SPORT1 DEEP DIVE· Folge 40

NATHALIE POHL: Die unglaubliche Geschichte einer Extremschwimmerin

Dienstag, 13. Oktober 2026 · 1 h 07

MP3

Shownotes

Nathalie Pohl gehört zu den erfolgreichsten Extremschwimmerinnen der Welt und hat als erste Deutsche überhaupt die Ocean’s Seven durchschwommen. Auf dem Weg dorthin landet sie nach einer Kohlenmonoxidvergiftung im Krankenhaus, bricht sich bei einem Boots-Unfall in Japan zwei Rippen und braucht insgesamt elf Anläufe für die sieben Meerengen.

Host Lenny Peteanu spricht mit ihr über ihren lebensverändernden ersten Versuch, den Ärmelkanal zu durchschwimmen, den dramatischen Unfall in der Tsugaru-Straße in Japan und die neun Jahre, die sie für ihren großen Traum von den Ocean’s Seven gekämpft hat. Außerdem sprechen die beiden über ihre 200-Kilometer-Challenge von Frankfurt nach Köln und darüber, wie Nathalie ihr sportliches Ausnahmetalent dafür nutzt, Kindern das Schwimmen zu ermöglichen.

⏱️ Die Folge mit Nathalie Pohl im Überblick:

• – Intro
• – Wie bist du zum Freiwasserschwimmen gekommen?
• – Begegnungen mit Müll im Meer
• – Familiärer Support
• – Vom Becken ins Freiwasser
• – Mission Ärmelkanal
• – Support in Extremsituationen
• – Lebensbedrohlicher Rückschlag im Ärmelkanal
• – Tsugaru-Straße
• – Vertrauen
• – Schwimmen mit Delfinen
• – Risiko
• – Ocean’s 7 Stationen: Cook-Strait-Challenge
• – Nordkanal: Die Finale Etappe
• – Wie geht es nach den Ocean 7 weiter?
• – Schlafmangel und Halluzinationen
• – Dürre und verschmutztes Wasser
• – Schwimmhilfe für Kinder
• – Zukunftspläne?
• – Alienfrage und Outro

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:
-📱Instagram: ⁠@lenny.peteanu (instagram.com/lenny.peteanu)

Fragen, Anregungen und Feedback? So könnt ihr mit Lenny in Kontakt treten:
-📱Instagram: ⁠@lenny.peteanu (instagram.com/lenny.peteanu)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Mein Lebenstraum war, dass damals einfach den Ärmelkanal so durchschwimmen. Ich habe viel zu viel Salzwasser geschluckt, bin zu weit hinten am Boot geschwommen, habe die ganzen Abgase eingeatmet, hatte dann eine Kohlenstoffmonoxidvergiftung. Es war kurz vor extrem knapp, dass ich es überhaupt überlebe.

Wenn die mich einmal aus den Augen verlieren, dann ist es ein Todesurteil, du findest einen ja nie wieder. Und das sind schon so Momente, wenn man dann im Krankenhaus aufwacht und dann da liegt und dann darüber nachdenkt, boah, habe ich jetzt die richtige Entscheidung getroffen, dieses Freiwasserschwimmen überhaupt weiter zu machen.

Und dann kriegst du von außen natürlich auch oft gesagt so, boah Nathalie, das machen wir aber nicht nochmal, das ist lebensgefährlich gewesen. Es war dunkel und auf einmal hört man einfach nur so einen superlauten Knall und halt, dass das Boot irgendwo so voll Speed gegengefahren ist. Dann gab es diesen Schlag, alles auf dem Boot ist überall rumgeflogen.

Der Käpt'n war dann erstmal bewusstlos und hat sich auch gar nicht mehr bewegt, weil das Boot ist ja dauerhaft weiter auf diesen Felsen aufgefahren. Somit konnten wir gar nicht das verhindern, dass das langsam vorne angefangen hat, mit Wasser voll zu laufen und angefangen hat zu sinken. Ich hatte mir dann auch noch zwei Rippen gebrochen und ich habe dann angefangen zu weinen. Das sind natürlich Momente, die vergesse ich bis heute nicht.

Konnte ja keiner wissen, dass der Sommer so extrem heiß in Deutschland wird. Dadurch, dass so wenig Wasser da war im Main und im Rhein, war natürlich auch die Sicht auf den Grund sehr gut. Dieser extreme Müll von Euro-Paletten, Plastikflaschen, Einkaufswagen. Einkaufswagen? Ja, das war schon auch nicht schön, was man alles gesehen hat.

Also es ist einfach jetzt eine ganz, ganz andere Welt geworden. Freunde, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Deep Dive. Ich bin Lenny und ich treffe mich hier jeden Dienstag mit super inspirierenden Menschen aus dem Sport. Unser heutiger Gast ist Nathalie Pohl. Nathalie gehört zu den erfolgreichsten Freiwasser- und Langstreckenschwimmerinnen der Welt, hat als erste Deutsche überhaupt die Ocean 7, die sieben anspruchsvollsten Meerengen der Welt, durchschwommen und in diesem Sommer die unfassbare Challenge gemeistert, von Frankfurt innerhalb von vier Tagen bis nach Köln zu schwimmen.

Wir sprechen über ihre Anfänge, ihre Vorbereitungen, warum sie trotz super krasser Unfälle, die sie fast nicht überlebt hätte, immer weitermacht und über ihre aktuelle Mission, die weit über die Grenzen des Extremsports hinausgeht. Nathalie hat eine unfassbar nahbare und authentische Art. Ich glaube, dass wir ganz viel von ihr lernen können.

Wenn euch die Folge gefällt, dann lasst uns gerne eine gute Bewertung da und folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen. Vielen lieben Dank euch und jetzt ganz viel Spaß euch bei der Folge mit Nathalie Pohl. Was fühlst du, wenn du im Wasser bist? Freiheit, Leidenschaft und vor allen Dingen dieses Gefühl, einfach mit mir selbst auch zu sein. Und ist das was, was du so wirklich in der Form so konzentriert auch nur im Meer bekommst?

Ja, nirgendwo sonst. Also wirklich nur im Meer. Nimm uns mal rein, weil wir wollen dich ja ein bisschen besser kennenlernen. Wann war so das erste Mal, dass du so richtig Blut geleckt hast, dass du dir so dachtest, weil ich meine, du hast ja in der Halle im Verein als Kind angefangen. Und so, boah, ey, irgendwie, das ist wortwörtlich so mein Element.

Boah, also der Moment, wo ich schwimmen geliebt habe, also diesen Lernab, der kam sauschnell. Also ich bin wirklich, im Urlaub habe ich schwimmen gelernt oder die ersten Erfahrungen mit Wasser gemacht. Und dann, der war, glaube ich, da, als ich so fünf war. Also der Moment, wo ich dann wirklich gesagt habe, das ist so mein Element.

Ich habe auch nebenher voll viel anderes ausprobiert, Ballett, Tennis, whatever. Aber es war nie das, wo ich immer wieder zurückgekommen bin. Also ich glaube einfach, das Element Wasser hat mich schon von klein auf fasziniert. Bis heute ist es eher noch viel, viel stärker geworden, einfach wie damals.

Wie würdest du sagen, verändert sich da der Blick, weil du hast sehr, sehr viel gesehen von der Welt durch das Schwimmen und sowohl im Guten, dass du viele Länder kennenlernen durftest, viele Kulturen, aber auch im Schlechten, im Krassen, dass du wirklich durch heftige Extremsituationen durchgegangen bist.

Wie ändert sich, wenn man so viel von der Welt und vom Leben gesehen hat, dieser Blick? Also ich habe da eine sehr eigene Einstellung auch jetzt mittlerweile zu bekommen, weil man einfach auch selbst miterlebt hat, wie sich auch allein in den letzten zehn Jahren auch diese ganze Natur, wie allein sich das verändert hat.

Allein von der Wassertemperatur, die natürlich bei mir ein Riesenfaktor ist. Ich war jetzt vor drei Wochen nochmal an dem Ort, also am Ärmelkanal, wo alles angefangen hat bei mir. Und allein da, da hatte ich jetzt fast 20 Grad Wassertemperatur. Damals, als ich das gemacht habe, war das höchste der Gefühle 16 Grad im Sommer.

Da merkt man einfach einen riesen, riesen Unterschied zu vor zehn Jahren. Also da hat sich sehr, sehr viel geändert, was die Natur angeht. Und ich meine, du spürst es ja wirklich hautnah, weil bei euch ist ja nichts mit Neoprenanzug oder sonst irgendwas, sondern Badeanzug, Schwimmbütze, Schwimmbrille, Vaseline und ab geht's.

Ja, also das sind wirklich die drei Sachen, die ich brauche. Dann geht's los. Ja, das kam natürlich daher, dass der erste Mensch, der damals den Ärmelkanal durchschwommen ist, Da war das ja noch gar nicht erfunden. Das Material Neopren gab es einfach noch gar nicht. Und somit wurden die Regeln da einfach auch so übernommen und sind bis heute so.

Aber was man natürlich, um auf die Frage nochmal zurückzukommen, natürlich auch viel, viel mehr jetzt wahrnimmt, ist natürlich eben auch dieser extreme Müll. Also ich hatte jetzt auch, als ich wieder im Ärmelkanal war, dann von Europaletten, Plastikflaschen. Also da ist einfach so viel, was mittlerweile da ist, was halt einfach vor elf Jahren einfach noch, ich habe da nichts gesehen. Also da war es unter mir blau, neben mir blau.

Also es ist einfach jetzt eine ganz andere Welt geworden. Wir hatten in der ersten Staffel einen Kollegen von dir, André Wiersig hier, der auch die Ocean 7 durchschwommen hat, der auch erzählt hat, er wurde von Europaletten gestreift, ist in riesen Plastikplanen reingeschwommen. Was war bei dir so ein Moment, an den du dich vielleicht heute auch noch erinnerst, wo du dir dachtest, Alter, was ist hier?

Weil man merkt ja, es ist so ein Fremdkörper in dem Element. Plastikplanen sind sehr, sehr krass. Vor allen Dingen, wenn man da einfach nachts, also ich schwimme ja super viel auch in der Nacht, also die größten Teile eigentlich nachts von den Schwimmen. Und wenn du natürlich dann in eine Plastikplan oder eine Plastiktüte reicht auch schon, wenn du da reinschwimmst, du erschreckst dich halt erst mal zu Tode, weil du ja gar nicht in dem Moment weißt, was war das jetzt gerade.

Dann tut es auch noch weh teilweise, wenn du richtig mit Vollspeed da reinschwimmst. Ja, ich glaube, Plastikplanen und Plastiktüten sind schon so das Krasseste, was jetzt beim Schwimmen passieren kann. Euro-Palette bin ich ja zum Glück noch nicht gegengeschwommen. Das ist Wahnsinn. Das kann man sich, das möchte man sich gar nicht vorstellen.

