Schlafreise durch vergessene Welten· Staffel 4· Folge 18

Leuchtturm von Alexandria – Ein verlorenes Weltwunder (4. Weltwunder)

Samstag, 28. März 2026 · 18 min

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Shownotes

Er war über ein Jahrtausend das höchste Bauwerk der Welt – und heute liegt er auf dem Meeresgrund. In dieser Folge reisen wir nach Alexandria und tauchen ein in die Geschichte eines der sieben Weltwunder der Antike.
🏛️ Wie Alexandria zur pulsierendsten Stadt der antiken Welt wurde🔦 Wie der Pharos gebaut war – und wie weit sein Licht leuchtete📜 Was arabische Reisende und griechische Geographen über ihn berichteten🌊 Was Taucherinnen und Taucher heute noch auf dem Meeresgrund finden🌍 Was ein versunkenes Weltwunder uns über den Schutz unserer Erde lehrt

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Wir reisen nach Alexandria, in die Stadt, die Alexander der Große im Jahr 331 vor unserer Zeitrechnung an der ägyptischen Mittelmeerküste gründete, und wir reisen zu einem der 7 Weltwunder der Antike. Dem Leuchtturm von Alexandria, dem Pharos, wie er in der antiken Welt genannt wurde. Ein Bauwerk von unvorstellbarer Größe und Kühnheit, das über ein Jahrtausend lang das höchste Gebäude der Welt war und das heute vollständig verschwunden ist.

Verschluckt von Erdbeben und dem Meer. Lass dich mitnehmen auf eine Reise in die antike Welt, in eine Zeit, in der Alexandria das Zentrum des Wissens, des Handels und der Kultur war. Eine Reise, die uns zeigt, was Menschen bauen können, wenn Ehrgeiz, wissen und Wohlstand zusammenkommen und was selbst die beständigsten Bauwerke der Geschichte nicht überdauern können.

Die Stadt der Städte. Um den Leuchtturm zu verstehen, muss man Alexandria verstehen. Als Alexander der Große die kleine ägyptische Küstenstadt Rakotis besuchte und beschloss, hier eine neue Stadt zu errichten, hatte er eine Vision, eine Stadt, die Ost und West, griechisches und Ägyptisches, Meer und Kontinent verbindet. Alexandria sollte die bedeutendste Handelsstadt der Welt werden.

Und genau das wurde sie nach dem frühen Tod Alexanders im Jahr 323 vor Christus übernahm sein General Ptolemajos die Herrschaft über Ägypten und machte Alexandria zu seiner Hauptstadt. Unter den Ptolemäern erlebte die Stadt eine Blütezeit, die in der antiken Geschichte ihresgleichen sucht, die Bevölkerung wuchs auf, schätzungsweise 500000 bis 1000000 Menschen an. Damit war Alexandria nach Rom zeitweise die zweitgrößte Stadt der Welt.

Hier lebten Griechinnen und Griechen, ägypterinnen und Ägypter, Jüdinnen und Juden, Phönizierinnen und Phönizier und Menschen aus dem gesamten Mittelmeerraum Seite an Seite das intellektuelle Herzstück Alexandrias war das Museon We hadnin. Dass ihr Haus der Musen, jene legendäre Forschungs und lehreinrichtung, die wir heute als Vorläufer der modernen Universität betrachten, angeschlossen war. Die berühmte Bibliothek von Alexandria, die den Anspruch hatte, alle Bücher der Welt zu sammeln. Zeitweise soll sie mehr als 700000 Schriftrollen umfasst haben, hier wirkten Eratostenes.

Der den Erdumfang mit erstaunlicher Genauigkeit berechnete Euklid, dessen Geometrie bis heute gelehrt wird. Archimedes, Der Pate vieler technischer Grundprinzipien und viele andere Gelehrte und Gelehrte aus dem gesamten antiken Wissensraum. Doch Alexandria war vor allem. Eine Hafenstadt. Der Reichtum der Ptolemäer kam aus dem Handel, aus Getreide, Papyrus, Glas, Gewürzen und Luxusgütern, die über den Hafen Alexandrias in alle Teile der Mittelmeerwelt flossen.

