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Wissensreisende

WR148 - Die Königin der Hochstapler: Begum Wilayat Mahal

Freitag, 12. Juli 2024 · 30 min

MP3

Shownotes

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts taucht eine illustre Gruppe am Bahnhof auf. Es ist Begum Wilayat Mahal mit ihrem Gefolge. Die Frau gibt vor die Nachfahrin des Königshauses von Oudh zu sein, das einst sein Land und seine Reichtümer an die Engländer verloren zu haben. Begum Wilayat Mahal ist festen Willens für das zu kämpfen, was ihr zusteht: Nicht weniger als ein Palast!
Was folgt ist ein eine Odyssee die sich über ein Jahrzehnt spannt und international für Aufsehen sorgt. Schließlich ändert sich mit dem Besuch der indischen Ministerpräsidentin alles: Indira Gandhi sorgt dafür, das sie ihren Palast erhält. Aber damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt...
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#Begum Wilayat Mahal #Hochstaplerin #Indien #Zeitgeschichte #Indien und Südostasien

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Bitte geben Sie Ihre Koordinaten ein. Dreizehntausendsechshundertdrei Kilometer West 245 Jahre in die Vergangenheit. Wissensreisende. Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, es ist wieder Freitag, es ist wieder Zeit für eine neue Folge bei den Wissensreisenden und wir sitzen hier schon am Tisch im Cockpit vom Raumzeitschiff parat, so wie jede Woche der Chris.

Hallo ihr Lieben und. Ich bin der Jan jetzt inzwischen, nach unserer langen, langen Reise in den Weltraum wieder im Doppelpark, einfach nur unterwegs, wie es ja am Ende der letzten Folge gehört habt. Den Schaumi haben wir ja ins Weltall rausgeschossen. Das wird doch jetzt erst mal die letzte Folge werden, weil wir gehen in eine kleine Sommerpause. Dazu gibt es aber beim Ende der Folge mehr und ich würde einfach sagen, stattdessen gebe ich jetzt den Stab rüber zu Chris und der legt einfach mal los.

Das mache ich äußerst gerne. Wir starten heute im Jahr 1722. Oh, dann habe ich sofort eine Vermutung. Wir fliegen nicht ins Weltall. Das ist hundertprozentig richtig. Ah, wir sind in der Stadt Faisabad gelandet, heute liegt diese Stadt im nordindischen Bundesstaat Utta Pradesh, doch heute, also 1722, liegt die Stadt in der Region Award, die unter dem großmogul aqbar Ende des 16 Jahrhunderts in den Rang einer Provinz erhoben wurde.

Einer sogenannten Subar. Dieser Status wird heute auch noch einmal gefestigt, denn hier in Faisabad wird jetzt endlich ein Nawab für die Provinz benannt. Lavap ein Nawab, ist ein historischer Herrschertitel, der in dieser Epoche etwa einem Provinzgouverneur entspricht. Der heute ernannte Nabab trägt den Namen Saddad Khan.

Indien wird seit dem frühen 16 Jahrhundert vom muslimischen Herrschern, den Großmogulen, verwaltet. Man spricht von dieser Epoche, die von 1526 bis 1858 reicht, einfach vom Mogulreich. 1722 sank der Stern dieses Reichs allerdings schon merklich. Diese Entwicklung hat mit der zur gleichen Zeit erstarkenden Macht der britischen Ostindien Kompanie zu tun. Sie hatte sich im Laufe des 17.

Jahrhunderts als führende Europäische Handelsgesellschaft an der indischen Küste festgesetzt. Aber die Ostindien Kompanie war nicht die einzige Bedrohung des kaiserlichen Mogulreichs der letzte Kaiser, der mit voller Autorität sein Amt antrat, war Bahadurschar, der den Thron bereits im hohen Alter bestieg. Er starb 1712 nach nur 5 Regierungsjahren. Sein Sohn Yahanda Schar sah sich mit Opposition am eigenen Hof konfrontiert. 2 seiner eigenen Kommandanten, 2 Brüder, die als Sayiden in die Geschichte eingingen, Intrigierten gegen ihn.

Die Intrigen gipfelten schließlich in einem Mordkomplott, und so wurde Jahanda Schaar nur 11 Monate nach seiner Thronbesteigung Opfer eines Attentats. Der nächste Herrscher, Faruk Sia, der 10. Großmogul von Indien, war dann auch eher eine Marionette des Sayiden. Während seiner Regierungszeit von 1713 bis 1719 erhielt die britische Ostindien Kompanie weitreichende Konzessionen im Rahmen des lukrativen Indienhandels dieser Juden versprachen sich von diesem Deal eine erhebliche Verbesserung der Finanzsituation, doch sie hatten die Rechnung ohne die Briten gemacht.

