PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 361

Privatmärkte: Zugang, Chancen und Risiken

Dienstag, 20. Januar 2026 · 16 min

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Shownotes

Geldanlage an Privatmärkten (darunter „Private Equity“) gewinnt an Bedeutung – doch was steckt dahinter? Über neue regulatorische Rahmenbedingungen, Potenziale für Risikostreuung und die besonderen Anforderungen dieser Anlageklasse sprechen Ramona Rückbeil, Leiterin Anlagestrategie für Alternative Investments und Economics der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer in der aktuellen Folge von PERSPEKTIVEN To Go.

Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/361-privatmarkte-z…

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg.
Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

WICHTIGE HINWEISE:
Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.

Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT:
Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

<b>Deutsche Bank präsentiert PERSPEKTIVEN To</b> <b>Go Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börse.</b> <b>Public meets Private Equity oder warum</b> <b>Aktieninvestments und private</b> <b>Eigenkapitalinvestments näher</b> <b>aneinander rücken. Wie Anleger</b> <b>investieren können und welche</b> <b>Chancen und Risiken es gibt.</b> <b>Darüber spreche ich jetzt mit Ramona</b> <b>Rückbeil von der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarzer und</b> <b>damit herzlich willkommen zu einer neuen</b> <b>Folge der PERSPEKTIVEN To Go.</b> <b>Ramona, herzlich willkommen auch dir. Du</b> <b>vertrittst heute Uli Stephan. Danke dafür.</b> <b>Hallo Jessica, danke,</b> <b>dass ich hier sein darf.</b>

<b>Bevor wir uns das Thema Private Equity</b> <b>vornehmen, müssen wir mal</b> <b>auf das noch recht junge Börsenjahr</b> <b>schauen, wo aber ja doch schon einiges</b> <b>los war. Rekorde an den</b> <b>Aktienmärkten, aber auch</b> <b>bei Gold und Silber. Geopolitisch ist da</b> <b>auch vieles los. Wie ordnest du das ein?</b> <b>Ja Jessica, du hast völlig recht. Wir</b> <b>haben jetzt gerade die</b> <b>dritte Woche im Januar</b> <b>und haben schon einige Ereignisse auf</b> <b>globaler Ebene gesehen. Die meisten</b> <b>bislang mit begrenzten</b> <b>Marktreaktionen und vielleicht können wir</b> <b>der Reihe nach kurz drüber sprechen.</b> <b>Gerne. Anfang des Jahres am dritten</b> <b>Januar, die militärische</b>

<b>Intervention der US-Regierung</b> <b>in Venezuela gesehen, da war die</b> <b>Marktreaktion doch eher</b> <b>begrenzt, denn obwohl Venezuela</b> <b>fast 20 Prozent des globalen Ölvorkommens</b> <b>besitzt, fördern die</b> <b>ja im Moment nur knapp</b> <b>1 Prozent. Da sind andere Länder wie</b> <b>Saudi-Arabien oder Iran</b> <b>deutlich stärker in der Ölförderung</b> <b>und auch im globalen Ölvorkommen. Also</b> <b>war das erstmal so ein bisschen ein</b> <b>non-event, aber wir haben ja</b> <b>schon Rekorde an den Aktienmärkten da</b> <b>auch schon gesehen in den Tagen danach.</b> <b>Gold und Silber haben</b> <b>ein bisschen reagiert. Der Ölpreis glaube</b> <b>ich fast gar nicht, richtig?</b>

<b>Der Ölpreis fast gar nicht.</b> <b>Wir haben ja dann eine Woche später die</b> <b>Proteste der Bevölkerung im Iran gesehen.</b> <b>Der Iran, ich hatte gerade gesagt,</b> <b>Venezuela fördert ja nur knapp 1 Prozent,</b> <b>bei dem Iran sind da schon</b> <b>knapp 5 Prozent. Da haben wir dann</b> <b>kurzfristig doch auch</b> <b>Veränderungen am Ölmarkt gesehen.</b> <b>Und dann ging es weiter mit jeder Menge</b> <b>Drohungen und</b> <b>Ankündigungen in Richtung Grönland.</b> <b>Das ist richtig, genau. Das war jetzt</b> <b>just Ende letzter Woche, wo die</b> <b>US-Regierung ihre Besitzansprüche</b> <b>auf Grönland nochmal bekräftigt hat. Der</b> <b>Präsident, Donald Trump, hat ja sogar</b> <b>angekündigt, dass er Zölle</b>

