
Wir waren klar besser – der FC-Podcast von Express & Kölner Stadt-Anzeiger· Staffel 1· Folge 7
#07 – Triumph zum Auftakt, der 1. FC Köln besiegt die TSG Hoffenheim spektakulär 3:2
Sonntag, 30. August 2026 · 1 h 04
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Shownotes
Der 1. FC Köln feiert nach einem wilden Spiel am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27 einen 3:2-Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Christian Löer (Kölner Stadt-Anzeiger) und Jürgen Kemper (EXPRESS) analysieren den sportlichen Hergang, die Atmosphäre im Stadion und den Stand der Kaderplanung kurz vor dem Ende des Transferfensters.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Folge
Der Spielverlauf: Das Auftaktspiel bot fünf Treffer, späte Wendungen und einen gehaltenen Elfmeter. Es hatte damit alle Elemente eines klassischen Bundesliga-Starts. Trainer René Wagner zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich gelöst. Das Ergebnis bestätigte die Arbeit des gesamten Stabs.
Torwart und Abwehr im Fokus: Marvin Schwäbe sicherte den Heimsieg mit einem gehaltenen Elfmeter und einer entscheidenden Parade im Eins-gegen-Eins. In der Defensive setzte Neuzugang Thijs Dallinga sofort Akzente.
Offensive Impulse: Dallinga überragte als Joker mit einem Doppelpack. Löer und Kemper diskutieren, ob er mit seiner Kombination aus Defensivarbeit und Torgefahr im Vergleich zu Ragnar Ache das komplettere Paket bietet. Said El Mala ließ sein Potenzial und seine Risikobereitschaft erkennen, zeigte im weiteren Verlauf der Partie jedoch noch Schwankungen und bekam wieder Krämpfe. Bemerkenswert war sein Auftritt nach dem Schlusspfiff in der Interviewzone.
Auf dem Transfermarkt: Der FC wirbt um das Top-Talent Mikey Moore. Löer und Kemper heben die schnelle Integration der Neuzugänge und die geschlossene Teamchemie als Verdienst von Trainer René Wagner und Lizenzspielerleiter Thomas Kessler hervor.
Abseits des Rasens: Das Spiel bot Gesprächsstoff. Löer und Kemper beleuchten den Kontrast zwischen der analytischen Arbeit auf dem Presseplatz und der emotionalen Dynamik in der Loge. Mehr als 1100 Einsendungen aus der Fangemeinde gingen im Vorfeld bei der Verlosung von Tickets für die Loge ein – Christian Löer begrüßte am Samstag zehn Podcast-Zuhörer in der Loge auf der Westtribüne.
Moderation: Christian Löer und Jürgen Kemper
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Christian Löer: Hallo und herzlich willkommen zu Wir waren klar besser, dem Podcast von Express und Kölner Stadtanzeige bei den RSFZ Köln. Ich bin Christian Löhr vom Kölner Stadtanzeige und heute habe ich die große Freude mit Express-Reporter Jürgen Kemper, einen 3 zu 2 Auftakt Sieg des mächtigen RSFZ Köln gegen die TSG Hoffenheim besprechen zu dürfen. Jürgen, sei gegrüßt. Wie hat es dir gefallen?
Jürgen Kemper: Hallo lieber Christian, ich freue mich auch. Heute unsere erste Folge zu zweit, freue ich mich sehr drauf. Wir haben das Spiel ja Im Gegensatz zu sonst immer mal in einem verschiedenen Setting geguckt. Da kommen wir gleich zu. Ich war wie immer auf meinem Presseplatz. Du hattest
Christian Löer: ja. Ja.
Jürgen Kemper: die besondere Ehre mit unseren Hörern oder mit unseren Gewinnern in der Loge zu gucken. Aber da kommen wir gleich mal zu. Ich kann dir sagen, auf meinem Presseplatz hat mir das Spiel sehr, sehr viel Spaß gemacht. Das war das, was ich mir erwartet habe vom ersten Bundesligaspiel. Da war alles dabei. Fünf Tore, gehaltener Elfmeter, Rückstände aufgeholt und am Ende noch diesen fantastischen Siegtreffer. Also das war ein Spiel, das hat definitiv Lust auf mehr gemacht. Wie hast du das gesehen?
Christian Löer: Ja, die Perspektive war natürlich top. Wir haben da großes Glück. sind da ja mit dem Unternehmen schon sehr lange Logenkunde und haben die Logo auf der Mittellinie, die sehr gefragt ist. Also eigentlich fast die TV-Kamera-Perspektive. Kann also sehr, sehr gut Fußball gucken. Die Gesellschaft, in der ich geguckt habe, war auch wirklich sehr schön. Man ist natürlich abgelenkt. Also dieses Wir haben es oft, dass wir oben auf der Presstribüne sitzen, haben auf dem Laptop die Spielstatistiken mitlaufen, dann direkt daneben noch ein Monitor, wo die Szenen wiederholt werden und man guckt einfach extrem konzentriert und kriegt schon mehr mit. Also es ist eine ganz andere Art der Wahrnehmung. Was ich zum Beispiel gemerkt habe, als es dann 3-2 in der Schlussphase stand, wie lang so ein Spiel ist. Denn dadurch, dass wir ja dann durchs Schreiben und durchs Arbeiten einfach so abgelenkt sind, fühlt sich ja für uns ein Fußballspiel an. als würde es 20 Minuten dauern, weil man ja auch immer unter Zeitdruck ist und seine Texte fertig haben muss. Und als ich es dann gestern irgendwann anfing zu ziehen, habe ich noch gedacht, boah, es ist schon nervenaufreibender, ohne Ablenkung zu gucken. Darum ja, ich fand es dann spielerisch in der ersten Halbzeit ein bisschen wackelig noch. Aber ja, wir sind sehr früh in der Saison. Da kann man auch gar nicht so viel erwarten. Ich habe bei Hoffenheim allerdings auch ein paar Spieler gesehen, die mir echt irgendwie gut gefallen haben, wo ich mehrfach den Eindruck hatte, da könnte man auch was draus machen. Aber vom Spielverlauf war es natürlich
Jürgen Kemper: und sehr,
Christian Löer: ein wunder, wundervoller Nachmittag.
Jürgen Kemper: Wie fanden es unsere Gewinner? Du hast doch sicherlich dann mit denen auch noch irgendwie gesprochen und bisschen gefachsimpelt und ein Fazit gezogen. Was haben die so durch die Bank gesagt?
Christian Löer: Ja, das war ja insgesamt so. Wir hatten ja am Montagabend im Podcast dazu aufgerufen. Wir hatten ja relativ spontan die Loge bekommen überhaupt vom Verlag. Und ja, ich hab da ja eigentlich mehr oder weniger so nebenbei gesagt, hey, wer hat Lust, uns Fußball zu gucken? Und ich muss echt gestehen, manchmal hat man auch so ein bisschen so Brett vorm Kopf. Ich hab's noch gedacht, okay, wenn sich keiner meldet, irgendwie einen Finder schon, der dann in die Loge kommt. Und dann haben sich, ich hab irgendwann aufgehört zu gucken, aber es haben sich ja mehr als 1100 Leute gemeldet. Und wirklich so persönlich und so freundlich, weil natürlich ein WhatsApp-Kontakt ist ja irgendwie noch mal was anderes, als wenn man ins Blaue irgendwo online was ankreuzt oder so. unsere Hörerinnen und Hörer haben sich dann wirklich teilweise, also ja fast beworben mit ganz, ganz, ganz ... freundlichen Nachrichten, und das war für mich da total schwierig, da aus, weil ich hab ausgelost und mir wär's total lieb gewesen, ich hätte einfach nur ausgelost und fertig und ich hab aber ja dann trotzdem noch so ein bisschen reingucken müssen, haben sich die Leute gemeldet, Bezug zu nehmen auf den Podcast, haben die Sprachnachrichten reingeschickt, die wir veröffentlichen müssen, worum ging's in den Nachrichten, hab dann ganz viele Nachrichten angelesen, ob die auch eigentlich überhaupt an der Verlosung teilnehmen wollten. Ich habe dann doch viel mehr gelesen, als ich mir vorgenommen hatte. Da hat es mir wahnsinnig leid getan. Ich hatte noch nie West-Lotto angerufen und hat dann bedauernd ausgedrückt, dass ich schon wieder nicht im Lotto gewonnen habe. Aber ich hatte das plötzliche Bedürfnis, jedem Einzelnen eine Nachricht zu schicken und mich zu bedanken fürs Mitmachen und zu sagen, dass es leider nicht geklappt hat. Und das habe ich dann auch gemacht.
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: am freien Tag. Die Leute waren auch wahnsinnig lustig. Die Leute haben gesagt, für mich und meinen Enkel würde ich mich total freuen. Für mich und meinen Mann. Eine schrieb für mich und meine Katze, wo ich mir das auch vorgestellt habe, wie das dann ausgesehen hätte. Was ich auch sehr nett fand, jemand bewarb sich Tickets und hat den Podcast gelobt und festgestellt, er höre den Podcast so gern. weil wir denselben Kopfschuss haben wie er. Das ist aber sehr... Ich glaube, es war so gemeint.
Jürgen Kemper: Ist das ein Kompliment? Ich denke schon, oder?
Christian Löer: So und darum, es war irgendwie... Es hat wirklich, muss ich sagen, meine Woche ein bisschen auch geprägt, der Austausch mit unseren Hörern und Hörern. Es ist mir, muss ich auch gestehen, natürlich komplett über den Kopf gewachsen. Aber es war super. freundlich, super motivierend, auch wenn man so bisschen dran gewöhnt ist an die üblichen Leserbriefe, die man so kriegt. Die werden ja zum Beispiel oft von verärgerten Lesern einfach so ins Nichts geschrieben, an irgendeine Sammel-E-Mail-Adresse. Und die kommen dann schon ja auch bei uns manchmal relativ hart an. Ich meine, gut, jetzt wir dran gewöhnt, können wir gut mitleben. Aber dieser Austausch jetzt mit unseren Podcast-Hörern war sensationell. Naja, und dann die
Jürgen Kemper: Super.
Christian Löer: Wir haben ja fünfmal zwei Tickets verlost, also es kamen zehn Gäste. Und wir waren, ja gut, man wird da ja wirklich umsorgt und verwöhnt nach Strich und Faden. hatten also alles, was man an Essen und Trinken sich nur vorstellen kann beim Fußball gucken, stand uns zur Verfügung. Super Plätze, super Leute. Mich hat tatsächlich einer unserer Geschäftsführer aus dem Haus kam vorbei und sagte so im Vorbeigehen Boah, Christian, da hast du super Leute ausgesucht. ich so, nee, nee, nee, ich hab hier niemand ausgesucht. Das ist wirklich seriös gelost worden. Und es waren wirklich ... Es war eine super, super Truppe. Wir haben großen Spaß gehabt, viel geplaudert. Ja, es war echt ein ganz anderes Stadionerlebnis für mich. Es war auch mein erstes Mal in der Loge. Aber es hat Riesenspaß gemacht. Und ich hoffe, hoffe, hoffe, dass wir die Loge dann öfter zur Verfügung gestellt bekommen und das wiederholen.
