Sachlich richtig

Der neue Böhmermann und die Angst der Intendanten

Freitag, 2. Oktober 2026 · 1 h 25

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Shownotes

„Charakterlich ungeeignet" – mit diesem Satz quittierte ein ARD-Chefredakteur einst Alexander Teskes ersten Gastbeitrag für eine andere Zeitung. In dieser Folge von „Sachlich Richtig" erzählen Alexander, Annekatrin Mücke und Peter Welchering offen von solchen Erfahrungen und nehmen sich zugleich die großen Medienthemen der Woche vor.
Im Zentrum steht der Abschied von Jan Böhmermann beim ZDF – offiziell seine eigene Entscheidung, inoffiziell womöglich Druck aus dem konservativen Lager und von einem Medienanwalt. Die Runde zerpflückt seinen Nachfolger Florian Schröder, der Ostdeutsche einst als „Mondkälbchen" bezeichnete, und fragt sich fassungslos, warum ein Satiriker wie Oliver Brändel für einen harmlosen Tweet verurteilt wird, während andere ungestraft austeilen dürfen.
Kritisch ist auch der Blick auf Annette Dittert: Die ARD-Journalistin erhielt gerade das Bundesverdienstkreuz – obwohl sie, wie die Runde eindrücklich schildert, im Klappentext ihres eigenen Buches zugibt, während der Brexit-Berichterstattung Tränen in den Augen gehabt zu haben. Zum Schluss wird es grundsätzlich: Waren die Fragen an AfD-Wahlsieger Leif-Erik Holm in den Tagesthemen wirklich nur unglücklich formuliert – oder steckt dahinter die blanke Angst einer Branche, die um ihre Zukunft bangt?
Kapitelübersicht:
– Intro und der neue „Der schwarze Kanal"-Pullover
– Böhmermanns Abschied: Freiwillig oder erzwungen?
– Böhmermanns Nachfolger beim RBB: „Bömi brutzelt"
– Florian Schröder: Wer ist der neue Mann?
– Schröders Beleidigungen gegen Ostdeutsche
– Die Scherz-Theorie der FAZ zum Böhmermann-Aus
– Der Fall Oliver Brändel: Satire vor Gericht
– Das KIWI-Modell: Zensur durch Landesmedienanstalten?
– Wer finanziert die neuen „Tugendwächter"?
– Der Fall Ben Bernd und Rechtsanwalt Steinhöfel
– Annette Dittert bekommt das Bundesverdienstkreuz
– Sollten Journalisten Politik-Preise annehmen?
– Das Bundesverdienstkreuz-Drama um Tobias Morgenstern
– Annette Ditterts Berichterstattung im Rückblick
– Persönliche Anfeindungen aus der ARD-Chefredaktion
– Die Mär vom reichen ÖRR-Kritiker
50:xx – Nebentätigkeiten: Moderatoren für die Bundesregierung
– Stellenabbau beim WDR: Sparen oder Umverteilen?
– Eklat im BR-Rundfunkrat: Direktor durchgefallen
– Historischer Rückblick: Der Fall Bernd Hilder beim MDR
– Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Leif-Erik Holm
:xx – Fragwürdige Fragen an AfD-Wahlsieger Holm
– Caren Miosga und der Umgang mit Robert Habeck
– Kritische Fragen an Berlins Wahlsiegerin ausgeblieben
– Die Rote-Hilfe-Debatte und ihre Doppelmoral
– Verabschiedung

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Die Zensur nimmt tatsächlich konkrete Züge an, nicht nur gefühlt, die Landesmedienanstalten sollen befähigt werden laut dem Entwurf des neuen Medienstaatvertrages, wenn ich das jetzt richtig auf der Pfanne habe, die neuen freien, auch alternativen genannten Medien zu zensieren.

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Redakteursvertretung noch den Mut hat.

Also, der ist lange noch nicht weg vom Fenster, and dass seine Firma auch nicht komplett abgewickelt wird, sagt, glaube ich, auch alles aus. Die bleiben schön in den Startlöchern. Sachlich richtig.

Ein fröhliches Hallo aus Hamburg. Ihr seid hier goldrichtig bei. Sachlich richtig und für gute Unterhaltung werden gleich sorgen Anne-Katrin Mücker aus Berlin.

Natürlich.

Und Peter Welchering im schönen Ostfriesland.

Moin.

Und mein Name ist Alexander Teske und ich habe euch gleich mal was mitgebracht. Achtung, Überraschung, guckt mal, ich habe hier einen neuen Pullover. Wie findet ihr denn denen? Ist das, äh, ist das, wie soll ich sagen, zu nostalgisch oder kulturelle Aneignung oder?

Nö, kulturelle Aneignung nicht, du bist ja Osssi, du darfst das. Bei Peter wäre es anders.

Ja, ich dürfte, das ist Kritiker.

Ich hätte mir auch nie träumen lassen, dass ich mir mal einen Pudi bestellen werde, in Bio-Baumwoller natürlich. Ja, logisch. Mit der Aufschrift Aktuelle Kamera. Man musste damals ja noch zum Umschalten zum Fernseher gehen und ich glaube, die Titelmelodie, sobald die erklang, sind alle DDR-Würber zum Fernseher gerannt und haben schnell umgeschaltet.

Aber ja, so ändern sich die Zeiten. Reden wollen wir über viele verschiedene aktuelle Themen heute der Medienbranche und wir würden mal anfangen mit Bye bei Böhmi, unser Freund Jan Böhmermann. Eine der allerersten Folgen habt ihr beide, glaube ich, alleine mal gemacht, von sachlich richtig. Da habt ihr die Verfehlungen von ihm unter die Lupe genommen, die damals bekannt waren, glaube ich, schon anderthalb Jahre her.

Und er hat ja immer fleißig weitergemacht. Und jetzt soll im Dezember, Mitte Dezember soll Schluss sein. Und ja, Peter, weinst du ihm eine Träne nach?

Nein, aus mehreren Gründen nicht. Zum einen, das war ja lange überfällig und anders als Herr Himmler bin ich ja auch nicht so nah am Wasser gebaut. Ich habe gelesen, er habe Tränen in den Augen gehabt, als dieser Beschluss dann gefallen ist. Und zum anderen rechne ich damit, dass Böhmermann bald wiederkommt mit irgendeinem Format, denn alle, ja, ich sage mal, Voraussetzungen für eine baldige Wiederkehr stehen ja noch offen.

Und so wie ich die Führungskräfte des ZDF einordne, wollen sie weder von der lukrativen Böhmermann-Produktionsgesellschaft, an der ZDF ja über eine Subfirma beteiligt ist, lassen, noch von dem, was Böhmermann ansonsten hereinbringt. Also insofern für Tränen, nee, kein Platz.

Und Anna hält sie das für glaubhaft, dass, also Jan Böhmermann hat selber Interview gegeben, also mehrere eigentlich, und hat es so dargestellt, er hätte eben dem Intendanten, Herrn Himmler vom CDF, gesagt, er möchte gerne aufhören, der Joghurtbecher sei leer gekratzt und ihm würde nichts Neues mehr einfallen.

Und der Intendant hätte dann zu ihm gesagt, du, Jan, was soll ich denn jetzt machen? Und er hätte eben Tränen in den Augen gehabt. Für wie glaubwürdig hältst du das denn?

Total glaubwürdig. Also ich glaube, Jan Böhmermann, alles, wirklich alles, was er sagt. Und ich habe schon auch die ein oder andere Träne verdrückt. Vor Freude. Aber nun gut, das sei am Rande gesagt. Und ja, wer zuletzt lacht, lacht am besten. Ich bin da ganz Peters Meinung. Ich glaube, wir werden den guten Mann schon noch wiedersehen.

Nein, ansonsten machen sie einfach einen Ringtausch. Also ich meine, dann kriegt er halt beim RBB vielleicht eine neue Sendung, denn da wird er jetzt was frei. Darüber reden wir ja gleich. Also der ist lange noch nicht weg vom Fenster und dass seine Firma auch nicht komplett abgewickelt wird, sagt, glaube ich, auch alles aus.

Die bleiben schön in den Startlöchern. Die haben jetzt mal alle rausgehauen, die für Böhmermann gearbeitet haben. Aber es gibt ja auch immer noch, und da bin ich sehr froh bei ZDF Neo, diese schöne Koch- und Gesprächssendung Böhmi brutzelt. Also wer jetzt totale Sehnsucht hat, der kann da mit dabei sein und sich eine Nase holen und sich ein bisschen Appetit machen.

Was ich ganz lustig finde, ist, dass allerdings auch diese Tournee, die für 2027 schon geplant war mit seinem Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld, dass er das abgesagt hat. Ja, also so ganz ohne Folgen scheint es für ihn nicht zu sein. Aber wie gesagt, zum einen denke ich mal, dass Böhmi sein Geld gut angelegt hat, dass er natürlich ganz zu Recht verdient hat beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk und es ist auch nicht vorbei für ihn.

Wie gesagt, vielleicht beim RBB, weil darauf kommen wir jetzt ja wahrscheinlich, da wird ja jetzt was frei, eventuell.

Ich finde die Hintergründe ziemlich interessant zu Böhmerns Abgang. Also was ich so vom Lerchenberg mitbekommen habe, ist eben gerade nicht Böhmermann auf Himmler zugegangen und hat gesagt, irgendwie Flasche Leer oder Joghurt Becher rausgekratzt, sondern Himmler hat sehr viel Druck bekommen, insbesondere vom Schwarzen Freundeskreis.

Und der Schwarze Freundeskreis habe darauf bestanden, da muss jetzt aber etwas passieren. Wir verlieren weiterhin Glaubwürdigkeit, wir verlieren weiterhin Akzeptanz. Und bei den Sachen, vor allen Dingen dann nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, gibt es eine Gefahr für alle öffentlich-rechtlichen Anstalten, auch für das ZDF.

Wir müssen sozusagen ein Zeichen setzen, wir haben verstanden.

Naja, vielleicht ist es in dem Zusammenhang auch das Opfer, das zum Beispiel dafür gebracht wird, dass Frau Hayali weiterhin auf Sendung bleiben darf. Also ich habe gehört von einem Mitarbeiter des ZDF, es gab jetzt eine interne Revision zu dem sogenannten KI-Gate. Also angeblich weiß man jetzt, das hatte ja der Fernsehrat auch bei der Wiederwahl von Himmler angekündigt, dass es diese Revision geben wird.

Also im besten Falle weiß man jetzt, wer eigentlich wem welche Anordnung gegeben hat und wer wofür eigentlich verantwortlich ist. Aber die Mitarbeiter des ZDF erfahren die Ergebnisse dieser internen Revision nicht, weil sie intern wäre. Das war wohl die Begründung. Also intern heißt für mich ja erstmal, dass sie innerhalb des Senders geführt wird und nicht, dass die Ergebnisse in einem kleinen Kreis bleiben.

Also niemand erfährt, was wirklich passiert ist und auch niemand erfährt, welche Rolle Frau Herjali dabei gespielt hat. Diese Frau hat so eine Macht und ich glaube, dass Böhmermann jetzt sozusagen geopfert wird, damit sie und andere da weitermachen können.

Du meinst die Mitarbeitenden?

Nee, nee, ich meine die Mitarbeiter. Ich benutze das generische Maskulinum und zwar ganz.

Es ist aber eine Verschwörungstheorie, dass das vorher ja dort viel Macht hat, glaube ich.

Ja, die Welt besteht aus Verschwörungen.

Sehr schön. Was ja interessant ist, dass Herr Böhmermann nicht nur wiederkommen wird, weil, das konnte man auch in diesen Interview-Einlassungen lesen, also keiner macht so gut wie er. Das finde ich schon sehr interessant. Also das sagt er eigentlich wirklich so. Es gibt schon viele andere gute Leute, aber er ist eigentlich schon der Beste.

Und deswegen wird er wiederkommen und er soll ja 713.000 Euro verdienen. Genau weiß man das nicht. Er wird sie also weiterverdienen und es gibt zusätzlich einen Nachfolger, der schon, ich glaube, in 14 Tagen starten wird. Florian Schröder heißt der gute Mann. Und immer wenn ich das, ich dachte, den kennt jeder, aber allen, denen ich das erzählt habe, die kannten ihn komischerweise nicht.

Was muss man denn über Florian Schröder so wissen?

Also ich kenne ihn ja schon sehr lange, soll ich mal kurz?

Ja, unbedingt. Ich kenne ihn nur als Comedian der C-Klasse.

