel verpasste und vielleicht noch das spannende Kapitel dieses unglaubliche Comeback. Nachdem was passiert war mit dem Sturm aufs Kapitol, dass dieser Politiker es nochmal geschafft hat zurückzukommen und von einer Mehrheit der Amerikaner gewählt zu werden Gleichzeitig dann aber auch, was auf der Welt sonst noch passiert ist.
Der Krieg in die Ukraine losgegangene Gaserkrieg. Überall da war ja auch Amerika involviert und an das erste Amtsjahr von Trump der Anschlag auf ihn. also es war ja eigentlich eine filmreife Zeit. Hollywood hätte sich nicht besser ausdenken können Diese TV-Debatte, wo beide wirklich diesen riesen Aussetzer.
im letzten Augenblick tauschen die Demokraten noch die Kandidatin aus. Also den Präsidentschaftskandidaten aus mit Kamala Harris und ja da gab es ganz viele Highlights dann auch... Das alles jetzt bevor er zurückkam oder? Also das sind die Geschehnisse bis er überhaupt erst einmal gewählt wurde. Genau!
Und dann war ja nachher auch die Prozesse gegen Trump, die Supreme Court Urteile, die ihm dann ja auch geholfen haben. Er hatte auch eben sehr viel Glück, dass er dieses Comeback auch geschafft hat wie er auch seine eigene Partei wieder von sich selbst überzeugt hat Wie es geschafft hat auch die seine treueste Anhängerschaft bei der Stange zu halten.
also da hat einfach nur glück gehabt. und eigentlich ein kleines Wunder dann das er überhaupt noch zurückgekommen ist. Merkt man eigentlich jetzt zum Beispiel in der, im Großraum Washington D.C., welcher Präsident gerade im Haus ist, sage ich mal so? Wenn man effektiv fort ist. Gut, ich meine dann gemerkt hat man natürlich bei Donald Trump vor allem zurückkam, also dann auch viele Beamte Massenentlassungen durchgeführt hat und da gab es bei mir dann auch Nachbarn.
Die entlassen wurden teilweise wieder eingestellt worden, solche die dann gekündigt haben, teilweise schwieriger nach persönliche Geschichten. Also Leute, die ihr Leben neu aufstellen mussten natürlich schon in Washington DC das ja mehrheitlich, großmehrheitlich auch die demokraten Welt. Teilweise haben ja Gerichte auch schon wieder Gegensteuer gegeben, obwohl die Agentur für die Entwicklungszusammenarbeit USAID ist eigentlich jetzt mehr oder weniger nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Also ganz rückgängig wurde das nicht gemacht. Dieses Doge-Programm unter Elon Musk es war ja auch sehr breit gedacht oder? Also wirklich mit der Kettensäge über ganze Ministerien hinweg zum Teil da wurde er auch nicht mit der Pinzette gearbeitet Ja, ich meine zum Beispiel im Justizministerium schon. Da waren alle diese Leute oder mehrheitlich die Leute entlasten, die die Ermittlungen geführt haben, die zur Anklage geführt habe gegen Donald Trump im Nachzug des Januari-Six dem Sturm aufs Kapitol.
Das wurde ausgemist und teilweise dann auch bei Einstellungen wurden auch Leute sehr nach ideologischen Fragen befragt dass man auch eher Pro, also Trump-Anhänger dann auch. Also die Politisierung der Justiz vor allem und das wird auch spannend werden wie das dann wieder ausschauen könnte wenn es in die andere Richtung geht.
Also kommt man wieder mal zurück zu diesem Konsens dass man sagt der Justitisminister des Justizministeriums sollte möglichst frei sein nicht politisiert werden oder sagt sich dann ein demokratischer Präsident zukünftig auch. Ja darum sollten wir uns daran halten Wobei, ich glaube so weit wie Trump wird man nicht gehen.
Und das ist bis jetzt auch in dieser große Hoffnungsschimme hauptsächlich die Gerichte ja auch unten dass sie immer wieder hier ausbalanciert haben und als Jackson Balances also als Gegengewicht zu dieser großen Machtkonzentration im weißen Haus gebildet haben. Ja! Und wo hast du Trumps erneuerte Präsenz im weiße Haus sonst noch besonders gesehen oder gespürt?
