SPORT1 DEEP DIVE· Folge 39

REINER CALMUND: "Es war hart!" - Das große Exklusiv-Interview zum Staffelstart

Dienstag, 6. Oktober 2026 · 1 h 00

MP3

Shownotes

Reiner Calmund gehört zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fußballs und hat Bayer Leverkusen über Jahrzehnte zu einem der Topklubs des Landes mitgeformt. Als Manager holte er Stars wie Ulf Kirsten, Rudi Völler, Zé Roberto und Lúcio unters Bayer-Kreuz und führte den Verein bis ins Champions-League-Finale 2002.

Host Lenny Peteanu spricht mit ihm über seine Kindheit im Rheinland, seine ersten Jahre in Leverkusen und die spektakulärsten Transfers seiner Karriere. Außerdem sprechen die beiden über den UEFA-Cup-Sieg 1988, den DFB-Pokal-Sieg 1993, seine besondere Beziehung zu Christoph Daum und die emotionalen Momente einer Freundschaft, die Calmund bis heute prägt.

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⏱️Die Folge mit Reiner Calmund im Überblick:
• – Intro
• – Kindheit
• – Tod des Vaters
• – WM-Finale 1954 und Liebe zum Fußball
• - Anfänge als Jugendtrainer
• – Neue Rolle bei Leverkusen
• – Die wilden 80er
• – UEFA-Cup 1988
• – Cali und die Brasilianer
• – Cali kauft den Osten leer
• – DFB-Pokal-Sieg 1993
• – Rudi Völler
• – Fast-Abstieg und Gästeblockbaustelle
• – Christoph Daum
• – Championsleaguefinale gegen Real
• – Beckenbauer, Hoeneß & Kühne
• – Reiner Callmund - Doku?
• - Tour
• – Alienfrage und Ende

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:
-📱Instagram: ⁠@lenny.peteanu (instagram.com/lenny.peteanu)

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Schöne Flanke, Langerhorsten, Kirsten, 1-0 mit einem FB-Pokalsiegern. Was war das für ein Aufwachsen? Offener Tage, Bauch, Lokus über den Hof. Wir badet, wurde einmal in der Woche in der Waschküche. Ansonsten gab es nur zwei Spiele. Räuber und Gendarm und Fußball. Wie kannst du dir vorstellen, bei Bayer Leverkusen einzusteigen?

Und dann passiert das. Wir haben nicht nur den Klassenhalt geschafft. Wir sind aufgestehen in der Bundesliga. Völlig überraschend. Wir hatten ja nachher sechs, sieben Weltklassespieler. Jorginho, Lucio, Emerson, das waren schon Schokoladenstückchen. Das muss man sagen. Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe.

Er war ja schon der neue designierte offizielle Bundestrainer. Wenn das alles Fakt ist, über den verschnupften Daumen, dann kann er nicht Bundestrainer werden. Er hat den Test gemacht, er war überzeugt, er war clean. Ich glaube, er ist gar nicht verstanden, ich denke positiv. Bayer Leverkusen schmeißt den raus. Dann habe ich eine Sitzung einberufen, abends an demselben Abend.

Da sagte er, Christian, wir müssen nicht mehr urlauben, wir können dich mit diesen Brutachten jetzt nicht weiter beschäftigen. War bitter. 2022 gibt er um eine Lungenkrebserkrankung bekannt. Da krieg ich plötzlich den Anruf. Schluss. Freunde, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Deep Dive. Ich bin Lenny. Ich hoffe, ihr hattet einen überragenden Sommer.

Wir sind zurück aus der Sommerpause. Das heißt, ab jetzt treffe ich mich wieder jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus dem Sport. Unser heutiger Gast heißt Rainer Kallmund. Rainer gehört zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fußballs, hat über drei Jahrzehnte Leverkusen zu einem der deutschen Topclubs gemacht Und ich glaube, bei allen deutschen Fußballfans, aber auch darüber hinaus, einen ganz besonderen Platz im Herzen.

Wir sprechen über seine Kindheit, über seinen Vater, den er zum letzten Mal als kleiner Junge gesehen hat, aber natürlich auch über seine Karriere als Funktionär, seine große Liebe, Bayer 04 Leverkusen und die Irrennamen, die er aus aller Welt dahin geholt hat. C. Roberto, Ulf Kirsten, Rudi Völler, aber natürlich auch über Christoph Daum, das Champions-League-Finale 2002 und vieles, vieles mehr.

Das ist eine Folge für absolute Fußball-Romantiker. Kalli ist Kult. Ich freue mich wahnsinnig, dass wir gleich zu Beginn der zweiten Staffel so einen tollen Gast am Start haben. Wenn euch die Folge gefällt, dann lasst uns gerne eine gute Bewertung da und folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen. Vielen lieben Dank euch und jetzt ganz viel Spaß bei der Folge mit Rainer Kallmund.

Kalli, was war das für ein Aufwachsen im Rheinland der 1950er Jahre? Da gibt es schon verschiedene Etappen. Also die erste war natürlich geboren in Brühlheide. Gruhlwerk, das war also wie es schon heißt, Gruhlwerk. Da war ein Braunkohlenwerk, also Braunkohleabbau, offener Tagebau, drei, vierhundert Meter große Bagger, nicht wie im Rojebiet Untertage, sondern offene Tagebau.

Ja, wir hatten. Wohnung auch von Rhein-Bauern, wie alle anderen Mitarbeiter auch. Das war so, Lokus über den Hof. Ihr badet, wurde einmal die Woche in der Waschküche. Ansonsten gab es nur zwei Spiele. Räuber und Gendarmen und Fußball. Vom morgens bis abends. Mehr gab es nicht, ich kann mich nur erinnern.

Mein Opa lebte dann da auch und der ist so langsam erblindet. Und ich führte den an der Hand durch das kleine Dörfchen und habe ihm alles erklärt. Das war auch keine Gefahr. In dem Ort hatte nur einer ein Auto, das war der Dorfarzt. Wenn der uns angefahren hätte, hätte er uns direkt behandeln können.

Ich glaube, das war auch die Grundbasis, warum ich so viel Quatsche. Weil ich das schon mit fünf, sechs Jahren machen musste. Ich durfte ein paar Bilder von dir als kleinen Jungen sehen und ich sehe da einen sehr adrett gekleideten Jungen. Wir sind ja Videopodcast, wir können die Bilder ja auch mal ein bisschen einblenden. Und ich finde einen Jungen, der auch sehr lieb wirkt. War das so oder täuscht der Eindruck?

Ja, es war natürlich so, dass meine Mutter dann sich intensiv um mich gekümmert hat. Sehr intensiv. Die stand aber auch für Malochen. Die hat dann morgens, das muss man wirklich so sagen, in der Bäckerei oder im Café geputzt. Anschließend Kuchen verkauft, Nachmittag serviert und dann auch dafür gesorgt, dass ich wohlbehütet gut aufwachse.

Das war schon eine große, große Basis, die meine Mutter mir mitgegeben hat. Mein Vater ist dann leider in die fremde Legion gegangen. Ich konnte mich immer noch erinnern mit dem weißen Handzug und ich wollte dann später. Bei jedem Fest den weißen Anzug anziehen. Es hat also irgendwie bei mir Klick gemacht und zwar nicht davon abzubringen.

Also wenn es Bilder heute gibt, so ich mit sechs, fünf, sieben Jahren hatte ich immer den weißen Anzug an. Natürlich habe ich auch meinen Vater vermisst, aber meine Mutter war ein vollwertiger Ersatz. Und wieder der Opa, also der Vater von meinem Vater und die Omas waren dreimal sechs richtig im Lotto. Warum ist er damals weg?

Ja, ich kann das nicht ganz genau beurteilen. Ich stippe mal ein bisschen Krach mit der Mama. Und damals waren aus der Ecke bei uns, war ja ein bisschen französisch, war ja auch der Kölner Bereich. Da waren ungefähr, glaube ich, 70.000, die dann von der fremden Legion angeworben sind, die dann also auch in die fremden Legion gingen.

Da gab es ja dann ein bisschen mehr Kohle. Nur von den Alliierten, ich glaube, den ging es gar nicht so schlecht. dann. Außer dem Krieg. Das ist der Wahnsinn. Das haben, glaube ich, die meisten von uns gar nicht so auf dem Schirm. Du hast es schon angerissen. 70.000, knapp 70.000 Deutsche sind für Frankreich in Indochina, das ist das heutige Vietnam circa, Thailand die Ecke gegangen, um dort zu kämpfen.

