PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 364
Warsh-Nominierung überrascht, Rohstoffe schwanken
Donnerstag, 5. Februar 2026 · 18 min
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Shownotes
Die Märkte sind nervös: Kevin Warshs Nominierung als nächsten Fed-Chef sorgt für neue Zinserwartungen. Zudem liefert die Berichtssaison unterschiedliche Signale, KI trennt Hardware‑ und Software‑Titel, und die Rohstoffpreise schwanken deutlich. Die aktuelle Lage an den Märkten ordnen Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast ein.
Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/364-warsh-nominier…
Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg.
Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.
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Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.
ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.
Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.
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<b>Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren.</b> <b>KI ist immer noch das</b> <b>Megathema an den Märkten.</b> <b>US-Präsident Donald Trump hat einen neuen</b> <b>Fed-Chef nominiert und die</b> <b>Aktien- und Rohstoffkurse</b> <b>fahren Achterbahn.</b> <b>Die Nervosität an den</b> <b>Finanzmärkten ist groß,</b> <b>die Schwankungen sind es auch.</b> <b>Über die aktuelle Lage und über Chancen</b> <b>und Risiken spreche</b> <b>ich mit Uli Stephan von</b> <b>der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarzer und</b> <b>damit herzlich willkommen zu einer neuen</b> <b>Folge der PERSPEKTIVEN To Go.</b> <b>Uli, in den vergangenen</b> <b>Tagen war ganz schön was los.</b> <b>An den Märkten ging</b>
<b>ziemlich turbulent zu.</b> <b>Was war der Auslöser oder gab es mehrere?</b> <b>Jessica, wie immer gab es natürlich</b> <b>mehrere Auslöser, die hier</b> <b>für Stimmung und vor allen</b> <b>Dingen Diskussionen an</b> <b>den Börsen gesorgt haben.</b> <b>Wir haben in Amerika nach wie vor</b> <b>politische Diskussionen.</b> <b>Hier ging es ja auch um den Haushalt für</b> <b>das laufende Jahr, der</b> <b>nun mit Einschränkungen</b> <b>bis September verabschiedet worden ist.</b> <b>Wir haben in Deutschland ein besser als</b> <b>erwartetes</b> <b>Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal</b> <b>gesehen, was dann über den statistischen</b> <b>Überhang wieder</b> <b>positiv auf das Jahr 2026,</b>
<b>also das laufende Jahr ausstrahlt.</b> <b>Hier haben wir die Hoffnung, dass es</b> <b>tatsächlich etwas besser laufen kann.</b> <b>Wir haben in China</b> <b>relativ solide Daten gesehen.</b> <b>Wir haben gesehen, dass sich die</b> <b>Rohstoffe sehr intensiv bewegt haben.</b> <b>Das war natürlich auch mal an der Zeit</b> <b>hier ein bisschen Luft</b> <b>rauszulassen, wenn man ganz</b> <b>ehrlich ist.</b> <b>Und wir haben vor allen Dingen, Jessica,</b> <b>eine Diskussion weiterhin um die</b> <b>künstliche Intelligenz.</b> <b>Wer werden die Profiteure?</b> <b>Wer werden die Verlierer sein?</b> <b>Wir sehen hier für das Jahr schon mal</b> <b>eine große</b> <b>Differenzierung zwischen Hardware und</b>
