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040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 6

Der HSV und die Sache mit dem neuen Volksparkstadion

Donnerstag, 5. Juni 2025 · 35 min

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Shownotes

Hat Hamburg wirklich eine Chance, sich als deutscher Kandidat für Olympische Sommerspiele zu bewerben? Eine bisher nicht veröffentlichte Umfrage spricht dagegen. Dafür spricht, dass Hamburg ein neues Leichtathletik-Stadion für 60.000 Zuschauer bauen will – ein Coup, der vor allem dem HSV nutzt. Denn der soll auf diesem Weg ein neues Volksparkstadion bekommen, mit mehr Komfort und am Ende mehr Plätzen (70.000) als zuvor. Bleibt nur die Frage, wer das bezahlen soll – und ob man das Volksparkstadion, das gerade 25 Jahre alt ist, wirklich demnächst abreißen sollte. Darum geht es in dieser Folge von „040 Streng vertraulich“ – und dann verraten die Gastgeber Matthias Iken und Lars Haider, welcher Politiker aus dem Umkreis von Alt-Bundeskanzler Olaf Scholz doch noch einen großen Karrieresprung machen könnte.

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Music. Herzlich Willkommen, mein Name ist Lars Heider. Zusammen mit meinem lieben Kollegen Matthias Icken beobachte ich seit fast 20 Jahren, glaube Matthias sogar noch länger, in Hamburg die Gesellschaft, die Politik, die Wirtschaft, den Sport. Und hier in diesem Podcast sprechen wir drüber und verraten Ihnen, euch exklusiv, das eine oder andere Vertrauliche, was man bisher nirgendwo lesen kann.

Lieber Matthias, schön, dass du wieder da bist, nachdem du vergangene Woche ja eine kleine Pause gemacht hast. Wir können jetzt sagen, du warst im Urlaub. Ich war im Urlaub. Ich war an der Ostsee und das Wetter war viel besser, als alle Wetter-Apps vorhergesagt haben. Deshalb bin ich drauf und dran, sie alle zu löschen.

Man muss sowieso, habe ich gelernt, vorsichtig sein bei der Wetter-App, die vorinstalliert ist. Das sind nur so Nährungswerte in der Regel. Ja, die Apple-Wetter-App taugt überhaupt nichts. Da gab es ja schon eine große Reportage im Abendblatt, die auch dann zu Tage gefördert hat, dass da viele Daten zusammengetragen sind, die aber am Ende nicht richtig das Wetter treffen.

Darauf darf man sich nicht verlassen. Aber verlassen kann man sich auf das, was wir heute besprechen und wir werden vier große Fragen klären. Die erste Frage, hat Hamburg tatsächlich eine Chance auf olympische Sommerspiele, denn die Stadt will sich ja wieder bewerben. Die zweite Frage, und das ist für mich die wichtigste der Woche, des Monats, muss das Volksparkstadion wirklich abgerissen werden?

Es sieht so aus. Die dritte Frage, warum kümmern sich Eltern in Hamburg Schwimmbädern offensichtlich mehr um ihr Handy als um ihre Kinder? Warum fragst du mich das? Nicht alle Eltern, aber einige kommen wir gleich zu. Und die letzte Frage, und das ist so eine geheimnisvolle Frage, Wer ist eigentlich der letzte Politiker aus dem Umkreis von Olaf Scholz, der noch richtig was werden kann?

Und das werden wir am Ende dieser Folge enthüllen. Matthias, Olympische Sommerspiele in Hamburg. Bewerbung, da denken du und ich als alte Hasen natürlich sofort an das Jahr 2015. Das kann man wohl sagen. Also da wurden ein bisschen Erinnerungen wach. Es ist ja erstmal eine richtig mutige Sache, nach diesem blauen Auge, was sich die Stadt damals geholt hat, wo auch viele Entscheidungsträger danach gesagt haben, Hamburg lass mal.

Dass man es einfach nochmal wagt, weil das Risiko wieder zu scheitern ja nicht kleiner geworden ist. Im Gegenteil, wir erinnern uns, 2015, es war ein Duell, Hamburg gegen Berlin und der DOSB, der Deutsche Olympische Sportbund, entschied sich dann relativ früh, wir wollen eigentlich Hamburg ins Rennen schicken und die Hamburger konnten nur noch sich selber im Wege stehen. Und das haben sie geschafft.

Mit dem Volksentscheid, der dann, muss man sagen knapp, aber eben knapp. Klar knapp, zugunsten der Olympia Gegner ausging. Am Ende war es ja nicht mal so knapp, wenn man betrachtet, dass alle Umfragen im Vorfeld ja eine doch satte Mehrheit von 60, teilweise sogar fast 70 Prozent pro olympische Spiele erbracht hatten.

Sodass man ja eigentlich diese Umfrage nur gemacht hat, beziehungsweise diesen Erfolgsentscheid nur gemacht hat, weil man daraus zusätzlich quasi Wind in die eigenen Segel bekommen wollte. Man wollte bei der IOC-Entscheidung sagen, seht her, wir sind die Stadt, wo eine große Mehrheit der Menschen hinter der Bewerbung steht.

Und das ist jetzt, wie wir alle wissen, ja total schief gegangen. Wie stehst du insgesamt zu solchen Befragungen? Ich habe mir überlegt, wenn man vor den großen Projekten in Hamburg immer die Menschen gefragt hätte, also außerhalb von Wahlen. Zum Beispiel wollen wir für am Ende eine Milliarde Euro, fast 800 Millionen Euro eine Elbphänomenie bauen.