Dein Vater ist ja dann auch gefallen. Weißt du noch, wie du das mitbekommen hast? Da kann ich mich gar nicht mehr so genau daran erinnern. Ich war jetzt noch da ja ein etwas älterer Kerl. Wie gesagt hat er mich will noch mal die Wurzeln von meinem Vater sehen und das kam ganz blöden Zufall. Ich war bei Beckmann.

Fernsehsendung? Jetzt kam ich dran. Fremdwilligion, der Vater. Ja, ich habe das erklärt, wie ich jetzt auch, dass ich als kleiner Junge mitbekommen habe, wo ich groß geworden bin und dass ich auch das Bedürfnis hätte, mal. Das Grab nochmal zu finden in Vietnam, früher in China. Die Schlacht war in Tianben-Piu, große Schlacht.

Und wir haben die Franzosen da verloren, wir auch mit den Alliierten, die da alle mit angetreten sind. Und mein Vater ist in dieser Schlacht schwer verletzt worden und ist dann in einem Militärhospital Bayern-Nu auch verstorben. Das habe ich aber erst dann später mitbekommen, als ich mich als Älterer noch mal auf die Spuren von meinem Vater gemacht habe.

Und dann in Vietnam mir das alles angeguckt habe. Was hat dir das bedeutet, dass du seinen Grab auch nochmal finden konntest? War das was, womit du dann auch besser abschließen konntest? Ja, ich glaube, das hat mir sehr viel bedeutet. Also mir liefen schon die Tränen, auch viele, viele Jahre danach noch.

Es war ein lieber Kerl, ein bisschen temperamentvoll wie ich auch, so wie man sich als kleiner Junge vielleicht noch daran erinnern kann. Und ja, das war schon Emotionen pur, das muss ich so deutlich sagen. Und es war auch so, als das dann bei Beckmann kam. Da war am nächsten Tag ein großes Bild, schon in der großen Boulevardzeitung, die Flugstrecke von Köln nach Hanoi.

Dann war ein Soldatenfriedhof mit dem Kreuz drauf und meine Frau rief mich noch an. Du wolltest doch gar nichts sagen. Ich habe dir doch gar nicht erzählt. Das haben die einfach gemacht. Und dann war ich da mehr in dem Thema drin, wie es eigentlich wollte. Und war nachher froh, dass ich nochmal hingefahren bin. Und hat mir das alles so ein bisschen seinen Weg angeguckt. War auch selber in Tianbenbiu, war an dem Militärhospital.

War an dem Friedhof oder auf dem Friedhof. War nicht einfach, auch wenn man älter war. Gab es bei dieser Weltkarriere, die du da hingelegt hast, auch mal diesen Gedanken, man hätte das mal sehen können? Ja. Leben ist das Leben. Da kannst du nichts mehr korrigieren. Das sind dann Schicksalsschläge. Und unsterbliche oder unverrückbare Ereignisse, die mich bis heute noch begleiten.

Was ich total schön finde, ist, dass trotz dieser ganzen Ereignisse in deiner frühen Kindheit du heute trotzdem sagst, dass du eine total schöne Kindheit hattest. Konnte das deine Mutter alles auffangen? Also ich wurde immer schön und hochglanzpoliert mit dem weißen Anzug. Das hängt einmal zusammen, weil ich den wollte. Durch meinen Vater lief ich zur Hochzeit von ihrem Bruder mit dem weißen Anzug auf.

Das hat meine Mutter konsequent umgesetzt. Ansonsten, was hatten wir? Es gab ja noch nicht den Fernseher ganz klein. Da habe ich damals mit sechs Jahren, 1954, in der Werkskantine vom Brühl-Gruhl-Werk, das Finale 1954, wo wir Ungarn besiegt haben. Und dann sind wir nach, das war so ein 44er-Sturm, dann waren da 300 Mitarbeiter, also richtige Bergarbeiter, Kohleabbau.

Und da sitzt du dann als kleine Fuzzi vorne, kriegst höchstwahrscheinlich alles gar nicht richtig mit, aber nachher wollten wir alle Toni Turek sein, Fritz Walter und Helmut Rahn. Da kann ich mich natürlich dran erinnern, das war im Fernsehen, da wurde gefeiert, wir wollten die drei in erster Linie sein.

War das auch der Moment, in dem du dich unsterblich in deinen Fußball verliebt hast? Ja, auch, aber es war natürlich auch, wir hatten keine andere Spielmöglichkeiten. Räuber und Gendarm und Fußball und Bau. Mehr gab es nicht. Gab keine Computerspiele oder irgendwas anderes. Du hast ja dann auch selber bei deinem Heimatverein Frechen 20 gekickt.

Bis dann, glaube ich, mit 18 hast du dich verletzt. Dann war erst mal aus die Monster. Hast BWL studiert, bist aber dem Fußball ja trotzdem erhalten geblieben. War es dir da klar, dass du für größeres Berufen wärst im Fußball? Oder hast du gesagt, nee, komm, ich mach mal ehrenamtlich die C- und die B-Jugend?

Das war mein erster Schwiegervater. Da hat er gesagt, Mensch, Kali, trainier doch bei uns. Franken, Borussia, Löwenich. Die Jugend, ja. Und wisst ihr, wir wurden Kreispokalsieger, nur von Kreiskölnland. Dann hat mein langjähriger Verein, Frech und 20, wo ich ja schon als 18-Jähriger mal ein Spiel gemacht habe, mich als Jugendtrainer geholt.

Gemacht auch dann bei uns die B-Jugend. Und dann spielte ich da eine gute Rolle mit der B-Jugend. Wir waren im Halbfinale jenen Allemannäher Aachen, Allemannäher Aachen mit Kalle Del Heyer gilt schon. Ja, haben wir im Halbfinale gewonnen, eben Endspiel, ja, gegen den FC gewonnen. Warte. Dann waren wir Mittelmeister und so wurde ich dann auch Jugendauswahl-Trainer.

Hattest du damals auch schon so dieses Auge für junge Spieler, dass du genau sehen konntest, okay, aus dem könnte mehr werden, aus dem eher nicht? Ja, ich muss ehrlich sagen, natürlich hatte ich das Auge. Wir hatten ja auch mit meiner Kreiserswahl den Mittelrhein-Wettbewerb gewonnen. Und ich sagte, jetzt kommen die Bauern hier aus dem kleinsten Kreis zum ersten Mal in die Sportschule Hennef.

Da war eine Woche Vortunier, also jede Gegner, K.O.-System. Da waren von den 16 Kreisen acht, die ersten vier kamen ins Endturnier. Da waren wir bei und im Endturnier haben wir da doch gewonnen. Und wenn ich jetzt sage, Effern bei Hürth, Klettenberg, das war mal sieben, acht Kilometer von Brühl oder Meschisch, habe ich da die zwei, drei besten Kreise- und Wahlspieler zum ersten Mal.

Abgeworben. Man hat auch dann seine Beziehung ein bisschen spielen lassen. Das war dann auch Spieleranwerbung aus Nächster. Aber die Eltern waren alle happy. Die haben die Kinder auch nach Äffern gebracht. Die waren stolz. Er ist in der Kreishof, so war ein Mittelmeister in Hännis und jetzt in Äffern.

Und genau dieses spezielle Auge von dir, war das auch das, was Willibert Krämer in dir gesehen hat, dass er gesagt hat, der ist gut, komm nochmal zu uns, komm zu Leverkusen? Ja, ich würde sagen, ja, weil er mich ja angesprochen hat. Das war bei einer Veranstaltung in der Sportschule Henneth. Und es hat gerechnet. Lieber Klopp. Waren kaum Leute noch draußen.

Ein paar Väter. Ich war auch draußen. Und Willibert Krämer. Willibert Krämer war ja auch Spieler bei Hertha, Viktoria Göring und so weiter. Da kam er zu mir und sagte, Kai, könntest du dir vorstellen, bei Bayer Leverkusen einzusteigen? Das heißt, erstens hat zweiter Vorsitzender der Fußballabteilung, nicht des Vereins, der Fußballabteilung zusätzlich, wer ist für Scouting zuständig, die Organisation auch inklusiv Profi.

Und es war am Rechnern und er stand draußen, da hatten wir unwahrscheinlich, Wir waren beide kletscht, also unter der Dusche gestanden, netten. Aber so Typen mag ich dann, die da ganz oben trainieren und dann plötzlich sagen, Kalli, kannst du dir das vorstellen. Die waren gerade in die zweite Bundesliga auf. Ich stehe in die zweite Bundesliga, die damals noch zweigleisig war. Das hat man nicht vergessen.

Ja, ich fühlte mir am Bauch gepinselt. Noch nicht so dick wie später, aber kleiner wie jetzt. Ja, dann bin ich nach Leverkusen, nach Kurs. Da kamen mich damals 25 Kilometer hängen. Oh, scheiße, das ist so eine Weltreise. Man muss das so vorstellen, obwohl das reine Autobahn war. Und da haben die mir ein Angebot gemacht. Ich hatte ja Betriebswirtschaft studiert mit der Fachrichtung, internationaler Lohnkostenvergleich, Personalwesen. Das hatten die alles da.

