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Shownotes
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Hobby-Popeyes
- Das Training geht weiter! Im zweiten Satz der Muskelreihe schauen wir uns heute die Physiologie aus etwas größerem Abstand, also den ganzen Muskel an. In dieser Folge gehts es nicht nur um die Regulationsarten der Muskelkontraktionen, sondern auch um wichtige Hinweise, wie bei dem Anheben einer Bierkiste nicht falsch laufen kann!
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() - Grundbegriffe() - Kraft-Länge-Diagramm des Skelettmuskels() - Aktivierung und Regulation glatte Muskulatur
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aktiviert. Kinase, Kinase, genau. Habe ich keine Kette.
Ja, also die Mühsin leichte Chain Kette. Kinase. Genau. Leichte Kette, Kinase. Leichte Kette, Kinase. Schon ein bisschen spät. Zytonischen Kontraktionen. Oh Mann. Sisi. So liebe Freunde. Du nimmst schon die ganze Zeit auf. Du säkel du.
So liebe Freunde, herzlich zu deiner nächsten Folge von Zytos Inversus.
Das können wir können wir so, glaube ich, nicht bringen, oder?
Oder machen wir es? Ja, komm, wir machen jetzt einfach weiter. Ich hab schon auf Aufnahme gedrückt. Ganz herzlich willkommen zu der Fortsetzung der Muskelphysiologie-Folge. Heute Muskelmischologie.
Wir sind. Okay, so, jetzt komm, Fokus. Wir sind übrigens Sytos in Versus. Und ich bin Fabian.
Ich bin der Moritz.
Und ich bin Leo. Grüße euch.
So, wie ihr vielleicht bei diesem Titel auch ein paar Hobbypumper und Möchte an Popeys verlaufen haben, die sich hier ein paar Hands-on-Kraftaufbau-Tipps holen wollen. Da müssen wir direkt erstmal das Erwartungsmanagement betreiben und leider den Fokus wieder zurück aufs Studium und relevante Inhalte.
Ich habe wieder ein richtig poantiertes Intro geschrieben und das ist ja komplett verhaspelt.
Ja, passiert. Das war ein bisschen wie von einem Rotwein vorhin. Ach was.
Jetzt guck mal, ob du den zweiten Teil über die Zellinie bringst.
Ja, alle Medizinstudenten und Studentinnen, du Lusche, haben es wahrscheinlich schon einmal gesehen. Ganz seltsame, hochkomplex anmutende Diagramme aus der Physiologie-Vorlesung mit Kurven, Pfeilen und noch mehr Kurven. Das wollen wir heute in aller Ruhe von hinten aufrollen. An der richtigen Stelle die nötigen Details wiederholen und euch die relevanten Prüfungsfakten auf dem Silbertablett servieren.
Und? Vorlesepreis 6. Klasse? Bei Plus?
Habt ihr das gemacht damals? Vorlesungsvorlesewettbewerb?
Nee, ich habe das nie gern gelesen. Wird das jetzt für deinen Teaser für den Sieg im Vorlesewettbewerb in der sechsten Klasse Moritz?
Das war tatsächlich, damals habe ich meine Klasse da doch ausgestochen mit dem Vorlesewettbewerb.
Das war so gut, einmal im Prepp-Kurs. Ganz am Ende bei Neuroanatomie ging es darum, irgendwie, dass jemand die Aufgabenstellung vorlesen sollte oder so. Erstmal, okay, wer würde sich bereit erklären, freiwillig vorzulesen? Schweigen. Irgendwann Moritze. Ja, ich mach das. Ich habe mal in der sechsten Klasse einen Vorleser entwickeln.
Hab ich wirklich gesagt, ja.
Aber bestimmt ironisch gemeint.
Du hast es aber über die Ziellinie geschafft. Ich hab's über die Ziellinien. Okay, ich nicht.
Ja, los geht's mit ein paar Grundbegriffen. Genau, also ist heute auch alles nicht so kompliziert. Das kriegen wir schon alles gut gemeinsam hin. Wir müssen uns aber mit so ein paar Begrifflichkeiten im Kontext von der ganzen Physiologie, Muskelphysiologie auseinandersetzen. Und einer vor einem, ein wichtiger Grundbegriff ist quasi die Frage nach den Bewegungsformen und da gibt es eben die exzentrische und die konzentrische Kontraktion.
Und bei der konzentrischen Kontraktion, da verkürzt sich der Muskel, das ist ja irgendwie erstmal das, was man jetzt hier erwarten würde. Und bei der exzentrischen Kontraktion wird der Muskel eben tatsächlich länger. Und da könnte man sich jetzt fragen, what, was ist denn hier los? Seit wann werden denn die Muskeln hier irgendwie länger?
Natürlich nicht, ja. Also der Muskel wird jetzt nicht von sich aus irgendwie länger oder so, aber er ist quasi ein Gegengewicht zur Schwerkraft einfach. Also nehmt ihr ein Beispiel, wenn hier irgendwie jemand gerade Sit-Ups macht, dann liegt er ja erstmal auf dem Boden und dann will er sich oder sie sich aufrichten und macht dann quasi nach oben eben eine, bei der Bewegung nach oben, wenn der Brustkorb nach oben bewegt wird, dann ist das eine konzentrische Verkürzung des Musculus rectus abdominis, also der Muskel wird kürzer und auf dem Rückweg, da wird der Muskel ja verlängert, aber trotzdem spannt man den Bauch an.
Ja, einfach deswegen, weil man diese Rückbewegung bis zu. Deswegen habe ich immer Kopf wählen am Sither machen. Genau, man will nämlich nicht mit dem Schädel auf den Boden brettern. So, das ist im Idealfall eben nicht der Fall.
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Die zwei nächsten Kontraktionsformen, die wir uns anschauen wollen, sind isotonisch und isometrisch. Die beiden Begriffe klingen jetzt erstmal so ein bisschen kryptisch, aber wir zerlegen sie einfach in jeweils zwei Teile. Es gibt zwei Dimensionen, die dabei eine Rolle spielen. Das eine ist die Kraft, beschrieben durch den Tonus, und das andere ist die Länge oder die Metrik.
Es ist wie bei einem Meter, eine Einheit für die Größe Länge. Und wenn jeweils jetzt ISO vor so einem Begriff steht, dann heißt es immer, dass der jeweils andere Teil sich ändert. Also ganz konkret, bei isotonisch bleibt der Tonus, also die Kraft gleich und die Länge ändert sich.
