Smartphone Sprechstunde· Staffel 1· Folge 32
#32 Schule ohne Handy: Mehr Fokus, mehr Miteinander – aber ziehen die Eltern mit?
Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 55 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Bald kommt der TEENAGER TAKE-OVER! 🎙️
Schick uns deine Fragen für diese spannende Folge:
Jugendliche beantworten, was Erwachsene schon immer wissen wollten – in der Smartphone-Sprechstunde. Kommentiere hier drunter oder schreib uns direkt auf www.smartphone-sprechstunde.at oder eine DM über Instagram instagram.com/smartphonesprechstunde
DIESE FOLGE:
Handy weg, Kopf frei: Andreas Buch “Handyfreie Schule” ist zu Schulbeginn erschienen. Im Live-Mitschnitt der Buchpräsentation erzählen die Schulleiterinnen Hemma Poledna und Sabine Puchinger, wie sie den Wandel an ihren Schulen angepackt haben, mit Lehrkräften, Eltern und Jugendlichen an einem Tisch.
Es geht um mehr Konzentration, echte Begegnungen und die Frage, warum Aufmerksamkeit eine Grundlage der Demokratie ist. Dazu kommen die heißen Eisen: Elternsorgen, Erreichbarkeit im Notfall und die Angst, etwas zu verpassen.
Abonniere unseren Podcast und gib uns gerne 5 Sterne, um sichtbar zu sein und viele weitere Episoden produzieren zu können. Danke für deine Unterstützung!
Das nimmst du aus dieser Episode mit:
• Welche Schritte Eltern, Lehrkräfte und Schüler:innen gemeinsam gehen sollten, damit “handyfrei” in der Schule für alle funktioniert.
• Die Schule als sozialer Übungsraum und warum das Smartphone nicht nur im Unterricht stört.
• Warum manche Eltern “handyfrei” nicht unterstützen, und welche Argumente sie überzeugen.
Kapitel:
Gesetzliche Regeln und das Buch
Für wen der Leitfaden ist
Mitstreiterinnen und gemeinsame Forschung
Beteiligung, Mut und starke Gründe
Das Wofür gemeinsam entwickeln
Begegnung schafft gesunde Lernräume
Auch Erwachsene kämpfen mit dem Smartphone
Kritische Stimmen in den Prozess holen
Mut zur handyfreien Schule
Jugendliche müssen gehört werden
Schule in 50 Jahren
Größte Hürden und Elternsorgen
Jugendliche und die Angst, etwas zu verpassen
Gemeinsam kommunizieren und Veränderungen tragen
Handyfreie Schule endet nicht am Schultor
Sind Smartphones das eigentliche Problem?
Ablenkung, Nachrichten und Konzentration
Links & Studien:
“Handyfreie Schule - Vom Dauerkonflikt zur gelebten Regel” ist im deutschsprachigen Buchhandel als Taschenbuch und E-Book erhältlich.
Kostenlose Leseprobe & Taschenbuch (buchschmiede.at/app/book/362972-Andrea-Buhl-Ai…)
E-Book (smartphonecoach.mytentary.com/p/PmM4aw)
Die gesamte Aufzeichnung der Buchpräsentation, inklusive Henrics Interview mit Andrea und ihrer Lesung aus “Handyfreie Schule” kannst du dir unter jetzt.at/artikel/sDSkTREo-aBx4lmba-2be71 anhören. Die Veranstaltung wurde präsentiert in Kooperation mit jetzt.at.
Moderation: Henric Wietheger henric-wietheger.at
Netzwerk Handyfreie Schulen handyfreieschule.org
Eltern-Netzwerke “Smartphone Freie Kindheit Österreich” smartphone-freie-kindheit.at
Lass von dir hören!
Was möchtest du wissen? Welche Erfahrung kannst du teilen? Welche Themen sollen wir als nächstes besprechen?
Schreib uns gerne direkt auf smartphone-sprechstunde.at oder über Instagram instagram.com/smartphonesprechstunde
Die Smartphone Sprechstunde erscheint jeden Donnerstag:
Raus aus der digitalen Überforderung. Rein in die digitale Selbstbestimmung. Wir helfen Familien dabei, den Alltag mit Handy & Co. souverän zu steuern.
Smartphonecoach Andrea Buhl-Aigner und Host Niki Löwenstein ergründen Mechanismen, Gefahren und Vorteile von smarten Geräten. Dabei stützen wir uns auf wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Erfahrungen.
Ohne Panikmache oder Technik-Bashing: Bei uns gibt es unterhaltsame Gespräche mit alltagstauglichen Tipps, damit smarte Geräte in Familien wieder zu dem werden, was sie sein sollen: praktische Helfer statt Aufmerksamkeitsvampire.
Schick uns eine Nachricht! (buzzsprout.com/2606684/fan_mail/new)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Hallo, hallo! Bevor wir starten, seid ihr dran. Demnächst gibt es ein Takeover der Smartphone-Sprechstunde von Teenagern. Das bedeutet, Jugendliche bekommen unsere Mikrofone und werden ganz unter sich erzählen, welche Rolle ihr Smartphone im Leben spielt. Und sie beantworten eure Fragen. Vielleicht wollt ihr ja wissen, wie sie Eltern austricksen, welche Regeln wirklich funktionieren oder was Teenager mit der KI besprechen.
Schickt uns eure Fragen als Kommentar unter dieser Folge oder gerne auch über das Formular auf unserer Website smartphone-sprechstunde.at Alle Informationen gibt es auch in den Shownotes. Wir freuen uns sehr auf dieses Takeover und eure Fragen. Davor geht es jetzt aber los mit der neuen Episode. Viel Freude!
Und es macht krank. Und das andere macht aber gesund. We listen not all pedagogical problems in the school, but we learn beding, die, beziehung, and beginning.
This teilhab and gerne dabei sein wollen anderes. We have a gross verstum and ängstlich sein, sich persönlich zu beteiligen im Unterricht.
Smartphone Sprechstunde. Orientierung im digitalen Wahnsinn. Der Podcast für Familien, die im Bildschirmstress den Durchblick behalten.
Im Sommer is my book Handyfreie Schule vom Dauerkonflikt zur gelebten Regel erschienen. The heutige episode is daher etwas anders als sonst. Warum beschäftigen wir uns an den Schulen immer noch mit der Handynutzung? Is this not längst geregelt und außerdem digitalisierungsfeindlich? Wird das Handy dann am Nachmittag nicht umso länger genutzt?
And we viel Unterrichtszeit geht immer noch mit Controllieren, Ermahnen, Einsammeln verloren? Und wie funktionieren solche Regeln in Schulen, wenn manche Eltern und viele Schülerinnen das als Bevormundung empfinden? Im September habe ich das Buch im Funkhaus in Wien präsentiert und einen Teil dieses Abends hört ihr gleich als Live-Aufnahme.
Viel Spaß.
Ja, hallo, auch von meiner Seite. Willkommen bei der Smartphone-Sprechstunde. Ich bin Niki Löwenstein. Ich bin mehr oder weniger Gast und darf mir anhören, was sich die Andrea da in den vergangenen Monaten alles ausgedacht und intensiv erarbeitet hat. Liebe Andrea, willkommen auch nochmal von meiner Seite.
Ja, danke sehr. Und danke, dass du mir für heute die Anmoderation übergeben hast und wir heute ein bisschen über mein neues Buch sprechen. Ich freue mich sehr.
Sehr, sehr gerne. Eigentlich muss ich ja sagen, herzlich willkommen, Smartphone Coach, unsere Expertin aller Zeiten und Buchautorin Andrea Boleigner. Das klingt cool, hm?
Das klingt cool.
Erzähl mal. Es ist ja in Österreich so, dass Schulen sowieso schon seit Mai 2025 offiziell handyfrei sind. Warum hat es da denn dann auch noch ein Buch gebraucht?
Das stimmt. Es gab 2025 im Mai die offizielle Änderung auf Bundesebene, dass Schulen bis zur achten Schulstufe handyfrei sind. Und da steckt auch schon die erste Info drinnen. Es ist es bis zur achten Stufe. Wir sehen aber, dass ganz viele Schulen sich eigenständig dazu entscheiden und sagen, achte Stufe reicht uns nicht.
Wir wollen das eigentlich für alle Stufen, bis zur Matura, bis zur zwölften Stufe. Und das einfach alleine umsetzen. Und die gehen dabei immer die gleichen Schritte, die machen immer ungefähr den ähnlichen Prozess. Und ja, in dem Buch steht jetzt alles drin, was man dafür braucht.
