PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 363
Welche Anlagefehler am meisten kosten – und warum sie so häufig passieren
Dienstag, 27. Januar 2026 · 15 min
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Shownotes
Einige Fehlentscheidungen kommen Anlegern besonders teuer zu stehen: Fehlende Strategie, falsches Risikoprofil, übertriebene Sektor-Fokussierung oder das Festhalten an Verlusten. Warum diese Fehler auftreten und wie Anleger diese vermeiden können, analysiert Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, im Gespräch mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.
Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/363-welche-anlagef…
Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg.
Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.
WICHTIGE HINWEISE:
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Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.
Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.
ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.
Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Deutsche Bank präsentiert PERSPEKTIVEN To Go Ihr Audio-Podcast rund um das Thema Börse. Aktien sind ein wichtiger und renditestarker Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau und damit auch für die Altersvorsorge. Anleger sollten allerdings ein paar Fehler vermeiden. Welche das sind? Darüber spreche ich jetzt mit Uli Stephan von der Deutschen Bank.
Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge der PERSPEKTIVEN To Go. Uli, wenn ich am Aktienmarkt investiere, welche Renditen kann ich denn überhaupt mit einem breit gestreuten Aktiendepot erzielen? Ja, man sollte immer, Jessica, vom risikolosen Zins ausgehen. Das ist in Europa und damit auch in Deutschland wahrscheinlich der EZB-Satz, 2 %.
Manche nehmen auch Bundesanleihen. Da ist man dann um die 2,6 - 2,7 % im Moment bei zehn Jahren, also das ist sozusagen das, was man sicher bekommt. Und für jeden Basispunkt mehr muss man in irgendeiner Form ein Risiko eingehen. Also insofern sollte man vom risikolosen Zinssatz ausgehen und wenn man damit nicht zufrieden ist, ein Risiko eingehen.
Das kann man dann vor allen Dingen über Aktien machen, aber auch über andere Anlageklassen. Und dann muss man sich überlegen, welche Sektoren, welche Regionen, welche einzelnen Unternehmen man kaufen möchte. Aber man sollte eben nicht von vornherein eine Rendite anstreben, weil sich die aus den eingegangenen Risiken ergibt.
Also insgesamt sollte man investieren, diversifizieren und sich überlegen, wie man sein Risiko einteilen möchte. Also ich habe mal gelernt und man sieht es ja auch in der Statistik, wenn man breit gestreut langfristig am Aktienmarkt unterwegs ist, kann man schon so von 6 - 8 % im Schnitt pro Jahr ausgehen.
Würdest du das unterschreiben? Sehr langfristig natürlich. Das finde ich für ein gemischtes Portfolio schon relativ ehrgeizig. Ich meinte am Aktienmarkt. Okay, am Aktienmarkt würde ich das akzeptieren, da ist das so. Das zeigt zumindest auch die Historie. Der S&P 500 oder auch der Dow Jones, da gibt es eine sehr, sehr lange Historie.
Beim DAX ist sie noch nicht ganz so lange, aber zeigt ähnliche Ergebnisse. Also insofern ja, kann man langfristig vom Aktienmarkt von solchen Ergebnissen ausgehen. Natürlich nicht für jedes einzelne Jahr, auch nicht für kurze Zeiträume, aber langfristig ist das so. Viele schaffen das aber gar nicht, diese Renditen einzufahren.
Was sind denn die entscheidenden Fehler, die da gemacht werden? Welcher ist der größte, wenn du mal einen rauspicken müsstest? Ich glaube, der größte Fehler, Jessica, ist, dass man sich keine Strategie überlegt hat, die man eingehen will. Also sein Risikoprofil nicht sauber definiert hat und dann immer wieder bullish wird, wenn der Markt nach oben geht; bearish wird, wenn der Markt gerade mal nach unten geht, also viel zu viel tradet und hin und her springt, anstatt mal bei seiner Strategie zu bleiben und sie durchzuhalten und sich, wie gesagt, sehr viel genauer zu überlegen, wenn Dinge am Kapitalmarkt passieren, wenn Volatilitäten aufkommen oder Diskussionen. Ist das wirklich etwas, was mich dazu zwingt,
mein Portfolio zu ändern? Oder ist es eine Sache, die man gut aussitzen kann und die morgen wieder weg ist? Ein Satz noch dazu Jessica. Dabei muss man allerdings auch gucken, dass man die Verluste sich nicht schönredet und zu lange im Portfolio hält, sondern wenn ein Unternehmen eine Aktie nicht performt, wenn es wirklich auch fundamentale Probleme gibt, dann sollte man in den sauren Apfel beißen und die Konsequenzen ziehen und es sich nicht schönreden und sagen, ja, irgendwann wird es schon wieder steigen.
