PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 325

Trump hält Fed in Atem

Dienstag, 6. Mai 2025 · 17 min

MP3

Shownotes

Immer wieder kritisiert der US-Präsident Donald Trump die amerikanische Notenbank. Seine Kritik gegenüber Fed-Chef Jerome Powell sorgt für Unruhe an den Finanzmärkten. Warum die Notenbanken so wichtig sind und welche Rolle deren Geldpolitik für die Finanzmärkte spielt, darüber spricht Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg.
Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

Sofern nicht anders gekennzeichnet, ist die Quelle für alle getroffenen Aussagen die Deutsche Bank und alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

Soweit hier von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Angebote der Deutsche Bank AG. Wir weisen darauf hin, dass die in dieser Publikation enthaltenen Angaben keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung darstellen, sondern ausschließlich der Information dienen. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen. Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden. Aus der Wertentwicklung in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden.

HINWEIS: BEI DIESEN INFORMATIONEN HANDELT ES SICH UM WERBUNG. Die Inhalte sind nicht nach den Vorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen (vormals Finanzanalysen) erstellt. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die Deutsche Bank AG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

<b>Deutsche Bank präsentiert </b> <b>Perspektiven to Go.</b> <b>Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börse.</b> <b>Die Unabhängigkeit der US-Notenbank FED</b> <b>wird an den Finanzmärkten</b> <b>als eine der wichtigsten</b> <b>Voraussetzungen für ein stabilen</b> <b>US-Dollar angesehen.</b> <b>Doch US-Präsident Donald</b> <b>Trump sieht das wohl etwas anders.</b> <b>Verbale Attacken auf</b> <b>FED-Chef Jerome Paul inklusive.</b> <b>Und diese haben für einige Unruhe an den</b> <b>Finanzmärkten gesorgt.</b> <b>Warum ist die FED eigentlich so wichtig?</b> <b>Welche Rolle spielt die</b> <b>Geldpolitik für die Finanzmärkte?</b> <b>Fragen, die mir jetzt Uli Stefan von der</b> <b>Deutschen Bank beantwortet.</b>

<b>Mein Name ist Jessica Schwarz.</b> <b>Damit herzlich</b> <b>willkommen zu den Perspektiven.</b> <b>To go.</b> <b>Uli US-Präsident Donald Trump hat mit</b> <b>seiner Kritik an</b> <b>FED-Chef Jerome Paul für einige</b> <b>Kursausschläge an den Märkten gesorgt.</b> <b>Warum reagiert ein Investor so sensibel</b> <b>auf Trams Äußerungen?</b> <b>Na weil die FED natürlich die größte, in</b> <b>Anführungsstil, größte Notenbank der Welt</b> <b>ist, also mit dem Dollar, die</b> <b>weltbeherrschende, immer noch</b> <b>weltbeherrschende Währung, ihr</b> <b>Eigen nennt auch die US-Trasheries</b> <b>sicherlich zu dem größten</b> <b>und liquidesten gibt, was</b> <b>es an den Kapitalmärkten gilt.</b> <b>Sie sind Besicherung oder auch Grundlage</b>

<b>für viele Finanzindustriestromente.</b> <b>Und insofern hat die FED da schon eine</b> <b>sehr herausgehobene</b> <b>Stellung, nicht nur national</b> <b>in den Vereinigten</b> <b>Staaten, sondern eben auch global.</b> <b>Donald Trump ist ja auch schon ein Stück</b> <b>weit zurückgerudert</b> <b>nach seinen etwas heftigen</b> <b>Aussagen und der Kritik an der Notenbank,</b> <b>bestehungsweise ihren Chef.</b> <b>Kann man das als Zeichenwerten, dass</b> <b>Trump doch auf Marktsignale reagiert?</b> <b>Ja, die FED hat natürlich auch in der</b> <b>Vergangenheit immer wieder in</b> <b>Krisenzeiten Liquidität zur</b> <b>Verfügung gestellt.</b> <b>Übrigens nicht nur in den Vereinigten</b> <b>Staaten, sondern über sogenannte</b>

