
Stark für Kinder· Folge 30
Viele Eltern können Kindern keine mentale Stärke zeigen (Interview Maja Wallstein)
Mittwoch, 14. Oktober 2026 · 1 h 47
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Shownotes
Was brauchen Kinder, um mental stark zu werden und auch schwierige Situationen zu meistern? Und wie können Eltern sie dabei unterstützen, wenn sie selbst manchmal an ihre Grenzen kommen?
In dieser Folge sprechen Daniel Duddek und Jana Dibbern mit der Bundestagsabgeordneten Maja Wallstein über mentale Stärke, Kinderrechte und die Verantwortung von Erwachsenen. Es geht darum, wie wichtig es ist, Kindern zuzuhören, ihnen Sicherheit zu geben und ihnen eine eigene Stimme zu ermöglichen.
Maja erzählt außerdem von ihrer ZuhörTour und ihren Erfahrungen im direkten Austausch mit Menschen vor Ort.
Eine Folge über Kinder, Eltern, Verantwortung und die Frage, was Kinder wirklich brauchen, um stark durchs Leben zu gehen.
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speaker-0: Kinder und Jugendliche zu befähigen, eigene Stimme zu erheben, ist so kostbar für unsere gesamte Gesellschaft. Das ist der Wahnsinn. Also wenn ich zaubern könnte, würde ich wahnsinnig viel in Bildung investieren, denn Bildung ist der Schlüssel für alles. Für Demokratie, für Gesundheit, für Wirtschaft. Politik anhand von Schlagzeilen macht statt anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Beispiel. Riesenfehler und genau das wäre es auch auf dem Platz.
speaker-1: Stark für Kinder aus dem Paul-Löbber-Haus in Berlin. Viele Eltern kennen das. Man schaut auf die Welt da draußen und fragt sich, wie unsere Kinder darin eigentlich stark bleiben sollen. Wenn im Klassenchat Dinge aus dem Ruder laufen, im Verein Respekt verloren geht, politische Diskussionen immer lauter werden und Kinder trotzdem ihren Platz finden müssen. Wir sind nach Berlin ins Arbeitsgebäude des Deutschen Bundestags gefahren und haben mit der Bundestagsabgeordneten Maya Waldstein gesprochen, die sich unter anderem für Kinderrechte stark macht. Wir reden über Zugehörigkeit, Demokratie, Rechte der Hetze, Sport und Vereine. Wir haben sie zu Fördermitteln befragt, wie sich die Politik für Kinder wirklich einsetzt und warum wir so wenig davon spüren. Das waren spannende Erkenntnisse. Hört sie euch an. Los geht's. Wir sehen das, wenn man auf der Kamera zuschaut. sitzen in… also wo sitzen wir hier heute?
speaker-0: Wir sitzen im Paul-Löbe-Haus, tatsächlich im Raum 4700, was der Ausschussraum für den Ausschuss Ernährung und Landwirtschaft ist.
speaker-1: Wir haben gerade darüber gesprochen, wie das hier so aufgeteilt ist. Wir haben es schon erzählt, wenn die Expertinnen und sitzen, dann die Parteien, würden hier ⁓ uns herum sitzen. 4700. Das ist witzig, weil wir waren im Hotelzimmer 407 die ganze Woche. Also unabgesprochen, da schließt sich der Kreis zum Finale unserer Podcast-Tour. Eine wichtige Frage hätte ich zu Beginn.
speaker-0: Das ist der Raum. Die Raumnummer.
speaker-1: Verein Energie Cottbus ist nach zwölf Jahren wieder in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Wie fühlt sich das an?
speaker-0: Hammer! Es ist so gut nach all den Quarren. Es ist ein bisschen wie Salbe auf einer Runde. Aber gleichzeitig auch ein Feuerwerk und Neugier, Aufregung, Freude, Selbstbewusstsein. die Region ganz wichtig. Selbstbewusstsein, sind wieder wer. Wir können es noch. Und jetzt zieht euch warm an.
speaker-1: sieht sich warm an. Pfeifen Sie dann auch die zweite Liga? Nein. Wo pfeifen Sie?
speaker-0: Ich pfeife die Frauen in der Regionalliga und die Männer im Land.
speaker-1: Okay. Wie kam es zum Schiedsrichterdasein? Okay.
speaker-0: Aus Versehen. Ein bisschen wie Sie. Ich bin zum Studium nach Potsdam gegangen und habe dort eine Fußballmannschaft gegründet. So bin ich übrigens auch aus Versehen über Fußball in die Politik gekommen. Der Deal war, also ich habe dort einen Jungsozialisten in mein Team kriegen wollen. Also die Jusos sind die Jugendorganisation der SPD und der Deal war, er kommt in mein Team und dafür kandidiere ich für die Hochschulgruppe der Jusos auf der Uni-Ebene. längere Mensa- und Bibliotheksöffnungsseiten, das war ja gar kein Problem. Da kann man sich für einsetzen. Dadurch, dass ich die Fußballkontakte hatte, wurde ich natürlich auch gewählt. Dadurch bin ich in die Politik gerutscht und hatte eben auch eine Fußballmannschaft. Die war so für Turniere, Studi-Turniere und so weiter. Aber wir hatten auch so eine Sparing-Mannschaft. Diese Sparing-Mannschaft hat sich irgendwann im regulären Fußballbetrieb angemeldet. Also raus aus der Freizeitliga im regulären Betrieb. Und wenn du dich regulär anmeldest, musst du irgendwann auch Schiedsrichter stellen als Verein, sonst zahlst du Strafe bis hin zum Punktabzug. Und die haben ewig lange gesucht. Und jetzt der absolute Pro-Tipp, niemals nachmachen. Ich habe irgendwann dann gesagt, naja, wenn ihr niemanden findet, dann mach ich's. War die Suche beendet. Sehr klar. Und ich hab dann, die haben mich auch gar nicht informiert. Irgendwann habe ich eine Mail bekommen, Einladung zum Schiedsrichter-Lehrgang. Und dann bin ich dahin, hab's durchgezogen und das ist jetzt schon 15 Jahre her.
speaker-2: Viele Vereine suchen Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen. Das ist immer eine Aufgabe, ⁓ das zu gestalten. sie haben was ganz Schönes gesagt gerade, wir sind wieder jemand. Und auch das erfahren ja viele Kinder und Jugendliche, die in einem Vereinssport anfangen, Fußball zu spielen. Sie werden gebraucht. Sie nehmen das erste Mal wahr für sich. Da ist etwas, wo ich gebraucht werde in einem Team. Und da passiert ja auch ganz viel in der Sozialisierungszeit. Was haben Sie mitgenommen aus der Schiedsrichterrolle? Was nimmt man aus der Schiedsrichterrolle mit in die Politik?
speaker-0: ⁓ ganz viel. Es ja so unfassbar viele Parallelen. Also erstens, dass nicht alle klatschen, wenn du eine Entscheidung triffst, sondern dass es da auch mal undiplomatisch vorgetragene Kritik gibt. Dann, dass man sich auch gegen Widerstände für Gerechtigkeit einsetzen muss, dass man am Ende dafür sorgt, dass es diese regelbasierte Ordnung gibt, auf dem Platz, aber natürlich irgendwo auch in der Politik. Dass man, ja, es gehört natürlich auch, es gibt auch Sachen, die vielleicht merkwürdig klingen, aber es ist auch so, dass du dass es manchmal auch echt darauf ankommt, wie du eine Entscheidung verkaufst. Wenn ich da ganz unsicher auf den Punkt zeige und sage hier Elfmeter und dann aber so ein bisschen und vielleicht noch kummische Abstimmung mit den Assistenten und das nicht so richtig klappt und so, diskutieren natürlich alle deutlich mehr, als wenn ich da ganz souverän hingehe und sage, nee, keine zwei Meinungen und es kommt auch auf die Ausstrahlung an. Dass man Dinge auch mit schnellen Entscheidungen beruhigen kann. Auch das ist in der Politik so. Wenn ein Zweikampf auf dem Platz und ich während ich dorthin laufe, schon die Karte in Hand habe, ist Ruhe. Und ehrlich gesagt auch, dass das, von außen kommt, oftmals am Störensten ist. Weil das ist auch in der Politik so. Wenn ich mir angucke, wie gerade auch Eltern, 14-jährige Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, da geht jeder Anstand verloren, wie die damit umgehen. auch ihre eigenen Kinder oder die Kinder des Gegners auch richtig fertig machen. Und das sehe ich ehrlich gesagt in der heutigen Politik auch. Und wenn man sich davon dann leiten lässt, Politik anhand von Schlagzeilen macht statt anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Beispiel. Riesenfehler und genau das wäre es auch auf dem Platz. Und dass man dann eben auch resilient sein muss gegen sowas. Also dass man zum Beispiel diese Jungschiedsrichterinnen und Jungschiedsrichter, dass man ihnen sagen muss, das liegt nicht an dir. Und dass man denen klarmachen muss, dass das unglaublich zu ihrer Personal- oder Profilbildung beiträgt, zu ihrer Persönlichkeitsbildung. Das ist richtige Wort, zu ihrer Persönlichkeitsbildung beiträgt. Wenn sie da jetzt wirklich sich natürlich ans Regelwerk halten und immer höflich bleiben.
speaker-2: Also ist der Vereinsspot ein Schutzraum für viele Kinder und Jugendliche und trotzdem ist das Verhalten vom Umfeld und den anderen Menschen, die einen Ort kreieren, wo man wachsen darf, wo man Erfahrung sammeln darf, wo man Haltung zeigen darf, wo man sich entwickeln darf. Schaffen wir es trotzdem gesellschaftlich uns da mehr oder weniger respektlos zu verhalten? gerade den jungen Menschen gegenüber oder auch? Im Stadion der Rechtsextremismus, wenn man mal da drauf schaut, ist es ein Ort von Zugehörigkeit. Man möchte wachsen und trotzdem verlieren wir uns in Gewalt.
speaker-0: Total. Es ist wirklich auch schön beschrieben gerade. Es ist ein Ort, der viel Kraft gibt. Zum Beispiel auch dieses Zugehörigkeitsgefühl. Das kennt man auch als Fan-Gruppe. Wir gegen die. Und wir sind wieder wer. Energie. Aber dieses Wir gegen die hat natürlich auch unglaublich viele Nachteile. Also es hat den Vorteil, dass es gar nicht so wichtig ist, wer ich jetzt persönlich bin, sondern ich bin natürlich gestärkt durch die Gemeinschaft und die Gruppe und das gemeinsame Ziel. Aber dann heißt es auch, ich definiere einen Gegner. Und das ist natürlich ein ganz krasses, das darf nicht ins Extreme gleiten.
speaker-2: Mein Herz schlägt ja für St. Pauli. Auch St. Pauli spielt gegen Energie jetzt in der zweiten Liga. Und ich habe da mal eine ganz tolle Fannerfahrung gemacht. St. Pauli hat 5-0 gegen Freiburg verloren am Millantor und am Ende hat die ganze Fangemeinschaft für Freiburg gesungen, weil sie das Spiel geehrt haben, weil Freiburg so gut gespielt hat, dass das einfach, das wollten die Fans zeigen, dass sie das jetzt respektieren. eine ehrenvolle Niederlage und das gehört ein Stück weit ja auch in das Gegeneinander in der Politik. Man ist gegeneinander in manchen Themenfeldern, in manchen Punkten und trotzdem hat man ein gemeinsames Ziel, wie ein Ziel für die Kinder, Gutes abzubilden.
speaker-0: Da hilft es natürlich, wenn man so einen bestimmten Charakter hat, also sowohl Freiburg als auch Sao Paoli. haben einen bestimmten, ich würde das jetzt mal demokratischen Charakter nennen, also auch die Fanszenen, wenn man die so bisschen miteinander, den kann man schon erkennen, die sind, gibt Unterschiede und niemand würde sich da jetzt irgendwie gleich setzen lassen. Und dennoch sind die sehr ähnlich von dem Grundtenor. Und das sehe ich auch im Parlament, demokratische Kräfte bei allen Unterschieden. Wenn es drauf ankommt, können die sich auf die grundlegenden Sachen, wie zum Beispiel unsere Verfassung, einigen. Und dann gibt es eben die, die können das nicht. Und die sieht man dann natürlich auch, wenn man das jetzt mit Vereinen wieder gleichstellen würde. Das gibt es natürlich auch.
speaker-1: wenn man in dieses Vereinswesen reinschaut. Ich bin da so ein Stück weit nicht so tief drin wie Sie beide oder wie auch du. Aber ich frag mich, was müsste passieren, weil ich das auch erlebe als jemand, der Trainings anbietet für Resilienz, für Lebenskompetenz, dass gewisse Werte ein Stück weit irgendwie gefühlt verloren gehen. Und was müsste in Vereinen passieren? Was bräuchten Vereine? Wo müsste man vielleicht auch politisch ansetzen, dass ich da wieder einen kulturellen Wandel vollziehen kann? Zu mehr Respekt, mehr Miteinander, mehr Toleranz, mehr Vielfalt. Ja, sportlichen Wettkampf, aber kein menschlicher Abwertungskampf, nenne ich das jetzt mal. Was würde passieren? Was würden Sie sagen? Oder ihr?
speaker-2: Mein erster Gedanke war gerade mehr Schiedsrichter momentan. Wir brauchen mehr Schiedsrichterinnen Schiedsrichter auf der Fläche, weil wir haben die Aufgabe mittlerweile auch Eltern in die Verantwortung zu holen, dass sie eine Vorbildfunktion haben für Kinder auf dem Vereinsplatz, also Regeln. Man braucht heutzutage mehr Trainer als früher. Es hat sich vieles verändert und man braucht viele gute Menschen, die genau das den Kindern vorleben können, was wir dann auch in der Gesellschaft brauchen. Soziale Fähigkeiten, ein soziales Miteinander. Und da sehe ich ganz viele Schiedsrichter, den Rahmen halten. Denn im Verein ist heutzutage auch, wenn man mal hinter die Kulisse schaut, auch sehr viel Streitkultur und nicht mehr die positive Streitkultur. ist ein wirkliches, gerade schon im Bereich der ganz jungen Mitspieler im Verein schreien sich Eltern an, wenn man sich manchmal die Frage stellt. Was ist los? Wir spielen hier gerade nicht ⁓ den DFB-Pokal.
speaker-0: Und selbst wenn. Ich glaube, da gibt es ganz viele Stellschrauben im Grunde. Ich würde mal versuchen, eine mit rauszunehmen, wo ich auch sozusagen meine Verantwortung mit sehe, weil es immer einfach ist, die anderen zu zeigen. Aber es ist viel schwieriger zu sagen, wo man eben auch selber was tun muss, kann, soll. Und ich glaube, vielleicht ist das auch so ein deutschlandspezifisches Ding. Das will ich mich jetzt nicht festlegen, aber ich
speaker-2: Sehr.