Lass uns noch mal ein bisschen weitergehen in deiner Kindheit und in deinen Anfängen. Du kommst aus einer, ich würde mal sagen, sehr speziellen Familie. Dein Opa ist der Gründer der DVAG. Dein Papa der CEO. Das ist ein Unternehmen, das mittlerweile Milliardenumsätze ausweist. Das ist aber was, was man ja als Kind gar nicht checkt.

Was war das für ein Aufwachsen? Also man checkt es schon, weil einfach sehr, sehr wenig Zeit da ist. Okay, ja. Mein Opa habe ich auch erst in den letzten paar Jahren intensiv kennengelernt. Also gerade dann, als es zum Ende ging und auch natürlich jetzt auch bei meinem Papa merkt man das natürlich, dass es einfach sehr, sehr viel zu tun ist und kaum Zeit vorhanden ist und man die Zeit dann auch sehr intensiv nutzt, die man hat zusammen.

Aber nichtsdestotrotz hat mein Opa auch schon mir mitgegeben, immer das zu machen, was man gerne macht. Und auch, glaube ich, langfristig wird man dann auch wirklich nur darin erfolgreich sein. Das hatte mir schon von damals, der war da natürlich auch gegen Ende, war ja auch hier und da mal bei ein paar Wettkämpfen mit dabei und hat das so das erste Mal mitgesehen, was ich da eigentlich mache.

Und gut, mein Papa, der unterstützt mich seit Tag eins in wirklich jeglicher Hinsicht, sodass ich mich auch komplett auf den Sport konzentrieren kann, was es natürlich auch für mich super macht. Einfach ich kann mich da voll drauf konzentrieren, Habe jetzt auch mittlerweile ein super cooles und glaube ich das beste Team, was man sich überhaupt nur wünschen kann hinter mir, um diese ganzen Projekte auch überhaupt umzusetzen.

Und dafür bin ich natürlich super dankbar, dass ich da nicht noch nebenher noch super viel machen muss. Das ist ein großes Privileg, aber ich gönne es dir von ganzem Herzen. War das was, was man dann aber auch irgendwie so mit deinen Freundinnen damals im Schwimmverein irgendwie mal gemerkt hat? So, okay, ich komme irgendwie oder das ist vielleicht ein bisschen ein größeres Familienunternehmen, aus dem ich da komme.

Gar nicht. Also ich hatte immer, meine Freunde waren immer im Sport. Also ich hatte sehr wenig, also was heißt wenig, aber ich hatte eigentlich nur eine beste Freundin aus der Schule. Und generell, glaube ich, wenn man im Leistungssport groß wird, dann, man hat einfach nicht Zeit jetzt, um ins Kino zu gehen, auf irgendwelche Partys am Wochenende.

Da war ich nie, habe ich aber auch nicht vermisst. Ich war dann meistens ja in den Herbst-Osterferien, waren wir in Trainingslagern, sind dann meistens nach Amerika geflogen, haben dann da die Zeit auch sehr intensiv genutzt und so habe ich eigentlich auch meine Freunde dann immer im Sport gehabt und da ging es dann auch immer nur um Sport.

Wie kann ich mir das mit Druck vorstellen? Weil auf der einen Seite hast du gerade gesagt, gerade dein Opa, der hat gesagt, mach dein Ding und du sollst glücklich werden. Auf der anderen Seite reden wir aber ja von einem Kind und einer Jugendlichen, die ja dann schon relativ getrieben wirkt. Auf mich, wenn man sagt, keine Partys, so das, was man so auf der Reise zu sich selber als Jugendlicher so alles mal durchmacht, wenn man darauf verzichtet.

Aber das war ja immer meine Entscheidung. Also mich hat nie jemand dazu gedrängt, zu schwimmen. Also ich habe einfach schnell gemerkt, okay, das ist mein Ding, mir macht das wirklich extrem viel Spaß. Ich bin auch selbst ein super ehrgeiziger Mensch. Wenn ich was mache, dann will ich es so gut machen, wie es überhaupt nur geht.

Nichtsdestotrotz habe ich mich als Kind aber dagegen entschieden, aufs Sportinternat zu gehen, weil ich eben auch so ein Familienmensch bin und sehr, sehr gerne mit meiner Familie bin und auch bei meiner Familie groß werden wollte. Deswegen bin ich in Marburg groß geworden, auch dort zur Schule gegangen und habe das eben so gut es geht neben der Schule gemacht, also vor der Schule trainiert, nach der Schule trainiert.

Und natürlich kamen dann noch die anderen Themen on top. Also eben alles, was ums Unternehmen anfängt, das hat man natürlich zu Hause besprochen, ist ja ganz klar. Somit war da schon immer sehr viel zu tun. Wie war das dann, als du gesagt hast, du möchtest das nicht mehr machen? Dir bereicht es jetzt irgendwie stumpf, irgendwelche Bahnen da hoch und runter zu schwimmen?

Weil man ist ja dann, also du bist ja dann, auch immer die Schwimmerin gewesen. Das hat man ja wahrscheinlich auch in deiner Familie, in deinen Freundeskreisen sehr mit dir identifiziert. Ja, das ist ja heute auch noch so. Also klar, dass man da irgendwann dann, sage ich mal, auf den Sport beschränkt, nenne ich es jetzt mal, wird, ist ja klar. Aber das ist auch was Gutes. Also ich sehe das eher als was Positives als jetzt Negatives.

Aber der Moment, wo ich dann selbst gemerkt habe, okay, das ist jetzt nicht mehr so das, was mich jetzt so super krass erfüllt, war schon recht hart, auch für mich selbst, weil natürlich eine Zeit auch irgendwo zu Ende geht. Wenn man jeden Tag aufsteht und das Erste, was man macht, ist trainieren gehen.

Dann denkt man natürlich darüber nach, was kommt jetzt nach dieser aktiven Karriere? Also ich bin auch ein Mensch, der sich sehr gerne damit frühzeitig auseinandersetzt, was dann vielleicht in zwei, drei Jahren passiert. Aber das war schon so ein Moment, ich hatte ja keinen Plan. Also was mache ich jetzt danach?

Und dieses Freiwasserschwimmen, das kam wirklich erst, Ja, durch dieses Buch, ich habe wirklich dieses Buch gelesen und habe dann gesagt, okay, ich habe da einfach so viele Parallelen zu mir gesehen, dass ich einfach gedacht habe, boah, ich muss das unbedingt ausprobieren, weil das mich schon beim Lesen so krass fasziniert hat.

Ich konnte natürlich damit noch nichts anfangen. Wie es dann wirklich danach, geworden ist, ist eine andere Story. Aber das hat mich einfach so fasziniert und ich bin super dankbar, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich glaube, sonst weiß ich nicht, hätte ich wahrscheinlich aufgehört oder irgendwas anderes gemacht.

Wir sprechen von Lynn Cox, eine absolute Pionierin des Langstreckenschwimms, die, glaube ich, mit 15 Jahren schon den Rekord für den Ärmelkanal gebrochen hat, die dann während des Kalten Krieges durch die Beringstraße geschwommen ist. Das ist die Passage zwischen der damaligen Sowjetunion und Alaska bei 4 Grad Wassertemperatur. Also völlig irre. Wahnsinn.

Was hat das in dir ausgelöst, dass du, weil wir reden ja gerade von der Nathalie, die gerade sagt, ist nicht mehr so mein Ding, möchte ich jetzt nicht mehr machen. Zu einem Funken, der wieder dieses Feuer völlig neu entfacht. Ja, also ich glaube, es waren tatsächlich so die ersten paar Seiten, weil sie beschreibt relativ früh dieses Gefühl, als sie im Regen im Meer schwimmt.

Und ich weiß nicht, irgendwas hat das bei mir ausgelöst, einfach so auch dieses dieses Freiheitsgefühl, so draußen zu sein, in der Natur. Und natürlich beschreibt sie dann auch von ihren ganzen Projekten. Ich habe das Buch sehr oft gelesen und ganz gefühlt auch halb auswendig. Aber ja, das hat mich einfach so krass fasziniert, dass ich gesagt habe, ich möchte es unbedingt probieren, diesen Ärmelkanal zu durchschwimmen.

Und ich war damals ja natürlich, das war zu der Abiturzeit auch, war schon alles sehr stressig und ich wusste dann auch nicht, Da kam natürlich der ganze Druck und mein Trainer hat dann gesagt, du musst jetzt mindestens zwölf Mal die Woche trainieren. Und ich so, boah, ich weiß gar nicht, wie ich das alles schaffen soll, damit ich das überhaupt noch alles unter einen Hut kriege.

Und somit kam das Buch eigentlich auch zu einem sehr, sehr guten Zeitpunkt einfach in meinem Leben. Und dann habe ich gesagt, okay, ich brauche auf jeden Fall einen Trainer, um das Ganze umzusetzen. Habe dann mit Joshua angefangen zu arbeiten, der bis heute mein Trainer ist und dann haben wir das Projekt einfach, wir haben es einfach angefangen, also ohne großes Vorwissen, sind auch vielleicht hier und da ein bisschen naiv reingestartet, aber ich habe gesagt, ich will es jetzt einfach versuchen.

Hast du Lynn Cox auf deiner Reise irgendwann mal kennengelernt? Nie persönlich, aber wir haben sauviel geschrieben. Das war aber schon nochmal cool, eigentlich hat die Frau ja in der Art und Weise dein Leben verändert. Total, ja. Habe ich auch schon gedacht. Machen wir irgendwie möglich. Vielleicht, das wäre auch noch cool.

Das kriegen wir hin, die werden auch gelacht. Wie war das dann? Also du hast natürlich erst mal mit kleineren Etappen angefangen, aber wie ist das dann, wenn man zur Familie, das stelle ich mir zumindest so vor, vielleicht ist das auch völlig naiv, dann sitzt man da irgendwie beim Abendessen und so, ja, natürlich, was sind denn so deine Ideen?

Und dann sagt man so, ja, also von gar nicht mehr schwimmen zu Ärmelkanal, wäre eigentlich geil. Es war ehrlicherweise echt fast so. Ja, wirklich. Ich habe dann immer gesagt, ah ja, okay, dann jetzt nochmal, schwimme ich jetzt nochmal die Deutschen. Meisterschaft mit. Und ich habe aber schon in mir selbst gemerkt, ich bin eigentlich ja gar nicht mehr richtig dabei. Und dann habe ich irgendwann diese Idee, habe ich irgendwann diese Idee, habe ich rausgehauen. Und dann habe ich so gesagt, okay, mit Joshua, ich versuche das jetzt.

Da war natürlich schon erst mal so, okay, wie, du willst jetzt den Ärmelkanal durchschwimmen? Hast du eigentlich dir mal angeguckt, was das ist? Dann habe ich so gesagt, ja klar, es sind halt fast 40 Kilometer von England nach Frankreich. Und dann, ja, ich habe natürlich mehr mit Joshua darüber gesprochen und muss auch sagen, am Anfang habe ich das wirklich außer meiner Familie und Joshua habe ich das wirklich keinem erzählt, also auch meinen Freunden nicht, auch von dieser Idee, weil ich ja einfach immer, ich wusste ja gar nicht, boah.

