Smartphone Sprechstunde· Staffel 1· Folge 30

#30 Traumjob Social Media? Warum eine Influencerin aussteigt

Donnerstag, 8. Oktober 2026 · 27 min

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Shownotes

126.000 Follower und dann Schluss? Kinderlogopädin und Autorin Carina Kittelberger spricht über ihre Zeit als erfolgreiche Sprach-Influencerin auf Instagram: Wie ist ihr der Erfolg während der Corona-Pandemie „passiert“ und warum hat sie entschieden, aus dem Reel-Zirkus auszusteigen?
In dieser Folge erzählt sie, wie aus ein paar Videos für Eltern ein ernstes Business wurde, welche Belastungen die Arbeit mit Instagram mit sich gebracht hat, welches Video ihr einen massiven Shitstorm eingebracht hat und wie problematisch fachlich nicht abgesichertes Halbwissen in sozialen Netzwerken ist.
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Das nimmst du aus dieser Episode mit:
• Welche extremen Emotionen und polarisierenden Themen bringen Eltern in Instagram-Reels in Rage?
• Wie angreifbar macht uns öffentliche Präsenz in sozialen Netzwerken?
• Wie verändert sich das Familien- und Berufsleben durch einen reichweitenstarken, öffentlichen Instagram-Auftritt?
Kapitel:
Einstieg und Shitstorm-Alarm
Warum Carina ausstieg
Wenn Content falsch verstanden wird
Der Shitstorm um das Reel
Algorithmen lieben Extreme
Der Abschied von Instagram
Leben ohne Dauer-Posting
Kinder, Smartphones und Aufklärung
Reaktionen auf die Pause
Was wir daraus lernen
Links & Studien:
Buchtipp:
“Kleine Sprachhelden” von Carina Kittelberger (Kösel, 2024) (tidd.ly/4qPChn3)
Die Sprecherei:
sprecherei.at und Carina Kittelberger auf Instagram: instagram.com/sprecherei/?hl=de
Episode #25: Sprich mit mir - Wie Smartphones das Sprechenlernen bremsen (open.spotify.com/episode/63blvDbQyZ4VhLOCj1X45…)
Episode #18 Kinder vor Fake News schützen: Die Tricks der ORF-Faktencheckerin (open.spotify.com/episode/6o3srSrDWjLuA64REPT9z…)
Episode#24 “Alle haben eines” - Wie Eltern gemeinsam den Smartphone-Gruppendruck stoppen (open.spotify.com/episode/3Sv9SngJIqZtfn1stIfar…)
Logopädie Niki Löwenstein: kinderarzt-nest.at/arzt/mag-fh-niki-loewenstei…
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Smartphone Sprechstunde erscheint jeden Donnerstag:
Raus aus der digitalen Überforderung. Rein in die digitale Selbstbestimmung. Wir helfen Familien dabei, den Alltag mit Handy & Co. souverän zu steuern.
Smartphonecoach Andrea Buhl-Aigner und Host Niki Löwenstein ergründen Mechanismen, Gefahren und Vorteile von smarten Geräten. Dabei stützen wir uns auf wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Erfahrungen.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Boah, ich sag's ja dieses Realite Shit Dun gehabt. So arg, was ist das?

Ja, weil die Leute sich so angegriffen haben.

Es ist so arg. Sie haben sich so getriggert gefühlt. Das war echt arg.

Smartphone Sprechstunde. Orientierung im digitalen Wahnsinn. Der Podcast für Familien, die im Bildschirmstress den Durchblick behalten. So, dann starte ich wieder zu einer super spannenden Folge. Ihr seid bereit? Ihr seid bereit. Jawoll. Heute sprechen wir nämlich mit einer Ex-Content-Creatorin, Ex-Influencerin, die eigentlich eine super geniale Kinderlogopäin und Buchautorin ist.

Sie lebt in den USA. Wir haben uns jetzt aber gerade in ihrer Heimat in Wien getroffen und möchten von ihr wissen, warum ist sie ausgestiegen. Hallo Carina Kittelberger. Hallo, danke, dass ich bei euch sein darf. Ja, wir haben schon einmal zum Thema Sprachentwicklung und den Einfluss von Bildschirmen und Smartphones darauf gesprochen.

Die Folge verlinken wir euch natürlich auch in den Shownotes. Die klingen bei uns so. Aber heute sprechen wir über dieses spannende Thema. Wir haben uns so darauf gefreut, weil wie oft findet man schon jemanden, der offen darüber spricht, wie viel Stress dieses Thema Social Media auch macht. Ich bin Niki Löwenstein, euer Host und Mama einer Teenagerin und an meiner Seite ist Andrea Buhleigner, unser Smartphone Coach.

