
OpenClaw bei der Arbeit: Wofür taugen KI-Agenten?
Freitag, 27. Februar 2026 · 33 min
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Shownotes
mit Jens Polomski, Geschäftsführer Snipki
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Stella Schön, dass ihr eingeschaltet habt zu einer neuen Folge von t3n Arbeit in Progress. Wir schauen uns heute das Thema Anwendung von Künstlicher Intelligenz an und dazu ist bei mir Jens Polomski zu Gast, Mitgründer und Geschäftsführer von Snipki. Und auf der Plattform zeigt er ja NutzerInnen eigentlich die sinnvolle Nutzung von Künstlicher Intelligenz.
Stella Und genau darüber wollen wir auch heute sprechen, darüber nämlich, wie du persönlich, Jens, eigentlich KI anwendest. Ich muss mich auch einmal vorstellen. Ich bin Stella-Sophie Wojtczak, Host von diesem Podcast hier bei t3n. Aber jetzt lass uns direkt loslegen. Mich interessiert nämlich, ob du uns nicht einmal zum Einstieg eigentlich den Neo vorstellen möchtest.
Jens Ja, moin Stella, danke für die Einladung. Und genau, ich bin Jens, aber Neo ist mein KI-Assistent, der mit dem Hype um OpenClaw herum entstanden ist. Ich weiß gar nicht, wie ich auf den Namen gekommen bin, aber Neo ist mein Assistent, der mittlerweile, und da können wir vielleicht gerne ein bisschen tiefer eintauchen, auch Unterstützung mit sieben Kollegen und Kolleginnen bekommen hat.
Stella Also Neo hat quasi das Team erweitert der KI-Agenten. Du hast das Ganze ja eben am Rande erwähnt mit OpenClaw gebaut. Wie hast du ihn denn jetzt genau erstellt?
Jens Genau, also OpenClaw ist ja erstmal ein Open-Source-Projekt mit einem sehr mächtigen und interessanten Ansatz, autonome Agenten zu bauen, die ganz viel können. Und man kann das Ding eigentlich überall installieren. Auf dem eigenen Rechner zum Beispiel. Sollte man aber nicht unbedingt tun, weil, ich habe auch noch ein entsprechendes Thema Sicherheit, das Ding kann halt alles auf dieser Instanz, auf die man die laufen hat, alles.
Jens Alles bedienen, alles schreiben, alles löschen und so weiter. Das möchte man nicht unbedingt machen, wenn man noch vielleicht andere Daten hat, wo man nicht genau weiß, was das Ding eigentlich tut und kann und ich habe mich dann nicht dafür entschieden, ein Mac Mini dafür zu kaufen und hatte auch keinen Rechner hier rumliegen.
Jens Das war ja so ein kurzer Trend, dass alle Leute gesagt haben, ich kaufe mir ein Mac Mini. Ich habe es auf einem Cloud-Server online bei einem Google-Cloud-Server tatsächlich erstellt. Das heißt, es läuft auf einem Google-Server in Europa und da ist dann quasi meine Instanz, die ich dann auch verwalten kann, die ich es entsprechend, konfigurieren kann, wo ich dann auch volle Kontrolle drüber habe und das ist für mich der schnellste Weg gewesen, weil ich wollte mir nicht extra Hardware dafür kaufen, wenn ich nicht genau weiß, worauf ich mich da eigentlich einlasse.
Stella Da steigen wir auch direkt ein, was du gerade angesprochen hast. Es geht um das Thema Datenschutz. Deswegen haben Unternehmen teilweise auch wirklich verboten, OpenClaw auf Arbeitsgeräten zu nutzen. Und es ist eben auch Privatpersonen eher zu raten, es nicht auf Geräten zu machen, wo beispielsweise persönliche, sensible Informationen vorliegen, weil man eben nicht genau weiß, hey, was genau kann dieser Agent alles machen?
Stella Aber was du gerade beschrieben hast mit Google, klingt sehr, sehr aufwendig. Wie viel Arbeit hast du denn da reingesteckt?
Jens Gar nicht so viel, aber das Schöne ist, mit KI ist man in der Lage, sehr viele Fragen zu stellen und der einfachste Weg, ich habe auch noch nie ein VPS mit Linux, Ubuntu konfiguriert, so, war auch mein erstes Mal und ob es jetzt ein ChatGBT, ein Gemini oder ein Cloud ist, am Ende Screenshot reinzupacken, sagen, was möchte man denn machen und bei Fragen halt immer wieder dumm zu fragen, ist das Beste, was man machen kann.
Jens Und so habe ich mich auch da vorangehangelt, habe während des Prozesses viel gelernt, habe gesagt, guck mal, was habe ich denn hier, du hast das irgendwie anders gesagt, hier ist der Screenshot und so kam es dann auch zu tragen und ich glaube, das ist das Beste, wie man auch Erfahrungen einfach sammeln kann.
Stella Vielleicht noch einmal, um alle mitzunehmen, VPS, das steht für Virtual Private Server, das ist ein virtueller, isolierter Server, würde ich sagen.
Jens Das ist ein Rechner in der Cloud.
Stella Genau, also er muss nicht in dem Sinne physisch vorhanden sein, also den stellst du dann nicht wie ein Mac Mini oder etwas anderes irgendwie neben dein Arbeitsgerät oder dein Privatgerät eher gesagt, sondern du kannst dann eben über die Cloud darauf zugreifen und du hast dir das Ganze mithilfe von Künstlicher Intelligenz eben eingerichtet.
