Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast

PBC Basics: Apoptose

Montag, 1. Mai 2023 · 45 min

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Shownotes

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Effektor-Kasperle
- "Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei" wurde schon von Stefan Raab postuliert. So muss auch unsere Zelle eines Tages das Zeitliche segnen. Da hierbei nichts schief gehen darf, hat sich Mutter Natur einige spannende, aber auch komplizierte Mechanismen ausgedacht. In dieser Folge beschäftigen wir uns nicht nur mit dem extrinsischen und intrinsischen Wegs der Apoptose, sondern auch damit, was dabei alles schiefgehen kann.

Hier findet ihr nochmal die passenden Histo Basics-Folgen zum Thema ⁠⁠Zellen und ihre Organellen I (tinyurl.com/his-basics-1) und II (tinyurl.com/his-basics-2) :)

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() - Extrinsischer Weg
() - Intrinsischer Weg und gemeinsame Endstrecke
() - Tumorgenese: Protoonkogene, Tumorsuppressorgene und p53

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Gute Frage. Also, Kaspasen sind Enzyme, sogenannte Cystin-Aspartat-Proteasen. Das heißt, die haben im aktiven Zentrum ein Zystein-Aminosäure und die schneiden immer nach einem Aspartat. So kommt dieser Name Kaspase zusammen. So wie es Kaspale.

Kaspelle.

Immer schön, wenn ich Kaspelle denken. Situs im Land.

Breiter wird es nicht, das ist der Einstieg. Breiter. Liebe Freunde, herzlich willkommen bei Situs Inversus, der Vorklinik-Podcast. Wir sind hier für euch, um durch die Vorklinik uns gemeinsam durchzuhangeln und quasi alles das, was auf dem Weg liegen geblieben ist, aufzusammeln. Wir haben eine Neuigkeit für euch, weil ich bin heute da, Leo.

Fabian ist auch da. Hallo. Und wir haben ein neues, zartes Stimmchen hinterm Mikrofon. Die Bilder, die ihr von Insta kennt, ein neues, aber hoffentlich bald kräftiges Stimmchen.

Das war ein Kompliment. Ja, das ist schon ein Punkt. Also wir haben uns, das ist ja quasi in unserer DNA jetzt drin, dass wir auch mehr bewusst mehr weibliche Stimmen in den Podcast holen wollen. Hallo klar. Weil wir, ich glaube, den Leuten auch langsam auf den Sack gehen mit unseren männlichen Kratzebürstenstimmen hier.

Hallo Klar.

Du müsste dann die weiblichen Stimmen auch noch zu Wort kommen lassen, ne? Aber Schritt für Schritt. Hi Leute.

Du musst hier ein bisschen durchboxen.

Okay, ich gebe mein Bestes.

Also sie kennt ja schon von Insta, sie war lange und ist doch immer noch verantwortlich für den Insta-Kanal. Also alle coolen Bilder und Merksprüche sind irgendwann mal da über die Finger gelaufen. Wir starten jetzt heute zu dritt in die Aptose. Ganz kurz, ich mache eine Einleitung und ihr habt während der Einladung Zeit, euch zu überlegen, zu schätzen, wie viele Mutationen es pro Tag gibt.

Insgesamt im Körper. Entweder insgesamt oder lass uns pro Zelle machen. Wir machen pro Säugerzelle, wie viele Mutationen gibt es an einem Tag. Denn heute geht es um die Aptose. Apoptose kennt man klassischerweise so von Zelle kaputt, muss weg, Mama kaputt, wunderbar, top. Aber Aptose kann viel mehr. Denn die Apoptose ist auch sehr, sehr wichtig, während während der Embryologie wächst, weil da wächst ja vieles, das kennt man vielleicht so von vor und das heißt ich Urniere und so ein Scheiß, da wächst ja sieben Sachen, die danach wieder abgebaut werden.

Also das ist in sehr, sehr vielen Prozessen beteiligt.

Ja, also das ist auch richtig wichtig, ne? Richtig wichtig. Also zum Beispiel die Hände, wenn die in der Embryogenese entstehen, dann sind es erstmal nur wie so Flossen. Ja, wie so wie so ein Häuser.

Die haben so richtig Schwimmhäute wie bei Flaschen oder sowas.

Genau. Und Apoptose ist in dem Sinne halt was super Gutes, weil im Verlauf der Entwicklung sich jetzt diese Schwimmhäute quasi zurückbilden und dann bleiben da halt freie Flächen und wir haben überhaupt Finger. Also das zeigt schon die Relevanz des Themas.

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Einige von euch fragen uns manchmal auf Insta, ob wir irgendwie so Lernstrategien oder Lerntipps haben. Keine Ahnung, warum wir dafür die Autorität haben. Aber es ist ja schon so im Medizinstudium, es gibt so Sachen, die versteht man einmal und dann kann man die. Und dann gibt es so diese vielen Fakten, die man wirklich relativ stumpf auswendig lernen muss.

Und das hilft einfach nichts, die müssen einfach rein. In der Vorklinik erinnere ich mich an die Hirnnerven, die Anatomie oder sonstiges. Manche Sachen muss man sich einfach auswendig merken. Und da ist der Game Changer schlechthin tatsächlich Meditrix. Meditricks, das sind quasi Eselsbrücken als Bilder.

Ihr findet bei Meditrix ganz viele verschiedene Szenen, die jeweils die Themen, die für euch relevant sind, zusammenfassen. Und da gibt es so viele Details, die dann wiederum für die Fakten stehen, die ihr können müsst. Und diese Szenen sind tatsächlich so bunt und wild und lustig, dass ihr gar nicht anders könnt, als sie euch nachhaltig zu merken.

Ja, und das macht dann einfach viel mehr Spaß. Ich glaube, das kann man sich auch schlecht vorstellen, wenn wir jetzt so drüber reden. Deshalb schaut euch mal die Demo auf meditrix.de an. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was euch da erwartet. Ja, genau. Und das lohnt sich auf jeden Fall da mal reinzuschauen, ob das was für euch ist.

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Das war's schon. Und jetzt schon direkt am Anfang, NC-Fragen Alert. Das Wichtigste ist, dass es eine Zelle betrifft und keinen Zellverband. Das ist der große oder einer der großen Unterschiede zur Nekrose. Und der andere große Unterschied ist, dass es ohne Entzündungsreaktion abläuft. Ist ja logisch, wenn es ja kontrolliert ist, muss man es ja nicht entzünden.

