
Und nun zum Sport· Folge 380
Kanada, Bayern, Karriere: „Müller wollte mit diesem Gespräch eine Botschaft senden“
Dienstag, 23. Dezember 2025 · 39 min
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Shownotes
An Weihnachten kehren Weitgereiste gerne nach Hause zurück, da sind selbst tausende Kilometer kein Hindernis. So ist das natürlich auch bei Thomas Müller, der mittlerweile zwar als halber Kanadier durchgeht, aber in diesen Tagen ist er wieder, was er immer war: ein bayerisches Original in seiner Heimat München. Mit Holzfällerbart und vielen guten Geschichten auf Lager traf er sich dort mit der SZ für ein Interview, das sich auch um seine Rolle als Fußballer im fortgeschrittenen Alter drehte.
Wie ging es dem Abenteurer Müller in seinen ersten Monaten in Vancouver? Wie ist das für ihn so als Botschafter und Kommunikator in einem Umfeld, das ihm völlig neue Perspektiven bietet? Und welche Vorstellungen hat der Noch-Fußballer Müller für die Zeit, die nach seiner aktiven Karriere folgt? Über all das haben Christof Kneer und Philipp Schneider mit ihm gesprochen – und in dieser Ausgabe von „Und nun zum Sport“ Moderator Jonas Beckenkamp von ihren Eindrücken erzählt.
Moderation, Redaktion: Jonas Beckenkamp
Produktion: Aylin Sancak
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Und nun zum Sport. An Weihnachten kehren weitgereiste gerne nach Hause zurück, da sind selbst Tausende Kilometer kein Hindernis. So ist das natürlich auch bei Thomas Müller, der zwar mittlerweile als Halber Kanadier durchgeht. Aber in diesen Tagen ist er wieder das, was er immer war. Ein bayerisches Original in seiner Heimat München.
Mit Holzfellerbad und vielen Geschichten auf Lager traf er sich dort mit der Sz für ein Interview, in dem es auch um seine Rolle als Fußballer im fortgeschrittenen Alter ging. Wie ging es dem Abenteurer Müller in seinen ersten Monaten in Vancouver? Wie ist das für ihn als Botschafter und Kommunikator in einem Umfeld, das ihm völlig neue Perspektiven bietet?
Und welche Vorstellungen hat der noch Fußballer Müller für die Zeit nach seiner aktiven Karriere? Überall das haben die SZ-Autoren Christoph Kneer und Philipp Schneider mit ihm gesprochen. Und damit sagt Jonas Beckenkamp, hallo zu unserem Fußballtalk. und nun zum Sport. Und natürlich servus lieber Christoph und Philipp.
Jonas, guten Morgen. Moin moin. Also, ihr habt euch mit Thomas Müller verabredet für einen Termin in München. Ihr müsst noch die Umstände ein bisschen erklären, wann und wo. Dann habe ich mich gefragt, habt ihr ihn eigentlich wiedererkannt, so mit dem Bad und dieser Nordamerika-Aura? Oder habt ihr gedacht, das muss jetzt hier ein Parkranger aus Whistler Mountain sein, Christoph?
Wie war das? Naja, wir hatten halt der Überraschungsfaktor, war halt leider ein bisschen weg, dadurch, dass man schon lästigerweise die Bilder vorher gesehen hat. Aber man hat diesen Bart natürlich angemerkt, können wir ja als Experten natürlich auch ganz hervorragend beurteilen, dass der nicht einfach so... in den kanadischen Wäldern dahin gewachsen ist, sondern bereits erhebliche Stunden im Barbershop behandelt wurde.
Also das ist kein Holzfeller-Barber, das ist ein Tiptop-Bart. Mit dem könnte auch, ja, das ist so eine Mischung aus, er könnte in so einer kanadischen Band irgendwie, glaube ich, am Bass spielen, er könnte aber auch über den roten Teppich laufen. Also da wuchert nix, so viel kann ich sagen. Also ich fand ja der Bart hat gerade also im Finale stand jetzt und gegen Messi verloren hat.
Da hat der Bart ja eher schon so ausgesehen wie bei Schegi Wara. Also das war ja schon irgendwie weit über den Holzfeller Bart hinaus, sondern eher so ein Revolutions-Bart hat er da getragen. Und der war dann halt frisiert, als er jetzt zu Terminen empfangen hatte München. Ja witzig, also ich erinnere mich an ein kürzliches Foto von ihm und dem Eishockey-Spieler Leon Dreiseitel, der ja auch in Kanada spielt.
Und die sahen beide gleich aus. Die hatten die gleiche Gesichtsbehaarung. Also das scheint dazu zu gehören, standardmäßig in Kanada. Und was auch dazu gehört, ist ja, dass man Englisch spricht. Und da frage ich euch jetzt Philipp vielleicht dich, hat der Thomas Müller überhaupt noch Deutsch gesprochen oder musstet ihr mit ihm ins Englische wechseln?
Nee, also tatsächlich haben wir ihm die Frage gestellt, was ihm jetzt lieber ist, weil er hat ja angedeutet auch zuletzt, dass ihm das im Grunde inzwischen relativ gleich ist. auch wenn er jetzt auf Deutsch spricht oder auf Englisch. Und das ist ja auch insofern fand ich das eine sehr spannende Aussage, die er da getroffen hat, weil wie man den Thomas Müller ja kennt hier aus seinem Vierteljahrhundert beim FC Bayern.
Er ist ja ein Mensch, der sich ganz stark über Sprache auch definiert. Er spielt ja auch mit Sprache. Da haben wir auch mit ihm drüber gesprochen. Er hat das bestätigt, dass er das sehr liebt. Ich meine, in all den Jahren beim FC Bayern gab es einen Haufen wirklich sehr langweiliger Spiele. Dann kam Thomas Müller anschließend vor die Kameras und er hat dann sozusagen eine Spielzusammenfassung gegeben.
Die Zeit, diese Zusammenfassung, die zeichneten sich eigentlich immer durch zwei Aspekte aus. Erstens, da steckte der Kern des Spiels komplett drin. Also das war einfach eine wunderbare Zusammenfassung. Und zweitens war es natürlich auch oft ganz herrlich porantiert, was er davor getragen hat. Und insofern haben wir die Frage natürlich nur aus Spaß gestellt und wir haben dann auf Deutsch mit ihm gesprochen und der den herrlichen Satz gesagt, Leute, wir können auch auf Englisch sprechen, aber bis ihr euch das dann alles zusammengereimt habt, was ich eigentlich gemeint habe und ihr das dann auf Deutsch, damit ihr es auf Deutsch drucken könnt für eure deutschsprachigen Leser, dann machen wir es uns doch einfach und reden lieber auf Deutsch.
