Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast

CHE: Allgemeine Chemie

Dienstag, 6. Oktober 2026 · 47 min

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Big Chem Theory
- Neues Fach - neues Glück. Wir steigen ein in die Chemie und liefern euch alles was ihr wissen müsst, dass ihr euren Schein rocken werdet. In dieser Folge klären wir alle Grundlagen, dass - egal ob Chemie abgewählt oder Abi - sicher in dieses Fach startet. Hört gern rein!

Eure Sophie, Favian und Leo

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Also stellt euch mal vor, witziges Bild. Leo, Paul Weihrauch, The Man Himself, macht, also begibt sich als Atom in ein Tauziehen mit einem zweiten Atom. Und das zweite Atom ist Dwayne The Rock Johnson. Und er hat ja keine Chance. Könnte man eigentlich auch umdrehen? Ich habe es jetzt trotzdem mal so gelassen, dass Leo an der Stelle leider noch baden geht.

So, meine Damen und Herren, hallo und herzlich willkommen zur nächsten Runde. Wir haben einen neuen Staffel Universos. Ihr freut euch alle, wir freuen uns alle. Let's go! Juhu! Wir kommen in ein Fach, was vielleicht jetzt nicht so zwingend das Fach ist, warum man Medizin studiert, was aber deswegen nicht weniger wichtig ist.

Und zwar habe ich mir lange darüber nachgedacht, wie wir jetzt diese Staffel gut einligaten können, haben irgendwelche witzigen Geschichten ausgedacht. And then kam hier die Dame, die im Studio zu meiner linken Sitz rein, hat einen Satz gedroppt, which we dachte, yeah, okay, this is unser Ding. Weil wir dachten uns nämlich bei der Vorbereitung, so weiter schon Physikum, das heißt wir haben alle schon so grundsätzlich verstanden, was man so machen muss, aber wirkliche Fachexpertise in der Chemie haben wir nicht.

Deswegen dachten wir uns, ja, holen wir einfach jemanden ins Team, der das studiert, die da Ahnung von hat, läuft in diesen Raum rein hier und sagt, ja, in der Schule habe ich Chemie abgewählt. Aber jetzt studiere ich's. Und das finde ich sehr stark. Hallo, herzlich willkommen, Sophie. Schön, dass du hier heute mit dabei bist.

Schön, dass ich hier sein darf.

Und die zweite Person mit dem Studio, und ich meine, das süße Lachen kennt ihr alle. Das verschmitzte Grinsen, was man immer beim Podcast sieht, das ist vom lieben Fabian. Und heute bewegen wir uns hier in unserem Dreieck auf das rote Tuch der Chemie zu. Und man denkt halt so ein bisschen, okay, in der Forclinic, we wissen das schon, Biochemie kommt auf uns zu, super.

Aber da ist ja immerhin Bio noch mit drin. But jetzt plötzlich fällt das Bio weg. The error Chemie-Vorlesung für Erwachsene kommt. Man denkt so, ah, o yeah. But keep to sorry. And weil wir sind ja da. We fangen an excellent fachexpertise, die euch durch alle Folgen begleiten wird. And grundsätzlich schadet es nicht, sich die chemischen Grundlagen anzuschauen, um auch weiteres Biochemisches zu verstehen und zu durchdringen.

And einiges davon haben wir schon in unseren PBC-Folgen angesprochen. Haben da auch schon Basic-Folgen gemacht, die schon auch irgendwo eine Überschneidung mit der Chemie in der Basis haben, also Wikipedia aufgebaut sind oder sowas. Aber um jetzt mal hier unseren Gast aus der Neurostaffel, Professor Wick, zu zitieren, we wollen jetzt mit euch auch Brücken zur Clinic schlagen, um halt eben euch auch so ein bisschen nachzubringen, warum das auch sinnvoll ist, jetzt auch die Grundlagen, dieses doch sehr naturwissenschaftliche Fachs zu leer.

Was euch heute erwartet, ist das Periodensystem der Elemente. Das war mein absolutes Highlight, als ich in der fünften Klasse zum ersten Mal in den Navi Raum gegangen bin und dachte, boah, jetzt lerne ich was. Als ich das gesehen habe. Turns out dauerte ein bisschen, fünfte Classic kam es dann noch nicht dran.

Was chemische Bindungen sind, Summen and Structure Formel and the Gleichgewichtsreaktion. Also relativ basic. And genießt die Chemie. Das PSE. Das PSE.

Yeah, das PSE, das Periodensystem, es sieht sehr schön aus. Es kann mal bunt sein, es kann mal andere Farben haben. Und ich habe hier, weil du ja auch meintest, von wegen Chemie-Rotes Such etwas Anschauungsmaterial mitgebracht. Kann ich dir das einmal kurz reichen? Und Fabian, du sagst, was es ist.

Oh mein Gott. Oh, jetzt wird's wild. Das ist einfach The Periodic Table of Elements in den wildesten Farben auf einem Geschirrabspültuch auf Fuß.

Das darf in keiner ChemikerInnen-WG fehlen.

Da braucht man gar nicht mit trocken. Da wird es direkt, da ist es direkt trocken, wenn man es nur anguckt, das Geschirr. Wenn man so ein Geschirrtuch hat.

Es funktioniert von selber.

Crazy. Stark.

Genau. Ja, und um damit gleich weiterzumachen, es gibt auch noch einen funny-T-Shirt-Spruch, den ich mal gesehen habe und den ich hier nicht ungesagt lassen möchte. Und zwar never trust an atom, they make up everything. Und das ist zwar einerseits witzig, aber actually auch eine ganz gute Überleitung zum Periodensystem, weil wir beschäftigen uns jetzt erstmal damit, wie eigentlich ein Atom aufgebaut ist.

Und zwar lernt man da meistens in der Schule schon ganz am Anfang das Bohr'sche Atommodell von dem guten Herrn Bohr, wo man quasi das Atom betrachtet als Protonen im Kern und Neutronen und dann Elektronen, die auf Schalen um diesen Kern drumherum liegen, wie Zwiebelschalen. Im größten Vergleich hat das Proton quasi einen Durchmesser, der messbar ist, während die Elektronen nur ganz winzig und punktförmig sind.

Man kann doch nicht mal sagen, irgendwie hier Proton, Weltkugel, Elektronen, Tennisball, weil das Elektron so gering ist, dass man es einfach nicht als Durchmesser darstellen kann. Genau, und das funktioniert quasi folgendermaßen. Die Protonen sind positiv geladen, die Neutronen sind ungeladen, die Elektronen sind negativ geladen und wir möchten immer einen Ladungsausgleich erreichen, sodass es immer gleich viele Protonen wie Elektronen geben muss, weil wir sonst keine richtigen Atome haben, sondern nur noch Ionen, also geladenen Atome.