<b>Swap-Geschäfte, auch</b> <b>andere Notenbanken, Dollar gegeben.</b> <b>Solang der Dollar eben die</b> <b>weltbeherrschende Währung ist, ist die</b> <b>FED quasi dafür schon</b> <b>gezwungen, auch diese Dollars zur</b> <b>Verfügung zu stellen.</b> <b>Und das nochmal ist eben diese</b> <b>herausgehobene Stellung.</b> <b>Und deswegen ist es so sehr kritisch,</b> <b>wenn der amerikanische</b> <b>Präsident direkt in diese</b> <b>Geldpolitik eingreifen möchte, auch in</b> <b>die Aufsichtsfunktionen der</b> <b>amerikanischen Notenbank.</b> <b>Das gilt ja wesentlich für alle</b> <b>Notenbanken, dass sich die Politik da</b> <b>besser raushält, kommt</b> <b>eigentlich nie gut an,</b> <b>wenn es kommentiert wird.</b>

<b>Donald Trump macht das</b> <b>aber schon seit längerer Zeit.</b> <b>Also er hatte auch schon, als er noch</b> <b>Kandidat war jetzt für</b> <b>seinen zweiten Term, immer wieder</b> <b>gesagt, dass er sich niedrigere Zinsen</b> <b>wünscht, dass diese</b> <b>niedrigeren Zinsen eine bessere</b> <b>Konjunktur, mehr Investitionen</b> <b>ermöglichen könnten.</b> <b>Und insofern ist das also nicht ganz neu</b> <b>und nicht ganz überraschend.</b> <b>Allerdings hat man eben dann gesehen,</b> <b>dass mit diesen</b> <b>Äußerungen im Grunde genommen das</b> <b>Gegenteil von dem passiert ist.</b> <b>intendiert hatten. Nämlich die Zinsen</b> <b>sind gestiegen und der Dollar ist schwach</b> <b>geworden. Das sind typischerweise</b>

<b>Entwicklungen, die wir eher von emerging</b> <b>markets kennen als von hoch entwickelten</b> <b>Industriestaaten wie den Vereinigten</b> <b>Staaten von Amerika. Man hat ja im</b> <b>Prinzip gesehen, dass schon</b> <b>alleine die Überlegung die</b> <b>Unabhängigkeit der US-Notenbank</b> <b>vielleicht doch einzuschränken, was ja</b> <b>immer mal wieder von Donald Trump</b> <b>irgendwie du auch sagt, es kam,</b> <b>dass das schon an der</b> <b>finanzwirtschaftlichen Stabilität der USA</b> <b>rüttelt und eben auch</b> <b>an der Akzeptanz des</b> <b>US-Dollars als Weltleitwährung.</b> <b>Lass uns doch nochmal genau aufdröseln,</b> <b>was die Funktion einer Notenbank ist im</b> <b>speziellen der FED, das ist</b>

<b>ja nicht bei jeder Notenbank</b> <b>ganz gleich und warum die US-Notenbank so</b> <b>wichtig ist. Man spricht ja immer von den</b> <b>Währungshütern. Also sie hüten die</b> <b>Währung, was habe ich mehr darunter genau</b> <b>vorzustellen, welche</b> <b>Instrumente gibt es da?</b> <b>Ja, sie sind der Geldwertstabilität</b> <b>verpflichtet und wir haben schon oft in</b> <b>der Vergangenheit erlebt,</b> <b>wenn man die Geldpolitik</b> <b>zu sehr der Politik überlässt, dann</b> <b>werden Schulden gemacht in einer großen</b> <b>Ordnung, die dann die Inflation</b> <b>antreiben und diese Inflation ist eben</b> <b>dann gesamtwirtschaftlich sehr sehr</b> <b>schädlich, ist auch sozial ein Problem.</b>