Natürlich die Entzündung... der Nationalgarde, um für Sicherheit zu sorgen in der Hauptstadt. Aber im Großen und Ganzen merkt man natürlich ... hat man es mal vor allem bei meiner Arbeit dann auch gemerkt, weil die PACE natürlich bei Trump viel höher war als bei Biden. also das war schon was er ... Es war ja auch seine Strategie Flutter Zone, also möglichst viel auf einmal zu machen, also Innenpolitik, Außenpolitik alles auf einmal über den Haufen zu werfen.
Wie bist du damit umgegangen jetzt ganz persönlich, dass er eben die Saison geflutet hat? Ja ich glaube es ist allgemein eines der schwierigsten... Hat mir auch mal ein anderer Vorgänger gesagt als US-Korrespondent was sehr schwierig ist den Fokus zu behalten. Was ist wirklich wichtig und was arbeite ich, was ist nur Geräusch, was filtere ich raus?
wo lege ich den Fokuss? Weil einfach auch sehr viel passiert. Ich glaube, wir hier in Europa belächeln die Amerikaner ja manchmal weil sie nichts verstehen was wenn Europa eigentlich passiert wo welche Länder liegen. aber verstehen wir wirklich immer wo welcher Bundesstaat ist was jeder Bundesstaats für eine Geschichte selber hat und wie dies auch in politisch zusammenspielt?
Und es passiert einfach sehr viel dort an News und ich glaube unter Trump ist diese Herausforderung dann noch viel größer, immer wieder zu sagen. Also jetzt gehe ich dieser Aktualität mal nicht nach, jetzt investiere ich mehr Zeit in diese Geschichte, reismal dorthin... Wie ich damit umgegangen bin? Ich habe einfach versucht, immer mein Bestes zu geben!
Mehr kann man nicht machen aber es ist schon eine große Herausforderung. Kannst du mal ein Beispiel machen von einem Moment, wo du gemerkt hast jetzt habe ich etwas Neues gelernt. Also natürlich was du ständig neue Dinge gelernt. aber eine große Erkenntnis vielleicht das wusste ich nicht über die USA bevor ich gekommen bin?
Ja man hat vieles wusste sich natürlich aber nicht so präsent glaube ich. Eine der ersten Reise die ich gemacht habe war in die Grenze zu Mexiko Also Texas, McEllen. Ich bin da reingeflogen, habe mir ein Taxi organisiert und dann gemerkt dass diese Taxifahrer mit mir eigentlich nur Spanisch spricht. Ich selbst spreche spanisch deshalb hatte das auch so durchgezogen wahrscheinlich aber ich hab dann irgendwann auch gefragt also ob er dann nicht irgendwie schon lange hier und so.
irgendwie sagt er ja hätte das schon mal gelernt dieses Englisch aber er brauchte sie eigentlich nicht. und man merkt an dieser Region entlang der Grenze Wenn man die Geschichte auch geht, das gehört ja auch mal zu Mexiko. Da bestehen auf verwandtschaftliche Beziehungen über die Grenze hinweg teilweise also dass wir ein eigener Mikrokosmos.
vielleicht hätte man das vor auch schon wissen können. aber wenn man sagt wo Ort ist und die Leute dann trifft dann bleibt es natürlich einem selber auch wirklich eher haften. auch reisen nach Alabama oder Georgia, wo man dann nochmal konkret sieht die historischen Spuren der Geschichte des Glaverei und wie lange das eigentlich noch dieses Land auch beschäftigt hat.
Den Umgang damit nach dem Bürgerkrieg allgemein auch bestellt man überall immer wieder fest dass es ein sehr junges Land ist und dass es unglaublich ist, dass dieses Land in so kurzer Zeit zu dieser Weltmacht aufgestiegen ist. im Westen waren wir einmal in Cody eine Cowboy-Stadt Wo es auch noch so alte westen, terroristisch auch Westenstädte, wo dann erzählt wird die Geschichten von Buffalo Bill oder den gesetzlosen und so weiter.
Und dann merkt man plötzlich das ist eigentlich nach dieser wilde Westen also teilweise ein neunzehntes Jahrhundert. Das ist gar nicht noch so lange her seit ich das abgespielt hat. Die USA hat jetzt hier zweihundfünfzigjähriges bestehen gerade dieses Jahr gefeiert. aber Nach der Erklärung der Unmerkennigkeit waren es ja am Anfang nur dreizehn Kolonien, eigentlich dreizehnt.