Schön sauber. Schön richtig gut. Genau und um mit euch in das Thema Apoptose einzusteigen, haben wir uns diese kleine Geschichte überlegt. Lehnt euch zurück und genießt die Show. Es war einmal ein Zellverband. Der lebte in einer strengen Diktatur. Alle folgten denselben Regeln. Für Individualismus und Selbstständigkeit war kein Platz.

Gerade schwache und defekte Individuen wurden sofort erkannt und eiskalt ausgemerzt. Jedoch, wie funktioniert das mit der Erkennung? Es gab zwei Kontrolleure, die stetig ihren Weg durch unsere Gesellschaft beschritten. Der äußere Kontrolleur lief an jeder Zelle vorbei und schaute sich von außen deren Ausweisdokumente an.

Bei einem kleinen Fehler, bei einer kleinen Abnormalität, zack, direkt ausgesetzt. Ebenso wurde jede Zelle von innen permanent überwacht. Auf der Suche nach übermäßiger Aktivität, aber auch Schwächen und Effekten, wurden jegliche Abweichungen sofort bestraft. Wenn einer von beiden, nur einer, eine verdächtigte Aktivität fand, wurden die Zelle sofort kontrolliert, eliminiert, möglichst leise, möglichst sauber.

Dafür hatte jeder dieser Kontrolleure ein effizientes Killer-Team in der Hinterhand, damit sie nicht die Drecksarbeit machen mussten und weniger rückverfolgbar war. Das Ziel war tatsächlich aber ein hohes, denn das Überleben des Systems, das Überleben des Zellverbandes, stand dem ganz gegenüber. So, jetzt stellt sich natürlich die Frage: sehr abgefahrene Geschichte, aber was hat das jetzt bitte mit Aptose zu tun?

Tja, Leo, das ist eine durchaus berechtigte Frage, die du da stellst. Denn unsere Analogie der dystopischen Welt soll euch das durchaus brutale Regime im Zellverband näherbringen. Denn grundsätzlich geht es darum, einen gesunden Zellverband zu gewährleisten. Und deshalb müssen entweder fehlerhafte oder zu schnell wachsende Zellen ausgemerzt werden.

Sprich also in die Apoptose, den kontrollierten Zelltod geschickt werden.

Genau, und um jetzt diese Ausreißerzellen, also diese schnell wachsenden oder die fehlerhaften Zellen zu erkennen, gibt es zwei Wege. Da haben wir einmal den extrinsischen Weg, da wird also von außen auf die Zelle geschaut, was die so treibt, und da kann dann von außen die Apoptose, also der Zelltod, eingeleitet werden.

Und diese extrinsischen Kontrolleure, das sind dann zum Beispiel zytotoxische T-Zellen oder natürliche Killerzellen.

Zusätzlich werden die Zellen durch intrazelluläre Mechanismen überwacht. Das Ganze geschieht dann zum Beispiel durch Transkriptionsfaktoren, wie das allseits bekannte P53, das dann von innen die Apoptose seiner eigenen Zelle einleiten kann.

Genau, und in einer gemeinsamen Endstrecke führen dann der extrinsische und der intrinsische Weg über Kaspasen, das sind so Proteinschneiderenzyme, dieses Apoptosesignal aus und bringen dann die Zelle letztendlich um.

So ist es. Und jetzt schauen wir uns eben an, wie das Ganze funktioniert, unsere zwei Wege. Und zwar zunächst mal den extrinsischen Weg. Wir befinden uns also außerhalb unseres einzelnen Bürgers oder Bürgerinnen in unserem diktatorischen Staat jetzt. Und da haben wir unseren ersten Kontrolleur. Kontrolleur Nummer uno läuft es also an unseren Menschen in diesem Staat vorbei und checkt die ganze Zeit deren Personalausweise.

So, kurz zum Gesamtüberblick, wenn er da was Fehlerhaftes und was quasi fehlgebildetes findet und der Meinung ist, okay, diese Person muss eliminiert werden, dann kommt es zur Aktivierung von so einer Kettenreaktion, wo Initiator- und Effektor-Kaspasen aktiviert werden und dann zur Zerstörung dieses Menschen.

So viel nur mal vorab. So, unser erster Kontrolleur checkt jetzt also die Personalausweise in Form von MHC-Komplexen. Die MHC-Komplexe, hier vor allem der MHC-Komplex 1, das ist der wichtige, das ist nämlich der Komplex, wo im Inneren der Zelle abgebaute Proteine ausgestellt werden. Also am MHC-1 wird quasi gezeigt, was so in der Zelle an Proteinen so rumschwimmt, weil diese Proteine werden im Proteasom zerschnippelt und dann im endoplasmatischen Reticulum auf die MHC1 Teile geladen und die werden dann an die Plasmamembran transportiert und ausgestellt.

Und das ist der ganz normale Durchsatz, dass wenn so ein Protein mal zu alt ist, wird es halt abgebaut. Das wird in jedem einzelnen Protein in der Zelle.

Genau. Das heißt, der MHC-1 ist quasi der Indikator, wo quasi gezeigt wird, ob es der Zelle im Inneren gut geht. Im diktatorischen System. Und diese Zellen müssen, also die ganzen Menschen müssen jetzt also über ihre MHC-1-Komplexe dem Immunsystem zeigen, dass in ihnen alles gut ist und dass sie die Proteine im Inneren der Zelle eine normale und gute, korrekte Aminosäuresequenz haben.

Und wenn jetzt es dazu kommt, dass sie zum Beispiel, dass sie eine falsche Aminosäure sequenz haben, zum Beispiel, wenn ein Virus den Menschen oder die Zelle befallen hat oder auch irgendwelche giftigen, andersartigen Substanzen da drin sind oder der die Zelle entartet, dann entstehen an dem MHC-1-Komplex fehlgefaltete oder oder werden dort präsentiert, fehlgefaltete Proteine und unser Kontrolleur sieht es, der sieht den Personalausweis und fällt die Entscheidung, die Zelle muss eliminiert werden.

Also um im Bild zu bleiben, kommt es quasi durch solche fehlerhaften Prozesse innerhalb der Zelle zu wie einer Identitätsfälschung und das drückt sich halt auch im Personalausweis aus. Und die häufigsten dieser Identitäts, dieser Prozesse, die quasi zur Identitätsfälschung am Personalausweis führen, sind eben Virus und Tumorbefall oder eine Entartung der Zelle, die dann zu einem Tumor führt.

Genau.

Genau, wer ist es jetzt eigentlich, der da die ganze Zeit draußen an den Zellen rumläuft und diese Personalausweise unermüdlich kontrolliert? Es machen zwei Player und einer dieser beiden Kontrolleure sind die natürlichen Killerzellen, die sich hier also unsere Proteine genauer unter die Lupe nehmen.