Ich hätte gewettet, dass die große Merke gesagt hätte, nein, nein, das Geld können wir viel besser verwenden. Darf man bei Projekten, die die Zukunft stark betreffen, die ausstrahlen auf mehrere Jahrzehnte, überhaupt die Menschen fragen? Du hast es ja gerade gesagt, gerade bei Olympia, da nutzt dir ja auch nichts, wenn du einen Volksentscheid machst oder eine Befragung machst.

Und da kommen raus, 52% sind für Olympische Sommerspiele in Hamburg. Da würde ich als IOC sagen, ups, 90%, da fängt es an interessant zu werden. Ja, da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an. Also man muss, glaube ich, frustriert zur Kenntnis nehmen, dass unser System der repräsentativen Demokratie, nämlich dass wir die Entscheidung delegieren für vier oder fünf Jahre in einem Parlament, unter Umständen die bessere Variante ist als ein doch sehr, sage ich mal, bauchgetriebenes Ja oder Nein.

Erstmal gibt es viele Entscheidungen, die sind nicht so einfach mit Ja oder Nein zu beantworten, weil du das Beispiel Elbphilharmonie gewählt hast. Da gab es ja auch immer eine große Mehrheit, zumindest Umfragen dafür, aber die spannende Frage wäre ja gewesen, wann hätte man was gefragt und was hätte man an Kosten zum Beispiel angegeben.

Also am Ende des Tages sind das Entscheidungen, die kann vielleicht das gesammelte Bürgertum nicht entscheiden. Da ist es sinnvoll, dass man Politiker damit beauftragt, diese Entscheidung zu treffen. Und wenn sie dann am Ende dem Wahlvolk missfallen, dann muss man halt sagen, okay, dann wählen wir was anderes.

Aber insgesamt sprichst du genau den richtigen Punkt an. Jede Umfrage oder jede Volksabstimmung heute hat tendenziell... Ein Nein. Also ich glaube, die letzte große Entscheidung, wo etwas begrüßt wurde, war, gut, vielleicht Stuttgart 21 hatte noch eine Mehrheit und die Expo. Aber das sind wir schon in den 90er Jahren. Ansonsten kann man sich eigentlich immer auf ein Nein einstellen.

Und wenn wir nochmal gucken auf 2015, große Euphorie in Hamburg, Hamburg einziger Kandidat. Hamburg musste nur noch diese Volksentscheidung durchbekommen und wäre dann angetreten für 2024. Und hätte die Spiele bekommen. Hätte, haben wir schon mal besprochen, hätte wahrscheinlich die Spiele bekommen. Aber damals, wenn wir uns die Situation damals angucken, was hat damals dazu geführt, dass der Volksentscheid so ausfiel, wie er ausfiel.

Unter anderem die beginnende Flüchtlingswelle mit allem, was dazu zusammenhing. Unter anderem die Frage, wer trägt eigentlich die Kosten, weil das war irgendwie zwischen Bund und Hamburg nicht ausgemacht. Zehn Jahre später würde ich sagen, ist denn insgesamt die Stimmung so, dass man damit rechnen könnte, dass es wenigstens eine knappe Mehrheit für Olympia geben würde?

Das ist ja fast eine rhetorische Frage. Also wenn man diese Bewerbung von 2015 sieht, wenn man die Bilder noch im Kopf hat, ich denke da zum Beispiel an die großartige Idee, wer sich damals ja sehr, sehr stark für die Spiele engagiert hat, waren ja die Gebrüder Braun vom Miniatur Wunderland, die diese Idee hatten, fünf große, bunte olympische Ringe im Stadtpark zu bilden. Und da kamen ja Zehntausende hin.

Und da gab es so ein paar versprengte Olympia-Gegner, die dann versucht haben, ein kleines No aus ein paar People zusammenzustellen. Und da hatten die dann auch ganz schnell noch ein W dran gehängt und aus No Olympia Now Olympia gemacht. Es gab Zehntausende der Stadt, die diese Spiele wollten und es gab nicht einmal Zehntausend Unterschriften von der No-Olympia-Initiative, die sie gebraucht hätten, um überhaupt ein Volksbegehren zu starten.

Das ist ja nochmal die doppelte bittere Ironie dieser Geschichte, dass es nie eine Volksabstimmung gegeben hätte, hätte nicht der Senat das gewollt. Das war damals die Stimmung in der Stadt. Und wenn ich das mit heute vergleiche und wenn ich auch insgesamt die Stimmung im Land mit der von 2015 vergleiche, ja, das war die Zeit der Flüchtlingskrise, das stimmt.

Das hat auch das Vertrauen in die Eliten, glaube ich, zutiefst erschüttert und hat auch viele Wählerinnen und Wähler von den Parlamentariern entfremdet. Aber trotz alledem war die Stimmung vor zehn Jahren noch besser als heute. Und da fehlt mir wirklich, also ich sage es total ungern, weil ich diese Idee überzeugend finde.

Mir fehlt im Augenblick aber der Glaube, wie man in Hamburg eine Mehrheit in einer Volksabstimmung bekommen will. Weil ich habe da auch, und hier wird es nun wirklich geheim. Streng vertraulich. Du hast streng vertraulich. Streng vertraulich, genau. Wir haben im Jahr 2019, Dezember 2019, eine Umfrage gemacht.