speaker-0: Meine Beobachtung ist, dass bei uns sehr viel sozusagen vom Kopf her kommt. Also nicht unser Kopf, das sozusagen, man sagt immer diesen Spruch, der Fisch stinkt vom Kopf her. so meine ich das. Also das heißt, wenn Vereine die Rückendeckung von den Fußball-Landesverbänden kriegen oder Kreisverbänden, wenn die Kreisverbände und Fußball-Landesverbände die Rückendeckung und die volle Unterstützung für und möglicherweise schwer durchsetzbare Unterstützung durch Landesregierungen bekommen. Wenn Landesregierungen klare Signale von der Bundesebene sehen, dann traut man sich viel eher, schwierigere Entscheidungen gegen Widerstände durchzusetzen. Das kann man bis ins Kleinste runterbrechen. Ein ehrenamtlicher Fußballtrainer, der Vater von einem aus der Mannschaft ist, deshalb macht er das jetzt, weil die sonst gar nicht trainieren könnten. Der guckt natürlich auch, wie ist hier des Vereins Klima, also genau wie du es gerade gesagt hast. Und habe ich eigentlich die Rückendeckung vom Vorstand dafür, dass ich, wenn ich jetzt hier sanktioniere, jemand, der sich wie auch immer verhalten hat, wenn ich Eltern, die vielleicht auch Sponsoren sind, die eben gerade hier einen Trikot beigesteuert, einen Trikot-Satz beigesteuert haben oder regelmäßig die Auswärtsfahrten mit ihrem größerem Auto organisieren. Wenn ich da jetzt mal dagegen was sage, dass die sich wie auch immer verhalten, habe ich dann trotzdem die Rückendeckung von der Vereinsspitze. Und so kann man das praktisch auch immer nach oben sehen. Und ich glaube, das sehen wir in ganz vielen Bereichen einfach unseres Lebens. Also Schulleiterinnen und Schulleiter haben die die Rückendeckung vom Schulamt, wenn sie reagieren. Haben die die Rückendeckung von der Landesregierung, vom Bildungsministerium. Und ich glaube, da sind wir oftmals zu zögerlich. Und ja, eigentlich ist unser Job Also der politische Job, der einfachste, weil der höchst symbolisch ist, zu sagen, wir stehen da ganz klar so und so. Das ist so symbolisch, kostet nichts. Außer dass man es dann natürlich durchziehen muss, was dann natürlich auch Aufwand ist. Aber erstmal ist ja die Symbolik unglaublich kostbar. Und da fehlt es mir manchmal. Es gibt sehr gute Beispiele und es gibt Beispiele, die ich nicht so gut finde.
speaker-1: Das Wort Ehrenamt viel. Kann das Ehrenamt die Herausforderungen, die wir als Gesellschaft haben, alleine retten?
speaker-0: Also ohne das Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft schon längst verloren. Das ist Fakt. Also in ganz vielen Bereichen, ob das irgendwo Pflege oder Integration oder eben Fußball oder Sport insgesamt ist, brauche ich ja gar nicht alles aufzählen, das ist ja völlig klar, ohne das Ehrenamt. Was glaube ich auch in Deutschland, das ist mir bewusst geworden, weil meine ukrainische Mitarbeiterin das letztens gesagt hat, dass das offensichtlich in Deutschland so ein Ding ist, dass dass man sehr viel auch aus diesem Ehrenamt zieht, dass das gebraucht wird, aber dass man das selber auch gerne macht. Und das ist irgendwie selbstverständlich, aber eben auch ehrenwert ist. Feuerwehren zum Beispiel ist auch so ein ganz klassisches Beispiel. Und da ist mir bewusst geworden, dass das wahrscheinlich auch wirklich wieder so ein spezifisches Ding bei uns ist, ohne Anspruch auf Wahrheitsgehalt an der Stelle. Also Ehrenamt ist wichtig. ist natürlich eine Ehre, aber braucht natürlich auch die nötige Wertschätzung, ⁓ erhalten zu bleiben. es geht nicht allein mit Ehrenamt. Es braucht institutionelle Strukturen. Es braucht Hauptamt, ⁓ Ehrenamt fliegen lassen zu können und die Wirkung von Ehrenamt zu entfalten. Und da dürfen wir als Politik nicht den Fehler machen, als selbstverständlich zu sehen. dass das irgendwie schon weiterläuft, wenn wir Mittel kürzen und Hauptamt plötzlich verschwindet und wir dann davon ausgehen, das wird schon irgendwie durch das Ehrenamt abgefangen. Spätestens seit Corona, aus meiner Sicht, hat man dann gesehen, dass ja viele ehrenamtliche Sachen gar nicht mehr stattfanden, weil es auch nicht notwendig war, ist ja klar. Fußball ist, ich war heute Schiedsrichterin nicht aktiv, wenn keine Spiele sind, logisch. Und dann gab es schon einige, die überlegt haben, ach krass, ein freies Wochenende, hm, eigentlich nicht so schlecht. Ich könnte auch Zeit mit meinen Kindern verbringen. Ich bin dankbar, dass sehr viele wieder zurückgekommen sind ins Ehrenamt. Aber das ist nicht selbstverständlich. Und da braucht es dann hauptamtliche Strukturen, die den Halt geben.
speaker-1: Ich erlebe das auch in der Arbeit, die wir machen. Wir helfen Menschen über eine Ausbildung, Resilienztrainings anzubieten, Kinder zu begleiten, Kinder zu stärken. Davon geht nur ein kleiner Teil danach. Wir sagen nicht, du musst damit Geld verdienen. Wir sagen, die Ausbildung. Damit kannst du tun, was du möchtest. Es gehen sehr wenige Menschen, so erlebe ich das, ins Ehrenamt. Weil der Tenor ist, genau das, was gerade gesagt wurde. war so Wochenende frei, wäre schon schön gleichzeitig, ich meine Kapazität streiche. Zum Beispiel gehe ich von einer Vollzeitstelle runter auf eine Teilzeitstelle. Ich muss trotzdem meine Familie ernähren, also muss ich mit dem, was ich eigentlich tun will, ⁓ was Gutes zu bewirken, nämlich Kinder stärken, aber wieder Geld verdienen. Und dann sind wir ja so bisschen auch bei dem großen Thema Förderung und Fördertöpfe, weil wir haben ja eigentlich Förderungen und Fördertöpfe in diesem Land, ob es da Startchance im Programm ist oder ähnliches. Und was wir immer wieder hören, ist, die Gelder sind von der Bundesebene eigentlich freigegeben. Im Land wird es dann so bisschen durchgewunken und in der Kommune kommt man schlecht dran, weil es zu bürokratisch aufgesetzt ist. Gibt es da Erfahrungswerte zu? Weil ich hatte bis jetzt noch nicht die Möglichkeit, jemandem aus dem Bundestag darüber zu reden.
speaker-0: Also Startchance-Programm, ist ja nun wirklich ein, muss ich sagen, ich glaube, ist ein Meilenstein. Sowas hatten wir, glaube ich, noch nie, weil es über zehn Jahre angelegtes Geld ist, auch zehn Milliarden, und weil es auch erstmals nicht nach Königsteiner Schlüssel verteilt wurde. Also der Königsteiner Schlüssel, nur mal kurz, orientiert sich immer an den Einwohnern eines Bundeslandes. Aber das sind ja nicht zwangsläufig auch die Bedürfnisse, insbesondere wenn es zum Beispiel darum geht, besondere Bedarfe oder bedürftige Schulen. zu unterstützen. Es geht ja ⁓ Schulen. Es geht zum Beispiel ⁓ die Frage, welche, weiß ich nicht, ob im Bereich Sozialarbeit oder gibt es irgendwie noch mal politische Bildung, irgendwas oder welche. Das Schöne an dem Staat-Chancen-Programm ist, dass es so eine lange Zeit ist, dass es sofort evaluiert wird, dass man auch immer noch nachstellen kann, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob das jetzt so die Effekte hat. Das ist wie gesagt der Verteilmechanismus und dass die Schulen selbst entscheiden können, sind ihre Bedarfe. Das ist deshalb relevant. Weil oftmals, wenn Bundesgeld kommt und die Länder sind ja sehr unterschiedlich, gerade im Bildungsbereich aufgestellt und immer wenn man Bundesgeld zum Beispiel für Digitalpakt oder so nutzt und es dann ein Land gibt, was im digitalen Bereich halt schon total gut ausgestattet ist, das würde ja keinen Mehrwert haben, weil es natürlich seine eigenen seine eigenen Ambitionen, die es da gerade schon hat, sofort zurücknimmt, das einfach mit Bundesgeld ersetzt und wir kein bisschen mehr haben. Und das ist bei Staatschancen eben genau anders. Man ergänzt es, weil eben die Schulen das selber entscheiden können. Und das finde ich toll. Und na klar, es ist immer die Gefahr, dass irgendwie klebrige Finger von den Landesfinanzministern dann da dran ist. Aber das ist in dieser Situation auch noch mal anders. Deshalb bin ich wirklich Fan von dieser Staatschancen. von diesem Stadtchancenprogramm, was ja die Ampel in der letzten Regierungszeit aufgesetzt hat. Der Vorteil dabei ist, dass das eigenständig entschieden werden kann. Und jetzt die Frage, ist es zu bürokratisch? Also in meinem Wahlkreis habe ich mit einer Direktorin gesprochen, die das tatsächlich verwendet. Und die hat eigentlich berichtet, dass es relativ gut funktioniert. Aber es gibt sicherlich unterschiedliche Erzählungen dazu. Und da wäre es natürlich wichtig, dass die Evaluation dann funktioniert. Können Sie mir Beispiele nennen, wo es gerade schwierig
speaker-1: Ich fand das Wort Erzählung so schön. ich stehe ja letztendlich mit dem Ausbildungsinstitut an der Stelle, dass ich von unterschiedlichsten Menschen unterschiedlichste Erzählungen bekomme. Und wenn wir jetzt einen Schulleiter nehmen, der das letztens mit uns besprochen hatte, der gesagt hat, das ist schon machbar, an das Geld zu kommen. Er tut das auch, aber er weiß von vielen Schulleitungen, die landunter sind, die dann sagen, eigentlich wüsste ich, dass da Geld liegt. Aber alleine bei dem Gedanken, mich durch diesen Dschungel an, nenne ich es jetzt mal ... Antragschul Formularen durchzugehen, dann muss ich entscheiden, ist das das letzte Fünkchen zu viel für mich meiner Belastung? Dann gebe ich das ins Team, also in die Schulen, dann die Schulleitung. Dann sind aber die Lehrkräfte damit völlig überfordert, weil die gar nichts mit dieser Bürokratie sonst zu tun haben. Und somit ... Das ist halt Das, was wir immer wieder hören, versickern manchmal Fördergelder oder fließen zurück, so besser gesagt, werden nicht abgeschöpft. Gleichzeitig kenne ich aber auch die Erzählung, die sicherlich viele Menschen kennen, angeblich würde die Regierung keine Gelder freimachen für so was, was ja nicht stimmt. Die Gelder sind ja freigemacht worden. Ich stelle mir immer die Frage, natürlich auch als ein Anbieter in diesem Bereich, wo müsste man vielleicht noch mehr kommunizieren, noch transparenter werden, wo könnte vielleicht noch die Regierung noch mehr Fokus rein ... Aber dafür bin ich natürlich nicht auf Bundesebene unterwegs. Da kenne ich mich gar nicht aus.
speaker-0: Ich könnte mir vorstellen, dass es auch nicht falsch ist, dass es beim einen besser funktioniert und beim anderen schlechter, weil ich glaube, dass die Beantragungsausgestaltung über die Länder läuft und die sind ja alle wieder unterschiedlich. Also das könnte sein, dass es da wirklich auch Unterschiede gibt. Ich habe, wie gesagt, jetzt aus Brandenburg eher positive Sachen gehört und das wissentlich, dass es gerade bei anderen Förderprogrammen oftmals das absolute Chaos ist, aber diesmal beim Startchance-Programm eigentlich positives Feedback, aber da würde ich mich noch mal schlau machen, weil ich das jetzt insgesamt interessant finde. Erstens, ob das tatsächlich so länderspezifisch und dann, welche Länder da besonders schnell auch die Gelder haben, weil daran würde ich das jetzt messen, sozusagen verausgaben können.
speaker-1: Das finde ich immer so, eigentlich dann, also dann wird Geld vom Bund, so stelle ich mir das halt vor, in meiner vereinfachten Vorstellung, so solchen Ausschüssen wie hier, wird gesagt, das ist gut, das machen wir, dann geht es durchs Land und wie gesagt in der Kommune wird es dann manchmal vielleicht nicht abgerufen, aus welchen Gründen auch immer und ich glaube da ist nochmal das Wort Erzählung ganz schön, weil ich denke auch da ist vielleicht, könnte vielleicht auch mehr passieren, weiß ich nicht. Der Schulleiter, den ich gerade im Kopf habe, der sagt, das ist anstrengend, aber ich machs trotzdem, weil da gibt's Geld, ich kann da rankommen. Warum sollte ich diesen Weg nicht gehen? Das kommt am Ende den Kindern zugute.
speaker-0: Ich hatte bei diesem Startchancen-Programm eher so einen anderen Gedanken, der vielleicht problematisch ist. zwar mein erster Gedanke, und das war auch die erste Frage, die ich der Schulleiterin gestellt habe. Mein erster Gedanke war, na toll, jetzt habe ich hier Geld, ⁓ zum Beispiel ein Projekt zu, was auch immer zu machen. Oder eben noch mal eine Personalergänzung von was auch immer. Aber hier kommt doch keiner hin, denn das sind ja meistens jetzt nicht Schulen irgendwo in, weiß ich nicht... Großstadt in der Mitte, wo alle hinwollen. Sondern das ist in der Regel gerade, wo die Bedarfe groß sind, irgendwo, wo es eben Schwierigkeiten gibt und dann eben nicht die Wohlhabenden Eltern ihre Kinder dahin schicken und dementsprechend auch die Lehrerinnen und Lehrer sich nicht darum reißen, dort zu sein und die dann auch ein großes Defizit schon im Kollegium haben. Also wenn mir eine Schulleiterin sagt, ich habe acht Lehrstellen oder Lehrerinnen und Lehrer zu wenig, dann ist das krass. wenn dann irgendwie Und darum kommen wir wieder zu dem Punkt davor, noch negative Presse dazu kommt. Wie zum Beispiel, es gab bei uns den Vorfall in Aninana. Dann A, kriege ich wieder keine Eltern, die ihre Kinder da hinschicken und B, natürlich keine Lehrkräfte. Und da habe ich gedacht, wenn wir jetzt da Geld, dann sagt die mir, ja, und woher soll ich da Leute nehmen, die das dann auch ausfüllen wollen? Dann habe ich das Geld, aber niemand, es machen will. Und dann habe ich sie gleich gefragt, wie sieht es damit aus? Und hat sie gesagt, bevor sozusagen, also sobald klar war, sie ist eine Startchancenschule. hat sie unglaublich viele Angebote auch von Trägerinnen und Trägern bekommen und sie hat sich das erste Mal den Eindruck, richtig unterstützt zu werden. Also von außen und gewollt. Und das hat ihr total Mut gemacht. ich möchte allen Trägerinnen und Trägern Mut machen, sich da wirklich auch aktiv zu melden und zu sagen, wir haben das und das in petto und das wirkt.
speaker-2: Sie haben was ganz Schönes gesagt, das hat es das erste Mal gegeben oder das gibt es jetzt und es ist ein 10-Jahres-Fahrplan und wir dürfen jetzt unsere Erfahrung sammeln und dürfen auch gut in die Kommunikation danach gehen. Was war gut, was hat sich in den Bundesländern gezeigt, was war in... Also die Bundesländer agieren unterschiedlich und ich möchte an der Stelle auch einmal Silke Müller zitieren, die gesagt hat, ganz oft ist es auch so, dass dann die Schulleitung auf einmal mit... Geld in Berührung kommt und Budget, wo man sich die Frage stellt, wie viel und wann und wo und was soll ich jetzt tun? Ich frage jetzt erstmal mein Team und was brauchen wir denn und wo setzen wir überhaupt an? Und das ist auch schon eine Aufgabe, wo man sich manchmal die Frage stellt, brauchst doch eine Tür- und Angelschnittstelle dazwischen, wo man sich, wo man erstmal mit der Verantwortung, weil die Erfahrung bei mir war jetzt, ich habe mit einer Schulleiterin gesprochen in Nordrhein-Westfalen und die Summe war überfordernd. Weil das runterbrechen auf 5000 Euro hat sich erst mal sicherer angefühlt, ⁓ mit dem Team zu arbeiten. Und dann kommt natürlich das Wollen und die Erfahrung von der anderen Seite. Und dann gibt es da manchmal auch einen Crash, wo man denkt, schade, der war jetzt total unnötig, weil wir hätten so viel bewegen können, wenn wir jetzt schon einen Schritt weiter wären oder diese eine Erfahrung schon mehr hätten. Und da ist auch manchmal die Erfahrung von mir, dass Schulleitung dann auch mit dieser Aufgabe. das erste Mal in Berührung kommen und auch da Bestärkung brauchen.