<b>Wir haben ja da auch schon mehrfach</b> <b>drüber gesprochen und insofern sind die</b> <b>Notenbanken</b> <b>tatsächlich in erster Linie mal</b> <b>diejenigen, die die</b> <b>Geldwertstabilität als Aufgabe haben.</b> <b>Das heißt im Wesentlichen, wenn ich sage</b> <b>Geld knapp halten, aber dafür sorgen</b> <b>müssen, dass die</b> <b>Inflation nicht zu groß ist.</b> <b>Das tun sie üblicherweise über die</b> <b>Festlegung von kurzfristigen Zinsen.</b> <b>Man kann das aber auch dann mit</b> <b>entsprechenden Geschäften machen, wieviel</b> <b>Geld man wiederum den</b> <b>Banken zur Verfügung</b> <b>stellt oder auch, wie wir das in der</b> <b>Finanzkrise gesehen haben, mit aufkäufen</b> <b>oder auch dann ja Verkäufen von Anleihen.</b>

<b>Also da gibt es verschiedenste</b> <b>Instrumente, mit denen</b> <b>die Notenbanken vorgehen.</b> <b>Bei der Europäischen Zentralbank hat sich</b> <b>mittlerweile der Einlagensatz als das</b> <b>Instrument etabliert.</b> <b>Vereinigten Staaten gibt man so ein Band,</b> <b>in dem dann die Bankengeld</b> <b>bei der Notenbank anlegen,</b> <b>bzw. von ihr ausleihen können, um ihre</b> <b>kurzfristigen</b> <b>Verpflichtungen tätigen zu können.</b> <b>Der Zins hängt dann eben oder setzt dann</b> <b>fest, wie teuer dieses Geld ist und</b> <b>wieviel Liquidität die</b> <b>Banken zur Verfügung haben.</b> <b>Darüber hinaus erlangen die Notenbanken</b> <b>immer wieder in Krisenzeiten.</b> <b>Besondere Aufmerksamkeit, wenn sie bemüht</b>

<b>sind über die</b> <b>Zurverführungsstellung von Liquidität.</b> <b>Das erinnern wir noch an die große</b> <b>Finanzkrise, um Finanzkrisen zu</b> <b>verhindern, dafür zu gucken, dass das</b> <b>Schmiermittel Geld weiterhin in Umlauf</b> <b>ist und ausreichend zur Verfügung steht.</b> <b>Und die dritte große Funktion ist dann</b> <b>sicherlich die Aufsicht über das</b> <b>Finanzwesen, über die Banken vor allem,</b> <b>dass hier in Krisenzeiten keine</b> <b>bilanziellen Schwierigkeiten passieren,</b> <b>dass die Banken ausreichend Liquidität</b> <b>zur Verfügung haben,</b> <b>auch Eigenkapital, also solche Dinge mehr</b> <b>liegen dann auch in der</b> <b>Regel bei den Notenbanken.</b> <b>Ich habe glaube ich in den vergangenen</b>

<b>Monaten, Jahrjahren, wahrscheinlich seit</b> <b>der Finanzkrise gefühlt,</b> <b>fünfmal pro Woche die Überschrift gelesen</b> <b>im Bann der Notenbanken.</b> <b>Wir haben ja schon das Gefühl gehabt,</b> <b>dass die Rolle der Notenbanken immer</b> <b>wichtiger und bedeutender geworden ist.</b> <b>Jüngst ja eben auch bei der Bekämpfung</b> <b>der extrem hohen Inflation und der eben</b> <b>recht sportlichen</b> <b>Zinswende, die wir da erlebt haben.</b> <b>Mitunter stürzt das die Märkte aber auch</b> <b>in ganz schöne Turbulenzen.</b> <b>Wir haben es im Jahr, das war ich glaube</b> <b>ich 2022 erlebt, die</b> <b>sportliche Zinswende.</b> <b>Die Zinsen wurden relativ schnell</b> <b>angehoben, um die Inflation</b>