Stella Gucken wir uns aber nochmal an, was ist denn danach passiert? Also OpenClaw runterladen in den geschlossenen Cloud, weil deshalb ja der eigene Server, damit es eben darum geht, weil wir jetzt denken, Moment, wir arbeiten mit der Cloud, aber da sind ja auch die ganzen Daten drin. Was ist der Sinn? Der Sinn ist eben, diesen abgekoppelten Bereich zu schaffen, wo nicht alles drin liegt.
Stella Den hast du dir geschafft und wie ging es dann weiter?
Jens Genau, also erstmal zu gucken, was passiert eigentlich. Und das Schöne ist, und das ist auch gerade diese Zugänglichkeit von OpenClaw. Wenn du es installiert hast, das sind dann zwei, drei Befehle, die du kopierst und einfügst und ausführst, dann ist das Ganze sehr, sehr schnell sehr natürlich. Das heißt, die erste Frage, die du beantworten musst, ist, hallo, das Ding ist sehr, sehr mächtig, bist du dir bewusst ja oder nein?
Jens Und ich weiß nicht, ob das alle lesen, aber die meisten will wahrscheinlich auf ja klicken, und dann bist du schon im Konfigurationsmenü, und dann musst du wirklich nur auswählen, was für ein Sprachmodell möchtest du denn nehmen? Möchtest du einen Gemini nehmen? Claude? Wie konfigurierst du? Und dann mit dem Ding, den ich ja auch unterhalten kann, kannst du dann im zweiten Schritt auch auswählen, was für einen Channel willst du nehmen?
Jens Willst du WhatsApp nehmen? Telegram, Slack, Discord etc. Gibt es einige Möglichkeiten, die schon vorkonfiguriert sind. Und dann wirst du halt echt so nach und nach durchgeleitet und musst dann irgendwann, das ist dann so der Schritt 3 eigentlich, auch sagen, wie heißt denn eigentlich dein Agent? Wie ist der eigentlich?
Jens Und wer bist du eigentlich? Also wirklich so eine Art kleines Bewerbungsgespräch mit deinem neu geschaffenen Agenten. Und von daraus ist das eigentlich sehr, sehr simpel. Du quatscht eigentlich mit dem. Und wenn du sagst, ich möchte, dass du neue Sachen lernst, dann sagst du, ich möchte jetzt gerne, dass du auf meine Google-Mails zugreifen kannst.
Jens Und dann sagt er dir, ja, dann brauche ich das und das dafür. Und dann konfiguriert man das wirklich wie in einem normalen Chatgespräch. Also das, was man auch bei Teams oder bei Slack macht, ist quasi auch das Interface, was man in der Regel mit OpenClaw dann auch nutzt. Und das macht, glaube ich, den Zugang und diese Besonderheit auch einfach so aus.
Stella Sprich, ich kann dann, wenn das Ganze eingerichtet ist, über einen Messenger zum Beispiel kommunizieren und sagen, was weiß ich, schreib eine E-Mail an XY oder für folgenden Befehl aus. Vielleicht aber, um an der Stelle sich das Ganze nochmal anzugucken, wofür hast du Neo eigentlich gebraucht? Also, was soll er denn jetzt machen?
Jens Genau, am Anfang war es tatsächlich einfach die Neugier, um zu gucken, was steckt dahinter, wie funktioniert es? Und für mich habe ich realisiert, dass das eigentlich eine Art und Weise ist, wie ich in Zukunft auch arbeiten möchte. Ist einfach dem geschuldet, dass wir super viele Interfaces haben, teilweise für ganz einfache Ausführungen und ein ganz simples Beispiel, was ich zum Beispiel am Anfang auch mit Neo getestet habe, er konnte dann auf bestimmte E-Mails zugreifen, bestimmte Kalenderberechtigungen auch und so habe ich auch auf dem, das war auch ein Grund, warum ich den externen Server gemacht habe, weil ich dann nach und nach Berechtigungen hinzufügen konnte und auch gesehen habe, okay,
Jens nicht direkt alles drauf, sondern nach und nach Skills hinzugefügt habe und Berechtigungen. Und eine einfache Sache, ich habe zum Beispiel über einen Voice-Input, was man natürlich ja auch schön über Sprachbefehle machen kann, gesagt, ich habe einen 10-Minuten-Termin, kannst du den mal bitte 5 Minuten verschieben, und dann allen Teilnehmenden aus dem Termin bitte eine E-Mail schreiben, dass ich 5 Minuten später komme, ob wir dann anfangen können und gib mir doch mal die Inhalte aus meinem Click-Up-Task, wir nutzen Click-Up als Task-Management, zu diesem Termin raus, dass ich mich ein bisschen vorbereiten kann.
Jens Und das war ein Sprachbefehl. Das wären sonst drei, vier Interfaces gewesen, in denen ich mich rumklicken hätte müssen, was am Handy mehr oder weniger geil funktioniert hätte. Und das war ein Sprachbefehl. Und das war für mich so krass, das funktioniert gut. Und gerade auch das Thema so halluzinieren, irgendwie mal Fehlentscheidungen treffen, habe ich jetzt und auch mit zunehmender Komplexität eigentlich nie gehabt.