Hi Andrea. Hallo Niki, hallo Carina und hallo an alle, die uns wieder zuhören. Carina, ganz kurz zu dir. Du bist Kinderlogopädin, hast zwei Praxen in Wien, die heißen die Sprecherei. Ich bin selbst auch Logopädin, weil du mich in diese Materie quasi eingeführt hast. Ich habe bei dir Praktikum machen dürfen, hab dann studiert.

Danke dafür, dass du mein Leben sehr positiv beeinflusst hast. Freut mich. Du hast ein Buch zum Thema Sprachentwicklung geschrieben, die kleinen Sprachhelden. Auch die findet ihr natürlich in den Shownotes. So, und du lebst jetzt seit ein paar Jahren in den USA und hast dir über viele Jahre begleitend zu deiner logopädischen Tätigkeit ein echtes Standing auf Social Media, auf Instagram aufgebaut.

Nämlich, Andrea, du hast die aktuellen Zahlen. Wie viele Follower hast du?

Ich habe es gestern nachgeschaut, da waren es 126.000.

Du weißt es wahrscheinlich gerade besser, weil ich jetzt wirklich ganz, ganz selten nur noch auf meinen Business-Account hineinschaue.

Und dabei, ich bin dir natürlich auch gefolgt oder folge dir immer noch und habe viele Videos von dir gesehen zum Thema Sprachentwicklung und alles drumherum. Was ist passiert? Warum bist du ausgestiegen?

Ich muss dazu sagen, das war ja nie geplant bei mir Instagram. Das ist wirklich passiert. Also es war irgendwie Corona, klar. Und das gab es irgendwie nicht. Und damals war es total spannend für Eltern, sich Wissen über Instagram zu holen. Also einfach, was kann ich mit meinem Kind tun? So hat es ein bisschen begonnen, was ich mit meinem Kind, Kind damals hatte ich nur eins, was ich so gemacht habe in der Zeit zu Hause gemacht und wie man sein Kind sprachlich fördern kann, gerade in einer Zeit, wo ja kein Kontakt möglich war.

Und dann ist das irgendwie so passiert. Da bin ich in diese Bubble hineingerutscht. Und dann habe ich mich irgendwie sehr verantwortlich gefühlt. Also ich habe mir gedacht, oh, jetzt muss halt posten. Es ist dann am Anfang war es recht locker und ist dann immer ernster oder seriouser geworden, dass ich mir gedacht habe, puh, also ja.

Wie ist das passiert? Weil du immer mehr Leute erreichst.

Yeah, ich wurde geteilt. Ich war am Anfang, gab es eigentlich keinen anderen Logopädie-Account, gerade einen Kinder-Logopädie-Account. Und das ist anscheinend recht gut angekommen.

Also du hast voll eine Nische gefunden. Und die Eltern hatten viele Fragen oder haben eben die Frage.

Die Eltern hatten viele Fragen. Die Eltern hatten viele Fragen. Am Anfang ist das recht witzig und dann wird es halt wirklich immer ernst. Also dann, ich hatte ja meine Praxis. Ich hatte ja ein Business. Ich habe jetzt nicht, was könnte ich jetzt machen, das wäre eigentlich ganz cool. Und ich habe jetzt nicht irgendwie dieses Influencer, ich finde, das passt irgendwie, das ist total verrückt für mich, das zu sagen.

Du bist jetzt bei der Anmoderation auch sehr gegrinst, gell? Nein, ich fühle es gar nicht. Ich habe mich auch nie als so als Influencerin gesehen, sondern eher als Content Creatorin. Das ist ja irgendwie so ein besserer Name. Und würde ich auch eher sagen, weil ich habe halt wirklich Content created für Eltern.

Ich wollte halt wirklich Eltern beraten, ich wollte Eltern informieren, ich wollte ihnen die richtigen Infos geben, weil oft hört man dieses und jenes und ich wollte halt die Quelle sein, wo Eltern wissen, auf mich können sie sich verlassen. Ja, es ist halt Instagram. Und es gibt halt mittlerweile andere, es sind nicht mal Logopädinnen, die halt auch Infos über Sprachentwicklung geben und sich als Sprachentwicklungsexperten darstellen.

Und ich denke nur, Wahnsinn, das ist eigentlich ein Wahnsinn. Ich finde das eigentlich eine Frechheit und ein Wahnsinn an Eltern. Eltern glauben das, weil wenn du dich hinstellst auf Instagram als Sprachentwicklungsexpertin, denkt man, oh, das klingt gut, das klingt super. Dann macht ihr ein gutes Schreel, dem ich auch super zustimme, kann man ja auch die Informationen nachlesen, Studien nachlesen, aber auch Sachen, wo man sich denkt, uh, du bist halt keine Therapeutin.

