
Hybrides Arbeiten: Sollten sich Mitarbeiter das Homeoffice erarbeiten?
Freitag, 21. November 2025 · 43 min
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Shownotes
mit Ivan Cossu, CEO von Deskbird
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Stella t3n Interview. Spannende Gäste aus dem digitalen Kosmos. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Mitarbeiter zurück ins Office holen. Das wollen gerade viele Unternehmen. Und das Start-up Deskbird will dafür eine unterstützende Software entwickelt haben. Wie das gelingen soll und wie die Organisation der Büroarbeit eigentlich künftig generell aussehen kann, dazu spreche ich heute mit DeskBird CEO und Mitgründer Ivan Cossu. Hallo Ivan, schön, dass du da bist.
Ivan Hi, freu mich sehr. Hi Stella.
Stella Genau, ich bin Stella-Sophie Wojtczak, Host von t3n Interview. Und Ivan, ich würde sagen, wir fangen direkt einmal so an. Erklär uns doch mal und unseren Zuhörer:innen vor allen Dingen, wie funktioniert eigentlich eure Software?
Ivan Ja, sehr gerne. Die Software hat zwei Aspekte. Das eine Aspekt ist für den Mitarbeitenden und der andere Aspekt ist sozusagen für den Workplace Manager, also für die Person, die das Büro eben verwaltet. Für den Mitarbeitenden ist es ganz einfach, ist eine mobile App. Da kann ich erstmal sehen, an welchen Tagen sind welchen Kollegen im Büro.
Ivan Ich werde auch benachrichtigt, wenn gewisse Kollegen ins Büro kommen. Ich kann gewissen Gruppen folgen und sehe dann, okay, von meiner Projektgruppe oder von einer anderen Gruppe sind die Leute im Büro. Ich sehe auch Events, die im Büro stattfinden und kann dadurch sehr einfach entscheiden, wann lohnt es sich denn für mich, ins Büro zu gehen.
Ivan Das auch anderen anzeigen. Und ganz wichtig, wie der Name auch sagt, Deskbird, dann eben auch Schreibtische zu buchen. Also wir sind gestartet als Desk-Sharing-App, helfen Unternehmen dabei, Kosten zu sparen primär, weil bei vielen Unternehmen geht es bei Desk-Sharing auch um Kosten sparen. Und Desksharing sehr erfolgreich einzuführen. Das ist die Mitarbeiterseite.
Ivan Die zweite Seite ist im Prinzip die Administrationskonsole. Da können eben die Workplace Manager, Office Manager, also die Personen, die eben das Büro, zuständig sind für das Büro, für das physische Büro, die können da sehr einfach die ganzen Regeln verwalten. Also, wie können Mitarbeiter im Voraus buchen? Welcher Mitarbeiter darf sich wo einbuchen?
Ivan Auch die Gebäudepläne verwalten. Das passiert alles im Self-Serve durch die Unternehmen selbst.
Stella Ich habe ja eingangs gesagt, ihr seid ein Startup, ein junges Unternehmen. Gib uns doch nochmal so ein paar Eckdaten. Wann habt ihr euch gegründet? Wo habt ihr euren Hauptsitz? Wie viele gehören aktuell zu Deskbird?
Ivan Genau, wir sind gestartet vor fünf Jahren, offiziell gegründet vor etwas mehr als fünf Jahren, also mitten in der Pandemie, haben da geglaubt daran, dass sich die Rolle des Büros verändern wird. Wir haben von Anfang an geglaubt, dass Flexibilität zunehmen wird. Wir haben nie geglaubt, dass das Büro aussterben wird. Also wir haben schon immer gedacht, okay, es wird das Büro weiter entgegen, einfach in anderer Form.
Ivan Und so sind wir gestartet mit Deskbird. Am Anfang, wie es halt immer ist in einem Startup, man investiert ganz viel, Blut, Schweiß und Tränen. Und genau, hatten dann auch mit ein bisschen Glück so ein bisschen den Nerv der Zeit getroffen und sind heute, glaube ich, ganz erfolgreich hochskaliert. Wir sind bei knapp 100 Mitarbeitenden.
Ivan Unser Hauptsitz, wie man meinen Akzent, glaube ich, hört, ist in der Schweiz, ich bin auch Schweizer, haben aber Standorte auf der ganzen Welt. Wir haben Standorte, gesamt sieben Standorte, Barcelona, in Paris, Serbien, Rumänien und Bulgarien und München auch noch.
Stella International aufgestellt, das heißt, ihr müsst auch remote arbeiten. Da kommen wir später noch zu, wie ihr eigentlich selber so euren Office-Alltag, wenn ihr euch denn dann mal trefft, organisiert. Aber lasst uns nochmal eingangs bei eben eurer Software-Lösung bleiben. Es ist ja auch spannend, dass ihr in der Pandemie, wo Büros eigentlich dicht gewesen sind, wo wirklich nur noch wer nicht an das Konto reingegangen ist, gesagt habt, okay, das Office wird sich ändern und wir schaffen dafür eine Lösung.
Stella Aber wie unterscheidet sich denn eure Lösung bei Deskbird zum Beispiel von anderen, die ja auch dieses typische, ich nenne es jetzt mal Tischmanagement anbieten, nach dem Motto, hey, Mitarbeiter A kann sich einwählen, Mitarbeiter B auch und jeder hat halt einfach einen Platz, wo er sitzen kann.
Ivan Gute Frage. Erstmal, ich glaube, wo wir uns unterscheiden, ist, wir haben sehr, sehr viel in die UX gesteckt und das heißt nicht einfach mal so ein bisschen schöne Farben von der Web-Oberfläche oder irgendwie schöne Schriftarten, sondern es ist schon, wir haben von Anfang an geglaubt, dass man eine Lösung, eine Software heutzutage bauen muss, die total Multi-Plattform funktioniert, das heißt als native Mobile-App, als voll funktionsfähige Microsoft Teams-App, als Web-App, Und das eben sehr, sehr nahtlos, was am Markt, glaube ich, kaum einer so gut kann wie wir.
Ivan Und das Zweite ist dann auch, was wir gesehen haben, es ist wahnsinnig, wie komplex das Thema Desk Sharing geworden ist. Also ich kann mich nicht erinnern, wir hatten vor fünf Jahren beim Start, da konnten wir Kunden gewinnen, da hatten wir kaum, also wir hatten eine Mobile-App und wir hatten irgendwie, wir hatten nicht mal Gebäudepläne.
Ivan Also die Strategie-Buchung hat funktioniert über eine Liste eigentlich, so eine Art schönere Excel-Liste, die man einfach über die App buchen konnte. Und heutzutage, du hättest keine Chance mit so einem einfachen Produkt, sag ich mal, auch wenn es eine gute UX hat, weil die Anforderungen sozusagen explodiert sind, was das Thema Desk Sharing angeht.
Ivan Also heute möchten Kunden irgendwo KI-basierte Prognosen über die Office, sozusagen über die zukünftige Office-Nutzung, über sozusagen dynamische Anpassung von Buchungsmöglichkeiten, abhängig von der Nachfrage. Also wenn ich weiß, Montag, Freitag kommen wahrscheinlich weniger Leute ins Büro, dann möchte ich da an den Tagen weniger Schreibtische anbieten, damit die Leute besser zusammensitzen.
