040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 4

Die letzte Hoffnung für den Elbtower

Freitag, 23. Mai 2025 · 35 min

MP3

Shownotes

"Hamburgs ambitioniertes Wahrzeichen, der Elbtowers , ist zur peinlichen Bauruine verkommen. Hat sich die Stadt bei diesem Milliardenprojekt etwa über den Tisch ziehen lassen? In dieser explosiven Folge unseres Hamburg-Podcasts "040" gehen wir der Frage auf den Grund, warum der Wolkenkratzer am Eingang zur vermeintlich schönsten Stadt der Welt nicht mal halbfertig steht. Wir enthüllen, ob und wann der Bau überhaupt fertiggestellt werden könnte und warum sich der einflussreiche Milliardär Klaus-Michael Kühne wahrscheinlich nicht mehr an diesem Prestigeprojekt beteiligen wird.
Doch es geht nicht nur um Hamburgs größte Bauruine: Wir diskutieren auch, warum das historische Stadion am Rothenbaum viel zu schön ist, um dort nur einmal im Jahr ein Tennisturnier auszurichten – und welche Potenziale es noch birgt. Außerdem nehmen wir den Mindestlohn unter die Lupe, der Hamburgs bekanntesten Erdbeer-Unternehmer angeblich in den Wahnsinn treibt. Und wir wagen einen kühnen Blick in die Zukunft: Sollte sich Hamburg unbedingt noch einmal um Olympia bewerben?
Höre jetzt rein in "040" und erfahre, was Hamburg wirklich bewegt! Verpasse keine Folge !
#Elbtower #Hamburg #Bauruine #KlausMichaelKühne #HamburgNews #040Podcast #Stadtentwicklung #HamburgWirtschaft #Rothenbaum #TennisHamburg #Mindestlohn #Erdbeeren #OlympiaHamburg #HamburgLiebe #PodcastHamburg #Stadtleben

–Weitere Podcast unter: abendblatt.de/podcast
- Wir freuen uns auf Eure Bewertungen und Likes
- Abonniert unseren Podcast, natürlich kostenlos
- Feedback: moinhamburg@abendblatt.abendblatt.de/podcast

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Music. Willkommen, ich bin Lars Haider und ich bin natürlich heute wieder zusammen in diesem Studio mit meinem lieben Kollegen Matthias Iken. Matthias, moin. Schön, dass es wieder geklappt hat. Wir beide verfolgen ja jetzt seit mehr als 20 Jahren die Hamburger Politik, Gesellschaft, Sport und alles, was da so passiert in dieser schönen Stadt, von denen ja einige sagen, sie sei die schönste Stadt der Welt.

Ich ja nicht. Das sagst du nicht? Nein. Oha. Weil ich das total anmaßend finde. Das kann ja nur jemand beurteilen, der wirklich alle Städte der Welt gesehen hat. Das sind aber ein paar Millionen und von daher wäre ich mit solchen Urteilen immer sehr, sehr vorsichtig. Hamburg ist schön, aber dieser Spruch, Hamburg ist die schönste Stadt der Welt, zeigt für mich, dass die Leute entweder noch nicht über den Tellerrand rüber geguckt haben oder vielleicht auch eine etwas schräge Sicht der Wirklichkeit haben.

Und das ist vielleicht auch ein Thema, was wir immer wieder hier streifen, wenn es einen guten Anlass dafür gibt. Und vielleicht gibt es heute einen Anlass, denn das sind die vier Themen, über die wir heute sprechen wollen. Und gleich das erste passt zu der Frage, was Hamburg eigentlich sein will und was Hamburg noch werden kann. Da geht es um den Elbtauer.

Da sollte mal der größte Wolkenkratzer Deutschlands werden oder einer der größten, der drittgrößte. Und jetzt ist er ziemlich kurz gerade und man fragt sich, wird das eigentlich noch zu Ende gebaut? Und ich freue mich, Matthias, da bist du einer der absoluten Experten. Das ist das Thema Nummer eins. Thema Nummer zwei, es geht um Erdbeeren.

Denn wir hatten ein Interview mit Enno Glanz, dem Erdbeerkönig, dem Erdbeerunternehmer. Und der warnt, dass Erdbeeren eventuell künftig nur noch etwas für Reiche sein könnten. Warum das so ist und ob er damit recht hat, darüber sprechen wir. Dann soll es Thema drei um die Sportstadt Hamburg gehen. meine These, wenn das Comeback jetzt nicht gelingt, nach all den Rückschlägen der vergangenen Jahre, dann nie. Und viertens, Ich war mal für uns am Roten Baum, um zu gucken, wie läuft das da eigentlich, Tennis am Roten Baum? Und noch eine These von mir, über die wir sprechen wollen.

Ich finde, das Stadion am Roten Baum, das von der Innenstadt in zwei Bahnstationen erreichbar ist, ist eigentlich viel zu schön, um hier nur einmal im Jahr Tennis zu spielen. Da stimme ich dir 100 Prozent zu. Wow, das sind die Themen, die wir heute haben, lieber Matthias. Und wir starten mal mit dem Elb-Tower und bringen uns da mal auf den Stand.

Es sollte der drittgrößte Wolkenkratzer Deutschlands werden. Es war das letzte große Projekt des Bürgermeisters Olaf Scholz. Deshalb hatte er zwischenzeitlich auch den Spitznamen der lange Olaf, glaube ich. Oder hatte er eigentlich immer nur jetzt der kurze Olaf? Also der kurze Olaf war zumindest das, was dann alle relativ schnell und gerne gesagt haben.

