
Rätsel des Unbewußten. Psychoanalyse & Psychotherapie.· Folge 164
Wessen Leben lebe ich? Unbewusste Aufträge in Familien
Freitag, 26. Juni 2026 · 43 min
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Shownotes
TIEFSEELTAUCHEN
Zur Folge erscheint in wenigen Tagen eine besondere Vertiefung auf Patreon: Wir lesen Lyman Wynnes wegweisenden Text „Die Pseudogemeinschaft“, einen Schlüsseltext der systemischen Therapie, der helfen kann, die eigene Familiengeschichte und ihr psychisches Fortwirken besser zu verstehen.
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Was erwarten Familien unbewusst von ihren Kindern? In dieser Folge sprechen wir über das psychoanalytische Konzept der Delegation nach dem Systemiker und Psychoanalytiker Helm Stierlin: unbewusste Aufträge, die Eltern an ihre Kinder weitergeben. Kinder sollen dann etwas erfüllen, lösen oder fortführen, was in der Familiengeschichte offen geblieben ist. So etwa Erfolg, Fürsorge oder bedingungslose Loyalität. Anhand von Fallvignetten zeigen wir, wie solche familiären Aufträge entstehen, warum sie eng mit Schuldgefühlen, Trennungsangst und transgenerationaler Weitergabe verbunden sein können.
Unser Hörbuch "Jetzt bin ich schon wie meine Eltern": patreon.com/collection/2029837 (Kollektion kaufen = Einmalkauf Hörbuch)
Ausschnitt und Infos: patreon.com/posts/151955086?collection=2029837
Literaturempfehlung zur Folge:
Stierlin, Helm (1999): Individuation und Familie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Helm Stierlin (1982) Delegation und Familie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Horst-Eberhard Richter (1962) Eltern, Kind und Neurose. Die Rolle des Kindes in der Familie. Hamburg: Rowohlt.
Günter Reich (2024) Die Mehrgenerationenperspektive – gibt’s was Neues? Psychoanalytische Familientherapie, 25(2), 27–47.
Susanne Döll-Hentschker (2025) Transgenerationalität. Gießen: Psychosozial-Verlag.
Skript zur Folge: patreon.com/raetseldesubw/posts/tiefseeltauche…
Hilfsmöglichkeiten bei psychischen Krisen: stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/p…
In psychischen Krisen können auch Hausarzt/ärztin, Psychiater/in und Psychotherapeut/innen Ansprechpartner sein. In Notfällen kann man sich zudem an eine psychiatrische Klinik wenden.
Rätsel-des-Unbewussten-Abo als Geschenk: patreon.com/raetseldesubw/gift
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• Vertiefungsfolge "Beendigung von Therapien" auf Patreon: patreon.com/posts/127931630
• Folge zu Glenn Gabbard und den "liebeskranken" Analytiker: patreon.com/posts/121877727?collection=148939
Skript zu dieser Folge: patreon.com/posts/145065724
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Erziehungskonzepte psychoanalytisch betrachtet (5 Teile): patreon.com/collection/148943
Digitaler Lesekreis zum Thema "Wie die Digitalisierung unsere psychische Struktur verändert" (1. Folge ist frei zugänglich): patreon.com/posts/lesekreis-werner-94838102
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Musik: Evergreen, Kintsugi (licenced via premiumbeat.com)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Tiefseel tauchen. Mit Cecil und Jakob, wir laden euch ein mit uns in die Tiefen des Unbewussten zu tauchen und dabei etwas Licht ins Dunkel zu bringen. In dieser Reihe wollen wir uns über typische Situation aus dem Alltag aber auch aus der Psychotherapie unterhalten und verstehen was dahinter steckt.
Wir werden dabei Ernstes Schönes und manchmal auch Kurioses erkunden das auf dem Grund unserer Psyche liegt. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Tiefsee tauchen. Wir wollen uns heute in der Folge mit dem Thema Delegation beschäftigen, die unbewussten Aufträge, die wir in den Familien bekommen. Delegations ist ein Begriff aus der systemischen Therapie – wesentlich geprägt vom Heidelberger Psychoanalytiker und Systemiker Helm Stierlin – und er beschäftigt sich letztlich mit der Frage wie und was emotional in Familien weitergegeben wird.
Es geht also ein wenig um den Lebensweg, dem man in seinem eigenen Leben wählt oder vermeintlich wählt. Die Rollen die man typischerweise übernimmt und wie diese Rollen und diese Lebensentscheidungen zustande kommen und wie sehr sie eigentlich die eigenen sind oder wie sehr Sie doch auch einem Auftrag eines anderen folgen.
Wenn wir auf die Welt kommen, dann treten wir ja immer schon in eine Welt, die schon da ist. Die ihre Vorgeschichte hat und das gilt auch für die Familie und des Elternhausen, dass wir eintreten. Wir erben die Geschichte Auch die emotionalen Atmosphären in diesem Elternhaus Und tragen Themen mit uns weiter, die vielleicht schon viel früher manchmal auch schon Generationen früher entstanden sind.
Das gilt im Guten also auch in dem liebevollen tragenden Geborgenem was wir vielleicht von unseren Eltern mitnehmen Aber auch im Schwierigen. Wir wissen aus der Psychoanalyse, dass gerade ungelöste Themen die Neigung haben, generationenweise weitergegeben zu werden – also Themen, die in der Elterngeneration nicht bewältigt oder gelöst werden konnten, zu einem Thema der Kindergeneration werden.
Delegation bedeutet das eine ungelößte Aufgabe etwas was nicht beweltigt worden ist als Auftrag unbewusst an die nächste Kindergeneration weiter gegeben wird. Das kann alles Mögliche meinen, also dieser Auftrag kann in jegliche Bereiche einfließen. Zum Beispiel gibt es den ungelebten Lebensauftrag von den Eltern an die Kinder, dass sie das Leben leben sollen und dass sie selber nicht gelebt haben was zum Beispiel vorkommen kann wenn die Eltern bestimmte Karriere Wege die Sie gerne gehabt hätten für sich nicht einschlagen konnten oder vielleicht bestimmte Beziehungen nicht so führen konnten wie sie es gerne gehabt hätte künstlerisch oder intellektuell auf eine bestimmte Weise tätig zu sein.