Da hat er noch gesagt, wir können es auf Englisch machen und ihr decifriert es dann. Außer euch ist langweilig, hat er gesagt. Dann können wir es gerne machen. Okay, uns ist nicht langweilig. Aber was man bisher von ihm erlebt hat, dort auch vor Ort und die Auftritte, die ich gesehen habe in Videos, sein Humor und seine Art, die wirkt schon auch auf Englisch, oder?
Er hat ja gesagt, dass er sozusagen sich ein bisschen runterdenken muss und dass sie manchmal sozusagen im Aktiv-Wortschatz das eine oder andere Wort für seinen Witz fehlt. Aber das ist ja ein intelligenter Busche, der auch sehr schnell lernt. Laut Eigenaussage dringt er inzwischen ja auch in der Kabine mit seinem Humor durch und manchmal sagt er ja, ich nehme zumindest wahr, dass die Buben um mich rumlachen, ob sie jetzt genau alles verstanden haben oder auch nur über mich lachen, weiß er nicht so genau.
Aber ich glaube, da muss man sich keine Sorgen machen. Das ist ja auch was, was er im Übrigen, das weiß keiner, das weiß nicht die Karriereentscheidung, aber das ist schon was, was er sozusagen als als Beifang gerne mitnimmt, dass er jetzt halt seinen Schul- und bayerisches Abiturenglisch da drüben einfach aufpoliert und für den Rest seines Lebens einfach ein hervorragender Englisch-Sprecher sein wird.
Egal, in welchem Job man ihn sehen wird. Das weiß er übrigens. Das Klang für uns relativ glaubwürdig. Der steckt noch so sehr in seiner Fußballer-Karriere drin. Der liebt dieses Spiel so sehr, dass er wirklich noch keinen ganz, ganz klaren Plan hat für die Zeit danach. Aber sein Englisch wird er brauchen.
Genau, das weiß man ja von Oliver Kahn, wenn man mal, sagen wir mal, CEO beim FC Bayern werden möchte, dann sagt man jetzt zum Beispiel nicht, ich sitze im Fahrersitz, sondern man sagt, ich sitze im Drivers seat. Das kann natürlich, das kann Thomas Müller jetzt wunderbar in Kanada so ein bisschen schulen, also sein Vokabular.
Wir haben ja jetzt Weihnachten, aber bald kommt ja das neue Jahr, wo man Leute Dinge wünschen kann. Ich würde mir Thomas Müller wünschen, dass er sein Englisch anders einsetzt als Oliver Kahn. So viel können wir sagen, weil auch wenn er in seiner Karriere vielleicht noch einige Achtung meils. uns vor sich haben wird.
Thomas Müller, kleines Work-and-Travel-Programm in British Columbia. Jetzt habe ich mich gefragt, Philipp. So ein Interview kommt ja nicht aus dem Nichts, das hat ja eine Agenda, also unsere Agenda ist klar, wir wollen natürlich Thomas Müller an Heiligabend in der Zeitung präsentieren als Interview. Was war denn so die Absicht der anderen Seite?
Also was glaubst du, warum dieses Interview überhaupt zustande kam jetzt, so kurz vor Weihnachten? Ja, also ich meine jemand wie Thomas Müller, das können sich die Zuhörer wahrscheinlich auch denken, kriegt einen Haufen Interview anfragen und zwar das ganze Jahr über. Also das ist ja natürlich, als es los ging beim FC Bayern, als sich das Karriereende beim FC Bayern von Thomas Müller angedeutet hat, in dieser ganz heißen politischen Phase gab es die natürlich... Die hat er dann gekonnt ausgesessen, dann ist er zur Club WM gefahren, da gab es Anfragen, da hat er das auch noch relativ gekonnt um Schiff.
Und jetzt aber seit er in Kanada ist, finde ich es wirklich erstaunlich, wie sehr er sich und wie professionell er sich im Gespräch hält. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass auch ein Thomas Müller, wenn er halt in der MLS spielt, in der nordamerikanischen Profiliga, dass der halt so präsent ist.
Wir haben ihm jetzt auch gesagt, er sei sein Barzei eigentlich hier mehr besprochen als der von Reinhold Messner in Deutschland. Es kommt ja niemand an, Thomas Müller vorbei zu kommen. Zeit, obwohl er in Kanada ist. Natürlich waren auch wir das ganze Jahr lang eng an Thomas Müller dran, einfach um ihm über manche Dinge zu sprechen, die sich ereignet haben im vergangenen Jahr.
Und ich hatte so ganz stark das Gefühl, er wollte schon jetzt eine wichtige Botschaft auch mit diesem Gespräch bei uns senden. Und zwar die Botschaft, nämlich Leute, lasst mich jetzt bitte einfach mal in Ruhe Fußball spielen. Ich habe da gerade total Bock drauf. Das macht mir einen Heidenspaß hier in Kanada.
Ich bin tatsächlich stand jetzt noch aktiver Fußballer und nichts anderes. Ich bin auch jetzt nicht in einem Übergangsstadium, wo ich schon etwas lerne, was ich eventuell anschließend mal als Funktionär oder Trainer, wo auch immer anwenden werde, sondern ich bin wirklich gemacht genau das, was richtig cool ist.
Er hat gewordwürdig gesagt, ich befinde mich in einer sehr coolen Phase meines Lebens. Und das ist... die Botschaft ihr senden wollte, damit diese Frage vielleicht aufhört, wann übernimmst du den Job von Herbert Heiner beim FC Bayern? Wann übernimmst du den Job von Jan-Christian Dresen beim FC Bayern?
Oder wirst du vielleicht auch Trainer oder weiß der Geier? Das war, glaube ich, so sein Agenda. Und er hat das zwar einerseits sehr glaubwürdig rübergebracht, genauso ist es, aber andererseits hat man dann doch immer auch so zwischendurch rausgehört, dass er sich schon Gedanken macht, auch wenn er das immer versucht, ein bisschen zu vertagen.
Er ist natürlich schon... sehr stark damit befasst, sich zu fragen, in welche Richtung es vielleicht bei ihm gehen könnte. Kam er euch denn Christoph Frage an dich anders vor, als der Müller aus seiner Münchner Zeit, aus seiner Bayernzeit, als er dann durch die Mixzone da gelaufen ist oder vor den Fernsehkameras stand?
Man fragt sich bei so einer Persönlichkeit ja oft, was kommt dann noch, wenn so einer ins Ausland geht? Wie entwickelt der sich? Reift so jemand dann nochmal extra? Kommen da Nuancen dazu? Wie war da dein Eindruck? Also er hat im Interview auch bestätigt, er sei ein bisschen gereift. Wir haben ihn auch so ein bisschen über die Zeit in Kanada geplaudert und über Franz Beckenbauer, der auch gesagt hat, er sei da drüben gereift, das hat er bestätigt.