Also achte Schulstufe, das sind so die rund 14-Jährigen in unseren Schulen. Jetzt musst du mir kurz, bevor wir noch tiefer ins Buch und in den Inhalt einsteigen, verraten, wie war denn so der Schreibprozess? Ich habe dich ja ein bisschen aus den Augenwinkeln beobachten dürfen dabei und ich weiß, es war sehr, sehr viel Arbeit.
Was hast du denn dabei gelernt selber?
Also einerseits war ich froh, dass ich über etwas schreibe, womit ich mich eigentlich die letzten vier Jahre ganz intensiv beschäftigt habe. Das heißt, ganz viel von den Infos, die ich gebraucht habe und von den Themen, um die es ging, die waren einfach schon da in irgendeiner Form. Und ich hatte ja auch ganz großartige Unterstützung von zwei Schulen in Niederösterreich, von zwei Schulleiterinnen, die alle ihre Infos mit mir geteilt haben.
Aber trotzdem ist ein Buchschreiben viel Arbeit. Ja, das stimmt. Und ich habe immer geschaut, dass ich mir richtig tageweise oder zumindest halbtageweise Zeit reservieren kann dafür, weil so ein paar Minuten am Stück braucht man sich da nicht hinsetzen. Da geht es schon um Stunden.
Erzähl mal, die meisten Bücher zum Thema Handynutzung, die richten sich an die Zielgruppe, die wir auch mit diesem Podcast ansprechen wollen, nämlich die Eltern, die Familien. Ist das jetzt der nächste Ratgeber für Familien oder mit wem im Kopf hast du dieses Buch geschrieben?
Das ist tatsächlich kein Elternratgeber, sondern Handyfreie Schule richtet sich an Menschen, die im Schulumfeld arbeiten. Das heißt Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und auch ganz konkret Schulentwicklerinnen. Das ist ein Bereich, den habe ich bei der Arbeit am Buch komplett neu kennengelernt.
Es gibt in den Schulen und an den pädagogischen Hochschulen und in den Behörden gibt es eine Ebene, die heißt Schulentwicklung. Und da arbeiten Menschen tatsächlich ganz konkret an der Verbesserung in Schulen. Und für diese Menschen ist das geschrieben, das heißt Lehrende, die sich gerade mit dem Thema beschäftigen, vielleicht auch noch Elternvertreterinnen und Vertreter, die das gerade unterstützen in einer Schule, die gerade handyfrei wird.
Und auch für alle, die tätig sind in Schulen, wo die handyfreie Schule noch nicht so gut funktioniert, aber wo man sagt, okay, wir wollen ein bisschen nachschärfen, wir brauchen ein paar Ideen, wir müssen da noch ein paar.
Und du hast schon gesagt, du hast das nicht ganz alleine geschrieben. Wer hat konkret daran mitgearbeitet?
Ich hatte großartige Unterstützung und alle diese Menschen musste ich auch überhaupt nicht überreden, damit zu machen, sondern die Idee gab es auch schon länger. Die Hauptzusammenarbeit war zwischen mir und der Hemma Poledner und der Sabine Buchinger. Das sind zwei Schulleiterinnen aus Niederösterreich, jeweils an einem Bundesgymnasium.
Die Hemma Poledner sitzt in Kloster-Neuburg und die Sabine Buchinger in Brugg an der Leiter. Die haben sozusagen alles, was sie in ihren Schulen gemacht haben, mit mir geteilt. Das Buch kommt mit 17 Downloads. Das heißt, alle Vorlagen, die da drinnen sind, basieren auf der Arbeit von der Hemma und der Sabine in ihren Schulen.
Da stecken tatsächlich die Infos aus ihren Vorlagen drinnen. Und ja, die haben mir auch Kontakt hergestellt zu den Lehrenden aus ihren Teams, die damals mitgearbeitet haben. Die konnte ich interviewen. Und das war toll, weil obwohl die alle einen richtig dichten Schulalltag haben und sehr, sehr wenig Zeit eigentlich, haben die sich mit mir getroffen für Interviews zwischen der Schularbeit und zwischen der Freistunde kurz.
Im Heiligen Raum. Nein, im Lehrerzimmer nicht, da wärst du laut für die Aufnahme. Aber ich habe tatsächlich zwei Aufnahmen von Interviews. Da konnte man fast gar nicht verstehen, was gesprochen wurde, weil rundherum gerade Pause war und es war so laut und der Boden und die Decke haben so ein bisschen gewackelt, weil so viele vorbeigelaufen sind in dem Moment.
Es waren sehr spannende Interviews. Ja, dann habe ich auch eine Co-Autorin, das ist die Stefanie Hirgel, mit der ich schon viele Jahre zusammenarbeite. Die hat das Kapitel 7 geschrieben, was ein guter Prozess braucht. Die hat einen Blick von außen gemacht. Die Steffi ist nämlich Mediatorin und Coach und berät Teams bei der Verbesserung von Prozessen.
Und die ist auch seit ganz vielen Jahren in der Jugendarbeit tätig. Die ist bei den Pfadfinderinnen und Pfadfindern sehr engagiert. Und die ist auch ehrenamtlich im Elternverein an einer sehr großen Schule in Niederösterreich. Das heißt, die hat so verschiedene Perspektiven dazulegen können. Und im achten Kapitel gibt es noch ein Interview mit dem Fabian Scheck, der ja auch schon in der Smartphone Sprechstrom war.
Episode 12 und 17.
Der hat zum Handy-Experiment gesprochen, gell? Und dann hat er bei uns auch noch über die Bedeutung von Smartphones in der Schule geredet und da Insights gegeben.
Genau, was alles passiert in der Schule, was Eltern oft nicht so mitkriegen. Das waren die zwei Episoden mit dem Fabian. Mit dem habe ich über das Handy-Experiment gesprochen und zwar über den Aspekt, welche Art von Diskursraum das öffnen kann in einer Klasse, wenn man vorhat, sich mit dem Thema Handyfreie Schule zu beschäftigen.
Und indirekt waren auch etwas mehr als 1600 Eltern, Lehrende und Schülerinnen und Schüler beteiligt, weil die Hämmer und die Sabine haben in ihren Schulen evaluiert, nach einem Jahr Handyfreie Schule und haben mir auch diese ganzen Daten zur Verfügung gestellt und dann konnte ich auch Kommentare auswerten, die Befragungen auswerten und schauen, was sagen eigentlich Eltern, Lehrende und Schülerinnen zur Handyfreien Schule.
Wie kommt das eigentlich an? Wow, sehr spannend.
Ihr habt also geschrieben, eine Art Leitfaden für Menschen, die in Schulen arbeiten, wie man tatsächlich das Smartphone, das Handy aus der Schule rausbekommt. Und alle, die uns jetzt zuhören und sich vielleicht denken, naja, betrifft uns jetzt noch nicht, weil das Kind ist vielleicht noch zu jung, das kommt schneller als man denkt.
Irgendwann gehen die Kinder in die Schule und zack, ist das Thema da. Und dann kann man sehr froh sein, wenn Menschen an dieser Schule unterrichten oder sie vielleicht sogar leiten, die sich rund um dieses Thema sehr viele gute Gedanken gemacht haben und die vielleicht sogar euren Leitfaden mit integriert haben in ihre Schule.
Okay, wir wollen jetzt gar nicht zu viel verraten am Anfang, weil wir steigen in die Buchpräsentation. Da habe ich im Publikum sitzen. Das war wirklich super spannend. Du bist auf der Bühne gesessen. When we hören, das ist gleich der Moderator, Henrik Wietecker. Das ist die männliche Stimme, die jetzt gleich kommt.
Du sitzt auf der Bühne und zwar nicht alleine, sondern neben dir sitzen die Sabine Buchinger und die Hemma Poledner, die beiden Schulleiterinnen, mit denen ich das meiste von diesem Projekt gemeinsam gemacht habe.
Und ihr nehmt uns mit in den Prozess, wie das Buch entstanden ist, was ihr euch dabei gedacht habt, welche Ziele ihr habt. Und dabei nehmen wir euch jetzt einfach mal mit. Quasi ein kleiner Rückblick auf die Buchpräsentation. Herzlich willkommen dazu. Andrea, ich übergebe an dich. Ja, danke. Hört einfach selber rein.