So und nun ruhen die Bauarbeiten seit längerer Zeit. Seit anderthalb Jahren, da kannst du mal sehen, wie schnell das geht. Anderthalb Jahre sind das schon. Ich hätte jetzt auf ein Jahr getippt. Ende Oktober 2023. Hing zusammen mit der Pleite der Unternehmen von René Benko, der damals derjenige war, auf den sich Hamburg fokussiert hatte.

Ja, ausgewählt. Olaf Scholz war mit dabei. Ich weiß noch, es gab mal in Berlin ein Treffen, da war Olaf Scholz und da bekam ich vorher eine Anfrage aus dem Umkreis von René Benko, weil ich ja Olaf Scholz ganz gut kenne ob Rene Benko an diesem Treffen auch irgendwie mal neben Olaf Scholz sitzen konnte. Ich habe da gesagt, da kann ich nichts machen.

Am Ende war es aber so er hat sich dann tatsächlich an dem Tag neben ihn gesetzt. Da war er glaube ich dann schon, also Vizekanzler war Minimum, vielleicht war er sogar Bundeskanzler schon. Ja, das hat sich ja dann zugespitzt und an sich sollte das sozusagen das Abschiedsgeschenk von Olaf Scholz werden.

245 Meter hoher Wolkenkratzer. in dem unter anderem als Ankermieter eine Bank einziehen wollte. Und das musst du einmal erklären, die Stadt hat sich insofern abgesichert gesagt, ihr dürft erst bauen, wenn ihr eine Zahl von Mietern vorweisen könnt. Genau. Man wollte ja eigentlich aus dem Desaster der Elbphilharmonie lernen und wirklich ein Bauwerk errichten, was ganz ohne städtischen Einfluss auch vollendet werden kann.

Sodass, wenn irgendwas schief läuft, so der Gedanke, es der private Investor bezahlen muss. Die Idee war ja gut, nur leider muss man sagen, hat die Stadt sich da ein bisschen über den Tisch ziehen und auch übers Ohr hauen lassen, denn sie hat die Verträge nicht ausreichend geprüft. Und sie hat am Ende auch nicht genau hingeguckt, ist das Ding wirklich durchfinanziert?

Und die Mieter, die Herr Benko vorzuweisen hatte, waren natürlich, muss man sagen, also ein Vormieter aus einem anderen Gebäude von Benko, nämlich die Hamburg Commercial Bank, die dort in den Elb-Tower ziehen wollte, dann das Hotel, was dort einziehen wollte, eine internationale Hotelgruppe von Robert De Niro, also schon muss man sagen, wohlklingende Namen.

Es gab auch schon kleinere Mieter wie Aon und ein Ärztezentrum sollte da rein. Das sah erst mal auf den ersten Blick alles ganz gut aus, aber man muss sagen, man hätte etwas genauer in die Finanzierung reingucken müssen, denn die war schon damals wackelig. Da kommt dieser Song, Robert De Niro's Waiting, kriegt eine ganz andere Bedeutung auf den Elb-Tower.

Muss er vielleicht für immer warten, jetzt steht da so ein Gerippe von 100 Meter Höhe ungefähr. Ja. Und die Frage ist ja jetzt, was wird daraus? Und da ist es natürlich wie immer so gewesen in Hamburg, wenn es nicht mehr weitergeht, hat man gesagt, ruf mal einer Klaus-Michael Kühne an, der ja auch ein bisschen beteiligt ist an dem Projekt.

Ein bisschen beteiligt, das ist eine sehr freundliche Formulierung. Kannst du besser erklären, ja. Es ging, glaube ich, abgesehen vom HSV und auch das war günstiger kein Geschäft in den letzten Jahren, wo Klaus Michael Kühne so viel Geld versenkt hat. Er hat ja wirklich an Benko geglaubt. Benko ist ja, muss man auch sagen, also es ist jetzt natürlich immer einfach.

Wir Journalisten haben auch im Rückblick immer alles schon besser gewusst. Damals, muss man sagen, hatte er eine sehr gewinnende Art. Er war so ein bisschen der österreichische Chameur, der es wirklich geschafft hat, gerade älteren Selfmade-Millionäre richtig um den Finger zu wickeln. Mit seinen Ideen, mit seinen Visionen, aber auch mit seinen Dividenden, die er hübsch ausgeschüttet hat.

Sodass sich da viele haben täuschen lassen, darunter auch Klaus Michael Kühne. Und ja, auch andere Namen waren dabei, wo man sagen würde, die haben das schon auf Herz und Nieren geprüft. Zum Beispiel die wirklich wichtige Immobilientochter der Commerzbank, Commerz Real, ist ja auch mit eingestiegen beim Elbtower und hat gesagt, das ist ein Gebäude, an das wir glauben, das ist ein gutes Konzept und insofern muss man ehrlich gesagt sagen, mit dem Wissensstand vielleicht von 2017 oder 2018, das war da, als Olaf Scholz in seiner allerletzten PK in Hamburg diesen Turm präsentierte, ließ sich das ganz gut an.

Andererseits, und das war damals natürlich auch schon so ein bisschen so ein Magengrummeln, ich weiß, dass ich nach dieser PK rausging. PK muss man mal erklären, diese Pressekonferenz. Das stimmt immer, hier mit unseren Insiderabkürzungen. Ich bin nach der Pressekonferenz aus dem Rathaus raus und traf einen alten Kollegen, der auch einen Wirtschaftshintergrund hat.