Und dieser Hafen, einer der Geschäftigsten und gefährlichsten der antiken Welt, brauchte ein Wahrzeichen, er brauchte ein Licht. Die Insel Pharos und die Entstehung des Leuchtturms vor der Küste Alexandrias liegt eine kleine Insel, die in der antike Pharos hieß. Ihr Name ist bis heute lebendig, das Wort pharos ist in vielen romanischen Sprachen zum Oberbegriff für Leuchtturm geworden, auf Spanisch heißt der Leuchtturm Pharo, auf Portugiesisch Pharol, auf italienisch Pharo.

Das Wort hat überlebt, auch wenn das Bauwerk selbst verschwunden ist. Bereits in Homers Odyssee wird die Insel Pharos erwähnt. Ein Hinweis darauf, dass die Insel schon lange vor der Gründung Alexandrias bekannt war. Unter den Ptolemäern wurde Pharos durch einen langen Damm, den sogenannten Hebtastadion, mit dem Festland verbunden. Dieser Damm, etwa 1300 Meter lang, schuf 2 Häfen, den großen Hafen im Osten und den Hafen Eunostos im Westen auf der Insel Pharus selbst stand zunächst nur ein Fischerdorf, bis Ptolemaios der erste Soter, der erste der ptolemäischen Könige, den Befehl gab, dort einen Leuchtturm zu errichten. Die Planung und der Bau des Leuchtturms werden dem Architekten Sostratos von Knidos

zugeschrieben. Obwohl einige antike Quellen darüber streiten, wer der eigentliche Baumeister war. Der Legende nach ließ Sostratos in die Basis des Turms eine Inschrift Einmeißeln, die seinen eigenen Namen und die Worte trug, sostratos, Sohn des Dexifanes aus Knidos, den Göttern der Seefahrer zum Heil der Seefahrenden.

Die Inschrift, so die Überlieferung, wurde mit Gips bedeckt, auf den man den Namen des Ptolemäos schrieb, in der Erwartung, dass der Gips irgendwann abfallen und der wahre Name des Erbauers darunter zum Vorschein kommen würde. Ob diese Geschichte wahr ist, lässt sich nicht mehr nachprüfen, aber sie sagt viel darüber aus, wie die Menschen der Antike über Ruhm und Erinnerung dachten.

Der Bau des Leuchtturms begann wahrscheinlich unter Ptolemaos, dem ersten, wurde aber erst unter seinem Nachfolger Ptolemaos, dem zweiten Philadelphos um 280 vor Christus, vollendet. Er war damit eines der letzten der 7 Weltwunder, das errichtet wurde, das Bauwerk selbst. Wie groß war der Leuchtturm von Alexandria wirklich?

Diese Frage hat Historikerinnen und Historiker sowie Archäologinnen und Archäologen über Jahrhunderte beschäftigt. Die antiken Quellen nennen sehr unterschiedliche Zahlen, sie reichen von 120 bis zu 180 Metern Höhe, die meisten modernen Schätzungen gehen von einer Gesamthöhe zwischen 120 und 140 Metern aus, das entspricht einem modernen Gebäude von etwa 40 Stockwerken. Damit war der Leuchtturm für mehr als ein Jahrtausend das höchste Bauwerk der Welt, übertroffen nur von den Pyramiden von Gisa, die ihn in der Höhe überragten, aber keine bewohnten oder genutzten Gebäude im engeren Sinne waren. Der Leuchtturm war in 3 übereinander gebauten Stufen errichtet.

Die unterste Stufe war quadratisch und soll eine Seitenlänge von etwa 30 Metern gehabt haben. Ein massiver turmartiger Block aus weißem Kalkstein oder Granit, innen hohl mit Rampen und Treppen, die den Transport von Brennmaterial nach oben ermöglichten. In dieser untersten Viertelstufe sollen sich Lagerräume, Wohnräume für die Wächter und Mechanismen für den Betrieb des Feuers befunden haben. Die mittlere Stufe war Achteckig und deutlich schlanker als die untere.

Auf ihr erhob sich schließlich eine runde zylindrische Plattform, auf der das Feuer brannte. Gekrönt wurde das Ganze von einer Statue, die antike Quellen unterschiedlich beschreiben, als Statue des Gottes Helios, des Zeus, des Poseidon oder als Widmungsstatue des Ptolemäos. Sie soll bis zu 7 Meter hoch gewesen sein.