Die Hämmer und die Sabine geben Einblick in ihren Schulalltag und auch, welche Werte sie selbst als Schulleiterinnen vertreten und warum sie auch denken, dass das politisch und gesellschaftlich ein ganz wichtiges Thema ist.
Und einen kleinen Funfact verrate ich auch noch aus der Sicht aus dem Publikum. Alle Handys waren tatsächlich ganz brav abgedreht. Kein Bimmeln zwischendurch.
Ich darf euch einmal ganz kurz vorstellen für diejenigen, die euch jetzt hier noch nicht kennen. Dass die Hämmer, sie ist Schulleiterin am Gymnasium Kloster Neuburg und unterrichtet dort unter anderem politische Bildung. Das stimmt? Geschichte. Sehr gut. Und du sagst, Demokratie braucht Aufmerksamkeit.
Wer demokratisch mitentscheiden will, muss zuhören, argumentieren, andere Positionen aushalten und sich auf komplexe Fragen konzentrieren können. Permanente digitale Ablenkung erschwert genau diese Fähigkeiten. Werden wir gleich dazu kommen? Ganz rechts sitzt die Sabine. Die Sabine ist Schulleiterin am Gymnasium Bruck an der Leiter und sie ist ausgewählte Schulentwicklerin.
Das werden wir heute hier auch zum Thema machen. Du sagst, wir wollen mit der Handyfreiheit SchülerInnen nichts wegnehmen, sondern ihnen schenken. Schule soll ein Ort sein, an dem junge Menschen einander begegnen, sich konzentrieren lernen, miteinander reden und manchmal auch Langeweile oder Streit aushalten.
Genau daraus ersteht erstaunlich viel. Kannst du uns ganz am Anfang einmal sagen, was eine Schulentwicklerin anders macht als eine Schulleiterin?
Also ich hoffe ja, dass jede Schulleiterin auch Schulentwicklerin ist und ich bin eigentlich, die, die ich kenne, bin ich ziemlich überzeugt, dass sie es auch sind. Vielleicht ist der Unterschied der Blick auf so manches. Also wenn du wirklich als Schulleiterin handelst, hast du vielleicht, triffst du Entscheidungen, die gewährleisten, dass Schule funktioniert, im besten Fall gut funktioniert.
Die Schulentwicklerin hat möglicherweise noch einen zusätzlichen Blick drauf, wo soll diese Schule hingehen? Was wollen wir den Schülerinnen Positives noch angedeihen lassen, dass sie besser lernen können? Wie wollen wir Prozesse aufsetzen? Wen wollen wir beteiligen und wie wollen wir gewährleisten? Vor allem, dass das, was da an guten Ideen da ist, dann auch in einer Praxis umgesetzt wird.
Und ich finde, beides gemeinsam hat ganz viel und lässt unsere niederösterreichischen Schulen so sein, wie sie sind, weil ich kenne da viele Direktorinnen, die so handeln.
Ziemlich großartig, weil wenn ich das so mitverfolge, dann ist der Bildungsapparat in Österreich jetzt nicht dafür bekannt, dass er sonderlich wendig und sehr fortschrittlich ist. Ich hoffe, das darf ich so sagen. Wie kann man denn überhaupt Veränderung anstoßen?
Also das stimmt, Schule ist jetzt nicht bekannt, sehr schnell zu sein in seinen Entscheidungen und Veränderungen. Ich sehe darin nicht nur negativ, also ich sehe das auch sehr positiv. Wir sind alle, wir haben alle mit Menschen zu tun und nachhaltige Veränderungen brauchen Zeit. Und ich glaube, das ist auch ganz wichtige Botschaft, die ich gerne auch an meine Obrigkeiten weitergebe, die uns jetzt gerade Veränderungen ziemlich rasch aufs Auge drucken, wenn ich das so sagen darf.
Dieses Zeit haben finde ich sehr wichtig. Andererseits, wenn wir klare Ideen für Veränderungen und Anstöße haben, dann habe ich beobachtet, wie beweglich auch Schule sein kann. Und das ist auch sehr schön.
Ich muss das jetzt direkt dich fragen, Hemmer, was möchtest du den Obrigkeiten ausrichten?
Naja, zum Beispiel in dieser Frage, die wir da gerade besprechen, würde ich mir mehr Entschlossenheit wünschen. Weil es ist für die Lehrkräfte gar nicht so leicht. Wir haben diese Frage eben, wie wir eigentlich die Aufgabe der Schule ist ja am Ende doch, wir haben einen Bildungsauftrag, steht sehr schön geschrieben, wir sollen sie dazu führen, dass sie urteilsfähig werden, unsere Kinder und Jugendlichen, was gar nicht so leicht ist, muss man sich mal überlegen, wie ich dahin komme.
So, und dann denke ich mir, okay, unsere Gesellschaft hat einen Zusammenhang mit dieser Schule und die sollte uns darauf vorbereiten. Und wenn wir aber uns nur informieren jetzt über zum Beispiel Social Media, wissen wir, das ist getriggert durch Algorithmen, das ist sehr schwarz-weiß. Das ist jetzt nicht gerade das, wie ich mir ein differenziertes Bild über etwas machen kann.
Und ich glaube, man unterschätzt auch, welche besondere Situation ich in einer Schule noch vorfinde, nämlich einen Raum, wo wir aufeinander treffen müssen als Menschen, als junge Menschen, auch als Eltern dann am Ende, und miteinander auskommen. Und es ist unheimlich wichtig, dass wir das lernen. Und wenn ich uns diesen Raum wegnehme und ersetze durch sehr strikt und banal geführte Algorithmen and Dinge, die mich ansprechen, wir kennen das alle, wie uns das Zeug anspricht, dann nehme ich uns eigentlich sehr viel Freiheit und Möglichkeit, miteinander, wie Sabine auch gesagt hat, zu lernen, zu streiten, was auszutragen.
Wenn mich was an dir stört, dir das direkt zu sagen, ist ganz was anderes, als das in irgendeiner unguten Gruppe dann einfach zu deponieren. Aber die, das betrifft oder denen es betrifft, der kränkt sich schon trotzdem sehr, ist verletzt. Also das führt jetzt weit, aber das sehe ich schon als auf diese Frage hin, warum.
Und was ich mir von der Obrigkeit wünschen würde, mehr Entschlossenheit, dass uns wichtig ist, dass die Kinder hier frei sind, freie Köpfe haben fürs Lernen, dass wir ihnen da auch viel bieten können. Und in anderen Bereichen überlegt man sich ja auch gesetzliche Regelungen. Wir überlegen sie uns sehr genau, wie wir es mit dem Kopftuch halten wollen, wie wir es mit Radikalismus behalten wollen.
Und da handeln wir dann gesetzlich sozusagen dem Gesetz folgend. Und das wären, glaube ich, in diesen Dingen würde ich mir mehr Blick auf das wünschen, was den Kindern wirklich gut tut und was man mittlerweile, und da ist die Andrea, die Spezialistin, an so vielen Studien sehen kann. Wir wissen, was ihnen gut tut.
Jetzt hast du gerade gesagt, Räume, die man sie ja vielleicht selber nicht aussuchen kann, dass man sie nun mal miteinander teilt, das ist ja vielleicht auch ein Teil dessen, was wir in einem demokratischen Miteinander as a whole auch kennen. Und du hast gesagt, dass Demokratie Aufmerksamkeit braucht.
Was braucht sie denn sonst noch?
Auch die Offenheit und die Vielfalt, mir mehrere Positionen anzusehen, zuzuhören, nicht gleich so schnell zu sein in meiner Urteilsfindung oder mir meine Meinung vorsichtig zu bilden, das zu lernen, dass ich eben in einer Teil der Gesellschaft bin, da einen Beitrag leisten darf, auch Verantwortung übernehmen kann.
Und das ist gut, das ist schön, das ist ein gutes Gefühl, wenn ich das mache. Es ist ein Unterschied, ob ich das tue oder nicht. Es ist nicht egal, ob ich vorbeifahre, wo ich vorbeigehe, wo oder wenn ich sehe und so weiter, diese Dinge, dass es jemandem nicht gut geht, aber auch darüber hinaus dieses Teilhaben wollen und dieses gerne dabei sein wollen und mitmachen wollen.
Auch dass sich trauen. Wir haben auch ein großes Verstummen und ängstlich sein, sich persönlich zu beteiligen im Unterricht. Das sind Themen, die wir haben, auch gerade bei Mädchen. Mich beschäftigt das extrem im Sinne von, wir wollen unsere Mädels eigentlich ermutigen, dass sie sich hinstellen, dass sie sagen, was sie wollen und was sie nicht wollen.