Und wenn die da eben irgendeine verdächtige Aktivität, nennen wir es jetzt mal, erkennen, dann legen die richtig los. Die fangen jetzt an, sämtliche Liganten auszuschütten, Fastliganten, TNF-Alpha und viele weitere. Und die können jetzt an den, es wird dramatisch, Death-Receptor binden, der sogenannte Todesrezeptor.

Leider reicht das jetzt nicht, wenn das Ganze einmal passiert. Dieser ganze Prozess muss insgesamt dreimal stattfinden. Wir brauchen eine Trimerisierung von diesem Death-Receptor. Und dann erst wird diese Signalkaskade, von der ich Falwären eben gerade erzählt hat, aktiviert. Warum muss das Ganze dreimal passieren?

Naja, wir wollen schon möglichst verhindern, auch wenn wir uns hier in einem dystopischen Staat befinden, dass wir unsere Bürger unnötig umbringen. Und deswegen soll es eben nicht zu einer Fehlzündung kommen. Deswegen Trimerisierung. Genau. Und diese ganze Signalkaskade sorgt dann am Ende dafür, dass die Initiator Spase 8 aktiviert wird.

Das merken wir uns erstmal. Genau. Der zweite Kontrolleur in unserem extrinsischen Weg sind die sogenannten zytotoxischen T-Zellen. Die kontrollieren auch die Oberfläche, die Plasmazellmembran und die MHC-1-Komplexe. Und wenn sie da eben solche Auffälligkeiten detektieren können, dann schütten die Granzym B und Perforin aus.

Und Perforin ist jetzt, wie der Name schon sagt, ein Stoff, der quasi zur Durchlöcherung der Zellmembran. Und durch dieses Loch in der Zellmembran kann jetzt unser Angriffsstrupp in die Cell eindringen, nämlich unser Grantzym B, und dort die Apoptose anstoßen. And that macht Granzym B so, dass es die Initiator-Kaspase 10 aktiviert.

Merken wir uns auch erstmal. So, and jetzt nach dieser Aktivierung der zwei Initiator-Kaspasen, 8 und 10, kommt es zu einer sogenannten gemeinsamen Endstrecke. Kommt also zur Aktivierung weiterer Kaspasen, die nennt man dann Effektorkaspasen, weil sie quasi den Befehl, der von den Initiatorkaspasen gegeben wurde, noch ausführen.

Fabian, mal, was ist überhaupt eine Kaspase? Gute Frage. Also Kaspasen sind Enzyme, sogenannte Cystein-Aspartat-Proteasen. Das heißt, die haben im aktiven Zentrum ein Zystein-Aminosäure und die schneiden immer nach einem Aspartat. So kommt dieser Name Kaspase zusammen. So wie es Kaspale.

Immer schöner als Kaspale, denn. Es ist so schön, dass du so ein bisschen was von deinem schwäbischen Hintergrund mitbringst, wenn du da bist.

Genau, auf jeden Fall eben diese Effektor-Kaschballe, die führen eben das Signal aus und führen letzten Endes dann zur Zerschneidung von Proteinen und allem, was halt so notwendig ist, um so eine Zelle zu zerren.

Du hast die Folge, ich sag's dir. Das finde ich ja richtig gut. Espektor-Caspanele.

Leute, seid froh, dass ich hier nicht mit bayerischem Impulse anfange, ja. Also wir wollen es ja nicht übertreiben, ne?

So, zweiter Weg.

Genau, bevor wir euch jetzt diese gemeinsame Endstrecke von diesen ganzen Kaspasen erklären, wollen wir euch noch einen zweiten Weg zeigen. Unser dystopischer Staat ist nämlich so grausam, dass hier nicht nur permanent von außen kontrolliert wird, sondern die Zellen auch engmaschig von innen heraus überwacht werden.

Sie haben einen implantierten Chip und dieser checkt nonstop den Zustand der Zelle aus dem Zellinneren heraus. Dieser geheime, böse Kontrolleur ist das sagenumwobene P53, das sich in jeder Zelle befindet. Und wenn es jetzt zu irgendwelchen Schädigungen kommen, sei es DNA-Schädigungen oder übermäßig viele Wachstumsfaktoren in dieser Zelle, akkumuliert das P53 und hält den Zellzyklus erstmal an.

Jetzt hat die Zelle einmal die Chance, diese ganzen Schäden, zum Beispiel DNA-Schäden, zu reparatieren zu reparatieren, genau, zu reparieren. Und wenn das nicht nach einer gewissen Zeit passiert ist oder wenn dieser Schaden halt einfach viel zu groß war, als dass man es noch groß retten könnte, reißt der Geduldfaden von unserem bösen P53 und es leitet die Apoptose ein.

Das macht es, indem es als Transkriptionsfaktor dient für viele verschiedene Proteine aus der sogenannten BCL-2-Familie.

Das ist auch ein Scheißverein. BCL-2-Familie ist so ein Scheißverein. Sag mal warum. Also ich finde, das ist wirklich, also wer sich das ausgedacht hat, der hat es wirklich hingesetzt und da hat sich gedacht, die kann ich möglichst die Leute, die das lernen müssen, ärgern. Weil die BCL-2-Familie hat proapopotische und antiapoptotische Proteine, hat ein Protein, was BCL-2 heißt, was BCLXL heißt.

Und die heißt, und die fangen alle mit B an. Und das ist so ein wirklich so ein Kack. Ich weiß nicht mehr, dass ich das ausgedacht habe. Ich muss mich kurz mal ein bisschen aufregen.

Ja. Aber wir wären ja nicht Citus Inversus, wenn wir nicht sagen würden, Leute, alles entspannt. Was ihr wissen und euch merken müsst, ist einfach nur, dass es in der BCL-2-Familie zunächst mal anti- und proapoptotische Mitglieder gibt.

Und dass es P53 auch nur die Anti-Aption die pro-apoptischen exprimiert, oder?

Ja. So. Und also das ist eigentlich wie in jeder Familie. Also es gibt auch politische Konfliktlinien, es gibt auch die Hardliner, es gibt auch die eher politisch zentrierten, aber man kann schon auch sagen, dass die BC2-Familie große Extreme hat. Und der proapoptotische Plan in der Familie, dazu gehören unsere drei Vertreter, nämlich Bug und Bugs sowie das Bat.