Jens Wenn Fehler passiert sind, war es meistens, dass mein Prompt nicht gut war, weil ich mich irgendwie falsch ausgedrückt habe, gestern Abend erst den Fall, oh Gott, das war aber jetzt, hat er falsch verstanden, was auch, was einfach an mir lag, nicht an ihm. Und das ist einfach für mich total spannend gewesen, und dann hat man einfach gemerkt, cool, das geht, könnte auch noch mehr gehen, und so wurde, wie am Anfang gesagt, echt so ein kleines Team mittlerweile draus, gestern Abend, mit sechs, neun Kolleginnen, die jetzt da auch verschiedene Tasks und verschiedene Berechtigungen, verschiedene Eigenschaften noch haben, weil jeder Agent kann quasi auch, es gibt so eine Datei der soul.md, eine eigene Seele haben, wo man auch beschreibt, wie ist die Persona,
Jens wie verhält sie sich, was macht sie, was weiß sie, was kann sie und das fühlt sich sehr crazy an.
Stella Wenn du gerade gesagt hast, lag an meinem Prompt, aber Fehler ist passiert, was war das denn für ein Fehler, der da passiert ist?
Jens Es war gar nichts Wildes. Ich wollte einen bestimmten Datensatz aus dem Internet rausziehen über einen Anbieter, über einen Scraping-Anbieter und wollte eigentlich nur 50, habe aber dann auf der Tonspur gesagt, ja, 100 mal 50, also mehr oder weniger. Und dann hat er halt quasi meinen Prompt richtig ausgeführt.
Jens Ich habe mich einfach nicht genug ausgedrückt oder nicht genau genug. Dann habe ich gesagt, oh, weil er mir auch bestätigt hat, was er macht, habe ich gesagt, nee, nee, nee, Moment. Bitte stoppen, nichts Kritisches. Aber auch andere Sachen auf Projekte, auf die ich ihn drauflasse, etc., war ich überrascht, gerade bei Sachen, wo ich auch eine Expertise habe, wo ich auch mal gesagt habe, okay, was geht denn hier schief, wenn ich wirklich mal beispielsweise auch einen Google-Ads-Account mal managen lasse, und dann auch Werbeanzeigen mal schalten lasse, optimieren lasse.
Jens Was geht da schief? Und gerade jetzt auch beim Thema Google Ads, war 100% richtig. Alles, was er gesagt hat, hat er gemacht. Das war auch das, was ich erwartet hatte. Das war krass.
Stella Was hast du denn dadurch gespart? Hast du Zeit gespart? Konntest du die in andere Aufgaben investieren oder bist du schneller mit Aufgaben fertig geworden?
Jens Was für mich einfach jetzt aktuell krass ist, ist die Zeitersparnis und auch diese Proaktivität. Weil auf der einen Seite, du kannst natürlich den Agenten Sachen fragen und sagen, mach mal, tu mal. Aber auch dieses Reporting, diese Proaktivität, wenn Sachen, beispielsweise kriege ich jeden Tag ein Reporting zu den Terminen, die ich habe. Habe ich Konflikte im Kalender?
Jens Kriege ich die angezeigt? Habe ich überfällige Tasks? Habe ich überfällige E-Mails? Kriege ich die entsprechend angezeigt und werde darauf erstmal getriggert und kann halt auch in dem Chat entsprechend auch direkt Entscheidungen treffen. Das heißt, viel schnellerer Zugang zu Aktionen, aber auch neue Dinge, die entstehen.
Jens Also auch beispielsweise, wenn wir jetzt bei Google Ads bleiben, wir hatten ein bestimmtes Thema, einen bestimmten Account, der einfach so durchlief. Läuft halt, jetzt auch da Optimierung einfach machen zu können, weil man sagt, ja, das ist halt jetzt nicht mehr viel Zeit. Ich kriege halt jetzt jeden Morgen ein Reporting darüber, sehe, wie die Performancezahlen sich entwickeln und kann halt sagen, oder kriege auch immer wieder Empfehlungen, guck mal, das war gut, das war schlecht, mach mal was anderes.
Jens Dann sage ich halt, ja, das dritte Shirt finde ich gut, mach mal bitte. Das heißt einfach, ich habe das Gefühl, fairerweise muss man sagen, aktuell bastle ich halt da noch sehr viel dran, um zu gucken, wo sind die Möglichkeiten, die Mitierung, aber dass ich schneller arbeite, auch was die Tasks angeht Und ich fühle mich besser strukturiert, weil ich zum Beispiel Sonntagabend mich hinsetze und sage, so, was habe ich denn nächste Woche eigentlich für Termine?
Jens Was habe ich denn für überfällige Tasks? Weil man kennt ja selber einen Taskmanager und schleift sich dann die überfälligen Tasks immer hinterher. Und ich kann zum Beispiel auch sagen, so, ja, hier die fünf Tage sind überfällig, schieb die mal bitte auf die nächste Woche, wo macht es am meisten Sinn?
Jens Ist so, ja, Mittwoch hast du total viele Termine im Blocker, da mache ich das nicht, deswegen auf Donnerstag. Und das ist halt nochmal eine ganz andere Planung, weil ich jetzt einen Assistenten habe, der für mich auch Sachen ausführen kann und ich fühle mich im Kopf ein bisschen aufgeräumter.
Stella Aber wenn wir nochmal auf das Thema Datenschutz gucken, du hast ja auch gesagt Termineinladungen, E-Mails etc. Wie kommunizierst du dann eigentlich beispielsweise, dass ja dann Daten eben auch verarbeitet werden durch Künstliche Intelligenz beziehungsweise durch OpenClaw?