Das Periodensystem hat eigentlich einen ganz simplen Aufbau. Das oberste Prinzip ist dabei die Ordnung nach Gewicht. Also wir fangen mit dem leichtesten Element an und gehen dann nach Gewicht immer weiter zum Schwereren. Dabei sind die Teile des Atoms, die natürlich das Gewicht ausmachen, die Nukleonen, also Protonen und Neutronen der Kern.

Das Periodensystem ist dann in Gruppen und Perioden aufgeteilt. Die Gruppe ist immer eine Spalte. Da gibt es die Hauptgruppen. Da fängt es an mit den Alkalimetallen. Da ist zum Beispiel Wasserstoff, Lithium, Natrium, Kalium und so weiter drin. Die Erdalkalimetalle, die Bohrgruppe, Kohlenstoffgruppe, Stickstoffgruppe, dann hinten kommen noch die Chalkogene, Halogene und als letztes die Edelgase.

Dazwischen gibt es manchmal im Periodensystem kann man das so aufklappen, die Nebengruppen. Das ist quasi dieser etwas nach unten eingegrenzte Bereich. In der Gruppe unterscheiden sich die Atome dadurch, dass sie verschieden viele Schalen haben. Quasi von oben nach unten kommt immer eine Schale dazu.

Die sind ja so aufgebaut, wie vorhin ich schon beschrieben habe, wie eine Zwiebel. Und es können immer nur eine bestimmte Anzahl von Elektronen auf einer Schale sein. Wenn die Schale dann voll ist, dann wird die nächste aufgemacht und so weiter und so weiter und so weiter. Die Elektronen auf der äußersten Schale nennen sich Valenzelektronen.

Und das Atom ist immer möglichst happy, wenn es seine Schalen vollbekommen kann. Auf eine Schale passen grundsätzlich meistens jedenfalls acht Elektronen, außer bei der ersten, bei den ersten zwei Atomen, also bei Wasserstoff und Helium, da passen immer nur zwei Elektronen drauf. Das nennt man dann auch Octet-Regel bzw.

Duplet-Regel.

Duplet, weil zwei Elektronen in die erste Schale und Octet, weil acht auf alle anderen, zwei bis X.

Genau.

Okay.

Genau, interessant ist eigentlich bei den Gruppen, bei den verschiedenen, dass die Elemente ähnliche chemische und physikalische Eigenschaften haben. Also zum Beispiel Natrium, Kalium und Lithium reagieren ähnlich. Die Edelgase sind alle relativ ähnlich, die Halogene und so weiter. Und jetzt gibt es eben nicht nur die Gruppen von oben nach unten, sondern auch die Perioden.

Da nicht verwirren lassen hier Periodensystem und so, aber Perioden sind quasi einfach eine Zeile von links nach rechts. Und die Elemente in einer Periode unterscheiden sich dadurch, dass es eine Zunahme der Valenzelektronen gibt. Also die äußerste Schale bekommt immer ein und ein und ein mehr Elektronen dazu, von links nach rechts.

So sieht es aus. Dann kommen wir jetzt zu ein paar Trends. Und das ist ehrlicherweise was, was mir mal sehr geholfen hat, da einen Überblick zu bekommen über diese tausend Elemente da auf diesem Geschirrtuch hier rechts neben mir. Aber was bedeutet Trends? Das bedeutet im Endeffekt einfach nur, dass wir bestimmte Muster haben bei den Eigenschaften der Elementen und dass die sich eben sozusagen mehr oder weniger nach einer Struktur verändern, je nachdem, wo man in dieser Tabelle hinguckt.

Deswegen, also ich finde das so krass. Dieses System, das sieht am ersten Blick, sieht es sauschlau aus. Wenn man sich damit beschäftigt, dann einfach, wie krass schlau das einfach ist. Also diese Anordnung ist alles, aber nicht zufällig. Das ist wirklich extrem beeindruckend, was man da alles rauslesen kann aus diesem System, wenn man sich mal anguckt.

Voll. Und das Gute ist eben, dass man nicht jedes einzelne Element kennen muss. Das reicht eben, wenn man diese drei oder vier Begriffe, die jetzt gleich kommen, sich einigermaßen vor Augen führen. Der erste ist nämlich die Elektronegativität. Das ist im Prinzip einfach die Frage, wie stark ein Atom Elektronen in einer Bindung anzieht.

Also stellt euch mal vor, witziges Bild, Leo, Paul Weihrauch, The Man himself, macht, also begibt sich als Atom in ein Tauziehen mit einem zweiten Atom. Und das zweite Atom ist Dwayne The Rock Johnson. Und er hat ja keine Chance mehr, Modern. Genau, könnte man eigentlich auch umdrehen? Ich habe es jetzt trotzdem mal so gelassen, dass Leo an der Stelle leider doch baden geht.

Und das heißt, Dwayne The Rock Johnson hat eine höhere Elektronegativität. Das heißt, er zieht diese Elektronen beim Tauziehen einfach stärker zu sich. Da kannst du nichts machen. So, innerhalb einer Periode, also ihr erinnert euch der Zeile im Periodensystem nach rechts, in Leserichtung, kommt es zu einer Zunahme dieser Elektronegativität.

Und man sagt hier auch, dass der Edelgascharakter da zunimmt. Und das hängt damit zusammen, dass sich eben Edelgase mit einer vollen Valenzelektronenschale sehr, sehr wohlfühlen. Und deswegen, je näher sie, je näher ein Element diesen Zustand kommt, das ist sozusagen das Nirvana eines Elements, da wildes hin, da denkt es, okay, jetzt ist mein Leben irgendwie erfolgreich gewesen.

Und je näher sie dem kommen, desto stärker ziehen sie auch fremde Elektronen in einer Bindung an sich, um diese letzten Schalen formell vollzumachen. Das ist schon Toxic, ne? Ist schon ziemlich toxisch. Ich habe schon viel und will noch will noch mehr. Das ist reiner Kapitalismus. Und deswegen kann man sagen, um da nochmal ein Bild hervorzuzaubern, dass es mit diesem Edelgascharakter ist, so wie mit diesen Sticker-Alben.