Ganz kurz mal ein kleiner Einwurf. Das ist mir schon ganz soft aufgefallen, dass in manchen Lehrbüchern schreiben, die ISO Bar, das ist immer ein Synonym. Also quasi ob man jetzt Tonus oder Bar verwendet, für den Druck ist es vollkommen egal. Wir bleiben bei Tonus, aber falls man darüber stolpert, also man kann es auch einfach Isobar nennen, das gibt es auch.
Genau, aber es geht immer um irgendwas mit Kraft oder eben Druck.
Vor allem auch wenn man dann über das Herz irgendwann mal spricht, ne, da wird es dann.
Richtig, gerade wenn es ein Nullmuskel ist. True. Genau. Also isotonisch, ja, Kraft bleibt gleich und Länge ändert sich. Isometrisch, da bleibt jetzt die Metrik, also die Länge gleich und die Kraft kann sich aber ändern. So eine isotonische Kontraktion kommt jetzt so im Alltagsleben eigentlich nie vor.
Das ist nur ein theoretisches Konzept. Die meisten Kontraktionen, so wie sie im normalen Leben stattfinden, sind eigentlich auxotone Kontraktionen. Und das beschreibt eine Mischform aus Kraft- und Längenänderung. Also eine Mischform aus isotonischer und isometrischer Kontraktion. Kann man auch Auxo bar nennen?
Kann man auch auxobar nennen. Also man kann einfach nur ein Bad. Das ist mein Ding. Das spricht der Kardiologe in dir. Genau, kurzes Beispiel, was jetzt so eine auxotone Reaktion, also Kontraktion wäre. Das wäre zum Beispiel, wenn wir was hochheben. Also wenn wir den Arm beugen und was hochheben, dann kommt es eben dazu, dass auf der einen Seite eine isotonische Reaktion stattfindet, wo sich nur erstmal die Länge ändert und davor muss ja aber erstmal die Kraft aufgebaut werden, um diesen Gegenstand überhaupt gegen die Schwerkraft bewegen zu können.
Und dieser Kraftaufbau, diese Kontraktion, die wäre dann isometrisch.
Und die 25 Tonnen aufzuheben.
Ja, genau. Nur mit dem Bizeps, wo ein kurzer Verweis noch an die Vorfolge. Aber ganz wichtig zu wissen, Auxoton, das ist eben die Mischform und da sind beide Kontraktionsformen letztlich gemischt. Also, aber was wir noch zu dem Isotonischen sagen können, warum kommt es eigentlich nicht vor, physiologischerweise?
Das ist einfach der Grund der, dass wenn wir unsere Muskeln anschauen, dann kommt es ja immer dazu, dass sich da irgendwie die Kraft verändert. Warum? Weil sich der Winkel auch ändert. Die Muskel, die sind ja nicht an zwei statischen Wänden befestigt, sondern an Knochen. Und die bewegen sich an einem Gelenk.
Und deswegen verändert sich zum Beispiel der Fiederungswinkel der Muskulatur und der Muskel hat dann mehr Kraft. Das heißt, ein Fall, wo sich nur die Länge ändert des Muskels, aber die Kraft gleich bleibt, das gibt es so im realen Wahl.
Man würde jetzt ja zum Beispiel irgendwie meinen, ja, irgendwie so ein normales Anbeugen vom Oberarm ist ja eigentlich irgendwie isotonisch, ne? Aber genau, wie eben gerade beschrieben von dir, also ich dachte das eben mal lange, dass das einfach isotonisch wäre, aber tatsächlich ist es eben auch Xoton.
Genau.
Und um das Ganze jetzt nochmal zu komplettieren, die isometrische Reaktion, also wo die Länge gleich bleibt und die Kraft sich verändert des Muskels, das, um das jetzt in ein Beispiel zu übertragen, wäre zum Beispiel, wenn wir was tragen mit unserem Bizeps, da wäre der Muskel hätte die ganze Zeit die gleiche Länge, aber die Kraft würde sich jeweils verändern, weil der Gegenstand ja gegen die Schwerkraft hochgehalten werden muss.
Genau, und jetzt arbeiten wir im Prinzip mit diesen beiden Begriffen noch ein bisschen weiter, nämlich mit der isometrischen und der isotonischen Anspannung und führen zwei neue Begriffe ein, nämlich die Anschlagszuckung und die Unterstützungszuckung. Das ist jetzt eigentlich so eine Kombination ausbauen.
Genau, genau. Das ist im Prinzip einfach auch nur eine Abfolge. Also erst das eine und dann das andere. Was anderes als die Oxotone-Reinzung.
Stimmt, ja, die Kombination wäre die Axotone-Reaktion und das ist jetzt eine Reinschaltung halt. Genau, genau, genau.
Genau, Anschlagszuckung, also quasi Oxoton wäre es, passiert so gleichzeitig parallel und Anschlagszuckung, Unterstützungzuckung eben hier so hintereinander, wie gerade gesagt, genau. Und bei der Anschlagszuckung, das ist irgendwie, irgendwie sind die Namen auch ein bisschen intuitiv hier, finde ich.
Also es wird quasi erst bis zum Anschlag verkürzt und dann wird Kraft aufgebaut. Also es ist erst isotonisch, also man verkürzt erst den Muskel und dann ist es isometrisch, dann wird Kraft aufgebaut. Ja, könnt ihr euch vorstellen, klassisches Beispiel ist so ein Kiefersbiss. Stellt euch vor, ihr habt irgendwie Kieferschluss heißt es, oder?
Kieferschluss.
Meistens beiße ich die an den Kiefers.
Ja, ein Biss funktioniert eigentlich immer mit dem Kiefern.
Aber Kieferschluss klingt irgendwie schon ein bisschen professioneller, finde ich. Ja. Bleiben wir bei beim Kiefers. Kieferschluss. Da schnack ich es direkt. Nehmt euch vor, ihr habt hier irgendwie echt eine harte Nuss oder irgendwas zwischen euren euren Backenzähnen. E harte Nuss zu knacken. Genau, und die liegt dann da schon auf euren unteren Backenzähnen.
Das war schon. Und dann wollt ihr quasi von oben da so drauf beißen, dann müsst ihr natürlich erstmal auf die Nuss drauf. Also quasi erstmal isotonisch verkürzen und dann Druck aufbauen, isometrisch, da jetzt noch quasi die Kraft tatsächlich aufbauen, dass ihr dann die Nuss knacken könnt. Und das Gegenteil davon ist die Unterstützungszuckung.
Also da wird quasi erst Kraft aufgebaut und danach verkürzt man ja so genau andersrum. Also erst eine isometrische Aufbau der Kraft und dann eine isotonische Verkürzung. Beispiel dafür ist ein sehr plastisches Beispiel. Ich weiß, es ist eigentlich eine viel komplexere Bewegung, aber ungefähr könnt ihr euch so vorstellen, als würdet ihr irgendwie einen Kasten Wasser hochheben oder als würdet ihr irgendwie Gewichte heben im Gym machen oder sonst irgendwas.