Man kann also sagen, es ist vielleicht auch ein benigner Auftrag. Also der andere soll das bekommen was man selber nicht bekommen hat, die Chancen haben die man selbst vielleicht nicht im Leben hatte. Was nicht bedeutet dass es konfliktfrei unbedingt ist für die Personen die diesen Auftrag erhält? Ja es macht's vielleicht sogar schwierig.
Der Andere meint es ja gut eigentlich mit dem anderen. aber vielleicht will man bestimmte Karrierewege gar nicht so in der Weise haben will man erstmal herausfinden, was man selber möchte und erst mal seinen eigenen Weg eben gehen und finden, was einem gefällt. Es gibt aber auch sowas zum Beispiel wie den Opferauftrag, also eben nicht das Leben zu leben was die Eltern sich selber gewünscht hätten.
Also dass sie so eine Art unausgesprochenen Satz haben von du darfst dir nicht mehr nehmen als wir die gegeben haben oder zur Verfügung stellen oder als wir selber eben haben weil alles was darüber hinausgehen würde oder was du dir woanders vielleicht nimmst würde an meinen Schmerz rühren und das ertrage ich nicht.
einen Neid letztlich auf die Kinder gibt, vielleicht eben aus diesem eigenen Schmerz heraus. Was gibt es noch für Aufträge in Familien? Zum Beispiel kann Parentifizierung auch solch ein Auftrag sein. also wir hatten über Parentifozierung ja immer wieder gesprochen hier im Podcast. Also der Auftrag kümmere dich um ein bestimmtes Familiemitglied weil es sonst vielleicht traurig ist oder sich verlassen fühlt oder weil das eben eine bestimmte Stabilisierung durch dich braucht.
Lebensauftrag würde da daraus, wenn es auch in gewisser Weise lebenslang gemeint ist. also sei jemand der für mich da ist, der sich um mich sorgt, der mich nie verlässt und Konflikter führt's natürlich an den Stellen wo die Person das aber möchte. In diese Richtung geht auch der Auftrag, wie eine Art Partneransatz zu fungieren.
Also ne bestimmte Nähe oder Verständnis für einen Elternteil zu repräsentieren oder dem Elternteil immer wieder Trost zu geben, immer wieder Hilfe und Unterstützung anzubieten. Das ist ein Grund. was ähnliches aber zum Beispiel auch der Symptomträger der Familie Wir hatten über diesen Begriff auch schon mal in einem Podcast gesprochen.
Auch ein systemischer Begriff kann zb so einen Auftrag erfüllen. also wo jemand bestimmte Symptome entwickelt zum Beispiel einer Essstörung an der eigentlich nicht nur ein individuelles Problem sichtbar wird, sondern vielleicht ein ganzes Problem das eigentlich in der Familie da ist und was an dieser einen Person dann deutlich wird.
Hier wäre der unbewusste Auftrag, lebt du die Störung aus? Nimm du diese Störung auf dich damit wir der Rest der Familie die Störungen nicht haben müssen. Dann können wir die Stören an dir bearbeiten. Das Problem sozusagen ist bei dem Symptomträger Und letztlich stabilisiert sich damit die Familie. Also sie hat sozusagen das Problem an eine Person delegiert, unbewusst natürlich also das ist ja nichts was jemand dann irgendwie mutwillig macht.
Ein weiterer Auftrag kann das sogenannte Replacement Kind bekommen. Das sogenannte Ersatzkind oder Gedenkkind. wir wollen dazu noch eine eigene Folge machen. da geht es eigentlich um Verlusterfahrungen in Familien wenn ein Kind verloren oder verstorben ist und Diese Lehre nun durch ein anderes Kind, sei es ein Geschwisterkind was schon da war, sei ist eben durch ein nachgeborenes Kind irgendwie diese Lehre füllen soll oder vielleicht das Kind sogar in einer Weise wiederbeleben soll.
In dem Sinne dass es Anteile von ihm übernehmen soll die vielleicht von der Familie sehr vermisst werden und dadurch nicht so spürbar als Verlust empfunden werden müssen weil es ja vermeintlich im anderen Kind da ist. Dazu wollen wir mal eine eigene Folge aber noch genauer machen.". Das kann manchmal auch transgenerational sein, also das muss nicht unbedingt immer das unmittelbares Geschwisterkind verstorben sein sondern manchmal geht's auch um Verluste die transgeneracional wirksam sind und quasi eben Kind in der jüngeren Generation wieder hergestellt werden sollen.
Dann gibt es aber wieder Kinder, Den Druck in sich fühlen die Traditionen und Werte oder Vorstellungen, die in der Familie herrschen selber weiterzutragen. Bis hin dazu dass ganz bestimmte Richtungen im Leben eingeschlagen werden oder Lebensmodelle gelebt werden sollen, die eigentlich gar nicht vielleicht zu den eigenen Vorstelligen passen oder wo man sie vielleicht die eigenen Vorstellung sogar nicht mal entwickelt Weil dieses Familienbild unbedingt aufrechterhalten werden muss, auf eine ganz bestimmte Art und Weise.
Das würde man den sogenannten Traditionsträger der Familie nennen also wo es zum Beispiel darum gehen kann auch beim Erbe zum Beispiel Gelder nur auf eine ganze bestimmte art und weise zu verwalten oder vorzuführen und eigentlich gar nicht frei in der eigenen Lebensgeschaltung zu sein sondern immer in Bezug auf die Familie gesetzt und was sich die vorherigen Generationen vorgestellt haben.
Hier wäre so ein unbewusster Auftrag für Refort, was wir begonnen haben. Und die Eltern verlängern eigentlich ihr Wirken über die Kindergeneration hinaus und machen sich darin quasi virtuell unsterblich. Sieht man ganz viel natürlich in Familien, wo es irgendwie große Unternehmen oder so ähnliches gibt?
Oder aristokratischen Familien sowieso? Also... Ihr merkt, die Liste ist eigentlich lang. Es ist ja vielleicht auch einmal interessant zu überlegen was diese Aufträge in der eigenen Familie sein könnte. Vielleicht waren sie ja jetzt unter denen, die wir eben genannt hatten schon dabei? Vielleicht gibt es ja noch andere Aufträge an der Familie.