Ich weiß nicht, ob ihr das in der Schule damals auch, also wie M26 war bei uns ganz gut. Diese Panini-Bilder von den Teile. Und da war es halt schon auch so, wenn man da mal so eine Seite knapp voll hatte oder gar dieses ganze Heft, egal wie die Leute das auch immer gemacht haben, aber je näher man diesem Wunschziel kam, das alles voll zu bekommen, desto größer wurde auch der Wunsch, diese letzte Karte auch noch zu bekommen.

Kannst du aber glauben, ey. So, und übrigens, und das finde ich immer irgendwie cool, sowas ein bisschen zu verstehen, dass das auch, diese Oktettregel dann am Ende, der Grund ist für chemische Reaktionen, weil eben Atome in dieser Bindung diesen Zustand erreichen. Das ist eigentlich auch ein schönes Bild, dass man so in einer Verbindung mit einem anderen dann den Endzustand erreicht.

Aber gut, also so viel mal zur Elektronegativität, nimmt innerhalb einer Periode nach rechts also zu. Innerhalb einer Gruppe, ja, also ihr erinnert euch den Spalten, da kommt es nach unten zu einer Abnahme der Elektronegativität und das hängt damit zusammen, dass der Abstand der Elektronen natürlich mit der Zunahme der einzelnen Zwiebelschalen wächst.

Und wenn man jetzt so ein Magnet sich vorstellt, da wird die Anziehungskraft auch geringer, je weiter diese zwei Teile auseinanderkommen. So, und jetzt mal ganz kurze Frage an euch. Wenn, wo müsste das Element Fluor stehen, damit es die höchste Elektronegativität im ganzen Periodensystem hat?

Kurz denken.

Ganz oben rechts.

Wow! Sehr gut.

Bang. Habt ihr drauf? Übrigens, Edelgase, auch wenn wir gerade viel vom Edelgas-Charakter gesprochen haben, die sind hier ausgeschlossen, weil die Edelgase, die sozusagen sind auf einem anderen Level unterwegs, die haben diesen Zustand schon erreicht.

Die haben sogar die glitzernden Sticker im Sticker-Album.

Denen kannst du das abkaufen, das Sticker-Album. Ja, und deswegen haben die keine Elektronegativität mehr, ja. Die sind frei von jeglichem kapitalistischen Gedanken. Crazy. Und das wäre halt so, wie wenn Leo und Dwayne The Rock Johnson sich dann doch verstehen und gar nicht mehr das Bedürfnis haben, dem anderen jetzt da dieses Seil aus der Hand zu reißen.

Na gut, aber zu einem nächsten Begriff.

Genau, der nächste Begriff ist dann die Ionisierungsenergie. Das hat natürlich auch was mit der Elektronegativität zu tun. Die Frage ist dabei, wie viel Energie muss aufgebracht werden, um einen Elektronen von einem einzelnen Atom in der Gasphase wegzunehmen. Also wir haben jetzt darüber gesprochen, wir wollen die ganze Zeit Elektronen aufnehmen, aber Elektronen können ja auch wieder abgegeben oder weggenommen werden.

Und dabei ist die Frage, wie viel Kraft muss man dafür aufnehmen. Anders kann man das auch beschreiben durch die Elektronenaffinität. Also wie affin ist ein Atom nach Elektronen. Es ist quasi genau das Gegenteil, wie viel Energie wird frei, wenn ein Atom ein zusätzliches Elektron aufnimmt. Und das hat natürlich dann auch immer unterschiedlich viel damit zu tun, wie stark das Atom die Elektronen anzieht.

Ein schönes Bild dazu ist eigentlich, auch wieder hier, ein Kind möchte unbedingt noch einen Schokoriegel haben und wie groß ist dann die Erleichterung, wenn es den Schokoriegel auch wirklich bekommt. Die Ionisierungsenergie bzw. Elektronenaffinität hat auch wieder Trends. Und zwar sieht man in der Periode wieder eine Zunahme, weil je näher es an den Zustand des Edelgases kommt, desto höher muss oder desto mehr Energie muss aufgebracht werden, um ein Elektron wieder wegzunehmen.

Weil es ist ja schon fast da, es ist fast in diesem Edelgaszustand und dann nochmal einen Elektronen abzuziehen, macht es umso schwieriger. In der Gruppe von oben nach unten haben wir eine Abnahme, weil wir schon so viele verschiedene Schalen haben, dieses Zwiebelschalenprinzip, was wir vorhin angesprochen haben, dass diese Schalen die Anziehungskraft des Kerns, das ist ja quasi der eine Pol vom Magnet, die Elektronen sind der andere.

Und die Anziehung des Kerns wird abgeschirmt durch die Elektronen, die wir alle da schon in den Schalen haben. Deshalb gibt es da eine Abnahme.

Also ich muss ja sagen, bei mir war jetzt ja hier mein Chemiekurs schon so ein, zwei Semester bestimmt schon her.

Aha.

Wir sind ja schon O-Pass jetzt mittlerweile. Für mich wirkt dir jetzt die Erklärung, die du hattest, auch wie das verläuft im Periodensystem sehr ähnlich. Kannst du für mich nochmal erklären, was denn jetzt der große Unterschied noch zur Elektronegativität ist?

Ja, das ist eine gute Frage. Man kann es eigentlich ganz klar abgrenzen, weil sich es bei Elektronegativität immer um die Betrachtung von mehreren Atomen, die interagieren miteinander handelt. Und Ionisierungsenergie, da wird ein einzelnes Atom betrachtet oder Elektronaffinität eines einzelnen Atoms.

Okay.

Also es geht quasi Elektronaffinität und Elektronegativität. Es geht beides mal um, wir ziehen Elektronen an. Bei Elektronegativität ist es aber halt in einer Bindung von einem anderen Atom.

Okay.

Ja, Elektronaffinität ist für sich genommen.

So, man sagt ja auch immer im Alter, man lernt nie aus, gell? Wahnsinn. Ist immer schön, ab einem gewissen Zeitpunkt, da kann man nur noch gute Fragen zu einem Fach stellen. Man kann eigentlich keine Antworten mehr geben. Also genau, dann auf zum letzten Trend in unserem Periodensystem der Elemente, nämlich dem Metallcharakter.

Da müsst ihr euch eigentlich vorstellen, das ist die umgekehrte Elektronegativität sozusagen. Also innerhalb einer Periode nimmt der Metallcharakter nach rechts ab und innerhalb einer Gruppe eines Elements nach unten nimmt er zu. Das heißt also, Metallcharakter muss irgendwie sozusagen die Fähigkeit sein, eines Atoms innerhalb einer Bindung Elektronen freizulassen oder loszulassen, sie nicht stark anzuziehen.