<b>gegen acht europäische Länder verhängen</b> <b>will. Ab Februar möchte er 10 Prozent</b> <b>verhängen und im Juni</b> <b>dann sogar 25 Prozent.</b> <b>Und darauf haben die Märkte ja reagiert,</b> <b>aber doch noch relativ verhalten gestern,</b> <b>zumal wir ja in den USA auch</b> <b>einen Feiertag hatten. Nun läuft das</b> <b>Weltwirtschaftsforum in Davos. Da wird</b> <b>Trump ja auch erwartet. Also es könnte</b> <b>noch eine ganz spannende Woche an den</b> <b>Märkten werden, oder? Das ist richtig.</b> <b>Wir haben in den USA</b> <b>Anfang der Woche den Martin</b> <b>Luther King Day gehabt. Da ist nicht</b> <b>gehandelt worden. Wir haben es aber</b> <b>deutlich am DAX gemerkt. Der</b> <b>DAX hatte ja jetzt im Januar</b>

<b>sein Allzeithoch von über 25.000 Punkten,</b> <b>25.400. Hier ist der DAX auf</b> <b>unter 25.000 Punkte abgerutscht.</b> <b>Wenn man den EURO STOXX anschaut, ist das</b> <b>Bild ähnlich. Der EURO STOXX hatte Mitte</b> <b>letzter Woche ein</b> <b>Allzeithoch von über 6.000</b> <b>und ist jetzt auch wieder unter 5.000</b> <b>Punkte runtergerutscht. Und Gold und</b> <b>Silber sind ja wirklich</b> <b>durch die Decke gegangen, oder?</b> <b>Die haben ja beide, glaube ich,</b> <b>Allzeithochs sogar auch markiert. Gold</b> <b>und Silber sind durch die Decke gegangen,</b> <b>weiterhin, die markieren ja seit Wochen</b> <b>neue Höchststände. Wir haben ganz klar</b> <b>also Gold als sicheren Hafen gesehen.</b>

<b>Wir haben es auch beim Schweizer Franken</b> <b>und den Yen beobachtet. Gold vor allen</b> <b>Dingen, aber auch Silber,</b> <b>die haben seit Jahresbeginn</b> <b>neue Höchststände erzielt. Und wir gehen</b> <b>auch davon aus, dass das in der aktuellen</b> <b>Lage durchaus sich</b> <b>fortsetzen wird, dass wir</b> <b>sowohl Gold als auch Silber weiter auf</b> <b>hohem Niveau sehen werden. Also es bleibt</b> <b>auf jeden Fall super spannend.</b> <b>Da kann jeden Tag irgendwie alles</b> <b>passieren, hat man das Gefühl. Eigentlich</b> <b>wollten wir heute aber</b> <b>über Private Equity sprechen</b> <b>und das tun wir jetzt auch. Was genau</b> <b>versteht man denn darunter eigentlich?</b> <b>Das ist eine Form der</b>

<b>Unternehmensfinanzierung, mit der sich</b> <b>Unternehmen eben nicht über die Börse</b> <b>finanzieren, nicht börsengelistet sind,</b> <b>aber über private</b> <b>Eigenkapitalfinanzierungen von</b> <b>unterschiedlichen Fonds oder Investoren</b> <b>ihre Mittel beziehen.</b> <b>Private Equity und private</b> <b>Eigenkapitalfonds haben ja lange Zeit den</b> <b>Ruf gehabt, eher</b> <b>schwer zugänglich zu sein,</b> <b>intransparent, illiquide, man müsste</b> <b>äußerst langfristig investieren, also</b> <b>eigentlich nicht</b> <b>wirklich was für Privatanleger.</b> <b>Das hat sich aber geändert, oder? Genau,</b> <b>das hat sich geändert. Letztes Jahr wurde</b> <b>mit 11 TI-F 2.0 eine Novelle der ELTIF-</b>

<b>Regulierung verabschiedet.</b> <b>Was ist das? Das ist ein... Ja,</b> <b>die Frage, wäre jetzt gekommen,</b> <b>genau. Das ist ein Rahmenwerk, was es</b> <b>privaten oder auch Kunden</b> <b>mit ausreichenden Vermögen möglich</b> <b>macht, in eben diese Unternehmen zu</b> <b>investieren, die vormals</b> <b>schwer zugänglich waren.</b> <b>Wie viel Vermögen brauche ich da? Weil</b> <b>ich habe es jetzt auch bei meinen</b> <b>Online-Brokern schon mal gesehen, dass mir</b> <b>diese ELTIFs wirklich</b> <b>auch ja angeboten werden.</b> <b>Kann ich die ganz normal über den</b> <b>Online-Broker kaufen und mir ins Depot</b> <b>legen und ab welchen Summen?</b> <b>Die Summen variieren tatsächlich, genau.</b>