Jens Genau. Also die Daten werden ja vor allen Dingen bei Google verarbeitet. Und der Server kommuniziert quasi dann mit dem Google Account oder mit dem Google Server. Das heißt, ich binde dann quasi die API von Google in dem Fall ein, damit dann OpenClaw auch mit der Google API kommunizieren kann. Und das heißt, das ist natürlich ein Thema, wo schiebt man welche Daten hin, gerade bei Cloud-Anbietern.
Jens Ich bin da richtig auch vorsichtig, also beispielsweise sowas wie Finanzdaten, Kommt nicht auf meinen Rechner drauf oder so sehr sensible Daten, die ich irgendwie überhaupt nicht verarbeiten sollte oder darf. Da habe ich halt entsprechend auch Restriktionen auch innerhalb der Account-Setups geschaffen, dass ich da vorsichtiger sein kann, einfach weil diese Limits halt hart gesetzt sind.
Jens Und das ist, glaube ich, auch das Wichtige, dass wenn man sich damit beschäftigt, halt auch dieses schrittweise Nähern an Fähigkeiten und nicht zu sagen, so jetzt kannst du alles gleichzeitig machen, weil dann schafft man es nicht mehr, diesen Überblick zu haben, sondern so nach und nach sich damit beschäftigen, was geht hier, was passiert hier gerade so, auch immer erklären lassen von Open Cloud, was machst du gerade da, warum machst du das, was geht jetzt gerade nicht und so versuche ich mich auch da nach und nach dran zu tasten.
Stella Aber kontrollierst du dann auch alles nach? Beispielsweise, wenn ich mir vorstelle, jetzt würde mein digitaler Assistent plötzlich Leuten E-Mails schicken, da würde ich definitiv nochmal reinschauen und mich fragen, stimmt das denn alles so?
Jens Genau, so Sachen mache ich zum Beispiel nicht. Also ich gucke dann, wo ich, und das ist ja ganz oft beim KI-Thema so, nicht alle Sachen sind komplett wegautomatisierbar. Sondern ich gucke halt, wo sind Sachen, die ich nicht unbedingt machen muss, die mir vielleicht, wie auch eine Assistenz, mir irgendwie schon erarbeiten könnte, schon mal Input liefert, damit ich mich damit weniger beschäftigen muss.
Jens Und da ist zum Beispiel E-Mails schreiben, außer das ist jetzt mal eben so eine Notification, hey, ich komme fünf Minuten später, aber jetzt irgendwelche Kunden E-Mails schreiben, irgendwas finalisieren, irgendwelche Entscheidungen treffen, die businessrelevant sind, das mache ich immer noch selber. Aber vielleicht einen ersten Draft dazu oder auch vielleicht eine entsprechende Einschätzung dafür, finde ich halt super praktisch mit dem Kontext.
Stella Sprich, erstmal die KI-Anwendung da, die aus deiner Sicht sinnvoll sein könnte im Bereich Organisatorisches, diese typischen, ich komme zu spät E-Mails oder ich brauche nochmal eine Info zu XYZ.
Jens Genau, genau, das sind so Sachen, aber das geht bei mir Mitarbeiter halt viel, viel weiter, weil es ist bei mir auch oft so, dass ich natürlich ganz viele Inhalte auch aufgrund meiner Newsletter und so weiter halt irgendwie mitbekommen möchte, möchte wissen, wie sich der Markt entwickelt, möchte wissen, was auch Mitbewerber machen, möchte wissen, wie auch beispielsweise Werbeanzeigen von Mitbewerbern sich entwickeln, ist auch viel einfach ein Reporting, viel Monitoring, was OpenClaw für mich macht, das heißt, es gibt bestimmte Channels, wo ich halt dann mitbekomme, okay, was hat sich denn in der Welt gerade getan?
Jens Für bestimmte Themen, was für Publikationen haben gerade über bestimmte Themen berichtet, wo entwickeln sich vielleicht gerade Trends, Sachen, die ich halt dann für mich aufbearbeitet bekomme und nicht einfach hier sind 20 verschiedene Links, sondern immer noch mit einer Einschätzung, guck mal, das ist, weil er mich ja quasi kennt, das ist hier relevant für vielleicht sogar ein bestimmtes Format per Snipkey oder vielleicht für das und das Thema, das heißt, viel ist auch einfach Datenquellen kombinieren und so wie so ein gutes CM quasi ein Single Source of Truth zu haben, wo ich weiß, da habe ich verschiedene Channels, es ist gut strukturiert und ich muss nicht irgendwie 20.000 Sachen oder 30 Millionen Tabs aufhaben.
Jens Und das ist halt auch nochmal so der zweite Punkt neben der eigenen Produktivität, einfach auch Neues im Internet so ein bisschen zu reduzieren.
Stella Aber hast du dann wirklich für jeden Aufgabenbereich, nenne ich es jetzt mal zum Beispiel auch, was du beschreibst, Übersicht schaffen, Analyse, du hast jetzt insgesamt sieben KI-Assistenten in dem Sinne, schaffst du dann für jeden Aufgabenbereich einen eigenen Assistenten Weil das stelle ich mir auch sehr umständlich vor, wenn ich irgendwann 50 Assistenten habe.
Stella Weiß ich nicht, ob das praktikabel ist.