Und Elemente eben im unteren linken Bereich des Periodensystems haben eben einen größeren Metallcharakter, bzw. den allergrößten. In der Mitte, die nennt man dann auch so Halbmetalle oder auch dann weiterhin nach rechts die Nicht-Metalle. Auf jeden Fall kommt es da auch quasi zu einem Gradienten und je weiter rechts und je weiter oben man sich bewegt in der Tabelle, desto größer wird der Metallcharakter.

Übrigens kann man auch durch den rechten Teil der Hauptgruppe, das ist da dieser Turm auf der rechten Seite, quasi so eine Diagonale nach rechts unten ziehen, und zwar vom Element Bohr bis zu Polonium. Und diese Elemente nennt man dann auch die Halbmetalle, ja, die stehen so quasi im Übergang, gehören, glaube ich, formell auch zu den Nichtmetallen, aber da verläuft sozusagen die Grenze, wo dieser Metallcharakter dann nach links immer weiter zunimmt.

So, jetzt erklär mir noch Metallcharakter im Vergleich zu den zwei vorher.

Weil ja der Verlauf ist ja schon wieder ähnlich. Der Verlauf, genau, aber es geht quasi in die Gegenrichtung. Also da wo Elektronegativität größer wird, wird der Metallcharakter kleiner und umgekehrt. Also der ist einfach nur die Spiegelung dessen sozusagen. Aber vielleicht kurz mal, ich möchte jetzt keine Kompetenz aberkennen, aber wieso auch im 11.

Semester nach dem Chemiekurs im Studio.

So, ich Expertin. Wieso brauche ich jetzt nochmal eine dritte Einteilung? Also ich habe verstanden, beim einen geht es um Bindungen, beim einen geht es um einzelbetrachtete Geschichten. Wieso brauche ich jetzt eine Metallcharaktereigenschaft?

Genau, ich wollte Fabian da vorhin auch nicht unterbrechen, aber weil er meinte, es geht auch nach oben und nach rechts. Wir hatten ja vorhin gesagt, hier Flur von wegen elektronegativstes Element. Ja, man darf das nicht verwechseln. Also der Metallcharakter geht erstens nicht so weit nach oben und nicht so weit nach rechts, sondern es bleibt alles so ein bisschen in der mittleren Schiene hängen.

Und Metallcharakter, es heißt ja schon so, es hat eben was mit der metallischen Eigenschaften von aber eben nicht nur Atomen zu tun, sondern Atomverbindungen. Das kommt jetzt gleich. Schon mal ein kleiner Teaser an der Stelle. Ergibt dann vielleicht auch noch mal mehr Sinn, aber wir möchten eben Metalle betrachten.

Und Metalle sind immer nicht einzelne Atome, sondern halt die Verbindung daraus. Und da ist der Metallcharakter eines Atoms relevant.

Okay, das bedeutet, um jetzt zu verstehen, was ein Metallcharakter ist, musst du mir jetzt erklären, was ein Metall ist.

Ja, und man muss ja vor allem auch erklären, sozusagen, was eine Metallbindung ist, weil jetzt geht es nämlich schnurstracks zu den chemischen Bindungen. Also wir wollen jetzt ein bisschen weg von den einzelnen Eigenschaften der Atome hin zu der Frage, wie die sich eigentlich zusammen mit anderen Atomen im Verbund quasi verhalten und wie die miteinander verbunden sind.

Also Fabian, Überleitung hast du von den besten gelernt. Von dir da. Und da würde er sich natürlich anbieten, gleich mal die Metallbindung anzuschauen. Wir wollen das nämlich auch so ein bisschen, ne, wir sind der Kapitalismus-Podcast bisher. Wir sprechen nur über solche Prinzipien und deswegen gehen wir hier auch gleich rein in ein Siegerehrungstreppchen.

Höher, schneller weiter. Höher, schneller weiter. Wir starten natürlich auch mit dem dritten Platz. Der letzte Platz ist der erste und der wird natürlich am höchsten gehangen hier. Also drittstärkste Bindung ist die Metallbindung. Und das ist eben eine Eigenschaft von Metallen, die ganz viel erklärt.

Also dass Metall glänzen kann, dass Metall eine thermische Leitfähigkeit hat. Also alle, die schon mal, weiß ich nicht, ihren Löffel in ihrem Kaffee stecken haben lassen und denen dann meinten, dann irgendwann eine andertviertel Stunde nochmal anfassen zu müssen, haben gemerkt, okay, der ist heiß. Und es haben vielleicht auch schon mal alle gemerkt, dass Metall halt biegsam ist, wenn man dann diesen selben Löffel benutzt hat, um eine Bierflasche aufzumachen oder irgendwas anderes.

So. Auf jeden Fall ist das eben so, dass eben in dieser Verbindung die Elektronen nicht oder in dieser chemischen Bindung, es ist erstmal keine Verbindung, sondern eine chemische Bindung, da sind diese Elektronen in einem Metall quasi nicht sehr stark örtlich determiniert, sondern die wabern da mehr nur so rum als ein Elektronengas.

Die gehören also sehr viel weniger zu den einzelnen Atomen, als das bei anderen Bindungsarten der Fall ist.

Deshalb eben auch diese geringe Elektronenaffinität der Metallatome.

So, und jetzt kommt quasi auch dieser Metallcharakter wird euch jetzt sehr viel deutlicher. Heißt einfach, okay, Elektronen sind halt sonst wo und werden nur nicht stark angezogen. Und so erklären sich dann auch diese Fähigkeiten, ja, dass es halt auch biegsam ist, weil eben, wenn die Elektronen überall sein können, dann kann das Metall eben auch unterschiedliche Formen annehmen und kann gebogen werden zum Beispiel oder kann gut Wärme leiten.

Hier also, jetzt der Wechsel in den Kommunismus der Elektronen. Und da im Metall ist es nämlich so, dass alles allen gehört, quasi wie im Kommunismus. Ihr versteht aber hoffentlich, dass das hier alles kein Problem ist. Politisches Statement ist, sondern rein didaktischen Zwecken dient.

Als zweitstärkste Bindung haben wir dann die ionische Bindung. Die funktioniert quasi so, dass wir eine Elektronenübergabe haben von einem metallischen Atom auf einem Nicht-Metall. Und die daraus folgende elektrostatische Anziehung zwischen einem positiv geladenen Kation, das eben das Elektron abgegeben hat, und einem negativ geladenen Anion, das das Elektron zusätzlich aufgenommen hat, entsteht.