Und da kann man immer am Ende neben diesen ganz interessanten Daten zu Politikernbeliebtheit und Parteipräferenz noch so ein paar Fragen, so ja, nein, Bauchfragen anhängen. Und da haben wir gefragt, würden Sie, wenn sich Hamburg 2032, also jetzt für Spiele, für die wir jetzt nicht bewerben, bewerben wolle, wären Sie dafür oder dagegen?

Das war einfach mal so ein kleiner Test inmitten von zehn Fragen, wie denn die Stimmung ist. Und da haben, und das finde ich wirklich interessant, 61% gesagt, nicht wiederbewerben. Das heißt, die Zahl der Gegner ist in 5 Jahren oder in 4 Jahren gut. Noch mal deutlich größer geworden ist. Und man muss sagen, das war vor Corona?

Vor Corona, vor Corona. Das war kurz vor Corona. Das war eine klassische Wahlumfrage. Deshalb haben wir das am Ende auch gar nicht veröffentlicht, weil das so Rohmaterial war. Uns ging es ja mehr darum zu sagen, wie ist die politische Stimmung. Aber das haben wir einfach mal abgefragt, um so ein Stimmungsbild zu bekommen.

Und da gab es nur noch in zwei Parteien wirklich eine Mehrheit für olympische Spiele. Das war bei CDU und FDP. Und das zeigt auch, dass ich glaube, am Ende SPD und Grüne es nicht ganz einfach haben, werden, in ihrer eigenen Partei dafür zu werben. Und wenn du jetzt guckst, wir kriegen ja immer ganz viele Leserbriefe, Mails und Zuschriften insgesamt.

Und was da auch schon wieder kommt, und das sind halt nicht nur, sage ich mal, die Älteren, die sagen, was habe ich denn davon, sondern es sind so ganz einfache Fragen. Eine Stadt, die nicht mal in der Lage ist, jetzt schon die Baustellen zu koordinieren, wie will die denn olympische Spiele vorbereiten?

Also es gibt eine weit verbreitete, schlechte Laune und Skepsis und die zu überwinden, also wem das gelingt, dem traue ich dann alles zu. Und es kommt ja noch etwas hinzu, damals war es das Duell mit Berlin. Berlin, Hamburg. Berlin hatte den Vorteil Hauptstadt zu sein und den Nachteil Hauptstadt zu sein, also Berlin zu sein und ist am Ende dann auch übrigens an der mangelnden Euphorie, aber auch an dem Gefühl, dass die das nicht hinkriegen, dass die das nicht hingeplant kriegen, gescheitert.

Und dass die Leute nicht dafür sind. Das ist ja das Interessante. Also das dachte der damalige DOSB-Chef ja immer, Herr Hörmann, der hat gesagt, Berlin, ich glaube nicht an Berlin, weil die Mehrheit der Berliner diese Spiele nicht will. Und er dachte und wir alle dachten, in Hamburg will die Mehrheit die Spiele und das ist mit Abstand die bessere Grundlage.

Und das Konzept nochmal, das Konzept war richtig gut. Ich finde das neue Konzept auch gut. Also es ist ja ein Konzept, womit Hamburg punkten kann, ist sozusagen diese Zentralität. 80 Prozent aller Dinge würden sich in einem Umkreis von, glaube ich, sieben Kilometern abspielen. Man hätte, wir kommen gleich dazu, man würde ein neues Leichtathletikstadion bauen, direkt neben dem alten Volksparkstadion. Da würden die Schwimmwettbewerbe sein.

Man würde die Science City, die eh gebaut werden muss, zum Olympischen Dorf machen. Alles schön und gut. Nur es gibt noch zwei weitere Kandidaten. Rhein-Ruhr und München. Und da muss man einfach sagen, da kommen wir zu einem Thema. Und Berlin ist ja auch immer wieder mit in der Verlosung. Also Berlin ist, neben Hamburg und Berlin gibt es jetzt noch Rhein-Ruhr und München.

Und da muss man natürlich sagen, wir haben das erlebt, erinnert sich an die Bewerbung um Olympische Spiele, das ist schon ein bisschen her, als dann Hamburg gegen Leipzig antrat. Ja, das erinnert sich noch sehr, sehr genau, den Frust, den wir damals hatten. Und wir alle dachten, Leipzig, was soll das? War dann auch chancenlos, war viel zu klein.

Aber es kam damals, glaube ich, Wolfgang Tiefensee. Mit, genau. Auf die Bühne mit einem Cello. Na gut, Trenscher spielt Klavier, also vielleicht geht da noch was. Im Hintergrund liefen Bilder von der Wiedervereinigung. Alle hatten Tränen in den Augen, also gerade die älteren Funktionäre. Und den Zuschlag bekam Leipzig, so ein bisschen als Dank für die Wiedervereinigung.

Und da muss man sagen, dass die politische Kraft einer Bewerberstadt im eigenen Land spielt eine Rolle. Und da muss ich sagen, da ist München uns natürlich jetzt deutlich voraus. Also wenn es dann darum geht, Markus Söder, Friedrich Merz, was auch immer, dazu München schon mal Sommerspiele gehabt, dazu glaube ich, dass die Stimmung in Bayern...

Eine andere sein wird für Olympia, für Sport an sich als in Hamburg. Naja, täuscht dich da nicht. Auch da gab es ja eine Abstimmung damals für die Winterspiele, wo ich übrigens auch der Meinung bin, ich bin auch kein Freund von Olympischen Winterspielen, zumindest dann nicht, wenn man also alles neu bauen muss.

