
Wir waren klar besser – der FC-Podcast von Express & Kölner Stadt-Anzeiger· Staffel 1· Folge 16
#16 – 0:1 in Frankfurt: Zu viel Kontrolle, zu wenig FC?
Montag, 19. Oktober 2026 · 1 h 04
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Der 1. FC Köln verliert 0:1 bei Eintracht Frankfurt. Christian Löer und Tobias Carspecken analysieren, warum der FC aus seiner Überlegenheit kein Kapital schlägt, nach der Pause in Passivität verfällt und ein Gegentor kassiert, an dem mehrere Kölner beteiligt sind. Im Mittelpunkt steht die taktische Umstellung von Trainer René Wagner: Statt der bisherigen Formation beginnt der FC mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Ein sinnvoller Schritt zu mehr Stabilität – oder ein weiterer Ausdruck jener Vorsicht, die das Kölner Spiel zunehmend prägt?
Diskutiert werden auch die Leistungen von Joel Schmied, Luka Lochoshvili, Mikey Moore und Marvin Schwäbe. Wie viel Zeit benötigen die neuen Innenverteidiger? Warum fehlt beim Gegentor die letzte Konsequenz? Und weshalb gelingt es dem FC nicht, gute Phasen über längere Zeit aufrechtzuerhalten?
Nach sechs Spieltagen steht Köln auf Rang zwölf – eine ordentliche Platzierung. Dennoch ist die Stimmung bemerkenswert negativ. Die Zweifel sind groß. Liegt das an der mäßigen Ausbeute gegen bislang eher schwache Gegner? An den niedrigen Laufwerten? Oder vor allem daran, dass nicht klar ist, wofür der Fußball unter René Wagner stehen soll? Der Trainer spricht von Intensität, auf dem Platz aber wirkt vieles vorsichtig, reaktiv und von Einzelaktionen abhängig.
Die Ursachenforschung führt über den Rasen hinaus. Geschäftsführer Thomas Kessler und René Wagner sind neu in ihren verantwortlichen Rollen und setzen auf Kontrolle, Rationalität und Seriosität. Doch möglicherweise legen sie sich damit selbst Fesseln an. Beide sind nach außen emotional wenig verfügbar – und lassen die Fans mit Enttäuschung, Sorge und Kummer allein. Gerade in Köln entsteht so ein Vakuum: Wenn weder Spielidee noch Führungspersonal ein emotionales Angebot machen, wächst die Kritik auch bei einem Tabellenzwölften.
Zum Schluss richtet sich der Blick auf das nächste Spiel gegen Schalke 04 – und auf Christian Löers königsblaue Wunde, die auch nach 28 Jahren noch frisch ist.
Moderation: Tobias Carspecken und Christian Löer
Unsere Musik ist von Opole:
opole.bandcamp.com
Fragen, Anregungen oder Feedback? Schreibt uns per WhatsApp:
wa.me/message/RUBBJRPRFPIPL1
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Christian Löer: Hallo und herzlich willkommen zu Wir waren klar besser dem Podcast von Kölner Stadtanzeiger und Express. Die gute Nachricht, die 0 zu 1 Niederlage gegen Eintracht Frankfurt ist nun schon lange genug her, in Ruhe darüber sprechen zu können. Das tue ich heute mit Tobias Karzbecken, Autor und Redakteur von Stadtanzeiger und kölnischer Rundschau. Ein Porzer, ein absoluter FC Insider, einer meiner absoluten Lieblingskollegen. Schön, dass du da bist. und direkt deine Einschätzung FCH wird, zumindest in der ersten Halbzeit klar besser.
Tobias Carspecken: Vielen Dank Christian für die Einladung. Ich hätte mir natürlich gewünscht, einem erfreulicheren Ergebnis im Rücken zu debütieren. ich kann versprechen,
Christian Löer: Ja, das tun sie alle. Das tun sie alle.
Tobias Carspecken: das tun wir alle, Aber ich kann versprechen, wir werden das Beste draus machen.
Christian Löer: Freut mich sehr. Nach der ersten Halbzeit war im Stadion und habe mich dabei erwischt, sagen, man muss doch locker führen hier.
Tobias Carspecken: Den Gedanken hatte ich auch, wobei ich sogar gesagt habe, du musst führen, damit es am Ende keine Niederlage ist. Denn ich konnte mir eigentlich in der ersten Halbzeit nicht vorstellen, dass die Frankfurter nochmal so schwach weiterspielen würden. Ich fand die erste Halbzeit aus der FC League wirklich sehr ordentlich bis gut. Also der Plan ist da aufgegangen. Was gefehlt hat, war ein Tor. Und am Ende ist es leider häufig so, wenn du... die für eine gute Halbzeit nicht belohnt ist, ist FC leider Gottes auch immer dafür gut, dass es hinten nochmal klingelt.
Christian Löer: Ja, vor allem, also das war ja ein großes Thema überhaupt über diesem Spiel. Spielst du gegen Form oder Spielst gegen Potenzial? Als ich die Startelf der Frankfurter gesehen habe, da hat natürlich Adi Hütte auch richtig einen ausgepackt. Man hat ja schon gemerkt, da steckte viel Wut drin in der Aufstellung. Man hatte ja schon den Eindruck, okay, die wollen den FC hier richtig wegknallen vor 60.000. Da habe ich schon gedacht, okay, das könnte jetzt hier eine Anfangsphase geben, in der es schwierig wird für den FC. Da können wir auch gleich noch drüber sprechen. Ich war dann auch ein bisschen unsicher, ob es dann klug ist, sich erstmal in Anführungsstrichen hinten reinzustellen, also mit einer Dreier- bzw. Fünferkette zu beginnen. Also ich habe auch irgendwie so einen Eindruck gehabt, das kann auch mächtig schiefgehen gegen diese Offensive.
Tobias Carspecken: Ja, also nach den Eindrücken der ersten Halbzeit habe ich mir dann gesagt, dieses Spiel, wer die Frankfurter Eintracht bisher nicht so verfolgt hat, sieht, warum die Mannschaft dort steht, wo sie aktuell steht. Also ich finde, war der Eintracht schon deutlich anzumerken, dieses 0 zu 6 in Leipzig, das Spuren hinterlassen hatte. Ich fand, dass der FC die bessere Mannschaft war, auch gut in den Zweikämpfen war. Also wir haben auch viele... zweite Bälle für uns gewinnen können. das war ein Gesamteindruck, wo ich gesagt habe, heute geht hier wirklich was mit mindestens einem Punkt.
Christian Löer: Ist da nicht so ganz hingehauen, aber lass uns mal von der Aufstellung beginnen. Ich hatte im Derby in der Schlussphase, hatte ich irgendwie einen guten Eindruck von Joel Schmid. Ich erinnere mich auch, dass er im Trainingslager zeitweise wirklich die Nase vorn hatte. Da sah es ja tatsächlich aus, als würde das Innenverteidiger-Duo Lord George Willey und Schmid und nicht Lord George Willey und Simpson Pucey. Ich hatte auch mal ein Interview mit ihm, da hat er einen super Eindruck gemacht, sehr klar und sagte auch, er sei körperlich sehr gut durch den Sommer gekommen, hat man ihm auch angesehen, wie ich fand. Und dann ist er ja gut gegen Ende der Vorbereitung und zum Saisonstart hin ein bisschen in die zweite Reihe gerutscht, aber schon sehr ambitioniert. Darum habe ich nach dem Derby gedacht, weil es ja wieder ein bisschen wackelig auch war hinten drin. Vielleicht kommt seine Chance. Dann hatte ich gegrübelt, auch von den Kombinationen. Eigentlich wäre die logischere Kombination Simpson-Piercy und Schmid. Aber ich fand Lodzosz-Wili eher ein Kandidaten, der mal eine Pause brauchen könnte. Und dann hat René Wagner einfach beide, also alle drei sozusagen, gebracht. Fand ich eigentlich ganz pragmatisch gedacht, denn wenn du drei gute potenziell gute Innenverteidiger ist ja vielleicht keine schlechte Idee, auch mal zu bringen. Vor allem wenn es da so ein bisschen wackelig war.
Tobias Carspecken: Also René Wagner, gebe ich offen zu, hat mich mit der Ausstellung überrascht. Ich hatte die Dreierkette nicht auf dem Zettel. Mein erster Gedanke war auch, Mikey Moore muss immer spielen. Am Ende war er ja das personelle
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: Opfer dafür, dass der Ansatz zunächst lautete, ja, Kompaktheit herzustellen. Aber man muss sagen, die Hereinnahme von Joel Schmid hat sich ausgezahlt. finde, er hat ein ordentliches Spiel gemacht und eigentlich so den positiven Gesamteindruck, den ich von ihm auf Bundesliganiveau habe, bestätigt. Also das war ja im vergangenen Winter dann die große Frage aus der zweiten Schweizer Liga kommt, wie schnell er das Niveau adaptieren würde. Da muss ich sagen, die Entwicklung stimmt.