Und das ist interessanterweise ein bisschen im Rückgang im Moment. Und das stellen wir beide und nicht nur wir beide fest. Also das sind so Dinge, wo wir uns dann Fragen stellen, welche Räume wir schützen müssen für sie.
Ist das auch für dich ein Thema? Also was man sich traut zu sagen, nicht nur als SchülerInnen, sondern vielleicht auch als LehrerInnen oder DirektorInnen. Bei Veränderung stelle ich mir vor, dass der Mut da eine wesentliche Rolle spielt.
Das ist richtig. Für mich ist ganz wichtig die Botschaft, für die ich mich einsetzen möchte. Und die ist dann mein Gradmesser, wie sehr ich da mutig bin. Also es muss sich für mich in meinem großen, starken Wofür, wir haben oft über dieses starke Wofür gesprochen, wenn das da ist und das ist gerade in diesem Themenbereich da, dann zahlt sich jede Energie, jeder Aufwand, jedes mutigvorangehen aus.
Und auch, ich meine, wir haben es ja erlebt, wir arbeiten seit drei Jahren in diese Richtung und wir mussten immer wieder, war dann unser erster Satz, wir sind nicht Digitalisierungsgegner, sondern es geht um die private Nutzung und wir wissen, die Faktenlage ist klar, es schadet in der Schule. Und dann war irgendwann, also bei uns war dann irgendwann klar in der Schule, das starke Wofür ist hergestellt mit meinen Lehrerkolleginnen und wir haben unseren Prozess gestartet.
Und das ist so die erste Voraussetzung. Es geht nicht darum, ihnen was wegzunehmen. Gar nicht. Es geht ihnen geht darum, ihnen was zu schenken.
Du hast es gerade auch schon angesprochen, als du uns durch das Buch geführt hast, Andrea. Kannst du uns noch ein paar Beispiele nennen, wie man ein Wofür zeigen kann oder herstellen kann?
Die Empfehlung ist, mal einen Schritt rauszumachen und sich die Situation von außen anzuschauen und zu schauen, wie möchte ich das Ergebnis eigentlich haben? Wozu sage ich ja? Also ich rede jetzt nicht über die Geräte und ich rede jetzt auch nicht über verbotene Laube und Minuten oder irgend sowas, Bildschirmzeit, nein, sondern wie möchte ich das Zusammenleben haben in der Schule oder wenn es um Familien geht, zu Hause.
Wie möchte ich Zeit gemeinsam verbringen? Wie möchte ich soziale Interaktion? Wie möchte ich unser Zusammensein, unser Zusammenleben? Und das lässt sich für die Schule sehr genau definieren, wie man das will und wie man das nicht möchte. Und wenn da alle Ja' klar sind, dann sind gleichzeitig auch alle Neins da.
Jetzt muss ich einmal Devil's Advocate sein. Ich nutze es nicht so häufig, aber die Frage, die du gerade gestellt hast, wie möchte ich denn eigentlich in einer Schule zum Beispiel zusammenarbeiten, das könnte ich vielleicht recht smart prompten. Da kommt ja vielleicht auch was raus von der KI. Was macht den Unterschied?
Denn mein Buch ist bald drinnen, dann kriegst du die mega schlauen Antworten von der KI. Sehr schön. Aber nein, das ist tatsächlich, aber ja.
Warum ist es wichtig, dass da Menschen zusammenkommen und sich auch gegenseitig diese Fragen stellen und vielleicht auch noch gar nicht sofort die Antworten haben? Vielleicht mögt ihr beide dazu was sagen.
Ich glaube, ich habe einfach auch von der KI am Ende viel mehr, wenn ich zuerst mal ein paar Grundlagen habe und überhaupt schauen kann, ob das in irgendeiner Weise passen kann, was da rauskommt. Sie wird sicher immer besser, sie wird richtiger werden, aber wir wissen alle. Und es wird Fragen geben und viele, und dann wird es immer noch wichtig sein, dass wir uns gemeinsam überlegen, ob das wirklich this is, the answer is the only one that die KI gibt.
Und weil this was what we have won. I would have this situation again. This was in a twenty class in Deutschunterricht, and we have the benutzen des Handys. And then she threw it, Yeah, bei uns is it so. Also beim Estisch soll ich es nicht verwenden. Aber die Mama, die hat es die ganze Zeit dagegen. Und wenn ich das sage, dann sagt sie, nein, ich muss arbeiten.
Der nächste sagt, ja, bei mir ist es genauso, wir sollen um 20 Uhr vielleicht aufhören, aber nein, der Papa rennt herum und hat keine Zeit, mehr was vorzulesen, weil er eben oder mit mir noch was zu arbeiten muss, weil er am Handy noch was arbeiten muss. Und diese ganze Problematik, die sich da auftut, mit Eltern gemeinsam in der Schule dann weiter, das ist eine große Frage, wie wollen wir es halten miteinander zu Hause?
Was ist uns wichtig? Ein Essen zusammen, ein Ballspiel noch am Abend oder keine Ahnung, irgendwie im Hundespaziergang oder ein Film miteinander? Da stellen sich schon viele Fragen, wie ich dann dazu komme, dass ich mich entschließe. etwas zu tun.
Das ist ja vielleicht Entschuldige.
Ich möchte nur noch ergänzen, ich glaube, wir brauchen nur ein bisschen auf die Anthropologie schauen. Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Und wenn wir beobachten, wenn Menschen miteinander in Beziehung sind, dann beobachten wir natürlich viele Emotionen, aber wir beobachten auch, dass sie glücklich sind.
Und das erleben wir in der Schule auch. Nicht alle sind glücklich, natürlich, aber wir erleben, sie sind wieder in interaction. Sie leben emotionen, sie streiten, sie spielen, sie sind laut, sie listen wieder und sie sind ein bisschen aufmerksam in Unterricht. We lösen nicht alle pedagogische Probleme der Schule, but we aren't Bedingungen, die Lernen anders and Begegnung ermöglichen in einem gesunden Setting.
And I say bewusst gesund, weil wir wissen, dass das andere macht sie krank. And auch das erleben wir. Wir erleben sie in depressiven Grundstimmungen, wir erleben sie nahe dem, tatsächlich dem Selbstmord. Wir haben sehr viele Fälle, wo wir daran arbeiten mussten. Und es macht krank. Und das andere macht aber gesund.
Oder lässt zumindest die Möglichkeit der Gesundheit da. Und ja, fertig.
Wie gesagt, das, wenn ihr zwischendurch irgendwie das Gefühl habt, nochmal applaudieren zu wollen. Müsst ihr nicht. Danke dir. Emma, du hast jetzt gerade gesagt, ich sehe halt dann auch Erwachsene, also aus einer Kinderperspektive sehe ich Erwachsene, die vielleicht anders agieren, als das, was sie sich von mir vielleicht wünschen oder was sie mir angedeihen lassen.
Seid ihr vollkommen smartphone-immun, ihr drei?
Nein, das finde ich auch total wichtig, dass man das dazu sagt. Das Zeug ist verdammt gescheit gemacht. Das sind die bestbezahltesten Psychologinnen und Psychologen, die da sitzen. Das wissen wir ja auch alle. Und nein, natürlich nicht. Ich muss schon ganz viel arbeiten.
Nein, aber tatsächlich, ja, ich kämpfe damit, jeden Tag aufs Neue mein Handy beim Esstisch unten zu lassen und nicht mit hinauf ins Schlafzimmer zu nehmen und kämpfen.
Aber was, ich lösche zum Beispiel immer TikTok von meinem Handy, wenn ich es für die Arbeit nicht brauche. Ich war schon mal in so einem Zweistunden-Tunnel, wo ich nachher nicht mehr genau wusste, was habe ich überhaupt für Videos gesehen, wo ist die Zeit hin, was wollte ich eigentlich vorher, warum habe ich die App überhaupt geöffnet?
Na, Outdoor-Jacken gesucht.
Vielleicht ist es eine Debattefrage, kann sein, aber wenn es Handyfreie Schule heißt, das heißt auch für das Lehrpersonal, für die Lehrkräfte und für alle anderen gilt das auch.
Ja, natürlich. Und ich glaube, man muss das richtig einordnen. Es sind ein paar Stunden am Tag, aber doch wichtige Stunden, die wir ihnen ermöglichen, wo sie Begegnungen haben, wo sie zusammen sind. Und es gibt nicht so viele Orte, wo wir einander so begegnen müssen müssen.
