
WR170 - Krankheit, Schiffbruch und Meuterei auf der HMS Wager
Freitag, 28. Februar 2025 · 43 min
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Shownotes
Das Meer birgt einfach zu viel Faszination, darum zieht es uns heute bei den Wissensreisenden schon wieder aufs Wasser hinaus. Wir begleiten die HMS Wager in ihrem Geschwader englischer Kriegsschiffe im Krieg von Jenkins Ohr. Doch Krankheit, Schiffbruch und Meuterei sind erst der Anfang der grausamen Geschichten, die die Mannschaft durchleben muss...
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#HMS Wager #Meuterei #Schiffbruch #Frühe Neuzeit #Westeuropa #Lateinamerika und Karibik
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Wie eine englische Expedition grundsätzlich daneben ging, wie eine Meuterei eine Mannschaft ins zweite, wie mehrere Gruppen von Überlebenden eines Schiffsbruchs ganz verschiedene Schicksale erleiden mussten und wie die englische Marine das alles hinterher versuchte zu vertuschen, das erfahrt ihr heute bei den Wissensreisenden, eurem Podcast für Spannendes aus aller Welt. Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, es ist wieder Freitag und das heißt, es ist wieder Zeit für eine neue Folge hier bei den Wissensreisenden mit mir am Tisch sitzt der Jan.
Hallo ihr Lieben. Und ich freue mich schon ganz doll darauf, dass Jan heute eine Geschichte mitgebracht hat. Das heißt nämlich, ich muss nicht gleich die ganze Zeit sprechen. Das mach ich stattdessen jetzt hier am Anfang, denn auch diese Woche haben wir einen neuen Kommentar, den ich gerne mit euch teilen möchte.
Der ist vom Florian und der hat zur Tennisfolge geschrieben, eine sehr aufschlussreiche Folge, wusste gar nicht, dass es so viel zu Tennis zu erzählen gibt. Und da muss ich sagen, ja, ich glaube, das teilen wir mit dir, denn das wussten wir auch. Nicht absolut. Ich habe übrigens nach der letzten Folge direkt nach der Aufnahme sofort mein Youtube aufgemacht und erstmal real Tennis eingegeben und ich muss sagen die Spiele sind echt wirklich witzig, weil dieses Spielfeld oder der Spielraum wirklich taktisch so coole Möglichkeiten gibt, wenn du denn auch präzise den Ball genau dahin spielen kannst, wo du ihn haben willst, weil du es dann super ausnutzen kannst.
Das ist richtig cool. Ich muss auch sagen, was ich auch so spannend finde ist, stell dir mal vor du nimmst nicht so eine. Altehrwürdige Halle. Sondern du packst ein bisschen Neon überall hin und bunte Farben. Dann hast du einen SCI fi Sport auf. Jeden Fall. Ja, es könnte gut in jeder SCI fi Serie unterkommen.
Du hast. Recht auf jeden Fall war Florian damit auch noch nicht fertig, denn auch er hat wieder Teile für die Reparatur von Florian haben wir einen Fusionsgenerator bekommen für die Energieversorgung, damit sollten wir dann auch in Zukunft komplett umweltfreundlich sein und keine Spuren im Raum Zeitgefüge hinterlassen.
Das finde ich sehr löblich und da kann ich nur sagen, ja, es ist noch ein bisschen hin, bis wir Zeit haben, an dem neuen Raumschiff zu basteln. Dementsprechend, wenn ihr noch Teile habt, könnt ihr das gerne tun und natürlich auch Kommentare generell zu unseren Folgen hinterlassen. Ja, und wir freuen uns immer darüber, wenn ihr dabei natürlich auch an unseren ökologischen, wissensreisende Fingerabdruck denkt. Dementsprechend ja, die umweltfreundlichen Teile sind uns besonders lieb.
Ja, damit würde ich sagen, genug der Vorrede. Es ist Zeit für Jans Geschichte. Mal hören, was er mitgebracht hat. Ja, ich habe was mitgebracht, aber als allererstes muss ich mich erstmal entschuldigen und zwar entschuldigen dafür, dass ich 2 Wochen nach einer Geschichte von einem u Boot schon wieder aufs Meer raus muss. Aber da zieht es mich schon darum immer wieder hin, weil es auf Schiffen oder rund um die Reisen von Schiffen einfach viel zu viele spannende Geschichten zu erzählen gibt. Wir befinden uns zum Auftakt im Jahr 1731 und unsere Geschichte beginnt mit einem Ohr, lasst es mich erklären. Robert Jenkins hatte im April 1731 gerade eine sehr profitable Reise nach Südamerika hinter
sich. Ob Jenkins ein Handelskapitän war oder ein Schmuggler, das hing wohl vom Blickwinkel ab, aus Sicht der Briten war er natürlich ein Handelskapitän aus Sicht der Spanier doch eher der Schmuggler, er war von Jamaika aus mit einem voll beladenen Schiff aufgebrochen, es ist nicht klar, was er genau geladen hatte, aber er hatte diese Fracht mit den spanischen Kolonien in Südamerika gehandelt. Im April 1731 befand er sich auf dem Rückweg nach Jamaika, als er von der LA Isabella abgefangen wurde, einem spanischen Schiff, sozusagen einer Art Küstenwache, aber auch wirklich nur so eine Art Küstenwache, denn der spanische kommandantjuan.de Leon Fandino war keine Küstenwache im herkömmlichen modernen Sinne, sondern eher ein, Na, nennen wir
es mal freiberuflicher Vollstrecker, und mit dem spanischen Staat verbunden war er eher nur lose. Er sprang an Bord, fesselte dann Robert Jenkins an den Mast und schnitt ihm mit einem Schwert das linke Ohr ab. In einem Bericht hieß es dann, er habe Jenkins gesagt, dass dem König das gleiche passieren würde, wenn er beim Schmuggeln erwischt werden würde. Klar, dass aus so einem abgeschnittenen Ohr eines ehrenwerten englischen Kapitäns ein wirkliches Politikum gemacht wird.
Der verstümmelte Jenkins kehrte nach Großbritannien zurück und wurde zum Werkzeug von Politikern, die versuchten, den langjährigen Premierminister Sir Robert Walpall zu entachten. Walpall war darauf bedacht, sich auf den Handel zu konzentrieren und eigentlich eher in Frieden zu leben, aber diverse andere Politiker wollten den Krieg, sie wollten Eroberungen, sie wollten Ruhm und Beute aus Übersee. Bis ein solches abgeschnittenes Ohr wirklich bis in die höchsten politischen Kreise vorgedrungen ist, vergeht natürlich in Zeiten vor Social Media einige Zeit.