Und das sind dann Salze. Kennt jeder hier Natriumchlorid, da ist hier Natrium, ist dann in dem Fall das Metall, Chlor ist das Nicht-Metall, die gehen zusammen eine Bindung raus und bam hat man Kochsalz. Da ist es genau das Gegenteil von der Biegsamkeit vom Metall. Salze haben die sogenannte Porosität.

Wenn man da jetzt mit dem Hammer drauf kloppt, dann verbiegt sich das nicht, sondern es splittert halt einfach auseinander, es geht kaputt. In dem Fall ist es dann auch weniger der Kommunismus, sondern in diesem Fall sogar kapitalistisch. Also das eine Atom nimmt dem anderen etwas weg und profitiert davon.

Ja, also Kapitalismuskritik an dieser Stelle, schauen wir mal, ob es super angebracht ist, aber muss ja eigentlich immer sein.

So genau, und dann kommen wir auch schon zu unserem ersten Platz, die stärkste aller chemischen Bindungen, ist die kovalente Bindung. Und da ist es so, dass sich Atome eben Valenzelektronen tatsächlich teilen, wie in so einer Art eheähnlichen Verbindung. Beide geben was hinein in diese Bindung. Und also wir kommen in Teufelsküche mit dieser Folge und den ganzen wirklich politisch, gesellschaftlich schwierigen Themen oder konfliktbehafteten Themen vielleicht.

Aber gut, wir ziehen es durch. Es ist wie in der Ehe und hier sind eben nicht nur Einfachbindungen möglich, sondern auch Doppel- und Dreifachbindungen. Ja, so. So, es gibt auch noch eine interessante Unterform dieser Bindungsklasse und das sind koordinative Bindungen. Und hierzu kann man eigentlich nur sagen, dass das zum Beispiel dann der Fall ist im Hämoglobin zum Beispiel, wo ein Säureakzeptor in der Mitte ist, die so als dann sogenannte Lewis-Säure.

Das mit diesem Lewis an der Stelle bedeutet einfach nur, dass denen diese Oktettregel nicht ganz so wichtig ist. Aber wir haben da eben unser Eisenatom Fe2 Plus in der Mitte und drumherum wisst ihr ja noch aus den anderen Folgen eures Lieblings-Vorklinik-Lern-Podcasts, dass da ein Porphyrinring drumherum liegt, der dann das Häm bildet.

Und da zum Beispiel würde man von einer koordinativen Bindung sprechen. Genauso kommt diese Bindungsform vor in Chelatkomplexen, bei Schwermetallvergiftungstherapie und noch einigen anderen Beispielen in der Medizin.

Ja, diese Chelatkomplexe sind halt super cool, weil wenn man eben Schwermetalle im Körper hat, dann schmeißt man da diese Liganten drauf und die koordinieren dann eben das Metallatom und dann kann das umso leichter aus dem Körper gespült werden. Was tatsächlich auch häufiger mal angewendet wird. Also schon nicht zu viel am Blei nuckeln, aber trotzdem, es gibt Hilfe.

Gut, dass im Bleistift kein Blei drin ist. Naja gut, also es gibt dann nicht nur die Siegerehrungsträppchenpreise, sondern wir haben auch noch einen Sonderpreis, einen Mitmachpreis, den Leo dann auch bekommt, wenn er gegen The Rock beim Tauziehen verloren hat.

Achso, Sieger der Herzen, Leo, ist doch auch was. Ich mach den kaputt. So, hier kann sie nicht doch mal reagieren. Komm mal her, komm, mach mal Tauziehen.

Hoffentlich nicht, hoffentlich nicht. Hoffentlich kann er kein Deutsch machen. In so ein paar Monaten ist auf unserem Spotify so ein Kommentar von der PR-Abteilung von The Rock Johnson, erst so. Don't fuck with you.

Don't fuck with me. Der benutzt mich einfach als Seil. Hi. Ich freue mich.

Genau, also es gibt dann diesen Sonderpreis, Kräfte zwischen verschiedenen Molekülen. Und die haben jetzt, also ich nenne jetzt drei verschiedene, die hängen alle miteinander zusammen, aber man sollte sie trotzdem nicht zusammen in einen Topf werfen, sondern da schon ein bisschen drunter unterscheiden.

Und zwar die sogenannten Dipol-Dipol-Wechselwirkungen. Die sind weniger stark als eine anständige Bindung, aber die entstehen eben dadurch, dass sich Moleküle ja auch durch verschieden verteilte Elektronendichte an einer Stelle ein bisschen positiver geladen sein können, an der anderen Stelle ein bisschen negativer geladen.

Ein Beispiel dafür ist Wasser. Das hat ja zwei H und ein O, und das O ist deutlich elektronegativer als die zwei H. Das heißt, das Ganze bildet so einen kleinen Magneten. Und kommt jetzt ein Wasser mit einem anderen Wasser zusammen, dann interagiert das O von dem einen Wasseratom mit den H's oder mit einem H von dem nächsten Wasseratom.

Und das nennt man dann Wasserstoffbrücke.

Genau, weil wenn die Elektronen näher zu dem O gerückt sind, ist das partiell negativ. Und wenn die vom H weggehen, ist das partiell positiv, weil da, ne, so war das.

Genau, vielleicht habt ihr das auch schon mal gesehen mit so einem kleinen Delta plus, Delta Minus, das steht da häufiger mal drumherum. Genau, und dann funktioniert das halt wie so zwei kleine Magneten. Und diese Wasserstoffbrücken sind eben eine besonders starke Ausprägung von Dipol-Dipol-Wechselwirkungen.

Dabei geht es aber eben um diese permanenten Dipole in einem Molekül. Wenn die Dipole nicht permanent sind, weil Elektronen sind ja nicht fix, sondern die wabern immer ein bisschen hin und her, kann das zu van der Waals-Wechselwirkungen kommen oder auch London-Kräfte genannt. Das sind dann so kurzzeitige spontane Dipole, die dadurch eben induziert werden, dass sich Elektronen mal weiter weg vom Kern bewegen, Elektronen mal näher zum Kern hin bewegen.

Und besonders bei großen Oberflächen zwischen Molekülen oder von Molekülen können diese von der Wals-Wechselwirkungen auftreten. Ein Beispiel dafür sind Graphitschichten, also Graphit, eben nicht Blei im Bleistift, sondern Grafit, sind vertikal kaum zu zerstören, weil die ja bienenwabenförmig, also in Sechsecken aufgeteilt sind.

Aber diese bienenwabenförmigen Grafitschichtplatten untereinander haben eben von der Walzwechselwirkungen. Das heißt, wenn man mit einem Bleistift schreibt, dann trägt man nach und nach die Schichten ab, die eben nicht so arg stark zusammenhängen. Und wir können schreiben.