Ja, na das ist erstmal richtig, dem würde ich zustimmen oder dem stimme ich zu. Aber ich kenne Florian Schröder schon sehr lange, weil er seit 2009 bei Radio 1 seine Rubrik hat. Warte mal, jetzt muss ich mal überlegen, die heißt einfach Schröder. Kommt einmal die Woche in der Morgensendung, wird er nochmal wiederholt.

Seitdem kenne ich ihn, weil ich habe ja seit 2000 für Radio 1 gearbeitet bis letztes Jahr. Und ich fand ihn ehrlich gesagt damals schon wirklich schlecht. Er sah ganz gut aus. Das war so ein Punkt, das haben nicht so viele Satiriker. Damals ja, doch. Ich fand damals auch er eigentlich ganz passabel aus.

Das war aber wirklich auch das Einzige, und ich weiß, ich habe damals schon mit Kollegen diskutiert, die ihn damals gut fanden. Ich fand ihn damals schon sehr, sehr flach. Er hat übrigens mit 14 Jahren seinen ersten Fernsehauftritt bei Schmidt einander gehabt. Also ich weiß nicht, ob Harald Schmidt sich heute vielleicht ärgert darüber, dass er ihm damals nicht gleich gesagt hat, er soll es sein lassen.

Ich glaube, das ist nicht der einzige Fall, über den er sich ärgert oder sich fragt, wie konnten die eigentlich in meine tolle Sendung kommen.

Das kann sein. Also damals hat er sich auch noch an die Regierung rangetraut, da hat er Kohl Blümen und auch Udo Lindenberg zum Beispiel parodiert. Müsste man mal im Archiv gucken, kommt noch jemand dran, irgendeiner, der uns zuschaut, der uns das vielleicht mal schicken könnte. Wäre ganz nett, ja mal zu gucken, wie er das gemacht hat mit 14 Jahren.

Dann hat er Germanistik und Philosophie in Freiburg studiert und hat dann aber schon angefangen, Sendungen zu moderieren, zum Beispiel das Ding und beim SWR 3. Also er hat relativ früh den Schritt zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gemacht und dann eben bei mehreren öffentlich-rechtlichen Radiowellen eigene Formate entwickelt, unter anderem bei Radio 1.

Und ganz schlimm fand ich dann auch die Florian Schröder-Satire-Show. Die gab es dann ab 2019. Die wurde im Tipi am Kanzleramt aufgezeichnet und da hat er eine ganz, wirklich furchtbare Satire auf Angela Merkel gemacht. Also für mich war sie eher Travestie. Also er hat dann eine schlecht sitzende Perücke auf und hat dann, ich habe wirklich schon viele gute Leute gesehen, die Angela Merkel hervorragend parodieren und nachmachen konnten.

Er war so schlecht. Spätestens da hätte man eigentlich sagen müssen, Junge, lass es sein, mach irgendwo auf irgendwelchen kleinen Bühnen deine Show, aber hier ist kein Platz mehr für dich. Aber nein, er ist immer weiter aufgestiegen. Er hat sich sehr hervorgetan, gerade bei Radio 1 beim RBB, mit sehr regierungskonformen Erzählungen und schlechten Witzen.

Er hat lustigerweise auch Bücher geschrieben und eins heißt Schluss mit der Meinungsfreiheit für mehr Hirn und weniger Hysterie. Und da diagnostiziert er eine vergiftete Debattenkultur, aufmerksam zugehört hat er offensichtlich und plädiert für einen sachlicheren, weniger moralisierenden öffentlichen Diskurs.

Das erstaunt mich wirklich, weil wenn einer dazu beigetragen hat, dass sich der ganze Diskurs vergiftet hat, dann ist er für mich ein absoluter Prototyp dafür.

Absolut, also mir ist er aufgefallen. Das erste Mal durch eine Sternkolumne, wo er die Ostdeutschen pauschal beleidigt hat, weil ihm natürlich die Wahlergebnisse nicht gepasst haben. Und er hat sie als Mondkelbchen bezeichnet. Mondkelbchen sind die, ja, die man dann tötet nach der Geburt. Das sind quasi die Behinderten.

Also eigentlich hat er die Ostdeutschen als behindert beleidigt. Als nicht lebenswertes Leben Nazis, bitte?

Als nicht lebenswert dann in dem Fall auch.

Und zuletzt hat er sie wieder als Nazis bezeichnet. Also da als relativ wenig doppelter Boden eigentlich auch. Das ist so tatsächlich wieder, eigentlich bleibt alles beim Alten, oder? Auch ein Aktivist, der auf die Bühne kommt und der so lustig ist, wie ein Besuch beim Örologen, also einfach eben gar nicht.

Und insofern ein würdiger Vertreter für Herrn Böhmermann, oder Peter?

Ja, absolut, absolut ein würdiger Vertreter. Und klar, er hat natürlich auch gerade mit solchen Vorwürfen, die du gerade genannt hast, also beliebiges als faschistisch oder als Nazi zu bezeichnen, einfach ihn in diese Mainstream-Ecke gestellt, nicht nachdenken, sondern einfach mal Begriffe raushauen.

Und jeder, der anderer Meinung ist als ich, der ist natürlich zumindest rechtsextrem.

Mir ist auch nochmal eingefallen, unsere Anhörung beim Landtag, Peter, die wir geführt haben, da ging es ja auch um das Doxing und Böhmermann. Vielleicht hat das ja auch nochmal den ein oder anderen, das ging ja, wurde ja schon breit diskutiert, zum Nachdenken angeregt, ob man denn Böhmermann tatsächlich sich länger leisten will.

Und die FAZ hat ja darüber spekuliert, dass das Aus von Böhmermann möglicherweise etwas damit zu tun hat, dass er sich mit Roland aber auf jeden Fall Herr Scherz angelegt hat, dem Medienanwalt und da so ihn als Kleinwüchsigen gezeigt hat und quasi ja auch Behindertenwitze gemacht hat. Und da soll Herr Scherz also unter Androhung einer Unfristsetzung an Herrn Hemdler geschrieben haben und das ist wohl zeitgleich mit der Entscheidung zur Absetzung zusammengefallen.

Das ist nicht ganz abwegig, oder?

Ja, ich weiß nicht. Also ich halte das für so eine typische Hahnfeld-Geschichte, der hat es ja auch gebracht in der FAZ. Da passieren zur gleichen Zeit zwei Dinge und Herr Hahnfeld stellt dann gleich einen logischen Zusammenhang her. Das macht er öfter, ohne dass er dafür irgendwelche Belege hat. Ich nehme nicht an, selbst wenn Herr Scherz sich beschwert haben sollte, dass das dann so unmittelbar durchschlagende Wirkung gehabt habe.

Wobei natürlich, man muss eins sehen, das fand ich in dem Zusammenhang übrigens auch noch ganz, ganz witzig. Scherz hatte ja mal den Mandanten Böhmermann, aber selbst das dürfte dazu nicht beigetragen haben.

In dem Zusammenhang ist es ja vielleicht ganz interessant, was Satiriker angeht und das, was sie sagen dürfen und was nicht. Es gibt ja den Satiriker Oliver Brendel, bekannt als Medienfutzi, und der ist gerade tatsächlich verurteilt worden, weil er eine Person, die sich Georgine Kellermann nennt, früher mal Georg Kellermann war, der hat er nun, ich glaube auf X einfach nur gepostet, mal wieder Psycho schauen, weil da ja der Hauptheld sich als seine eigene Mutter verkleidet.

Also mehr war das gar nicht und er war auch nicht der Erste, der diesen Zusammenhang hergestellt hat. Und dafür hat diese Person ihn, also entschuldigt, aber Frau kann ich da echt nicht sagen. An dem Falle finde ich, das ist die Bezeichnung Person schon irgendwie ganz gut, hat diese Person ihn angezeigt, obwohl ihr eigener Account voll ist von Rundumschlägen gegen alle und jeden, die nicht in ihre Richtung, in ihren Kram passen.

Und die Richterin ist dem, also die Staatsanwaltschaft hat irgendwie sogar 5000 Euro oder 6000 Euro verlangt. Das Gericht hat jetzt 2000 Euro und er muss alle Kosten tragen. Und ja gut, die Staatsanwaltschaft wird es nicht dabei beruhen lassen, aber das muss man sich mal vorstellen. Ein Satiriker, der auch alle, also immer sagt, es ist Satire, ich bin Satiriker, so eine harmlose Äußerung tätigt, wo es ja darum geht, dass man überhaupt erstmal für sich selber den Zusammenhang herstellt.

Also in keiner Weise so eindeutig, wie es offensichtlich Böhmermann und Schröder ja gern machen. Und der wird verurteilt, also ich frage mich wirklich, wo es am Ende des Tages hinführen soll, ob die Satire dann ganz verboten wird oder ob es dann wirklich die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Köpfchen, ob es das dann irgendwie ist.

Die gute Satire wird es weiterhin geben dürfen, glaube ich.

Und die darf dann auch alles.

Ja, die schlechte Satire muss ich dann jeweils das Urteil der Revisionsinstanz erkämpfen.

Also ich habe den Medienfuzi alias Oliver Brendel angefragt und wir können gerne mal mit ihm eine Folge machen, wenn ihr Lust habt. Er hat ja eine interessante Vergangenheit, er war ja, glaube ich, ProSieben-Manager und kann da auch aus dem Privatfernsehen Nähkästchen plaudern. Und ich habe letztens auch nochmal, also wenn das CDF wirklich mal einen hätten Schnitt machen wollen und was Neues probieren wollen und mutig sein, er hätte es einfach nochmal, hätten sie einfach Herrn Schmidt anrufen müssen und ihn aus der Rente zurückholen für einen begrenzten Zeitraum.

Ich habe nochmal so einen alten Ausschnitt von ihm gesehen, wo er Adolf Hitler spielt und davor warnt, die Rechten zu wählen. Es ist so großartig und es ist einfach so und so ein gravierender Unterschied zu dem, was uns heute zugemutet wird. Und ja, ich bedauere sehr, dass wir diese Qualität nicht mehr erreichen.

Also ich schl dich als nächsten Intendant des ZDF vor und dann kannst du das durchziehen.

Ja, aber Schmidt hat ja gesagt, er macht das nicht mehr im Gespräch mit Frau Gruber, weil er sieht sich nicht in der Lage, jemandem, der die Baseballkappe nicht mal richtig aufsitzen kann, gegenüberzusitzen und sich von ihm erklären zu lassen, was gutes Fernsehen sei.

Deswegen müsste ja Alex dann der Intendant sein, dann ist es vielleicht anders.

Ja, sehr schön. Aber ihr habt gerade angedeutet, die Zensur nimmt tatsächlich konkrete Züge an, nicht nur gefühlt. Die Landesmedienanstalten sollen befähigt werden, laut dem Entwurf des neuen Medienstaatsvertrages, wenn ich es jetzt richtig auf der Pfanne habe, die neuen freien, auch alternativen genannten Medien zu zensieren und zu sagen, was dort geht, was nicht geht, und zwar zum ersten Mal ganz explizit, es geht nicht um Presserecht oder sowas, sondern es geht darum, werden die journalistischen Standards eingehalten oder nicht?

Was auch immer das ist.

Bitte?

Was auch immer das ist.

Ja, das wäre jetzt meine Frage an den Journalistenlehrer. Sind die dazu in der Lage und kann man das überhaupt?

Also prinzipiell kann man das, theoretisch. Sind die dazu in der Lage? Nein, weil ich kenne mehrere Führungskräfte dieser Landesmedienanstalten. Mit einigen habe ich sogar, in einem Fall war es sogar mal auf einem Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung, also ganz unverdächtig politisch, darüber diskutiert und wir konnten uns nicht auf journalistische Standards einigen.

Weil auf der Seite war einfach nichts, was man abfragen konnte. Und insofern, glaube ich, wird es daran scheitern, in den Landesmedienanstalten kann niemand wirklich genau herleiten und begründen, welche journalistischen Standards eingehalten werden müssen und wie die konkret aussehen und welche Kriterien daran anzusetzen sind.

Und das dürfte dann eben beliebig darauf hinauslaufen, dass das, was wir im Augenblick als Meinungscheck ja auch im Öffentlich-Rechtlichen haben, eben dann auch ähnlich von den Landesmedienanstalten betrieben wird. Was hast du denn gedacht, als du das gelesen hast, Anna?

Naja, ich habe mich damit ja schon länger beschäftigt. Ich habe dazu auch in der Benna-Zeitung schon eine Kolumne geschrieben, als es hieß, dass dieser Entwurf erarbeitet wird über den Sommer. Und ich finde ganz interessant, dass der Aspekt des Public Value rausgefallen ist, jetzt aus dem jetzigen Entwurf.