Erst im Jahr 1739 wurde Jenkins im Parlament vorgeführt und sein Fall wurde von der Presse eingehend untersucht und gerade die Presse tat natürlich den Rest, um auch jedem im Volk klar zu machen, dass hier die britische Ehre mit Füßen getreten worden war und den Spaniern beigebracht werden musste, die britische Flagge zu respektieren.
Die Regierung gab widerwillig nach und erlaubte der Marine, mit der Planung einer maritimen Antwort zu beginnen. Die erste mehrere Antworten der Briten war ein Geschwader unter Admiral Wernon, das in die Karibik segelte und Antigua im Oktober erreichte, dann griff Wernon Hathon in Venezuela an, und zwar noch einen Tag vor der offiziellen Kriegserklärung Großbritanniens an Spanien, dieser Krieg wurde später umgangssprachlich als war of Jenkins Ehe oder der Krieg von Jenkins Ohr bezeichnet. Innerhalb eines Monats gelang Admiral Wörnern dann aber ein wirklicher Coup.
In nur 24 Stunden hatte seine flotte Portobello den spanischen Hafen in Panama, einen der wichtigsten spanischen Häfen in der neuen Welt, eingenommen. Er besetzte ihn für einige Wochen und ließ keinen Stein auf dem anderen stehen, es wurde alles mitgenommen, was glänzte und tragbar war, alle Befestigungen wurden zerstört, also genau das Ergebnis, das man sich zu Hause in England erhofft hatte.
Da kann man sich schon stark fühlen und vielleicht hat dieser Sieg in Portobello ja auch ein Stück mit dazu beigetragen, dass im folgenden Jahr 1740 ein Stück Musik geschrieben wurde, das eventuell dem ein oder anderen bekannt ist, nämlich Rule Britannia. Und das strotzt ja nun wirklich vor nationalem Selbstbewusstsein, wenn man schon allein an die Hauptzeilen denkt.
Rule Britannia, Britannia Rule the Waves, Britains Never Never never will be slaves also. Herrsche Britannien, Britannien beherrsche die Wellen. Briten werden niemals, niemals, niemals Sklaven sein. Klare Ansage, würde ich sagen. Auf jeden Fall. Naja, das Selbstvertrauen der Briten war so groß, dass sie weitere Expeditionen starteten.
Die britische Regierung berief einen angesehenen Seemann mit einem sehr angesehenen Familienstammbaum, nämlich George Anson, einen Aristokraten, dessen Onkel Lord Chancellor war und der in seiner Familie viele Politiker hatte. Als Kapitän für die nächste Expedition, diesem gut situierten Mann, wurde das Kommando über eine sehr, sehr, sehr ehrgeizige Expedition übertragen.
Ermutigt durch die offensichtliche spanische Schwäche in der Karibik wollte die Admiralität die britische Macht nun auch auf den Pazifischen Ozean ausdehnen, um Peru, die größte Quelle spanischen Silbers, anzugreifen. In einem wirklich sehr optimistischen Befehl wurde Ensen ermutigt, die peruanische Hauptstadt Lima einzunehmen.
Vielleicht eine Rebellion in dieser wertvollen spanischen Provinz anzuzetteln, Panama zu erobern und allgemein für Chaos im Herzen des Spanischen Reiches zu sorgen. Man könnte also relativ kurz zusammenfassen, mach mal bitte die Spanier im Pazifik platt, und zwar alle, vielen Dank, mit diesen optimistischen Aufträgen brach Ensen im Spätsommer 1740 auf. Er kommandierte von Bord der HMS Centurion, einem schweren Schiff mit 60 Kanonen und 400 Mann Besatzung aus sein Geschwader. Das Bestand aus mehreren kleineren Schiffen der Gloster und der Severn mit je 50 Kanonen, der Pearl mit 40 Kanonen, der Wajor mit 28 und der Trial mit 8. Außerdem wurde das Geschwader von 2 Handelsschiffen begleitet, die lediglich Nachschub
transportieren sollten. Bevor wir jetzt aber mit dieser Flotte in See stechen, sollten wir uns die Besatzung der Schiffe mal einmal etwas genauer ansehen und bitte bedenken, es soll die Hauptstadt von Peru angegriffen und eine Rebellion gegen die Spanier angezettelt werden. Also das muss schon eine ordentliche Mannschaft sein.
Es war natürlich ganz normal, dass in Friedenszeiten der Personalbestand der Marine reduziert wurde, ist ja auch logisch, wenn du nicht so viele Männer brauchst, bringt es auch nichts sie zu bezahlen. Und das Ganze gilt natürlich noch mehr unter einem Politiker wie dem Friedfertigen Sir Robert Walpoll an der Spitze also mussten ziemlich rigorose Rekrutierungsmaßnahmen ergriffen werden, um Besatzungen auf die Schiffe einer dramatisch erweiterten Kriegsmarine zu kriegen. Und diese erweiterte Kriegsmarine war ja nun auch notwendig, weil man hatte ja gerade Spanien den Krieg erklärt, und rigoros ist auch genau die richtige Beschreibung für das, was da Rekrutierung genannt wurde. So wurden Gruppen ausgesandt, um
Seeleute in Häfen und Städten aufzuspüren und sie zu beobachten. Und wenn man eines der verräterischen Zeichen eines Seemanns aufwies, wie zum Beispiel Teer unter den Fingernägeln, wurde man aufgegriffen oder auf ein Marineschiff gebracht, als die Besatzungen für Enstons Geschwader gesucht wurden, konnte aber nicht mal auf diese Art der Bedarf gedeckt werden und so wurde der nächste extremere Schritt zur Aufstockung der Mannschaften unternommen.
Kannst du dir vorstellen, was das gewesen ist? Sie? Wurden wahrscheinlich Shanghai. Was meinst du mit Shanghai? Ihnen wurde entweder genug Alkohol eingeflößt, bis sie vollkommen willenlos waren, oder einen Knüppel über den Kopf gezogen. Und dann wachten sie am nächsten Tag an Bord auf. Nee, nicht ganz so, denn effektiv wurden weitere Männer aus Altersheimen geholt. Das waren Männer zwischen 6070 Jahren, vielen fehlten verschiedene Gliedmaßen und einige Waren so krank, dass sie auf Bahn auf die Schiffe gebracht werden mussten, diese Männer.