Die dann dazu führen können, weil man ja doch eben influenzt.

Du influenzt, du bist Kindern nicht. Das ist total absurd. Es ist total absurd. Ich kann mich jetzt hinstellen und sagen, ich zeige euch jetzt, wie ich den besten Kuchen der Welt packe und mache jetzt einen Backerccount als die Backexpertin. Ich habe keine Ahnung von Backen. Null.

Und im schlimmsten Fall kann das aber dazu führen, dass Kinder zum Beispiel die Therapie, die sie bräuchten, nicht bekommen, weil Eltern sich in Sicherheit wählen. Absolut.

Das ist ein Thema, das mir immer wieder bei den Workshops in Schulen begegnet. Wie viel eigentlich geglaubt wird aus Reels oder aus TikToks raus? Irgendjemand stellt sich mit günstigem Equipment vor die Kamera. Man braucht nur Kamera, Mikro und einen Account. Und halbe Stunde später bin ich online und die Menschen glauben das dann.

Und man kann nicht beurteilen, ist es eine fachliche Ausbildung dahinter, ist eine medizinische Ausbildung dahinter, wie viel sind die Tipps wert, was sind die Quellen, das ist häufig fragwürdig. Stetoskop hilft immer.

Okay, das ist ja auch. Und das Ding ist, gut, dann stelle ich mich jetzt vielleicht als Backexpertin hin, tut jetzt keinem weh, wenn man merkt, okay, der Kuchen schmeckt nicht, ja. Aber da geht es ja um die Entwicklung meines Kindes. Da geht es ja um Gesundheit, da geht es ja um etwas, also um einen Kuchen, der nicht schmeckt.

Also das finde ich dann wirklich grob fahrlässig. Und das ist einfach, ja, ich finde das einfach, das war wirklich einer der Gründe, wo ich gedacht habe, ich habe da jetzt keine Lust mehr drauf. Ich habe keine Lust mehr drauf, mich da jetzt mit anderen Leuten hinzustellen, die einfach überall rauspoppen und immer mehr werden.

Weil man ist im gleichen Feed gemeinsam. Man kann es nicht im gleichen Feed, du kannst es nicht beeinflussen. Und die hat aber das gesagt und der hat aber das und denkst, pff.

Also verstehe ich das richtig, deine Motivation damit zu beginnen, ist mir absolut klar, dein Erfolg absolut verdient. Und dann war es irgendwie die Frustration, dass du in einer Masse bist, wo du die anderen irgendwie nicht beeinflussen kannst.

Ja, es war sehr viel auf einmal. Also viele Leute, ich habe dann auch zum Beispiel Kommentare gehabt, ja, du willst ja nur Klicks, du kriegst ja für jeden Click Geld. Null. Ich krieg, ich habe für ein Reel von Instagram, von den Followern, null Cent bekommen. Ein Reel hat mich, ich wurde besser, schneller als.

Es wurde halt auch immer professionell, weil ich mich mit dieser Materie auseinandergesetzt habe. Ich habe null Cent bekommen. Ich habe nichts bekommen und ein Reel hat mich 4 Stunden gekostet. Ich musste es drehen, ich musste es schneiden anders bekommen. Ich habe am Ende ungefähr drei Reels pro Woche gepostet.

Das ist wahnsinnig anstrengend. Ich hatte dann mittlerweile nebenbei zwei Praxen auf einem anderen Kontinent mit neun Stunden Zeitverschiebung. Zwei Kinder. Zwei Kinder, zwei kleine Kinder in Amerika, wo ich keine Unterstützung von Großeltern oder jemand anderem hatte. Letztendlich war es mir einfach zu viel und es war es mir einfach nicht mehr wert.

Du kriegst da natürlich Kooperationsanfragen. Ich war ganz, ganz pingelig. Also ich habe wirklich viel abgelehnt. Ich habe für bestimmte Produkte Werbungen gemacht, wo ich dahinter gestanden bin. Das wusste ich, ich finde das gut. Und da stehe ich auch dahinter. Und dann hat mir mal irgendwas gefallen und gemacht, das wollte ich eigentlich schon haben, warum nicht?

Dann habe ich von einer anderen Logopädin bekommen, wie kannst du das machen? Du bist ein Logopädie-Account. Sorry, es war mein Account.

Also du machst dich auch sehr angreifbar.

Du machst dich total angreifbar. Und ich bin, das ist für mich ganz schwer. Auch dann, ich bin so ein bisschen People-Pleaser und für mich ist das dann ganz schwer, wenn der sagt, wie kannst du das machen? Und ich habe das dann total immer auf mich bezogen. Oh Gott, und ich, du kannst auf Instagram es nicht allen recht machen.