Jens Genau, also ich glaube, das macht dann irgendwann nicht mehr Sinn. Es ist quasi, läuft auch alles unter einer Instanz. Das heißt, Neo bei mir ist quasi der Boss und die anderen kann er quasi auch mit triggern. Das heißt, es gibt zum Beispiel einen Agenten, der ist für Bildgenerierung notwendig. Ich möchte das Ganze, könnte theoretisch auch alles Neo machen, möchte es aber ein bisschen strukturiert haben und ein bisschen übersichtlicher haben.
Jens Und wenn zum Beispiel Bilder generiert werden müssen, dann wird dieser Agent angesprochen, generiert die Bilder und schmeißt sie dann zurück. Und so habe ich einfach verschiedene Themenchannels wie Microsoft Teams oder in Slack, wo es dann zum Beispiel um das Thema Content Creation geht und da kann dann jeder Agent mitarbeiten, ich kann jeden quasi auch erwähnen, kann aber auch sagen, guck mal hier, pass auf, Neo, erstell mir mal bitte einen LinkedIn-Beitrag zu dem Thema, habe ich gerade gesehen oder was gibt es gerade Neues bei X, was für ein Trend wäre hier spannend, vielleicht für einen LinkedIn-Beitrag, und dann kann da auch so zusammengearbeitet werden.
Jens Da bin ich gerade noch so am Anfang und so gucken, wie gut kann das noch funktionieren, Also für mich auch super viel Try and Error und Erfahrung sammeln. Das ist dann nicht das, dass ich jetzt komplett meine ganze Arbeit nur von Neo machen lasse. Das ist einfach viel exploratives Lernen, gerade auch bei mir.
Stella Bevor wir gleich nochmal einen anderen Blick auf weitere Entwicklungen mit Künstlicher Intelligenz werfen, noch eine Frage, die mich umtreibt. Aber du hast eingangs gesagt, Halluzinationen sind nicht so das Problem. Aber eigentlich sind ja Halluzinationen bei Künstlicher Intelligenz in der Regel immer ein Problem.
Stella Wie kannst du das denn in dem Fall aus deiner Sicht reduzieren? Weil ich sehe da viele potenzielle Fehlerquellen, gerade beim Thema externe Quellen zusammenfassen. Wenn ich mal an Versuchen mit Chat, GPT, Perplexity und Co. Denke, was die da teilweise trotz Link für einen Entschuldigungsschwachsinn ausgeben, da graut es mir.
Jens Absolut. Und deswegen habe ich auch bei mir, und das ist das Schöne, man kann halt diese Informationen, die man bekommt, so framen, wie man es selber nutzt. Und als Beispiel, wenn ich jetzt im Bereich Neuigkeiten oder Trends gehe, dann habe ich wahrscheinlich da einen Titel, ich habe vielleicht eine kurze Beschreibung, ich habe einen Link.
Jens Wenn das aufgrund des Titels und der Beschreibung für mich relevant ist, gehe ich auf den Link. So, aber das heißt, wenn da selbst da ein bisschen hallaziniert ist, weil vielleicht eine Zahl verdreht ist, weil es jetzt nicht 60 Millionen Funding sind oder 40 Millionen Funding von der Investmentrunde, ist natürlich doof für die, die da Entscheidungen treffen.
Jens Für mich ist aber relevant, okay, da ist was passiert, was für mich eine Relevanz ausübt und dann gucke ich mir die Quelle an. Für mich ist das aber eine Vorarbeit, eine Vorbereitung, von der ich dann selber die Entscheidung treffe und das spart mir einfach schon Zeit. Aber klar, je nachdem, wie tief man dann auch Richtung Business-Entscheidung treffen lässt, deswegen da bin ich tatsächlich auch vorsichtig, Richtung Finance-Entscheidung Gottes Willen, da spielt das halt eine Rolle.
Jens Da muss man ganz genau wissen, was man bedient, was für Sprachmodelle auch dahinter sind, wie der Kontext verarbeitet wird. Das ist dann nochmal ein ganz anderes Level. Aber für die Use Cases, die ich jetzt habe, aus meiner Sicht kann ich die Halluzination gut einschätzen, weil ich selten eine Entscheidung habe, die ich quasi nur auf den Output von Neo quasi berufe.
Jens Es ist eher so, cool, du hast mir den Schritt schon mal abgenommen, Schritt 1, danke, jetzt kann ich weitermachen, hab mir aber schon viel Zeit gespart.
Stella Wir haben vor etwa einem halben Jahr auch gesprochen, viel auch um das Thema da aufkommende KI-Agenten. Und was mich jetzt an der Stelle interessiert in den vergangenen Monaten, was ist denn da aus deiner Sicht passiert? Was hat sich in deinem Arbeitsalltag wirklich etabliert in der Nutzung, gerade konkret mit konkreten Aufgaben?
Stella Jetzt nicht, ich nutze die regelmäßig Chat-GPT, das meine ich nicht, sondern welche Aufgaben, welche Tools haben sich denn in den vergangenen Monaten aus deiner Sicht als wirklich hilfreich erwiesen und für was?
Jens Genau, ich glaube, das Thema Agent hatte ich vor einer Weile auch noch ein bisschen andere Meinungen, weil ich glaube, da war es immer noch sehr schwierig, das so zu greifen, das Thema, und oft war es auch viel mehr Hype drumherum, was könnte denn ein Agent vielleicht tun, aber mittlerweile finde ich, dass diese agentische Arbeitsweise in ganz vielen Tools halt irgendwie stattfindet.