Und ich sagte, Benko, das ist ja auch mutig. Und zwar deshalb wohlwissend, und das war damals mit relativ wenig allgemeinem Wissen bekannt, hat er halt schon in Österreich in den Jahren, in denen er aufgestiegen ist, sich durchaus auch klagen und auch quasi Verurteilungen eingefangen. Und mir fällt da der wunderbare Satz eines Hamburger Bankers, einen Namen werden hier nicht genannt, der dann sagt, als ich ihn fragte, sind sie auch mit dabei, weil das haben ja auch viele quasi Kapital zur Verfügung gestellt.

Da sagt er, nein, unsere Bank macht keine Geschäfte mit Österreich, denn der Balkan beginnt in Wien. Ups. Schöner Satz, fand ich auch. Also wie gesagt, wer es war, sage ich nicht. Es gibt ja viele Hamburger Banker, aber das fand ich ganz interessant. So und jetzt steht dieses Ding da, seit anderthalb Jahren wird nicht gebaut und man fragt sich, kann es sein, dass diese Ruine erhalten bleibt?

Also das ist da wirklich, oder muss die Stadt eines Tages, wenn sie niemanden findet, der das weiterbaut, der das zu Ende baut, das abreißen? Was ist aus deiner Sicht die wahrscheinlichste Lösung? Die wahrscheinlichste Lösung, das ist wirklich schwer. Die wahrscheinlichste Lösung ist, glaube ich, dass das Ding uns noch zwei, drei Jahre erstmal in seiner Schönheit, in Anführungsstrichen, erhalten bleibt, weil wir sind da ein bisschen in der Zwickmühle.

Die Idee ist ja großartig. Die Idee, die jetzt der Hamburger Investor und Entwickler Dieter Becken hatte, der hat gesagt, Mensch, ihr müsst doch eh ein Naturkundemuseum bauen. Das wolltet ihr in der HafenCity bauen, also nicht weit vom jetzigen Standort entfernt. Und macht das doch besser bei uns im Gebäude. Da habt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Auf der einen Seite müsst ihr dieses teure Gebäude, da gibt es interne Berechnungen, die bis zu einer Milliarde Euro Baukosten veranschlagen. Jetzt noch? Nein, nein. Insgesamt. Wenn man einen Neubau auf ein Naturkundemuseum auf diesem Baufeld beim Überseegquartier, da gibt es inzwischen, das mögen auch politische Rechnungen sein, so nach dem Motto, setz die Zahlen mal ein bisschen höher an, damit alle wirklich total verschreckt sind.

Aber da kann man sagen, dieser Plan, das Naturkundemuseum neu zu bauen, kannst du vergessen, macht kein Mensch mehr. Eine Milliarde in diesen Zeiten, völlig abwegig. Und da hat man das andere Gebäude, was ein Mieter braucht. Und da war natürlich naheliegend zu sagen, hey, das Naturkundemuseum zieht in das Untergeschoss dieses Elbtowers, was ja auch schon fertig ist.

Und da haben wir dann den Ankermieter, den wir brauchen, um, und das ist natürlich entscheidend, momentan sagen alle, sowohl die Banken als auch die Kapitalgeber. Ich gehe da nicht rein, da braucht man mindestens 50, 60 Prozent Vermietung. Momentan stehen wir, wenn wir ehrlich sind, Herr Becken redet immer auch von einem Hotel, aber sind wir wahrscheinlich zwischen 0 und 10 Prozent.

Und solange sich das nicht signifikant ändert, ändert sich auch nichts mit dem Elb-Tower. Nun ist aber die Frage, ob die Stadt nicht am Ende doch viel Geld über einen langlaufenden Mietvertrag über 20, 30 Jahre im Elbtauer versenkt, ob es nicht anderswo deutlich günstigere Mietflächen gäbe, wo man dieses Naturkundemuseum auch bauen kann.

Denn der Punkt ist natürlich so, die Stadt hat sich so aus dem Fenster gelehnt und gesagt, wir werden diesen Elb-Tower nicht weiterbauen, dass sie da so ein bisschen die Gefangenen ihrer alten Versprechen sind. Also das ist so, diese Aussage ist, da fließt kein Steuergeld rein in den Elbtauer. Und natürlich würde jetzt indirekt mit der Miete für das Naturkundemuseum würde doch Steuergeld reinfließen.

Und was auch interessant ist, und da zuckt man natürlich immer zusammen, auch als andere Unternehmer, dass Kühne sagt, ich gehe da nicht weiter rein. Also auf jeden Fall nicht allein. Nicht allein. Das ist auch nachvollziehbar, weil die Summe, die da mindestens gebraucht wird, ist ja, sage ich mal. 400 Millionen, sagt man Pi mal Daumen, sind vergeben.

Man braucht sicher aber nochmal 800 Millionen bis eine Milliarde, um das Ding dann fertig zu bauen. Und das heißt, man braucht Fremdkapital, man braucht Eigenkapital und Kühner hat ja so für 100 Millionen gesagt, da ist so meine Grenze. Aber da wird es keinen anderen geben, der 200, 300 Millionen mitbringt und dann wird es eng.

Erst in dem Moment, wo man wirklich sagen kann, hey, es hat geklappt mit dem Naturkundemuseum. Der nimmt, weiß weiß ich, 30 Prozent der Mietfläche, macht er richtig groß mit Hörsälen, mit Forschungslaboren, mit Büros, mit Ausstellungsräumen. Ein Komplex, solange man die nicht hat, wird es die nicht geben.