Also, das ist ja dieses Verfahren, das die Landesmedienanstalt eigentlich anwenden wollte, um Angebote ganz nach oben zu setzen. Also das machen dann nicht mehr die Plattformbetreiber, sondern die Landesmedienanstalten entscheiden dann, was wertvoll ist und den journalistischen Standards entspricht und setzt das dann nach oben.

Das ist kurioserweise jetzt wieder rausgenommen aus dem Entwurf, weshalb im Grunde genommen das war wohl auch der größte Streitpunkt. Und ich glaube, es war die Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz, sie den Entwurf jetzt auch online gestellt hat. Also, das ist jetzt mal interessant zu wissen, wie lange das dauert, bis das dann tatsächlich auch in den einzelnen Landesparlamenten darüber abgestimmt wird.

Es müssten ja alle zustimmen, was hoffentlich nicht passiert. Was ja so interessant jetzt aber ist, also schon in dem jetzt geltenden digitalen Medienstaatsvertrag von 2020 hatten ja die Landesmedienanstalten als neue Aufgabe eine gesetzliche Grundlage bekommen, um sogenannte Telemedienangebote, also digitale Angebote zu durchforsten.

Allerdings war das noch so ein bisschen begrenzt, die mussten journalistisch sein, die mussten auch in gewisser Weise gewerbsmäßig sein. Also es gab so ein paar Grenzen, die da eingezogen wurden. Aber man hat ja gemerkt, vor allem als Alexander Wallasch an die Öffentlichkeit gegangen ist, dass die Landesmedienanstalten schon versucht haben, innerhalb dieses Rahmens sich immer weiter Befugnisse zu holen und zu sagen, also dieser Podcast, der entspricht diesen Anforderungen nicht, der kriegt jetzt von uns eine Ermahnung und dann wird mit dem Bußgeld gedroht.

Im schlimmsten Fall wird der Kanal geschlossen. Also das ist echt existenzbedrohend auch. Und das soll jetzt sozusagen erweitert werden mit Hilfe dieses Kiwi-Modells. Das steht für KI für künstliche Intelligenz und Vigilare für Wachsam sein bzw. Wachen, also die künstliche Intelligenz oder mit künstlicher Intelligenz überwachen.

Und mit diesem Tool will jetzt, wollen die Landesmedienanstalten weltweit das Internet durchforsten, um alles, was einen Bezug zu Deutschland hat und in ihrer Meinung nach, also entweder eine strafrechtliche Relevanz hat, da geht es um Kinderpornografie, um Volksverhetzung, aber eben auch diesen sehr weichgewaschenen Paragraphen aus dem Medienstaatsvertrag, das Kind Journalistische Standards eingehalten werden müssen.

Also, um all das zu prüfen, rauszuziehen und dann im Falle des Falles die Anbieter bis hin zur Beendigung der digitalen Existenz eines Blogs oder eines Nachrichtenportals zu belegen. Das ist so ein unglaublicher Schritt in Richtung komplette Zensur. Und es wird so wenig darüber gesprochen. Es ist so wenig, glaube ich, auch den Menschen klar, erstens, wie sehr die Landesmedienanstalten damit schon agieren und wo das mal hingehen wird.

Und ich meine, Leute wie wir werden natürlich auch überprüft und du bekommst das ja erst mit, dass du bei denen auf der Liste stehst, wenn du angeschrieben wirst. Entweder von ihnen oder aber es kommt dann gleich der Staatsschutz und sagt, ja, bei Iden haben wir ja hier gemeldet bekommen, das geht ja in Richtung Volksverhetzung oder so.

Ja, ja, und das Schöne ist, diese virtuellen Tugendwächter werden auch noch aus den Rundfunkbeiträgen bezahlt, ne?

Das wollte ich gerade sagen. Also das wissen vielleicht viele nicht, ne? Zwei Prozent knapp des Rundfunkbeitrages gehen an die Landesmedienanstalten für ihre Aufgaben, die ja eigentlich gar nichts mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu tun haben, sondern eben für die privaten Medien in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet zuständig sind.

14 Landesmedienanstalten haben wir und die sollen sich so um private Rundfunkanstalten und Bürgerradios und so kümmern und suchen jetzt offenbar auch neue Betätigungsfelder. Ich bin mir aber gar nicht so sicher, ob die alle auch sich da so einig sind. Also ich habe ja die in Sachsen und Sachsen-Anhalt kennengelernt.

Bei denen kann ich mir das gar nicht vorstellen, dass sie da so scharf drauf sind, auf so einer Zensur, also in so Richtung Zensurbehörde zu marschieren, die machten eigentlich einen ganz vernünftigen Eindruck. Ganz anders als die Landesmedienanstalt zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, die ja Ben Bernd mit seinem Ungeskriptet unter die Lupe genommen haben, ihn versucht haben, abzumahnen.

Und jetzt haben sie aber den Schwanz eingezogen. Jetzt haben sie ja, Rechtsanwalt Steinhöfel hat ja für Ben Bernd geantwortet und wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat man gesagt, wird doch nicht so wichtig, dass das ja alles nochmal überprüft und die Äußerungen von Herrn Höcke war, es ja alles für Deutschland einordnet.

Ja, ich sag ja das, Sie probieren jetzt schon, bevor jetzt sozusagen der neue Medienstaatsvertrag in Kraft treten soll, versuchen sie jetzt schon auszuloten, wie weit können sie gehen, an welche Grenzen stoßen sie vielleicht. Ich glaube, das war die Geschichte mit Ben Behandler, haben Sie es einfach mal versucht.

Wenn sie ein bisschen schlau sind, dann muss Ihnen klar gewesen sein, dass das schon aufgrund seiner Reichweite schwierig sein wird und dass es nicht so einfach funktioniert, wie damals die Abschaltung von Ken FM. Aber ich glaube, sie lernen auch, sie sind ja auch so eine Art künstliche Intelligenz, sie lernen dabei auch, was vielleicht wie auch reingeschrieben werden muss an den Vertrag, damit sie sich durchsetzen können.

Ich meine, gut, bei Steinhöfe muss man immer dran denken, der vertritt ja auch Elon Musk hier in Deutschland und da steht natürlich auch nochmal eine ganz andere Macht dahinter. Ich könnte mir vorstellen, dass es da auch nochmal eine Anmerkung irgendwie kam, gab dazu aus Übersee. Weiß man natürlich nicht genau.

Aber es ist wirklich erschreckend, in welche Richtung sich das entwickelt. Und womit wir zu rechnen haben, Eva Flecken zum Beispiel, die Chefin der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg, hat ja mal gesagt, also das wäre keine Zensur, weil Zensur hieße, dass es gar nicht erst ausgestrahlt werden dürfte.

Ich meine, die Möglichkeit haben sie ja, das sagt sie nicht, sie haben ja gar nicht mehr die Möglichkeit, sie haben ja gar nicht mehr die Hand drauf, zu sagen, es wird irgendwas ausgestrahlt oder nicht, jedenfalls nicht im Netz. Und deswegen wird es keine Zensur, wenn man nachträglich jemanden bestraft dafür, das wäre auf keinen Fall Zensur.

Also es wäre interessant, mit Frau Flecken mal wirklich über ihre Auffassung von Zensur zu diskutieren.

Ja klar, wobei im Falle von Ben Bernd, denke ich, hat tatsächlich der Name Steinhöfel auch einiges an Wirkung gebracht. Und das ist für mich auch gleichzeitig das Problematische daran. Denn einen Steinhöfel muss man sich als Blogger, muss man sich als YouTuber natürlich auch erstmal leisten können. Und da könnte ich mir denken, trifft es dann doch viele, die sich genau das nicht leisten können und die dann sagen, okay, lieber mache ich den Kanal dicht, dass ich dieses Risiko jetzt eingehe.

Und damit wird dann tatsächlich viel, viel Meinung einfach unterdrückt.

Auf jeden Fall.

Der Fall zeigt ja sehr gut auch, wie problematisch es inhaltlich auch ist. Also der Stein des Anstoßes aus einem Vier-Stunden-Video mit Herrn Höcke war ja, dass er nochmal wiederholt hat, dieses alles für Deutschland ja eigentlich nur, um zu erklären, warum er verurteilt wurde und einfach über diese Problematik zu sprechen.

Und dann wurde quasi eigentlich unverblümt gesagt, naja, man muss es einordnen und eigentlich darf man es gar nicht sagen. Und es war eben eine Nazi-Parole. Und wenn ich es richtig weiß, ist es unter Historikern umstritten, es ist gar nicht so eindeutig. Diese Parole ist wohl vorher auch verwendet worden, auch von Sozialdemokraten in der Weimarer Zeit.

Insofern ist diese Verurteilung eigentlich schon fragwürdig, aber auf keinen Fall ein Grund, dies nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sagen. Also zumindest wenn man da den Zusammenhang klar darstellt. Und wenn man dann aber das als Vorwand nutzt, um jemanden aufzufordern, die Sendung zu bearbeiten, das war ja die Forderung, dann zeigt das ja eigentlich, wie problematisch das Ganze ist.

Was ich auch noch sehr schwierig finde, ich glaube darüber, Peter, hattest du schon mal in einer der früheren Folgen auch was gesagt, das ist auch durch Alexander Wallasch klar geworden. Also uns zum Beispiel droht wirklich, drohen hohe Bußgelder bis hin die Abschaltung des Kanals. Wenn aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk journalistische Standards nicht beachtet, und dafür ist die Liste ja nun inzwischen wirklich auch sehr, sehr lang und es sind krasse Verstöße, wenn man nur mal an den KI-Gate denkt vom ZDF, dann wird gesagt, naja, dafür sind ja die Landesmedienanstalten nicht zuständig.

Die haben ja ihre eigenen Aufsichtsgremien, nämlich den Rundfunkrat oder den Fernsehrat beim ZDF und das böse, böse Schwert der Programmbeschwerde. Wir wissen, okay, letztes Jahr eine einzige Programmbeschwerde wirklich durch ein Rundfunkrat überhaupt zugelassen. Zwei?

Zwei, ein Prozent, aber zwei was.

Welches war der zweite? Also ich weiß nur beim SBR-Art.

Aber 99 Prozent werden abgewiesen, genau.

Also ich hatte mal von einem gelesen, aber egal, es ist jedenfalls verschwindend gering und hat ja auch gar nichts zur Folge. Also selbst wenn eine Programmbeschwerde zugelassen wird, ist das ja nicht mehr als ein Du-Du-Du und dann geht es fröhlich weiter. Und die Printmedien, Mainstream-Printmedien, die im Presserat sind, da ist es ja ähnlich, Peter, die haben ja durch den Presserat jetzt auch keine schwerwiegenden oder gar existenzbedrohenden Strafen zu fürchten, oder?

Nein, es kostet nichts. Man muss die Rüge oder sollte die Rüge dann tatsächlich öffentlich machen. Nur etwa in meiner Zeit im Presserat hat Springer mit der Bild, die ja nicht ständig Rügen kassiert haben, nur ganz wenige Rügen öffentlich gemacht. Und dann hat der Geschäftsführer des Presserates an Springer geschrieben und gesagt, das ist aber jetzt nicht in Ordnung, dass ihr die Rügen nicht veröffentlicht.

Und dann Springer gesagt, das verstehen wir natürlich, dass sie der Meinung sind, dass es nicht in Ordnung ist, aber wir machen das trotzdem. Ja, und das war es dann.

Und das war es dann. Und das ist ja wirklich, also das ist ja ein Streichelhandschuh sozusagen. Und wogegen, also das, was die Landesmedienanstalten in der Hand haben, ist ein scharfes Schwert. Und das am Ende des Tages kam es dann auch mal heißen Kopf ab. Also diese Relation muss man sich mal überlegen.

Und Wallasch hat ja wohl versucht, in den Presserat aufgenommen zu werden, damit er eben sozusagen nicht mehr im Regen steht, sondern unter dem Schirm des Presserates im Trockenen sich befindet, ja, wurde ihm verweigert. Also wir haben gar keine Chance, unter diese Dächer zu schlüpfen und damit unangreifbar zu werden.

Also in unserem Fall hätte der Presserat tatsächlich gute Chancen, das abzulehnen, weil wir ja kein presseähnliches Angebot unterhalten, sondern eben genau mit diesem Podcast Rundfunkähnlich unterwegs sind.

Dann braucht man eigenen Rundfunkrat, oder?

Müssten wir wählen, ja.

Was sagt ihr eigentlich dazu? Für mich eine Nachricht der letzten Tage. Anette Dittert bekommt das Bundesverdienstkreuz.

Für gutes Aussehen?