Jens Und wenn das einfachste Beispiel ist für mich, dann einfach eine Perplexity-Abfrage, wo wir ja schon quasi agentische Systeme, Suchbegriffe definieren, Informationen verarbeiten, sich merken, weiterführende Recherchen machen, etc. Und von daher haben wir, glaube ich, mittlerweile mehr Agenten um uns herum, als wir eigentlich denken.
Jens Aber so die Tools bei mir, ich finde, es spielt bei mir immer weniger eine Rolle, was für ein Tool ich bediene, sondern immer mehr, was ich eigentlich erreichen will. Also auch diese Zielsetzung ist bei mir viel, viel wichtiger geworden. Natürlich bin ich mittlerweile viel mehr darüber übergegangen, mir selber Lösungen zu bauen, über Swipe Coding, über generell andere Tools.
Jens Das heißt, ich mache aktuell viel mit Plot Code, um auch einfach Prozesse zu optimieren, Ziele zu erreichen, wo ich manchmal auch gar nicht weiß, wie hätte ich eigentlich da hingekommen ohne KI. Aber zum Grundstack her ist es Sprachmodelle in verschiedenen Bereichen. Teste natürlich viel, auch im Rahmen von Snipkey. Aber ob das in Gemini ist, in JetGPT oder Cloud, alle gut und alle paar Monate ist immer irgendwer besser.
Jens Oder auch einfach, ja, im Coding-Bereich. Also, da merke ich, da kommt es immer mehr darauf an, dass man definiert, was möchte man eigentlich erreichen. Und KI-Systeme immer besser werden als, oder immer besser darin werden, Ziele zu erreichen, auch wenn der Weg manchmal ungewohnt ist. Einfaches Beispiel dafür.
Jens Wir mussten bei uns im Backend, also auf der Webseite, im Hintergrund mussten wir 50 Datensätze erstellen im Admin-Panel. Jeder Datensatz hat ungefähr so sieben bis acht Klicks benötigt. Das ist viel, viel Arbeit und hätte viel, viel Zeit gekostet. Ich habe eine KI-Range gesagt, ich möchte das Ziel hier erreichen.
Jens Ich wusste aber nicht, wie der Weg dahin ist. Und in dem Fall war es Cloud Code und Cloud Code hat gesagt, ja, ich gucke mal, was ich da mache. Ja, ich gucke mal hier, ich könnte es über einen API, über eine Programmschnittstelle machen. Ja, das könnte gehen, aber dann komme ich nur bis dahin. Ich gucke mal, was bei den Entwicklern war. Oh, ich habe einen Bug gefunden bei dem Quellcode-Entwickler, das geht ja gar nicht.
Jens Aber guck mal, hier die 80% habe ich schon, die anderen 20% kannst du so und so machen. Hast du das, dann erkläre ich dir das. Ja, ich habe dir hier gerade ein Skript für geschrieben. Danke. War eine Sache, also er hat das natürlich alles autonom quasi selber für sich erarbeitet mit meinen Berechtigungen, die ich dann erteilt habe.
Jens Aber da war das Ziel viel, viel wichtiger, dass ich im Kopf habe, was ich erreichen will. Der Weg dahin war mir relativ egal und das hat perfekt funktioniert.
Stella Ich glaube, wir müssen das aber noch ein bisschen mehr konkretisieren, weil sonst denken vielleicht Menschen, die uns gerade zuhören, ja gut, okay, was heißt denn das dann konkret für mich? Weil es gibt ja einen Wald von Tools, in denen sich ArbeitnehmerInnen zurechtfinden wollen und jeder kennt ja da vielleicht das, was gerade total angesagt ist oder doch eher das.
Stella Aber was du gerade beschreibst, soll ich das bei dir raus, ist dann eher in deinem Fall beispielsweise Claude zu nutzen nach dem Motto, ich habe folgendes Ziel und du zeigst mir den Weg dorthin, entweder indem du mir beispielsweise ein Tool vorschlägst oder vorschlägst, wie ich das umsetzen kann, wie du es mit einer vielleicht eigenen Lösung umsetzen kannst.
Stella Ist es das, was du meinst, sprich lösungsorientiert mit KI-Arbeiten?
Jens Genau, weil ich glaube, wir sehen, dass die Modelle, ob es jetzt ein Google Gemini, ein ChatGPT oder auch ein Cloud, die werden alle ziemlich gut und wir haben bei Snipki auch unterschiedliche Unternehmen, mit denen wir arbeiten und da ist halt auch alle Tools da. Manchmal hat man auch im Unternehmen auch keine Wahl.
Jens Dann kann man nicht sagen, ich möchte hier 20 neue Tools ausprobieren, dann ist das halt irgendwas gesetzt und dann muss man damit leben. Manchmal besser, manchmal schlechter. Und da ist es viel, viel wichtiger zu überlegen, was kann ich denn eigentlich mit KI machen? Weil wenn man jetzt sagt, du, Seller, hier ist eine KI, damit kannst du jetzt alles machen, das ist die erste Frage, was mache ich denn jetzt damit?
Jens Und ich glaube, das ist halt viel, viel wichtiger. Und die Modelle werden auch immer leistungsfähiger und klar gibt es so ein paar Use Cases, wo ich sage, so, beispielsweise im Bereich Multimedia, so. Da macht es dann manchmal auch Sinn, zum Beispiel so Aggregatoren zu nutzen. Ich nutze da ganz gerne FreePick und die haben zum Beispiel alle möglichen KI-Bilder und Videomodelle zusammen kombiniert.