Und Bug und Bugs könnt ihr euch so merken, dass an den Enden von beiden Worten jeweils harte Konsonanten stehen und das sind halt schon auch einfach harte Typen. Also Bad BAD erklärt sich eigentlich wirklich von selbst, weil es im Sinne der Zelle wirklich schlecht ist. Weil alle diese drei Proteine, die wir jetzt gerade genannt haben, sind proapoptische Proteine.

Das heißt, sie führen alle dazu, dass die Apoptose eingeleitet wird und die Zelle zerstört wird. Diese Proteine erhöhen die Permeabilität der Mitochondrienmembran und führen dazu, dass Zytrochrom C aus der Zelle, beziehungsweise aus dem Mitochondrium ausdringt.

Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Genau, also der Name kommt uns bekannt vor, weil wir den nämlich schon aus der Atmungskette kennen, wo Zytochrom C quasi ein Transportprotein ist und Elektronen eben von Komplex 3 zu 4. Transportiert.

Wenn wir die äußere Mitochondrienmembran kaputt machen, dann ist quasi der Intermembranraum offen und da schwirrt es ja rum und dann kann es einfach so rausfließen.

Genau, also wir sehen also, dass das Zytochrom C quasi mehrere Funktionen hat. Hier ist es aber wirklich in der Funktion, dass es die Zerstörung, den Zelltod der Zelle, vermittelt.

Wie macht das Zytochrom C das Ganze? Das Zytochrom C bildet jetzt einen Komplex mit dem apoptotischen Proteasen-Aktivierungsfaktor oder kurz gesagt APH. Und dieser Komplex nennt man auch Aptosom, das kennt ihr vielleicht aus diesen ganzen Biochemie-Bildern und Schaubildern. Da wird er immer als unschuldige schöne Blume dargestellt.

Was ich aber immer ganz makaber finde, weil es letztendlich diese Blume bzw. dieses Aptosom ist, was die Zelle dann letztendlich in den Ruin stürzt, in dem ist nämlich die Initiatorkastrase Neu.

Killer Blume. Fleischfressende Pflanze. Nomnom.

Ja. Balvin hat ja vorher schon so ein bisschen unser Familiendrama in der BCL-2-Familie angeschnitten, mit unseren beiden Extremen und gerade eben ja die vorgestellt, die von P53 dann verstärkt transkribiert werden. Es gibt aber auch antiapoptotische Brüder und Schwestern. Das sind einmal BCL-2. Das heißt aus irgendeinem Grund, so wie auch die Familie heißt.

Leo hat ja gerade schon gemeint, dass die so ein bisschen das Hasobjekt aller Studenten sind. Ich sag dazu mal gar nichts. Andere sind zum Beispiel BCLXL. XL könnte man sich vielleicht auch merken. Es ist irgendwas Positives, also es ist antiapoptotisch. Oder eine andere Eselsbrücke, die Leo für euch vorbereitet hat.

Ja, Clara magst du es nicht sagen.

Nee, ich möchte es echt nicht sagen.

Ja, ich find's witzig. Was sind die Nice-Bratans? Ja, weil nice mit C so, um ein bisschen das Niveau zu senken hier, ja. Nice Bratans, gute Diesel, machen gute Sachen, machen gute Zelle, machen gute Überleben.

Für alle, die es gerade nicht verstanden haben, nice wegen C, weil das C in BCL2 und BCLXL vorkommt. Also die beiden Vertreter, die antiapopotisch sind.

Genau, also hier an der Stelle eher die konservativ eingestellten, die jetzt nicht so umstürzlerische Gedanken haben wie unsere anderen pro apoptotischen sind.

Genau. Und wenn jetzt unser Signal von den friedlich Gesinnten in der BCL-2-Familie ausbleibt, dann haben wir natürlich eine Gleichgewichtsverschiebung zu den Badcops, zu den Bad, Bug und Bugs und haben dementsprechend dann ein Gleichgewicht, das die Zelle in Richtung Aoptose treibt.

Das ist so ein bisschen wie diese drei Enten von den Entenbrüdern, diese drei Kleinen. Wie heißen die? Trick, Trick, Trick, Tick und Trag, oder? Oder so ähnlich, ja. So ein bisschen, die machen die ganze, die machen als kaputt. Die waren auch mal alles kaputt.

Auch so wie Donald Duck hier gelesen.

Aber gut, it hilft ja nichts. Tim wohnt doch, wohnt doch, ähm, Tim wohnt doch, äh, kommt doch ursprünglich aus dem Dorf. Das Nebendorf, da ist die Frau irgendwie geboren, die die Entenbrüder erschaffen hat oder so. Da waren wir mal, als wir ihn besucht haben, waren wir da mal im Entenbrüdermuseum, kann ich gut empfehlen, es war sehr witzig.

Keiner kurzer Schmankerl. Dagoberg.

Die Soundeffekte. Was haben die euch in diesem Museum gezeigt?

unknown Was?

Also, wie gesagt, es hilft nichts. Wir gehen jetzt, also um das nochmal zusammenfassen.

Zusammenzufassen.

Wir haben zwei Wege gesehen, wie die Apoptionen. Ausgelöst werden kann und die beiden münden jetzt in eine gemeinsame Endstrecke. Den Begriff haben wir gerade schon gehört und wir wissen auch schon, dass jetzt insgesamt unsere Initiator-Kaspasen 8, 9 und 10 aktiviert sind. Vom extrinsischen und vom intrinsischen Weg.

So, diese Initiator-Kaspasen führen jetzt zur Aktivierung von Effektorkaspasen, nämlich drei, sechs und sieben. Und diese Effektorkaspasen, mit denen ist überhaupt nichts zu schätzen. Also nee, die kennen dann wirklich nichts mit. Da ist Ende, Schicht im Schacht, die führen wirklich die Apoptose aus.

Und nicht nur das, also sie führen auch dazu, dass sie quasi ist zu einem selbstverstärkenden Mechanismus, einem positiven Feedback-Loop kommt, dass also diese Effektorkaspasen auch noch wieder zur Aktivierung unserer proapoptotischen Proteine Bad, Bug und Bugs, führen. Und gleichzeitig gibt es auch zwischen unseren zwei Kontrolleuren an den Menschen, gibt es quasi, die tauschen sich aus und sagen, hey, hier, Jogel, den nehmen wir mal hoch.

Der Keller, den müssen wir eliminieren. Es gibt sowas von nicht angseinflößend. Ja, ja. Den müssen wir mal hochnehmen, gerne.

Das kann man nicht ernst nehmen.