Jürgen Kemper: Super!
Christian Löer: Das auf jeden Fall.
Jürgen Kemper: Und wie waren so die Eindrücke der Gewinner und Gewinnerinnen am Ende? Wie haben die das Spiel so gesehen? Habt dann auch so bisschen taktisch mal darüber diskutiert oder war das dann eigentlich mehr so die Freude über das Erlebnis und das ganze Logenfeeling?
Christian Löer: Es war teilweise
Jürgen Kemper: Kurz auch inhaltlich.
Christian Löer: so bisschen wie mit Kumpels Fußball gucken.
Jürgen Kemper: Mh.
Christian Löer: Dass dann irgendwie dann sagt zwischendurch einer, boah, wenn ich den Lodzoszwiłli sehe, das gibt nichts, da passiert gleich was. Und dann dreht der auf und alle lachen. Wir hatten auch vorher ein kleines Tippspiel gemacht. Tatsächlich
Jürgen Kemper: Was hast du da getippt?
Christian Löer: 4-1, muss ich gestehen. Ja,
Jürgen Kemper: Ui. Mhm. Sehr gut. Aufgrund des Pokalauftritts, ich finde, ich war das gerechtfertigt.
Christian Löer: ich hab gerade gestutzt, weil ich hätte ... Also mein realistischer Tipp, auch in meinem Tippspiel, an dem ich teilnehme, war 1-1. Und ich hätte
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: auch mit einem 1-1 super leben können. Aber ich dachte, komm, wir sind ja jetzt zu Feier des Tages in der Lurgie, da kann ich jetzt nicht mit so einem 1-1-Beamtentipp die Ecke kommen. Aber hat tatsächlich einer unserer Gewinner, hat 3-2 getippt. Ein gebürtiger Trostorfer, der aus Heidelberg
Jürgen Kemper: Was hat er bekommen?
Christian Löer: angereist war, hat 3-2 getippt. Und ja, das fiel uns dann auf. Das ist nämlich lustig,
Jürgen Kemper: Was hat er bekommen? Die Getränke waren ja schon frei. Also fest...
Christian Löer: genau, weil in einem Umfeld, wo jeder alles hat sozusagen, gab es eigentlich gar nichts mehr zu verlosen. Uns ist auch irgendwie aufgefallen, dann klar, war das erste Saisonspiel, wir hatten da ja auch ganz wenig geplant und uns fiel dann auch auf, dass wir eigentlich gar keinen Preis ausgelobt hatten fürs Tippspiel, sondern da wurde halt wirklich ganz klar die Ehre getippt und mit sehr viel Stolz dann auch hinterher das Ergebnis mit dann aufgenommen.
Jürgen Kemper: Hm? Hm?
Christian Löer: auch das mega lustig. Ich stand vor dem Logeneingang. Das heißt, jeder, der sich was zu trinken nochmal holen wollte, wenn er nicht von unserer Irren nahe die da das Catering seit neun Jahren in der Dumont-Logie betreut und wirklich einem wirklich Wünsche von den Augen abließ. Es ist sensationell, wie sich uns da kümmert. und auch wirklich die Gäste versorgt hat. Aber wenn jemand reinkam, sich was zu holen, der musste also an mir vorbei. Und dann hat man das immer wieder so auf, wie man es aus dem Stadion kennt, so kurz auf Zuruf. Und in der ersten Halbzeit natürlich vom Trend eher, das wird alles nichts. Aber ich habe auch gesagt, als natürlich dann Mavie Schwäbe den Elfer gehalten hat, habe ich auch gesagt, jetzt gewinnen wir es. Nachdem ich, glaube ich, vorher ungefähr 30 Mal gesagt habe, Wir werden hier schon die ganze Saison einfach komplett verfiffen. Nein, es war irgendwie nettes Fachsimple.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Hat wirklich großen Spaß gemacht.
Jürgen Kemper: Wie sieht das da aus, so mit Promi-Dichte? Wenn man mal so nach links und rechts guckt, sieht man da mal auch den einen oder anderen Edelfan. Ich kann sagen, am Eingang habe ich noch Heiner Lauterbach gesehen. Ich weiß nicht, war der da bei dir in der Nähe? Und bei Michael Trippel habe ich gesehen, dass Henning May von Annenmay Country da war. Also wie ist das da so? Sieht man da auch mal den einen oder anderen prominenteren Fan vom FC?
Christian Löer: Sebastian Kampmann saß gleich rechts von uns.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: dann viele FC-Würdenträger natürlich. Die Geschäftsführung
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: lässt sich da ja auch blicken. man sieht schon eine Menge Leute aus der Entscheider-Ebene in Köln.
Jürgen Kemper: Mhm. Ist ja für uns, für uns war das, also, muss man vielleicht mal kurz zur Erklärung, früher war die, ich glaub jetzt zwei Jahre, dass die Presse der Tribüne jetzt auf dem Oberrang, früher waren wir auch unten und da muss man ja ganz ehrlicherweise sagen, das war für uns eigentlich besser, weil wir saßen da praktisch mittendrin unter diesen ganzen Würdenträgern und Promis, da konnte man immer gucken, wer ist jetzt heute da, wer kusst das Spiel heute an. Man muss ehrlicherweise sagen, jetzt oben auf der, auf der, Oberrang sind wir so bisschen abgeschnitten von diesen ganzen, ähm... Ja, dem ganzen Tamtam da unten. Also man bekommt sehr wenig mit und deswegen bin ich immer interessiert, wenn du jetzt mal da so bisschen näher dran warst zu sagen, wer da jetzt so unterwegs ist. Weil, wie gesagt, wir oben kriegen nicht mehr so viel mit.
Christian Löer: Da kann ich vielleicht, ich glaube, ich erzähle auch kein Geheimnis oder zerre da jetzt jemand in die Öffentlichkeit, der da nicht hin will, aber der Markus Kemp von Fleischhauer, der ja auch im Audi Zentrum in Ehrenfeld Gastgeber unseres FC-Talks ist, unseres regelmäßigen, der kam vorbei und haben kurz geplaudert. Und der hat lustigerweise gesagt, dass er das manchmal bedauere, dass wir da unten nicht mehr säßen, weil er es immer ganz lustig fand, einerseits so zu gucken. wie wir die Spieler bewerten und so weiter. Und er fand auch immer natürlich ganz praktisch, dass wir ja die Monitore hatten. Das
Jürgen Kemper: Danke.
Christian Löer: war ja auch wirklich oft so, wenn irgendwie eine knappe Entscheidung war, dann flogen uns ja hinten schon fünf Leute ins Kreuz, die mit uns gemeinsam in den Monitor gucken. Das
Jürgen Kemper: War da ein 11er?
Christian Löer: war auf jeden Fall von Markus Kemp eine sehr nette Rückmeldung, dass er sich sozusagen freute in der Halbzeit mal wieder. mit uns übers Spiel kurz zu plaudern.
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: Das war ganz lustig, aber ich würde jetzt grundsätzlich sagen, dass den meisten Leuten da unten nicht unbedingt das Herz gebrochen wurde, als man uns nach oben umgezogen hat. Eher uns.
Jürgen Kemper: Okay. Na gut. Ja, und wer? Du hast eben den Elber schon angesprochen, wo du dann gedacht hast, das ist so der Wendepunkt.
Christian Löer: Hm?
Jürgen Kemper: Wir Thomas Kessler gestern in der Mixon auch nochmal so natürlich gefragt, so spielentscheidende Szenen. Und da hat er eigentlich eine bemerkenswerte Szene gesagt, und zwar die Gretche von Luca Locheschwi, falls du die vor Augen hast. Ich glaube, war der... Es war genau die 1,61 Minute, meine ich.
Christian Löer: So nach einer Stunde ungefähr.
Jürgen Kemper: Da lief ein Hoffenheimer Konter, eigentlich 2 auf 1, ich. Also wenn der... Ich glaube, war Dagim. Wenn Dagim den quer legt, dann steht da ein Hoffenheimer Stürmer blank und trifft vermutlich dann auch. Und dann grätscht Loris, wie die da irgendwie noch mit letzter Kraft irgendwie dazwischen steht dann auf und feiert sich dafür das Ding selber. Und Kessler sagte dann so was wie, ja das Ding ist normalerweise ein klares Tor, wenn der da nicht so eine Energieleistung da an den Tag liegt. Wie hast du das gesehen? Siehst du das auch so? Sind das so Szenen, die dann auch vielleicht noch sogar viel, also jetzt nicht viel bedeutender als der Elfmeter, also ein Elfmeter Hallen ist ja schon sehr, bedeutend, aber zumindest mindestens gleichwertig sind.
Christian Löer: Was ich in dem Moment dachte, es war ja gegen Dagi, der mich bisschen genervt hat, weil er so schnell ist und so beweglich und ein feiner Spieler. Nummer 14 war das. Also, wow.
Jürgen Kemper: Hm. Wenn es ja in Wolfsburg schon nach Einwechselm, finde ich, schon Probleme gemacht hat, falls du dich dran erinnerst.
Christian Löer: Ja, also wirklich schwieriger Typ. Und
Jürgen Kemper: Hmhm.
Christian Löer: ich hab dann später gedacht, das war eine Szene, natürlich Großrelevanz fürs Spiel hatte. Ich meine, es war vorher ein relativ blöder Ballverlust und das war ja schon
Jürgen Kemper: Ja, eine Vorwärtsbewegung, ja?
Christian Löer: ein wichtiges Ding. Und dann habe ich aber noch so gedacht, sie hatte auch große Bedeutung für den Spieler Luca Lott, Joss Villi. weil der als potenzieller Führungsspieler geholt wurde. Und
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: dann plötzlich steht er im ersten Saisonspiel nach einer fetten Grätsche, nach einer Stunde jubelnd im Stadion und wird komplett abgefeiert. Da hab ich so gedacht,
Jürgen Kemper: Mh, mh, mh.
Christian Löer: der Schritt ist mal getan.
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: Der ist auf dem Weg zum Anführer. Hätte er ja noch fast ein Kopfballtor gemacht, der da am Langen Pfosten vorbeigeht.
Jürgen Kemper: Ich wollte jetzt sagen, das war ja fast im Gegenzug. Also glaube, eine 4-6, also 3 Minuten später, wenn er dann noch sein erstes Bundesliga-Tor köfft, dann, also viel mehr hätte er dann nicht mehr erreichen können, oder?
Christian Löer: Ja, aber das war ja genau irgendwie so ein Ding, was man sich für so einen Spieler wünscht. Weil ich kann natürlich tausendmal sagen, ich verpflichte den, und das soll ein Anführer werden und ein Wortführer und ein Aggressive Leader von mir aus. Also dann versuche ich, das alles da rein zu interpretieren, bevor er auch nur ein Spiel gemacht hat. Und dann zeigt das im ersten Heimspiel. Und dann habe ich gedacht, das ist doch mal ein Start. Das ist kein ausgedachter Führungsspieler, sondern der scheint
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: wirklich es zu wollen und er setzt es ja sogar schon Also ich
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: glaube, wir haben gestern schon von Lodzso ein paar Sachen gesehen, wegen derer er geholt wurde und für die er auch, glaube ich, stehen will.