Nein, für die Brillensuche.

Bitte? Für die Brillensuche. Sie hat doch öfter mal bei LiveShart ihre Brille gesucht.

Ja, oder es klingelt das Handy mitten in der Live-Schalte. Nein, für die vorbildliche Vermittlung des Verhältnisses Deutschland-Großbritannien oder den Deutschen das Großbritannien-Bild zu vermitteln. Hat sie die Ausbildung verdient, äh, Auszeichnung verdient, eurer Meinung nach?

Also ich sag mal so, sie steht da in einer Reihe, bei der ich mich insgesamt gewundert habe, dass die jetzt alle das Bundesverdienstkreuz, ich glaube am 5. Oktober soll es verliehen werden, bekommen. Frau Marinitsch ist auch in der Reihe oder Frau Weisband oder, ach ja, Herr Polenz. Herr Polenz für seine Twitter-Man bekommt das auch.

Und wenn man das als Vergleichsmaßstab hat, dann sage ich, ja, Annette Dietter hat es verdient.

Ihr seid heute sehr ironisch unterwegs und ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle immer erkennen, wann ihr Ironie an und Ironie ausmacht. Und vielleicht müssen einmal Schichten. Vielleicht hat nicht jeder so alle Namen parat. Also Marina Weißband bekommt das Bundesverdienstkreuz. Sie war eine Mitgründerin der Piraten und da auch sehr in der Öffentlichkeit.

Dann ist sie jetzt aber, glaube ich, zu den Grünen gegangen. Und sie ist regelmäßige Kolumnistin bei Etmedias Res, Medienmagazin des Deutschlandfunks. Und ich höre das ja auch und muss sagen, dass sie dort durch eine sehr, ich würde, ich sage es mal vorsichtig, linke Meinung auffällt. Dann Ruprecht Polens, CDU, ein, wurde ja explizit als Influencer ausgezeichnet, der sehr aktiv ist auf X und dort sozusagen den rechten Paroli bietet, aber leider ist der auch nicht mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, oft und sehr polemisch auch ist, also Öl ins Feuer gießt.

Und wer war der dritte Name?

Ja, Goda Marinic mit ihrem Podcast und sie hat auch mehrere Kolumnen im öffentlich-rechtlichen und vertritt eben auch eine ausgesprochen grün-linke Position, die weniger journalistisch rüberkommt als doch sehr stark ideologisch.

Also man könnte mutmaßen, dass da nicht nur die Arbeit, sondern auch die Haltung ausgezeichnet werden soll von Herrn Steinmeier. Aber die grundsätzliche Frage, die sich mir stellt, ist, sollten denn Journalisten überhaupt so einen Preis annehmen? Also ein Preis der Politik. Also sollten Journalisten nicht die Politik, die Regierung, die Mächtigen kontrollieren, ihn auf die Finger klopfen, sich unbeliebt machen und verträgt sich das damit, Preise anzunehmen von denjenigen, die man kritisieren soll.

Und ja, das ist ja wie so eine Art Gefälligkeit, die man auch annimmt. Und man konnte sehen bei Nette Dittert, dass sie sich öffentlich sehr darüber gefreut hat, es sei eine große Ehre und sie sei total überrascht und das ist da wunderbar. Also da war gar kein Zögern dabei oder gar keine Überlegung, dass das vielleicht komisch kommt nach außen oder bin ich da zu streng?

Nö, also wenn man mir das Bundesverdienstkreuz anbieten würde, würde ich es sofort ausschlagen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, es wird nicht passieren. Aber wer weiß, wir schauen mal, noch vor ein paar Jahren wäre das, glaube ich, auch bei Annette Dittert unvorstellbar gewesen. Ich kann mich erinnern, als ich bei den Tagesthemen war, das war ja so Anfang der 2010er, da wurde ganz gerne so ein bisschen gelästert über sie.

Sie wäre ja so die Pankerin unter den Korrespondenten und ihre schrille Kleidung und ihr sehr emotionales Auftreten wurde da durchaus irgendwie kritisch gesehen und man fand das irgendwie nicht so richtig angemessen für die Tagesthemen. Schon allein deshalb fand ich sie ehrlich gesagt damals eigentlich ganz cool, weil ich dachte, ja, ist doch mal schön, wenn jemand nicht so total trocken und ganz spierernst da seinen Text runterspult.

Aber damals wäre niemand, glaube ich, auf die Idee gekommen, ihr das Bundesverdienstkreuz umzuhängen. Ich denke nur auch nicht, dass es jetzt möglich ist, dass es jetzt unbedingt eine positive Entwicklung ist. Denn letztendlich diese wirklich sehr emotionalen Einwürfe von ihr, auch dass sie ganz klar vor der Kamera ihre eigene Position präsentiert und die armen Briten bedauert nach dem Brexit und so.

Also das, finde ich, gehört tatsächlich eben überhaupt nicht zu dem Job einer Korrespondentin. Widerspricht dem mehr oder weniger. Also schon deshalb ist die, also es ist zweifelhaft, dass sie diese Auszeichnung annimmt, aber es ist natürlich auch zweifelhaft, dass sie diese Auszeichnung überhaupt bekommt, finde ich.

Ja, wobei für mich gibt derjenige, der solch eine Auszeichnung einnimmt, seine journalistische Unabhängigkeit auf. Das kann man machen, wenn man vor hat, überhaupt nicht mehr als Journalist zu arbeiten. Aber auch dann stellt man eigentlich die zuvor geleistete Arbeit auch massiv infrage. Also deshalb sollten Journalisten auch keine Preise annehmen.

Aber die Kulturschaffenden, die Journalisten der DDR wurden ja auch mit vielen, vielen Verdienstpreisen ausgezeichnet. Und diejenigen, die ich so kennengelernt habe, die haben das auch immer ganz beamer gefunden. Weil wer so einen Verdienstpreis hatte, der musste eben auch nicht mehr zur Rotlichtbestrahlung.

Das ist tatsächlich eine Parallele, die mir dann auch eingefallen ist. Dieses Umhängen wertloser Blechorden und das sich gegenseitig bestätigen, das hat es ja am Ende der DDR eben auch gegeben und das hat nicht gut geändert. Insofern wundere ich mich sehr, dass man das heute wieder praktiziert. Frau Tittert ist ja nicht nur nicht die Einzige, sondern eben auch nicht die Erste, die diesen Preis annimmt.

Da hat es schon regelmäßig gegeben, dass Journalisten ausgezeichnet wurden. Aber es haben auch sehr viele schon abgelehnt, auch sehr berühmte Namen. Also es gibt durchaus Leute, die dabei ein Störgefühl entwickelt haben und gesagt haben, ich lasse mich nicht auszeichnen von der Politik. Ich würde der Politik eigentlich nur empfehlen, es gar nicht erst zu machen, aber wenn sie schon diesen Impuls haben, würde ich allen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, es abzulehnen.

Also für mich ist dieses Bundesverdienstkreuz allerallers spätestens seit dem Vorfall um Tobias Morgenstern und Thomas Rümann. Ich weiß nicht, ob die beiden Namen euch was sagen. Thomas Rümann ist ja seit Ewigkeiten der Oberchefarzt von, hilf mir, Alex, wie heißt die Serie? Aller Freundschaft, genau.

Eine furchtbare Serie.

Die Lieblingsserie der linken Chefinnen Sachsen-Anhalt, weswegen sie ja gesagt hat, das ist ihr toller Lieblingssender und auf den lässt sie nichts kommen.

Genau, und die beiden haben ja hier in Brandenburg das Theater am Rand, also an der deutsch-polnischen Grenze, auch gemacht, ein tolles Projekt, auch super ökologisch. Das ist eigentlich auch eher auf den Tobias Morgenstern, der ja ein hervorragender Musiker ist, darauf auf ihn zurückgeht. Ich glaube, das Theater gibt es jetzt seit über 20 Jahren oder so.

Und die haben beide wirklich zusammengehalten, wie Pech und Schwefel, haben da großartiges Programm auf die Beine gestellt, auch mit vielen Gästen. Und dann wurden sich, ich glaube 2020 oder 2021 war das, in der Corona-Zeit sollte ihnen das Bundesverdienstkreuz umgehängt werden. Und kurz vor der Verleihung wurde Tobias Morgenstern ausgeladen.

Weil er, anders als Thomas Rümann, sich sehr explizit gegen die Corona-Maßnahmen geäußert hat, das kritisiert hat. Und dann haben die den ausgeladen und Thomas Rümann ist dann alleine hingefahren und hat sozusagen seinem Bundesverdienstkreuz entgegengenommen und es ist ihnen wirklich gelungen, was wahrscheinlich die Absicht der ganzen Aktion war.

Die beiden haben sich unversöhnlich verstritten. Der Tobias Morgenstern ist mehr oder weniger rausgeflogen aus seinem eigenen Theater. Also der hat natürlich auch irgendwie so eine Art Abfindung bekommen, aber das war sein Lebenswerk auch, das finde ich so traurig und ich fahre seitdem auch nicht mehr hin.

Es tut mir wirklich leid, aber das ist so vergiftet. Und wenn man eine Auszeichnung so benutzt, als so einen vergifteten Hebel benutzt, dann ist das für mich sowieso obsolet.

Ich möchte ja auch mal daran erinnern, dass Dunja Hayali verdiente Bundesverdienstträgerin, Kreuzträgerin ist. Auch sie hat diese, ich nenne es mal, umstrittene Auszeichnung schon erhalten.

Umstrittene. Aber wertlos ist sie nicht, man kriegt eine Menge Geld, oder? Also den Vaterländischen Verdienstorden in der DDR zum Beispiel, der war mit sehr viel Geld verbunden.

Beim Bundesverdienstkreuz wüsste ich nicht, dass da auch ein Geld mit verbunden ist.

Ah, das war in der DDR, das sei auch eine Menge Geld.

Aber Frau Jali kann sich jetzt eben verdiente Aktivistin des Journalismus im ZDF nennen.

Aber mir war gar nicht so klar, dass Annette Titter zu beliebt ist. Sie hat ein Buch geschrieben und dessen Titel ich jetzt nicht nenne, damit keiner auf die Idee kommt. Aber das war Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste und natürlich interessant ist eben auch, sie wurde eingeladen im gesamten öffentlich-rechtlichen Kosmos, saß da quasi auf jeder Couch vom WDR, SWR, NDR und hast du nicht gesehen, wurde hochgejubelt und keiner hat die Frage gestellt, sie schreibt ja schon im Klappentext, dass sie Tränen in den Augen hatte, als sie live in den Tagesthemen die Schalte machen musste zum Brexit.

Und sie hat ja immer den Brexit für einen ganz großen Fehler gehalten und ich glaube, sie gibt ihre journalistische Unabhängigkeit da einfach auf. Also sie hätte dieses Sagen, was ist, und möglichst neutral berichten und mit der persönlichen Meinung zurückhalten, das ist nicht unbedingt ihre Stärke und sie macht das auch ganz, ganz öffentlich.

Und dass man jemandem einen Preis verleiht, weil er eigentlich nur seine Arbeit macht und die in meinen Augen auch noch schlecht macht, weil er tendenziös berichtet. Also die hat zum Beispiel auch Stichwort Corona-Zeit, die Briten haben ja früher gelockert als die Deutschen und dann hat sie eben, sie fand das also unsäglich, dieser Boris Johnson, also was für ein Volltrottel und jetzt werden die da in, werden die da alle sterben, die Briten und so weiter.

Also sie hatte da schon eine ganz klare Haltung, die sie auch rübergebracht hat. Und dazu kommt noch, dass ich das Gefühl hatte, eigentlich der Inhalt ihrer Berichte war immer zweitrangig. Erstrangig war immer sie selbst.

Die passieren.

Also das Programm hieß Ich, ich, ich. Sie hat sich ja mit verschiedenen Tricks einfach sehr, sehr oft auf den Bildschirm gebeamt, indem sie dann immer behauptet hat, sie hätte da eine Leihschalte zugesagt bekommen und es konnte sich aber niemand daran erinnern. Und wenn man dann den Kollegen gefragt hat, dann hat er gesagt, ja, ich habe ihr das gar nicht zugesagt, aber sie hatte einen gegen den anderen ausgespielt.

Jedenfalls war sie sehr, sehr häufig, die Aufsager in der 20 Uhr, die bin halt sehr beliebt, weil man damit Bekanntheit erlangt. Aber noch problematischer finde ich, sie hat das Eindrehen erfunden, also das, was dir gefallen hat, Anna, und was vielen, glaube ich, genauso geht, dass sie das eigentlich cool finden.