Aber er kam mir jetzt nicht anders vor, was natürlich, was wahrscheinlich, also ich kenne ihn ja, bin ja sozusagen ein langjähriger Wegbegleiter, ich kann mich erinnern. Wir haben, glaube ich, schon zweitausend, wann haben die Bayern das große Triple-Jahr gehabt? mit? Wir haben, glaube ich, schon zwei Dreizehn, mein ich mich zu erinnern, ein Weihnachtsinterview mit Thomas Müller gehabt und versucht mit ihm drüber zu sprechen, wie er den Baum aufstellt bei sich da draußen in Oberbayern und ob er es dafür und ob da die Engerl hinkommen und ob die Oma irgendwas kocht.
Er hat dann leider unseren Witz abgeräumt und gesagt, er fliegt irgendwie weit weg an Weihnachten. Also wenn man ihn sozusagen verfolgt, dann war einfach Thomas Müller. Das liegt aber natürlich daran, dass der jetzt, sagen wir mal, nicht für uns außenstehende Messbar reifen muss, weil er ja schon eine sehr gefestigte und klare Persönlichkeit schon immer gewesen ist.
Diese Art von Selbstsicherheit und diese Art Vertrauen in sich selbst und in das, was er sagt und wie er auftritt, das wird halt höchstens ein bisschen mehr. Aber da gibt es jetzt nicht so viel zu optimieren an seinem öffentlichen Auftritt. Was ihm aber schon abzunehmen, ist, dass ihm diese Lebensphase da drüben einfach jetzt was bringt, dass die ihm Spaß macht.
Und das hat auch im Interview gesagt, dass er bei aller Seriosität und Festigkeit, die er so in sich hat, quasi das trotzdem noch mal so ein bisschen, ja, so als der Art Testlauf sieht. Also er hat schon gesagt, ich wollte sehen, funktioniere ich da drüben, kann ich das? Und da glaube ich, das hat er jetzt für sich bejaht und deswegen genießt er jetzt die wirklich luxuriöse Situation.
keinerlei Sorgen zu haben, die Zukunft auf sich zukommen lassen zu können. Immer im Wissen, ein Thomas Müller ist sowieso gefragt. Wenn er zum Schluss kommen sollte, ich will weder Trainer, noch Sportdirektor, noch sonst irgendwas sein, wo man ins Büro muss. Das habe ich übrigens auch gesagt. Also, dass er keinen Ex-Profi kennt, der hat mit vielen Ex-Profis gesprochen.
Keiner hat gesagt, als Fußballer war es doof. Jetzt am Schreibtisch ist es viel geiler, also da hat er noch niemanden getroffen, der das sagt. Das ist ihm auch bewusst. Und deswegen hat er eben den Luxus zu sagen, ja gut, wenn ich nicht... im Büro sitzen will, dann mache ich halt den Fernsehexperten besser Fußballerklären als ich, kann sowieso keiner.
Jetzt war es ja so, als bekannt wurde, dass Thomas Müller den FC Bayern verlässt und nach Kanada geht ausgeht. Mir ging es so, ich war erstmal verwundert und dann... ist in mir auch der Gedanke gereift. Mensch, das ist ja eigentlich perfekt. Also es gibt keinen schöneren Ort, wo man irgendwie diese Erfahrungen machen kann, wo man in Ruhe gelassen wird, wo die Natur toll ist, wo man vielleicht sogar mal auf Skiern steht irgendwann im Winter, wenn jetzt Winterpause ist.
Und der Thomas Müller passt ja irgendwie dahin. Philipp, wie war denn dein Eindruck? Hat sich das für ihn auch erfüllt, was er sich dort gewünscht hat? Ja, zumal er jetzt ja uns auch noch mal erklärt hat, was da neben all den schönen Dingen, die du angesprochen hast, Skifahren und Natur und überhaupt kanadische Mentalität, was ihn da auch gereizt hat.
Das waren nämlich tatsächlich, man mag es kaum glauben, trotz seines fortgeschrittenen Alters, aber es waren wirklich sportfachliche Gründe tatsächlich, die ihn exakt zu den Vancouver Whitecaps geführt haben. Und zwar hat er das relativ plausibel begründen können, indem er halt gesagt hat, es gab halt einen Haufen Anfragen von anderen Clubs.
Er hat beispielsweise Florence genannt. Florence ist ja ein Klassiker sozusagen für bayerische Exilanten, die aus München vorziehen, weil es eben dann doch nicht ist nur einmal über die Alpen rüber und nicht ganz so weit weg von München. Da kommt man also mit dem Auto auch nochmal schnell zurück, wenn man mag.
Aber er hat gesagt, egal woher die Anfragen kamen, die Leute, die ihn gefragt haben, die wollten, oftmals einfach den Namen Thomas Müller einkaufen, die Marke Thomas Müller einkaufen, die wollten den Weltmeister von zwei tausend vierzehn einkaufen. Aber genau diese Anfragen, die hat er also wirklich dann mit einem Lächeln ignoriert, weil er hat auf die Anfrage gewartet, wo sich jemand dafür interessiert hat an dem Sportler Thomas Müller und zwar auch nicht an dem Weltmeister von zwanzig vierzehn, sondern eben jener Thomas Müller, der vergangenen zwei Jahre, das heißt ein Thomas Müller.
Der zwar einerseits losging, ist eigentlich so richtig mit Thomas Thuchel, der also mehr oder weniger oder immer mehr in die Rolle eines Ergänzungsspielers gedrängt wurde, am Schluss dann wieder ein bisschen weniger bei Vincent Company. Der aber, das hat er uns auch ganz stolz erzählt, da war auch stolz darauf sein, ich war damals im Stadion, das war nämlich die Hölle, der nämlich fit genug ist, um bei der Club WM bei vierzig Grad oder das waren sogar mehr als vierzig Grad in einem Stadion ohne Dach tatsächlich gefühlte neunzig Minuten Club WM zu zocken.
gegen Benfica Lissabon und dass er dafür halt noch fit genug ist. Und genau diese Anfrage, die hat ihn halt aus Vancouver erreicht, wie er uns geschildert hat. Und das heißt, die haben wirklich den Sportler Thomas Müller gesucht. Also einen erfahrenen Kerl, der auch eine Mannschaft mit lauter jungen Burschen an die Hand nehmen kann und auch soll und ganz explizit seinen Wissen und seine Tricks an die Hand geben soll, um ja Fußballerisches da sein.
zu verbessern. Und dieser Club hat dann den Zustand bekommen und wenn man so will eine rein sportliche Entscheidung. Und er geht da auch wirklich mit allem, was er hat, geht da da auch wirklich rein. Und wir haben sozusagen im Gespräch kommt so ein bisschen raus, dass er sozusagen, ja, ich würde es mal etwas überspitzt sagen, sich für fast alle Ebenen in diesem Club inzwischen zuständig fühlt.