speaker-0: Brandenburg hat, jetzt bin ich keine Landespolitikerin und bin da natürlich jetzt nicht ganz so, ich hoffe das stimmt, aber ich habe das so im Hinterkopf, dass Brandenburg da die Möglichkeit geschaffen hat, dass Schulleitungen sich Menschen einstellen können, also eine Stelle einrichten können, die tatsächlich nur zum Beispiel den bürokratischen Aufgaben übernimmt. die überhaupt nicht, das was jetzt viele Lehrkräfte ja auch machen und dadurch eben unglaublich viel Zeit spart und auch Arbeit natürlich auch von Schulleitung selbst wegnimmt. Das fand ich eigentlich einen sehr guten Ansatz und der wurde auch gut angenommen. Und vielleicht wäre das, ich weiß nicht, wie das in Nordrhein-Westfalen gehandhabt wird, aber sozusagen proaktiv vom Land, das fand ich schon einen ziemlich guten Move.
speaker-1: Wir haben natürlich viele Leute, die hier zuhören, die ja auch aus dieser Branche kommen. Deswegen dachte ich, mache ich das heute auch einfach mal auf das Thema, weil ich glaube, es ist auch gut zu hören für unsere Community, welche Position vertritt dann da letztendlich auch die SPD oder auf was für Punkte kommen wir in diesem Gespräch. Was ich so ein bisschen beobachte und da würde mich einmal noch Ihre Meinung zu interessieren. Ich erlebe so ein bisschen manchmal ein extrem starkes Gegeneinander. Ähnlich wie bei Vereinen. Cottbus gegen Hertha BSC. Sehr gut. Zwischen beispielsweise den Ehrenamtlern und denen, die zum Beispiel in der privaten Wirtschaft etwas bewegen. Den Jugendhilfeträgern, die eher staatlich angedockt sind und den komplett freien Leuten, so wie wir es ja sind. Ich persönlich finde das immer schade, weil ich nicht dran glaube, dass man Gesellschaft und ich glaube, zumindest mein Gefühl, müssen ein Stück weit wieder Demokratie verstehen lernen, Demokratie in Schule bringen, Vielfalt aushalten lernen und das ganze Zeugs. Und wir machen das halt. Wir machen es aber in einem privatwirtschaftlichen Bereich. Und dann gibt es manchmal von Ehrenamt oder von eher staatlichen Stellen dann so ein, ja, sobald ihr aber dann nicht dieses und jenes seid, könnt ihr es ja nicht ernst meinen. Wo ich sage, das finde ich schwierig. Weil das in meiner Welt eine Unterstellung ist, die nicht fair ist. Weil am Ende wollen wir alle dasselbe und auch Fördergelder können bei Leuten wie uns ankommen, wissen wir ja, tun es ja auch schon zum großen Teil. Gleichzeitig bezahlen auch manchmal Eltern selber diese Kurse oder Fördervereine der Schulen. Und ich empfinde dieses Gegeneinander von unterschiedlichen Gewerken, die eigentlich dasselbe wollen, aktuell als ein sehr großes Hindernis das, was passieren kann. Und ich hab manchmal das Gefühl, dann wird die Regierung dafür verantwortlich gemacht, weil es so leicht ist, nach oben zu treten. Aber es wird nicht hingeguckt, warum sind wir denn hier in der Kommune nicht einfach mal Hand in Hand unterwegs und probieren, wieder irgendwen vom Tisch zu drängen, der eigentlich mit an den Tisch gehört. Also da sind zwei Fragen eigentlich drin. Wie fühlt sich das ... Ist es so, dass man als Regierung manchmal denkt, na ja, aber das liegt grad nicht in unserem Machtbereich, da müsstet ihr in Kommune jetzt eigentlich zusammenhalten? Und was müsste in Kommunen passieren, oder auf Landesebene das Gewerk mehr zusammenrücken? Oder vielleicht sagen sie auch, die freie Wirtschaft hat da nichts verloren. Kann ja auch sein, was ja auch okay wäre.
speaker-0: Also ich fange mit dem zweiten an. Insbesondere dann, Politik, es gibt ganz viele Förderprogramme, die öfter mal in der Kritik stehen, weil eben gesagt wird, warum an denen, nicht an denen und kann man das irgendwie, aber da möchte ich wirklich mal eine Lanze brechen für das, was wir dort aufstellen und auch schon weit vor meiner Zeit. Ob das nun Demokratieleben ist, was total unter Beschuss steht oder eben auch andere Programme. Das ist kein Geld. wir gehen mit Steuergeldern, da muss man ja sehr sensibel auch rumgehen. Das ist kein Geld, das einfach irgendwie willkürlich an Leute rausgeballert wird, sondern das wird immer geprüft, evaluiert, es muss nachgewiesen werden und so weiter. Und wenn dann Träger, ob privat oder nicht, das nachweisen können, dann kriegen die natürlich auch die Mittel und dann ist das approved, ⁓ das mal so zu formulieren. Und dann finde ich persönlich, darf die Debatte nicht da irgendwie ausschließend sein. Weil es geht ja ⁓ die Sache und nicht ⁓ wer bist du sozusagen. Genau. Und es ist auch wichtig, dass man natürlich schwarze Schafe ausschließt. Ist ja völlig klar. Und dass wenn mal ein Fehler passiert, ist, dass man da sofort auch reagiert und auch Konsequenzen daraus zieht. Aber das ist wirklich Also ein absolut so seltener Fall, dass da mal was missverschoben wurde sozusagen oder falsch ausgegeben. Das ist wirklich nicht sichtbar, die Anzahl. Und die zweite Frage war, ich bin ja nun auch Stadtverordnete in der Stadt Cottbus, das heißt ich bin auch Kommunalpolitikerin und diese unterschiedlichen Ebenen, die wir haben, gerade im Bereich Bildung kann man das ja ganz hervorragend sehen, wie krass das eigentlich ist. Also wenn man da so eine eine Schule nimmt, das ist das Schulhaus der Kommune. Das verantwortet die untere Ebene sozusagen. Das, drin ist, Lehrerinnen und Lehrer, das macht das Land. Und diese Sonderprogramme wie Staatschancenprogramme oder DigitalPakt, da versucht sich der Bund irgendwie immer noch so mit reinzuzekken, ⁓ irgendwie noch zu unterstützen. Und da verrehen wir jetzt wirklich von einer Schule und haben alle drei Ebenen zu sehen. auch da ist natürlich Wenn ich dann auf Lehrermangel angesprochen werde, als Bundestagsabgeordnete könnte ich immer sagen, ja, sorry, Landessache. Oder wenn ich auf Schulbücher angesprochen werde, das ist Kommune. je nachdem, Lehrmaterial kann natürlich auch vom Land vorgehen. Aber im Grunde ist es kommunale Sache. Und ich könnte mich da jederzeit sagen, Bildungsländersache. Aber das mache ich natürlich nicht, weil ich a, natürlich auch ⁓ mit einer gewissen Botschaft antrete und weil ich selber Kinder habe und deshalb das nicht einfach wegschiebe. Und ja, manche Kritik ist dann formell ungerechtfertigt. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist das auch nicht immer so, aber ich wohne nun in einem Bundesland, was seit es Brandenburg gibt, immer sozialdemokratisch regiert wurde und oftmals auch nicht immer, aber oftmals auch Bildungsministerinnen und Bildungsminister von der SPD hatte. Und dann fühle ich mich auch als Bundestagsabgeordnete und als Stadtverordnete der Stadt Cottbus in Verantwortung, weil natürlich habe ich die Kontakte und natürlich kann ich werben. Und natürlich werde ich mich als jemand, der politisch engagiert ist, innerhalb meiner Partei für bestimmte Positionen einsetzen. Und ja, ich werde auch möglicherweise innerhalb meiner Partei anecken. Und ja, es gibt immer noch diese die Grenzen des Haushalts zum Beispiel. Und dass dann irgend einer sagt, dann sagt mir bitte, woher wir das Geld nehmen sollen. Ich habe dann Ideen, aber die finden natürlich auch nicht überall Anklang. Aber was ich damit sagen will, gibt dieses Formal ist das ungerechtfertigt, aber eigentlich Menschen, die politisch aktiv sind, auch im Ehrenamt auf der kommunalen Ebene, da ist ja Ehrenamt wieder, da wir wieder bei Ehrenamt. finde, Sie in Parteien, die auch irgendwo aktiv sind, da auch einsetzen, und das passiert ja auch. Wir reden ja miteinander. Es ist natürlich einfacher und wohlfeil, zu sagen, nicht meine Partei, kann ich schon raufhauen. Aber ich glaube, das hilft am Ende nur den Antidemokraten, wenn man zum Beispiel sagt, die Grünen können es ja nicht, oder die Schwarzen können es ja nicht. Und dann kommen die Grünen und sagen, die SPD kann es ja nicht, und die FDP kann es auch nicht. Und die Leute denken sich so, irgendwie kann es hier niemand, na dann werden es ja wohl die Antidemokraten sein, die es können. Und deshalb warne ich wirklich auch massiv davor, sich gegenseitig immer so zu bashen. Es muss klar sein, Diese Unterschiede zwischen Freiburg und Pauli muss klar sein, die haben natürlich ganz klar Unterschiede und die haben unterschiedliche Ziele logischerweise. Und wenn es drauf ankommt, würden die natürlich immer sich stellen wollen.
speaker-2: Wieder auf dem Fußballplatz.
speaker-0: oder wie wir sagen würden, sich politisch inhaltlich stellen. Na klar will ich die CDU inhaltlich stellen und will ich die Grünen inhaltlich stellen und will ich die Linken inhaltlich stellen, völlig klar. Aber ich werde das immer mit Anstand und auf Augenhöhe versuchen und werde nur die Unterschiede eben versuchen deutlich zu machen, ohne dass ich persönliche Angriffe starte. Und dann gibt es eben eine Fraktion hier im Bundestag, die das ganz anders macht. Und von denen möchte ich mich natürlich an der Stelle dann auch abheben und sagen, ne, so machen wir das eben nicht.
speaker-1: Da sind wir gleich. Da würde ich gleich auf jeden Fall noch mal hin, weil dann sind wir auch beim Thema Rechtsextremismus in Vereinen, wo wir noch mal rein gehen wollen. Auf jeden Fall, würde mich brennend dafür interessieren, was für Fragen beim Roten-Bollerwagen von Kindern gestellt werden. Ich habe ein hypothetisches Beispiel, liegt mir auf der ... Das ist jetzt gerade auch für mich ganz wichtig, zu verstehen, wie würde dann die SPD-Fraktion letztendlich stellvertretend reagieren. Wir täten mal so, es gäbe 4000 gut ausgebildete Trainerinnen, die faktisch viele Probleme, die wir hätten in Schule, in Kita, in Gesellschaft lösen können, weil die wirklich vom Programm, von der Programmatik her und vom Curriculum das lösen. Jetzt würde aber in einem Förderprogramm, das ist wie gesagt ein fiktives Beispiel, im Förderprogramm beispielsweise steht in den Richtlinien, wir fördern alles rund ums Thema Resilienz. So, aber auf den Zertifikaten der Leute, würde nicht resilient stehen, sondern Lebenskompetenz. Jetzt ist es nicht anschlussfähig, das Zertifikat passt nicht zum Förderprogramm quasi, aber eigentlich passt der Inhalt der Trainer zum Förderprogramm. Jetzt würde mich interessieren, was wäre dann der Weg, Sie jetzt auch irgendwie hier stellvertretend gut heißen würden? Wäre es dann eher, dass man sagt, okay, wenn wir die durchwinken, ist es Willkür und Willkür ist nicht das, was wir wollen. Oder müsste man sich dann eigentlich hinsetzen und die Förderrichtlinien anschauen und sagen, wenn da 4000 gut ausgebildete Leute sind, die eigentlich sofort aktiv werden könnten und wir haben immense Probleme, wir müssten das Wort Lebenskompetenz da irgendwie reinschreiben, damit die an die Fördergelder kommen, damit in der Basis etwas passiert. Also, gehen wir dann, bleiben wir dann sozusagen unserer Linie treu, weil sonst würde es Willkür sein. Im Formalen. Im Formalen, wie der Oberbürgermeister unserer Stadt uns ja mal gesagt hat, das Gegenteil von...
speaker-2: Hmm... Ach!
speaker-1: Das Gegenteil von Bürokratie ist Wilke, so hat das gesagt. Mark Hetter. Grüße an der Stelle. Und da hab ich gesagt, das versteh ich ein Stück weit, aber wenn wir sozusagen die Bürokratie nicht auch ein Stück weit anpassen, wenn wir eigentlich wüssten, dass dadurch was Gutes passieren könnte, dann halt ich es auch nicht für richtig. Also, ich krieg's grad nicht auf den Punkt gebracht als Frage. Verstanden? Perfekt.
speaker-0: Ich habe verstanden und dennoch ist es natürlich überhaupt keine leichte Antwort. Insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass wir uns natürlich auch immer rechtfertigen müssen bei der Vorausgabung von Steuermitteln. Das ist ja nichts, was wir selbst allein erwirtschaftet hätten oder so, sondern das sind ja Steuermittel. Ist es zwingend, dass natürlich bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen. Jetzt ist natürlich die Frage, ob es bei so einfachen Formulierungssachen, die im Grunde fast das Gleiche meinen und ich meine irgendwie, das normale Alltag, Menschenverstand sagt ja irgendwie auch, ja, das kann man schon verstehen. Gleichzeitig sind wir aber so ein Land, Ich mache mal ein anderes Beispiel, zu zeigen, wo ich das zum Beispiel gerade schwierig finde, dass wir zum Beispiel keine Kriterien definiert haben. Momentan ist zum Beispiel der Begriff Journalist überhaupt nicht geschützt und das treibt Blüten, sind Wahnsinn. Also du musst nicht irgendeine Ausbildung haben, du musst nicht irgendwie, das reicht, dass du einen YouTube-Kanal hast und dann ab und zu mal Leuten ein Mikrofon unter die Nase hältst. Und was du da sagst, ob das irgendwie fundiert ist, ob das sich an Wissenschaft oder wenigsten an Wahrheit orientiert. Orientiert, wer weiß schon, Wahrheit, aber so bisschen so nah dran ist. Oder ob das einfach frei das ist, was dir gerade in den Kopf aufploppt oder wo du denkst, da habe ich die meisten Klicks. Das sorgt natürlich dafür, dass es unglaublich schnell auch eine Gesellschaft vergiften kann. Das bedeutet aber auch, wenn wir ehrlich sind, dass solche Leute auch jederzeit als Journalisten in so eine Stadtverordnetenversammlung rein können. wenn dann nicht gewisse Kriterien formuliert sind. Und da versuchen wir natürlich, Kriterien auch zu finden. Zum Beispiel sind die irgendwie Teil eines Medienverbands oder sind die irgendwo zertifiziert und so weiter. Und deshalb würde ich eher in solche Richtung gehen, anstatt sich an einzelnen Begriffen. Gleichzeitig wäre meine Empfehlung natürlich, an die Träger zu sagen, Mensch, guck doch mal, ob ihr nicht genau zeigen könnt, dass das, was ihr macht. zu den Förderrichtlinien, zu den Kriterien passt. Also so einen riesigen Tanker in kürzester Zeit umzulenken, ist, glaube ich, erfolgsversprechend als ein Schnellboot anzupassen und zu gucken. Und wenn man ehrlich ist, das machen ja auch in anderen Bereichen, also wenn ich jetzt an die großen Forschungsorganisationen denke, natürlich, wenn wir Forschungsprogramme auflegen und wir jetzt sagen, okay, Jetzt ist es die Hightech-Agenda und in letzten Legislatur war es, weiß ich nicht, Klimaschutz das große Thema. Dann haben die natürlich genau das gerade.