Jürgen Kemper: Ja, hat auch René Wagner dann so mit Stolz erfüllt. Der wurde natürlich auf der Pressekonferenz hinterher auch noch natürlich nach ihm gefragt und so nach dem Motto sehen wir da schon den neuen Boss und dann sagt er so was wie ja ich freue mich auf jeden Fall, dass wir das heute gesehen haben, was wir schon sechs Wochen in der Vorbereitung und Training gesehen haben.
Christian Löer: Ja ja.
Jürgen Kemper: er war irgendwie froh, dass er das, was er in ihm sieht, nun auch auf den Platz transportieren konnte. Das war ihm irgendwie ganz wichtig und das hat ihn auch irgendwie mit Stolz erfüllt, hatte ich den Eindruck.
Christian Löer: Ja, es war lustig. hatten mit ihm in Kitzbühel mal eine Mixed Zone und da hatte ich ihn drauf angesprochen. Er hatte ja dann im Testspiel in Bergisch-Gladbach schon ein Kopfballtor gemacht und dann hatten die mal ein internes 11 gegen 11 in Kitzbühel im Training gemacht. Da hat er auch ein Kopfballtor gemacht und da hatte ich ihn mal so angesprochen, dass der FC sich ja schon auch vorgenommen hat, Kopfballtore durch Innenverteidiger zu erzielen. Natürlich weiß ich, dass Testspieltore gegen Bergs Gladbach und auch interne Trainingsspiel-Testspieltore jetzt nicht so die mega Relevanz haben. Und trotzdem habe ich ihn drauf angesprochen, weil ich es auffällig fand, dass er halt trifft. Muss er erst mal treffen. Und dann hat er auch so sehr, spricht ja so ein sehr klares Englisch, kann sich sehr gut verständlich machen. Und dann guckt er mich so an und sagt so, ja, ist schon cool, aber ich treffe noch lieber, wenn es zählt. Und das hat er so sehr trocken gesagt. ich gedacht so, ja, okay Junge. Gefällt mir sehr gut. Also er hat, finde ich, sehr, sehr coole, trockene Art. Und ja, und dann, man, der war ja wirklich knapp vorbei da am langen, es war auch genau,
Jürgen Kemper: Ja. Ja. Und ist... Ja. Ja.
Christian Löer: ja auch unsere Perspektive von der Westtribüne aus. Hätte mal einen Schlag.
Jürgen Kemper: Ja, ja. Wie hast du da das... Ich hab mir die Bilder nachher nochmal angeguckt. Sajid El-Mahdi steht ja da am langen Pfosten, könnte da eventuell da hin gehen, wird aber meiner Meinung ganz klar am Trikot gezogen. Das sah in der realen Geschwindigkeit gar nicht so schlimm aus. Wenn man sich die Bilder nochmal anguckt, da siehst du so richtig, wie das Trikot so, ja keiner bestimmt, 20 Zentimeter vom Körper weggezogen wird. Vielleicht sogar 11 Meter, oder? Oder ist das zu viel?
Christian Löer: Ich hab's dann erst abends zu Hause noch mal gesehen.
Jürgen Kemper: Na dann.
Christian Löer: Und ich konnte mich überhaupt nicht an die Szenen erinnern. Was ich vor Augen hatte, war, wie dieser Ball am langen Fasten vorbeigeht und
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: ich mich irgendwie ärgere und denke, Mann, der hätte auch drin sein können. Alles andere hatte ich überhaupt nicht mehr im Gedächtnis. Und dann seh ich die Szene und denke, okay, das mit dem Trikot, das weiß aber nicht der Wind. Und wenn sich
Jürgen Kemper: Ja, genau.
Christian Löer: ein Trikot dermaßen dehnt, dann ist es ein Faul.
Jürgen Kemper: Ja. Naja, hab ich auch so gesehen. Wurde aber irgendwie komischerweise gar nicht darüber gesprochen, ne?
Christian Löer: Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass das protestiert wurde.
Jürgen Kemper: Ne, Syde hat sich auch nicht beschwert, ne? Also, ja, und dann fliegen die vielleicht ein bisschen unter, ne? Ja.
Christian Löer: Ja, also ich hab's wirklich erst im Fernsehen gesehen und war sehr überrascht.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Wie fandest du Scythe insgesamt?
Jürgen Kemper: Ja, ich bin da so ein bisschen wie gespalten. Ich hab da natürlich erstmal die Szene der ersten Halbzeit im Kopf, wo er da den Ball von den Hoffenheimern irgendwie serviert bekommt. Dann macht er ihn nicht rein. Das ist für mich kein Problem. Man kann mal eine Chance vergeben. Die Reaktion hat mich danach ein bisschen gestört. Er hat dann so erstmal mit sich gehadert, was okay ist. Dann läuft das Spiel aber weiter und er bleibt einfach stehen. Der FC
Christian Löer: Im Abseits. Ja, ja, ja.
Jürgen Kemper: erobert den Ball zurück. Man könnte ihn anspielen, wenn er sich 10, 15 Meter nach hinten bewegt. bleibt aber einfach stehen, völlig mit sich selber beschäftigt und hängt noch weiter in dieser Szene drin und kann davon irgendwie nicht abschalten. Dann später verhält er sich auch wieder mit dem Schiedsrichter so ein bisschen. Sucht da auch immer die Diskussion. Da hatte ich so ein bisschen das Gefühl, du musst jetzt wieder zurück zu dir finden und zu deinem Spiel finden, sonst
Christian Löer: Mhm.
Jürgen Kemper: wird das ein schwieriger Nachmittag. Dann hat er sich ja noch so ein paar Mal auch noch festgelaufen. dann hatte ich das Gefühl, okay, jetzt hat er gleich die Schnauze voll. Jetzt gibt er auf. Und ja, und dann macht er einfach natürlich...
Christian Löer: oder holt sich ne Karte.
Jürgen Kemper: oder holt sich eine Karte, genau. Und dann kommt er aber aus der Halbzeit so raus und macht da so ein Sightor in völliger Elmaler-Manier, zieht da den Sprint ein, dreht den Verteidiger ein und schließt dann aufs lange Elkarm, auch wenn der Ball vielleicht vorbei gegangen wäre, aber ist ja egal, mit ein bisschen Glück dann auch. Und das hat er dann nachher auch nochmal selber persönlich gesagt, dass es war genau der Eindruck, den ich und den wir hatten. Das war wie so ein Brustlöser, weil er meinte so, ich hatte in letzten Spielen auch echt Pech und es ist auch einiges aus dem Gegen mich gelaufen und das habe ich jetzt mal gebraucht, dieses Erfolgserlebnis. Und deswegen
Christian Löer: Also so reflektiert dann. Das ist ja schon auch spannend, diese Position einzunehmen und sein eigenes
Jürgen Kemper: super reflektiert, sehr reflektiert und deswegen muss total
Christian Löer: Tun und auch dann den eigenen Erfolg zu beurteilen zu können.
Jürgen Kemper: Total. Genau, und deswegen kann ich nur sagen, ich ziehe eigentlich den Hut, weil ich war so, das wird heute nicht sein Tag werden und der Haar dazu fiel. Und sich dann da so rauszukämpfen, dann sich mit so einem Erfolgsergebnis zu belohnen, das nötig mir schon Respekt ab. Auch wenn danach natürlich wenig später dann Schluss für ihn war, Muss ich vielleicht auch mal drüber sprechen.
Christian Löer: Ja, aber auch dieses, also klar, der geht da mit der Zehn auf den Platz und dann sagt er sich, und ich meine, wir alle wissen, was der für einen rechten Fuß hat. Und dann
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: ist es ja auch nachvollziehbar, dass er womöglich dann so sich selbst ein bisschen beim Spielen zuguckt und sagt, hey, du hast jetzt hier gerade die Zehn, hast den besten rechten Fuß auf dem Platz. Es gibt einen Freistuss, den jagst du jetzt drauf. Also auch dieses Selbstverständnis, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, das Besondere
Jürgen Kemper: Ja, ist gut,
Christian Löer: zu versuchen. Das war schon irgendwie so ein so ein schillernder Auftritt. ich mein, El-Mallah mag jetzt auch nach wie vor erst 20 sein. Aber das ist halt ein Spieler, der sich nicht durch, ja, durch so klassisches, bescheidenes, übersachliches Arbeiten auszeichnen soll, sondern das ist ein Typ, dem
Jürgen Kemper: Mh.
Christian Löer: wir einfach sagen, komm, versuch's. Und wenn es nicht funktioniert, versuch's nochmal.
Jürgen Kemper: Scheitert dreimal und dann machst du halt das vierte Mal, ne?
Christian Löer: Darum ja, großen Respekt vor dieser Bereitschaft, zu versuchen, was zu machen.
Jürgen Kemper: Ja. Ja, ja.
Christian Löer: Ich bin trotzdem, ich sag das jetzt einfach jede Woche, als Ehrenfelder aus einer erweiterten Nachbarschaft bin ich überrascht, dass er dann doch früh im Spiel Krämpfe hat. Und es ist so bisschen ... Also, man ist ja dann versucht, es auszulegen als Heldentat. der hat sich jetzt so aufgerieben, dass er nach einer Stunde Krämpfe hat. Ich würd lieber sagen können, er hat sich 90 Minuten lang wahnsinnig aufgerieben und keine Krämpfe gehabt. Weil ich glaube,
Jürgen Kemper: Ja. Ja.
Christian Löer: das ist möglich bei allen ... bei allen Möglichkeiten, die die Trainingssteuerung hier heutzutage bietet. Und da finde ich ... Man muss das jetzt nicht irgendwie dramatisieren. und auch womöglich gar nicht so sehr problematisieren. Aber vielleicht ist irgendwie mal angehen und schauen, woran es liegt. Denn man hätte ihn ja gerne 90 Minuten lang auf 100 Prozent.
Jürgen Kemper: Ja, er hat sich gestern in der Mekso auch sehr, sehr selber darüber geärgert.
Christian Löer: Hm?
Jürgen Kemper: er wurde da irgendwie so nachgefragt und dann er gesagt, super ärgerlich, das ärgert mich selber, dass ich, ich verstehe es auch nicht, warum ich da 65 Minuten Krämpfe bekomme. Dann hat er
Christian Löer: Hm?
Jürgen Kemper: so was gesagt, wie irgendwie, ich muss dem mal auf den Grund gehen. Also es scheint ihn selber zu beschäftigen, weil wie du sagst, die Gier bei ihm ist glaube unstillbar. Also der würde gerne 90 Minuten auf Platz stehen, aber sein Körper macht da offenbar jetzt gerade nicht mit. Man hatte das Gefühl, dass ihn das selber wurmt irgendwie.