Christian Löer: Was mir an ihm immer noch auffällt, was mich dann auch echt stört, er ist ja keiner, der irgendwie rumzockt und als so riskant spielt. Was der ja wirklich immer macht, wenn er die Chance hat, erklärt ins Seitenhaus. Und teilweise so auf Höhe von 16ern, denke ich manchmal, boah ey... Hättest du nicht irgendwie noch rumziehen und schlagen können das Ding, weil so ein Einwurf auf Höhe von 16er, du gibst dem Gegner Zeit, der kann nachrücken, der hat einen Standard, der kann halt mit dem Einwurf machen, was er will. Da denke ich manchmal, Junge, vielleicht kannst du mal, also er muss ja nicht hinten die Leute tunnen oder so. Aber manchmal denke ich, du bist jetzt lang genug dabei, ein bisschen riskanter könnt es schon sein.
Tobias Carspecken: Ja, das ist sicherlich noch der Entwicklungsschritt, er gehen müsste. Aber ich finde so insgesamt, was Thema Zweikampfverhalten und Antizipation betrifft, ist das schon sehr vernünftig. Dass er in bestimmten Bereichen ja noch Entwicklungsfälle haben würde, vermutlich so zu erwarten, wenn man sich seine bisherige Vita anschaut.
Christian Löer: Ja, Mikey muss immer spielen, ich, ein Satz, wir uns nur merken sollten. Ich bin im Stadion angekommen und war echt auch bisschen enttäuscht, weil wenn man sich so fragt, wofür geht man eigentlich zum Spiel? jetzt gehe ich auch zum Arbeiten hin. Aber so grundsätzlich hat man ja auch dann als Reporter so gewisse Vorstellungen. auch hier haben wir jetzt schon öfter mal drüber geredet, der Durchbruch. des mächtigen Mikey Moore steht ja unmittelbar bevor.
Tobias Carspecken: Ja, dein war die Gottes Ohr.
Christian Löer: ja, wir warten wir also wir rechnen ja fest mit dem ersten Spiel, wo er dann mindestens zwei Vorlagen und zwei Tore hat. Ja, die werden natürlich niemals kommen, wenn er auf der Bank sitzt. Und ehrlich zu sein, wenn er dann von der Bank kommt und so spielt, werden auch eher Gegentore als Tore kommen. Denn das war ja leider kein kein Altsuch. Guter Auftritt.
Tobias Carspecken: Nein, er hängt da beim Gegentor mit drin, das muss man leider so sagen. Es fängt an an der Außenlinie mit seinem Zweikampfverhalten, wo sicherlich so die letzte Entschlossenheit fehlt. Und letztendlich hat dieser Zweikampf Frankfurt auch erst die Möglichkeit eröffnet, den Schafraum reinzukommen, wo dann das Unheil seinen Laufnahmen aus der FC-Sicht.
Christian Löer: Er zockt so ein bisschen. Er hat ja versucht, den Einwurf abzufangen. glaube, nach dem Einwurf hat er versucht, Knauf, glaube den Ball abzujagen. Er geht 50-50 rein, was man ja machen kann. Und dann gewinnt er den Ball eben nicht, was auch passieren darf. Man muss nicht jeden Ball gewinnen. Und dann bleibt er stehen. Und
Tobias Carspecken: bleibt das stehen.
Christian Löer: je öfter man sich das Tor anguckt, desto mehr ärgert man sich. Weil natürlich war das dann eine, ich würde ja fast sagen Weltklasse Vorlage. Vor allem vorher mit diesem Lidbarski Doppelpass mit sich selbst, dieser Doppelkontakt. Das sah großartig aus. Ich weiß nur nicht, ob der das auch macht, wenn ihm gerade einer von hinten den Rücken fliegt. Weil das hat ja nun überhaupt nicht stattgefunden. Ja, dann Traumpass und Traumabschluss. Wo war er? Hier! Du bist der Torwart, fällt mir da gerade ein. Achso, du Du bist zurückgetreten? Ich war aber... war.
Tobias Carspecken: Ich war Torwart. Eigentlich feiere ich mein Comeback nur noch beim Come Together-Körper einmal im Jahr,
Christian Löer: Ja, ja.
Tobias Carspecken: was ich dann mit großen körperlichen Schmerzen immer bezahle. Ich war zu Jugendzeiten lange Torwart, aber ja.
Christian Löer: Also ich wusste nicht, dass du schon deinen Rücktritt erklärt hast. Du bist ja noch so jung.
Tobias Carspecken: Ich habe meinen Rücktritt erklärt und mich dann für einen anderen Lebensweg entschied.
Christian Löer: Ich als einer, nie Torwart war und auch gar keine Ahnung hat vom Torwatspiel, sage ja dann, kurzes Eck ist Torwart-Eck, weiß aber auch, dass das natürlich nicht ganz fair ist. Wenn nämlich einer irgendwie auf ein sieben Jahre breites Tor schießt, aus fünf Metern, dann gibt es für einen Menschen schon nicht die Möglichkeit, jede Ecke abzudecken, würde ich jetzt sagen. Aber
Tobias Carspecken: Ja, das
Christian Löer: Ausgangspunkt muss sein, kurzes Ecks Torhardeck.
Tobias Carspecken: Grundsätzlich sehe ich auch so. Ich tue mich trotzdem schwer damit, dem Fall von einem klaren Torwartfehler zu sprechen, weil man schon berücksichtigen muss, dass der Schuss aus wenigen Metern kam. Er war scharf geschossen ins kurze Eck und es war auch getümmelt vor Marvin Schwebe.
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: Da weiß man auch nicht so ganz, ob er den Ball zu 100 Prozent gesehen hat. Es sieht nicht ganz glücklich aus, aber ich tue mich schwer damit, Marvin Schwebe da eine hundertprozentige Schuld zuzusprechen.
Christian Löer: Auf jeden Fall eine absolute Riesenaktion. Hast du die Länderspiele zuletzt gesehen? War das der Bruder von dem Ednautolib oder ist der das gewesen?
Tobias Carspecken: Ja, das scheint der Offenbacher tatsächlich gewesen zu sein.
Christian Löer: Guter Spieler. Er ist mir jetzt nicht so aufgefallen bei dem Enderspiel. Am Freitagabend dann umso mehr. Ja, den macht er gut.
Tobias Carspecken: den macht er gut. Allerdings, ja, sagt, Tor war überragend herausgespielt. Ich finde aber auch, dass sich der FC auch bei diesem Gegentor nicht gut anstellt. Wir haben gerade darüber gesprochen, es fängt bei Mikey Moore an. Ich finde auch, dass das Tor Danat noch zu verhindern ist. Wenn man sich die Szene mal ganz genau anschaut, Luca Lodziozvili rückt in der Szene zwei, dreimal rein und wieder raus. Dann lässt er sich tunneln. Das kann passieren mit so einem genialen Tipppass. Aber
Christian Löer: Mhm.
Tobias Carspecken: es ist eines dieser Tore in dieser Saison, wo ich sage, da fehlt mir beim FC die letzte Entschlossenheit, und am Strafraum das Tor mit aller Macht zu verteidigen. Das ist zu einfach.
Christian Löer: Ja, dieses Thema Konsequenz hatten wir auch schon mehrfach. Man kann ja auch konsequent sein, ohne direkt ein Elfmeter zu verursachen. Und es war auch, glaube ich, nicht der erste Tunnel gegen Lodzso.
Tobias Carspecken: Nein, das war nicht der erste Tunnel. Er wirkt da schon ein Stück weit ungelenk, man tatsächlich so sagen. Also da ist er anfällig.
Christian Löer: Was ist denn das dann? Man sagt ja immer, der braucht noch Zeit, wird der dann gelenkiger im Laufe der Zeit? Oder muss er sich aufs Tempo einstellen?
Tobias Carspecken: Also ich kann mich an einen gewissen Jeff Chabot erinnern, wo wir zu Beginn seiner FC-Zeit auch große Zweifel hatten, ob er das Niveau erreichen kann. Am Ende ist er durchgestartet. Ich möchte jetzt beide Spieler nicht unmittelbar miteinander vergleichen und es wäre, glaube ich, Lodzoswile auch gegenüber unfair jetzt nach seinen ersten Bundesligaspielen überhaupt da jetzt vorstellt, Fazit zu ziehen. Aber ganz rund sieht das noch nicht aus.