Ivan Also du hörst raus, das ist mittlerweile echt eine Komplexität daraus entstanden und da können auch wenige, ja, dürfen wir trotz Schweizer Bescheidenheit sagen, dass wir da einen guten Job machen, da mit der Komplexität mitzuhalten.
Stella Eine Sache, die du angesprochen hast, ist ja das Thema Tische zur Verfügung stellen. Also, dass es ja auch so ist, dass dann quasi Flächen beispielsweise gesperrt werden können in der App, damit, wie du gesagt hast, Mitarbeitende besser zusammensitzen können. Kannst du uns da nochmal so ein bisschen mehr zeigen, welche Anforderungen da eigentlich aktuell bei dem, ja, Desk Management so gestellt werden, seitens der Unternehmen?
Ivan Was man merkt spannenderweise ist, dass, die Fläche wird immer knapper. Am Anfang der 2020, 2021, da waren noch viele Unternehmen, haben sich zwar entschieden, Desk-Sharing einzuführen, zu verdichten, aber das hat man noch nicht gespürt, weil die Mietverträge, die liefen noch. Wenn ich mich heute entscheide, zu verdichten, dann dauert es wahrscheinlich zwei, drei, vier Jahre, bis ich es umgesetzt habe, bis ich wirklich da bin, wo ich eigentlich sein möchte.
Ivan Das heißt, das spüren wir jetzt und wir haben teilweise Kunden, die haben auf 1000 Mitarbeiter, haben die noch 300 Schreibtische, 250 Schreibtische, obwohl die regelmäßig auch ins Büro kommen. Und da kommen jetzt halt neue Anforderungen auf, wie beispielsweise, dass man. Gewisse Zonen an gewissen Tagen, gewissen Gruppen zur Verfügung stellt.
Ivan Also Beispiel ist sozusagen, Marketing darf sich in der Zone vom zweiten Stock, am Dienstag dürfen die sich da einbuchen, am Mittwoch ist aber das Sales Team dran, das auf der gleichen Zone sich einbuchen darf. Und was wir eben auch merken ist, man muss schon die Komplexität auch anbieten, damit man wirklich sozusagen die Einsparpotenziale realisieren kann.
Ivan Also es hilft mir nicht. Also was wir wissen ist von vor der Pandemie, sozusagen je nach Statistik, die man anschaut, wir haben 40 bis 60 Prozent Leerstand gehabt schon vor der Pandemie in vielen Büroflächen. Und mit der Pandemie, mit mehr Homeoffice ist es noch angestiegen. Das Problem ist nur, wenn du keine smarte Lösung hast, dann kannst du eben keine Ansparpotenziale heben, weil selbst wenn du im Schnitt vielleicht nur 15 Prozent Auslastung hast, kann es trotzdem sein, dass alle am Mittwoch reinkommen.
Ivan Wenn du dann am Mittwoch sozusagen 80, 90 Prozent Auslastung hast und an den anderen Tagen 20 Prozent, dann hast du im Durchschnitt vielleicht 50, aber du kannst nichts sozusagen verdichten, weil du brauchst an dem Tag eben doch die ganze Fläche. Genau da kommen Lösungen wie Deskbird ins Spiel, die es eben schaffen, mit smarten Regeln auch solche Themen umzusetzen.
Stella Kommen wir doch nochmal ganz kurz konkret auf das Thema Daten. Wie läuft das Ganze bei euch? Wie werden die Unternehmensdaten verarbeitet und gespeichert? Habt ihr Server in Europa?
Ivan Ja, wir sind gehostet auf der Google Cloud und wir sind gehostet in Frankfurt. Also die Daten verlassen Frankfurt nicht und können auch auf weitere Daten schauen oder ausreichen. Ja, verarbeitet ist, glaube ich, so relativ typisch, natürlich verschlüsselt. Wir haben auch viele Unternehmen, was durchaus ein sensitives Thema ist.
Ivan Das Thema, okay, wer ist wann im Büro, wer sitzt wo, wie lange hat man gebucht. Das heißt, wir sind auch ganz, ganz vorsichtig, was das Thema Datenschutz angeht, können auch entsprechend sehr, sehr weitgehend anonymisieren, aber wir haben Unternehmen, ja, das ist dann teilweise schade, aber wir haben Unternehmen, die gesagt haben, ja, aus Datenschutzgründen, müssen Daten anonymisiert werden von Anfang an. Das heißt, eigentlich so ein bisschen der Charme von Deskbird geht dann verloren in ganz seltenen Fällen.
Ivan Wenn man eben gar nicht mehr sieht, man sieht nur noch, wer den Platz gebucht hat, aber man sieht die Gesichter nicht mehr. Man sieht nicht mehr cool auf dem Gebäudeplan. Ah, die Stella, die sitzt jetzt oben links und daneben ist der Kollege und so. Sondern man sieht nur noch, dass die Plätze belegt sind. Das ist aber wichtig, vor allem in Deutschland und in Europa, dass man datenschutzmäßig da auch gut aufgestellt ist.
Stella Gucken wir mal jetzt an der Stelle wirklich auf die Mitarbeitenden. Die haben einfach den Vorteil quasi, wenn Deskbird in der Firma eingesetzt ist, dass sie sehen, wer wann wo sitzt und sich ihren Platz reservieren können.
Ivan Genau. Ja, das ist einfach gesagt, das ist es. Es ist ein bisschen mehr. Es ist zum einen, ist es wirklich diesen Komfort, dass ich weiß, okay, niemand geht gerne ins Büro und weiß nicht, also erstmal hat er einen Platz oder hat er keinen Platz. Selbst wenn er wahrscheinlich einen Platz hat, irgendwie ist es unangenehm, irgendwie rumzulaufen und nicht so genau zu wissen, okay, wo kann ich jetzt sitzen.
Ivan Parkplatz ist ein Thema. Ich will wissen, ob ich jetzt mit dem Auto kommen kann oder ob ich da einen Parkplatz suchen muss. Also das ist sozusagen der Hygiene-Aspekt. Wir haben mal ausgewertet tatsächlich, also immer sozusagen nach einer Nutzung von der Resport-App haben wir Mitarbeiter gefragt, was war jetzt der Grund, dass die App genutzt wurde.
Ivan Und tatsächlich war der leicht überwiegende Teil war gar nicht nur die Buchung von dem Platz, sondern der überwiegende Teil war die Abstimmung mit Kollegen, wann man eben sich trifft im Büro oder wann man ins Büro geht.
Stella Da kommen wir doch mal zu dem Punkt, ihr schreibt ja auch auf der Website, dass ihr quasi unterstützt, dass die Leute zurück ins Büro kommen. Aber wie macht ihr das denn dann ganz konkret?