<b>Man kann die über Broker erwerben oder</b> <b>über die Fondsgesellschaften, bei denen</b> <b>man möglicherweise schon ein Depot hat.</b> <b>Gibt es eine Mindestsumme? Kann man das</b> <b>sagen? Ist es immer noch</b> <b>eher eine höhere Summe?</b> <b>Ja, da gibt es ganz unterschiedliche</b> <b>Summen. Es gibt einige wenige Anbieter,</b> <b>wo man wirklich mit kleinem</b> <b>Vermögen schon anlegen kann.</b> <b>Und ich sage mal, bei den großen</b> <b>etablierten Anbietern sollte man schon</b> <b>eine solide</b> <b>Grundvermögenssumme anlegen wollen.</b> <b>Aber man kann schon sagen, dass die</b> <b>Zeiten vorbei sind, wo Private Equity</b> <b>wirklich nur was für die Hochvermögenden</b> <b>war, wo ich quasi mein Family-Office für</b>

<b>meine Millionen brauchte, um da überhaupt</b> <b>teilhaben zu können, richtig? Genau,</b> <b>inzwischen hat sich das absolut</b> <b>durchgesetzt, dass man auch über Private</b> <b>Equity oder andere Privatmarktinvestoren</b> <b>das gesamte Risiko im</b> <b>Portfolio besser streuen kann.</b> <b>Man bekommt eine höhere Diversifizierung</b> <b>einfach dadurch, dass man in andere</b> <b>Unternehmen oder andere Titel investieren</b> <b>kann, die eben nicht an</b> <b>der Börse gelistet sind.</b> <b>Und da beobachten wir, dass es an der</b> <b>Börse durchaus Branchen gibt, wie zum</b> <b>Beispiel den Tech-Sektor im Moment, der</b> <b>überrepräsentiert ist, während andere</b> <b>Branchen unterrepräsentiert sind.</b>

<b>Und genau die erreicht man, indem man</b> <b>über private Investitionen investiert.</b> <b>Welche Branchen wären das beispielsweise?</b> <b>Ja, das sind zum Teil oder das sind zum</b> <b>einen natürlich etablierte Sektoren, wie</b> <b>die Industrials, auf der anderen Seite</b> <b>aber auch Wachstumssektoren, zum Beispiel</b> <b>Gesundheitswesen und die Financials</b> <b>am Ende des Tages, auch</b> <b>Fintech zum Beispiel.</b> <b>Heißt das, dass das eher die jüngeren</b> <b>Unternehmen sind, die sich dann eben über</b> <b>Private Equity finanzieren und dass man</b> <b>erst ab einer bestimmten Reife oder</b> <b>höheren Reife dann an die Börse geht oder</b> <b>kann man das so allgemein nicht sagen?</b>

<b>Ich würde es so allgemein nicht fassen,</b> <b>denn wir haben zum Beispiel auch in</b> <b>Deutschland viele große etablierte</b> <b>Unternehmen, die seit Jahrzehnten privat</b> <b>geführt, sehr</b> <b>erfolgreich privat geführt, werden.</b> <b>Und auf der anderen Seite natürlich junge</b> <b>Unternehmen, die an die Börse streben,</b> <b>wobei ich schon sagen würde, dass heute</b> <b>der Börsengang eine von</b> <b>möglichen Optionen ist.</b> <b>Mit dem Wachstum des privaten Marktes und</b> <b>mehr privaten Investoren gibt es auch</b> <b>durchaus Transaktionen und Übernahmen</b> <b>innerhalb des privaten Sektors.</b> <b>Und ist es dann für Unternehmen einfacher</b> <b>ein IPO, also einen Börsengang, zu machen,</b>