Die Ostindien Kompanie zeigte sich als meisterlich geführter Machtkonzern. Statt Indien Reich zu belohnen, verstanden sie es, das Mogulreich vielmehr wirtschaftlich vom Seehandel der Europäer gänzlich abhängig zu machen. Bald war das Mogulreich auf die Gnade der Kompanie angewiesen, die fröhlich die Preise diktierte, das hatte selbstverständlich auch gravierende innenpolitische Auswirkungen, so kam es, dass die Provinzen des Mogulreichs, die bisher von den Kaisern direkt kontrolliert wurden, jetzt zur halbautonomen Staaten wurden, nur durch dieses Zugeständnis konnte das Mogulreich noch zusammengehalten werden, 1719 liegt.

Dieser Juden auch Faruk Sinia umbringen, der sich nicht im Stande zeigte, das Reich zu alter Stärke zurückzuführen. Es folgte ein blutiger Machtkampf, aus dem Muhammad Schah als Sieger hervorging, und dieser regierte dann von 1719 bis 1748, also auch gerade zu der Zeit, wo wir jetzt sind. Er ließ die Sayiden zwar hinrichten, überließ die Macht aber ansonsten den anderen Interessensgruppen, die sich seit Bahadürsha am kaiserlichen Hof gebildet hatten, und so gingen die Machtbefugnisse der kaiserlichen Verwaltung immer weiter zurück. Bis sie sich auf das Ernennen der Statthalter beschränkte, deren Provinzen auch nur noch nominell dem Kaiser unterstanden.

Saadat Khan, der neue Gouverneur von Arvad, war also schonder.de facto Herrscher über sein Reich mit einer guten Machtbasis, und er war in der Lage, die zunehmende Schwäche des Mogulreichs auszunutzen, um eine eigene Dynastie zu gründen. Sein Nachfolger wurde sein Neffe und Schwiegersohn Safterjung, der bis 1754 der zweite Narbo von UT blieb.

Und jetzt dürfte der aufmerksame Hören, der sich gerade gefragt haben, wieso ut. Müßte er nicht der zweite Narab von Award sein? Die Antwort ist ja und Nein, denn sein im übrigen äußerst fruchtbares Land hatte von der erstarkenden Macht der Ostindien Kompanie einen neuen Namen bekommen und so hieß die Provinz offiziell nun nicht mehr Award, sondern UT, zumindest nach außen.

Unter den Awabs, die persische Schiiten waren, Prosperierte die Provinz, und gleichzeitig nahm die Macht der Herrscher in Delhi weiter ab. Und das führte dazu, dass viele führende Köpfe der Zeit sich nach Norden nach UT begaben, und so wurde die Gegend, die eh schon als die goldene Kornkammer Indiens bekannt geworden war, nur noch zum Zentrum für Kunst, Literatur und dem religiösen Leben in Nordindien.

Die Lage zwischen den Flüssen Ganges und Yamuna machte das Gebiet nicht nur fruchtbar, sondern schließlich auch reich und recht mächtig. So konnte es in der zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts seine Unabhängigkeit auch gegen die feindlichen Maraten und Afghanen bewahren. Doch das Glück währte nicht ewig und der dritte Narrat bereits konnte Konflikt mit den Engländern nicht mehr aus dem Wege gehen. In der Schlacht von Buxha wurde seine 40000 Mann starke Armee von den Truppen der britischen Ostindien Kompanie entscheidend geschlagen.

Wenn es immer wieder Wahnsinn, wenn man irgendwas über die Ostindien Kompanien hört, was für Armeen die hatten und dass man nicht vergessen darf, dass das eigentlich Firmen. Waren ja ja klar, natürlich. Also diese Firmenarmee hat dann auch gerade mal 7000 Soldaten auf dem Feld gehabt und die 40 000 Inder damit einfach niedergemäht.

Der Narwab mußte Teile seines Territoriums abtreten und hohe Strafzahlungen leisten. Aber damit war die Sache natürlich noch nicht abgeschlossen. Die Ostindien Kompanie drehte inzwischen richtig auf und festigte ihre Macht immer rigoroser. Im Jahr 1773 wurde ein britischer Resident ernannt, der die Oberaufsicht über den Fürstenstaat hatte sowie die Stationierung britischer Truppen und die Übernahme der Kosten für diese vereinbarte. Eine komplette Annexion wurde zwar erwogen, aber aus taktischen Gründen dann noch nicht durchgeführt. Für den Moment reichte die perfide Form der Schutzgeldzahlung aus, denn ich finde, viel weniger ist es meiner Meinung nach nicht, wenn man Truppen einfach ungefragt zum Schutz für irgendjemanden

postiert und demjenigen dann auch die Kosten dafür aufbürdet. Aber die Entscheidung gegen die komplette Aneignung der Provinz kam natürlich nicht aus menschenfreundlichen Gründen. Vielmehr wollten die Briten zu diesem Zeitpunkt keinen Konflikt mit dem Maraten und den Resten des Mogulreichs und auch war der Aufbau der Kompanie noch im vollen Gange und da wollte man vermeiden, allzu ausgedehnte Gebiete unter einer kostspieligen Hoheitsverwaltung zu haben.