Ivan Ja, also das eine ist, auch da wieder ganz einfach, wir haben Umfragen bei Usern und die sagen uns dann, der größte Benefit, auch mit Einführung von Deskbird, ist einfach diesen Peace of Mind zu haben. Ich habe die Transparenz, ich weiß, wen ich antreffe, also ich weiß, wenn ich ins Büro komme, ist es leer, ist es voll, wer ist da und auch einmal den Komfort zu haben, ich weiß, wo ich sitze.
Ivan Das ist einfach schon mal von der Convenience her, ist das ein zusätzlicher Anreiz, ins Büro zu kommen. Es gibt weitere Funktionen, wie beispielsweise die Benachrichtigung. Das heißt, man kann Leuten folgen. Das ist eine Art Instagram für das Office, wo ich Leuten folgen kann und dann entsprechend auch benachrichtigt werde, wenn diese Leute dann planen, ins Büro zu gehen.
Ivan Das heißt, ich sehe, Freitag sehe ich nächste Woche, Stella ist Dienstag und Donnerstag da, vielleicht will ich mich anschließen, vielleicht nicht. Und haben darüber hinaus auch nochmal die Möglichkeit, gewisse Events auch nochmal zu promoten. Das heißt, das können globale Events sein, wie zum Beispiel ein Afterwork-Drink am Donnerstag, wo man dann alle Mitarbeiter auch informiert.
Ivan Oder es können auch kleinere Events sein von Teams, wo ich sage, ich habe irgendwie jemanden Geburtstag und es gibt irgendwie Kuchen auf dem zweiten Stock und da können alle irgendwie kommen. Bis hin zu speziellen Angeboten in Kantinen, ja. In Deutschland ist ein Thema auch natürlich, dass man sich die Entscheidung, haben wir auch schon gehört, die Entscheidung ins Büro zu gehen, hängt davon ab, was in der Kantine sozusagen heute angeboten wird.
Ivan Und das kann auch beispielsweise über Deskbird ausgespielt werden, dass man eben sieht, wir haben Unternehmen, die haben dieses Kantinenangebot jeweils auch über Deskbird abgebildet, weil es Mitarbeitenden hilft bei der Entscheidung, wann es sich lohnt, reinzugehen und wann nicht.
Stella Also zusammenfassend gesagt, quasi auch viel Serviceleistung, die dann die Mitarbeitenden über diese Plattform in Anspruch nehmen können. Vom Kantinenplan bis ist meine Work-Bestie denn heute auch am Start.
Ivan Genau.
Stella Wie ist denn aber dann das ganze Thema, was ja auch immer bei die Leute kehren zurück ins Büro, sind weniger im Homeoffice, wird auch gefordert von Führungsetagen, von Geschäftsführung. Was ist mit dem Thema Überwachung? Ist es dann so, dass beispielsweise der Chef oder die Chefin genau sieht, ah, die Stella, die ist ja hier nur, hat einen Office-Tag, aber nur von 9 bis 17 Uhr. der Rest ist da, ist jetzt viermal vorgekommen, Abmahnung.
Stella Das ist jetzt natürlich sehr überspitzt, aber eben wie viel Privatsphäre hat denn dann der Mitarbeiter noch oder die Mitarbeiterin?
Ivan Ja, also wir versuchen hier natürlich die, Das ist eine sehr gute Frage. Es gibt auch immer wieder Debatten. Es gibt die Möglichkeit, über Deskbird auch so Hybrid-Work-Regeln einzuführen. Das heißt zum Beispiel, man hat als Unternehmen 120 Tage Office-Pflicht im Jahr oder 120 Tage Remote-Verfügbarkeit sozusagen im Jahr oder in der Woche oder in Prozent. Also da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Ivan Wofür wir plädieren, ist eigentlich immer so ein bisschen eine dezentrale. Und das sieht man auch in Studien, dass sozusagen die Akzeptanz bei Mitarbeitern ist am höchsten von solchen Regeln, wenn sie so ein bisschen dezentral ausgespielt werden. Das heißt, wenn man das Gefühl hat als Mitarbeiter, ich habe ein Mitbestimmungsrecht, zum Beispiel in meinem Team, wir haben eine Teamregel und wir entscheiden im Team, Fünfer-Team, Zehner-Team, wie viele Tage wir im Büro sein wollen.
Ivan Und das lässt sich auch über Desktop umsetzen. Das heißt, verschiedene Teams können auch unterschiedliche Regeln haben und so fühlt sich der Mitarbeiter dann auch weniger überwacht.
Stella Was mir bei dem Thema auch noch tatsächlich so als Folgefrage dann einfällt, ist natürlich, geht jetzt so ein bisschen auch schon in Teil 2, wo wir ja auch noch über Führung, über Unternehmen sprechen wollen, wie ihr das auch bei Deskbird selbst handhabt, heißt dann aber auch, dass die Unternehmen dementsprechend diese Lösung auch vernünftig einführen müssen.
Stella Also es reicht nicht nur, das Tool zu installieren in der Nutzung, sondern genau solche Absprachen müssen dann ja auch getroffen werden.
Ivan Ja, genau. Also das ist ein großer Teil der Einführung von Deskbird ist Change Management. Das geht oftmals voraus. und, ist einfach ein sehr, sehr wichtiges Thema. Ich glaube, der wichtigste Aspekt bei Change Management ist das Thema, dass viele Mitarbeiter verlieren erstmal ihren Arbeitsplatz, ihren Fixen sozusagen.
Ivan Da ist Deskbird auch so ein bisschen erstmal, wird ein bisschen mit Argwohn angesehen, weil wir sind irgendwie jetzt da mit dabei. Wenn man Mitarbeiter eine fragt, dann hätten sie immer am liebsten, sie hätten immer am liebsten den fixen Schreibtisch mit Einzelbüro, 20 Quadratmeter, aber gleichzeitig die volle Flexibilität, vielleicht nur einmal die Woche ins Büro zu kommen.
Ivan Das wissen wir alle, das ist schwierig, das ist nicht nachhaltig. Und was auch ganz spannend ist, was wir gesehen haben bei gewissen Unternehmen, ist, dass sie Mitarbeitende fragen und sie dir die Wahl lassen, in ein Modell zu gehen, also ihnen die Wahl lassen, in ein Modell zu gehen. Es gibt dann nämlich zwei Modelle.
Ivan Das eine Modell ist, du behältst deinen Einzelarbeitsplatz, also du hast weiterhin deinen fixen Schreibtisch, Einzelbüro oder nicht, das sei dahingestellt, aber du verpflichtest dich eben mindestens drei oder vier Tage die Woche auch ins Büro zu kommen. Oder du gehst ins andere Modell, du gibst deinen fixen Arbeitsplatz auf, dafür hast du eine volle Flexibilität oder du musst nur zwei Tage die Woche ins Büro kommen.
Ivan Und interessanterweise, was wir oft sehen, ist, dass so ein bisschen diesen Trend am Anfang entscheiden sich, also was wir oft gesehen haben, ist so 60-40, also 60% entscheiden sich für den fixen Schreibtisch und 40% gehen in das flexible Modell. Nach einem halben Jahr oder nach einem Jahr ist es genau umgekehrt.
