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SWR Kultur lesenswert - Literatur

Die Heimat, die es nicht mehr gibt

Freitag, 25. September 2026 · 13 min

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Shownotes

„Signatur meiner Kindheit“

Der Soziologe Ilija Matusko (swr.de/kultur/literatur/ilija-matusko-arbeitsg…) wurde 1980 geboren; seine Mutter stammt aus Bayern; sein Vater kam in den 1970er-Jahren aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland.
Jahrzehntelang arbeitete der Vater in der Gastronomie in Bayern, stand als Koch in der Küche, sieben Tage die Woche. Der Geruch von Frittierfett, so sagt Ilija Matusko es, wurde „zur Signatur meiner Kindheit“.
Der Geruch von Frittierfett

In seinem autobiografischen Essay „Seitenwechsel“ (swr.de/kultur/gesellschaft/seitenwechsel-essay…) in SWR Kultur erzählte Matusko vom Tennissport und den damit verbundenen Klassenunterschieden, die er selbst in seiner Kindheit erlebt hat.
Nun hat Matusko seinen Debütroman vorgelegt, der, wie er im Gespräch erzählt, autofiktional ist.
„Jugo“, der Titel, ist doppeldeutig. Zum einen ist er die abwertende Bezeichnung für Menschen wie seinen Vater, für Einwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien. Zum anderen ist es der Name für einen heißen Wind, der über die Adria weht.
Rückkehr nach 30 Jahren

Matuskos Vater setzte sich eines Tages, nach 30 Jahren in Deutschland, in seinen Mercedes und zog zurück nach Kroatien. Die Eltern waren zu diesem Zeitpunkt bereits geschieden.
Jugoslawien, das Heimatland des Vaters, war bereits in einem brutalen Bürgerkrieg explodiert. Nun kam der Vater als Rückkehrer in einem fremden Land an.
Eine Liebeserklärung

Ilija Matusko erzählt im Gespräch von seinem Aufwachsen mit seinen Eltern, „zwei Menschen ohne Sprache“, die in perfektionierten Arbeitsabläufen wortlos miteinander funktionierten.
Von einem komplizierten Vater-Sohn-Verhältnis und davon, dass sein Roman letztendlich auch eine Liebeserklärung ist.

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