Herrn Stielin unterscheidet dabei zwei Richtungen, die Delegationen nehmen können. Das eine nennt er eine bindende Delegition also wo der Auftrag eher in die Richtung geht das Kinder bei den Eltern bleiben sollen, also im wörtlichen Sinne oder emotionalen Sinne. Also bleib bei uns, verlass uns nicht, geh nicht über uns hinaus und oftmals entsteht dann an Stellen wo Kinder sich aber lösen wollen, wo sie autonom werden wollen ein Konflikt zumindest mal in Kind selbst, dass das Kind sich schuldig fühlt oder seine Autonomiebewegungen wie einen Verrat am Elternsystem erlebt oder die Eltern eben genau auch so darauf reagieren Das Gegenteil davon wäre eine ausstoßende Delegation, also da geht es eher um einen Auftrag den das Kind bekommt hinauszugehen.
Also schaff es für uns, mach uns stolz, werdet auch anders als wir und das Kind soll etwas leben mit die Welt hinausgehen was für die Eltern vielleicht so nicht möglich waren aber was die Eltern sich für sich selbst eigentlich sehr wünschen. Und hier geht's um Konflikte dann wird schwierig. wenn das Kind aber wiederum eigene Vorstellungen entwickelt diesen Auftrag nicht übernehmen möchte.
Einmal geht es eher darum, sozusagen einen bedürftigen Elternteil oder ein bedürftiges Familiensystem zu stabilisieren. Im anderen Fall vielleicht eher darum den familiären Selbstwert zu erhöhen durch das Erfolgreiche oder dass das Kind ganz anders macht. Meistens sagt Stirling sind aber solche Delegationen gemischt – das nennt er Paradoxedelegation.
Also das Kind bekommt einen Auftrag nach draußen also G Aber gleichzeitig auch einen Auftrag nach innen. Aber bleibt uns loyal, verlässt uns nicht. Mach beides auf einmal! Und das ist für Kinder oftmals schwierig und vielschichtig solche Aufträge in ihrer Doppelfunktion also es kind soll etwas in der Welt erreichen zu lösen und gleichzeitig aber die Bindung an die Eltern zu halten.
Also man kann sich das ganze vorstellen wie so eine Art Landkarte die man von seinen Eltern erbt und die zeigt aber nicht einfach nur die welt wie sie isst sondern da sind bestimmte Wege, sind das eher hervorgehoben und vorgezeichnet. Und andere Wege sind dann nur so gestrichelt oder sind gar nicht da, aber da sind ausradiert... ...und die Landkarte enthält eine Botschaft, nämlich geht diesen Weg!
Da ist es gut. Und paradoxe Delegation würde sowas heißen wie eigentlich widersprechend sich auch die Wege? Also geh nach da vorne, aber irgendwie ist es dann doch eine Schlaufe, die wieder zurückführt. Das ist ziemlich schwierig, sich auf so einer Landkart zu orientieren weil man eigentlich nach vorne und zurück gleichzeitig gehen soll.
Vielleicht schauen wir uns das jetzt an einem Beispiel an, versuchen einmal zu identifizieren was hier der unbewusste Auftrag ist und wie er sich auf das Leben der Person auswirkt. Wir hören von Friederike. arbeitet halbtags und kümmert sich um vieles, was in der Familie anfällt. Nach außen versteht sich die Familie als modern.
Mädchen sollen dieselben Chancen haben wie Jungen. Gleichzeitig werden bestimmte Strukturen nie infrage gestellt – Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist im Alltag tatsächlich doch recht traditionell! Friderike soll nach der Grundschule aufs Gymnasium. Ein anderer Weg kommt gar nicht infrage. Sie schließt das Abitur mit Bestnote ab.
Eine Zeit lang interessiert sich Friederike für Kunst, weil dies auch als Leistungsfach. vor allem die Fotografie fasziniert sie. Daraus etwas Ernstes zu machen kommt ihr aber nicht in den Sinn – Sie glaubt nicht wirklich daran und allein schon die Vorstellung wäre unmöglich ihren Eltern einen solchen Plan zu unterbreiten.
Sie verbieten ihr nichts, aber für Friederik fühlt es sich trotzdem an, als würde sie ihre Eltern damit tief enttäuschen. Aus ihrer Haltung geht hervor dass ein pristischsträchtiges und karriereorientiertes Fach ihren Vorstellungen entspricht. Friederike entscheidet sich schließlich für Medizin, sie zieht das Studium durch, lernt sehr viel ist wenig, drangsaliert sich.
Friedeike verteidigt ihr enormem Ehrgeiz vor sich selbst damit, dass sie nach dem Studium ja genug Zeit habe das Leben zu genießen. auch das Studiums schließt sie mit sehr guten Noten ab aber nicht exzellent. Am Ende nimmt die Erschöpfung überhand und sie hat Schwierigkeiten mit der Konzentration. Sie geht ihren Lebensweg weiter, aber zugleich werden in ihr andere Fragen rege.
Ist es denn etwas Ernstes mit dem neuen Freund? Einmal etwas Längerfristiges? Die Mutter erfragt das wie beiläufig – Der Vater ist schon deutlicher! Und sollte die Familienplanung nicht ewig aufschieben, sagt er.". Friederike meint förmlich zu spüren, wie sie auf Familienfeiern auf einmal nicht mehr nur als erfolgreiche Tochter gesehen wird sondern auch als mögliche Mutter.
Friederique spürt die Erwartung – das ist es was ihre Eltern glücklich machen würde! Sie stellt sich vor, wie zufrieden und voller Freude Ihre Mutter wäre in dem Moment da sie ihr die Mitteilung machen könnte. ich bin schwanger. Obwohl Friederikke sich zugleich eigentlich noch nicht wirklich bereit fühlt Eigentlich die Vorstellung hat, erst einmal im Beruf aufzusteigen.
Sie und ihr Partner heiraten – und lassen im Anschluss die Verhütung weg! Als Friederike nicht gleich schwanger wird, fühlt sie vor allem das … Druck. Sie beschäftigt sich geradezu obsessiv mit dem Thema. Hält es kaum aus wenn sie von jemandem aus den Bekanntenkreis erfährt bei dem es scheinbar problemlos geklappt hat?