Gliedstaaten sind es an fünfzig. Und die ersten hundert Jahre war das nur eine anderen Reihung von Expansionskriegen oder teilweise auch Erwerb für Geld vom Territorium also das Land, was sehr stark mit sich selbst beschäftigt sich aufzubauen. Also Krieg eigentlich sehr präsent durchgehend? Genau nachher natürlich die internationalen Kriege aber auch zuerst einmal Gewalt kann man sagen, ist in dieser Geschichte schon sehr präsent auch.
Das liegt alles eigentlich nicht so weit zurück. und gleichzeitig auch immer wieder die Amerikaner sprechen ja auch selber immer wieder vom American Experiment, dass es ein Experiment ist zu einem großes Land eine Demokratie so divers auch vielfältig erstaunt könnte man auch sagen das sieht man auch vor allem in den Städten.
wie groß diese Durchmischung auch ist und international und global Ich habe all das, wird einem einfach dann bewusster wenn man eine Zeit lang in dem Land lebt. Dass man natürlich eigentlich von Jugend auf irgendwie kannte mit der Musik aufgewachsen ist und so ist es dort nochmal sehr interessant auch zu erfahren ja wie sieht das Inleben eigentlich aus dieses Weltpolizisten?
Und wann war für dich der Moment wo du gemerkt hast hier passiert jetzt gerade wieder etwas Unerwartetes, etwas Seltsames. vielleicht auch Ich glaube, vielleicht kann ich sagen ein Besuch. Ich habe einmal den Heimatort von JD Vance besucht, also der vice-Präsident Middletown in Ohio und JD Vence ist jetzt einen Aufstieg, er ist ja vor allem sehr treu zu Trump war und wurde von Trump unterstützt.
das war auch ausschlaggebend warum er überhaupt dort zum Senator gewählt wurde. Ich hatte mir das eigentlich schwer vorstellen können, nachdem ich dann nach Hause gegangen bin. Dass er wirklich gewählt wird weil dieses ganze Dorf hat. eigentlich sehr viele Leute haben mir dort eine negative Meinung über JD Vans geäußert.
aber eine Frau hat auch gesagt also ich halte ihn für ein Idioten ob ich werde trotzdem viel entstimmen oder später mal in Miami Mit einem Trump Anhänger war er ursprünglich Latino, aber der hatte nicht Zigarrenladen und ich war schon mal dort. Also darum ging vielleicht Ron DeSantis, der Gouverneur da von Florida Trump ablösen könnte, dass er der Präsidentschaftsbewerber wird.
Und er war überzeugt das ist nicht die Zeit für Ron deSantis. Er will immer wieder Trump wählen. Dann war ich letztens auch nochmals dort... und habe ihn dann wieder getroffen, da hat der Iran-Krieg schon begonnen. Und dann hab ich gedacht irgendwie muss er mir doch jetzt sagen also das ist doch so ein Unsinn oder so.
Da hatte er versprochen keine solche Kriege in Abenteuer mehr zu riskieren einen iminalen Osten. Also Anti War Präsident zu sein und machte genau das aber... Der hat Trump verteidigt, gesagt als er andere Präsidenten hätten auch schon jeder Präsident hat schon so eigenmächtig irgendwelche Länder bombardiert oder er hat das wirklich dann verteidigte.
Er hat keine Kritik zugelassen an Trump. Dann war ich einmal auch in Georgia, das war noch im Wahlkampf vor der Wahl, im Jahr zwei Tausend vierundzwanzig wo ich mit Republikanern geredet habe und auch Analysten Über Trump, wie Sie ihn sehen. Ob sie noch mal wieder entstimmen oder so und da war halt ein Analyse dabei.
das war sein Beruf auch am Fernsehen aufzutreten über Trump etwas zu sagen also dass einzuordnen teilweise auch bei Fox News und hat mir Mit dem ganzen Interview habe ich immer das Gefühl gehabt, so richtig geht er nicht ans Eingemachte und dass das Mikrofon dann ausgestellt war hat er gesagt also aber im Fall ich werde nicht für Trump stimmen.
Und der hatte Angst um seine ganze Familie, ich durfte auch seinen Namen da nicht nennen wenn es rauskommt oder so. Angst auch vor Trump und vor der Rache von vor Trump, dass er dann sein Job oder seine ... Wenn er nicht, wenn er dann als Rainer ein Republican in name only verachtet wird? Ja, er hat wirklich geschafft die Partei zu seiner Partei zu machen.