Und ob man politisch den Mut hat, sich dazu durchzuringen, da bin ich gespannt. Und ohne Naturkundemuseum, also ja, es gibt immer wieder Gerüchte, dass es im Ausland noch den einen oder anderen Investor gibt, der spekuliert wohl. Der sagt, ich gucke mir das mal in Ruhe an. Und wenn das scheitert, dann gibt es halt aus der Insolvenzmasse diesen Tor so noch günstiger.

Und dann steige ich vielleicht ein. Schön wär's, wenn da irgendwie Alibaba mit seinen 1,4 Milliarden kommt oder ein US-Investor Donald Trump vielleicht. Aber auch das ist erstmal schwierig. Ein Trump Tower könnte man, Plan B. Genau. Plan B ist, du hast es diese Woche berichtet, es gibt einen Professor, der seine Studenten schon mal aufgefordert hat, entwickelt Pläne für den Elbdauer.

Einzige Voraussetzung, er wird nicht weitergebaut. Also ist es vorstellbar, dass das dann ein Kunstwerk wird oder eine Art Mahnmal, Hamburg übertreib es nicht mit deinen Weltstadtplänen. Das ist ja witzigerweise auch schon von Kollegen vorgeschlagen worden. Ich halte immer von diesem Mahnmal, was mitten in der Stadt herumsteht, das kann auch wirklich nur einem Journalistenhirn quasi entkommen.

Das gab es übrigens auch damals bei der Elbphilharmonie gab es auch jemanden, der das gefordert hatte, diesen halbfertigen Bau so als Mahnmal der Hamburger Hybris stehen zu lassen. Ich bin ganz froh, dass man auf diese Gaga-Ideen nicht hört. Aber spannend ist schon, ja, was macht man damit? Also, wenn das Grundstück am Ende, weil keiner investieren will, an die Stadt zurückfällt, dann hat die Stadt diesen Tor so.

Dann ist immer noch eine spannende Frage da, gibt es verschiedene, wahrscheinlich müssen es am Ende Gerichte entscheiden, verschiedene Versionen. Hat weiterhin der Entwerfer, nämlich David Shippert Field Architects, haben die also quasi. Das Recht daran, dass es nur in dieser Form, wie sie es damals quasi entworfen haben, fertig gebaut werden kann?

Oder kann man doch noch irgendwie mit diesem Tor sowas anderes machen? Weil wenn man ihn abreißen müsste, da kann man auch von ausgehen, das ist ein richtig teurer Spaß. Da ist mindestens ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag weg. Und das dauert auch ewig lange. Also da kann man nur sagen, Hamburg sollte sich wünschen, dass es eine Lösung gibt, weil der Abriss über zwei, zweieinhalb Jahre ist natürlich auch quasi der Inbegriff des Scheiterns dieser Hamburger Träume.

Und wir werden das natürlich weiter verfolgen. Hamburger Träume ist ein ganz guter Übergang. Deshalb komme ich gerne zu einem Thema, was wir schon zweimal besprochen haben. Aber hier nochmal, wir erinnern uns, dass Hamburg ja nicht nur Kulturstadt werden wollte und nicht nur Wissenschaftsstadt, sondern auch Sportstadt.

Das war das große Ziel bis 2015, dann scheiterte die Olympia-Bewerbung und an einem Volksentscheid und als ob das sozusagen ein schlechtes Ruhmen war. Ging es danach auch mit dem Hamburger Sport bergab. Eishockey verschwand komplett, also Spitzen-Eishockey verschwand komplett, die Handballer hatten große finanzielle Probleme, verschwanden auch erstmal, ich weiß gar nicht, erstmal in der Drittklassigkeit glaube ich und dann stieg der HSV ab in die zweite Liga und Hamburg war so eine mittelmäßige. Sportstadt.

Nun haben sich das alles wieder so ein bisschen erholt. Die Hamburg Towers haben die Fahne im Basketball in der ersten Liga hochgehalten, spielen auch auf europäischer Ebene, die Handballer sind wieder in der ersten Liga. Du hast noch einen Verein vergessen. Wen habe ich vergessen? Den FC St. Pauli. Ja, kommt ja gleich noch. So. Die HSV-Frauen sind erstmals in der ersten Liga, wenn ich das richtig weiß.

Der FC St. Pauli hat den Klassenerhalt in der ersten Liga geschafft. Der HSV ist wieder in der ersten Liga und hat, da muss man dir jetzt recht geben, das war schon dann am Ende eine lustige Feier, wenn man überlegt, dass in München der 34. oder 35. Meistertitel des FC Bayern München haben 15.000 Leute gefeiert.

Und hier haben den zweiten Platz in der zweiten Bundesliga und den Aufstieg der HSV-Frauen 80.000 Leute gefeiert. Aber das kann halt nur der Sport diese Emotionen wecken. Und die Frage ist jetzt, muss Hamburg jetzt nicht wieder tatsächlich an dieses Thema Sportstadt anknüpfen? Weil jetzt ist es wieder eine Sportstadt. Ja, wobei ich auch nicht diese Fixierung auf erfolgreiche Profivereine so richtig zielführend finde.

Schön ist nochmal, dass du den Vergleich gewählt hast. Also ich muss es nochmal sagen, auch wenn ich mir da viel Haue abgeholt habe. Für den zweiten Platz in Liga 2 mit dem höchsten Etat, aber das sei nur am Rande erwähnt, eine Party zu feiern, als sei mal gerade Weltmeister geworden, finde ich immer noch ein bisschen schräg.