Das Feuer, das auf der Plattform brannte, wurde durch eine aufwändige Konstruktion von Spiegeln verstärkt und gebündelt. Die Quellen berichten, dass das Licht des Pharos bei klarem Wetter auf eine Distanz von 50, Kilometern oder mehr sichtbar war, einige antike Berichte sprechen sogar von 300 Stadien, was etwa 55 Kilometern entspricht. Ob dies der Realität entspricht, ist schwer zu beurteilen. Übertreibungen waren in antiken Beschreibungen von Weltwundern durchaus üblich, aber selbst wenn man diese Zahlen halbiert, bleibt ein Licht, das von keinem anderen Bauwerk seiner Zeit auch nur annähernd erreicht wurde.

Das Feuer selbst wurde wahrscheinlich durch Holz, Öl oder möglicherweise Harzprodukte gespeist. Der Betrieb war aufwendig und erforderte eine ständige Besatzung, die das Feuer am Brennen hielt, die Spiegel Polierte und das Bauwerk Instandhielt. Einige Quellen berichten von einem mechanischen System, das die Spiegel drehte und so das Licht in verschiedene Richtungen warf, eine Art rotierendes Leuchtfeuer, das dem modernen Leuchtturmprinzip verblüffend ähnlich wäre.

Ob dieses System wirklich existierte, ist unter Fachleuten umstritten. Der Pharos als Symbol und Wahrzeichner in der antiken Welt wurde der Leuchtturm von Alexandria schnell zu einem Symbol für Alexandrias macht, Reichtum und wissensbegierde er erschien auf Münzen, auf Gemmen, auf Reliefs und in der Literatur Reisende, die von weitem zum ersten Mal das Licht des Pharos sahen, wussten.

Sie näherten sich einer der bedeutendsten Städte der Welt. Der griechische Geograph Strabon, der Alexandria um 25 vor Christus besuchte und in seiner Geographie beschrieb, schilderte den Leuchtturm als eines der bemerkenswertesten Bauwerke der Stadt. Er erwähnte, dass der Turm aus hellem weißen Stein erbaut war und aus der Ferne wie ein Stern wirkte. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere berichtete in seiner Naturalis historia, der König von Ägypten habe erlaubt, dass der Name des Erbauers am Turm angebracht wurde. Eine Ehre, die in der Antike außergewöhnlich war, denn normalerweise waren es die Auftraggeber, also die Herrscher, deren Namen auf Bauwerken verewigt wurden, die arabischen Geograhen.

Die nach der islamischen Eroberung Ägyptens im siebten Jahrhundert nach Christus den Leuchtturm sahen und beschrieben, liefern uns einige der genauesten Beschreibungen. Der arabische Geograph Al Masudi besuchte Alexandria im frühen 10. Jahrhundert und beschrieb den Turm als noch immer funktionsfähig, wenn auch in einem Zustand des Verfalls Al Idrisi.

Der im 12. Jahrhundert schrieb, erwähnte, dass der Turm zu seiner Zeit bereits ernsthaft beschädigt war. Das Ende des Leuchtturms das Ende des Leuchtturms von Alexandria kam nicht durch einen einzigen Akt der Zerstörung, sondern durch eine Reihe von Erdbeben, die über Jahrhunderte an seiner Substanz nagten.

Das erste schwere Erdbeben, das den Turm beschädigte, ereignete sich wahrscheinlich im Jahr 796 nach Christus, zu einer Zeit, als Ägypten bereits unter arabischer Herrschaft stand. Die Spitze des Turms soll damals eingestürzt sein, wodurch er um mehrere Dutzend Meter kürzer wurde. Weitere Erdbeben im 10.11. Und 14.

Jahrhundert trugen weiter zur Zerstörung bei. Das Erdbeben von 1303 und ein weiteres 1323 sollen den Leuchtturm schließlich so schwer beschädigt haben, dass er als Bauwerk nicht mehr erkennbar war. Der arabische Reisende ibn Batuta, der Alexandria 1326 besuchte, berichtete, dass der Turm zu seiner Zeit bereits eine Ruine war und man ihn nicht mehr betreten konnte.