Er hat das dann zwar mit der Formulierung, dass es jetzt aber ein bisschen überspitzt, was er da sagt, zurückgewiesen, aber im Grunde haben wir die ganze Zeit darüber gesprochen. Also es ist nicht nur so, dass er sozusagen die Die Mitspieler coach, dass die zu ihm kommen von sich aus und von ihm alles möglich aus seiner Karriere wissen wollen bis hin zu Tipps für Laufwegen.
Es ist schon auch so, dass er mit dem Trainer und sogar mit dem Sportdirektor, ja, ich will nicht nur sagen spricht, sondern schon, ich sage es mal vorwürdig, sein Wissenteil, das eine Expertise weiter gibt. Der Trainer ist ein Dänennamen Sörensen, der lang mit ihm gesprochen hat, lange Telefonate geführt, bevor er hingekommen ist.
Genau das ihm erklärt hat, was Philipp gerade schon gesagt hat. Also sie wollen jetzt nicht mehr den Fußballer von zwei vierzehn. Sie wollen auch nicht den großen Trickster und Zocker, der das Spiel allein entscheidet, den Messi, weil das war Müller nie, nicht mal in seinen größten Tagen. Mit diesem Trainer spricht er ganz explizit darüber, ob man den nächsten Gegner vorne links anläuft oder ob man Pressing spielt oder er gibt dann Feedback vom Trainingsplatz.
Trainer. Die Taktik war ja, die fühlt sich nicht richtig an, lass es uns anders machen. Er ist also eine Art spielender Co-Trainer. Er mag den Begriff nicht, Thomas Müller, weil das halt so wirkt als als würde er sich aus der Gruppe rausheben, das will er nicht, aber er ist es natürlich. Und dann gibt es den Sportdirektor Axel Schuster, der mal in Mainz unter Christian Heidel war und dann mit Heidel kurz in Schalke war.
Und selbst mit dem spricht er auf dessen Ebene. Also dieser Axel Schuster fragt ihm zum Beispiel, wie viel, was findest du denn, wie viel Physios bräuchten wir hier im Club und so. Also ganz große strukturelle organisatorische Fragen, sodass man also echt sagen kann, dass der Möhner sowohl auf dem Rasen wie auch in der Trainerkabine wie auch im Sportdirektor und Büro präsent ist und seine Müller, seinen Müller-Senf, seinen süßen Händelmeier Müller-Senf überall dazu gibt.
Und das hat uns natürlich zu dieser Frage geführt, ja, Thomas, dann ist es aber doch klar, dann sind sie einerseits Fußballer, aber andererseits üben sie schon für ihre Karriere danach. Und weiter kam ich gar nicht, weil er mich dann unterbrochen hat und gesagt hat, nein, ich übe nicht für die Karriere danach, ich bin Athlet.
So, und das jetzt, was man ihm abnehmen kann oder nicht, ich glaube schon, seine Emotion ist so, dass er sich wirklich als Athlet fühlt und nicht auf dem Papier entworfen hat. Ich schnuppere während ich kicke in alle Etagen hinein, damit ich die kann. Aber dass das sich natürlich parallel dazu ergibt, das nimmt da, glaube ich, dankend und mit großem Gewinn an.
Ich habe mich jetzt nur gefragt, bei dieser Episode auch Florenz oder hätte er vielleicht auch in die Türkei gehen können. Es geht ja darum, als Fußballer sich noch relevant zu fühlen, ob das man sportlich noch was ausrichten kann, Philipp. Noch mal die Frage. Wäre er denn nicht relevanter und mehr im Blickfeld gewesen, wenn er beispielsweise bei Gallataserei in der Champions League noch spielen würde, so wie Leroy Sané oder eben in Florenz, wo man zumindest in der italienischen Liga spielt?
Mario Gomez hat das ja auch gemacht nach seiner Bayernzeit. Es ist schön dort. Also das frage ich mich so ein bisschen. Kann er da weit weg in einer Liga, die Deutsche nicht so gut kennen? Aber er fühlt sich dort relevanter und besser aufgehoben als in Europa. War das dein Eindruck? Ja, auch hier ein typischer Müller, wenn man so will.
Ich meine, dass all diese Gedanken, die du gerade hattest, die kann man ja durchaus haben und so auf deren Basis kann man auch eine Entscheidung, sagen wir mal, wie Leroy Sané für Galatasaray treffen. Für ihn war es aber ganz klar, er hat sich so eine Art Hidden-Champion gesucht. Das heißt, ein Club, bei dem er ein Pokal gewinnen kann, der dann aber diesem Club auch enorm viel bedeutet, weil er eben den noch nicht reihenweise gewonnen hat, wie zum Beispiel Galatasaray, oder eben, dass er bei einem Club landet, wo er eben, wie er sagt, um die Goldene Ananas spielt und überhaupt keinen Pokal gewinnt.
Also es ist eine sehr schlaue Entscheidung, wenn man sich das genauer anschaut, weil dieser Club, der war schon Bevor Müller eingetroffen ist, hatte der schon Ambitionen und stand kurz davor, diesen Titel zu gewinnen. Jetzt ist er mit Müller direkt ins Finale eingezogen. Müller klang relativ optimistisch und zuversichtig, dass diese Mannschaft in der nächsten Saison noch besser sein wird.
Also ich mein, Miami mit Messi wird ja auch ein bisschen älter sein in der kommenden Saison. Es wird auch Thomas Müller nochmal ein Jahr erfahrener sein in der kommenden Saison, aber die Jungen Burschen an seiner Seite, die erreichen dann vielleicht erst die richtige, das richtige Betriebsalter. Das heißt, er hat sich auch das sehr, sehr genau überlegt.
Das ist wirklich ein Klub, der Der auf den Pokal wartet, sehr sehnsüchtig und Müller könnte derjenige sein, der diesem Club dann den Pokal bringt. Und das macht ihm dann halt einfach richtig Spaß. Also wir haben ihn auch gefragt, sag mal, sah das nicht so ein bisschen, weil er so traurig über den Rasen gelaufen ist mit seinem schicke Vara-Bad und wirklich so ein bisschen Feuchtigkeit in den Augen hatte, dass diese Niederlage gegen Messi im Finale, ob die sich für ihn trauriger angefühlt hat, als die verpasste Meisterschaft ist, gab eine für die älteren Änderungen.