Ivan Dann sind sozusagen 40 Prozent noch ein fixer Schreibtisch und 60 Prozent gehen ins flexible Modell. Und so kann man das ganz gut, glaube ich, begleiten. Ich glaube, Mitarbeiter müssen auch verstehen, die Flexibilität, wenn sie die wollen, dann geht es halt, es ist schwer zu argumentieren, dass sie dann noch einen fixen Schreibtisch haben, wo sie Pflanze, Bild und das Klischee halt haben von dem klassischen fixen Arbeitsplatz.
Stella Kurze Servicefrage. Wie ist es dann, ich kann mir aber schon quasi so einen Schreibtisch dann dauerhaft blocken, Weil ich glaube, wer das vielleicht für seinen Arbeitsalltag braucht oder wer auch bestimmte Technik an seinem Platz hat, der kann ja nicht immer so leicht mit im Zweifelsfall dem Rollcontainer durch die Gegend zockeln.
Ivan Ja, absolut gute Frage. Ja, das gibt es. Also Administratoren machen das auch oft. Also wir sehen auch immer noch bei Unternehmen irgendwo 20 bis 80 Prozent der Plätze sind immer noch fixe Schreibtische. Wir sind immer noch so gefühlt, auch bei unseren Kunden, wir sind immer noch am Anfang dieser Shared Desk Adoption und genau das kann man machen.
Ivan Also man kann zum einen Mitarbeitenden eben fixe Schreibtische zuordnen, wegen Ausstattung, was auch immer. Dann kann man noch entscheiden, ob der Platz, also wenn du jetzt Stella einen fixen Schreibtisch hast, du aber sagst, dass du im Homeoffice bist, dann kann das Unternehmen entscheiden, was dann passiert mit dem Platz.
Ivan Also darf der gebucht werden von anderen oder muss der sozusagen geblockt bleiben, aus welchen Gründen auch immer. Wir möchten aber bei den Mitarbeitenden sonst eigentlich vermeiden, dass sie sich immer den gleichen Platz buchen. Also ein normaler Mitarbeiter, der soll auch bewusst mal eben nicht immer am gleichen Platz sitzen und sich den gleichen Platz für ein Jahr im Voraus buchen, weil da sind wir de facto wieder im alten Modell.
Ivan Wir wollen ja auch fördern, dass Mitarbeiter sich mit anderen mal austauschen und bewusst auch mal neben anderen Kollegen sitzen, um so ein bisschen auch den Austausch zu verbessern.
Stella Nur noch, damit ich mich nicht verhört habe, 20 bis 80 Prozent, so breit ist die Range vom festen bis zum Sharing-Modell-Schreibtisch.
Ivan Ja, ja. Wir sind bei einigen Enterprises, da sind wir noch bei teilweise 80 Prozent Fixer-Schreibtisch. Und da sind auch bei uns einige der Enterprise-Kunden, die sind bei vielleicht 10 bis 20 Prozent wirklich Shared-Desk-Adoption. Das ist auch okay, weil es einfach dauert, weil die teilweise zehn Jahre Mietverträge haben oder teilweise Gebäude selbst besitzen an gewissen Lagen, wo es nicht so einfach ist, die auch dann unterzuvermieden oder weiter anders zu verwenden.
Ivan Deshalb dauert das da länger. Und dann gibt es halt bei den kleineren, flexibleren Unternehmen, die sind vielleicht eher bei noch 20 Prozent fixe Schreibtische und 80 Prozent flexibel.
Stella Kannst du uns vielleicht einmal so eine kleine Übersicht eurer Kunden geben? Wie ist das? Habt ihr eher KMUs, also kleine mittelständische Konzerne? Ich denke mal, wenn mein Unternehmen nur zehn Mann hat oder zehn Frauen oder Mann und Frauen, dann lohnt es sich vielleicht nicht so ganz.
Ivan Ja, 10 ist zu klein. Es fängt eigentlich so bei 25 an, so richtig. So, ab 25 Mitarbeitenden sehen wir gute Nutzung, auch über die Zeit. Wir haben Kunden, einige der ersten Kunden, die sind jetzt im vierten oder fünften sozusagen Renewing Cycle, also die renewen und die sind weiterhin super happy, buchen auch weitere Module hinzu von Deskbird.
Ivan Also, da geht es los und es ist echt extrem breit gefächert. Wir haben von 25 Mitarbeitenden bis zu Konzerne mit 100.000 Mitarbeitern und mehr. Die größten Rollouts, die wir haben, im Moment sind irgendwo zwischen 10.000 und 20.000. User gleichzeitig, das ist was ich vorhin gesagt habe, es kann Unternehmen sein mit 100.000 Mitarbeitenden, aber nur 10.000 oder 5.000 sind auf der Plattform, auf das Board.
Ivan Und was auch ganz spannend ist, ist wirklich teilweise die Branchen, also die man da gar nicht denkt. Man denkt erstmal immer so an die Startups und an die IT-Firmen, Aber tatsächlich ist der größte Sektor in unseren Kunden irgendwo eher im Energiebereich und bei Banken und Versicherern. Wir haben Anwaltskanzleien, viele Anwaltskanzleien auch als Kunden beispielsweise.
Ivan Ganz interessant, wo man denkt, das ist ja noch so papierhaft, geht das überhaupt? Aber tatsächlich sind die auch mittlerweile sehr, sehr innovativ unterwegs, was das Thema Arbeiten angeht.
Stella Wo du das gerade schon ansprichst, wie es bei den Kunden aussieht, da möchten wir doch auch so einen kleinen Einblick natürlich haben. Gibt es da quasi gerade so ein favorisiertes Modell, also dass man sagt 50-50, alle reduzieren die Flächen. Kannst du uns da mal so den Durchschnitt geben, wo ist der gerade?
Ivan Was viele gerne machen, ist tatsächlich bei den Plätzen, also ich sage von den Schreibtischen, eine Reduktion von 50 Prozent. Und das ist auch oft easy möglich. Also wenn du gestern oder in der alten Welt, wenn du auf 1.000 Mitarbeiter 1.000 Schreibtische hattest, du kannst selbst mit einem... Mit viel Office, also ich sage drei bis vier Tage die Woche Office, kannst du mit 500 Schreibtischen, oftmals reicht das aus.
Ivan Und was viele Unternehmen machen, ist, dass sie dann aber nicht jetzt einfach abmieten und die Fläche halbieren, sondern sozusagen vielleicht 20% abmieten perspektivisch, 20 bis 30%, was viel Geld ist. Also da reden wir von, bei Größen, das sind zweistellige Millionenbeträge teilweise. Also dann 20% wird eingespart und der Rest sozusagen wird umfunktioniert.
Ivan Also, was man eben oft sieht, ist, man braucht zum Beispiel mehr. Begegnungsflächen. Also, man merkt schon diese Bestrebung der Unternehmen, der schlauen Unternehmen, dass sie merken, okay, man muss das auch attraktiver machen. Die stupiden, Regeln, die Leute zurückzunehmen, das funktionieren oft nicht.