Ist das vielleicht eine super krasse Kackidee jetzt gewesen, die ich jetzt hier gehabt habe? Oder ist es wirklich was, was ich auch wirklich umsetzen kann? Und wollte dann auch gern erst mal gucken, inwieweit ich da überhaupt Erfolg habe am Ende, bevor ich das jetzt jemandem erzähle. Und damals war das auch so bis zum Start, dass das keiner wusste.

Mein Papa war ja mit auf dem Boot und Joshua und ansonsten meiner besten Freundin habe ich es erzählt, aber sonst niemandem. Ich finde die Etappe so spannend, weil heute kann man natürlich sagen, das ist Nathalie Pohl, dann geht so eine Mindmap im Kopf auf und dann weiß man so, ah, das ist die, die die Ocean 7 gemacht hat, das ist die, die jetzt in diesem Sommer von Frankfurt nach Köln geschwommen ist, aber das ist ja quasi die Stunde Null.

Und da hattest du ja noch gar keinen Proof of Concept, dass das irgendwie funktionieren könnte oder sonst was. Nimm uns gerne mal mit rein in diesen, das ist ja wirklich dieser berühmte erste Schritt. Und dann kommt ja alles andere. Aber von hinten lässt es ja leicht erzählen. Das ist ja wirklich Stunde Null.

Die Stunde Null war auch wirklich Stunde Null, weil wir haben wirklich bei Null angefangen. Also ich habe dann gesagt, okay, Joshua, ich möchte unbedingt den Ärmelkanal durchschwimmen. Dann haben wir uns hingesetzt. Und ich habe dann selbst auch Nächte verbracht mit Research im Internet. Was braucht man, um den Ärmelkanal zu durchschwimmen?

Hab dann relativ schnell, da kommt man nicht drum rum, hab dann relativ schnell gemerkt, okay, ich brauche einen 6-Stunden-Qualifikationsschwimmen in 15 Grad oder kälter. Und dann habe ich halt geguckt, okay, wer bietet das an? Wo kann ich das machen? Und bin dann recht schnell auf SwimTrack, nennen die sich das so eine Organisation, die das anbieten, gekommen.

Das war dann, glaube ich, Anfang April war das auf Mallorca. Die haben das angeboten und dann die Idee hatte ich, also das ausgesprochen, dass ich das machen will, hatte ich dann, glaube ich, so Ende des Jahres. Dann habe ich gesagt, okay, dann melde ich mich da jetzt an und probiere es. Dann bin ich da hingeflogen im April mit Joshua.

Und wie gesagt, also ohne Neoprenanzug. Und dann ging es an den ersten Tag an den Strand. Alle waren ready. Ich komme da hin mit meiner Schwimmbrille Badeanzug. Und bin wirklich so, ich glaube, das Wasser hatte 15,2 Grad. Und bin dann da ins Wasser gegangen. Und habe wirklich gedacht, mein Herz, also ich habe wirklich gedacht, wie kann man das aushalten, da drinnen auch nur eine Stunde überhaupt zu überleben.

Also es war für mich, weil das Hallenbad hat immer 28 Grad, immer gleich, keine Wellen, nichts. Ich bin da reingegangen und habe gesagt, boah, also keine Ahnung, das war die dümmste Idee, die du in deinem Leben hattest. Und habe wirklich so, habe dann mich richtig zusammengerissen, bin dann so zu dieser Boje rausgeschwommen, die so, keine Ahnung, 200 Meter draußen war und wieder zurück.

Und habe dann zum Joshua gesagt, ich so, boah, keine Ahnung, lass uns nach Hause fahren. Das war wirklich eine super doofe Idee von mir, aber das wird es nicht werden. Und dann bin ich ins Zimmer gegangen abends, habe mich aufs Bett gesetzt und habe dann wirklich so darüber nachgedacht, was jetzt gerade da passiert ist und habe dann zu Joshua gesagt, am nächsten Morgen, ich so, boah, ich probiere es nochmal, wir gehen jetzt einen Neoprenanzug kaufen.

Dann sind wir in diesem Swim-Track-Zeit, sind wir haben einen Neoprenanzug gekauft und dann bin ich am nächsten Tag rein. Ging dann natürlich auch schon besser, weil Neopren hilft schon enorm viel. Und bin dann da, glaube ich, eine Stunde oder zwei geschwommen. Habe das dann abgespult so. War dann natürlich weit weg von diesen sechs Stunden ohne Neoprenanzug auch nur annähernd dahin zu kommen.

Und bin dann wieder nach Hause gefahren. Und habe es dann aber, ich weiß gar nicht, wie viele Wochen später, bin ich nochmal hingeflogen. Und habe es dann auch geschafft. Also es war aber wirklich, so eine extrem krasse Erfahrung, auch die ich da innerhalb von ein paar Wochen gemacht habe, weil ich dann auch einfach von da an nur noch kalt geduscht habe, Eisbäder genommen habe, also es war ganz, ganz krasse, Neuland auch für mich irgendwo, es ist zwar derselbe Sport, aber irgendwo auch nicht.

Und ich habe dann schnell ganz, ganz viele Sachen auch gelernt, die es, um überhaupt da draußen zu überleben. Also es war einfach allein dadurch, dass zum Beispiel im Beckensport versucht man natürlich, so dünnes G zu sein, um einfach stromlinienförmig zu schwimmen, alles zu setzen, das kannst du da draußen vergessen.

Also wenn du da nicht ein bisschen eigenes Körperfett hast, brauchst du gar nicht an den Start gehen, also kannst du nach Hause gehen wieder. Aber das sind alles so Lernprozesse. Das wusste ich ja alles vorher gar nicht, weil ich ja auch niemanden hatte, der mir das erzählt hat. Also ich habe viel mit André, als es dann wirklich zum zweiten Versuch im Amelkana ging, hatte ich ganz viel mit ihm Kontakt.

Der hat mir super viel geholfen, von Ernährungstipp währenddessen bis Captain Boots, Leute, all das hat er mir alles vorher mitgegeben. Und das ist auch das Schöne an dieser Community, dass jeder jedem das von Herzen gönnt. Das kannte ich ja so auch nicht im Beckensport, dass jeder dem anderen sein Konkurrent. Also sobald es dahinter einen Startblock geht, sind beste Freunde auch keine Freunde mehr. Also das hat man einfach gelernt, wenn man im Leistungssport groß geworden ist.

Und das war auch für mich so, boah krass, du meinst es jetzt wirklich ernst, dass du mir hier gerade was helfen willst. Also es war auch für mich alles Neuland. Super Typ, wenn ihr die Folge noch nicht gehört habt, dann hört auf jeden Fall gerne rein. Wir verlinken sie euch zum Ende dieser Folge. Ist das auch so ein bisschen vielleicht die Faszination am.

Freien Schwimmen, dass man das eben nicht so skalieren kann, dass du eben nicht sagen kannst, okay, du hast auf diese Strecke diese und diese Zeit gebraucht, sondern du hast natürlich die Gezeiten, du hast Strömungen und so weiter. Und das ist ja eigentlich immer, du kannst dich ja nur mit dir selber eigentlich vergleichen.

Ja, der Sport am Ende, ich finde die Frage auch immer, viele dann so, ja und was denkst du, wie lange wirst du schwimmen? Ich so, ich kann es dir nicht beantworten, weil das weißt du nicht. Also auch, du hast ja keine feste Uhrzeit, also beim Beckenschwimmen wusste ich, ich stehe Sonntag 13.02 Uhr am Startblock und dann bin ich eine Minute später fertig.

Aber das kannst du nicht nur vergessen. Also teilweise das Längste, was ich gewartet habe, an einem Ort war in Neuseeland, als ich dann in meinem dritten Versuch in der Cook Street war. Da habe ich fünf Wochen vor Ort gewartet, um überhaupt nur eine Chance zu bekommen, da durchzuschwimmen. Und das kann man sich auch schwer vorstellen, weil da gehört einfach so viel dazu, was man gar nicht beeinflussen kann.

Also von Strömungen, Wellen, Wetter. All das muss natürlich perfekt sein, um überhaupt nur eine Chance zu haben, durchzukommen. Und das heißt auch noch nicht, dass ich es schaffe am Ende. Also da kann man nicht sagen. Aber das ist ja eigentlich schon ganz lustig, weil du mit dem Vereinsschwimmen aufgehört hast, weil es dich so genervt hat, dass du immer so lange warten musstest.

Und jetzt bist du dann teilweise, also zwischen Cookstreet, und wir gehen gleich auch noch mal enger auf die Ocean 7 ein, aber da reden wir ja nicht von Stunden, die du wartest, sondern teilweise von Wochen, oder bis du es dann geschafft hast, weil es nur so kleine Zeitfenster gibt, in denen du es überhaupt probieren kannst, von Jahren.

Dann scheint es mir eher gegenteilig, als wärst du extrem geduldig geworden. Ja, bin ich auch. Also es hat sich auf jeden Fall einiges verändert, weil man es ja auch so hinnehmen muss. Am Ende kann man es ja nicht ändern. Also natürlich hatte ich schon Momente, also gerade in der Kuxi in Neuseeland, also als ich dann das dritte Mal da war und das war, glaube ich, dann schon das, das war vier Jahre, glaube ich, habe ich da zwischen meinem ersten Versuch und dem letzten gewartet.

Boah, da willst du es auch einfach nur noch hinter dich bringen. Also wirklich, oder tust du natürlich auch alles dafür, dass es dann klappt. Aber dann da zu warten fünf Wochen und du guckst jeden Tag auf diese Passage, wo du durchschwimmen musst. Das ist schon mental auch enorm. Und da warst du auch schon an einem Punkt, wo viele Sachen passiert sind.

Ich würde da gerne nochmal über... Über den Ärmelkanal oder kurz nach Stunde Null sprechen, weil das ja auch sehr, sehr viel über dich und dein Mindset und dieses Weiter, Immer Weiter bei dir aussagt. Nehmen wir uns da einmal kurz mit rein. Was ist da passiert? Also ich glaube, angefangen hat es im Ärmelkanal damals und ich habe es ja auch nicht im ersten Versuch geschafft.

Da habe ich schon gelernt, was es heißt, weiterzumachen, Weil das war ja so das erste Schwimmen im Freiwasser für mich. Oder mein Lebenstraum war das damals, einfach den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Und dann hat es eben nicht geklappt. Oder es war kurz vor extrem knapp, dass ich es überhaupt überlebe.

Also ich war ja dann 12 Stunden, glaube ich, 12.40 war ich im Wasser, bevor Papa mich dann rausgeholt hat. Und da, wie gesagt, hatte ich ja noch nicht das Know-how, was ich jetzt habe. Ich habe super viele Fehler gemacht. Ich habe viel zu viel Salzwasser geschluckt bei der Atmung selbst. Bin zu weit hinten am Boot geschwommen, habe die ganzen Abgase eingeatmet, hatte dann eine Kohlenstoffmonoxidvergiftung während des Schwimms.