Da gab es auch eine Mehrheit gegen die Spiele. Also da sollte man die Münchner nicht unterschätzen. Aber du hast völlig recht, die politische Großwetterlage spricht in meinen Augen eindeutig für München. Und ich sehe also eigentlich keine Möglichkeit für den Rhein-Ruhr-Raum, weil das auch dem neuen Konzept des IOK eigentlich nicht richtig entspricht.

Weil am Ende wären es 17 Städte bei Olympia-Werker. Also was erzählt man der Welt? Spiele in Rhein-Ruhr. Dann gucken die Leute im Atlas und finden das nicht. Also das halte ich wirklich für ganz, ganz schwierig. Und München hat halt schon einmal bewiesen, dass sie Spiele organisieren können. Man muss am Ende sagen, natürlich überschattet von dem Terroranschlag.

Aber worauf ich hinaus will, politisch. Wolfgang Schäuble und Angela Merkel haben 2015 Hamburg auch verhindert, weil sie offenbar Olaf Scholz nicht das Schwarz unter dem Fingernagel gönnen wollten. Es ging ja am Ende um diese 6,2 Milliarden, die der Bund hätte tragen müssen, wo man ganz ehrlich sagen muss, daran dürfen olympische Spiele in Deutschland nicht scheitern.

Daran hat Schäuble es scheitern lassen. Und das ist natürlich heute, wenn man sich vorstellt, Söder will die Spiele. Völlig unvorstellbar, dass ein Kanzler Friedrich Merz und ich glaube auch ein Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagen, nö, das finanzieren wir dir nicht. Völlig unvorstellbar. Also wer bringt politisch mehr Gewicht auf die Waage?

Ist das Peter Tschentscher oder ist das Markus Söder? Ich glaube, die Zuhörer geben die Antwort selbst. So ist es. Und weil das so ist, hat Hamburg etwas angekündigt, wo man dachte, haben die das wirklich gesagt? Und damit kommen wir zu unserem zweiten Thema. Denn für Olympia will Hamburg im Volkspark auf einem der HSV-Parkplätze ein Leichtathletikstadion bauen.

Menschen, die sich damit auskennen, sagen, das hat erst dazu geführt, dass Hamburg überhaupt wieder sozusagen ein ernstzunehmender Kandidat ist, Weil das hat alle überrascht. Ein leichtathletisches Stadion mit 60.000 Plätzen. Im Volksparkstadion sollen dann die Schwimmwettbewerbe stattfinden. Also schon toll.

Direkt gegenüber in Barenfeld, künftiges Science-City-Stadtort, wäre das Olympische Dorf. Und dann denkt man so, na gut, das ist eine schöne Idee, aber das wird ja nur gebaut, wenn Hamburg Olympia kriegt. Und dann, nein, dieses Stadion wird so oder so gebaut und jetzt kommt es. Und das hat mich völlig überrascht, du bist ja dein größerer Fußballexperte als ich, weil der HSV ein neues Stadion braucht.

Und zwar allerspätestens in 15 Jahren. Dann ist, ich konnte es selber gar nicht glauben, die sogenannte Halbwertszeit eines Stadions wie des Volksparkstadions abgelaufen. Und dann muss man es eigentlich abreißen. Ja, da bin ich am Ende auch nochmal gespannt, ob das so kommen wird, weil wir reden immer über graue Energie.

Das ist ja das Lieblingsstichwort von allen Architekten, allen Stadtentwicklern. Was natürlich beinhaltet zu sagen, wir haben hier so viel CO2 durch die Herstellung von Beton, Zement etc., Stahl quasi schon verbraucht. Das können wir nicht einfach wieder so irgendwie wegwerfen. Und dass man jetzt auf die Idee kommt, das Stadion, ich meine, das sieht ja immer noch aus wie ein Rohbau.

Man denkt ja immer, wenn man mal im Stadion an der Müllverbrennungsanlage ist, dass das Stadion auch gar nicht ganz fertig ist, aber demnächst vielleicht fertig wird, wenn da nochmal irgendwie gemalert wird und das ein bisschen... Die Müllverbrennungsanlage wird übrigens auch neu gebaut. Ja, stimmt. Das ist auch nur das alte böse Bonmot der St. Pauli-Fans über das Volksparkstadion.

Ja, das hat mich, muss ich sagen, auch total überrascht, weil man schon die Frage stellen kann, ob wir wirklich so eine Einweg-Architektur brauchen. Nun kommt natürlich immer das Totschlag-Argument, das kennen wir ja auch schon aus anderen Politikfeldern, weil bei der Oper ist es ja genauso. Eines der stärksten Argumente für die Oper lautet ja, wir brauchen eine neue Oper, weil die Sanierung der bestehenden Oper viel, viel teurer wäre.

Das kann ich bei der Oper gut nachvollziehen, weil das ist ja ein Riesenbühnenapparat, der irgendwie in den 50er Jahren gebaut wurde, dann in den Nullerjahren einmal saniert wurde, aber den modernen Anforderungen nicht mehr entspricht. Das fand ich plausibel. Bei einem Stadion, muss ich ganz ehrlich sagen, glaube ich diese Zahlen noch nicht so ungefragt.

Weil am Ende des Tages ist das ja nun wirklich keine ganz große Empfindung, ein Stadion zu bauen. Da braucht man Tribünen, da braucht man sanitäre Anlagen, da braucht man Anlagen für die Besserverdiener-Fans. Die Separis hätte ich fast gesagt, also die Sachschneider. Ja, genau. Und man braucht ein Spielfeld in der Mitte.