Ivan Was funktioniert ist, wenn man es attraktiv macht. Also wenn man halt doch in die Kaffeemaschine ist. Klingt blöd, aber wenn man doch in die Kaffeemaschine investiert, wenn man eine coole Launch Area investiert. Das lohnt sich. Und das ist das, was wir sehen. Auch spannend ist sozusagen eine andere Art von Meetingräumen.
Ivan Also man geht weg von diesen klassischen großen Konferenzräumen. Und wir sehen auch in der Nutzung. Die am stärksten genutzten Räume sind die kleinen Einheiten, wo Leute auch oft alleine reingehen, um virtuelle Meetings zu haben. Und das macht total Sinn. In der neuen Arbeitswelt brauchst du nicht mehr immer zehn Leute im gleichen Raum, sondern du hast vielleicht vier Meetings am Tag.
Ivan Ja, zwei davon sind alle Leute vor Ort, aber zwei Meetings bist du vielleicht der Einzige vor Ort und die anderen drei Kollegen sitzen an anderen Standorten. Und dafür brauchst du auch dann so einen Rückzugsort. Deshalb sind so Telefonkabinen und so diese ganz kleinen Räume. Wir sind auch bei uns, da sehen wir in den Daten, also am stärksten ausgebucht.
Ivan Und da wird auch investierende Unternehmen auch, die auszubauen.
Stella Dann fassen wir doch einmal ganz kurz zusammen quasi deine Tipps, um Menschen zurück ins Büro zu bekommen und zwar ohne Zwang bestenfalls. Einmal das Thema Einzelarbeitsplätze ruhig um 50 Prozent reduzieren, dann eher kleinere Meetingräume und in, ich sag's jetzt mal, die Sitzecke vielleicht in etwas freieren Begegnungsrahmen, wo auch mal kreative Meetings stattfinden können, sowas auch schaffen.
Stella Also Begegnungsflächen und auch tatsächlich immer noch sowas, ich weiß, es ist immer belächelt, aber eine gute Kaffeemaschine, ein Obstkorb, also auch sowas, würdest du sagen, ist ganz sinnvoll. Hast du da noch Ergänzungen auf der Liste, was funktioniert?
Ivan Zwei Dinge. Das eine ist, Standort ist auch wichtig, was wir auch sehen am Markt. Ich spreche auch oft mit sozusagen wirklich Beratern nochmal für Workplace, für New Office und was man auch oft sieht, ist einfach Standardverbesserungen. Also ich habe heute einen Standard irgendwo an der Peripherie oder noch weiter draußen. Ich will Talente gewinnen, ich will irgendwo attraktiver sein, ich ziehe in die Stadt.
Ivan Mieten wir was deutlich Kleineres, also teilweise halb so groß, teilweise ein bisschen größer. Spare vielleicht nichts ein, weil der Standard nicht mehr kostet, aber meine Arbeitgeberattraktivität und sozusagen die Office-Attraktivität ist deutlich höher. Das auch nicht zu vernachlässigen. Und das andere Thema sind die Regeln. Ich glaube, bei den Regeln, also ich finde Regeln okay, ich bin nicht gegen Office-Regeln, aber sie müssen sinnvoll sein, sie müssen Ausnahmen zulassen und sie müssen im besten Fall partizipativ definiert worden sein.
Ivan Das heißt eben, es ist einfach das Klischee, dass der CEO sagt, alle Leute vier Tage die Woche zurück ins Büro, Freitag darf niemand mehr Homeoffice machen. Das ist einfach so, gibt es halt oder gibt es in der Presse. Was eher funktioniert, ist partizipativer und den Mitarbeitenden halt doch noch eine Selbstbestimmung zu geben.
Ivan Es ist ja okay, es muss ja nicht jede Woche sein. Es ist ja mal okay, wenn ich eine Woche nur einmal die Woche reinkomme oder gar nicht reinkomme. Gleichzeitig verstehe ich aber auch und viele Mitarbeiter verstehen auch, dass im Office eben doch auch was Gutes passiert. Also die Mitarbeiter sind ja auch nicht so, dass sie sagen, nein, ich will gar nicht mehr zurückkommen.
Ivan Was aber Mitarbeiter nicht mögen, ist natürlich sozusagen sehr strikte. Undifferenzierte Regeln.
Stella Du, das kann ich doch ganz hervorragend jetzt einmal zurückspielen, wo du gesagt hast, das funktioniert. Du bist selber ja auch CEO eben von Deskbird. Wie handhabt ihr das denn? Also gerade mit den internationalen Standorten von der Logik her ist es doch schwer, euch alle mal zu versammeln, oder? Und du sagst ja, es ist wichtig, Begegnungen zu schaffen.
Ivan Das ist total wichtig. Also, wir sind ja remote first gestartet. Also, wir sind wirklich gestartet, kein Büro, beziehungsweise wir hatten eben so ein Coworking, wir sind eben in der Lounge gesessen, da waren wir noch zu dritt oder zu viert, haben uns irgendwie mit drei Kaffees auf den Tag sozusagen gemogelt und sind dann den ganzen Tag da gesessen.
Ivan Remote First gestartet, es haben sich automatisch Hubs rausgebildet, gar nicht, weil wir gepusht haben von Founder, CEO Level, sondern weil Mitarbeiter gesagt haben, hey, wir sind jetzt drei Personen in Berlin oder wir sind vier Personen in Bukarest, können wir nicht ein Office aufmachen, das wäre cool, wenn wir uns da treffen.
Ivan Das heißt, das passiert, es ist aber nicht genug. Es ist wie, ich sage das immer, Remote First ist so ein bisschen wie eine Fernbeziehung, es kann funktionieren, man muss aber viel investieren, sozusagen, in die, also, jemand muss auch reisen, sozusagen, wenn man sich nicht trifft, dann, dann fängt es an zu bröckeln. Und da sehen wir auch, wir haben die, also meine persönliche Regel ist, man muss mindestens viermal im Jahr, also einmal im Quartal, einen größeren Treffpunkt gehabt haben mit dem Team, mit der Planung oder mit dem Unternehmen.
Ivan Das machen wir auch. Wir machen zum Beispiel einmal im Jahr einen Summit, da sind alle Deskboards, alle 100 Leute an einem Ort versammelt für mehrere Tage. Da sprechen wir über Strategie, über Vision, wir haben Spaß zusammen, wir lernen neue Leute kennen und da gibt es noch sozusagen Treffen in kleineren Teams und Abteilungen.
Stella Wenn du jetzt sagst, ihr habt Spaß, ihr trefft euch, das heißt aber, das ist dann quasi nicht nur ein Arbeitstag, sondern im Sinne von Team-Event, da ist drum herum gebaut, man geht abends essen, unternimmt was gemeinsam, sowas, also dass man auch zusammen Erlebnisse als Team dann schafft.
Ivan Absolut, ja. Das ist auch dann immer sehr minutiös geplant, da sind auch immer noch die, Founder, ich und der Jonas, mein Mitgründer, wir sind da auch noch sehr involviert in die Details, weil wir auch genau wissen, wie wichtig das eben ist und Und es klingt total blöd, ja, aber du kannst zum Beispiel nicht irgendwie auf eine Bootstour gehen, wenn die Leute Hunger haben oder wenn die nichts gegessen haben.