Krass.

Sophie erklärt uns die Welt. Ich bin gerade so komplett sprachlos. Wissen macht so viel Konsum-Modus. So.

Okay, cool. Das heißt, ich habe jetzt gelernt, wie ich einzelne Moleküle bauen kann. Mit den verschiedenen Arten der Bindungen. Ich habe sogar gelernt, wie ich verschiedene Moleküle miteinander so verknüpfen kann. Schön and gut. Aber irgendwie wäre es jetzt noch cool, dass wenn ich mir jetzt irgendein heißes Molekül ausgedacht hab, wo ich mir denke, boah, das ist krass.

Ich würde es ja gerne fahrwärmend zeigen können. Und deswegen haben sich jetzt auch noch so ein paar schlaue Menschen darauf geeinigt, dass man ja das Ganze irgendwie mal so ein bisschen zusammenschreiben, zusammenfassen könnte, damit man auch nett zueinander kommunizieren kann und es einem auch irgendwie zeigen kann.

Das ist so schön, Leo, dass du das sagst. Also für mich könntest du es auch tanzen. Oha.

Wow, gehen wir mal eine Dance-Challenge.

Ich decke mir die Moleküle aus und tanze dir das vorne, musst du es verstehen.

Keine Eurytmiestunde.

Also das Ganze mit den Summen- und Strukturformeln, das ist ein bisschen ein Rabbit Hole, aber wir wollen euch hier einmal nur ganz grob da drüber gehen und euch einen groben Überblick geben. Der Unterschied ist, dass Summenformeln nur die Summe der Atome anzeigen. Also einfach die Elemente, die da vorkommen.

Und wie häufig. Strukturformeln wollen dann schon eben ein bisschen mehr, auch da wo Leo hin will, nämlich das räumliche Verhalten dieser Atome in den Molekülen zu zeigen. So, und bei Summenformeln, da ist es jetzt auch noch relevant, so ein bisschen die Atome so zu unterteilen, ja, und da spielen dann Oxidationszahlen eine relativ wichtige Rolle, wo dann die formale Ladung der einzelnen Atome innerhalb dieses Moleküls noch so drüber geschrieben wird mit so einem kleinen Plus 2 oder plus 1 oder wie auch immer.

Aber da haben wir noch eine eigene Redox-Folge, wo wir da ganz genau drauf eingehen wollen. Zum Beispiel einfach nur für, wie sieht eine Summenformel aus? Das wäre dann sowas wie für Zinkchlorid würde man dann einfach nur aufschreiben, Zn zählt 2. Und dann weiß man, okay, es kommt vor Zink, es kommt vor Chlorid und vom Chlorid sind da zwei Atome drin, mehr Nisch.

Bei einer Strukturformel, wenn ihr da jetzt so ein schönes Serotonin habt, so ein C10H12N2O, okay, what the fuck, da hilft mir jetzt die Summenformel nicht so viel. Da brauche ich jetzt eine etwas ausgefeiltere Form, das Ganze darzustellen. Da gibt es dann sowas wie eine Elektronenformel, eine Keilstrichformel, um so ein bisschen Dreidimensionalität reinzubringen.

Das habt ihr sicher auch schon mal gesehen. Genau. Und das ist es dazu eigentlich, genau.

Es ist auch dann immer unterschiedlich, wie viele Atome dargestellt werden. Man kennt ja diese schönen Ringe, wo jedes Eck quasi ein C darstellen soll. Man schreibt nicht alle C's aus, sondern macht dann eben nur noch Ecken dafür.

Ist aber am Ende des Tages so ein bisschen Wortklauberei. Weil an sich ist es alles relativ straightforward, finde ich. Hauptmann sich nicht dran zu verzweifeln. Und deswegen guckt euch die einfach mal an. Und das Einzige, was man sich an oder was man lernen sollte, ist, wenn einem sagt Keilstrich-Formel, dass man weiß, was, wie die Darstellung jetzt ist.

Aber es ist alles relativ relativ klar. So, okay, jetzt haben wir Moleküle, die sich mit Gesamtelektronenkonfigurationen mehr oder weniger wohlfühlen. Das haben wir jetzt vorhin besprochen, aber was heißt denn jetzt wohlfühlen? Die geben dir keinen Daumen hoch oder Daumen runter, sondern dieses Wohlfühlen, über was wir gesprochen haben, wird über quasi die Reaktivität ausgedrückt.

Also das kann man sich quasi so vorstellen, wenn wir jetzt neun Folgen am Stück aufnehmen und Fabian nicht füttern, dann wird der hangry und in der Sekunde, wo wir irgendwas sagen, was ihm nicht passt, dann rastet der hier aus. Und je weniger wir ihm zu essen geben und je unzufrieden er ist, desto mehr boxt er mir ins Gesicht.

Nein, wird er nie tun. Dann gehe ich mit dir ins Tau ziehen. Genau, geht er mit mir ins Tau ziehen. Und das ist quasi so ein bisschen so das, was man jetzt daraus ableiten kann, mit dem Elektronen sind unzufrieden, oder nicht Elektronen, Moleküle, Atome, was auch immer, sind unzufrieden, das drückt sich dann in die Reaktivität aus.

Genau, weil die Definition einer chemischen Reaktion im Grundsätzlichen ist ja, etwas wird umgewandelt. Dadurch unterscheidet sich die Chemie auch von der Biologie zum Beispiel. Wir möchten also etwas umwandeln und da gehen wir dann rein in Reaktionen, in chemische Reaktionen, wie zum Beispiel die Gleichgewichtsreaktion.

Das bedeutet, dass eine Hin- und die Rückreaktion davon im Gleichgewicht stehen. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel eine geschlossene Sprudelwasserflasche. Nach einiger Zeit, wenn man die zugedreht hat, sieht man ja, sie hört auf zu sprudeln. Und erst wenn man sie wieder aufdreht, dann zischt es, es macht blubber blubber und man sieht eben wieder, dass es eine Sprudelwasserflasche ist und war.

Genau, weil sich, während man die zudreht, ein Gleichgewicht einstellt zwischen der Kohlensäure in dem Luftbereich in der Flasche und dem CO2 im Luftbereich der Flasche und der Kohlensäure quasi im Wasser drin.

Ganz kurz übrigens, ich hatte auf den Midis in meiner Jackentasche so eine Cola-Dose drin. Ich bin ja ein relativ wilder Tänzer. Und da hatte ich so nach zwei Stunden halt schon extrem große Angst, dass mir das Kohlenstoffdioxid in dieser Dose um die Ohren fliegt. Richtig hart um die Ohren fliegt, aber ich konnte es gerade noch verhindern.