Also da zu sagen, es wird teurer, das zu sanieren, als es neu zu bauen, ist natürlich eine charmante Idee und war ein Scoop in diesem Bewerbungsverfahren. Aber am Ende des Tages, da würde ich noch nicht drauf wetten, dass der HSV im Jahr 2040 in einem neuen Stadion spielt. Weil das Stadion ist ja auch, um es nochmal deutlich zu sagen, das ist ja noch nicht so alt.

Das haben wir für die WM 2006 fertiggestellt. Es ist exakt 25 Jahre alt. Es wäre also im Jahr 2040 40 Jahre alt. Und ich finde ja auch, da geht es mir wie dir, man kann ja nicht alle 40 Jahre das Stadion abreißen und neu bauen. Genauso, ich erinnere das, als ich das alte Haus der Oma meiner Frau, als wir das gekauft hatten, da hat der Architekt auch gesagt, wissen Sie, günstiger und schneller wäre es, wenn Sie es abreißen würden.

Aber er sagt, nee, wir wollen es ja sanieren, wir wollen es ja erhalten. Unter anderem aus Umweltgründen. Ich habe nur gedacht, hat der HSV sich da geschickt, angestellt und hat ja vielleicht, lass uns mal drüber sprechen, die Stadt über den Tisch gezogen. Die Geschichte geht ja so, die Stadt, die Verantwortlichen von der Stadt haben sich mit den Verantwortlichen des HSV zusammengesetzt, um über die Olympiapläne zu sprechen und darüber zu sprechen, ob man im Schwimmbad, im Volksparkstadion die Schwimmwettbewerbe machen kann.

Und im Rahmen dieser Gespräche hat dann wohl HSV-Vorstand Erik Huwer, so wird es übermittelt, gesagt, übrigens, also ja, wissen Sie, wir haben mal nachgerechnet und in den 40er Jahren wird die Instandhaltung des Volksparkstadions, Die Kosten, die entstehen, um die Tribünen zu erneuern, Stuttgart hat das neulich gemacht für 140 Millionen, die Haupttribüne, wird teurer, als wenn man das ganze Stadion neu bauen kann.

Neubauen würde. Und daraus ist dann am Ende entstanden, wir bauen dieses Leichtathletikstadion auf jeden Fall und damit hat der HSV gleich das neue Stadion. Ich könnte mir vorstellen, dass Erik Huber von so einer Entwicklung nicht mal zu träumen gewagt hat, als er in die Gespräche ging, wo es ja erstmal darum ging, das alte Volksparkstadion als Schwimmarena zu nutzen.

In der Tat, also das ist sicher für den HSV die beste aller Welten. Da muss man ja sagen, dass die Stadt schon zuvor, damals bei dem Grundstückdeal auch, muss man sagen, dem HSV durchaus attraktive Angebote gemacht hat. Da gibt es Leute, die das schon als Verstoß gegen Fair Play das deuten. Aber insgesamt ist es klar, da ist das Stadion, das gehört dem HSV.

Die Stadt hat natürlich auch ein Interesse daran, dass der HSV weiterhin erstklassig bleibt und ein tolles Stadion bekommt. Und es stimmt ja auch, ein Stadion, was eigentlich ein bisschen zu klein und ein bisschen zu wenig sexy für die ganz großen Ereignisse, dass wir jetzt in München in der Allianz Arena das Champions League Finale hatten, hat auch damit zu tun, dass Hamburg, wenn es sich da bewerben würde, deutlich schlechtere Karten hätten, Weil da kommt das Stadion halt nicht mit.

Nur zwischen dem Wünschenswerten und dem Notwendigen gibt es ja immer noch ein paar Unterschiede. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Fans im Jahr 2030 oder 2040 einen Besuch im jetzt bestehenden Volksparkstadion aus Sicherheitsgründen nicht mehr zumuten kann. Man kann es ihnen vielleicht nicht mehr zumuten, weil das Stadion dann nicht mehr State of the Art ist, sondern ein bisschen Jahre gekommen.

Aber am Ende des Tages, da geht es auch um Steuergelder. Da geht es um Steuergeld und wir dürfen nicht vergessen, dass für die Europameisterschaft, und die ist ja nicht so lange her, wir erinnern uns, vergangenes Jahr. Die Stadt, ich glaube 27 Millionen Euro in die Hand genommen hat, damit das Volksparkstadion europameisterschaftstauglich wird.

Die Frage, die sich dann ja auch stellt, das scheint ja jetzt so... Wann warst du das letzte Mal im Volksparkstadion? Nicht lange her. Wollte ich gerade sagen. Bei mir ist es auch nicht so lange her, das war beim 1 zu 0 des HSV gegen den FC St. Pauli, trotzdem sind wir aufgestiegen. Und da hatte ich nicht den Eindruck, dass ich jetzt in einer bauchfälligen Ruine bin. Ich gehe ja manchmal auch in die Adolf-Jäger-Kampfbahn.

Das ist ja das zweitälteste Stadion Deutschlands. Und auch da kann man auch ganz gut Fußball gucken. Das Stadion ist aber über 100 Jahre alt. Sollte, das ist die große Frage, sollte der HSV das Stadion dann von der Stadt mieten, dann hätte die Stadt ja Einnahmen. Oder was ist die Variante? Eigentlich würde man ja denken, naja, es ist das Stadion des HSV.

Das Stadion jetzt gehört dem HSV. Das Grundstück gehört, glaube ich, der Stadt. Das Stadion gehört dem HSV. Und wenn man dann als ein Verein, der Millionen für Spiele ausgibt, nun will ich nicht irgendwie ketzerisch klingen und so. Ich kann sagen, für eine HSV-Fern klingst du gar nicht schön kritisch.