Dann wird sie schließlich doch schwanger…sie ist überglücklich. Doch auch sind da gewisse Beklemmungen und Ängste, ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit ihr Ich zu verlieren. Erst ein Mählich zeigt sich was das Kind beruflich eigentlich für sie und ihren Partner wirklich bedeuten wird. Er geht weiter arbeiten – Sie bleibt vorerst Zuhause!
Für die Nazellbesehen ist es vernünftig. Friederike fühlt sich irgendwie verunsichert weil sie merkt auch ihrer Elternhalten ist so für das Beste. Schließlich braucht ihr ein Kind, vor allem die Mutter. Nach der Geburt tritt Friederike in eine neue soziale Welt ein. Frauen, die sie vorher als zielstrebig beruflich ambitioniert und unabhängig erlebt hatte richten ihre Aufmerksamkeit nun mit großer Selbstverständlichkeit auf das Zuhause – auch Routinen mit dem Kind, auf die Einrichtung, Ordnung und die Gestaltung eines schönen Familienlebens.
Friederik gemerkt, dass sie darauf ambivalent reagiert. Sie genießt die Zeit mit ihrem Kind einerseits, aber es fühlt sich dennoch nicht an wie ein Ankommen. Ihre Eltern unterstützen sie, ziehen sich aber auch zurück sobald es zu anstrengend wird. Ihr Partner kommt abends erschöpft nach Hause und übernimmt nur wenig von der Kehrarbeit.
Nach etwa einem Jahr ändert sich der Ton in der Familie und ihrem Umfeld wieder – aber am lautesten ist diese Stimme eigentlich in Friederike selbst! Sie glaubt aufpassen zu müssen, beruflich nicht den Anschluss zu verlieren. Selbst ihre Mutter fragt, ob sie nicht langsam wieder einsteigen wolle. Es wäre doch schade ums Studium!
Sie sei auch nach einem Jahr wieder in den Beruf eingestiegen – es sei auch nicht gut für das Kind so lange zu Hause zu bleiben im andere soziale Kontakte zu verwehren. Der Vater sagt, in ihrem Beruf könne man sich längere Pause nicht leisten. die anderen würden sie sonst abhängen. Friderike fühlt sich unter Druck und beginnt wieder zur Arbeiten zunächst in Teilzeit und in einer Praxis, die ihr eigentlich nicht gefällt.
Morgens bringt sie gestresst ihr Kind in die Betreuung und fühlt sich schuldig es dort so lange zu lassen. Friederike ist aber auch erleichtert – wofür sie sich noch schuldiger fühlt? Auf der Arbeit kann sie sich schlecht konzentrieren! Vergisst Kleinigkeiten wird gereizt, obwohl sie sich mühe gibt durchzubeleiben.
Sie fühlt zich zerrissen hat das Gefühl keinem der Ansprüche wirklich gerecht zu werden.". Ja, was würdest du jetzt erst einmal sagen wenn du von Friederik gehörst? Ganz allgemein. Was ist Friederikes Auftrag? Also hier steckt natürlich ganz viel drin. allein schon das ganze Thema der Geschlechterrollen auf der Oberfläche könnte man ja als Erstmal es so sehen hat sie den Auftrag dass ihr etwas leisten soll im Leben.
also Sie soll selbstverständlich aufs Gymnasium gehen Abitur mit besten Rote und auch einen Druck, ein karriereorientiertes Fach irgendwie zu wählen. Also Medizin entscheidet sie sich am Schluss Und man merkt an entscheidenden Schwellen in ihrem Leben dass sie diesen älterlichen Druck auch irgendwie in sich fühlt.
Nicht das die Eltern jetzt offen sagen du darfst nur das studieren sondern sie nimmt es eher als eine Angst war ihre Eltern zu enttäuschen. also spürte es sozusagen auf einer emotional subtilen Ebene Was dazu führt, dass sie sich eigentlich immer dafür entscheidet das zu machen was ihre Eltern ja eigentlich empfehlen.
Und dieser Leistungsaspekt also Sie soll das alles leisten zeigt sich dann auch bis hin zum Kind. Also sie soll auch ein Kind bekommen. Das ist eine Leistung und sie erlebt es auch sehr als Leistung weil wenn es nicht klappt fühlt sie sich wie als wäre sie beim hundert Meter Lauf irgendwie ins Hintertreffen geraten und überlegt wie sie kann sie nur viel schneller laufen.
Also das ist die eine Ebene. Das wäre eigentlich so eine typisch ausstoßende Delegation, also geh raus mach was sei erfolgreich mache uns stolz. aber es ist ein bisschen komplexer gleichzeitig weil sie ja an bestimmten Stellen auch in diesem Rausgehen erfolgreicher werden aufsteigen von ihren Eltern auch gehemmt wird.
also sie spürt der Auftrag ist nicht einfach nur werde maximal erfolgreich werde Chefärztin und dann sind wir stolz auf dich sondern die Eltern wollen nochmal etwas anderes auch von ihr. Das merkt man gerade, als es um die Frage geht wie sie mit dem Kind umgehen soll oder überhaupt ob sie wann und wie sie Familie künden soll.
Man sieht das auch daran dass das Lebensmodell was sie leben soll gar nicht so sehr ein unerfüllter Lebensauftrag der Eltern ist. also es hört sich zumindest jetzt nicht so an dass sie etwas lebt was den Eltern nicht möglich war sondern eher dass ihr etwas leibt was die Eltern auch gelebt haben. Also dass es sozusagen wie einen unbewussten Auftrag nach Wiederholung gibt.