<b>Software, wobei vor allen Dingen die</b> <b>Software hier an der</b> <b>Börse abgestraft wird.</b> <b>Zum Teil waren die Berichte nicht so, wie</b> <b>sich die Analysten das</b> <b>vorgenommen haben, aber</b> <b>viel wichtiger ist.</b> <b>Es gibt wohl da auch weitere</b> <b>Entwicklungen von einzelnen</b> <b>Unternehmen, die die gesamte</b> <b>Software-Informationsbranche an den</b> <b>Pranger stellen hätte ich</b> <b>fast gesagt, aber zumindest ein</b> <b>gewisses Fragezeichen</b> <b>dahinter aufkommen lassen.</b> <b>Wie gesagt, wer denn die Gewinner und</b> <b>Verlierer dann in 2026 sein werden?</b> <b>Jede Menge Themen.</b> <b>Lass uns vielleicht wirklich mit der</b> <b>Berichtssaison anfangen.</b>
<b>Die läuft ja wirklich auf Hochtouren und</b> <b>haben, glaube ich,</b> <b>mittlerweile rund die Hälfte</b> <b>der Unternehmen oder zumindest die Hälfte</b> <b>der</b> <b>Marktkapitalisierung des S&P 500 Zahlen</b> <b>vorgelegt.</b> <b>Und da hat sich ein starkes Bild gezeigt,</b> <b>waren das denn dann auch</b> <b>die Softwareunternehmen</b> <b>oder haben die enttäuscht und es sind</b> <b>ganz andere Branchen, die</b> <b>jetzt richtig gut performen?</b> <b>Ja, da muss man ein bisschen</b> <b>unterschiedlich in die</b> <b>einzelnen Regionen hinein gucken.</b> <b>Ich fange mal an mit den Vereinigten</b> <b>Staaten von Amerika.</b> <b>Also die Leitbörse.</b> <b>Hier sind die Gewinne doch deutlich</b>
<b>stärker gestiegen, als man das erwartet.</b> <b>Hatte noch zum Beginn der Berichtssaison.</b> <b>Wir liegen im Moment</b> <b>bei 11 Prozent im Plus.</b> <b>Stark getrieben durch die Technologie mit</b> <b>30 Prozent plus bei den</b> <b>Gewinnen, Communication</b> <b>Services.</b> <b>Dahinter verbergen sich ja viele</b> <b>Unternehmen, die wir als Technologie</b> <b>begreifen würden, also</b> <b>Streaming, Internet und</b> <b>so weiter und so fort.</b> <b>Es sind auch mit über 11 Prozent und die</b> <b>Financials, die hier gut berichtet haben.</b> <b>Also insgesamt eine wirklich starke</b> <b>Berichtssaison in den</b> <b>Vereinigten Staaten.</b> <b>6 Prozent über den Erwartungen.</b> <b>In Europa sieht das Spiel</b>
<b>ein bisschen anders aus.</b> <b>Hier haben wir eine negative Tendenz.</b> <b>Die war auch so erwartet worden, deswegen</b> <b>jetzt nicht erschrecken.</b> <b>Direkt, wir liegen bei minus 4 Prozent</b> <b>momentan für die Gewinne,</b> <b>sind aber auch noch in einem</b> <b>deutlich, deutlich früheren Stadium.</b> <b>Also das würde ich auch noch</b> <b>nicht zu sehr hoch rechnen.</b> <b>Auch hier haben die Gewinne bisher um 6</b> <b>Prozent die Erwartungen übertroffen.</b> <b>Aber wie gesagt, die Erwartungen waren in</b> <b>Anführungsstrichen noch schlechter.</b> <b>Wir laufen im Moment</b> <b>bei minus 4 Prozent aus.</b> <b>Hier haben vor allen Dingen die</b> <b>Immobilienkonzerne und die</b>