Wir haben es in unserer Evolution gesehen, den Schülern fällt es auf, wenn Lehrer am Handy am Gang mit dem Handy herum sind. Also das war ganz wichtig. Das ist eine Rückmeldung, die wir auch unserem Lehrpersonal gegeben haben. Das Handy wird bei uns als Arbeitsgerät verwendet. Und dann ist es erlaubt, dann wird gearbeitet und dann geht es wieder weg.
Und das gilt genauso für einen Lehrer. Also der Lehrer hat sein elektronisches Klassenbuch am Handy, macht das auf, tragt ein Lehrstoff und Abwesenheiten und steckt es wieder weg, wenn es nicht gebraucht wird. Und ich finde, also wir haben uns, wir sagen uns das immer wieder in unserem Lehrkörper, es sind 100 Lehrer, die wir haben.
Es funktioniert nur dann, wenn wir an einem Strang ziehen. Sobald irgendwo ein Loch ist, jemand sagt es mir egal, wie wir das machen, schaue ich gar nicht hin, dann funktioniert es nicht mehr. Und das ist wichtig. Und dafür brauchen wir auch die Eltern. Bei mir sitzen heute zwei Eltern aus dem Elternverein auch da, die ganz wichtig waren in diesem Prozess auch.
Wir brauchen die Eltern, die da mitziehen. Weil die zu Hause natürlich ganz wichtig sind, weil wenn die sagen, so eine blöde Regelung, ja, wollen wir nicht. Dann funktioniert es nicht. Aber wenn sie es unterstützen, funktioniert es. Und das war im Prozess halt schon, waren sie dabei als Stakeholder ganz wichtig.
Also dass da Beteiligung eine wesentliche Rolle spielt, ich glaube, das hast du sehr klar gemacht. Wie geht man denn jetzt mit jenen um, die sagen, ich will da nicht mitmachen, ich will nicht, dass es sich ändert. Wie holt man die an Bord?
Die Andrea hat heute schon kurz auch was darüber gesagt und ich bin auch ganz stark dieser Meinung, diese Menschen sind für Prozesse extrem wichtig. Die haben Erfahrungen gemacht, die haben Sorgen, die haben Fragen, berechtigte Fragen. Und ich habe, ich weiß nicht, ob es ein Geheimrezept ist, aber mein Rezept ist immer in solchen Fällen, egal was wir machen, zuhören.
Den Menschen zuhören, was sie zu sagen haben, weil sie für den Prozess wichtig sind. Ist auch ein bekannter Begriff Critical Friends. Hier sitzt im Publikum einer aus meiner Schule, ein Lehrer, der mein echter Critical Friend war in diesem Prozess. Er soll nicht aufzeigen, oder?
Das klingt schon spannend.
Nein, nein, das war so, so wichtig, weil wir, die wir alle dafür sind, wir haben einen ganz bestimmten Blick drauf und wir sehen das gar nicht. Und das waren aber die Punkte, wo man gesagt hat, das war wichtig, das müssen wir unbedingt mitbedenken.
Das ist auch die Empfehlung, tatsächlich diese Menschen von Anfang an aktiv in den Prozess reinzuholen, gleich ganz am Anfang.
Ihr könnt euch schon mal bereit machen, weil gleich startet die Fragerunde schon mal, falls ihr etwas wissen möchtet von den drei Personen, die hier heute Abend für euch als Expertinnen sitzen. Ihr macht nur eine kurze, vielleicht schon in die Abschlussrunde langsam reingehen. Was würdet ihr euch bzw.
anderen Personen, die sich diesen Weg noch nicht gewagt haben, eine Handyfreie Schule zu werden, was wünscht ihr denen? Vielleicht magst du starten.
Mut und Zuversicht, es auszuprobieren und anfangen drüber zu reden, viel drüber zu reden und eben einfach ein Team, um sich auch zu sammeln, mit denen man all diese Bedenken und Ideen und andere Ideen noch geben, als wir sie hier entwickelt haben. Das finde ich eben auch noch wichtig. Einfach es ist ein Angebot.
Ein Angebot, das Mut machen soll. Das würden wir gern. Vielen Mut machen.
Das kann ich zu 100% unterstreichen. Und ich würde vielleicht auch noch hinzufügen, also mich reißt es immer, wenn du sagst Handyverbot. Heute ist es auch einmal gefallen, weil wir sprechen nicht von Handyverbot, wir sprechen von Handyfreiheit. Und es ist was anderes. Es macht, also Sprache macht Wirklichkeit und das ist uns wirklich sehr wichtig.
Und ich würde diesen Schulen wünschen, auch von Handyfreiheit zu sprechen. Und wir sind dran, mit unserer Bildungsdirektion eine Zertifizierung für handyfreie Schulen zu entwickeln. Die Hemmer, glaube ich, hat das mit, gell? Ja, magst du das zeigen? Also es wird dann so ein Logo werden.
Netzwerk Handyfreie Schule. Es gibt auch schon eine Website und es gibt auch natürlich schon Interessen, Interessenten, so muss man sagen.
Und das würde man wünschen, dass da viele Schulen mitmachen. Es sitzt der Fabian Scheck hier, der auch praktisch das Experiment handyfrei, diese 21 Tage ohne Handy, im ORF mitgemacht hat und auch die sind da gerade dabei. Und ich würde es diesen Schulen wünschen, mit Mut und Zuversicht an diesen Prozess zu gehen.
Wir unterstützen gerne.
Du, Andrea, was wünschst du jenen? Danke, super.
Ja, tatsächlich, sich reinzutrauen. Es ist ein Prozess, es dauert. Es ist gut, wenn man sich am Anfang das Wofür ganz, ganz groß hier oben drüber schreibt, weil von Viktor Frankel wissen wir, das erhöht die Leidensfähigkeit. Immer wenn es schwierig wird oder immer wenn es kompliziert wird, dann haben wir sozusagen den guten Grund vor Augen, warum wir das eigentlich alles machen.
Das Ziel ist gut, die Entscheidung ist eine gute, die wir treffen und das hilft uns durchzukommen. Und den Mut anzufangen, den muss man haben, aber den wünsche ich allen und ich glaube, damit ist es ein bisschen leichter geworden.
Mich würde noch interessieren, was hast du von den beiden im Prozess gelernt? Also im Schreiben und im Miteinanderarbeiten.
Keine Termine in der Woche vor und nach den Ferien. Das waren meine ersten fett Näpfchen. Ihr habt gedacht, da habt ihr schon unviel Zeit, weil das sind gleich nicht. Von denen konnte ich sehr viel lernen. Für mich komplett neu war diese komplette Schulqualitätslinie und Schulentwicklungslinie. Da habe ich sehr viele interessante Menschen kennengelernt und auch sehr viel fachlich tatsächlich dazugelernt, wie Schulen entwickelt werden, worauf da das Augenmerk liegt, wie viele Menschen da sehr engagiert, sehr gut zusammenarbeiten.
Hat mich sehr beeindruckt und hat nicht alles Platz gefunden hier, aber ja.
Darf ich noch was ergänzen? Und ich wünsche allen Schulen so Teams wie wir zwei haben. Also das ist wirklich großartig. Wir haben Lehrerteams, wir haben Eltern-Teams und Schülerinnen-Teams, die da mitgearbeitet haben. Und das ist schon auch eine Voraussetzung. Und uns, wir hatten es, ja, und das war wirklich fein und da möchte ich echt in dem Zusammenhang allen Danke sagen, die da sind.
Und den anderen habe ich es eh schon gesagt.
Sehr cool. Dankeschön. Ich täts sagen, wir wären bereit für eine kleine Fragerunde. Ich gehe herum und reiche euch das Mikrofon. Ihr dürft gerne da und dann antworten. Da ist eine Frage. Eine Sekunde. Für alle, die vielleicht auch überlegen, das wird aufgezeichnet hier von jetzt. Also wer das nicht möchte, also hier mit Stimme dann auch zu hören zu sein, dann vielleicht nicht.
Oder ihr schreibt es mir auf einen Zettel und steckt es mir zu.
Sollen wir sagen, wer man ist oder nicht?
Machen wir.