Sollten mit ihren Schiffen bis in den Pazifik kommen und dann gegen die Spanier antreten. Die Expedition verließ Großbritannien im Spätsommer und sie hatten direkt großes Glück, einer spanischen Abfangflotte vor der Insel Madeira zu entgehen und so segelte das Geschwader unter Captain Anson Richtung Westen über den Atlantik.
Lange Seereisen waren gerade im 18 Jahrhundert nun wirklich alles andere als ein Zuckerschlecken, wenn man daran denkt, dass zu dieser Zeit noch niemand wusste, welchen wunderbaren Nährboden für Krankheiten extrem überfüllte Schiffe unter den damaligen Hygienebedingungen schaffen. Marineschiffe dieser Zeit waren immer überfüllt, aber die Situation muss in diesem Geschwader wohl selbst für damalige Verhältnisse noch wirklich heftig gewesen sein.
Als sie den Äquator überquerten und weil die hohen Temperaturen die Situation für viele Krankheitserreger ja sehr, sehr angenehm machen, begannen immer mehr Männer, krank zu werden. Typhus breitete sich aus, die Krankheit wurde allerdings von den Männern nur Schiffsfieber genannt, und niemand wusste auch nur das Geringste über diese Krankheit oder ein Heilmittel.
Und an dieser Stelle sollten wir den Blick vom gesamten Geschwader mal auf ein einzelnes Schiff richten, und zwar auf die HMS Wager. Die Rager war vor dem Einsatz bei der Marine ein bewaffnetes Handelsschiff im Dienst der East India Company gewesen und das Schiff war von der Admiralität direkt für diese Expedition gekauft worden.
Als ehemaliges Handelsschiff hatte sie mehr Platz für Ladung als ein normales Marineschiff, aber ihre Geschützforten erlaubten es ihr, auch bei Bedarf in den Krieg zu ziehen, sodass sie für die Aufgabe grundsätzlich gut geeignet war. Auf ihrem Geschützdeck befanden sich 28 Kanonen. Aber in ihrem Rumpf hatte sie noch größere Geschütze, auch für Belagerungen. Sie war vollgepackt mit Vorräten und hatte weit mehr Männer an Bord, als sie auf einer Reise nach Asien gehabt hätte. Die Wajer war wie der Rest der Flotte von der Krankheit der Besatzung sehr schwer getroffen worden, und diese Krankheit traf natürlich nicht nur die normalen Matrosen, sondern auch die Offiziere, der erste Kapitän der
Wajer, Captain Kid, wurde auf ein anderes Schiff versetzt, um einen gefallenen Kameraden zu ersetzen, aber auch er wurde krank. Kurz bevor Captain Kid seinen letzten Atemzug trat, soll er eine schreckliche Prophezeiung ausgesprochen haben. Die Reise würde in Leid, Tod und Zerstörung enden, Ragers neuer Kommandant, ein Mann namens Mory, wurde an Kids Stelle gesetzt, somit war der Kapitänsposten auf der Rager wieder frei und seine Satz als Kommandant auf der Rager war ein jüngerer Offizier und zwar Leutnant David Sheep Sheep hatte direkt unter Anston gedient.
Weil er war Oberleutnant auf der Centurion gewesen, und es war ein dicker Schotte, der zur See gefahren war, um einen Erbstreit mit seinem Bruder und einigen Gläubigern zu entgehen. Also genau der Mann, der wahrscheinlich wirklich so richtig vom Herzen Seemann war, wenn man auch bedenkt, dass er eigentlich nur zu Marine gegangen ist, um abzuhauen, verlangt er hatte noch nie ein großes Schiff befehligt und dem Vernehmen nach war er auch kein besonderer Menschenfreund.
Die Mannschaft der Rager war in schlechten Zustand. Die Decks auf dem Schiff waren furchtbar überfüllt und dann nicht unwesentlicher Teil der Besatzung war schwer krank oder lag vielleicht auch schon im Sterben. Ach ja, und als nächstes Stand auf der Reise an Kap Horn zu passieren, eine der gefährlichsten und schwierigsten See Passagen der Welt, das Wetter und die Bedingungen dort sind der Stoff aus dem Legenden gemacht sind, also das ist die Umrundung der Südspitze Südamerikas.
Und es ist bis heute. Immer noch etwas, das kein Kapitän unbedingt gerne macht und nicht, wenn er nicht muss. Genau, es gibt ein altes seemanns Sprichwort unterhalb des 40 Breitengrades gibt es kein Gesetz unterhalb von 50 Grad gibt es keinen Gott, und neben den furchtbaren Wetterbedingungen und den ansteckenden Krankheiten begann auch noch eine weitere Geißel der damaligen Seefahrt ihr Gesicht zu zeigen, Scorbut exakt das.
Die Zähne der Männer lockerten sich, die Haare fielen aus, altes Narbengewebe Weichte auf und Wunden eröffneten sich wieder Skorbut der Mangel an Vitamin C, auch wenn niemand damals wusste, dass es bloß ein Mangel an Vitaminen war. Geschweige denn, was Vitamine war. Genau so. Und jetzt stellt euch mal diese Situation vor, eine der schwierigsten See Passagen mit unberechenbarem Wetter, man braucht eigentlich jeden Mann bei voller körperlicher Gesundheit und.
Und die Besatzung ist von Krankheiten und Skorbut teilweise schon so schwach, dass sie nicht mal mehr aus ihren Hängematten aufstehen können. Über die Moral an Bord braucht man wahrscheinlich gar nicht erst zu reden, die abgemagerten kranken Männer mussten sich aufs Deck schleppen, wenn sie irgendwie eine Chance haben wollten, ihre Reise zu überleben, sie mussten Segel setzen, Segel einholen und trimmen und versuchen, das Schiff durch das Wasser vorwärts zu kriegen und noch eine Sache. Möchte ich dann an dieser Stelle noch mal kurz bewusst machen. Gps gab es damals ja noch nicht und auch der 6. Stand, an den vielleicht der ein oder andere denkt, um die Position zu bestimmen, ist 1740
noch so Hightech, dass das kein Standard auf irgendeinem Schiff ist. Navigiert wurde mit Hilfe der sogenannten Koppelnavigation, das heißt man ermittelt die Richtung mit einem Kompass und die Geschwindigkeit mit einer langen Schnur mit Knoten darin. Man wirft dazu einen Holzscheit mit dieser Schnur dran ins Wasser und alle 7 Meter circa 7 Meter ist ein Knoten und je nachdem, wie viele Knoten in einer bestimmten Zeit durch deine Finger gehen, bemisst du deine Geschwindigkeit. Darum Knoten.