Sagen wir, werden Sie bei uns in der Personalabteilung einstellen. Sondern sie sind nur für den Personalkostenvergleich international zuständig. Also bis dann nur in der Stabsabteilung, keinen Schalterdienst. Weil der Vorstand immer wissen wollte, wie sind in den Ländern die Personalkosten, die Nebenkosten. Das mussten wir ermitteln.

Und da konnte ich dann mittags um 12 Uhr oder 1 Uhr gehen. Und da kriegte ich 2500 DM. Das hört sich ja kramlos an. In diesem Zeitraum war das dann richtig gutes Geld. Ich hatte ja nun auch großen Ausnahmskauf, mehr als Betriebswirtschaft. Ich hatte sogar nebenberuflich jeden Sonntag und einmal in der Woche die Lokalzeitung, NZ und auch Kölnische Rundschau gemacht. Mitleute, mitleute Haut bis mitten in der Nacht. Also ich war da schon drin.

Ja, 2,5, ja, verdammt so. Das war schon eine Nummer. Und dann saßen sie, da gehen sie mittags dann nur für den Sport, für den Nachwuchs und dafür kriegen sie nochmal 1000. Da hatte ich 3500 D-Mark. Man muss das ja um diese Zeit immer wieder zurück versetzen und die Zielsetzung war auch so ein bisschen zu sagen, den Klassenerhalt in der zweigleisigen zweiten Bundesliga schaffen.

Die waren ja überraschend aufgestiegen. Ein kleiner Verein war ich mal auf, am Prüfer ein Punkt hinter den? Die spielen ja keine Rolle mehr. Das ist der Schloßstadt. Vielleicht hatten sie mich auch da, bis sie gesehen, dass ich dann mit Futspot gemacht habe. Ja, und dann passiert das. Wir haben nicht nur den Klassenhaut geschafft.

Wir sind aufgestehen in der Bundesliga. Völlig überraschend. Und sind seit der Zeit, seit 47 Jahren, ununterbrochen in der Bundesliga bei Leverkusen. Also nur, um das nochmal einzuordnen, dein Verdienst damals, ich habe es mal ausgerechnet, wie viel das heute circa wäre, das wäre so ein Nettogehalt von circa 9000 Euro heute. Ich glaube, damit kann man schon alles machen.

Was musst du denn ein junger Spieler damals mitbringen, damit du gesagt hast, den nehmen wir, den finde ich gut? Ja, natürlich zunächst mal Talent, das war ja leicht zu erkennen. Aber ganz wichtig, Charakter, Mentalität, die Disziplin. Das ist unverrückbar, wenn du heute ja auch gute Spiele hast, die dann vom Talent, von der Ballbehandlung, alles drauf haben, aber entscheidend ist, fit zu sein, taktische Disziplin einzuhalten, Zweikämpfe zu gewinnen, Teamgeist zu haben.

Das waren Kriterien, die damals auch unverrückbar komplett stimmen mussten. Aber es schien ja auch ganz gut gelaufen zu sein, mit der Art von Scouting, die du gemacht hast, 1979, seid ihr dann aufgestiegen mit Leverkusen, das war das so ein bisschen deine Art Lorbeeren für die Zeit davor, dass du gesagt hast, okay, ich habe die richtigen Jungs zusammengebracht und jetzt spielen wir sogar in der ersten Runde.

Wir haben es fast gar nicht geglaubt, das war der Erste geworden und dann ging es in die Bundesliga und dann war natürlich, Und Alarmstufe 1, wie halten wir diese große Top-Klasse? Und da habe ich ja gesagt, wir haben sie gehalten. 47 Jahre haben die die jetzt gehalten, auch ohne mich. Aber in den ersten Jahren war das natürlich etwas schwieriger, das muss man ganz klar sagen. Aber wir haben dann auch sehr schnell, auch durch mich, da bin ich jetzt mal ganz unbescheiden, auch Märkte besucht.

Wo wir da ein Schnäppchen gemacht haben. Und da waren wir eben nicht schlauer. Aber wesentlich schneller. Jetzt muss man ja sagen, meine Generation, die kenne ich ja vor allem so aus dem Fernsehen als diesen netten, lustigen Typen, der immer eine Spruchauflage hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass im Fußballbetrieb, gerade Anfang der 80er Jahre, dass das schon noch mal ein bisschen rauerer Wind geweht ist.

Was warst du da für ein Typ? Ja, eigentlich ein kameradschaftlicher Typ, aber der gewinnen wollte auch ein ekliger Typ. Pfeiten, Beißen, Kratzen, Gas geben, Disziplin, alles das, was ganz wichtig ist auch heute noch, um oben bestehen zu können. Und da habe ich schon, ich konnte im Herzog nicht sagen, wir spielen, also Rettet ist ein bisschen bekloppt.

Also aber Teamgeist, praktische Disziplin, auch Identifikation mit dem Klub, ordentlich trainieren, ordentlich leben und wie gesagt, dann gemeinsam versuchen, das Beste rauszuholen. Wie macht man den perfekten Deal? Weil du musst ja Leute auch bezirzen. Du musst ja wahnsinnig strategisch denken, wenn du junge Talente zu dir holen willst. Ja, nicht nach Schema F. Also es kommt drauf an, wer ist der Spieler?

Wer ist das Eltenhaus? Was hat er bisher gemacht? Was sind vielleicht auch Spielerberater, die schon da sind? Die musst du alle richtig einschätzen. Und dann musst du klare Ansagen machen, wie man sich das vorstellt. Was der Spieler bei uns erwartet, aber was wir auch von ihm erwarten. Ohne bla bla klare Akten. Hast du ein Beispiel?

Ich könnte jetzt viele Beispiele nehmen. Du kannst so ihn suchen. Du bist doch so ein umtriebiges Gericht. Such du mal eins aus. Es gibt eine Geschichte mit dem Koreaner Bung Kun-Cha. Du bist ein Dreckser. Jetzt nimmst du weg, das Extrems. Man kannte natürlich Bung Kun-Cha. Er war Fußballer des Jahres in Asien.

Dann hat er ja in Darmstadt und auch in Frankfurt hervorragend gespielt. Dann hatte ich meine Öhrchen links und rechts. Und irgendeiner hat mir was reingeblasen. Bum Kun-Charl ist nicht so glücklich in Frankfurt. Die haben dem Verleihung irgendein Weltjustempf-Verein ein, zwei Bauherrenmodelle angedreht.

So, und jetzt musst du die richtigen Leute zusammenführen. Ich habe dann unseren damaligen Trainer, den hatten wir gerade verpflichtet, Detmar Kramer. Ja, Detmar Kramer war FIFA-Trainer, war DFB-Trainer, war mit Bayern München zweimal Champions-League-Sieger, hieß damals noch Europa Cup, Landesmeister, Weltpokalsieger.

Und als ich jetzt über Bumg und Scha dachte, denke ich, da muss ich den Detmer mit zum Flughafen nehmen. Also Bumg und Scha landete, wir hatten natürlich europäische Beziehungen durch das Unternehmen. Guckt mal, wann der fliegt, wann der in Korea abfliegt. Wir kannten die Ankunftszeit. Und draußen vor der Tür stand Tettmar Kramer und der Kalli. Zufällig.

Ja, wir haben den Fluch abgewartet und ich hielt dafür wichtig, dieses Gesicht Tettmar Kramer, so eine unbestrittener Größenordnung. Wir haben den empfangen. Da haben wir gesagt, jetzt tun wir dich erstmal ein schönes Hotel, ganz bekannt in Frankfurt, viel Grünes drumherum. Der war eigentlich schon auf dem Weg, bei Frankfurt wegzugehen, weil er sich da etwas getäuscht fühlte mit Bauherrnmodellen und Steuermodellen.

Da hatten wir natürlich die Möglichkeit, die besten Anwälte da ranzusetzen. Wir haben das Thema gelöst. Er war erleichtert, fühlte sich bei uns wohl. Detmar Kramer war Welttrainer. Der war ja der, der ihn als in der kaiserlichen Kultur erordnet hatte. Das war ja für den ein bekanntes Gesicht. Ein großer Trainer. Und der Detmar war ja auch hochintelligent, auch fußballfachlich nicht zu toppen.