Aber ist es nicht so, müsste dann so ein Verein, in dem es so viel Geld geht, so ein Stadion nicht selber bauen. Ich glaube, die Allianz Arena hat Bayern München selber gebaut und selber finanziert. Ja, ich glaube auch TSV 1860 sollte am Anfang noch mit rein, die sind dann wieder rausgegangen. Aber das ist eine Frage und ich finde, da geht es dann wirklich am Ende um Financial Fair Play.

Also wir haben zwei Mannschaften in der ersten Liga, da kann die Stadt auch nicht sagen, den einen schenken wir in Anführungsstrichen ein Stadion und die anderen sollen sehen, wie sie zurückkommen. Da ist ja sogar meine These, dass sozusagen die Stadt sich ein bisschen hat über den Tisch ziehen lassen, weil sie ja sofort gesagt hat, und selbstverständlich unterstützen wir auch den FC St.

Pauli bei der Modernisierung des Millern-Torstadions, was ja gerade mehr oder weniger abgeschlossen ist. Also neue Tribüne und so, also da steht auch immer was an, aber auf die Idee, niemand... Das kann man jetzt nicht so einfach erhöhen, weil dann andere gesetzliche Anforderungen gelten, weil das noch unterhalb der Schwelle der 30.000 ist.

Also von daher ist das Interesse, glaube ich, gar nicht so groß beim FC St. Pauli, weil dann die Emissionsrichtlinien sich verändern. Wie alt ist das Stadion eigentlich? Das weißt du wahrscheinlich. Das weiß ich wahrscheinlich. Ich weiß noch, wie Conny Littmann anfing, ohne Bau genehmigen, schon mal das alte Stadion abzureißen. Da gibt es schöne Bilder aus dem Bagger.

Das war in den Nullerjahren und fertig ist es. Jetzt muss ich auch ein bisschen lügen. Okay, aber es ist auch noch unter der 40-Jahres-Grenze. Ja, natürlich. Das ist ja wirklich Tribüne für Tribüne neu gebaut worden und das war aus den 60er Jahren, das war echt am Ende seiner Lebenszeit angekommen. Aber da haben wir noch so richtige, also alte...

Holzbänke. Ich weiß gar nicht, ob Holzbänke wurden nach diesem Unglück im Hazel-Stadion überall abgeschafft. Aber insgesamt musste man immer aufpassen, dass man auf den Tribünen, weil die so ausgewaschen waren, sich nicht eine Bänderverletzung holt. Und übrigens, wenn man einmal, wie ich jetzt am Roten Baum war, bei den Hamburg Open, da sieht man auch, dass so ein ATP 500er Turnier auch gemacht werden kann mit Nebenplätzen, wo es wirklich noch Holzbänke gibt.

Also es funktioniert alles. Wir werden das verfolgen. Wir haben noch zwei Themen und gar nicht mehr so viel Zeit. Ein Thema, über das ich gerne mit dir sprechen wollte, weil ich weiß, dass du ein begeisterter Schwimmer bist und viel in Schwimmbädern. Nun haben wir wieder darüber berichtet, dass Bäderland, der größte Schwimmbadbetreiber in Hamburg, an Eltern appelliert hat.

Und zwar, weil es zwei Vorfälle gegeben hat. Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen wären in den Bäderlandbädern, in zwei Bäderlandbädern fast ertrunken, wenn nicht andere Badegäste sie aus dem Wasser gezogen hätten. Ich glaube, das Mädchen musste sogar reanimiert worden vor Ort. Was war das Problem? Die Eltern, die mit diesen Kindern ins Schwimmbad gekommen sind, haben auf ihre Kinder nicht geachtet.

Und jetzt kommt es, obwohl das Personal diese Eltern ein oder zweimal sogar ermahnt hat und gesagt hatte, achten Sie bitte auf Ihre Kinder. Das sind kleine Kinder. Der Junge konnte noch nicht so gut schwimmen. Und ich frage mich, beobachtest du sowas auch? Und wie kann es sein, dass Eltern im Schwimmbad mehr auf ihr Handy achten, offensichtlich, als auf ihre Kinder.

Und müsste es nicht einfach, eine ganz einfache Lösung wäre doch zu sagen, Handyverbot in den Schwimmbad. Einfach Handy nicht mitnehmen. Wenn es im Wasser fällt, ist es sowieso doof. Ja, man könnte auch irgendwie Störsender zumindest aufbauen, dass man keinen Empfang mehr hat. Auch das wäre ja möglich. Ja, das ist natürlich, glaube ich, jedem, der irgendwie zwei und zwei zusammenzählen kann und noch ein bisschen klar denken kann, völlig unverständlich. weil wer eigene Kinder hat, weiß, wie schnell es geht, dass Kinder untergehen.

Und wer auch mal mit seinen eigenen Kindern im Schwimmbad war, der fragt sich auch, wo zum Teufel hatten wir da das Handy? Wir hatten es gar nicht mit, obwohl es schon Handys gab. Also das sind Dinge, die ich am Ende nicht verstehen kann und vielleicht muss man da auch einfach das Hausrecht verschärfen, dass wirklich Eltern, die quasi da das Handy mitbringen und nicht auf die Kinder achten, die muss man dann rauswerfen. Aber auch das ist natürlich alles nicht so einfach.