Aber es sei von Land normal jedem gegönnt. Aber es war auch wirklich interessant dann zu sehen, weil dann kam ja die Mannschaft auf den Balkon. Und man kennt das ja aus früheren Zeiten oder auch vom FC Bayern. Dann hält man irgendwas hoch. Und der Einzige, der was hochhalten konnte, war Robert Glatzl, nämlich die Torjägerkanone. Als Merlin Polzin auf den Platz kam, hat der einfach nur so hingewunken.

Da merkte man schon, aber es war glaube ich in dem Moment alles völlig egal. Egal, Haken hinter. Aber Sportstadt Hamburg. Aber was ich sagen wollte, Sportstadt lebt eigentlich davon, dass die Menschen Sport machen. Und dass man gute Bedingungen hat, um seinem Sport nachzugehen. Da geht es um Sportflächen für Jugendvereine.

Da geht es um Sportflächen für Freizeitsportler. Einfach um Bolzplätze, um Schwimmbäder. Aber das halte ich für mindestens genauso wichtig. Und da muss man sagen, hat damals die Olympia-Bewerbung schon so ein bisschen ausgelöst, dass da einfach mehr gemacht wird. Du hast recht, diese Profivereine sind durch ein Tal der Tränen gegangen.

Das kann ja jetzt besser werden. Aber wir wollen jetzt ja offenbar auch nochmal es versuchen, Olympia-Stadt zu werden. Ich halte ja immer noch, ich glaube, das haben wir auch schon mal besprochen hier, es ist vielleicht auch ein bisschen mein journalistisches Trauma. Das Nein zu Olympia 2024. Und wir hätten diese Spiele bekommen für den größten Fehler, den Hamburg in den letzten 80 Jahren gemacht hat.

Ja, und wahrscheinlich ist es aus der Vorstellung 2015, als es darum ging, sich zu bewerben, und wir erinnern uns, es ging um Hamburg und Berlin, der DOSB, der Deutsche Olympische Sportbund, sagte damals, wir möchten Hamburg. Also Hamburg hätte einfach nur hier zustimmen müssen. Und alle konnten sich nicht vorstellen, dass Hamburg den Zuschlag gekriegt hätte für die Spiele, die dann ja in Paris stattgefunden haben und die wunderbar waren.

Aber ich sehe es genauso wie du, es ist damals, die Spiele sind nach Europa vergeben worden. Paris war schon sehr oft dran. Deutschland wäre mal wieder dran gewesen. Es wäre eine große Chance gewesen. Und wer war der IOC-Chef? Genau, ein Deutscher. Da galt es ja auch oft als guter Ton, dass man als Dankeschön zum Abschied, so war es ja auch in Spanien damals, Samaranch, nochmal Olympische Spiele quasi vergibt. Ich weiß es nicht am Ende des Tages, aber es gab am Ende zwei Bewerber.

Das sollte man nicht vergessen. Es gab L.A. und Paris. L.A. 28, Paris 24. Aber gut, das ist vergossen in Milch. Aber es ist halt unheimlich schwer, auch mit dieser vergossenen Milch, die wieder in die Tüte zu bekommen. Also ob man jetzt nochmal wieder mit einer neulichen Bewerbung diese Begeisterung von damals aufgreifen kann.

Dieses super Konzept, was wir hatten mit dem Grasbruch, funktioniert ja jetzt nicht mehr. Denn der ist quasi halb anders verplant. Die Spiele der kurzen Wege, die Spiele am Wasser, das ist alles ein Versprechen gewesen, von dem ich nicht weiß, ob man das für neue Spiele auch geben kann. Aber und dann kommen wir gleich zu unserem dritten Thema, die Begeisterung für Sport ist ja unbedingt da, das habe ich in dieser Woche gemerkt.

Ich war dann am Montag beim HSV, habe mir das angeguckt, drei Stunden gestanden. Übrigens auch da muss man sagen, komisch, dass im Rathaus Reden gehalten werden, die nicht nach draußen übertragen werden. Man hätte ja gerne gehört, was Merlin Polzin sagt. Hätte man auch drauf kommen können, dass man da ein paar Boxen aufstellt.

Ich glaube, es gibt irgendeine komische Hamburger Regel, die das verbietet, aus dem Rathaus von drinnen Dinge nach draußen zu übertragen. Aber egal, also Montags war schon eine phänomenale Stimmung. Und dann war ich Dienstag am Roten Baum, beim Tennisturnier. Und muss sagen, auch da spürte man die Begeisterung der Hamburger für diesen Sport. War es denn voll?

Es war relativ, ich würde so sagen, 5000, 5.500, 6.000 Leute vielleicht auf dem Center Court. und es war ein Tag ohne Alexander Zverev, also es war jetzt nicht, die Spitzenbegegnungen waren da, aber da muss ich auch nochmal so eine Lanze für das Tennis brechen. Ehrlich gesagt, Tennis ist für Zuschauer vielleicht der am besten geeignete Sport überhaupt, weil du hast ja permanent, geht es hin, also nicht nur im Wasser, sondern du hast diese Triumph und Enttäuschung, liegt so nah beieinander, ich habe das gemerkt bei einem Spiel, dann hast du ein Spiel, erster Satz gewinnt der ein Spieler 6-4, dann steht es im zweiten Satz 5-5 40-30.

Oder 30-30. Das heißt, mit dem nächsten Punkt hat entweder der eine die Chance sozusagen das Spiel fast zu gewinnen, oder der andere holt, also passt jetzt gerade nicht, aber war auch anders. Und das war eine tolle Atmosphäre. Und dann habe ich auch gedacht, du hast als Hamburg dieses Tennisstadion, dieses wunderschöne Tennisstadion, mitten in der Stadt.