Christian Löer: Ja, es ist lustig, dass du das ansprichst. hatten ja mal, da war Jeff Chabot gerade verpflichtet, da hatten wir am Geistforkalm eine Mix. So, das warst du dabei. Da hat, ich glaube, Christian Keller hat uns diesen Spieler vorgestellt. Und das war nach dem ersten Spiel schon und hat uns erklärt, warum sie ihn geholt haben und so. wir haben uns wirklich, wir haben uns die Bäuche gelachen, haben Vogel gezeigt, haben gesagt, was ist, was erzählt der uns da im Sinne von? Der kommt aus der Red Bull Fußballwelt, der kann vorwärts verteidigen, der hat dieses draufgehende Blut und wir haben einfach einen Spieler gesehen, Verteidiger, der stand da quasi mit den Hacken am Fünfer und hat darauf gewartet, Bälle rauszubomben und Leute wegzunieten und der kam uns jetzt sowas von eindimensional und unbeweglich vor und dann muss man wirklich gestehen, wurde das ein richtig super Innenverteidiger. Wir haben im Sommer vor dem ersten Training mit René Wagner gesprochen am Geisburgheim und da ging es Luca und irgendwer hat den Vergleich mit Chabot aufgebracht und dann hat der René, man hat ihm direkt angesehen, dass er es eigentlich nicht hatte sagen wollen, dann hat der René dann gesagt, ja er ist ein echter Spieler, aber er ist schon ein bisschen schneller der Luca als der Jeff Chabot. Dann habe ich gedacht, okay, Jeff Chabot in schnell, dann nehmen wir den doch.
Tobias Carspecken: Wobei ich ehrlicherweise dieses von René Wagner angesprochene Tempovorteil bislang so noch nicht sehe. Also ich finde gerade, dass Luca Locoschweili Probleme hat, wenn das Spiel schnell wird. er insgesamt auch in der Zweikampfführung für mich noch zu ungestimmt zur Sache geht. Also er
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: hat da schon noch seine Schwierigkeiten, das Bundesliganiveau in kurzer Zeit anzunehmen.
Christian Löer: Ja, wir hatten auf der Tribüne am Freitag, ich nenne keinen Namen, sagte ein Kollege neben mir, zitierte René Wagner, der ja erklärt hatte, der Lodschow habe eine brutale Endgeschwindigkeit. Und dann haben wir da gesessen und haben so bisschen gelästert, wie man ja manchmal so lästert auf der Presse-Tribüne und haben uns gefragt, wann er diese Endgeschwindigkeit wohl erreicht, ob der die womöglich so nach 40 Meter Anlauf erreicht, weil auf den ersten drei Metern, auf den ersten fünf und auf den ersten zehn ist er, also finde ich jetzt nicht, dass er so extrem abfällt, aber dass er jetzt so eine Granate ist, der mit drei Schritten sich jeden schnappt, habe ich noch nicht gesehen.
Tobias Carspecken: Das war auch mein Eindruck. Wir werden sehen, das wird spannend sein. Thomas Kessler wird sich etwas dabei gedacht haben, den Spieler mehrere Millionen Euro auf den Tisch zu liegen und ihm den Sprung aus Nürnberg aus der zweiten Liga zuzutrauen. Nach dem bisherigen Eindruck muss man das noch mit einem Fragezeichen versehen. Aber die Saison ist noch jung und man sollte ihm die Chance geben, sich da auch entsprechend noch entwickeln zu können.
Christian Löer: Ja, Thomas Kester, Stichwort. Man muss halt auch sagen, wenn sich ein anderer Verein einen Abwehrchef kauft, dann packt er halt 25 Millionen aus oder 30 oder 35. Jetzt beim FC ist man ja nicht mehr an große Ablöse gewöhnt. Aber 5 Millionen aus der zweiten Liga ist natürlich, da ist man in einem Segment unterwegs, wo man natürlich ambitioniert kauft. Aber es ist jetzt kein Spieler, wo man sagt, okay, der macht hier 34 Spiele und es passiert nie was, weil wir da so eine Granate hinten drin stehen haben. Also es ist am Ende des Tages ein wieviel? 5 Millionen Euro Spieler aus der zweiten Liga. Der hat, ich muss immer dran denken, der hat bei der hat er gegen England gespielt. Der der weiß schon auch, wie es sich auf hohem Niveau anfühlt. Aber dass der jetzt von 0 auf 100 etablierter Bundesligaspieler ist, ich glaube tatsächlich, da muss man ihm Zeit geben. Und das ist ja gerade bei Innenverteidigern so eine Sache. habe für Jep Schopo ist da eines der Top-Beispiel. Ich erinnere mich aber auch zum Beispiel an den frühen Jerome Boateng. Das war einer der größten Fehlerteufel, den ich je gesehen habe. Und der wurde dann auch stabiler. Darum ja, ich bei Innenverteidigern Zeit geben ist immer geboten.
Tobias Carspecken: Auch unter der Berücksichtigung, dass er aktuell in einer Mannschaft spielt, die ja auch ein Stück weit mit sich selbst zu kämpfen hat. Also es läuft
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: nicht ganz rund, die Abläufe stimmen noch nicht so, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Und dann ist es natürlich auch für neue Spieler schwierig, schnell Anschluss zu finden.
Christian Löer: Ja, und man muss ja immer sagen, da bin ich ja auch bei dir beim Richtigen, mal über das Költsche Hetz und die Seele zu sprechen. im Moment, also ich komme mir manchmal vor, als würde ich über einen Verein schreiben und berichten, der in Flammen steht, als würde ich über eine Mannschaft berichten, die Woche für Woche untergeht. Und das stimmt ja eigentlich gar nicht, denn Ich bin nach wie vor der Meinung, wir können gerne die Saison sofort abbrechen. Mit Köln auf 12, Gladbach auf 18. 18, 18, 18, nochmal zu sagen.
Tobias Carspecken: Ich sehe das Lächeln in deinem Gesicht.
Christian Löer: Und ich in Daim. so, also Rang 12. Nach sechs Spielen, da gibt es Stimmeres, grundsätzlich.
Tobias Carspecken: Ja, es gibt definitiv Schlimmeres. Also der Blick auf die Tabelle verursacht jetzt nicht automatisch Bauchschmerzen. Würde man so am Saisonende auch unterschreiben. Ich finde aber, dass man jetzt die Bilanz nach den sechs Spieltagen auch immer dahingehend einordnen muss, dass der FC durchweg gegen Teams gespielt haben, die bislang keine Bäume ausgerissen haben. Also das waren durchweg vom schwachen Gegner.
Christian Löer: Ja, außer gegen FC.
Tobias Carspecken: Wenn man sich die Tabelle anschaut, war Werder Bremen als aktueller Tabellenachter der bislang höchst platzierte Gegner. Und unter dem Gesichtspunkt sind die sieben Punkte aus sechs Spielen nur eine mäßige Ausbeute.
Christian Löer: Ja, aber es ist ja total schwierig, finde ich auch zu erklären. Also erstens war Bremen. Man muss sich ja zusammenreißen, aber Bremen konnte ja gar nichts. Also dass die, dass die in Münmersdorf gepunktet haben, das verstehe ich bis heute keinen Mensch. Wogegen zum Beispiel die Stuttgarter, die ja immer noch relativ weit unten drin stehen, die sahen ja aus wie mittlere Weltklasse. Frankfurt. sah am Freitag natürlich aus wie eine Mannschaft, die ordentlich durchgeschüttelt war nach einem 06. Aber man hat schon an allen Ecken und Enden gesehen, dass da ein paar Jungs auf dem Platz stehen, die richtig was drauf haben. Darum ist es. Ist die Bundesliga so ausgewogen? Könnte es das sein? Ich verstehe es noch nicht ganz und ich verstehe auch noch nicht ganz, wo der FC sich da einzusortieren hat. Dauerhaft.
Tobias Carspecken: Ja, ist für mich auch noch nicht richtig greifbar. Ich meine, wer hätte vor der Saison gedacht, dass am sechsten Spieltag die TSG Hoffenheim Teil eines Keller-Duells
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: sein würde? Also auch da
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: hat der FC am ersten Spieltag sicherlich profitiert, dass Hoffenheim die komplette Offensive in Köln gefehlt hat. Stuttgart wiederum. Wirkte dann am zweiten Spieltag gegen den FC so, dass ich gesagt habe, okay, jetzt sie in der Saison angekommen, Auftaktniederlage in München, die jeder
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: erleiden kann, abgeschüttelt. Wenn man sich dann aber die weiteren Ergebnisse anschaut, dann fragt man sich auch da, was ist da eigentlich gerade los in Stuttgart? Es ist aus der Ferne schwer zu greifen. Ja, also es ist wirklich zufrieden, kann man nicht sein. finde, dass mehr möglich gewesen wäre. Gerade so, spielst auch das Spiel gegen Bremen gerade an. Und wo der FC nach der frühen Führung in Passivität verfallen ist. Und das war für mich auch am Freitagabend schwer zu verstehen, warum der FC dann nach der Pause ja so in Passivität abgerutscht ist. Dass Frankfurt auf diesem schwachen Niveau der ersten Halbzeit nicht 90 Minuten spielen würde, war mir fast klar. Aber warum der FC aus der Pause kommt und eigentlich nur noch reagiert und nicht mehr selbst agiert, das verstehe ich nicht so ganz. Also das ist schon ein gewisser roter Faden, sich da zeigt, dass der FC nicht in der Lage ist, über einen längeren Zeitraum auf dem Niveau zu spielen, was er zumindest phasenweise zeigt.