<b>oder sich via Private</b> <b>Equity Eigenkapital einzusammeln?</b> <b>Ich glaube, es ist eine super Möglichkeit</b> <b>für ein privat geführtes Unternehmen,</b> <b>wenn es einen</b> <b>strategischen Investor findet.</b> <b>Ein strategischer Investor ermöglicht</b> <b>über viele Jahre einen Plan, eine</b> <b>Strategie, zu verfolgen und eben nicht,</b> <b>wenn man an der Börse gelistet ist,</b> <b>einmal im Quartal ein Update zu geben</b> <b>über die Ertragssituation, was dann</b> <b>manche Unternehmen schon unter Druck</b> <b>setzt, sehr kurzfristig zu denken.</b> <b>Haben Investoren bei beidem, also Aktien-</b> <b>und Börsengang und Private Equity</b> <b>eigentlich die gleichen Favoriten?</b>

<b>Du hast ja vorhin schon von der</b> <b>Tech-Branche gesprochen, dass man an der</b> <b>Börse mehr Tech hat und dass es eben bei</b> <b>Private Equity ein</b> <b>bisschen andere Branchen auch sind.</b> <b>Aber sind die Favoriten der Investoren</b> <b>dieselben oder ist das ein Unterschied?</b> <b>Stichwort, ja, auch Risikostreuung, die du</b> <b>vorhin schon angesprochen hast.</b> <b>Ich glaube, die Favoriten der Investoren</b> <b>sind schon ähnlich, denn die</b> <b>erfolgreichen Unternehmen, die heute noch</b> <b>privat geführt werden, natürlich denken</b> <b>die darüber nach, an die Börse zu gehen.</b> <b>Warum? Weil sie damit einfach global</b> <b>sichtbarer werden und global</b> <b>mehr Kapital aufnehmen können.</b>

<b>Gerade dann, wenn solche Unternehmen</b> <b>möglicherweise dann auch in großen</b> <b>Indizes geführt werden und dann wiederum</b> <b>auch über passive ETFs zusätzliche</b> <b>Kapitalzuflüsse vermelden können, ist es</b> <b>natürlich so, dass die</b> <b>Favoriten ähnlich sein können.</b> <b>Für Unternehmen heißt es ja eigentlich,</b> <b>wenn Private Equity boomt, wenn es da</b> <b>immer mehr Instrumente gibt, dass dieser</b> <b>Zugang zu privaten Finanzierungen, nicht</b> <b>nur eben für die Anleger, sondern eben</b> <b>auch für die Unternehmen, deutlich</b> <b>einfacher geworden ist.</b> <b>Bringt uns das in Deutschland vielleicht</b> <b>mal ein bisschen nach vorne? Stichwort</b> <b>Start-ups und Innovation.</b>

<b>Ja, genau, das sehe ich als Vorteil, was</b> <b>ich natürlich auch als Vorteil sehe, ist,</b> <b>dass der Markt transparenter wird.</b> <b>Mit jetzt zunehmenden Teilnehmern auf dem</b> <b>privaten Markt steigt auch die erwartete</b> <b>Offenlegung von Fonds oder großen privat</b> <b>geführten Unternehmen.</b> <b>Da ist absolut mehr Druck zu verspüren,</b> <b>dass, ähnlich wie bei den gelisteten</b> <b>Unternehmen, in kürzeren Abständen</b> <b>Auskunft gegeben werden muss, wie die</b> <b>Unternehmen performt haben.</b> <b>Nicht in dem Maße wie gelistete</b> <b>Unternehmen, aber das ist auf der einen</b> <b>Seite was, was durchaus förderlich dem</b> <b>Markt hilft, mehr Transparenz und bessere</b>

<b>Durchsicht auf die Investitionsobjekte.</b> <b>Auf der anderen Seite die Start-ups, ja,</b> <b>das ist in Deutschland, in Europa, ein Thema, dass</b> <b>jüngere Unternehmen, die Wagniskapital</b> <b>aufnehmen, in Europa tendenziell eher</b> <b>unterrepräsentiert sind.</b> <b>In den USA sieht man zum Beispiel, dass</b> <b>auch große institutionelle Investoren</b> <b>einen kleinen Anteil ihrer Asset</b> <b>Allocation in Wagniskapital, in junge</b> <b>Unternehmen, richten.</b> <b>In Europa und vor allen Dingen</b> <b>Deutschland hingegen ist dieser</b> <b>Prozentsatz verschwindend gering.</b> <b>Damit sind wir dann im Prinzip bei</b> <b>Chancen und Risiken. Wie riskant ist es</b> <b>denn, im Verhältnis zu Aktien, in Private</b>