Was würdest du denn sagen, was wollen die Eltern eigentlich von ihr? Was ist sozusagen da die Botschaft, die sie mitnimmt? Es gibt viele Beweggründe der Eltern, die es jetzt hier geben kann. Da müsste man natürlich nochmal genauer die Familie kennenlernen. Eine Linie könnte aber sein, das für die Eltern ganz wichtig ist, dass ihre eigenen Kindern die Art und Weise, wie Sie selbst gelebt haben Wie bestätigen indem sie es selber auch so leben.
also dass es sein könnte, dass sie das irgendwie als eine Distanzierung zum Beispiel erfahren. Als vielleicht nicht gut erträgliche Trennung wenn Friederike einen ganz anderen Lebensweg einschlagen würde. also sagen wir jetzt mal zb mit der Kunst oder etwas künstlerischeres studiert oder sich hätte ausbilden lassen, dass Sie das dann vielleicht so erlebt hätten, oder dass sie das vielleicht als Kritik an ihrem eigenen Lebensmodell empfunden hätten.
Also man hört ja, dass die Familie sich selber eigentlich als eine moderne fortschrittliche Familie erlebt. Frauen- oder Mädchen sollen die gleichen Chancen haben wie Jungs und Männer. Gleichzeitig aber in der Lebensrealität leben Sie ja doch ein eher traditionelles Familienleben. also Der Vater geht Vollzeit arbeiten Die Mutter nimmt sich zurück kümmert sich mehr oder weniger dann alleine um die Belange der Kinder Ohne dass das aber dann vielleicht ins Familiengespräch auf irgendeine Weise vielleicht selbstkritisch aufgegriffen würde.
Das heißt, es vielleicht zu hinterfragen wird auf irgen eine Art und Weise vielleicht als ja gefährlich vielleicht erlebt oder bedrohlich für das eigene Konzept wie man es denn gestaltet hat. Und da kann man jetzt natürlich überlegen, warum. Also vielleicht liegen der eigene Unzufriedenheiten. oder zum Beispiel wenn man nochmal auf die Mutter guckt, hat sie sich das eigentlich mal ursprünglich anders vorgestellt?
Vielleicht hat es sich vorgestellt dass Sie und der Vater sich mehr die Kehrarbeit teilen und beide ähnlich viel arbeiten gehen können oder so weiter? Man könnte vielleicht sagen Das Ungelöste in der Elterngeneration Wir wissen's nicht genau aber wir können es ein bisschen Gutmaßen hier, das Ungelöste liegt eigentlich an den Widersprüchen die ihn auch in dem Rollenmodell und einem Geschlechtermodell liegen.
Das Vater- und Muttergewählt haben also eine moderne Familie auch beide studiert und beide eigentlich ambitioniert, die aber dann doch in traditionelle Rollen kommen aus welchen Gründen noch immer. Man könnte sich jetzt, wenn man mal die Perspektive der Mutter nimmt vorstellen. Die Mutter ist eigentlich damit nicht ganz zufrieden oder es ist sie hat ein Opfer bringen müssen dafür.
Sie hat zum Beispiel ihren Karriereweg dafür opfern müssen ihre Wunsch aufzusteigen oder ihren Wunsch sich ganz im Beruf selbst zu verwirklichen. Man weiß es nicht genau aber man könnte sich's vorstellen und das wäre vielleicht bei der Mutter eine Stelle des Ungelöstenes Schmerzes beim Vater eigentlich komplementär.
er hat vielleicht nicht sich die Zeit genommen und sich den Raum genommen seinen Kindern der Familie zuzuwenden. Und damit auch diesem Teil des Lebens, der vielleicht viel mehr mit Emotionalität, Sensibilität zu tun hat. Auch da ist an dieser Stelle ein Opfer was der Vater sozusagen gebracht hat. Also beide haben da etwas Ungelöstes und beide haben einen Modell gefunden wie sie es aber trotzdem leben.
Wenig eine Projektion, das wäre der Lebensauftrag vorstellen in dem die Mutter sagt, pass auf mach du es nicht so. Ich wünsche mir für dich dass du jetzt erstmal nur Beruf machst und dass du ganz erfolgreich wirst oder dass du künstler wirst und dass Du das machst was du am allerliebsten hättest. also dass du nicht zu einen Opfer bringst könnte auch für sie schwierig sein weil vielleicht möchte ich sie ja auch Die Friederike genauso wie die Eltern.
Das wäre auch nicht unbedingt die Eigenes, aber so lösen das die Eltern nicht sondern sie lösen es eigentlich in dem Sinne der Bestätigung. Also indem Friederik das wiederholt und das auch für gut befindet durch ihre Handlungen was die Eltern machen wird das ihr älterliche Lebensmodell bestätigt und wird es nicht infrage gestellt.
also sobald Friederika einen anderen Beruf wählt ein anderes Lebensmodel wählt anders mit der Familie umgeht glaube ich. Ich will aber der Vollständigkeit halber noch die andere Seite beleuchten. die meistens eher ein Schattenwesen in den aktuellen Debatten führt, nämlich dass es ja auch ein Opfer sein kann arbeiten zu gehen.
Also das ist durchaus bei den Eltern jetzt vielleicht nicht bei Friederike aber wer weiß eigentlich einen Wunsch gebe wenn man doch nur alle Freiheiten der Welt hätte sich ganz der Familie widmen zu können oder vielleicht nicht bestimmte Abhängigkeitskonstellation fürchten müsste, Familie sein könnte und dass das aber nicht möglich ist, weil die Angst ist aus welchen Gründen ökonomisch zum Beispiel dann den Anschluss zu verlieren oder ausgeschlossen zu sein.
Und deswegen ein Gefühl da ist man muss arbeiten gehen obwohl man doch eigentlich gerne etwas anderes wollen würde. Das könnte ja auch ein Opfer sein wenn gleich das natürlich oft in unseren Debatten nicht so empfunden wird. Also ich will nur sagen, das könnte auch von manchen so als Opfer erlebt werden und eine Scham vielleicht dann ja gerade das sich aber zu wünschen.
Und eine Schame vor anderen zu sagen Ich wünsche mir nicht arbeiten zu gehen. Ich wünsch mir nicht die Karriere weil es ja etwas in unserer Gesellschaft ist was eigentlich mehr mit Anerkennung belegt ist. Also das könnte auch als Opfer empfunden werden subjektiv, was vielleicht mit Scham verbunden ist.