<b>Versorger die Gewinne gerettet.</b> <b>Aber das sind eben auch die, die schon in</b> <b>größerer Zahl bisher berichtet haben.</b> <b>Auf der Seite der Überraschungen muss man</b> <b>den zyklischen Konsum nennen.</b> <b>Überhaupt die Zykliker mit besseren</b> <b>ISM-Daten in den Vereinigten Staaten,</b> <b>auch die Stimmungsindikatoren</b> <b>in Deutschland, in Europa.</b> <b>Ganz, ganz gut.</b> <b>Und insofern ist das sicherlich ein</b> <b>Katalysator für die zyklischen</b> <b>Unternehmen, wenn die</b> <b>Stimmung insgesamt in der</b> <b>Wirtschaft wieder besser wird.</b> <b>In deinen PERSPEKTIVEN am Morgen habe ich</b> <b>gelesen, dass die</b> <b>Marktteilnehmer insgesamt</b> <b>sehr stark auf die Ausblicke der</b>
<b>Unternehmen reagiert haben</b> <b>und dass die sich sehr viel</b> <b>robuster gezeigt haben als historisch</b> <b>üblich zu Jahresbeginn.</b> <b>Das war jetzt für die USA deine Aussage.</b> <b>Ist das in Europa auch so?</b> <b>Und vor allem woran liegt es?</b> <b>Ja, wie gesagt, in Europa sind wir noch</b> <b>in einem ganz frühen Zeitraum.</b> <b>Normalerweise äußern sich die Unternehmen</b> <b>noch nicht so deutlich,</b> <b>wenn sie am Jahresanfang</b> <b>ja eigentlich noch über das vergangene</b> <b>Jahr insgesamt sprechen.</b> <b>Wir reden ja über die</b> <b>Gewinne im vierten Quartal 2025.</b> <b>Aber es wird natürlich immer ein Ausblick</b> <b>mit erwartet, den die</b> <b>Unternehmen dann geben.</b>
<b>Und da waren sie</b> <b>tatsächlich ganz zuversichtlich.</b> <b>Das liegt, würde ich</b> <b>sagen, an den Fiskalprogrammen.</b> <b>OBBBA, also The One Big Beautiful Bill Act,</b> <b>in den Vereinigten Staaten</b> <b>und auch die Fiskalprogramme</b> <b>in Europa dürften ihre Wirkung jetzt in</b> <b>diesem Jahr entfalten.</b> <b>Und das wirkt dann natürlich auch positiv</b> <b>auf die Unternehmen und gibt</b> <b>entsprechende Investitionsanreize.</b> <b>Für einige Ausschläge, vor allem auch an</b> <b>den Rohstoffmärkten, hat ja die</b> <b>Nominierung des neuen Fed-Chefs gesorgt.</b> <b>Warum waren das so</b> <b>extreme Marktreaktionen?</b> <b>Ja eigentlich war Kevin Warsh ja bekannt</b> <b>gegeben worden als einer der Kandidaten.</b>
<b>Von daher konnte der Markt</b> <b>nicht so sehr überrascht sein.</b> <b>War es aber dann am Ende doch, weil Kevin</b> <b>Warsh eben jemand ist,</b> <b>der nicht so ganz vielleicht</b> <b>in das Profil des amerikanischen</b> <b>Präsidenten Donald Trump gepasst hat.</b> <b>Denn er ist doch eher ein</b> <b>klassischer Notenbänker.</b> <b>Er war schon Mitglied im Gouverneursrat</b> <b>der amerikanischen</b> <b>Notenbank um die 2010er Jahre herum.</b> <b>Er gilt als jemand, der durchaus die</b> <b>Inflation bekämpfen will.</b> <b>Also keiner, der ganz</b> <b>taubenhaft daherkommt.</b> <b>Er hat in den letzten Äußerungen ein</b> <b>bisschen umgeschwenkt, indem er gesagt</b> <b>hat, naja, man könnte die</b>