Exakt darum macht man das auch heute immer noch auf dem Wasser, in Knoten statt in kmh. Und noch ein kleiner Side Fact. Ein Stück Holz ist im Englischen ein Log, und da wird einem dann auch sehr, sehr leicht klar, wo denn der Begriff Logbuch herkommt. Dort wurden nämlich die Messungen, die mit Hilfe des Logs gemacht wurden, eingetragen. Und das Schöne ist, es ist ja sogar das englische Verb to log. Ja, also etwas verzeichnen stimmt direkt daher, also ja, man muss dann sagen, wahrscheinlich war das das erste Mal, dass die englische Sprache ein Wort brauchte für ich zeichne etwas auf.
Man weiß also in etwa, wie schnell man ist und in welche Richtung man zu einem bestimmten Zeitpunkt fährt. Aber dann muss man abschätzen, was die Strömung macht und wie weit der Wind einen zur Seite und nach vorne treibt und nach tagelangen Stürmen am Kap Horn wird diese Form der Navigation dann irgendwann fast zu einem Ratespiel mitten in einer mondlosen Nacht verlor die Rager den Kontakt mit dem Rest der Flotte und. Als der Tag Anbrach, suchten sie verzweifelt am Horizont nach den anderen Schiffen.
Aber irgendwann mussten sie akzeptieren, dass sie die anderen einfach verloren hatten, ganz alleine am anderen Ende der Welt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Befehle von Enson vom Flaggschiff gekommen, aber jetzt musste Kapitän David Sheep das Kommando endgültig übernehmen, er ließ die Ranger erstmal in etwa in die Richtung Segeln, die Enson befohlen hatte. Aber was war in dieser Situation getrennt von der Flotte und vom Flaggschiff?
Die richtige Entscheidung? Sollten Sie die Küste Südamerikas rauffahren, sollten Sie umkehren und nach Hause fahren, sollten Sie direkt in den Pazifik hinausfahren. An Bord gab es Debatten und der Widerstand erhärtete sich um die Person des Richtschützen John Barkley, er glaubte nicht, dass es viel Sinn hatte, auf einem einzelnen Schiff mit einer halbtoten Mannschaft umher zu irren und zu versuchen, den Rest der Flotte irgendwo an der Küste zu finden.
Sie hatten ihr Bestes getan und es war an der Zeit, einen vorher vereinbarten Treffpunkt anzusteuern, nämlich die Juan Fernandes Inseln weiter draußen im Pazifik, weit weg von der tödlichen Küste Patagoniens. Admiral Ansen hatte Kapitän Schieber war mitgeteilt, dass er die Vorräte an Bord der Rager dringend bräuchte, um die gesetzten Ziele in der Expedition zu erreichen, also der Admiral hatte Chip einen direkten Befehl erteilt und Chip wollte auf keinen Fall versagen.
Also setzte er sich über Balkley und seine Offiziere hinweg und fuhr weiter an der felsigen Küste entlang in Richtung Norden, in der Hoffnung, seine Kameraden und seinen Kommandanten zu finden. Der 13 Mai 1741 war ein wolkenverhangener und nebliger Tag gegen 09:00 Uhr morgens ging einer der Zimmermänner nach vorne, um die Metallbolzen zu überprüfen, die die Takelage hielten, kurz darauf informierte er den wachhabenden Leutnant, dass er glaubte, Land gesehen zu haben. In dem dieser Leutnant sich für Passivität entschied und die Information nicht weitergab, besiegelte er das Schicksal für sein Schiff und die Mannschaft, ohne dass sie es merkten, wurde die Rager weiter und weiter in einen großen, nicht kartografierten Golf getrieben.
Heute wird der golfvor.de Penas, wörtlich übersetzt Golf der Schmerzen genannt, um 14:00 Uhr war dann im Westen und Nordwesten Land in Sicht und sie erkannten damit ihre Lage. Jetzt mussten alle Männer sofort ran, die noch irgendwie Kraft in den Körpern hatten. Und anstatt grob nach Norden weiterzufahren, versuchten sie aus dem Golf rauszukommen, indem sie gegen den Wind nach Südwesten hinaus in den Pazifik steuerten, um gegen den Wind zu segeln, braucht man eine kräftige, fitte Mannschaft, absolut im Vollbesitz ihrer Kräfte, und die hatte die Ranger nicht oder zumindest nicht mehr und hinzu kam dann noch. Dass Captain Sheep durch eine Luke auf das untere Deck stürzte und sich die Schulter brach.
Er war damit gezwungen, in seine Koje zu gehen, als das Schiff in allergrößter Not war, um 04:30 Uhr am nächsten Morgen passiert es dann, das Schiff schlug auf einen Felsen auf, das Ruder zerbrach und von der nächsten Welle wurde das Schiff wieder vom Felsen gelöst und war ohne Steuer dem Meer ziemlich ausgeliefert, während sie von den Elementen weiter durch den Golf getrieben wurden, lief das Schiff langsam voll mit Wasser.
Die Männer, die krank weit unten unter Deck lagen, ertranken. In dieser Situation übernahm John Balkley, der Kanonier, die Kontrolle. Unter seinen Anweisungen versuchten sie mit Hilfe der Segel irgendwie in Richtung Land zu kommen, das Schiff war definitiv dem Untergang geweiht und wenn man also klar sinken würde, dann doch besser irgendwie in der Nähe von Land, weil viele Männer an Bord konnten auch nicht schwimmen, damals war es halt ganz normal, dass ein Seemann nicht schwimmen konnte.
Ist. Ich finde das total schwer vorstellbar, wie man zur See fahren kann und nicht schwimmen kann. Also ja nicht mal für ein paar Minuten oder so was. Ich kann mir das nicht vorstellen, aber es war halt nun mal eine Tatsache, sie prallten auf eine weitere Ansammlung von Felsen, die Planken rissen auseinander, die Masten brachen und damit hatte das Schiff, das sich aber immer noch irgendwie tapfer über Wasser an den Felsen festhielt, das Ende seiner Reise gefunden.