Also sie hat nicht schon von Anfang an in die Kamera geschaut, so der habe ich sie aber so gemacht. Und mit Beginn, der Schalter hat sich zur Kamera gedreht. Das war ihre Erfindung und dazu hat sie immer darauf geachtet, möglichst bunte Klamotten anzuziehen. Anna, dazu erzählst du uns ja auch immer. Aber sie hat es, also die waren, ja Peter, du musst da noch ein bisschen dran arbeiten, aber sie hat eben gerne auch Makarete-Sachen oder so.

Also es war schon sehr, sehr auffällig. Und natürlich ist es so, da gibt es ja Studien zu, dass die Leute da nicht mehr zuhören, sondern sie werden abgelenkt vom Bild und die Botschaft kommt einfach nicht mehr rüber. Und welchen Sinn macht das dann noch? Also insofern, das war schon auch mit Anlauf und deswegen mache ich ein großes Fragezeichen hinter ihrer Arbeit.

Jetzt hast du meine ganze Taktik verraten. Dass ich immer so bunte Sachen trage und einen Lippenstift auf, damit die Leute nur nicht hinhören, was ich sage, sondern nur auf mich gucken. Mist?

Ja, für alle, die nicht mehr.

Ne, wobei ich fand sie auch manchmal, manchmal einfach nur schön schrill. Und das hat mir dann auch wieder gefallen, weil es einfach schrill war.

Jaja, also ich bin ja auch Zwiegelspalten gewesen, aber das spätestens dann seit Brexit und dann Corona war ich dann nicht mehr. Dann fand ich es wirklich auch unerträglich, auch diese Empörung, die bei ihr dann auch immer deutlicher geworden ist, als man sagt, nee, also das hat jetzt mit Punk tatsächlich nichts mehr zu tun.

Ja, also Annette und ich, wir wären keine Freunde mehr. Das war einfach wirklich immer ein unangenehmes Erlebnis, sie am Telefon zu haben. Das hat dann wahrscheinlich eher mein persönliches Problem, aber ich weiß auch, dass ich nicht der Einzige da war. Das wird kaum einer an der Tagesschauredaktion bestreiten, dass es sehr unangenehm war, mit ihr umzugehen.

Und das ist ja leider auch, wenn man miteinander arbeitet, nicht völlig unerheblich. Ach, und das, ähm, mich hat ja, ich habe ja auch in der Berliner Zeitung die Kolumne dazu geschrieben und der Chefredakteur AD, Reinhard, hat geschrieben, Was bin ich? Charakterlich ungeeignet oder wie?

Ja, irgendwie sowas ähnliches, genau. Ich habe mich da erinnert gefühlt an mein erstes Musterungsergebnis, dass ich für den Stabsdienst charakterlich nicht geeignet war.

Also beides sind Auszeichnung, oder?

Ja, und er schreibt gerne mal, er hatte zum Beispiel, als ich meine allererste Kolumne in der Berliner Zeitung gepostet habe, dann schrieb er Berliner Zeitung? Echt jetzt? Also er hat keine inhaltliche Anmerkung gemacht, sondern es war unter der Würde eines ARD-Kon, dass jemand für die Berliner Zeitung dieses Schwurbelblatt schreibt.

Das ist auch sehr interessant. Und dann hat er mich nochmal gefragt, öffentlich, wie lange denn, ich bin gespannt, wie lange das Geschäftsmodell ÖRR Bashing noch anhält oder so ähnlich. Da bin ich, das fand ich auch sehr interessant, dass jemand, also ARD-Chefredakteur, naja, da geht man halt nicht, ich weiß es nicht, 250.000 oder so nach Hause und dann hat er ja nochmal so ein paar Jahre als Korrespondent in Genf zum Auslaufen.

Da hat er mal ihn schon aufs Abschnell gleich geschoben und immer wenn ich einen Genf angerufen habe, war er gar nicht da. Naja, und jetzt ist er ja ein Renter und ich glaube, da wird er ja auch ordentlich verdienen. Dass jemand, der da, keine Ahnung, 100.000 Euro Rente hat, anderen vorwirft, ist ja ein Geschäftsmodell, was wir hier machen.

Als ob ich mich zu Hause hinsitze mit einem Bleistift und Zettel und sage, okay, also nach meiner Tagesschauzeit, ich wäre jetzt ÖRR-Kritiker, ich könnte das so und so aufziehen, den Businessplan und das und das verdienen. Also es ist ja schon, was für einer Parallelwelt muss man leben, um auf diese Idee zu kommen.

Also es ist, wenn es mir um Geld gehen würde, dann wäre ich da geblieben. Also das ist, finde ich, schon sehr, sehr interessant, aber sagt eben was über das Denken der Leute selber aus.

Ja, die Leute, die sich die Taschen selber am meisten füllen, sind ja auch immer die, die, was ich selber denke und tut, traue ich auf dem anderen zu. Also wer selber so sehr ans Geld denkt und auch alles dafür tut, traut das natürlich auch immer allen anderen zu, ist doch klar.

Wobei, das habe ich auch sowohl von ZDF als auch von DLF-Führungskräften zu hören bekommen. Jetzt, wo ich eben so auf die Altersgrenze zugehe, wo dann die wirklich guten Honorare nicht mehr fließen, weil ich dafür zu alt bin, würde ich ja ÖR-Bashing machen, damit ich mir da eben auch noch ein Fahrenszugut verdiene.

Also ich glaube, das soll dann auch einfach diffamieren und damit muss man auch entsprechend umgehen. Absolut, absolut, das ist klar.

Und ich verrate euch, was, mein Steuerberater hat mir genau dieses Verdienstmodell aufgezeichnet. Nur deswegen bin ich hier.

Ja, wir haben es doch immer gewusst.

Schon wieder Ironie. Aber tatsächlich, einer der ersten Posts nach meinem Ausscheiden bei der Tagesschau und der Veröffentlichung des Buches war ja von Patrick Gensing, dem Oberfaktenfinder am jetzigen Pressesprecher von St. Pauli, der ja auch schrieb, wofür für die paar Kröten, also er meinte natürlich, dass man reich wird mit sowas.

Das ist schon eine interessante Denke. Also dass man glaubt, dass man da mit viel Geld verdient oder so. Also ich mache das sehr, sehr gerne. Ich komme ja gerne irgendwo hin zu einem Vortrag. Aber dass man da jetzt glaubt, man wird damit reich, das ist ja ein völliger, also eine völlige Verklärung der Realität.

Naja, aber tatsächlich habe ich da auch schon von Kollegen dann die Frage bekommen, welcher Millionär sponsert denn beispielsweise euren Podcast? Echt? Weil die gehen einfach davon aus, da steckt dann irgendeine dunkle Macht dahinter, mit furchtbar viel Geld. Und die lässt dann das Geld auf uns herunterregnen, damit wir möglichst kritisch, möglichst abfällig, möglichst schlecht über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hier irgendwas machen.

Ich wollte sagen, das Verdienstmodell öffentlich-rechtlicher Rundfunk trägt sich so lange, solange der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Vorlagen dafür bietet. Und das macht er von sich aus ganz freiwillig. Dazu zwinge ich ihn ja nicht. Und wie gesagt, nochmal diese These, wenn man selber, und das sind ja all diese Leute beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die da wirklich sehr, sehr, sehr viel Geld bekommen.

Ich möchte nicht verdienen, sagen, bei denen funktioniert das ja auch. Also ich kann mich erinnern, jetzt wieder geplauscht sozusagen aus den Hinterhöfen. Als ich bei den Tagesthemen anfing, gab es einen riesen Ärger, weil damals Tom Buro als Moderator der Tagesthemen an einem Sendetag morgens nach Berlin geflogen war, dort für eine, ich weiß nicht mehr, wie viel, tausend Euro irgendeine Veranstaltung moderiert hat.

Die bekommen ja tatsächlich tausende Euro als Honorar. Die können sich ja gar nicht vorstellen, dass unser einer so Amöben wie wir tatsächlich auch wie Amöben sozusagen entlohnt werden oder aus Solidarität ist sogar für ummachen, einfach weil es uns wichtig ist. Das würden die nie tun, das kommt ihnen gar nicht in den Sinn.

Und dann ist er zurückgeflogen und hat sich dann irgendwie die Moderation geben lassen. Die ganze Sendung ist ohne ihn vorbereitet worden. Er hat sowieso das meiste Geld von allen bekommen. Das hat die Redaktion damals so auf die Spitze getrieben, dass sie versucht haben, also sie haben dann einen Brief geschrieben an den damaligen Chef.

Ich glaube, es war damals schon Kaifke. Knifke. Ja, weil sie sagt, es kann ja wohl nicht sein, dass derjenige, der sowieso das meiste Geld von allen bekommt, die hier den Tag über irgendwo bei einer Mucke verbringt, dort nochmal ein paar tausend Euro mehr einstreicht und dann kommt er dir bereit in die Sendung vor, er moderiert sie und dann das gibt es doch nicht.

Das wurde aber alles abgebügelt und abgewiegelt. Aber daher kommt das, solche Leute würden niemals für einen Apel und ein Ei irgendwo einen Vortrag halten, müssen sie auch nicht. Sie bekommen für alles, für alles, was sie tun, sehr viel Geld.

Es ist nicht mehr. Wobei sich da tatsächlich auch was geändert hat. Also vor wirklich längerer Zeit gab es mal im Südwestrundfunk zwei Moderatoren, ein Moderatorenpärchen sozusagen, die auch die Landesschau moderierten und da eben auch die für die Politik wichtige Sendung, die boten Medientrainings an.

Medientrainings auch noch ausgerechnet in einem Studio des SWR. Und das ist damals relativ rasch untersagt worden. Heute würden solche Sachen tatsächlich anders behandelt und heute stehen auch die Hierarchen solchen Nebentätigkeiten sehr viel offener gegenüber. Was glaube ich auch damit zu tun hat, dass wir seit einigen Jahren eben auch die Füllhörner der Politik haben, der Ministerien und der Bundesregierung, die eben dann auch über die, oder auch der Landesregierung, die eben auch über bestimmte Journalisten ausgeschüttet werden, die dann viel Geld für Videos, für Podcasts, für Moderationen und ähnliches bekommen.

Hat ja unser Kollege Florian Barbeck wieder einen Artikel gerade geschrieben. Anlass war die Anfrage von drei AfD-Bundestagsabgeordneten im Bundestag über die, ja, wie soll ich sagen, Moderatorentätigkeiten von Journalisten für die Bundesregierung, die einzelnen Ministerien. Und das war sehr interessant, manche Ministerien haben geantwortet korrekt, aber manche haben einfach nicht mal korrekt geantwortet.

Selbst Informationen, die öffentlich zugänglich waren, haben sie nicht reingeschrieben. Das heißt, man weiß nicht genau, wie viele Moderatoren, und es sind auffällig viele Reporter des Öffentlich-Rechtlichen, die beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung oder Diskussionsveranstaltungen der Ministerien oder gemeinsamen Podcasts der Minister, die dort involviert sind und wirklich sehr üppiges Geld bekommen.

Was ist für die sehr lukrativ und das ist natürlich ein Geschmäckler, weil sie ja denen eigentlich auf die Finger klopfen sollen. Die sollen die kritisch begleiten. Und das mache ich ja nicht, wenn ich auf den nächsten Auftrag hoffe. Und da sind wir eben bei einem ganz grundsätzlichen Problem. Warum konnte Tom Bucho das machen?

Weil die alle frei sind, diese ganzen Moderatoren. Die sind freischaffend, die sind nicht festangestellt. Da ging das ja nicht so ein. Und als Freier, da kann ich eben wie Judith Rakers eine McDonalds-Filiale eröffnen für Geld, dort vor den Kameras in den fetten Burger beißen. Das ist natürlich, wenn ich dann am Abend die Tagesschau moderiere, äh, spreche, natürlich ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Es haben ja Tagesschau-Sprecher auch schon für Thronenhersteller Werbung gemacht oder die Weihnachtsfeier von einer Elektronikmarktkette moderiert und so. Das ist für die Glaubwürdigkeit nicht von guten Eltern. Und ganz problematisch war Judith Thrakers hat eine Veranstaltung, ich glaube es war der Umweltpreis oder sowas, moderiert und hat dann am nächsten Tag die Sendung gesprochen, in der über diesen Umweltpreis, den sie ja moderiert hat, also die Meldung sozusagen vorgelesen.

Und das ist ja, also wir bei uns, da kann ja von kritischer Distanz dann, also zumindest auch nach außen für die Zuschauer, kann der Tessernent nicht unterscheiden, der weiß ja nicht, dass sie ihn nur vorliest, ist das hochproblematisch.