Nein, nein. Nicht einmal der Hälfte wahrscheinlich.

Es macht was mit einem, wenn man solche Nachrichten bekommt und Kommentare, das hat schon eine Auswirkung.

Du hast auch einen Shitstorm bekommen, oder?

Wie war das? Und wie bist du damit umgegangen?

Der Shitstorm war auf Unreal, was ich eigentlich ziemlich cool fand. Ist mir am Spielplatz gekommen, wie ich eben eine Nanny gesehen habe, die so da gestanden ist und hat ihr Kind, ihr Babysitter-Kind angeschubst von hinten auf der Schaukel. Und ich habe gedacht, geile Idee, das mache ich jetzt. Ich will es einfach nur zeigen und habe mich mit meiner Tochter.

Meine Tochter hat geschaukelt. Ich wusste zu sagen, ich habe meine Kinder nie auf Instagram gezeigt. Also das war mir ganz, ganz wichtig. Ich habe auch die Namen rauslassen. Also meine Kinder waren nicht auf Instagram und habe meine Tochter von hinten angeschubst und habe auf mein Handy geschaut. Und dann habe ich das Handy weggegeben und habe meine Tochter von vorne angeschubst und habe eins, zwei, drei, ich kitzel deine Füße, schlage ein und habe halt Spaß mit dir gehabt und sie hat wirklich laut gelacht.

Und das habe ich natürlich, anstatt so, mach's so. Und meine Intention war, zu zeigen, wie wichtig Interaktion ist oder wie Momente anders ausschauen, wenn ich mit meinem Kind in Interaktion bin. Und dann kam natürlich: ja, was ist, wenn ich aber als Mama nur kurz den Einkauf bestellen wollte, nur kurz eine wichtige E-Mail beantworten muss, einen Doktortermin ausmachen muss.

Es haben sich ganz viele angegriffen gefühlt. Total. Also es haben sich wirklich viele angegriffen gefühlt. Viele haben, wenn du mir folgst, weißt du, dass das nicht meine Intention war. Aber wenn du halt neu hinkommst und dieses Real angezeigt bekommst, denkst du, okay, was will die jetzt? Die stellt mich jetzt als schlechter Papa, als schlechte Mama hin.

Und das war dann für mich immer, wo ich gedacht habe, ich muss mich auch jetzt rechtfertigen. Das ist auch so schlimm. Du liest dieses Kommentar und willst es eigentlich klarstellen, dass das nicht so gemeint war. Und irgendwann denkst du ja, wie schlimm war es?

Wie viele Kommentare, wie viele Nachrichten oder was passiert in diesen Tagen? Du zählst da nicht mehr mit.

Also das kommt blub, blub. Und meistens beschäftigt dich so ein Real ein, zwei Tage. Es ist ja noch viel länger ausgespielt, aber du beantwortest dann, das geht. Da kommst du gar nicht mehr nach, weil du in der Zeit schon wieder andere Reels postest. Also es geht dann auch so, dieser Kontakt oder dieses Rechtfertigen geht halt auch verloren.

Was hat das mit dir gemacht? Ich habe sehr aufgepasst, was ich poste. Versucht, du lernst ja auch. Du lernst aus deinen Fehlern. Und das ist natürlich nicht sehr Instagram-like, dass du halt niemanden angreifst, weil das will natürlich Instagram nicht, weil da kommen halt keine Kommentare, da kommen halt keine Likes, da kommt halt kein Shitstorm, den du eigentlich brauchst, um Reichweite zu generieren.

Und dann habe ich halt versucht, sie aufzupassen. Schnuller, uh, Schnuller-Reels gehen immer. Wenn du weißt, dass deine Reichweite sinkt, mach einen Schnullerreel. Das funktioniert immer und sagt dann klar dazu, da gab es noch einen Account, ich fand die super, ich fand die großartig, keine Logopedin, aber sie hat sich dann Stillberaterin genannt und hat wirklich gegen den Schnuller.

Der Account ist explodiert. Der ist explodiert. Natürlich alle Mamas, ja, du hast zu Recht, kein Schnuller, kein Schnurler. Und die anderen Mamas, aber manchmal braucht man halt den Schnuller. Und das ist, das King, die ist explodiert. Also wenn man auf Instagram wachsen will, muss man einfach kontrovers sein oder kontroverse Sachen posten.

Ja, das muss man an dieser Stelle wirklich ganz, ganz deutlich sagen. Die Algorithmen der Netzwerke, egal ob das Instagram ist, ob das TikTok ist, ob das Facebook ist, die Algorithmen funktionieren so, dass extreme Emotionen belohnt werden. Und der normale Daumen nach oben, das klassische Like, ist praktisch nichts wert.