speaker-1: Wir sind dann quasi auch wieder bei einem sehr echten Beispiel angekommen, nachdem ich das Fiktive aufgebaut habe. ... Es fiel der Satz, mit logischem Menschenverstand verstehe ich, dass das irgendwie schon so Ähnlich Das selbe ist. Und dann sind wir wieder bei dem einzelnen Menschen in Stadt, in Kommune, der dann aber so treu der Richtlinie ist und sagt ... Es steht da nicht und das meinte ich vorhin mit und dann kommt plötzlich Fördergelder gar nicht da an, wo vielleicht der Bund sie mal für vorgesehen hat und das ist ja auch okay. Ich das ist so gesehen der Job dieser Person, da in der Verwaltung zu sitzen.
speaker-0: Unsicherheit dieser Person. Niemand will Verantwortung übernehmen. Das ist auch wieder die Spitze. Wenn die Spitze sagt, habt dort, ich gebe euch den Freiraum, Entscheidungen zu treffen, ohne dass ihr nachher an Marta-Fall landet, dann ist das natürlich ein ganz anderer Umgang, als wenn man sagt, nee, wir machen hier nur zack, zack, zack. Aber auch da möchte ich eine Lanze brechen für die Menschen aus der Verwaltung, die ja nicht nur ... von Bürgerinnen und Bürgern möglicherweise Kritik ausgesetzt sind, sondern eben auch von solchen Journalisten, wie ich sie gerade schon beschrieben habe. Ja, und wir haben dann natürlich auch Echo-Kammern, die davon leben, dass es Wut und Ärger gibt. Und dann kann man eine Lapalle, die eigentlich, wo jeder sagen würde, ist doch überhaupt nicht so ein Problem. Aber da hat man sich nicht dran gehalten. Vor zehn Jahren hat man sich aber daran gehalten. Und ja, das Leben verändert sich. Digi, das ist manchmal so. Dann passiert es. Und dann sind die da mit Namen und werden teilweise, und das ist ja das, was zum Beispiel solche Hetzportale wie Nios machen, die greifen ja tatsächlich schon Ministerialmitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, die für das Programm Demokratie leben, mit Namen, mit Anschrift und Kontakt und Bild. Und die erleben dann Hass und Hetze und da ist der Anstand halt völlig verloren gegangen. Also das beißt sich da so gerade alles so.
speaker-1: Versteh ich total und deswegen war ich vorhin auch bei diesem Thema. Ich weiß es immer ... Mir wird es mittlerweile bisschen zu viel immer nur zu sagen, es ist die Regierung. ... Danke. Ja, also jetzt ohne ... Ich sag das auch ganz oft an anderen Stellen, weil ich finde, natürlich, da läuft auch nicht alles rund, das muss man sicherlich auch der Fans halber anerkennen. Aber als wäre jetzt die Regierung alleine für alles verantwortlich. Als gäbe es nicht noch Bürgerinnen und Bürger und als gäbe es nicht noch dann ja ... Portale oder Medienhäuser, die gegebenenfalls auch ein Stück weit Meinungsbildung betreiben. Und für mich ist es an diesem Beispiel dann eigentlich so schön zu erkennen, da ist das Geld da. Jetzt könnte man vielleicht auch sagen, eigentlich hast du ein bisschen die Freiheit zu sagen, du könntest das schon, weil du siehst, dass der Anbieter stimmig arbeitet, weil der in der Qualitätssicherung ist. Aber wegen einem Wort machst du es nicht, gar nicht, weil du es nicht dürftest, sondern weil du Angst hast und unsichert hast, dass gegebenenfalls etwas passiert. Und das führt für mich und die Community eigentlich wieder nochmal zu der Schlussfolgerung. Es geht ganz viel auch ⁓ Beziehungsaufbau, glaube ich. dass wir als anbietende Garde letztendlich gut in Beziehungsarbeit gehen.
speaker-2: Sie haben es sehr häufig gesagt, das Wort Haltung. Es geht ⁓ Haltung, wer hält wen an welcher Stelle. Mir ist jetzt gerade auch noch mal eine Erkenntnis gekommen, weil dieses Wort Unsicherheit und dann auch Angst, etwas falsch zu machen, ist ja auch etwas, was wir in unserer Gesellschaft ganz doll vertreten haben. Angst haben, etwas falsch zu machen. Ich habe mich gerade in diesem Dialog immer wieder gefragt, wer darf dann mit wem an welcher Stelle sprechen? Wo ist dann der nächste Ansprechpartner? Weil am Ende sind wir beim Sport eingestiegen und auch da kommen wir wieder in Berührung mit dem Thema Sport. Wer ist am Ende derjenige, nochmal den Rahmen abstecken kann oder nochmal die Entscheidung dann auch final treffen kann und die Verantwortung dafür trägt? Und ich nehme, immer mehr war, dass wir uns ganz viel Problem-Lösungsorientierungsfähigkeiten da draußen wünschen. Wenn es aber mal schwierig wird, dann beobachte ich auch, die Aufmerksamkeitsspanne nimmt mehr und mehr ab. Die Themen zu durchdringen und auch wirklich zu verstehen und auch verstehen zu wollen und dann den Einsatz dafür zu leisten, ⁓ ein gutes Spiel da draußen zu spielen. Da hört es manchmal an einer oder anderen Stelle zu früh auf und dann fallen wir in das Gegeneinander und in die Wut. Und dann haben wir plötzlich genau das. Der gegen den, die Politik gegen die. gegen die Menschen, die sich an der Stelle einsetzen, die sich an der Stelle einsetzen gegen die Politik wieder, die Schule gegen die Eltern, die Eltern gegen die Schule manchmal. Und alles entwickelt ein Gegeneinander. Und eine wichtige Bindegliedstelle dazwischen, unsere Zukunft und die Jugend, die sehen wir manchmal gar nicht. Und das finde ich ganz traurig. Wenn Kinder und Jugendliche immer wieder leben, Erwachsene reden über die Zukunft, aber sie fühlen sich nicht gehalten, wie sollen sie dann Anschluss an die Demokratie finden? Und die Aufgabe berührt uns alle, jeden Einzelnen.
speaker-0: Ja. Ich kann ein hervorragendes Beispiel dafür liefern, was Sie gerade gesagt haben, nämlich dass Kinder und Jugendliche so ein Bindeglied sind und es gab einen Zeitpunkt, würde ich sagen, an dem wir das alle sehr gut sehen konnten. Und das war, als Fridays for Future losging. Weil da hat an jedem Abendbrusttisch, wurde darüber geredet, ob man Schule schwänzen darf, Klima und es hat einfach dieses Thema, dieses hochpolitische Thema, über das in ganz vielen Gipfeln gesprochen wird. und über das Wissenschaft diskutiert und Politik und so weiter, wurde am Armbrusttisch verhandelt. Und da ging es ⁓ die Frage Zukunft. Und da ging es ⁓ die Frage Demokratie und Einsatz dafür und wie weit darf man gehen und so. jetzt, unabhängig davon, was man davon hält, ist das eigentlich ein hervorragendes Beispiel für das, was Sie gerade gesagt haben. Da war der Blick drauf. Und bei Corona war es vielleicht genau anders. Da war der Blick eben nicht drauf, genau diesen, sondern da hat man so gedacht, das läuft so mit. Stimmt jetzt auch nicht, und es gab auch viele, die das kritisch gesehen haben, umgang mit Schulen und Kitas und so weiter. Kinder und Jugendliche zu befähigen, eigene Stimme zu erheben, ist so kostbar für unsere gesamte Gesellschaft. Das ist der Wahnsinn. Und Kinder und Jugendliche starkzumachen, auch Nein sagen zu können und auch resilient gegen Algorithmen zu sein, zum Beispiel. Das ist so viel wert. das können ja, wenn wir auch ehrlich sind, das Eltern oftmals gar nicht leisten, die ja unglaublich viele Sachen noch nebenher machen müssen. oder selbst gar nie gelernt haben. Muss man ja auch wissen, dass Generationen vor uns gar nicht die Mittel dafür hatten, also die Kompetenzen dafür.
speaker-1: Jetzt fährt der Oberbürgermeister der Stadt Hamm, das finde ich ganz witzig, immer mit dem Fahrrad durch die Gegend und hält die Bürgerdialoge. Ich glaube, ist ja alles andere wäre, es muss ein rotes Fahrrad sein. Alles andere würde keinen Sinn ergeben. Ich weiß es gerade nicht, aber ich glaube schon. Ich es ist weiß. Echt? Ja, mal mit ihm sprechen. Aber hier ist es ein Bollerwagen.
speaker-0: muss es natürlich eingeblendet
speaker-1: Ja, genau, richtig. Lenny, das Fahrrad von Oberbürgermeister Mark Hertha muss eingeblendet werden. Auf jeden Fall, Sie fahren mit dem Bollerwagen durch die Gegend und erhalten dann Bürgerdialog. Ich laufe. Ja, stimmt. Und dann sprechen Sie auch mit Kindern, Jugendlichen, nämlich an. Was hören Sie so, wenn Kinder und Jugendliche auf eine Bundestagsabgeordnete oder in dem Fall weiß ich nicht, es dann treffen die dann auf die Kommunalpolitikerin oder auf die Bundestagsabgeordnete?
speaker-0: Ich mache das dieses Jahr das sechste Jahr in Folge. laufe, also nur mal kurze Erklärung für alle da draußen. Ich laufe jedes Jahr zu Fuß durch jeden Ort meines Wahlkreises. Mein Wahlkreis ist riesig, ist im Osten meistens so, weil wir natürlich weniger Bevölkerung haben und dadurch natürlich riesige Bereiche haben, die wir als Wahlkreis abdecken. Das sind jedes Jahr 500, 600 Kilometer, die ich zu Fuß laufe. Am Tag so 20 Kilometer, je nachdem, was man so schafft. Und ich... Ich kündige mich nicht an, was aus Sicherheitsgründen auch gar nicht möglich wäre. Das würde mir das BKA leider gar nicht erlauben. Es ist in meiner Region leider auch schon so der Fall. Und ich klingle auch nicht bei den Leuten, sondern Menschen, die ich treffe.
speaker-1: Ich spreche dich an. Sorry, das heißt also, man kann sich nicht frei bewegen, weil sonst Angriffe geplant werden könnten, oder?
speaker-0: kann mich frei bewegen, immer dann, wenn ein Termin angekündigt wird, dann muss ich den zurückkoppeln mit dem Bundeskriminalamt, weil ich einfach eine sehr große Bedrohungslage habe. Die habe ich schon seit ich nur Kandidatin war. Das muss man sich mal vorstellen. Kandidatin sein bedeutet ja, ich werfe meinen Hut in den Ring, sage, das ist mein Angebot, nehmt es an oder lasst es sein. Aber schon da habe ich Briefe bekommen, ziehen Sie Ihre Kandidatur zurück, schützen Sie das Leben Ihrer Kinder und dann seitenweise Beispiele, wie ernst das gemeint ist. Und das wurde dann auch so eingeschätzt von der Polizei und auch vom Staatsschutz. Der entscheidende Aspekt ist, dass das natürlich bedeutet, dass ich sehr viele sicherheitsrelevante Entscheidungen treffen muss. allem, was ich tue für mein Team, aber vor allem auch für meine Familie und natürlich auch für mich selbst. Und insbesondere seit ich Kinder habe, mir das natürlich auch... Also ich war früher JOSU-Landesvorsitzender, habe da auch Hass abbekommen. Aber da habe ich immer gedacht, ich bin unsterblich und es geht nur ⁓ mich. Und da habe ich auch gedacht, na ja, dann habe ich offensichtlich den Nerv getroffen. Das ist natürlich, wenn man Kinder hat, ganz anders, weil ich mir das natürlich nie verzeihen würde und mich auch immer frage, ist es das wert? Ich engagiere mich jetzt hier und ich habe Haltung und auch Gegenwiderstände in einer bestimmten Region. Ist es das wert, wenn Ich spiele auf mein Leben zurück, blicke und sehe, was vielleicht passiert ist. Und das ist etwas, was ich mir natürlich mit mir selbst ausmachen muss.
speaker-1: Handelt man das mit sich selbst?
speaker-0: Mit viel Tränen teilweise. es ist wirklich so. Als Bundestagsabgeordnete habe ich eine 80-Stunden-Woche. ich dann am Wochenende bin, ich auch noch unterwegs. Hier kann es ja manchmal bis nachts ⁓ 3 gehen und ich fahre jeden Tag nach Hause. Das der Vorteil, der Cottbus ist ja nicht so weit weg von Berlin, da fahre ich jeden Tag nach Hause. Aber das kann eben auch sein, dass ich dann nur noch zu Hause andusche, mache die Brotbüchsen weg, die Kinder und dann bringen sie wieder weg zur Kita und Schule und dann geht es wieder weiter. Aber wenn man dann so einen Tag hatte, vielleicht schwierig war, wo man gerade wieder ganz viel Hass abgebekommen hat, insbesondere auch im Internet, aber eben auch per Mail und so weiter, und man dann nach Hause kommt und sich über die schlafenden Kinder, die sie sieht, sich so denkt, ⁓ Gott, was tue ich euch eigentlich hier an? Also die unter falschen Namen in Kita und Schule laufen und die schon jetzt genau wissen, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten müssen, die nicht einfach so mit mir auf einem Familienfest gehen können. oder selbst einkaufen schon schwierig sein kann. Je älter sie werden, desto mehr traue ich mir natürlich auch. Aber es ist und bleibt immer eine Abwägung.
speaker-1: Das liegt, noch eine kurze Rückfrage, das ist dann der Region aber ein Stück weit geschuldet oder ist das mittlerweile das politische Geschäft?
speaker-0: Also früher hätte ich gesagt, Region. Aber ich glaube, so naiv kann man nicht mehr sein. Also früher war es wahrscheinlich eher Region. Ich meine, 2021, als ich das erste Mal gewählt wurde, war das mit einem Abstand von zwei Prozent vor der AfD, habe ich das Direktmandat gewonnen. Und das lag, weiß ich ganz klar, lag nicht an mir, sondern der Bundestrend war eben SPD. Olaf Scholz hat sich gegen Annalena Baerbock und Milaša durchsetzen können. Und dann haben sich viele in meiner Region auch gesagt. Ich bin mir da ganz sicher, dass auch sehr viele konservative Kräfte und auch Linke und Grüne sich vielleicht gesagt haben, der Faust in der Tasche, bevor es hier blau wird, mache ich das Kreuz hier bei der SPD. Und das wusste ich von Minute eins an. Und das hat mich auch sehr demütig gemacht. Und deshalb eben auch die Zuhörtour, die ich als Kandidatin gestartet habe, habe ich dann eben auch durchgezogen. Und dieses Jahr, wie gesagt, das sechste Jahr in Folge. Und jetzt bei dieser Wahl Da war es so, dass der Bundestrend ein ganz anderer war. Und meine Partei mit der Zweitstimme ist nur noch auf 13 Prozent gekommen, so wie wir es jetzt im Bundestrend auch sehen. Aber selbst in Brandenburg hat die SPD nur noch 13 Prozent bekommen. Ich habe 23 bekommen. Ich habe also mehr bekommen, was ich ehrlich gesagt auch auf die Zuhör-Tour zurückgelegt Also da lag es schon an mir. Also da war der Bundestrend nicht auf meiner Seite. Aber die extreme Rechte hat eben 40 Prozent bekommen.