<b>Leitzinsen schon senken.</b> <b>Dann müsste man aber die Bilanz der Fed</b> <b>stärker zurückbauen.</b> <b>Also lange Rede, kurzer Sinn.</b> <b>Er gilt doch als eher ein klassischer</b> <b>Notenbänker, der die Notenbank auch</b> <b>wieder auf die Geldpolitik vor allen</b> <b>Dingen zurückführen möchte.</b> <b>Und deswegen werden wir gespannt sein, ob</b> <b>er denn den Wünschen des Weißen Hauses,</b> <b>des Präsidenten, des</b> <b>Beraterstabes entsprechen wird</b> <b>und die Zinsen eben so schnell, so stark</b> <b>zurücknehmen wird wie das anderen, die ja</b> <b>auch in der Diskussion</b> <b>waren, Stichwort Stephen Miran.</b> <b>Da sieht man es ja an den Dot Plots,</b> <b>wie stark er dafür Zinssenkungen plädiert</b>
<b>hat, ob er diesen</b> <b>Wünschen entsprechen wird.</b> <b>Wenn er die Bilanzsumme reduzieren will,</b> <b>was heißt das denn dann für die</b> <b>Rentenmärkte und</b> <b>vielleicht auch für den Dollar?</b> <b>Ja, in den Krisen, sowohl der großen</b> <b>Finanzkrise als auch der Corona-Krise</b> <b>haben ja die Notenbanken,</b> <b>das gilt nicht nur für die Fed,</b> <b>sondern auch für andere, beispielsweise</b> <b>die Europäische Zentralbank, in großem</b> <b>Rahmen Anleihen aufgekauft,</b> <b>um nicht nur das ganz kurze Ende, was man</b> <b>ja typischerweise über die</b> <b>Geldpolitik bestimmen kann,</b> <b>sondern auch das lange Ende, also die</b> <b>15-jährigen bis zu</b> <b>30-jährigen Anleihen zu beeinflussen,</b>
<b>indem man eben diese Anleihen kauft und</b> <b>über die Käufe die Kurse nach oben zieht</b> <b>und die Zinsen damit nach unten drückt.</b> <b>Damit haben die Notenbanken hohe Bestände</b> <b>mit Anleihen in ihren Bilanzen und würde</b> <b>man die wieder abbauen,</b> <b>also nicht nur, wie das im Moment üblich</b> <b>ist, auslaufen lassen,</b> <b>sondern aktiv verkaufen könnte,</b> <b>das eben zu entsprechenden Spuren auch am</b> <b>langen Ende dann führen.</b> <b>Ich will das jetzt nicht sagen, dass das</b> <b>ad-hoc und im großen Rahmen hier passiert,</b> <b>also will hier keine</b> <b>Panik auslösen oder ähnliches,</b> <b>aber man muss da sicherlich ein Auge</b> <b>drauf haben, dass die Notenbanken, die</b>
<b>eben hier versucht haben,</b> <b>das längere Ende nach unten zu drücken in</b> <b>den Krisenzeiten damit</b> <b>nicht nur aufgehört haben,</b> <b>sondern möglicherweise in Zukunft auch</b> <b>stärker ihre Bilanzen</b> <b>wieder abbauen könnten.</b> <b>Ziemlich zeitgleich mit der Verkündung</b> <b>von Herrn Warsh sind, du hast das</b> <b>vorhin schon angesprochen, Gold und Silber,</b> <b>man kann sagen abgestürzt, das war ja</b> <b>echt ein heftiger Rückgang beim Silber.</b> <b>Du hast gerade gesagt, das war vielleicht</b> <b>auch ein bisschen überfällig, weil die</b> <b>beide ja extrem gestiegen waren,</b> <b>vor allen Dingen der Chart vom Silberkurs</b> <b>sei ja aus wie ein Fahnenmast.</b>
<b>Hatte das was mit der Ernennung von</b> <b>Warsh zu tun oder war das zufällig der</b> <b>gleiche Zeitraum und wenn</b> <b>es zusammen hingen, warum?</b> <b>Also wahrscheinlich war es schon ein</b> <b>Auslöser zumindest mit</b> <b>für diese Entwicklung,</b> <b>denn wenn also ein Kandidat gewählt wird,</b> <b>der die Zinsen nicht so</b> <b>schnell nach unten führt,</b> <b>dann habe ich eben entsprechende</b> <b>Opportunitätskosten.</b> <b>Das heißt, die Zinsseite ist relativ</b> <b>attraktiver als Gold oder Silber, die ja</b> <b>weder Dividende noch Zinsen ausschütten.</b> <b>Und insofern haben wir dann nach dieser</b> <b>wirklich tollen Entwicklung bei Silber</b> <b>und bei Gold eine</b> <b>entsprechende Korrektur gesehen.</b>