Ihr müsst quasi eben erst, wir nehmen an, ihr habt diesen Kasten Wasser da am Boden und da habt ihr eigentlich nicht genug Power irgendwie in den Beinen, um den direkt hochzuheben. Und deswegen müsst ihr eben quasi erstmal ein bisschen isometrisch Kraft aufbauen und könnt erst dann isotonisch eure Muskulatur entsprechend verkürzen, damit ihr euch dann da wieder aufrichten könnt mit diesem Wanzen.
Witzigerweise war genau das mein das Thema von meiner mündlichen Physikumsprüfung. Also quasi diese Kontraktionsarten mit Zuckungen und was weiß ich erklären. Natürlich war die Vorbereitungsaufgabe, das Ganze in ein Diagramm einzutragen, aber Thema Kurven, Thema Podcast, na. War das gut? Gut vorgelesen.
Hase gut gemacht. Geil, ja. Also tatsächlich ist das Problem, dass wir natürlich jetzt hier in einem Podcast-Format nicht ganz so gut über grafische Dinge reden können. Deswegen wird da auf jeden Fall nochmal ein Nachtrag kommen auf unserer Instagram-Seite über die verschiedenen Kurven. Oder man kann es natürlich in einem gängigen Lehrbuch nachlesen, da sollte es auch immer drin sein, weil es halt nicht so ganz geeignet ist.
Grundsätzlich geht es immer darum, wie viel Kraft wird aufgewendet auf der Y-Achse und was sagt die Muskellänge gerade auf der X-Achse.
Ja, also das Ganze ist wie gesagt ein relativ undankbares Thema. Aber wir werden euch das jetzt einfach mal in diesem auditiven Format versuchen, so gut wir es gerade können, zu beschreiben.
Bevor man überhaupt irgendwas einzeichnen kann, habe ich nämlich erstmal direkt richtig ratzig falsch gemacht. Und steht mit Kulsi da raufgerümmelt, ja, und dann haben sie überlegt, warte mal, irgendwas sieht anders aus als im Buch. Ach ja, die Ruhe Dehnungskurve fehlt.
Hatten wir jemals schon so eine galante Überleitung? Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht. Ich glaube nicht. Die Ruhe Dehnungskurve beschreibt aber eigentlich auch schon ganz gut, worum es geht. Wir haben einen Muskel in Ruhe, der jetzt passiv gedehnt wird. Und jetzt ist einfach die Frage, okay, wie verhält der sich?
Kann ich den jetzt unendlich dehnen? Oder, und das ist ja eigentlich sehr intuitiv, arbeitet der irgendwann auch mal dann dagegen? So. Also es geht darum, ohne aktives Anspannen wird dieser Muskel jetzt aufgedehnt in die Länge. So. Und jetzt ist es eben so, dass man das messen kann, wenn der wird jetzt so kontinuierlich auseinandergedehnt und zunächst mal steigt die Spannung oder die Kraft quasi, die der Muskel dagegen gesetzt, erstmal schwach an, aber später wird die immer stärker.
Und jetzt ist natürlich die Frage, warum, warum wehrt sich dieser Muskel immer länger zu werden?
Also dieser Kurvenverlauf ist tatsächlich fast so, sieht so, ich weiß nicht, ob es wirklich exponentiell ist, aber es sieht so ein bisschen exponentiell aus.
Also auf jeden Fall kein linearer Zusammenhang wie bei irgendeiner normalen Feder oder so, sondern es wird zum Ende hin, haut uns diese Kurve nach oben ab. Man muss immer schön bildig bleiben. So, und woran liegt das jetzt? Das liegt am Titin. Da verweisen wir auch gerne auf unsere Histofolgen, wo ihr euch das nochmal im Detail erklären lassen könnt.
Und dieses Titin, das ist jetzt, ja, kann man sagen, wie so eine Art Gummiband oder ähnlich wie eine Feder, aber das hat jetzt einfach die Funktion, dass dieser Muskel nicht überdehnt wird. Das heißt, ab einem gewissen Dehnungsgrad sagt dieses Titin, nein, hier nicht mehr weiter. Und dann wird es immer schwerer, diesen Muskel noch in die Länge weiter auseinanderzuziehen.
Und die Ruhe-Dehnungskurve, wie kommt die jetzt zustande? Das geht einfach so, dass man hier die Maxima in ein Diagramm von Länge auf der X-Achse und der Kraft auf der Y-Achse aufträgt. Und sich dann anschaut, wie sind die jeweiligen Maxima, wie ich den Muskel auseinanderziehen kann. Also man muss vielleicht dazu sagen, dass man das nur künstlich im Labor macht.
Sprich, du nimmst irgendein Tier, was du gerade so zur Verfügung hast, nimmst dem so ein Stück Muskel raus und hängst es an zwei Fäden und dann fängst du anderen zu ziehen und du misst quasi, wie stark spannt der Gegen.
Genau, ja. Pro Zentimeter, den ich länger ziehe. Genau, und die Ruhe-Dehnungskurve an sich entsteht jetzt noch nicht aus dem Maxima, sondern also die würde quasi einfach, wenn du, wenn man den Muskel eben so zwischen, irgendwie zwischen zwei Dinge irgendwie spannt und eben auseinanderzieht und dann eben die Kraft misst, die allein durch dieses Aufspannen entzieht, dann würde man schon die Ruhe Dehnungskurve bekommen.
Aber ausgehend von dieser Ruhe-Dehnungskurve kann man dann eben noch die anderen weiteren Kurven hier bestimmen.
Das ist halt auch was, was mir echt, ich glaube, so kurz in zwei Wochen vom Physikum klar geworden ist, dass die ganzen scheiß Kurven da eigentlich nur dann funktionieren, wenn ich einen isolierten Muskel rausschneide und den an zwei Haken hänge und theoretisch die Versuche damit mache. Also natürlich kann man das auch viel übertragen auf Physiologie und Mechanik im Lebenden, aber grundsätzlich die Bestimmung von der Janze passiert am isolierten Muskel.
Das hat mir sehr geholfen, mir das vorzustellen, was die da gerade machen und warum das gerade so zustande kommt.
Genau, aber diese Ruhe-Dehnungskurve ist jetzt einfach unsere, können wir mal sagen, exponentielle Kurve auf diesem Diagramm von Kraft und Länge, wie das zusammenhängt. Und da sehen wir eben, okay, umso länger die Länge des Muskels wird, umso größer wird die Kraft, die ja dagegen setzt. Quasi eine Eigenkraft, die der Muskel aufbaut, einfach um der Verlängerung entgegenzuwirken.