speaker-1: Vielen
speaker-0: Und das ist krass. Also ich war nicht mal nah dran. Und ich war die Zweitplatzierte. mit deutlichem Abstand vor den anderen. sich das klar zu machen, dass die natürlich sich fokussieren, die extremen Rechte, das kann man, ich bin ja wie gesagt Sprecherin meiner Fraktion für Strategien gegen Rechtsextremismus, das kann man ganz hervorragend in Europa erkennen, aber natürlich auch über den Atlantik hinweg, wie die extreme Rechte immer nach den gleichen Strategien arbeitet und Wir haben nicht exklusiv in Deutschland, aber die konzentrieren sich auf eine bestimmte Region oder auf bestimmte Regionen und von dort aus breiten sie sich aus. Da geht erst mal sehr viel Geld, sehr viel Investition in diese Richtung. Und dann holen sie sich den Rest. Und das hat man ganz hervorragend, das habe ich schon 2021 hier im Bundestag gesagt. jetzt sehen wir es überall. Und natürlich kann man was dagegen tun. Ich kann dafür auch Beispiele nennen. Nach der Wende gab es in ganz Deutschland, aber natürlich auch in Ostdeutschland, sehr viele Angriffe auf Asylbewerber, Heimhäume. Man hat diese Baseballschlägerjahre im Osten gehabt, wo Rechtsextreme mit Baseballschlägern Bomberjacke nachts rumgelaufen sind. Nicht nur nachts, auch Jugendclubs terrorisiert haben. Und die haben wir jetzt wieder. Aber die Länder haben unterschiedlich reagiert. Das gab es sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg. nehme die beiden Länder jetzt mal raus, weil ich die immer sehr gut vergleichen kann. Sachsen hat darauf reagiert, dass die ganz hart gegen Extremismus vorgegangen sind. haben gesagt, ... Also Null Toleranz gegen Extremismus. Das heißt, wenn Nazis demonstriert haben, war die Polizei da. Wenn es Gegendemonstrationen gab, galten die aber auch als extrem. Und das heißt, da war die Polizei auch da. mit harter Hand. Und Brandenburg und der Manfred Stolper hat eben einen anderen Weg gewählt, die hat gesagt, wir machen jetzt das tolerante Brandenburg und hat dezentral Förderprogramme, dezentral Demokratieprojekte unterstützt. Und als dann Pegida losging, da hat man gesehen, natürlich in Sachsen das sofort sich ausbreiten konnte. Und die haben es natürlich auch in Brandenburg versucht, in den ganzen Kottbus sollte dann Kogider kommen und in Brandenburg eine Hafe Bragider und weiß nicht, was da alles ... Und überall ging aber die Saat auf. Überall waren dezentral irgendwelche Demokratieprojekte, die sofort mobilisieren konnten und die irgendwie da waren. Das Problem ist, dass die Extremrechte immer mehr investiert hat und wir nicht in gleicher Kraft mitgelaufen sind, was unsere Ambitionen und unser Engagement im Bereich Demokratieförderung angeht. Und das ist nämlich das Problem. Also wenn die Bedrohung, nenne ich es jetzt mal, stärker wird und da mehr investiert wird und du aber nicht gleichzeitig mitgehst, könnte man jetzt bei Social Media zum Beispiel auch sagen, könnte man bei Schulmobbing, genau.
speaker-1: Mobbing.
speaker-0: könnte man das auch sagen. Wenn wir nicht feststellen, das ist nicht einfach ein Problem, was statisch ist, sondern was sich eben auch verändert. Und dann muss sich auch unser Engagement da verändern. Dann kannst du irgendwann nicht mehr mithalten und dann konnte eben auch Brandenburg nicht mehr mithalten. Und wenn du das Problem noch gar nicht erkannt hast, was ich selbst in meiner eigenen Fraktion bei den westdeutschen Abgeordneten beobachten konnte, die sagen, ⁓ na ja. Mit großem Dauern gucken sie zu uns rüber, sag ich mal. Aber sie haben nicht verstanden, dass das ihnen bevorsteht. Mittlerweile schon. Aber das ist ein ganz krasser Prozess. man kommt sich dann immer so ... Man wiederholt es und wiederholt es und man warnt und man kommt sich total alarmistisch vor. Aber es ist eigentlich nur Ablesen einer Strategie, die die Wissenschaft schon längst erkannt hat. Und dann muss man eben darauf reagieren. Und dann darf man nicht darauf reagieren mit, wir müssen einfach nur gute Politik machen und die nur gut erklären. Das reicht dann absolut nicht. Weil in der Demokratie, wenn du ein Problem identifizierst, nehmen wir mal was raus, Migration ist ja so ein ganz Lieblingsprojekt von so einigen. Dann haben doch aber unterschiedlich demokratische Parteien unterschiedliche Antworten auf dieses Problem. Und dann kann es auch nicht sagen, ihr müsst einfach, und wie oft habe ich das gehört, ihr müsst einfach nur das Migrationsproblem in den Griff kriegen und dann ist die AfD auch, nein, das ist Quatsch. Das unterschätzt wie gesagt die Strategie der extremen Rechten, immer da zu sein, wo die Leute auf dem Baum sind. Also die sind gegen Erneuerbare, aber auch gegen neue Tagebaue bei uns, weil natürlich die Leute auf dem Dorf nicht wollen, dass ihr Dorf weg ist. Naja, dann sind die natürlich bei den Leuten, da auf dem Baum sind, weil das Dorf weg soll. Die sind gegen vielfältige Lebensweisen. Aber Alice Weidel ist ihre Traumfrau. sind gegen oder sie sind für Sicherheit, aber haben die meisten Straftäter in ihrer Funktion. Und ich rede nicht von Anhängern oder Wählerinnen und Wählern, sondern ich rede von Menschen, die Stadtverordnete sind, Landtagsabgeordnete oder auch Bundestagsabgeordnete, wie oft wir hier. Aufhebung von ... Immunität haben, also Bundestagsabgeordnete sind immun gegen Gerichts- oder gegen Strafanzeigen, weil sie natürlich frei ihr Mandat ausüben sollen. Aber dann, wenn die Immunität durch den Immunitätsausschuss aufgehoben wird, dann ist schon viel passiert. Wir haben eine Partei, sagt, sie sind die Patriotisten überhaupt, aber mit ausländischen Regimen haben sie überhaupt keine Probleme, sich von denen kaufen zu lassen. Und wenn du eine Partei hast, die keine Haltung hat, wie willst du die dann inhaltlich stellen? Und deshalb glaube ich, und da können wir jetzt zur Zuhörer-Tour kommen, glaube ich wie gesagt nicht, dass es reicht, die nur inhaltlich zu stellen, gute Politik zu machen und dann die gut zu erklären, weil wir ja in ganz anderen Lebenswelten leben. Also wir, ich treffe bei meiner Zuhörer-Tour Menschen, die haben ganz andere Informationsquellen als ich. Das heißt, es kommt mir ein bisschen so vor, als würden wir so eine Glastür zwischen uns haben. Wir sehen uns, wir reden auch miteinander. Aber wir hören uns eigentlich nicht. Und wir hören uns vor allem auch nicht zu. Und ich mach auch mal ein Beispiel bei mir selbst, wenn Alice Weidel sagt, ich guck jetzt mal raus, ist bewölkt, aber es ist hell und ein bisschen Wind, dann würde ich doch ganz doll überlegen, warum sie vielleicht Unrecht hat. Ja, warum das jetzt nicht stimmt. Kleiner Spoiler für alle, die das jetzt nicht sehen, es ist bewölkt und es ist windig und es ist hell und warm. Aber ich würde natürlich alles versuchen, rauszufinden, warum das jetzt nicht stimmt. Und genauso geht es doch denen, die mir da begegnen, bei denen 40 Prozent immer AfD gewählt haben, die wollen ja mit mir gar nichts zu tun haben. Das heißt, die hören SPD und bleiben mir bloß weg.
speaker-1: Warum haben die das mittlerweile? Ich habe mich gerade gefragt, Sie hatten das so schön gesagt, die gehen dann zum Tagebau, die touren ja dann sozusagen auch, wenn man das sich so vorstellt. Ich habe mit meinem Nachbarn gesprochen, auch SPD, WELA.
speaker-0: Gibt's sie noch?
speaker-1: Es gibt noch SPD-Wähler, ganz genau. Und ich komm auch immer gerne mit Leuten ins Gespräch. Ich mein, als Unternehmer hatte ich halt früher eine lange Zeit eine offensichtliche Partei, recht nah an der Wirtschaft war. Die ist jetzt nicht mehr so ganz existent. Abwarten. Abwarten, genau. Und dann hab ich immer mit den Leuten gesprochen. Ich hab eigentlich immer gesagt, ... Ich kam eigentlich immer gut mit den SPD-Leuten ins Gespräch. Weil ich gesagt hab, neoliberal find ich total daneben. Ich würde mich immer eher als sozial-liberal bezeichnen. Und ich finde einen starken Sozialstaat super sinnvoll. Gleichzeitig bin ich aber auch der Meinung, dass die Wirtschaft Freiheiten braucht. Und komme ich immer gut mit denen ins Gespräch. Und hatte nie Probleme irgendwie. Und finde eigentlich persönlich, dass, das ist jetzt meine Meinung, auch wenn ich offensichtlich nicht der ganz klassische SPDler bin, ich finde, diese Partei muss vertreten sein. Also es macht einfach gar keinen Sinn, das nicht zu haben. Also eine sozialdemokratische Partei nicht immer. nicht stark vertreten zu haben in einem Land wie unserem, finde ich schwierig. Und dann frage ich mich immer, und wie gesagt, ich will hier keine Parteipolitik machen, darum geht es gar nicht. Wir sind so gesehen ja unpolitisch, wir haben unsere stark für Kinder Agenda. Wir wollen einfach starke Kinder sehen, wir wollen resiliente Kinder fördern, das ist, was wir wollen. Und Demokratie. Und Demokratie, genau, richtig. Vielfalt, dafür stehen wir. Einer unserer Slogan ist vereint in Vielfalt. Und ich frage mich aber, weil ich habe das gehört und habe dann gedacht, okay, ich verstehe das, dass das jetzt irgendwie, dass das nicht richtig ist. Aber gleichzeitig, ist dann die Lösung? Also wie könnte man es schaffen, dass man selber die Leute wieder so mobilisiert? Was wären die Antworten der SPD?
speaker-0: Also erstmal, warum ist das so? Weil es natürlich dieses Weg gegen die Gefühl. Und man kann in einer Gruppe, und das werden Sie besser wissen als ich, da gibt es Studien dazu, dass man in einer Gruppe, selbst wenn in einer Minderheit, sehr lautstark sich äußert, dass das innerhalb kürzester Zeit möglich ist, große Gruppe davon zu überzeugen. Das ist natürlich gruselig, aber gleichzeitig auch ein Hoffnungsschimmer. Weil das bedeutet, dass wenn du das Gefühl hast, du bist alleine und kämpfst hier gerade gegen einen rassistischen Kommentar, dann ist es möglich, auch selbst in einer Gruppe, die vielleicht zurückhalten bis hin zu, potenziell auch rassistisch, dass du... Du kannst eine Veränderung sein. Es ist aber, wie gesagt, dann bedrohlich, wenn es in die andere Richtung geht. ist völlig klar. Das ist der eine Punkt. Dieses Wir gegen die, was wir hatten, das ist natürlich viel einfacher, wenn man immer sofort... eine Antwort auf jede Frage hat. Was ist das Problem bei der Migration? Die da. Was ist das Problem am Sozialstaat? Die da. Was ist das Problem an... Ich könnte man jetzt willkürlich weitermachen. Die haben ja immer eine Antwort. Das Problem sind die. Haben die eine Lösung? Natürlich nicht. Aber das ist ja auch viel zu komplex. Unsere Welt wird immer komplexer. Und es ist natürlich so ein Gefühl auch von... Man hat wieder das Gefühl von Sicherheit, wenn jemand dir eine Antwort liefert. Wenn jemand dir sagt, du, pass auf, ist schwierig. dann hast du nicht den Eindruck, dass du dich darauf ausruhen oder darauf stützen kannst und dass du dieser Person dein Leben anvertrauen kannst, wenn die dir sagt, du pass auf, es ist ein bisschen komplex, ich versuch's mal. Und selbst meine Antwort, die ich habe, weiß ich nicht, ob ich die mit den Mehrheiten, die ich habe, durchsetzen kann. Da denkst du jetzt nicht im ersten Moment, ist meine Frau, die wird für mich hier. Das denkst du nicht. Insbesondere dann, wenn die gesichtslos ist. Die Partei, die SPD. Oder dann vielleicht sogar mit einem Gesicht, das sofort irgendwelche Makel angehangen bekommt. Also was ich alles für Bezeichnungen, weil das nämlich auch eine Strategie der extremen Rechten ist, dieses herabwürdigen. Also wir haben Artikel 1, die Würde des Menschen ist unantastbar. Daran hält sich die extreme Rechte überhaupt nicht. Da geht es, dieser Angriff wird immer gestartet, ob es jetzt eben irgendwelche Menschengruppen sind oder eben auch Annalena Baerbock, Robert Habeck, was die für entwürdigende Begriffe, auf meiner Zuhörer tue, diese Menschen gehört habe. Das ist natürlich einfacher, wenn ich jemanden, die Menschen würde, versuche wegzunehmen, dann kann man natürlich viel schneller auch gegen die auch Gewalt anwenden zum Beispiel. Jetzt komme ich da aber hin mit meinem Bollerwagen. ist nichts daran, ist glamourös. Wir haben es 30 Grad im Schatten, da ist Asphalt schmilzt. Kilometer 15, da ist nichts mehr glamourös. Und ich stehe da jetzt und wir unterhalten uns. Und der bält mich an, ich sag's Ihnen so, wie es ist, ich hab das letzte Mal die AfD gewählt. Ich kann mir ja gar nicht mehr. Und ich führe jetzt nicht aus. Also es ist nicht so, dass die Leute mir Rosenblüten vor die Füße streuen, weil ich da jetzt komme. Aber ich gehe nicht weg, sondern ich sag, was haben wir falsch gemacht? Erzählen Sie es mir. Ich versuche, zu wissen, was dahinter Ich will auch die Lebensleistung dieser Menschen sehen und erfahren. Ich lerne so unglaublich viel über die Region, die mir dann sagen, ja hier ist das und das. Und ich lerne unglaublich viel. Und ein Beispiel, was ich immer gerne auch erzähle, weil es so wirklich Stereotyp für diese Begegnung ist, dass ich da eben so ein Mann in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze, das ist ja mein Wahlkreis, und ich habe gefragt, Mensch, was sind hier so, hallo, ich bin Ihre Bundestagsabgeordnete, was sind hier so die Themen? Ja, die Ausländer, kommen hierher und die klauen alles weg. hier der Nachbar hätte schon eine Maschine verloren und der und der. Und er selbst hätte auch eine Vespa in seiner Garage. Aber er hat die gesichert mit Kamera und Versicherung und Schloss. Aber wenn die wollen, dann holen die sich das Ding. Da kann man gar nichts machen. Und natürlich hätte ich da jetzt erst mal mit Fakten, Zahlen, Daten kommen können und ich hätte keine Ahnung. das typische Bild eines alten, weißen Mannes, fremdenfeindlich und so weiter. Habe ich nicht gemacht, sondern zugehört, habe mir die Zeit genommen. Es kann sein, dass ich in einem Dorf mit einer Person eine Stunde und länger rede.