<b>Meiner Ansicht nach war es überfällig.</b> <b>Ich will damit gar nicht sagen, dass wir</b> <b>bei Gold nicht auf weitere</b> <b>Höchststände kommen können.</b> <b>Wir haben ja immer gesagt, es wird zum</b> <b>Hedging aber auch von</b> <b>den Notenbanken genutzt.</b> <b>Das gilt auch weiterhin.</b> <b>Aber nach einem solchen Anstieg, den wir</b> <b>ja auch gerade nochmal beschleunigt in</b> <b>diesem Jahr, also in den ersten vier</b> <b>Wochen gesehen hatten,</b> <b>ist es, glaube ich, eine sehr gesunde</b> <b>Reaktion, wenn mal ein bisschen Luft</b> <b>rausgelassen wird Gold.</b> <b>Wenn ich das richtig im Kopf habe,</b> <b>Jessica von 5.600 so in etwa auf unter</b> <b>5.000 wieder runtergegangen.</b>
<b>Mittlerweile sind wir ja</b> <b>wieder ein bisschen drüber.</b> <b>Also wir nähern uns wieder der 5.100.</b> <b>Wie gesagt, deswegen würde ich nicht</b> <b>sagen, dass man das jetzt panikartig</b> <b>alles verkaufen muss.</b> <b>Aber nach einem solchen Anstieg sind,</b> <b>glaube ich, gewisse Schwankungen und</b> <b>Reaktionen dann auf Entwicklungen wie die</b> <b>Zinsseite relativ normal.</b> <b>Aber der Absturz war ja schon krass.</b> <b>Bei Dollar über 10 Prozent,</b> <b>beim Silber ja fast 40 Prozent.</b> <b>Ich habe dann gelesen, irgendwann am</b> <b>Wochenende Gold und Silber seien jetzt</b> <b>der neue Bitcoin, weil da ja die</b> <b>Schwankungen auch immer so extrem sind.</b> <b>Das geht aber, glaube ich,</b>
<b>ein bisschen zu weit, oder?</b> <b>Ja, also Bitcoin und Krypto, also vor</b> <b>allen Dingen der Bitcoin hat mal wieder</b> <b>unter Beweis gestellt, dass er eben keine,</b> <b>kein Safe Haven ist,</b> <b>dass er eben nicht eine Anlage ist, die</b> <b>Anleger schützt, diversifiziert, wenn es</b> <b>an der Börse etwas unruhig wird.</b> <b>Die Entwicklungen bei Bitcoin laufen doch</b> <b>sehr stark oder sehr ähnlich wie</b> <b>Technologieaktien, also</b> <b>mit großen Schwankungen,</b> <b>gerade wenn es dort mal wieder</b> <b>Diskussionen um die</b> <b>künstliche Intelligenz gibt.</b> <b>Und deswegen bin ich da nicht so sicher.</b> <b>Aber die Entwicklung, du hast ja schon</b> <b>angesprochen, bei Silber war sicherlich</b>
<b>atemberaubend, wenn man</b> <b>sich überlegt, dass wir,</b> <b>ich weiß nicht, ich nehme</b> <b>mal willkürlich ein Datum raus.</b> <b>Also vor einem Jahr beispielsweise</b> <b>standen wir noch bei 32 Dollar pro Unze.</b> <b>Wir sind dann raufgelaufen auf fast 120.</b> <b>Jetzt steht der Silberpreis immer noch</b> <b>bei 90, also eine Verdreifachung.</b> <b>Das ist natürlich immer noch sehr viel.</b> <b>Ja, wir rechnen damit, dass es eine</b> <b>zyklische Erholung gibt.</b> <b>Ja, wir rechnen damit, dass auch die</b> <b>Solarindustrie weiter ausgebaut wird.</b> <b>Aber das rechtfertigt sicherlich nicht</b> <b>einen solchen immensen Preisanstieg.</b> <b>Da waren auch heftige Spekulationen mit</b>