Christian Löer: Man kennt es ja auch von sich selbst, wenn man früher auf ganz anderem Niveau Fußball gespielt hat und denkt eigentlich, ich würde gern weiter kämpfen und dann geht der Muskel zu und dann kannst du nicht mehr kämpfen. Also wenn der Muskel zu ist und du sagst, ich kämpfe jetzt über diesen Schmerzpunkt hinweg, dann kann es ja passieren sogar, dass noch was kaputt geht. Und dann
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: ärgert man sich ja furchtbar, weil da kannst du nichts machen.
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: Nur eben in der Vorbereitung.
Jürgen Kemper: Ja, oder Vor- und Nachbereitung, Lebensstil, Ernährung. sind wahrscheinlich alles Themen, mit denen er sich wahrscheinlich jetzt noch mehr beschäftigen muss als ohnehin schon in seiner Karriere, weil natürlich jetzt auch noch mehr draufgeschaut wird. Und vielleicht ist es da auch notwendig, noch das ein oder andere zu optimieren.
Christian Löer: Ja, und darum fing ich jetzt von unserer wundervollen Ehrenfehler Nachbarschaft an. Denn da sieht man ja auch auf Social. Ich verstehe gar nicht, warum er das macht, aber er lässt sich ja offenbar gern beim Essen und Trinken filmen und fotografieren. Ich weiß gar nicht, was da genau hinter steckt, womöglich bin ich da auch zu alt für, das zu verstehen. Was ich aber sehe, ist, dass er da teilweise an denselben Orten essen geht, wo ich mir an schlechten Tagen, wenn ich im Homeoffice bin, zwischendurch mal was zu essen hole, auf die Schnelle.
Jürgen Kemper: Kannst du Salene empfehlen?
Christian Löer: Ich kann wirklich meine Ehrenfehler Heimat nur insgesamt empfehlen. Also es gibt wirklich ein Essensangebot, so reichhaltig und international und wunderbar. Und ich bin auch weit davon entfernt, beurteilen zu können, was jetzt gesunde und ungesunde Ernährung ist. Aber ich glaube, da gibt es schon ein paar Läden, in denen es sehr gut schmeckt. Was aber jetzt nicht so die klassische Ernährung für einen... eben. wir reden
Jürgen Kemper: Profi, Profi-Nährung ist... Ja.
Christian Löer: ja von, wir reden von Said El-Mallah, ja, einem Bundesligastar und designierten Nationalspieler. So und
Jürgen Kemper: Ja, ja.
Christian Löer: wenn der da ist, wo ich essen gehe, wenn ich einen Cheat-Day einlege, dann ist das womöglich nicht ideal. Aber das ist jetzt auch blöd geraunt von mir, weil... Er sieht ja voll austrainiert aus, aber vielleicht ist das irgendwie eine Sache, der man nachgehen könnte. im Profisport, man kennt das ja aus dem Fußball vielleicht sogar weniger als aus anderen Sportarten, wie da wirklich jeder Stein umgedreht wird und man in jedes Detail guckt.
Jürgen Kemper: Genau, und man immer Optimierungsbedarf irgendwo.
Christian Löer: Wir haben es ja auch gestern nach dem Spiel noch gesehen, als dann die Einwechsespieler und die Spieler, die nicht zum Einsatz gekommen waren, noch ihre Läufe machen mussten im Stadion.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Und Max Woitzen stand dann mit Tablet und hatte seine ganze Sensorik aufgebaut. Das ist ja schon irre, wie sehr ins Detail die Profimannschaften gehen. Wobei, ich war neulich bei U14 SC West gegen Fortuna Köln an der Appenrader Straße und da tauchten auch ... die Jugendmannschaften auf und bauten auch ihre komplette Sensorik auf. Also selbst
Jürgen Kemper: Sponsor
Christian Löer: im Jugendfußball ist ja mittlerweile alles überwacht und das...
Jürgen Kemper: Aber dann findest es nicht auch, wir kommen ja noch aus einer Zeit, wir selber gespielt haben, da gabs sowas alles ja nicht. Findest du es dann nicht auch umso verrückter, wenn man schon diese ganze Technik und diese ganze Überwachung hat, dass es dann trotzdem vorkommt, dass ein Bundesligastar, hast du ja eben gesagt, nach 65 Minuten Krämpfe kommt. Eigentlich müsste man doch meinen, heute ist alles so eingestellt und so minutiös geplant, dass sowas eigentlich gar nicht mehr vorkommen dürfte, oder?
Christian Löer: Ja, und auch wenn man also grundsätzlich Bundesliga, aber auch beim FC. Also der René Wagner, die machen ja morgens 7.30 Uhr ihre erste Konferenz. Und da geht es, wenn ich es richtig verstanden habe, sind überwiegend das Medi-Cel-Themen, wo dann jeder Spieler ja durchgegangen wird. Wie geht es dem?
Jürgen Kemper: Mhm. Mhm.
Christian Löer: Also das machen die nicht morgens 7.30 Uhr, weil sie nichts besseres zu tun haben, sondern die nehmen das wahnsinnig ernst. Da sind Leute
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: bei. Max Beuthen ist ewig dabei. Das sind alles ultra kompetente Leute, ultra fleißig. Die wissen schon, was sie da tun.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Und ich bin mir auch relativ sicher, dass sie das in den Griff bekommen werden. Darum, also ich kann eigentlich nur sagen, ich bin überrascht. Und das sage ich ohne irgendwem einen Vorwurf zu machen. Ich sage einfach nur seltsam, wenn ich wie hart die daran arbeiten, dass alle im Top-Zustand sind.
Jürgen Kemper: Hmm.
Christian Löer: bin ich einfach nur überrascht und freue mich letztlich drauf, wenn die Ursache gefunden wird und man das angeht. Denn eigentlich will man
Jürgen Kemper: Mhm, weil...
Christian Löer: doch, dass Seid Elmalla in der 95. den Todessprint anzieht und einen Ball in den Giebel haut.
Jürgen Kemper: Ich weiß nicht, es dir ging. Mir ging es dann so, als ich dann gesehen habe, dass es wohl nicht mehr weitergeht, dann war für mich so, okay, und jetzt ohne Elmala noch 25 Minuten, poah, ja, okay. Also dann war bei mir schon wieder so, okay, sind 20 Prozent direkt weniger.
Christian Löer: Ja, total.
Jürgen Kemper: Und dann verlässt er das Takt und denkt, jetzt können wir mal über den konkreten Fall reden, dann geht er von Platz. Und dann kommen zwei andere, in dem Fall Linden Miner und Tais Dalinga, und die drehen das Spiel dann komplett. Ich bin ehrlich, ich hätte damit nicht gerechnet, weil ich dachte, für sowas müsste Zeit immer noch auf dem Platz stehen.
Christian Löer: Ja, also ich hatte natürlich auch noch gar keine Vorstellung von Thais Dalinga. Ich erinnere mich, wir waren ja auch beide in der Pressekonferenz vorm Spiel. Da hat René Wagner gesagt, er habe in den Trainingseindrücken gesehen, wie gefährlich der in Tornähe ist, Thais Dalinga. Und das hat er uns ja dann gezeigt. Also ich muss echt sagen, atemberaubend. Der Kollege Lars Werner, mit dem ich eben in der Konferenz sprach, sprach vom Käseknipser. Der
Jürgen Kemper: Okay, ist das ein Knipser? Ja.
Christian Löer: Käseknipser. also ... Ich mein ... Dalingas Trikot war nach drei Minuten fünf Nummern größer, weil seine Gegenspieler ihn ja dermaßen gezerrt haben,
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: weil er ja dieses Talent offenbar hat, sich in Leute reinzuschlängeln.
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: Also wirklich ... Ich weiß nicht, ob das Serie-A-Erfahrung ist. wahnsinnig geschickt in den Bewegungen wie er in die Zweikämpfe geht. Naja
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: und dann diese Abschlüsse.
Jürgen Kemper: Ja und jetzt sag ich mal, es ist ein Hot Take und viel zu früh, so, steile These,
Christian Löer: Da steile These. Jederzeit. Komm.
Jürgen Kemper: steile These, Thais der Linger, für mich der bessere Ragnar Ache. Und jetzt kommt auch warum, du kannst mir gerne nachher widersprechen, aber ich finde, der macht die Bälle genauso stark fest wie Ragnar Ache,
Christian Löer: Hm?
Jürgen Kemper: der ist genauso stabil bei hohen langen Bällen. Kopfbeispiel sehe ich glaube ich Ragnar Ache nur ein bisschen weiter vorne, aber sagen wir mal, du kannst diesen langen Schwäbiball, der ja scheinbar dieses Jahr auch das hat. Allheilmittel ist, den kannst du auch auf Dalinga spielen, der legt dir die Bälle ab und jetzt kommt es dazu, der ist auch noch gefährlich im Strafraum, was nicht heißt, dass Achne das nicht ist, aber ich finde bei Aches Spiel, das hat man auch gestern wieder gesehen, der macht so viel für die Mannschaft, der reibt sich so sehr auf, dass am Ende oft leider so bisschen die Torgefahr darunter leidet und Dalinga finde ich, hat gestern beides gehabt, der hatte dieses Malochertum und Torgefährlichkeit.
Christian Löer: Wahnsinnig mobil, dieses reißerhafte,
Jürgen Kemper: Wahnsinnig mobil.
Christian Löer: dass du auch merkst, dann legt er den Ball ab und ist ja direkt in der Bewegung. Und
Jürgen Kemper: Und dann dreht er sie es. Ja, genau.
Christian Löer: es ist gefühlt, hatte der ja auch nach wenigen Minuten, hatte der 10 Fouls gezogen und ich glaube noch eine gelbe hat er glaube ich auch noch den Hoffnämmern beschert.
Jürgen Kemper: Ja, ja. Und ich sag auch diesen Laufweg vor dem vor dem also vor seinem ersten Tor bei meiner den machen also klar die machen Ziele, aber den habe ich schon länger nicht mehr gesehen. da so auf den ersten Vorspritz und dann den Baller noch rein zu machen. Also noch mal so ich hab da gestern das ist kann das ist ein Spiel. Ich will da nicht zu voreilig sein, aber wir können ja auch mal ein bisschen bisschen plaudern. Und ich habe da viele Dinge gesehen, die mir jetzt schon besser gefallen ist bei Ache und und ich mag Ache
Christian Löer: Hm?
Jürgen Kemper: eigentlich. Aber so dieses Dieses Komplettpaket, das habe ich bei Arre früher auch schon mal bisschen kritisiert. glaube, sein Spielstil tut seiner Torgefährlichkeit nicht gut. der
Christian Löer: Mhm.
Jürgen Kemper: macht dann so, ich habe gestern auch wieder, der hat ja da hinten Bälle rausgeköpft, das ist ja Wahnsinn. Aber ich frage mich,
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: das ist ja nicht seine Kernaufgabe. Das ist super, dass er das macht und der lackert und läuft auch. Aber nochmal, diese entscheidende Situation kommt er dann nicht im, also nicht in jedem Spiel zumindest.
Christian Löer: Ja, er war oft nicht da, wo dann offensiv was los war.