Übrigens, natürlich, du hast auch diese beiden Nebenplätze, wo du, ich weiß nicht, ob du mal beim Tennis war, zuletzt warst. Ich war mal in dem Stadion, aber nicht zum Tennis gucken. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich noch nie. Am roten Baum war. Das gehört in Hamburg dazu. Es gab ja dieses Jahr die großen Diskussionen über die Frage, dass es zu teuer ist.

Wahrscheinlich ist es auch wie alles andere im Vergleich teurer geworden. Aber was ich sagen wollte, die Nebenplätze gehen gar nicht, da sitzt du noch auf so Holzbänken. Da denkst du wirklich so 1980, seitdem hat sich nichts verändert. Aber die Stimmung, die da ist, und da habe ich mich natürlich gefragt, warum nutzt man diesen Ort nicht öfter?

Und jetzt kommt es. Es ist ja immer das Argument, Es ist dann so laut. Und ich bin dann mal ein bisschen weggegangen, unter anderem deshalb, weil Alexander Zverev auf einem Nebenplatz trainierte, den man von einem Spielplatz gut einsehen konnte, da musste du gar kein Geld bezahlen. Und ich habe die Geräusche vom Center noch gar nicht mehr gehört.

Also dieses Argument, dass es dann so riesig laut ist, auch das Argument, dass dann Verkehrssituationen schwierig ist, ist aus meiner Sicht überhaupt gar kein Thema. Weil der normale Mensch kommt natürlich dahin mit der U-Bahn oder mit dem Bus. Und ich finde es sehr schade, dass dieses Stadion mitten in der Stadt nicht noch viel häufiger für Sport, für klassische Konzerte genutzt wird.

So war es ja angedacht, so war es ja geplant und so war es ja früher auch. Nur das Problem war natürlich ein bisschen, als man dieses wunderbare neue Stadion gebaut hatte, dass dann die Anwälte, die dort ja reichlich in der Nachbarschaft wohnen, auch die Gerichte bemüht haben. Und da muss man natürlich ehrlich sagen, ist immer das Problem, dass Sport, Veranstaltungen etc.

Natürlich keine Lobby haben. Wenn es um neue Genehmigungen geht, wird es halt unheimlich schwierig. Man am Roten Baum ist der HSV jahrzehntelang Meister geworden. Er war jahrzehntelang Meister geworden, ist jetzt eine steile These, aber er hat jahrzehntelang da gespielt und hatte auch Erfolge. Aber das ist ja auch mitten in der Stadt gewesen. Und da wäre keiner auf die Idee gekommen, in den 60er Jahren zu klagen, das sei eben zu laut oder es seien zu viele Autos da.

Und die sind damals wirklich mit dem Auto angereist. Und es gab ja auch im Anfängen nicht Konzerte, so war ja diese ganze multimoderne Halle konzipiert. Allein, es war dann am Ende vor den Gerichten nicht durchsetzbar. Und da beißt sich dann die Sportstadt natürlich auch selber so ein bisschen in den Schwanz, weil was machst du dann, wenn du zwar Sportstätten hast, die aber nicht oder nur ganz, ganz selten nutzen darfst?

Das ist so und es ist nur zu hoffen, dass dann irgendwann eine Einkehr passiert, weil wenn man mitten in der Stadt lebt, dann muss man doch damit rechnen, dass es auch ein bisschen lauter ist und gerade die Ecke ist jetzt auch nicht gerade leise, da ist die Uni direkt nebenbei, da wohnen unglaublich viele Leute, da passiert halt viel, also da ist halt ein bisschen lauter in so einer Stadt.

Aber da haben sich einfach die Ansprüche sowas von verändert. Ich weiß noch, als ich Mitte der 90er in Hamburg, nach Hamburg zog, habe ich nach einer Wohnung geguckt, dann noch eine gefunden und zwar direkt am Fußballplatz von... Und USC Paloma. Und damals war der Mietmarkt nicht so angespannt und da sagte der Vermieter noch, um mich zu überzeugen, und sie können hier umsonst Fußball gucken. Und ich dachte, das ist ja super.

Also da war das quasi noch eine Werbemaßnahme für eine Wohnung. Wenn man dann da wohnt, merkt man schon, warum fangen die denn sonntags morgens um 8 Uhr an? Da kam ich gerade vom Kiez wieder, da spielten die da schon Fußball, war auch manchmal ein bisschen lauter. Aber nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, das irgendwie als Manko dieser Wohnung zu akzeptieren.

Genauso, es gibt dieses wunderbare Stadion, gibt es ja immer länger, weil am Diebstreich man nicht in die Pötte kommt von Altona. Was ja auch mitten im Wohnviertel ist und es klappt und es ist hin und wieder und das gehört einfach zum Leben in der Stadt dazu. Wir müssen wieder toleranter werden. Und ich glaube, da ist in den letzten Jahren wirklich einiges passiert.

Jeder denkt an sich, aber Stadt funktioniert nur, wenn also auch gemeinsame Interessen möglich werden. Und da muss man manchmal auch sein Eigeninteresse etwas zurückstellen. Was ich interessant fand übrigens, man fragt sich ja, warum heißen die Hamburg Open jetzt Bitpanda Hamburg Open? Was bitte ist Bitpanda? Habe ich auch nicht gewusst, weiß ich jetzt, durch dieses Turnier.