Ja, und da kam Pumc und Scha nach Bayer Leverkusen. Also die Art und Weise war ja nicht ganz unerfolgreich. 1988 dann UEFA Cup gewonnen und zwar nicht ganz unspektakulär. Damals gab es im Finale noch ein Hin- und ein Rückspiel. Hinspiel war 0 zu 3 in Rückstand geraten gegen Español Barcelona. Das heißt im Rückspiel drei Tore aufgeholt und dann hat sich es ja erst im Elfmeterschießen entschieden.

Da muss ja die Tribüne gebrannt haben bei euch. Ja, die hatten alle Flacken. Das war alles vorbereitet, schön ausgerichtet. Und dann war das wie ein perfektes Drehbuch. Nun kann es natürlich nicht davon ausgehen. Wir waren auch schon beim Hinspiel nicht 0 zu 3 schlechte. Das wussten wir schon, dass eine Überraschung möglich war. Wussten wir auch.

Aber ich habe dann entschieden, wir waren ja an einer vollen Baustelle. Und wir haben noch schon das Halbfinale. Oder Viertelfinale gegen den FC Barcelona im Kölner Stadion 0 zu 0. Also wir müssen jetzt die Stimmung in den Laden bringen. Schön klein, knüppelig, noch einfacher Container, wo sie sich umziehen müssen.

Und dann gibt es Dr. Dralle. Du bist ja dann zum Manager auch offiziell geworden und hast wirklich direkt losgelegt. Und das ist so spannend, als einer der Ersten in Deutschland überhaupt auch mit den Brasilianern. War Tita da, Jorginho war auch einer der Ersten. Was hast du in denen gesehen, was andere nicht gesehen haben?

Ja, Dieter war der erste Deutsche, der wirklich in der Bundesliga gespielt hat, der dann auch erfolgreich gespielt hat und dann auch noch den UEFA Cup geholt hat, aber dann auch weg. Dadurch die Bürofuhren der Nationalmannschaft hatten natürlich die Gehälter gehört von den anderen brasilianischen Nationalspielerkollegen, die spielten zu der Zeit in Spanien und in Italien.

Das war dann ein großes Lob an mich, ein kleines dickes Bandito. Aber wir hatten danach auch ein absolut Top-Verhältnis. Jorginho war dann der Nächste. Was hast du in ihm gesehen? Jorginho haben wir auch früher unter Vertrag genommen. Der hatte eine Klausel drin, 600.000. Da kam Jorginho als rechter Verteidiger.

Perfekter Spieler, menschliche Mentalität, großartig. Der konnte nur zwei Jahre halten. Dann hat Bayern München uns den weggekauft, ich glaube für zehnfache, ich weiß nicht genau, sechs Millionen, war ja auch völlig in Ordnung. Ich muss auch sagen, es gibt auch keinen Vorwurf. München hatte andere Möglichkeiten. Wenn die dann sehen, dass ein super Mann auf der rechten Seite wir versuchen, den zu holen, ist das für mich legitim.

Ich bin jetzt nicht hier, guck mal, die bösen München, überhaupt nicht. Man muss ja auch gucken, der ist ja nach München und wurde schon 1994, da hat man vergessen, wurde Brasilien in den USA-Weltmeister. Ich war beim Finale dabei. Und wer? Jorginho war bei den vier nominierten Brasilianern, also bei der Weltmeister-Elf, die in der FIFA-Weltelf gerufen wurden.

Also das war keine Durchfahrtsladung. Das war schon eine richtige Granate. Unmenschlich, so ein bisschen gläubig alles war. Also perfekt. Aber wie hat das damals funktioniert? Weil ich meine, heute würdest du ja eine E-Mail schreiben oder dem Berater irgendwie eine WhatsApp-Due, den finden wir gut. Aber also damals musstest du ja dann wahrscheinlich mit einem Übersetzer nach Brasilien reisen.

Und also wie bist du an die rangekommen? Ja, das hat hundertprozentig funktioniert, weil ich den Heinz Prellwitz bei Adidas ausgeliehen habe. Also der kam aus Essen, und war in Brasilien Pressechef bei Adidas. Und so kam Heinz Prellwitz als Übersetzer. Mit Tita, mit Jorginho und allem, was danach kam.

Und dann hat er natürlich auch die Familie mitbetreut, dass die. Wenn sie Gulasch in der Dose gekauft haben, eine Chappe gekauft haben oder die Betreuung, Ärzte. Also Heinz Brellwitz, der kennt keiner, aber das war ein absoluter, ganz wichtiger Fixpunkt in dieser Brasilien-Politik. Wir hatten ja nachher sechs, sieben Weltklassespieler und alle war, bei allem war der Heinz der Dolmetscher, der auch die Frauen selbst begleitet hat zum Harz oder die Männer, also das war schon, den muss man dann damit nennen.

Du hast gerade schon ein paar Namen genannt, die haben ja, nachdem sie zu euch gekommen sind, Weltkarrieren gemacht. Gibt es da einen, wo du heute drauf schaust und sagst, auf den bist du besonders stolz? Ja, komplett, tutti komplett. Jorginho, Lucio, Emerson, wie gesagt, ja, mir hat die noch Sergio, der auch da drin spielt, also ich will die gar nicht an der Aufzählen, das waren schon so Schokoladenstückchen, das muss man sagen, die waren vom Allerfeinsten für uns bezahlbar.

Wo wir dann immer so nach Rom ging. Hatte ich natürlich schon mal in den Transfervertrag reingeguckt, da muss immer die Zeit, das war noch die 90er Jahre, so Richtung 2000 wechseln, jetzt kannst du mit heute nicht vergleichen. Ich sehe die Zahl 44 Millionen. Da wusste ich, ich kann nicht halten. Und die waren noch 44, das war damals, kann man nicht mit heute vergleichen, 200 Millionen oder so. Das war eine gigantische Zahl damals, die 44 Millionen.

Aber es scheint mir auch ein ganz gutes Geschäftsmodell gewesen zu sein. Ich meine, Lucio, C. Roberto, Paolo, Sergio, hast du alle Jorginho dann ja zu den Bayern weiterverkauft. Ich glaube, insgesamt waren es so 8,4 Millionen Gewinn. Das wären heute wahrscheinlich in Zahlen eine Milliarde oder so. Nein, das kann man doch gar nicht mehr vergleichen. Ich bin doch nicht stolz auf diese Summen. Ich hätte sie lieber behalten. Und die größte Summe war ja Amazon.

Damals, das war unvorstellbar damals, 44 Millionen von ASO. Aber ich meine, du hattest auch damals schon ein sehr, sehr gutes Gespür. Weil ich meine, dann ist die Mauer gefallen und im Wesentlichen hast du dann erst mal die halbe DDR geplündert, oder? Nee, das ist die Plündung nach dem Mauerfall, der ja für uns alle überraschen kann. Zumindest für mich fand ja rund knappe Woche später das letzte WM-Qualifikationsspiel statt.

Und zwar spielte ja die DDR damals noch eine ganz entscheidende Rolle, um weiterzukommen. Sie hätten in Österreich, in Wien, unentschieden hätte die erreicht und sie wären bei der WM in Italien gewesen, dann aber dann verloren ungefähr eine woche nach dem die mauer gefallen ist und, ja für mich war natürlich seien mauerfall was machst du jetzt habe ich direkt wieder meine leute nach.

Meine Leute nach Wien geschickt. Und dann war natürlich auf der Tribüne wieder zuerst und waren natürlich alle Vereinsvertreter. Aber du kennst das ja, da kriegst du locker ein paar Hundert runter. Aber im Innenraum, wo du ja auch oft bist, durften damals nur 30 oder maximal 40 Leute akkreditieren können. Ich kann natürlich Gigi, du warst ja Generalsekretär in Österreich.

Falsch. Ich sage, GG, ich habe einen super internationalen Sportfotografen, den musst du eine Akkreditierung nehmen, kriegst du die auch. Das war aber unser A-Jugendbetreuer und Schnelllaborant Wolfgang Karnath, den habe ich dann schön ausgestattet. Auf der Tribüne saßen auch unsere zwei Chefs, also Dieter Herzog und Norbert Siegler, wie auch die anderen Bundesliga-Clubs.

Aber im Stadion war Wolfgang Karnath, unser Jugendbetreuer. Was hat er da gemacht? Ja, dem habe ich gesagt, du kriegst das Zeug, ich brauche die Adresse von einem, am besten von Thum in Berlin. Karnath hat mir dann also schon direkt am Donnerstag, danach auch nach dem Spiel Deutschland gegen Wales, ich habe die Adresse von Thum und bin dann direkt im Donnerstag nach dem WM-Qualifikationsspiel, die beiden letzten, nach Berlin. Da hatte ich die Adresse und das war wichtig.