Das ist so ein bisschen Börse für Fortgeschrittene, wenn wir ehrlich sind, denn viele starten ja wirklich ohne Strategie. Und die Frage ist, ist das wirklich so verwerflich? Denn wenn ich jetzt anfange und mache einen Sparplan auf einen weltweiten Aktienfonds oder auf den MSCI World-ETF oder mache eine erste kleine Einmalanlage.
Man startet ja in der Regel einfach nicht mit so einer ausgefeil- ten, detaillierten Strategie. Aber irgendwann braucht man sie dann eben doch, oder? Wann ist dieser Punkt? Weil irgendwann steht man ja sonst vor einem wilden Sammelsurium im Depot. Ja, ich würde sagen, auch ein MSCI World ist ja schon eine Strategie.
Also in irgendeiner Form muss ich mir ja überlegt haben, wie viel Risiko ich bereit bin einzugehen, was ich finanziell kann, was mich aber auch nachts noch ruhig schlafen lässt. Also Risikotoleranz, aber auch Risikotragfähigkeit. Und da kann eben ein MSCI World ein gutes Investment sein, wenn man breit diversifiziert in den Markt gehen möchte.
Wenn man dann etwas spitzer geht und sagt, ja, ich möchte aber besondere Trends, besondere Sektoren, Regionen oder sogar Unternehmen bevorzugen, weil ich da eine höhere Renditeerwartung habe, dann spätestens muss man sich wirklich überlegen, wie man strategisch damit umgehen möchte, ob man Stopp-Losse setzt und sagt, also, wenn es nicht aufgeht, meine Idee, dann will ich hier auch die Konsequenzen ziehen.
Aber wie gesagt, man sollte diese Strategie da nicht jede Woche auf die Probe stellen, sondern sich überlegen, ob man das beispielsweise jährlich macht und anpasst. Und je breiter man diversifiziert ist, desto unabhängiger ist man dann sicherlich auch von den einzelnen Marktbewegungen. Wenn man das nicht ist und größere Wetten eingeht, dann muss man wahrscheinlich etwas aktiver an den Märkten sein und auch näher dran.
Jetzt hast du die Diversifizierung gerade angesprochen, börsendeutsch für Risikostreuung. Und diese Risikostreuung gilt ja als eine der Grundregeln des erfolgreichen Investierens. Kann man es mit der Risiko- streuung eigentlich auch übertreiben? Ja, wahrscheinlich kann man das, wenn man so breit diversifiziert ist, dann hat man am Ende eben den Markt.
Und der Markt ist natürlich irgendwie der Durchschnitt. Und alle haben den Ehrgeiz, etwas besser zu sein als der Durchschnitt. Deswegen geht man dann auf der einen oder anderen Seite eine gewisse Wette ein, wenn man das so sagt, oder ein gewisses Risiko ein, aus dem man eine höhere Rendite als die Marktrendite erwartet.
Das ist ein Risiko, aber wenn man das geschickt macht, kann es eben gelingen. Wir wissen aber auch, Jessica, aus vielen Untersuchungen von Fondsmanagern etc., dass es in der Regel nicht systematisch geht, den Markt über lange Zeit zu schlagen. Und insofern ist es gar keine so schlechte Idee, sich mal grundsätzlich am Markt zu orientieren.
Und man muss auch nicht permanent dann irgendwelche Risiken eingehen. Aber wenn man sieht, da sind Trends, da ist irgendwo ein Momentum in einem Sektor, in einer Region, dann lohnt es sich wahrscheinlich mal solche Risiken einzugehen, um eine höhere Rendite erzielen zu können. Ich habe auch immer so ein bisschen das Gefühl, wenn es um Risikostreuung geht und man keine wirklich klar definierte Strategie hat, dass man dann eben Gefahr läuft, dass man wirklich so ein wildes Sammelsurium im Depot anhäuft.
Ich hoffe, es hört jetzt keiner zu, ich bin da in so einer Börsen- WhatsApp-Gruppe und wenn dann die größten Positionen regelmäßig genannt werden, dann sehe ich, dass da ein MSCI World und ein S&P 500 und NASDAQ 100 als ETFs drin sind und frage mich, wie viel Tech und USA kann man denn haben wollen? Also dieses wilde Sammelsurium, man glaubt, man hat extrem gut gestreut, aber am Ende sind es dann Klumpen oder, der andere Fall, man hat komplett den Überblick irgendwann verloren.