Sie vielleicht unter Thomas Tuchel zuletzt, hat er gesagt, ja, das mag so ausgesehen haben. Aber das liegt natürlich auch daran, dass es in der Bundesliga halt kein Finale gibt. Das heißt, wenn man da irgendwie die Meisterschaft verpasst, dann weiß man das halt auch meist Wochen schon vorher. Wenn man irgendwie nach einem eins zu eins gegen Bielefeld hat, hat er gesagt, dann im Flugzeug sitzt und irgendwie traurig nach Hause fliegt.
Und da wird es eben keine Kamera dabei, die das zeigt. Also, dieses verlorene Finale hat ihn schon getroffen, aber er sagt halt, nächstes Jahr packen wir es dann. Und wenn man nochmal über Florenz und seine und seine Zukunftsentscheidung spricht, muss man nur einmal kurz die Tabelle der Serie A anklicken, um zu sehen, dass Florenz im Moment zwanzigster von zwanzig ist.
Die sind also einfach letzter. Und genau das wollte er nicht. Er hat auch den schönen Satz gesagt, ich wollte nicht in eine falsche Erwartungshaltung reinlaufen. Und da merkt man eben wieder, dass dieser vermeintlich lustige Naturbursch, Thomas Müller, natürlich wirklich auch ein klarer Strategie ist, erstens in eigener Sache.
B halt auch ein unglaubliches Gefühl und Gespür für Fußball hat. Deswegen erklärt er den Fußball auch als Kommentator. Ja, so hervorragend. Wir haben mit ihm auch über den Kompaniefußball gesprochen, den er erklärt hat. Aber deswegen war ihm eben auch klar, ich, Thomas Müller, war noch nie der Spieler, der mit drei Übersteigern mal kurz ein Spiel entscheidet.
Das ist eben, das unterscheidet ihn zum Beispiel von Leroy Sané. Sané kann nach Istanbul gehen, im sicheren Wissen. Ich kann da mittwoch abends unterflotet in der Champions League, wenn mir von drei Dribblings eins gelingt. Dann haben wir ein Tor geschossen, dann sprechen die Leute über mich, dann hat sich mein Trip dahin gelohnt.
Das kannt Thomas Müller nicht, das konnte er auch noch nie. Und wir haben ihn ja immer so als Anarchofußballer, etwas abgegradet, als Raumdeuter bezeichnet. Das ist ja alles richtig, aber die Wahrheit ist seine Anarchie, das hat er ja immer selbst schön erklärt. kann er im Fußball ja eben nur ausleben auf Basis einer klar gefundenen Mannschaft.
Also wenn alle neuen Feldspieler genau wissen, was sie zu tun haben und jeder Automatismus stimmt, rechts, links und am Flügel, dann kann Thomas Müller als zehnte Feldspieler sozusagen seine Kuriosität obendrauf geben, wenn er aber in irgendeine Mannschaft kommt. die nicht gefestigt ist, die er nicht kennt, die ihn nicht kennt.
Und da soll er dann unter riesem großen Kamerallicht, Mittwochabend gegen Intermailand oder gegen Manchester City, der große Thomas Müller sein. Dann wird das nicht funktionieren, weil er nicht der Individualist ist und die Nebenspüller braucht. Und es war ihm einfach klar. Und deswegen hat er sich so entschieden.
Man kann ja den Fußballer und auch den Mensch Thomas Müller kaum ohne den FC Bayern denken. Und da habe ich mich jetzt gefragt, wie war denn ... Euer Eindruck, wie blickt er denn auf den FC Bayern, auf seine Zeit, auf seinen Abschied dort? Habt ihr noch Verbitterung wahrgenommen bei ihm über diesen Abschied, wie das lief?
Nee, also Verbitterung nicht. Es gab dann irgendwann mal in dem Gespräch den feinen Moment. Da hat er nämlich gerade so von Vancouver geschwärmt und von dieser sehr coolen Zeit und diesem Riesenabenteuer, der sagt, dass man ihm natürlich mal vorsichtig die Frage stellen konnte. Hat Uli Hönes dann vielleicht doch ein bisschen recht gehabt, als er nämlich gesagt hat, ein Thomas Müller, der jetzt nur noch Ergänzungsspieler ist und dessen Einsatzzeit beim FC Bayern immer, immer weniger werden, ist der nicht besser beraten, er zieht einen Schlussstrich unter seine riesengroße Karriere.
Oder wie Müller es dann halt gefunden hat. Oder ich ziehe halt noch mal ans andere Ende der Welt und finde, der suche dort mein Glück. Und das hat er tatsächlich dann auch, wenn man so will, wirklich nicht verneint. Er hat halt gesagt, ja, hätte er das damals gewusst? Zu dem Zeitpunkt, als Uli Hoeneß im Grunde diese Worte gesprochen hat und hätte gewusst, wie cool dieses Abenteuer in Vancouver dann werden würde, dann hätte er gesagt, okay, emotional bin ich da tatsächlich jetzt wesentlich glücklicher, als ich das in einer weiteren Saison als Ergänzungsspieler beim FC Bayern jemals gewesen wäre.
Das ist das eine, aber das andere ist schon, dass er noch gesagt hat, okay, Leute, trotzdem das ändert nichts daran. Ich hätte schon noch sehr, sehr gerne eine weitere Saison beim FC Bayern gekickt. Warum nämlich? Auch das hat er begründet. Er hat gesagt, Es ist egal, wohin man geht auf der Welt. Als deutscher Nationalspieler, der ja lange Zeit viele Jahre war, der beim FC Bayern kickt, du stehst nirgendwo mehr, er hat das schöne Wort gesagt, Schmelze.
Nirgendwo steht man mehr in der Schmelze als als Nationalspieler beim FC Bayern. Also er liebt dieses Rampenlicht und diesen immensen Druck. Und er hat sich dann sogar noch mit Florian Würz verglichen und hat gesagt, Na ja, was der Bursche gerade beim FC Liverpool erlebt, wie wir wissen, läuft es ja ja sportlich noch nicht so doll für ihn.
Auch da hatte man ihm ja versprochen sozusagen, dass was Müller jetzt in Kanada widerfährt, dass im Grunde eine ganze Mannschaft um ihn herum gebaut wird. Das ist ja dann irgendwie doch noch nicht so richtig eingetreten. Seist drum, aber er sagt selbst, diese nicht schöne Zeit, die jetzt der Nationalspieler Florian Würz in Liverpool verbringt, die ist mit nichts zu vergleichen mit dem, was ein deutscher Nationalspieler durchmacht, wenn er beim FC Bayern halt nicht liefert, wenn es da mal nicht läuft.
Und das hat der Thomas Müller ja auch erlebt. Er sagt jetzt nicht, das war die Hölle, sondern er sagt, das habe ich geliebt, dann so in der Kritik zu stehen, wenn es eben nicht richtig läuft. Und all das hat er jetzt eben nicht. Die Leute reden zwar in Deutschland weiterhin über seinen immensen Bart und über seine Abenteuer in Vancouver, aber sie verfolgen jetzt eben nicht mehr und diesen Unterschied erkennt er dann auch sehr fein.