<b>runterzubekommen und gleichzeitig</b> <b>Schmierten, Aktien und Anleihe Märkte ab.</b> <b>Also auch da gibt es ja einen sehr, sehr</b> <b>engen Zusammenhang dann.</b> <b>Ja, die Notenbanken werden natürlich mit</b> <b>Argus-Augen betrachtet, weil Geld eben,</b> <b>wie ich das vorhin gesagt habe, das Schmiermittel in der Wirtschaft ist.</b> <b>Und die Zurückungsstellung von Geld eben</b> <b>damit von</b> <b>außerordentlich hoher Bedeutung ist.</b> <b>Man stellt sich nur vor, wir gehen an</b> <b>Geldautomaten und da kommt nichts mehr</b> <b>raus oder Ähnliches.</b> <b>Dann wäre sehr schnell die Frage</b> <b>gestellt, was das denn bedeutet und</b> <b>welche Probleme wir denn hier haben.</b> <b>Also insofern sind da Notenbanken</b>

<b>sicherlich in einer besonderen Situation.</b> <b>Und ihre Worte werden eben auf der</b> <b>sprichwörtlichen</b> <b>Goldwaage wogen und beurteilt.</b> <b>Ich kann mich noch erinnern, dass wir,</b> <b>ich glaube 2013 war es, Ben Bernenke</b> <b>damals Taper Tantrum.</b> <b>Also er hat darüber nachgedacht, wie man</b> <b>denn die aufgekauften Anleihen wieder</b> <b>zurückführen könnte.</b> <b>Wir haben auch mal eine Situation, das</b> <b>war glaube ich 2018 gehabt, wo die</b> <b>Notenbank auch wieder die amerikanische</b> <b>nur darüber philosophiert hat, wo denn</b> <b>der neutrale Zins liegen könnte.</b> <b>Also es ist ein theoretisches Konstrukt,</b> <b>kann man gar nicht an den Märkten</b>

<b>beobachten, sondern ein Zinssatz,</b> <b>bei dem man theoretisch davon ausgeht,</b> <b>dass er weder stimuliert</b> <b>noch die Wirtschaft bremst.</b> <b>Und alleine diese kleinen in</b> <b>anführendlichen Aussagen haben also dazu</b> <b>geführt, dass die Märkte</b> <b>erheblich reagiert haben.</b> <b>Das liegt auf der einen Seite natürlich</b> <b>an der Liquidität, an der</b> <b>Zurückungsstellung von Geld und Kapital</b> <b>direkt über die Notenbanken.</b> <b>Das liegt aber auch daran, dass natürlich</b> <b>viele Finanzinstrumente direkt daran</b> <b>hängen auf der Rentenseite sowieso.</b> <b>Also natürlich guckt man gerade auf der</b> <b>kurzfristigen bis zweijährigen Zinsen</b> <b>sehr stark nach den Notenbanken,</b>

<b>aber auch die langfristigen Zinsen</b> <b>entwickeln sich dann nach</b> <b>Inflationserwartungen, die ja von den</b> <b>Notenbanken stark geprägt werden,</b> <b>oder auch den Wachstumserwartungen.</b> <b>Und auf der Aktienseite haben wir den</b> <b>Zins als Diskontfaktor, der die</b> <b>zukünftigen Gewinne</b> <b>oder Gewinnschätzungen</b> <b>auf den heutigen Tag zurückrechnet.</b> <b>Da kann man dann auch darüber</b> <b>philosophieren, welchen konkreten</b> <b>Zinssatz man nimmt, aber man braucht in</b> <b>jedem Fall einen Zins.</b> <b>Und da die Notenbanken ja nun das Dreh-</b> <b>und Angelkreuz für Geld und Zinsen sind,</b> <b>wählen sie eben auch hier eine Rolle und</b> <b>damit in der Bewertung von Aktienmärkten,</b>