Krypto, Krypto. Krypto, eine europäische Plattform, anscheinend eine der größten, vielleicht sogar die größte. Hast du gleich ein paar Bitcoin gekauft, oder? Aber jetzt kommt es. Der CEO ist offensichtlich jemand, ein Hamburger, der in Hamburg aufgewachsen sein muss, Erik Demuth, Name sagte mir bisher nicht, der aber früher als Kind am Roten Baum Autogramme gesammelt hat.

Und da sieht man natürlich auch, was so ein Tennisturnier auch machen kann. Also wie ein Tennisturnier oder wie der Sport Bindung erzeugen kann, die dann vielleicht bei Kindern, die mal Tennis-Fans sind oder HSV-Fans oder FC St. Pauli-Fans, die dann später Unternehmen gründen, vielleicht dann dazu führt, dass plötzlich man dann als Sponsor da auftaucht.

Ein super Gedanke, das zeigt ja, wie Sozialisierung auch in einer Stadt funktioniert. Und dafür musst du halt Räume schaffen, wo das möglich ist. Und der Rotenbaum ist ein toller Raum, das kann man auf jeden Fall. Sagen. Letztes Thema, du hast noch nie ein Tennis-Turnier besucht, aber ich denke, du hast schon mal Erdbeeren gegessen. Ja.

Jetzt machen wir den, das ist gemeint von mir, den Alltag-Check. Erdbeeren kosten das Pfund im Moment. Das hängt ja ein bisschen davon ab, wo sie herkommen. Wir reden jetzt mal über deutsche Erdbeeren. Deutsche, gute Erdbeeren, das Pfund. Oder das Kilo. Achso, Kilo 10. Sehr perfekt, also mindestens 5 Euro.

Ich bin ja nicht Peer Steinbrück. Nee, mindestens. Rudolf Scharping war das damals, denn ich wusste, was ein Pfund Butter kostet. Na gut, ich glaube viele Politikerinnen und Politiker wissen, ist auch nicht schlimm, man muss auch nicht immer alle Preise wissen, aber wir hatten ja Enno Glanz in einem anderen Podcast zu Gast, den Erdbeerkönig, den Erdbeerunternehmer, den man aus Dellingsdorf kennt in Schleswig-Holstein, der in Hamburg aber glaube ich, was hat er gesagt, 150 Verkaufsstände hat und der hat mehr oder weniger gesagt, dass er es jetzt seit 50 Jahren macht und dass er sich noch nie über die Politik geäußert hat, es aber jetzt machen müsste, weil es so nicht weitergehe.

Und er hat gesagt, wenn man ihm vor zehn Jahren gesagt hätte, dass im Jahr 2025 ein Pfund Erdbeeren mindestens fünf Euro kostet, er hätte es nicht geglaubt und er sagt, wenn das so weitergeht, dann können sich tatsächlich, ich übersetze das mal, eines Tages nur noch, reiche, muss man es auch jetzt schon sagen, fünf Euro für ein Pfund Erdbeeren, das kann sich auch nicht jeder mal eben so schnell, und Pfund ist ja nicht viel.

Können sich nur noch reiche Leute Erdbeeren leisten. Und was ist der Grund? Und das ist ja das, worüber wir jetzt nochmal am Ende sprechen wollen. Er sagt, der Grund ist der Mindestlohn. Er betont, Enno Glanz, dass er den Mindestlohn per se natürlich gut findet. Sagt aber auch, der Mindestlohn führt dazu, dass deutsche Obstanbauer, Gemüsebauer im europäischen Vergleich Wettbewerbsnachteile haben, weil der Mindestlohn halt woanders im Zweifel nur halb so hoch oder nur ein Drittel oder ein Viertel so hoch ist wie in Deutschland. Ja, das ist ja politisch gewollt.

Also wenn du siehst, erst, es ist interessant, weil wird ja gerade wieder viel geredet über die Agenda 2010. Da hat ja Gerhard Schröder bewusst auf einen Mindestlohn verzichtet, was ich damals eigentlich nicht richtig fand, denn ich dachte, man müsste halt auch ein Zeichen setzen hin zu den Gewerkschaften.

Er hat damals darauf verzichtet, was aber, muss man sagen, natürlich auch mit dazu geführt hat, dass wir diesen enormen Aufwuchs von sozialversicherungspflichtigen Jobs haben. Und als wir mit dem Mindestsohn angefangen haben, lag der bei 8 Euro. Und da kann man natürlich auch schreien, ja, viel zu niedrig, finde ich, kann man sich drüber unterhalten. Aber ich bin ja ein Anhänger des Marktes.

Und wenn man halt keine Leute findet für diese 8 Euro, dann muss man halt überlegen, bietet man den Job noch an, lässt ihn irgendwie quasi durch KI oder durch Maschinen erledigen. Oder zahlt man mehr Geld? Aber wir haben jetzt den Mindestlohn in jedem Wahlkampf durch eine Kampagne so angehoben, dass der Mindestlohn, das sieht man ja überall da, wo man, sage ich mal, irgendwie personalintensives Geschäft hat angefangen, irgendwie von der Putzfrau.

Wir haben vorhin in der Konferenz lange über den Döner gesprochen. Auch der Döner ist deshalb im Preis explodiert. Das liegt jetzt so tatsächlich, ich bin ja als Vegetarier kein Döner-Experte, aber habe ich mir jetzt sagen lassen, so zwischen 8 und 10 Euro ist für einen Döner normal? 8 Euro, ja, ja. Und der war, muss man sagen, auch lange Zeit natürlich viel zu billig, weil man sich auch die Frage stellt, was ist das für ein Fleisch.