Jens Das heißt, in was für einem Interface möchte ich denn arbeiten, wenn ich es mir aussuchen kann? Wie kann ich mir die Arbeit leichter machen, indem ich dann vielleicht Sachen kombiniere? Das sind so Entscheidungen, die, finde ich, viel, viel wichtiger sind, weil, Die Tools, oder wenn man sich nur, und ich meine, ich habe jetzt Newsletter Nummer 165, glaube ich, rausgehauen die letzten Tage, da kommt immer neue Tools dazu.
Jens Wenn man sich den ganzen Tag nur damit beschäftigt, neue Tools zu suchen, kriegt man nichts umgesetzt. Und ich glaube, dass es am Anfang von KI oder von generativer KI war es, weil es halt echt so, das Tool hat noch krassen Unterschied gemacht. Und ich finde, das ist immer weniger die Sache. Es kommt immer mehr darauf an, was will ich eigentlich erreichen, gerade wenn die Modelle oder die Tools auch integrierter werden, Stichwort Co-Pilot, mit Unternehmenswissen, mit dem Kontext etc.
Jens Selber Tools ausführen, selber Tools vielleicht erstellen. Es ist viel wichtiger, dass man Mensch halt sagt, was will ich denn eigentlich machen.
Stella Hast du denn da vielleicht trotzdem, wenn du über verschiedene KI-Systeme sprichst, einen Allrounder, wo du sagst, okay, der deckt relativ viel, relativ gut ab?
Jens Vom Gefühl her, finde ich, entwickelt man oder bei mir jedenfalls so immer so ein bestimmtes Gefühl für bestimmte Sprachmodelle. Wofür würde ich es so nutzen, auch wenn man es vielleicht mal besser, mal schlechter irgendwie wirklich beweisen kann. Also bei mir ist es so im Kopf, nutze ich zum Beispiel immer noch gerne Perplexity für Research-Themen, weil ich einfach mag, wie zugänglich auch Quellen genannt werden, weil ich dann sehr schnell in Quellen eintauchen kann.
Jens Wenn ich sehr schnell Sachen machen will, gehe ich zum Beispiel zu Google Gemini, weil es sehr, sehr schnell ist mit dem Flash-Modell. Wenn ich Coding oder auch etwas menschlichere Texte gefühlt haben will, gehe ich eher zu Claude. Und so entwickelt sich bei mir auch so ein bisschen diese unterschiedlichen Levels, Aber das schiftet sich auch regelmäßig, muss man sagen.
Jens Also auch im Bereich Coding, Cloud war da irgendwie state of the art. Jetzt gibt es ganz viele Leute, die auch sagen, Borg Codex von ChatGBT ist viel, viel besser. Ich finde es auch gut. Und in drei Monaten, wer weiß, was dann irgendwie für ein Model, wie viel krasser ist. Vielleicht in irgendwelche Open-Source-Modelle, I don't know.
Jens Aber da würde ich halt einfach gucken, ein Sprachmodell, mit dem man sich wohl fühlt, schon mal zu arbeiten und dann halt zu schauen, wo sind da Limitierungen.
Stella Fürchtest du eigentlich bei dem, was du gerade beschrieben hast, dann teilweise zu viel Eigenverantwortung auch abzugeben? Gerade wenn du sagst, ich habe mein Ziel und der Weg dahin kann die KI machen, dass genau diese Verantwortung für den Weg dir dann mehr und mehr aus den Händen gerät, bis du sie irgendwann gar nicht mehr halten kannst?
Jens Mega coole Frage. Ja, definitiv. Also ich glaube, dass dieser Weg ist wichtig, noch mitzubekommen, was ich ganz, ganz häufig jetzt zum Beispiel bei dem Beispiel mit Cloud Code habe, mich interessiert es, wie er zum Ziel gekommen ist. Ich lese dann wirklich nach, was hast du für ein, in den meisten Tools sieht man, was passiert im Hintergrund und das interessiert mich einfach, wie ist denn da hingekommen?
Jens Das ist ja smart, okay, weil das für mich auch selber weiterbringt und mich selber auch inspiriert, aber ich sehe es schon als Gefahr, je mächtiger diese Agenten werden, desto weniger, oder desto mehr passiert im Hintergrund, desto weniger Zeit haben wir das überhaupt noch zu erfassen. Also wenn ich jetzt weiß nicht, bei OpenClaw drei Agenten, die zusammenarbeiten, werden erstmal 10 Minuten darüber nachdenken und sprechen, das lese sie nicht durch, weil dann habe ich keine Zeit gespart, wenn ich nur Agenten-Chats lese.
Jens Und deswegen, das sehe ich schon als Risiko, je mächtiger und integrierter solche Systeme werden, desto weniger, Ahnung hat man und vielleicht geht dann auch ein Stück weit Expertise in bestimmten Bereichen flöten, weil man sie vielleicht gar nicht sich aneignet, sondern sagt, beispielsweise Google Ads oder Werbeanzeigen, ja, macht jetzt mal ein Agent, keine Ahnung, warum jetzt irgendwie diese Keywords rausgeflogen sind oder dieses Bit-Management oder Preis-Selektiv eingestellt wurde. Sehe ich als Gefahr auf jeden Fall.
Stella Und da ist ja genau der Punkt, wovor manche Menschen auch Angst haben, nämlich dass du dich dann selber überflüssig machst, sprich dein Agent macht die Arbeit, analysiert etc. Und du drückst vielleicht noch das Knöpfchen, um meine Podcast-Kollegin zu zitieren von Meister Promter. Wie schützt du dich dagegen?