Und das sind schon so Momente, wenn man dann im Krankenhaus aufwacht und dann da liegt und dann darüber nachdenkt, boah, habe ich jetzt die richtige Entscheidung getroffen, diesen Sport oder dieses Freiwasserschwimmen überhaupt weiterzumachen. Und dann kriegst du von außen natürlich auch oft gesagt so, boah Nathalie, das machen wir aber nie, nicht nochmal, das ist lebensgefährlich gewesen.

Und ich bin trotzdem dann, ich wusste einfach innerlich, okay, ich kann das schaffen. Ich war damals, glaube ich, vier, fünf Kilometer vor Frankreich noch entfernt gewesen. Und, Und innerlich war dann einfach immer, ich möchte mir diesen Traum erfüllen. Und dann hat es schon viel auch mentale Arbeit gebraucht.

Ich habe dann auch, das war ein Punkt, wie ich sowieso überhaupt zu diesen Ocean Seven gekommen bin, weil ich dann mir selbst gesagt habe, ich möchte jemanden haben, der genau weiß, was man dadurch lebt, in welcher Phase. Und das konnte weder Joshua noch mein Papa, das konnte ja keiner, weil die es ja selbst nie gemacht haben.

Und so habe ich dann eben Adam Walker kennengelernt, der der fünfte Mensch, geworden ist, der die Ocean Seven durchschwimmen hat damals und habe dann ja mit ihm zusammengearbeitet und der hat mir extrem viel geholfen, auch gerade in diesem ersten Jahr zwischen dem gescheiterten Ärmelkanalversuch und dann dem erfolgreichen ein Jahr später.

Da braucht man jemanden, der einen da auch wieder aufbaut und weiterhilft, also ganz klar, deswegen hat er auch einen riesen Anteil daran am Ende, dass ich weitergemacht habe. Und trotzdem kommt es ja auch aus dir heraus, weil ich finde schon, wenn man sich so mit dir beschäftigt und dem, was du so gemacht hast, dass du wirkst so determiniert wie wenig andere Menschen.

Also dass, wenn alle Widrigkeiten gegen dich sind, dass bei dir irgendwie so ein Reflex rausschießt, jetzt erst recht. Das ist tatsächlich so. Also je mehr Leute oder je mehr Sachen nicht klappen, desto mehr will ich etwas haben. Also desto mehr will ich es auch mir selbst beweisen am Ende, dass ich es schaffen kann.

So war das schon immer, auch damals. Das ist jetzt noch extremer geworden, aber so bin ich einfach. Und ich glaube, das braucht es auch, um am Ende die Ocean Seven zu durchschwimmen. Dass es beim ersten Mal mit dem Ärmelkanal nicht geklappt hat, war das vielleicht auch eben ganz gut, weil es dich so angetriggert hat von wegen, also du kannst es versuchen, aber jetzt kriegst du es noch nicht.

Dass man auch so eine gewisse Demut noch mal vor dem Meer gleich zu anfangen bekommt, dass man gleich so weiß, hey, pass auf, kannst du machen, viel Spaß, aber das ist nicht easy oder lustig oder sonst was. Ja, und im Nachgang, wie gesagt, bin ich sogar ehrlicherweise ganz froh, dass es nicht geklappt hat.

Weil wenn damals alles, glaube ich, so reibungslos funktioniert hätte und ich da einfach dann, weiß ich nicht, in zehn Stunden durchgeschwommen wäre, hätte ich vielleicht auch gar nicht gemerkt, was es eigentlich heißt, wie extrem dieser Sport ist. Und so habe ich es jetzt direkt beim ersten Mal extrem natürlich gemerkt.

Das hätte natürlich jetzt nicht so extrem sein müssen, in meinen Augen. Aber ja, natürlich hat man da auch schon viel einfach gelernt und ich habe so, so viel mitgenommen, dass ich dann auch in, den darauffolgenden zwölf Jahren irgendwo immer, das hat immer mich begleitet, immer wieder dieser Gedanke, okay, ich weiß, wie es da draußen sein kann und das hat natürlich auch enorm geholfen.

Diese Ehrfurcht nicht zu verlieren, vor der Natur, aber auch vor dieser sportlichen Leistung am Ende. Das war ja dann quasi der Kick-Off für dich, was die Ocean 7 angeht. Warum hast du trotzdem gesagt, dass du, bevor du das nochmal versuchst mit dem Ärmelkanal, dass du erstmal auf die kürzere Strecke, dass du erstmal auf die Straße von Gibraltar gehst?

Das war dann einfach tatsächlich gute Frage es war dann einfach so, Adam hat dann mir gesagt, okay, Straße von Gibraltar kannst du ja vielleicht mal davor probieren und dann, da lief es ja so extrem gut ich bin da ja auch die schnellste Zeit damals geschwommen, dass ich gesagt habe, okay, ich bin jetzt ready nochmal den Ärmelkanal zu versuchen, also ich wollte einfach ein etwas kleineres Schwimmen vorher nochmal davor schalten, bevor ich dann sage, okay, ich bin jetzt ready nochmal für den Ärmelkanal und deswegen kam die Entscheidung Bis zum nächsten Mal.

Du hast schon gesagt, du warst jetzt im Sommer nochmal da am Ärmelkanal, bist mit einer Frauenstaffel geschwommen. Was hast du zu dieser Straße, zu diesem Gewässer für eine Beziehung, wenn du da bist? Also es war extrem emotional jetzt für mich nochmal ein Doofer zu sein. Ich war jetzt auch zehn Jahre gar nicht mehr da und habe auch immer gesagt, boah, ich weiß gar nicht, ob ich hier jemals nochmal wieder herkomme, weil das irgendwo schon der Ort ist ja am Ende, der auch irgendwo mein Leben verändert hat und auch geprägt hat jetzt gerade die letzten zwölf Jahre meines Lebens.

Und das war wirklich der Ort, wo alles angefangen hat. Und es war jetzt auch irgendwie so schön zu sehen. Ich war ja jetzt mit der Staffel da und hatte somit auch ein bisschen Zeit, währenddessen auch mal im Ärmelkanal auf dem Boot zu sein und das Ganze mal ein bisschen intensiver wahrzunehmen, als wenn man da jetzt dann am Stück durchschwimmt und dann wieder mit dem Boot zurückfährt.

Wobei es schon immer so ist, wenn man es dann geschafft hat, auf die andere Seite und dann diese Bootsfahrt, weil wir fahren ja dann immer wieder zurück zum Start, wo wir das Schwimmen gestartet haben. Das ist so der Moment eigentlich, wo man dann das erste Mal realisiert, was man da eigentlich gerade gemacht hat, beziehungsweise geschafft hat.

Und das war jetzt extrem cool einfach, weil ich jetzt einfach auch mal auf dem Boot war und das so sehr wahrgenommen habe, was ich da vor zehn Jahren eigentlich gemacht habe. Voll schön. Das ist Ehre. Also ich möchte auch, dass ihr zu Hause auch checkt, in was für Situationen du dich da so reinbegibst.

Die nächste Etappe war Japan war. Oh je, oh je Japan, okay, mit einem großen Schiefer wenn es schon so anfängt Tugaru Straße, auch da hat es nicht direkt am Anfang geklappt und ich will jetzt auch gar nicht, so sensationsgeil reingehen, oh was ist alles schiefgelaufen und wie krass war das aber ich glaube es ist schon wichtig das zu verstehen, um es anerkennen zu können was du eigentlich da machst und nicht nur körperlich, sondern eben vor allem mental.

Bei diesem ersten Versuch, was ist da passiert? Also der erste Versuch in Japan, da kam es gar nicht erst dazu, dass ich das Wasser überhaupt berühren durfte. Also wir sind nach Japan gereist und man kann sich das glaube ich so vorstellen, dass diese Schwimmen, also von den Ocean Seven, die sind ja an sehr, sehr abgelegenen Orten generell.

Und Japan war schon mit eines der extremen Orten, den ich überhaupt war. Das ist in Tappi, ganz, ganz oben im Norden. Also man fährt von Tokio, glaube ich, vier, fünf Stunden mit diesem Schnellzug da hoch und dann ist da wirklich gar nichts. Also da hat es weder Hotel noch irgendwas. Also wir haben da so in so einem.

Das waren so Räume mit so Matten, wo wir dann vorher geschlafen haben. Und dann kann man sich das wirklich so vorstellen, dass das einfach Fischerboote sind. Also wirklich so mit Harpunen alles. Die gehen da ja sehr viel Thunfisch jagen auch. Genau, das sind dann diese Boote, die man eben für diesen Tag mietet.

Man mietet dann sozusagen oder man kauft dann auch sozusagen, dass die an dem Tag nicht fischen gehen, weil es einfach saugefährlich ist, wenn das gleichzeitig passiert, während man da durchschwimmt. Und dann startet man eigentlich mitten in der Nacht. Also man fährt mit diesem Holzboot zum Start. Und dann geht man ins Wasser und schwimmt dann los. Und es war dunkel.

Wir waren, glaube ich, um zehn oder so. Ich weiß gar nicht mehr, wie viel Uhr es war? Elf. Sind wir losgefahren zum Startpunkt mit dem, also aus dem Hafen raus. Das sind vielleicht so halbe Stunde Fahrt zum Start gewesen. Und auf einmal, also ich habe es selbst gar nicht gesehen, weil es so dunkel war. Auf einmal, ich sitze auf so einer Box, auf so einer Kühlbox.

Und Adam sitzt so neben mir. Und auf einmal hört man einfach nur so einen superlauten Knall. Und halt, dass das Boot irgendwo so Vollspeed gegengefahren ist. Also wir waren ja wirklich mit Vollspeed auf dem Weg zum Start. Dann gab es diesen Schlag. Ich bin von dieser Kühlbox runtergeflogen. Alles auf dem Boot war, ist überall rumgeflogen. Adam ist auf mich geflogen.

Joshua habe ich nur so an der Ecke gesehen, dass er auch auf den Boden geflogen ist. Und dann ist er einfach auf dem Weg zum Start gegen so eine zehn Meter hohe Felswand gefahren. Ich weiß nicht, wie, ich kann mir bis heute nicht erklären, wie das passieren konnte. Der war aber auch schon der Käpt'n da. Das sind, wie gesagt, Fischer, der war, glaube ich, Ende 70 war der auf jeden Fall.

Und dann ging es los, weil dann wusste keiner, okay, was ist jetzt hier gerade passiert? Wir sind nirgendwo. Joshua hat dann, der Käpt'n lag wirklich, das war so ein großes Steuerrad, da ist er mit dem Kopf gegengeknallt und ist dann rückwärts so auf dieses Holzboden-Ding geflogen und war dann erst mal bewusstlos und hat sich auch gar nicht mehr bewegt.

Adam ist innerhalb von zwei Minuten zu ihm gerannt, hat ihn dann noch Mund-zu-Mund-Beatmung dort gegeben. Und das Einzige, was wir machen konnten, war natürlich dann die Küstenwache, um Hilfe zu rufen und das ging dann auch relativ schnell, also man hat so fünf, sechs Minuten später dann den Helikopter gehört, der dann losgeflogen ist, um uns eben da zu helfen.