Christian Löer: Ja, dann jetzt Thomas Kessler zu zitieren, da gehört auch immer ein Gegner zu. Ich fand es am Freitag auffällig, dass man schon sah, wie gut Frankfurt dann plötzlich spielte, wobei man dann dem Thomas Kessler auch dann wieder entgegenhalten könnte. Ja, aber auch dazu war er wiederum Gegner. So ein bisschen Henne Ei. Und es gab so ein paar Szenen. Oder das hat mich wirklich verrückt gemacht, wenn der FC versucht hat zu klären und zwar konstruktiv zu klären in der Weise, dass man vorher definiert, in welche Räume schlägt man denn den langen Exitball und dann machen die das und treffen überhaupt keinen Ball mehr. Also das kennt man von sich selbst vielleicht, dass man sich vorstellt und jetzt donner ich den Ball 60 Meter raus und dann rutscht ein über den Spann und der geht irgendwie Kütikets.
Tobias Carspecken: Hahaha.
Christian Löer: Aber da waren ja Bälle, wo ich so denke, okay, ein Bundesliga-Spieler versucht, den Ball raus zu jagen und der kommt 20 Meter später wieder runter und ist direkt beim Gegner und du bist dann gar nicht mehr der Lage, dich zu befreien. Da habe ich mir schon auch gefreut, ist das jetzt Nerven oder? Also woran liegt das? Es ist ja so eine Hektik, dass man denkt. Ja Junge, du sollst einfach nur mit dem Spann einen Ball über die Mittellinie jagen. Und dann läuft vorne, womöglich laufend Zeit, ein Maler und hinten ein Miner in die Räume rein und dann wird es ja auch mal ein bisschen eklig für den Gegner. Aber das passiert ja überhaupt nicht. Die Frankfurter, die sind ja da in so einer Komfortzone, haben die sich gespielt. Man hatte plötzlich nicht mehr das Gefühl, dass hier allzu viel passieren kann. Und zwar anders als in der ersten Halbzeit.
Tobias Carspecken: Ja, das war wirklich frustrierend. Man hatte dann auch irgendwann das Gefühl, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es klingelt. Und ja, der FC war dann nicht mehr in der Lage, gescheit hinten rauszuspielen. Schnelles Personal war schon noch auf dem Platz, womit man hätte Nadelstiche setzen können. Aber es war niemand da, der seit Elmalla und geschickt in Szene hätte setzen können.
Christian Löer: Ja, denn darum nochmal zurück zur Fünferkette. Ich fand das eigentlich ganz interessant, dass man vor der Fünferkette mit dieser Dreierreihe spielt, also Krauss Zentral, der das fand ich super gemacht hat, können wir auch noch drüber reden, und dann eben flankiert von Linden Meiner und Isak Johannesson, die ja beide Fußball spielen können. Und ja, bisschen überrascht ich bei Linden Meiner, die beide halt auch arbeiten können. Linden Meiner fand ich nach hinten super gearbeitet. Ist glaube ich genauso ein Spieler oder so eine Position, die man im Fernsehen nicht so gut sieht. Ich fand ihn im Stadion extrem emsig, obwohl er da nicht oft am Ball war. Aber er hat da die Räume zugemacht und hat wirklich super mitgearbeitet. Das fand ich eigentlich total charmant. diese Positionierung links und rechts von Kraus mit Leuten, die sowohl arbeiten als auch nach vorne Möglichkeiten haben. Und als er mich dann ja unter anderem Mikey Moore rein kam auf diese Position neben Kraus, habe ich gedacht, jetzt wird es lustig, als Gegner, dann kommt einer, der so spielstark ist und so mobil ist, spät im Spiel, der jede Lücke findet und ausnutzt. Da war ich wirklich noch mal optimistisch, weil ich einfach so diese ganze Aufstellung gut fand, die war für mich stimmig.
Tobias Carspecken: Ja, leider hat man es dann aber nicht verstanden, schnelle Leute wie Linden Mayer entsprechend auch in Szene zu setzen. Isak Johansson fand ich persönlich am Freitag schwach. Kein
Christian Löer: Ja, leider, ja.
Tobias Carspecken: guter Tag. wäre einer derjenigen Spieler gewesen, den man zutrauen würde, dann auch mal in einem Spiel, in dem es sich dann in der zweiten Halbzeit galt, zu befreien, entsprechend dann auch die Bälle zu verteilen. Das ist leider nicht gelungen. Das war eine Ja, finde ich auch ein Stück weit unerklärlich schwache Leistung nach seinem Tor im Derby.
Christian Löer: Der hatte auch so Ding. Man kennt ja seinen schönen Fuß. Der hat einen super Fuß und der hatte auch genauso eine Aktion, wo er klären will, wo er den Ball lang rüberjagen will. Und dann rutscht er ihm auch so ab. Man denkt so, aber du doch nicht, du kannst das doch. Man weiß ja selbst, es gibt ja dann in so einer Fußballmannschaft Leute, die mal einen langen Ball spielen und manche, ihn eher nicht spielen sollten. ich finde, Johanneson kann das. Dann rutschten ihm da die Dinger ab. Man weiß nicht warum.
Tobias Carspecken: Grundsätzlich ist er ein technisch starker Spieler. Man hat es ja auch an seinem Tor im Derby gesehen. Den macht, glaube ich, auch nicht jeder so. ein Problem bei ihm ist, er die Leistung auch nicht auf konstantem Niveau abrufen kann. Also bei ihm sind schon noch die Ausschläge nach oben und unten
Christian Löer: Mmh.
Tobias Carspecken: stark vorhanden.
Christian Löer: Tom Kraus hat ja jetzt diese Rolle als Anführersatz im Mittelfeldmotorersatz super angenommen. gab so ein paar Szenen in Frankfurt, wo ich wirklich mich für ihn gefreut habe, kann ich so sagen, weil er so kleine Aktionen so den Fuß vor und da nochmal dazwischen und dann da und manchmal in mehreren Orten gleichzeitig und so richtig den Gegner genervt. Und da habe ich mir echt so vorgestellt, auch wie er das dann wahrscheinlich selbst auf dem Platz wahrnimmt, wie er so reinkommt und wie er merkt, dass er Zugriff hat und dass er den Gegnern nervt. Und ich glaube an so was, da krallt er sich dann rein und baut sich auf und entwickelt dann auch so eine Freude daran. Und das fand ich echt gut, den Grad der Zerstörung, den er da angerichtet hat, aber auch dann das Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten. Also insofern dieses 5-3-2. Ich fand's gut. Ich fand's gut ausgedacht und umgesetzt. Wo er natürlich immer sagen kann, okay, du spielst gegen eine Truppe, die alles kann außer verteidigen. Da muss der dann womöglich sagen, okay, schnappt sie euch, wir gehen jetzt voll drauf. Dann ist immer wieder die Frage Potenzial versus Form. Was hättest du gemacht?
Tobias Carspecken: Also ich würde auch definitiv sagen, dass es nicht an der Umstellung auf die Dreierkette lag, dass der FC dieses Spiel verloren hat. Ich hätte mir nach der Pause dann eher gewünscht, dass man schneller darauf reagiert, dass sich das Spiel merklich drehte nach Wiederbeginn. Und das ist etwas, was mir bei René Wagner nicht so gut gefällt. Ich finde, dass René Wagner dazu neigt, spät auf Veränderungen auf dem Spielfeld zu reagieren. Da hätte es womöglich früher Umstellung. taktischer oder personeller Artgebrauch.
Christian Löer: Ja, Marvin Schwäbe war später bei uns in der Mixed Zone. Man ist ja in der Hektik und rennt darum und muss schreiben und muss zur PK und keine Ahnung. Und dann kriegt man gar nicht so wirklich mit, was da gesagt wird. Bei Marvin kommt hinzu, finde ich, dass der immer so sehr ungerührt dasteht und auch jetzt nicht so die ganz große Mimik hat. Aber als er dann Erst habe ich die Passivität gestört und dann sagten seine Vorlerleute, die hätten beim Gegentor nur Begleitschutz geleistet und das hätte man ja jetzt nicht zum ersten Mal gesehen. Da habe ich so gedacht, okay, dafür, dass der hier gerade steht, ohne zu zwinkern und ohne wirklich eine Mine zu verziehen und ohne laut zu werden dabei, hat er gerade ganz schön das Kölner Spiel der zweiten Halbzeit in die Tonne gehauen.
Tobias Carspecken: Das waren ungewöhnlich deutliche Worte bei Marvin Schwebe. Er ist eigentlich eher ein Mann der Diplomatie, aber das war schon für seine Verhältnisse sehr deutliche Kritik.
Christian Löer: Ja, denn das ist auch das, was wir eben angesprochen haben. Konsequentes Verteidigen steht halt eben nicht ganz oben. er hat natürlich keinen Namen genannt. Mavischem ist ja Kapitän, integrer Typ. wird ja niemals jemanden da jetzt an die Wand nageln. Aber ich denke schon, dass er da einen ganz guten Blick hatte auf Marquis Moos Verhalten vor dem Gegentor. Und womöglich ist er auch dann genervt von sowas, weil er ist ja ein konservativer Typ.