Das ist, glaube ich, einmalig auch. Jetzt haben wir ja auch den Speaker Mike Johnson der praktisch ausführt was Trump ihm sagt mit einer Ausnahme. dann die ganze Appstein-Files wo dann vier Republikaner nicht mitgespielt haben und gemeinsam mit den Demokraten das Gesetz verabschiedet haben dass sie veröffentlicht werden müssten aber sonst... In früheren Zeiten war Trump auch diese ganze Vorrüfe für Korruption, seine Krypto-Geschäfte und so weiter.
Das wäre auch schon Anlass gewesen um vielleicht nochmal seinen Impeachment einzuleiten. aber die Unterwanderung der Unabhängigkeit der Justiz was er anstellt mit dem Justizministerium das alles hätte früher eigentlich zu Impeachments auch der eigenen Partei führen können. Aber das ist heute undenkbar.
Man muss aber schon sehen, sagt Christian welchen Anteil Biden und die demokratische Partei an den Geschehnissen hat. Und eben alleine schon Christians erste Jahre in Washington DC – Die beiden Jahre bieten genug Stoff für stundenlange Gespräche. Beidens katastrophale Performance bei der Fernsehdebatte gegen Trump hat auch Christian selber überrascht wie er sagt.
Und dann der unwürdige Tanz um die späte Nomination von Vizepräsidentin Kamala Harris zur Präsidentschaftskandidatin. auch die Migrationspolitik an der südlichen Grenze und insbesondere den Neujahrgasa-Krieg nach dem sieben Oktober. Wie hat das alles die Demokraten verändert? Da war ich dann zum Beispiel auch in Dierborn, außerhalb von Detroit.
Das gilt so als eine der grösste arabische Minderheit auch in den USA. Und habe dort auch eine Palästinenserin getroffen, Jahrzehnten sich engagiert hat für die demokratische Partei, weil sie das Gefühl hatte, die schützt mehr. Die Interessen auch der Palästinenser oder der Einwanderer hat sich engagieren und für beiden gestimmt und immer demokratisch gestimmt.
Und da hat Canvas hingemacht also in den Wahlkämpfen von Tür zu Tür gegangen für die Demokraten. Hat hat sie einfach gesagt, Sie kann nicht für beide stimmen. Egal... mag Trump gewinnen oder so, schlimmer kann es nicht kommen. Auch das Problem im Zweiparteinsystem? Oder wenn du dann die andere Partei auch nichts für dich ist, dann bist du dann verloren?
Genau also da sind natürlich... Die amerikanische Präzidentschaftswahl ist einfach immer die Wahl des geringeren Übels am Ende. Das ist irgendwie klar. Ich glaube, dass es allgemein die Amerikaner haben sehr stark das Vertrauen in die Institutionen und die Parteien auch verloren. deshalb Mal schauen.
Ich glaube jetzt, dass das Land ist dann auch wie es in den Jahr- und zwanzigweiten weitergeht. Das Land ist bestimmt reif für so eine Generation und wechseling neue Figuren. Da sieht man nicht sehr stark bei den Demokraten schon diese ganze Protestbewegung da will man jetzt die alten Führer im Kongress endlich loswerden.
aber dabei spielt schon auch. ich glaube die Außenpolitik spielt nicht so eine große Rolle in der Inpolitik. aber ich glaube bei diesen ganzen Palästina Krieg und so. Die Reaktion der Israelis hat der Hamas jetzt eigentlich in die Hände gespielt, dass Israel möglicherweise in Zukunft sehr schwer haben wird sollten die Demokraten in Washington zurück an die Macht kehren das sie da noch wirklich viel Gehör finden werden.
Apropos Gehört finden Im letzten Jahr wurde immer klarer, dass kritische Fragen von Medienschaffenden im Weißen Haus eh herunterwünscht sind. Die Nachrichtenagenturen AP, Reuters oder Bloomberg wurden der Zutritt zu Veranstaltungen in den Weiß-Haus entzogen und es wurden immer mehr pro Trump Influencer ins Oval Office gelassen.
Für einen Schweizer Medium aus Europa ist das praktisch unmöglich überhaupt erst in diesen Kreis zu kommen. also muss man seine Quellen anderswo suchen – in den Hörden und auf Reportage! Hat aber Christian da auch eine Veränderung der Stimmung gegen Journalisten gespürt? Ja, also ich meine teilweise wenn man dann mit Trump ein Hänger bei diesen Rallys gesprochen hat muss man immer aufpassen dass man nicht zu kritische Fragen stellt oder so weil dann kommt sofort der Verdacht ah are you a lefty.