Dann wiederum hat die Observerin, also derjenige, der das Schwimmen offiziell begleitet und immer dabei ist und schaut, dass ich eben das Boot nicht berühre, etc. In dem Fall hieß sie Mika. Sie hat dann den Notruf abgelehnt, sodass die nicht gekommen sind wieder. Die sind wieder umgedreht und weggeflogen.

Ich wusste gar nicht mehr in dem Moment, was überhaupt gerade passiert ist. Ich habe dann angefangen zu weinen und saß dann einfach nur noch da und habe gedacht, ich weiß gar nicht mehr, was jetzt hier gerade abgeht. Auf jeden Fall. Hat dann Mika den Notruf wieder weggeschickt und dann mussten wir uns halt selbst helfen.

Dann hat der Joshua mit dem Adam den Käpt'n nach 20 Minuten oder so, war der wieder einigermaßen so, dass er sich zumindest wieder aufraffen konnte und das Boot den Bootsmotor stoppen konnte. Weil das Boot ist ja dauerhaft weiter auf diesen Felsen aufgefahren. Somit konnten wir gar nicht das verhindern, dass das langsam vorne angefangen hat mit Wasser voll zu laufen und angefangen hat zu sinken.

Das war dann also in dem Moment wirklich extrem krass für mich. Ich wusste auch gar nicht mehr, was ich machen soll. Und man hatte dann noch, in Japan ist es so, dass man zwei Boote hat. Das andere Boot war schon vorne am Start, hat gewartet, bis wir kommen. Natürlich irgendwann nach einer Stunde oder so hat das auch angefangen, dann eben umzudrehen.

Und das war dann sozusagen auch unsere Hilfe am Ende, weil der uns dann mit einem Seil abgeschleppt hat und wieder in den Hafen zurückgebracht hat. Aber das sind natürlich Momente, die vergesse ich bis heute nicht. Also es war sehr, sehr, sehr, sehr extreme Erfahrungen, die wir da gemacht haben. Also ich hatte mir dann auch noch zwei Rippen am Ende gebrochen und war dann da auch in Amori.

Das war so ein japanisches Krankenhaus, kann ich, Röntgenmaschinen aus dem Mittelalter sind da vorhanden. Aber da ist nichts, also. Da passiert auch nichts. Also keiner, da kommt keiner und sagt jetzt, okay, ich helfe dir jetzt. Dann hat mich die, und in Japan ist es ja auch sehr so, dass die sehr, sehr, wie soll ich sagen, die finden es ja sehr, sehr schlimm, wenn was passiert, wofür sie jetzt nichts unbedingt können.

Dann kam noch die Frau von dem Käpt'n ans Auto, also an den Krankenwagen. Wir wurden ja dann beide direkt, der Käpt'n ja auch, ins Krankenhaus gefahren. Dann hat sie noch angefangen zu beten vor mir und sich hundertmal entschuldigt dafür, was jetzt gerade passiert ist. Er konnte ja in dem Moment wahrscheinlich auch jetzt nichts dafür, aber es war schon ein sehr extremer Moment, der da passiert ist da draußen.

Danke, dass du das mit uns teilst. Krass. Wieso hat sie den Notruf wieder abgelehnt? Ach so, genau. Weil sie gedacht hat, dass sie das, also in Japan, die haben ja nicht so viel Geld. Sie hat gedacht, sie muss alles selbst zahlen. Das hat sie uns aber erst danach gesagt, nachdem wir im Krankenhaus waren an dem Tag und da halt auch behandelt worden sind.

Weil der Käpt'n, der hat sich ja auch Schlüsselbein, ich weiß gar nicht, was der sich alles gebrochen hat. Und dann hat sie halt gesagt, weil Joshua dann auch meinte, aber wir haben doch den Helikopter gehört, wieso ist der denn nicht gekommen? Weil eigentlich, wenn man die Küstenwache anruft, dann kommen die ja sofort, also über dieses GPS, weil wir haben ja immer GPS-Gerät dabei, wo man dann auch eben den Notruf absenden kann. Alter, ist das krass.

Woher kommt bei dir dieses Urvertrauen, dieses, also nachdem, wir hatten ja jetzt über den Ärmelkanal gesprochen, wir haben jetzt die Zugaro-Straße, so eindrücklich, wie du es auch gerade geschildert hast, was dir passiert ist. Woher kommt dieses Urvertrauen? Das wird schon irgendwie... Woher das kommt, ich kann es nicht sagen, aber ich bin immer eigentlich, also ja, wenn es nicht an dem Tag sein sollte, dann, also es ist ja, ich bin ja noch da, also es ist ja jetzt nichts in dem Sinne passiert und ich kann mir dann, ich denke mir dann auch oft, okay, das Meer bleibt ja auch immer da am Ende und ich kann immer wieder kommen und es nochmal versuchen.

Das habe ich mir auch generell bei meinen gescheiterten Versuchen ganz, ganz oft gedacht, weil es sollte dann an dem Tag einfach nicht sein. Genauso ist es, wenn man dann nach 14 Stunden ein Schwimmen abbrechen muss, weil eben die Strömung einfach, es geht einfach nicht mehr. Die Strömung ist gegen dich. Du kommst teilweise 200, 300 Meter in der Stunde vorwärts.

Und dann ist es schon natürlich in dem Moment eine extrem harte Entscheidung, die ja auch ich dann nicht mal treffe, sondern meistens ja sogar mein Team für mich die Entscheidung trifft, weil ich die selbst gar nicht mehr treffen kann. Aber da muss man auch irgendwo Vertrauen haben und dann einfach weitermachen und dann eben nochmal wiederkommen.

Wir holen vor den Aufnahmen immer Fragen von unserer Community mit rein. Und ich glaube, da passt ganz gut eine, die hat Leon gestellt. Der wollte wissen, ob es auf den ganzen Reisen und den ganzen Versuchen, die du hattest, irgendwas gab, was dich immer so, etwas, was sich entweder so Angst gemacht hat oder dich so überrascht hat, dass du da heute wirklich noch regelmäßig dran denkst.

Jetzt haben wir schon so viele Geschichten von dir gehört. Überrascht? Also es gibt ja auch nicht nur dramatische Szenen in meiner Schwimmkarriere, sondern zum Beispiel eine, die ich auch bis heute wirklich nicht vergessen werde, ist, als ich auch in Neuseeland geschwommen bin. Und so nach zwei, drei Stunden nach dem Start kamen wirklich so, keine Ahnung, 20 Delfine vorbei und sind wirklich zwei Stunden mit mir geschwommen unter mir, haben dann gewartet, als ich meine, ich bekomme ja jede halbe Stunde ein Getränk vom Boot zugeschmissen.

Man hat wirklich richtig gesehen, die haben so an der Seite gewartet, bis ich fertig getrunken habe und sind dann wieder weiter mit mir geschwommen. Also es sind so Momente, die würde man ja so auch nie erleben. Also das war schon sehr, sehr besonders. Das ist Wahnsinn. Ja. Lass uns doch mal, also wir haben vorhin schon über André gesprochen, ähm, Das sind ja unglaubliche Risiken, denen du dich da aussetzt.

Einfach nur, weil es gibt ja keinen doppelten Boden im Meer. Wenn du weg bist, bist du weg. Gibt es da irgendwie eine Art... Notfallplan, Worst Case, irgendwas. Ich meine, dein Papa steht ja auch ein paar Meter weiter weg von dir. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ihr euch nicht irgendwie auf eine sehr sachliche Weise nicht damit auseinandersetzt, wo noch mal eine Strömung kommen könnte, wo es mal richtig eng werden könnte.

Also generell bin ich ja sehr darauf bedacht, so gut es geht, vorbereitet logischerweise zu sein und auch so sicher es geht zu sein. Aber in diesem Sport kann man nur bis zu einem gewissen Grad auch irgendwo sicher sein. Und es wird auch immer ein Extremsport bleiben, weil man eben einfach nicht. Das Meer 100 Prozent vorhersehen kann.

Also es können immer mal Strömungen sein, die man nicht gesehen hat. Oder eben genauso ist es, wenn ich nachts schwimme und mein Begleitboot gab auch eine Situation in Neuseeland, wo es so war. Oftmals habe ich ja noch einen Kajak auch neben mir, weil es eben einfach auf dem gleichen Level ist wie ich.

Manchmal sind die Boote höher und dann hat der Kajakfahrer so extreme Probleme, dass der auf der Strecke locker schon fünf, sechs Mal vorher gekennt hat, ist einfach aufgrund der hohen Wellen und dann immer wieder Schwierigkeiten hatte, ins Kajak zurückzukommen. Und natürlich hat dann, irgendwann gab es dann auch Stress, weil dann wollte der Bootsfahrer von meinem Begleitboot bei dem Kajakfahrer bleiben.

Nur wenn ich einmal, ich habe ja nichts bei mir, also weder eine Schwimmboje, ich bin ja mit mir komplett alleine im offenen Meer. Und wenn die mich einmal aus den Augen verlieren, dann ist das Todesurteil, du findest einen ja nie wieder. Das Einzige, was die sehen können, ist eine mini kleine Badekappe, die ist innerhalb von drei Minuten, wenn du nicht dauerhaft mich beobachtest, weg.

Also dann hast du keine Chance mehr, weil ich weiß ja selbst gar nicht, ich habe ja keinen GPS-Tracker, nichts. Ich weiß ja gar nicht, in welche Richtung ich schwimme. Also kann ja genauso gut sein. Klar kann ich dann noch für ein paar Stunden versuchen, irgendwo ans Ufer zu kommen. Aber erstens habe ich null, ich habe ja nichts bei mir. Und zweitens weiß ich gar nicht, in welche Richtung ich schwimmen muss. Also...

Das ist jetzt sehr persönlich, aber auch da in Anlehnung an André, er meinte, er hat alles geregelt. Und er findet es total absurd, warum wir Leute, die nicht solche krassen Sachen machen, aber ja auch einfach, wo ja immer was passieren kann, er checkt überhaupt nicht, warum wir das nicht gemacht haben.

Das hat bei mir irgendwas angestoßen, wo ich ganz, ganz lange noch drüber nachgedacht habe. Hast du für den Fall der Fälle einmal alles irgendwie aufgeschrieben oder so? Ich habe sehr krasses Vertrauen, ehrlicherweise. Aber ja, ich glaube, jeder sollte das machen, wenn man so einen Sport macht. Es kann immer was passieren.

Und ich glaube, man muss auch damit irgendwo vorher sich schon mal beschäftigen, weil ich glaube, ich weiß nicht, es ist wahrscheinlich so, wie wenn man auf den Berg steigt am Ende, dass immer irgendwas passieren kann, ist ja ganz klar. Und ich finde es auch gut, wenn man sich damit im Vorfeld beschäftigt und nicht dann so Harakiri da reingeht, oh ja, okay, mal sehen, was das Outcome ist.