Weil Arbeitengehen in unserer Gesellschaft generell etwas ist, was mit mehr Anerkennung belegt ist und dass den Wunsch mit der Familie zu bleiben, mit den Kindern zu bleiben ja auch oft von rechten Ideologien zum Beispiel besetzt wird und vielleicht auch eine Angst ist dann da in diese Richtung geschoben zu werden.
also sowas kann dann mit diesen Angst oder Scham- oder Schuldgefühlen gelegt auch sein. Letztlich ein Opferauftrag ist, was nicht bedeutet das sie nicht erfolgreich sein soll. Sondern was bedeutet dass sie nicht darüber hinausgehen soll über das was die Eltern gemacht und erreicht haben und nicht etwas leben soll was die Eltern auch nicht haben leben können.
Also ich finde an allen Stellen wo eigentlich ihre eigenen Wünsche Frédéricas Wünsche zu sehr Macht gewinnen kann wird für Sie dieser Auftrag fühlbar. also Kunststudieren Fotografie da irgendwas machen oder nach dem Abschluss des Medizinstudiums jetzt zu erfolgreich werden, also alles auf Karriere setzen.
Was weiß ich Chefärztin werden? Oder irgendwie Professorin... auch da kommt der Auftrag. nein! Jetzt geht es aber eigentlich um was anderes. Jetzt gibt ihm nicht so viel Raum. und auch mit dem Kind dann nach einem Jahr hatte die Fantasie das auch dort um Wünsche geht. Also jetzt aber nicht zu viel Raum nehmen, jetzt nicht zu emotional, jetzt noch zu intensiv, zu engen.
Also sich jetzt nicht sehr darin finden sondern wieder diesem äußeren Ruf gehorchen. Also raus, also ich glaube das ist die Fantasie wenn sie jetzt zu lange Zuhause mit dem Kind bleibt dann wird es vielleicht in der Fantasiede Eltern so schön für Sie Dann könnte sie aufhören ihrem Auftrag zu folgen. und der Auftrag heißt doch mach es bestätige unser Lebensmodell.
Das heißt die Mutter sagt sehr fast wörtlich Ich habe's auch so gemacht Man könnte ja überlegen dann eigentlich gemeinsam mit Friederike natürlich, ob vielleicht in der Familie auch sowas liegt. Wie Eigenheit wird mit Ausschluss bestraft? Also wenn jemand etwas eigenes entwickelt, dass er dadurch eine Differenz in die Familie bringt, vielleicht auch von einer Familie gefühlt etwas Fremdes in die Familien bringt und damit die, sag ich mal ... Der Kitt der Familie auseinander zu bröseln droht.
Die Familie an das gesagt, vielleicht auseinandert zu fallen droht oder eben, das meinte ich mit Ausschluss, die Familien darauf reagieren könnte. Das wäre dann vielleicht Friederike's Angst dass sie tatsächlich ausgeschlossen wird immer so eine Art Außenseiterposition hat und sie in den Familiendynamiken nicht mehr wirklich beteiligt wird.
Also da könnte man auch ins Transgenerationale mal schauen ob da Themen liegen, ob die Familie vielleicht Wenn es so ein Thema gibt, wo anders sein irgendwie als etwas Bedrohliches Gefährliches erlebt wird. Ob's da vielleicht auch solche Themen gibt transgenerational? Wo vielleicht die Zugehörigkeit in irgendeiner Art und Weise nicht selbstverständlich war also was vielleicht wirklich Erfahrungen von Migration vielleicht gab oder von sozialem Ausschluss oder vielleicht andere Arten und Weisen wie die Familie eine Bedrohung erlebt haben könnte und das Gefühl da ist, nur wenn wir als Familie zusammenhalten.
Wenn wir ganz eins sind – nur dann sind wir als Familien geschützt.". Was aber auch natürlich an diesen Zwang sozusagen bildet? also wirklich wie so ne Zange um die Familie herum immer beisammenbleiben zu müssen und immer das Gleiche wollen zu müssen was gerade in unserer individualisierten Gesellschaft wahrscheinlich schwer vorstellbar eigentlich oder möglich ist Aber wo trotzdem vielleicht irgendwie unausgesprochen eine ganz große Angst da ist, wenn jetzt hier jemand aus unserer Familienraher tanzt?
Dann werden Gefühle von Beschämung wach. Also so eine Tochter die kann man nicht mehr so stolz präsentieren oder eben von Ausstoßungen fremdwerden also dass irgendeinen Schutzraum auf jeden Fall verloren geht. Man sieht ja das hier sich dieser Auftrag eher im Subtilen weitervermittelt. Die Eltern sagen ja jetzt nicht bewusst Du musst das tun, was wir wollen oder du musst genauso leben wie wir.
Wenn man sie bewusst fragen würde in einem Fragebogen in diese Frage folgen würden die das wahrscheinlich verneinen und sagen Sie möchten etwas ganz anderes für Ihre Tochter.". Das heißt, die Eltern sind glaube ich sehr unbewusst schon mit diesem Bild identifiziert. Es ist etwas, was sich für Sie einfach richtig anfühlt.
auf Ihrer Landkarte ist es quasi der Weg, der existiert und daneben gibt's eigentlich gar keinen richtigen Weg. Warum würdest du denn sagen fügt sich auch Frederike? so sehr diesem Auftrag. Also an manchen Stellen entsteht ja ein bisschen Knirschen, also eigentlich findet sie ihr Fotografie auch mal irgendwie interessant.
Eigentlich möchte sie ja jetzt noch gar kein Kind, eigentlich ist sie sich noch nicht sicher ob sie wieder ins Beruf will zurückkehren möchte. Warum fällt sie dann doch immer in sozusagen die Gefolgschaft dieses Auftrages? Also zum einen kann man ja auch sehen, dass sich Friederike ja doch sehr identifiziert hat mit den Idealen der Eltern.
Das heißt sie hat sie sehr stark in sich aufgenommen und lebt sie auch selber als etwas was sie selber für sich möchte. ich glaube das kann man als Beispielhaft ihre Leistungsbereitschaft die Sie zumindest hört man es jetzt hier in der Vorstellung nicht nicht so in dem Sinne hinterfragt. Also sie stößt höchstens mal an Grenzen, die.
es wirkt aber eigentlich eher wie sozusagen eine körperlich psychisch gesetzte Grenze mehr als dass das durch eine kritische Refektion jetzt reingekommen wäre. Aber vielleicht liegen ja auch wirklich noch andere Ängste dahinter, dass sie nicht in dieses Nachdenken kommen kann. also vielleicht wenn man mal die Linie von vorhin fortführt mit dem Ausschluss vielleicht hat sie ja große Trennungsängste.