Tobias Carspecken: Genau. Ich finde, es ist dann auch seine Aufgabe als Kapitän des 1. FC Köln, Dinge auf vorlaufender Kamera anzusprechen, die ihm nicht gefallen. Das war aus meiner Sicht legitim. Da spielt es dann auch keine Rolle, ob Marvin Schwebe beim Gegentor eine Rolle abgibt, wo man sagt, an einem sehr guten Tag hält er den vielleicht oder ein sehr guter Bundesliga-Torwart ist da
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: konsequenter in der kurzen Ecke. Er ist Kapitän des 1. FC Köln. Er darf und muss das ansprechen, denn... Wir reden da ja wirklich von sich wiederholenden Gegentoren, wo der FC nicht konsequent verteidigt. Also erst in der Vorwoche hatte Tom Kraus im Derby gegen Gladbach gesagt, er hätte das Gegentor mit einer minütiger Vorankündigung gespürt. Wenn wir
Christian Löer: Ja, stimmt.
Tobias Carspecken: uns an das Spiel in Stuttgart erinnern, wie sich der FC dort die Gegentore fängt. Hoffenheim, das Eckballgegentor am ersten Spieltag in Hamburg, speziell das erste Gegentor. Also es zieht sich wie ein roter Fahnen, es ist ein klar erkennbares Muster
Christian Löer: Hmm.
Tobias Carspecken: zu sehen. dass der FC nicht konsequent verteidigt und das kann sich eine Mannschaft wie der FC Köln nicht erlauben, weil er vorne nicht, zumindest bislang nicht, eine Offensivwucht entwickelt, diese Defensivschwächen auszugleichen.
Christian Löer: Na dann kannst du mir jetzt ja mal erklären, was der Thomas Kessler damit gemeint hat zu sagen, er habe keinen Begleitschutz gesehen.
Tobias Carspecken: Thomas Kessler erwertet die Aussage von Marvin Schwebe so, dass sie aus der Emotion heraus getroffen worden sei. Thomas Kessler
Christian Löer: Der emotionale Mavin Schwäbe.
Tobias Carspecken: ist da auch sehr darauf bedacht, dass das in der Öffentlichkeit alles sehr harmonisch aussieht. René Wagner ist ja auch ein Typ, dem die Teamhygiene, ist ja auch viel zitiertes Wort in diesem Sommer, ist. Nichtsdestotrotz,
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: finde ich, gehört zu Profisport. Und zur Leistungssport dazu, dass man Fehler auch öffentlich ansprechen darf, solange die Kritik fair ist. Das war sie. Und das Thema Begleitschutz kann man ja in der Szene nicht nur auf Mikey Moore begrenzen. Also da sind ja auch noch andere Spieler in der Verlosung. Der FC steht im eigenen Strafe mit einer Überzahl. Ich glaube, es war eine 4 gegen 2 Überzahl. Trotzdem kommt der Ball durch. Ich fand das schon in Ordnung von Mavic Schwebe, das mal so deutlich anzusprechen. ist eine Aufgabe und das hätte ich als Sportchef des ESN FC Köln, glaube ich, auch nicht relativiert, Aussage.
Christian Löer: Er ist halt ganz lustig zu sagen, es kommt aus der Emotion, weil wenn man vorher den Marvin da gesehen hatte, der hatte halt einen Puls von 43 und hat das einfach so gesagt. Es ist nicht so, dass der da irgendwie von drei Mitarbeitern der FC Medienabteilung zurückgehalten wurde und darum geschrien hat. Der hatte das einfach wirklich komplett ohne jede Emotion, hatte das zu Protokoll gegeben. Und zwar das, was einfach jeder gesehen hatte im Stadion. Das kommt ja hinzu. Man darf ja alles sagen, vor allem darf man dann sagen, wenn man Recht hat. Und er hatte ja absolut Recht, fand ich. Darum fand ich es auch so ein bisschen überraschend. Aber es ist natürlich Thomas Kesslers Art, öffentlich aufzutreten. Denn da habe ich wirklich auch ein bisschen in mich reingegrinst, weil natürlich Thomas Kessler in jede öffentliche Äußerung geht, mit der ganz klaren Absicht, alles zu liefern, aber keine Schlagzeilen. Und das finde ich ja auch, der Gedanke ist ja total naheliegend und auch auch vernünftig, weil warum soll ich mich als als Sportchef nach einem 0-1 in Frankfurt hinstellen und irgendwie da auf die Parka hauen? Aber dass er jetzt sogar anfängt, Schlagzeilen einzufangen. für die andere Leute womöglich gesorgt haben. Das hat ja dann neue Qualität. Und so dann dieses Beruhigen. Ich als Verein muss hier für Ruhe sorgen. Das geht dann, finde ich, teilweise ein bisschen weit. Denn auch René Wagner ist ja niemand, der großartig einen raushaut. René Wagner ist ja auch ein großer Theoretiker, ein großer Analytiker, kann alles erklären. kann auch vieles voraussagen. Aber es ist dann keiner, den jetzt zum Beispiel ich nach so einem Spiel mein Herz hängen kann, dann gemeinsam mit Kes und René zu weinen wegen einer Niederlage. Sondern da wird man ja so ein bisschen... Man wird ja immer abgeholt heutzutage. Ich hole den mal ab und dann hole ich den mal ab. Also von Thomas Kessler und René Wagner fühle ich mich nach dem 0-1 in Frankfurt am Freitagabend eher nicht ab.
Tobias Carspecken: Nein, Fußballfans möchten ja auch gerne nach Niederlagen, nach Spielen, wo sie frustriert sind, eine Art Blitzableiter haben. eine Person, die das dann auch mal in der Klarheit anspricht, was alle gesehen haben und dann nicht wie am Freitagabend Aussagen wieder relativiert. Von daher hätte ich mir gewünscht, die Aussage von Marvin Schwebe so auch mal einfach stehen zu lassen, weil es ist ein grundsätzliches Problem, dass den FC durch die ersten sechs Spieltage begleitet und wenn der FC dieses Problem nicht in den Griff bekommt, dass er die Gegentore zu einfach kassiert, dann wird das wirklich eine schwierige Saison. nach allen bisherigen Eindrücken hat der FC nach vorne bislang nicht die Qualität, die es bräuchte. Der FC ist nicht in der Lage zu Null zu spielen. Es fehlt hinten einfach die letzte Entschlossenheit, Dinge weg zu verteidigen. Und wenn der FC das nicht abgestellt bekommt, dann wird es schwierig.
Christian Löer: Das haben wir eben kurz über die Ansprüche gesprochen. Platz 12 ist offenbar nicht genug, beziehungsweise ein 0 zu 1. Beieintracht Frankfurt an und Freitagabend löst eine Woche nach einem Derbysieg die nächste Krise aus. Also gefühlt, ich zitiere auch nur aus meinen WhatsApp-Gruppen und aus Leserzuschriften und was mir so begegnet. sind schon unglücklich, habe ich den Eindruck. Was ich mich frage, wo kommt eigentlich die Erwartung her? Denn wenn ich jetzt nur mal die letzte Saison zum Maßstab nehme, hat sich ja jetzt nicht so viel verändert an der aktuellen Mannschaft. Jetzt gerade, wenn man sich die Verletztenliste anschaut, gibt es ja eigentlich als Als Upgrades spielt Lodzoszwiili für Cenk, spielt womöglich nur für Kaminski und spielen Mensa oder Sosa für Lund.
Tobias Carspecken: Ja, also
Christian Löer: Sehr.
Tobias Carspecken: die Erwartungshaltung ist auch ein schwieriges Wort in Köln, über das häufig diskutiert wird. Aber ich glaube,
Christian Löer: Hehehehehe
Tobias Carspecken: sagen wir zumindest mal, der Wunsch, die Hoffnung, besseren Erfolg in Fußball zu sehen, rührt ja denke ich nicht zuletzt daher, dass der FC in den vergangenen Jahren auch schon gezeigt hat, dass er mit seinen Mitteln das auch besser kann. Also das beste Beispiel ist ja die die Ära Steffen Baumgart, die in den ersten beiden Jahren sehr gut funktioniert hat, wo der FC unter Beweis gestellt hat, dass er mit mutigem Fußball, mit Überzeugung, mit einem Offensivdrang, mit der grundsätzlichen Herangehensweise Gegner durch einen Forschungsstil selbst Probleme zu bereiten, dass er gezeigt hat, dass er in der Lage ist, selbst den Top-Teams der Bundesliga Probleme zu bereiten. Ich kann mich noch erinnern, als Stefan Baumgart damals selbst vor Spielen in München gesagt hat, wir fahren dorthin, zu punkten, denn man tritt im Fußball ja nicht an, eine niederlagigen Grenzen zu halten.
Christian Löer: Mmh.