Ich finde es voll wichtig, dass du das sagst, weil ich glaube, gerade bei ganz vielen Extremsportlern denken viele Leute so, ja, die machen da irgendwie das Verrückteste überhaupt und die begeben sich alle todesmutig in Lebensgefahr. Und ich finde es schön, dass du uns auch ein bisschen dabei hilfst zu verstehen, nee, das hat schon irgendwie alles Hand und Fuß und Nathalie geht nicht ein bisschen planschen, weil sie Bock drauf hat, sondern.

Dass du dich auch damit sehr auseinandergesetzt hast. Hat man, um noch mit den Ocean Seven abzuschließen, gibt ja noch mehrere Etappen, wir werden heute nicht alle reinbekommen, aber Aber du hast insgesamt elf Anläufe gebraucht für diese sieben Strecken. Es war zweimal Ärmelkanal, zweimal Zugaru und dreimal Cookstraight.

Hat man zu denen nochmal irgendwie eine andere Beziehung als zu Catalina Channel? Also gerade jetzt, wahrscheinlich, wenn du mich gefragt hättest, welches es mir am meisten bedeutet, ich würde immer sagen Neuseeland. Weil man einfach, ja, ich weiß halt, was mir am Ende persönlich bedeutet und auch was es gebraucht hat, um da rüber zu schwimmen.

Also das macht ja was mit einem. Wenn ich das dritte Mal dann diesen Felsen sehe und wieder weiß, okay, was da vor mir liegt und vielleicht auch immer noch ein bisschen so, vielleicht klappt es diesmal wieder nicht. Also ich habe mir wirklich jetzt bei meinem dritten Versuch in Neuseeland vorher gesagt, okay, irgendwann kommst du an den Punkt, boah, ich bin jetzt das dritte Mal hier. Was ist, wenn es jetzt wieder nicht funktioniert?

Da muss ich jetzt ein viertes Mal hierher kommen. Wahrscheinlich, ich wäre auch ein viertes Mal hergekommen, weil es am Ende mein Lebenstraum war, die Ocean Seven zu durchschwimmen. Aber das ist schon extrem, was das auch verändert mit allem und. Wie nervös ich auch vor dem dritten Versuch, weil das war dann auch noch der Versuch, wo ich fünf Wochen gewartet habe und auch meinen ersten Zeitfenster rausgefallen bin.

Also dann gab es noch einen Zyklon und dann habe ich, irgendwann fängst du ja selbst so an, vielleicht will der liebe Gott mir hier irgendein Zeichen selbst. Ich habe mich gefragt, was ist das hier mit diesem Platz? Was will mir der liebe Gott hier sagen? Und dann hat es ja am dritten Versuch geklappt. Aber da sieht man auch zum Beispiel mal ganz gut, weil ich hatte bei meinen ersten zwei Versuchen jeweils, glaube ich, beim ersten 13 Stunden und beim zweiten war ich, glaube ich, 14 Stunden drin.

Und geschafft habe ich es dann in sechs Stunden, 33 Minuten. Also da sieht man halt auch mal, wie extrem dieser Sport von der Natur abhängig ist. Also da kann man nichts planen. Das ist dann am Ende, ich kann mich so gut vorbereiten, wie es überhaupt nur geht. Und das will ich mir auch immer selbst sagen können. Also ich möchte nicht an den Start gehen und mir dann irgendwie noch die Frage stellen, habe ich jetzt alles dafür gegeben?

Weil das ist so das Einzige, was ich auch am Ende kontrollieren kann, dass ich komplett perfekt vorbereitet bin. Die letzte Etappe der Ocean 7 war dann der Nordkanal 41 Kilometer 11 Stunden bei 13, 14 Grad wir haben vorhin schon darüber gesprochen wie bitterkalt 15,2 Grad sein können. Nach neun Jahren bist du da dann an den Start gegangen nach neun Jahren das ist ja eine Lebensaufgabe diese Ocean 7 da irgendwie zu bewältigen und dann stehst du da und denkst dir, also sechs sind geschafft jetzt kommt die siebte das stelle ich mir irgendwie, unfassbar beängstigend vor.

Ja, also so habe ich auch gedacht, weil es ist ja einfach so eine enorm lange Zeit einfach in meinem Leben gewesen und dann steht man kurz dann in Irland am Start und weiß, oh, das ist jetzt das letzte Kapitel von dieser Reise. Also das war, glaube ich, schon der emotionalste Moment generell in meinem Leben, als ich dann oder vielmehr, als ich dann in Schottland angekommen bin.

Aber ich glaube, dadurch, dass ich mich im Vorfeld sehr, sehr intensiv damit beschäftigt habe, wie es sein wird, diese Reise zu beenden, hat mir das sehr, sehr viel geholfen. Weil ich hatte dann generell bei den ganzen Schwimmen habe ich schon immer im Kopf, ich war beim nächsten Schwimmen. Also ich hatte, egal wenn ich jetzt in Japan war, dann war das für mich schon geschafft. Und dann hatte ich schon immer, mein Kopf war schon immer beim nächsten Schwimmen.

Nur jetzt, da gab es halt dann kein weiteres Schwimmen mehr. Und deswegen, da kam dann auch die Idee mit Ibiza, weil ich trotzdem einfach gemerkt habe, boah, ich bin noch nicht fertig. Also ich mag diesen Sport einfach so, so gerne und mag es einfach so gerne, auch meine eigenen Grenzen irgendwo noch weiter zu testen.

Und das war für mich klar, dass ich danach nicht aufhöre, sondern weitermache. Und das hat schon sehr geholfen und natürlich auch mir, ich habe mir sehr, sehr viel das Gefühl vorgestellt, wie es sein wird, dann nach so einer langen Zeit das zu schaffen. Und dann kam noch hinzu, dass der Nordkanal natürlich, also auch wenn ich Videos sehe, wie ich da die letzten zwei Stunden geschwommen bin, da schrecke ich mir vor mich selbst.

Also ich weiß nicht, habe ich gerade schwimmen gelernt, weil das war so extrem hart einfach für mich die letzten zwei Stunden. Aber ich habe mir dann einfach gesagt, boah, ich möchte nie in meinem ganzen Leben wieder hier in diesem Moment. Also ich weiß nicht, was da für Kräfte in mir nochmal irgendwo hergekommen sind, weil das war einfach wirklich das härteste Schwimmen, was ich je gemacht habe.

Also egal, die Wassertemperatur war ja 12,7 am Anfang. Die wird dann ein halbes Grad ungefähr wärmer auf der schottischen Seite, also 13,2. Aber das war schon sehr, sehr extrem. Und dann, als ich aus dem Wasser gekommen bin in Schottland, Ich hatte vorher so eine, es gibt so Kapseln, die man auch vom Bergsteigen kennt, die man schluckt, um dauerhaft die Körperkerntemperatur zu messen.

Da war es auch das erste Mal, dass ich einen Arzt mit an Bord hatte, weil es einfach so extrem ist, dass man da einfach nochmal eine ärztliche Überwachung auch währenddessen braucht. Ist das wie so ein Thermometer, dass du dann schluckst? Ja, genau. Und dann gehst du mit Bluetooth? Es hat eine Verbindung.

Nur das Problem war auch in 2025 war das leider nicht so gut, dass man die Übertragung halt einfach, die hat nicht funktioniert teilweise, weil durch das Wasser war die sehr, sehr oft gestört. Und dann hatten die eigentlich erst konkrete Daten, als ich in Schottland schon wieder aus dem Wasser gestiegen bin. Perfekt. Ja, und der Arzt hat sich so krass erschrocken.

Der hat gesagt, wie kannst du überhaupt noch hier? Also wie kannst du gerade noch hier sein? Weil ich hatte unter 30 Grad Körperkerntemperatur. Das ist eigentlich schon vorbei. Und dann war es halt so, okay, stimmen die Daten? Und dann haben wir es halt die ganze Zeit aufgezeichnet. Ja, saukrass interessant, auch was man da alles lernt, wie viel man eigentlich erreichen kann, wenn man es wirklich will. Also es war schon enorm.

Wenn wir gerade noch mal in diese letzten zwei Stunden reingehen, wo du sagst, du erkennst dich da selber gar nicht wieder, weil du in so einem Struggle bist. Was war das dann für ein Gefühl, als du wusstest, nach neun Jahren nicht nur diese Strecke ist vollbracht, sondern die Ocean 7. Jetzt gehören sie dir.

Ja, also in dem Moment hat man das gar nicht verstanden, was jetzt gerade passiert ist. Und generell, ich bin aufs Boot gegangen und dann warst du auch erst mal so, froh, überhaupt erst mal diese Etappe geschafft zu haben. Und das ist auch wiederum das Schöne bei diesem Sport, dass es zwar sehr, sehr viel später einsetzt, dass man es geschafft hat und auch dir erst bewusst wird, aber dafür dann halt auch eben so, so lange bei mir bleibt.

Also ich erinnere mich jetzt noch an Momente vor zehn Jahren, würdest du mich jetzt heute fragen, wie es jetzt war, 2011 irgendwie 100 Meter grau zu schwimmen, keine Ahnung, habe ich vergessen. Weiß ich nicht mehr, wie das sich angefühlt hat, aber sowas, das vergesse ich nicht. Und auch jetzt der Moment, als dann die Ocean Seven Reise vorbei war in Schottland, das sind Momente, die man nicht vergisst.

Warst danach in Tasmanien unterwegs. Du hast Capri umrundet, Ibiza. Und dann hast du dich eigentlich dafür entschieden, so die erste große Aktion hier in Deutschland zu machen. Bist von Frankfurt, erst mal den Main runter, dann rüber in den Rhein und hoch, bis nach Köln geschwommen in vier Tagen. Über 200 Kilometer.

Völlig irre. Wie war das für dich das erste Mal, nachdem du ja wirklich die ganze Welt schon gesehen hast, bis du guckst, straight runter nach Neuseeland, mal so in heimischen Gewässern unterwegs zu sein. Ja, voll, weil ich setze mich ja dann auch sehr, sehr viel auseinander. Was kann als nächstes kommen?

Und ich war ja wirklich schon überall auf der Welt. Und dann habe ich darüber nachgedacht, wieso mache ich nichts in Deutschland? Also, weil klar, wir haben jetzt hier nicht so viel mehr. Deswegen war das ja auch so die erste größere Fluss-Challenge, die ich überhaupt gemacht habe. Aber ich muss sagen, also jetzt im Nachhinein, Das war wirklich auch so, so emotional, weil es so cool war, auch mal eine Challenge zu haben, wo wirklich Menschen auch an den Rand kommen können und das live miterleben können.

Weil sonst bin ich ja immer eben nirgendwo und sieht dich keiner und hört dich keiner. Aber das war jetzt so das erste Mal, wo es halt auch möglich war, dass wirklich Leute vorbeikommen können. Und dann von Schulklassen, also wirklich morgens, ganze Schulklassen sind zum Start gekommen, haben mich angefeuert.