Als er Alexandria einige Jahrzehnte später erneut besuchte, war auch diese Ruine weitgehend verschwunden. Das Baumaterial des Pharos wurde schließlich für den Bau der Zitadelle von Kaitbai verwendet, die der Mamluken Sultan Kaitbai um 1477 auf den Fundamenten des Leuchtturms errichtete. Diese Zitadelle steht bis heute und ist eines der beeindruckendsten mittelalterlichen Bauwerke Ägyptens. Aber ihr Fundament, das aus den Steinen des Leuchtturms besteht, ist das eigentliche Relikt dieses verlorenen Weltwunders die Wiederentdeckung unter Wasser im Jahr 1994 machte das französische Unterwasser Archäologen Team unter der Leitung von Jean Yves Ampereur eine spektakuläre Entdeckung. In der östlichen Hafenbucht von

Alexandria, auf dem Meeresboden nahe der Zitadelle von Kate Bay, lagen in wenigen Metern tiefe Dutzende von riesigen Steinblöcken und Statuen. Viele dieser Blöcke waren von enormer Größe, manche wogen schätzungsweise 50 Tonnen oder mehr, zwischen ihnen Lagen zerbrochene Säulen, sphingen, Statuen von Ptolemäern und anderen Figuren.

Die Vermutung, dass diese Blöcke Reste des Leuchtturms von Alexandria sind, ist verlockend und wird von vielen Fachleuten geteilt, obwohl nicht alle Blöcke sicher dem Leuchtturm zugeordnet werden können. Einige könnten auch Reste des nah gelegenen Königspalastes oder anderer Bauwerke sein, die bei den Erdbeben ins Meer gerutscht sind.

Die ägyptische Unterwasserarchäologin Eman Goneim und ihre Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Jahren mit modernen Sonartechnologien die Bucht systematisch kartiert und dabei immer mehr Struktur in der Verteilung der Blöcke erkannt. Satellitentechnologie und Unterwasser Sonaranalysen aus den Jahren nach 2010 haben zudem gezeigt, dass unter dem heutigen Meeresboden der Bucht noch erheblich mehr Strukturen verborgen sein könnten als bisher bekannt. Das versunkene Alexandria ist ein Forschungsfeld, das noch viele Überraschungen bereithalten könnte. Was der Leuchtturm über uns erzählt der Pharus von Alexandria ist mehr als ein verlorenes Bauwerk, er ist ein Symbol für das, was Menschen zu

leisten imstande sind, wenn sie wissen, Ehrgeiz und Zusammenarbeit verbinden. Er wurde von einem Architekten aus Kleinasien für einen Herrscher aus Makedonien in einer Stadt entworfen, die auf ägyptischem Boden stand und von Menschen aus aller Welt bevölkert wurde. Er war von Anfang an ein kosmopolitisches Projekt, ein Bauwerk, das niemandem und allem gehörte, er leuchtete für Seeleute aus Rom und Karthago, aus Persien und Arabien, aus Indien und Iberien. Sein Licht machte keinen Unterschied zwischen Herkunft, Religion oder Sprache.

Es zeigte den Weg nach Hause oder den Weg in eine neue Welt, und es erinnert uns heute an etwas, das wir leicht vergessen, dass die großen Leistungen der Menschheit immer dann entstanden, wenn Menschen über Grenzen hinweg zusammengearbeitet haben, wenn Wissen geteilt wurde. Wenn Licht nicht bewacht, sondern weitergegeben wurde in diesem Sinne ist der Leuchtturm von Alexandria nicht verschwunden. Sein Prinzip lebt fort, so wie das Licht auf dem Meer immer weiter reißt, bis es den Horizont erreicht und darüber hinaus.

Diese Erde, auf der all diese Kulturen entstanden, auf der der Stein des Pharos gewachsen ist und das Meer sich seine Küsten zurückerobert hat, ist das eigentliche Weltwunder. Kein Bauwerk, das Menschen je errichtet haben, reicht an die Komplexität und Schönheit dieses Planeten heran, wir sollten ihn mit der Sorgfalt behandeln, die ein Weltwunder verdient.

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