Also traut sich nicht wirklich, sich von ihren Eltern zu lösen und sagen wir mal eine erwachsene Rolle zu kommen. auch also erwachsen meine ich jetzt eben im Sinne von dieser Ausbildung eines eigenständigen Ich's was auch aushält dass Eltern vielleicht bestimmte Entscheidungen dann nicht so toll und gut finden was aber eben dann erleichtert wird in dieses Erwachsenen ich zu kommen.
wenn man das Gefühl hat die Bindung zu den Eltern reißt dann auch nicht gänzlich Und an der Stelle ist sie vielleicht nicht ganz sicher, ob die Bindung wirklich hält. Also ... Ob sie nicht doch Angst hat, wenn sie da andere Wege geht? Ob sie dann nicht in Anführungszeichen bestraft wird damit, dass sie aus der Familie irgendwie herausfällt?
Man kann sich hier weniger vorstellen, dass die so offen sanktioniert wird sondern eher das ... diese Fremdheit eintritt, also dass die Eltern ihr nicht folgen werden in den Bereich wenn sie weggeht und sich quasi auf ihre Welt einstellen werden. Und damit gehen werden jenerlich sondern das sie dann wie eine fremde sein wird.
Die Eltern ihr auch fremt. Diese Fremdy hat nicht aufgehoben wird. Davor fürchtet es sich vielleicht, weil das Bindungsverlust letztlich bedeutet. Ich finde da bleibt sie eigentlich ihr Leben lang ziemlich kindlich In dem Sinne bündungsbedürftig. Sie möchte unbedingt noch im Erwachsenenalter diese Bindung zur Mutter, das Strahlen in einem Auge der Mutter haben.
Fasselich mich jetzt zur These verstiegen. an dieser Stelle schenkt sie ihre eigenen Mutter ein Kind vor allem deshalb weil sie sich so sehr danach sehnt es endlich richtig zu machen das gutzumachen von den Eltern geliebt zu sein diese Nähe zu fühlen und dass es in ihr so eine große Macht daßes Zweifel ambivalenzen am Ende umkippen kann und sie sich dann doch dafür entscheidet.
Also zumindest ist es jetzt hier in dieser Schilderung ein bisschen so angedeutet, die Vorstellung, die Mutter glücklich zu machen mit dem Umstand dass sie schwanger ist, ist so treibend für Sie das letztlich ihre Entscheidung übernimmt.". Was ich vielleicht die Mutter gewünscht hätte und nicht bekommen kann, also wo dieses Thema was wir vorhin angerissen hatten das Neides auf einmal wach wird.
Und dass gute zwischen den beiden in der Beziehung dann vielleicht prekärer wird oder vielleicht wirklich dann je nach Familienkonstellation wirklich infrage gestellt ist. Und sie vielleicht ja dann wirklich in ein Dilemma kommt zwischen dem eigenen Lebensweg wählen wie man ihn eigentlich leben möchte aber dann die Bindung verlieren oder das eigene aufgeben, oder sehr beschränken und dafür aber die Bindung zu den Eltern halten.
Also ob reale oder psychisch so erlebt ist es glaube ich trotzdem beides sehr heikel und auch diese Schuldgefühle auszuhalten weil man das vielleicht dann in die Familie bringt wenn das offener gelebt wird dass es glaub ich je nach Familienkonstellation eben nicht einfach weil es natürlich nicht einfach ist Menschen die man liebt mit so schmerzhaften Gefühlen zu konfrontieren auch wenn sie natürlich nicht wirklich in der eigenen Verantwortung liegen.
Aber trotzdem bringt man das ja sozusagen als Variablen, den ich jetzt mal in die Familie ein. Also es könnte sein Sie würde damit den Neid der Eltern oder der Mutter auf sich ziehen also dass die Mutter das nicht ihr lassen kann und dadurch dann die Bindung Beschädigung erhält? Oder vielleicht ist Ihre Angst auch, dass sie in der Mutter diese Wünsche regemacht Also dass die Beziehung der Eltern und damit es die Stabilität des Elternhauses beruht, darauf, dass diese Dinge dieser Schmerz dieses Opfer nicht wahrgenommen wird.
Und wenn jetzt einer anfängt das zu machen plötzlich Wünsche regge werden und sichtbar werden, die an der ganzen Stabilitätsfamiliensystems rütteln? Zum Beispiel in der Partnerschaft also wo die vielleicht einigermaßen stabiles Modell gefunden haben in der Art und Weise wie sie die Partnerschaft leben.
was dann vielleicht aber eine Frage gestellt wird Ja Das ist ja auch an der Beobachtung oft in Familiensystemen, dass wenn ein Familienmitglied sich individuiert plötzlich die ganze Struktur des Familiensystems sich verändert. Vielleicht die Mutter auch dann ihre eigenen Wünsche lebt und entdeckt? Auch das könnte etwas Bedrohliches haben was hier sozusagen defensiv gelöst wird also indem die Tochter es nicht herausfordert aber dann auch letztlich in denselben Rollenkonflikten bleibt wie ihre Eltern.
Ich glaube die Erschöpfung ist trotzdem nicht beiläufig, sondern die ist da wäre sozusagen wer sie Symptomträgerin. Drückt sie eigentlich aus? das sieht diese widersprüchlichen paradoxen Anforderungen. also geh raus sei erfolgreich werde eine autonome Frau aber bleib auch loyal bleibt in dem Rollenbild dass wir kennen Sei auch weiblich in Anführungszeichen verfügbar diesen Widersprüchen, dass sie überfordert.
Also diese Erschöpfung zeigt eigentlich an es ist zu viel. ich schaffe das eigentlich nicht Ich kann das nicht alles gleichzeitig und Das wäre glaube ich auch therapeutisch. also wenn man sich vorstellen würde Sie würde therapeutisch in eine Behandlung kommen vielleicht der erste ansatzpunkt dieser erschöpfung ernstzunehmen was die eigentlich sagt über das was sie da Alles zu leisten versucht.