Folgte der Rohhilakrieg, in dessen Folge der von den Engländern unterstützte Nabub Rohkant annektierte. Der fünfte Nabwad war Sir Al Schah, wurde schließlich 1798 vom Generalgouverneur John Shaw zum Rücktritt gezwungen, die Briten installierten Saat Ali Khan als Marionettenherrscher, der ihnen sein halbes Territorium abtrat und auch seine Truppen zugunsten einer sehr teuren, von den Briten geführten Berufsarmee auflöste. Damit wurde Awad effektiv zu einem britischen Schutzstaat, allerdings noch unter theoretischer Oberhoheit des Mogulkaisers. 1856 schließlich wurde Avad annektiert und war jetzt endlich.

Unter direkter britischer Kontrolle das Gebiet verlor seine Integrität der 1902, als es formell mit der Provinz Agra fusioniert wurde. Aus diesen sogenannten Vereinigten Provinzen von Agra und UT ging dann der heutige Bundesstaat Utapradescha vor. Damit ist UT bzw Awad wohl nur noch eine Randnotiz der Geschichte, oder ist es das wirklich? Um dieser Frage nachzugehen, wechseln wir jetzt nach Neu Delhi, genauer gesagt zum Hauptbahnhof der Stadt, denn hier taucht in der Mitte der 1970er Jahre eine merkwürdige Gruppe auf.

Angeführt wurde diese Gruppe von einer resoluten Dame, die sich bigum Villa Yadmahal nannte. Mit ihr kamen 3 ihrer Kinder sowie 7 Bedienstete und ein gutes Dutzend großer Bluthunde. So weit, so gut. An einem Bahnhof tauchen ständig Menschen auf und sicherlich sind viele davon auch recht merkwürdig, aber die meisten kommen an, verlassen dann den Bahnhof und machen sich dann auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel. Begums Gruppe sah die Sache ganz anders aus, sie gingen, nachdem sie sich kurz orientiert hatten, direkt zum Warteraum für die Passagiere der ersten Klasse und hier ließen sie sich nieder. Aber nicht, um auf den Zug zu warten. Sie waren nach Neu Delhi gekommen, um für ihr Recht zu kämpfen bzw um ihre Forderungen

durchzusetzen. Auf ihrem Weg war Neu Delhi nicht der erste Halt gewesen. Die Gruppe hatte sich zuvor bereits im Bahnhof von Lucknow festgesetzt, und zwar seit den frühen Neunzehnhundertsiebzigern für mehrere Jahre. Wenn man die Vorgeschichte mit in Betracht zieht und dann noch weiß, das lag nur die Hauptstadt des Bundesstaats Utaprades ist, kann man schon ahnen, worum es hier gehen könnte.

Luckner als Hauptstadt und unter Pradesch wäre auch heute die Hauptstadt von ut. Begum Willayad Mahal reklamierte für sich den Anspruch, die legitime Erbin des Throns von U zu sein. Und auch die Tatsache, dass es diesen Thron nicht mehr gab, focht sie an. Nach ihrer Auffassung hatten die Briten niemals eine formelle Rechtfertigung für die Übernahme von Uth vorgebracht.

Sie hatten die Macht des Königshauses von Ut mit Gewalt übernommen und den letzten Herrscher, Nowabd Ramsan Ali, ins Exil in Nepal gezwungen. Und dieser wurde dann 1893 vergiftet. Biggum Villayat Mahal reklamierte für sich, die Enkelin von Samru Mahal zu sein und diese war eine direkte Nachfahrin von Vasid.

Ali Charmruth hatte 1911 bei einem Besuch von König Edward VII. In ihrer Heimat beim Monarchen vorgesprochen. In diesem Gespräch ging es darum, dass sie die regelmäßige Zahlung eines Stipendiums an sie ablehnte. Mit dieser Zahlung sollten Ihre Erbansprüche kompensiert werden, sie wollte ihre Herkunft und ihre Ansprüche nicht einfach verkaufen, für sie war klar, wer hier wirklich einen Anspruch auf das Land hatte.