Jede andere Interaktion wird höher bewertet und am allerbesten die extremen Formen wie extremes Lachen oder die Wut oder natürlich Kommentare und Teilen. Ja, das ist das, worauf die Algos anspringen. Und bitte denkt immer daran, egal wo ihr unterwegs seid, wenn euch was gleich mal sehr stark aufregt oder eine sehr starke Diskussion verursacht, dann vielleicht nochmal kurz nachdenken oder hört euch unsere Episode mit der Eva Wackenreuter an.

Da hat die das auch nochmal erklärt. Zum Thema Fake News. Genau.

Wird natürlich in den Shownotes verlinkt, die klingen bei uns so. Und Carina, wie hast du denn die Entscheidung getroffen, ich ziehe mich da jetzt komplett zurück, weil das war ja so ganz oder gar nicht. Ja, das war super.

Also mein Mann hat immer gesagt, lass es doch einfach. Ich habe mir gedacht, es ist doch ein Sch, es ist doch blöd. Jetzt muss ich wieder ein Rear machen und ich habe gar keine Zeit. Also jetzt, ich frage mich jetzt wirklich, wann ich das alles gemacht habe. Also, keine Ahnung, Buch habe ich nebenbei auch geschrieben.

Keine Ahnung, sag ich nicht. Ach, das ist nicht. Ich kann es wirklich, ich kann es wirklich nicht sagen. Und mein Mann hat immer gesagt, lass es doch einfach nicht so. Ich kann nicht. Ich muss und da da da und ich muss, ich musste gar nichts. Ich musste absolut gar nichts. Es war dann oft so, ich war so in meiner Bubble and Ergotherapeutinnen und Ärzte, mit denen ich einfach gut vernetzt war.

Und wir sind einfach zusammen und in Anführungszeichen groß geworden. We have uns verlinkt, wir kannten uns, wir wussten, der erzählt was Richtiges, der erzählt keinen Scheiß, das ist wichtig und richtig und dem vertraue ich einfach. Dann irgendwann habe ich mich gefragt, da gab es einmal eine, von der habe ich schon urlang nichts mehr gelesen.

Ich habe gedacht, wie heißt die eigentlich? Ich habe nicht mehr gewusst, wie sie heißt. Wir waren voll viel in Kontakt, gerade auch in der Covid-Zeit. Und er gemacht, ist das arg? Die verschwindet da von Instagram, macht Beiträge ohne Ende. Die Leute liken das, die feiern sie, die finden sie super und dann ist sie von Instagram weg und es interessiert einfach keinen.

Da kommt halt irgendwer neu und macht es halt. Und das hat mich auch immer beschäftigt und das war relativ auch am Anfang, da war einmal Instagram down. Und ich habe zu meinem Mann gesagt, ist das geil? Instagram ist down. Ich glaube, ich hatte an dem Abend hätte ich sogar ein Live gehabt und da haben wir gedacht, wie geil ist das, dass ich jetzt nicht arbeite und in Anführungszeichen, dass ich jetzt nicht arbeiten muss.

Und fand das total großartig. Und habe gedacht, kann Instagram nicht mal wieder down sein. Und du machst ja dann auch im Urlaub, postest du dann Storys. Du bist ja dann nicht komplett weg, du postest ja dann irgendwas, oh, ich bin gerade da. Und dann bin ich auf der Badewanne gesessen. Im September kam eben von Wien nach Hause, dann war es September und ich habe nicht mehr reingefunden.

Es hat mich so genervt. Ich war, ich habe mir neu gekauft gehabt, ein Licht, ein geiles Mikrofon. Es war wirklich, vor dem Sommer habe ich alles neu gekauft gehabt und habe mich schon total gefreut, das zu testen. Ich habe dann ein paar Reels gemacht, bei den letzten kann man es vielleicht noch sehen.

Und dann bin ich am Abend auf der Badewanne gesessen und habe ein Foto gepostet. Ich habe keine Ahnung mehr, was das für ein Foto war, in der Story und habe geschrieben, ich habe gerade überhaupt keine Ideen. Es freut mich gerade überhaupt nicht und ich brauche jetzt einfach eine Pause und ich kann euch gar nicht sagen, wohin das jetzt geht.

Und aus dieser Pause ist einfach ein Ende geworden. Und wie geht es dir seither? Uhr gut. Ich konsumiere nach wie vor Instagram. Ich bin leider überhaupt kein Influencer. Also jeden Influencer, den ich sehe, denke ich mir, du tust mir wirklich leid. Das ist ein Knochenjob. Ich sage es euch, das ist wirklich nicht lustig.