Barkley machte sich auf den Weg, um die Schiffsdokumente, wie das Logbuch, die Aufzeichnung aller Schiffsbewegungen, Kursänderungen und geschätzte Positionen zu holen. Aber er entdeckte, dass das Logbuch absichtlich zerstört worden war, vermutlich von einem Offizier, der sich vor zukünftigen Nachforschungen schützen wollte, denn auch einige Offiziere hatten sich zuvor auf barkleys Seite gestellt und sich damit gegen ihren Captain ausgesprochen, etwa 145 Männer konnten sich auch die Felsen retten.
Und erkannten später dann eine einsame Insel, die heute unter dem Namen Ranger Island bekannt ist. Ein kleines, kahles Stückchen Land vor der chilenischen Küste. Aber man muss natürlich auch wieder sagen, dass eine harte, kahle Insel doch zumindest viel attraktiver ist, als mit einem Schiff unterzugehen. Einige Männer bevorzugten es aber nach Alter britischer Seefahrertradition in die Alkoholvorräte einzubrechen und sich bis zum Umfallen zu betrinken. Zunächst weigerte sich Kapitän Sheep, der immer noch auf seinem Krankenbett lag, sein Schiff zu verlassen. Aber loyale Besatzungsmitglieder flehten ihn an und erklärten ihm, man habe jetzt alles getan, um die Betrunkenen zum Verlassen des Schiffs zu bewegen.
Und der Kapitän könnte jetzt auch das angeschlagene Schiff mit Ehren verlassen. Etwas mehr als 100 Mitglieder der Besatzung nahmen die kleinen Boote, die sie von den Resten der Wager retten konnten, und schafften es bis zum Ufer, endlich gerettet, aber es dauerte gar nicht so lange, dass. Bis ihnen ihre Lage wirklich klar wurde. Sie hatten kein Schiff, sie befanden sich auf einem kargen Felsbrocken, umgeben von unbekanntem Terrain, sie konnten zwar Wasser finden, aber es gab nur sehr wenig Nahrung auf der Insel, sie fanden ein paar Muscheln und sie hatten das Glück, dass sie eine Art Sellerie fanden, und die haben sie gegessen und die enthielt tatsächlich recht viel Vitamin C, was zumindest dann beim
Skorbut geholfen hat, auch wenn keiner verstanden hat, warum es ihnen in der Hinsicht auf einmal urplötzlich besser geht. Ein britischer Offizier beschrieb die Insel später als einen Ort, an dem die Seele des Menschen in ihm stirbt. Und man sollte auch bedenken, wir sind hier auf der Südhalbkugel, wir gehen im Mai also gerade auf den tiefsten Winter zusammen. So, und diese Männer standen nun vor der Entscheidung, was sollen wir tun und an dieser Entscheidung würde die Gruppe zerbrechen.
Es gibt eine erstaunliche Fülle von Primärquellen, die. Die all diese Jahre überlebt haben, die auch akribisch dokumentiert sind. Und darum kann man wirklich ziemlich genau rekonstruieren, was dann passiert ist. Zunächst versuchte Captain Chiep seine Männer tatsächlich davon zu überzeugen, einer Art kaiserlichen Außenposten auf Ranger Island zu errichten, aber immer mehr Leute zog es auf die Seite von John Barkley. Er war wohl auch wirklich so eine Art Instinktiver Anführer Chiep hatte sein Schiff verloren, das bedeutete. Dass, wenn er nach Hause kommen sollte, er vor ein Kriegsgericht gestellt werden würde, wurde er für schuldig befunden, drohten ihm Schande, entehrung, Ausschluss aus der Marine, Armut und Schmach, um zumindest als
Teil seiner ursprünglichen Flotte wieder nach Hause zu kehren, hatte er nun eine neue Idee. Er wollte die kleinen offenen Boote nehmen, mit denen sie vom Felsen auf die Insel geflüstert waren. Sie mit Treibholz und Material aus dem Wrack ausstatten und nach Norden segeln, um die Briten einzuholen und enzens Flotte mit ihren Kräften zu ergänzen.
Aha, haben. Den Außenborder gefunden. Nee, also sie wollten wirklich aus den Resten der Ranger. Ein Rennboot bauen? Nicht unbedingt ein Rennboot, aber einfach nur ein tüchtiges Schiff, das es ihnen ermöglichen würde, die Küste Südamerikas auf Pazifik Seite hoch zu segeln. Es gab aber leider eine tatsächlich reine rechtliche Begründung, warum die Loyalität der allgemeinen Besatzung nun gar nicht mehr bei ihren Offizieren oder der Marine lagen. 1741 verpflichtete man sich als gemeiner Seemann nicht für die Königliche Marine, sondern für ein bestimmtes Schiff, und wenn dieses Schiff sank, wurde man nicht mehr bezahlt und obwohl es sich dabei um eine Grauzone handelte, bedeutete das eigentlich, dass man nicht unbedingt den
Offizieren oder dem Kapitän des Schiffes gorchen musste. Die meisten Männer hatten, ermutigt von Barclay, einfach genug. Sie hatten ihre Pflicht gegenüber seiner Majestät erfüllt, und es waren derzeit sich um ihr eigenes Seelenheil zu kümmern und nach Hause zu fahren. Captain sheeps Autorität sank und sank und sank immer weiter, Anfang Juni kam es zu einer Auseinandersetzung von Chips Zelt, bei der es um die Verpflegung ging, in seiner Wut, Zucker, eine Pistole und Verwundete einen Fähnrich tödlich und die Männer gabten nun. Diese Situation ausnutzen zu können, um schiebt das Kommando zu einfach zu entziehen.
Am 4. August kam Balkley zu Cheap zusammen mit einer Gruppe von Matrosen und einiger Offiziere und verkündete wir, deren Namen nicht genannt werden, halten es nach reiflicher Überlegung für den besten, sichersten und gefahrlosesten Weg zur Erhaltung der Menschen vor Ort durch die Magellanstraße nach England zu fahren.
Unter barkleys Begleitern befanden sich wie gesagt auch hochrangige Mitglieder der Besatzung. Jeep drohte, dass er immer noch ihr Befehlshaber sei, aber balkle soll wohl nur kühl geantwortet haben. Wir werden dich mit unserem Leben unterstützen, solange du uns auch anführst, sprich du auch irgendwo ein Stück weit etwas tust, was sinnvoll ist und etwas tust oder eine Sache tust, der wir folgen können. Als der Zimmermann mit dem Bau eines einigermaßen seetüchtigen Schiffes fertig war, kam die Zeit der finalen Entscheidung. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, dass ein Zimmermann da ist, aber es war halt auch ganz normal, dass auf diesen Schiffen auf jeden Fall immer Zimmerleute dabei waren, um das Schiff zu reparieren.