<b>Equity zu investieren und bei den Chancen</b> <b>interessiert mich natürlich, was kann ich</b> <b>denn da für Renditen erzielen?</b> <b>Weil wir sagen ja, bei einem breit</b> <b>gestreuten Aktienportfolio sind</b> <b>langfristig Renditen von bis zu 8% im</b> <b>Schnitt pro Jahr möglich. Natürlich unter</b> <b>all den Schwankungen, Crashs und Krisen,</b> <b>die da zwischendurch passieren können.</b> <b>Im Schnitt ja, tendenziell vielleicht</b> <b>sogar mehr. Es gibt Studien, die wirklich</b> <b>über 20 Jahre lang die Performance von</b> <b>Private Equity global über</b> <b>unterschiedliche Branchen hinweg</b> <b>verglichen haben und die haben nachhaltig</b> <b>belegen können, dass über diese Jahre</b>

<b>Alpha, also eine Überschussrendite,</b> <b>erwirtschaftet werden konnte.</b> <b>Und wie sieht es mit den Risiken dann</b> <b>konkret aus, vor allen Dingen eben auch</b> <b>im Vergleich zu einem breit</b> <b>gestreuten Aktienportfolio?</b> <b>Ja, natürlich ist die Transparenz, auch</b> <b>wenn sie jetzt jährlich besser wird,</b> <b>nicht auf dem Level wie öffentlich</b> <b>gelistete Aktien bieten können, das</b> <b>heißt, ich habe weniger Transparenz mit</b> <b>den Titeln und habe auch</b> <b>eine geringere Liquidität.</b> <b>Das wäre meine nächste Frage nämlich</b> <b>gewesen. Früher hieß es ja immer, Private</b> <b>Equity sei weniger liquide, man kommt</b> <b>nicht so gut raus. Das hat sich ein</b>

<b>bisschen verändert, aber es ist immer</b> <b>noch, glaube ich, nicht vergleichbar mit</b> <b>Aktien. Was muss ich denn für</b> <b>Investitionszeiträume einplanen?</b> <b>Genau, dass das den Begriff Illiquidität,</b> <b>den erklären wir immer ganz gerne noch</b> <b>und beschreiben den mit Flexibilität. Die</b> <b>Märkte sind zwar flexibler geworden. Ich</b> <b>kann heute Investitionen verkaufen,</b> <b>allerdings muss ich da Fristen einhalten.</b> <b>Teilweise muss man ein Jahr vorher</b> <b>anmelden, wenn man Anteile verkaufen</b> <b>möchte. Deswegen sehen wir nach wie vor</b> <b>eine viel höhere Illiquidität als an</b> <b>Aktienmärkten, wo ich mir ja von einer</b> <b>Minute auf die andere überlegen kann, ob</b>

<b>ich einen Titel veräußern möchte.</b> <b>Wenn wir in Anlagezeiträumen denken, da</b> <b>sollte man schon fünf bis sieben Jahre</b> <b>oder länger als</b> <b>Anlagehorizont mitbringen.</b> <b>Also macht es ja wahrscheinlich Sinn,</b> <b>dass ich es mir als Investorin auch mal</b> <b>anschaue, vor allen Dingen, wenn ich gute</b> <b>Renditen erzielen will. Wenn ich mich für</b> <b>das Thema jetzt interessiere, wie gehe</b> <b>ich vor? Welche Produkte, auch mit Blick</b> <b>auf die Diversifizierung, schaue ich mir</b> <b>da am besten mal an?</b> <b>Ja, gut, wir haben ja bislang</b> <b>hauptsächlich über Private Equity</b> <b>gesprochen, was auch sicherlich Sinn</b> <b>macht als gute Ergänzung des Portfolios,</b>

<b>um die Diversifikation zu erhöhen. Es</b> <b>gäbe dann auch private</b> <b>Infrastrukturinvestments oder eben</b> <b>private Kreditfinanzierung.</b> <b>Das ist immer dann, wenn ein Unternehmen</b> <b>nicht über Anleihen Fremdkapital</b> <b>aufnimmt, sondern zum Beispiel über</b> <b>private Kreditfonds. Und da haben wir in</b> <b>den letzten Jahren, gerade auch in Europa,</b> <b>großes Wachstum gesehen, weil viele</b> <b>Mittelständler zunehmend Schwierigkeiten</b> <b>hatten, Bankkredite zu erhalten.</b> <b>Und da hat sich dieser Markt</b> <b>herauskristallisiert. Das kann eine</b> <b>interessante Beimischung sein, wobei man</b> <b>natürlich sagen muss, dass auf</b> <b>festverzinsliche Titel der Ertrag nicht</b>