So. Und in diesem Diagramm würde jetzt eine isometrische Kontraktion eben so aussehen, dass sich hier ja nur die Kraft verändert. Das heißt, hier ging unser Pfeil einfach vertikal nach oben, weil die Länge ja gleich bleibt. So wäre das in unserem Diagramm dann quasi nur hoch in die Y-Richtung aufgezeigt, der Pfeil.
Und eine isotonische Reaktion, das wäre jetzt einfach eine Verkürzung des Muskels. Das heißt, eine horizontale Linie nach links, weil sich hier ja bei gleichbleibender Kraft die Länge des Muskels verändert.
Können wir nochmal kurz wiederholen, x-Achse war Länge, Y war Kraft.
Genau. So. Und wenn man jetzt für jeden dieser Punkte auf der Ruhe-Dähnungskurve auftragen würde, wie die maximale isotonische oder isometrische Kontraktion wäre, dann bekommt man eben für diese beiden Kategorien eine Kurve und das ist dann eben diese Kurve der isometrischen oder isotonischen Maxima.
Also die Ruhe-Dehnungskurve an sich beschreibt noch nicht die Kurve der Maxima, sondern erst diese Kurve der isometrischen und isotonischen Maxima am Ende.
Genau, und das müsst ihr jetzt im Prinzip auch. Also bei der Ruhe-Dehnungskurve ist schon gut, wenn ihr so ein bisschen im Kopf habt, wie denn die Kurve so aussieht und dass es da eben dann so einen starken Zuwachs am Ende gibt. Aber jetzt diese Kurve der isometrischen und isotonischen Maxima, da müsst ihr euch jetzt nicht irgendwie im Detail verrennen, dass ihr die da irgendwie auswendig könnt, soweit ich das einschätzen kann.
Aber was man sich vielleicht trotzdem mal zu Gemüte führen kann, ist so ein bisschen sich den Verlauf zumindest mal anzuschauen. Und da fällt einem so ein bisschen auf, dass die Differenz, die da aufgebaut wird, ja, so quasi immer der Unterschied zum Punkt auf der Ruhedehnungskurve, dass der in der Mitte, also quasi bei mittlerer Länge des Muskels, am allerhöchsten ist.
Da kann man sich jetzt natürlich fragen, warum ist das so? Woran liegt das? Und da müssen wir wieder zurückkehren auf diese kleine Einheit, die kleinstmögliche Einheit, die wir hier haben, nämlich die Sarkomere. Und die Sarkomere haben eben eine ideale Länge und die liegt bei 2 bis 2,2 Mikrometer. Und eine größere Länge und eine kleinere Länge würden hier tatsächlich die Kraft sogar senken.
Also es gibt tatsächlich einen Peakpunkt bei der Sarkomerlänge, der die maximale Kraft von dieser Einheit bedingt. Werden die nämlich länger, diese Sakkumere, kommt es irgendwann zu dem Punkt, dass die Aktinfilamente so weit weg sind, dass nicht mehr alle Myosinköpfchen mit den Aktinfilamenten, also quasi mit der Bahn von den Rodlern, interagieren können.
Kurzer Verweis auf die letzte Folge. Sind die kürzer als diese 2 bis 2,2 Mikrometer, dann überlappen diese Aktinfilamente irgendwann und wir haben auch jetzt wieder nicht diese optimale Aktin-Myosin-Interaktion. Die haben wir eben wirklich nur bei dieser mittleren Länge, also bei diesen 2 bis 2,2 Mikrometern.
Man könnte vielleicht auch die Übertragung bringen zu diesem interaktiven Finger-Yoga, was wir gebracht haben. Das wäre genau der Fall, wenn eure Finger sich nicht mehr berühren würden. Dann wäre würden Aktin- und Myosin-Filamente sich eben gar nicht mehr überlappen, wäre auch nicht gut. Und wenn eure Finger ganz ineinander gesteckt sind und ihr schon quasi an der Handfläche der anderen Hand mit den jeweils anderen Fingern anstoßt, dann kann auch keine weitere Verkürzung mehr stattfinden.
Und dann kann auch keine maximale Kraft mehr Muskel aufgebaut werden.
Ja, das ist echt eine perfekte. Also eigentlich hatten wir noch eine andere Eselbrücke überlegt zu der Rodelbahnen. Aber ich würde sagen, wir belassen es bei der, weil die war eigentlich am griffigsten, würde ich sagen.
Genau, man muss halt jetzt dazu sagen, das sind halt in Anführungsstrichen nur die einzelnen einfachen Kontraktionsarten. Natürlich gibt es da nochmal ein paar Next-Level-Maxima.
Genau, also wir haben es ja vorhin schon angesprochen, diese Unterstützungszuckungen, auch die haben jetzt wieder Maxima und quasi wieder eine Kurve, auf der die Unterstützungsmaxima aufgetragen sind. Das heißt, die Maximalpunkte dieser Unterstützungszuckung, die maximale Kraft, die die aufbauen können.
Also nochmal, kurzer Recap. Erst isometrisch und dann isotonische Kontraktion bei der Unterstützungzuckung.
Und vielleicht eine kurze Ergänzung noch, was mir erst relativ spät aufgefallen ist, dass wir vorhin hatten, die Kurve der isotonischen und isometrischen Maxima zeigt quasi für alle Muskellängen schon die Maxima an. Jetzt aber diese Kurve der Unterstützungsmaxima ist immer nur das, was bei genau einer jeweiligen konkreten Länge des Muskels diese Kurve ist.
Also quasi, wenn man eine andere, andere Länge hätte, müsste man eine ganz andere Kurve der Unterstützungsmaxima einzeichnen. Okay, also das muss man sich vielleicht als Zuhörer, Zuhörerin einmal kurz klar machen.
Ja, aber genau das wäre jetzt das Beispiel von zum Beispiel so einem Gewichtheber, der quasi erstmal die Kraft aufbauen müsste, um irgendwas der Schwerkraft entgegenzusetzen, um sein Gewicht hochzuheben. Also ein isometrischer Kraftaufbau und dann erst könnte er seinen Muskel verkürzen, isotonisch, um dieses Gewicht in die Höhe zu stemmen.
So, und jetzt innerhalb dieser Kurve können wir das Ganze so aufteilen, dass wir quasi ein insgesamtes Kontingent haben von Arbeit, die ein Muskel verrichten kann. Und es baut sich ja jetzt zusammen, einmal aus dem Kraftaufbau des Muskels und einmal aus der Verkürzung. Das heißt, alles, was schon in den Kraftaufbau gesteckt wurde, kann nicht mehr in die Verkürzung gesteckt werden.