speaker-1: Ich glaube, ist aber auch etwas, das geht mir gerade durch den Kopf, weil wir reden ja einmal von der Partei, einer Parteiführung, der Parteispitze und Plänen, da vorhanden sind. Und dann reden wir ja aber auch von Wählern. Und ich glaube, was eine Zeit lang passiert ist, so hatte ich das zumindest empfunden, dass auch Wählergruppen tatsächlich entwürdigt wurden. Und das einfach gesagt wurde, jeder, der Partei XY wählt, ist links extrem, rechts extrem, was auch immer. Und was ich jetzt herausführe, aber ... jetzt gehen sie in den Dialog. Ja, ganz viele Menschen. Und ich glaube, das ist so wichtig, weil das war auch immer etwas, wo ich dann gestolpert bin als jemand, der Demokratie mag, dass man nicht sagt, also ich kann die Partei nicht kritisieren aufs Härteste. Wenn ich aber jeden Wähler auch einfach nur ein Stempel gebe, finde ich das auch nicht oder fand ich das immer nicht korrekt und deswegen finde ich das erstmal ein schöner Weg, der da passiert.
speaker-0: Und der wirkt auch. kann das kurz mal erklären. wir sind dann, er hat sich mir wirklich geöffnet, hat mir von seinem Leben erzählt und dann kam in diesem Gespräch heraus, dass die Vespa, die er da in der Garage hat, die Vespa ist mit der seine Frau jeden Tag zur Arbeit gefahren ist und die Frau ist gestorben. Das heißt, wenn die wirklich weg ist irgendwann, ist das ein Riesenverlust für ihn, die keine Versicherung ersetzen kann. Und natürlich ist der Moment, wo er sich mir geöffnet hat, natürlich wahnsinnig kostbar für mich. Ich sehe, wie Er sieht auch, ich bin ein Mensch. Die da oben, ja, ich bin ja die da oben. Und ich bin jetzt hier. Und ich will das wissen. Und ich möchte es besser machen. Und testen Sie mich. Aber am Ende habe ich wahnsinnig viel von ihm gelernt. Und für ihn war auch klar, das Problem sind nicht die Ausländer, sondern die Kriminellen. Und das ist ein Unterschied. Und ich habe ihn dann auch mal nach Berlin eingeladen, wo ich dann deutlich seriöser gekleidet war dann auch wieder. dann sieht er auch mal die Arbeit hier und na klar, da wird er nicht von heute auf morgen sagen, ⁓ krass, ab jetzt nur noch SPD. Aber dieses Phänomen von Alice Weidel, was ich vorhin beschrieben habe, das nächste Mal, wenn der im Radio hört, die Waldstein, dann wird er nicht denken, das Alice Weidel Phänomen, ach, das brauch ich gar nicht zuhören, sondern denkt, ⁓ ja, die war hier. Und dann kommt er wieder für ein paar Minuten aus seiner Blase heraus. Weil er mir vielleicht zuhört. Ob er mir zustimmt, weiß ich nicht. Aber er hört was anderes, er sonst in seinem Telegram-Chat hört. Und genau so ist das in jedem Gespräch. Die Leute sind überrascht, dass auch ich ein Mensch bin, dass auch ich Kinder habe, dass Fußballschiedsrichterin bin. Und das ist ja etwas, was ich wirklich auch allen sage, wenn ihr das Gefühl habt, ihr wisst gar nicht mehr, was man noch überhaupt machen kann. Ich meine, das ist ja ein total kleiner Radius, den ich da gerade aufmache. Aber je Ich bau jedes Mal zu wildfremden Leuten eine Beziehung auf. Aber wir alle haben diesen Onkel und diese Tante und diese Oma und so in einer Verwandtschaft oder diesen Nachbarn oder den Arbeitskollegen, der irgendwie was Komisches sagt. Und dann kann man natürlich sich selbst mental schützen und sagen, Kontaktabbruch. Oder man nutzt die Tatsache, dass man zudem schon eine Beziehung hat. Und dann macht man nicht dieses Fingerpointing und Verurteilen und dann bist du eben so ein Nazi, sondern man versucht diese Beziehung, die schon da ist. Du hast nämlich auch von Beziehungsaufbau gesprochen. Das ist ja so wichtig. Die Beziehung, die schon da ist, nutzt man ⁓ immer wieder mal eine andere Perspektive. Man selbst kommt ja auch aus seiner Blase raus. Und gleichzeitig gibt man den anderen auch die Chance, ihrer Blase rauszukommen. Und ich mache gerne mal so diesen Test. Wenn ich Leute frage, würdest du sagen, du bist bereit, in jedes Gespräch zu gehen mit der Einstellung? Es könnte sein, dass mein Gegenüber Recht hat. Da sagen mir alle, ja eigentlich schon. Und dann frag ich, na okay, testen wir mal kurz. Die Ukraine sind keine richtigen Flüchtlinge, denn die sind ja viel zu gut gekleidet. Das sind jetzt alle Sätze, die ich auf meiner Zuhörtour gehört habe. Mit Putin muss man einfach nur reden. Und die jüdische Weltverschwörung ist real. Gab es schon irgendwas von den Sachen, die ich gerade gesagt habe, du sagst, lass mich darauf ein, dass irgendwas davon stimmt? Nein, aber wir haben jetzt auch nur fünf Minuten geredet. Und wenn man sich die Zeit nimmt und auch wirklich immer wieder, und ich glaube fest daran, wenn man sich so, wir sind noch die Mehrheit. Die demokratischen Kräfte sind noch die Mehrheit. Und wenn wir uns jetzt wirklich jeder zwei Leute nehmen würden und sagen würden, innerhalb eines Jahres möchte ich, dass wir wieder auf Augenhöhe kommen, demokratische Augenhöhe. Ich glaube, das wäre ein Riesending.
speaker-1: Das finde ich gerade was ganz wichtiges, was du sagst. Denn es wird leider manchmal dieses Bild gezeichnet, dass das von Teilen der SPD-Wählerschaft, vielleicht auch von Teilen der SPD, so nicht mehr gelebt werden würde. Und das habe ich ja gerade gesagt, erlebe ich halt in meinem Umfeld auch anders. Ich konnte schon immer gut mit der SPD über Wirtschaft diskutieren. Das war nie ein Problem. Und manchmal ist man halt auseinandergegangen und hat gesagt, gut, okay, dann
speaker-0: Sind wir
speaker-1: Die nächste Runde gebe ich aus. Ist ja auch nicht schlimm, weil wir ja nicht im Extremen reden. Und natürlich gibt es auch manchmal Menschen, wo auch ich merke, Mann, das ist schon eine sehr, sehr, sehr, sehr krasse Bubble, in der du dann da bist. ich fand immer, also ich fand etwas, was ich wirklich als ganz, ganz schlimm für unsere Gesellschaft fand, war, und ich kann gar nicht mehr beziffern, wann es war, aber irgendwann ging es los, dass Menschen nicht mehr miteinander geredet haben. Weil sie gesagt haben, sobald jemand das Toleranzparadoxum, das ich auch gerne herangezogen, du bist intolerant, also darf ich auch intolerant dir gegenüber sein. Ich versteh das, ich kann das auch respektieren, wenn das jemand so leben will. Ich hab aber in ganz vielen Gesprächen gesagt, ich kann so nicht sein. Ich schaff das einfach nicht, weil ich mir denke, nee, wenn ich doch vielleicht einen Satz sage, den vielleicht auch die intoleranteste Person ein bisschen zum Umdenken bringt, dann kann das den Unterschied machen und ich will nicht intolerant mit intolerant.
speaker-0: der Unterschied
speaker-1: Ich will natürlich in der Sache hart sein. Du hast es gerade gesagt, in Sachsen gab es offensichtlich einen anderen Weg. egal aus welcher Ecke, der Extremismus kam super hart dagegen vorgegangen. Da sind wir wieder bei einem starken Start in meiner Wahrnehmung, der oft wichtig ist. Gleichzeitig muss es darin aber auch ganze Meinungsvielfalt geben. Superspannend. Vielen Dank für die Einblicke.
speaker-2: Ich würde das an der Stelle ganz gerne einmal zusammenfassen, weil wir sind bei dem Sport eingestiegen und haben für uns gesagt, Stärke ist Zuhören. Deswegen auch ganz liebe Grüße an den Herrn Ref. Einmal Stärke ist Zuhören und Hinhören und auch das Gespräch genießen lernen. Also mit allen Facetten, die zu einem Gespräch dazugehören. Und wir hatten an diesem Tisch auch das generationsübergreifende Thema, wie wichtig Verbindungen in die generationsübergreifenden Aspekte sind. Also wir haben viele Gespräche mit meinen Eltern, wo man Merkt, die Welt hat sich verändert. Das haben Sie auch so schön gesagt. Digga, die Welt hat sich verändert. Wir müssen jetzt hier zusammenhalten an der Stelle. Wir müssen gucken, was wir jetzt gemeinsam daraus machen. Wir haben hier eine Aufgabe zu erfüllen, alle zusammen. Und der Herr Räff hat gestern mit uns geteilt, dass er selber als Flüchtling, also mit einer Migrationshintergrund, jetzt zum Lehrer herangewachsen worden ist und nur diese Stärke im Klassenzimmer abbilden kann, weil er bereit ist, hinzuhören, zuzuhören. Und er baut eine ganz starke Verbindung zu den Schülern und Schülerinnen auf und trotzdem wählen sie die AfD. Das ist ja ganz fragwürdig so in diesem Zusammenhang. Wenn wir mal jetzt da drauf hören, was die auch alles mit uns geteilt haben, dann war diese Glasscheibe da drin. Also wir reden irgendwie über eine Glasscheibe wie dieses Handy, was wir in der Hand haben, wo wir die ganze Zeit Informationen aufnehmen, wo wir Wissen zugeschleudert bekommen, das ist eine so... große Menge an Wissen, das kann man gar nicht verarbeiten. Und vielleicht dürfen wir da auch gerade an dem Punkt sagen für alle, die heute zuhören und hinhören, stopp. Ich stoppe mal diese Wissensflut und ich gehe lieber in das Gespräch. Oder ich rede mit dem Nachbarn oder ich verbinde mich mit den Kindern. Und ich möchte eine Lanze brechen auch für uns, weil das haben sie auch gesagt, wenn denn eine Stelle an der Staatschance Schule frei ist, dann sagen einige Menschen. Ich weiß gar nicht, ob ich dahin möchte. Da ist ja gefährlich so. Da sind ja Menschen mit Migrationshintergrund. Und wir haben unsere Kinder bewusst an dieser Schule angemeldet und wir hätten eine andere Entscheidung treffen können, aber haben für uns gesagt, wir möchten unsere Kinder auf eine Schule schicken, die hier in der Nähe ist. Das ist die Staatschancenschule und da ist das Leben. Und wenn man da reinschaut, Kinder sind Kinder und die treffen Menschen und die spielen miteinander. versuchen in den Dialog zu gehen und das machen sie körperlich, weil sie die Sprache nicht beherrschen. Trotzdem werden sie von außen manchmal verurteilt, weil sie sich am Rucksack ziehen anstatt zu sagen, bleib bitte stehen, wir gehen noch nicht in die Aula. Aber der körperliche Ausdruck ist liebevoll. Er ist ein bisschen rougher, ein bisschen robuster. Aber sie kommunizieren miteinander die ganze Zeit und ich finde... ist so wichtig, dass wir eigentlich wieder diese Kneipenkultur aufleben lassen, dass wir wieder rausgehen, dass wir wieder miteinander die Dinge streitbar machen, dass wir sie auch hinterfragen, dass wir nicht alles glauben, was uns erzählt wird. Und das ist eine Kompetenz, gehört in Schule und die gehört auch in die Kita schon ganz früh, dass ich lerne, wer bin ich in meinem Körper und welche Stärke habe ich und wie kann ich die abrufen und unter welchen Spielregeln spiele ich hier eigentlich. Und deswegen trägt der Sport auch so einen großen Teil dazu bei, dass man ein Spiel versteht, weil am Ende gibt es Regeln und an die haben wir uns alle zu halten. Und ganz zum Schluss gibt es einen lauten Pfiff oder eine rote Karte. Und die rote Karte ist auch die, die wir uns manchmal erlauben müssen, hoch zu halten und auch zu sagen, stopp, bis hierhin und nicht weiter. Und deswegen leisten wir so viel Gutes gemeinsam. Und ich fand das Ganze schön, sie auch als Mensch kennenzulernen, weil das, was man hört, ist, auf Politiker sind doch keine Menschen. Ich glaube, die wischen sich den Popo auch mit Klopapier ab. Das sind schon auch noch Menschen.
speaker-0: Wir gehen natürlich nicht auf Toilette, wir zu wenig Zeit haben.
speaker-2: Bei einer Bollerwagentour glaube ich, das ist tatsächlich stücklich. Wir trinken wenig Essen, wenig Trinken, 80 Stunden. Und das unter dem Einsatz, dass man abends seine Kinder ins Bett bringt und trotzdem den Glaube nicht verliert an das, was wir noch erleben zusammen als Gesellschaft.