Es ist nämlich so, dass der intrinsische Weg auch den extrinsischen aktiviert. Ja, also es finden Querverbindungen statt und letzten Endes greifen diese zwei Wege auch irgendwo ineinander und führen eben über diese gemeinsame Endstrecke zu welchen Effekten, Clara?

Ja, jetzt ist die Zelle endgültig im Eimer, denn jetzt gibt es überhaupt gar kein Zurück mehr. Die Zell-Zell-Kontakte werden aufgelöst. Es ist eigentlich ganz logisch. Wir wollen ja nur diese eine Zelle in den Ruin treiben und wollen die Zellen rumherum nicht mitnehmen. Bevor wir sie also kaputt machen, lösen wir sie mal von den ganzen Nachbarinnen und Nachbarn ab.

Jetzt werden die Zellen eingeschrumpft, der Zellkern selber fängt an zu schrumpfen. Anschließend wird der Zellkern fragmentiert in mehrere Einzelteile und die ganze Zelle fängt an, wie aufzuquellen. Man spricht ja auch vom sogenannten Blebbing. Das Ganze sieht immer aus wie so eine Handvoll Weintrauben, wenn man sich das so unterm EM anguckt.

Ja, es ist sehr lautmalerisch. Warte, warte. Osomatopoesie oder so?

Das ist Onomatho-Poesie. Aber Deutsch ist schon ganz lange her.

Genau, ja, halt quasi ein Wort, was genauso klingt, wie es genauso klingt wie die Sache, die es halt macht.

Ja, es gab Zwitschern oder Zischen, Wörter, die implizieren, was für ein Geräusch sie meinen.

Es gab bestimmt irgendeinen Literaten oder Literatin, die irgendwie ihren Weg in die Biochemie gefunden hat und zufällig das Wort Blebbing. Blebbing in der Bibel.

Dieses Blebbing ist insofern wichtig, weil jetzt unsere einzelnen Zellbestandteile ausgeschleust werden als apoptotische Partikel. Die sind aber alle noch von Zellmembranen umgeben. Das heißt, wir haben hier nicht irgendwelche freien Zelltrümmer, die hier rumschwimmen und dementsprechend kommt es auch nicht zu einer Entzündungsreaktion, weil das alles schön fein säuberlich in die apoptotischen Partikel verpackt ist.

Und diese werden jetzt von phagozytierenden Makrophagen aufgeschlabbert und ja, das Ganze ist ganz sauber und unbemerkt über die Runden gegangen. Wir sind eine Zelle ärmer.

Ja, und das ist wirklich ein Zeltod mit Ansage und dann aber auch gescheitem Abbau. Da wird schön in Grab auch gegraben, das wird alles schön verpackt, aufgefeshbart und versetzt und dann geht es weiter. Und das ist halt bei einer Nekrose eben ganz anders.

Genau, also hier absoluter Multiple-Choice Alarm, die Unterschiede zwischen Apoptose und Nekrose, Apoptose fein, sauber, keine Entzündung, kontrolliert, einzeln und Nekrose viele Zellen, Zelltrümmer, die frei rumliegen und eben eine krasse Entzündungsreaktion auslösen.

Das heißt, die Effektor-Cashpaller, die nehmen den Kolo Hops und dann nehmen wir der aufgefashbot. Jungs, ihr macht nichts fertig. Das ist genau wie du sagst. Aber jetzt mal. Ah, fein. Okay. Also wir halten jetzt kurz fest. Wir wissen jetzt, wie wir die Zelle anständig kaputt kriegen, wenn die aufmüpfelt.

Wir haben am Anfang schon gesagt, ach, wir müssen mal auflösen, Freunde. Wie viele Mutationen? Weil das ist jetzt die perfekte Überleitung. Wie viele Mutationen gibt es pro Säugerzelle am Tag?

Also wir gucken uns eine einzige Zelle an, nicht das Lebewesen.

Eine einzige Zelle, weil das Lebewesen ist so krass schwer zu schätzen, aber nur eine einzige Zelle. Eine so eine kleine Zelle im kleinen Onkel.

Weißt du, es kann ja nicht viel passieren. Ich sag einfach mal, es sind 20 pro Tag.

20, okay.

Pro Zelle. In jeder Körperzelle.

Also da würde ich ordentlich hochgehen. Ich würde. Wer aber mal vierstellig. Ich sage 2500.

Okay, Punkt für Schulz ist es zwischen 10.000 und 60.000. Das ist das, was geschätzt wird. Pro Packing-Solgerzelle. Also pro Zelle pro Tag. Jetzt rechnen wir mal hoch. Ja, das sind irgendwie 4 mal 10 hoch 9 oder so. Also im Milliarden. Auf der einen Seite. Ja, ist krank, ne? Absolut krank. Wahnsinn.

Aber das Schöne zeigt auch die Effektivität von unserem System, ne? Weil wenn die ganzen Zellen. Also die werden nicht umgebracht. Genau, weil wenn diese ganzen Zellen jetzt entarten würden, wo es mutiert, dann hätten wir ein ganz schönes Problem.

Genau. Denn wie gesagt, das sind ziemlich, ziemlich viele Mutationen. Die meisten davon können glücklicherweise gerettet werden, weil es hatte ich denn ja nicht so jeden Tag einer so einen Tumor. Ja, deswegen, das ist das Schöne. Aber trotzdem, wie wir alle wissen, ich glaube, jeder Vierte bekommt in seinem Leben mal Tumorstand.

Aber mittlerweile glaube ich jeder dritte oder. Oder jeder Dritte, also es sind zumindest ziemlich viele. Klopfervollz, das ist bei euch entweder gar nicht oder wenn dann sehr spät stattfindet. Worum es geht, ist, dass bei der Tumorgenese. Das war Plastik? Ja, das war Plastik, Clara. Du musst an den Kopf klopfen.

Also, genau, also wir haben jetzt den Vorgang des geplanten Zeltons kennengelernt, der ganz, ganz oft ausgelöst wird durch eine Mutation im Genom, die eben nicht mehr repariert werden kann. Das heißt, wenn jetzt mal eine Zelle so mutiert, dass man es halt doch nicht mehr ganz kriegt, dann kann man dann trotzdem in den meisten Fällen diese Zelle halt eben, bevor sie anfängt, da rumzuwachsen, einfach platt machen.

Das einzige große Problem ist, ist, dass wenn diese Mutation in, ich sage jetzt mal, kritischer Infrastruktur ist, bedeutet entweder in einem Reparatursystem, in einem Kontrollsystem oder in einem Wachstumssystem, das sind so die drei wichtigen, dann ist es dann wird es umso schwerer, diese Zelle auszuschalten und manchmal ist es halt leider nicht mehr möglich.