Und ja, Nathalie, weiter geht's, noch einen Tag. Und das hat wirklich auch so mich motiviert, weiterzumachen. Also es war schon sehr, sehr cool. Und weiß ich nicht, gar nicht, ob es so die letzte Challenge war, die ich jetzt in Deutschland mache, weil ich fand es sehr, sehr besonders. Was gibt es da für Veränderungen, wenn man das Format so anpasst?

Weil du kommst ja eher aus diesem 40, 50 Kilometer Langstreckenschwimmen am Stück zu jetzt 100 Kilometer plus, aber in der Staffel. Ja, genau. Also dadurch, dass ich ja mein Leben lang immer nur alleine Sachen gemacht habe und immer nur mit mir alleine war, also, ich kann super gut mit mir alleine sein, das musst du auch, wenn du den Sport machst, aber ich weiß nicht, jetzt irgendwann kam dann auch so ein bisschen der Punkt, wo ich gesagt habe, eigentlich ist es auch cool, diese ganzen Erfahrungen so ein bisschen zu teilen, und deswegen auch die Entscheidung, dass ich das als Staffel mache und jetzt Frankfurt, Köln.

Kann natürlich auch noch hinzu, dass ich das Ganze, natürlich rein sportlich auch, war das eine extreme Leistung, aber ich wollte da auch einfach eben. Ein anderes Ziel erreichen, nämlich damit Spenden sammeln für eben Kinder, die nicht schwimmen können und auch nicht die Chance haben, sicher schwimmen zu lernen.

Das war eigentlich das Kernthema, was ich mit diesem Projekt, wo ich aufmerksam machen wollte. Und deswegen bin ich auch so, so happy, dass es so extrem cool ankam in Deutschland. Jeder hat sich gefreut, auch Leute, die gar nichts mit dem Schwimmfeuer zu tun haben, haben mir geschrieben, so, ah, ist ja ein krasses Projekt, was du da jetzt machst, richtig cool.

Und ja, das war schon eine sehr, sehr coole Erfahrung. Es war völlig verrückt, weil ich kann es ja nur so aus, also du kennst ja nur deine Perspektive, ich kann es ja aus Nutzerperspektive, weil ja alles live gestreamt war. Sagen, weil man wusste dann so, okay, ja jetzt geht's los und dann ist ja erstmal so ein großer Knall mit dem, dass es dann losgeht und dann freuen sich alle und so und dann merkt man aber, wie krass das ist, wenn man aufsteht und man guckt in den Stream und so, ja stimmt, die schwimmt ja immer noch.

Jetzt ist sie da und im eigenen Leben passieren so viele Sachen. Man war schlafen, dann hatte man da noch den Zahnarzttermin oder was auch immer und dann kommt einem immer wieder dieser Gedanke, ey fuck, die schwimmt ja immer noch. Ja, ist so, das war auch schon oder die Übelzei ja so, da sind wir 32 Stunden am Stück ja da geschwommen.

Und das war auch so, ja krass, ich war jetzt schon da, hab jetzt schon einkaufen, hab aber auch schon geschlafen. Und du bist immer noch am Schwimmen. Ja, ist glaube ich als Ausstehender lustig. Aber in dem Moment, ich selbst nehme das gar nicht so wahr, wenn man so krass fokussiert ist, einfach das zu erreichen.

Ja, das kommt glaube ich nach außen dann nochmal ganz anders rüber, als es bei mir tatsächlich dann ist. Wie handelt man da den Schlafmangel? Weil darauf kannst du dich ja, da kannst du nicht hintrainieren. Ja, ich glaube Schlafmangel am Ende kann man, also kannst du ja nicht vorschlafen oder so. Also ich habe damit auch schon Probleme. Ab und zu fängst du auch schon so ein bisschen an, so sehr...

So extreme Gedanken zu bekommen, so was ist jetzt los? Dann weißt du aber, okay, es ist einfach, weil du so wenig schläfst. Das war in Ibiza. Hallustern? In Ibiza hatte ich das teilweise da auch gerade so die letzten zwei Stunden, weil ich da auch die Nacht davor kaum geschlafen hatte. Und ich war dann am Ende, glaube ich, boah, was war ich wach? Also über 60 Stunden.

Ich habe dann ab und zu mal so fünf Minuten oder so mal kurz so, weil du einfach vor Erschöpfung kurz einnickst. Aber das ist alles am Ende, ja, weiß ich gar nicht. Ich weiß auch, im Nachgang ist es immer schwer zu beantworten, wie man es geschafft hat, da weiterzumachen. Also man hat da einfach so dieses Ziel vor Kopf. Also das kommt andauernd wieder in deinen Kopf.

Du willst es einfach erreichen. Und das war bei den Ocean 7 auch schon so. Du stellst die Hand andauernd diesen Moment vor, wie es sein wird, auf der anderen Seite anzukommen. Was hast du da gesehen, wenn du von Halluzinationen sprichst? Siehst halt manchmal auch so Sachen, die gar nicht da sind, also dann so Lichter oft, also gerade die werden dann so groß, aber das passiert halt, also das hatte ich auch erst einmal, das war, als ich in Ibiza geschwommen bin, weil ich da nicht geschlafen habe, jetzt Frankfurt, Köln hatte ich das nicht.

Crazy. Du hast ein Thema jetzt eigentlich mitbekommen, das den ganzen Sommer lang sehr die deutschen Schlagzeilen dominiert hat. Wir haben vorhin auch schon kurz immer wieder über Umweltverschmutzung und sowas gesprochen und das war die große Headline eigentlich ja immer. Die extreme Dürre in Deutschland und vor allem die historischen Tiefstände der verschiedensten Flüsse.

War das irgendwie Thema in der Vorbereitung oder dann vor allem kurz vor knapp, bevor es dann losging? Es wurde dann Thema, ja. Also als wir das Projekt, also bei der Idee war das natürlich kein Thema, konnte ja keiner wissen, dass der Sommer so extrem heiß in Deutschland wird. Und ehrlicherweise haben wir uns auch da im Vorfeld jetzt nicht so mit auseinandergesetzt.

Wie gesagt, wussten wir nicht. Aber natürlich jetzt dann die zwei Wochen vor der Challenge waren dann doch sehr intensiv natürlich mit diesem Thema belastet, weil es einfach auch extrem, es war super wenig Wasser da und es wurde ja auch immer heißer. Also jetzt auch als ich geschwommen bin die Woche, da war es ja teilweise 35 Grad Außentemperatur, die Wassertemperatur war bei fast 27 Grad teilweise.

Also das war schon. In einem fließenden Gewässer, ne? Ja, also es war wirklich extrem und ich bin es ja auch nicht gewohnt, in so heißem Wasser auch zu schwimmen. Das war auch für mich eine extreme Herausforderung, weil eigentlich bin ich eher kälteres Wasser gewohnt. Und von den Niedrigwasserständen hatte man natürlich, wir mussten ein paar Sachen anpassen. Also wir konnten natürlich die Boote nicht mehr mit so ganz so tiefem Tiefgang benutzen, weil es einfach nicht funktioniert hätte.

Aber trotzdem war es auch so da, ich habe nie daran gezweifelt, dass wir die Challenge nicht durchführen können. Also und ich muss auch sagen, es war immer okay. Also ich habe teilweise den Grund gesehen, ja, aber zum Schwimmen hat es ja immer gereicht. Das war bau gut. Ich weiß, du hast 2018 den 20 Bridges Swim in New York mitgemacht und warst danach relativ schockiert, was da so alles an dir vorbeigeschwommen ist.

Da reden wir dann von Spritzen, von Windeln und all dem Mist, der halt so gar nicht in Flüsse gehört. Ich hoffe mal, dass das in Deutschland nicht ganz so krass ist, aber ich war da nicht unterwegs. Was hast du im Main und im Rhein gesehen? Dadurch, dass so wenig Wasser da war, war natürlich auch die Sicht auf den Grund sehr gut.

Also ich war erschrocken, was da alles rumliegte, Einkaufswagen, also Müll sowieso. Einkaufswagen. Ja, habe ich auch gesehen. Und dann habe ich mir auch wieder die Frage gestellt, wieso, wenn es jetzt schon so wenig Wasser ist, wieso nutzen wir jetzt auch irgendwo dann nicht diese Chance, die ja nicht jedes Jahr kommt, um vielleicht einfach mal da sauber zu machen, weil das wird ja jetzt nicht jedes Jahr so wenig Wasser im Main und im Rhein sein, da kann man vielleicht ja auch mal die Gelegenheit nutzen und da einfach mal den ganzen Müll rausholen, aber ja, das war schon auch nicht schön, was man alles gesehen hat.

Also generell und dadurch, dass es auch so wenig Wasser war und die Hitze, war natürlich auch die Algenbildung enorm. Das habe ich am dritten Tag dann auch ein bisschen mit mir selbst gemerkt. Also mein Magen war einfach, ich versuche natürlich immer sehr, sehr wenig Wasser zu schlucken generell, damit ich eben nicht krank werde.

Aber es bleibt nicht aus, dass man hier und da einfach ein bisschen Wasser schluckt. Und dann ging es mir am Tag drei auch nicht ganz so gut. Also ein bisschen Magenprobleme gehabt, aber dadurch, dass ich dann auch kurz vor Köln war und das Ziel in Sicht ging es dann ganz gut am letzten Tag mehr oder weniger.

Was macht das mit dir? Weil irgendwie ist ja schon, also das sind ja Sachen, die sind jetzt nicht neu. Also es wird seit Jahrzehnten, sind entweder Politiker oder Wissenschaftler oder auch Extremsportler eben, die dann in den Bergen oder eben in den Mähren unterwegs sind. Also das hat ja überhaupt keine parteipolitische Färbung oder sowas, sondern es bekommt ja jeder mit. Und jetzt bekommen wir es nicht nur auf der Südhalbkugel mit, sondern jetzt erwischt es uns ja selber auch.

Also da bekommen wir mit so Shit is hitting the fan. Und dann ist es aber auch noch so dein Element, dass da mit verpestet wird, ich stelle mir das unfassbar frustrierend vor. Ja, ist es. Aber am Ende, ich kann ja auch, oder wir können ja eigentlich, wenn jeder, ich denke mir dann immer nur so, eigentlich kann ja jeder nur bei sich selbst anfangen, was zu verändern.

Wenn jeder schon mal anfängt, einfach bei sich was zu verändern, dann, glaube ich, macht es am Ende auch den Unterschied. Und auf Sachen aufmerksam zu machen, ist immer gut. Nur man muss es dann halt auch irgendwo mal umsetzen. Also wirklich dann auch was verändern. Deswegen finde ich auch zum Beispiel diese, wir haben jetzt ja hier diese Flaschen, wo man nicht mehr die, na, die Deckel gehen ja nicht mehr ab.

Allein so Kleinigkeiten, ich finde, das sind super, super Sachen, um auch einfach was zu verändern, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Aber es stört dir jetzt auch keinen, ob der Deckel jetzt an der Flasche ist oder nicht. Also macht halt einen großen Unterschied. Ich glaube, deswegen ist es auch gerade so gut, dass du dir ein Herzensprojekt auserkoren hast.