Ja, wobei auch Festangestellte machen das immer öfter. Und die Genehmigungen, die Nebentätigkeitsgenehmigungen, die sie dafür bekommen, werden eben auch immer öfter erteilt. Auch das hat sich wirklich komplett gedreht. Also vor 20 Jahren eine Nebentätigkeit für einen festangestellten Redakteur oder Moderator zu bekommen, war nicht so einfach.

Heute gibt es die wohl auf sehr, sehr einfachen Wege sofort.

Und ich bin mir gar nicht sicher, Alex, ob Tombu damals tatsächlich auch so fest, also ganz frei sind die ja nicht, sondern sogenannte festfreie, ne? Also sie haben ja auch diese Verträge. Aber ich bin mir bei Tombu gar nicht sicher, ob der nicht doch auch festangestellt schon war damals. Also der saß so sicher im Sattel und hat ja dann auch mit der Schützenhilfe aus Köln das alles niederschlagen lassen.

Ich glaube, der durfte das trotzdem. Also selbst wenn er fest an, der hat zum Beispiel auch im Unterschied zu den anderen Moderatoren, hat der auch seine Klamotten bezahlt bekommen vom WDR und so. Das gibt es dann wieder andere, die müssen dann selber zumindest einen Teil dazu zahlen. Also das ist ja, wird sehr unterschiedlich gehandhabt und er gehört ja schon auf jeden Fall zu einem der privilegiertesten.

Apropos Unterstützung vom WDR, die bauen ja auch massiv ab gerade.

Ja.

Und da haben mich zwei Sachen besonders interessiert. Das eine, dass die Mitarbeitervertretung, dass die Redakteursvertretung deutlich sagt, Freunde, wenn ihr einfach so viele Formate abbaut, so viele in dem Fall auch nicht nur Freie auf die Straße setzt, sondern auch eben durch Rente dann frei werdende Arbeit nicht wiederbesetzt.

Da müsst ihr die Personalvertretung, müsst ihr die Redakteursvertretung mit einbeziehen, das tut er nicht, das ist widerrechtlich. Fand ich unerwartet. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass eine Redakteursvertretung noch den Mut hat. Und das Zweite, ich habe dann dem Streichungspapier, dem Sparpapier von Frau Fernau, der Intendantin, entnommen, dass mehr Produktionsaufträge an Auswärtige, an externe Produktionsfirmen gehen sollen.

Also Eigenproduktionen runter und externe Produktionen rauf. Und das ist ja eigentlich das Gegenteil von Sparen. Und da kann man auch wieder sehen, letztlich geht es nicht um Sparen, sondern zum einen, wenn man durch die Zeit sitzt, wir tun ja auch was, machen irgendwelche Reformen. Und zum zweiten denke ich gerade, die Geschichte mit den Produktionsaufträgen, die geht ziemlich eindeutig in die Richtung.

Da wollen wir doch nochmal schauen, dass wir sowas wie mehr oder weniger medienpolitische Landschaftspflege betreiben.

Das ist ja auch.

Aber fällst du da nicht jetzt ein bisschen auch auf das Narrativ der Intendanz rein? Also du hast gerade gesagt, die bauen massiv Stellen ab oder viel Stellen. Wenn ich es richtig gelesen habe, bauen sie, also lassen sie von 300 Stellen, wenn die in Rente gehen, lassen sie auslaufen. Die werden im Wert von 122 Vollzeitstellen werden nicht nachbesetzt.

122 Stellen bei ich weiß nicht, wie die 1000 Angestellte da beim WDR sind. Das ist doch nichts. Also das ist doch kein Schwert.

Ich glaube, das soll die erste von drei Wellen sein. Ja, aber es ist eine sehr muss ja noch was kommen.

Es ist eine sehr kleine Welle. Also ich glaube, im Endeffekt geht es, glaube ich, um 140 Stellen von insgesamt 4000 Festen und Festfreien, die es beim WDR gibt. Also sie hat ja selber zugegeben, dass das jetzt noch nicht der große Wurf ist, sondern sozusagen ein kleines Probewürfchen. Aber die Auslagerung ist ganz interessant, genauso macht es ja der RBB übrigens auch.

Also die hatten ja groß angekündigt, letztes Jahr 254 Vollzeitequivalente einzusparen, was ja am Ende des Tages dann weit über 300 Menschen treffen würde. Jetzt wurde gesagt, es sind sozusagen 170 Stellen eingespart und jetzt wäre alles gut. Die Konsolidierung wäre durch, jetzt könnte man neu investieren.

Es wird also ständig neu ausgeschrieben, weil sie ihr Programm gar nicht mehr gestemmt bekommen mit den ganzen Einsparungen. Sie holen Cutter aus der Rente und die Leute müssen durcharbeiten. Und jetzt geht es weiter, es soll auch ausgelagert werden, weil das angeblich preiswerter ist. Also ich klar, die Leute, die jetzt fest frei beim RBB für bestimmte Formate gearbeitet haben, es geht wohl ums Heimatjournal und RBB Kultur, die müssten dann bei den Produktionsfirmen arbeiten.

Übrigens beides Firmen, die entweder zu 100% Tochter des RBB sind, die RBB Media, eigentlich für Werbung zuständig und nicht für Produktion von journalistischen Inhalten. Das finde ich sowieso ganz schräg. Und die andere Firma, die Docfirm, für die habe ich ja auch lange gearbeitet, ist zumindest zur Hälfte gehört sie dem RBB und zur anderen Hälfte über mehrere Konstruktionen dem NDR.

Da bekommen die Leute natürlich dann weniger Geld, als sie beim RBB bekommen haben, obwohl das fast kaum noch möglich ist. Und die Produktion wird trotzdem teurer am Ende des Tages. Das ist es ja.

Ja, aber du kannst, also weil ihr euch so wundert mit diesen Verträgen nach außen, du kannst sie halt schneller auslaufen lassen. Du kannst erst natürlich viel mehr Druckmittel, du hast die ganze Verantwortung nicht, du kannst einfach einen Preis ausmachen und ob die das, wenn es teurer wird, ist es ja nicht das Risiko des Senders.

Und ich kann es nur vom MDR sagen, da wurde mir rückgemeldet, dass eben sehr viele freie Firmen, die haben das ja schon sehr früh in großem Stil gemacht, jetzt vor der Pleite stehen. Entweder freiwillig aufgeben, weil sie zu wenig verdienen, oder eben einfach gar keine Aufträge mehr bekommen, weil die das Programm so runterfahren.

Und da haben sie kein Risiko, ne? Sie haben ja jetzt keine Leute, die sie dann noch beschäftigen müssen bis zur Rente trotzdem, sondern die können einfach sagen, okay, die Produktion läuft jetzt aus, aus die Maus und also deswegen machen die das gerne.

Also der Stellenplan wird eindeutig ausgedünnt und sie haben dann nicht mehr das Problem. Und bei den Produktionsfirmen wirst du ja im seltensten Falle sozialversicherungspflichtig beschäftigt, sondern da geht dann alles über Honorare. Also da musst du dann zusehen, dass du auf deine alten Tage noch irgendwie in die KSK reinkommst, was fast aussichtslos ist, um irgendwie noch sozialversicherungspflichtig da eine Beteiligung zu haben, sonst muss es nämlich zu 100 Prozent selber zahlen.

Also das ist wirklich bitter für die Leute, die dann da gezwungen werden zu wechseln. Aber die Produktionskosten insgesamt, die sinken ja nicht durch solche Auslagerungen, sondern steigen eben eher. Und es verschwindet eben ganz viel dann auch in dubiosen Taschen. Da gibt es ja dann auch Bestechungen von den Firmen an diejenigen, die da dann ihren Otto drunter schreiben müssen.

Es gibt immer nur jährliche Ausschreibungen. Also da ist dem Look und Betrug sozusagen auch wieder Tür und Tor und der Selbstbedienung Tür und Tor geöffnet.

Und Peter, dass der Redakteursrat da klang jetzt so positiv. Für mich klingt es aber so nach Besitzstandswahrung, ne? Also dann sollen mal kleine Mini-Refirmchen kommen und dann melden die sich gleich wieder zu Wort. Nee, nee. Also das ist halt aber so nicht in Ordnung. Plus wenn, wenn da nichts passiert, der Druck wird dir einmal weiter zunehmen.

Ja, unabhängig von der Besitzstandswahrung, was ich erwartet habe, war, dass die Redakteursvertretung sich überhaupt zu Wort meldet und dass sie überhaupt mal tatsächlich so etwas wie auf ihre eigenen Rechte hinweisen und sagen, ihr habt ja aber jetzt tatsächlich rechtswidrig gehandelt. Weil im WDR war eigentlich der Personalrat, die Personalvertretung, genauso wie die Redakteursvertretung in den letzten Jahren ein ziemlich konsensueller Haufen, was die WDR-Führung, die Intendanz angeht.

Also das war das Ereignis, das mir ein bisschen Mut gegeben hat, mein Gott, regt sich doch nochmal ein bisschen Widerstand. Sie leben noch.

Ja, es sind aber ab Pseudoveranstaltungen beim RBB, regt sich der Redakteursausschuss ja schon seit längerem wesentlich heftiger. Das hat null Folgen und letztendlich, das erzählen mir dann doch so ein paar Leuten, die noch mit mir reden, erzählen mir dann, das sind alles Stürme im Wasserglas. Am Ende des Tages denkt jeder nur an seinen eigenen Arbeitsplatz, da ist ihm auch der Kollege in der anderen Redaktion oder vielleicht irgendwie sogar in derselben Redaktion völlig egal.

Hauptsache man selber kann irgendwie noch bis zur Rente da durchhalten. Da wird alles schön geredet. Das ist unglaublich. Also man kann sich das immer gar nicht vorstellen. Aber die würden ihre Großmutter verraten, um ihren Job zu behalten und würden immer, würden immer am Ende des Tages allem zustimmen.

Hauptsache, sie haben die Aussicht, ihren Job weiterzuhaben.

Aber da fällt mir ein. Der Redakteursausschuss des MDR hat sich auch zu Wort gemeldet. Ich weiß nicht, ob ihr das mitbekommen habt, das war auch interessant. Die haben sinngemäß gesagt, sie haben eigentlich mehr Angst vor ihrer eigenen Geschäftsführung, also der Intendanz und den Direktoren und dem, was die jetzt mit dem Programm anstellen, als vor den Folgen der Kündigung des Medienstaatsvertrags durch die AfD.

Also das war eine interessante Wortmeldung. Und tatsächlich, es gab eine Anhörung im Landtag, die nicht öffentlich war, wo die Intendanten antreten mussten, also Himmler und Raue und Hager und so weiter. Und auch Ludwig und am angefasstesten von allen war wohl Ralf Ludwig vom MDR. Also die haben wohl wirklich große Angst vor dem, was jetzt passieren wird, und bereiten sich jetzt tatsächlich darauf vor, dass der Medienstaatsvertrag gekündigt wird und dass die AfD das eben irgendwie möglich macht.

Und es gab auch, glaube ich, gestern eine Sitzung vom Rundfunkrat des MDR an Wernerke Rode und da hat der Vorsitzende des Rundfunkrats eben auch gesagt, es war auf der Tagesordnung, wie, also was passiert. Also klar, man muss sich darauf vorbereiten, wenn man nur noch eine Zwei-Länder-Anstalt ist, auch wenn es noch zwei Jahre dann dauert, aber wie geht man damit um, was soll eigentlich passieren?

Und offenbar, so lese ich zwischen den Zeilen, ist es so, dass sie möchten, dass die Geschäftsleitung sich etwas intensiver damit auseinandersetzt, damit das eine realistische Option ist.

Wobei der Rundfunkrat, also in dem Fall dann Hörfunkrat von Deutschland Radio hat sich auch zu Wort gemeldet. Die machen ja gerade eine Programmreform. Ab 30. November wird ja der Marsch in die Irrelevanz ein bisschen schneller fortgesetzt, dann gibt es die Fachsendungen nicht mehr, sondern nur noch großflächige Sendungen und letztlich läuft es ja auf die Abschaffung des Fachjournalismus da auch hinaus.

Und da hat tatsächlich der Hörfunkrat gesagt, oh Freunde, da müssen wir aber nochmal drüber reden, so wie es jetzt aufgebaut ist, geht es nicht mehr. Und nach allem, was ich höre, sollen dann wohl die Deutschlandrate Führungskräfte dem Hörfunkrat sehr deutlich gemacht haben, ja, aber der Witz ist, ihr müsst laut Staatsvertrag gar nicht zustimmen.