Ihre Ansprüche würden später 1947 auch Anerkennung finden. In diesem Jahr gewährte der erste Premierminister Indiens, Yavah halal Nero, ihrer Familie den Palast ihrer Ahnen, und dieser Stand ins Ringnagar im Bundesstaat Kaschmir. Die Familie zog nun von Nepal nach Kaschmir um und lebte dort bis 1971 der Palast niederbranden und diese Brandstiftung erfolgte vermeintlich durch Agenten der Regierung. Als Begum will er Mahal mit ihren Kindern, den Prinzen Alice Cyrus, Rasa und Assad und Prinzessin Sakina in Lucknow eintraf, verlangte sie die Übergabe der königlichen Residenz, die ihrer Meinung nach ihr Zustand. Sie wollten dort einziehen und residieren, aber ihre Forderungen blieben ungehört.

Das war der Moment, in dem die Familien schließlich beschloß, weiter nach Neu Delhi zu ziehen. Schließlich war dort der Sitz der Regierung und damit eigentlich der richtige Ort, um für ihr Recht zu kämpfen. Allerdings wurde es einem der beiden Prinzen Assad bald zu viel und er verließ die royale Bahnhofsfamilie Begum Villa Mahal, die darauf bestand, mit Ihre Königliche Hoheit angesprochen zu werden, verlangte von der indischen Regierung als Entschädigung für längst verlorene Besitztümer einen Palast.

Bis diese Forderung erfüllt wäre, würde sie den Bahnsteig bzw den Warteraum besetzt halten. Eduicil versuchte Begum immer möglichst Royal zu halten. Sie hatten Perserteppiche dabei, die ausgelegt wurden. An den Wänden fanden sich Porträts und auch der Tee wurde Ihrer Majestät stets in feinem Silber kredenzt.

Für das Essen fand chinesisches Porzellan Anwendung. Und das wäre die Bahnhofsmission. Besetzt einen Warteraum sowohl nicht mal die wartungsmission sie hatten ihre eigenen Bedienstete quasi wenn man so darüber nachdenkt, könnte man sich 2 Dinge fragen. Erstens, was macht man den ganzen Tag, wenn man auf einem Bahnhof lebt? Und wovon lebt man eigentlich, wenn man auf einem Bahnhof lebt? Als Protestler bekommt man ja sicherlich kein Gehalt. Hier kam der Familie die schiitische Glaubensgemeinde von Lucknow zu Hilfe.

Die Königsfamilie war für die Gläubigen ein fester Bestandteil der Gemeinde und wichtig in ihrer religiösen Funktion und so verbrachte die Familie viel Zeit mit Beten und dem Empfangen von Pilgern, die gerne etwas Geld oder Essen zurückließen. Ach ja, also noch so eine Gefolgschaft hilft. Wenn sie nicht gerade mit ihren religiösen Pflichten beschäftigt waren, verfasste die Familie Briefe an Autoritäten auf der ganzen Welt, die helfen sollten, ihre Ansprüche durchzusetzen.

Immer wieder erhielt die Premierministerin Indira Gandhi Briefe von Bekum Wilayad Mahal. Und diese bot der Familie noch sehr zu Anfang ihres Neudeliaufenthalts 1976 auch eine Lösung an. Die Lösung war ein neu gebautes, modernes Haus, das die Familie erhalten sollte, um vernünftig wohnen zu können. Und dieses Haus war tatsächlich in einer sehr guten, neugebauten Wohngegend, die heutzutage sogar ein richtiges Edelviertel war. Es war ein gutes Angebot, aber für Ihre Hoheit kam sowas natürlich nicht infrage, es musste ein Palast sein, sonst würden Sie weiter auf dem Bahnhof bleiben, auf dem sie inzwischen aus dem Warteraum in einen überdachten Außenbereich gezogen waren.

Die Bemühungen gingen weiter. 1980 war ein Meilenstein des Protests, eine Reise von Prinz Reza nach London, um der Queen persönlich einen Brief seiner Mutter zu übergeben. Aber nichts brachte den Fortschritt, den die Materialien anstrebte. Sie war fest entschlossen, eine Residenz zu bekommen, die ihrem Stand entsprach. 1984 schließlich besuchte Indira Gandhi die Familie persönlich auf ihrer Terrasse am Bahnhof. Im Anschluss an dieses Gespräch beauftragte sie das Innenministerium damit, einen angemessenen Platz für bequem Williad Mahal und ihren kleinen Hofstaat zu finden. 1985 dann war eine Lösung gefunden, die der Familie angeboten wurde. Das Objekt, das für sie ausgesucht wurde, war das mal. Chamaha ist immer das Wort für

Palast und der Malcherpalast war ein Jagdschloß direkt in Neu Delhi im Stadtteil Schanakapuri gelegen und dazu in einem dichten, 80 Hektar umfassenden Waldgebiet, das sich in der Stadt befindet, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kontrollzentrum der Isro, also der indischen Raumfahrtorganisation. Irgendwie hat die Raumfahrt es also sogar in diese Folge geschafft.