<b>weil die Zurückrechnung der künftigen</b> <b>Gewinne ist dann sozusagen, dass der Wert</b> <b>oder das Kurspotenzial,</b> <b>was man einer solchen Aktie dann einem</b> <b>solchen Unternehmen zubildigt.</b> <b>Eigentlich befinden wir uns ja aktuell</b> <b>immer noch in einem Zinssenkungszyklus,</b> <b>weil die Inflation ja zurückgekommen war.</b> <b>Du hast es ja auch schon gerade gesagt,</b> <b>Trump würde gerne sehen, dass Paul die</b> <b>Zinssenkung ein bisschen schneller und</b> <b>ein bisschen sportlicher vornimmt,</b> <b>dass er aktiver wird.</b> <b>Gleichzeitig hängt die Fett aber sehr</b> <b>stark an den aktuellen</b> <b>Daten und fährt auf sich,</b> <b>das haben sie ja auch oft gesagt.</b>

<b>Wird es da noch weitere Spannungen geben,</b> <b>Fett versus Trump Trump versus Fett?</b> <b>Weil wir ja auch die Angst haben, dass</b> <b>die Inflation durch den</b> <b>Handelskrieg wieder anzieht.</b> <b>Ja, das ist genau das Problem, Jessica,</b> <b>was du da ansprichst.</b> <b>In diesem Dilemma</b> <b>sitzt die Notenbank gerade.</b> <b>Die Zölle schwächen wahrscheinlich das</b> <b>Wachstum recht deutlich ab.</b> <b>Wir hatten das kurz angedeutet.</b> <b>Die Inflation sollte oder könnte sogar</b> <b>Richtung 4% nochmal laufen,</b> <b>je nachdem wie die</b> <b>Elastizitäten in den USA sind,</b> <b>also abhängig davon wie US-Verbraucher</b> <b>ausweichen können und das</b> <b>tun oder eben auch nicht,</b>

<b>schlichtweg die höheren Preise</b> <b>akzeptieren müssen, weil sie die Güter</b> <b>irgendwo anders bekommen können.</b> <b>Und das ist so ein Stück weit das</b> <b>Problem, was Jerome Paul</b> <b>und das sogenannte FOMC,</b> <b>also der Geldpolitische Rat der</b> <b>amerikanischen Notenbank im Moment,</b> <b>haben in Europa etwas einfacher, weil die</b> <b>Wirtschaft ist relativ schwach,</b> <b>die Inflation geht runter, der starke</b> <b>Euro, die rücklaufenden Energiepreise.</b> <b>komplizierter. Der Markt rechnet</b> <b>allerdings damit und wir tun das auch,</b> <b>dass die FED aufgrund</b> <b>der Wachstumsschwäche und weil</b> <b>wahrscheinlich auch der</b> <b>Arbeitsmarkt, das ist ja die zweite</b>

<b>Verpflichtung der amerikanischen</b> <b>Notenbank im Laufe des</b> <b>Jahres ein Stück weit schwächer</b> <b>werden könnte, dass eben die</b> <b>amerikanischen Notenbank die Zinsen</b> <b>weiter senken wird, wenn</b> <b>vielleicht auch nicht so aggressiv und so</b> <b>schnell wie sich der</b> <b>amerikanische Präsident</b> <b>sich das im Moment forscht.</b> <b>Wir haben jetzt den Dollar mehrfach</b> <b>angesprochen, der ist so</b> <b>schwach wie seit Jahren nicht mehr,</b> <b>gilt aber noch immer als sichere Hafen.</b> <b>Was genau heißt das?</b> <b>Heißt das, dass andere</b> <b>Länder Devisen horten, also quasi den</b> <b>Greenback im Tresor liegen</b> <b>haben oder heißt das dann</b> <b>doch eher, dass sie in US-Staatsanleihen,</b>