Tobias Carspecken: Diese Phase, die auch in Teilen unter Lukas Kwasniok, also bis Herbst war ja auch unter Lukas Kwasniok die Welt beim 1. FC Köln noch in Ordnung, da ist man ins Stadion gegangen mit einer Vorfreude, weil man wusste, der FC wird aktuell von einem Trainer trainiert, der die Bundesliga als solche interpretiert, was sie letztendlich auch ist, sondern nämlich eine Unterhaltungsbranche. Man geht ins Stadion, schöne Spiele zu sehen. Das hat auch unter Lukas Quasniok zumindest bis zu dem Wendepunkt beim Derby in Gladbach gut funktioniert. wenn man als Fan des 1. FC Köln in den vergangenen Jahren selbst gespürt hat, dass das auch bei einem Club, der in den vergangenen Jahrzehnten sehr viele Auf- und Abserlebt hat, möglich ist, dann entwickelt sich natürlich auch die Erwartung, dass das, was man geschafft hat unter Steffen Baugngart und zeitweise unter Lukas Quasniok, dann auch sofort geführt werden kann. Und das ist unter René Wagner bislang nicht der Fall.
Christian Löer: Ja, wobei ich gebe ich dir total recht, wobei mich bei der in Steffen Baumgart Ära schon auch manchmal gestört hat, diese ganzen Schulterklopfer von gegnerischen Trainern, nachdem sie den FC komplett aus dem Stadion geschossen hatten.
Tobias Carspecken: Ja.
Christian Löer: Es gab ja schon so Momente, wo dann die Bayern kamen und ich müsste mal nachgucken, wie Steffen Baumgart Bilanz mit dem FC gegen Spitzenclubs aussah. Ich glaube wirklich eher finster. Ich erinnere mich da auch. Damals dieses Spiel in Leipzig, wo der FC komplett aufgefressen wurde. Und dann hinterher war doch immer diese immer diese Szenen in Leipzig. Marco Rose, alter Kumpel von Baumgart und dann so hey
Tobias Carspecken: Rosi und Baumi.
Christian Löer: Rosi, Baumi und so. Dann habe ich auch mal gedacht so hey Baumi, kannst du den Rosi jetzt mal gegen die Wand schubsen? hat gerade schon wieder den FC weggeklatscht und du bist auch noch froh. Da habe ich manchmal
Tobias Carspecken: Ja.
Christian Löer: gedacht, wie cool das doch wäre. Wenn man sich jetzt einfach hier im 532 hinstellt, sich der Gegner die Zähne ausbeißt und du dann mit dem 1-1 nach Hause fährst und alle sind wütend und die Gästefans fahren happy nach Hause. Ich finde es gibt ein Abschluss davon, dass beim FC in den letzten 20 Jahren insgesamt eher der Fußball entkoppelt war von der Stimmung auf den Rängen. Also wir haben ja auch gesagt, wie sagt man gut drauf, auch ohne Party in Köln. Ich erwarte da gar nicht den großen Fußball. Ich fände es eher cool, wenn man so bisschen Stabilität da reinbrechte und auch Seriosität. Und man eben nicht ständig irgendwelche ganz krassen Auf und Ups erlebt. Und da ist jetzt zum Beispiel René Wagner ein ganz interessanter Kandidat dafür, dass es nicht immer so sehr achterbar ist. Vielleicht ist es aber auch vielleicht wilder Stand. meine, ich dich als Porzer.
Tobias Carspecken: Ja.
Christian Löer: Wir kennen den Standort ja. Manchmal denke ich, so diese Kirche, Lust am Untergang und dieses Auf und Ab, vielleicht ist es auch mal ein bisschen ruhiger. Vielleicht werde ich auch alt. Sag du es mir.
Tobias Carspecken: Also du sprachst dir die Spiele an unter Stefan Baumgart, die dann auch mal in die Hose gegangen sind. Ich glaube, Unterschied war, auch wenn man damals in dem einen oder anderen Spiel gesagt hat, boah, heute war es naiv, die Leute haben das eher verziehen, wenn sie wussten,
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: die grundsätzliche Haltung des FC ist, mutig Fußball zu spielen.
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: Was mir unter René Wagner Saisonübergreifend fehlt, dass man sich bis heute fragt, wofür steht der 1. FC Köln genau unter René Wagner? Er sagt, er möchte intensiven Fußball spielen lassen.
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: Wenn man sich dann aber die Spieler anschaut, dann muss man nicht nur vom optischen Eindruck her, sondern auch von belegbaren Zahlen her sagen, das ist nicht der intensive Fußball, für den der FC beispielsweise in der erfolgreichen Zeit unter Steffen Baumgart oder Lukas Quasniok stand. Und da stelle ich mir dann schon die Frage, René
Christian Löer: Der ganze Gegenteil.
Tobias Carspecken: Wagner war ja Teil dieses Trainer-Teams, dieses erfolgreich funktionierenden Trainer-Teams damals von Steffen Baumgart im Call Center. Warum gelingt es ihm bislang nicht? Ja! Warum... Ich wollte den Begriff jetzt nochmal rauskraten.
Christian Löer: Callcenter. Ich nicht mehr gehört.
Tobias Carspecken: Warum gelingt es jemandem, der Teil dieser erfolgreichen Zeit war, bislang nicht, diesen Ansatz klar erkennbarer aufs Feld mit seiner Mannschaft zu bringen? Die Frage stelle ich mir wirklich. Ich glaube, dass es diesen emotional mutigen Fußball... an einem Standort in Köln auch braucht. Und wenn du ihn nicht spielen lässt, dann fühlt es sich so an wie vor einer Woche gegen Gladbach. Die Menschen waren zwar, natürlich haben sie mich gefreut und sie waren auch erleichtert, aber ich hatte das Gefühl, es war nach dem Spiel gegen Gladbach keine Euphorie im eigentlichen Sinne da, sondern eher eine Erleichterung, dieses wichtige Spiel gewonnen zu haben. Von Euphorie sind wir, glaube ich, auch deshalb nach Niegen weg, weil der FC kein Fußballspiel der zur Euphorie verleitet. Und das ist glaube, einer der Gründe, warum wir uns so bisschen unter René Wagner gefühlt von Spiel zu Spiel hangeln. René Wagner kann den Derby gegen Gladbach gewinnen, aber die Fans diskutieren dann im Nachhinein, warum er am Ende Ronditsch und mit Elmalla
Christian Löer: Mhm.
Tobias Carspecken: und nur zwei schnelle Spieler ausgewechselt hat. Also ich habe das Gefühl, dass wir uns da unter ihm so bisschen von Woche zu Woche hangeln. Und nach verlorenen Spielen ist die Kritik an ihm dann lauter als nach gewonnenen Spielen. wo er gefühlt dann auch keine Schulterklöpfe für bekommt.
Christian Löer: Ja guter Punkt, dass also diese Abhängigkeit von Ergebnissen sehe ich auch total und ja vielleicht kann man fast sagen, diese Art Fußball verzeihen die Leute nur, wenn er auch erfolgreich ist. Und man ja, man kann nicht losgelöst vom Ergebnis sagen, ja gut, jetzt hast du in Frankfurt 0-1 verloren, aber du bist wenigstens 125 Kilometer gelaufen und hast da richtig gerissen und hast Feuer drin gehabt, sondern es sieht ja teilweise so aus, dann zählst du vom fußballerischen Potential mehr Möglichkeiten als vorher. Denn ich hatte manchmal auch in den Baumgart-Zeiten so das Gefühl, so dafür, dass es nicht können, machen sie das ganz gut. Weil sie halt
Tobias Carspecken: Hm?
Christian Löer: kämpfen wie die Wahnsinnigen. Und jetzt, ich hab am Wochenende, ich weiß gar nicht, wo ich's gesehen hab, irgendwo hatte die, hatte der FC so eine Kachel bei irgendeinem Social-Media-Ding veröffentlicht, wo so Statistiken drauf waren. Und diese ganzen Statistiken, waren alle eine Katastrophe. Also auch im Vergleich zu den Frankfurter, wo ich so dachte, ja, danke für den Service, aber würde ich jetzt nicht mit nach draußen gehen? Und da war ja auch wieder, ich habe vergangene Woche mit Ulf Sobek drüber gesprochen, die Laufleistung ein Thema. Ulf Sobek ist natürlich auch sehr tief in der Materie drin, tief genug natürlich, einem wie mir zu sagen, ja gut. Nur weil die fünf Kilometer weniger laufen, es ja nicht, dass sie schlechter spielen und kann mir das dann auch natürlich erklären. Und natürlich bin ich dann bereit, es ihm abzunehmen. bin aber dann trotzdem nach wie vor bereit, mir meine eigenen Gedanken dazu zu machen. Und ich denke, 123 Kilometer ist besser als 113.
Tobias Carspecken: Definitiv. Also die Zahlen damals unter Steffen Braunbart haben ja auch gezeigt, dass es für den Spielstil, für den erfolgreichen Stil, er beim FC umgesetzt hat, dass es dafür auch entsprechende Laufdaten brauchte. Und wenn man sich die Zahlen jetzt mal von damals und früher vergleicht, dann läuft der FC teilweise zehn Kilometer weniger pro Spiel. Also jetzt in der aktuellen Laufleistungstabelle. Ja, genau.