Ivan Also so Kleinigkeiten, aber der Rahmen muss wirklich perfekt sein. Und dann haben diese Events eine extreme Wirkung. Dann haben sie wirklich einen großen Impact. Ja, ist auch wieder wie eine Fernbeziehung. Wenn man sich drei Monate nicht sieht und dann irgendwo sich trifft, dann vielleicht sollte man nicht einfach nur auf der Couch rumhängen zwei Tage, sondern es ist gut, wenn irgendwie ein Programm da ist.
Stella Um das noch ein bisschen handfester für die Zuhörer:innen zu machen, was heißt das dann? Du hast gesagt, Bootstour, Essen, wo fahrt ihr hin? Wie viel kostet das Ganze? Be mal Daumen. Gib uns da mal einen Einblick.
Ivan Das ist eine gute Frage. Also wir hatten, ich kann ja ganz offen sagen, wir waren jetzt vor vier Wochen, fünf Wochen auf Sizilien, alle zusammen. Das Budget, ich muss mal reingucken, war irgendwo 1.000 bis 2.000 Euro pro Mitarbeiter, die wir sozusagen da einrechnen, was immer noch günstiger ist als ein Office.
Ivan Ein Office pro Mitarbeiter kostet irgendwo in der Chance von 6.000 bis 8.000 Euro im Jahr. Das ist Budget, Programm war, Mittwoch abends sozusagen einfliegen, Donnerstag haben wir, also Mittwoch abends dann alle irgendwo treffen, es gab irgendwie Drinks, zusammen essen, aber nichts jetzt zu ausschweifendes, so dass Donnerstag doch alle nochmal gut aufstehen, dann haben wir Donnerstag ganzen Tag Workshops gehabt, so Strategie, Vision, es gab so kleine Teamworkshops, unseren Werten als Unternehmen, also schon wirklich Arbeit, aber halt mal ein bisschen rausgerissen zu werden aus dem Daily Business, und Freitag in der Früh war nochmal normale Workshops und Arbeit und dann am Freitagnachmittag haben wir sozusagen gesagt, da dürfen alle jetzt auf die Tour
Ivan kommen, auf die Fun-Tour, das war keine Arbeit mehr, weil wir einen wichtigen Meilenstein erreicht haben als Unternehmen, haben wir das sozusagen, spendiert, diesen halben Tag und da haben wir eine Bootstour gemacht, eine Tuk-Tuk-Tour, waren dann abends noch essen auf so einer Pizza, also so ein Pizza-Event am Abend, Und dann haben wir noch einen DJ gehabt am Abend mit Drinks.
Ivan Also kannst du ein Gefühl haben und Samstag sind alle zurückgereist.
Stella Aber das sind natürlich nur viermal im Jahr, hast du ja gesagt. Quartalsweise macht ihr das Ganze. Da gibt es viele Arbeitstage, die da drumherum liegen. Wie organisierst du da als CEO zusammen mit deinem Mitgründer, wie organisiert ihr das, diese Remote-Arbeit? Welche Regeln gibt es da?
Ivan Ja, also wir machen die Events nicht viermal im Jahr. Also das ist so, einmal im Jahr ist ein großes Event, die anderen sind dann alle kleiner, also nicht so sozusagen so in dem Rahmen. Und wie organisieren wir uns als Remote-Team? Also wir haben auch gesagt, da bin ich Überzeugung, dass gewisse Rollen funktionieren remote nicht so gut wie in Person.
Ivan Und das haben wir auch zum Beispiel, wir haben auch einen Standort in Barcelona aufgemacht, wo wir sagen, für gewisse Funktionen sollen die Leute wirklich im Office sein und mehrheitlich im Office sein. Also das ist schon ein hybrides Modell, was wir heute haben. Interessanterweise, was wir sehen, ist Leute, die oder Rollen, die sowohl sehr intrinsisch motiviert sind und auch gleichzeitig Senior sind.
Ivan Das funktioniert wirklich wunderbar. Die sind sogar wahrscheinlich besser, wenn sie nicht im Office sind, weil die sozusagen so, das ist so ein Beispiel, so ein Senior Engineer, also so ein Senior Software Entwickler, der kann sehr, sehr gut einfach, genau. In seinem Scope arbeiten und liefert ausgezeichnete Ergebnisse, sind auch bei uns viele Top-Performers im Engineering, sind wirklich remote first.
Ivan Und das auf dem anderen Spektrum ist sozusagen eher extrem motiviert, wo es auch sehr viel um Disziplin geht, um Repetition und Junior, das funktioniert deutlich weniger im Remote First. Ein Beispiel sind BDRs. Das ist die erste Rolle in Sales, wo man sehr stark in die Kalterquise geht. Man hat sehr viel Frustration, man kriegt sehr viele Neins, man muss sehr viel telefonieren.
Ivan Das ist ein typisches Beispiel für mich, wo einfach diese Office-Atmosphäre einfach viel, viel besser funktioniert, weil du hast rechts und links noch einen, der auch telefoniert, der auch Absagen kriegt. Und wenn du das halt irgendwie alleine in deinem stillen Kämmerlein machst, dann macht das zum einen viel, viel weniger Spaß und zum anderen, du lernst aber auch viel weniger, wie das andere halt irgendwie machen.
Ivan Und ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man sich wirklich bewusst ist, für welche Rollen man welches Modell hat. Viele Unternehmen machen das auch zu wenig noch. Die sagen dann so, eine Regel für alle und das ist es. Ich glaube, das ist falsch. Und dann für die Remote sozusagen first stellen, da ist einfach Kommunikation ganz wichtig, also wir haben Daily Stand-Ups, Daily Catch-Ups auch nochmal später am Tag, wir haben ganz, ganz viel auch Meetings einfach, wo wir sagen, okay, wir wollen uns abstimmen, haben entsprechend auch in Tools investiert, um die Kollaboration in Remote zu vereinfachen.
Stella Viele Fragen tun sich mir da auf. Eine zuerst kann man pauschal festhalten, dass quasi Junior-Level, sprich weniger Berufserfahrung, eher tendenziell mehr Zeit im Office aus deiner Sicht verbringen sollten und je mehr Berufserfahrung Senior-Level, dann quasi mehr Freiheit haben, zum Beispiel ins Homeoffice zu gehen, remote zu arbeiten.
Ivan Ja, total. Würde ich so unterschreiben. Ist auch so ein bisschen, kann polarisieren, die Aussage. Man muss es aber anders, also die, die sozusagen sagen, dass es falsch ist oder dass es irgendwie nicht fair ist, man muss überlegen, es gibt ja auch beim Urlaub, also in der Schweiz ist es so, dass man im Urlaub hat man sozusagen mit den Anzahl Dienstjahren, kriegt man sozusagen mehr Urlaub sozusagen.
Ivan Das ist ja auch völlig akzeptiert. Und ich habe auch mal gehört, dass Remote ist so ein bisschen ein Luxus auch, den man sich erarbeiten muss. Und das finde ich durchaus fair zu sagen, Punkt. Und interessanterweise sind auch, das haben wir ganz oft tatsächlich, wir hatten schon, also die Leute, die wirklich Gas geben wollen, die jungen Leute, jungen Talente, die frisch von der Uni sind, die wirklich Gas geben wollen, die wollen ins Büro.