Gerade wenn das auch dein Hauptbusiness ist. Wenn das, wenn du davon deinen Lebensunterhalt erzahlst. Du musst präsent sein, du musst dein ganzes Leben offenlegen. Bei mir ging es um Sprache und trotzdem wussten alle, wo ich auf Urlaub war, was ich gerade so gemacht habe. Das war ein Riesenthema auch dann bei Freunden und Familie in Wien, die dann gesagt haben: wir sehen gar nichts mehr von dir, du postest gar nichts mehr, wir wissen jetzt gerade überhaupt nichts mehr über dich.

Es ist schon irgendwie total arg, es ist total absurd, dass die dann einfach nichts mehr mitkriegen und doch immer so ein bisschen was mitgekriegt haben.

Und du hattest eigentlich ganz lange Zeit sehr wenig Privatsphäre dadurch. Voll.

Absolut. Und aber gleichzeitig so, wie es klingt, wahnsinnigen Druck. Du hast die Arbeit quasi in der Handtasche jederzeit bei dir. Immer. Du hast dir diese Community aufgebaut, da musst du jetzt was machen.

Da musst du was machen, du fühlst dich schuldig, aber auch Kooperationspartner. Mich hat das hat mich so gestresst. Das war sicher auch ein Punkt, dass dann so vielleicht das i-Tüpfelchen war, diese Kooperationspartner, die haben ja was von dir erwartet. Und ich finde das, auch wenn ich jetzt Influencer mit Werbungen sehe, ich finde das so arktisch.

Dann musst du dich hinstellen und sagen, boah, wir reisen jetzt, das ist voll super, nimmst das mit. Auch wenn du dahinter stehst, fand ich, habe ich mich immer total schlecht gefühlt, weil ich das so verkaufen musste. Wenn wir jetzt privat reden würden, würde ich dir sagen, das ist so genial. Meinen Freunden habe ich gesagt, es ist wirklich, dieses Ding ist wirklich geil, probier es für dein Kind, es kann funktionieren, es ist super, ja.

Aber wenn du es dann auf Befehl was aufnehmen musst und verkaufen musst, das bin einfach nicht ich. Das bin einfach nicht ich. Und das war dann so, wo ich gedacht habe, das ist die einzige Einnahmequelle, die du hast, Kooperationspartner, und dann machst du es nicht gern.

Oder im noch schlimmeren Fall, du sagst den Freundinnen, du nimm das gar nicht, das kann eigentlich nichts und die Kamera linsen. Aber das hätte ich, glaube ich, nicht vertreten können.

Also das hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft.

Aber wie viele machen das?

Ich weiß, wie viele machen das? Das ist unglaublich. Aber du musst halt, wenn das deinen Lebensunterhört, musst du halt.

Hast du das Gefühl, dass Eltern, die sich über Themen rund um ihre Kinder auf Instagram oder auf Social Media generell informieren wollen, dass die tatsächlich informiert werden? Oder ist es auch eine große Überforderung und Verunsicherung? Du bist selbst Mama, wie nimmst du das wahr?

Also mein Sohn, ich mag ja gar nicht, dass er Reels schaut. Das ist ja Dopamin, Schub in Sekunden. Und wenn halt meine Tochter jetzt Turnen hat und so und dann hat irgendwie seine Hausaufgabe gemacht, dann muss halt eineinhalb Stunden warten und darf halt auch mehr mit mir Reel schauen, wo ich dann dabei bin.

Und ich finde das total lustig, weil ich ihn dann oft frage, glaubst du, ist das echt oder AI? Weil AI ja jetzt mittlerweile auch schon ein Riesenthema ist, ja. Das ist echt, sage ich, überleg mal, kann das wirklich sein? Und wenn du dir vorstellst, dass dein Kind da jetzt alleine schaut und das einfach sieht, ist es, glaube ich, wieder so ein Interaktionsthema.

Sprich darüber, sprich über künstliche Intelligenz, ist das, glaube ich, doch nochmal recht wichtig, da aufgeklärt zu sein. Also jetzt nicht nur über die Inhalte, natürlich auch über die Inhalte, Fake News natürlich, aber auch über mittlerweile künstliche Intelligenz. Kann diese Katze das jetzt auch, wenn es lustige Videos sind, aber kann diese Katze da jetzt wirklich lachen oder was auch immer?

Und schauen diese Menschen auch wirklich so aus, wie sie ausschaut?

Absolut. Gerade bei jungen Mädchen, die online unterwegs sind, ist das ja immer noch ein riesiges Thema.

Ja, oder mittlerweile auch diese Bewertungsplattformen, ich glaube, das ist jetzt eher TikTok, wo dann Gesichter bewertet werden und gerankt werden. Rate Me.