Und dann beginnt halt eben die Tumorgenese. Liebe Freunde der Vorklinik, bevor es losgeht, brauchen wir noch ganz kurz eure Hilfe. Wir sind nominiert beim Deutschen Podcast-Preis in der Kategorie Beste Information. Diese Kategorie wird über ein Publikumsvoting entschieden und wir brauchen eure Stimme.

Hierbei würdet ihr uns unfassbar helfen, wenn ihr kurz auf den Link in der Folgebeschreibung klickt und uns eure Stimme gebt. Dauert nur 5 Sekunden. Ihr seid die allerbesten. Viel Spaß bei der Folge!

Genau, die Tumorgenese, wie es Leo gerade so schön erklärt hat, beschreibt also irgendeine Art von Gleichgewichtsstörung zwischen Zellauf- und Abbau. Also entweder die Zelle proliferiert wie wild, weil es viel zu viele Wachstumsfaktoren gibt, oder wir haben irgendeinen Fehler im Aptosemechanismus und die Zelle kann in ihrem Wachstum nicht mehr gehemmt werden und dann kommt es eben zu einer Tumorentstehung.

Oder beides.

Ja, oder beides ist auch alles möglich. Je mehr Mutationen und je mehr Mechanismen hier ausgeschaltet oder übermäßig aktiv sind, desto aggressiver wird dann letztendlich auch unser Tumor. Damit wir jetzt einen erfolgreichen und möglichst bösartigen Tumor hinbekommen, müssen allerdings auch andere Kriterien erfüllt sein, neben dieser Gleichgewichtsverschiebung eben in Richtung des Wachstums.

Wir brauchen auch ein unbegrenzt replikatives Potenzial. Also die Zellen müssen sich immer und immer und immer wieder teilen. Und wie ihr ja wisst, wird diese Zellteilung eingeschränkt durch die Länge der Telomere. Und deswegen ist in diesen Tumorzellen die Telomerase oft übermäßig aktiv, damit die sich eben unbegrenzt oft teilen kann.

Die sind so gesehen unsterblich, wenn man es so sagen möchte. Des Weiteren, was ein Tumor natürlich besonders bösartig und aggressiv macht, ist, wenn er die Möglichkeit hat, in andere Gewebe zu invasieren.

unknown Invadieren.

Invadieren, ja. Deutschkanse, ne? Genau, und dann dort zu metastasieren. Und wenn dieser Tumor eben anfängt zu wachsen und eine bestimmte Größe erreicht hat, muss er sich natürlich auch um die Versorgung seiner Zellen kümmern. Und sorgt dann dafür, dass Blutgefäße in dieses Tumorgewebe einwachsen.

Auch gerade ein sehr heißer Scheiß in der Krebsforschung, dass man da also schaut, wie man quasi diese Angiogenese unterbinden kann durch Medikamente oder sonstige Interventionen.

Ich glaube, das ist doch nur so ein Zentimeter kann ein Tumor ohne Überleben oder so einen halben Zentimeter ohne Gefäß und danach braucht er schon Gefäß.

Genau, weil der halt so eine hohe Zellteilungsrate hat, dass er auch viele Nährstoffe braucht. Aber genau, eine Mutation reicht nicht.

Ja, genau, so bis zu einem gewissen Grad diffundiert halt der Nährstoff noch und irgendwann braucht man dann eigene Gefäßversorgung.

Dass man irgendwie alle diese Eigenschaften braucht, damit dieses Kind dann auch am Ende Karzinom heißt. Ansonsten ist es halt, ist es ja meistens dann ein gutartiger Tumor und heißt es dann nicht Karzinom, sondern irgendwie halt anders.

Soweit ich weiß, gibt es auch bösartige Tumoren, die diese Eigenschaft nicht erfüllen. So ein Basalion zum Beispiel kann gar nicht metastasieren. Das bleibt immer an der gleichen Stelle, ist aber trotzdem ein bösartiger Tumor.

Nicht metastasiert, aber Gewebe invasiert. Also dieser ganze Begriff Gewebe-Invasion, Angiogenesis wäre jetzt ein Stichpunkt. Weil Gewebe-Invasion macht er ja auch. Ja, okay.

Man kann auf jeden Fall festhalten, dass das die allermeisten Tumoren so machen.

Genau. Und halt eben, das Spannende ist, das hat mich sehr begeistert in Pato, Shoutout an unsere Pato-Leute, das haben sie gut gemacht, die Tumorleute, dass es halt verschiedene Stadien gibt in der Tumorenese. Das heißt, weil wir eben so viele Eigenschaften brauchen, um quasi ein anständiges Kartinom zu haben, gibt es halt eben verschiedene Stadien.

Und meistens ist die erste Mutation eine proliferationssteigernde Mutation. Und diese Zelle teilt sich dann ganz, ganz viel und es nennt sich dann klonale Selektion, weil dann eben diese Zelle, die ist gerade so stark, weil die sich so krass gut teilen kann, dass sie quasi alles verdrängt. Und wir haben einen Primärtumor mit einem einzigen Zelltyp.

Und irgendwann mutiert diese Zelle dann auch. Und dann die Tochterzelle, die eine von denen, was weiß ich, 10.000, die hat dann noch ein größeres Proliferationspotenzial und die teilt sich dann viel, viel, viel mehr. Das heißt, am Ende haben wir einen Tumor mit zwei Zelltypen. Ein Zelltyp ist krass über quasi überpopuliert, weil der viel, viel stärker ist.

Das heißt, 99% von dem Tumor ist diese eine krasse Zelle, aber die eine kleine Anfangszelle teilt sich immer weiter. Und deswegen ein Prozent bleibt halt dann noch übrig. Und deswegen kann man halt dann in manchen Tumoren auch so diese Entwicklung nachvollziehen, wie an so Baumringen, weil halt quasi manche Zellen noch übrig sind und manche dann wiederkommen.

Also Tumor kann extrem spannend sein, wer der Lust hat, weiter daran zu arbeiten. Ich kann das empfehlen. Das ist ein sehr, sehr geiles Thema. Und das nennt sich dann polyklonale Selektion. Also wenn es dann auf einmal mehrere Zelltypen in einem Tumor gibt, was ja meistens nötig ist, weil oft ist entscheidend, dass dieses Ding wirklich bösartig wird, ist das halt P53 mutiert.