Du musstest die Hausnummer haben, die Etagen-Nummer und die Wohnungsnummer. Als ich da reingeg, wusste ich natürlich, dass diese Wände da alles mithörten. Aber so kein negatives Wort über die DDR-Regierung, nicht über den Fußballverband. Ich sagte mal so, jedes Land hat seine eigenen Spielregeln, aber wir würden dich gerne haben in der großen Liga.

Und noch eins, auch zu der Wand. Wir machen keine Tricks. Wenn du bereit bist, gehe ich direkt morgen zum DDR-Fußballverband, oder zum DTSB, die waren damals noch höher. Das war der Deutsche Turn- und Sportverband, die sogenannte Eberdörder. Melde unser Interesse an dir an. Ja, dann war ich Donnerstagabend. Da hat die Frau Schokolade bei Palinien bei Fünn mitgebracht und bin dann schon an dem Freitag erst beim DDR-Fußballverband.

Die hat mir aber gesagt, die oberste Stelle, die sitzt jetzt da, Storkoffer Straße in Ostberlin. Ja, da steht noch unseren offiziellen Antrag, alles schriftlich, dass wir sauber, anständig verhandeln möchten, dass unser Wunschkandidat ist. Die haben dann zugestimmt und dann haben wir den Andreas Thoma als ersten Spieler verpflichtet.

Das war damals unser, er hat nur einen Spieler, der mehr verdient hat. Wir haben das nicht ausgenutzt. Das war damals ein Bruttogehalt von jährlich 450.000. Da war ein Grundgehalt, Auflaufprämie und Siegprämie drin. Das war ja für so einen Stammspieler klar, dass er das voll abkassiert. Unterschrift hinter drunter. Zwei Tage später kam Samar und Kirsten, die hatten da noch ein Ligaspiel.

Auch unterschreckt zu exakt den gleichen Bedingungen. Und das war damals bei uns auch schon zweithöchstes Jahr. Also ich habe von den dreien keiner über den Tisch gezogen. Es gab bei uns nur einen Spieler, der mehr verdiente. Aber ich meine, also dann hat sich ja auch noch Helmut Kohl höchstpersönlich mit eingemischt, weil er gesagt hat, in dem Moment, also Bayer AG und Kalli, ihr könnt jetzt nicht hier als Westkonzern und Westfunktionär einfach die halbe DDR aufkaufen. Ist das was?

Weil ich meine, also da war ja die Tinte schon trocken, Auch mit Sammer, mit Thom, mit Kirsten. Unter den Verträgen. Also nicht die Transferverweilung. Thom hatten wir schon so weit. Der ist ja schon in dem Jahr, also im Dezember schon offiziell gewechselt. Da hatten wir schon offizielle Pressekonferenz, auch mit den DDR-Verantwortlichen, in Ost-Berlin. Und da war das Verhältnis natürlich schon ein bisschen besser.

Aber konntest du das nachvollziehen, dass Helmut Kohl dazwischen gegrätscht ist? Oder bist du da in die Decke gegangen? Das war natürlich so, man muss halt immer ein bisschen... Ins Gesamtsehen. Helmut Kuhl ist kurz vor Weihnachten nach Dresden am Elfufer. Und dann hat die Dresdner gesagt, der Kahnmund hat hier unseren Sammer und Kirsten, unter Vertrag genommen.

Und dann hat Kuhl wiederum die Führung der Bayer AG, weltweite Führung, hat gesagt, kann doch nicht sein, dass beim Mauerfall ein großer Weltkonzern die drei besten Spieler aus der DDR holt. Da kriegt sich von oben einen kleinen Anruf von meinen großen Chefs, Finger weg vom Speck. Aber ich hatte ja die Verträge schon.

Und Sammer ging ja dann nach Stuttgart, weil also ich weiß jetzt keinen Vorwurf, Gerhard Mayer-Vorfelder dann für Helmut Kohl gerne eingesprungen ist und hat dann den Matthias Sammer, ja, das ist mit dem auch Deutscher Meister geworden. Und irgendwann krieg ich von unserem Präsidenten Gart, Achim Fischer, so Januar den Anruf.

Du kannst ihn verpflichten. Ich hatte ja Vertrag schon, alle neue, alles klar. Bin dann hin, nochmal nach Dresden, haben wir das nochmal ein bisschen aufgefrescht. Und das war schon eine tolle Geschichte, das muss man so sehen. Gerade bei Ulf Kirsten war das ja dann auch nochmal eine Nummer. Es gab noch ein Länderspiel gegen die USA.

Er hat einen Headtrick gemacht und da war er natürlich in aller Munde. Und ich glaube, vor allem bei den italienischen Spielerberatern, damals die beste Liga der Welt, die wollten ihn ja alle haben. Das waren auch die großen Spielerberater. die drei größten mit und die waren dann alle beim Länderspiel, was du gerade sagtest, DDR gegen USA.

Ich war natürlich weiterhin in Kontakt und habe das ein bisschen am Kochen gehalten. Und dann haben die mich gefragt, Mensch, Kalle, die Italiener, ich kannte die Angele, Hallo, hallo, sag ich euch, ich kann euch da helfen. Und ich kannte damals den Pressesprecher des Deutschen Fußlaufs und der später Spieleberater wurde, Sein Vater war ständiger Vertreter der DDR wie ein Botschafter.

Da habe ich mir drei Karten für die italienischen Spielerberater erholt. Und mit dem Teufel, das wollte ich, ich weiß gar nicht, wie passiert es, saßen die direkt vor mir. Und so konnte ich ja alles hören, was die erzählten. Und dann schießt der Kirsten beim 3-2-Sieg gegen den USA alle drei Tore. Die waren natürlich elektrisiert und hatten schon die Pläne untereinander.

Abgesprochen, dass sie morgen mit dem Kirsten sofort zu einem der zwei, drei großen Vereine und den Perfekt machen. Ich war da gelassen. Ich wusste, Kirsten hat eine unwahrscheinliche Fluchangst vor jedem großen Flugzeug. In einer kleinen Maschine damals hättest du dir nicht mehr Maschine mehr reingebracht.

Also sage ich, viel Spaß, organisiert ihr mal euren Fluch. Und dann kam die große Erlösung, dass mich mein Präsident dann anrief und sagt, Kul nasliß. Jetzt für den Vertragsabschluss auch von der Bayer AG, von der Oberste für Ulf Gürsten. Dann bin ich direkt hin, habe den da abgeholt. Habe auch zu Hause bei dem im Kinderbett geschlafen, dass mich keiner im Hotel sieht, verstehst du? Wahnsinn. Und dann haben wir den Vertrag unterschrieben.

Das war eigentlich natürlich 13 Jahre, war der bei uns Torschützenkönig. Mehrere Male des Jahres, des Jahrzehnts. Und das war so ein bisschen Bollerkopf, wie ich auch, wenn wir uns auf uns in der Volley gekriegen. Aber wir verstehen uns bis heute glänzend. Aber er ist auch so ein bisschen dein Goldjunge, oder? Ja, er ist ein Goldjunge, muss man sagen.

Er hat eine tolle Spiele, ob jetzt Michat Ballack oder Rudi Völler, der ja bei uns nachher dann Trainer war, dann Sportdirektor war, eigentlich alles. Aber das war schon noch eine ganz besondere Nummer, weil er auch 13 Jahre bei uns war. Er war das ja am Ende auch, der im Pokalfinale 1993 das Siegtor geschossen hat.

Und das ist unfassbar, das heute so zu formulieren, die Hertha-Amateure, gegen die ihr da im Finale standet. War dieser Pokal für dich noch mal was Größeres als der UEFA Cup 88 oder kann man das gar nicht vergleichen? Nein, man kann es nicht vergleichen. Es war etwas Besonderes von uns, waren noch 20.000, 30.000 Leverkusener da.

Das war eine große Veranstaltung. Und ab dem Achtelfinale, wo ja Andreas Thurm das 1 zu 0 gegen die RTA BSC Profis geschossen hat. Und dann kam das Halbfinale gegen die damals beste deutsche Mannschaft. Haben wir dann in Frankfurt 3-0 gewonnen. Die Frankfurter sind ja in dem Jahr sehr unglücklich an der Meisterschaft, auch durch eine Schiedsrichterfehlentscheidung gescheitert.

Und dann haben wir das Ding, ja, schön 3-0 gewonnen im Halbfinale. Torschütze, zweimal Thurm, einmal Kirsten. Und dann kam das Finale gegen die Amateure, wo ganz Berlin war für die Amateure. Da hat er noch rammelloser Jungs mitgespielt. Und der Ball ging nicht rein, verdammt, und zu hin. Da kam die 670.