<b>dabei und wie gesagt ein bisschen Luft</b> <b>ist jetzt da rausgelassen worden.</b> <b>Und glaubst du, das ist jetzt vielleicht</b> <b>eine Chance für alle, die</b> <b>die Rally verpasst haben,</b> <b>nochmal jetzt einzusteigen bei Silber</b> <b>oder bei Gold, vielleicht auch einfach</b> <b>die Depot-Positionen,</b> <b>Stichwort sicherer Hafen in unsicheren</b> <b>Zeiten, noch mal ein bisschen auszubauen?</b> <b>Oder wärst du da ein bisschen vorsichtig?</b> <b>Ich wäre ein bisschen vorsichtig.</b> <b>Wir sind immer noch relativ hoch, wie ich</b> <b>das ja gerade gesagt habe.</b> <b>Aber wir sehen eben, dass mit den</b> <b>Unsicherheiten um künstliche Intelligenz</b> <b>natürlich auch mit der</b>
<b>ganzen Geopolitik diese Rohstoffe</b> <b>weiterhin gefragt sind.</b> <b>Wir sehen ja auch, dass sie nach diesem</b> <b>kräftigen Sell-off zunächst</b> <b>mal wieder angestiegen sind.</b> <b>Also man muss sicherlich ein bisschen</b> <b>Nerven mitbringen und man muss es vor</b> <b>allen Dingen als Hedge</b> <b>sehen. Ich glaube, dass die großen</b> <b>Gewinnanstiege hier</b> <b>zunächst mal hinter uns liegen.</b> <b>Aber wer sich eben absichern möchte,</b> <b>gerade bei</b> <b>Technologie-Positionen oder eben dem Bitcoin,</b> <b>der kann sicherlich auch weiterhin in</b> <b>Gold und Silber investieren.</b> <b>Aber wie gesagt, billig sind</b> <b>wir da ganz sicher nicht mehr.</b> <b>Wie würdest du es dann machen über ETCs,</b>
<b>wie zum Beispiel Xetra</b> <b>Gold oder lieber die Münzen</b> <b>und die Baren, wer ganz viel Geld übrig</b> <b>hat in den Trasur legen?</b> <b>Was wäre da deine Variante?</b> <b>Steuerfrei wäre ja beides im Fall von</b> <b>Gold. Also es muss ja</b> <b>physisch unterlegt sein, wenn ich</b> <b>einen ETC kaufe.</b> <b>Ja, da bin ich natürlich zu wenig</b> <b>Produktfachmann, als dass ich da jetzt</b> <b>dezidiert darauf eingehen</b> <b>kann oder möchte. Aber das muss dann</b> <b>jeder Anleger wissen. Ich</b> <b>glaube, wenn man physisch Gold</b> <b>und Silber kauft, hat man natürlich</b> <b>deutlich größere Spreads,</b> <b>also zwischen An- und Verkauf.</b> <b>Aber es ist möglicherweise sozusagen von</b>
<b>der Empathie ein anderes</b> <b>Gefühl, wenn man es physisch</b> <b>hat und in seinen Tresor legt.</b> <b>Untersuchungen zeigen auch, dass es die</b> <b>Menschen dann eher seltener</b> <b>wieder verkaufen, wenn sie es einmal</b> <b>physisch erworben haben.</b> <b>Also wer es wirklich zu Trading</b> <b>zwecken und kurzfristig kaufen möchte,</b> <b>für den sind sicherlich dann die</b> <b>Instrumente an der Börse</b> <b>geeigneter als die physische Unterlegung</b> <b>beziehungsweise der</b> <b>physische Kauf von Münzen und</b> <b>Barren, die man sich in den Tresor legt.</b> <b>Wenn ich mal diese ganze Gemengelage</b> <b>gerade anschaue, nun hast du schon</b> <b>gesagt, die Berichtssaison</b> <b>läuft ja noch in den USA, also die Hälfte</b>