Ivan Also die fragen auch, wir hatten schon Absagen, weil sie gesagt haben, oh, an dem Standort habt ihr kein Office, oh, das ist mir, ich will nicht irgendwie remote rumhängen, ich will schon diesen Vibe spüren, ich will die Kollegen spüren, ich will mich auslernen, ich will lernen, ich will Leuten über die Schulter schauen, zugucken, lernen.
Ivan Weshalb, ja, lange Rede, kurzer Sinn, das ist schon im Allgemeinen ist es definitiv so, aus meiner Sicht.
Stella Aber auch eine interessante Beobachtung dann zum Thema Team Spirit, es hieß ja auch eine Zeit lang, gerade die junge Generation möchte gar nicht ins Office, aber da sagst du auch das Gegenteil, wer wirklich motiviert ist, wer Lust hat, der hat eben auch Lust, im Team zu arbeiten, kurze Dienstwege und, ja, irgendwie ins Office zu kommen oder zumindest eine Office-Situation zu erschaffen mit KollegInnen.
Ivan Ja, total, das sehen wir. Es ist auch, also ich habe da auch eine steile Hypothese. Also es ist auch wirklich so, ich glaube, es ist nicht gut, wenn man aus dem Studium kommt und sofort in ein Remote-First-Setup geht. Darum? Weil du sozusagen dieses On-the-Job-Learning, das ist auch, Arbeit ist, das meine ich nochmal, also ich komme aus dem Business, aus dem Business kann ich das sagen, Arbeit ist nochmal ein anderes Umfeld als Studium.
Ivan Also du in der Arbeit hast du beispielsweise, du hast Stresssituationen, die du im Studium nie hast. Im Studium, ich kann mich nicht erinnern, außer in Prüfungssituationen, du hast nie mal Zeitdruck, wo du in einer halben Stunde was machen musst. Dinge können komplex sein, aber man hat doch immer Tage oder Wochen Zeit, um Dinge abzuarbeiten. Und mit dieser Pace, die es in der Berufswelt manchmal gibt, um die überhaupt mal kennenzulernen, ist halt so ein Office-Setup schon gar nicht so schlecht.
Stella Was aber vielleicht auch wichtig ist, ist nochmal über den Meeting-Druck zu sprechen. Weil du hast gesagt, ihr habt jetzt gerade Remote, ihr habt morgens eins, ihr habt abends eins. Wie verhindert ihr denn, dass dann plötzlich die Remote-Menschen ganz viel in Meetings hängen und irgendwie die im Office auch, weil man muss sich ja dann doch ständig austauschen?
Ivan Ja, uff. Ja, also das ist die Frage, die kann ich abschließend beantworten. Ich weiß nicht, ob man remote automatisch mehr in Meetings sitzt oder weniger. Was ich beobachte, ist schon komplexe Themen. Komplexe Themen mit vielen Involvierten, die sind wirklich schwierig remote. Also da haben wir schon ein paar Mal die Erfahrung gemacht. Wir sind teilweise Wochen an Themen gearbeitet, hin und her diskutiert.
Ivan Und da haben wir uns einmal zusammengesetzt für einen halben Tag und das Ding war gelöst. Weil einfach alle mal irgendwie so zusammenkommen, sich austauschen und that's it. Und deshalb glaube ich eher sozusagen, das ist schwierig und man sollte sich im Zweifel eher einmal mehr treffen remote, weil, um diese komplexen Themen zu lösen.
Stella Oder bestenfalls wahrscheinlich dann die komplexen Themen auf das Treffen vor Ort irgendwie koordinieren, falls das möglich ist.
Ivan Genau.
Stella Du selber sitzt gerade, wenn wir aufzeichnen, auch, ich glaube, in einer Telefonbox, könnte ich mir vorstellen. Das heißt, du bist im Office, weil ich denke, niemand hat die Dinger zu Hause bei sich stehen. Weiß ich nicht, ob das auch eines Tages kommt. Aber wie handhabt ihr denn vor Ort im Office dann die Regelung?
Stella Darüber haben wir nämlich noch nicht gesprochen. 100% Anwesenheit, diese klassischen drei Tage im Office, zwei Tage zu Hause. Wie macht ihr das?
Ivan Wir sind da noch sehr am Anfang. Wir haben keine Regel, tatsächlich. Und das ist auch, da gehen wir sehr vorsichtig an das Thema ran. Ich habe es vorhin gesagt, wir haben zum Beispiel in Barcelona, da ist unser BDR Team Hub. Und da haben wir gesagt, okay, die Ambition ist, da gibt es auch ein Team Lead, der sozusagen ganz klar die Anweisung hat und das ist das Commitment, dass die Leute schon vorwiegend im Büro sein müssen.
Ivan Wir prüfen jetzt aber nicht nach, ob die jetzt die Woche vier Tage im Büro waren oder drei Tage oder fünf Tage, so weit gehen wir nicht. Müssen wir, glaube ich, auch nicht. Und dann gibt es, wie gesagt, andere in anderen Stellen, wie gesagt, einige unserer besten Engineers, die sind, obwohl sie in München, leben und da ein Office ist, die kommen nur für den Barbecue Thursday rein, weil sie gerne Barbecue haben, sonst sind die nie im Office und die sind trotzdem, gehören sie zu den Top-Performern und es funktioniert.
Ivan Deshalb sind wir mit Regeln sehr vorsichtig und machen es eigentlich sehr, sehr freiwillig und versuchen eher mit Incentives, die Leute zu Begegnungen zu bringen.
Stella Es ist ja erstmal gut, gerade wenn das als Team funktioniert, wo wäre für dich der Kipppunkt, wo du sagst, okay, an der Stelle müssen wir jetzt einschreiten, wenn du, weiß ich nicht, nur noch alleine bei euch im Office sitzt, trotz Barbecue Tuesday?
Ivan Ja, das ist immer so ein bisschen, das ist immer die Gefahr. Ich glaube, daran liegt es, glaube ich, nicht. Was ist der Kipppunkt? Ja. Ich glaube, das muss man näher an den KPIs ausmachen. Also wenn man das Gefühl hat, und das muss man auch wirklich, da darf man nicht emotional sein. Also wenn man das Gefühl hat, okay, die Performance des Teams, des Individuums ist nämlich nicht da, wo wir sie uns wünschen.
Ivan Und dann gibt es einen Grund. Wenn Sie fragen, hat man das Gefühl, dass man es im Office besser wäre? Und manchmal muss man sagen, nein, das liegt nicht an dem. Die Person würde im Office genau performen. Und dann ist es die falsche Konsequenz, zu sagen, die Person muss öfter ins Office. Und manchmal kann es aber sein, dass man ja auf die Person vielleicht, keine Ahnung, wie gesagt, oft bei Junioren-Profilen, direkt aus dem Studium, nie so wirklich mal so in wirklich ein professionelles Umfeld, nie so ein Team, wenn es mal brennt, wenn es wirklich mal heiß zu und her geht, so eine Situation noch nie gehabt.