Oder 77. Und den Pavalhapal, großer Spieler aus der Slowakei. Zack, schöne Flanke, Langerforsten, Kirsten, 1-0 überhand. Der FB-Pokalsieger. Da wurden alle happy, super gefeiert. Dein nächster richtig großer Personalkrew war ja dann Rudi Völler. Was hast du in dem gesehen? Die ganz große Zeit von 90 und so weiter war ja schon vorbei, Weltmeister, du hast ihn mit 34 Jahren von Marseille damals geholt.

Was hast du in ihm gesehen? Ja, er wurde ja nochmal von Berthi reaktiviert, nochmal die WM in den USA zu spielen in 1994. Und dann war ich natürlich auch der Kontakt zu ihm. Ich wollte so ein Leader, so eine große Persönlichkeit für uns noch verpflichten, wo auch die andere Spieler hochgucken. Und ich sage es jetzt nur kurz nach dem Sieg gegen Belgien, wo der alte Sack noch zwei Tore geköpft hat, hat mir dann noch weitergekommen.

Hat mir auch zugestimmt, dass ich in dem Trainingslager in Chicago mit Rudi gesprochen habe. Wir haben die ersten Vorgespräche geführt, das ist noch schon während der WM. Da sind die rausgeflohen, dann bin ich nachher hin und das waren für uns dann mal dreimal sechs richtig. Rudi hat bei uns zwei Jahre gespielt und ist dann.

Sportdirektor, Interimscoach, war eigentlich alles in Leverkusen und auch vor der DFB-Karriere, war ja ein toller Nationalspieler, Weltmeisterspieler, Champions League gewonnen mit. Der Olympique Marseille, also mehr geht nicht und ich glaube heute ist das dreimal sechs richtig im Lotto auch für unseren neuen Bundestrainer jetzt, für Kloppo, so einen Mann an der Seite zu haben.

Mit dieser riesen Erfahrung, der nicht nur ein toller Weltklassespieler war, auch Teamchef, Nationaltrainer war und eins hat, völlige Loyalität. Jetzt auch sicher zu Jörgen Klopp und so. Man brauchst es dann mit so einer Erfahrung. Die kannst du nicht stricken, die kannst du nicht irgendwo kaufen. Die sind da und ich bin froh, dass Rudi Völler sagt, ne, wir kloppen wir mal stattdurch.

Wie blickst du jetzt noch so vielen Jahren auf Rudi Völler? Weil ich meine, das ist ja völlig irre, wenn man sich überlegt, damals in der Branche, man war sich nicht unbekannt, aber ihr habt ja einen Fremden zu euch geholt. Und dann hast du ja jemanden, der nicht nur Spieler war, sondern später noch Trainer, Sportdirektor, dann Geschäftsführer. Also das hättest du dir wahrscheinlich nicht ausdenken können damals, was aus so einem Transfer werden kann. Nein, das war klar.

Ich habe das 1994 versucht. Ich wusste ja nicht, dass er zusagt. Er hat dann so gesagt, praktisch schon nach dem Sieg gegen Berlin in Chicago, sagt er, ich mache das. Was natürlich klar war, seine Frau, Sabrina, Römerin, echt. Dann müssen die sieben oder neun Generationen. Der hat auch ein bisschen die Hose an. Och, wenn der Rudi das nicht gerne hört.

Da dachte ich, ob die da mitgeht. Der hatte ja dann auch von Tapie, du darfst das nicht zu der Zeit vergessen. Der war Inhaber von Adidas. Der hat ihm natürlich Top-Verein in den USA angeboten. Hat gesagt, du kannst da. Hat ihm so drei, vier Top-Verein. Und dass dann Rudi gesagt hat, Schluss aus. Nikolaus war die eine Seite. Das aber seine Frau.

Oh, jetzt sagt er, ich könnte ja in Paris leben, in Lissabon, in L.A.. Und jetzt ziehe ich nach Leverkusen. Da hat sie so einen sehr romantischen, dezente Ryan-Bungalow. Aber das spricht für die Frau, dass sie sich da genauso integriert hat, genauso den Rudi unterstützt hat und nicht nur die Nase hochgetragen hat.

Das ist immer Teamplay. 1996 hat Rudi Völler dann offiziell seine Karriere bei euch beendet. Aber das fast mit einer Bruchlandung. Ihr werdet fast wieder in der zweiten Liga gelandet. Das hat sich bis zum letzten Spieltag noch rausgezögert. Dann die Entscheidung, bei euch zu Hause gegen Kaiserslautern und auf einmal kam dir da so ein Geistesblitz. Auf einmal wurde aus dem Gästeblock eine kleine Baustelle gemacht.

Also ein bisschen kleiner Drecksack, das sage ich dir jetzt ganz offiziell. Das ist natürlich ein Lob. Natürlich war ich in Gedanken, auch bei Rudi Völler. Letztes Spiel seiner Karriere steigte ab. Das wäre Samstag gewesen. Das musst du vorstellen. Montags war schon das Abschiedsspiel. Das ist übrigens das letzte Abschiedsspiel einer kompletten Nationalmannschaft. Die flogen nach dem Spiel, einen Tag später noch mit Rudi abends in der Feier nach England, wo sie mit Bertie Vogt 96 Europameister waren.

All das hing da mit zusammen, das kann man sich gar nicht vorstellen. Da haben die Nerven auch bei mir Samba gespielt, aber richtig Samba. Und dann waren wir natürlich happy, dass Münch das Ausgleichsdor geschossen hat. Da muss man eigentlich sagen, ich habe vorher gewusst, jetzt geht ganz Kaiserslautern die ganze Pfalz hoch.

Die Wärme, die ganze Stadion im Lahren, dann ist die, ja das war nicht Jansen auch, da muss ich sagen, die ganze Kurve, der für die Gästefans, da denke ich, da fängst du mal mit der Baustelle an und bringst die ersten LKWs rein und dann habe ich dem DFB mitgeteilt, wir sind in der Bauphase. Das war dann auch geplant. Wir haben nicht die gleiche Zuschauerkapazität wie früher und das ging natürlich um Kosten der Lauterer.

Wir lagen ja auch zurück und dann hat München gesagt, 1 zu 1, große, große Erleichterung. Zwei Tage später die große Feier in Leverkusen. Da gab es auch noch mal das Bild, die Wiederholung, weil die ja ganz eng befreundet waren. Bremen, Andreas, der ja abgestiegen ist, Rudi Völler. Also ganz, ganz enge Freundschaft, der dann auch wieder dabei war bis morgens in die frühen Stunden.

Da waren die zwei auch zusammen. Das war auch im Grunde genommen schön mit anzusehen. Und ja, im Nachhinein hat man gesagt, Kaiserslautern ist ja direkt eine Woche später Pokalsieger gewonnen, direkt danach aufgeschienen. Und im ersten Jahr deutscher Meister mit zwei Punkten Vorsprung für Leverkusen.

Und weißt du, wer der Steigbügelhalter war? Ihr am Ende. Ihr. Wir haben zu Hause gegen Bayern München 4-2 gewonnen. Wir lagen nach 20 Minuten 2-0 zurück und Platzverweis für Christian Wörns, unser Nationalspieler als Vorstopper. Und dann haben wir noch vier, zwei gewonnen. Drei Tore Ulf Girsten und Kaiserslautern hatte zwei Punkte am Schluss mehr.

Wie Bayern München. Also wir haben den noch ein bisschen Wiedergutmachung geleistet. Das ist der absolute Wahnsinn. Am Ende habt ihr es ja Gott sei Dank geschafft. Und während dann eigentlich ganz Europa, ganz Deutschland 96 auf die EM geschaut hat, habt ihr zum 1. Juli Christoph Daum von Besiktas zu euch geholt.

Das ist ja auch mit Christoph eine sehr besondere Beziehung, die du auch hattest. Ja, ich kannte ihn ja schon als Jurentrainer. Wir hatten eine sehr enge, freundschaftliche Beziehung. Trotzdem harte Konkurrenz. Das ist ja dann gut, wenn du dich bekämpfen kannst. Trotzdem war es mein Freund. Und das war für uns dann auch dreimal sechs Richtige, Christoph Traum, 96 zu verpflichten.

Das war für mich nicht so einfach, im Verein durchzubringen. Aber Rudi Völler war auch unbedingt für Christoph. Und das hat mir dann geholfen. Nachher auch Jürgen van Einem, unser Sportchef, war dafür. Und dann auch der Kurt Forster, unser Vorsitzender. Wir sind dann ein paar Mal Vizemeister mit ihm geworden. Da haben wir einen fantastischen Fußball gespielt.

Wie hast du schlussendlich diesen ganzen Skandal um ihn herum mitbekommen, weil ihr wart ja total gute Freunde auch. Ja, das war schon bitter. Ich kann mich da erinnern, Mayer Vorfelder als Präsident, wollte ja den Christoph nach der 2000er Pleite bei der EMDREG als Bundestrainer, verpflichten. Es gab ein großes Gespräch.