Natürlich, und das hast du im Endeffekt die komplette Zeit lang gemacht, genau, ja, du hast du vielleicht irgendwie 23 Wochen gehabt nach der originalen Abfahrt und dein Schiff gerade frisch unter Werft gehabt habe, dann musstest du permanent reparieren. Barclay und seine Männer weigerten sich standhaft, nach Norden zu fahren.
Sie weigerten sich, unter Chip zu dienen, und sie weigerten sich, für seinen Ehrgeiz zu sterben, und das bedeutete dann jetzt ganz klar. Es ist eine Meuterei. Am 9. Oktober wurde Jeep zusammen mit dem Kommandant der kleinen Abteilung Royal Marines festgesetzt und gefesselt. 4 Tage später segelte Barclay mit einem Geschwader von 2 kleinen Booten in Richtung Süden. 2 junge Fähnriche hatten gedacht, sie würden Kapitän Sheep mitnehmen, wenn auch als Gefangenen, aber als er auf der Insel zurückgelassen wurde, haben die 2 wirklich kalte Füße bekommen, sie waren ja auch Teil der Marine und dementsprechend auch dem Kapitän weiter verpflichtet.
Und sie nahmen dann 1 der beiden Boote und segelten zurück. Kleiner Sidefact einer dieser Feenriche trug den Nachnamen Byron, und das war tatsächlich der Großvater des berühmten Dichters Lord Byron. Wir kommen später noch mal auf Captain Sheep und die anderen Männer zurück, die auf Rager Island zurückgeblieben sind, aber zunächst mal bleiben wir bei Bulkley und bei seiner Gruppe in dem einen Boot und.
Walkes Männer waren Meuterer und es war ihm durchaus klar, dass ein Mann, der das schon getan hat, bestimmt auch weniger Skrupel hat, es ein weiteres Mal zu tun. Und das musste er von vornherein im Keim ersticken, und das war ihm auch klar. Also schrieb er eine Liste mit Regeln für diese Reise auf, und das Waren die folgenden.
Alles, was während der Überfahrt an Fisch oder lebensnotwendigen Dingen gefunden wird, soll zu gleichen Teilen unter allen aufgeteilt werden. Jeder, der des Diebstahls von Lebensmitteln für schuldig befunden wird, wird ungeachtet seines Ranges am nächstgelegenen Ufer zurückgelassen. Jeder, der das Leben eines anderen bedroht oder Gewalt anwendet, wird ungeachtet seines Rangs am nächstgelegenen Ufer zurückgelassen. Die Hinfahrt um das Kap Horn war ja schon ein reiner Horrorfilm für die Männer gewesen, aber da gab es zumindest noch so etwas wie eine Besatzung und ein einigermaßen taugliches Schiff. Jetzt hatten die 81 Männer, mit denen Balkey von Rager Island aufgebrochen waren, gerade mal
noch eine offene, zusammengeflickte Nussschale 10 Männer starben schon in den ersten 2 Wochen der Reise und so war es dann auch fast jeden Tag. Also es gab praktisch jeden Tag jemanden, der morgens einfach nicht mehr aufgestanden ist. Aufgrund der Vorräte wurde irgendwann per los entschieden, dass 10 Männer an der Küste ausgesetzt werden mussten, sicheres Todesurteil. Einige Männer stellten daraufhin die Führung von Berkeley in Frage, so dass er im Süden Argentiniens noch mal 8 weitere Männer zurückließ, auf die ich auch später noch mal zurückkommen werde.
Irgendwie keine Ahnung, wie erreichte die Mannschaft am 28 Januar 1742 den Rio Grande und damit die Südspitze des Portugiesisch kontrollierten Brasiliens nach einer Reise von weit über 2000 Meilen in einem offenen Boot, das 15 Wochen lang ihr zuhause gewesen war. Von den 81 Männern, die von der Ranger aufgebrochen waren, kamen nur 30 in Brasilien an.
Und diese 30 Männer wurden irgendwann in ihrem kleinen Schiff an der brasilianischen Küste an Land gespült. Sie waren fast bis auf die Knochen abgemagert und auch John Barkley war noch unter ihnen. Sie verkündeten, sie seien die Überlebenden des Schiffes seiner Majestät, der Ranger, sie gingen davon aus, dass sie die einzigen Überlebenden des Schiffes waren, das. Mussten sie auch sein?
Wer hätte sonst noch überleben sollen? Ja, also das mussten doch die letzten 30 Überlebenden der Ranger sein, oder gehen wir vielleicht noch mal kurz zu Kapitän Chiep zurück? Er war mit rund 20 Männern auf der Insel geblieben, die ihre erste Rettung gewesen war, etwa 2 Monate nach Balkleys Abreise beschlossen sie im Dezember, 1741 auch aufzubrechen und. Sie hatten inzwischen weiter gebaut und hatten noch 2 kleine offene Boote übrig.
Und sie machten sich nicht auf den Weg nach Süden zum Atlantik und nach Hause, sondern nach Norden zu den spanischen Besitzungen in Peru nordchile, um dort vielleicht irgendwie doch Admiral 1 zu finden. Eines der kleinen Boote kippte bei schlechtem Wetter um und diverse Männer ertranken, die Überlebenden wurden an Bord des anderen Bootes gebracht, das nun gefährlich überfüllt war, zu überfüllt.
Und es musste mal wieder eine Entscheidung getroffen werden, weil sie keine Seeleute waren, wurden die Royal Marines ausgesetzt und zurückgelassen. Felrich Byron hat dazu geschrieben, es war eine melancholische Sache, aber die Notwendigkeit zwang uns dazu und da wir gezwungen waren einige zurückzulassen, wurden die Marinesoldaten als unbrauchbar für das Schiff eingestuft. Viel besser erging es aber der Besatzung des Bootes selber auch nicht, sie versuchten aufs Meer zu kommen, raus aus dem Golf der Schmerzen ich.