Aber zurück zum Jagdschloß. Aber ich muss sagen, so 80 Hektar Wald und da drin ein jagdschlösschen klingt gar nicht so unschön. Ja, das ist grundlegend richtig, aber da kommen wir noch zu. Deswegen ist man noch mal zurück zu dem Jagdschloss. Das Malchamer Hall wurde vom Herrscher Firuzscha Tuklak erbaut und dieser Sultan herrschte von 1351 bis 1388 über das Sultanat Delhi.

Shah Tuklak hinterließ in der Geschichte vor allen Dingen Spuren als großer Baumeister. Er ließ Kanäle anlegen, Burundengraben, Gasthäuser und Hospitäler errichten, und dazu kamen einige neue Städte ringsum. Delidier gründete. Während viele seiner Bauten von nachfolgenden Herrschern wieder eingerissen wurden, blieb das manchermal Halbe stehen. Es wurde im Laufe der Geschichte mehrmals umgestaltet und erweitert.

Das Gebäude ist groß für ein Wohnhaus, aber in keinem Falle so groß, wie man sich in Europa einem Palast vorstellen würde, auf jeden Fall aber können wir festhalten, dass es sich bei dem Gebäude um einen Palast handelte, und damit war ihre Königliche Hoheit nun auch zufriedengestellt und ihr Hofstaat wurde nun in den Malcheimer Hall verlegt.

Als die Gruppe dort eintraf, wird sie wahrscheinlich der Schlag getroffen haben. Der Palast, der ihm versprochen und schließlich auch zugestanden wurde, war eine Ruine, und das schon seit Jahrzehnten oder sogar seit Jahrhunderten. Nichtsdestotrotz bezogen sie die Ruine ihren Palast, der jetzt zu Ihrer Residenz wurde. Sie richteten sich so gut es ging in dem alten Gebäude ein, der Umzug vom Bahnhof fand am Mai statt. Also fast 10 Jahre, nachdem sie auf dem Bahnhof angekommen. Waren Wahnsinn.

Feste Versorgung mit Wasser oder Strom gab es nicht. Als Wohnraum kamen 5 Kuppelkammern in Betracht, alle ohne Fensterscheiben oder Türen. Der einzige Luxus war ein Telefonanschluss. Eine undatierte handschriftliche Notiz der Begum deutete darauf hin, dass Regenwasser häufig in den Palast eindrang. Hieß der Text der Notiz, was im Mancherma Heilpalast Herunterkommt, erbaut vom Kaiser Pheros Schaar im 13. Jahrhundert, auf dessen Dach jeder Zentimeter durchbrochen ist und der Regen es flutet.

Alle Räume bekommen das Regenwasser ab, Steine fallen von der Decke, ohne Strom und Wasser, Mitarbeiter der nahen Isra Station berichteten davon, dass die Familie meist unter sich blieb, allerdings empfing sie einige ausländische Gäste, die in großen Autos ankamen. Informationen aus dieser Zeit kamen hauptsächlich von ausländischen Journalisten, die etwa einmal pro Jahr empfangen wurden.

Arvi Smith, ein renommierter Schriftsteller, schrieb ZB der Mahal war für Besucher gesperrt und wurde mit Stacheldraht und 12 großen Hunden geschützt. Nach Jahren verließen die Diener den Mahal und die Hunde starben eine Weile lang wurde es stiller und dem Mahal und die royale Familie die nächste große Meldung kam dann 1993 mit dem kuriosen Freitod der Matriarchin. Sie hatte den von ihr so bezeichneten Trank der Stille zu sich genommen und dieser trank soll aus zerstoßenen Diamanten hergestellt worden sein.

Einige Quellen berichten, dass sie Gift Dazugemischt hatte, in anderen berichten starb sie schlicht und ergreifend an den inneren Verletzungen durch die Diamantsplitter. Nach ihrem Tod versuchten ihre Kinder erfolglos, ihren Körper selbst einzubalsamieren und ließen den Körper dann schließlich ein Jahr später einäschern.