Jürgen Kemper: Richtig und und Dalinger hat das gestern halt mit, er hat halt beides bedient finde ich. Also es war, also ich... Ja. Ja. Ja.
Christian Löer: Und dann gehört natürlich immer Glück zu bei dem zweiten Tor. Aber den so abzuschließen und so zu setzen, das war natürlich ein wirklich ein richtig großartiges Tor.
Jürgen Kemper: Und überlegen wir mal, was ich so bemerkenswert finde, der kommt aus fast schon zwei verschenkten Jahren in Italien, also mindestens eins, zumindest die letzte Saison, hat eigentlich null, oder dürfte eigentlich null Selbstvertrauen haben, hat dann das erste Bundesligaspiel vor heimischem Publikum und liefert dann so ab und bleibt dann auch im Abschluss. weißt selber, für einen Stürmer ist irgendwie Selbstvertrauen, spielt da einen riesigen Faktor. Und dann zwei mal so cool vor der Kiste zu bleiben, das ist also... Hut ab, kann ich da nur sagen.
Christian Löer: Ja, das war so bisschen auch das Gefühl, was ich eben bei bei Lodzsos Grätsche hatte. Wenn du als neuer Spieler in einem Verein ankommen willst und willst eine Rolle einnehmen, sei es jetzt als Abwehrchef oder wie auch immer mit Wortführer oder eben auch als Offensivfaktor. Dann kann's nicht schaden, wenn du im ersten Spiel im heimischen
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: Stadion nach deiner Einwechslung mal eben zwei Dinge auf die Süd versenkst. Weil
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: einer meiner ersten Gedanken, man denkt das ja immer mit, war, das gibt gute Fotos für die Zeitung. Weil das scheppert ja. Man fragt
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: sich ja schon, was in so einem Jungen
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: vorgeht, wenn der da diese beiden Tore macht. Ich hab mich echt gefreut.
Jürgen Kemper: Aber er hat das gestern... Ja? Ja, mich auch. Er hat das gestern so bisschen runtergespielt und das ist auch ein Satz, der ist bei mir hängen geblieben. Er hat so was gesagt, das ist natürlich toll und ein geiler Start, aber ich wäre auch nicht nervös gewesen, wenn ich die ersten vier Spiele nicht getroffen hätte. Und da sage ich so, auch als ehemaliger Stürmer auf Amateurniveau, das glaube ich ihm nicht, ehrlicherweise.
Christian Löer: Haha!
Jürgen Kemper: Du kommst aus Italien, schießt da kaum Tore, dann kommst du zum neuen Verein, würdest an den ersten vier Spielen auch kein Tor schießen. Ich weiß nicht, wie es dann da so ums Selbstvertrauen bestellt ist. Oder wie siehst du das?
Christian Löer: Ja, das ist natürlich ... Ja, ich mein ... Ein Mann, der gerade zwei Tore zu einem 3-2-Sieg geschossen hat, der hat wirklich extrem leicht reden. Der kann 1.000-mal
Jürgen Kemper: Der kann hart leicht reden, Der hat leicht reden. Ja, genau.
Christian Löer: sagen, selbst wenn ich hier zehn Spiele nix treffen
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: würde, ich würde ja ... Also ... Andererseits ...
Jürgen Kemper: Also Meister, es war so...
Christian Löer: darf sagen, was er will nach so einem Auftritt. War das in Nixdon oder wo ...? Kam er direkt hin. War schön, ja.
Jürgen Kemper: Ja, genau, kam da hin. Das war auch erste Mal für uns. Er ist ja nicht so lange da und ich verstehe auch, dass wir ihn erstmal ankommen lassen wollten. Und dann war natürlich gestern der optimale Zeitpunkt, ihn noch das erste Mal sprechen zu lassen. Haben wir noch auf Englisch gemacht, aber sehr sympathisch. Also auch sehr selbstrechelnd reflektiert hat gesagt, die Chance, die er FC bekommt, er nutzen. weiß selber, Italien war es nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Die Italiener haben sehr viel Geld für ihn bezahlt, der konnte das nicht so richtig nachweisen. Und hier will er jetzt erst mal, vor allem erst mal wieder Minuten und Einsätze sammeln und das Vertrauen dann auch mit Toren zurückzahlen. Da hat er ja gestern dann schon mal einen ordentlichen Start für ihn gelegt.
Christian Löer: Er hatte ja auch mal ein Länderspiel für die Niederländer. Ja, aber ich
Jürgen Kemper: Ja, ein einziges,
Christian Löer: hab noch gedacht, das ist ja eine Fußballnation, die sehr viel auf sich hält. Da wird nicht mal eben irgendein Depp berufen, hab ich noch gedacht.
Jürgen Kemper: Ja, nee, absolut, absolut. Und wie gesagt, der FC Bologna wird auch nicht umsonst, also ich weiß nicht, wie er finanziell so gebetet ist, aber 18 Millionen für ein Spielhaus geben ist, glaube ich, auch alltäglich in dem Verein.
Christian Löer: Ja, womit wir ja beim größten Luxusproblem des nächsten Transfersommers schon wären. Denn
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: womöglich muss ja der RSFC Köln diese sehr hohe Kaufoptionen bedienen.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Wobei ich immer dann sage, na ja, wenn der RSFC Köln dann was? 11 Millionen plus
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: für Thais Dalinga per Option bereit ist, auf den Tisch zu legen, bedeutet das ja, dass er Was mindestens, sagen wir mal, zehn Tore gemacht hat,
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: womöglich bedeutet es ja auch, dass er den Erstleitzkönig quasi im Alleingang nach Europa geschossen hat und dann
Jürgen Kemper: Ja, das hast du jetzt gesagt.
Christian Löer: ist uns jede Kaufoption recht in dem Korridor.
Jürgen Kemper: Ja, beziehungsweise, genau, beziehungsweise, dann kann man ja sogar fast schon weiter denken, wenn das der Fall ist und man 11 Millionen bezahlt, dann gibt es sicher auch Leute, die sagen, das ist uns sogar 15 oder das ist uns sogar 20 Millionen wert. Also gäbe es ja auch im heutigen Fußball das Szenario, man kauft ihn für 11 und gibt ihn sofort für 20 ab. Das ist ja heute alles nicht mehr unnormal. Also der Kaminski-Weg, ja genau. Und vielleicht so der
Christian Löer: Ja, so der Kaminski-Weg so ein
Jürgen Kemper: Kaminski-Weg in einer, also auf einmal, man kauft und verkauft sofort. Also da würde ich mir wenig Sorgen machen. Ich glaube, wenn er funktioniert, kann man das zahlen und dann hat der Mann auch einen Markt und wenn er die Leistung nicht bestätigen kann, dann schickt man ihn einfach wieder zurück. ich sehe da erstmal wenig Risiko.
Christian Löer: Oder der FC nimmt dann doch sogar schon so eine Entwicklung, dass man sagt, selbst wenn uns dann jemand 20 Millionen bietet,
Jürgen Kemper: behalten wir den einfach.
Christian Löer: ist man schon in der Lage, auch mal so einen Spieler zu sagen, finanziell und sportlich so aufgestellt, dass wir einfach gerade gar nicht so sehr mehr drauf angewiesen sind. Zumal
Jürgen Kemper: Mh... Mh...
Christian Löer: ja dann der FC im nächsten Sommer dann wahrscheinlich doch die dreistellige Millionensumme für Zeit erlösen wird. Wenn ich das richtig verstanden habe.
Jürgen Kemper: Ja, steile These, aber hatten wir ja heute schon.
Christian Löer: Die Planung. Das heißt, ihr hattet viel Spaß in der Nixson mit Torschützen.
Jürgen Kemper: Also Doppeltorschüsse, Said el-Mallah in der Mixzone, waren ja schon mal, auch auf die Nachfrage, wer kommt heute in die Mixzone, bekamen wir eine Antwort, alle. Da waren wir natürlich schon gespannt. Alle.
Christian Löer: Haha.
Jürgen Kemper: Und es hat sich aber auch angefühlt wie alle, mit Said el-Mallah, Dalinga, nachher kam sogar noch Thomas Kessler, Marvin Schwebe, gut, ist immer da, aber das war schon ein großes Programm, aber es gab ja auch viel zu besprechen, es gab ja praktisch nur positive Nachrichten und dann spricht man natürlich auch deutlich lieber.
Christian Löer: Ja. Eine Heldenparade. meine, auch Marvin Schwebe hat dieses Spiel ja wirklich geprägt.
Jürgen Kemper: Ja, absolut. Kleine Einschränkungen weiß ich nicht, aber ich bin auch kein Torwart. Ich war auch nie Torwart. Der erste Gegentreffer, der kullerte mir arg ins Tor. weiß nicht, eure Perspektive da besser? Sah nicht unhaltbar aus, ehrlicherweise.
Christian Löer: Nee, also genau. Genau, also meine Perspektive war auch mit der Innenseite geschossen, nicht voll getroffen, auch
Jürgen Kemper: Ja, gar nichts getroffen.
Christian Löer: aus irgendwie so einer Mitteldistance,
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: wo du nicht sagst, ist egal, der ist halt drin, egal wie er einen trifft.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Aber er war ja offenbar durch Mensas Beine, wenn ich es richtig gesehen habe, und so ein bisschen verdeckt, aber sah
Jürgen Kemper: Mhm. Okay.
Christian Löer: irgendwie so ganz komisch aus. War auf jeden Fall
Jürgen Kemper: Hmhmhmhmhm
Christian Löer: vom Abschluss... eigentlich schwieriger und weniger aussichtsreich als der
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: links schuss von kraus denn zum beispiel ich hätte ihm gegönnt weil ich ihn als spieler einfach so mag und dann denke
Jürgen Kemper: ja. Ja, das stimmt. Ja. Ja.
Christian Löer: ich der kann auch einfach mal mit links wie auch immer sitzen
Jürgen Kemper: Ja, das habe ich auch gedacht. Das ist für mich ein Muss-Tor eigentlich. Man muss ihn zu gut halten. Er legt dann glaube ich da linker nachher das Tor auf. Es hat dann sozusagen wieder so bisschen Wett gemacht. Aber ja klar, also einfacher war für mich das Ding selber zu machen. Ja, aber bei Schmälberg, ich will die Leistung überhaupt nicht schmälern, hat er dann nicht nur den Elfmeter gehalten, sondern glaube ich auch noch einmal gegen Mörstedt, im 1 gegen 1 auch nochmal. 1 gegen
Christian Löer: Genau, das 1 gegen 1, das war super.
Jürgen Kemper: 1 gegen Mörstedt, wichtige Parade. Also das war schon stark dann und man muss, ja klassischer Schwäbel,
Christian Löer: Klassischer Schwäbe auch. Immer größer werden, gute Distanz zum Tor finden und dann...
Jürgen Kemper: und dann auch von einem Fehler oder vermeintlichen Fehler oder eine Unsicherheit wie auch immer sich dann nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern einfach weitermachen und dann trotzdem sozusagen zum Mit-Match-Winner zumindest zu werden. Weil ich glaube, wenn der Elfmeter reingeht, kann so ein Spielverlauf dann auch nochmal anders laufen.