Hier den punkt wichtig dem wir jetzt gesagt haben. Es geht hier viele um Geschlechterrollen eigentlich und wie sich geschlechter Rollen auch transgenerational vermitteln. Und das ist natürlich dabei, um die Gesellschaft an den gesellschaftlichen Rahmen geht – also wie überhaupt Arbeit organisiert wird und alles.
Das ist hier natürlich zentral. ein wichtiger Punkt aber dass die Emanzipation immer auch etwas mit einer Auseinandersetzung mit der eigenen Familie zu tun hat. Also an dieser Stelle kann glaube ich Frédéricke sich nicht emancipieren ohne auch einen Stück Konflikt Mit ihrer Mutter oder mit ihren Eltern zu riskieren.
Zumindest ein Stück indirekten Konflikt, also indem sie das herausfordert, indem sie dieses Schuldgefühl, die Angst und so weiter in Kauf nimmt. Das wäre eigentlich jetzt, bleibe ich kurz psychanalytisch, die ödipale Situation. Also die Eltern auch ein bisschen stürzen. Sie von Tonstoßen sagen Nein! Ich mache es aber anders Und das macht sie nicht?
Und dadurch wird das ganze System sehr konservativ und bewahrt quasi dass wie's ist. Ich glaube, ein gesellschaftlicher Wandel ist nicht möglich ohne strukturelle politische Rahmenbedingungen zu verändern. Aber auch nicht möglich, ohne dass in den Familien diese Konflikte ausgetragen werden. Wenn ich ganz kurz politisch bin oft die Stelle an denen auch Revolutionen scheitern weil die Familienbindungen nochmal eine ganz andere Tiefe und emotionale Kraft haben als es jetzt nur rein politische Entscheidungen erst mal sichtbar machen Ja wenn man jetzt merkt Es gibt diese Delegationen in der Familie, man selbst erfüllt vielleicht einen Auftrag von dem man sich eigentlich wünschen würde hinabzulegen.
Was kann man denn machen um sich aus diesen Delegations zu befreien? Also wie immer gibts natürlich keine Anleitung dafür. ich glaube was der Ausgangspunkt erstmal ist es diesen Auftrag überhaupt zu erkennen. also worin besteht da eigentlich? was ist genau von mir verlangt dass wir haben jetzt an einem Beispiel gesehen das das durchaus komplex ist.
Man kann sich ein bisschen orientieren, indem man sucht was sind eigentlich die bindenden Elemente und was sind die ausstoßenden Elementen. Und was ist eigentlich der Widerspruch? Auch was ist das ungelöste Thema bei den Eltern? Ich glaube dann geht es oft um einen Prozess darum, der hier ziemlich komplex ist zwischen dem eigenen Wunsch und dem Wunscht, den man von jemand anderem übernommen hat zu unterscheiden.
Also was ist es eigentlich, was ich selber mir für mein Leben wünsche Und was ist es, was ich das Gefühl habe mir wünschen zu müssen? Daran bemüßt sich ein bisschen auch die Aufgabe oder der therapeutische Bedarf ob ich das eigentlich wahrnehmen kann und eigentlich schon weiß was ich möchte. Oder ob mir das völlig unbekanntes Das ist die Terrain Cognita sozusagen auf der Landkarte.
Die müsste ich eigentlich erst anfangen langsam herauszuarbeiten in einem Prozess der Auseinandersetzung Was sind eigentlich meine eigenen Vorstellungen vom Leben? Dann glaube ich wenn man eine Idee davon hat geht es immer um ein Ablösungsprozess und dabei ein Stück Trennungsaggression zu finden, sich zu erlauben.
Also das müsste Frederik ja auch ihren Eltern hier gegenüber zumuten und des Bearbeiten von den Schuldgefühlen die damit einhergehen. Und ich glaube zu diesen bearbeiten von Schuldgefühl gehört immer so etwas wie ich sage mal den Auftrag zumindest symbolisch innerlich zurückzugeben also seinem inneren Elternobjekt zu sagen Ich sehe dass du dir das gewünscht hast dass es eigentlich dein Thema ist, aber ich kann nicht dein ungelebtes Leben oder deine ungelösten Konflikte lösen oder erfüllen.
Es ist sozusagen deinen Schmerz, aber nicht meine Lebensaufgabe. Das muss nicht vorwuchsvoll gemeint sein, sondern kann auch sehr verstehend gemeinsinnert werden. Man kann's nämlich wirklich nicht lösen und nur wiederholen – das würde bei Friederike sofort das Thema an seine eigene Kindergeneration weitergeben!
Was daraus entsteht, das finde ich ein schöner Begriff in der systemischen Therapie ist so etwas wie eine bezogene Individuation. Also es geht eben nicht darum jetzt nur sich abzukrellen und alles anders zu machen und bloß Hauptsache die Eltern nicht ne? Das wäre noch sehr pubertär jugendlich. also Ich bin... I'm not you.
Sondern eigentlich einen Gleichgewicht zwischen Eigenständigkeit und Verbundenheit zu finden also wo man Die elterlichen Aufträge auch gerne übernimmt Und auch diese Bindung auch behalten möchte in sich man abweichen möchte und wo das eigene liegt. Immer in der Hoffnung, dass die Eltern vielleicht dann doch auch ein Stück weit damit gehen können aber immer vielleicht auch um den Preis, dass sie es ein stückweit nicht können.
Das ist ein bisschen die Einsamkeit eines eigenen Weges und vielleicht gehört das einstückweit dazu zu dem was wir Individuation nennen, dass wir eine Einsamkeit aushalten müssen Aber das wäre noch mal ein eigenes Thema. Ja Wir kommen an dieser Stelle zum Ende der Folge. Wir hoffen, dass sie interessant für euch war!
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Überhaupt freuen wir es natürlich über gute Bewertungen. Für heute schließen wir das Thema. Vielleicht denkt ihr jetzt noch weiter über die Folge nach und welche Delegationen bei euch in der Familie da sind? Wir wünschen euch erstmal einen schönen Morgen, Mittag oder Abend!