Sie verfolgen jetzt eben nicht mehr jede einzelne Niederlage von ihm oder jeden Fehlpass, den er in der seventy- vierten Minute. gespielt hat. Und insofern, ja, einerseits, also der Blick, der jetzt sehr differenziert auf diese entscheidende Phase im vergangenen Frühjahr, als sich sein Abschied sozusagen, als der zementiert wurde von Uli Hoeneß.
Was er aber eben auch sagt, und das darf man ihm abnehmen, man muss natürlich auch unterscheiden zwischen dem FC Bayern und dem FC Bayern, da gibt es natürlich die hohen Herren, mit denen er dies und jenes entschieden hat oder wo auch das oder jenes über ihn hinweg entschieden wurde. Und da gibt es natürlich auch noch die Mannschaft.
Und da hat man eigentlich das Gefühl gehabt, wenn er über die Mannschaft spricht, dass er da eigentlich überhaupt nicht gewechselt ist. Und da hatte man das Gefühl, er ist ein Bayern-Spieler, der jetzt gerade zufällig in Vancouver irgendwie Fußball spielt. Er hat uns auch schön erklärt, dass er noch in sämtlichen WhatsApp-Chatgruppen drin ist, in der Golfgruppe drin ist.
Und eine seiner ersten Amtshandlungen, nachdem er wieder deutschen Boden jetzt betreten hat, war sofort an die selbener Straße zu fahren und sich mit den Jungs zu treffen. Das heißt, und zum Physio des FC Bayern zu gehen, den er natürlich besser kennt als jeder kanadische Physio. Also da ist einfach dieses Vierteljahrhundel, was der Philipp Feuer angesprochen hat, Das bleibt halt einfach drin.
Der ist einfach ein FC Bayern-Gewächs. Inzwischen ist es ja soweit, dass diese Unterscheidung, die Mannschaft und die Bosse von ihm ja ein bisschen aufgehoben worden ist. Es gibt ja dieses schöne Bild von vor zwei Wochen, also beim Heimspiel gegen Mainz, frisch gelandet aus Kanada, auf der Bosse-Etage, auf der Bostribüne gesessen ist, um das Spiel gegen Mainz anzugucken.
Neben Max Eberl, wer ist denn der, der das immer gewesen ist, und neben dem nicht ganz so bärtigen, aber leicht bärtigen Karl-Heinz Rummenigge. Er hat dann erklärt im Interview, dass das jetzt von ihm kein bewusst gewähltes Zeichen gewesen sei, Leute schaut her, aber er hat das sozusagen gerne mit in Kauf genommen, dass man jetzt sozusagen auch diesem Bild entnimmt, dass da wieder alles in Ordnung ist, dass man im Guten auseinandergegangen ist und wieder tatsächlich im Wortsinn buchstäblich nebeneinander sitzt.
Allerdings die Interpretation Also das hat er ausdrücklich befürwortet, diese Interpretation, nicht aber natürlich die freche SZ-Interpretation, dass das eben schon heißt, dieses Bild eben schon heißt, schau, da haukt der Müller da oben in der Boss-Etage, der wird ja eh der neue Bayern-Boss. Da hat er gesagt, da sollen die Leute ruhig so wahrnehmen, wenn sie das wollen, ich kann da nichts dran ändern, aber das lehnt da ab, klammer auf, er weiß aber natürlich, dass das so wirkt und hat auch nicht wirklich was dagegen, klammer zu.
Trotzdem gab es ja auch Zeiten, wo es einige Trainer, wo er auch beim FC Bayern bei Weitem kein Stammspieler mehr war. Ich würde fast sagen, die letzten drei Trainer bei Nico Kovac teilweise ja auch schon. Und eben bei Thomas Tuchel, Philipp, da erinnere ich mich an einen Satz von Thomas Tuchel, der, ich glaube, es war gegen Manchester City gesagt hat, das ist kein Thomas Müller Spiel.
Sind denn solche Episoden bei Thomas Müller noch präsent? Also, dass er durchaus auch ... Ja, nicht mehr, nicht mehr als gut genug befunden wurde für manche Fußballspiele. Also über Thomas Tuchel wollte Thomas Müller im Grunde eigentlich überhaupt nicht mehr reden. Also wir haben da so ein paar Vorstöße gemacht, aber dann haben wir gemerkt, der will jetzt einfach wirklich das Thema hinter sich lassen.
Natürlich weiß man das aus früheren Gesprächen, man weiß ja, wie er das damals aufgenommen hat. Dieser Satz, das ist kein Thomas Müller Spiel, das hat damals auf Thomas Müller so gewirkt, dass das halt ein bisschen unglücklich formuliert war, weil er hätte das ja auch taktisch begründen können. Er hätte auch einfach sagen können, das ist aus taktischer Sicht kein Spiel, in dem er den Thomas Müller gut gebrauchen können, weil er halt ein anderer Spielertyp ist.
Sondern er hat es halt mal runtergebrochen, weil es plakativ war und weil sich so besser verkaufen ließ in der Öffentlichkeit, das ist kein Thomas Müller Spiel. Also ist ja Thomas Tuchel, das haben ja auch damals ja rauf und runter selbst. geschrieben. Es ist ihm ja immer dann auf die Füße gefallen, werden halt Spiele... kamen und Gegner kamen, die halt ganz klar Thomas Müller Spiele waren, die quasi wie geschaffen waren, um Thomas Müller zu bringen.
Und wenn Thomas Tuchel ihn dann eben nicht nominiert hat, dann war halt, seine Argumentation ist dann halt hinten runtergefallen. Und das hat ja dem Trainer massiv selber geschadet, diese ganze Episode. Aber wie gesagt, genau über solche Dinge wollte Thomas Müller jetzt mit uns kurz vor Weihnachten in der Weihnachtsbaum schon brennt.
Und der hat auch unten in der Hotel lobby schon gebrannt, aber sowas von. Da wollte er eben nicht mehr drüber sprechen. Gab es denn anders gefragt, vielleicht im Gespräch Anhaltspunkte darüber, warum er konkret bei Kompanie dann auch, ja auch da nicht mehr so viel gespielt hat, hat das vielleicht mit dem Fußball des Trainers Kompanie zu tun oder mit Themen wie Füßes, wie Schnelligkeit, also wirklich so konkrete sportfachliche Sachen?
Also er hat zum Thema Schnelligkeit auch was gesagt. und da muss man schon sagen, natürlich es gibt den Thomas Müller quasi als Figur und diese Figur ist natürlich dann, wie das wahrscheinlich bei jedem von uns wäre, auch ein bisschen grantig, wenn sie dann als Fußballer nicht mehr berücksichtigt wird.