Es gibt nur ein gesamtes Potenzial, was ausgeht. Ausgeschöpft werden kann. Mehr von dem einen heißt weniger von dem anderen. So, und jetzt haben wir das theoretisch schon erläutert. Das würde jetzt ja in der Kurve bedeuten, ich gehe, wenn ich bei der einen Kontraktion isometrisch, wenn ich viel nach oben gehe, also einen starken isometrischen Aufbau der Kraft habe, dann bleibt nicht mehr so viel Energie übrig, die der Muskel noch hat, für die Verkürzung, also den Weg nach links, isotonisch.
Und im anderen Fall wäre es natürlich genauso, wenn ich schon stark verkürze, nach links gehe, dann kann ich nur noch wenig nach oben gehen und Kraft aufbauen. Als Beispiel wäre das so, wenn ich eine Bierflasche anheben will, da ist es schnell gemacht, meine isometrische Kontraktion. Muss ich der Schwerkraft nicht so viel entgegensetzen.
Und dann habe ich auch noch viel Länge, die ich einen Muskel verkürzen kann, um mir das Ding hinter die Binse zu kippen. So. Und bei einem Bierkasten wäre es aber wieder anders, weil er so schwer ist. Da muss ich viel anspannen, also viel isometrisch anspannen. Und dann erst kann ich verkürzen. Und für die Verkürzung bleibt halt nicht mehr so viel übrig.
Deswegen kann man den auch nicht so weit hochheben, den Bierkasten.
Genau. Jetzt viel Theorie, viel Diagramme, wir hoffen, ja, wir haben euch nicht verloren auf dem Weg und ihr seid noch da, wenn ihr da seid, cool. Jetzt wird es wieder ein bisschen einfacher zu verstehen. Nur aus auditivem Inhalt finde ich. Als deiner Tipp merkt euch einfach die Grundbegriffe von Anfang an und damit kann man schon echt sehr, sehr, sehr, sehr viel arbeiten in der Prüfung und sehr, sehr viele gute Punkte holen.
Und dann wirklich später, gerade so für die mündlichen, sich die Kurve nochmal anzuschauen, gerade wenn der Dozent da vielleicht drauf steht, weiß man ja manchmal vielleicht sogar vorher, schadet das nicht. Aber wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, dann kommt man da echt gut rein. Ich fand am Anfang auch so, was wollen die von mir?
Keine Ahnung, aber man kommt da gut rein. Und macht es euch auch immer wieder an konkreten Beispielen klar, einfach so aus dem Alltagsleben, wie funktioniert es, weil sonst ist es tatsächlich sehr theoretisch.
Genau. So, in der letzten Folge hatten wir auch schon das ganze Thema, wie so ein Reiz am Ende ausgelöst wird am Muskel. Nämlich hatten wir toll beschrieben, mit der motorischen Endplatte und dem Acetylchulin und das dann Aktionspotenzial, das geht dann da entlang und dann wird Calcium ausgeschüttet und dann wird ein Reiz, quasi eine Zuckung des Muskels ausgelöst oder der Muskelfaser in dem einzelnen Fall.
Wenn man jetzt aber mal in die Realität geht, dann ist es natürlich nicht so, dass hier irgendwie ein einzelnes Aktionspotenzial oder ein einzelner ankommender Reiz hier irgendwie ausreichen würde, um den Muskel irgendwie nach oben zu bewegen oder hier eine Verkürzung auszulösen. Dafür braucht man tatsächlich sehr viele nacheinander eintreffende Aktionspotenziale bei den Muskelzellen.
Also man braucht quasi einen anhaltenden Ausstrom an Acetylchulin aus der Präsynapse und dann eben entsprechend ein engmaschiges Auslösen von Aktionspotenzialen. Denn das einzelne Aktionspotenzial kann ganz wenig ausrichten an der einzelnen Muskelfaser. Es braucht eben schon mehrere nacheinander, die sich addieren.
Und das heißt, die müssen quasi ausgelöst werden, noch bevor das vorherige Aktionspotenzial komplett abgeklungen ist.
Ihr könnt euch vielleicht erinnern, an die Neurofolge hatten wir schon mal so Summation in so einer Geschichte, das ist genau das gleiche, nur halt eben auf Muskelebene.
Genau. Und im besten Fall passiert es sogar dann schon, wenn das vorherige Aktionspotenzial noch in der aufsteigenden Phase ist. Und wenn es quasi in dieser aufsteigenden Phase da schon ankommt, dann spricht man von einem vollständigen Tetanus. Wenn es erst in der absteigenden Phase da ankommt, dann wäre es ein unvollständiger Tetanus.
Und erst durch dieses Aufaddieren der Aktionspotenziale, die dann wiederum quasi ein vermehrtes Ausschütten von Calcium aus dem sarcoplasmatischen Reticulum bedingen, erst durch dieses Aufaddieren, durch diese super Kompensation, wird es ermöglicht, dass tatsächlich der maximale Kraftaufbau in den Muskelzellen erzielt wird.
Ihr könnt euch also vorstellen, dass es da wie so eine Grenze gibt, ab der ersten Muskel überhaupt Calcium in ausreichendem Maße ausgeschüttet hat, um zu kontrahieren. Muss er sich nicht sogar um eine ganze Potenz erhöhen? Das hat irgendwie super krass viel Calcium, was da rein muss. Ja, auf jeden Fall reicht halt ein Aktionspotenzial nie aus, um diese Grenze, wo er kontrahiert, zu reißen, sondern da müssen mehrere aufeinandergesetzt werden, um überhaupt in die Höhe zu kommen.
Ganz interessant ist, dass es nie so ist, dass ein Motoneuron eine einzige Muskelzelle, eine einzige Muskelfaser enerviert, sondern es gibt sogenannte motorische Einheiten. Sprich, ein Motorneuron ist meistens für mehrere Muskelfasern verantwortlich. Je nach Muskel können das entweder ein Motorneuron auf fünf Muskelzellen sein, zum Beispiel so im Celiarmuskelbereich.
Oder wenn man jetzt nur ein bisschen in gröbere Muskeln geht, wie jetzt so Gastrochemius Wade, dann ist es sogar nur eins zu tausend, ist halt ganz spannend, weil das merkt man ja auch, dass gewisse Muskeln viel, viel graner steuerbar sein müssen. Ich glaube schon, dass man das trainieren kann, dass man so ein bisschen in so Feinkoordinationen schon echt trainieren kann.
Gerade wenn ich so an meine Anfänge im Musikbusiness denke, wie grob man da auf dem Instrument rumgehauen hat. Und jetzt behaupte ich, dass es ein etwas Veligraner geworden ist.