<b>die US-Traduries, die</b> <b>du vorhin schon genannt</b> <b>hattest, investieren und wie sicher ist</b> <b>dieser sichere Hafen</b> <b>noch? Auch da gibt es ja so</b> <b>einige Zweifel.</b> <b>Ja, ich glaube die Zweifel sind</b> <b>kurzfristig zumindest</b> <b>übertrieben. Die USA sind nach</b> <b>wie vor mit dem Dollar die Währung der</b> <b>Welt, sowohl was den</b> <b>Handel angeht, aber auch was</b> <b>die Währungsreserven angeht. Man muss</b> <b>dazu sagen, dass die</b> <b>Währungsreserven im US-Dollar</b> <b>schon seit Jahren rückläufig sind. Wir</b> <b>liegen heute noch bei etwa 58</b> <b>Prozent die Währungsreserven</b> <b>weltweit in US-Dollar und das sind dann</b> <b>typischerweise eben nicht</b>

<b>Greenback-Scheine, die den Hortenbanken</b> <b>in den Tresoren haben,</b> <b>sondern natürlich auch...</b> <b>nehmen, dem jedes Jahr so in etwa ein</b> <b>anderthalb Prozent Punkte um.</b> <b>Es könnte sein, dass sich das</b> <b>beschleunigt durch diese Zoll androgen</b> <b>und die ganze Diskussion, die dadurch</b> <b>ausgelöst worden ist.</b> <b>Insbesondere beispielsweise die</b> <b>Volksrepublik China könnte sicherlich</b> <b>darüber nachdenken und hat</b> <b>das in der Vergangenheit auch umgesetzt,</b> <b>dass man auslaufende</b> <b>Staatsanleihen nicht wieder in US-Dollar</b> <b>Treje-Ries anlegt, also Staatsanleihen</b> <b>amerikanischer Art anlegt, sondern</b> <b>diversifiziert, goldkauft,</b>

<b>andere Währungen mit ins Portfolio nimmt</b> <b>etc. Und insofern wird</b> <b>wahrscheinlich die Bedeutung des</b> <b>US-Dollar als Währungsreserve weiter</b> <b>abnehmen, wie gesagt, möglicherweise</b> <b>sogar noch beschleunigt</b> <b>durch das, was wir da gerade an</b> <b>Handelsdiskussionen erleben. Aber wenn</b> <b>ich dich richtig verstehe,</b> <b>siehst du jetzt kein erhöhtes Risiko,</b> <b>dass es zu einem Abverkauf</b> <b>amerikanischer Staatsanleihen</b> <b>kommt und es dann ein Crash gibt und der</b> <b>würde ja wahrscheinlich</b> <b>nicht nur die Rentenmärkte</b> <b>erwischen, sondern auch die Aktienmärkte.</b> <b>Also das ist ein bisschen</b> <b>übertrieben, weil die Angst</b>

<b>habe ich auch jetzt mehrfach gelesen. Wir</b> <b>haben durchaus im April</b> <b>Tage gehabt, wo beispielsweise</b> <b>der Dollar sehr schwach wurde, die Zinsen</b> <b>in USA trotzdem gestiegen</b> <b>sind und die Zinsen in Europa,</b> <b>also die Bundesanleihen, gefallen sind.</b> <b>Also da waren dann aus Sicht</b> <b>der Anleger Bundesanleihen,</b> <b>auch Schweizer Papiere, auch japanische</b> <b>Papiere galten eher als</b> <b>sichere Hafen als US-Tragiceries.</b> <b>Aber das waren Momentaufnahmen sehr</b> <b>kurze. Mittlerweile hat es</b> <b>sich ja wieder einigermaßen</b> <b>beruhigt. Es scheint so zu sein, dass man</b> <b>in Amerika nervös wird,</b> <b>wenn der langfristige Zins,</b>