Und das ist natürlich auch ein Umgang mit dem Hörfunkrat, der ja als Aufsichtsgremium immer da ist. Da wundert man sich schon.

Ihr müsst dem Staatsvertrag nicht zustimmen oder ihr müsst dem Programmreform. Der Programmreform als so. Das heißt, als man hat im Hörfunkrat dem Aufsichtsgremium gesagt, wir können die Programmreform auch ohne eure Zustimmung umsetzen.

Ja, genau. Die ist nicht erforderlich. Er muss gehört werden, er muss mit einbezogen werden nach dem Staatsvertrag, den es eben über Deutschland Radio gibt. Aber er muss dazu nicht zustimmen. Und das hat natürlich die Hierarchie als Carte Blanche verstanden, dass sie da einfach mit ihrem Planungstisch und all den Möglichkeiten da wirklich Journalismus herunterzufahren, jetzt machen können, was sie wollen.

Das erinnert mich an das schöne Zitat des CDU-Politikers, das ist einen Namen, ich aber vergessen habe aus dem Brandenburger Landtag, der bei der Anhörung Peter als Veteran zum neuen RBB-Staatsvertrag irgendwann sagte, ja mein Gott, wenn wir ehrlich sind, ist das doch hier alles ein Schattenboxkampf.

Und ich dachte, ja, genau, gespielte Demokratie, homöopathische Demokratie.

Aber du warst da, da sind wir schon geopfert, ne?

Und ich bin als freie Frau wieder rausgegangen.

Apropos Aufsichtsgremien, Rundfunkrat, in Bayern haben sich ja doch ungewöhnliche Sachen abgespielt. Der Rundfunkrat hat einen Direktor durchrasseln lassen, und zwar mit Pauken und Trompeten. Das war der Wunschkandidat der Intendantin Wildermut. Sie hat ihn also ausgesucht vorgeschlagen und ich glaube, der ist ja auch schon im Amt.

Er sollte eigentlich nur verlängert werden, wenn ich es richtig weiß. Und der Rundfunkrat hat aber gesagt, nö, und war sich sogar sehr einig und dann ist sogar was Ungewöhnliches passiert. Der Rundfunkratsvorsitzende hat gesagt, naja, wir können ja nochmal abstimmen später. Und die Rundfunkratsmitglieder wurden im Nachhinein, erhielten Anrufe, wurden bearbeitet, doch nochmal darüber nachzudenken, sind aber standhaft geblieben.

Das ist ja eigentlich das Erstaunliche. Und es wird wohl keine neue Abstimmung geben. Die Intendantin hat ihren Vorschlag zurückgezogen, insofern es geschehen, Zeichen und Wunderrespekt an den Rundfunkrat in Bayern, oder schätze ich das falsch ein?

Nee, ganz richtig, allerdings der Hintergrund, den finde ich ein interessanter, weil dieser Direktor hat ja Bayern 2 mehr oder weniger völlig zurückgefahren. Der hat die tägliche Wissenschaftssendung abgeschafft, er hat die Technik-Sendung abgeschafft, also tatsächlich das gemacht, was der Deutscher Funk mit seiner Programmreform machen will.

Ein durchhörbares Programm, sehr viele Podcasts, die dann auch linear gesendet werden und eben eine weitgehende Abschaffung des Fachjournalismus. Das ist intensiv kritisch diskutiert worden, schon seit längerer Zeit auch im BR-Rundfunkrat. Allerdings, dass er da nicht wiedergewählt wurde, das war dann doch überraschend, weil eigentlich haben alle damit gerechnet, dass er natürlich zur Belohnung.

weil er die von Frau Wildermut so geforderte Reform, eben auch Programmreform, so durchgesetzt hat, wie sie das haben wollte, dass er dann auch noch natürlich eine weitere Amtszeit bekommt. Aber tatsächlich, da gebe ich dir recht, wenn die Rundfunkräte dann doch mal so ein bisschen kritischer werden, ist das immer ein ganz ermutigendes Zeichen zumindest.

Dann es war gar nicht so einfach, glaube ich, standhaft zu bleiben, weil es gab nicht nur die Anrufe, sondern es gab eine Unterschriftenliste. Und wenn man das richtig hört, war es wohl so, dass da sehr viel Abteilungsleiter und so weiter unterschrieben haben und dass auch durchaus Druck ausgeübt wurde, auf alle im Haus doch da bitte zu unterschreiben.

Und dieses Schreiben sollte dann sozusagen dem Rundfunkrat gegeben werden, doch doch bitte nochmal drüber nachzudenken, weil dieser Direktor würde so eine tolle Arbeit machen und das sei total falsch, den nicht zu verlängern. Also das ist ja auch sehr interessant. Und weil wir vorhin über Blechorden am Ende der DDR gesprochen haben, auch das ist so ein Mechanismus, oder?

Also das hätte auch 1989 im Januar in der DDR passieren können.

Ja, nur dass es dann die Kulturschaffenden des BR in diesem Fall sind.

Ja, wir hatten ja den Rundfunkrat vom BR. Helf mir mal mit seinem Namen.

Herrn Wunnicke. Wunnekel hatten wir Rundfunkrat, genau.

Genau, der uns ja erzählt hat, sie werden eigentlich mehr oder weniger narkotisiert von der Intendanz und dem Direktorium und man wird in so eine Wohlfühlwolke gewickelt und damit man ja nicht zu viel Nachfragen stellt und so. Und jetzt sind sie offensichtlich aus der Narkose erwacht und da sieht man mal gleich, dass dann die Wohlfühlwolke sofort entweicht und ja, so ein bisschen so die, die vielleicht nicht die Handschellen, aber schon so ein bisschen auf jeden Fall Druck ausgeübt wird, denn das muss man sich mal vorstellen, da werden die nacheinander einzeln angerufen, so eine Arbeit macht sich ja sonst die Intendanz nie mit dem Rundfunk.

Eigentlich versucht man die ja in Unwissenheit vergammeln zu lassen. Und dann auf einmal entsteht so viel Energie und so viel Kraft und auch Druck, das ist schon wirklich erstaunlich.

Ich glaube, das wird oft gemacht, nur meistens wird es vorher gemacht, nicht nach, danach, sondern die werden vor den Abstimmungen angerufen und man hat das offenbar unterschätzt, sonst hätte man sie auch vorher angerufen.

Ja, sich auch so. Wobei, ich glaube, durch das Wahlergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da einfach die große Angst, bis hin zur Panik in vielen Rundfunkhäusern so richtig ausgebrochen und deshalb haben wir im Augenblick auch so unglaubliche Bewegungen in der öffentlich-rechtlichen Landschaft.

Ohne diese Landtagswahl und ohne genau dieses Ergebnis, glaube ich, hätte er sich gekriegt.

Und also an der Stelle widerspreche ich jetzt mal, bis vor ein paar Jahren, also sag ich mal so, bis Anfang Corona, haben die Rundfunkräte, glaube ich, nur selten, also weiß ich, vielleicht kennt ihr konkrete Fälle, aber nur relativ selten überhaupt opponiert gegen irgendwelche Personalvorschläge, die aus den Häusern kamen.

Und das hat dann seitdem auch wirklich zugenommen. Es war ja nicht das erste Mal, dass es da Aufruhr gab. Ich meine, wenn ich an die Intendantenwahl von Frau Dämmer zurückdenke, oder auch beim Norddeutschen Rundfunk gab es das ja auch. Also das ist ja jetzt nicht der erste Fall. Aber ich kann mich nicht erinnern, an früheren Zeiten das so wahrgenommen zu haben, dass der Rundfunkrat sich tatsächlich so sehr und vehement gegen Personalvorschläge aus dem Haus gewährt hätte.

Also es gab beim MDR hat man sogar mal einen Intendanten durchfallen lassen. Also als Udo Reiter aufgehört hat, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sollte Bernd Hilder, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, neuer Intendant werden. Und es gab die berechtigte Kritik, er hat gar keine Ahnung vom Fernsehen und vom Rundfunk.

Er hatte aber die Unterstützung der CDU, die damals, glaube ich, in allen drei Bundesländern noch sehr stark war, wenn nicht sogar den Ministerpräsidenten gestellt hat und ihn unterstützt hat. Und er galt als konservativer Kandidat. Und dann geschah was ganz Erstaunliches. Drei Tage vor der Abstimmung wurde geleakt ein Bescheid, damals war es noch die GEZ, dass Bernd Hilder geschrieben, also er wurde aufgefordert, Rundfunkbeitrag zu zahlen und dann hat er geschrieben, selbstverständlich zahlt er nicht.

Und dieser Bescheid an die GEZ, das wurde geleakt in die Öffentlichkeit, drei Tage vor der Abstimmung. Und das hat natürlich die Stimmung beim Rundfunkrat so gedreht, dass er durchgefallen ist. Aber da hat man eher, das war quasi instrumentalisiert, dass man einen konservativen Kandidaten durchfallen lassen hat.

Aber gegeben hat es das schon.

Daher sage ich aber nochmal dazu, man darf nicht vergessen, zu welchem Zeitpunkt das war, nämlich als der Kinderkanalskandal ja aufgeploppt war. Und ich weiß nicht, ob es da nicht vielleicht auch noch andere Interessen gab, dass dann eben die damalige Chefjustiziarin Carola Wille auf den Intendantenplatz gekommen ist, weil sie war natürlich sehr tief, also kannte all die Vorgänge so, also wusste natürlich relativ gut, was da geschehen war, hat ja auch diesen Untersuchungsbericht damals übernommen von Reiter und ein paar Jahre auch fortlaufen lassen, hat den dann auch verschwinden lassen in den geheimen Archiven.

Also ich weiß nicht, ob es da nicht vielleicht auch andere Interessen gab, dass erst sie und dann der damalige Chef der Hauptabteilung Finanzen, Ralf Ludwig, das übernommen haben. Ich denke ja nach wie vor, wie der neue Verschwörungstheorie, dass die den Deckel draufhalten sollten auf dem, was da wirklich eigentlich strukturell alles gelaufen ist.

Auch schon unter Udo-Reiter.

Und hat sich gelohnt, Frau Wille ist ja mittlerweile eine Rente und der MDR hat vier Millionen Euro für sie, für diese Rente zurückgelegt und Herr Ludwig ist der aktuelle Intendant. Und Peter, du hast es angesprochen, Panik in den Anstalten teilweise, die man auch im Programm sehen kann nach den Wahlen.

Vielleicht zum Schluss nochmal ein kleiner Blick auf die Berichterstattung nach den Landtagswahlen Sachsen-Anhalt hatten wir, glaube ich, schon besprochen. Dann kam aber Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, zwei sehr interessante Wahlen. Und der Wahlsieger von Mecklenburg-Vorpommern, der AfD-Spitzenkandidat, Herr Leif Erik Holm, ein ehemaliger NDR-Mitarbeiter, muss man wissen.

Eher Moderaten, bitte.

Und Privatfunk. Also NDR ist, glaube ich, weniger stark bei ihm als der Privatfunk, der Wahrlinger.

Okay, aber ein Journalist, der auch eher dem moderaten Flügel zuzurechnen ist. Und trotz interner Streitigkeiten und so, das hat ihm, glaube ich, kaum einer zugetraut. Hat er die Wahl gewonnen, also er ist vor Frau Schwesig eingekommen, der Amtsinhaberin, die er geworben hatte, ohne das SPD-Parteilogo zu werben, die Frau gegen Blau.

Also sie hat sich da inszeniert und trotzdem, ich glaube, das hat es sogar noch nie gegeben in der Bundesrepublik, dass ein Amtsinhaber, der neun Jahre in der Staatskanzlei sitzt, wieder antritt und auch durchaus beliebt ist, dann verliert und jemand und die Oppositionspartei ihr Ergebnis verdoppeln konnte.

Und jedenfalls dieser Wahlsieger sitzt dann in den Tagesthemen und die Moderatorin Jessie Wellmer befragt ihn, wie ich finde, sehr despektierlich unangenehme Fragen. Sie unterbricht ihn auch sehr schnell, einmal nach drei Sekunden. Ihre Fragen sind sehr suggestiv, also manchmal dauern sie auch 26 Sekunden.

Und sie fragt ihn zum Beispiel, naja, also die AfD würde ja immer gegen das System wettern und ob ihm das nicht jetzt komisch vorkommen würde, er würde ja in teure, er hätte ja teure Anzüge und einen Dienstwagen und er würde ja selber zum System gehören. Das ist ja schon eine sehr merkwürdige Frage, aber der Kracher war eigentlich, dass sie ihn dann tatsächlich gefragt hat, warum sie denn jetzt an der absoluten Mehrheit vorbeigeschramt sind, so nach dem Motto, das sei ja irgendwie eine Niederlage, und ob er der falsche Kandidat war.