Okay. Ich heiße Heinz Wagner, bin Journalist, QQAT. Was mir abgeht, es ist zwar hin und wieder angesprochen worden, aber was mir abgeht, sowohl in dieser als auch in anderen Diskussionen, egal ob das Social Media ist oder Wehrdienstreform, Jugendliche selber werden kaum gehört oder kommen kaum vor. Also weder jetzt hier noch in Reportagen schon, aber sozusagen die Stimmen Jugendlicher sind nicht wirklich vertreten.
Was sagt ihr?
Ja, tatsächlich hat meine Schulsprecherin eingeladen, sie hat heute keine Zeit gehabt. Wir haben im Prozess drei Denkwerkstätten gehabt. Also eine für Lehrkräfte, eine für Eltern und eine für Schülerinnen. Wir hatten eingeladen und die Leute kamen freiwillig an einem Nachmittag. Und es waren aus meiner Schule 50 Schülerinnen da aus jedem Jahrgang.
Und wir haben acht Thementische gehabt, wo wir alle Fragen mit ihnen besprochen haben und alles eingesammelt haben, was ihnen wichtig ist. Aus diesen Tankwerkstätten wurden vier Botschafter gewählt, die anschließend in den Prozess gingen, wie soll der Digi-Kodex, also unsere Regelung, dann gestaltet werden.
Und da waren vier Eltern, vier Lehrkräfte, vier Schülerinnen da. Also wir waren immer in Paare aufgeteilt und haben diese Stimmen gehört. Und im Evaluierungsprozess waren alle gleichmäßig auch gefragt, was ihr Beitrag ist. Es war uns ganz wichtig. Ich glaube, es ist sehr, sehr wichtig, die Jugend zu hören.
Sehr wichtig.
Frage beantwortet? Ja, so ungefähr. Gut. Gibt es noch Fragen an die drei? Hui, ja, das schließen wir gleich an.
Ich heiße Maximilian. Wie denkt ihr die Zukunft, 50 Jahre, wie sich die Schulen entwickeln?
50 Jahre, also, ne?
Ich glaube, ich glaube an eine Schule mit Menschen, auch in 50 Jahren. Das glaube ich ganz fest. Und vor allem dann, wenn wir in 50 Jahren auch uns immer noch gemeinsam eine Welt schaffen wollen, sage ich mal, die wir gemeinsam organisieren. Wo es Gerechtigkeit gibt, wo es Sicherheit gibt, dann glaube ich, müssen wir als Menschen gemeinsam angehen.
Und es wird sicherlich viele spannende Hilfsmittel geben und viele Maschinen, die vielleicht denken, wenn wir noch genug Energie dafür haben. Aber ich glaube an eine Schule mit Menschen. Und ich könnte mir für Kinder, die kleiner sind, jünger sind, wenn ich mir das vorstelle, auch nichts Besseres vorstellen, als dass sie mit Menschen zu tun haben, die ihnen was zeigen.
Und ich glaube, dass das auch so eine anthropologische Geschichte ist. Und da mag vielleicht auch eine Trägheit sich erklären im Schulsystem, es ist halt nun einmal eine Sache zwischen einem, der was kann und das dem anderen zeigt und demjenigen, der was lernt. Und der Verantwortung dafür übernimmt pädagogisch, dass er dem was beibringt.
Das ist halt so eine Konstante, das haben wir zwischen Eltern und Kindern, das haben wir eben auch zwischen Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern. Also ich glaube daran.
Was sagt ihr, Sabine, Andrea?
Ich wünsche es mir. Ich möchte wirklich ganz, ganz fest dran glauben. Weil ich glaube, es wird so werden, dass wir einmal in ein Extrem wahrscheinlich rutschen, weil da gibt es ja, wie wir sehen, auch im Norden Europas, was zum Beispiel, die waren ja ganz weit voran, auch mit digitalen Endgeräten beim Lernen, die sind schon wieder am Weg zurück, also sind schon wieder für Schulbücher.
Es wird so eine Wellenbewegung sein und wir werden hoffentlich miteinander gut drauf kommen, wie gut das Lernen geht. Und dass wir uns das Denken nicht abnehmen lassen wollen. Weil selbst denken können ist ein Aspekt von Freiheit. Auch da braucht es wieder dieses große Wofür. Wenn ich das für mich klar habe, dann ist Schule der Ort, wo ich denken, wo wir miteinander denken dürfen.
Und ich nehme uns Lehrer da gar nicht aus, weil ich glaube, auch wir lernen ganz, ganz viel von den Schülern und Schülerinnen. Also es muss ein gegenseitig bleiben und das ist mein ganz großer Wunsch. Ich wünsche es mir wirklich. Und solange ich was dazu beitragen kann, tue ich es.
Was sagst du, Andrea, 50 Jahre, wie sieht die Schule aus?
Wenn ich 50 Jahre zurückschaue, wie da die Schulen ausgesehen haben und dann noch ein bisschen früher, glaube ich, es ist viel Platz für Veränderung und für Neues.
Frage davon.
Hallo, ich bin die Niki und mich würde interessieren, was glaubt ihr denn, ist der größte Widerstand, das größte Problem oder die größte Herausforderung, um aus einer Schule eine handyfreie Schule zu machen?
Es gibt so eine ganze Liste an Fragen, die gestellt werden von Menschen. Wenn sie hören, die Schule soll jetzt handyfrei werden, dann machen alle gerade so. Und manche machen das aus Freude und manche machen das aus Schock. Und dann kommt meistens so eine ganze Liste Fragen, die beantwortet werden müssen.
Und ein Teil habt ihr vorher schon gesagt, dass eben mit den Critical Friends ist eine ganz gute Idee, da mal zu arbeiten. Aber es gibt einfach total viele Sorgen von Eltern, was passiert, wenn? Das ist so eine große Wolke. Was ist wenn?
Punkt. Vielleicht auch.
Also ich glaube am meisten ist diese Erreichbarkeitsgeschichte, weil das ja so gesellschaftlich so Notfälle, oder? So da ist. Ja, was passiert bei einem Notfall? Es sind so viele Menschen in der Schule, die genau wissen, was bei einem Notfall passiert. Und daher wird es da kein Problem geben. Also die Eltern werden informiert.
Es ist kein Notfall zu wissen, was hat mein Kind gleich zehn Minuten nachdem die Schularbeit zurückgegeben wurde. Das ist kein Notfall, aber für die Eltern teilweise schon. Dass die wissen wollen, ist das jetzt, keine Ahnung, eine Note, die akzeptabel ist oder nicht. Kann ich mich darauf vorbereiten, bevor mein Kind nach Hause kommt mit dem Tobsuchtsanfall oder ich weiß es nicht.
Aber das ist wirklich ein Problem. Und das lässt sich aber leicht entschärfen.
Ich würde sie auch gern einladen zu uns an die Schule in einer großen Pause zum Beispiel. Weil da wird gewurzelt, da wird Tischtennis gespielt, da wird gerangelt vielleicht, da wird gelaufen, da werden Bälle manchmal zu harte, manchmal zu weiche geschossen. Aber das ist ja viel mehr. Schule ist ja nicht nur das, wo wir jetzt das Gefühl haben, da sitze ich dann stundenlang und muss irgendwas, also da ist ja noch viel mehr dahinter.
Da hat vielleicht heute eine wirklich ein cooles Erlebnis gemacht in der Klassengemeinschaft, weil sie was sagen konnte, was ihr noch nie gelungen ist und so weiter. Das macht ja so viel aus und das würde ich alles gern herzeigen und das ist einfach viel mehr möglich, wenn sie miteinander interagieren.
Mein Eindruck ist wieder das Gewissen, also den Eltern wieder bewusst zu machen, dass die Kinder an einem Ort sind, wo sie gut aufgehoben sind durch pädagogische Fachkräfte, die genau dafür ausgebildet wurden und darauf zu vertrauen, dass die nicht nur in Notfällen wissen, was zu tun ist, sondern dass da den ganzen Tag eine umfassende gute Betreuung stattfindet, Tag für Tag, das ganze Schuljahr lang.
Jetzt, wenn man noch einmal auf die Jugendlichen auch zurückgeht, was sind ihre Sorgen diesbezüglich? Das ist the fear of missing out, also etwas zu versäumen am Vormittag, das ist wirklich ernst zu nehmen. Das ist etwas, was sie ganz stark beschäftigt, wo sie einfach das Gefühl haben, sie werden dann abgeschnitten, wenn sie nicht in ihren Accounts drinnen sind und ständig auch etwas posten.