Mayer Vorfelder, Orsa Schmidt vom DFB, Romänike Hoeneß von Bayern München. Ich hatte dann selber Rudi Völler mitgenommen und Christoph Daumen und habe dann dem MV gesagt, wir geben den jetzt nicht frei. Und Meier Vorfeld hatte ja so ein Daumfiebel, der war immerhin auch deutscher Meister geworden. Sag ich, nee, das geht nicht.

Und die Sitzung brachte vor das Ergebnis Rudi Völler wurde für ein Jahr oder eigentlich bis zum Daumantritt kommissarisch DFB drin. Er hat es dann ein paar Jahre weiter gemacht, 2002, so ja die Vize-Weltmeisterschaft. Aber nichtsdestotrotz das Ergebnis Christoph Daum der war dann sich auch völlig für mich unbegreiflich selber, Beim Gerichtsmedizinischen Institut. Und ich möchte einen Test machen.

Haartest. Nur um dem noch ein bisschen Kontext zu geben. Also er war designierter Bundestrainer und dann kamen diese Stimmen. Ja, ja, der verschnupfte Daumen da. Also Anspielung, er würde Kokain konsumieren. Er selber hat ja dann so ein bisschen die Flucht nach vorne ergriffen, hat gesagt, es gibt diese legendäre Pressekonferenz. Er hat ein absolut reines Gewissen und er hat sich jetzt einem Test, einem gerichtsmedizinischen Test unterzogen, eine Haarprobe.

Was hast du dir gedacht, als du das gehört hast, dass er das jetzt proaktiv macht, obwohl er es ja gar nicht hätte machen müssen? Ja, ich habe das zunächst überhaupt gar nicht verstehen können. Ich weiß noch, das war so ein Wochenende. Rudi Völler hatte sich ja bereit erklärt, auch mit Zustimmung von München, von uns, Meier-Vorwürde, Horst Herr Schmidt, dass er das neun Monate machte.

Rudi, bist du ja Christoph dann Bundestrainer. Er war ja schon der neue designierte offizielle Bundestrainer. Dann hatten wir das WM-Qualifikationsspiel in England. Und dann sagte er am Montag, lasse ich mir einen Arztest machen, direkt nach dem Spiel. Ich sage, bist du bekloppt, was ist da los? Ja, ich will meine Unschuld belegen.

Jetzt hatte ich das große Glück, du durfst dann bei dem Gerichtsmedizinischen Institut, Professor Käferstein durfte dann drei Namen hinterlegen, wenn er das Urteil oder das Gutachten nicht bekommt. Das war dann, er hatte bestimmt entweder Franz Beckenbauer, der lebte in Salzburg. Ich mache ja Vorfeld, der war ein Studierter, der ist in Köln.

Ich musste das noch abholen. Ich habe das erst gar nicht verstanden. Ich denke, positiv. Der hatte jetzt freilich, freilich immer. Der war überzeugt. Er war clean. Dann habe ich eine Sitzung einberufen. Abends an demselben Abend, auch noch mit Christoph Daum zum späteren Zeitpunkt. Da sagt er, Christoph, wir müssen nicht mehr urlauben. wir können dich mit diesen Brutaken jetzt nicht weiter beschäftigen.

Dann war meine einzelne Lösung noch, fließt morgen nach den USA, ich lasse dich von einem abholen. Das haben wir dann gemacht. War bitter. Ihr wart ja auch seit 1977 schon gut befreundet. Wie hat das eure Freundschaft beeinflusst, das alles? Zunächst sehr. Ich konnte ja nicht dafür. Er hat den Test gemacht, er hat irgendwie dann doch anscheinend oder sehr deutlich Kokain genommen.

Und dann musste ich ihn beurlauben. Ich habe über alles gemacht. Ich dachte, wenn der jetzt hier auseinander, raus aus Europa, nach USA, muss ich auch gucken, wer holt den Abarmflug haben, tut der sich nichts an. Du musst ja alles diese ganzen Szenarien dann mit in der Pflechte aus dem höchsten Stockwerk vom Hochhaus runter und schlägt unten auf, es fällt auf.

So habe ich das ja gesehen. Der war dann eine Zeit lang in den USA und hat sich dann aber wieder später berappelt, stabilisiert. Und das Schönste war, dass wir zusammen 2024 im Stadion als Inaktive die Deutsche Meisterschaft ungeschlagen waren von. Alonso mit Fernando Caro Simon Rolfes. Ich hatte geheult, als wenn ich noch verantwortlich wäre eine Woche später der Pokalsicht. Dann haben wir noch eine schöne Schiffskreuzfahrt im Rahmen der damaligen EM gemacht.

War das wichtig für eure Freundschaft, dass ihr das noch zusammen erleben konntet? Ja, ich habe nicht erwartet, dass er ein paar Wochen später verstirbt. Ich wusste, dass es nicht gut war, aber der hat auf dem Schiff da brilliert. Wir hatten auch beim Pokalspiel in Berlin eine große Veranstaltung, der ganze Saar von, der war Weltklasse. Er war voll drauf und dann krieg ich plötzlich den Anruf.

Schluss. Wow, Kalli, vielen Dank dir erstmal für die Ehrlichkeit und dass du auch diese, Emotionen hier in dem Rahmen zulässt. Das ist was sehr Besonderes. Danke dir dafür. Und ich glaube, wir tun auch einfach gut daran, ihn nicht die ganze Zeit an den Skandal oder sonst was zu denken, sondern ihn so in Erinnerung zu behalten, wie er es verdient hat.

Nämlich als ein Wahnsinns-Trainer, der euch mit Leverkusen ja auch mit die erfolgreichsten Jahre beschert hat. Er hat ja auch so ein bisschen die Basis für diese Champions-League-Saison 2001, 2002 dann gelegt, wo ihr es ganz weit geschafft habt, ihr seid bis ins Finale nach Glasgow gekommen, habt da gegen Real Madrid gespielt, war das eines der größten Spiele deines Lebens?

Man muss das ja so sehen, wir hatten in der ersten Gruppephase in Barcelona, da gab es damals zwei Gruppenphasen. In der zweiten Gruppenphase wurden wir Erster, dritter und vierter wohl Arsenal London, englischer Meister zu der Zeit und Juventus Turin. Italienischem. Dann kriegt man im Viertelfinale Liverpool, haben glücklich gewonnen mit Hin- und Rückspiel, da waren wir im Halbfinale, dann kam Manchester United in Manchester 2-2, bei uns 1-1, waren wir im Endspiel, da waren wir dann eigentlich trotz der 2-1-Niederlage, die bessere Mannschaft und so mit der zweiten Halbzeit denke ich, ah, der Torwart hat sich verletzt vom Real.

Da kam der Nachwuchstor ein. Ein junger Iker Kassias. Wir waren klar überlegen, der hat vier, fünf unhaltbare Jotten, das gibt es noch gar nicht. Der spanische Nationaltrainer hat ihn danach sofort noch in den WM gekadert, der war schon beschlossen. Und seitdem war der ja dann noch außergewöhnliche Welttorhüte des Jahres.

Hat er dann ausgerechnet in diesem Spiel, in diesen 20 Minuten. Aber in den letzten zwei Minuten hatten wir noch 300 Prozent. Er hat die alle gehalten. Der liebe Gott oben oder der Fußballgott will das nicht. Schluss aus, Nikolaus. Aber es war einer unserer besten Spiele. Wie lange hast du gebraucht, um da einen Haken hintersetzen zu können unter dieses Spiel?

Ja, das hat natürlich was gedauert. Aber wenn du siehst, dass du so gut im Finale warst, so Weltklasse-Vereine rausgeschmissen hast, dann im Finale die beste Mannschaft warst, mit den klarsten Chancen. Und dann ist der Reservator wert. Concilia ist derjenige, der dir da an der Super spuckt. Was der in den letzten, der hat in der Nachspielzeit noch fast drei unhaltbare gehalten. Da musst du sagen, Fußballgott, du willst es nicht.

Wir sind zweiter, aber trotzdem eine schöne Champions League. Kalli, wir müssen langsam zum Ende kommen. Ich weiß, es gibt noch so unendlich viele Geschichten und große Namen, über die wir heute nicht sprechen konnten. Über ein paar Namen würde ich aber ganz gerne noch mit dir sprechen. Nämlich, wenn es um so diese Granten des Fußballs, deine Funktionärskollegen auch geht.

Ich denke da an den Uli Höhnes, an damals den Franz Beckenbauer, an den Kühne, der ist ja jetzt mittlerweile auch leider verstorben. Aber ich weiß, ihr wart auch gut miteinander. Für uns Fußballfans sind das absolute Lichtgestalten. Für dich, Kollegen, wie blickst du auf die? Ja, mit großer Achtung und mit großer Respekt.