Christian Löer: Ja, Ja, Mensa. So beim Eishockey wäre er, glaube ich, bei allen drei Toren als irgendwie
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Co- oder Coco-Assist genannt worden.
Jürgen Kemper: Absolut.
Christian Löer: Der hatte jeweils die Füße drin.
Jürgen Kemper: Ja. Und du weißt ja selber, da nehme ich mich selber auch in die Fisch, wie wir letzte Woche noch über ihn geredet haben, da natürlich aber auch schon einordnend, dass das jetzt nur mal das erste Spiel war und wir hatten auch hinlänglich über seinen anstrengenden Sommer samt WM gesprochen, also auch da schon gesagt, dass das jetzt nur eine Momentaufnahme sei und man sicher nicht so früh irgendwie sein Urteil bilden sollte und dann hat er uns tatsächlich eine Woche später eines besseren Bildes. Ich fand das war ein richtig, richtig guter Auftritt. Hinten solide bis... gut, manchmal ein bisschen ungestühmt, aber das finde ich ist auch okay und dann aber vor allem dieses Mal nach vorne noch mal angetrieben und wie du sagst, also der leitet die Bälle, der spielt dann sozusagen immer den vorletzten Pass und das war echt gut, also das war eine richtig gute Reaktion und er hat auch durchgehalten, das muss man auch mal sagen.
Christian Löer: Ja, es ist dieses klassische Ding von Ursache und Wirkung.
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: Grundsätzlich, der SFZ Köln spielt, wir berichten drüber und beurteilen es. Wir sagen dann nicht,
Jürgen Kemper: Ja, ja.
Christian Löer: das sind alles Idioten, das wird nie was. Sondern wir sagen, heute hat er so und so gespielt und es hat zu dem und dem Ergebnis geführt. Punkt. Wenn er die Woche drauf, habe ich auch gar kein Problem mit. wenn,
Jürgen Kemper: Und es kann nächste Woche ganz anders aussehen. Ich auch nicht.
Christian Löer: ich glaube, Mensah hat in seiner gesamten Karriere und auch in, ich glaube, 66 Ländern spielen, einziges Tor geschossen. Wenn der am Freitagabend in Stuttgart einen Hetrick macht, habe ich da überhaupt
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: keine… habe ich natürlich… frage ich mich dann, okay, wie erklären wir es den Leuten? Das schon. Aber ich habe da kein Problem mit. Und dann werde ich auch darüber berichten.
Jürgen Kemper: Ja. Aber nach... Ja, aber ich weiß Christian, ob du dies noch in den... nach seinem Wolli versuchst, bin ich da eher skeptisch, wenn ich ehrlich bin.
Christian Löer: Ja, ja gut.
Jürgen Kemper: Also es ist für mich, ich hoffe er bestraft mich oder er straff mich der Lügen, aber ich sage, das ist Typ Benno Schmitz. Wir werden ihn drei Wochen lang abfeiern, wenn er einmal in seiner FC-Karriere ein Tor macht.
Christian Löer: Ja gut, aber wir werden womöglich dann auch Benno Schmitzhaft ein wunderschönes Tor machen.
Jürgen Kemper: Ein Traumtor. Ein Traumtumacher. Ich hatte es gestern schon aus der Zunge, war dann nicht so.
Christian Löer: Ich hab gestern am Stadion jemand mit Benno Schmitz Trikot gesehen und hab mich gefreut, weil ich erinnere mich noch, dass ich mal im FC-Fanshop war, ein Trikot kaufen. Und dann war jemand vor mir und kaufte ein Trikot und dann wurde er gefragt, wen willst du drauf haben? Und dann sagte dieser Mann Benno Schmitz, und musste ein bisschen lachen und der ganze Fanshop hat applaudiert und alle haben gelacht. Und dann sagte noch der Mensch hinter der Kasse, ja, ist selten. Ich glaube, ich hab noch nie Benno Schmitz bevlockt.
Jürgen Kemper: Uuach.
Christian Löer: Aber es war verdient. Mit diesem Gerschen Kafu, das ging mir irgendwann ein bisschen weit, aber ich fand es ein cooler Spieler.
Jürgen Kemper: Absolut. Und auch... Ja. Aber sonst... Genau, und sonst, Christian, muss man auch mal, du wirst es beschädigen können, ähm... Wohl einer der netteren oder nettesten und, ähm...
Christian Löer: total.
Jürgen Kemper: Ja, eloquentesten Spieler, die ich in den letzten zehn Jahren erlebt habe. Deswegen ganz liebe Grüße da noch mal nach Bayern. Ähm... Also, war immer ein feiner Kerl. Man hat ihm wahrscheinlich auch oft unrecht getan. Ähm...
Christian Löer: Total.
Jürgen Kemper: Von daher, kann nichts Schlechtes da über ihn sagen. Das war einfach ein feiner Kerl.
Christian Löer: Das ist ja auch, muss man sagen, meine davor und danach, hat auch nicht mehr so wahnsinnig viel rechts hinten gekommen.
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: Da muss man ja fast sagen, und bleibt unser großer Ex-Kapitän Miso Breczko das Maß aller Dinge beim FC auf der rechtsvorteiligen Position. Mal gucken.
Jürgen Kemper: Hm, hm. Ja, Sepuloncen, der Auswahl, der, ne, hat man vielleicht am Anfang so gedacht, ja, gut, kriegen wir schon kompensiert. Ja, kriegt man irgendwie kompensiert, aber ich finde, er fehlt da schon. Weil, Castromontes bin ich ehrlich, aber so kannst
Christian Löer: Hm.
Jürgen Kemper: du mal gleich sagen, wie du es findest, bin bisschen enttäuscht, aktuell so bisschen von ihm, weil ich fand ihn da gerade speziell nach der Winterpause letztes Jahr. Richtig stark, also die Vorbereitung war schon gut und dann fand ich, als er dann reinkam, fand ich ihn richtig gut. Klar, auf links, das ist vielleicht auch noch mal was anderes. Ein bisschen anderes Profil da gefragt. Aber jetzt gerade so, wo er irgendwie so die Chance bekommt und ja nahezu konkurrenzlos aktuell ist, da würde ich mir schon irgendwie bisschen mehr von ihm erhoffen, oder? Oder wie siehst du das? Gestern auch so Fehlpässe, irgendwie so komische Fehlpässe und es wirkte alles nicht so richtig...dimmig, oder?
Christian Löer: Ja, ich fürchte wirklich, dass es dann nicht seine Position ist. Und dann
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: gerät er da auch natürlich unter Druck. Wir haben jetzt wenig über die Hoffenheimer gesprochen,
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: aber Hoffenheim ist natürlich schon eine sehr ordentliche Truppe.
Jürgen Kemper: Das ist nicht so
Christian Löer: So und dann gerät es unter Druck. Wir haben alle gesehen, dass Castromontes ja fußballerische Qualitäten hat. Aber das ist dann, ich, schon schwierig, wenn du da total im Feuer bist, dich da
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: zu wehrzusetzen. Und wenn man dann nämlich vergleicht und sich Sebastian Sibolonsen vorstellt, der ja auch ein wahnsinniger Athlet einfach ist und der sich dann
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: durch seine Athletik auch aus Situationen befreien kann, dann ist Castro Montes vielleicht dann einfach nicht die Top-Besetzung hinten rechts.
Jürgen Kemper: Mhm. Mhm. Ja. Aber wo Top-Besetzung äh jetzt vergeht hier ein weiterer Tag. Wir haben äh heute Sonntag. Äh zwei Tage sind noch da. Bis wir sind noch offen. das Transferfenster. Jetzt hab ich erfahren heute wird sich auch nichts tun. Das heißt dann hat man noch den
Christian Löer: Mmh.
Jürgen Kemper: Montag und den Dienstag. Äh ja und den Linksverteidiger also den den Ersatz für Mensa wobei ich seit gestern sagen wir brauchen keinen Ersatz mehr.
Christian Löer: Ja, so schnell geht's.
Jürgen Kemper: Nein, Spaß! Und den gesuchten Spielmacher schrägstech vielleicht noch rechts außen, der lässt weiter auf sich warten. Was sagst du?
Christian Löer: Zum Mensa würde ich gern noch ganz kurz ergänzen, der taucht ja dann auch erst im Trainingslager in Kitzbühel auf, weil er vorher
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: noch ganz übel erkrankt war
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: nach der WM. Und dann hat er mit uns eine kleine Mixerung gemacht und stand dann vor uns in kurzen Sportsachen. Und ich muss wirklich sagen, ich hab den, glaub ich, auch angestarrt, weil der steht vor dir wie so ein Anatomie-Modell. Also du
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: kannst da jede Muskelfaser und jedes Blutgefäß kannst du erkennen.
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: Das ist einer der krassesten austrainierten Menschen, die ich aus der Nähe gesehen habe. Und der hatte ja wohl auch noch schwer Substanz verloren durch seine Erkrankung. Und da fragt man sich an einem, an dem wirklich nichts dran ist. Und der verliert dann noch mal Substanz. Ich kann mir auch echt vorstellen, dass er dann körperlich noch zu kämpfen hat und das jetzt so langsam in den Griff bekommt. ist so... Jaja.
Jürgen Kemper: Ja, ja genau. Das mag ja auch sein. Ja genau. Aber wie gesagt, letzte Woche war er noch nicht... Also im Pokal hatte er noch keinen Körper, ich noch keinen guter Atem. Gestern
Christian Löer: Ja, genau.
Jürgen Kemper: fand ich, war das stabil. Sogar bis zum Schluss, da hatte ich das Gefühl. Also ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass er pumpt oder so.
Christian Löer: Jaja. Also wir haben absolut Anlass, das optimistisch zu begleiten. Was wir natürlich sowieso immer tun, weil wir sind ja
Jürgen Kemper: Ja. Ja. Ja.
Christian Löer: optimistische und fröhliche Menschen. Grundsätzlich.
Jürgen Kemper: Ja. Ja, Zehnersuche, also Muhe,
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: vielleicht noch mal gestern schon wieder im Kader gewesen und eingewechselt worden.
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: Kessler hat dann irgendwie sowas gesagt, wir sitzen auf dem Transfermarkt nicht im Driver's Seat, fand ich auch ganz interessant. Ich glaube, er wollte damit sagen, also sie sitzen da nicht, also es liegt nicht in deren Hand.
Christian Löer: Ja, es ist so bisschen eine super unglückliche Position. Denn
Jürgen Kemper: Total? Total?
Christian Löer: aus Tottenham hört man, sie holen auf jeden Fall diesen einen Spieler für die Mikey Moore Position. Und
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: offenbar ja auch für unbegrenzte Mittel.
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: Und daraus ist ja dann auch völlig klar, selbst wenn es jetzt nicht Gagpo wird, sondern ein anderer Spieler, der 75 Millionen
Jürgen Kemper: Nun. Nun.