Ja, und was jetzt hier aus dem Gespräch auch schon ersichtlich wird, ist, dass ja Tumor eigentlich immer so die Frage oder sozusagen das Zellsystem an der Stelle auch immer eine Frage von Homöostase ist. Also Zellwachstum und Zellabbau über Apoptose müssen immer in einem Gleichgewicht stehen. Und bei einem Tumor geht das Ganze dann quasi, kommt zu einem Übergewicht hin zum Zellwachstum.

Und zwei Begriffe, die in dem Game jetzt sehr wichtig sind, sind Onkogene und Tumorsuppressorgene. Die machen jetzt gegensätzliche Einflüsse, haben die auf eine Zelle. Und zwar sind Onkogene eher quasi Pro Proliferation. Also die sind eher die, die einen Tumor machen. In der Vorstufe heißen sie Proto-onkogene.

Tumorsuppressorgene hingegen haben die gegensätzliche Funktion. Die sollen, wie der Name schon sagt, einen Tumor unterdrücken. Und was da als Bild sehr hilfreich ist, ist, dass ihr euch ein Auto vorstellt. Ein Auto, was. Guter Auto. Doch, gute Stuttgarter Autovertreter ist am Start. Und bringt euch jetzt das Bild eines Autos, was im Prinzip auf eine Wand zusteuert.

Und so ein Auto hat ein Gaspedal, was das Auto schneller macht, aka Proliferation, aka Onkogen. Und es hat aber zwei Bremsen. Einen, eine Bremse für einen Fuß, Fußbremse und eine Handbremse. So, das mal als Bild im Kopf behalten, das wird gleich noch wichtig. So, diese Onkogene heißen, wie gesagt, in ihrer Vorstufe in der nicht mutierten Form Proto-Onkogene und sind im physiologischen Zustand für Wachstums- und Differenzierungsprojekte, genau, auch, aber eben Prozesse auch relevant.

Sie sind also für die Proliferation quasi zuständig und dafür. Jetzt, wenn die eine sogenannte Gain of Function-Mutation erfahren, kommt es zur Überaktivität dieser Onkogene, dieser Proto-onkogene, dann werden sie zum Onkogen und dann kommt es zur ungesteuerten Aktivierung. Dann kommt es zur ungesteuerten Proliferation und wir sind schon straight auf dem Weg zu einem Tumor.

Wichtig ist hier, Onkogene sind ja unser Gaspedal und da reicht eben eine Gain-of-Function-Mutation. Es gibt nur ein Gaspedal, wenn da draufgedrückt wird, wird das Auto gleich schneller.

Auch wenn das andere Gen auf dem anderen Allel noch ganz ist.

Genau, ja, also das ist die Analogie. Es gibt ja immer zwei Versionen quasi eines Gens, nämlich auf zwei Allelen. Und bei einem Onkogen reicht schon die Mutation, die Gain-of-Function-Mutation, also dass eine Funktion hinzukommt, dass es aktiver wird in einem Allel. Und im zweiten muss es nicht mutieren.

So, und Beispiele dafür sind jetzt vor allem Proteine, die in Mitose aktivierenden Kaskaden vorkommen, zum Beispiel der RP2-Rezeptor. Der muss dimerisieren und normalerweise einen Liganden binden, damit er aktiv wird. Und wenn jetzt aber das onkogen eine Gain-of-Function-Mutation hat, dann kann dieser Rezeptor auch ohne Ligand dimerisieren und eine Wirkung entfalten und wirkt dann als Wachstumsfaktor und die Zelle quasi entartet.

Die gibt absolut Gas. Und das zweite Beispiel ist die Mutation in einer nachgeschalteten Kinase, nämlich schaltete Kinase aktiviert, wird zum Beispiel im RAS oder BCA-Abel gen. Was mit, also das BCA-Abel-Genmutation ist mit Leukämie assoziiert.

Genau, unser Gaspedal ist jetzt leider mutiert und das Auto scheint unbremslich auf diese Wand zuzusteuern. Wir können allerdings noch eingreifen und unsere Zelle vor der Entartung retten, indem wir entweder die Bremse oder halt die Handbremse betätigen. Je war der Fußbremse, sagt man, ne? Ja, ich habe sie so mit aufgeschrieben.

Ja, also mit der Handbremse fahren das Auto zu fahren, ist sportlich.

Ja, wir können notfalls immer noch die Handbremse ziehen, denn das ist der Clou an den Tumorsuppressor gen, dass du nämlich auf beiden Allelen an derselben Stelle die Mutation brauchst. Also die müssen beide kaputt gehen, damit dieses Auto seine Bremswirkung komplett verliert. Also hier reicht nicht nur eine Mutation aus, wir brauchen so ein Two-Hit.

Und außerdem, weiter im Unterschied zu den Onkogenen bei den Tumorsuppressorgenen, brauchen wir eine Loss-of-Function-Mutation. Sie müssen also in ihrer Funktion fehlerhaft sein oder ihre Funktion sogar komplett verlieren, damit der Tumor eine Chance hat. Ja, das mitunter berühmteste Beispiel an den Tumorsuppressoren ist unser sagenumwobenes P53, von dem ihr ja vorher schon gehört habt.

P53 ist so ein bisschen.

Wir müssen einspielen können über Elektronik, aber. Nö, wir sind da auch sehr an. Handgemachte Effekte. Genau. Aber übrigens noch zu der Two-Hit, das macht ja eigentlich ein Vorteil auch für die Menschen, weil es dazu eben quasi mehr Aufwand braucht und es ist statistisch weniger wahrscheinlich, dass zwei Allele an der genau gleichen Stelle mit.

Die genau gleichen Stelle muss ja nicht sein. Es ist ja nur wichtig, dass beide Allele.

Es muss aber für das gleiche Protein zum Beispiel kodieren. Also es muss nicht die gleiche Mutation sein, aber es muss schon auf demselben Gegend sein.

Ja klar, das ist ja logisch. Genau, aber jetzt nochmal P53.

Ich wollte jetzt noch kurz einstreuen, dass ein bisschen gebeutelt dann die Menschen sind, die bereits eine Keimbahnmutation bei Humorsuppressoren besitzen. Das heißt, die kommen schon mit einem kaputten Allel auf die Welt und die Chance, dass irgendwann im Laufe des Lebens auf dem zweiten noch funktionsfähigen Allel auch eine Mutation dazukommt, ist natürlich signifikant erhöht im Vergleich zu einem, der mit zwei gesunden Allelen zur Welt kommt.

Andix gut diese.