Jeder will ja mitmachen, aber gleichzeitig gibt es halt auch den Fußballversteher, Thomas Müller, und der hat durchaus ein gewisses Verständnis dafür, dass der Fußball gerade halt dabei ist, sich an ihm vorbeizuentwickeln, um es mal sozusagen, Thomas Müller hat auch gesagt, so in den In hohen Zeiten seiner Karriere gab es halt zwei oder drei Supersprinter bei jedem Gegner, da hat man aufgepasst.
Oh, der am Flügel, der ist schnell, auf den müssen wir jetzt aufpassen. Und Müller selbst war ja nie wirklich der schnellste, er hat das aber halt mit seinem Auge gelöst. Und jetzt kam eben zwei Entwicklungen zusammen. Das eine ist Thomas Müller altersbedingt, obwohl er sagt, er leide nur unter normalem Verschleiß.
Aber Thomas Müller altersbedingt wird natürlich langsamer, das sagt er auch selber, wörtlich im Interview. Und gleichzeitig hat sich der Fußball so entwickelt, dass der Gegner nicht mehr... Zwei schnelle Feldspieler hat, sondern neun von zehn. So diese parallele Entwicklung der eine wird langsamer und der Fußballer wird schneller, macht sie natürlich bemerkbar.
Deswegen glaube ich, dass Thomas Müller im Grunde ein hohes Verständnis dafür hat, auch wenn er es emotional anders sieht, dass er jetzt nicht mehr neunzig Minuten in einem in einem unglaublich radikalen Kompaniefußball spielen kann. Eigentlich könnte man sagen, dieser Fußball ist fast für ihn gemacht, weil das ist ja so ein Fußball, in dem alle immer online sind, immer aktiv, immer unterwegs.
Das wäre für einen der dauernd rumhampelt und zappelt wie den Thomas Müller natürlich perfekt. Und der würde auch sich für nichts zu fein sein. Müller ist ja genau der, der vorne anläuft, der das Pressing, all das, was Kompanie will, sogar organisiert. Da ist er sich für nichts zu fein. Aber ihm würde sozusagen die Spitzen der Intensität und des Tempos über neunzig Minuten, die fehlen ihm mit Sicherheit.
und ich glaube, das ist ihm, das ist ihm inzwischen halt einfach auch sehr bewusst. und wenn man es mal so vorsichtig andeuten will, ist das dem Trainerstab vor allem sehr bewusst. Der Trainerstab weiß natürlich, wir können diesen Kompaniefußball nur spielen, wenn nicht nur alle mitrennen und alle mitmachen, sondern wenn auch wirklich alle, alle ganz gesund absolut in Top Form sind.
und natürlich auch Das kommt vielleicht ein bisschen erschwerend hin zu Thomas Müller, wenn auch alle wirklich absolute Techniker sind und in den Engstellen jeden noch so schweren Ball verarbeiten, weil die die Kompanie Bayern, um für vier Sekunden fachlich zu werden, machen ja manchmal das Feld ganz bewusst klein, indem sie den Gegner im Schmitzkasten so in die Hälfte rein.
Pressen, dass fast alle Feldspieler sich in einer Hälfte befinden. Der wird sehr immer enger, immer kleiner. Und der Müller ist zwar einer der in diesen Engstellen sich die Räume sucht, plötzlich auftauchten, dann den Haxen reinhält, aber er ist noch durch keiner Bauart bedingt, der durch diese Engstellen ganz fein hindurch spielt.
Und ich glaube, diese Mischung aus, er ist vielleicht nicht mehr der für neunzig Minuten Hochintensität, plus er ist nicht der Engstellenspieler, er ist der Engstellenrenner, aber nicht der Engstellenspieler. hat, glaube ich, auch dazu geführt, dass der Trainer Stab selbst, ich sage es mal etwas hart, den Thomas Müller für verzichtbar gehalten hat.
Und das merkt der Thomas Müller natürlich. Und deswegen kam es am Ende, wie es kam. Jetzt habt ihr Philipp anfangs gesagt, die Botschaft war, ja, ich bin noch Fußballer und so verstehe ich mich auch. Aber natürlich schwingt ja mit bei Thomas Müller. Es geht natürlich auch irgendwie um die Zeit danach.
Kannst du sagen, wie seine Gedanken für die Zukunft sich schon anfühlen für ihn? Also gibt es schon Anhaltspunkte. Was ihn interessieren würde, hat er schon Ideen. Kann man da schon merken, dass da schon was tickt in Richtung Sportdirektor, also solche Aufgaben dann eben auf der Tribüne, eben am Schreibtisch, wie wir gehört haben?
Naja, also er hat gesagt, er möchte jetzt Fußball spielen und dann irgendwann aufhören. Und in dem Moment, wenn er dann aufgehört hat, möchte er... anfangen darüber nachzudenken, was ihm eigentlich fehlt. Dann haben wir ihn gefragt, ob das denn eventuell auch das, was ihm dann fehlen wird, ob das eventuell auch etwas sein kann oder könnte, das überhaupt nichts mit Fußball zu tun hat.
Er hat gesagt, ja, durchaus, aber direkt auf die Nachfrage, ob er vielleicht mal ein Buch schreibt, hat er gesagt, nein. Also Bücher schreiben sei sowas nicht von seinen Sweet Spot, also das kann er ausschließen. Also ich glaube, es war sehr dieser Mensch, Thomas Müller, auch Sprache liebt. Ich glaube, Er liebt diesen Fußball einfach viel zu sehr, um ihm jetzt komplett sich einer Golfkarriere zu widmen oder irgendwie animateurne Südsee zu werden.
Ich glaube, er wird dem Fußball erhalten bleiben. Das ist ein ganz starkes Bauchgefühl, das ich nach dem Gespräch jetzt habe. Allerdings in welcher Funktion? Ich glaube wirklich, das weiß er selbst nicht. Also das sind ja Welten, die zwischen den Aufgaben liegen, eines Trainers, eines Sportdirektors, eines Managers oder eines Präsidenten.
Ich glaube, Letzteres. was gerade im FC Bayern Kosmos ja irgendwie auch viele so raunen und munkeln, dass er Bayernpräsident werden könnte. Also mein Gefühl ist, dass das ein Amt ist, das noch in viele, viele Jahre für ihn nicht infrage. käme, weil er sich, glaube ich, da einfach nicht genug gefordert fühlt.