<b>also der 10-Jährige Richtung 4,5 Prozent</b> <b>läuft oder</b> <b>möglicherweise darüber und man will</b> <b>sicherlich eine Dollar-Abwertung haben,</b> <b>um bessere Exportchancen erzielen zu</b> <b>können. Aber man will</b> <b>das eben auch nicht allzu schnell machen,</b> <b>weil man möchte ja</b> <b>trotzdem gerne den US-Dollar als</b> <b>Weltleitwährung behalten und würde man</b> <b>also hier eine massive Abwertung</b> <b>herbeiführen. Dann wäre es</b> <b>auf der einen Seite schwierig für die</b> <b>ganzen Investitionen, vor</b> <b>allen Dingen ausländischen</b> <b>Investitionen, die die USA...</b> <b>für den Dollar als Weltleitwährung, wenn</b> <b>das passieren sollte.</b> <b>Und insofern glaube ich, wird es eher</b>

<b>einen graduellen weiteren Prozess geben.</b> <b>Möglicherweise in den nächsten Jahren</b> <b>Richtung Kaufkraftparität,</b> <b>die wohl irgendwie so bei Mitte 1,20 Euro</b> <b>zum Euro liegen könnte.</b> <b>Und die FED wird das Ganze,</b> <b>wie du vorhin schon sagst,</b> <b>mit Argus-Augen betrachten und</b> <b>entsprechend ihre</b> <b>Geldpolitik dann anpassen.</b> <b>Davon gehe ich aus.</b> <b>Sie hat zwar zwei Ziele,</b> <b>nämlich die</b> <b>Geldwärtsstabilität und den Arbeitsmarkt.</b> <b>Aber sie guckt natürlich</b> <b>holistisch auf den Markt.</b> <b>Sie wird sicherlich die langen Laufenden</b> <b>US-Tregeries im Blick haben.</b> <b>Sie wird natürlich auch</b> <b>den Dollar-Blick haben,</b>

<b>weil sie ja daraus auch dann wiederum</b> <b>guckt, wie sind denn Inflationen</b> <b>oder wie sind die</b> <b>Wirkungen auf Inflationen?</b> <b>Wie sind die Inflationserwartungen?</b> <b>Welche konjunkturellen Entwicklungen</b> <b>lassen sich daraus ableiten?</b> <b>Und deswegen hat die FED</b> <b>natürlich diese Dinge im Blick.</b> <b>Und zum Abschluss kommt endlich mal</b> <b>wieder eine Börsenweisheit.</b> <b>Ich habe, glaube ich,</b> <b>ewig keine rausgehauen.</b> <b>Jetzt kommt eine und du darfst</b> <b>mir sagen, ob sie noch stimmt.</b> <b>Spekuliere niemals gegen die Notenbank.</b> <b>Ja, never fight the FED ist, glaube ich,</b> <b>schon nach wie vor richtig.</b> <b>Die Notenbank hat einfach tieferen</b>

<b>Taschen als viele von</b> <b>uns, um nicht zu sagen alle.</b> <b>Und insofern, wenn die FED,</b> <b>wenn die Notenbanken sagen,</b> <b>dass sie in diese und</b> <b>jene Richtung gehen wollen,</b> <b>dann ist es schwierig dagegen zu halten.</b> <b>Im Moment sind Forward Guidance mit</b> <b>Vorsicht zu genießen</b> <b>bzw. die Notenbanken</b> <b>machen das gar nicht.</b> <b>Also sozusagen den</b> <b>Vorausblick, wie denn die Geldpolitik</b> <b>in den nächsten Monaten aussehen könnte,</b> <b>weil eben die Unsicherheit hoch ist</b> <b>und weil sich das politische</b> <b>Umfeld auch permanent ändert.</b> <b>Aber ganz grundsätzlich sollte man die</b> <b>Notenbanken schon ernst</b> <b>nehmen bei dem, was sie sagen.</b>

<b>Das tun wir und das tut hoffentlich auch</b> <b>US-Präsident Donald Trump.</b> <b>Dir vielen Dank für</b> <b>diese Perspektiven to go.</b> <b>Sehr gerne.</b> <b>Copyright WDR 2020</b>

0:00 / 0:00