<b>der</b> <b>Marktkapitalisierung des S&P 500 in Europa</b> <b>sind wir ja noch ganz am Anfang. Wie</b> <b>stark werden die</b> <b>Schwankungen in den nächsten Tagen</b> <b>und Wochen noch erwartest du da noch</b> <b>heftige Ausreißer in die</b> <b>eine oder andere Richtung?</b> <b>Also Jessica, man erlebt dieser Tage</b> <b>etwas, was wir längere</b> <b>Zeit nicht gesehen haben. Wir</b> <b>hatten ja schon über Software und</b> <b>Hardware gesprochen. Wir erleben aber</b> <b>auch, dass die Value-Aktien</b> <b>deutlich besser performen als die</b> <b>Wachstums-Aktien. Wir haben ja immer</b> <b>über die Magnificent Seven</b> <b>geredet, über die Technologie. Also die</b> <b>sind in diesem Jahr doch</b>
<b>eher schwächer, wohingegen</b> <b>die Value-Aktien auch zyklische</b> <b>Aktionen wieder besser laufen. Und das</b> <b>liegt eben damit daran,</b> <b>dass diese Fiskalpakete wirken, dass wir</b> <b>insgesamt eine breitere</b> <b>Aufstellung in der Wirtschaft</b> <b>hoffentlich sehen werden, was sich dann</b> <b>auch in den Gewinnentwicklungen</b> <b>widerspiegeln sollte.</b> <b>Und insofern werden wir uns</b> <b>wahrscheinlich auf weitere Schwankungen,</b> <b>vor allen Dingen bei Technik</b> <b>und bei künstlicher Intelligenz</b> <b>einstellen müssen. Wie</b> <b>gesagt, das Jahr 2026 könnte das</b> <b>Jahr sein, in dem sich herausstellt, wer</b> <b>da die Gewinner und</b> <b>Verlierer sind. Aber die Anleger</b>
<b>sollten eben berücksichtigen, dass der</b> <b>Markt da wahrscheinlich</b> <b>etwas breiter reagieren wird und</b> <b>sich eben auch für Value-Aktien, für</b> <b>zyklische Aktien, deren</b> <b>Gewinne dann auch gerade mit den</b> <b>Stimmungsindikatoren besser laufen</b> <b>sollten, darauf einstellen und eben etwas</b> <b>breiter diversifizieren.</b> <b>gilt auch für groß versus klein. Also</b> <b>wahrscheinlich haben gerade in</b> <b>Deutschland beispielsweise auch</b> <b>die kleineren Unternehmen im MDAX ganz</b> <b>gute Chancen, wenn eben</b> <b>diese Fiskalpakete jetzt</b> <b>wirksam werden. Und da ging ja die</b> <b>Erholung auch schon im vergangenen Jahr</b> <b>los und deine Kollegen</b>
<b>von der DWS haben ja auch jetzt gerade</b> <b>ein Schad der Woche</b> <b>veröffentlicht, wo sie auch von der</b> <b>Comeback der Nebenwerte in den USA</b> <b>geschrieben haben. Also das kann</b> <b>vielleicht auch interessant sein,</b> <b>dass man sich da mal ein bisschen</b> <b>umschaut und nicht immer nur die ganz</b> <b>Großen ins Depot packt.</b> <b>Genau und bei den Kleinen in den USA sind</b> <b>es dann vor allen Dingen die</b> <b>Zinsen, die hier sehr positiv</b> <b>wirken, weil wir möglicherweise jetzt</b> <b>eine gewisse Zinspause</b> <b>sehen und gesehen haben. Aber</b> <b>doch insgesamt ja am Markt erwartet wird,</b> <b>dass die Fed noch</b> <b>einen Schritt gehen könnte.</b> <b>Und niedrigere Zinsen sind dann immer gut</b>
<b>für die kleineren und</b> <b>mittleren Unternehmen,</b> <b>weil sie in der Regel mehr am Kreditmarkt</b> <b>hängen, als dass die</b> <b>großen Unternehmen tun.</b> <b>Bleibt auf jeden Fall spannend. Wir</b> <b>bleiben gerade auch an der Berichtssaison</b> <b>und bis dahin vielen Dank</b> <b>für diese PERSPEKTIVEN To Go.</b>