Ich denke auch so bei Pianisten, Pianistinnen, wenn ich viele Feinde ihre Finger steuern können, hängt bestimmt auch mit solchen Prozessen dann zusammen. Ja. Aber auch da übertheoretisiert das Ganze nicht. Im Alltag flutscht es ja alles ganz von alleine und wir merken von solchen Dingen erstmal nicht.
Zum Glück haben wir ja nicht irgendwie erst so ein Zucken im Arm, bevor wir irgendwie was hochheben können.
Kurzer Einschub, bevor es weitergeht. Hi, ich bin Simon, mein zartes Stimmchen kennt ihr noch nicht. Wir haben in den letzten Monaten dann was Neues gebaut, der Situs Inversus Web App. Damit du in unseren über 75 Folgen genau findest, was du gerade zum Lernen brauchst, haben wir dort eine Episodendatenbank angelegt, wo du zusätzlich zu jeder Folge die passende Mördhefe findest.
Es lohnt sich also definitiv mal vorbeizuschauen auf derVorklinikpodcast.de.
Dort gibt es auch die neuen Situs Inversus Merch Shirts, dein Lieblingsorgan, auf Biobaumwolle gedruckt, dervorklinikpodcast.de. Wir haben jetzt ganz viel über Skelettmuskeln geredet. Also quergestreifte Skelettmuskulatur. Natürlich gibt es auch noch glatte Muskelzellen und Herzmuskelzellen. Und deswegen ist jetzt noch die Frage in den letzten, was haben wir noch so, 10, 15 Minuten.
Was ist da der Unterschied?
Ja, also der Leo aus dem Ruhrfott hat uns hier mit seiner Anwesenheit beglückt.
Jawohl. Kannst du sagen, ein bisschen Schwäbisch fahre ich ja noch?
Ich könnte jetzt schon auch ein bisschen auf Schwäbisch noch erzählen, halt mit der glatten Muskelarbeiten. Also theoretisch geht es ja nur so. Im Endeffekt geht es ja nur darum, den Unterkiefer auszuhängen und dann halt so hänge die Sprache, ja, du säckig. Schwäbische Esch. Ja, und du musst halt die Sprache auf Fliese lassen.
Ab einem gewissen Zeitpunkt. Also es geht um die glatte Muskulatur. Jetzt geht es darum, wie das Ganze molekular aktiviert wird. Also wie findet jetzt hier die Aktivierung vom Myosin, sodass es ein Querbrückenzyklus und eine Muskelkontraktion in der glatten Muskelzelle statt. Calcium ist auch hier ein sehr wichtiger Player, weil es sensibilisierend wirkt für die Muskelkontraktion, aber der Mechanismus, wie es halt zur Aktivierung letztlich von Myosin kommt, ist hier anders.
Zunächst mal bindet das Calcium das Kalmodulin zum sogenannten Calcium-Calmodulin-Komplex. Dadurch wird die Myosin Light Chain-Kinase aktiviert. Ja, und wie wird eigentlich das Calcium freigesetzt? Das passiert durch die GQ-gekoppelte Aktivierung. Man erinnere sich. Haben wir auch schon mal gehört. Haben wir auch schon besprochen.
Genau, hier ist nur die wichtige Differenzierung zur Skelettmuskelzelle, dass es keine mechanische Kopplung von dem Kanal und irgendeinem Öffnungsprotein wie dem DHPR in der Skelettmuskelzelle gibt. Aber auch hier, also das ist der wichtigste Mechanismus, eben die Aktivierung der MLCK, aber es gibt auch noch das Chaldesmon, was auch so eine Funktion übernimmt, dass es quasi auf dem Aktin draufliegt und wie so ein Regulatorprotein.
Tropomyosin, was da als Regulatorprotein auf dem Tropomyosin gibt es im Skelettmuskel. Das hat jetzt hier mit dem Skelettmuskel erstmal, mit der Klattenmuskulatur nichts zu tun. Aber das Kaldesmon übernimmt quasi eine ähnliche Funktion hier, dass es das Aktin abschirmt vor dem Myosin und quasi weggenommen werden muss, damit Myosin an Aktin binden kann.
So, was macht jetzt diese Myosin-Light Chain Kinase, die phosphoryliert das Myosinköpfchen und aktiviert es damit? Phosphorilisiert die leichte Kette. Genau, ja. Also die leichte Kette, die um das Myosin, danke, um das Myosinköpfchen herum liegt. Wie so eine Armbanduhr letztlich. Und wenn wir da wieder bei unserem Rodler-Beispiel bleiben, dann könnte man sagen, das ist jetzt am Handgelenk, also kurz quasi am Hals unseres Myosin-Köpfchens.
Und wenn auf dieser Uhr Go steht, dann weiß das Myosinköpfchen, okay, ich darf jetzt hier ans Aktin binden. Ab die Uschi. Ab die Uschi und ab die Rodelbahn runter. Und dann darf der Querbrückenzyklus ablaufen.
Das könnt ihr euch vielleicht so ein bisschen merken. Also, wenn wir jetzt so über den Vergleich reden, was wir in der letzten Folge hatten, Skelettmuskulatur und jetzt hier glatte Muskulatur, wir haben zweimal diesen, beide mal diesen Abdeckmechanismus, also dass quasi die Rodelbahn erst freigeräumt werden muss.
Das ist im Fall von den Skelettmuskeln halt das Tropomyosin, hier ist es das Kaldes Mohn und diese Armbanduhr, die quasi um den, um die, die die Rodler tragen, die gibt es eben jetzt nur bei der glatten Muskulatur. Genau.
Also zusammengefasst ist es beim glatten Muskel so, dass selbst wenn das Kaldes Mohn weggeht und jetzt das Myosin ans Aktin binden kann, das bringt jetzt noch nicht den letztendlichen Benefit sozusagen für die Muskelkontraktion, sondern hier ist wirklich wichtig, dass die Myosinleichte Kette phosphoryliert wird und dadurch die Kontraktion freigegeben werden kann.
Das heißt, hier jetzt das Myosinköpfchen mit dem Aktin interagieren darf. Und das Beispiel wäre hier, dass es zum Beispiel an Gefäßen so abläuft. In der Vasokonstriktion, wo quasi die Gefäßmuskelzellen sich genau über so einen Mechanismus kontrahieren würden.
Genau. So, und jetzt, also Thema ist ja gerade so insgesamt der Unterschied zwischen glatter Muskulatur und Herr und Skelettmuskulatur. Und da hatten wir jetzt gerade schon den ganzen Aktivierungsmechanismus, das ist ein großer Unterschied, aber wir haben auch noch drei weitere. Und der erste wäre die Regulation.