speaker-0: Wenig Essen, wenig Tuch. Ich habe, und ich glaube, wir haben halt einfach auch noch wahnsinnig viel zu tun. Das eine ist eben, wie gehen wir an Schule mit Kindern ⁓ Wie stärken wir sie in Familien? Wie stärken wir sie in der Schule? Auf meiner Zuhörtour habe ich Kinder getroffen, Schülerinnen getroffen. Ich erzähle jetzt mal ein Beispiel. Ich kam in einen Ort, das war, da war die Pandemie gerade so am Auslaufen. Und dann hab ich so gefragt, hey, was ist denn hier so los? Und die sind dann erst mal bisschen zurückhaltender, deutlich zurückhaltender als Erwachsene, muss man auch sagen. Die waren aber neugierig, weil ich natürlich einen roten Bollerwagen mit Haufen Zeug drauf hatte. Das hat die schon sehr interessiert und war vielleicht das Highlight in dem Dorf, in dem nicht so viel passiert ist. Und die haben halt gesagt, es war eine 16-Jährige und eine 14-Jährige. Und dann hab ich so gefragt, na und? So die Oma fragte, was wollt ihr mal so machen? was interessiert, ja, die eine war ganz klar, die will hier weg. Die will nach Hannover oder Braunschweig, weiß ich nicht, will da Tierärztin werden, keine Ahnung. Und die andere, ja, die weiß noch nicht. Und dann so, na ja, was interessiert dich denn in der Schule? Was sind so deine Lieblingsfächer in der zur Schule? Geht's ja eigentlich gar nicht mehr so richtig. Ich hab gefragt, warum? Naja, der Bus, der fährt so blöd, dass sie entweder immer eine Stunde zu früh da ist oder eben zu spät kommt. das ist, wenn man 14 ist, dann ist einem das peinlich, wenn man zu früh in der Schule ist. Und es ist einem natürlich auch peinlich, wenn man zu spät kommt und Ärger kriegt. Also geht man einfach gar nicht mehr. Und das ist so krass, ein Schulbus oder ein Bus oder eine Busverbindung auf einem Dorf das Leben eines Kindes so massiv beeinflussen kann. Das war total krass. In einem anderen Ort habe ich zwei Mädchen getroffen, die auch noch so, die kamen gerade von der Schule und mit dem Bus. Und dann habe ich gefragt, was ist hier so das, was euch bewegt und wollt ihr hierbleiben? Das ist immer das, was wir hoffen, dass die in unserer Region bleiben, gerade junge Leute. die haben gesagt, ne, wir wollen auf jeden Fall weg. Na, ich hab gefragt, warum? Wegen des Rechtsextremismus. Es ist für die viel zu bedrohlich und es ist überall und es gibt kaum noch eine Schule, in der der Rechtsextremismus nicht so krass dominant ist. Wo mir auch Lehrer sagen, ganz ehrlich, wenn heute Abend jemand ... Minder Charismatisches in den Klassenschat schreibt, wir treffen uns alle 18 Uhr, ich bringe die Masken mit, die sind alle da. Und ich hab das Julia Klöckner erzählt, Bundestagspräsidentin, hab ihr gesagt, genau diese Geschichte hat sie gesagt, ja wofür, wofür sind die dann alle da? Hab ich gesagt, in meiner Stadt passieren eigentlich jeden Tag irgendwelche Aktionen. Ob das irgendwelche Schmierereien an Hauswänden sind, rechtsextreme, ob das rassistische Beleidigungen, irgendwelche Hitlergrüße sind oder ob eben der Pfarrer angegriffen wird. Und gerade in den Dörfern ist es oftmals die Kirche, die das letzte demokratische Bastion ist. Deshalb wird sie ja auch von der AfD massiv angegriffen. Und das sind eben so Räume, die noch Schutzräume sind. Und das Krasse ist, und das möchte ich noch mal sagen, die Mehrheit weder in meiner Stadt noch im Landkreis drumrum ist rechtsextrem. Mal abgesehen davon, dass ja vielleicht die Leute noch mal dieser Unterschied zwischen Wählerin und Funktionärin, mit Wählerin und Wählern, auch von der AfD, rede ich natürlich, aber mit den Funktionären hier, die ganz genau wissen, was sie tun und du kannst nicht in der AfD sein und das nicht sehen. Mit denen rede ich nicht und das ist der Unterschied. Mit denen setze ich mich auseinander, wenn ich auf dem Podium sein muss und so. Aber auch da sieht man, dass es natürlich ganz unterschiedlich ist. glauben, dass es dann fair ist. Jeder hat drei Minuten und in den drei Minuten sagt der Typ von der AfD zwölf krasse Lügen über super komplexe Themen. Und dann habe ich die Möglichkeit, meine drei Minuten damit zu nutzen, vielleicht ein oder zwei Punkte richtig zu stellen. Da habe ich noch nichts über mich gesagt. So, und das ist eine ganz andere. Das macht ja CDU und Grüne und so machen das ja ganz anders. Das ist ein ganz anderer Konsens. Ja, also das heißt, mit denen rede ich selbstverständlich, aber die Mehrheit Sowohl in Cottbus als auch in Spree-Neisse und auch im Osten ist demokratisch. Die haben nicht die Mehrheit. Und die demokratischen Kräfte müssen es hinkriegen, ihre Unterschiede deutlich zu machen und gleichzeitig zusammenzuarbeiten. Und was auf keinen Fall passieren darf. Und deswegen, gerade Shout-out an meinen Koalitionspartner hier im Bund, CDU, CSU. Mir ist ganz klar, dass wenn die Konservativen fallen, fällt unser Land. Das war immer so. Und das kann man natürlich in einigen Kommunen auch schon sehen, wo eine enge Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD ist und plötzlich Kulturprojekte angegriffen werden. Zum Beispiel auch, haben in Cottbus ein Piccolo-Theater. Das ist ein Jugendtheater, ein Kinder- und Jugendtheater. Das ist natürlich unter Beschuss oder irgendwelche Subkultur ist sofort unter Beschuss. Schulen sind unter Beschuss. Da ist dann auf einmal Das ist in der Regenbogenflagge ein größeres Thema als Bildung. Und das ist Wahnsinn.
speaker-1: Du hast gerade gesagt, Konservative, wenn die fallen, dann geht das Land unter. auch da hatte ich, das ist dann wahrscheinlich das Beispiel aus der anderen Richtung, dass jemand der so aus unserer Branche kommt, mit der CDU zusammengearbeitet hatte. Und sofort dann, also CDU, konservativ gleich Rechtsextrem. Und dann hab ich mir gedacht, das geht jetzt auch schon wieder zu weit. Und da frage ich mich manchmal, wie schaffe ... Das ist schädlich. Das ist sehr schädlich, finde ich auch. Und da frag ich mich manchmal, wie kriegt man das hin? Dann sind wir wieder beim Fördertopf, da hatten wir das auch letztens mitbekommen, Demokratie leben soll ja neu aufgesetzt werden, oder da wird was verändert. Wurde ja sich nur auf die NGOs eingeschossen, die das Geld angeblich früher falsch bekommen haben etc. Ich hatte das so bisschen anders verstanden. Ich hatte verstanden, dass das einfach nochmal neu geschaut wird. Man kann sich neu bewerben etc. Und gleichzeitig, so hatte ich es verstanden, soll der Topf ja so bisschen auch in die breite Masse gehen. Und ich glaube persönlich auch daran, dass das schon sinnvoll sein kann, wenn viele kleinere Anbieter Gelder bekommen, die dann in den Kommunen... Letztendlich sind ja die großen Anbieter, nenne ich das jetzt mal, dann eher so landesregierungsmäßig, so stelle ich mir das vor, also in der Größe. Wir haben den Bund, dann haben wir einen großen Träger. Der hat natürlich eine gewisse Power. Und die kleinsten Anbieter, die machen vielleicht ihre 20, 30 Trainings im Jahr. Aber die, brauchen meiner Meinung nach auch Unterstützung. Und das hatte ich rausgehört, dass das damit eigentlich gefördert werden soll.
speaker-0: Das ist leider nicht so. Das ist auch wieder etwas, was Politik nicht sein darf, aber wir in letzter Zeit sehr massiv erleben, dass Politik anhand von Schlagzeilen und nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen gemacht wurde. Demokratie leben ist ein Programm, was es schon lange gibt, was Demokratie fördern soll dezentral und was schon immer evaluiert wird und zwar wissenschaftlich unabhängig evaluiert wird. jede Förderung, die vor allem natürlich den Kommunen zugutekommt, übrigens kleiner Spoiler, allem auch die meisten Landkreise sind CDU-gerigiert, die davon profitieren. Aber dann gab es eben diese Kampagne von Netzwerken der extremen Rechten, die gesagt hat, das ist Förderung von Linksextremen. Und das hat sich so verfestigt, leider auch in einigen konservativen Kreisen, dass man jetzt gesagt hat, wir müssen das alles komplett umformulieren. Ich war selbst in den Koalitionsverhandlungen mit der Union dabei und habe dort schon festgestellt, auch tatsächlich zum Thema Demokratie, da ging es auch ⁓ Jugend und ⁓ ganz große Arbeitsgruppe, aber eben auch ⁓ Demokratieförderung und die waren gar nicht so intensiv mit diesem Förderprogramm vertraut und auch mit der Tatsache, dass es evaluiert wird und auch mit der Tatsache, dass ist da, das habe ich vorhin auch schon gesagt, wirklich ein unglaublich minimalen also nicht mal sichtbar, wo mal was schief geht, was aber sofort aufgearbeitet wird und wo die Gelder auch sofort zurückverlagt werden können, kommt ja übrigens dazu. Also es wurde noch nie irgendwie was verpulfert. sozusagen, wollen die Förderkriterien ändern oder so, was ja grundsätzlich oder wir wollen das evaluieren, völlig in Ordnung. Das war das, wo wir uns auch im Koalitionsvertrag geeinigt haben. Wenn das aber dazu führt, dass Organisationen von vornherein ausgeschlossen werden, dann ist das problematisch. auch da ist... Wir müssen jetzt mal gucken. also Stand jetzt ist das, was sozusagen direkt vom Ministerium kommt. Das ist nicht irgendwie...
speaker-1: Was passiert das jetzt, Organisation ausgeschlossen?
speaker-0: Das kann das Ministerium selber machen, führt jetzt dazu, dass Organisationen komplett ausgeschlossen werden, dass die nicht mehr zusammenarbeiten können, wie sie jetzt schon zusammengearbeitet haben und so weiter. Es ist hoch problematisch. Lohnt sich wirklich, sich da mal mit zu befassen. Aber mir ist eben auch aufgefallen, ein unterschiedliches, wie man so schön sagt, Mindset. natürlich haben meine CDU-Kollegen in dieser Arbeitsgruppe Recht gehabt, wenn die gesagt haben, naja, die größte Demokratieförderung ist doch, wenn wir Vereine unterstützen, wenn wir zum Beispiel freiwillige Feuerwehren auf den Dörfern unterstützen. Ja, nur wenn die Feuerwehren schon rechtsextrem unterwandert sind, und zwar gezielt, und es gibt Regionen, wo das so ist, dann fördern wir ja da was, was überhaupt nicht demokratiefördernd ist, sondern dann brauchst du Leute, die eben da reingehen und die dann... Das ist natürlich auch insofern Unterstützung der Freiwegen Feuerwehr, aber in ganz anderer Herangehensweise. Und deshalb, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, übrigens sehr martialischer Begriff, dann brauchst du eigentlich eher diese Unterstützung von außen. Na klar.
speaker-1: Absolut.
speaker-0: Ist Prävention auch richtig? das ist ja völlig, das ist das, was wir als erstes machen sollten, da wo das noch geht. Aber da wo es schon nicht mehr geht, da brauchst du eben
speaker-2: Intervention.
speaker-0: Intervention. Und natürlich auch starken Rechtsstaat. Also ich bin auch logischerweise als Demokratin für einen starken Rechtsstaat.
speaker-1: Intervention. Extremismus, Prävention nenne ich das jetzt mal und das Ganze, was wir besprochen haben, hat für mich auch irgendwas mit, was heißt irgendwas, sondern sehr viel mit dem Thema Kinderschutz zu tun. Und das ist ja auch ein Thema. Du hast von der Bunde, nee das war die Katrin Krumrei, die haben wir doch auch getroffen. Die haben wir doch getroffen in Brandenburg. Die hatte eine Petition Kinderrechte ins Grundgesetz initiiert. Du hast da auch unterschrieben. Warum ist Kinderrechte ins Grundgesetz?
speaker-0: ⁓ naja, wenn sie im Grundgesetz sind, allen gesetzlichen Entscheidungen Kinder mitgedacht werden und die letztlich auch Anspruch darauf haben, dass es, also es ist sozusagen vor Gericht dann auch erstreitbar. Das kann schon sein bei beim Thema Straßenbau, dass man eben auch guckt, ist das eigentlich kindgerecht? Ganz wichtiger Punkt, den man gar nicht so auf dem Schirm hat. Das ist natürlich im Bereich Bildung, da ist es vielleicht am naheliegendsten, sage ich mal. Aber das ist in jedem anderen Bereich unseres Lebens. Und in dem Moment, wo Kinderrechte im Grundgesetz sind, kannst du das im Grunde einklagen. Aber der beste Fall ist ja, dass du es nicht einklagen musst, sondern dass es wirklich konkret mitgedacht wird. Und deshalb ist das so super relevant. Auch Gesundheit zum Beispiel, ganz wichtiger Punkt.
speaker-1: Stieß das auf! Stießt das auf offene Ohren?
speaker-0: Ja, also in meiner Partei ist das absolut unumstritten und ich merke auch beim Koalitionspartner ist das immer mehr und viele. Aber ich glaube, wenn sich da draußen der eine oder die andere findet, der das auch noch mal ein bisschen supporten möchte und auch gern dem eigenen Bundestagsabgeordneten von der CDU oder CSU schreiben möchte, wie wichtig er das oder sie das findet, frei raus.
speaker-1: Es ist für mich ja unvorstellbar, dass man da nicht für sein kann. ich beschäftige mich ja auch seit Jahren oder eigentlich seit meinem ganzen Leben mit dem Thema Kinderstärkung. Also ist für mich das irgendwie so logisch. Aber was ist denn dann so ein Argument dagegen?
speaker-0: Ja, das klassische Argument, was nicht greift, also was eigentlich nicht haltbar ist, aber was natürlich sofort, die anersten dann immer sagen, ja stimmt, ist Bürokratie. Ist ja Quatsch, weil wir haben ja auch andere Rechte im Grundgesetz. Warum sollte das so? Zu viel Aufwand oder die sind ja so mitgemeint, könnte man auch sagen, weil sind ja auch Menschen so. Aber dass das faktisch nicht so ist, ist auch klar. Gerade auch wenn es ⁓ Kinderschutz geht, wenn zum Beispiel Kinder schon Gewalterfahrungen haben oder so. Wie sicher sind wir uns, dass dann der Rechtsstaat auf der Seite des Kindes ist und nicht auf der Seite zum Beispiel eines Elternteils, was aber vielleicht auch Täter oder Täterin ist? Weil es eben das Recht des Erwachsenen dort dann mehr gilt. Und das ist so ein Argument, das viele Konservative bringen, die sagen, da werden Eltern gegen Kinder ausgespielt. Und das glaube ich nicht. Das glaube ich nicht, aber das ist das Hauptargument. Man würde den Eltern die Rechte nehmen, indem man Kinderrechte gibt. Das ist ein Argument. Kann ich auch nicht mitgehen. da gibt es auch wirklich, es gibt, also für alle, die das interessiert, da gibt es auch wirklich, bei Kinderrechte im Grundgesetz ist ja eine Aktion. Da gibt es wirklich auch hervorragende Argumentationen, die man im Internet findet. Und nochmal.
speaker-1: Da könnt ihr jetzt aber auch nicht mitgehen.
speaker-0: Meine freundliche Empfehlung an alle da draußen, wenn ihr Lust habt, eurem CDU-Abgeordneten, eurer CSU-Abgeordneten zu schreiben, lasst euch nicht aufhalten.
speaker-1: Lasst euch nicht aufhalten. Wir kommen gleich in den letzten Teil dieses Gesprächs. Was ich gemerkt habe beim Kinderrecht, ich will das nur einmal kurz teilen, und Kinderschutz. haben bei uns bei Stark für Kinder ein Qualitätsnetzwerk ins Leben gerufen, was anhand eines Qualitätssiegels nach außen sichtbar machen kann. Dieser Anbieter, der hat nicht nur eine Ausbildung, sondern der steht unter kontinuierlicher Supervision, kontinuierlicher Qualitätskontrolle, externen Feedbacks, die anonymisiert von Einrichtungen abgegeben werden, die automatisch ausgewertet werden. monatlicher Weiterbildung. Also wirklich kein Siegel, was man sich mal so kaufen kann, ⁓ dann zu sagen, guck mal, ich bin jetzt Kinderschutz-washed. Sehr gut. Sondern das ist wirklich echt. Und da haben wir auch tatsächlich jetzt schon ganz spannendes Feedback bekommen, weil unsere Anbieter, die da in diesem Netzwerk sind, haben die Verantwortung, bevor sie in eine Einrichtung kommen, das Kinderschutzkonzept anzufragen, die Kinderschutzbeauftragte der Einrichtung anzufragen. Es gibt noch ein Konzept, was sie benutzen bei offenen Kursen. Und da haben wir auch schon erlebt. Und das finde ich immer so. Und das meine ich wieder mit, da kann keine Regierung was für. Das ist die Basis, die da manchmal auch im Weg steht, dann, ⁓ ja, das ist jetzt aber ein bisschen zu viel. Dann arbeiten wir so sinngemäß, schieben wir den Auftrag noch mal auf. Wo ich mir denke, das kann ja nicht sein. Ich verstehe. Also wie gesagt, einfach nur mal so geteilt. finde, Kinderschutz ist nicht verhandelbar.