Aber sie waren mit ihrem Kleinen kann einfach nicht in der Lage dazu. Das kleine Schiff konnte die Land Zunge nicht umrunden, weil Wind und Wellen es immer wieder zurück drücken und irgendwann gaben sie tatsächlich auf und kehrten nach 2 Monaten wieder nach Ranger Island zurück. Es war ein völlig sinnloser Versuch gewesen und sie saßen wieder auf der gleichen Insel fest. 8 weitere Männer waren gestorben und die letzten Überlebenden hatten sich vermutlich darauf eingestellt auf dieser Insel zu sterben.
Aber unglaublicherweise, 2 Wochen später, kam die Rettung von ganz allein zu den Männern um Kapitän Jeep. Eine Gruppe südamerikanischer Ureinwohner kam nach Ranger Island. In gebrochenem Spanisch erklärten sie, dass es unmöglich sei, von hier aus nach Norden zu segeln, aber man könne auf dem Landweg nach Norden gelangen, indem man Flüsse, Seen und an einigen Stellen auch das Meer benutzte, die. Eine ausgeklügelte Route mit kurzen Passagen, bei denen man die Boote trägt und dann auf dem Wasser die weiten Strecken zurücklegen kann.
Die Überlebenden versprachen ihren Rettern jedes Werkzeug und jedes Stück Eisen, das sie hatten, und die südamerikanischen Ureinwohner willigten ein, sie zu einer spanischen Siedlung zu führen, bei allem, was den Männern, die auf der Wager in See gestochen sind, schon passiert ist, ist es kaum verwunderlich, dass es wieder eine unfassbar harte Reise war. 10 Männer starb an Hunger, Erschöpfung und Ermüdung, nur 4 überlebten unter ihnen.
So unwahrscheinlich wie es auch klingt, wenn man an seine Verletzung im Sturm im Golf der Schmerzen denkt, auch Kapitän Sheep. Vielleicht haben ihn Hass auf seine Mannschaft und der Wunsch nach Rache irgendwie am Leben gehalten und ja, die Spanier nahmen diese wandelnden Leichen in Gewahrsam. Sie verbrachten unter anderem 2 Jahre als Gefangene in santiago.de, Chile.
Mit einem der 4 Überlebenden zerstritt Sheep sich später so sehr, dass dieser darauf bestand, mit einer spanischen Gruppe nach Argentinien zu gehen, anstatt bei seinem unerträglichen Kapitän zu bleiben. So war es eine kleine Gruppe von 3 Männern, die schließlich an Bord eines französischen Schiffes ging, nach verschiedenen Missgeschicken kamen sie am 9.
April 1745 wieder im Vereinten Königreich an, fast 4 Jahre nachdem die weiter untergegangen war. Und jetzt wollte die Admiralität natürlich schon wissen, warum und wer dafür verantwortlich war. Ein großer Teil der Gruppe unter der Führung von John Barkley hatte ebenfalls trotz aller Widrigkeiten überlebt und schieb seinerseits wollte, dass Barkley und die anderen gehängt werden, die auch inzwischen wieder in England waren, Barkley war aber clever gewesen, denn der war inzwischen zu einer kleinen Berühmtheit geworden, nachdem er seinen Bericht der Reise veröffentlicht hatte und darin hatte er darauf bestanden.
Dass nach dem Verlust des Schiffes die Autorität des Kapitäns und der Mannschaft nicht mehr bindet, lag halt daran. Was ich eben erzählt habe, dass die Männer dem Schiff, nicht der Marine verpflichtet. Waren ja. Und dieses Drama oder Dilemma wollte die Admiralität nicht unbedingt publik machen. Sie wollte nicht, dass die Geschichte noch mehr Aufmerksamkeit erregte, ein besonders gutes Licht würde das auf die Marine seiner Majestät nicht unbedingt werfen, und so kam es. Dass im April 1746 auf der HMS Royal George vor Portsmouth das Kriegsgericht tagte, die Verantwortlichen des Kriegsgerichts organisierten eine gute, altmodische institutionelle Schönfärberei, also wirklich, wir tun so, als hätten wir einfach nichts
gesehen, es ist gar nichts passiert, und die Schönfärberei bedeutet, ganz kurz gesagt, alle wurden freigesprochen. Ein Leutnant wurde jedoch gerügt, weil er nicht entschlossen genug gehandelt hatte. Als die Sichtung von Land am Morgen des Unglücks gemeldet worden war und alle Hauptakteure dieser ganzen Geschichte saßen an diesem Tag in der großen Heckkabine der HMS Royal George, also im Gerichtssaal Berkeley Sheep Byron, sogar ein Bootsmann namens King, der sich an den Wrackteilen betrunken und schieb, dann ins Gesicht geschlagen hatte.
Alle waren sie da mit Sicherheit nur mit guten Gefühlen gegenüber den anderen. Aber da das Thema für die Admiralität damit vorbei war, war es dann auch wirklich vorbei. Es würde keine weiteren Nachforschungen geben und jeder konnte mit seinem Leben und seiner Karriere weitermachen, so als wenn die Geschichte der Water nie passiert wäre. Jeep wurde das Kommando über ein anderes Schiff übertragen, er hatte jedoch nicht lange Zeit dieses Kommando zu genießen, weil er in den frühen 17 50er Jahren starb. Barclay wurde ebenfalls ein kleines Schiff angeboten, aber er lehnte ab und das war auch eine echt gute Entscheidung, denn genau dieses Schiff ging kurze Zeit später in einem Sturm unter.
Zumindest konnte er mit seinem Bericht etwas Geld verdienen. Der 1743 unter dem Titel Voids to the South Seas in the Year Seventy Forty to Forty One veröffentlicht worden war. Also Reise in die Südsee in den Jahren 1740 bis 41 zusätzlich. Hatte das Buch aber auch noch einen sehr eingängigen Untertitel, den ich jetzt nur in Übersetzung wiedergebe.
Eine getreue Schilderung des Verlustes des Schiffes seiner Majestät, der Wajup auf einer einsamen Insel im 47 südlichen Breitengrad und 81,4 westlichen Längengrad mit den Vorgängen und dem Verhalten der Offiziere und der Besatzung und den Strapazen, die sie auf der besagten Insel 5 Monate lang ertragen mussten.
Ihrem kühnen Versuch, den südlichen Teil der riesigen Region Patagonien zu umschiffen, indem sie mit mehr als 80 Seelen in ihren Booten aufbrachen, dem Verlust des Kutters, ihrer Passage durch die Magellanstraße, einem Bericht über die unglaublichen Strapazen, die sie häufig mangels Nahrung jeglicher Art ertragen mußten.