Wir merken, wie sie das psychisch tatsächlich stark belastet. Und da finde ich, das ist auch eine Verantwortung, die wir haben, mit ihnen diesen Weg zu gehen, gemeinsam mit den Eltern. Aber ich kann sie gut verstehen, wenn sie ständig dran sind und dann ist plötzlich alles aus. Also am Vormittag. Und ich sage nur mal, wir hatten Schüler am Anfang in der ersten Woche, die mit dem Taschenrechner in der Hosentasche marschiert sind, weil sie sagten, sie brauchen das Gefühl, hier etwas zu haben.
Das ist einerseits waren die, die uns für Norgen geholt haben, aber andererseits die, das auch sehr ernst gesagt haben, also wo wirklich, wo wirklich ein Suchtfaktor dabei war. Also das sind alles Dinge, die wir erleben und die uns dann wieder bestärken, diesen Weg zu gehen, der nicht zu Ende ist mit einer Entscheidung.
Das starke Wofür muss immer wieder gesagt werden, immer wieder erklärt werden.
Das Placebo-Smartphone finde ich großartig. Wir haben auch gleich große Pause und dann gibt es Drinks und Snacks, deswegen würde ich noch drei Fragen dran nehmen, bevor wir dann in der Abschlussrunde kommen. Ich habe dich aufzeigen sehen.
Danke. Mein Name ist Wilhelm. Ich war selber Schulleiter in einem Gymnasium und habe diesen Prozess auch gemacht in der Unterstufe, noch nicht in der Oberstufe. Und meine Frage ist jetzt an die Schulleiterin, aber auch an die Schulentwicklerin. Wie habt ihr das geschafft bei dem Prozess, dass ihr die Informationen von allen Kuriern, Eltern, Schülern, Lehrern zusammengebracht habt und die Information auch bei allen angekommen ist, sodass sie an diesen vielgerühmten gemeinsamen Strang gezogen haben.
Das stelle ich mir irrsinnig schwierig vor. Und speziell auch, weil da Lehrerkolleginnen und Kollegen dabei sind, die ja selbst ganz anders irgendwie mit dem Handy umgehen, die Jüngeren im Speziellen, wie man die da mitbekommt, dass sie auch den Nutzen darin sehen.
Guter Punkt und natürlich treffsicher in eine Sache, die wirklich herausfordernd ist. Also das eine ist einmal Information und die muss ja auch abgeholt werden. Das ist bei den Schülerinnen und Schülern immer ein großes Problem. Wobei wir dann irgendwann einmal gesagt haben, wir kommunizieren mit euch, wir bieten euch an, wer dabei ist, entscheidet mit, wer nicht dabei ist, war eingeladen, aber ist nicht gekommen.
Und da schlägt dann die pädagogische Verantwortung auch irgendwo alles andere, wo wir sagen, ja, wir wissen, aber es ist besser für euch, auch wenn es euch jetzt, wenn ihr dem vielleicht nicht zustimmt. Die Kollegen und die Kolleginnen, da kann ich, da bin ich, absolut selbst immer wieder sehr gefordert.
Das ist das Allerschwierigste. Also wobei ich bei uns sagen muss, es sind nicht so viele, aber es sind einige und es sind lustigerweise nicht die Jüngeren. Ich beobachtet es hauptsächlich in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 etwa als hauptproblematisch. Vielleicht sogar ein bisschen die 55 noch. Ja, oder auch so ein bisschen so dieses, na, ich ziehe meinen eigenen Stiefel durch.
Man braucht niemand was sagen. Aber es wird ihnen schon auch unangenehm. Ich spreche sie auch an. Sprechen sie, glaube ich, die Kollegen weniger an, aber es ist schon, ich finde, unterschätzt das, was es im Haus insgesamt für einen Stimmungswechsel gibt, wenn zumindest mal klar ist, wir wollen sie nicht mehr sehen, die Dinger.
Und wir schauen uns in die Augen und wir grüßen uns mehr und wir reden uns vielleicht auch an, hey, du schaust heute aber blass aus oder hey, hast was Nettes an oder eine neue Frisur. Also wir sehen einander mehr. Das macht, finde ich, schon extrem viel aus. Ich vertraue da auch ein bisschen in die, da gibt es einen Fachausdruck dafür, dass halt dann die kritische Masse dann ist überschritten, das ist sie bei uns ganz sicher, aber dass das dann halt auch sich mehr und mehr etabliert und selbstverständlicher wird.
Und da ist meine Hoffnung halt auch ein bisschen schon, da kommen wir wieder zum Anfang zurück, dass es auch von der politischen Seite her klarer wird, dass uns der Erziehungsauftrag der Schule, Hat Österreich sonst, wenn nicht wirklich top ausgebildete, gut ausgebildete, gescheite Leute? Schwierig.
Zur Kommunikation noch kurz was sagen. Wir haben das nämlich auch für diese Prozessbeschreibung ganz genau bearbeitet. Also das, was du jetzt auch gesagt hast, es gibt ganz viele informelle Gelegenheiten, bei denen sozusagen im Schulalltag sehr viel gesprochen wird, einerseits in den Klassen, aber auch im Lehrerzimmer bei Konferenzen, pädagogische Fachkonferenzen und so weiter.
Aber es gab tatsächlich auch einen ganz strukturierten Ablauf an Informationsmaterialien von Anfang bis Schluss an die Eltern, an die Lehrenden, an zentralen Orten im Schulhaus, in allen digitalen Tools, die schon etabliert waren, Elternbriefe, Lehrerinfos in der pädagogischen Konferenz, vorbereitende Infos, vorbereitende Entscheidungen nach den Meinungen Fragen und eben auch Schulgemeinschaftsausschuss dann auch am Ende.
Also es war tatsächlich von Anfang bis Ende ganz intensiv durch Kommunikation begleitet und wir haben auch einen Teil dieser Kommunikation hier abgebildet und nutzbar gemacht zur Inspiration die Elternbriefe und Informationen, die da hilfreich waren. Ja, es ist ja große Kommunikationsaufgabe, auf jeden Fall.
Also ich unterstreiche alles und kann nur sagen, harte Arbeit ein ganzes Jahr lang.
Danke euch. Da vorne hatte ich eine Frage.
Ja, ich bin der Harald, ich bin Vater eines Schulkindes. Mich würde interessieren, inwieweit das Konzept Handyfreie Schule in den außerschulischen Bereich ausstrahlt. Ob jetzt die vermittelte Botschaft oder Philosophie eines sinnvollen Handygebrauchs hier in diese, da mitgenommen wird und sich in einem reduzierten oder reflektierten Handyeinsatz niederschlägt.
Oder ein bisschen überspitzt gesagt, ob das, was zwischen 8 und 16 Uhr nicht möglich ist, zwischen 16 und 8 Uhr doppelt und dreifach nachgeholt wird.
Also ich kann von unserer Region sprechen, die uns von Anfang an, wir haben das damals Connect with Care genannt, weil wir nach Corona begonnen haben zu merken, was Social Media mit den Jugendlichen macht. Und haben in der Region einen ganz, wirklich einen großen Prozess gestartet mit allen Schulen und auch der Jugendorganisation Römerland Kanuntum.
Und haben da große Elternabende gemacht, wo wir eingeladen haben, Experten, und von da an ist das Ganze in der Region, wir waren auch unterstützt von der Nön, die heute da ist, und da hat das Ganze zu laufen begonnen. Es dauert schon ein Weilchen. Aber ich sage mal, wir haben immer gesagt, Eltern, also wenn wir in einer Klasse alle Eltern haben, die alle das Gleiche sagen, kein Handy beim Esstisch, kein Handy bei der Hausübung und kein Handy im Schlafzimmer, dann können die Kinder nicht sagen, aber der darf.
Und das ist so die gemeinsame, also im Rudel sozusagen an einem Strang ziehen. Und in der Region merke ich schon, also in Bruck sind alle Schulen komplett handyfrei. Und in dieser Jugendorganisation wird das sehr, sehr mitgetragen. Ist das eine Antwort? Also was die am Nachmittag machen, das ja, ich weiß nicht.
Die sagen weiterhin, es ist schwierig.
Also es kann natürlich sein, dass dann später was kompensiert wird, weil der ganze Vormittag offline war oder nicht so erreichbar war. Aber das ist für uns kein Grund, von der handyfreien Schule abzurücken, weil es geht ja um diesen Raum, der bewahrt werden soll. Und ja, das stimmt, die Verantwortung ist geteilt und wir müssen auch jeder von diesen Seiten, gerade am Anfang von dieser Diskussion haben immer die Schulen und die Eltern sich da so hin und her geschoben.