Du hast es vorhin auch schon angeschnitten, dass Kinder wieder mehr das Schwimmen lernen, weil da kannst du ja selber auch wirklich was verändern. Die Klimakrise bekommt man alleine nicht geregelt. Da kannst du aber ganz konkret Leben verändern und Leben retten. Erstmal, warum liegt dir das so am Herzen, dass du auch sagst, okay, wir holen da jetzt noch einen Papa mit ins Boot und sonst wen und wir sammeln jetzt Kohle und machen das Ganze noch mal größer, als Nathalie schwimmt von A nach B?

Ja, weil einfach auch der Schwimmsport hat ja mein Leben auch wirklich verändert. Also ich wäre jetzt nicht die Person, die jetzt hier sitzt, hätte ich nicht angefangen mit dem Schwimmen. Und zum anderen glaube ich einfach daran, dass jedes Kind einfach, Es kann einfach immer Situationen im Leben kommen, wenn ein Kind nicht schwimmen kann, dass es einfach super gefährlich werden kann und teilweise dann eben auch bis zum Tod führen kann.

Und das finde ich einfach, muss einfach nicht sein, wenn jedes Kind einfach sicher schwimmen kann. Und deswegen werde ich mich da auch bei allen zukünftigen Projekten für einsetzen, dass die Kinder die Chance bekommen, sicher schwimmen zu lernen. Und wir haben in Deutschland so viele Probleme, was das Thema angeht.

Ich meine, jeder kriegt mit, dass immer mehr Schwimmbäder zumachen. Die ganzen Vereine sterben aus. Also es gibt immer weniger Mitglieder. Wir haben kein Geld, um überhaupt einen Schwimmtrainer zu finanzieren. Also ich kann ja keinen professionellen Schwimmunterricht anbieten, wenn ich keinen Schwimmtrainer habe.

Und da möchte ich einfach auch jetzt mit den gesammelten Spenden von Frankfurt nach Köln ganz viel machen, einfach um da auch vielleicht die Ausbildung hier und da für die Schwimmlehrer zu finanzieren. Und was wir auch ja zusammen mit der DVG hilft viel machen, ist eben jetzt auch wirklich in die Kitas, also sozusagen vor der Schule hinzugehen und zu sagen, okay, ihr habt jetzt in der Kita Zeit, ihr seid eh in der Kita, die Chance einfach professionellen Schwimmunterricht zu bekommen.

Somit nutze ich einfach die Zeit und die Eltern haben dann nicht noch danach das Thema, ich muss jetzt noch das Kind in die Schwimmschule fahren oder noch das machen, weil die haben eh schon 100.000 andere Sachen zu tun. Und ich glaube, das ist ein super System, was ich hoffe, dass wir das auch in Deutschland noch viel, viel weiter ausbauen können, einfach in Zukunft.

Was ist rumgekommen, weißt du das schon? Spenden. Boah, ich glaube, wir sind jetzt knapp an den 800.000 Euro. Crazy. Okay, damit kann man wirklich was machen. Das ist schön. Ich habe mir mal die aktuellen Zahlen von der DLRG daraus gesucht. 2025 gab es 73 Todesfälle in der Altersgruppe 11 bis 30, wo man ja wirklich merkt, so krass. ist viel zu viel.

Das darf eigentlich gar nicht sein. Man hat ja immer so, keine Ahnung, liest man diese Schlagzeilen von irgendjemand ist besoffen, keine Ahnung, ins Gewässer gegangen oder so. Aber das zeigt ja einfach, das geht weit, weit darüber hinaus. Was machen solche Zahlen mit dir? Ja, es war ja auch jetzt diesen Sommer, nehmen wir mal. Also es sind ja so viele Menschen ertrunken wie noch nie diesen Sommer.

Ich glaube, an einem Wochenende waren es ja 36, nur an einem Wochenende. Als ich die Zahl gehört habe, ich habe wirklich so gedacht, boah, also das kann man ja auch selbst, kann man ja sich nicht nachvollziehen, wie kann es jetzt schon sein in Deutschland, dass so viele Leute ertrinken. Aber dann sind es eben auch oft Leute, die sich leider halt auch überschätzen oder dann eben an den Reihen gehen, am Ufer sind und dann auf einmal kommt eben die Strömung und packt dich und du kannst der beste Schwimmer dieser Welt sein.

Du wirst es nicht gegen eine Strömung schaffen, anzuschwimmen. Also es wird nicht funktionieren und somit kommen dann natürlich auch diese enormen Zahlen zustande. Also finde ich sehr erschreckend. Und du sammelst ja nicht nur das Geld oder sagst du als Schirmherrin quasi, dass du das anpackst, sondern du gibst den Kindern ja auch selber teilweise Schwimmunterricht.

Was lernst du dabei? Was gibt es dir? Also wenn ich dann da bin und mit den Kindern selbst Schwimmkurse mache, ich finde das immer so, also macht mich selbst einfach super happy, weil ich sehe immer, sobald die Kinder dann im Wasser sind, miteinander spielen und dann auch das Element Wasser so teilweise auch zum ersten Mal so ein bisschen, mitbekommen, Dann, das sieht man schon an den Augen so, ah, okay, das macht denen super viel Spaß.

Und die sind ja auch alle willig zu lernen. Als Kind hat man ja auch, da hat man ja vor nichts fast Angst. Und das ist ja auch das Gute, wenn man so früh mit Wasser in Kontakt kommt, dass die Kinder keine Angst vor dem Element Wasser bekommen. Und das ist, glaube ich, auch das, was es am Ende so wichtig macht, wieso Kinder so früh schwimmen lernen sollten.

Und vielleicht wirst du dann irgendwann mal so, dass für die, was für dich Lynn Cox war. Ja, aber das habe ich jetzt schon teilweise. Es war auch so süß. Genau, ich hatte das ja mit noch einigen Schwimmerinnen und Schwimmern zusammen gemacht, die Challenge jetzt Frankfurt-Köln. Und am ersten Tag war auch eine dabei, die ist 14 gewesen und die war auch so, ah ja, also du hast wirklich auch mein Leben verändert. Ich will unbedingt auch mal so coole Sachen machen, wie du gemacht hast. Und das ist dann schon super süß.

Also das macht dann auch was mit mir so, weil ich mich dann auch so wieder sehe, als ich klein war und dann so selbst so diese Vorbilder hatte. Das ist schon schön zu sehen und ich finde es auch cool, dass man das auch in der heutigen Zeit noch so sieht und auch, dass das wirklich so funktioniert. Du bist deren Vorbilder, Lynn Cox war deins. Ist Beringstraße mal irgendwie auf der Bucketlist oder kommt das in Frage?

Ne, also ich habe mir geschworen mit dem Ende des Nordkanals, dass ich kein kaltes Wasser mehr in meinem Leben berühre. Hattest du mehr als genug, wenn ich wäre. Ja, wirklich, das war so eine Sache, die ich mit mir selbst ausgemacht habe. Also da bin ich durch. Also was heißt kalt, aber nicht mehr so unter 10 Grad bin ich raus. Da sind es vier, ja.

Ja, vier Grad, ne. Ciao. Also meinen größten Respekt, aber ne. Ich glaube, wenn sich jemand das Warmduschen verdient hat, dann wirst du es auf jeden Fall. Ja, danke. Wie geht es weiter? Wir haben, wie gesagt, einen Aufruf gemacht in der Community. Und das war wirklich das, was ich am meisten gelesen habe.

Was kommt als nächstes? Was kann danach noch kommen? Und vor allem auch, wird es wieder geben, dass du auch quasi Gastschwimmer hast, die dir helfen? Also jetzt für dieses Jahr ist erstmal nichts weiteres geplant. Ich werde jetzt auch erstmal ein bisschen eine Pause machen kurz und dann geht es wieder weiter.

Und dann glaube ich für Frühjahr, Sommer, nächstes Jahr ist wieder eine große Challenge geplant. Ja, ich bin trotzdem immer ein Fan nicht auszusprechen, was wir da planen weil am Ende, am Ende weiß man nie, ob das auch wir gehen ja jetzt erst wieder in die Planung dann für nächstes Jahr und ich weiß ja auch am Ende gar nicht, ob dieses, ich hab immer sehr sehr, coole, viele Ideen aber am Ende weiß ich auch gar nicht, ob die so überhaupt umsetzbar sind, deswegen muss man da auch nochmal gucken, ob das alles so klappt aber ich hab eine konkrete Idee in meinem Kopf die ich gerne nächstes Jahr umsetzen will.

Man kann schon mal so viel verraten. Das hat auf jeden Fall auch was mit der Zahl sieben zu tun. Aber, let's see. Wir wünschen dir alles erdenklich Gute dabei. Danke. Es gibt noch eine letzte Frage, das ist immer die letzte Frage im Deep Dive. Das ist die sogenannte Alien-Frage. Die was? Alien-Frage. Pass auf.

Stell dir vor, es landen aus der kalten Aliens auf der Welt. Und die haben keine Ahnung, wie der Mensch funktioniert, wie unser Metabolismus funktioniert, warum wir Sport machen oder sonst irgendwas. Aber sie sehen dich, wie du dich wortwörtlich teilweise zu Tode quälst fast, um das zu machen und dann wirst du da rausgezogen und dir wird die Lunge ausgepumpt und du denkst dir, das mache ich jetzt nochmal und sie verstehen es einfach nicht, deswegen kommen sie zu dir und fragen dich, weil du scheinst dich ja auszukennen, Nathalie, warum das Ganze?

Was antwortest du ihnen? Warum? Auch die Frage, also weil das wirklich meine große Leidenschaft ist und weil ich einfach dieses Ziel, was ich mir damals gesetzt habe, unbedingt erreichen wollte. Also ich wollte das von tiefstem Herzen erreichen, diesen Ärmelkanal zu durchschwimmen. Und ich hätte auch alles dafür gemacht, es zu schaffen am Ende.

Ich wäre auch wahrscheinlich noch zehnmal dahin gefahren, um es zu versuchen. Und da war, so viele Leute auch gesagt haben, boah, lass es lieber oder mach es lieber nicht. Ich war immer davon überzeugt, dass ich es auch irgendwo schaffen kann und ich glaube, am Ende muss man es auch selbst innerlich zu hunderttausend Prozent wollen.

Aber warum? Weiß nicht, weil Schwimmen wahrscheinlich meine größte Leidenschaft in meinem Leben ist. Wunderbar, das ist ein schönes Schlusswort. Natalie, vielen, vielen lieben Dank dir. Danke. Vielen Dank dir, vielen Dank euch, dass ihr auch wieder am Start wart. Lasst uns gerne eine gute Bewertung oder wenn es euch gefallen hat und folgt uns rein, um nichts mehr zu verpassen.

Dann sehen wir uns nächsten Dienstag wieder ab 0 Uhr überall, wo es Podcasts gibt und ab 18 Uhr auf YouTube. Danke, Leute. Ciao.

0:00 / 0:00