Also während wir ja bei den letzten, bei der letzten Folge, bei der Skelettmuskulatur, hatten wir ja die ganzen Aktionspotenziale, die dann eine Rolle spielen. Hier ist es jetzt ganz anders. Das ist aber auch sehr kompliziert und da gibt es ganz viele verschiedene Mechanismen, die dann eine Rolle spielen, sowohl neuronale als auch humorale, also hormonelle Elemente, die da den Tonus von diesen von den Gefäßen bzw.
den Anspannungsgrad von den glatten Muskelzellen mit bedingen. Und das rollen wir dann einfach nochmal wirklich im Detail und in Ruhe bei den Folgen zum Kreislauf auf. Das wäre jetzt hier gerade ein bisschen zu viel. Nächster Unterschied ist die Funktion. Also wenn wir uns einfach mal an die Anatomie erinnern, dann erinnern wir uns daran, dass der Aufbau von diesen ganzen Filamenten, von diesen ganzen kontraktilen Apparat einfach ein ganz anderer ist.
Also bei den Sarkomeren haben wir ja immer die, beziehungsweise bei den Skelettmuskulzellen haben wir immer diese sehr parallel angeordneten Sarkomere, die alle in eine gemeinsame Richtung arbeiten wollen. Und das ist hier ganz anders. Die sind quasi ganz quer vernetzt mit irgendwelchen Dance-Bodies verbunden und so weiter, spinnen die sich wie so ein großes Netz durch die ganze Zelle hindurch.
Genau, und deswegen ist die Funktion eben auch einfach eine andere. Es geht hier nicht darum, dass man irgendwie über eine kleine Achse maximale Spannung aufbaut, sondern quasi über eine, über das gesamte Volumen der Zelle eben einen kontinuierlichen Kraftaufbau ermöglicht. Und das funktioniert eben wegen dieser Konfiguration, der dreidimensionalen Konfiguration von den kontraktilen Apparaten, aber eben auch von dieser anderen Architektur des Aktin-Myosin-Apparats genau hier.
Es gibt noch einen kleinen Unterschied, und zwar glatte Muskelzellen haben keine passiven Rückstellkräfte, sprich, wir haben keinen Titine vorliegen. Kann man sich schon überlegen, das ist ja vielleicht gar nicht schlecht, wenn jetzt so ein Magen oder so ein Darm, der ja mit glatter Muskelschicht ausgekleidet ist, nicht so zwingend direkt dagegen hält, wenn da jetzt irgendwas reinflutscht.
So ein schönes Mittagessen, was auch immer ihr jetzt Lust habt zu essen. Stellt euch vor, muss da rein. Das stimmt bei glatten Muskelzellen nicht komplett, weil es gibt Gegenregulationsmechanismen, die haben aber dann quasi eine mechanistische Grundlage. Also das ist kein Protein, was jetzt immer dagegen hält, egal was passiert, sondern das sind dann zum Beispiel der Bayliss-Effekt als kleiner Vorgriff auf Kreislauf, gibt es gewisse Mechanismen, die halt greifen und dann quasi, wenn da zu viel Dehnung draufkommt, die gegenspannen.
Aber halt quasi eine aktive Aktivierung der Muskelzellen bewirken. Und das ist halt das, was Muskelzellen können sprichen, um uns nochmal das Wichtige hervorzuheben, ist es unabhängig von einem speziellen Rückstellprotein. Sondern wenn, dann ist es ein Mechanismus, aber es gibt kein Titin oder ähnliches in den Zellen.
Also wir haben eine andere Aktivierung, wir haben eine andere Regulation, eine andere Funktion und wir haben keine passiven Rückstellkräfte.
Also das Einzige, was leicht ist, der Name. Nein. So, und das Letzte, was wir jetzt noch zum Verständnis brauchen, ist die Frage, wie diese Muskelzellen eigentlich innerviert werden. Und da gibt es jetzt die Einteilung in sogenannte Multi-Unit-Zellverbände und Single-Unit-Verschaltungen. In der Regel liegt eine Mischform von den beiden vor, aber wir schauen uns erstmal an, was jetzt eigentlich so ein Single-Unit-Typ überhaupt genau bedeutet.
Das bedeutet quasi, dass alle dadurch verschalteten Muskelzellen durch Gapjunctions verbunden sind. Das heißt, die werden eigentlich durch eine Synapse erregt und dann kann sich diese Erregung, diese Depolarisation der glatten Muskelzellen in allen verbundenen Zellen ausbreiten. Das ist wie so ein Cluster und diese Gapjunctions sind ja wie so kleine Kanälchen zwischen den Zellen und da kann diese Depolarisation dann auch einfach sich ausbreiten.
Das heißt, wenn eine Zelle erregt wird, dann wird auch gleich das ganze Cluster erregt. Und das ist eben typisch für kleinere Gefäße im Körper. Dass die so innerviert werden. Weil es da auch nicht so wichtig ist, ob jetzt genau diese eine Zelle erregt wird, sondern diese Zelle, eine wird innerviert durch eine Synapse, und dann wird einfach gleich die ganze Gruppe mitgenommen.
Da geht es um Effizienz. Da geht es um Effizienz, genau. Und im Unterschied dazu gibt es so einen Multi-Unit-Typ. Der ist sehr viel, ja, könnte man sagen, eigentlich genauer, weil da sind diese Zellen nicht miteinander verbunden, sondern sie sind jeweils als einzelne Zellen auch durch eine kleine Basalmembran abgegrenzt.
Und die Erregung breitet sich nicht einfach über die ganze Gruppe aus, sondern jede Zelle hat eine eigene kleine Synapse. Und diese Synapse, die kann man sich jetzt nicht so vorstellen wie so ein eigenes synaptisches Endköpfchen, was da hin navigiert, dann da irgendwie einen synaptischen Spalt bindet und da feuert, sondern die nennt man Enpassant-Synapsen.
Also im Vorbeigehen. Das heißt, das Axon läuft einfach durch so eine Gruppe von glatten Muskelzellen und dann bilden sich da so kleine Knöpfchen nur am Axon einfach so raus. Und über die wird dann das Aktionspotenzial auf die glatte Muskelzelle übertragen. Und das ist wichtig, diesen Begriff Enpassant, weil danach wurde tatsächlich auch vom IMPP schon mal gefragt.
Falls ihr euch jetzt gefragt habt, warum wir uns auf einmal in solchen Details verrennen, aber manchmal haben die ja so kleine Lichtblicke, wo sie so aus dem Nichts.
Genau. Das war gerade wieder ein MC-Fragen-Alert.
Genau.