Christian Löer: Das heißt gemessen an Fedspielern hast du einen weniger auf dem Platz. Das ist so.
Tobias Carspecken: Ja, das ist. Und in der aktuellen Laufleistungstabelle ist der FC mittlerweile Platz 17 angekommen. Paderborn als Aufsteiger hat bislang 30 Kilometer mehr zurückgespult. Das sind fünf Kilometer pro Spiel. Das finde ich ist schon aussagekräftig.
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: Und wie will man Intensität auf den Platz bekommen, wenn man permanent weniger läuft als der Gegner? Das ist aus meiner Sicht nicht möglich.
Christian Löer: Da könnte ich natürlich sagen, war eben auch eines meiner vielen Motto auf dem Platz. Besser richtig gestanden als falsch gelaufen.
Tobias Carspecken: Genau, kommt natürlich auch immer die Frage darauf an, wann löst du zum Beispiel ein Pressing, außer du wann gehst du drauf. Aber
Christian Löer: Ja,
Tobias Carspecken: beim FC stellt sich das nur grundsätzlich die Frage, wofür er genau steht. Also es ist ja irgendwie so ein bisschen, der FC
Christian Löer: Total.
Tobias Carspecken: ist keine Pressing-Maschine, er ist keine Mannschaft, die es mit Flanken in den Strafraum versucht, die Durchbrüche versucht zu spielen, die Steckpässe spielt. Es ist, böse gesagt, eher so ein bisschen hat man das Gefühl, Man setzt auf die individuelle Klänge von Said El-Mallah, schießt
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: ab und zu einen langen Ball auf Marius Bülter nach vorne und der Rest wirkt auf mich teilweise eher nach dem Zufallsponziel.
Christian Löer: Ja, das wäre dann vielleicht sogar auch meine Theorie zu den Laufleistungen, dass der FC ja insgesamt sehr vorsichtig ist. die Mannschaft, also das, ich habe den Eindruck, das beginnt schon beim Trainer, der sehr vorsichtig spielen lässt. Und ich glaube, dass wenn du auf dem Platz stehst, und die nicht ganz sicher bist, ob hinter dir geschlossen wird, ob alle mitmachen, ob deine neben Leute auch rennen, dann rennst du nicht los. Das ist so ein Gedanke, ich habe, dass auch zum Rennen gehört Überzeugung. Also erstens gehört, glaube ich, das Wissen dazu, wohin renne ich eigentlich. Also das definiert ist, in welche Räume laufe ich, weil ich glaube, da gab es auch mal beim FC eine Phase, da war keinem so ganz klar, was eigentlich gefragt war. Ich glaube, jetzt ist es schon. einigermaßen geklärt. Aber ich habe das Gefühl, man nicht auf dem Platz steht und sagt, ab dafür, sondern erst mal so guckt und nochmal ein bisschen abwartet und denkt, da lohnt sich's und ja und womöglich. Das ist dann jetzt wahrscheinlich eine Logikfrage, auf die ich nicht gut genug vorbereitet bin. Aber wenn ich immer nur lange Bälle auf einen Spieler knalle und der Rest der Mannschaft bleibt stehen. dann komme ich natürlich nie auf eine Gesamtlaufleistung. Das ist vielleicht auch ein Thema.
Tobias Carspecken: Ja, also ich sehe das so geduhrt. Es ist meiner Meinung nach definitiv eine Sache der Überzeugung. Es ist ja auch ein menschlicher Reflex. Also wenn ich von etwas im Leben überzeugt bin, dann verfolge ich diese Sache automatisch mit mehr Willen, mit mehr Zug, als
Christian Löer: Hm.
Tobias Carspecken: wenn ich vielleicht mit der Idee fremde, weil ich spüre, es funktioniert noch nicht so, wie es vielleicht gewollt ist. Das ist meiner Meinung nach eine Sache der Überzeugung. In der Ära Stefan Baumgart hat man auf dem Feld eine Mannschaft gesehen, wo du gespürt hast, von der Nummer 1 bis zur Nummer 11 hat jeder diesen Plan mit Überzeugung verfolgt und
Christian Löer: Ja.
Tobias Carspecken: ist deshalb auf diese Meter gegangen, die es braucht, weil man gespürt hat, die Mannschaft hat gespürt, der Plan des Trainers funktioniert, wir haben damit Erfolg, wir können selbst stärkeren Gegnern Paroli bieten. Und dann löst das mit Sicherheit etwas in den Köpfen aus, dass man dann als Spieler zumindest unterbewusst auf die Meter mehr geht, als wenn ich mich in einem System bewege, mir die absolute Sicherheit fehlt, weil ich spüre, es funktioniert so nicht oder noch nicht in dem Maße, wie man es sich wünschen würde.
Christian Löer: Das heißt insgesamt der Wunsch nach Kontrolle beim FC, also einerseits auch der Wunsch nach Kontrolle über die veröffentlichte Meinung oder auch was die Äußerungen aus den Spielern angeht, der Kes so ein bisschen gezeigt hat, aber auch Spielkontrolle mit 532 und einem sehr klaren Plan bei René Wagner ist dieses Dieses Verlangen, was für mich total nachvollziehbar ist, das womöglich etwas, was den FC auch hemmt in dieser Konstellation.
Tobias Carspecken: Ja, ist womöglich tatsächlich so. Grundsätzlich sollte man ja meinen, wenn man sich die Namen anschaut, dass mehr spielerische Substanz vorhanden sein sollte, als das, was man letztendlich auf dem Platz sieht. Ich stelle mir auch die Frage, warum der FC eher auf Sicherheit bedacht ist.
Christian Löer: Mhm.
Tobias Carspecken: Liegt es daran, dass es die erste Chef-Trainer-Station von René Wagner ist, wo er Und das ist ja vielleicht auch ein menschlicher Referex im Leben, wenn man neu in einer Position ist. war davor viele, viele Jahre Co-Trainer, war ein Mann der zweiten Reihe, hat dort wertvolle Arbeit geleistet. Aber wenn man dann in der ersten Reihe steht mit all dem Druck und der Kritik, die man gerade dann auch nach schlechten Spielen abbekommt, ist das nun mal eine völlig andere Rolle. Du hast auf einmal eine ganz andere Verantwortung für die Mannschaft und rührt diese vorsichtige Herangehensweise womöglich daher, dass er jetzt in seinen ersten Monaten vorne in der ersten Reihe womöglich auch Angst hat Fehler zu machen und
Christian Löer: Mh.
Tobias Carspecken: daher eher auf Sicherheit bedacht ist. sind so meine Gedanken, warum er so rangeht, denn er war ja auch Teil eines Trainerteams, damals unter Stefan Baumgart, wo er eigentlich auch gesehen hat, dass der FC auch mit deutlich mehr Mut Erfolg haben kann.
Christian Löer: Ja, man muss einfach sagen, er ist auch wirklich noch sehr jung. Ich habe das die Tage mal mir vorgestellt und mir versucht, vorzustellen, wo ist René Wagner in zehn Jahren? Ich habe keine Ahnung, wo er in zehn Jahren sein wird. Was klar ist, der wird in zehn Jahren immer noch 48 sein und also immer noch ein vergleichsweise junger Mensch, junger Trainer und neu in der Rolle, gebe ich Sie absolut recht, ist nämlich der Thomas Kessler in gewisser Weise auch nach wie vor.
Tobias Carspecken: Ja.
Christian Löer: Denn wir können tausendmal sagen, der ist in Holweide geboren, der kennt den Standort besser als die meisten anderen. Der war Spieler, der war, was war er alles, Trainee war er, ich auch. Und jetzt ist er aber Geschäftsführer, ist auch neu in der Rolle. Und ich habe manchmal das Gefühl, dass sich der Thomas Kessler auch überlegt, wie er in der Rolle sein will. was ja an sich
Tobias Carspecken: Hm.