Christian Löer: plus kostet, wird Mikey Moore nicht spielen. Und
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: Wenn Tottenham sagt, wir haben hier gerade 75 bis 100 Millionen zu verballern, dann
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: werden die die ja nicht ins Sparschein stecken und sagen, im Winter kann man auch noch Spieler holen.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Das ist ja nur mal Geld, das ausgegeben werden muss, wenn du im Premier
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: League-Club mit deren Ansprüchen bist. Darum ist es völlig
Jürgen Kemper: Jetzt, ja.
Christian Löer: klar, dass Mikey Moore nicht Stammspieler werden wird, sondern der wird wahrscheinlich weniger als 1.000 Spielminuten bekommen nächste Saison.
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: Die hätten den noch einfach schon längst gehen lassen können. Ich glaub, das
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: nervt die Kölner, dass die sagen, Freunde, euch ist Es ist lang geplant, dass Mikey Moore keine Rolle spielen wird. Gebt ihn halt ab, weil ihr holt den anderen ja sowieso.
Jürgen Kemper: Ja. Aber was ist, ich mach mir bisschen Sorgen, dass, meinst Dortmund schaltet sich jetzt doch mal ein nach der schweren Verletzung gestern?
Christian Löer: ja.
Jürgen Kemper: Wenn man es so richtig verfolgt hat, hatten die Muhe auch sehr früh auf dem Zettel, haben sie ja dann umentschieden,
Christian Löer: Hm.
Jürgen Kemper: erst Al-Mala und dann jetzt der Griechen, der sich gestern wahrscheinlich einen Kreuzmatris zugezogen hat. Kommt da jetzt, können die jetzt nochmal, jetzt benutze ich mal ein neues Wort, was ich jetzt immer so im Zuge von Transferdrehungen so, können die den Transfer noch hijacken?
Christian Löer: hijacken. Das ist cool.
Jürgen Kemper: hijacken, das ist neue Begriff im Transfer-Jonismus, der Club hijackt den Versuch. Ja.
Christian Löer: Mist, ist total in mir vorbei gegangen. Ich dachte, das wäre ein Film aus den 80ern über eine Flugzeugentführung oder so, ...
Jürgen Kemper: Nee, Also, wie siehst du, also, weißt du, Dortmund, weil, ich sag mal so, für Dortmund wär's natürlich wie gemalt, weil du
Christian Löer: Mmh.
Jürgen Kemper: holst den kostenlosen, also, du leist den vielleicht auf eine kleine Gebühr, wie auch immer, du zahlst nicht viel Geld und schickst ihn dann nächstes Jahr zurück und dann kommt dein griechischer Superstar kommt zurück. Also, das heißt, das wäre der perfekte Lückenfiller für die Zeit, solange der ausfällt. Oder wie siehst du das? Und sie hatten ja schon mal Interesse an dem. Also, das wäre jetzt das.
Christian Löer: Ja, aber der FC, ja, aber ich hörte, der FC sei auch sehr früh dabei gewesen. Und da müssten wir irgendwann mal eine Sonderfolge machen, die öffentliche Wahrnehmung von René Wagner. Bei allem, was gesagt wird und irgendwo geschrieben und was weiß ich veröffentlicht wird, glaube ich, ist René Wagner einer, wenn ich
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: als 19-jähriger, hochtalentierter Spieler überlege, im Ausland so eine ja, so eine Stepstone-Funktion
Jürgen Kemper: Breakouts haben.
Christian Löer: einzunehmen. Dann ist, glaube ich, René Wagner als Typ, der ja also nicht nur ohne Messageverlust zwischen Deutsch und Englisch hin und her springen kann, sondern einfach auch ein total zuverlässiger, fleißiger Mensch ist, der dir, glaube ich, Gefühl von Vertrauen ganz schnell gibt. Dann ist das, glaube ich, dem ich dieses Karrierejahr und auch Maike Moore, der wird womöglich eine sehr lange und erfolgreiche Karriere haben, aber der hat auch nicht 100 Karrierejahre. Darum
Jürgen Kemper: Mh.
Christian Löer: wird er das gut einteilen und auch seine seine Berater. Und ich glaube, der SFC Köln mit René Wagner ist, das ist ein Konstrukt, dem man Maike Moore ein Jahr sehr gut anvertrauen kann. Und da waren die, glaube ich, sehr weit und sehr überzeugt und sind es immer noch. Und da ist es halt jetzt nicht so, dass plötzlich Prostadob und dazwischen spricht und sagen kann, ja, aber wir bieten das Doppelte oder so, weil darum geht es nicht.
Jürgen Kemper: Nein, aber meinst nicht, wir bieten dir hier, unser Stammspiel ist ausgefallen, wir bieten dir hier Champions League und die Aussicht auf 25 Einsätze in der Saison, davon fünf Champions
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: League wie auch immer, kannst morgen kommen, kannst morgen einsteigen, kannst nächste Woche spielen. Macht das nicht irgendwas mit dir? Vielleicht dann?
Christian Löer: Naja, aber die Frage ist ja auch, Tottenham gibt ihn ab, weil er in Tottenham kaum Aussichten hat und wir reden
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: Tottenham, das ist nun mal der Tabellen 17. der vergangenen Premier League Saison und da hat er keine Aussichten. Dann erzählst
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: ihm aber, dass er beim zweitbesten deutschen Club und Champions League Teilnehmer
Jürgen Kemper: Hmm.
Christian Löer: Borussia Dortmund eine riesen Rolle spielt. Ich... ja.
Jürgen Kemper: Ja, aber da liegt der Fehler meiner Meinung nach eher bei Tottenham. Ich verstehe nicht, warum... Ja, oder? Also ich verstehe nicht, wie man für 90 Millionen Savino holt, der letztes Jahr zwei Tore und drei Vorlagen hatte und Marmouche für 60, wo ich den super finde. Und man hat einen Eigengewächs, was an der Vorbereitung überzeugt, was der Tore schießt und wo halb Europa irgendwie drüber spricht. Da verstehe ich den Ansatz eher nicht. Ich hab's mir gestern mal erklären
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: lassen, dass in England sind da irgendwie die Erwartungshaltung anders. Aber ich verstehe, da steht Ansatz stündig. Also in meinen Augen müsste Mickey Moore jedes Spiel durchspielen als Eigengewächs von Tottenham nach so einer beschissenen Saison letztes Jahr.
Christian Löer: Es ist ja so ein bisschen so, dass die haben jetzt in zwei Primär-League-Spielen kein Tor gemacht und Muad gespielt. Und im Pokal hat er dann überzeugt gegen einen dann doch eher wackeligen Zweitligisten.
Jürgen Kemper: Mmh.
Christian Löer: Und ich glaube, die Überzeugung ist, das reicht noch nicht. Und was du eben auch sagtest, wir hatten im Trainingslager mal ein Gespräch mit Tim Steiten, FC-Kaderplaner, der ja viel Engländerfahrung hat. Und der hatte das in einem ganz anderen Kontext, jetzt gar nicht auf Tortnärn bezogen, hat ja das mal so bisschen beschrieben, wie das eben ist, wenn du mit einem Club arbeitest, der einen Eigentümer hat oder der Eigentümer hat und eben nicht Mitglieder geführt ist und dann schickt dich ein Eigentümer los und sagt, hol mal einen Spieler für 100 Millionen. Wenn du dann zurückkommst und sagst, ich hab eigentlich nicht so richtig einen gefunden und ich bin auch wirklich überzeugt von diesem 19-Jährigen hier aus dem eigenen Stall, dann zeigt dir wahrscheinlich der Club-Eigentümer einen Vogel.
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: Und das ist glaube ich diese ganze Haltung. Und ich glaube auch, dass Tottenhemm, weil sie ja auch in der Lage sind, Geld zu mobilisieren, dass die
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: jetzt nach diesem Platz 17 mit wütend mit Geld sich werfen und sagen, das lasst uns nicht nochmal gefallen. Was jetzt
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: im Moment das Zwischenergebnis hat, dass sie 0.3 und 0.1 verloren haben. Oder so. Ja, ich habe ein 0.1 ausgemacht.
Jürgen Kemper: 0-2 glaube ich, oder? Ich weiß nicht. Auf jeden Fall verloren. Ja.
Christian Löer: Darum ja, aus unserer Perspektive. wirkt es ein bisschen verrückt, Englands Florian Wirts einfach mal wegzuschicken. Aber uns soll es halt recht sein. Die Frage ist nur,
Jürgen Kemper: Hmm.
Christian Löer: wie lange wird der FC noch zappeln? Und was ist, wenn
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: es dann wirklich mal wartet und es im letzten Moment schiefgeht, kann man dann den Plan B, C, D noch realisieren?
Jürgen Kemper: Das ist die Frage. Mir kommt es so vor, weil man auch wenig anderes hört, mir kommt es so vor, als hätte man sich jetzt auf ihn, wenn man es negativ betonen möchte, versteift. wenn das dann schiefgeht, dass man dann, wie du gesagt hast, am letzten Tag der Transferperiode noch sagen muss, okay, dann nehmen wir jetzt doch Lösung B. Ich weiß nicht, ob man da zu viel rein, wenn man das investiert hat, aber wir werden das sehen. Wenn er am Ende auf der Matte steht, dann kann man sich auf die Schulter klopfen. Wenn nicht, bin ich gespannt, was stattdessen aus dem Hut gezaubert wird.
Christian Löer: Ja, ja, also es ist auf jeden Fall, wenn ich jetzt auch noch mal auf Thomas Kessler schaue, da hat er jetzt wirklich die Möglichkeit, nach allem, was ihm ja schon mit Elmala letzten Sommer, diesen Sommer gelungen ist und auch mit Kaminski oder an ganz vielen Stellen ja schon gelungen ist, ich glaube, mit so einem Mikey Moore Ding, wenn er das jetzt hinkriegt, das ist, also da wäre ich ja fast schon bereit euphorisch zu werden. Also da muss man
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: wirklich, also ich würde ihn jetzt nicht sofort eine Statue neben den Flocke am Stadion stellen. Aber da bin ich dann wirklich bereit zu sagen, Thomas Kessler, da sind wir im Bereich Meisterstück unterwegs.
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: Aber wir müssen uns gedulden.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Eine Sache, weil du ihn ja auch sehr genau beobachtet hast, auch in den vergangenen Jahren, Eyeskiri ist zurück. Gab es irgendwie ein gutes Gefühl, als er auf dem Platz lief, weil man dieses Gangbild, Laufbild Man kennt es ja noch. Ja, oder?
Jürgen Kemper: vertraut von.
Christian Löer: dann hat er gespielt. Ich würde ja sagen, steile These jetzt, dass er von jetzt an 33 Bundesligaspiele lang 90 Minuten auf dem Platz stehen wird.
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: Weil er einfach diese Bedeutung hat. Er kam ja rein und hat so ein paar Skiri-Dinge getan. Auch ein paar Nicht-Skiri-Dinge. fand, hat ... Erst mal hat er ... Passquote von exakt 100 Prozent erspielt
Jürgen Kemper: Mhm.