Die Familie hatte finanzielle Probleme und musste viele ihrer Besitztümer verkaufen im Jahr 2004 sagte Prinzessin Zakina Mahal gegenüber der Associated Press, Wir wurden im Dunkeln gelassen, wir sind von Leid umgeben. Sakina starb in 2013 herum im Jahr 2014, informierte ein Beamter der Isrobodenstation in der Nähe des Palastes den Sunday Guardian, dass der Palast zwar immer noch keinen Stromanschluss hatte, aber kürzlich von der Isro mit einem Wasseranschluss ausgestattet worden war. Der Prinz, der jetzt nur noch unter dem Namen Cyrus lebte, verbrachte noch mehrere Jahre allein im Palast, bevor er im September 2017 starb.

Der Journalist Abimaniu Kumar schaffte es später, den letzten Diener der Familie Casim zu interviewen, um mit ihm zusammen noch einmal den Palast zu besuchen. Hier kann man dann noch einmal einen direkten Einblick in die Geschichte der Familie bekommen und ich lese es aus diesem Bericht vor Casim erzählte uns, wie die ihr Frühstück mochten, Toast, Tee und Kaffee immer vor 9, darauf legten sie großen Wert, er geht die Treppe hinauf an der Schwelle berührt er mit der rechten Hand seine Kopf und sagt leise Radbazar.

Arts um seinen verstorbenen Arbeitgebern höflich Respekt zu erweisen. Als wir hier noch wohnten, war es nicht so heruntergekommen, bemerkt er und blickt auf den verwahrlosten Zustand, dass Mahal mit den großen Löchern in den Wänden und den kaputten Säulen. Er fügt hinzu, dass es Tore gab, um Eindringlinge fernzuhalten.

Hier haben sich früher die Hunde herumgetrieben. Wir hatten 4 deutsche Doggen, 10 Dobermänner und 4 labradore, sagte er mit offensichtlichem Stolz. Das waren die einzigen 3 Hunderassen, die die Familie hielt, sobald die Hunde ein Auto hörten, rannten die Labrador als erstes darauf zu. Als wir das Gebäude betreten, kommen wir in einen gewölbten Flur, der von den anderen kleineren Räumen umgeben ist. Das war früher der Hof, sagte er. Hier wurden die Gäste empfangen.

Der Raum ist mit Staub und allen möglichen Arten von Papierabfällen übersät, Telephonrechnungen, Bankbelege, Zeitungsausschnitte und Asche von einem Lagerfeuer, das jemand mit dem Holz aus dem Bett gemacht haben musste, das dort früher stand. In dieser Ecke stand das Bücherregal, sagt er. Nach dem Flur befindet sich der Essbereich, in dem sie auch Yoga machten, um sich fit zu halten.

Bei einem früheren Besuch hatte ich den Esstisch mit einigen verbliebenen Utensilien gesehen, aber jetzt ist nichts mehr davon übrig. In den ersten Tagen war es fast unmöglich, hier zu leben. Wir hatten ständig das Gefühl, dass jederzeit ein Unfall passieren könnte. Casim war einer der wenigen Bediensteten, die die Familie bei ihrem Umzug in das Mahal begleiteten, keiner der anderen blieb lange, sagte er. Sie waren nicht vertrauenswürdig genug, sagte er über die anderen Bediensteten.

Casim kam vor fast 10 Jahren zum letzten Mal ins Mahal. Das war das letzte Mal, dass er den Prinzen traf, er bat mich, zurückzugehen und mich um meine Kinder und meine Familie zu kümmern. Casim rief ihm manchmal noch über das Festnetz an, aber da er mit seiner eigenen Familie beschäftigt war, kam er nie wieder, um den Prinzen zu besuchen. Ich habe das Gefühl, dass alles vorbei ist, sagte nach diesem melancholischen Wiedersehen.

Es ist ein Gefühl, das ich nicht in Worte fassen kann, er hat mich nie wie einen Diener behandelt, er hat sich um mich gekümmert wie einen Bruder, soweit es ihm möglich war, als ich seine Kleidung so herumliegen sah, bekam ich eine Gänsehaut. Ich denke auch, dass die Art von Aussagen, die über ihn gemacht werden, äußerst unfair sind.

Dieser Besuch des indischen Journalisten fanden nach einem Bericht der New York Times statt, der ein ganz neues Licht auf die Geschichte warf. Denn der früheren Indien, Korrespondentin der New York Times, allen Barry, ließ der Fall offensichtlich keine Ruhe. Nach jahrelangen Recherchen in Indien, Pakistan und Großbritannien kommt sie zu dem verblüffenden Schluss, dass nichts so war, wie es scheint, bevor ich mich damit intensiv beschäftige, hier noch die Aussagen des letzten Dieners, die er darauf angesprochen machte, als er mit dem indischen Journalisten den Palast besuchte. Wenn sie Betrüger gewesen wären, hätten sie niemals Besuch von der Zentralregierung gehabt, wenn sie Betrüger gewesen wären, warum sind dann ausländische