Ja, das ist tatsächlich richtig, Jessica, dass manche, ja, Investoren glauben zu diversifizieren, indem sie dann NASDAQ und den S&P 500 nehmen. Natürlich ist das auch eine gewisse Diversifikation. Es sind ja viele Einzelwerte, das ist ja definitiv so. Aber da der S&P 500 mittlerweile so stark von den Technologiewerten dominiert wird, weil die eben in den letzten Jahren so stark im Kurs gestiegen sind und die Marktkapitalisierung damit zugenommen hat, ist die Diversifizierung sicherlich eingeschränkt.
Also das wäre ähnlich, beispielsweise amerikanische Technologie zu kaufen und asiatische Technologie, dann bin ich eben auch nur beschränkt diversifiziert. Also man sollte schon gucken, auch sich mit den Indizes ein Stück weit beschäftigen. Was ist da drin, was sind die Schwerpunkte, was sind die größten Sektoren, möglicherweise auch Unternehmen? Und dann gucken eben, bin ich wirklich diversifiziert oder sieht es nur so aus, als wäre ich es?
Das gleiche gilt ja auch für aktiv gemanagte Fonds. Auch da sollte man genauer hinschauen, auch wenn es nicht ganz so einfach ist, die Daten zu bekommen, aber man kriegt sie. Du empfiehlst, wie viele Experten, langfristig zu investieren. Erste Frage: Wie viele Jahre sind das für dich? Und zweitens, heißt das im Umkehrschluss, dass es ein Fehler ist, nur für wenige Monate/Jahre zu investieren?
Das kommt immer ein stückweit darauf an, Jessica, ob und wofür man das Geld braucht. Also ich würde auch jemandem, der drei Jahre investiert und sagt, ich mach das, weil ich Spaß daran habe und ich muss das Geld nicht unbedingt haben, der kann sicherlich sich auch dem Aktienmarkt nähern. Wenn mir einer sagt, in drei Jahren brauche ich aber das Geld ganz sicher, weil ich ein Haus abzubezahlen habe oder sonstige Dinge tun muss, da wäre ich dann schon etwas zurückhaltender.
Also die Statistik zeigt eben, dass ein langer Zeitraum jenseits der zehn Jahre liegt und insofern würde ich bei kürzeren Zeiträumen dann, wenn man einen konkreten Bedarf hat für das Geld, würde ich zurückhaltender sein bei Aktien, Investition, weil eben die Schwankungen immer mal wieder stattfinden, weil sie ja auch durchaus erheblich sein können in kurzer Zeit, wie wir das in der Vergangenheit schon gesehen haben.
Und die Erholung kann ja auch extrem lange dauern, auch das haben wir ja erlebt. Auch das haben wir erlebt und insofern, wie gesagt, kommt es wirklich darauf an, was ist der Planungszeitraum, was ist das Vorhaben, was man mit diesem Geld abdecken möchte? Also langfristig heißt zehn Jahre plus, würde ich auch so unterschreiben.
Aber heißt langfristig zu investieren, dann auch einmal anzulegen und dann stur investiert zu bleiben? Ich ahne deine Antwort schon. Nein, das würde ich nicht so sehen, also man sollte schon regelmäßig überprüfen. Aber, wie gesagt, man sollte das eher machen anhand seiner Risikopräferenzen und seiner Strategie und nicht aus dem Markt heraus.
Aus dem Markt heraus ergibt sich da sozusagen, wo ich taktisch mal damit umgehe, aber ich würde annehmen, nicht das Risikoprofil. Ich glaube, das ist ein großer Fehler, Jessica, den viele Menschen machen, dass sie ihr Risikoprofil zu sehr aus der aktuellen Marktsituation heraus definieren. Wenn es rauf geht, ist eben alles gut und man ist euphorisch und so weiter und wenn es runter geht, das Gegenteil.
Und wir wissen ja von vielen erfolgreichen Investoren, Stichwort Warren Buffett, dass es eigentlich genau umgekehrt ist. Wenn alles raufgeht, muss man ein bisschen vorsichtiger sein, wenn alles runtergeht, muss man sicherlich sehr gezielt gucken, was fundamental unterstützt ist und diese Werte dann kaufen.
Also eine Strategie, will ich damit sagen, ergibt sich weniger aus der aktuellen Marktsituation als vielmehr der Frage, wie ist mein Nervenkostüm? Kann ich das aushalten? Lässt mich das ruhig schlafen? Kann ich es finanziell mir erlauben, weil ich kein besonderes Vorhaben mit dem Geld, zumindest auf kurze Frist, habe?