Also es ist schon auch deutlich geworden, dass ihm völlig klar ist, dass ihn dann andere Arbeitszeiten erwarten nach der Karriere. Er wird dann halt eben nicht mehr morgens trainieren und nachmittags frei haben, sondern dass das halt ein Fulltime-Job ist. Und eben als Fulltime-Job beim FC Bayern beispielsweise, ist er natürlich prädestiniert für die Rolle, also als Vorstandsvorsitzender, als jemand, der mal dem Jan-Christian-Dresen nachfolgen könnte.
Und wie man ja weiß, ist das ja das schon auch noch nach wie vor der große Traum von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, dass an der Spitze dieses Fußballunternehmens eben ein ehemaliger Fußballer sitzt. Also bei aller Liebe Jan-Christian Dresen und bei aller Sorgfalt, die er diesem Job halt widmet, er ist nun mal eben kein ehemaliger Fußballer.
Und das Experiment mit Oliver Kahn, das auf dem Papier von den Grundnoten, die er sozusagen mitgebracht hat, ja eigentlich wunderbar aussah, ist ja, wie wir alle wissen, krachend gescheitern beim FC Bayern. Aber die Grundidee, die steckt immer noch in den Köpfen. Also wir suchen einen ehemaligen gestandenen Profi, der das Zeug hat, diesen Laden auch zu schmeißen.
Und ich kenne mir bei Thomas Müller das halt... enorm gut vorstellen, weil er eben halt auch die notwendige Rhetorik halt mitbringt. Also er ist halt auch jemand, der dann halt auch wirklich Krisenherde moderieren kann, der auch ablenken kann, also der mit den Medien spielen kann, wenn es einen Brandherd gibt, der mal gelöscht werden muss, dann ist er tatsächlich jemand, der dem die richtige Anekdote einfällt, um alle auf die falsche Spur zu schicken.
Also das wäre eine Rolle, für die wäre halt wie geschaffen meiner Meinung nach. Aber ob Thomas Müller das selbst so sieht, das hat er uns also in dieser Klarheit dann nicht sagen wollen. Man hat es allenfalls wirklich so zwischen den Zeilen raushören können, wenn man den wollte. Genau, da muss man vielleicht noch mal einen Nachsatz sagen, weil das Herr Philipp genau jetzt diese Brücke gelegt hat.
Ich glaube, das ist das, was Thomas Müller wirklich unnachahmlich. könnte das das konnte er ja schon als spieler. darüber haben wir konkret mit ihm gesprochen. viel über mich haben das ja oft erlebt und alle die sich als sogenannte bayernreporter verstehen dass man manchmal in der nacht im spiel in der mixzone stand und dann kam plötzlich tomas müller.
und wenn er dann stehen geblieben ist und auch vielleicht nur zwölf minuten gespielt hat dann wusste man jetzt wird das gesagt werden worüber wir hinterher schreiben. so also jeder von uns wusste moment mal eigentlich hat das spiel eine völlig andere tese. aber Bei Müller waren dann so tolle Anekdoten oder auch wirklich auch mal gute, gute Analysen dabei, dass man oft gar nicht anders konnte, als auf das Müllergleis drauf zu gehen.
Und das ist, darüber haben wir tatsächlich auch gesprochen, das ist kein Zufall. Thomas Müller hat auch gesagt, wenn man ein bisschen dabei ist, weiß man ja, wie man ein Thema setzt und wie man ablenkt. Und da gibt es auch Techniken und so. Also das klang natürlich wissenschaftlicher als er das gemeint hat.
Er wird sicher kein Handbuch lesen, wie führe ich die Presse in die Irre. Aber diese ihm wirklich von Gott gegebenen Fähigkeit mit Themen zu spielen. Das ist ja genau das, was in dieser immer schnelleren, immer verrückteren Öffentlichkeit heutzutage eigentlich fast die Grundqualität sein muss. All das, was macht dazu kommt, wie gehe ich mit Sponsoren um oder eine Ebene tiefer?
Wie schaffe ich mir ein Netzwerk mit Spielerberatern oder wie führe ich meinen Sportdirektor? All das, da ist Thomas Müller schlau genug, um das sich drauf zu packen. Aber die Grundqualität, wie gehe ich in dieser verrückten Öffentlichkeit mit eben dieser um? Das hat er sozusagen ... schon natürlich in sich drin.
Und das hat er, glaube ich, tatsächlich ... ... da wüsste ich jetzt eher auf den deutschen Markt ... ... keinen anderen, der das so kann. Das kann er, glaube ich, sogar besser. Da fällt ihm natürlich immer hier ... ... ein Klopp ein als Vergleich. Aber ... Klopp hat dann manchmal, wenn er genervt ist, kriegt er dann so einen scharfen, leicht aggressiven Unterton und selbst den kann Müller auch, wenn er genervt sein sollte, kontrollieren.
Also nach einem Bayern-Spiel in der Mixzone zu stehen, dann kommt der verantwortliche Thomas Müller ums Eck und die Presse rennt in seine Richtung, das wäre eigentlich das Beste, was dem FC Bayern passieren kann. Und um den Zuhörer mal in die Hand zu nehmen, wie es jetzt gerade so ist in der Zeit nach Thomas Müller, Jetzt ist es nämlich so, dass manchmal die Spieler dann gar nicht stehen bleiben und sie sogar noch eine super Entschuldigung haben.
Bevor sie dann rauslaufen zu Bus sagen sie so, ich dachte der Michael Olysee hätte schon gesprochen. Das ist insofern super witz, als niemand seit Clint Eastwood in der Dollar Trilogie weniger Worte spricht als Michael Olysee, wie man weiß. Olysee wäre ein super Held in der Stumpffilmzeit gewesen, glaube ich.
Aber müssten wir das nächste Weihnachtsinterview dann nicht mit Olysee führen? Ja, das ist auf jeden Fall mal ein näheres Ziel, das man haben sollte. Und das packt man dann oben rechts auf die Seite in so eine kleine Spalte. Okay, ich glaube, es ist sehr vieles erzählt zu Thomas Müller. Er ist zurück in Deutschland, wenn auch nur über die Weihnachtszeit.
Also, im großen SZ-Interview hat er über seine Zeit in Kanada berichtet, über seine Rolle als Fußballer am Ende seiner Karriere, die aber noch nicht vorbei ist. Und über seine Ambitionen für die Zeit danach haben wir auch was gehört. Wer das ganze Gespräch nachlesen möchte, kann das ab Heiligabend gerne auf unserer Homepage SZ.de tun.
Da werden wir das Interview groß präsentieren und ich kann garantieren, auch noch ein paar andere interessante Episoden drin. Es steht natürlich auch in der Zeitung, Printausgabe, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, April, Das war's für dieses Jahr bei Unhunt zum Sport, unserem Fußballtalk.
Ich wünsche allen frohe Weihnachten und wir hören uns im Januar wieder. Ciao und bye bye.