Jens Ich schütze mich dagegen, indem ich, oder anders gesagt, ich habe so viel zu tun und so viele Sachen, die ich lernen will und ausprobieren will und Sachen, die ich nicht schaffe, dass ich sage, ja, KI, bitte hilf noch mehr. Weil ich einfach so einen Haufen an Arbeit habe und ich glaube, ich da auch mich sehr, sehr viel mit beschäftige.
Jens Aber ich kann diese Sorge verstehen und ich glaube, das Beste gegen diese Sorge ist, sich damit zu beschäftigen und selbe Erfahrungen zu sammeln, weil ich glaube, natürlich findest du überall in den Medien, hier sind nochmal 10.000 Stellen abgebaut, hier gibt es nochmal irgendwie nur Beförderung mit KI-Nutzung, etc.
Jens Und wenn man das so gar nicht einschätzen kann, auch jetzt so krasse Entwicklungen wie OpenClaw, das ist natürlich erstmal sehr schnell eine Meinung und sehr schnell auch Angst, kann ich voll verstehen. Und ich glaube, wenn man auch merkt, das kann auch einfach bei einfachen Chat-Systemen sein, cool, ich komme jetzt einfach durch KI schneller an mein Ziel.
Jens Ich kann, aus einer Idee habe ich plötzlich irgendwie zehn weitere, aber meine Idee war initial noch irgendwie der Funke, der dabei war. Ich glaube, da kann man das auch ein bisschen besser einzuschätzen, aber ich glaube, Jobs werden sich krass verändern, Tasks werden sich verändern, das war aber, glaube ich, immer schon so.
Jens Ich weiß nicht, ob es mehr oder weniger wird und manche, also ich glaube, das Thema ist oft nicht, dass sich Jobs radikal verändern oder wegfallen unbedingt, sondern ich glaube, dass Tasks in Jobs verändern. Jeder Job bedient oder besteht ja einfach aus sehr, sehr vielen, manchmal mehr, manchmal weniger Tasks.
Jens Ich glaube, da shiftet sich einfach gerade sehr, sehr viel. Und da muss man gucken, was sind Tasks, die mir vielleicht sogar noch mehr Spaß machen. Also ganz viele Sachen jetzt, zum Beispiel Neo macht und andere KI-Systeme, da habe ich keinen Bock drauf. Da bin ich froh, dass sie das machen, weil ich mich dann einfach mit strategischen Themen beschäftigen kann, kreativen Themen, mir neuen Content überlegen kann, der halt Mehrwert ist und nicht irgendwie...
Jens Irgendwelche Strukturthemen.
Stella Und damit kommen wir auch zur finalen Frage für diese Podcast-Episode. Sehr gute Überleitung, nämlich, wie entscheidest du denn, was machst du selbst und wo holst du Künstliche Intelligenz mit ins Boot?
Jens Das ist eine sehr gute Frage und die sollte man sich auch immer stellen. So, Rule of Thumb ist bei mir so ein bisschen, wenn ich, und das kommt natürlich mit Erfahrung mit KI-Systemen, wenn ich weiß, der Task ist gerade so schnell, beispielsweise eine E-Mail beantworten. Klar kann ich den gesamten E-Mail-Kontext in ChatGBD reinpacken und sagen mit einem Prompt, den ich immer 30 Mal umschreibe, beantworte bitte die E-Mail.
Jens Wenn ich allerdings weiß, okay, das sind drei Sätze, dann schreibe ich es auch nochmal selbst. Ich glaube, das ist bei mir noch so der Punkt, dass ich überlege, okay, wie, auf der einen Seite, wie viel Zeit spare ich da wirklich realistisch? Es muss nicht immer überall KI rein, nur bei Selbstzweck und einfach das Thema Daten. Was schiebe ich da jetzt irgendwie rein?
Jens Packe ich da jetzt meine komplette Steuererklärung in ein öffentliches LLM rein und sag, mach mal bitte meine Steuererklärung. Weiß ich nicht, ob ich da so ein gutes Gefühl für hätte, muss ich da selber entscheiden, aber das sind bei mir so die beiden Fragen, macht das wirklich gerade Sinn und sollte ich das mit den Daten, die ich da verteile oder auch nutze, das wirklich tun, aus rechtlichen Gründen, aus gutem Gewissen, aus ethischen Gründen.
Stella Zwei Fragen, die sich alle ZuhörerInnen von diesem Podcast jetzt mitnehmen können, denn wir sind am Ende der Folge. Und das ist jetzt der Punkt, Jens, wo ich dir danke, dass du heute bei t3n Arbeit in Progress zu Gast gewesen bist.
Jens Vielen, vielen Dank für die Einladung. Sehr viel Spaß gemacht. Danke für die coolen Fragen.
Stella Und ich denke, wir hören uns an dieser Stelle auf jeden Fall nochmal. Und damit ihr keine neue Folge von unserem Podcast verpasst, drückt ihr jetzt natürlich auf Abonnieren. Schickt gerne Feedback an podcast@t3n.de. Und ich freue mich, wenn ihr nächste Woche wieder einschaltet, um zu hören, wie beispielsweise Unternehmen Künstliche Intelligenz gerade sinnvoll oder vielleicht auch weniger sinnvoll einsetzen, findet ihr nur raus, wenn ihr einschaltet.
Stella Also seid wieder dabei und ich sag auf Wiederhören.