Ivan Da kann es schon so sein, dass es einfach sinnvoll ist, öfters ins Office zu gehen und auch mit Regeln dann zu arbeiten.
Stella Wir kommen zum Abschluss des Podcasts und damit nochmal zu so einem kleinen Ausblick. Wie werdet ihr das denn in Zukunft bei Deskbird handhaben? Also erstmal so, wie es läuft oder planst du da irgendwelche Anpassungen bezüglich Remote und Office-Strategie bei euch?
Ivan Also wir gehen schon in Richtung, also wir sehen ganz gerne Mehrwert auch von Offices. Und wir werden schon auch Richtung noch stärker einfach Office gehen. Nicht, weil wir sagen, wir wollen alle unsere Leute in Offices haben, aber dass wir daran glauben, dass im Office sehr, sehr viel, sehr Gutes entstehen kann.
Ivan Und unsere Strategie ist eher zu sagen, okay, wo macht es Sinn, noch weitere Hubs zu haben? Und im Hiring kann es schon sein, dass wir dann gucken, Okay, wenn wir zwei gleich gute Kandidaten haben, der eine ist sozusagen bei einem Office-Standort, der andere nicht, dann entscheiden wir uns wahrscheinlich für den Office-Standort.
Ivan Und das ist unser Plan. Tatsächlich haben wir auch weitere Offices geplant. Darf ich jetzt aber nicht sagen, wo die sind.
Stella Wenn du jetzt sagst, wir, da muss ich nochmal nachhaken, heißt das, du als CEO mit dem Team, auch aus Geschäftsleitung, aus Führungskräften, oder heißt das, wir im Sinne von, wir als Team Deskbird, wir Mitarbeitenden, ziehen da an einem Strang?
Ivan Ja, also das spricht für beides. Ich glaube, keiner von Deskbird hat etwas dagegen, dass mehr Office-Möglichkeiten sozusagen da sind.
Stella Und die finale Frage, ich meine, junges Unternehmen, ihr plant doch was für die Zukunft. Was mich noch interessiert, wie soll es mit Deskbird weitergehen? Plant ihr vielleicht ein neues Feature? Wollt ihr vielleicht auch den Fokus Energie sparen, was ja auch nah dran ist? Ich schaffe Flächen ab, wo heize ich etc.
Stella Noch mehr in euren Fokus nehmen. Was ist da so geplant in den nächsten zwölf Monaten?
Ivan Ja, also erstmal, ich glaube, das klingt total banal und langweilig, aber erstmal sozusagen wollen wir unseren Kern ganz, ganz gut machen und weiterhin sehr, sehr gut machen, das heißt sozusagen eine marktführende User Experience rund um Desk Sharing anbieten und weiter ausbauen. Das Thema Desk Sharing ist noch lange nicht am Ende und dann so ein bisschen die längerfristige Vision ist, dass ich auch glaube, dass das Thema KI ein ganz, ganz großes, wichtiges Thema sein wird, auch im Bereich Workplace Management.
Ivan Wir sind so im Bereich Workplace noch sozusagen, sagen wir mal, so ein bisschen rückständig, was das Thema KI angeht, das liegt daran, dass einfach die Daten, ganz viele Daten einfach nicht digitalisiert sind, also nicht digital sind, also zum Beispiel Gebäudepläne in vielen Unternehmen, als PDFs vielleicht, als Bilddateien irgendwie, als PNGs irgendwo rumliegen, alle in einem anderen Format, das ist oft sozusagen ein Zeichnungsformat, also es ist einfach so eine Art Photoshop, wo man dann irgendwie eine Bilddatei daraus generiert, aber schwer zu lesen und.
Ivan Da ist ganz, ganz viel Potenzial, weil viele Unternehmen, also wir sind immer noch bei einer absoluten Verschwendung bei der Office-Fläche, bei Büroflächen, aber das Problem ist, Unternehmen können nicht entscheiden, wenn sie keine Daten haben und ich kann zwar ein Gefühl haben von irgendwie 30% Leerstand, aber wenn ich es nicht in den Daten sehe, ich kann nicht eine Entscheidung treffen, ich reduziere meine Fläche oder ich spare Energie oder wenn ich das halt nicht, wirklich weiß, schwarz auf weiß irgendwo in den Daten sehe und das ist für uns ist der nächste große Schritt auch, da Unternehmen zu helfen, ja wir nennen es Workplace Intelligence, Unternehmen dabei zu unterstützen bei der Entscheidungsfindung,
Ivan ja wie viel Fläche brauche ich an welchem Standort, wie muss die Fläche ausgestaltet sein, wo brauche ich, welches Team braucht mehr Fläche, welches Team braucht weniger Fläche, welche Arten von Meetingräumen brauchen wir mehr, von welchen brauchen wir weniger und da wirklich Fläche maximal effizient zu nutzen.
Ivan Das ist auch ganz klar bei uns auf der Zukunft, auf der Roadmap.
Stella Ach, eine interessante These, dass Unternehmen immer noch sehr viel Fläche verschwenden. Vielleicht eine, in der wir in einer der zukünftigen Folgen sprechen können. Aber jetzt für die Folge von t3n Interview sind wir erst mal am Ende angekommen. Und deshalb danke ich dir jetzt ganz herzlich, lieber Ivan, dass du heute bei uns zu Gast gewesen bist.
Ivan Vielen Dank auch, dass ich hier sein durfte.
Stella Und ich würde sagen, ihr schreibt uns am besten mal Feedback an podcast@t3n.de, wie euch diese Folge gefallen hat, ob ihr Lust habt, noch herauszufinden, warum Unternehmen eigentlich so viel Platz verschwenden. Lasst mich das gerne wissen und schaltet vor allen Dingen nächste Woche gern wieder ein bei t3n Interview.
Stella Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiederhören.
Marah Hey, wir sind Mara und Flo aus dem t3n Product Team und wir haben Neuigkeiten für euch. Wir entwickeln gerade ein neues Format. Es geht um echte KI-Use- Cases aus Unternehmen und du kannst jetzt als Beta-Tester dabei sein. Worum geht's? Überall wird über KI geredet, aber wo sind die echten Erfolgsgeschichten mit Zahlen und Learnings? Genau die zeigen wir.
Marah Drei Wochen, drei Cases von Unternehmen, die es schon umgesetzt haben. Ganz ehrlich, mit allen Learnings. Melde dich jetzt als Beta-Tester an, kostenlos und exklusiv. Aber das war's noch nicht ganz.
Flo Genau, denn wenn ihr bereits spannende KI-Projekte, ob groß oder klein, bei euch umsetzt, dann meldet euch gerne bei uns. Was uns wichtig ist, sind messbare Ergebnisse und ehrliche Einblicke. Du zeigst, wie ihr es konkret gemacht habt, mit welchen Tools, Prozessen und den Hürden auf dem Weg.
Marah Wenn das auf dich zutrifft oder du jemanden kennst, melde dich gerne.
Flo Alle Links findest du in den Shownotes. Wir freuen uns, von dir zu hören.