Wir wissen, auch der Bademeister hat an Macht verloren. Da kommen dann gleich ein paar Leute und rotten sich zusammen. Es ist schwierig, aber es ist einfach auch nicht verständlich. Ich kann es nicht verstehen. Und es gibt so ein paar Dinge, die will ich auch gar nicht verstehen. Dann muss ich auch ganz ehrlich sagen, wir müssen dahin kommen, dass so grundlegende Verhaltensweisen, und dazu zählt, wenn man mit Kindern schwimmen geht, muss man sich um die Kinder kümmern, dass wir die voraussetzen und erwarten.

Und da gibt es für mich auch nicht irgendwie die Regelung, ja, aber es gibt ja einen Bademeister oder, nein. Das ist natürlich das, was viele Menschen dann denken, so ein bisschen, wir sind doch jetzt hier, hier gibt es doch das Personal und die sind dafür verantwortlich. Ja, das ist die Nanny-Gesellschaft, in der wir leben.

Und es wird hier alles abgenommen. Da meinen einige Eltern offenbar auch irgendwie das Betreuen der Kinder im Schwimmbad. Obliegt dann dem Bademeister, was natürlich völliger Unsinn ist. Ja, also bitte da. Du siehst, ich rege mich schon wieder auf, aber das sind so Dinge, die sind für mich wirklich unverstanden.

Und es kann ganz, wir erinnern uns daran, glaube ich, vor einem Jahr ist tatsächlich ein Kind ums Leben gekommen in einem Bäderland-Schwimmbad. Bäderland tut da jetzt auch viel, setzt auch KI ein, die guckt, wo bestimmte Bewegungen sind im Becken, die nicht normal sind. Aber dass dieser Appell immer wieder nötig ist, du hast es eben gesagt, man kann es kaum glauben.

Aber das ist vielleicht, weil du es mit der KI ja nochmal erwähnst, wir rüsten immer weiter auf, um die Menschen von ihren ganz einfachen Aufgaben zu entlasten und darin liegt ein Problem. Absolut. Und vielleicht sollten wir mal an der Stelle, machen wir in einer der nächsten Folgen, weil wir haben ja noch ein Thema, mal über die Frage überhaupt Handys, Handys an Schulen sprechen. Da gibt es auch interessante Entwicklungen.

Da recherchieren wir gerade noch und sprechen dann nächste Woche mal drüber. Aber jetzt wollen wir zum Ende noch zu einem Thema kommen, ein Thema aufgreifen aus der ersten Folge. Da haben wir gesagt, was es für Hamburg bedeutet, dass eben Olaf Scholz nicht mehr Bundeskanzler ist, dass Steffen Hebeschreit ein Hamburger nicht mehr Regierungssprecher ist, Wolfgang Schmidt ein Hamburger nicht mehr Kanzleramtsminister und so weiter und so weiter.

Man kann das runterbrechen bis zu Antje Heiduck, die Staatssekretärin bei Robert Habeck im Wirtschaftsministerium war. Und man hat so gedacht, die sind auf einmal alle verschwunden. Hast du was Neues gehört eigentlich von Olaf Scholz? haben wir abgehakt. Der ist braver Bundestagsabgeordneter von Wolfgang Schmidt und Steffen Hebestreit.

Schon irgendwas gehört? Also Wolfgang Schmidt sitzt in Bayern und denkt noch drüber nach, wie er quasi jetzt in den kommenden Monaten sich aufstellt. Das ist ja ein umträgewilliger, cleverer Bursche. Da bin ich mir relativ sicher, dass er schnell wieder einen guten Posten hat. Steffen Hebestreit habe ich auch nur über Kollegen gehört. Er hat sich von allen nett verabschiedet und sagt auch erstmal jetzt, nach wirklich harten Jahren, also das darf man ja auch nicht übersehen.

Ich hatte kürzlich auch die Gelegenheit, nach ein paar Wochen mit Stefan Cornelius, dem neuen Regierungssprecher von Friedrich Merz, zu sprechen, der wirklich sagte, das ist ein solcher Knochenjob. Abends, wenn es gut läuft, um 12 eher um 1 ins Bett und morgen um 6 wieder aufstehen und das 7 Tage die Woche.

Also ich kann mir gut vorstellen, dass Steffen Hebestreit jetzt auch sagt, lass den lieben Gott mal einen guten Mann sein. Aber du hast recht, wir haben wirklich Einfluss verloren. Gut, Rolf Bösinger ist noch da und ich glaube, du wolltest auch auf Nils Annen. Genau und jetzt kommt Nils Annen, wo alle sagen Nils Annen, Nils Annen, Nils Annen.

Ehemaliger, muss man sagen, ehemaliger Bundestagsabgeordneter in Hamburg. In Eimsbüttel. Dann nicht mehr angetreten, verzichtet für Wolfgang Schmidt, der dann nicht in den Bundestag reingekommen ist, aber Nils Annen ist nicht nur aktuell Staatssekretär im Entwicklungshilfeministerium, wenn ich mich nicht täusche, sondern und das ist interessant, er ist nominiert für einen Posten, den noch nie ein Deutscher hatte, das muss ich ablesen, damit ich das jetzt nicht falsch sage, er ist nominiert als hoher Flüchtlingskommissar bei den Vereinten Nationen und da ist noch nominiert worden von der Regierung Olaf Scholz, das heißt, wenn der das würde, gäbe es halt tatsächlich, wir nehmen jetzt an, aktuell dann der Hamburger mit

dem wichtigsten politischen Amt, wenn man das so sagen kann. Ja, wenn du das so sagst. Also irgendwie scheint ja sowieso die UNO so ein bisschen, wenn ich jetzt gemein würde, würde ich sagen Resterrampe für die Ampel zu sagen. Ja, aber nein, jetzt mal im Ernst. Nils Ann ist ja einer, der sich wirklich in vielen Jahren im Auswärtigen Ausschuss, in der Arbeit, quasi im Auswärtigen Amt wirklich viel Reputation erarbeitet hat.