<b>so hoch ist wie auf Eigenkapitalanlagen.</b> <b>Trotzdem kann das als Diversifikation</b> <b>durchaus sinnvoll sein.</b> <b>Und wenn ich jetzt nochmal zurückgehe auf</b> <b>das Private Equity, da sind es ja dann im</b> <b>Grunde Fonds, da sind es die ELTIFs, die</b> <b>ich mir anschauen kann. Und wenn ich mir</b> <b>sowas anschaue, wie gehe ich denn da vor,</b> <b>also, habe ich da, steht da quasi auch die Branche</b> <b>drauf, so wie ich es vom ETF kenne oder</b> <b>ist das bunt gemischt? So kenne ich es ja</b> <b>auch vom ETF, wenn ich ein</b> <b>Globalinvestierende nehme.</b> <b>Was hat man da für Recherchemöglichkeiten</b> <b>als Privatanlegerin?</b> <b>Wenn ich mich rantasten möchte, kann ich</b>

<b>natürlich den Zwischenweg gehen und in</b> <b>öffentlich gelistete Private-</b> <b>Equity-Unternehmen investieren. Dann</b> <b>bekomme ich vielleicht ein Gefühl dafür,</b> <b>wie die Gesellschaften abschneiden.</b> <b>Und natürlich sind es genau diese</b> <b>Unternehmen, die dann aber private</b> <b>Eigenkapitalfonds auflegen und die kann</b> <b>ich dort direkt erwerben oder eben über</b> <b>Depots oder Vermögensverwalter, wo ich</b> <b>heute schon mein Depot habe, weil wir</b> <b>feststellen, dass wirklich eine Großzahl</b> <b>der</b> <b>Vermögensverwalter, Stand heute, ELTIFs anbietet.</b> <b>Wie viel Private Equity, schwer zu</b> <b>beantworten, ich weiß, aber wie viel</b> <b>Private Equity gehört in meinen Depot</b>

<b>bzw. in meine Vermögensaufteilung? Gehört</b> <b>es auf jeden Fall rein, ist es eine</b> <b>kleine Beimischung oder kann es sogar ein Basisinvestment sein?</b> <b>Das ist, da ist die Frage, was möchte ich mit dem</b> <b>Portfolio erreichen? Brauche ich das?</b> <b>Brauche ich das auf täglicher Basis? Hab</b> <b>ich vielleicht Geld angelegt, weil ich</b> <b>gerade Kapital zur Verfügung habe, aber</b> <b>weiß genau, dass ich das vielleicht im</b> <b>nächsten Jahr brauche? Dann würde ich</b> <b>nicht in langfristige Produkte gehen.</b> <b>Weiß ich aber, dass ich mit meinem</b> <b>Vermögensaufbau über Jahre hinweg</b> <b>Vermögen ansparen möchte, kann es</b> <b>durchaus sinnvoll sein, auch eben in</b>

<b>Private Equity oder andere</b> <b>Privatmarktinstrumente reingehen.</b> <b>Ob das dann letztendlich 5% sind oder</b> <b>mehr, das hängt total vom</b> <b>persönlichen Risikoappetit an.</b> <b>Halte ich das aus, wenn ich eine Phase</b> <b>mitmache, wie wir jetzt zum Beispiel über</b> <b>die letzten Jahre gesehen haben, wo wenig</b> <b>Private-Equity-Transaktionen stattgefunden</b> <b>haben und ich durchaus auch mal Jahre in</b> <b>Kauf nehmen muss, wo ich nicht aus diesen</b> <b>Investments rauskomme, sie aber auch</b> <b>nicht direkt Ertrag generieren?</b> <b>Halte ich das aus? Oder ist es mir lieber,</b> <b>dass ich täglich über</b> <b>mein Vermögen verfügen kann?</b> <b>Also wie immer ist das eine Frage der</b>

<b>Strategie. Schade, es gibt immer nicht so</b> <b>diese "One-fits-all-Lösung" bei der</b> <b>Geldanlage, aber das</b> <b>macht es ja auch spannend.</b> <b>Und Private Equity scheint eine sehr</b> <b>spannende Anlageklasse zu sein.</b> <b>Ich danke dir, für diese PERSPEKTIVEN To Go.</b> <b>Dankeschön.</b>

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