Und daraus ergibt sich dann die Strategie. Und wie gesagt, die ändert sich eben auch nicht jede Woche. Total spannend. Wir haben vorhin ja auch mal kurz die Klumpenrisiken, die man haben kann, zum Beispiel bei Tech-Aktien in den USA, angesprochen. Das sollte man ja verhindern, dass man zu große Klumpen hat.
Aber heißt das dann auch, wenn ich langfristig investiere, dass ich die Finger von Trend-Themen wie Digitalisierung oder KI lassen sollte? Oder ist es da eine Beimischung? Und auf die muss ich vielleicht öfter mal draufschauen, vielleicht auch öfter als nur beim jährlichen Depot-Check. Ja, das würde ich genauso sehen, 219 00:11:31.920 --> 00:11:34.920 Jessica, also ich würde sie schon mit beachten.
Momentum ist ein relativ starkes Element am Kapitalmarkt und insofern muss man sich natürlich immer die fundamentale Frage stellen. Aber wenn aus fundamentaler Sicht nichts gegen Momentum spricht, dann kann man das schon investieren. Wie viel man das dann macht, das hängt wiederum vom Risikoprofil ab und natürlich auch vom Anlagehorizont.
Wer viel Zeit mitbringt und sehr risikoaffin ist, der kann einen größeren Anteil dann solcher Trends im Portfolio umsetzen und wer eher risikoscheu ist, der sollte dann einen kleineren Anteil davon nehmen. Aber grundsätzlich kann man natürlich Trends investieren und muss dann eben regelmäßig überprüfen, ob dieser Trend noch hält, ob er noch sinnvoll ist und ob man weiter investiert sein möchte.
Ein wichtiger Aspekt sind ja immer auch die Kosten. Auch da kann man natürlich Fehler machen. Wie wichtig ist dieser Aspekt heute noch? Weil Handelskosten sind ja deutlich gesunken in den vergangenen Jahren. Soll ich genauer hinschauen? Depotgebühren oder Gebühren, die Kosten des Produkts, also des Fonds oder ETFs. Ist es sehr wichtig als langfristiger Investor, dass man auch da das Maximum rausholt?
Oder in dem Fall natürlich das Minimum, weil man ja wenig zahlen möchte. Ja, natürlich sind Kosten wichtig, das will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber es ist eben, wie so oft im Leben, auch die Frage dann der Qualität, die man kauft. Und es gibt eben doch einige Fondsmanager, die besser sind als andere.
Und insofern würde ich nicht nur auf die Kosten, sondern ich würde auch auf die Qualität des Fondsmanagers oder der Fondsmanagerin gucken. Wenn die einen guten track record haben, dann sind eben die Kosten auch oftmals in Ordnung, weil man eben über ein solches Engagement dann nicht nur die Kosten, sondern darüber hinaus auch noch einen Ertrag erzielen kann oder zumindest erwarten darf.
Und deswegen ist Kosten ein wichtiges Thema, aber man sollte dabei, wie gesagt, auch auf die Qualität dessen gucken, was man kauft. Letzte Frage, Hand aufs Herz, was war der größte Fehler, den du bei der Geldanlage jemals gemacht hast? Also meinen kann ich dir verraten. Ich habe als Zockerin am Neuen Markt angefangen, ich habe alles falsch gemacht, worüber wir heute geredet haben, ich habe jeden dieser Fehler gemacht.
Was war dein größter? Ja, ich habe auch in jungen Jahren habe ich eine Aktie investiert, die ist dann sehr gut gelaufen. Ich habe mir eingebildet, das hört nie mehr wieder auf. Und dann ist sie sehr stark im Kurs verfallen. Und dann habe ich mir eingeredet, dass sie also ganz sicher auch wiederkommen wird.
Und beides war falsch. Also man muss nicht, wenn man anlegt, den letzten Euro oben noch mitnehmen, man muss da auch gönnen können. Und wie gesagt, auf der anderen Seite sollte man sich Verluste auch nicht schönreden, sondern wenn man erkennt, dass es schwierig wird oder eben auch andere Investment, relativ gesehen, besser sind, dann muss man verkaufen und sich davon trennen.
Es ist immer schwer, eigene Fehler einzugestehen, aber wie gesagt, zu einer disziplinierten Geldanlage gehört das einfach mit dazu. Das ist ja auch wirklich gemein, wenn man so eine Verlustaktie verkauft und den Verlust das eigene, fast schon Versagen, dann in Beton gießt. Aber so ist es, das gehört auch dazu.
Ich danke dir für diese sehr launigen PERSPEKTIVEN To Go. Sehr gerne, Jessica.