Er ist ein ganz stiller, ruhiger, bedächtiger, auch diplomatisch beschlagener Politiker und ich halte das für eine gute Entscheidung, wenn er es denn wird, weil er wirklich sich so ein bisschen, ja. Wie ich finde, extrem gut entwickelt hat. Er stand am Anfang immer, ich weiß nicht, ob du das noch erinnerst, die Bild-Zeitung hat, glaube ich, alle drei Monate die Geschichte gemacht, was denn mit seiner Magisterarbeit ist, weil er so als ewiger Student galt.

Was natürlich auch völliger Bullshit ist, weil am Ende des Tages ist es, glaube ich, nicht relevant für die Wählerinnen und Wähler, ob jemand das große Latinum oder dann den Abschluss hat, sondern was der für Arbeit leistet. Und der war eigentlich relativ präsent auch im Wahlkreis. Und wenn er jetzt diese Aufgabe macht, ist er, glaube ich, eine gute Wahl, weil er mit dem Thema in den letzten Jahren sehr, sehr viel zu tun hatte.

Man hat das auch gesehen. Wir hatten ja in dieser Woche die große Nachhaltigkeitskonferenz HSC in Hamburg mit sehr prominenten Gästen. Die Entwicklungshilfeministerin war da, der Vizekanzler Lars Klingbeil war da und Nils Ann war auch da. Und wenn man das so beobachtet, stellt man fest, ja, der ist auch gut vernetzt.

Der hat Kontakte in alle Welt. Das wäre also jemand, der auf diesem Posten dann auch schon eine Rolle spielen könnte. Und es wäre auch interessant zu sehen, wie das ist, wenn da jemand hoher Flüchtlingskommissar ist bei den UN und gleichzeitig zu gucken, welche Einfluss, Einwirkung nimmt der, wie beteiligt der sich an der Debatte in Deutschland über Flüchtlinge, die ja in der vergangenen Woche wieder, vielleicht letzte Frage da, Fahrt aufgenommen hat, weil ein Gericht entschieden hat.

Dass die Abweisung an Grenzen, wie sie die neue Regierung vornimmt, so nicht erfolgen kann. Zumindest in dem Fall von, ich glaube ich, drei Somaliern. Nun sagen die einen, damit ist dieses Konzept gescheitert, auch aus der SPD. Friedrich Merz und sein Innensenator, Innenminister Alexander Dobrindt, sagt, nö, nö, das ist ein Einzelfall, wie siehst du es?

Also ich fände es schwierig, wenn ein einzelnes Berliner Gericht über den Grenzschutz eines ganzen Landes entscheiden kann. Und wenn eine demokratisch legitimierte Regierung quasi irgendwie Befehlsempfänger eines von drei Richtern offenbar besetzten Gerichtes ist, von dem der entscheidende im Kopf ja auch noch, wie sich inzwischen herausstellt, ein Grünen-Mitglied ist und offenbar auch eher aktivistisch in dieser Frage unterwegs ist.

Ich will damit nicht dem Gericht vorwerfen, dass es irgendwie vor... Vor beeindruckt entschieden hat, aber insgesamt muss man sagen, das ist eine so gewichtige Entscheidung, die muss letztlich bei der Politik entschieden werden und es gibt ja auch mit Hans-Jürgen Papier, mit Udo Di Fabio, ehemalige Bundesverfassungsrichter, die klare Bewertung, dass es nicht nur möglich, sondern zwingend geboten ist, nach dem Grundgesetz diese Zurückweisung vorzunehmen.

Also das ist so, wir kennen das alle vor Gericht und auf hoher See, liegen wir alle in Gottes Hand. Also es ist so schwer, schwer zu beurteilen, aber ich wäre dringend dafür und das zeigt ja ganz Europa gerade. Wir sehen in Polen, wir sehen jetzt in Holland wieder einen Rechtsrutsch, überall ist Asyl das große Thema und es kann nicht sein, dass über diese Frage, an der Europa scheitern kann, am Ende einige Richter befinden.

Da müssen wir höllisch aufpassen. War übrigens auch interessant, wie Lars Klingbeil in Hamburg ins Jahr 2027 guckte und nicht, also schon so ein bisschen sorgenvoll, da sind die Präsidentschaftswahlen in Frankreich, da kann Emmanuel Macron nicht mehr antreten und die Befürchtung ist halt, dass dann Frankreich in eine Richtung rutscht, die eher europakritisch ist und dann die Frage ist, wie vereint wird dieses Europa noch sein.

Zum Glück ist bis dahin noch viel Zeit. Lieber Matthias, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank, dass Sie uns heute wieder zugehört haben. Wir kriegen erstaunlich viele E-Mails, Reaktionen und interessante, aber erstaunlich, freuen wir uns. Und wenn Sie Lust haben, geben Sie es gerne weiter, abonnieren Sie diesen Podcast, schalten Sie die Glocke ein, damit Sie genau wissen, wann eine neue Folge kommt.

Meistens freitags und manchmal, wenn nichts dazwischen kommt und in der Vergangenheit ist schon ganz schön was dazwischen gekommen in Hamburg, dann sind wir natürlich vorher wieder für Sie da. Bis nächste Woche. Tschüss. Music.

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