Genau. Und dann gibt es auch, was halt keine Gleichgewichtsreaktionen sind. Zum Beispiel in offenen Systemen das Entweichen von Gasen, also wenn man die Flasche dann aufmacht, dann ist es kein Gleichgewicht mehr, was da drin ist. Das Ausfallen von schwerlöslichen Niederschlägen, also du hast halt irgendwie irgendwelchen Schmier in deiner Flüssigkeit, der halt ausgefallen ist.

Also wir haben fest Stoff und der löst sich dann auch nicht mehr. Verbrennungen oder stark exotherme Prozesse, irgendwas, was halt einfach nicht wieder umwandelbar ist, nicht wieder zurücksetzbar. Und wenn es um chemische Reaktionen geht, dann stolperte man relativ bald schon über das Massenwirkungsgesetz.

Das beschreibt ganz einfach das Verhältnis der Konzentration von Produkten und Edukten einer Reaktion. Also die Edukte sind das, was wir reinschmeißen, die Produkte sind das, was wir rausbekommen. Und wir haben dann quasi die Reaktion, die Edukte A und B werden zu den Produkten C und D. Und die Gleichgewichtskonstante betreibt, dass wir quasi die Produkte multiplizieren miteinander, die Konzentration davon und teilen durch die Edukte.

Dieses Massenwirkungsgesetz braucht man häufiger in Aufgaben im Physikum zum Beispiel oder in Klausuren, wenn man die Korrelation herstellen will zwischen Stoffen und deren Gleichgewichtskonstante in einer Reaktion. Also, das sind dann die häufigsten Kreuzfragen, die ich da gesehen habe, als ich mich mal schlau gemacht habe.

Genau, dafür ist das Massenwirkungsgesetz.

Genau, und daraus abgeleitet wird dann das Löslichkeitsprodukt. Da geht es letztlich um die Frage, wie viel Feststoff eigentlich in einer Flüssigkeit gelöst werden kann, bevor das Ganze beginnt auszufallen. Und das kennt ihr alle, wenn ihr da euer Pesto-Nudelwasser macht und da ordentlich Kochsalz reinkippt, irgendwann ist ein Punkt erreicht, da löst sich das nicht mehr, sondern setzt sich unten ab.

Fabian, ich bin kein Arzt.

Aber wenn du so viel Salz in dein Wasser machst, dass es nicht mehr lösen kannst, dann ist das nicht gesund.

Leo, ist das schon passiert? Sag sie, wie es ist. Sagst du, wie es ist. Also, und was da letzten Endes halt passiert, ist, dass ihr euer festes NaCl da in ein Lösungsmittel, das Wasser reinkippt und dann zerfällt das Ganze in Ionen. Das eine ist das Kation, das Natrium in dem Fall und dann ein Anion des Chlorid.

Und das Löslichkeitsprodukt ist letztlich nichts anderes als die Multiplikation dieser beiden Konzentrationen aus gelösten Kation und Anion. Mehr nicht. Das Löslichkeitsprodukt, wenn das niedrig ist, übrigens abgekürzt mit KL. Da auch schon der Bezug zurück zum Massenwirkungsgesetz vom K. Jetzt haben wir das KL, das Löslichkeitsprodukt.

Wenn das niedrig ist, dann ist ein Stoff schlecht löslich. Wenn es groß ist, dann ist er gut löslich. Punkt. Und wenn jetzt, oder? Also, und um jetzt nochmal ganz kurz den Rückbezug zur Sprudelwasserflasche oder der Cola-Dose auf den Medi in meine Jackentasche herzustellen, dann kann man diese, das sind ja alles Balance-Reaktionen.

Das kann in die eine Richtung reagieren, aber unter bestimmten Bedingungen auch wieder zurück. Und da spielt Le Chatelier eine richtige Rolle. Eine richtige und wichtige Rolle. Und deswegen, da geht es darum, sozusagen, wie beeinflussen solche Umweltfaktoren wie Druck, Temperatur oder die Konzentration der Edukte und Produkte diese Gleichgewichtsreaktion.

So, und da kann man zum Beispiel sagen, dass wenn der Druck hoch ist in der Umgebung für eine solche Reaktion, dann strebt das ganze System zu in der Richtung, wo die geringere Teilchenzahl da ist. Das ist dann ja eigentlich meistens die Produktseite, weil das haben wir ja noch zu wenig. Wir stecken ja E-Dukte rein, um Produkte zu bekommen.

Könnt ihr euch echt vorstellen, wie so ein Motor, wo so einen Kolben Druck erzeugt und dann will es, was da halt drunter ist, unter diesem Kolben da halt weg und will dahin, wo noch weniger Teilchen sind. Und so ist es in der Chemie an der Stelle ganz runtergebrochen. Sophie köpft mich gleich, aber ungefähr so ist es in der Chemie.

Und genauso ist es, wenn der Druck eben runter geht, dann strebt diese Reaktion dahin, wo die höhere Teilchenzahl ist, also zur Edukt-Seite, also meistens nach links. Bei der Temperatur ist es so, dass das Ganze, wenn die Temperatur hoch ist, eher zu einer endothermen Reaktion tendiert. Und wenn diese Reaktion endotherm ist, dann strebt das Ganze auf die Produktseite.

Also wenn wir über Temperaturenergie reinstecken, denkt sich diese Reaktion sozusagen, nice, ich verbrauche sowieso Energie, ich bin endotherm, also kann ich jetzt mehr reagieren, weil ich durch diese hohe Temperatur mehr bekomme. Also wenn ihr Salz eben bei einer höheren Temperatur auf eurem Herd in eurer WG in diesen erwärmten Kochtopf kippt, dann löst es sich da halt leichter, als wenn ihr das bei kaltem Wasser macht.

Das bedeutet, du brauchst deine Nudeln immer kalt und deshalb hat sich das Salz nicht gelöst.

Ja, jetzt werde ich hier schon wieder. Es braucht immer so dreieinhalb Jahre, bis sie fertig sind. Nee, jetzt werde ich hier schon wieder Dinge verdächtig, die in dem Fall wirklich nicht stimmen.

Aber ganz kurz nochmal, weil ich weiß nicht, ob wir die ja schon vorgestellt haben, Endo- und Extrotherm sind Begriffe, die was, die quasi beschreiben, wie sich die Temperatur, deswegen Term verhält bei einer Reaktion. Endotherm bedeutet, dass da Temperatur reingeht im weitesten Sinne, bedeutet, es wird kalt.