Denke, das ist der eingängigste Titel, den man bisher jemals auf einem Buch gelesen hat, insgesamt. War die Expedition von Enzen zumindest in finanzieller Hinsicht aber sogar erfolgreich und nach seiner Rückkehr korrigierte Admiral Enzen dann eine ganz bestimmte Lücke im Seerecht, als Lord Commission verabschiedete er 1747 ein Gesetz, dass die Disziplin der Marine auf die Besatzung von Schiffen seiner Majestät ausdehnte, die Schiffbruch erlitten hatten, verloren gegangen oder gekapert wurden und. Damit war dann auch klar, dass unter bestimmten Bedingungen die Mannschaft weiter in Lohn erhielt und auch dementsprechend der Marine verpflichtet war.
Rückblickend betrachtet hatten die Überlebenden der Wager großes Glück, dass sie nicht wegen Meuterei verurteilt wurden und sie verdanken ihren Freispruch dem Wunsch der Admiralität, das alles bitte sehr schnell unter den Teppich zu kehren, das ist die Geschichte der Überlebenden der Wager. Oder zumindest die Geschichte der Überlebenden der Ranger, die danach in England auch öffentlich diskutiert wurde und bekannt wurde.
Denn eine weitere Gruppe Überlebender von diesem Schiff habe ich noch für euch und zwar geht es um die 8 Männer, die von Barclay zurückgelassen wurden und was diese Männer durchgemacht haben, lässt die Geschichten von Jeep und Barclay und den anderen Männern wie den Anfängerkurs an Schrecklichkeit aussehen, sie versuchten. Hunderte von Meilen nach Norden bis nach Buenos Aires zu laufen, woran sie jedoch scheiterten.
Sie mussten umkehren und richteten sich relativ nah an dem Punkt, wo sie ausgesetzt worden waren, bestmöglich in Lager ein. Eines Tages ging eine Gruppe von ihnen auf die Jagd, und als sie zurückkehrten, waren die beiden Wachposten im Lager ermordet, ihr ganz hab und gut gestohlen und das Lager war zerstört, später verschwanden 2 weitere Männer auf der Jagd, die 4 Überlebenden.
Unternahmen dann einen neuen Versuch zu Fuß nach Buenos Aires zu gelangen. Auf diesem Weg wurden sie von Eingeborenen gefangen genommen und versklavt, in der Sklaverei mussten sie natürlich einiges an Strapazen ertragen und wurden von Besitzer zu Besitzer weiterverkauft, schließlich wurden 3 von ihnen von Spaniern freigekauft.
Wer jetzt denkt, dass das die Rettung darstellte, der liegt leider völlig falsch. Es war eigentlich eher das genaue Gegenteil einer Rettung, denn die Spanier warfen sie direkt an Bord eines Gefängnisschiffs und mit diesem Schiff wurden sie über den Atlantik zurückgeschickt. Sie überlebten an Bord dieses Gefängnisschiffes dann eine weitere blutige Meuterei und wurden in Spanien inhaftiert, bevor sie schließlich nach England zurückgeschickt wurden.
Sie kam im Juli 1746 vor. 5 Jahre nach dem Schiffbruch und 6 Jahre, nachdem sie mit ihrer Expedition aufgebrochen waren, wieder in der Heimat an. Und diese 6 Jahre muss man sich wirklich im Schnelldurchlauf vorstellen, was diesen Männern dann alles widerfahren ist. Ein typhusausbruch, Skorbut, Unterernährung, unvorstellbares Wetter, Schiffbruch, Meuterei, eine Fahrt im offenen Boot durch das Südpolarmeer, von den eigenen Leuten ausgesetzt werden, Ermordung von Kameraden, Versklavung, gewaltmärsche, Gefangenschaft.
Und eine weitere Meuterei sowie mehr Zeit im Gefängnis. Absolut unfassbar. Fürchterlich klingt das. In Summe überlebten etwa 35 von 250 Menschen, die ursprünglich auf der Ranger waren, auf der gesamten Expedition waren fast 2000 Menschen unterwegs und mehr als 1300 kamen ums Leben und damit endet mein Bericht für heute.
Es ist übrigens möglich, je nachdem wann ihr das hört, dass ich einen Kinobesuch vorgreife, den ihr vielleicht noch vor euch habt, denn es befindet sich gerade tatsächlich wohl ein Film über die Ereignisse rund um die Rager in Produktion. Und wenn der mal rauskommt, dann sollten wir uns den gemeinsam ansehen und vielleicht danach mal eine Folge aufnehmen, was die alles falsch gemacht haben. Ja, ich danke erstmal an dieser Stelle. Es war zwar wieder eine recht grauselige Geschichte, aber trotzdem eine sehr spannende.
Wirklich sehr spannende auch. Ich finde es auch sehr interessant, gerade dieser Faktor, dass dort die Marine sich gedacht hat, hey Moment mal, wenn das Schiff untergeht, müssen wir euch nicht mehr bezahlen und erst sehr viel später festgestellt, dass es total gegen sie spielt, wahrscheinlich in den meisten Fällen ja, wenn es euch genauso gut gefallen hat wie mir das hier gefallen hat, dann habt ihr die Möglichkeit uns Kommentare zu hinterlassen, uns mit Sternen zu bewerten, wo immer das möglich ist, wie zum Beispiel bei Apple Podcasts. Aber die meisten von euch sind ja so bei Spotify unterwegs und da haben wir auch die meisten Kommentare. Und über die freuen wir uns nicht nur, sondern die lesen wir auch gerne am Anfang von Folgen
vor. Das, was ihr am besten für uns tun könnt, ist grundsätzlich einfach uns weiterzuerzählen, denn es gibt immer noch genug Leute da draußen, die einfach nicht wissen, dass Podcast hören ganz schön cool ist. Und da könnt ihr auf jeden Fall weiterhelfen. Wenn ihr uns direkt unterstützen möchtet, könnt ihr das auch tun, da. Haben wir einmal die.
Möglichkeit bei Steady und einmal die Möglichkeit bei Spotify direkt. Ja, damit sind wir auch schon bei der Stelle in einer Folge angekommen, wo wir einfach nur noch ein letztes Wort. Haben nur noch 1, nur noch 1. Oh mein Gott. Das lautet wie immer. Tschüss.