Würdenträger zu Ihnen gekommen? Das ist völlig falsch, fügte er hinzu. Es ist sehr falsch, solche Fehlinformationen und irreführende Aussagen zu verbreiten. War also die Recherche von allen Barry eine Erfindung, war der Bericht der New York Times nur eine infame Verleumdung, auch wenn Diener Casim seinen Dienstherrn bis zum Schluß loyal bleibt und vielleicht sogar fest an die royale Herkunft seiner Herrin geglaubt hat, sprechen die Fakten gegen sie allen. Berry ist ein echter Profi und sie hat die wahre Geschichte der Frau, die zu Begum Velayat Mahal wurde, nachgezeichnet, der echte Name der Frau war Velayat Malik und während der Kolonialzeit in Indien wurde Villayat Malik die zweite Frau des Innerjatullabad, sowohl Bart als auch Malik

stammten ursprünglich aus Kaschmir. Das junge Paar zog von Lahore nach Lucknow, wo Barth als stellvertretender Kanzler an der Universität von Lagno arbeitete und später zum Kanzler befördert wurde. Die Familie Mahal hatte später 6 Kinder, Zahid Kalid, Shahid, Tarik, Miki und Farhad. Während der Teilung Indiens im Jahr 1947 wanderte die Familie Mahal in dem neu gegründeten Staat Pakistan aus, wo Innerjatola Barth das Angebot erhielt. Sekretär der Pakistan Aviation Limited in Karachi zu werden. Nach seinem Tod im Jahr 1951 geriet Williard Malik zunehmend in Konflikt mit der Position der pakistanischen Regierung in der Kaschmir Frage diese ganze Tatsache Teilung von Indien in Pakistan und Indien ist nochmal

ein Thema, was für Einzel machen müssen, das ist viel zu groß dafür. 1962 kehrte Villa Yad Malik mit 4 ihrer Kinder per Schiff in das unabhängige Indien zurück und ließ sich in Srinagar nieder, shaheed kehrte nach Pakistan zurück in Yammu und Kaschmir begannen Wiliad Malik sich selbst als Begum von U zu bezeichnen. Später dann machte sich Wilhad Malit auf dem Weg von Lucknow nach Delhi, wo sie sich als Begum Valayat, Prinz Ali Rasa und Prinzessin Sakina bezeichneten. Die Geschichte über die adlige Herkunft war frei erfunden von einer Hausfrau, die wegen ihrer psychischen Verfassung bereits in einer Klinik von Lahore im heutigen Pakistan behandelt wurde.

Journalistin Berry bereiste sogar die Orte, an denen sich die Geschichte entfaltete. In Lucknow fand sie bereits erste Personen, die beschworen, dass Bego um eine Betrügerin war, die entscheidende Spur aber entdeckte sie erst nach dem Tod des angeblichen Prinzen Rasa in den Ruinen des Palasts fand sie Briefe und Zahlungsbelege aus England, sie stammten vom Bruder des angeblichen Prinzen, der seine Angehörigen in Delhi finanziell unterstützte, in Bradford, West Yorkshire, zählte nahe Verwandten von den psychischen Problemen der selbsternannten Queen, die amerikanische Journalistin spürte weitere Verwandte in Pakistan und Amerika auf, und die Geschichte der verarmten Adeligen brach letztendlich

zusammen wie ein Kartenhaus. Obwohl er jetzt Kinder von dem Betrug wußten oder tatsächlich glaubten, sie seien Abkömmlinge eines Adelsgeschlechts, sei unklar, schreibt Barry ihre Reportage The Jungle Prince of Dally wurde für den Pulitzer Preis 2020 nominiert und gewann den Bertrand Russell Preis 2019.

Die Filmrechte an dem Stoff haben sich die Amazon Studios gesichert. Ich habe aber keine Informationen über den Stand der Entwicklung des Projekts gefunden und in verschiedenen Artikeln wird manchmal von einer Serie, die gemacht werden soll oder von einem Film gesprochen. Genug Stoff und interessanten Stoff dafür gibt es auf jeden Fall. Definitiv.

Und damit endet meine Geschichte. Was für ne verrückte Geschichte und vor allem Dingen das ist wirklich find ich die spannendste Frage. Wussten die Kinder das? Das ist wirklich unfassbar spannend. Zum einen wussten die Kinder das und zum anderen, ab welchem Punkt, wusste die Frau auch nicht mehr, dass sie es nicht war.