Ja, Rate Me. Du, und gibt es Dinge, die du dir vorgenommen hast für die Mediennutzung deiner Kinder, was du fördern möchtest und womit du vielleicht noch länger warten möchtest? Ja, also ich möchte wirklich das Smartphone so lange wie möglich vermeiden.

Für Social Media-Nutzung finde ich es ganz schwierig, weil wie machst du es? Ich glaube, du kannst dein Kind nur sehr, sehr gut aufklären und vorbereiten, welche Inhalte es da kommen. Ich meine, du kannst es ja nicht immer vermeiden, das geht ja nicht. Es wird irgendwann alt genug sein, um dann selbst zu entscheiden oder selbst entscheiden zu wollen.

Das Thema ist für mich gerade noch ein bisschen fern, da habe ich mich jetzt noch nicht beschäftigt, wie ich es dann machen will. Gerade ist das Thema Smartphone so lange wie möglich wegzuhalten.

Wir haben da so eine Podcast-Empfehlung.

Gibt es in deiner Umgebung in Amerika Unterstützung dafür? Wir haben jetzt gerade auch eine Episode aufgezeichnet mit der Stefanie Blase von Smartphonefreie Kindheit Österreich, die genau sowas unterstützen, nämlich gib deinem Kind frühestens mit 14 ein Smartphone, manche sagen auch mit 16. Wie ist das in den USA?

Du hast im Vorgespräch gerade erzählt, da ist das Smartphone eh noch nicht so präsent, aber es ist bestimmten Grund.

Wir wohnen in Kalifornien. Das ist nochmal, glaube ich, was anderes. Also ich kann jetzt wirklich nur für Kalifornien, es ist sehr privilegiert, es ist wirklich auch eine Bubble, würde ich jetzt sagen. Da haben in unserem Umfeld, ich spreche jetzt von dritter, vierter Klasse, Volksschule, kenne ich recht wenige Kinder, die ein Smartphone haben, weil Schulwege müssen mit dem Auto gefahren werden.

Da gibt es keine Public Transportation, keine öffentlichen Verkehrsmittel. Da werden die Kinder einfach mit dem Auto zur Schule gebracht. Fußwege sind oft zu weit. Das heißt, da ist dieser Need gar nicht da, ein Smartphone zu haben, um das Kind zu tracken. Wobei viele eher eine Smartwatch haben, muss jetzt gar nicht die Apple Watch oder so.

Es gibt halt auch diese normalen Tracker und da gibt es gute Alternativen, wo du wirklich nur tracken kannst und so. Also das erlebe ich jetzt in meiner Welt, ist es einfach so, dass recht wenig Smartphones um uns herum bei den Kindern sind. Weil man die Kinder viel chauffieren muss und dann eh man weiß, wo er ist.

Und ich nicht besorgt sein muss, wo ist er, weil ich weiß, wo er ist, weil ich ihn gerade abgeliefert habe.

Das heißt, die Kinder haben gar keinen Bewegungsradius alleine, wo wir sagen, okay, da bräuchten wir jetzt für den Notfall irgendeine Kontaktmöglichkeit.

Anderes Thema dann, ne? Controlling. Ja, anderes Thema, aber ich meine, die Amerikaner sind schon sehr beschützend.

Carina, im Herbst bist du dann ein Jahr schon nicht mehr auf Instagram unterwegs. Waar. Und du hast gesagt, es hat einige Zeit gedauert, bis das überhaupt wem aufgefallen ist, bis du Nachrichten bekommen hast. Was hast du da für Nachrichten bekommen? Und zweite Frage, gleich hinterher. Carinha. Kannst du dir vorstellen, noch einmal auf Instagram aktiv zu sein?

Also zuerst, du schreibst halt von der Pause und dann erwarten halt die Leute, dass Pause ist, aber es ist halt so viele andere Inhalte, dass du mich als Carina, als Sprecherei, ich war ja unter Sprecherei, gibt es ja noch immer den Account, kann man gerne auch noch nachschauen. Die Real Content stimmen auch noch alle.

Und da kam dann wirklich erst später, und ich muss auch sagen, für die Menge an Follower, die ich habe, auch recht wenig Nachrichten, ist eh alles okay. Es gab dann schon einige, die dann sagen, ich vermisse dich so, du hast mein Kind durch diese Zeit gebracht, dank dir. Dann fühle ich mich schon so denke ich so, es hat doch irgendwen erreicht, es hat doch irgendwas gebracht.

Das habe ich in deinen Kommentaren gelesen bei einem Beitrag, da stand, ich vermisse deine Beiträge.

Ja, das ist dann voll schön. Natürlich ist das schön. Das ist auch schön, wenn die Leute dann unter deinen Reals schreiben, Boah, hast du super, danke, das hat mir geholfen. Natürlich freut dich das. Das ist natürlich das, was dir anhält, dass du es machst. Na klar, was nicht sonst? Um dich wieder zurückzubringen.