Also bist du da irgendwie Bayerist und willst du in die Pfanne hauen so ein gewisses Misstrauen. Da musste man natürlich aufpassen das man versucht hier möglichst sie dann auch reden zu lassen und nicht zu stark dann auch Fragen stellt, die ihre Überzeugungen irgendwie...die Widersprüche aufzeigen könnten in ihren Überzeugung oder kritisch hinterfragen.
Aber so Einschränkungen würde ich jetzt. Ich meine, es wird sich jetzt zeigen. Es hat gewisse Übernahmen im Fernsehbereich gegeben die an Trump-Neue Investoren verkauft werden sollten. darunter zählt auch CNN wie sich dort langfristig auswirkt aber momentan glaube ich schon ist das immer noch eine sehr vielfältige Presselandschaft.
Ich war ja auch ein Weilerang in Russland und habe es gesehen wie Schritt für Schritt unter Putin immer mehr wirklich gute unabhängige Zeitungen verschwunden sind und das erschwert dann auch die eigene Berichterstattung, weil man natürlich sehr viel aus diesen lokalen Vorarbeit dieser Journalisten auch ziehen kann für die Berichter-Stattung.
Aber soweit ist es glücklicherweise in den USA noch nicht. Auch wenn klar ist dass diese Regierung ungern kritische Fragen von Journalisten beantwortet. also Trump ist ja immer wieder einmal ausfällig geworden gegenüber Journalisten oder Journalistinnen. Zum Schluss jetzt Du bist im Juni zurückgekommen.
Mit welchem Gefühl bist du da weg? Ja, mit einem vielleicht lachenden und weinendem Auge. Ich bin natürlich auch sehr stark verwurzelt in der Schweiz. Meine Familie hat sich gefreut wieder mehr bei der Familie, bei Freunden zu sein. Auch vielleicht einmal auch das ist eine sehr intensive Arbeitszeit oder so ... ... eine größere Entschleunigung wieder mal zu erleben durchzuatmen.
Andererseits natürlich auch sehr bedauernd, dass man jetzt – wo man das so lange begleitet hat – dieser Krimi, wie ich mir das sagen kann. Dass man das nicht mehr so intensiv und aus einer so nahe Distanz begleiten kann. Weil es ist ja schon die USA-Sinnenmal, die prägen die Weltgeschichte. Und das ist schon alles mit Herzblut will man am Zeitgeschehen möglichst nah dran sein.
Das ist schön an dem Beruf! Und gleichzeitig aber auch, wenn wir dann Amerikaner nachgesagt haben. Gut das ist in DC eben, sind es vor allem Demokraten oder so... Es ist wirklich so ein bisschen, wenn man sagt jetzt gehen wir zurück in die Schweiz und sagen dann viele. Eigentlich würden da auch gerne mitkommen.
Wie ernst das dann gemeint ist, weiß ich nicht. Also sagen wir mal der Gedanke man ist unzufrieden mit der Regierung die jetzt an der Macht ist und man ist auch unzuffrieden. Man hat keine Hoffnung mehr in den Demokraten wie es weitergehen könnte und man hat vielleicht auch sehr romantische Vorstellungen wie toll und gut und besser es in Europa sein kann.
aber das ist schon so ein verbreitetes Gefühl unter Leuten die jetzt nicht für diesen Präsidenten gestimmt haben und ich kenne auch aus der weiteren Verwandtschaft Fälle wo die das wirklich in der Realität umgesetzt haben. Also jemand hat noch weiter Verwandte mit italienischer Herkunft, konnte sich den Pass besorgen und jetzt leben sie halt in Milano also in Mailand.
das gibt es schon. Das hat zugenommen. Christian vielen Dank! Danke Simon für das Gespräch. Das war die Samstagsfolge mit unserem langjährigen politischen USA-Korrespondenten Christian Weißlog. Er ist nun wieder zurück im Zürich und als Redaktor unter anderem für den Nahen Osten und Russland zuständig.
Seine Nachfolge in DC tritt die USA-Redaktorin Isabel Jakobi an, das unter leicht erschwerten Bedingungen. ab Mitte September nämlich sollen für ausländische Medien schaffende strengere Visa-Regeln gelten. Bisher galt da ein Journalistenvisum in den USH für mehrere Jahre und konnte einfacher verlängert werden.
Neu muss es alle zweihundertvierzig Tage – also alle acht Monate von neuem geprüft und bestätigt werden! Mein Name ist Simon Schaffer, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!