Ja, das ist auch so ein Ding, so, so vernarrt wie diese Geschichte war und so hart die das durchgesetzt hat, kann ich mir vorstellen, dass die auch irgendwann definitiv von ihrer eigenen Geschichte. Überzeugt war absoluter Wahnsinn, hatte ich noch nie von gehört. Mega Crazy. Alleine schon die Tatsache, wenn du halt sagst so ich bin jetzt hier am Bahnhof, ich bin jetzt ich bin ich bin der König und ich geh jetzt hier nicht mehr weg bis ihr auch sagt, dass ich der König bin.

Richtig und spannend ist auch, dass danach gerade nach diesem Bericht und dass das noch mal durch alle Zeitungen ging, dann auch wirklich Leute aufgetaucht sind, die nachweisen konnten, dass sie die königliche Familie sind. Also es gibt tatsächlich Nachfahren in der passenden Generation, die natürlich einfach nie aufgefallen sind, weil sie nie angefangen haben zu versuchen, irgendwelche Ansprüche zu erheben, aber es ist inzwischen klar, was aus der Familie geworden ist. OK, also aus der Eigen, aus der eigentlichen. Royalen Familie?

Genau, ja. Gut, wir hatten das ja auch schon bei den Engländern, da konnte man ja auch ne ne nette alternative Zeitlinie entlang gehen und so kann man dann wahrscheinlich dann zumindest in Indien auch sagen, was wirklich aus den Leuten geworden ist. Und was wäre, wenn diese diese Linie nicht unterbrochen worden wäre.

Richtig. Aber wahrscheinlich wäre man zumindest nicht bei der Dame am Bahnhof gelandet. Genau. Mega coole Geschichte. Vielen, vielen Dank dafür. Sehr sehr spannend und ich glaube Indien hatten wir auch noch nicht so wirklich häufig, so Indien. Ich glaube, wir hatten schon einen indischen Mathematiker, aber ich.

Weiß nicht den indischen Mathematikern so ein bisschen so ein bisschen auch mit dem Tee und der auch der Britischen Ostindien Kompanie. Aber so eine richtig indische Geschichte hatten wir eigentlich. Noch nicht. Nee, das stimmt, und Indien ist Groß, Indien hat viele Leute. In Indien hat auch unglaublich viele interessante Epochen und Zeiten und es ist halt ein Kontinent. Es ist riesig.

Vor allem die sind schon wesentlich früher wesentlich organisierter gewesen als wir in Europa. Das. Stimmt. Normalerweise würde ich ja jetzt sagen. In einer Woche hören wir uns wieder, aber heute machen wir das ausnahmsweise mal nicht. Richtig, denn auch wenn wir das in den Jahren zuvor nicht gemacht haben, werden wir dieses Jahr einfach mal ne Sommerpause machen.

Wir haben uns das glaub ich verdient und jetzt nach 149 aufeinanderfolgenden Wochen. Können wir glaub ich auch echt mal ganz getrost ne Pause machen. Wir sind aber auf jeden Fall wieder für euch da. Das wird Ende August sein, wenn wir wieder da sind und wir haben auch so für die nächste Runde quasi die nächste Staffel, wieder viele spannende Sachen für euch vorbereitet und auch.

Einiges zu erzählen auch über uns und über das, wie wir diesen Podcast weiter betreiben, was wir auf jeden Fall tun. Also da gibt es keinerlei, keinerlei Zweifel dran, ihr kriegt uns zurück. Genau, macht euch da keine Sorgen, wenn ihr noch nicht alles gehört habt, ist jetzt die Zeit, sind die nächsten Wochen genau die Zeit, wo ihr einfach mal ein bisschen aufholen könnt und nochmal die Geschichten hören könnt, die ihr bisher noch nicht gehört habt.

Richtig und wennihrnochgeschichtenhabtdieihrgernemalhoerenwürdetwoihrsagtdasmuesstihreuchmalanguckendannschreibtunsdocheinfachwirhabenimmernochdiee-mailadressenjan@wissensreisende.de und Chris ohne h at wissensreisende.de, wo ihr uns jeweils Themenvorschläge zukommen lassen könnt. Ganz genau. Immer herzlich Willkommen.

Wir haben davon ja auch schon so einiges umgesetzt. Richtig. Ansonsten würde ich sagen, genießt einfach auf jeden Fall den Sommer. Wir werden auch den Sommer ein wenig genießen, mal ein bisschen abschalten, ein bisschen runterkommen, ein bisschen Energie tanken für das nächste Jahr und die nächsten Jahre.

Und ich würd sagen, auch wenn jetzt ne etwas längere Pause kommt, gibt es trotzdem doch nur ein einziges Wort, das wir am Ende sagen. Denn auch wenn es in 6 Wochen ist, heißt es doch jetzt trotzdem einfach nur. Tschüüüüüüüüss. Was? Reisende.

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