Aber trotz alledem, wir haben jetzt gerade bei diesen niedrigpreisigen Geschichten und Erdbeeren, Döner, Pommes, das sind alles so Sachen, sage ich mal, Taschengeld. Das ist auch Taschengeldökonomie. Und wir haben durch die wirklich, wie ich finde, völlig überzogenen Erhöhungen des Mindestlohns diese Taschengeldökonomie schon komplett umgestellt und da wird man am Ende auch sehen, dass natürlich dadurch die Nachfrage zurückgeht.

Also bei deutschen Erdbeeren hast du es ja schon erzählt, hat Endoglanz schon das Problem, weil in Spanien und wenn man da… Er sagt ja Rumänien, Polen. Rumänien, Polen, ja. In Spanien arbeiten auch viele illegale Einwanderer. Die Ukrainer, die Saisonarbeiter kommen natürlich, wenn sie jetzt eben können, nach Deutschland, weil da viel, viel mehr bezahlt wird.

Aber trotz alledem ist es so, dass wir die Preise so angehoben haben, dass es wirklich schwierig ist. Ich habe jetzt hier von meinem Biobauern gehört, wir finden gar keine Leute mehr, die die Erdbeeren pflücken. Wir machen es wahrscheinlich selbst pflücken oder wir bauen keine mehr an. Auch das kann natürlich eine Konsequenz sein. Und wenn wir immer von ökologischer Landwirtschaft reden und auch von Ökologisierung von Lieferketten, kann es ja nicht im Interesse...

Des Erfinders sein, dass man aus Spanien jetzt die Erdbeeren einfliegt. Natürlich will ich jetzt auch nicht Dumpingpreise auf den Feldern zahlen, aber ich glaube, man muss ein bisschen gucken, dass es einfach einen Bereich gibt, einen Jobbereich, wo Leute zum Beispiel als Saisonarbeiter rüberkommen oder auch Schülerjobs, die einfach auf die Dauer nicht mehr angeboten werden, weil keiner dafür 15 Euro zahlen kann.

Genau, und der Vorschlag von Erno Glanz war, zwei Arten von Mindestlöhnen zu machen. Den einen für die, die quasi das ganze Jahr darüber davon leben müssen und die anderen für die, die vielleicht nur Saisonbeschäftigung annehmen, für 90 Tage Schüler, Rentner, bei denen ja oft dann brutto gleich netto ist, weil sie gar keine Abzüge haben bei der Steuer.

Und übrigens auch das ist interessant, ich habe mich natürlich auch gefragt, ob es überhaupt denn deutsche Erntehelfer gibt. Nein, das ist auch seit Jahren, die kommen vor allen Dingen aus Polen, aus der Ukraine Und es gab mal einen Arbeitsminister, der hat sozusagen die Branche gezwungen, jetzt beschäftigt doch mal deutsche Arbeitslose da und hat das ganz interessant erzählt.

Es sind 400 Deutsche dann gekommen zu ihm, zu einem Einstellungsgespräch. Zwölf sind zum Arbeiten erschienen und vier sind geblieben. Und das waren Russlanddeutsche, die gerade aus Russland gekommen sind. Und das sagt ja auch einiges darüber, was wir da für Probleme haben. Und ich muss sagen, Enno Glanz klang so, als ob er wirklich große Sorgen hätte um dieses Familienunternehmen, was es ja schon seit vielen, vielen Jahrzehnten gibt.

Die Geschichte der Familie geht bis zu 300 Jahre zurück und sagt, ich weiß nicht, ob ich das jetzt über meine Zeit hinaus wirklich so erhalten kann. Also da muss man sehen, sie haben zwar nur drei Jahre regiert, unsere Freunde der Ampel, aber sie haben ökonomisch so viel wirklich dummes Zeug angestellt, dass das Land darunter noch lange leiden wird.

Damit meinst du vor allem den Mindestlohn? Nein, damit meine ich nicht nur die Mindestlohn, ich meine damit das Bürgergeld, was mindestens genauso wirkt, weil das natürlich, ich meine, der Mensch ist ein ökonomisches Wesen. Wir beiden würden wahrscheinlich uns auch die Frage stellen, sollen wir uns das wirklich irgendwie zum Spargelstechen melden oder leben wir einfach vom Bürgergeld?

Also es sind in einer Zeit, wo sich gerade sowieso auf dem Arbeitsmarkt total viel verändert, wo wir viele Menschen haben, die sich langsam rausziehen, die irgendwie kündigen, die sagen, Work-Life-Balance ist total wichtig, haben wir nochmal massiv das Arbeitskräfteangebot verkürzt. Und da muss man sagen, also was hat diese drei Parteien da geritten?

Dass sie noch aus der Atomenergie ausgestiegen sind und damit die Energie viel teurer gemacht haben. Darüber will ich gar nicht reden. Aber es sind wirklich signifikante Weichenstellungen. Und da muss man nochmal Gerhard Schröder loben. Der hat die Weichen damals unter enormen Anstrengungen in die richtige Richtung umgestellt.

Und diese drei Jahre, unter Merkel wurde auch schon viel verkehrt gemacht. Aber diese drei Jahre, der Ampel, da waren Geisterfahrer unterwegs. Das ist eigentlich ein schönes Schlusswort. Aber bei 0-4-0 gilt ja, wir bleiben auf jeden Fall immer unter 40 Minuten. Das war 0-4-0, streng vertraulich, die Lage in Hamburg.

Wir hören uns nächste Woche wieder, wie geplant am Freitag. Es sei denn, die Lage in Hamburg, was wir nicht hoffen, erfordert ist, dass wir eine Sondersendung machen müssen. Bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de.

Music.

0:00 / 0:00