Christian Löer: und so ein paar kleine Bälle mit dem ersten Kontakt so quergelegt, wo ich immer denke, diese einen Kontaktpässe, die bringen dir immer Zeit und immer Struktur, dass du besser stehst und aus dem Druck rauskommst. Das fand ich, hat er gut gemacht.
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: Einmal wirkte er auf dem Flügel so ein bisschen als, weiß ich, als wäre die Kupplung kaputt oder so, als käme er nicht. Da kam er nicht, vor dem Fleck.
Jürgen Kemper: dass wir den nächsten Gang schalten können.
Christian Löer: Na?
Jürgen Kemper: Ja, sehe es auch bisschen differenzierter vielleicht. Dann sage ich, ich sehe ihn vielleicht in 32 Spielen in der Start-F, weil am Freitag, nee, doch Freitag, Freitag
Christian Löer: Hm?
Jürgen Kemper: noch nicht, weil dafür glaube ich, ist er noch nicht weit genug. man, finde ich, in der kurzen Zeit, die er gestern spielte, an der einen oder
Christian Löer: Hm.
Jürgen Kemper: anderen Stelle gesehen, dass er noch nicht so weit ist, meine ich zumindest erkannt zu haben. Das wirkte alles noch nicht so richtig spritzig, wenn ich ehrlich bin. Ich habe da eine Szene in Erinnerung nach Beifahrnlust, war nicht sein eigener, aber nach Beifahrnlust muss er zurücklaufen und läuft dem Hoffenheimer da, also im wahrsten Sinne des Wortes hoffnungslos hinterher.
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: Das ist mir so bisschen in Erinnerung, auch bei dem Konter kurz vor Schluss, da muss man positiv erfolgen, dass er überhaupt im Sechzehner ist. Negativ herausstellen muss man natürlich aber auch, dass er als Offensivspieler bei einem Konter in Faul begeht, was ich auch so oft noch nicht gesehen habe.
Christian Löer: Ich hab natürlich, kann es sich ja vorstellen, weil ich sozusagen privat im Stadion war und nicht auf der Presse-Tribüne, hab ich sofort Elfmeter gefordert. Aber es war, glaub ich, keiner. Ja.
Jürgen Kemper: Du hast ja doch 11 Meter, ne? Ja. Es war halt auch sehr sief vor. Also von daher, ja, ich sehe das wie du. Erstmal bin ich positiv gestimmt, dass er überall auf dem Platz wieder zu sehen ist. Das finde ich, bringen andere nicht so mit. Also der ist vorne, der ist ganz hinten, der ist an der Seitenlinie, der ist überall. Das ist wieder der alte Skiri. Aber ich finde in der einen oder anderen Szene sieht man, er, braucht noch ein bisschen. Deswegen sag ich halt Stuttgart noch nicht und alles weitere danach kommt dann hoffentlich mit Rhythmus und weiter im Training dann halt, ne? Ja.
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: Aber ja, ich bin wie du erstmal so, wenn der da auf dem Platz steht, dann hat man, dann weiß man da, was, was man da bekommt. Und dann bekommt man jemanden, der überall so finden ist, der überall irgendwas probiert. Genau. Und jetzt muss er halt fit werden und dann wird man sehen halt, ob er eben noch dieser alte Eldies... der Prime ist. Wir dürfen nicht vergessen, seitdem sind drei Jahre vergangen.
Christian Löer: Ja.
Jürgen Kemper: Ich bin gespannt.
Christian Löer: Insgesamt glaube ich, das habe ich noch gedacht, auch bei den Feierlichkeiten vor der Südmannschaft. Und das wurde mir auch vergangene Woche aus dem FC mal so bisschen gespiegelt. Diese Mannschaft, abgesehen davon, dass sie sich schon wieder von Rückständen erholt hat, scheint ein Talent zu haben, neue Spieler aufzunehmen. Die scheinen sehr, sehr gut zu kommunizieren. Das ja, glaube ich, als Verdienst von René Wagner zu sehen. der, glaube ich, nach innen ein hervorragender Kommunikator ist. Das ist, glaube ich, einer, der sehr genau weiß, wie man mit den Spielern sprechen muss, auch in welcher ... Frequenz, in welcher Häufigkeit man mit Spielern reden muss. Und ich hatte wirklich gestern ... Nach dem 3-2 sieht alles einfach und fröhlich aus. Aber ich hatte den Eindruck, dass die sehr, gut, auch zum Beispiel ... Gideon Mensah, der da vor der Südtribüne rumtobte,
Jürgen Kemper: Hm?
Christian Löer: dass die schon sehr gutes Miteinander haben.
Jürgen Kemper: Ja, das war ja auch das, man sowohl diesen Sommer als auch letzten Sommer, wurde das ja so explizit rausgestellt, dass es eine Mannschaft ist, die es neuen super leicht macht, aufgenommen
Christian Löer: Hm.
Jürgen Kemper: zu werden. Und das haben auch alle noch mal bestätigt. Thais der Linger, gestern auch noch mal. Exemplarisch Raffanberg, klar sind Landsmänner, dann ist es vielleicht immer ein bisschen einfacher, auch da war sofort so, ja, Raff hat es mir super leicht gemacht, aufgenommen zu werden und so. Und ich glaube schon, dass da an jeder Stelle Leute sitzen, die die Leute dann in diese Gemeinschaft reinholen. Und das, finde ich, macht sich auf dem Platz bemerkbar, weil habe ich, glaube ich, heute auch so im Kommentar geschrieben, qualitativ war auf einen Fall sicherlich stärker, also individuell qualitativ waren sie sicherlich stärker. Aber durch diesen Zusammenhalt und diese Geschlossenheit und diese Moral kann man sehr, viel wetten machen. Und das Beweist diese Mannschaft jetzt praktisch, hat sie letzte Saison bewiesen und beweist sie jetzt auch mit dem ersten Spiel schon wieder.
Christian Löer: Wie hast du dann hinterher René Wagner wahrgenommen?
Jürgen Kemper: gelöst irgendwie. Ich kann das an nichts festmachen, das war mein persönlicher Eindruck. Ihm ist da glaube ich schon so ein kleiner Stein vom Herzen gefallen, weil du weißt es selber, haben wir auch letztes Mal darüber gesprochen, so die Stimmung in den Netzwerken und so, ist ja nun mal irgendwie so
Christian Löer: Hm.
Jürgen Kemper: bisschen anti-Ragner. Dann kam der Pokal, das wird ja auch nicht sonderlich überzeugend, aber ich glaube, dass ihm da schon ein Stein vom Herzen gefallen wird, sagen, so jetzt einmal durchatmen. Klar, ist ja der erste Spieltag, aber trotzdem so ein Sieg kann da auch mal Rücken mitgeben und kann auch mal Selbstvertrauen in dich selber wieder sein. Also dass du bei all dem Gegenwind, den du aktuell bekommst, dann aber auch, man sieht es ja, aber mein Weg ist genau der richtige und ich lasse mich davon nichts abbringen und der ist auch erfolgreich. Und deswegen hatte ich, meine ich, gestern bei der PK einen gelösteren Wagner gesehen zu haben als sonst.
Christian Löer: Ja, er hatte ja nochmal auch in der Endphase der vergangenen Saison einen Sieg. Das
Jürgen Kemper: Ja genau.
Christian Löer: heißt, hat er quasi seine Sieg-, also zumindest Bundesliga-Zahl an Siegen, hat er jetzt verdoppelt. Und er ist ein sehr, sehr ehrgeiziger, sehr akribischer Trainer. Ich frag mich das auch manchmal, wenn man so viel Energie und Arbeit in was steckt, was dann nicht funktioniert. Das muss
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: ja auch wahnsinnig weh tun. Und gleichzeitig muss es aber auch wahnsinnige Befriedigung sein, wenn es
Jürgen Kemper: Ja.
Christian Löer: sich dann mal auszahlt. Und ich habe auch wirklich, als ich dann später die Bilder auch so mit seinem Staff sah an der Seitenlinie, beim Schlusspfiff, habe ich mich dabei erwischt, wie ich gedacht habe, jetzt versuch's mal zu genießen. Und sei es nur für ein paar Minuten,
Jürgen Kemper: Ja. Ja.
Christian Löer: weil jemand, der wirklich so viel arbeitet und so viel investiert,
Jürgen Kemper: Hm.
Christian Löer: Da ist ja auch schon immer die Kunst, mal zwischendurch zu sagen, okay, lass uns mal ganz kurz eine Minibilanz ziehen, was wir hier gerade erreicht haben, denn wir hier gerade ein Bundesligaspiel gewonnen gegen einen international vertretenen Gegner. Und
Jürgen Kemper: Genau.
Christian Löer: das hat ja eine gewisse Größe. Darum, ja.
Jürgen Kemper: Und dieses Gefühl kann ja jetzt auch oder sollte für ihn jetzt zumindest bis Freitag beibehalten werden oder das kann er voll auskosten und dann steht praktisch die nächste Herausforderung an, die im Prinzip genauso schwer wird, weil auch Stuttgart, internationales Team, qualitativ sehr, sehr gut besetzt, finde ich. Auch wenn sie es von den Bayern richtig auf den Sack bekommen haben, aber das wird anderen auch noch so gehen. Und von daher ist so diese Aufgabe in Stuttgart. mindestens genauso schwer, wenn ich noch schwerer wegen Faktor auswärts, wie jetzt das Spiel am Samstag. da wird wieder volle Konzentration sein und ja, da gilt es dann nochmal wieder zu beweisen, was jetzt die Arbeit wert ist halt.
Christian Löer: Fährst du hin oder wer ist im Einsatz?
Jürgen Kemper: Das macht der geschätzte Kollege Uwe Bödecker wird hinfahren. Ja, das wird er machen.
Christian Löer: Nein. Direkt aus dem Urlaub.
Jürgen Kemper: Der ist schon, der war gestern auch schon wieder im Einsatz. Freue ich mich aber dann, jetzt in Stuttgart dann wieder richtig in Charge zu sein. Ja, genau. Ich werde nach Hamburg machen. Vielleicht sehen wir uns da. Sehr gut. Dann
Christian Löer: Okay, ja. Ach, das ist lustig. Ich mache auch Hamburg.
Jürgen Kemper: sehen wir uns spätestens in Hamburg, wenn ich vorher noch gegen Bremen.
Christian Löer: ja, stimmt. Bremen freue ich mich natürlich auch drauf. Ja, können wir ja diesen Podcast beschließen und können unsere Hörerinnen und Hörer in eine glückliche Woche entlassen. Weil mit so einem FC-Sieg lebt es sich doch deutlich leichter. Und ich bedanke mich bei dir für deine Zeit und den Austausch und natürlich auch. Ja.
Jürgen Kemper: Vielen Dank. Sehr gerne. Hat viel Spaß gemacht.
Christian Löer: und bei unseren Zuhörenden. Danke fürs Interesse. Eine schöne Woche, alles Gute und wir hören uns nach dem Stuttgart-Spiel. Bis dahin,
Jürgen Kemper: Wir es. Ciao, ciao.
Christian Löer: tschüss.