Und nur um das Ganze nochmal abzurunden, wo kommen diese Single-Unit dieser Single-Unit-Typ vor? Das ist eben typisch für größere Gefäße oder in den Bronchen. Genau, es sind einfach zwei unterschiedliche Formen der Innervation von glatten Muskelzellen. Multi-Unit, die gesamte Gruppe wird sofort innerviert, wenn eine erregt wird, weil die verbunden sind durcheinander und untereinander.
Und Single-Unit, da wird zwar jede Zelle über, wird einzeln innerviert, aber eben nur im Vorbeigehen von so einem Axon. So, die Herzmuskelzellen, die funktionieren nochmal ein bisschen anders, aber dem werden wir uns noch in einer eigenen Block ganz im Detail widmen in der Physiologie. Also da dürft ihr euch drauf freuen.
Was nehmen wir mit?
Bei der isometrischen Kontraktion wird der Muskeltonus erhöht. Bei der isotonischen Kontraktion wird der Muskel verkürzt. Bei der Unterstützungszuckung folgt auf eine isometrische, eine isotonische Kontraktion. Bei der Anschlagszuckung genau umgekehrt. Das Betrachten der Diagramme mit den ganzen Maximas ist kompliziert, aber es lohnt sich wirklich, das zu verstehen, weil dann muss man es nicht nur stumpf auswendig lernen, sondern kann es sich ziemlich gut herleiten.
Eins der wenigen Dinge, die man sich gut herleiten kann. Kraftaufbau in der Skelettmuskelzelle erfolgt oft durch Tetanisierung, also eine hohe Frequenz und die Verschmelzung der ankommenden Aktionspotenziale. Quasi eine Aufsummation. Die glatten Muskelzellen unterscheiden sich von den Skelettmuskelzellen vor allem durch einen anderen Aktivierungsmechanismus, eine andere Regulation, kontinuierliche und nicht kontinuierliche in einer Achse ausgerichtete Kontraktion und fehlende Rückstellkräfte.
Das mal so als Zusammenfassung. Außerdem gibt es bei den glatten Muskeln einen Single- und einen Multi-Cell-Unit-Modus, den man unterteilen kann und der je nach Funktion unterschiedlich ist. Multi-Unit.
Multi-Unit.
Genau.
Jetzt hast du noch eine Abschlussfrage mitgebracht, Moritz.
Ja, eine letzte kleine, kleine, kleine Detailfrage noch, die jetzt auch gar nicht so 100% zum Thema passt, aber ich wollte einfach mal. Nee, ich hoffe auch, dass sie sie nicht fragen werden, aber könnt ihr mit euren Ohren wackeln?
Ganz bisschen. Ja, wie sollen das jetzt unsere Zuhörerinnen und Zuhörerinnen und Hörer bewerten?
Ne, als ich meine Brille bekommen habe. Wow, du kannst es auch. Als ich meine Brille bekommen habe, so ein Stückchen runtergerutscht und habe ich mir das irgendwie unterbewusst antrainiert, die mit den Ohren so ein ganzes Stück zurückzuziehen, dass sie wieder gerade sitzen. Frank, oder?
Weil ich habe auch noch ein paar lustigen Fakten gesucht zu Muskelphysio und so. Und ich bin auch über den gestolpert, mit der wie viel man maximal bewegen kann, den Farben in der letzten Folge gebracht hat. Trotzdem habe ich so kolossal. Also auf Alpha geschätzt. Trotzdem war ich so kolossal weit daneben.
Genau, aber tatsächlich ist es das Spannende hier, dass sich das Ganze, also das hatten früher alle Menschen, ja, weil das einfach sinnvoll war, auch so für die Jagd, weil das kennt man ja auch von Hunden oder anderen Tieren, die dann einfach irgendwie mehr so auch im Raum hören müssen und irgendwie mal nach hinten hören, ob da irgendwie jemand kommt oder ob die jemanden da irgendwie jagen können oder so.
Und deswegen konnten das früher auch so alle Menschen, dass sie ihre Ohren auch so ausrichten konnten in alle Richtungen. Aber das hat sich jetzt so im Laufe der Evolution so zurückentwickelt, ja. Und deswegen gibt es eben gerade so eine Diskrepanz, dass manche Menschen das können und manche Menschen das nicht.
Willst du uns damit sagen, dass du weiterentwickelt bist als wir?
Willst du das damit sagen? Nee, nee, nee, stopp. Also da könnte man aber halt, also du hast ja ein ganz besonderes Ohr, weil du hast ja so ein kleines Loch im Ohr. Wenn wir zu Ohren sind, das ist ein Phänomen, du. Also die Frage ist einfach, mein Weg. Also wir haben uns ja immer schon gefragt, wo das herkommt eigentlich, das Loch.
Und es könnte ja jetzt dein Anpassungsmechanismus evolutionär gewesen sein, um den Schall auch von hinten aufnehmen zu können. Also wo andere mit den Ohren wackeln, hast du halt ein kleines Loch im Ohr. Aber damit beenden wir das Abspielen jetzt mal.
Wenn ihr mit den Ohren wackeln könnt und auch nicht, dann müsst ihr uns unbedingt bei der For Cleaning Podcast auf Instagram folgen, um uns das zu schreiben. Wir wollen wissen, könnt ihr mit den Ohren wackeln oder nicht. Ich werde mal ans PR-Team-Meiter leiten, dass ihr da unbedingt eine Umfrage machen müssen.
Wer wackeln kann und wer kann nicht. Es gibt NC-Fragen, es gibt die angekündigten Diagramme, es lohnt sich wirklich. Wir haben auch schon sehr vieles, sehr viel gutes Feedback für die Seite bekommen, ohne jetzt selbst lobend sein zu wollen. Gerade weil ich sie nicht mache, kann ich das machen. Wir freuen uns aber über jegliches Feedback.
Auf jeden Fall. Schreibt uns, lasst was da, weil wir machen es ja eigentlich für uns alle, dass wir alle so ein bisschen leichter das Studium kommen. Und damit das Wort zum Sonntag kommt.
Und einfach auch mal nochmal kurz vielen Dank an alle Zuhörer. Ist doch einfach, also einfach auch mal sagen, auch mal ein bisschen Dankbarkeit verteilen. Wir machen, wir machen. Nein, hier mal ehrlich, das machen wir doch alle, weil es Spaß macht, weil wir uns freuen, dass Leute zuhören. Danke, dass ihr dabei seid, es macht immer Spaß.
Und übrigens das Allermotivierendste an der Sache ist wirklich das tolle Feedback, was von euch zurückkommt. Also das freut uns immer sehr. Und genau, aber auch wenn ihr uns kritisiert. Das bringt uns auch weiter. Also in diesem Sinne, entlasst mich in die gute Nacht.
Für riesigen Wirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.