Es wird mich voll reizen. Ich denke mir so, ein Real wäre schon cool, aber du bist dann halt wieder in diesem Soak drinnen, wo du halt einfach dauernd was posten musst, um dabei zu bleiben, um angezeigt zu werden. Und das ist einfach, es ist mir einfach meine Zeit nicht wert. Auch die Zeit mit meinen Kindern nicht wert.

Und deshalb hast du auch Zeit, um in diesem Podcast-Gericht zu sein zu können. Genau, dann stellt sich euch eine Logopäde dar.

Wir werden noch ein bisschen sprechen üben nachher, glaube ich.

Jawohl. Da freue ich mich drauf. Liebe Carina, danke, dass du so offen und ehrlich warst. Bitte alle, die uns jetzt in dieser Folge zugehört haben, hör doch unbedingt nochmal in die Folge mit Carina rein, wo sie über die Sprachentwicklung und den Einfluss von Smartphones darauf erzählt. Ist absolut hörenswert.

Ich bin froh, dass ich auch abseits von Instagram mit dir in Kontakt bleiben darf, weil du ein großes Vorbild für mich bist in meiner logopädischen Arbeit. Wirklich, du hast da so viel geschafft und ich habe mir so viel abschauen dürfen von dir. Vielen Dank dafür. Großartig. Andrea, was nehmen wir uns jetzt aus dieser Content Creator-Folge?

Die Aussteiger ist.

Ich habe vorher was gehört von der Carina, da hat es wieder geklickt im Kopf, weil das ist was, was ich regelmäßig höre, dass die Menschen gar nicht so traurig sind, wenn die Netzwerke mal nicht verfügbar sind, dass man das als sehr entspannend empfinden kann, mal nicht nachschauen zu müssen, mal nicht online, mal nicht erreichbar sein zu müssen.

Und es begegnet mir auch bei den Jugendlichen und bei den Kindern häufig in den Workshops, dass die sagen, oh, das war so angenehm, das war so schön, da hatten wir so eine gute Zeit und niemand musste aufs Handy schauen.

Als ob wir nicht alle die freie Entscheidung treffen könnten. Als ob wir es nicht hätten, ja.

Als ob es uns irgendwie manipulieren würde. Also ich weiß jetzt nicht. So.

Das ist ein super Learning. Ich nehme auch noch mit für alle, die Kinder haben, die vielleicht schon mal den Wunsch geäußert haben, ja, ich möchte dann auch, ich möchte einen YouTube-Kanal und ich möchte dann lustig und super und berühmt werden. Das ist vor allem viel Arbeit.

Viel Arbeit, die auch sehr belastend ist. Anstrengende Arbeit, zeitintensive Arbeit und das, was ich mir auch aus dieser Folge mitnehme, was wir alles verpassen, wenn wir da dranhängen, wenn wir die Aufmerksamkeit so gebündelt haben auf dieses Gerät, was alles im Leben rundherum passiert, was wir da nicht mitbekommen.

Danke, dass ihr diese halbe Stunde investiert habt, eurer Lebenszeit, diesen Podcast zu hören. Ich hoffe, ihr habt nichts verpasst, sondern im Gegenteil ganz viel mitnehmen können. Liebe Andrea, danke dir. Und vor allem Carina, danke schön, dass du zu Gast warst. Bitte, wenn ihr uns hört, ihr dürft schon auch auf Instagram gehen und zum Beispiel unseren Kanal anschauen.

Ihr dürft uns Kommentare hinterlassen, weil uns das wahnsinnig freut. Erzählt uns, wie ihr das so regelt in eurem Gebrauch. Wie schafft ihr es, irgendwie die Online-Welt in euren Alltag zu integrieren, ohne dass er belastend wird? Schreibt uns, hinterlasst uns Kommentare, gebt uns auch sehr gern fünf Sterne.

Das ist quasi unsere Belohnung, über die wir uns wahnsinnig freuen. Und hört vor allem beim nächsten Mal rein. Vielen Dank, Carina. Dankeschön.

Danke, bis bald.

Tschüss. So, das war's. Ach, wie toll, wirklich. Also so eine Folge könnte man sich gar nicht machen.

Sprechübung, 1, 2, 3, 4, 5, 6, mache ich es richtig, könnt ihr jetzt sagen.

Kannst du ein bisschen weiter den Mund mal aufmachen und probieren? Ja, die Daumenübung. Ja, einfach mal herzlich willkommen in der Smartphone-Sprechstunde.

Ich weiß genau, wo diese Aufnahme landet.

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