Unglaublich, unglaublich.

Naja, ich dachte, das hörte gut.

Typische Sportmoderatorinnenfrage, ne?

Unfassbar.

Na gut, aber wenn man, also ich meine, wir reden wirklich von einer wichtigen Sendung und diesmal unabhängig davon, dass sie ja auch schon lange keine Sportmoderatorin mehr ist und ja auch Reportagen und preisgekrönte tralala. Es nimmt ja auch die Redaktion ab, also die Fragen wird ja, wenn nicht der Chef vom Dienst, aber mindestens irgendjemand anders in der Redaktion, vielleicht haben die sie sogar alle zusammen überlegt.

Die werden immer zusammen überlegt, die Fragen. Da arbeitet die ganze Redaktion ab.

Also wie, wie, wie, ich meine, habt ihr das auch gesehen oder habt ihr es hinterher gelesen? Was habt ihr da gedacht? Also es ist ja schon, es ist ja so billig und es ist ja Kindergarten, dass ich mich wirklich frage, ob die es nicht mehr merken.

Ja, aber es ist natürlich eine Abwehrreaktion, das muss man auch sehen. Also nee, ich will das auch nicht nur der Sportmoderatoren unterschieben, das war jetzt ein bisschen witzig gemeint, aber ich habe darin eben auch eine Abwehrreaktion gesehen, weil die sich tatsächlich durch genau diese Wahlergebnisse auch bedroht fühlen.

Und seitdem ist ja auch eine Menge passiert. Also der Rauswurf sozusagen das Rauskugeln der CDU aus dem Mecklenburg-Vorpommerschen Landtag hat ja in den Reihen der CDU-Amtsinhaber und Mandatsträger unglaublich viel bewirkt. Plötzlich wollen die jetzt doch noch stärkere Reformen für den öffentlich-rechtlichen machen.

Und der Staatsminister, der Kulturstaatsminister ist ja nicht umsonst jetzt mit der Idee rausgekommen, dass dann unter Umständen doch mal nachgedacht werden könnte über eine ARD- und ZDF-Fusion oder ähnliches. Oder ZDF-privatisieren, solche Geschichten. Und ich glaube, wenn solche Fragen wie von Frau Wellmer, die sind dann einfach Ausdruck einer Abwehrhaltung.

Jetzt wollen wir diesen Menschen aber auch ein bisschen bloßstellen und zeigen, er ist eben doch nicht der Richtige.

Also ich denke auch zum einen ist das wirklich schon so eine Art Angst, die man da durchhören kann. Aber es ist auch, also wenn man das vergleicht mit den Fragen ihrer Vorgängerin Karin Mioska, die die in ihrer Sendung stellt, wenn als Tino Kropala zum Beispiel da war, das ähnelt sich ja. Das ist ja alles so unsachlich, despektierlich und teilweise auch wirklich unter der Gürtellinie.

Aber das scheint sozusagen ihre Strategie zu sein. Wenn die AfD da sitzt, wenn jemand von der AfD da sitzt, dann kann man all die Fragen stellen, die man normalerweise nie jemandem stellen würde. Also ich weiß noch, wenn ich damals bei den Tagesthemen eben auch mal so ein bisschen provokante Fragen vorgeschlagen habe, da wurde immer mit großen Augen angeguckt, wurde mal gesagt, wie kommst du denn darauf?

Das kann man doch nicht fragen, wenn man jetzt Minister XY und wo ich gesagt habe, ja, warum denn nicht? Das ist doch mal, das bringt doch mal ein bisschen frischen Wind in die ganze Geschichte rein, als immer so diese Protokollfragen zu stellen, wo die Antwort ja auch vorher schon klar ist. Aber jetzt auf einmal, da geht das, aber sie sind ja nicht mal, sie sind ja nicht mal intelligent provokant, diese Fragen, sondern sie sind wirklich teilweise auch dümmlich, weil also jemanden nach so einem Wahlergebnis zu fragen, ja sagen Sie mal, da müsste man schon mal eine Personalfrage stellen, das ist ja einfach, Entschuldigung, aber journalistisch gesehen, Peter, dämlich, oder?

Ja, es ist, aber es trifft ja auch nicht nur die AfD, es trifft auch das BSW. Und in letzter Zeit müssen sich auch die FDP-Politiker da wieder ein bisschen härter auf diese Weise anfassen müssen. Also ich glaube, es hat tatsächlich mit der Wagenburg zu tun, die da zusammengefahren wird. Und diese drei Parteien stehen eben dafür, sie wollen da massives verändern und dann schlägt die Wagenburg eben aus der Wagenburg auch zurück.

Du hast Mioska erwähnt und da kann ich es mir nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass Frau Mioska mit anderen Interviewpartnern doch ganz anders umgehen kann. Herr Habeck war schon wieder zu Gast. Viele erinnern sich an die verliebten Blicke, die sie ihm zugeworfen hat in der ersten Sendung. Dementsprechend war das Hallo groß.

In der zweiten auch. Bitte? In der zweiten auch.

In der zweiten auch. Ich muss gestehen, ich habe das mir also nicht in Gänze antun können. Ich fand mal sehr interessant, er war ja Solo-Gast, ne? Also wie die Kanzlerin der rote Teppich ausgerollt und dann habe ich gelesen, dass manche sich komplett angeguckt haben und total enttäuscht waren, weil, also außer Werbung für sein neues Buch und ganz am Ende hat er gesagt, nee, eine neue Partei will er auch nicht gründen und es kam eigentlich gar nichts rum und man hat sich gefragt, warum warum hat man die Sendezeit mit ihm verschwendet und ich habe ein sehr hübsches, ich weiß nicht, ob ihr das gesehen habt, man kann ja mit KI jetzt schon sehr viele schöne Sachen machen, Video gesehen, was Frau Mios

Körner Habeck eigentlich vielleicht viel lieber gemacht hätten in der Fantasie. Also ein sehr lustiges Video.

Das war schon nach der ersten Sendung. Dieses Video gab es schon nach der ersten Sendung, Entschuldigung.

Dann hat es mich wieder nur verspätet erreicht, ja.

Ja, ja, ja, ja.

Aber er hat ja den, er hat ja den Blick vom Nordpol mitgebracht. Also es fiel tatsächlich auf, dass er an mehreren Stellen sagte, wenn man vom Nordpol aus mal auf Deutschland schaut oder sowas, ne?

Ja, sehr schön. Aber nochmal ganz kurz zurück zu dieser Tagesthemensendung nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern war ja auch die Wahl in Berlin und da war die Wahlsiegerin auch im Interview bei Jesse Wellmer in den Tagesthemen. Und man kann nicht sagen, das wäre unfair, dass sie jetzt nun besonders freundlich angefasst worden wäre, aber sie wurde nicht ganz so kritisch angefasst.

Oder täuscht man mein Eindruck. Und die wirklich richtig kritischen Fragen inhaltlicher Natur wurden nicht gestellt. Also dass wer da alles so auf der Wahlparty auftaucht und so.

Nee, wobei das war vielleicht auch noch ein bisschen zu früh, ne? Weil das ist ja wirklich, wirklich dann erst am Tag danach auch entsprechend so durchgestochen worden, auch mit Bildmaterial und ähnlichem. Aber tatsächlich gerade eine kritischere Frage in Richtung Enteignung oder solchen Sachen, da hätte man noch viel mehr nachfragen müssen und können.

Oder auch, was die Finanzierung über Bundesfinanzierung und ähnliches angeht, das hätte ich mir auch gewünscht, dass es da weitgehend unterblieben.

Ja, und was ja auch interessant ist, dass das jetzt erst rauskommt, die Vergangenheit der Spitzenkandidatin bei der Roten Hilfe. Da fragt man sich ja auch, hätte der öffentlich-rechtliche Rundfunk ja auch mal recherchieren können, aber haben sie eben vorher offenbar nicht und dann kommt das eben erst jetzt raus und wird dann auch gleich so beschwichtigt, ich habe gesehen, dass dann gleich Leute aufgefahren wurden, wie Ronin Steinkin, den du immer lobst, Anna, aber ich finde seine Aussagen schwierig.

Nicht immer, nicht immer. Ja, also diese rote Hilfe, die sah ja eigentlich nur dazu da, also eine berechtigte Hilfe für diese, jeder hat ja das Recht auf eine gute Verteidigung vor Gericht und das würden die ja nur organisieren und so weiter. Das ist aber schon ein eklatanter Unterschied, wie man das in anderen Fällen bespricht, finde ich.

Ja, also ich will nur sagen, also Runen Steinke lobe ich ja nicht immer. Ich habe auch, als er in dieser Sendung, als es um Frau Fernandes ging, Ullman Fernandes ging, da habe ich seine Rolle da auch ganz anders gesehen, die er da eingenommen hat. Und ich sage ja nur immer einfach, dass er auch als jemand aus der linken Blase die Existenzberechtigung des Verfassungsschutzes anzweifelt, nur um mal klarzumachen, dass das nicht nur aus einer Ecke kommt, die Kritik daran.

Ja, aber ansonsten ist doch seine Ausrichtung ganz klar, natürlich. Also er ist als Journalist und als Jurist hat er natürlich eine ganz klare Haltung, vielleicht sogar Gesinnung.

unknown Genau.

Wobei die Doppelmoral sich auch, da gebe ich dir recht, Alexander auf der anderen Seite, ja mein Gott, dass Frau Ehrald Mitglied der Roten Hilfe war, das sind viele in der Linken, das darf auch nicht weiter überraschen, finde ich. Also ich habe mich dann auch über diese aufgesetzte Aufregung so ein bisschen gewundert.

Ja, wobei ich es schon interessant finde, wenn Van Aaken dann als linken Bundestagsabgeordneter dann eben gefragt wird nach der Roten Hilfe und der Verfassungsschutz bezeichnet diese als linksextremistische Organisation. Und dann sagt er, ja, was interessiert, also jetzt mal sinngemäß, was interessiert mich denn der Verfassungsschutz?

Das ist ja nicht so. Das muss ich ja nicht ernst nehmen. Ja, aber wenn der Verfassungsschutz eine Partei als gesichert rechtsextrem bezeichnet, dann sagt er, das ist was anderes. Also was denn nun? Also da muss man sich dann irgendwann auch mal entscheiden, ist das jetzt nun relevant, was sie sagen oder nicht.

Ja, aber das ist ja. Sie kommen mit den Widersprüchen ja immer weniger klar. Die Widersprüche werden immer größer und sind immer weniger zu übersehen und man merkt, wie sie wie vor Wände rennen, weil sie innerhalb dieses Widerspruchsraumes immer mehr eingezwängt werden in alle Richtungen. Wird wirklich interessant, dann mal zu sehen, was hier in Berlin dann auch passieren wird.

Also ich sag mal, ich gebe einen Tipp ab, die SPD bekommt die Möglichkeit mitzuregieren, wenn sie dafür verspricht, die böse Seite zu spielen und zu sagen, nein, es wird mit uns keine Enteignung geben, damit die Linken dann sagen können, ja, was soll man machen? Wir können ja nicht, wenn die nicht mitmachen.

Wir hätten es ja wirklich gerne gemacht, aber jetzt geht es natürlich nicht. Also das ist doch das Hornberger Schießen letztendlich und das ist doch völlig klar.

Bei mir ist hier schon das Licht ausgegangen.

Ein deutliches Zeichen.

Eine Stunde 23 Minuten auf der Uhr und wollen niemanden langweilen. Ich fand es persönlich aber wieder sehr schön und mir hat es großen Spaß gemacht. Danke euch beiden. Wenn Ihnen diese Folge von sachlich richtig mit den aktuellen Themen auch gefallen hat, dann hinterlassen Sie uns doch gerne ein Abo oder eine Ergänzung, Anmerkungen im Kommentar.

Ja, und wenn Sie eine Schenkung ermöglichen können, dann freuen wir uns natürlich auch sehr. 18,36 Euro ist am beliebtesten. Wie das geht, finden Sie in der Beschreibung. Ich sage ganz, ganz herzlichen Dank fürs Lauschen und bis zum nächsten Mal. Da habe ich dann übrigens, zeigt noch einmal einen neuen Pullover an.

Überraschung.

Kann ich mir nicht leisten, denn noch ist das Geschäftsmodell nicht wirklich aufgegangen.

Ja, aber das können wir ja ändern nachhaltig. Also das Geschäftsmodell ÖR-Kritik wird zuherm.

Tschüss.

Tschüss.

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