Ich war bei jedem Elternabend und bei jedem Workshop haben die Lehrer in der Schule gesagt, ja, das müssen die Eltern machen. Und beim Elternabend dann haben sie gesagt, na, da muss sich jetzt die Schule drum kümmern, das können wir nicht alles machen. Aber die Antwort ist, es gehört leider beiden. Den einen am Vormittag und den anderen am Nachmittag und am Abend.
Und ganz super funktioniert es, wenn sich alle absprechen, wenn man zusammenarbeitet. Es gibt immer eine Gruppe, die wird man nicht erreichen, das ist uns auch klar. Die kommen auch nicht zu meinem Vortrag, die gehen auch nirgends hin, wo es ums Handys geht, das wissen wir auch. Aber es gibt ein ganz, ganz großes Potenzial.
Die allermeisten Eltern sind dafür erreichbar und ich arbeite seit einiger Zeit intensiv auch mit der Organisation Smartphone Freie Kindheit in Österreich zusammen. Wir haben auch gerade, da hinten sitzt meine Co-Moderatorin, die Niki Löwenstein, wir haben gerade im Podcast auch das Thema zu Schulbeginn jetzt gerade gemacht in der Smartphone-Sprechstunde, welche Power das hat, wenn Eltern sich absprechen, dann ist tatsächlich die Schwelle relativ gering, an welcher Anzahl an Eltern man braucht, damit das klappen kann, dann sind die Kinder nicht mehr allein und dann kann man tatsächlich diese Norm wieder verändern und einen Wandel wieder anstoßen und kann für die Kinder eine Gruppe schaffen, wo
man weiß, da ist es anders.
Also liebe Eltern bildet Banden. Eine letzte Frage haben wir hier noch, verbündet euch, hier vorne eine Frage noch.
Es hat sich schon erledigt.
Sie erledigt, perfekt. Noch eine dringende. Da. Bitteschön.
Hallo, Gottfried ist mein Name. Jeder von uns weiß, was gemeint ist mit handyfreier Schule, zumindest der Begriff, ist an jedem klar. Wir wissen, worum es geht. Für mich ist es aber so, dass Handyfreie Schule eigentlich gar nicht das Thema ist, sondern es sind diese toxischen Anwendungen am Handy, um die es geht, die wir nicht wollen.
Es ist ja nicht so, dass wir kein Handy wollen, dass die Kinder gar kein Handy haben. Und jetzt die Frage an Sie alle, an euch. Wenn einmal die Altersbeschränkung durchgesetzt ist, wenn die Algorithmen besser werden oder was ich, wenn wir es geschafft haben als Gesellschaft, das zu machen, damit das Toxische weg ist.
Wer ziert dann dafür oder wie sieht das dann für euch aus? Braucht man dann überhaupt noch eine Handy für eine Schule oder erüberdrigt sich das dann?
Als ich 13 oder 14 war, sind die ersten Nokia 32, 10 am Markt gekommen und auch in den Interviews für dieses Buch startet die Geschichte nicht 2007 oder 2008 mit den ersten Smartphones, sondern sie beginnt vor 25 Jahren, als die Handys auch an Jugendliche dann sozusagen ausgegeben wurden. Nämlich mit den ersten Geschichten von Skikursen, glaube ich, vom Christopher Perutka, der erzählt hat, vor 20 oder 25 Jahren haben sie auf Skikursen schon gesehen, alle Kinder, die Handys mit haben, sitzen am Gang und schreiben sich Textnachrichten in die Zimmer.
Also es hat auch das nicht smarte Handy schon ein bisschen begonnen, die Kommunikation und das Sozialgefüge zu beeinflussen. Auch wenn das jetzt weit weg war von Algorithmen, das damals war SMS-Schreiben, Snake-Spielen, anrufen und es war auch alles so teuer, dass man das nicht exzessiv betreiben konnte.
Aber ich glaube nicht daran, dass das Verbot uns in irgendeiner Form eine Regulierung bringt, die die Geräte plötzlich sicher macht. Ich komme selber aus der Werbe- und Website- und App-Entwicklungsbranche. Ich habe das alles angewendet, worüber wir jetzt hier sprechen und Bewusstsein bilden. Es steckt viel zu viel Werbegeld drinnen und in der Tech-Lobby auch Kohlein-Entwicklungen.
Auch bei den Schulgeräten übrigens gab es anscheinend auch eine günstige Fördermöglichkeit damals, die da schnell dafür gesorgt hat, dass die Schulen so schnell versorgt wurden. Ich glaube nicht, dass ein Verbot uns in die Lage bringen wird, relativ bald, dass das plötzlich alles aufhört, manipulativ zu wirken, sondern das Ganze muss kombiniert werden mit einer ganz harten Regulation von Geräten an sich und von Konzernen.
Es muss die Verantwortung zurück zu den Menschen, die das herstellen und die arbeiten momentan massiv mit manipulativen Mechanismen. Das wäre mit ein Verbot, wenn wir das nicht regeln, aber ein Verbot wird für uns vielleicht eine Arbeitsgrundlage sein, die uns ein bisschen den Rücken stärkt, die ein bisschen was einfacher macht, aber ausreichend wird das nicht sein.
Ich meine, es wäre ja urfein, wenn alle so handykompetent wären, dass das Verbot nicht notwendig ist. Das wäre wirklich, wirklich fein. Ich bringe ein Beispiel, die Kollegin sitzt auch im Publikum, die bei uns an der Schule ein Experiment durchgeführt hat. Sie hat in einer Klasse, also in mehreren Klassen, alle Handys auf Laut geschaltet, schalten lassen, alle aufs Fensterbrett gelegt, Kontrollpersonen zum Fensterbrett geschickt.
Und dann hat man beobachtet, wie viele Nachrichten während einer Stunde reinkommen. Und das war wirklich überraschend. Viel. Je später am Tag, umso mehr Nachrichten, je höher die Schulstufe, umso mehr Nachrichten. Es gab Klassen, in denen 95 Nachrichten, Textnachrichten in der Stunde kamen. Und die kamen teilweise aus dem eigenen Schulhaus, die auch im Unterricht saßen.
Und das war so, weil uns die Oberstufe immer gesagt hat, naja, wir dürfen wählen gehen, wir dürfen Alkohol trinken, wir dürfen Auto fahren und das Handy dürfen wir in der Schule nicht haben. War viel diskutiert. Und für uns war dann wichtig, ihnen auch in diesem Experiment zu zeigen, aber Leute, schaut mal, was passiert.
Und die Ablenkung bei jeder Vibration, bei jedem Tink, bei jedem irgendwas, die ist einfach riesig. Und es braucht, wir wissen das auch, Faktenlage, der Herr Professor Scheibenbogen sitzt auch hier. Es braucht lange Zeit, bis man wieder in dieser Fokussierung drinnen ist, in dieser Konzentration drinnen ist, die man vorher hatte.
Also man weiß, ich glaube 15 Minuten jedenfalls bis 30 Minuten, bis man wieder dort ist, wo man vorher war. Nur durch eine Ablenkung am Handy. Weißt du, was der Highscore war in einer Klasse in Wien, wo ich war?
100, 380 innerhalb von eineinhalb Stunden. In die Hosentasche live. Haben wir nachgeschaut und gezählt gemacht.
Und wenn ich vielleicht nur ganz kurz noch anschließen darf, ich meine, wenn man sich auf der Straße bewegt oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln, man sieht ja, dass diese Geschichte nicht eine nur ist der Kinder und Jugendlichen. Also wir sind alle irgendwie in dem ganzen Ding drinnen und müssen irgendwie schon schauen, wie wir unsere Lufthoheit über uns selbst oft wieder zurückgewinnen.
Das ist schon ein Thema.
Boah, bin ich gespannt, wie viele Nachrichten ihr gleich habt, wenn ihr die Smartphones wieder anschaltet. Ein riesig großes Dankeschön an Rabine Puchinger und an Jahemma Politner. Danke euch viermals. Dankeschön, Andrea. Danke, dass ihr da wart. Schönen Abend euch noch.
Das war die Buchpräsentation von Handyfreie Schule. Erschienen im August 2026 in der Buchschmiede im deutschsprachigen Buchhandel erhältlich als Taschenbuch und als E-Book. Alle Infos dazu findest du in den Shownotes. Ja, danke fürs Dabeisein und bis bald beim nächsten Mal zur Orientierung im digitalen Wahnsinn.