Zum Beispiel, jeder kennt diese Dinger, wenn man diese Instant-Külpacks, wo so zwei Beutel drin sind, wenn man draufhaut, dann löst sich Harnstoff in Wasser und diese Reaktion ist endotherm, bedeutet, es wird kalt, deswegen Kühlpacks. Und wenn ich jetzt zum Beispiel Holz verbrenne, dann reagiert halt Kohlenstoff mit Sauerstoff.

Das ist eine exotherme Reaktion, deswegen wird es da heiß. Was grinst du so?

So ein großer Feuerball.

unknown Junge.

Okay, alles klar. Übrigens, da, nur falls ihr das mal seht, ne, da spielt dieses Delta H eine Rolle. Wenn dieses Delta H unter Null ist, dann wisst ihr, okay, es ist eine exotherme Reaktion und wenn es über null ist, dann ist es endotherm. Also das H steht sozusagen dafür, ob Energie verbraucht wird, also verloren geht sozusagen in diese Reaktion hinein oder nicht.

Und ich finde, das kann man sich auch super gut bildlich eigentlich vorstellen, wenn man jetzt eine exotherme Reaktion hat, also eine Reaktion, wo Wärme frei wird und man mehr Wärme dazu gibt, dann strebt die in einer Gleichgewichtsreaktion eben wieder zu den Edukten zurück. Also die Reaktion möchte nicht stattfinden, weil ja schon Wärme da ist und noch mehr Wärme produziert werden würde.

Hier ist es genau dasselbe.

Das sind 40 Grad. Wenn jetzt Fahrwärm anfängt, hier sich zu bewegen, rumzuzapfeln, Wärme zu erzeugen, dann würden wir ihm einen auf die Nuss hauen, damit er bloß damit aufhört.

Genau.

Sehr gewaltvolle Folge auch.

Toll, ja. Gar nicht so ein sympathischer Einstieg in so ein eigentlich sehr moderates. Also letzter Punkt, Konzentrationserhöhung. Das ist auch sehr intuitiv, aber wenn ihr eben auf der Edukt-Seite mehr Zeug reinschiebt und die Konzentration erhöht, dann tendiert diese Reaktion natürlich auch in Richtung der Produktseite, eben dahin, wo die Konzentration noch niedrig ist.

Alles ist eigentlich will ins Gleichgewicht kommen. Und natürlich, wenn wir auf der einen Seite eine zu hohe Reaktion haben, dann strebt das Ganze in Richtung einer Konzentrationserniedrigung.

Darf ich da noch einmal ganz kurz reinkretschen?

Bitte, bitte.

Ganz am Anfang nochmal von wegen hier Druck hoch, Druck runter. Die Reaktion muss man sich immer anschauen, von wegen Teilchenzahl. Es geht nicht darum, wie viele Teilchen es schon gibt, sondern wenn man sich die Reaktion anschaut und quasi das Edukt zweigeteilt ist und das Produkt nur eins, dann heißt es ja klar, okay, die Edukte sind mehr Teilchen als die Produktteilchen.

Wenn der Druck hochgeht, dann strebt es Richtung Produkt. Das kann aber auch genau andersrum sein. Also, dass wir eben nicht zwei Teile fügen sich zusammen zu einem, sondern wir haben einen Teil und es zersplittert zu zwei. Und dann hätten wir mehr Teilchen auf der Produktseite. Das heißt, wenn man den Druck erhöht, geht es wieder zurück zu den E-System.

Die Anzahl der Atome ist relevant. Und nur so um uns klarzustellen, Druck macht natürlich immer nur dann Sinn, wenn wir über Gase reden. Weil wenn ich die Flüssigkeit komprimiere, dann passiert da nichts, weil die. So, wisst ihr Bescheid? Also da geht es um Gase. Bei Nicht-Gasen sind dann die sind dann Temperaturenkonzentration.

Die relevanten Faktoren. So, was haben wir jetzt heute alles gelernt? Wir sind die Grundlagen durchgelaufen und haben gelernt. Das Periodensystem zeigt die Elemente aufgereiht nach Gewicht. Das Gewicht wird durch Nukleonen im Kern verursacht. Elektronen als Punktteilchen auf Schalen. Es gibt Trends im Periodensystem, die auf Anziehung zwischen Valenzelektronen und dem Kern beruhen.

Es gibt drei Hauptarten von Elementen, von Elementverbindungen, kovalent, ionisch und Metallbindungen. Und reagieren Moleküle in der Gleichgewichtsreaktion. Sind folgende Gesetze relevant: Das Massenwirkungsgesetz, das Löslichkeitsprodukt oder Lichatelier für Gleichgewichtsverschiebungen. So, jetzt sind wir durchgerockt durch die erste Chemiefolge.

Schön, dass ihr dabei wart, ihr zwei Süßen. Bis zum nächsten Mal. Hier steht noch ein Outro. Kannst du ein Outro machen? Bin ich mal gespannt.

Ja, machen wir ein Outro. Genau, jetzt haben wir also einen kleinen Splashdive in die Chemie gemacht. Das fängt gerade erst an. Wir haben noch ein paar schöne Folgen vor uns, auf die ich mich schon sehr freue. Und wenn ihr anfangt, irgendwo Elements-Symbole zu sehen, wo ihr keine sehen wollt, zum Beispiel ein Auto-Kennzeichen oder Chemikaliennamen seht, wo keine sein sollten, dann merkt ihr, dass ihr wirklich in der Chemie angekommen seid.

Und dann noch ein kleiner Ohrwurm-Tipp für jetzt als nächstes in der Spotify-Playlist, der Periodic Table Song von ASAP Science, der ist auf die Melodie von dem Concorde von Jack Offenbach und der ist sehr zu empfehlen.

Okay, crazy. Gehen wir gleich mal direkt rein. Stark. Neues Outro. Ja, wenn ihr das nicht, wenn ihr nicht verpassen wollt, was noch so passiert in unserem Ritt durch die Chemie, folgt gerne mal rein. Auf Spotify, ähm, Apple Music oder oder Apple Podcast in dem Fall. Oder der Podcast eures Vertrauens, würde uns sehr freuen.

Ihr könnt es auch gerne einfach mal bei Insta schreiben, at der Folking-Podcast, was euer Lieblingselement ist. Würde mich sehr interessieren, muss ich sagen. Also wir würden es auf jeden Fall reposten. Ja, und ansonsten schön, dass ihr dabei wart. Ich freue mich noch auf viel, viel schöne Grundlagen der Chemie und weiteres.

Bis zum nächsten Mal. Von der Mann.

Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewähren. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

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