Christian Löer: naheliegend ist. Ich würde es wahrscheinlich nicht anders machen. Aber manchmal denke ich, hey, du bist ja hier zu Hause. Die ganzen Leute hier, kennst die alle, die kennen dich. Du musst keinem zeigen, wer du bist. ich meine, Thomas Kessler, hatte früher im Trainingstag hatte, ein Zimmer mit Thomas bräuchte. Das war wahrscheinlich das schlauste Zimmer im deutschen Profifußball. Jeder kennt den Thomas, jeder weiß, wie er arbeitet, wie fleißig er ist, was er drauf hat. Wenn einer keine Rolle spielen muss, sich da irgendwie verständlich zu machen oder sich zu zeigen, dann ja er. Und auch bei René Wagner. Ich habe das mal aus seinem Umfeld gehört. René Wagner hat einen Zettel, auf dem ein paar Bullets draufstehen, die definieren, wie er als Cheftrainer sein will. auftreten will, sich verhalten will. Finde ich auch völlig richtig den Gedanken. Aber auch einem René Wagner, der fachlich so stark ist, der auch als Persönlichkeit in sich ruht und einfach ein guter Typ ja auch ist. Das ist ja auch einer, der macht einen ja gar nicht aggressiv, sondern das ist ein total angenehmer, freundlicher Mensch. Da denke ich manchmal, ja frag dich doch nicht. Wie will ich jetzt sein, sondern sei einfach. Und das ist, ich, ein Thema, was beim FC zurzeit man beobachtet. hast ja dann doch junge Leute in der Führung, unerfahrene Leute in der Führung. Das hat gar nichts mit Kompetenz und Fleiß zu tun. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie sich selbst so bisschen an die Kette legen. Vielleicht doch gar nicht ganz bewusst. Aber zum Beispiel den Gedanken zu haben. Also ich muss jetzt nicht als Thomas Kester in einen Fernsehinterview gehen und sagen, jetzt haue ich richtig einen raus, damit die Leute mal was zu lachen haben oder was haben, worüber sie sich ärgern können oder irgendwas. Oder ich haue nach dem Spiel einen raus, damit die ganzen Fans, die jetzt enttäuscht sind, haben, mit dem sie zusammen enttäuscht sein können. Das ist ja nicht sein Job. Aber bewusst das Gegenteil zu tun und es sich auch noch anmerken zu lassen. Da entsteht, glaube ich, so ein Vakuum, dass den FC zu einem Club machen soll, der er nun mal nach wie vor nicht ist. Denn solange da Leute eben, solange da Leute wie du und ich rumlaufen
Tobias Carspecken: auch nie sein wird. Das wird allein... genau.
Christian Löer: und all die Leute, ich weiß,
Tobias Carspecken: Keine Chance.
Christian Löer: dass auch gerade bei dir im Kopf mindestens 50 Kumpels auftauchen, die dafür sorgen werden, dass der FC für immer der FC bleiben wird. Egal wie seriös der Kes auftritt.
Tobias Carspecken: Ich glaube, da schenkt sich unser Freundesunbekanntes wahrscheinlich nicht viel. Aber ja, ich gebe dir recht. Man muss sich vor Augen führen, ist für Thomas Kessler auch erst die zweite richtig volle Spielzeit in erster Reihe. Und es ist ein Unterschied, ob ich ja vor allem als Geschäftsführer Sport der Mann bin, der für Entscheidungen jeder Art, seien sie positiv oder negativ, die Verantwortung trage. Vorher war er unter Christian Keller. Ja, er, ein Mann der zweiten Reihe, da fokussierte sich die Kritik auf Christian Keller, der die Entscheidung, Fehlentscheidung dann auszubaden hatte in der öffentlichen Meinung. Und es ist natürlich etwas vollkommen anders, wenn auf einmal auch Thomas Kessler als Kölscher, als Urköller sich zu verantworten hat. Man spürt, dass er sehr deutlich darum bemüht ist, den FC mit einer, ja, fast schon sehr starken Rationalität zu führen.
Christian Löer: Mhm.
Tobias Carspecken: wenn er darum bemüht ist, dem Klug so ein wenig die Emotionen einzudämmen.
Christian Löer: Mhm.
Tobias Carspecken: Ich glaube aber nicht, dass man das gerade an einem Standort wie Köln in dem Maße tun kann, wie er sich das womöglich wünscht. glaube, dass man da wirklich ein gesundes Mittelmaß braucht, denn wenn man Emotionen zu sehr einfängt und nach außen, sag ich mal, das Bild vermittelt, wir haben uns alle lieb und die Welt ist heil, dann verursacht das bei Fans auch schnell das Gefühl, dass die Dinge schön geredet werden.
Christian Löer: Mhm.
Tobias Carspecken: diesen Eindruck sollte man nicht vermitteln. Man weiß nicht, wie deutlich der Tonfall hinter den Kulissen ist. Das können wir nicht beurteilen. Aber man muss in der Wirkung noch außen schon ein gesundes Mittelmaß finden, zwischen Lob aber auch Dinge deutlich anzusprechen, wenn sie für jedermann sichtbar nicht funktionieren oder nicht so laufen, wie sie laufen können.
Christian Löer: Ja, ich glaube, das ist dann wirklich auch der Grund, warum du auf Platz 12 stehst im zweiten Jahr nach dem Aufstieg und plötzlich das so dermaßen hochkocht.
Tobias Carspecken: Ja, weil den Fans halt auch, und da reden wir nicht von einer, von der viel zitierten Bubble, dass die Meinung einser wäre, ich habe wirklich das Gefühl, dass das schon die Meinung einer breiten Öffentlichkeit hier in Köln ist, dass den Menschen aktuell die Überzeugung dafür fehlt, dass der FC sich in der Konstellation auf dem richtigen Weg befindet. Ich glaube, dass Der FC hat ja in den vergangenen Jahren immer dann sorgenfreie Zeiten erlebt, wenn er von sich behaupten konnte, wir stehen für diese klare Idee. Und diese klar erkennbare Idee vermisse ich aktuell. Ich kann nicht explizit sagen, wofür der 1. FC Köln aktuell in seinem Spielstil stehen möchte, auch wenn er sagt, dass er für intensiven... Fußball stehen möchte. Und deswegen mache ich mir schon auch Sorgen, weil es einen erkennbaren Plan braucht, am Ende dann auch das Saisonziel erreichen. Nur mit langen oder der individuellen Klasse von Said El-Mallah wird das schwierig zu erreichen sein. Und klar ist nämlich auch, wenn der FC Wenn die Ergebnisse beim FC, bislang hat er ja immer geschafft durch die sieben Punkte aus den drei Heinspielen, immer auch eine Antwort zu geben auf die fehlenden Punkte auswärts. Aber wenn es mal nicht gelingen sollte, zu Hause die Punkte einzufahren, dann wird die Luft aber sehr schnell dünn.
Christian Löer: Womit wir bei unseren königsblauen Freunden von Schalke 04 wären. Für mich immer noch ein besonderes Spiel. Ich war damals bei Oliver Heldts Handspiel im alten Parkstadion.
Tobias Carspecken: Das ist bis heute nicht überwunden. Das kocht immer wieder hoch, ne? Vorduell mit Schalke.
Christian Löer: Es ist auch erst 28 Jahre her. Das ist für mich noch zu frisch. Ich bin immer bereit zu verzeihen, aber ich brauche Zeit. Und die Geschichte wird mich noch bisschen weiter durch mein Leben begleiten. Und darum ich pflege meine Wut auf Schalke 04 wie ein Haustier. freue mich schon jetzt auf das Spiel am Samstag. Das löst bei mir einiges aus.
Tobias Carspecken: Also Leser, ist vielleicht, unsere Leser konnten sie ja gestern Abend nicht mitbekommen, aber als wir in der Redaktion saßen und die Sporzeiten fertig gemacht haben, da habe ich den
Christian Löer: Hahahaha
Tobias Carspecken: Kollegen Christian Lö erwischt, wie er bei dem Satz Bundesliga Schlusslichtbrot, der menschlich glatt war, einem Schmunzeln im Gesicht die Fettung im Infokasten herbeigeführt hat.
Christian Löer: Die Fettung. Die Fettung im Infokasten. Steuerung T. Ja, es gibt an so einem Produktionssonntag im Verlagsgebäude, gibt es da so kleine Momente, an denen muss man sich dann festhalten. Komm, du warst auch ganz zufrieden, wobei du hast dich die Victoria gekümmert.
Tobias Carspecken: Die Stimmung war recht heiter am Sonntagabend gegen 19.30 Ich habe mich die Victoria gekümmert, konnte auch ganz zufrieden sein. Von daher war es kein schlechter Sonntag.
Christian Löer: Und auch kein schlechter Montag bis jetzt. Ich habe mich super gefreut, dir plaudern zu dürfen und werde jetzt mal mich in die nächste Konferenz begeben. hast dir ja auch das, herzlichen Dank dafür, den Morgen ein bisschen freigenommen. Ich glaube, musst auch jetzt in den Verlag fahren,
Tobias Carspecken: Ich werde jetzt gleich in den Verlag rüberfahren und
Christian Löer: Staufrei, siehste?
Tobias Carspecken: ich staue frei. Also das ist ja tatsächlich einer der wenigen Vorteile in unserem Job, dass wir gegen die Uhrzeit fahren. Sowohl morgens als auch abends.
Christian Löer: Ja, sehr gut. Ja, fantastisch. Dann wünsche dir einen schönen Tag, schöne Woche.
Tobias Carspecken: Ich dir auch.
Christian Löer: Vielen, Dank für deine Zeit. Ja, sehr gern. Jederzeit wieder. Unseren
Tobias Carspecken: Danke für die Einladung. Hat Spaß gemacht. Gerne.
Christian Löer: Zuhörern auch. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Haltet durch. Samstag Schalke. Wir waren klar besser. Tschüss zusammen.
Tobias Carspecken: Hoffentlich.