So, jetzt aber über langen Umweg zurück zum P53, unserem Alleskönner. Kurz zu seiner Funktion, P53 liegt eigentlich dauerhaft in jeder Zelle vor, in einer niedrigen Konzentration, da es sehr schnell, also nach ungefähr 10 Minuten über Obiquitinylierung wieder abgebaut wird. Wenn es jetzt aber zu irgendeinem Schaden kommt, DNA-Schaden, Einzel-Doppelstrangbruch, was weiß ich, oder wenn übermäßig viele Wachstumsfaktoren vorliegen, dann werden Proteinkinasen aktiviert, die man P53 jetzt phosphorylieren.

Somit ist keine Ubiquitinylierung mehr möglich. Das P53 akkumuliert, also es steigt in seiner Konzentration massiv an und arrestiert jetzt erstmal den Zellzyklus. Das macht es, indem es als Transkriptionsfaktor dient für das sogenannte P21. Das ist eine Inhibitokinase und die stoppt unseren Zellzyklus.

In dieser Zeit haben wir jetzt eben die Möglichkeit, den Schaden, wo auch immer er ist, zu reparieren. Und wenn eben eine gewisse Zeit überschritten ist oder der Schaden halt einfach irreparabel ist, dann aktiviert P53 über Transkription von Bart, Bug und Bugs. Das sind auch alles Tumorsuppressorgene unserer Apoptose.

Also Bart, Bug, Bugs. Wir erinnern uns, die drei Entendrillinge, die unsere Apoptose dann letztendlich.

Alle Tumorsuppressorgene. Doch, stimmt, doch, sind sie ja. Stimmt. Stimmt, hast recht, sind sie ja. Darf ich kurz mal festhalten, dass ich unfassbar beeindruckend bringe, dass du Ubiquitynellierung in normaler Geschwindigkeit aussprechen konntest, als wäre das einfach so ein Leichtigkeit.

Ist keine Leichtigkeit gewesen. Ich habe tatsächlich ein Referat über P53 halten müssen und ich habe dieses Wort Ligit 20 Mal in Zeitlupe vorm Spiegel mit absolut übertriebener Mimik aufsagen müssen, bis ich es einigermaßen konnte. Ich habe das wirklich unzählige Male geübt vor diesem Vortrag, dass ich das Wort irgendwie hinkriege.

So, jetzt bevor wir schlafen gehen, jetzt gibt es nochmal die wichtigsten Zugehöriger beider Gruppen.

Genau, also die häufigsten beteiligten Gene. Einfach nochmal, um euch ein paar Beispiele zu geben für Onkogene und Tumorsuppressorgene. Auf der Seite der Onkogene haben wir zum einen den EGF-Wachstumsfaktor-Rezeptor, dessen Mutation ist vor allem mit Lungenkarzinomen, Kolonkarzinomen und Karzinomen von Ova und Blase assoziiert.

Der H2 passt auch, dass es irgendwie Frauen betrifft. Also HERL-2, ja. Nö, es ist auch nicht witzig, aber so kann man es sich halt merken. Also der HERL 2 Östrogenrezeptor, der ist auslösend für das Mamakarzinom. Und dann gibt es noch das RAS-Onkogen, was mit Lungenkarzinom und Cruise in Verbindung steht.

Es ist witzig, ich habe mir Herz I genau andersrum gemerkt, dass es gerade das Kontroverse ist, dass jemand, der fürs Mamakarzinom verantwortlich ist, Herr heißt. Das hat mich so getriggert an der Stelle, dass ich mir das gleich wieder gemerkt habe.

Her ist eigentlich noch viel besser. Hör too, das ist so eigentlich viel besser. Das übernehme ich in meinen Schatz, ich bin begeistert.

Wir wollen damit sagen, ihr könnt euch komplett aussuchen, wie ihr euch es merkt. Und jetzt habt ihr zwei Alternativen. So, Tumor Suppressor.

Bei den Tumorsuppressogenen auch noch zwei prominente Beispiele. Das eine Prag 1 oder BRCA1, weiß ehrlich gesagt, manchmal nicht, wie ich mit diesen Abkürzungen umzugehen habe. Wenn dieses Tumorsuppressogen mutiert ist, kommt es vermehrt zu Mama und Prostata-Karzinome. Und das liegt daran, dass es für die homologe Rekombination, also für die Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen, verantwortlich ist.

Und wenn eben dieser wichtige Reparaturmechanismus wegfällt, dann haben wir halt Pech gehabt. Genau, ein zweites prominentes Beispiel ist das APC. Und wenn das mutiert ist, kommt es ganz oft zu Kolonkarzinomen.

So, unsere Dystopie ist zu Ende. Was nehmen wir mit von heute? Der programmierte Zelltod, die Apoptose, betrifft meist nur einzelne Zellen und beinhaltet keine Entzündungsreaktion. Der intrinsische Weg der Apoptose wird meist durch DNA-Schäden getriggert. Der extrinsische Weg wird durch den Todesrezeptor oder fehlende Überlebenssignale ausgelöst.

Kaspasen, die Kaspalle. Da gibt es Initiator- und Effektorkaspasen. Wobei die Initiatorkaspasen mehr so einen, wie soll ich sagen, delegierenden Job haben und die Effektorkaspasen wirklich, das sind die Raufbolde. Und als letztes meine BLCL2-Familie. Ja, ist auf jeden Fall eine sehr temperamentvolle Familie mit sehr vielen Facetten, hat pro- und apoptotische Proteine.

Und somit haben wir es geschafft. Die Zelle ist tot. Pro- und anti-Apoptotisch. So war. Das war ein Test, ob ihr aufpasst. Sehr gut. Und dann im Chor. Also die Zelle ist abgeschlossen mit dem Tod. Ja, alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. Ja, vielen Dank fürs Zuhören für die Zelle. Als nächstes, als nächstes nach der Zelle starten wir auch schon in unsere Organe rein.

Ich hoffe, ihr seid gehypt. Wir sind es auf jeden Fall.

Ja, und wir wollten uns an der Stelle mal bedanken für euren Support, den wir auf Social Media und vor allem auch durchs Hören unserer Folgen durch euch bekommen. Da haben wir jetzt heute gesehen, dass wir über 10.000 Follower auf Spotify haben.

Wir waren echt mega geflasht. Februar 23. Wir sind super dankbar. Aber wenn ihr es noch nicht gemacht habt, dann folgt uns einfach. Euch kostet es nichts und uns bringt es sehr, sehr viel. Genauso wie das Herzchen auf Insta oder das Folgen auf Insta. Deswegen macht es mal. Wir haben euch alle lieb, liebe Freunde.

Dann bis auf die andere Seite. Bis zur Leber. Bis ab von der Zelle zu Leber.

Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.

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