Das fängt bei Franz Beckenbauer an, der hat ja alles als Spieler, als Trainer, als Präsident. Mehr geht nicht, dann ein unwahrscheinliches soziales Engagement. Uli Hoeneß ist vermutlich der beste Manager aller Zeiten, einfach angefangen. Unwahrscheinlich viele Titel geholt, aber nie vergessen, wo er herkommt.

Und hat immer da ausgeholfen, wo Not war, das muss man einfach sagen. Und ja, bei Michael Kühne, ich hatte das Glück, dass ich auch bei ihm ein Mal auf dem Privatschiff war, zusammen auf dem Kreuzfahrtschiff, wo der bei ihm zu Hause in Mallorca hat. Der war auch Spiel, der war auch sparsam. Ich will einen Gag.

Ich glaube, im Himmel wird er den verstehen. Ich bin zusammen mit Wolfgang Bosbach, dem Bundestagsaufgarten, und war mal eingeladen bei ihm zum Essen. Und ich habe Angst vor Hunde. Wir fuhren davor, da stand ein großes Schild, ein Andratsch vor sich, bis ihr Hund. Und der Wolfgang, komm, steig aus, ich bleib sitzen, der soll erst den Hund wegschließen.

Sonst steige ich nicht raus, ich habe auch Angst, wenn da noch so ein Schild da steht. Und er hat einen Spaß zu kühlen. Weißt du warum? Er hatte gar keinen. Aber er hat immer Spaß am Mittag. Er sagt, ich mache da so ein Schild, da hat jeder auch schon so Angst, wie du, Vorsicht, Bisschen. Also er war sicherlich der reißer oder zweitreißer Deutsche, aber es hat er doch durch Sparsamkeit, ist er das geworden.

Ein verpassiger Typ, es hat mir auch weh getan, hat es natürlich Alter, Krankheit. Ich wünsche jetzt auch seiner Frau, ihr habt ja auch sicherlich eine dementsprechende Würdigung und. Trauermeldung geschickt, dass sie das restliche Leben jetzt noch einigermaßen gut und zufrieden genießen kann. Das ist wirklich der absolute Wahnsinn, auf was für eine Karriere, auf was für ein Leben du da zurückblickst.

Haben sich eigentlich schon mal Sender bei dir in den letzten Jahren gemeldet? Weil jetzt haben wir doch gerade diese ganzen Fußball-Dokus, ich denke jetzt an die Mourinho-Doku und so weiter, die haben ja Hochkonjunktur. Haben da noch mal Netflix oder Amazon Primark gesagt, Kalli, lass machen? Du wirst gar nicht glauben, das, was wir jetzt gemacht haben, ist man hundertmal lieber wie eine Doku über Fußball.

Also ich muss mal sagen, bei uns Vox hat ja nach meinem Ausscheiden haben die ja eine große Doku gemacht. Ich habe über 260 Sendungen, hat da dreieinhalb oder vier Stunden für Grill den Henssler gemacht, und das hat mich sehr gerührt, das hat mich auch sehr bewegt und das war praktisch eine zwei Stunden Sendung, und das war wunderbar und ich musste jetzt dasselbe nicht beim Fußball haben, weil ich ja nicht zum spielenden und aktiven Personal auf dem Platz war, sondern den vorbehalten.

Naja, Behöden ist es, dass jeder andere ist, der war Spieler, der ist als Spielerwelt. Also Champions League, ist eine andere Kategorie. Ich finde das absolut beeindruckend, was du für einen Antrieb hast. Du machst noch einen Podcast mit Matze Knob und Tobi Holtkamp zusammen. Echte Champions heißt ja.

Du warst nochmal auf einer riesigen Tournee. 34 Termine, sowas ist ja auch sehr anstrengend, die ganze Reiserei und so weiter. Dabei könntest du dir ein total schönes, entspanntes Leben hier in Saarlouis machen. Also was treibt dich da an? Ich bin ja da flexibel bis zur Charakterlosigkeit. Ich habe vor den 34 Sendungen gesagt, das ist doch für mich nichts.

Guckt mal, zwei Monate, 61 Tage, 27 Tage frei, das ist für mich ein kleines Spiel, aber es war anstrengend, es war unwahrscheinlich schön, es war aber sehr, sehr anstrengend, ich habe jetzt auch nicht vor, nochmal so eine große Show zu machen, aber mein Podcast, den ich wöchentlich mache mit Tobi Holkamp.

Absoluter Fußballfachmann, dann haben wir den Batze Knob als sympathischen, hohen Intelligenten, Jeck oder Beklopfe, wie man so sagt, der auch jetzt Ahnung schon hat vom Fußball und da eine wunderbare Ergänzung ist, weil er auch alle Stimmen nachmachen kann. Original macht er die nach. Und das mache ich ganz gerne, das macht mir Spaß und da freue ich mich, dass ich es machen darf. Und was treibt dich an, das zu tun?

Weil ich es gerne mache und habe Spaß dabei. Sonst würde ich es nicht machen. Wenn ich mir mal so die Namen anschaue, die bis jetzt auf deiner Tour waren, das ist ja wirklich die Haute Volée des deutschen Fußballs. Du hattest Jogi Löw da. Niko Kovac, Clemens Fritz, also wirklich alle, Rudi Völler. Ich glaube, sobald du anrufst, da tut es maximal zweimal und dann gehen die sofort ran, oder?

Ja, das ist schon eine sehr bewegende Geschichte, muss ich sagen. Jetzt vor ein paar Tagen noch. Ich bin ja danach erst zur WM nach USA, dann war mir in Urlaub. Habe jetzt in den letzten Tagen auch alle angerufen. Ach, wie schön. Und habe, meine Frau sagt, jeden rufst du an. Ich habe die fast alle in zwei, drei Stunden gekriegt, über Band gesprochen und alle zurückgerufen.

Das tut sehr gut. Das ist etwas, was mir wert ist. Und die können ja vielleicht nochmal kommen. Ihr geht jetzt nochmal auf Tournee, was ist geplant? Ja, ich habe gesagt damals, ich mache nichts mehr, aber ich mache jetzt nochmal so 14, 15 Stück, aber dann ist Schluss. Also wenn dann jetzt Karten. Mit Beginn des neuen Jahres, aber dann ist Schluss in der ähnlichen Form.

Wir packen euch mal die Karten zum Vorverkauf hier in die Infobox, damit ihr es nicht verpasst, Freunde. Kalli, ich weiß, du bist ein Riesenhöhner-Fan. Die haben einen Song, der heißt Alles verlore, und da gibt es eine Zeile im Chorus. Der ist ganz schön fertig, aber noch lang nicht am Ende. Trifft das auch so ein bisschen auf dich zu?

Ja, manchmal schon fertig. Aber noch lange nicht am Ende. Und der andere Lebe passt zu mir von der Höhe. Nämlich so, wie ich bin. Einfach so, wie ich bin. Ich weiß genau, dass ich Fehler habe. Doch anders kann ich nicht sein. Kalli, es gibt noch eine letzte Frage. Das ist immer die letzte Frage bei uns im Deep Dive. Das ist die sogenannte Alien-Frage. Ich erkläre es dir.

Stell dir vor, es landen Außerirdische, Aliens, hier in Saarlouis. Und die haben keine Ahnung, wie der Mensch funktioniert oder wie wir drauf sind, aber die sehen dich, wie du über Jahre und Jahrzehnte alles für diesen Sport gibst. Wie du Zeit mit deiner Familie nicht verbringen kannst, weil du im Büro bist, weil du am Telefon bist, weil du den C. Roberto verpflichtest und dann wieder weiterverkaufst.

Und sie verstehen überhaupt nicht, warum du dir das alles antust. Aber sie kommen zu dir und sie fragen dich, warum das Ganze? Was antwortest du ihnen? Weil ich es sehr gerne mache. Man muss ein bisschen beklopfen, sonst kann es es nicht machen. Kalli, vielen, vielen Dank dir. Es war mir ein Fest, dass wir mit dir in diese neue Staffel starten können. Ich habe doch gar nicht noch für mich auch.

Im kleinen Bauch, ich bin es. Nein, das war ganz, ganz toll. Vielen Dank dir. Vielen Dank euch, Freunde. Wir sehen uns ab jetzt wieder jeden Dienstag hier zum Deep Dive. Ab nächster Woche wieder 0 Uhr überall, wo es Podcasts gibt und ab 18 Uhr auf YouTube. Lasst uns gerne eine gute Bewertung da. Folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen.

Vielen Dank euch. Ciao, ciao.

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