speaker-0: Ja.
speaker-1: Auch auf Anbieterseite hatte ich mit einigen die Diskussion, ja was wollt ihr dann von uns, wollt ihr uns dann ständig überprüfen? Ich sag, nee, wollen Kindeswohl, Pädagogik und Standard sicherstellen.
speaker-0: Ja, und es ist halt natürlich ein Aufwand, aber der Aufwand spielt sich ja tausendfach wieder rein. den Aufwand, den man spart, ist auch ein Punkt, man natürlich auf kommunaler Ebene, als Stadtverordnete, dieses, können wir jetzt bei Kinder- und Jugendförderung, können wir da jetzt nicht vielleicht auch bisschen Haushalt knappen, können wir da nicht, das ist wirklich viel in großer Posten, können wir da nicht ein bisschen sparen. Aber was man dann hinten raus an wahnsinnige Kosten hat, übrigens auch Aufwand, das kann man gar nicht so, also das ist viel höher und auch da, na klar, muss man dann ein paar Fragen beantworten. Ja genau. Aber das ist es ja eigentlich wert.
speaker-1: Das ist es werden. Das war jetzt das Negativbeispiel. Wir haben natürlich auch ganz viele positive Beispiele von Einrichtungen, die sich dann melden und sagen, endlich, weil dieser Bereich Kinderstärkung in dieser freien wirtschaftlichen Segment, wie wir ihn ja auch nach draußen tragen, ist ein unreguliertes Feld. Das muss man mal fairerweise anerkennen. Da gibt es keine Regularien. Und dann habe ich irgendwann gesagt, ich habe so viele Menschen ausgebildet, irgendwo müssen wir ja ein bisschen die Wilküe wegkriegen. dann haben wir gesagt, dann machen wir es halt selbst. kriegen auch ganz, ganz viel positiven Zulauf dafür. ist ganz wichtig. gehört noch mit dazu. Ich kriege die Info. Wir müssen hier raus. Wir müssen uns beeilen jetzt.
speaker-0: Darf ich noch eine Frage stellen, weil mich das immer interessiert. Wenn Sie jetzt ein Beispiel nennen würden, wo Sie sagen würden, das war so krass, wie sich unsere Arbeit da in dieser Schule ausgezeichnet hat. So ein kurzes Beispiel.
speaker-2: Das kann man auch gar nicht so kurz zusammenfassen und ich verstehe immer mehr, warum die Sitzungen alle so lang sind, weil die Themen natürlich diese Tiefe haben und diese Vielfalt. Wir haben ja auch die Schule und die Schule ist ein Ort, trifft sich alles. Man trifft da auf die Familienhintergründe, auf den Lehrkörper, der natürlich auch immer eine Hintergrundrolle einnimmt, schon eine persönliche Geschichte mitbringt. Ich finde, wenn man diese Geschichten, die wir alle sammeln und gesammelt haben, diese kurze Zeit der Verbindung, die wir haben, wenn wir Kinder stärken in Klassenzimmern oder uns auch mit Lehrkräften verbinden, zeigt sehr eindeutig, dass wir Stress abbauen dürfen.
speaker-0: von allen
speaker-2: von allen gemeinsam in diesen Räumen. wenn wir von ganz unten mal das Denken, Kindergarten, frühkindlicher Bereich, es ist enorm viel Stress vorhanden. Es ist so spürbar, dass die Erwachsenen weniger Zeit haben für die Dinge, die wertvoll sind, weil sie gestresst sind durch alles, was komplexer wird. Alles wird mehr. Medienkonsum wird mehr. Überall nimmt etwas zu, aber wir bauen auf der anderen Seite nichts ab. Das heißt, wenn ich eine Sache an diesem Tisch dann würde ich mir ganz doll wünschen, dass die Dinge nicht sofort zu Ende Wenn wir Kinder in der Schule gesehen haben, die hinterher bei uns in den Armen liegen, weil sie sagen, ihr seid die tollsten Menschen, ich gesehen habe, weil ihr glaubt an mich, dann sind da meine Alarmglocken an. Wir sollten Räume schaffen, wo ganz viele erwachsene Menschen, diesen Halt schenken, diese Haltung auch geben für die Zukunft. Weil Kinder sind das Wichtigste, was wir haben. Wenn wir da mal hinschauen, wo wir Dinge auch menschlich machen dürfen, wir brauchen ganz viel Menschlichkeit jetzt, ist es die Schulnote oder ist es die Beziehung? Ist es der Zusatz Persönlichkeitsentwicklung und auch Glück und auch Werteorientierung im Raum Schule ⁓ diese sozialen Fähigkeiten auch wieder wachsen zu lassen, ⁓ Kindern auch wieder diese Stimme zu geben. Dafür braucht es Bewegung, Sport, Erfahrung. Für mich ist Sport eine ganz große Schlüsselqualifikation in ganz vieles. Sportangebote dürfen wachsen. Die Anbindung von Schule an Vereinen durch den Sportbund und alles, was wir eigentlich in der Struktur haben, das darf eingestellt werden. Und dabei dürfen wir alle Stress abbauen. Und Stress abbauen das baut man meistens ab mit diesem wundervollen Punkt, muss man immer recht haben.
speaker-1: Und das ist letztendlich, was in den Kursen passiert. Die Kinder und auch Lehrkräfte nehmen, wenn wir uns so ganz normalen Kurs anschauen, so einen relativ standardisierten Kurs, lernen erst mal, dass sie nicht mehr so attackierbar sind von ganz vielen Meinungen von außen. Das heißt, nur weil jemand findet, ich bin doof oder ich bin falsch oder ich bin ein Opfer, auch immer, heißt das noch lange nicht, dass ich das zu mir, zu meinem, machen muss. Das ist etwas, was ganz viele Kinder aus den Kursen mitnehmen.
speaker-0: Ich habe Videos gesehen und habe das mit meinen Kindern besprochen. Die haben das jetzt auch total verinnerlicht. Nur weil einer sagt, ich bin blöd.
speaker-1: Genau, voll. Also ganz viele tolle Sachen. Ich könnte noch ewig weitermachen, wir müssen aber raus. Machen wir noch die Takeaways oder machen wir einen harten Cut? Noch mal schnell durchziehen? Takeaways, ja. Okay, dann. Wir machen einen Kinderalltag-Check zum Abschluss. Politik klingt oft sehr groß, sehr abstrakt und ist gefühlt sehr weit weg vom Alltag unserer Kinder. Wir geben Ihnen jetzt drei Sätze und sehr klären. Diese bitte so, dass ein Kind und Jugendlicher ... Die Sätze versteht. Beziehungsweise versteht, was hat das mit mir zu tun. Jana, mach du den ersten Satz.
speaker-2: Ihr fragt uns doch nur pro forma am Ende, ist euch doch ⁓ egal. Sieht man doch bei der Diskussion rund ums Social Media Verbot.
speaker-1: Was würdest du antworten?
speaker-0: Wie viel Zeit habe ich? Ganz kurz. bin auch im Digitalausschuss. Ich auch im Digitalausschuss. Ich werde jetzt gleich wieder in der Schulklasse und ich stelle denen immer Fragen. stelle denen, hattest du schon mal Stress wegen der Nutzung von Social Media mit deinen Eltern? Hattest du schon mal, wenn sich immer alle, warst du schon mal totmüde und bist aber trotzdem noch im Bett gewesen und hast gescolt, obwohl du wusstest, du musst am nächsten Tag früh raus, meinten sich immer alle.
speaker-1: Regie ist ja...
speaker-0: Und wenn keiner Social Media in deiner Umwelt hätte, würdest du dann lieber darauf verzichten? Wenn sie auch immer alle. Das heißt, der Wunsch von den Schülerinnen und Schülern ist, eine Lösung dafür zu finden. Ich frage auch immer gern, gibt es irgendjemand, der sagen würde, es soll eine Altersbegrenzung geben? Und es meldet sich immer irgendjemand, sagt, ja, wegen meines kleinen Bruders oder wegen meiner kleinen Schwester. Da ist die, Wunsch schon da und die Sensibilisierung auch schon da. Deshalb denke ich also, Die Frage würde ich so beantworten. Wir fragen euch, ich frage euch immer, was bewegt euch bei diesem Thema? Warum ist das für dich wichtig und warum nicht? Und eure Antworten sind eigentlich immer, dass ihr euch da was wünscht. Ob das eine Altersbeschränkung sein muss. Da bin ich noch nicht mal von überzeugt, dass das der einzige Weg sein soll, sondern es muss vor allem eine Die Inhalte müssen einfach stimmen. Die müssen kindgerecht sein. Das ist das, wo wir als SPD auch schon ein Konzept haben.
speaker-1: Der nächste Satz ist, ihr Erwachsenen habt eure Parteien, Unternehmen und Anwälte. Aber wen haben wir? Wer spricht denn für uns? Wie kriegen wir eine Stimme?
speaker-0: indem ihr euch den Raum holt. Erkämpft euch den Raum und glaubt niemals, dass das, was ihr zu sagen habt, unwichtig ist. Glaubt niemals, dass das, was ihr beizutragen habt, weniger sinnvoll ist, als das, was Erwachsene sagen. Glaubt niemals, ihr seid zu dumm. Denn wenn es zum Beispiel ums Wahlalter 16 geht, würde ich immer argumentieren, Menschen, die jeden Tag zur Schule gehen, und jeden Tag Zugang zur Bildung haben, sind wahrscheinlich die besseren Wähler als irgendjemand, der nur noch zu Hause sitzt und YouTube hat und schon lange nicht mehr im Alltag angekommen ist, unabhängig vom Alter. Das heißt, holt euch die Räume, kämpft dafür. Ich bin da.
speaker-1: Schön. Zwei haben wir noch, zwei schnelle.
speaker-2: Ein Jugendlicher sagt etwas Rechtsextremistisches und verteidigt sich mit, es war doch jetzt nur ein Spruch. Warum soll das denn jetzt so schlimm sein? Was sagen Sie ihm, ohne direkt den moradischen Zeigefinger zu heben?
speaker-0: Aus Worten werden Taten. Im Parlament gibt es Menschen, sagen, wir leben in einer Diktatur. Und man dürfe ja gar nichts mehr sagen. Und wir sehen das und denken sich, aber du hast es ja jetzt gesagt und wirst ja nicht in Handscheine abgeführt, ist ja Quatsch. Aber in meinem Wahlkreis gibt es Leute, sagen, ja stimmt, ich habe auch das Gefühl, man darf nichts mehr sagen. Und dann gibt es die, und es sind wenige, aber es ist einer reich, der sagt, aha, das heißt, ich lebe in einer Diktatur. Dann ist es ja ein gerechter Kampf, wenn ich den Ehrenamtlichen der Plakate aufhängt, zusammenschlage, die Abgeordnete, die mit ihren Kindern unterwegs ist, angreife oder Walter Lübcke, den Regierungspräsident von Kassel, von der CDU, erschieße. Und dass deshalb aus wortenwerten Taten achte auf deine Worte, auch die angeblich im Spaß sind. Ist aber Moral, Apostel, der moralische Zeigefinger, glaube ich, ne?
speaker-1: Ja, aber ich glaube ... Moral ist ja nichts Falsches. Die Frage war so gestellt ohne moralischen Zeigefinger. ich denke, manchmal ist es wichtig, dass wir ein Stück weit wieder eine gewisse Moral finden als Gesellschaft. So ein paar Dinge wie ... Ich geh freundlich und respektvoll mit meinen Mitmenschen ⁓ bin solidarisch in meiner Nachbarschaft. Ich unterstütze die Leute, die vielleicht auch in meinem engsten Umfeld sind. Das ist ja auch was Moralisches. Deswegen, ich finde das nicht schlimm, wenn man auch mal moralisch ist. Wir schließen mit, wenn du zaubern könntest, was würdest du heute als erstes für Kinder umsetzen und warum passiert das bis jetzt noch nicht?
speaker-0: Ich würde, also wenn ich zaubern könnte, würde ich wahnsinnig viel in Bildung investieren, denn Bildung ist der Schlüssel für alles. Für Demokratie, für Gesundheit, für Wirtschaft, für internationale Zusammenarbeit, für Forschung, für Wissenschaft. Bildung ist alles und deshalb würde ich unglaublich viel mittelsinnvoll in Bildung stecken. Und warum passiert das noch nicht? Weil es immer Kämpfe zwischen genau diesen ganzen Ressorts gibt, zwischen diesen ganzen Bereichen und unterschiedlich in einer Demokratie unterschiedliche Ansichten, was das Wichtigste ist.
speaker-1: Das ist etwas, was Kinder lernen dürfen. Das kann auch im Klassenraum gelehrt werden. Auch sicherlich schon oft gelehrt wird. Wir werden nicht immer alle aufeinander kommen. Manchmal muss ich auch etwas mittragen. Das meine ich, wenn man immer nur die Politik basht. Die wollen ja nicht. Dann finde ich immer so, na ja gut, aber man sitzt da nicht auf dem Stuhl und regiert so durch. Das will ja auch keiner. ⁓
speaker-0: Und natürlich Regierung ist das eine. bin ja Abgeordnete und kontrolliere die Regierung. Und natürlich muss die sich auch unsere Kritik anhören und die muss natürlich auch von uns gesagt kriegen, was so ist. Das passiert ja alles ja nicht ohne Widerspruch und das passiert ja nicht ohne, dass das auch hart errungen wird. Olaf Scholz hat das mal gesagt und das fand ich echt gut. Der Kompromiss ist doch was Gutes. Ja, der tut weh. Und Demokratie ist, das ist was, was ich auch immer sage, Demokratie ist anstrengend und die tut weh und es schmerzt. Aber eigentlich ist der Kompromiss was Gutes, weil er am Ende einen sehr großen Teil der Menschen glücklich macht, wenn wir Minderheitenschutz nicht vergessen. ist ganz wichtig. der Kompromiss ist eigentlich eine Riesenkompetenz und eine Riesenkraft.
speaker-1: Roger Cicero, ich glaube, der ist verstorben, wenn mich nicht alles täuscht. Das war ein deutscher Swing- und Jazzsänger. Hat ein Lied geschrieben namens Kompromisse. Der Text geht, das Geheimnis unseres Glücks sind keine Kniffe, keine Tricks. Man muss halt nur zu leben wissen mit Kompromissen. dem Sinne. Vielen Dank für das Gespräch.
speaker-2: Schöner Abschluss. Jetzt sage ich aber auch noch einen, weil das Konfliktpotenzial, wenn man das nochmal davor stellt, dass man für sich sagt, der Kompromiss und das Konfliktpotenzial und dann nochmal ein wichtiges Wort, die Schlüsselqualifikation der Sport. Der zeigt genau, wo wir Konflikte erleben dürfen und das aber in sozialen Fähigkeiten dann übersetzen dürfen, denn da lernen wir unsere Grenzen kennen und deswegen ist für mich Sport kein Nebenfach, sondern ein wirkliches Hauptfach und ein Vereinsbereich, wo wir genau diese Schnittstelle schaffen dürfen, denn da dürfen wir lernen. Das Leben.
speaker-1: Vielen Dank für das Gespräch, Dibban, Maya Wallstein und ja, bis zum nächsten Mal. Wenn euch die Folge gefallen hat, draußen an alle Zuhörerinnen und Zuhörer, teilt sie, verbreitet sie. Wenn ihr sagt, boah, das ist mal spannend, was ich da gehört habe, das sollte eigentlich meine Freundin oder mein Freund, wie auch immer sie heißen, hören, sendet ihn die Folge. Teilt sie, verbreitet sie, kommentiert sie. Ich sage danke und bis zur nächsten Folge. Ciao.
speaker-2: Danke.